rissen ihn vom Knütteln so iuv rr verschiedene» ruch des rechten h eines heran« ! Räuber, und stefährtes konnte es zurücklegen? n Tone innigster regationssekretär haben", sagte id erregt einen glaube, Mitter- rließ, aber wir Haltung vertieft, früh aufbrach l Sohr niemals n er ausfährt?" ort; „ich weiß, macht, selbst zu r Stunde heim- nnen Domestiken es Ueberfalle» ?" ist ein ausge- ner Roffelenker, nie Zügel handaller Sportsmen unerwartet ge- die Zügel ganz er das Pferd in ne Räuber viel- nindestens aber koffes entronnen fetzung folgt). L für gemeinnützige Haushalt und (3fr . E. Jacobsen (Ä lebergerstratze 26). on Nr. 4, 1886: von Koks-Abfällen incip der Kälteer- t-Reichs-Lampe. — Staubexplosionen, mpfindlichkeit von :l des Pfeifenthans in. — Erkennung landen. — Gerbe- ichse. — Verhinderer Leuchtgasberei- - Schreibtafelcom- rtickstoffbestimmung chlose Abortanlage . — Bakusine. — — Kupferoxhd- tziietzener Aamilienblätler. Belletristisches Beiblatt zum Gießener Anzeiger. 15. Donnerstag. den 4. Februar. 1886. Gin Spiet des Iufasss. Roman in drei Bänden von Ewald August König. (Fortsetzung). Siebentes Kapitel. In der eigenen Schlinge. Die Mittheilungen, die Katharine ihrer Herrin gemacht hatte, erwiesen sich als völlig richtig. Dor« war noch nicht lange von ihrem Besuch bei dem Beamten heimgekehrt. Sie hatte kaum Zeit gefunden, ihre Magd zu unterrichten, als auch die Gesellschafterin sich wieder einfand. In der unbefangensten Weise berichtete Ernestine über ihre Ausgänge; sie hatte einige Einkäufe gemacht, die »on der Magd gegen drei Uhr abgeholt werden sollten. Dora gab ihre Einwilligung; sie kam auch dem Wunsche ihrer Gesellschafterin nach und beauftragte selbst Katharine, jenen Ausgang zu machen. Sie hatten sich eben zu Tische gesetzt, als auch das anonyme Schreiben eintraf. Dora mußte, als sie es gelesen hatte, sich gestehen, daß fie ihm vollen Glauben geschenkt haben würde, wenn sie nicht gewarnt worden wäre. Sie sah, wie scharf Ernestine sie beobachtete; es fiel ihr schwer, Unbefangenheit zu heucheln, während sie am liebsten dem mühsam verhaltenen Zorne in scharfen Worten Luft gemacht hätte. Sie mußte mit Ernestine über den Inhalt des Briefes berathen, wie der Beamte es ihr angerathen, gewissermaßen »orgeschrieben hatte, und diese erklärte ohne langes Bedenken, daß man der Aufforderung Folge leisten müffe. Sa wurde denn ein Wagen bestellt, und mit innerlich wachsender Unruhe erwartete Dora nun die kommenden Dinge. Zwei Uhr hatte es längst geschlagen, Ernestine sprach schon davon, daß man nun bald aufbrechen müffe, da der Schreiber des anonymen Briefes jedenfalls auf pünktliches Erscheinen rechne. „Er wird warten, bis wir kommen", erwiderte Dora, die auf jedes Geräusch horte, das draußen sich vernehmen ließ; „übrigens haben wir auch noch Zeit genug, der Wagen bringt uns rasch zur Stelle. „Der Wagen könnte sch»n hier sein! Uebrigens muß nun auch Katharine ihren Weg antreten —" „Geduld!" sagte D»ra mit einem schwachen Versuch, einen scherzhaften Ton anzuschlagen. ,,Du bist doch sonst so ruhig und gelassen, weshalb jetzt diese Unruhe und Aufregung?" Sie hatte sich erhöben, in rastlosem Auf- und Niederwandern suchte sie die eigene Unruhe z« be- meistern; sie sah den tückischen Blick nicht, mit dem Ernestine sie beobachtete. „Ist diese Erregung nicht begreiflich?" fragte die Gesellschafterin. „Wir stehen nun endlich vor der Lösung des dunklen Räthsels, die wir so lange vergeblich gesucht haben; ist da die Besorgniß nicht natürlich, diese Lösung könne abermals uns entgehen?" „Dann wäre der Schreiber des Briefes ein Betrüger !" „Wir haben keine Bürgschaft dafür, daß er es nicht ist! Da kommt der Wagen!" fuhr Ernestine lebhaft fort, „beeilen wir uns, Katharine soll nun auch gehen, damit sie wieder hier sein kann, wenn wir heimkehren." Twra heftete den Blick voll fieberhafter Erwartung auf die Thüre, sie hatte zwischen dem Rollen der Wagenräder ein anderes Geräusch vernommen, das sie von dem Eintreffen der Beamten unterrichtete. Die Thür wurde geöffnet, Katharine ließ zwei Herren ein, den Criminalbeamten und einen Fremden. „Ich habe die Ehre, Ihnen Mister Smith aus London vorzustellen", wandte Michel sich zu Dora, ohne von der Bestürzung ihrer Gesellschafterin die mindeste Notiz zu nehmen. „Sie erinnern sich, gnädige Frau, daß ich in London einen Freund der grauen Dame kennen lernte, der mir versprach, mich hier besuchen zu wollen." „Außerordentlich angenehm", erwiderte Dora, indem sie die Herren durch einen Wink einlud Platz zu nehmen. „Ich halte mich in Deinem eigenen Jntereffe verpflichtet, darauf aufmerksam zu machen, daß wir keine Minute länger zögern dürfen", sagte Ernestine ungeduldig. „Madame Hennig, nicht wahr?" fragte der alte Herr lächelnd. „Wollen Sie mir gütigst erklären, welcher Art die Beziehungen sind, die das innige Verhältniß zwischen Ihnen und Herrn Sonnenberg begründen?" Der stechende Blick Ernestines wurde starr, die schmalen fest aufeinander gepreßten Lippen zuckten krampfhaft, sie wußte jetzt schon, daß Alles verrathen und verloren war. Der Zorn bäumte sich mächtig in ihr auf, sie wollte diesen Kampf, den man ihr anbot, durchirr Gießen. 58 ft rupfen und jede Waffe, die ihr zu Gebote stand, dabei benutzen. „Söer sind Sie und was berechtigt Sie zu dieser Frage?" erwiderte sie, das eckige Haupt trotzig zurückwerfend. „Ich glaube, es ist rathsam, Ihnen reinen Wein einzuschenken", fuhr Michel ruhig fort. „Wer ich bin? Ein Geheimbeamter der Crimiualpolizei. Und was mich zu dieser Frage berechtigt? Eine geheime Unterredung, die Sie gestern Abend mit Sonnenberg hatten und deren Inhalt wir Wort für Wort kennen. — Bitte, bemühen Sie sich nicht, Sie werden dieses Zimmer nicht verlassen und sich ruhig verhalten." Er hatte ihr mit einer raschen Wendung den Weg abgeschnitten, als sie hinauseilen wollte; seine entschlossene Haltung, mit der er jetzt dicht vor ihr stand, ließ sie erkennen, daß es vergebliche Mühe sein würde, ihn überlisten zu wollen. „Sie werden hier bleiben und das Weitere abwarten," nahm er wieder das Wort und seine Stimme klang jetzt scharf und drohend; „hören Sie wohl auf meine Warnung, Sie würden es bitter bereuen, wenn Sie diese gering achten wollten." „Und das ist Dein Werk, Dora?" fragte Ernestine, ihr einen haßerfüllten Blick zuschleudernd. „Ich würde mich deflen schämen —" „Schämen Sie sich Ihrer eigenen Untreue wegen!" siel ihr Dora entrüstet in die Rede. „Schämen Sie sich des Bündnisses, das Sie mit einem Verbrecher geschlossen haben." „Wer nennt Sonnenberg einen Verbrecher!" fuhr Ernestine auf. „Ich!" erwiderte Michel. „Ist auch der Mord ihm noch nicht bewiesen, so ruht doch ein dringender Verdacht auf ihm, und so nahe er Ihnen auch stehen mag, Madame, Sie werden seine Verhaftung jetzt nicht mehr verhüten können. Sobald er in dieses Haus eingetreten ist, besetzen zwei Polizeibeamte die Thür, die gemessenen Befehl haben, ihn nicht mehr herauszulassen; vielleicht hoffen Sie, ihn durch einen Schrei warnen zu können, diese List würde vollständig mißlingen und nur Ihre eigene ^Verhaftung zur Folge haben." Ernestine war auf diese furchtbare Anklage nicht gefaßt gewesen. Die Erinnerung an die graue Dame stieg in ihrer Seele auf — der Herr aus London war jedenfalls gekommen, um die Schuld Sonnenberg's zu beweisen, kraftlos, einer Ohnmacht nahe, sank sie in einen Sessel nieder und ihr glühender Blick ruhte voll Entsetzen auf dem ernsten Antlitz des alten Herrn, in dessen Zügen sie kein Erbarmen las. Sie hörte, daß der Wagen, der vor dem Hause gehalten hatte, abfuhr, noch einmal durchzuckte sie die Hoffnung, daß es ihr gelingen könne, ihren Verbündeten zu warnen und zu retten. Sie wollte ans Fenster eilen und hinausrufen, er war vielleicht schon in der Straße, aber als sie von ihrem Sitz emporsprang, umklammerte die Hand des Beamten ihren Arm.mit so festem Druck, bai ie einen leisen Schmerzensruf nicht zurückdräng-, konnte. „Ich rathe Ihnen noch einmal, geben Sie sich keine Mühe", sagte er, „Sie würden nur sich scH vmpromittiren. Das verabredete Zeichen ist g» geben, die Gardine am Fenster Ihres Schlafzimmer! niedergelassen, die alte Magd mit dem Wagen fort gefahren — bitte, ich sage es Ihnen jetzt zu» letzten Mal, bleiben Sie ruhig sitzen, wenn Sie mich nicht zwingen wollen, Sie zu fesseln." „Das bieten Sie mir? Einer Dame?" sch Ernestine aus und der Blick, den sie ihm zuschleudert!, würde ihn zerschmettert haben, wenn er die Knast eines Blitzstrahls besessen hätte. „Das biete ich jeder Helfershelferin eines Vn brechers", erwiderte er gemessen, „gleichviel, ob fit eine Dame oder eine Dienstmagd ist. Sie hab« meine Frage noch nicht beantwortet, was ist Ihm Sonnenberg? Haben auch Sie unter falschem Name- heimlich geheirathet?" „Wie kommen Sie auf diese Vermuthung? fragte sie gereizt. „Ich bin eine geborene Sonnet berg." „Mir nannten Sie aber einen anderen Namm sagte Dora. „War ich denn verpflichtet, Ihnen in alle Dingen die Wahrheit zu sagen? Sie würden's friii genug erfahren haben, wenn Sie die Frau meint; Bruders geworden wären, nur dies allein war be: Zweck, den ich verfolgte. Weder vor dem Gesetz noch vor der Moral kann dieser Zweck verurtheili werden — " „Und als Sie erkannten, daß die Erreicht« dieses Zweckes nicht mehr in der Möglichkeit lag, da verabredeten Sie mit Ihrem Bruder Einbruch und Raub, um auf diesem Wege ihm das Vermöget einer Dame zu verschaffen, die Ihnen ihre Fremd schäft und ihr Vertrauen geschenkt hatte!" nnterbroi Dora sie verächtlich. „Also Ihr Bruder?" sagte der alte Herr, bei jede Bewegung der Gesellschafterin mit scharfen Blicke beobachtete. „Und Sonnenberg ist in bei That sein wirklicher Name?" „Weshalb zweifeln Sie daran?" fuhr Ernest« wieder auf. „Weil er in London John Brighton hieß." „Das glaube ich nicht, es muß ein Jrrthm sein. Und es ist auch nicht Alles wahr, was mau von ihm geredet hat." „Sie wissen wohl nicht, daß er in England gewesen ist, unterbrach der Beamte sie. „Natürlich, werden Sie behaupten, von der Vergangenheit Ihres. Bruders keine Ahnung zu haben —" „Weshalb sollte rch das behaupten? Was ich; von ihm weiß, das macht ihm keine Unehre, und, wenn hier kein Raub verübt wird, so kann Wj Niemand bestraft werden." | „Das war deutlich gesprochen!" spottete Mich«' „Sie bedenken Alles, sind auf Alles vorbereitet Sie trö wird's fürchte bitter g< für lanc mannes Wie! aus den „We sollten, aber in alten H „St schellen, Ern hatte eb vernomi wenn e< auszusto schlimm Und ihren S der offe seine H ©01 sein Bli er doch „B „Der I Ihrer । ©01 mit sein er auch Mii auf der „D Warte „Was wegs u ich kam wandte offen - Er gefaller und bi „unb unb zi sekrete „t 59 Hem Druck, baj ht zurückdräng» , geben Sie sfi en nur sich scltz Zeichen ist ge> es Schlafzimme« bem Wagen fort Ihnen jetzt zm l, wenn Sie mich n." ;r Dame?" sch ihm zuschleudech enn er die Kraj lferin eines Vn .gleichviel, ob f« ist. 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Wieder traf ihn ein glühender haßerfüllter Blick aus den grauen Augen Ernestine's. „Wenn Sie diese Schmähung verantworten sollten, so würden Sie es nicht können!" sagte sie, aber in demselben Moment legte sich die Hand des alten Herrn fest auf ihre Lippen. „Still", flüsterte er. „Denken Sie an die Handschellen, ich scherze nicht." Ernestine ergab sich in das Unabänderliche, sie hatte ebenfalls das rasche Oeffnen der Corridorthür vernommen, die Warnung kam nun zu spät, selbst wenn es ihr möglich wurde, einen lauten Schrei auszustoßen, durch den sie nur die Sachlage ver- fchlimmerte. Und doch entrang dieser Schrei sich unwillkürlich ihren Lippen, als Theo Sonnenberg im Rahmen der offenen Thür erschien und der alte Herr nun feine Hand von ihrem Munde zurückzog. Sonnenberg war erschreckt stehen geblieben, als fein Blick auf die zahlreiche Gesellschaft fiel, während er doch in diesen Räumen Niemand erwartet hatte. „Bitte, treten Sie näher", sagte der Beamte. „Der Rückweg ist Ihnen abgeschnitten. Sie sind in Ihrer eigenen Schlinge gefangen." Sonnenberg begriff augenblicklich die Situation, mit feiner Geistesgegenwart, die er nie verlor, hoffte er auch diesmal sich zu retten. Mit hocherhobenem Haupte, ein trotziges Lächeln auf den Lippen, trat er ein. „Dürfte ich um eine nähere ^Erklärung dieser Worte bitten?" fragte er mit scharfer Betonung. „Was reden Sie von einem Abschneiden des Rück- wegs und meiner eigenen Schlinge? Gnädige Frau, ich komme, um von Ihnen Abschied zu nehmen", wandte er sich zu Dora, „ich fand die Thür draußen offen —" Er brach ab, fein Blick war auf Mr. Smith gefallen, der hinter der Portiere heroortrat. (Fortsetzung folgt.) Wach Hohem Ziel'. Novelle von Moritz Lilie. (Fortsetzung.) „Ohne Zweifel ist die Anzeige bereits erstattet und die Untersuchung im Gange?" fragte der Baron, „und hoffentlich gelingt es, die Uebelthäter zu fassen und zur Strafe zu ziehen. Hat man den Legations- frkretär auch beraubt?" „Ohne Zweifel, obgleich davon im Briefe nichts steht", erwiderte Jener, „denn welchen anderen Zweck, als sich in Besitz von Geld und Werthfachen zu setzen, sollte der Anfall sonst gehabt haben! Es ist der Fluch aller großen Städte, daß sich gerade dort das verworfenste Gesindel zusarnrnensindet, um auf Kosten der Gesetz und Ordnung liebenden Claffen mit List oder Gewalt seinen Unterhalt zu suchen." „Fahren wir bei Herrn von Sohr vor, Papa, um ihm" unsere Theilnahme zu bezeigen?" rief das junge Mädchen sich erhebend. „Versteht sich, liebes Kind, thun wir das, wenn wir auch schwerlich Zutritt zu ihm finden werden", meinte der alte Herr. „Sie aber, bester Rauschen- dorff, halte ich beim Wort, Sie werden Ihre Recon- valescenz bei uns beenden." Sie verabredeten sich, und bald darauf fuhr der Wagen des Barons in scharfem Trabe die Straße entlang der Wohnung des Ueberfallenen zu. Während Herr von Eschenheim und seine Tochter sich in der Hauptstadt befanden, sprengte ein Reiter auf der Straße gegen die Villa des Barons, hielt dort fein Pferd an, stieg ab und warf dem herbeieilenden Diener die Zügel zu. „Die Herrschaft zu sprechen?" fragte er, ohne den ehrerbietigen Gruß des Lakaien zu erwidern. „Der gnädige Herr und das gnädige Fräulein sind vor einer Stunde nach der Stadt gefahren", berichtete der Gefragte, „nur die Frau Baronin ist anwesend." L r Der Angekommene nickte mit dem Kopfe, als wisse er das längst. „Melden Sie mich bei der gnädigen Frau", befahl er, „und fügen Sie hinzu, ich wünsche sie in einer Angelegenheit zu sprechen, die sie persönlich sehr nahe berührt." Der Domestik verbeugte sich und cute davon, nachdem er das Pferd einem herbeigekommenen Stallburschen übergeben hatte. Der Fremde machte einen kurzen Gang durch den Garren. Wenige Minuten später trat der Diener wieder heran. ,, _ „Die gnädige Frau fühlt sich sehr unwohl, sie läßt Herrn von Brehmer bitten, ihr ein anderes Mal die Ehre zu geben", sagte er. „Die Angelegenheit leidet keinen Aufschub, und ich werde die gnädige Frau nur kurze Zeit in Anspruch nehmen", entschied der junge Mann, „sagen Sie das der Frau Baronin." Der Lakai entfernte sich zum zweiten Male. „Sie belieben mir die Thür zu zeigen, Frau von Eschenheim, eine bequeme Manier, sich unliebsamen Besuch vom Halse zu halten!" flüsterte er zu sich selbst, indem er mit der Reitgerte einen Schlag in das Laubwerk der Kastanie führte, an welcher er vorüberschritt, daß die getroffenen Blätter langsam zur Eide herabfielen. „Jetzt oder nie muß meine Angelegenheit zum Austrage kommen, lassen Sie sehen, ob Sie bann noch den Muth besitzen, mich aus Ihrer Nähe zu verbannen." „Die gnädige Frau erwartet Herrn v. Brehmer", 60 berichtete der zurückkehrende Lakai, während es um die schmalen Lippen des jungen Mannes wie unterdrücktes Hohnlächeln zuckte. Es war ein reizendes, luxuriös ausgestattetes Boudoir, in welchem die Dame den Besucher empfing. Die himmelblaue Tapete war mit Silber- leisten decorirt, und an der Decke befanden sich künstlerisch ausgeführte Blumen und Fruchtstücke in bunter Malerei. Die Polstermöbel zeigten Sammetüberzüge von der Farbe der Tapete, während ein zierlicher Damenschreibtisch und ein kleiner, mit kostbar eingebundenen Büchern angcsüllter Schrank aus geschnitztem Jacarandaholz bestanden. Ein Marmortischchen mit vergoldeten Füßen war mit einer Menge feiner Nippsachen aus Silber und Meißener Porzellan bedeckt, und auf dem ovalen, mit gestickter Decke belegten Tische stand eine Vase mit einem Strauße frischer Rosen. Der dicke persische Teppich, welcher den Fußboden des Zimmers in seiner ganzen Ausdehnung überzog, machte auch den leisesten Schritt des Fußes unhörbar, und die schweren Vorhänge von blauem Atlas, welche über den feinen Spitzengardinen angebracht waren, dämpften das grelle Licht der Sonne, die ihre Strahlen fast senkrecht vom wolkenlosen Himmel herabsandte. Die vornehme Eleganz des Zimmers mit seiner kostbaren Ausstattung an Möbeln, Gemälden und Sculpturen srappirte für den ersten Augenblick, dem seinen Geschmack aber mußte dieselbe als zu überladen, zu ausdringlich prunkvoll erscheinen. Die Frau vom Hause hatte in halbliegender Stellung eine Ottomane eingenommen und den Kopf rückwärts in die weichen Kissen gedrückt. Ein dunkles Kleid umschloß die hohe, hagere Gestalt, welche diese Farbe nur gewählt zu haben schien, um den Ausdruck des Schmerzes, der auf ihren Zügen lag, zu erhöhen. Dem unbefangenen Beobachter freilich mußte es scheinen, als sei die Falte zu beiden Seiten des Mundes weniger eine Folge körperlichen Leidens, als vielmehr des Gefühls unbegrenzten Hochmuthes, kalter Selbstüberschätzung, die gewohnt ist, gegen Niemanden besondere Rücksichten zu nehmen, wohl aber für sich selbst die zarteste Auf- merksamkeit zu fordern. Als der junge Mann eintrat und sich verbeugte, verharrte die Baronin noch einige Augenblicke in ihrer bisherigen Stellung, dann hob sie langsam den Kopf empor und erwiderte leise den Gruß. „Es muffen sehr gewichtige Gründe sein, Herr von Brehmer, die Sie bestimmten, meinem Wunsche, mir Ruhe zu gönnen, kein Gehör zu geben", sagte sie in unverkennbar pikirtem Tone, mit der Hand auf einen Sessel deutend, den Besucher zum Platznehmen einladend. „In der That, gnädige Frau, betrifft es eine Angelegenheit von großer Wichtigkeit, sowohl für Sie, als noch mehr für mich und Ihre Fräulein Tochter", erwiderte Jener, sich der Dame gezontber setzend. „Meine Tochter?" fragte die Baronin mit wirl lichem Erstaunen, indem sie sich bis zu sitzende- Stellung emporrichtete, „meine Tochter? — I« welchem Zusammenhänge steht die mit Ihrem Be- 6 Nr. 16. Literarisches. ein professi bekennt der Verfasser in der Vorrede als sein redliches Wollens gangen Hal und daß er dies vollständig vermocht und erreicht hat, ist ein? /f$gin j Kaiser Wilhelm und die Gründung des neuen Deutschen Reichs. 1797—1885. Von Prof. Dr. Gott lob Egelhaaf. 1.—20. Tausend. 13 Bogen mit Portrmt. Preis geh. M. 1—, geb. M. 1.50. Verlag von Carl Krabk in Stuttgart. — Die Heldengestalt unsers deutschen Kaisers — wie mannigfach ist sie in Reim und Prosa schon seinem Volke gezeichnet und geschildert worden. So sicher und fest, so klar und anschaulich in allen verschieden Lebensepochen, st tief verstanden in ihrem Zusammhang mit der Geschichte des Volkes — namentlich auch in solchen Perioden, die immer noch „von der Parteien Haß und Streit bewegt" sich in wechselnden Lichte uns darstellen — und der Geschichte des Reiches, so vietätvoll und so objektiv, so warm aus bei Gegenwart heraus, und schon so historisch fern und gerecht- wohl noch nie. Sich frei zu halten von allem „Byzantinismus Haupteigenschaft des Buches, eine Eigenschaft, die man ihm allerorten nachrühmen wird. Das Bild unseres Heldenkaisers — es braucht nur treu und klar gezeichnet zu sein, um groß und herrlich zu erscheinen; und wie schlicht und einfach wird uns hier der Mann vorgeführt, -wie tief und eingehend das Wirken des Fürsten uns geschildert! Gewiß ist gerade dies Kaiserbuch dazu angethan tief einzuwurzeln in dem deutschen Volk und vor Allem die deutsche Jugend den deutschen Kaiser verstehen zu lehren — verstehen heißt hier verehren. suche?" . . . „Diese Frage überrascht mich einigermaßen, gnädige Frau, denn Ihrem Scharfblick ist er un- möglich entgangen, wie sehr ich mich für das gnädijt Fräulein interessire, wie mich schon ein Blick am ihrem sanften Auge, ein Wort von ihrem Mundt glücklich macht! Ja, Frau Baronin, ich bin gt- kommen, um Ihnen zu gestehen, wie theuer mir Liesbeth geworden ist, wie ich sie liebe nut aurr leidenschaftlicher Gluth, wie ich fühle, daß ich ohn, sie nicht leben kann, nicht leben mag. Ich muß ei endlich aussprechen, gnädige Frau, wenn mich nicht die Ungewißheit tiibten soll, denn von Ihren Lippe» erwarte ich mein Urtheil, in Ihrer Hand ruht bit Entscheidung, ob das höchste Lebensglück, da» ich zu hoffen wagte, oder die bitterste Enttäuschung, bit jemals einen Sterblichen betroffen, mein Laos sei» wird." Ter Eifer und eine gewisse Hast, mit welcher er das sagte, hatten ihm die Wangen geröthet, während Liesbeths Mutter ihm mit wachsender Verwunderung zuhörte. Aber je länger Jener sprach, um so stärker trat der kalte, stolze Zug in ihrem Gesichte hervor, um so erregter peitschte ihre schmale, Hand mit der Quaste, welche die Ottomane zierte den himmelblauen Polster derselben. (Fortsetzung folgt). E Roman in „Sie k, fragte der । kommen, u zu erkundig „Sie i der auch j wiedergefun berg, und i mal begegn „Ich ir einem Jahr vor Kurzei Flusse gezoi „Der . Sonnender! geben, ihm die Polizei! „Das < Rache, die die es raik läge zu un wurf darai Schwester belauscht fy nun —" „Genul „Wir habi können, un suche Sie, Corridorthi Sie jedenf Ebenso wü wollene Ta lassen wolli Häuslern c „So bewei verübt wer Polizeispioi versolgen 6 nich dama änderin er „Daß Redaction: A. Scheyd'a. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.