Kießener Amiüenbläüer Beiletristischer -eibtati fum Gießener Anzeiger. 1886.' Nr. 61. Dienstag den 25. Mai. M Jakschmürrzer. «Lriminal-Roman von Gustav Lössel. (Fortsetzung). „Wer weiß", erwiderte Duprat, sich erhebend' „Der Tod entnüchtert auch von dem stärksten und schönsten Rausch. Ah — Sie haben meinen Becher wieder gefüllt?" Riston nickte lachend. „Und habe den meinen schon zum zweiten Mal geleert", sagte er, den Becher noch am Munde. „Wo der herkommt, ist noch mehr. Also nur nicht spröde und frisch zugelangt. Prosit!" Heiteren Antlitzes griff der ahnungslose Duprat nach dem vollen Becher. Es war ein langsam tödtendes Gift, das er hinein gethan, und das er jetzt selbst mit Behagen über die vermeintlich gelungene That hinabschlürfte. Riston nickte ihm ermunternd zu und schenkte ihm den Becher gleich wieder voll. Er wollte nüchtern bleiben, aber Duprat sollte sich, wenn auch nicht zu schwer, berauschen, um für sein Vorhaben empfänglicher zu werden. „Und nun ein Wort unter Freunden", sagte er. „Sie thaten recht, Duprat, heute zu mir zu kommen; denn nur noch wenige Stunden, und ich hätte Ihnen einen eben so heimlichen Besuch gemacht." Duprat blickte leicht erschreckt empor. „Warum?" fragte er. „Ist Etwas vorgefallen? Sind wir entdeckt?" „Uns — das heißt Sie und mich — bedroht Nichts", erwiderte Riston ruhig, so lange wir treu zusanlmenhalten und nur gemeinschaftlich handeln; und geschehen muß jetzt Etwas von meiner Seite, das Sie vielleicht nicht billigen würden, wenn ich Ihnen nicht sagte, was mir die Mordwaffe in die Hand drückt." „Die Mordwaffe?" fragte Duprat mit leichtem Staunen. Er wußte wohl, daß Riston den Kom- merzienrath bedrohte, und daß diesem seine Worte galten; er hatte aber nicht geglaubt, daß Riston sich mit ganz demselben Gedanken trage wie Etwold. Ersterer nickte finster. „Ja", sagte er, „es scheint, daß ich den Kelch des Verbrechens durchkosten soll bis auf die Hefe. So klein begonnen, so weit abgeirrt vom Pfad des Rechten, und nun endlich — ein Mörder." „Zu einem so schweren Verbrechen biete ich nimmer meine Hand", entgegnete Duprat. „Ich schaudere bei dem bloßen Gedanken desselben." Und ein Schauder überrieselte wirklich seinen Körper, obwohl er selbst hierher gekommen war, um zu morden. „Ihre Hand, nein, das sollen Sie auch nicht, Duprat", sagte Riston. „Ich morde, ich allein, und ich allein breche ein und stehle; wenn ich es auch für Sie thue, um Ihnen die Mittel zur raschen Flucht und der Neubegründung einer verbrechenslosen Existenz zu gewähren." „Was geht mich Ihre Blutthat an? Warum sollte ich fliehen?" „Weil es Ihr Chef ist, den ich ermorden will; und ich will so wenig, daß Sie mich bei diesem Werke hindern, wie ich andererseits nicht will, daß Sie darunter leiden sollen, was gewiß der Fall wäre, wenn — aber was ist Ihnen? Sie werden plötzlich so blaß?" „Ich weiß es nicht", entgegnete Duprat, des Anderen Worte und Vorhaben vergessend. „Es beschleicht mich plötzlich wie mit einem Fieber. Es brennt und sticht im Herzen, würgt mich am Halse, schüttelt mich mit Frost — ich glaube — —" „Was?" „Das ist — der Tod." „Der Tod - ha!" „Ja, ich fühl's, und ich verstehe die furchtbare Vergeltung, die Ihr geübt." „Ich? Vergeltung? Was?" „Gebt Euch dies Ansehen nicht, Riston, als wenn Ihr nicht wüßtet —, daß Ihr die Becher vertauschtet — —" „Vertauscht — die Becher?" rief Riston bestürzt. „Ja, das habe ich gethan." „Verdammt! Und ich fing mich in eigener Schlinge." Aus einem kurzen, drastischen Zwiegespräch stammelte Riston die ihn entsetzende Wahrheit. Er hatte vergiftet werden fallen, und Duprat's Hand war es, welche ihm den Giftbecher gereicht. „Und Du willst nicht glauben", schrie er am Ende verzweifelt, „daß nur ein Zufall mir die Hand geführt, und ich unwissentlich zu Deinen: Mörder wurde, Rudolph?" „Ha, was ist das?" rief Duprat, sich halb von dem Stuhl, in dem er sich geworfen, erhebend. „Dieser Name?" „Der Deine, Rudolph Wellnau." Duprat blickte den Anderen mit einem wirren Ausdruck an. , „Ich sehe, Ihr kennt mich wirklich", sagte er; 242 „und wenn ich Euch jetzt erblicke, will es mich be- dünken, als wenn auch Ihr mir kein Fremder wäret. Aber gleichviel. Die Zeit drängt — für mich giebt's kein Rettungsmittel mehr. Ihr wißt so viel, und so mögt Ihr auch Alles wissen; und wenn Ihr noch einen Funken der Liebe für mich hegt, deren Ihr mich wiederholt versichertet, so rächt mich an dem Menschen, der mich ausgesandt, um Euch zu tödten. „Der Kommerzienrath Etwold — " „Etwold nennt er sich mit kaum so viel Recht, als mit dem ich mich Duprat nenne, denn dieser ist der Mädchenname meiner Mutter. In Wahrheit heißt auch er Wellnau und ist — mein Vater." Riston machte eine heftig abwehrende Bewegung. „Unterbrecht mich nicht!" rief Duprat. „Er liebte meine Mutter nicht, und nm sich ihrer zu entledigen und eine vornehme reiche Dame heirathen zu können, ließ er sie in ein Irrenhaus sperren und sich auf Grund ihres „unheilbaren Wahnsinns" von ihr scheiden. Meiner entledigte er sich, indem er mich an Leute zur Erziehung gab und dann heimlich fortging, über's Meer, um hier in Deutschland unter einem fremden, feinem jetzigen Namen wieder aufzutauchen. Dar Andere geschah drüben in Canada. Ich hatte es dennoch gut bei den Leuten, in deren Pflege und Obhut er mich gegeben. Sie ließen mich für den kaufmännischen Stand erziehen; und als ich groß war, sagten Sie mir, daß ich nicht Duprat heiße, wie sie mich nach meiner Ihnen bekannten unglücklichen Mutter genannt, sondern Wellnau. Ich erfuhr von ihnen den ganzen schändlichen Handel — die Jrrsinnigerklärung meiner Mutter und die feige Flucht meines fchuldbeladenen Vaters. Für Geld hatte er seiner Gattin Aufnahme in eine Anstalt erwirkt, und die schreckliche Behandlung, die der Aermsten dort zu Theil wurde, sowie die Entziehung ihres einzigen geliebten Kindes hatte sie wirklich wahnsinnig gemacht. Ich erwirkte ihre Untersuchung durch unparteiische Aerzte, und sie konnten meinen Vorhaltungen nur mit Achselzucken begegnen. Da durchzuckte es mich blitzartig mit dem Gedanken einer furchtbaren Rache. Auch er sollte im Irrenhaus enden! Zu diesem Zwecke folgte ich ihm über's Weltmeer und spürte ihn auf hinter seinem falschen Namen und einem hochklingenden Titel. Seine Photographie aus früheren Jahren wurde mir der Pfadfinder zu seinem Versteck. Ich verschaffte mir Aufnahme in fein Geschäft und erschmeichelte mir seine Gunst und sein Vertrauen, bis ich in meiner jetzigen einflußreichen Stellung eine vollständige Herrschaft über ihn errang, der er sich zähneknirschend beugte. Er ahnte nicht, wer ich war, und glaubte an meine Treue. Mit mir war aber das Unglück in sein Haus eingezogen. Seine über Alles geliebte Frau starb. Dann kam der Mord in der Schwedengaffe, den ich beging, aber nicht, um ihn vor der Rache des jungen Forster zu retten, dem er einmal die Hand seiner Tochter verweigert ha.tte, und dessen Vater er vor i Jahr und Tag spurlos verschwinden ließ, als der selbe etwas entdeckte, was ihm verderblich werden konnte." Auf Riston's Befragen über diesen Punkt berichtete ihm Duprat, was wir aus dem früher Erzählten schon wissen. „Meiner eigenen Rache", fuhr dann Duprat fort, „wollte ich ihn aufbewahren, und zu jener sollte mir das Geld mit verhelfen, welches ich dem ermordeten jungen Forster abnahm. Dryden hat es mir gestohlen. Aber daraus brauchte ich mir Nichts zu machen; meine große Rache reifte schon ihrer Vollendung entgegen. Der geheimnißvolle Mord in der Schwedengasse legte den Keim zu einer schrecklichen Gedankemoirrniß bei Etwold; und jetzt befindet er sich auf dem besten Wege zum Irrenhaus. Wenn er den Kellergewahrsam öffnet, wird er neben dem alten Forster auch seinen Sohn als Leiche vorfinden. Und das wird ihm verhängnißvoll werden." „Sein Sohn Eduard? Wieso?" fragte Riston. Und Duprat, schon mit abnehmenden Kräften, erklärte ihm auch das. Jener hatte bisher mit solcher fieberhaften Spannung gelauscht, daß er des Anderen nahe Auflösung vergaß. Er wurde jetzt in einer erschreckenden Weise daran erinnert. „O; wie gerne möchte ich Dir Hülfe bringen!" rief er verzweifelt. „Und doch — ich wage es nicht; ein Arzt wird Alles vorzeitig verrathen." „Der kann hier auch nicht helfen", erwiderte Duprat. „Mir hilft kein Mensch mehr. Dieser Tod trifft mich verdient. Meine Rache überstieg Menschenkrast — sie war dämonisch; ich selbst fiel ihr zum Opfer." Riston begrub fein Gesicht in beiden Händen und stöhnte laut. „Schmerzt Euch mein Hingang, Alter?" fragte Duprat mit trübem Lächeln. „Bah! Daraus muß man sich Nichts machen, da muß man — lachen —" Sein Gesicht verzerrte sich; fein heiseres Lachen verwandelte sich in ein krampfhaftes Schluchzen. Duprat bot das schreckliche Bild eines mit dem Tode kämpfenden Menschen. „Rudolph!" schrie Riston plötzlich auf, „Rudolph, stirb nicht!" Und als jener sich langsam ihm zuwandte und das Bewußtsein ihm wiederkehrte, fügte er leise hinzu: „Auch ich habe Dir noch Etwas zu bekennen und Dich darüber aufzuklären, was Dir in Deinem eigenen Leben noch dunkel und Geheimniß gewesen." „Sprich!" tönte es von Duprat's Lippen. „Was ist es?" „Erinnerst Du Dich noch dessen", sagte Riston erregt, „was ich Dir bei unserem ersten Zusammentreffen von meinem eigenen Leben erzählte? Von dem Bruder, den ich suchte, und der mit seinen Ränken und Schandthaten mir das Leben zur Hölle gestaltete, mich zu dem machend, was ich bin — ein Verkommener, ein Falschmünzer?" 243 Dein die Arme. ; !" es „Mehr noch, Unglücklicher, ich bin Vater." :en ff- >en in. er- mich", sagte er. „Nun denn", fuhr jener fort, „dieser Bruder — ich habe ihn gefunden; es ist — der Kommerzien- rath Etwold, sonst auch Wellnau." Duprat zuckte empor. Du — mein Onkel?" stammelte er. Die große catalonische Abenteurer- Gesellschaft in Athen. (Schluß.) Schon vor der letzten Schlacht waren 1000 Lurkopolen zu den Cataloniern übergegangen, bald Duprat'S Züge belebten sich. „Ich entsinne it r n it it n le *r tzt n- cd ls rll „Mein Vater - Du?!" Duprat sprang auf die Füße. Er schwankte und sank dem hinzufpringenden Riston in die Arme. Dieser ließ ihn wieder in den Stuhl gleiten, an dem irte ser ieg fiel mb er niederkniete. , „Ja, Dein Vater", rief er händeringend und m Thränen; „und Etwold ist mein schurkischer Bruder, der mich um mein väterliches Erbe betrog, mein Weib — Deine Mutter — bethörte, daß sie mit ihm nach Canada entstoh, wo er dann so an ihr handelte, wie Du mir jetzt berichtet. Du aber bist mein Kind, denn noch ehe jener Teufel in unser Haus kam, erfreutest Du mich schon mit Deinem Kindeslächeln. Ich lag damals krank darnieder; die nachfolgende Aufregung zog mir ein Gehirnfieber zu, und dieses brachte mich dem Tode nahe. Als ich wieder genesen war, suchte ich Euch vergebens. | Da that ich denselben Schwur der Rache wie Du, nur war ich weniger vom Glück begünstigt. Die Kreise, in welche ich gerieth, entzogen mich ganz und gar denjenigen, in denen der Kommerzienrath Etwold lebte, zu denen Du Dich emporarbeitetest, während ich tiefer und tiefer sank. Jetzt war ich am äußersten, und jetzt entdeckte ich, indem ich Dich aussuchte, meinen Todfeind. Es war Dein Chef. Ich fand aber auch meinen Sohn; und den entreißt mir jetzt dieselbe Hand, die mir mein Weib entrissen. Sollte ich da nicht einen doppelten Schwur der Rache thun und diesen falschen Etwold vernichten?" „Aber nicht vernichte ihn mit einem Schlag", siel Duprat keuchend ein. „Es wäre keine Vergeltung für so viel Böses." , „Ueberlaß ihn mir", entgegnete Riston. „Derne Rache ist nicht menschlich, sondern dämonisch, sagst Du? Nun ich bin ein Dämon; und ich will Etwold von der Höhe stürzen, die er mit Hülse eines Doppel- verbrechens erklommen. Und Deine Mutter? Starb sie?" „Du liebst sie noch?" „Ich beklage sie; sie wurde bethort und hat ihren Fehler schwer 'gebüßt." (Fortsetzung folgt.) igte ruß ___44 Heu zen. üobe lph, und leise men nem en." pen. iston nen- Von sinen gölle • ein nachher kam eine Gesandschast türkischer Emire aus Anatolien mit Bundesanträgen nach Kallipolis. Dort waren alle Griechenfeinde willkommene Bundesgenoffen. Bald wurde der breite Landstrich zwischen dem Rhodope-Gebirge und dem schwarzen Meere durch die Catalonier und ihre Hülfstruppen verheert, selbst das kaiserliche See-Arsenal,zu Stagnara Mit mehr als 150 Schiffen ward in Asche gelegt. Mit unermeßlicher Beute beladen, segelten die glücklichen Räuber auf weggenommenen Fahrzeugen aus dem schwarzen Meere, unter den Augen des erstaunten Kaisers bei Constantinopel vorbei, nach Kallipolis. Als Berengar d'Ententza aus der Gefangenschaft wieder dort eingetroffen war, trat Zwietracht unter den cata- lonischen Führern ein, welche durch die längst verkündete Ankunft des vom König Friedrich vom Arragomen ernannten Oberbefehlshabers, des Prinzen Friedrich von Majorca, noch vermehrt ward. Nach blutigen Streitigkeiten blieb von allen Feldherren Nocafort allein übrig, während die anderen Führer theils umgekommen, theils mit ihren Leuten nach ©teilten zu- rückgekehrt waren. Deffenungeachtet war die catalonische Abenteurer-Gesellschaft, zu welcher Räuber aller Nationen und Bekenntniffe gestoßen waren, doch noch 8000 Mann stark. Die Umgegend von 1 Kallipolis war aber bis auf fünf, nach Muntaner fogar bis zehn Tagereisen in der Runde, menschenleer und unbebaut, so daß sich die Schaar daselbst nicht mehr nähern konnte. Die Catalonier zerstörten deshalb im Herbste 1307 die Festung von Grund aus, ebenso die Städte Macri, Madytos und Aenos, und schifften hierauf Weiber, Greise und Kinder mit allen geraubten Kostbarkeiten des Morgenlandes aus 36 Fahrzeugen ein, während die streitbare Mannschaft längs den Küsten fortzog. Nach vielen Aben- I teuer« ließen sie sich auf der Halbinsel Kassandra I in Macedonien, am Golfe von Salonichi belegen, nieder. Den Uebermuth ihres Feldherrn Rocafort nicht mehr duldend, entfernten sie auch ihn und | regierten sich durch einen Senat von 12 Mannern und zwei Präsidenten, welche in der Stadt Kassandra ihren Sitz hatten. Nachdem die Catalonier während I eines zweijährigen Aufenthalts aber auch äße® Sanb in der Nähe Kassandra's zur menschenleeren Wüste verwandelt hatten, zwang sie der Mangel an Unten I halt zu neuer Wanderung. Den Rückweg nach dem I gesegneten Thracieu verlegten ihnen indessen byzantinische Kriegsheere und die inzwischen in den Engpässen zwischen Thracien und Macedomen errichteten starken Befestigungen, während ihr Angriff auf das I reiche und feste Salonichi entschieden abgeschlagen I E*Fast schien den Cataloniern kein anderer Aus- I Weg übrig, als in das südliche Griechenland einzubrechen und von dort nach Sicilien überzuschiffen, I als sie ein unerwartetes Ereigniß aus ihrer Be- drängniß erlöste und ihre Herrschaft auf der äußersten Spitze der Balkan-Halbinsel fest und neu begründete. Der Herzog von Athen, Walther von Brienne, war I gerade damals in Fehde mit dem benachbarten 244 und, wie sie sagten, unerhörten und schändlichen Die Drohung, auch sie dann ebenso wie änbere. Ioniern behandelt zu werden, zu den Freibeutern übergingen, endete mit einer gänzlichen Vernichtung des Heeres des Herzogs. Dieser selbst fiel und nur zwei Ritter Bonifacius von Verona, einer der beiden Beherrscher von Negroponte und Roger Deslan aus Roussillon, blieben am Leben, und wurden durch die und auf das Abschneiden und Aushungern ihrer Gegner beschränkten, ebensowenig der „großen Gesellschaft" ernstlich zu schaden, als ein ähnliches, vier Jahre später angestrebtes Unternehmen. Redaction; A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühllchen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Fürsten des Despotats von Argos verwickelt, er I Catalonier gefangen. Diese bemächtigten sich der schickte Unterhändler nach Kassandra, um die Cata- I Bürger von Theben und Athen, letzterer durch Sturm, lonier zu sechsmonatlichen Kriegsdiensten gegen hohen I sowie des ganzen Herzogthums. So waren die schon Sold zu verpflichten. Diese willigten ohne Verzug zur Heimkehr entschlossenen Abenteurer plötzlich Herren ein und brachen bereits im Frühjahr des nächsten I eines schönen und großen Furstenthums geworden. Jahres nachdem ein mit ihnen verbundener Trupp Viele heiratheten die Wittwen und Tochter ihrer am . Türken aus Anatolien nach seiner asiatischen Hei- Cephisius erschlagenen Gegner. Die ^atalomer matb friedlich und mit reichem Beute-Antheil zurück- I bildeten aber von jener Zeit an unter dem Namen gekehrt war, durch Macedonien, die Schluchten des „der großen Gesellschaft" eme Rauberrepuolik in O r mpo?, und durch das Gebiet des Herzogs von Attika und Böotien. Aus Mangel eines zur Fuhrer- NeAatras ziehend nach Böotien auf. Dort er- schäft geeigneten Mannes boten die Catalonier ihrem richteten die Catalonier an den Ufern des Cephisius Kriegsgefangenen, Roger Deslan, den Oberbefehl ein verschanztes Lager zur Aufnahme ihrer Weiber, I an, welcher ihn auch übernahm. Cr erwählte die von Kinder Greise und Schätze. Walther von Brienne Nicolas de Saint-Omer prachtvoll gebaute und nach kam hier zu ihnen, ließ ihnen einen zweimonatlichen ihm genannte Burg von Thchen zu seiner Residenz Sold vorausbezahlen und begann sofort die Feind- und zum Sitze des aus zwölf Mitgliedern bestehenden seliakeiten gegen die ihm verwandten und früher ver- Regierungs-Senats. Er übte als Nachfolger der kündeten Fürsten von Arta und Neu-Patras. Er alten Landesherzoge sammtliche mit dem Throne nahm ihnen mit Hülse der Catalonier dreißig Kastelle verbundene Rechtsame aus, verlieh Lehen und Adels- ab^und nöthigte sie in kurzer Zeit zu einem für patente, forderte Huldigung und Tribut von allen ihn Iwrtbeilbasten Frieden. Anstatt aber den Cata- I außerhalb des alten Herzogthums belegenen Landern äMWi Ä waren, dm nnb Md», brach und schloß Staat««,-»,- mit bedungenen Sold für die vier übrigen Monate zu den umliegenden Gewalthabern, besonders aber nut rablen wählte Walther von Brienne 500 der Vor- I den Byzantinischen Strategen von Mistra, gegen ic uebmsten jener Freibeuter, (200 Reiter und 300 Franken von AchM und gegen die Fürsten von Fußgänger) aus, gab jedem derselben Erbländereien | Tarent und Neapel, die Todfeinde dieser illegitimen zu Lehen und befahl den Uebrigen, ohne irgend eine weitere Vergütung sofort seine Staaten zu verlassen. Als die Fremdlinge zu gehorchen sich weigerten, warb der Herzog aus seinen athenäischen und the- banischen Lehensleuten, denen er auch noch Türken und andere Söldlinge zugesellte, ein Heer von 8000 Mann zu Fuß und 6400 zu Pferd, um die Aben- teurer mit Waffengewalt von feinem Boden zu ver- treiben. Auch schlossen sich auf Walthers Einladung noch viele französische, in Morea wohnende Ritter dem Zuge gegen die gefürchteten Catalonier an. Diese, nur 7500 Mann stark, verschanzten sich an den Ufern des Cephisius und zogen auf dem Felde, ido sie mit Recht den Angriff vermutheten, eine Menge Gräben, welche die ganze Ebene in einen für Reiterei ungangbaren Moorgrund verwandelten. Auch erklärten die 500 von Walther belehnten Catalonier dem Herzog unverholen, daß sie gegen ihre Freunde und Waffenbrüder nicht kämpfen, sondern gemeinsame Sache mit denselben machen würden, Negierung. Von allen Ländern des Herzogthums Athen waren der Wittwe und dem unmündigen Sohne des Herzogs Walther von Brienne nur Nauplion und Argos geblieben; die „Gesellschaft" verlangte von Walther von Fougerolles, dem Statthalter von Argos, Uebergabe und Huldigung und bemächtigte sich, als ihr diese verweigert ward, des offenen Theiles jener Länder. Schrecken und Verwüstung ging den Ecoberungszügen jener Abenteurer voraus, und weder die Aufforderungen und das Einschreiten weltlicher Herrscher, noch die Bannstrahlen des Papstes geboten den Cataloniern Einhalt. Erst als sich im Jahre 1326 die „große Gesellschaft" unter den Schutz der Könige von Sicilien aus dem Hause Arragon stellte und durch königliche Statthalter regiert wurde, erfuhr deren entsetzliche Kriegsführung, die auf ganz Morea mit eisernem blutigem Drucke aemeinfame Sache nur oenjeiveu «w.. .vulut.., , gelastet hatte, einige Milderung. Trotzdem war ihr wenn der Herzog seine ungerechte Gesinnung nicht Gebühren unwahre 1331 noch so verrucht, daß der ändere * Me Drohung, auch sie daun ebenso wie Erzbischof Wilhelm vonParas aufbie Aufforderung X“»Ä< !° MOTbeta, war b« des Papst.« Johann XXL b-n Bannslrahl ,-gen Smoft« Antwort. Der Kampf, ber in ber Mitte die „hartnäckigen Ketzer und Pan« von Athen des Frühlings stattfand, und in dem gleich zu Be- schleuderte, ja sogar einen Kreuzzug gegen sie predigte, ainn die Türken, aus Furcht nach einem etwaigen Jndesien vermochte dieser, den Walther von Brienne, Sieae von dem treulosen Walther gleich den Cata- der Sohn des letzten Herzogs von Athen führte, da lonimi behandelt zu werden, zu den Freibeutern sich die Catalonier auf einen Vertheldigungskrieg