tu. 205 Erster Blatt (75. Jahrgang Montag, 3(. August 1925 Erscheint täglich, nutzer Sonru und Feiertag». Beilagen: (SietzenerFamittenbläUer Heimat im Bild. monaU'Be}eg»preis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Träger lohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundDeschästsstelle5l. Anschrift für Drahtnach. richten: AnjeigerLiehen. pastfcheoHonte: Sranffurt a. M. 11686^ GichenerAnzciger General-Anzeiger für Oberhefsen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfitäl5-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Liehen. Schriftleitung und Gefchäftrstelle: Schulftrahe 7. Annahme von Anzeigen fürdie Tagesnummer vi» zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichkeit^ Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpsennig; für Ne. Klame-Anzeigenv 70mm Breite 35 Goldpsennig, Platzvorschrift 20° ,Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Diumschein,fürdcn Anzeigenteil: Hans Deitz, sämtlich in Dietzen Oesterreich zum Reich. Anschlußkuudqebuug deS österreichisch- deutschen Volksbuudes in Wien. Wien, 30. Aug (WLB> Unter überaus zahlreicher Beteiligung fand anläßlich des Besuche- des österreichisch-deutschen Bolk-bunde- heute mittag eine Kundgebung statt, die dem Anschluhwillen de- überwiegenden Teiles der Bevölkerung und der Gäste au- dem Reich machtvoll Ausdruck gab. 3n der groben DollShalle des Rathauses sprach zunächst Reichstagspräsiden tLöbe über die politischen Aufgaben, die zur Erreichung des ange» flrebten Zieles zu lösen seien. Wir Horen aus Frankreich den Einwand, dab unsere Bestrebung die Wiederauslebung von Imperialismus und AnnexioniSmus sei. R i ch t S dergleichen ist es, waS wir verlangen. Wenn ein Volk die Rück- kehr zum Mutterlande will, dann ist daS keine Annexion, sondern das ist allererstes Menschenrecht der Böller. Für die Erfüllung unserer Wünsche und unseres nationalen Rechts kennen wir keinen anderen Weg, als den über den Dölkerb u i^d, welcher nach dem Vertrage von St. Germain ausdrück, lich zur Entscheidung über die zukünftige staatliche Gestaltung Europas berufen ist. Die Erfüllung unserer Ansprüche wird auch die w i r t- schastlichen Verhältnisse bessern. Die Friedensverträge haben hier einen Rumpf» st a a t zurückgelassen. der keine Aussicht hat, lebensfähig zu sein. Alle künstlichen Sanierungen haben sich als untauglich oder als nur eine vorübergehende Hilfe erwiesen. Ein Blick in das Gutachten der österreichisch-deutschen Ar- deitsgemeinschost zeigt, dast es auch wirtschaftlich keinen anderen Weg gibt, als den, der uns Deutsche in einem groben Reich zusammenführt. Es ist manchmal gesagt wordeiu dab unsere An- schluhforderung eine künstliche Mache der Regierung sei. Rein! Das ist nicht der Fall! 'Die heutige Kundgebung ist von keiner Regierung gemacht. Sie entspricht dem Willen und dem Bedürfnis des Bolkes selbst. WaS dieser Krieg auch den Tschechen, Polen und Serben gegeben habe, das soll man dem deutschen Bolk auf die Dauer nicht vorenthalten können. (Stürm. Beifall.) Weitere rcichsdeutsche und österreichische Redner verschiedener Parteien ergänzten dann die Ausführungen des Vorredners, in dem sie die geschichtlichen, kulturellen und wirtschastlichen Fragen. die den Anschluß ersorderten, im einzelnen behandelten. Die wirtschaftlichen Gründe wurden besonders scharf unterstrichen. RachSchluß der eindrucksvollen Anschlustlundgebung wurden die deutschen Gäste im Festsaal des Rathauses von dem Dizebürgermeister Emmerling mit einer herzlichen Ansprache begrüßt. Hierauf waren die Teilnehmer von der Stadt Wien zu einem Essen im Kursalon geladen. Die nächsten Tage des Wiener Besuches werden neben fest» lichen Veranstaltungen besonders der Besichtigung der sozialen Einrichtungen der Wiener Gemeinde gewidmet fein. Außerdem sinden in den nächsten Lagen zahlreiche D e u tsch- land-DortrÜge statt. Die Befreiungsfeiern in Duisburg und Düsseldorf. Duisburg, 31. Aug. (LU.) Zur gestrigen offiziellen Desreiungsscier prangte die Stadt im Flaggenschmuck Für Groß-Duisburg sanden die Festakte ans dem Königsplah vor dem Stadt- theaier, auf dem Marktplatz in Duisburg-Mei- derich und auf dem Reuen Markt in Duisburg- Altstadt statt. Die Hauptfeier war die vor dem Stadttheater, bei der die Musikervereinigung der Schutzpolizei Elberseld-Barmen und die Ortsgruppe Duisburg des rheinischen Sängerbundes mitwirlten. Eine unübersehbare festlich gestimmte Menschenmenge umfäumtc das weite Rechteck vor dem Stadttheater. Während des Festaktes umkreisten zwei mit Wimpeln geschmückte Flugzeuge den Festplah. Die Festrede hielt Oberbürgermeister Dr. Jarres, der u. a. ausführte: Duisburg wieder frei! Volle 53 Monate der Fesselung und Demütigung liegen hinter uns, im Wachsen und Werden der Stadt mit die herbste Episode der Duisburger Geschichte. Die Bürgerschast darf sich mit ihrer Verwaltung sagen, daß sie, von wenigen Ausnahmen abgesehen, treu und zuverläs- Hfl auf Posten gestanden hat, als es galt, über ■. Jahre in Wetter und Sturm den Rheinwall an einer sehr wichtigen Stelle zu halten. Als veramwörtlicher Gemeindeleiter danke ich meinen Mitbürgern für diese Standhaftigkeit und Treue. Nichts liegt uns ferner, als unter den Bürgern unseligen Haß zu schüren: aber auch bei einer friedfertigen Einstellung können wir unmöglich vergessen, was man uns an Unrecht anlat. Deshalb muß heute von der Leber weg, was uns belastet: Die Besetzung oon Düsseldors und Duisburg im Mär; 1921 unter dem für diesen Zweck eigens erfundenen Titel der Sanktionen war und bleibt für uns ein völkerrechtliches Unrecht. Der Einbruch in das Ruhrgebiet im Januar 1923 war und bleibt für uns im Einklang mit der Auffassung der englischen fironiariffen ein flagranter Bruch des Friedensverlrages. Es war und bleibt für uns ein Hohn auf das viel gepriesene Selbstbe- stimmungsrecht der Völker! wenn in der britischen Zeit die Besatzungsmächte eine offene Unterstützung des elenden Spiels der Se- Die Botschaft der Stockholmer Konferenz. Stockholm, 29 Aug. «LU ) Die Welt- konkerenz für praktisches Christentum veröffentlicht soeben eine Botschaft, in der es heißt Die allgemeine Konferenz der Kirche Christi für praktisches Christentum, versammelt in Stockholm und beschickt von Vertretern der meisten Kirchen aus 37 verschiedenen Völkern der alten und neuen Welt, des nahen und fernen Ostens richtet hierdurch eine brüderlich eB otschaft an alle Rachfolger Christi mit der herzlichen Ditte, sich im Gebet. Bekenntnis und Dank in Dankarbeit und Buße mit der Konferenz zu vereinen. Wir bedauern, daß nicht alle christlichen Kirchen es für nötig hielten, Einladung anzunehmen. Denn angesichts der lebenswichtigen und Weitgreisenden Fragen, mit denen wir uns zu beschäftigen haben, müssen wir eine Zusammenarbeit aller Teils der Kirche Christi erhoffen. Das Zeugnis und der Einfluß der Konferenz wären sonst unvollständig. Die Sorgen, Kämpfe und Verluste der christlichen Kirche in und nach dem Kriege haben sie zu der beschämenden Erkenntnis geführt, daß einer in sich uneinigen Christenheit gegenüber die Welt die Uebermacht hat. Unter Beiseitelassung aller Fragen des De» kenntni-standes und der Kirchenverfassung hat die Konferenz sich das Ziel gesetzt, fick in gemeinsamer praktischer Arbeit zu betätigen. Die Konferenz ist bei alledem, so weithin sichtbar sie auch in die Erscheinung tritt, nur ein erster Anfang. Wir bekennen vor Gott und der Well die Sünden und Versäumnisse, deren die Kirche sich durch Mangel an Lieben und mitfühlendem Verständnis schuldig gemacht hat. Der Rus der gegenwärtigen Stunde an die Kirche muh deshalb ein Duhrus sein und doch auch ein Ruf zu einem freudigen Reuanfange aus der unerschöpflichen Kraftquelle Jesus Christus. Die Konferenz hat die Pflicht tfnerfannt, das Evangelium guf allen Gebieten des menschlichen Lebens zu der entscheidenden Wacht zu machen, im industriellen, sozialen, politischen und internationalen Leben. So haben wir auf dem Gebiete des wirtschaftlichen Lebens uns dazu bekannt, daß die Seele der höchste Wert ist, der den Rechten des Gesetzes oder dem Mechanismus der Industrie nicht untergeordnet werden darf und daß die Seele das Recht auf ihre Rettung hat. Wir kämpfen deshalb für eine freie und vollkommene Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit. 3m Rainen des Evangeliums haben wir von neuem betont, daß die Industrie sich nicht gründen darf auf den bloßen Wunsch nach persönlichem Gewinn, sondern daß sie a l s e i n D i e n st an der Gemeinschaft, das Eigentum als ein anvertrautes Gut anfehen muß, für*bie wir Gott Rechenschaft schuldig sind. Zusammenarbeit muß an die Stelle einer selbstsüchtigen Konkurrenz treten. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen in die Lage verseht werden, ihren Anteil an der Industrie als Erfüllung ihres Berufes anzusehen. Wir haben alsdann die moralischen und sozialen Fragen behandelt: Wohnungsnot. Arbeitslosigkeit, älnsittlichkeit, Ab- koholmißbrauch und Verbrechen. Wir sind da zu der Erkenntnis geführt worden, daß diese schweren Probleme nicht aus der Kraft des Einzelnen wirllich gelöst werden können, sondern daß die G e f a m t he i t die Verantwortung hierzu übernehmen und eine soziale Kontrolle über die individuellen Handlungen insoweit ausüben muh, daß sie in jedem einzelnen Teile für das Allgemeinwohl notwendig -ist. Wir haben uns auch mit dm Fragen beschäftigt, welche aus einer höheren Wertung der grau, des Kindes u n u des Arbeiters auf dem Gebiete der Erziehung, der Familie und des Berufes flammen. Die Kirche soll nicht für die Rechte deS Individuums als solchem, wohl aber für die Rechte der sittlichen Persönlichkeit eintreten, für alles, was die Menschheit reicher macht durch die vollständige Entfaltung jeder einzelnen Seele. paratisten förderten, die auch in unserer Stadt den Separatistenspuk mit sich brachte. Aus der Leidensstatistik unserer Stadt muh noch hervorgehoben werden, daß 1309 wackere Beamte mit 5921 Familienangehörigen durch feindliche Willkür ausgewtesen und von Haus und Hof vertrieben wurden Aber unsere Freude über die ttnebcrcrlangte Freiheit wollen wir uns durch diese bittere Erinnerung nicht nehmen lassen. Sind tmr nun frei, wirllich frei? So fragen wir uns heute und wir müssen antworten: Rein, wirllich frei sind wir erst dann, wenn das Rheinland von der fremden Besatzung befreit ist. So grüfjen wir in der köstlichen Stunde der Freiheit ganz Deutschland mit dem Rus. linier liebes deutsches Vaterland hoch! hoch? hoch: Begeistert stimmte dte Festversammlung ein und fang entblößten Hauptes beä Deutschlandlied Mit dem Attnteder- ländischen Dankgebet unb dem Fridericus Rex- Marfch war der Festakt beendet. Die Feiern in Weiderich und Ruhrort nahmen einen ähnlichen Verlauf. Auch Düsseldorf veranstallete am Sonntag eine Defremngsseier, diesem Ernst der Zett angepaht war. Die Freude der Bevöllerung fand ihren Rieder- schlag in einer Kundgebung, wie fie Düsseldorf feit Kriegsbeginn nicht mehr gesehen hat. Der Wir Haden die für die internationalen Beziehungen maßgebenden christllchen Gedan. ken durchberaten. die von völlischer Selbstverherrlichung ebensoweit entfernt find, wie von einem Massen- kosrnopolitiSrnus jedes beliebigen Landes, gleichviel welcher Bedeutung. Wir haben die B e r- pslichtung des Einzelgewissens dem Staate gegenüber betrachtet. Wir haben den universellen Charakter der Kirche und ihre Pflicht, die Bruderliebe zu predigen und auszuüben, anerkannt. Wir haben das Rassenproblem. die Frage nach Recht und Schiedsgerichtsbarkeiten. sowie nach der Herstellung einer internationalen Ordnung untersucht. die friedlichen Methoden zur Entfernung der Kriegsurfachen enthalten könnte. Fragen. welche uns in der Tragik unserer Tage so tief berühren. Wir bitten die Kirche, ein Gefühl zu haben für die Schrecken des Krieges, wie auch für feine Unzulänglichkeit für die wirkliche Lösung internationaler «Streitfragen. Wir haben nicht versucht, genau formulierte Lösungen zu geben. Wir haben auch nicht durch Abstimmungen die Ergebnisse unserer freundschaftlichen Aussprache festgelegt. Hierzu hat uns nicht nur die tiefe Achtung vor den Ueberzeugungen anderer Menschen und Gruppen veranlaßt, sondern eher noch das Bewußtsein, daß die Kirche Grundsätze und Ideale ausstellt, es aber dem Einzelnen und den Gemeinschaften überläßt, mit Liebe. Weisheit und Mut nach den Anwendungen jener Grundsätze zu suchen. Wenn aber dieses Ziel erreicht werden soll, muß die dringende Rotwendigkeit einer Erziehung anerkannt werden, und zwar sowohl einer Erziehung des Einzelnen durch die Kirche, wie auch eine Erziehung der Kirche durch Denkarbeit und Meinungsaustausch, so daß sie in den Stand gesetzt wird, in immer wachsendem Maße die christliche Gesinnung zu fördern, vom Geiste der Wahrheit geleitet. Wir richten unsere Augen auf die jungen Menschen in allen Ländern. Wir haben mit herzlicher Freude von dem Streben undRingen derIugend allerBölker um eine bessere Gestaltung des Gemeinschaftslebens gehört. Den Geist und die Frische der Jugend möchten wir voll einstellen in den Dienst des Geistes Gottes. Wir richten diese Botschaft im Rainen des Menschensohnes, im Ramen des Zimmermanns von Razareth, auch an die Arbeiter der Wett, voller Dank für alle, die heute unter den schwierigen Verhältnissen ihr Handeln durch Gottes Atem bestimmen lassen. Wir benagen die noch vorhandenen Ursachen zur Ent- sremdung und mangelndes Einvernehmen und wollen sie zu beseitigen suchen. Wir teilen ihr Bestreben nach einer sozialen Ordnung, in der durch Gerechtigkeit und Brüderlichkeit die Möglichkeit sür eine Entwicklung geschaffen wird, in der das ganze Menschengeschlecht nach Gottes WUlen gesichert ist. Unsere Konferenz ist nur ein Anfang. Wir haben uns entschieden, einen Fortsehungs- ausschuß zu bilden, der das begonnene Werk weiterführen und jener Selbsterziehung des Einzelnen und der Kirche dienen soll, die das Fundament ist für unser Urteilen und Handeln! Ausklang der Konferenz. Stockholm, 29. Aug. Heute nachmittag um 5 Uhr sand sodann in dem dichtgefüllten Fest- saal der Musikalischen Akademie unter Beteiligung aller Delegierten sowie in Anwesenheit des fron- prinzlichen Paares und zahlreicher Gäste, darunter die Dichterin Selma Lagerlös, die feierliche Schlußsitzung der Konferenz statt. Der schwedische Kronprinz eröffnete die Sitzung mit einer kurzen Ansprache, in der er seiner tiefen Befriedigung darüber Aus- druck gab, daß die Weltkonferenz für praktisches Christentum in der Hauptstadt Schweden abgehalten wurde. Die Einheit des Bekenntnisses sei keineswegs erforderlich, aber eine Bedingung fei erforderlich: aufrichtiger Geift der Brüderlich, feit. Der Kronprinz gab der Hoffnung Ausdruck, daß cs der Weltkonferenz für praktisches Christentum beschieden fein möge, zur Entwicklung der Menschheit, zum Frieden der Welt und zum guten Willen unter den Mächten beizutragen. An die mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede schlossen sich kurze DankeSworte der verschiedenen Kirchen und Länder an. Bon deutscher Seite sprach die Oberin Emma von Bunsen- Berlin, die der sesten lieber^eugung Ausdruck gab, daß sich Gott zu dem Werk der Weltkonferenz bekennen werde. Unter lebhaftem Beifall beantragte der Lordbischof von Winchester, in dem Protokoll der Konferenz den Ausdruck herzlichsten Dankes der Delegierten an den König von Schweden, an das kgl. HauS, an das Bolk von Schweden und die Bevölkerung Stockholms aufzunehmen für die herzliche Gastfreundschaft und dos hingebende Wirken für die Konferenz. Sodann widmete der Lorbischof, während dos Haus unter lebhaften Beifallskundgebungen sich von den Sitzen erhob, dem Erzbischof von Upsala. D. ©oeöerblom. dem „Führer und der Seele des Unternehmens". Worte dankbarer Berehrung und Anerkennung. Darauf ergriff Erzbischof Socderblvm das Schlußwort. Er wies mit innerer Bewegung darauf hin. daß das Große in der Weltgeschichte, wenn es ins Leben tritt, mit menschlichen Unvollkommenheiten und Kleinheiten behastet ist. Was dem Geschichtsschreiber der späteren Zeit als notwendiges Geschehen erscheint, fo führte der Erzbischof aus. das hat im Augenblick des Werdens oft den Anschein der vollkommenen Unmöglichkeit gehabt . ES muß das letzte der Kraft ingegeben werden, um das Unmögliche möglich zu machen. Trotz allem Menschlichen und Allzumenschlichen habe ich etwas von der Gröhe und Majestät GotteS empfunden. Mit einem Ehoral, der in fünf Sprachen gesungen, und einem schwedisch gesprochenen Segenswunsch sand die letzte Sitzung der Weltkonferenz ihren Abschluß. Ein Besuch in Upsala. Rachdem gestern abend die letzte Sitzung der Weltkirchenkonferenz stattgefunden hatte, begaben sich heute vormittag die Delegierten und Gäste im Sonderzug zu den Schluhseierlichkeiten nach Upsala. Die fleine Landstadt, bekanntlich der Sih des Erzbischofs Dr. Soederblvm, erwartete im Schmuck der Fahnen die fremden Gäste. Den gewaltigen Dom füllte eine riesige Menschenmenge, als um 11 Uhr die geistlichen Würdenträger aus aller Welt unter Orgelklang ihren Einzug hielten. Der greise Patriarch von Alexandrien las das uralte Glaubensbekenntnis der Christenheit .Credo Ricaeum" vor. Die Festrede hielt der Erzbischof von Upsala selbst. Wie haben wir uns gesehnt nach einem rechten Wort irnrechtenAugen- b l i ck. um der stummen Klage, dem stummen Schuldgefühl und dem ftununen Gerechtigkeitssehnen Ausdruck zu geben vor aller Welt. Das zweite, was geschehen muh. ist. daß die Christenheit in der Rachfolge des Meisters Einheit zeigt. Rach dem Gottesdienst begaben sich die Teilnehmer nach der UniDerfität, wo ein von der Universität, vom Gouverneur und dem Bürgermeister von Upsala gegebenes Frühstück noch einmal die Gäste aus der ganzen Welt vereinigte. Der Rektor der Universität begrüßte als Hausherr die Gäste. Cs folgten eine Reihe von Tischreden, unter denen die des Patriarchen von Alexandrien besondere Aufmerksamkeit sand- Der Patriarch schilderte in griechischer Sprache die Eindrücke von der Welt- konferenz, und er schloß mit einem Hoch auf das schwedische Königshaus Rach ihm sprach Univer- sitätsprofefsor Dr. Deißmann (Berlin) von dem wundervollen Zusammentlang von Wilsen- schäft und Religion innerhalb des Christentums. Marktplatz und die ihm zuführenden Straßen waren gedrängt voll Menschen. Die Stadt trug reichen F.'aggenschmuck.Der Fridericusmarsch leitete die offizielle Feier um 12 Uhr mittags ein. Ein Chor von 600 Sängern brachte mehrere Lieder zum Vortrag. Oberbürgermeister Dr. Lehr hielt vom Balkon des Rathau es aus die Festrede. Er schilderte die schweren Folgen der Besetzung und die Rot der Bevöllerung, die sich während des passiven Widerstandes besonders stark bemerkbar machte Wenn auch bei der harten Bedrückung der deutschen Wirtschaft und des ganzen Volkes lauter Jubel nicht am Platze ist, so empfindet Düsseldorf doch den Abzug der Besatzung als einen Lichtstrahl. Dr. Lehr wies auf Deutschö st erreich hin, das ein Beispiel dafür sei, wohin die Ueber- spannung fremder Lasten führen müsse. Die Erkenntnis der Verflochtenheit der getarnten Wirtschaft und der Wechfelbeziehungen müsse sich vertiefen. Wenn man vom deutschen Volke zum Ausgleich der Kriegsfolgen Leistungen schwerster Art verlangt, dann muß man auch die innen- und außenpolitischen Möglichkeiten dazu geben. Man muß es als gleichberechtigtes Glied der Gemeinschaft der Kulturvölker anerkennen. Mit dem Abfingen des Deutschlandliedes durch die Menge fand die ernste Feier ihren Abschluß. Polnischer UeberfaU auf einen deut chen Redakteur. Marienburg. 31. Aug. (TU.) Das in Dirschau «Polen» erscheinende .Pomereller Tageblatt" brachte in seiner Ausgabe vom Freitag nachmittag die Abgabe, daß der Zloty- Briefkurs 51,12 Mk betrage. ES handelte sich um einen Druckfehler, da es 91,12 Mk. heißen sollte. Trotzdem der verantwortliche Redakteur Bernhard G o g a von sich aus bereits eine Richtigstellung veranlaßt hatte, wurde er im Derlagsgebäude des , Pomereller Tageblatts" von drei Polen schwer mißhandelt. Eie schlugen von hinten mit einem Knüppel mit solcher Wucht auf ihn ein, daß er blutüberströmt z u Boden stürzte. Darauf schleppten die Polen den Ohnmächtigen auf die Straße, wo sie ihn in Gegenwart von polnischer Polizei schwer mißhandelten. Rachdem die Polen von ihrem Opfer abgelallen hatten. schafften deutsche Einwohner mit Hilfe eine« deutschen Arztes den Bewußttosen ins Krankenhaus. Der Zustand des Letzteren ist hoffnungslos. da die Schädeldecke total zertrümmert ist. Verein für das Deutschtum im Ausland. Erste Hauptversammlung des Landesverband Hessev'Darmstadt. Der neugegründete Landesverband Hessen- Darmstadt des Vereins für das Deutschtum im Ausland hielt am Sonntag in D a r m st a d t seine erste Hauptversammlung ab, die sehr stark aus allen Teilen des Landes besucht lvar. Es wohnten ihr auch die in der Landes- hauptstadt anwesenden Kärntner bei, die unter Führung von Professor Perkonig am Samstag im Städtischen Saalbau durch Darbietung von kärtner Liedern, Gedichten, Tanzen usw. einen außerordentlichen Erfolg errangen. Der Haupt- Vorstand des Vereins in Berlin war durch Frau Marie Straub- Frankfurt und Herrn Köhler- Berlin vertreten. Das Landesamt für das Dtldungswesen vertrat Staatsrat D l o a und die Stadt Darmstadt Oberbürgermeister Dr. Gläs- s i n g. Die Verhandlungen leitete Studienrat Weckerling- Friedberg, der die Vertreter der Behörden und die Gäste begrüßte. Oberbürgermeister Dr. G l ä s f i n g wies in seiner Ansprache auf die erfreuliche Tatsache hin, daß die Arbeit, die der Verein für das Deutschtum im Ausland seit Jahrzehnten geleistet hat, jetzt in immer größeren Kreisen Anerkennung findet. Aach weiteren Begrüßungsansprachen wurde in die Verhandlungen eingetreten und zunächst der Aech enschaftsbericht ent- gcgengenommen. Bei dieser Gelegenheit gedachte Studienrat Weckerling der Verdienste des verstorbenen Ministerialrates Emmerling um den Verein. Der Verein hat jetzt Ortsgruppen in Alsfeld, Laubach, Friedberg, Gießen, Dad- Aauheim, Büdingen, Schotten, Darmstadt, Bensheim, Heppenheim, Michelstadt, Groß-Llmstadt, Offenbach und Gernsheim. Die Erwähnung der Pfingstfahrt nach Kufstein gab Studienrat Weckcrling Veranlassung, Herrn Staatsrat Block in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein ein Album mit Photographien von der Tagung in Kufstein zu überreichen. Den Rechenschaftsbericht erstattete Herr Philipps - Friedberg, er wurde im späteren Verlauf der Verhandlungen genehmigt. ®ie Versammlung wählte dann Studienrat Weckcrling zum Vorsitzenden des Landesverbandes und Fabrikant Dr. Röhm- Darin- stadt zum stellvertretenden Vorsitzenden, ferner die Herren Stange- Friedberg zum Schriftführer und Philipps - Friedberg zum Rechner, außerdem wurden noch drei Vorstandsmitglieder gewählt. Als Vorort des Landesverbands wurde Friedberg bestimmt. Die mehrstündigen Verhandlungen bestanden in Berichten der Ortsund Schulgruppen und in der Erörterung von Organisationsfragen. Die Aussprache war sehr rege und ergab eine Hebereinstimmung der Meinungen in den wesentlichen Punkten. Die Ortsgruppe Gießen des Vereins war auf der Tagung zahlreich vertreten. Die Herren Professor König - Dießen und Schone- bohrn-Gießen ergriffen mehrfach in der Diskussion daS Wort und beeinflußten maßgebend die Ansichten der Versammlung. Ärr Vorsitzende wies auf das zahlenmäßig starke Anwachsen der Gießener Ortsgruppe in der jüngsten Zeit hin. Auf der Tagung fand auch der am 6. August in „H e t- mat im Dild". der Beilage zum Gießener Anzeiger, erschienene Aufsatz von Karl Dotter- Alsfeld „3m heil'gen Land Tirol" viel Beachtung. Auslanddeutschtum und Heimat Einebedeutsame RedeDr.Stresemanns Berlin, 29. Aug. (WB.) Die Tagung der Auslanddeutschen in der Heimat begann heute mit einem Begrüßungsabend im Karfer- l saal „Rheingold". Die Reichsregierung war durch Reichsaußenminister Dr. Stre- ^semann vertreten. Außerdem hatten die preu- . hische Regierung und die Stadt Berlin Vertreter ' entsandt. Der zum Vorsitzenden der Verhandlungsleitung der Tagung gewählte Admiral und Gouverneur a.D. v. Truppe! begrüßte die Erschienenen und teilte das folgende Degrüßungs- tclegramm mit: Der Reichspräsident schrieb- Engstes Vertrauen zwischen dem Auslanddeutschtum und der alten Heimat ist heute notwendiger als je. Möge die hiesige Da- gmrg der Auslanddeutschen diejes Vertrauen festigen und dazu beitragen, die Beziehungen zwischen dem Ausland- und dem Inlanß- deutschtum neu zu beleben und zu vertiefen. Auch Reichskanzler Dr. Luther und die Reichsminister Schiele unö Aeuhaus hatten Glückwünsche gesandt. Die Versanunlung stimmte jubelnd dem Vorschlag zu, dem Reichspräsidenten in einem Telegramm ehrerbietigste Grüße und aufricht i g st c Wünsche für ein weiteres segensreiches Wirken zum Heile des deutschen Vaterlandes zu übermitteln. Aachdem Geh. OberregierungSrat Große namens des Bundes die aus den verschiedensten Ländern erschienenen Vertreter des Auslanddeutschtums und die Vertreter der reichsdeutschen Behörden begrüßt hatte, nahm Reichsautzenminister Dr. Stresemann daS Wort zu einer mit großem Beifall aufgenommenen Begrüßungsansprache, in der er u. a. «folgendes 'ausführte: Eines eint daS gesamte Auslanddeutschtum, das ist der Gedanke der Zugehörigkeit zur großen deutschen Kulturgemeinschaft, ein Zugehörigkeitsgefühl. das niemals stärker war und niemals stolzer i-nb freimütiger in die Erscheinung getreten ist als in der jetzigen Zeit deutscher Rot. Es ist bedauerlich, daß das Reich in seine Beziehung zum Auslanddeutschtum durch die Friedensverträge in einer Weise hineingezogen worden ist, die zu berechtigten Klagen des Auslantck>eutschtums Veranlassung gegeben hat. Man hat das Auslanddeutschtum haftbar gemacht für die deutsche Kriegsentschädigung. Das Deutsche Reich ist entschädigungs- fltchtig für diejenigen, denen Hab und Gut genommen ward. So ist gerade da« Auslanddeutschtum hineingezogen worden in die große Vermöge nSentwertung der- Inflation, und die Grenzen der Fähigkeit staatlicher Hilfe sind bitter empfunden worden. Erst langsam ebbt auch für den deutschen Kaufmann die Kriegspsychose im Ausland ab, und bte letzten von Deutschland abgeschlossenen Handelsverträge zeigten den großen Kampf um die Gleichberechtigung der Deutschen in der Tßfelt, der noch nicht bis zum Ende au«- gekämpft worden ist. eo mag der Auslandpeutsche ost der deutschen Heimat gegenüberstehen mit Zweifeln und Beschwerden. Erschwert wird dieses Verhältnis noch durch die Einstellung des AuslanddeutschtumS zu unserer innerdeutschen Entwicklung. Man fennt draußen vielfach nur das Deutschland, das tm Sonnenklanz der Weltgeltung vor den Völkern dastand und fcnyt nicht die Kampfe, durch die dieses Deutschland aus der Tiefe sich wieder einporringen mußte. Trotzdem brauchen wir aber nicht die Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufzugeben. lieber unseren Kämpfen in der Gegenwart steht das trotzige Wort ..Dennoch!". Seien wir uns doch klar darüber, daß es trotz allem im Innern vorwärts geht. Es war ein Zeichen der politischen Reife des deutschen Volkes, daß es aus den Verhältnissen nach einem verlorenen Kriege den Weg zur konstitutionellen Verfassung fand. Mag diese Verfassung Fehler und Schwächen haben, sie ist doch der einzige feste Grund, auf dem wir stehen und uns weiter entwickeln können. Wie man die Erinnerungen an das, was im alten Deutschland ehrwürdig und groß war, verbindet mit der Anerkennung des neuen Deutschland, dafür sei uns di« ehrwürdige Gestalt unseres Reichspräsidenten ein leuchtendes Vorbild. Wenn wir im Innern die Kräfte vereinen, so wird uns die Möglichkeit de« Aufstiegs nicht genommen werden. Die stabile Währung ist der Anfang der Konsolidierung der deutschen Verhältnisse. Rur ein Zehntel betragen zp>ar heute die Sparkasseneinlagen gegenüber der Vorkriegszeit, aber sie wachsen wieder an, und zeigen die Anfänge der Bildung einer neuen Mittelschicht, deren Verlust durch die Folgen der Inflation der schwerste Verlust war, den das deutsche Volk erlitten hat. Schwer und dornig ist der Weg der deutschen Außenpolitik. Der Kampf, dem sie fürder gilt, ist der Gedanke der Gleichberechtigung Deutschlands neben den anderen großen Völkern. In der öffentlichen Meinung Deutschlands ist die Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund scharf umstritten. Im Rückblick auf die Geschichte des Völkerbundes ist diese Skepsis verständlich Aber vorwärts schauend müssen wir uns fragen, ob wir nicht für die deutschen Minderheiten in der Welt und für die internationalen Verträge, welche diese Rechte sicherstellen sollen, durch unsere Mitwirkung im Völkerbund besonders wirken können. Wir sehen in diesen Tagen deutsches Land von fremder Besatzung befreit. Möge der Zeitpunkt nicht allzu fern sein, in dem wir im ganzen Deutschland auf freiem Grund mit freiem Volke stehen. Lassen Sie uns in diesem Sinne in einer Zeit tiefer Rot dem Gedanken an unser Recht auf Freiheit und Größe Ausdruck geben. Begnadigung von Neumann, Poege und Skoblervski. Da« Todesurteil der drei in dem großen Kommunistenprozeß vom StaatSgerichtshoi zum Tode verurteilten Kommunisten Reumann, Poege und Skoblewski ist nach einer Blättermeldung auf dem Wege der Degnaoigung aufgehoben worden. Ausbreitung des syrischen Ausstandes. London. 31. Aug. (Reuter.) Ruch Meldung aus wverläfstger Quelle ist in Damaskus eine starke Gärung zu bemerken. Französische Truppen patroullieren in den Straßen. Einige öffentliche Gebäude sind mit Drahtverhauen umgeben und zur Verteidigung mit Maschinengewehren ausgerüstet worden. Line Anzahl führender Syrier ist verhaftet worden. 3n ihren Wohnungen haben Haussuchungen stattgefunden. Sultan Atrasch erließ einen Aufruf, in welchem er die Syrier zum allgemeinen A u f - stand ouffordert. Neue Rüstungen Abd ei Krims. London, 31. Aug. (WTB. Funkspruch.) „Times" berichtet aus Tanger, daß Abd et Krim feit den letzten französischen Erfolgen über die Tsuis- und Lranes-Stämme seine Propaganda unter den Stämmen verschärft hat. In einer Ansprache an die Häuptlinge des Rifaebietes erklärte er, daß er lieber den Widerstand fortsetzen werde, bis alle kämpfenden Männer vernichtet seien, als daß er nachgeben werde. Die Rifleute entfalten auch wieder eine rege militärische Tätigkeit. Zwei Führer sind mit Abteilungen in Stärke von 4000 Mann in der Gegend des oberen Leben eingetragen. Die Rifleute verfügen über ausreichende Munitionsbestände. In der Gegend von Saka wurde eine Abteilung von Rifleuten gemeldet, die zwei Kanonen mit sich führt. Kürzlich sind von den Rifleuten auch Kavallerie- kontingente aufgestellt worden. Der Führer der Djcballas von Wes Krida hat von Adjir auf dem Lauffluß neues Kriegsmaterial erhalten. Bei Rif- fona wurden starke Stellungen ausgebaut. In der Nähe von Bu Amara sind große Masten von Rifkavallerie und Artillerie versammelt. Aus aller Welt. Ehrungen für Professor Wolff. Der Magistrat der Stadt Frankfurt verlieh Prof. Dr. Wolff aus Anlaß seines 80. Geburtstages in Anerkennung seiner Verdienste um die Erforschung der Vorgeschichte der Heimat die silberne Plakette der Stadt Frankfurt. — Die naturvisscnschaftUche Fakultät der Universität Frankfurt ernannte Professor Dr. Wolff zum Ehrendoktor. Zusammenstoß zwischen D-Zug und Lastauto. Am Donntagnachmittag gegen Vt(3 Uhr hat sich in unmittelbarer Rähe von Breslau auf der Landstraße zwischen Deutsch-Lissa und Breslau ein schweres Unglück ereignet. Als kurz nach 5 ilbr ein Lastwagenzug bei der Zuckerfabrik Waltsch die Dahngleise kreuzte, wurde er von dem im selben Moment die Strecke passierenden Berliner Schnellzug gerammt. Auf dem Anhänger des Lastwagenzuges befanden sich vier Handwerksburschen, die von Berlin in ihre vberschlesische Heimat wandern wollten. Sie wurden bei dem Zusammenstoß auf die Geleise geschleudert. Einer war auf der Stelle tot. 3m Breslauer Krankenhaus ist noch ein zweiter feinen schweren Verletzungen erlegen. Das Anglück ist darauf zurückzuführein, daß der Schrankenwärter die Schranken beim Rahen des Berliner V-Zuges nicht geschlossen hatte. Furchtbares Familiendrama. In Herne erschlug in der Schlosserstraße der Schlosser Schmidt zwei seiner Kinder durch Beil hie he auf den Kopf. Das dritte Kind konnte die Mutter nur dadurch retten, daß sie es unter ein Bett versteckte. Der Grund zu der Tat f ollen Rahrungssorgen sein, aber auch Furcht vor geistiger Umnachtung seiner Frau. Der Mann sprang nach der Tat aus dem Fenster und wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Frau erlitt einen Nervenschock und liegt ebenfalls im Krankenhaus. Typhus in der Eifel. Wie die Blätter melden, ist in der Gemeinde A l l f e l d in mehreren Familien Typhus aus- gebrochen, der bereits mehrere Todesopfer gefordert hat. Es wurde angeordnet, daß auswärts beschäftigte Arbeiter vorerst Allfeld nicht verlassen dürfen. Eine Pariser Etnbruchsaffäre. Die Pariser Abendblätter berichten in großer Aufmachung über eine Einbruchsaffäre in dem Pariser Vorort R e u i l l h. Dort wurde Mittwoch abend ein Einbrecher im Garten einer Villa von einer Rachtwächterpatrouille überrascht. Als er die Aufforderung „Hände hoch!" mit einer drohende Geste beantwortete, gaben zwei Rachtwächter gleichzeitig Feuer ab. Der Unbekannte stürzte schwer getroffen zusammen und wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er sofort einer Operation unterzogen werden mußte. Man fand bei ihm angeblich einen deutschen Paß auf den Ramen Leonard He in ritz lautend, geboren am 5. August 1883 zu Frankfurt a. M. Heinrih habe angegeben, daß er eine Reihe von Komplizen habe, die zur Zeit gesucht werden. Aus Stahl und Land. Gießen, den 31. August 1925. Das Jubelfest der Feuerwehr. Zum 70jährigen Jubiläum der Freiwilligen Gailfchen Feuerwehr und der Gießener Freiwilligen Feuerwehr bewegte sich am Samstag abend unter Vorantritt der Duderus-Röchling- Kapelle ein imposanter Fackelzug durch die dicht von Zuschauern besetzten Straßen unserer Stadt nach dem Oswaldsgarten. Unter den Klängen des Deutschlandliedes flogen die Fackeln in weitem Bogen zusammen. Im Anschluß daran vereinigten sich gegen 9 Hhr abends die Teilnehmer und geladenen Gäste zu einem Festkommers im Saalbau Sauer. Die Feier wurde eingeleitet durch einige musikalische Vorträge der Kapelle. Direktor Wenzel, Kommandant der Gailschen Feuerwehr, übernahm die Leitung des Abends. Rach einem Fest- Prolog ergriff Branddirektor Braubach das Wort und begrüßte zunächst die anwesenden Vertreter der Provinzial- und KreiSverwaltung, der Stadtverwaltung, der Presse, sowie die übrigen gelaßenen Gäste. Er schilderte in großen Hmrtffcn den Werdegang deS Gießener Feuer- löschwesens unter besonderer Berücksichtigung der beiden freiwilligen Wehren. Weiter hob er hervor, daß die Beziehungen der Heiden Wehren seit längeren Jahren stets gute und kameradschaftliche gewesen sind, und daß man die Wehren stets bereit finden werde, unter Einsatz von Gesundheit, ja auch des eigenen Lebens bei Feuers- und sonstigen Gefahren daS Leben sowie Hab und Gut der Mitbürger zu schützen, ohne dabei irgendwie auf Dank zu rechnen. Als Vertreter der Provinzial- und Kreisverwaltung sprach OberregierungSrat Dr. Heß, der in seiner Ansprache die Bedeutung der beiden Wehren im allgemeinen hervorhvb, und betonte, daß sie weiter aber auch Pflegestätten seien des Gemeinschaftsgeistes, des unbedingten Zusammengehörigkeitsgefühls und der Verpflichtung allein für den Dienst am Rächsten. wöbet alle politischen, wirtschaftlichen und konfessionellen Gegensätze vollkommen in den Hintergrund treten. Gr schloß seine Ansprache mit dem Wunsche, daß dies auch weiterhin so bleiben und daß das (Streben nach diesem Ziel auch auf weitere Schichten unseres Volkes sich ausdehnen möge. Als Vertreter der Stadtverwaltung und des ObeibütgermciftetS sprach der neue Dezernent für das Feuerlösch- und Wohnungswesen Beigeordneter Dr. Hamm, der in seiner Rede betonte, daß die Stadtverwaltung selbstverständlich jederzeit die Bestrebungen der Wehren fördern und unterstützen werde. Roch lange blieb man bei musikalischen Darbietungen in froher Geselligkeit beisammen: besonders die Vorträge des Herrn Wein Hard trugen wesentlich zur Hebung der Stimmung bei und fanden den herzlichen Beifall der Zuhörer. Punkt 12 Uhr am Sonntag begann die große Feuerwehrparade auf Oswaldsgarten. Unter Leitung des Branddirektors Braubach besichtigten zunächst die offiziellen Vertreter der Behörden und die gelaßenen Gäste ßic in Paraßeftellung angetretenen Feuerwehrmannschaften mit ihren Geräten. Die nun folgcnßen Hebungen am Gerät zeigten die straffe Disziplin, ßic in ßer Formation «und auf ßic im Ernstfälle sicherer Der- Es war ein prächtiger Anblick, als die Wagqn nach dem Kommando: „Links marschiert auf, marsch marsch!" von den Mannschaften herumgerifsen wurden und als sich die gewaltigen Magirusleitern langsam und sicher auswärts richteten, und fertig -um Feuerangriff machten. Den Abschluß der Bormittagsübung bildete eine groß angelegte Schluhübuna der Gießener Freiwilligen und der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr mit Feuerangriff. Es wurde angenommen, daß, während die ständige Feuerwache zu einem Feuer am äußersten Ende der Frankfurter Straße ausgerückt ist, auf der Zentrale die Meldung einläuft, in der Bezirksschule in der Westanlage ist Feuer ausgebrochen, bas sich rasch ausbreitet und bereits einen ziemlich großen Umfang angenommen hat. Die beiden Wehren erschienen auf das Alarmsignal und begannen den Angriff. Dank der glänzenden Disziplin und Organisation gelang eS, gemäß der Brandidee die im Oberstock abgeschnittenen Kinder schon nach 4,35 Min. aus dem Feuerbereich zu bringen, teils über die Leitern, teils durch den Fallschlauch. Nach 8 Minuten war das Rettungswerk vollbracht, das, wie schon die Parade auf Oswaldsgarten. das regste Interesse eines zahlreichen Publikum» gefunden hatte. I Zweifellos haben diese Hebungen dazu t •» tragen, das Vertrauen auf die Zuoerläfsigtcir i.-n- ferer Feuerwehr im gegenseitigen Verkehr zwis hon Publikum und Wehr zu fördern und zu bclc/r.i. Am Nachmittag und Abend fand im PhiIa - sophenwald ein gemütliches Beisammenfein statt mit Kinderbelustigungen und Tanz. * e< D i e Lehrerlaufbahn in Hessen. Das Pädagogische Institut in Mainz nimmt für das am 27. Oktober begi nenßc Wintersemester neue männliche und weicu.ye Studierende auf, welche nach atoci Jahren die Prüfung für Anstellung im Dolksschuldienst ablegen. Die Lehrer» laufbahn ist gegenwärtig in Hessen noch aussichtsreich. Anmeldungen erfolgen auf dem Sekretariat des Instituts Mainz, Pctersstraße 2. ** Rundfunksammlung für Blinde. Ebenso wie in anderen deutschen Ländern soll auch in Hessen gelegentlich der Einziehung der Rundfunkgebühren in den Monaten September und Oktober eine Sammlung freiwilliger Gaben zur Beschaffung von Rundfunk-Empfangs- gerät für Blinde (insbesondere Kriegsblinde) veranstaltet werden. Die Spenden werden durch das Personal der Postämter bei der Einziehung der Rundfunkgebühren entgegengenommen. Die Zusteller sind im Besitze einer Zeichnungsliste, auf der eine beglaubigte Abschrift der Genehmigungsver- fügung abgedruckt ist. * Errichtung von Prüfungskommissionen zur Abnahme der Meister- Prüfungen. Rach Anhören der Handwerkskammer wurde als weiteres Mitglied der Prüfungskommissionen zur Abnahme der Meisterprüfungen für den VolkSstaat Hessen auf die Dauer von drei Jahren bei der Prüfungskommission für die Provinz Oberhessen in Gießen für das Kupferschrnießegewerbe 6er Kupferschmiedemeister Hermann HaaS in Butzbach ernannt. fpß. Eine Dreiztehn-Pfennigmarke. Die Handelskammern haben beim Deutschen Industrie- und Handclstag den Antrag gestellt, das; dieser bei der RcichSpostverwaltung für die Schaffung einer D r c i z c h n-P f e n n i g- marke eintritt, die für die Freimachung ßcr Rachnahrnekarten Verwendung finden soll. * * D i c eh emaligen 116er ersehen aus dem heutigen Inserat daS Programm des Fest» sonntags. Eintrittskarten bei S. Loeb, Bahnhofstraße 52 und Marktplatz 15. " Die ehemaligen 117er treffen sich am Mittwochabend im Restaurant zum Post- keller, um über die Gründung einer Bereinigung zu beraten. !*1 Dör Erweiterungsbau der Lupusheilstätte wurde dieser Tage von dem Präsidenten beS Heilstättenvcrcins, Reumann- Darmstaßt, in Begleitung von Herren ßcr Q5c- hörße unß ßer Landesversichcrungsanstalten ein- gehenß besichtigt. Es tourße ßen Herren ßcr alte unß der noch größere neue Bau, sowie ßie Anlagen, ßas Luft- unß Sonnenbad eingehend vorgeführt. Professor Icsioneck, Leiter ßcr Lupusheilstätte, wies unter Vorzeigung von Photographien auf ßie erreichten Erfolge in der Lupusbehandlung hin unß erläuterte Zweck und Ziel ßcr in der LupuShcilstätlc angeto^nßten Therapie unß forßertc inSbesonßcrc von den Herren ßer Landesversicherungsanstalten ipeit- gehenßes Entgegenkommen gegenüber ßen Zielen dieser Heilbehandlung. Der Reubau wurde besichtigt, er ist im Rohbau fertig, daS Dach ist darauf, die Böden sind gelegt, die Innenwände gezogen. Der neue große Lichtfaal (Belichtungsraum für künstliche Belichtung) ist fertig, darüber wird ein Balkon mit Glasdach errichtet. Die Anlagen zwischen ßen Sonnenbädern sind fertig, ßer Sportplatz für ßic Kranken toirß mit weißem Sanß eingeßeckt unß gewalzt. Die Patienten toißmen sich bereits eifrig dem Sport, ober beschäftigen sich mit Turnen an selbst angefertigten Turngeräten. Den Reubau hofft man bestimmt am 1. Dezember beziehen zu können. Er wirb in seinem Verputz bem alten Bau angepaht. Der 14 Meter lange Verbin- bungsgang zwischen beiben ©ebäuben ist tm Rohbau hcrgestellt. Geplant ist nach Fertigstellung bcs Reubaues, ben alten Bau im Innern vollständig zu renovieren, da er infolge der übermäßigen Belastung während der Kriegs- und Rachkriegszeit stark verwohnt ist. Die Plane des Reubaues und der Anlagen sind von Baurat Meyer entworfen. " Vom Hochschulring deutscher Art. In dem letzten Semester hat der Hochschulring deutscher Art zu Gießen eine Reihe Vorträge für seine Mitglieder veranstaltet ßic ausnahmslos sehr gut besucht waren. Es sprachen Herr Zimmer über die Deutsche Studentenschaft, Herr Dr. Jung über den Deutschen Hochschulring, Herr Drückmann, Main§, über das Problem der Deutschen Westmark und Herr Dr. Roßberg über die Ofhnarfenfragc. Der Vortrag deS Abg. Kindt übet den Deutschen Rationalstaat mußte leider wegen Erkrankung des Redners ausfallen. Außerdem beteiligte sich der Hochschulring an einer vom Hessischen Vaterländischen Block veranstalteten Saarkundgebung. In der hiesigen Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes hat im letzten halben Jahre reges Leben geherrscht. Wie in früheren Jahren wurde auch diesmal am 1. April eine Bismarck-Gedenkfeier veranstaltet, bei der Herr Abg. Kinbt die Gedenkrede hielt. In erweiterten Mitglieder- Versammlungen sprachen u. a. Herr Oberstleutnant Wegeli über die Erfahrungen mit improvisierten Heeren, Herr Dr. Roßberg über den Bauernschulgedanken und Herr Zimmer über die letzte Entwicklung ßer politischen Parteien. Zu einer bedeutsamen Kundgebung sür unsere Brüder im besetzten Gebiet wurde ein Vortrag eines Vorkämpfers gegen den Separatismus über die Gefahren deS Separatismus. Auftrieb auf dem ßeutigeit Frankfurter Schlachtviehmarkt. 451 Ochsen, 64 Bullen, 1174 Färsen und Kühe, 424 Kälber, 106 Schafe, 4596 Schweine. Bornotizen. — Tageskalendcr für Montag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Dte Königsgrcra- diere. — Astoria-Lichtspielc: Harry-Piel-Zyklus. Wettervoraussage. Unbeständig und Regenfälle, für die Jahreszeit kühl, westliche, zeitweise stärkere Winde. Die gestern eingetretene und durch das nordöstliche Vorrücken eines Azorenhochv bedingte Aufbesserung des Wetters hat wieder erneuter Trübung Platz gemacht, da die Zufuhr ozeanischer Luft sich wierder verstärkt hat. Im Nnrdmeei sieht ein ausgedehntes Tiefdruck-System westostlvärts, desien Teilwirbel sich in kurzen Abständen folgen. Grit- rige Tagestemperatur: Maximum IM Grad Eel sius, Minimum 12,4 Grad Celsius. IW Turnen, Sport und Spiel heule lieb durch de Lehrer H o f den Gesangverein Eintracht verstand es mann, Erda, die Entwicklung der pingen, mcr Äöln 2 1 Ultimo-Angebot und. 7.90 8.90 9.75 Resi (resD Kreuzplatz 6 - Ts, Aeumai». Herren der k* tgSansialie» ein. 6en Herren btt Tau, lottit bw enbod cingtijtnb Leiter 6er üu- iaung von Pbr- Erfolze in btt Alterte 3ötd und itte angetognbien sondert von den gsonftaltrn totii- nüber btn jttltn ubau toutbf be- g, bat M ift )ie Innenvänbe al ITelitzrw^. \\ fntta, batiiber enichtrt Die ddrtn sind ‘tttig, wird mit tDtiHtrr Die ^atitnttn dem Sport, obtt an selbst angtsn- zubau hofft mat ■ beziehen » lerputz dem alte r lange Derbin- luden ist im W lch ffertigslellung im 3nntm w* nW w/du- w Die W :n sind von W M d"Uch>- eutsch- «ÄJJ en Seuts<^n W Ä W' 1 Otdcutsch^ ($5 "5$-. Ä? tüt S*Ei« 2°-« heutig',' eM v n. 4* i-^Ä, 4' 'N und iwv* jjpeinc- Bettfedern viele Qualitäten. Bettbarchente 13a 160 u. 80 breit, an Mk. 8.50 8122c Perfekter, bilanzsicherer Ein Bild von deutschem Glanz und deutscher Not Manuskript: Maria Margarete Langen und G&za von Bolväry-Zahn — Militärischer Beirat: Karl Zimmermann, Oberst a. D. — L d. H.: Oberst von Seldneck, Dr. Heinrich Seitz, Annemarie, seine Tochter, Ruth Carei, Leutnant von Maltitz, Carl Walter Meyer, Oberleutnant von Wangenheim, Karl Pott, der Feldwebel Adolf Grell usw. Täglich bis einschließlich Sonntag, nachmittags 4, 6. 8.15 Uhr. Sonntag ununterbrochen ab 3 Uhr. Jugendliche zahlen in den Nachmittagsvorstellungen ermäßigten Eintritt. Wegen des bestimmt zu erwartenden großen Andrangs zu den Abendvorstellungen bitten wir höflichst, nach Möglichkeit die Nachmittagsvorstellungen besuchen zu wollen. Unser anerkannt vorzügliches Hausorchester unter der bewährten Leitung des Herrn Konzertmeisters Stork ist zu diesen Festvorstellungen bedeutend verstärkt und hat eine ganz besonders wirkungsvolle Musik zusammengestellt. Alle Vergünstigungen aufgehoben. “« W Freikarten haben keine Gültigkeit. Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34 Regimentsfeier der x Lichtspielhaus, F' Heute Premiere Heute Ä 'M N W"’-A MM r Grohen-Buseck. 8127 V 19 Krau Krailiug. Tel. 240 auch nachts LOO 0.50 0.50 r Hch. Noll, Mäusburg 7 Ed. Richter, Frankfurter Str. I. Maternus, Klinikstraße 22 I. Seibel, Ludwigsplatz Ehr. Bieker, Neustadt 55 H. Schmitt, Ludwigstraße 22 W. Georg, (Fa.Reinig) Seltersw. 30 H. Driesch, Seltersweg 70 W. Moeser, Seltersweg 38 Gebr. Michel, Walltorstraße H. Schäfer, Marktstraße 20 H. Loos, Sicher Straße 31 H. Kalbfleisch, Liebigstraße 71 I. Horn, Steinstraße 33 L. Scharmann, Lindenplatz Dauerkarten für Damen........... Einmaliger Eintritt Montag, den 7. September Festbuch ................... WernerkMarquard,Bahnhofstr.27 H. S. Loeb, Bahnhofstraße 52 PH. Gans, Dammstraße 34 | Vermietungen") 1ÜÖ6I. Zimmer au vermieten [07122 Bieickstr. 10 I. arbeit z. 15. Sept. ' ' . 07129 Stellenangebote! Znverläsf., ordentl. Mädchen für Haus- u. Garten- Da es fick um ein Andenken bandelt,. »m» wird der ehrliche Finder gebeten, die Kette gesucht, gegen Belohnung im Hotel Kühne nbau- C_____________ geben. 8132V l Südanlage 22, H. BbuL. 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Hinterbliebene von Gefallenen der 116er usw. Regimenter erhalten zur Denkmalsweihe kostenlos Eintrittskarten, die bei Herrn S. Loeb, Bahnhofstraße 52, anzumelden und dort später abzuholen sind. S141D MWWkelle bestehend aus heü-lila und abwechselnd bellen Kristallsteinen von der Lubwigstr. biö Hotel Kühne am Freitag Mittag zwischen */3l und l/,2 Uhr § Zwangsversteigerung. Imcckag, öen 3. etpienilitr, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich irn Löwen dahier folgende Gegenstände gegen bar: L Bestimmt: 1 Anzahl Brakenseuerlösch- apparate und Romanbücher, 1 groben Spiegel, 1 runden Tisch mit 2 Stühlen, 1 gut erhaltenes Sofa, 1 Hund tDober- mann); 2. 1 Nähmaschine, 1 Klavier, 3 Schreibtische, 2 EhatselongtteS, 1 Lederstuhl, 2 Warenschränke, 1 Spiegel, 1 Tisch, 1 Regal, 1 Rauchtisch, 1 Trumean, ein Serviertisch, 3 Kredenzen, 5 Strickwesten und 2 Kinderkleidchen. 8140D leinene, Steuer-Boüj.-S. Kataris idealster Korsett- ersatz. Verkauf jeden Mittwoch - Ploiislr. 1ZI. 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Boller Erstaune, man bereits daran gek täten Oxford und tische Zwecke heranzuzu xsehenen Plagen der . glugzeuggejchwadec un: lallen, die Studenten nk Flugdienst auszu such, dann wird beab[id aus sämtlichen britisch' Äuherdem plant die flugzeugklubs ins Leb Nutzung sporllicher 2r Ziele zu versolgen. E diese Weise ohne gros von Flugzeug-Führeri und daß England s 'mit langen trifft, bie l nmtMjen Zätigteit wo Apparat in Gfyoung t) u^er auch besonderer o i nchtungen. Es kann d daß der neue englische' ning der Luftabteiluni Winiralität vorsieht. $ bereits soweit, besonl für den Flugdie! enstaltung von Scha sorgt man dafür, daß rung wachbleibt. So i derexerzieren und Cool flugzeugen vorgeführt, war und von der Er grophie selbst die Beseh aber auch darauf bebai Wicklung der Luftfahrt (eiten. Was früher mr spielt sich setzt. den grotzere Räume "rsuche mit ne 1 e nouLzujühren. Kl®»' stehen gegen HÄ !,■' d" Lust untersagt, ^ofse des deutschen $ 1101 Gedanken macht. E öie ^re eigene ' Hn läßt s./m>ch Age penst des Po-j ”rrb IeÖ!Jen Endes der L°>e!chlfcht und Schrecken ti ».flrau und iM^chheu wieder Ö,Ommen fon pmus Und öer Wuen. npf.;r ,.n- die men. vf' »Nie mit 5.. " 11' u »le Itoe* Un9en l Sinnt fu/0'1l0Q)afei h die $SrQud) hier > n'?n selbst n '" den a !°^gej ter /'°rhejt ksKÄ ^t!«ien, tu 9Qr etf7 Nr. 2f 5 Zweites Blatt________ England und die Luftfahrt Von Stapitän z. 6. o. D. v Waldeyer-Hartz. h Seitz, nagen Vach- tork llkelt. 8122c id Wenn heutzutage über irgendeinen Negerstaat j ein reicher Goldsegen hermederginge, und ein tat- l rüstiger Mann in diesem Staate käme auf den Ge- i danken, mit Hilfe dieses Goldsegens eine Luftttreit- mad)t für sein Daterland zu schossen, dann könnte eine Macht der Erde einen Rechiskitel finden, um diese Rüstungsmaßnahme zu verhindern. Allein Deutschland, einst eine Großmacht ersten Ron» qcs. ein Land, dein die Menschheit unendlich viel m Kultur und Zivilisation verdankt, ist durch einen Machtspruch, dem es sich gefügt hat, daran ver- i hindert, im Gebiet der Lust militärische Bedeutung II äu gewinnen. Unter allen Knebelungen, die 23er- || sailles uns auferlegt hat, ist vielleicht diese Knebe- I lang eine der schlimmsten. Denn es kann nicht dem ceringflen Zweifel unterliegen, daß wir in den । Anfängen der Luftschiffohrt stecken, und daß die Entwicklung nach ungeahnte Bahnen einschlagen wird. Troy Völkerbund und Pazifismus ist jede Großmacht daraus bedacht, ihre Luftrüstungen zu : vermehren, nicht zumindest England, das in ge- ; tniffem ©inne infolge Eroberung der Luft durch die ' Menschheit den Schuh seiner Insellage verloren hat. Seif Jahrhunderten ist jeder Brite darauf ein- ce schworen, daß im Grunde genommen nur sein Vaterland ein Anrecht auf ©eeherrschast habe. Neuerdings wird in England die Werbetrommel dafür gerührt, daß es sich auch in der Luft nur wenig anders verhielte. Der Brite ist davon durchdrungen, daß sein Volk das auserwählte sei, daß ihm von Rechts wegen der Thron der Weltherrschaft zustünde, und daß die anderen Völker in keiner Hinsicht mit dem Britentum wetteifern durften. Der Sag, daß Sie Entwicklung der Luftmacht für England wahr- icheinlia; wichtiger als für alle anderen Länder wäre, ist bereits im Unterhause vertreten worden. Und es geschieht alles, um diese Auffassung in Engend zur Herrschaft zu bringen Die britischen Luft- i'treitkräste sollen nach parlamentarischer Verlautbarung derart stark gemacht werden, daß ein jedes Solk es sich lange überlegen müsse, bevor es Eng- länb angriffe. Während des letzten Krieges konnte j man sich nicht genug daran tun, den deutschen Mili- , lärismus zu verunglimpfen. Die Entwicklung der ^uftschiftahrt bringt England dazu, diesen Militarismus im eigenen Lande nachdrücklichst einzubür- gern. Voller Erstaunen müssen wir erfahren, daß man bereits daran gegangen ist, die Unioersi- taten Oxford und Cambridge für militärische Zwecke heranzuziehen. In den beiden hochan- gesehenen Plätzen der Wissenschaft finden sich heute ,-ugzeutzgeschwader untergebracht, die dazu dienen tollen, die Studenten neben ihrem Studium für den Flugdienst auszubilden. Glückt der Ver» n. 4 Uhr nzert JsMay imith ichter W rantfurt entfernt, in gesucht > unter Angabe Dilöbestanf ufm. ihener 2Inniger. rrod-Rödge" um*» verloren. biuaeveu r 6, Jlonais- such, bann wird beabsichtigt, eine gleiche Einrichtung auf sämtlichen britischen Universitäten zu schaffen. lußerdem plant die Regierung, zahlreiche Leicht- islugzeugklubs ins Leben zu rufen, um unter Aus- Nutzung sportlicher Interessen auch hier militärische Ziele zu verfolgen. Es liegt auf der Hand, daß auf diese Weise ohne große Kosten eine gewaltige Zahl von Flugzeug-Führern herangebildet werden kann, utib daß England somit Kriegsvorberei- I ii n g e n trifft, die die Maßnahmen seiner rein amtlichen Tätigkeit weit überschreiten. Um diesen Apparat in wchwung halten zu können, bedarf es uder auch besonderer organisatorischer Einrichtungen. Es kann daher nicht wundernehmen, daß der neue englische Marine-Etat eine Vergrößerung der Luftabteilung des Flottenstabes in der Admiralität Vorsicht. Beim englischen Heer ist man bereits soweit, besondere Reserveoffiziere für den Flugdienst auszubilden. Durch Ver- nnftaltung von Schauflügen der Luftstreitkräfte sorgt man dafür, daß das Interesse der Bevölke- rung wachbleibt. So wurde kürzlich ein Geschwa- dsrexerzieren und Evolutionieren von 36 Bombenflugzeugen oorgesührt. bei dem der König zugegen mar und von der Erde aus mittels Funkentele- graphie selbst die Befehle gab. Andererseits ist man aber auch darauf bedacht, Fortschritte in der Entwicklung der Luftfahrt nach Möglichkeit geheim zu halten. Was früher nur auf Truppenübungsplätzen geschah, spielt sich jetzt auch in der Luft ab; es werben größere Räume abgesperrt, um Geheim- »ersuche mit neuen Flugzcugmodel- len auszuführen. Wir stehen gegen diese Entwicklung völlig 3 Ii r ü thek- njerf- ii!« c» Prag, 25. August. Die Regengüsse der letzten Tage mit ihren Ürberschwemmungen und Erntenöten Haden auch die Tschechoslowakei nicht verschont. Das Laub beginnt sich auch hier zu verfärben und leise fallen )i< Blätter; es will Herbst werden — das gilt nicht nur für die Natur. Auch die schönen Tage Hfs ersten gewählten Ichechoslowakischen Parlaments sind gezählt. Jtod) herrscht in den Reihen der Regierungspar- eien selbst Unklarheit darüber, ob man es seine Jebensgeifter ganz allmählich aushauchen lassen über ob man ihm ein etwas vorzeitiges Ende Ac- citen soll. Die gesetzmäßige sechsjährige Paria- nentsdauer geht wohl erst im Frühjahr 1926, für Senat sogar erst 1928 zu Ende. Aber allen Parteien, und nicht zuletzt denen der tschechischen Regierungsmehrheit steckt das Wahlfieber in Siebener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gderhessen) Montag, 5(. August |925 den Knochen; jede hascht eifrigst nach dem geringsten Vorteil, der ihre Position den Herren Wah- lern gegenüber etwas günstiger erscheinen lallen könnte; es ist daher auch den ofidewährten Zauberkünsten J>es gewandten «ichechischen Ministerpräsidenten Schwehla nicht immer möglich öie mittlere Linie emzuhatten und, so wie bisher, auf dem Wege gegenseitiger Kompensationen seine häufig recht ungebärdigen Lämmlein zur Schweigsamkeit und in eine Front zu bringen. Vor allem sind es die Nachwirkungen der N u n t i u s a f f ä r e, die die tschechischen Gc- müter nicht zur Ruhe kommen lassen. Hie Hus — hie Rom — schallt der Kampfruf. Herr Mar- maggio verharrt grollend in Rom, wohin er Hals über Kopf abfuhr, als die rote Hulsitenfahne mit dem schwarzen Kelch auf dem Präsidentensitz am Hrodschin hochging. Die tschechoslowakifchen Bischöfe aller Nationen haben der Regierung in einem neuerlichen Hirtenbriese ordentlich die Leviten ge lesen und die Beleidigungen zurückgewiesen, die ihrer Ansicht nach mit der Regierungsteilnahme an der religiösen Husfeier der katholischen Kirche angetan wurde. Sie können sich dabei allerdings auf ein offizielles Merkbuchlein stützen, das an alle Soldaten der Tschechoslowakei verteilt wurde. Darin wird ausdrücklich heroorgehoben, daß der Präsident M a s a r y k das katholische Bekenntnis als ein „minderwertiges" ansehe. Die k a t h o . lische Dolkspartei, die treue Rompartei im Tschechenlager, muß daher wohl oder übel das Kriegsbeil ausgraben und ihre extremste Gegnerin, lamcnt, — roepn auch als stärkste — infolge der brutalen Majorisierung aller ihrer Anträge (auch der bestehenden (auch der bestgemeinten und ver- nünftigen'i keine parlamentarischen Lorbeeren pflücken können. Ihre Wähler würdigen ihre schwie- rige Lage und werden sich dadurch nicht irre machen lasten; die Möglichkeit befiehl immerhin, daß trotz aller technischen Dahlkünste die Oppo- linon entgegen dem Wunsch der uchechischen Machthaber durch die kommende Wahl nicht ab- sondern '.unimmi. Das freilich nur dann, wenn die beut- schen politischen Parteien der Tschechoslowakei in kiihier sachlicher Uebcrlegung, mit dem Rechen- stifte in der Hand, die bevorstehende neue Wahl- Novelle überprüfen und ihre Wahltechnik danach cinridjten. fei es, daß sie eine deutsche Einheitsliste erscheinen lasten, sei es, daß sie andere taktische Mittel finden, um zu verhüten, daß bei der nächsten tschechoslowakischen Parlamentswahl auch nur eine deutsche Stimme verloren gehe. Aus der Provinz. Lkttvkrcis Gr V/u. V Klein-Linden. 29. Aug. In dieser Woche tagte hier bas Oberschiedsgericht für die Reklamationen in Sachen der Feldbe- r e i n i g u n g. Eine gemeinschaftliche Reklamation, welche sich gegen den der Gemeinde ztigesprochenen Zuschlag für Baugelände richtete, wurde vor EinDas große Heimatblatt Siebener Anzeiger Das große Anzeigenblatt Zustellung für September ZUM Monatspreis von 2 Mark und 20 Pf. für Trägerlohn in Gietzen durch die Trägerinnen, auswärts durch über 200 eigene Vertriebsftellen die tschechische nattonalfozialistische Partei, auf das heftigste befehden. Deren Führer, der gewesene Minister Stribrny, der fein Eisenbahnportefeuille auf dem Altar des Husüismus geopfert hat, ist seinerseits auch nicht faul; er erklärte (nicht nur aus Brotneid), es sei eine Schande, daß es in einem tschechischen Ministerium überhaupt noch einen klerikalen katholischen Minister wie Herrn Pater S ch r a m e k gäbe. Der wieder antwortete schlagfertig, Herr Stribrny solle froh fein, daß er nicht sachlich untersuche, wessen Anwesenheit in der Regierung bis zu Stribmys Rücktritt die größere Schande gewesen ist. Und die tschechisch-katholische Presse wies schadenfroh darauf hin, daß ein Professor in der Tschechoslowakei wegen erbrachten Wahrheitsbeweises freigesvrochen worden war, obzwar er den gewesenen Eisenbahnminister beschuldigt hatte, einem Eisenbahnbeamten im Karten- spiel ein paar hunderttausend tschechische Kronen abgenommen zu haben, die sich jener durch eine Defraudation verschafft hätte. Der Professor wurde nun freilich im Disziplinarwege seines Postens enthoben, aber niemand weiß, was da noch alles an schmutziger Wäsche zum Vorschein kommen könnte, wenn man die Zeit zur Verwendung solcher , Wahlschlager" allzu lang ausdehnt. Also möchte der Ministerpräsident die Herbst- tagung so rasch als möglich eröffnen lassen und ihr zunächst eine „oemewerte" Wahlordnung vor- legen, nachdem die letzte infolge des einmütigen Widerstandes aller Parteien in den großen Pa- pierkorb des Abgeordnetenhauses verschwunden ist; die einen, bas heißt die Tschechen, waren damit unzufrieden, weil sie die übrigen Rationen zu anständig behandelt hätte; die kleinen Parteien schrien, weil sie ihnen überhaupt den Garaus machen sollte; und die Deutschen mit den anderen Minderheiten witterten darin die Gefahr, ihren Besitzstand an Mandaten zugunsten der Tschechen zu beschneiden. Kein Zweifel, daß die neue Wahlreform, die nach Parlamentsbeginn das Licht der Welt erblicken soll, zehnmal ärger für die letzteren fein wird, als die erste war. Ist sie einmal beschlossen — dazu gehört angesichts der tschechoslowakischen Geschäftsordnung für das Parlament und angesichts der starken Parlamentswache gar keine Hexerei — dann wird man eben ver- suchen, mit der durcheinander geratenen Koalition noch die Staatsbeamtenoorlagen, ein Budgetpro- oisorium und eine Steuerreform zu erledigen, die ein altes Petit der überlasteten Steuerträger ist; geht, so gut; geht es nicht, desto besser — dann hat man die Möglichkeit, auf Grund der neuen Wahlordnung sich ein neues Parlament wählen zu lassen, dessen rocher de bronce eine verjüngte, durch das Wahlstahlbad gehärtete und durch die „kleinen Korrekturen" an dem Verhältniswahl- recht (so möchte Schwehla es wenigstens haben), vielleicht sogar verstärkte alltschechische Regierungs- Koalition sein soll. Vielleicht, daß das Bäder- gesetz, mit dessen Hilfe der tschechische Leu soeben im Begriff ist, das schöne Marienbad mit all seinen Quellen und Wäldern zu verschlucken, sozusagen als Zuckerl noch vorher dazu dient, um seinen Grimm zu dämpfen und die Selbstzerflei- schung hintan zu halten. Aber auch wenn das der Fall fein sollte, so müssen, meint Herr Schwehla. sich hie Leute eben wieder einmal gegenseitig gründlich ausscyimpfen; gebe man ihnen also die Gelegenheit dazu, aber rasch und kurz; nachher findet sich dann vielleicht das bisher unmöglich er- scheinende Kompromiß zwischen Kelch und Krummstab. Und die Deutschen? Sie haben als Minderheit im ersten tschechoslowakischen Pariatritt in die Verhandlungen zurückgezogen, da die Interessenten belehrt wurden, daß das Oberschieds- gcricht in dieser Angelegenheit nicht zuständig sei. Eine weitere Reklamation forderte die Einschiebung eines drei Meter breiten Weges, da die Abfahrt der betr. Grundstücke nach der Kreisstraße Klein- Linden—Lützellinden sich nicht gut ermöglichen liehe. Das Oberschiedsgericht wird hoffentlich die im allgemeinen Interesse liegende Entscheidung in dieser Frage zur Zufriedenheit aller Beteiligten regeln. Das Oberschiedsgericht dürfte als höchste Instanz das letzte Wort gesprochen haben, so daß in Kürze die Ueberroeifung der Grundstücke für vollziehbar erklärt werden und somit die Feldberei- nigung ihren Abschluß gefunden haben wird. — Während der Ferien ist der eine große Schulsaal unserer Schule durch eine schalldämpfende Zwischenwand abgeteilt worden, so daß dem Uebelftanb der sog. Wanderklasse abgeholfen ist. Die durch den Umbau gewonnenen Räume sind ausreichend. In den nächsten Ferien sollen die noch rückständigen Weißbinderarbeiten ausgeführt werden. * Beuern, 27. Aug. Don schönem Wetter begünstigt. fanden heute auf dem Reiskirchener Sportplatz die Reichsjugenbwettkämpfe berDolks- schulen von Beuern, Burkhardsfelden, Grvhen- Buseck und Reiskirchen statt. Es gelangte ein Di erkämpf zum Austrag, an dem sich 120 Knaben der genannten Orte beteiligten. Die Hebungen bestanden in Weitsprung (2 Meter = 0 Puntte), deutschem Dreisprung (5,50 Meter — 0 Punkte), Ballwurf (30 Meter — 0 Punkte) und Hundert- Meter-Laus (19 Sekunden — 0 Punkte). Die guten Leistungen, die erzielt wurden, lassen darauf schließen, daß in unserem Bezirk tüchtig an der Erstarkung unserer Jugend gearbeitet wird. Die drei ersten Preise an dem Dterkampf entfallen auf folgende Knaben: 1. Preis Heinrich Ruhl, Beuern, 92 Punkte. 2 Reinhold Delloff. Beuern. 84 Punkte, 3. Christian Rühl, Burkhardsfelden, 81 Punkte. Anschließend an den Wettkampf wurde eine 6mall00-Meter-Stafette gelaufen, die von den Schülern von Grohen- Duseck gewonnen wurde. t Grünberg. 28. Aug Eine Gemeinde unserer ilmgegenb wollte durch eigenes Brennen von Feldsteinen zu ihrem Reubau die Kosten desselben verbilligen. Sei es durch Aufschichtung der Steine zu einem Ofen durch Richtfachleute, fei es durch zu wenig Kohlen verursacht, jedenfalls waren die Steine nach dem Brennen unbrauchbar, und der Gemeinde ist ein großer Schaden dadurch entstanden. Kreis Büdingen. y. Bad-Salzhausen. 28. Aug. Heute sand in dem hiesigen Konzertsaale die Dorsüh- rung des berühmten Lehrfilms „Der Amazon en- ström" durch Ingenieur Detter aus Darmstadt, einem Bruder des für die Volksbildung schon jahrelang eifrig wirkenden Studienrats Dr. Detter bafclbft, für die Realschule Ridda und die Volksschulen von Ridda. Borsdors, Ober- Widdersheim, Geiß-Ridda, Ober-Schmitten und Michelnau statt. Morgen werden weitere Schulen der ilmgegenb die Dorführung besuchen. Der ebenso lehrreiche als interessante Film zeigt die wundervollen, abwechslungsreichen Ufer dieses wasserreichsten aller Ströme, den Derkehr auf der Wasserstraße, die seltenen Wal sortiere und Fische, ferner b;e wichtigsten Erwerbsquellen der Bewohner durch Kautschuk- und Kakaogewinnung und Handel, den ungeheuren Holzreichtum und die wichtigsten Handelsplätze. Zum Schlüsse werden Vertreter der wilden Bolksstamme und ihre Trachten, ihre Feste unb DolkStänzc vorgesühtt. Am nächsten Sonntag werden fie für Erwachsene auf Wunsch der Kurgäste wiederholt werden. Z1 Aus dem Kreise Büdingen. 29 Aug. «Beigeordnetenwablen 1 In Wolf wurde Landwirt Konrad Ragel mit 117 Stimmen gewählt. Sein ®cgncr Heinrich Graul erhielt 107 Stimmen. 3n Effolderbach wurde der Kaufinann Jakob Häufet- mit 135 Stimmen gewählt. Sein Gegner Robert Lenz erhielt C6 Stimmen 3n Heegheim wurde der Land- toit t Adolf Luther nnt 76 Stimmen einstimmig gewählt. In Bobenhausen siegte der seitherige Beigeordnete Al brand mit 105 Stimmen. der Gegenkandidat Otto Wacker erhielt 50 Stimmen. An Bellmuth wurde der seitherige Beigeordnete August Scherer mit großer Mehrheit wiedergewählt 7" Unftr-Cd) mitten. 29 Aug. Da- Dordringen der Stechmücken, die der To Hirn unb irrtümlicherweise mit ..Schnaken" bezeichnet, nach dem Dogeisberge zu, macht sich von Jahr -u Jahr mehr bemerkbar. Salzhaufen hat bereits feit Jahren unter dieser Plage zu leiden. PAuch hier wie in den angrenzenden Otten zeigen sich die nächtlichen Quälgeister und Ruhestörer ganz besonder- in diesem Jahre und tl ist. anzunehmen, daß sie weiter ihren Weg nordwärts finden werden, ohne sich von der zunehmenden Höhe deS Geländes abfchrecken zu lassen. Gerade die großen H a r b t e i ch e unb bic Teiche in unmittelbarer Rahe Salzhausens mit ihrem stillftehenben Wasser find die Brutstätte dieses lästigen Ungeziefers und tragen dazu bei, seine Zahl ins Ungeheure zu vermehren. Man sollte dem Beispiele Rheinhessens folgen unb schon jetzt, bevor weitere Strecken verseucht sind, an ernstliche, allgemeine Maßnahmen zur Bekämpfung der Plagegeister denken - Bei der am Sonntag stattgehabten Wahl wurde der langjährige Beigeordnete Ulrich einstimmig wiedergewählt, was in einer Dachseier gebührend begangen wurde. Mreiö Schotten. )—( Ruppertsburg. 27. Aug Am letzten Sonntag feierten die hiesigen Schulklassen auf dem schön gelegenen Sportplätze, dem sog Loh. ihr 3 u g enbf eft, daS zugleich al« Rheinlands eier gedacht war. Die Einwohnerschaft beteiligte sich zahlreich daran 3n einer Ansprache schilderte der Lehrer der 1. Klasse die Bedeutung der Iahrtaufendfeier der Rheinlande unb gab einen Ueberblick über die tausendjährige Geschichte dieses Gebietes, dessen Bevölkerung in dieser langen Zeit trotz unsäglicher Leiden stets treudeutsche Gesinnung gezeigt hat und noch bewahrt. Die Ansprache war umrahmt von Dater- lands- und Rheinliedern und Deklamationen der Älnber. Dovausgegangen war bereits ein Ell- botenlauf der Knaben, bei dem zwei Kilometer in 6Vi Minuten zurückgelegt wurden ES folgten bann verschiedene Wettspiele, wie Wettlauf der Jungen, Sierlaus der Mädchen und Ochwebe- baumlaufen. wobei Geldpreise zur Verteilung tarnen, bic die Ehern. Fabrik Friedrichshütte in dankenswerter Weife gestiftet hatte. Kreis AlsfclV. !*! Alsfeld, 30. Aug. Die Feier zum 400jährigen Gedächtnis der Einführung der Reformation in Alsfeld fand unter außerordentlich starker Beteiligung der Be- oölkerung von Alsfeld und aus der Umgegend statt. Als Festplatz hatte man die wunderbar gelegene sog. Stcmfaufc gewählt, die inmitten mächtiger Laubbäume einen schönen Festplatz bot und sich außerordentlich gut eignete für die Ausführung des Freilichtspiels. Eröffnet wurde die Feier durch die Vorträge der Posaunenchöre von Hattendorf und Immichenhain und Gesangsoorträge des hiesigen Kirchengesangvereins. Danach sprach Pfarrer H e ch- I e r herzliche Begrüßungsworte, die Feier solle ein fröhliches Bekenntnis zu dem Erbe der Reformation (ein. Die Festrede hielt Pfarrer Berk aus Roßdorf über das Thema: „Evangelisches Bekenntnis". Er überbrachte die Grüße des Evangelischen Bundes für Hessen unb dankte der alten Lutherstadt Alsfeld für die Einladung. Anschließend an Kaulbachs Bild schildert er Luthers Leden und fein Be- fenntnis zum Evangelium. Gewisfensrecht und Gottesglaube, Gemeinsinn,Gemeinschaftsgefühl und praktische Gemeinbearbeit müßten wir von dem ?roßen Reformator lernen. Das evangelische Be- enntnis müsse zur Tat führen, so wie es uns das heutige Festspiel „Glaube und Heimat" zeigen werde. Er schloß mit dem Gelöbnis: Hie gut evangelisch allewege! Hie treu deutsch allewege! Dann sang die Gemeinde das Lied „Ein feste Bura ist unser Gott". Nach kurzer Pause erfolgte die Ausführung von „Glaube und Heima t", Ira- Sbbie eines Volkes von Karl Schönherr, durch Mitglieder der evangelischen Gemeinde Alsfeld, unter Leitung des Schauspielers Bechstein. Das Stück, welches in der Zeit der furchtbaren Gegenreformation in Oesterreich spielte, wurde von den Als- felbern in wirklich vorbilblicher Weise zur Auf- ftihrung gebracht. — Die Einführung der Refor- mation in unserer Stadt geschah im Jahre 1525 durch Luthers Freund lieleinann Schnabel. t Lehnheim, 28. August Das hier im Orte vor einiger Zeit ins Leben gerufene Musikkorps. beffen Leiter ein Grunberger Herr ist. hat so bebeutenbe Fortschritte gemacht unb ist baburch so bekannt geworben, baß eS nicht allein ben örtlichen Wünschen gerecht wer- ErhöMe Leitungen verlangt die heutige Zeit auch von Ihnen. Sichern Sie sich ihre ceistigc Spannkraft und Ihr körperliches Wohlbefinden durch du Tra«en von Continental-Absitzen. Sie vermindern die Erschütterungen de« Körpers, schonen dadurch Ihre Nerven u. beugen vorzeitiger Ermüdung vor. Verlangen Sie ausdrücklich Continental billiger und haltbver im Gebrauch als Leder, iapu, schwarz oder braun bei led. Schuhmacher ertütrnkh. So gut wie Contra en tei-ReHen, den kann, sondern auch auS Der nahen und weiten ümgegeni) Anfragen und Aufforderungen zum Striefen tn großer Zahl eintreffen. — Der äußere ^dou des im Frühjahr begonnenen Schulhauses st bis auf die inneren Einrichtungen vollständig fertiMeftellt. Mit letzteren hofft man bis zum Spätherbst soweit fertig zu sein, fo daß im Frühjahr oder Frühsommer das Schulhaus seiner Bestimmung übergeben werden kann. Die schöne Lage sowie die freie Umgebung ermöglichen es. Spielplätze für die Kinder anzulegen. Der Geldbedarf ist bis jetzt auf dem Verkauf von Holz aus dem Gemeindewold beftritter worden, und man hofft auch die noch entstehenden Kosten auf diesem Wege zu decken. Starkenburg un Rheinhessen. *!• Offenbach, 30. Aug. Man merkt im öffentlichen kommunalen Leben, daß die Stadtverordnetenwahlen vor der Tür stehen. Die Kommunisten treten mit allerlei Propagandaanträgen hervor Auch auf der sogenannten bürgerlichen Seite ist man tätig! Man verlangt von der gegenwärtigen Mehrheit, daß sie das in dem städtischen Haushalt bestehende D e- f i z i t noch vor der Wahl beseitigt. 3m übrigen sind lebhafte 'Bestrebungen im Gang, alle Rechtsparteien zu vereinigen. Es ist auch gelungen eine gemeinschaftliche Liste der Deutschnationalen, Hausbesitzer. Volksparteiler, der industriellen Verbände, des Handwerlerkartells und verschiedener Personen des Kleinhandels zusammenzubringen, deren Vertreter nach der Wahl eine einheitliche Fraktion bilden werden. Hessen-Nassau, fpd. Frankfurt a. M.. 30. Aug. Bürgermeister A s ch in Höchst a. M. ist als Rach - jo t g e r von Pros. Dr. Bleicher für den Stadtkä m-m ererposten in Aussicht genommen bzw. vorgeschlagen worden. In der Höchster Stadtrerordneie roersammlung wurde er von der großen Mehrheit gebeten, seine Kräfte weiterhin in den Dienst der Stadt Höchst zu , stellen. Bürgermeister Asch dankte für das Ver- »trauen und erklärte, daß er sich seine endgültige Stellungnahme Vorbehalte. Soweit wir unterrichtet sind, wird in Den Frankfurter maßgebenden Kreisen die Entscheidung darüber, ob Asch der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung als Kämmerer zur Wahzl vorgeschlagen werden soll oder nicht, erst am nächsten Dienstag gefällt. Die Wahl ist unseres Wissens noch nicht ganz bestimmt. — Ein Kohlenarbeiter versuchte seine Frau mit einer Axt zu e r s ch l a g e n. Er wurde rechtzeitig daran gehindert und einer Heilanstalt zugeführt. — In der Fahrgasse wurde ein P f er d sche u und sprang in die Erkerscheibe eines Blumengekchäfter. Mitten im Erker v-ieb das Tier unverletzt stehen, mußte aber von e nem Glaser, nachdem dieser sämtliches Glas aus dem Ramen entfernt hatte, aus dem Fenster geholt werden. - In einem hiesigen Gasthaus gab es Samstag abend inmitten des größten Trubels und Verlehrs eine recht unangenehme Überraschung insosorn, als Kriminalbeamte sämtliche Kellner verhafte- t e n und dem Gerichtsgefängnis zuführten. Die Kellner hatten einen Einbrecher unterstützt, indem sie die gestohlenen Zigarren in der Wirtschaft verkauft chatten. Der Mädcherrmord in Darmstadt. fpd. Frankfurt a. M.. 30. Aug. Wie wir hören, verfolgt die Kriminalpolizei in der Mäb- chenmordangelegenheit jetzt eine ganz bestimmte Spur, die nach Frankfurt zu führen scheint. Man glaubt, daß man in einigen Tagen das Geheimnis, das über der Ermordeten lastete, lüften kann. üebrigens fand man in dem Zimmer des ' flüchtigen Studenten M e o n außer den frischen Blutspuren auch noch solche, die der Gerichts- chemiier Dr. Popp auf ein Alter von etwa y einem Jahr schätzt. Von dem Mörder fehlt noch jede Spur. Evangelischer Volkstag für Grosr-Frankfurt. Am 6. September soll in Frankfurt a. M. ein großer evangelischer Volkstag abgehalten werden, der alle Evangelischen in Frankfurt, ebenso die evangelischen Gemeinden der näheren und weiteren Umgebung, ckus Nassau, Hessen " und KstrHessen zu Massenversammlungen zusammenführen will. Der Vormittag ist mit Festgottes- diensten ausgefüllt, die in allen Kirchen Groß- Frankfurts stattfinden. Daran schließt sich eine von allen evangelischen Vereinen Groß-Frankfuns veranstaltete Versammlung im Freien auf dem R ö m e r b e r g an, in der Pfarrer Karl D e i d t, früher Frankfurt, jetzt Professor am Predigersemi- mar in Herborn spricht. Die Nachmittagsoeranstaltungen sind in die Festhalle verlegt. Das reichhaltige Programm weist Freilichtaufführungen, Massenfreiübungen und sportliche Wettkämpfe aus. Posaunen und Kirchenchöre sind hier, wie bei allen Veranstaltungen, herangezogen. Für den Abend ist eine Festversammlung in der Festhalle vorgesehen, in der Professor Senior D. Bornemann, Pfarrer Niemöller- Elberfeld und Arbeitersekretär Springer-Stuttgart sprechen werden. Die Vorbereitungen zu dem Fest sind in vollem Gange. Wirtschaft. Neichsbankgirokouten wieder gebührenfrei. Don der Reichsbank wird mitgeteilt: 3m Interesse einer weiteren Verbilligung der Zinsen- und Gebührensätze im Bankverkehr und besonders der Befreiung des Zahlungsverkehrs von allen vermeidbaren Spesen hat die Reichsbank sich entschlossen, mit Rückwirkung ab 1. August 1925 die bisher verrechneten Giroumfätze und Pauschgebühren fallen zu lassen und die Girokonten wieder völlig gebührenfrei zu führen. — Die Mindeftguthaben bleiben unver- ändert Die Reichsbank hofft mit ihrem Vorgehen, das ihr erhebliche Opfer auferlegt, auch den anderen Banken eine erneute üeDerprüfung der Konditionen im Sinne einer Verbilligung zu ermöglichen. Eine weitere Erleichterung für die Dankwelt hat die Reichsbank dadurch getroffen, daß sie die bisher für Lombarddarlehensentnahmen der Reichs- und Geldinstitute auf ein bis längstens drei Tage festgesetzte Laufzeit versuchsweise auf fünf Tage verlängert hat. Hierdurch werden die genannten Institute der Rot- wendigkeit enthoben, für kürzeren Bedarf erforderliche Gelder durch Diskontierung von längeren Fristwechseln beschaffen zu müssen, wodurch die Koste,! der Geldentnahme verschärft, ferner aber auch die Inanspruchnahme der Reichsbank unnötig verlängert wurde. Verbot des ZeitungSverkaufes auf der Leipziger Me^fse. Das Leipziger Meßamt hat sich dazu veranlaßt gesehen, die Verbreitung von Druckwerken aller Art in den ovm Hesseamt verwalteten Meßplätzen sowie in dem gesamten Gelände der Technischen Messe als unzulässig zu erftären. Die Messebesucher und Aussteller werden auf die „Meßamtliche Wirtschafts- und Exportzeitung" verwiesen, die für Messeintereslenten täglich zur Verfügung gestellt wird. Dieses Verbot stellt praktisch eine Verhinderung des Verkaufs sämtlicher Zeitungen und Zeitschriften auf der Seidiger Mustermesse dar und hat, wie dem DHD. aus Ausstellerkreisen geschrieben wird, allgemeines Befremden hervor- gerufen. Man hat den Eindruck, als wenn daß Meßamt sämtlichen Meßinteressenten die offizielle Zeitung der Leipziger Messe unter Ausschluß aller übrigen Blätter nahebringen will. Wenn man bedenkt, welchen großen Wtteil gerade die Tagespreise an der Förderung Der Leipziger Mustermesse hat, so erscheint dieses Vorgehen des Meßamtes schon in dessen eigenem Interesse merkwürdig, denn es erscheint selbstverständlich, daß für den Fall der Durchführung des erlassenen Verbotes die Presse zu Schritten greifen müßte, die den Messeveranstaltungea Leipzigs hinderlich werden könnten. Der Deutsche Buchdruckerverein hat bereits, wie in der »Zeitschrift für Deutschlands Buchdrucker und verwandte Gewerbe" mitgeteilt wird, zusammen mit dem Verein Leipziger Buchdruckereibesitzer und Dem Verband Der Fachpresse die Aufhebung dieses gänzlich unberechtigten Verbotes gefördert. Er hat Darauf hingewiesen, daß geraDe die Presse es ist. Die das Hauptverdienst an dem Anwachsen Der Leipziger Messe hat. * Siegerländer E i s e n st e i n v e.r e i n. Der Verein hat seine Verkaufstätigkeit für September zu unveränderten Preisen aufgenommen. Die Lage des Siegerländer Bergbaues ver- schlechter'te sich im August noch mehr, so daß wieder eine Grube sich gezwungen sah, Den Betrieb zu schließen. Berliner Produktvnöörfe. Berlin, 29. Aug. Der Produktenmarkt hatte ruhiges Geschäft. Das Angebot des Inlandes war nicht groß und bei geringer ilntetnefjmungö- lust wurden Die Preise schwächer Gerste reichlich angeboten, Hafer war still und Mehl wurde wenig umgeseht. Es kosteten 1000 Kilo: Weizen märt 217 bis 222, Dto. Sept. 238, Oft. 246,5, Dez 254, Roggen, märt 166 bis 173, dto. September 184, Oft. 194, Dez. 199,5, 199, 199.5, Gerste, mär' 225 bis 254, Futtergerste 180 bis 185. Hafer, märf. 173 bis 181. Dto. Dez. 190, Mais (lofo Berlin) 217 bis 218, Raps 355 bis 360. Es kosteten 100 Kilo: Weizenmehl 31,25 bis 34,25, Roggenmehl 24,25 bis 26,25 Weizen- kleie 12,60, Roggenkleie 12,30. Viktoriaerbsen 26 bis 32, Futtererbsen 21 und 23, Wicken 26 unD 29, Lupinen (blau) 12i5 bis 14, Rapskuchen 15,80 bis 16, Leinkuchen 22,60 bis 22,80, Trocken- schnitzel 12, Torfmelasse 9 bis 9,20, Kartoffelflocken 19,60 bis 19,75, Zucker 21,25 bis 21. Buntes Allerlei. DerTaktstock und feine Geschichte 3m Rigaer Deutschen Männergesangverein befindet sich ein Taktstock, Der eine eigenartige Geschichte hat. Es handelt sich nämlich um einen Taktstock Richard Wagners, der lange Zeit spurlos verschwunden war und ganz zufällig vor mehreren 3ahren wieder aufgefunden wurde. Wagner war bekanntlich von 1837—1839 Kapellmeister des Theaters tn Riga. Eine ungemütliche Zeit für Den Metster, Der in Riga meist erbitterte Kämpfe mit seinen Gläubigern aus Königsberg und Magdeburg auszufechten hatte. Wie man weiß, wurde er eines Tages des unbe- friedlgenden Daseins in Riga überdrüssig und suchte eine Besserung seiner Verhältnisse in der französischen Hauptstadt, wo ihm sein Schwager Eduard Avenarius, seiner Stiefschwester Cäcilie Mann, hilfreich zur Seite stand. Ss war für Richard Wagner nicht ganz einfach, aus Rußland zu flüchten, hatten doch seine Gläubiger auf seinen Pah Beschlag gelegt. Das fluchtartige Verlassen des russischen Bodens erforderte daher eine üeberstürzung, in Der vieles im Stich gelassen werden mußte. Als Theaterkapellmeister in Riga hatte der Kontponist von Freunden feiner Kunst als Geschenk einen zierlichen Taftstock erhalten, der ein kleines Kunstwerk war. Dieser Dirigentenstab bestand aus gedrehtem Fischbein und war mit einer feinen Elfenbeinschnitzerei, die eine Hand Darstellte. verziert. Ob Wagner nun seine Miete bezahlen konnte oder nicht, jedenfalls war er gezwungen, Den Taktstock seinen Wirtsleuten zu Überlassen. Dieser Taftstock hat sich Dann durch Generationen weiter vererbt und ist später in Der Familie eines angesehenen Rigaer Burgers namens Paul Strauß wieder aufgetaucht. Herr Strauß hat ihn seinerzeit Dem Rigaer Männergesangverein zum Geschenk gemacht mit der Bestimmung, daß Der jeweilige Chorleiter in allen Konzerten Den Taktstock des großen Meisters zu benutzen habe. Deutscher Universitätsbesuch nach dem Kriege. Der Besuch der deutschen Universitäten hat nach dem Kriege bedeutend ^genommen. Wie wir einer neuen Statistik entnehmen, war die Zahl der Studierenden, die im Wintersemester 1913/14 59 263 betrug, im Sommer 1923 auf 85 394 gestiegen. Damit war die höchste Zahl der Nachkriegszeit erreicht. Mit dem Wintersemester 1923/24 trat ein Rückgang auf 76 859 Studierende ein, der sich in den beiden folgenden Semestern fortsetzte. Vergleicht man die Zahl der Studierenden in Den Jahren 1923/24, so kann man eine besonders starke Zunahme der Studenten der Volkswirtschaft und der C h e ° m i e feststellen. Während 1914 2316 Studenten der Volkswirtschaft immatrikuliert waren, waren es 1924 12167. Chemie studierten 1914 889, 1924 3671. Bedeutend zugenommen hat auch die Zahl der Juristen: sie stieg von 9373 auf 22 232. Dagegen zeigen die theologische, medizinische und philologische Fakultät eine mäßige Abnahme. Statt der 14 884 Mediziner im Jahre 1914 gab es 1924 nur noch 10 7.38, statt der 12 228 Philologen 10 047, die Zahl der evangelischen Theologen ging von 3774 auf 2098, Die der katholischen von 1735 auf 1588 zurück. Bedeutend zugenommen hat dagegen das Studium der Landwirtschaft und Der Zahnheilkunde: das erstere Fach studierten 1914 1420, 1924 3576, Zahnheilkunde 1914 761, 1924 1625. Die Weltmacht bet Anzeige. Die Auflösung der über 150 Jahre alten Schuhpuhftrma Day L Martin, Die einst weltberühmt war und infolge Der Vernachlässigung Der Reklame immer mehr zurückging, gibt Dem hervorragendsten Londoner Reflarnefachmann Sir Charles H i g h a m Anlaß, auf „Die Weltmacht Der Reklame" hinzuweisen. „Day & Martin," sagte er, „verfertigten eine so gute Schuhputz- reeme wie nur irgendeine andere Firma. Aber sie sagten sich: „ünser Schuhputz ist Der beste; jedermann kennt ihn und benutzt ihn. Deshalb brauchen wir nicht zu annoncieren." Als aber andere Firmen Durch Anzeigen auf ihre Fabrikate hinwiesen, Do trat der Schuh putz Der historischen Firma immer mehr in den Hintergrund und wurde allmählich vergessen. Was nutzte Day & Martin Die Güte ihres Mittels, wenn die Welt nichts mehr Davon w u ß t e? Es gibt viele Beispiele von alt- eingeführten Häusern, die langsam absterben, nur weil sie Die Weltmacht der Anzeige nicht erkennen. Andere, die ihren' Fehler rechtzeitig einsehen, wissen sich zu halten. Das bezeichnendste Beispiel Dafür sind die Gummireifen von Dunlop. Der Absatz Der Firma ging immer mehr zurück, bis sie schließlich einen großen Anzeigen- seldzug eröffnete und damit ihren Absatz auf die alte Höhe brachte. Ein anderer Fall ist die altbekannte „Wolsey-Ünterwäsche". Wolseys hatten eine Ware zustande gebracht. Die beim Waschen nicht einläuft; sie vertrauten auf Die Güte dieser Wäsche, die jede Konkurrenz übertraf. Aber sie annoncierten nicht, und bald wußte niemand mehr, welche Vorteile die Wolsey-Ünterwäsche besaß. Ihr Geschäft ging immer mehr zurück, bis sie auf meinen Rat Anzeigen in großem Stil aufgaben und sich damit retteten. Die Ware muß gut sein; sie kann aber nur eine weite Verbreitung erlangen, wenn sie bekannt ist. Es wäre der größte Fehler, schlechte Waren in großem Stil zu annoncieren, Denn dies Geschäft lohnt sich nicht. Daher kann das Publikum sicher fein, daß es, wenn es angezeigte Waren kauft, Die bestmöglichen Artikel erhält, und zwar zu einem möglichst niedrigen Preise." Paderewski und der Elefant. Einen amüsanten Beitrag zur „Völkerpsychologie" gab Der polnische Klaviervirtuose und Politiker Paderewski in einer Rede, die er in einem Londoner Klub gehalten hat. Er erzählte eine Geschichte von einem Engländer, einem Franzosen, einem Deutschen, einem Russen und einem Polen, von denen jedem Die Aufgabe gestellt wird, eine Abhandlung über Den Elefanten zu schreiben. Der Engländer kauft sich zunächst eine vollständige Iagdausrüstung, reift nach Indien, Hehl auf die Elefantenjagd und schreibt nach einem Jahr ein mit zahlreichen Photographien ausgestattetes Buch mit dem Titel „Der Elefant, und wie ich ihn schoß". Der Franzose geht nach dem Pariser Zoologischen Garten, sieht sich dort den (Stefanien an, befreundet sich mit dem Wärter, fragt diesen bei einer Flasche Wein aus und schreibt nach 6 Wochen ein Buch: '„'Sie Liebschaften der Elefanten". Der Deutsche studiert sämtliche Bücher und Abhairdlungen durch, die über den Elefanten geschrieben worden sind; dann schreibt er ein Werk in Drei dicken Bänden mit Dem Titel „Vorläufige Einleitung in das Studium des Elefanten". Der Russe geht in seine Dachstube, trinkt Dort große Mengen Wutki, läßt auch Den Samowar nicht ausgehen und konsumiert unaufhörlich Tee. Dann bringt er ein lletneS Büchlein zustande mit Dem Titel „Der Elefant — existiert er?“ Der Pole aber macht sich an Die Arbeit, und nach sechs Wochen hat er eine Streitschrift fertig mit Dem Titel „Der Elefant und die polnische Frage". Vüchertisch. — Ernährung und Pflege des älte- t e n Kindes (nach Dem Säuglingsalter). Ein LeitfaDen für Mütter und Pflegerinnen von üniversitätsprosessor Dr. Leo Längstem. Dritte, erweiterte und veränderte Auflage. Max Hesses Verlag, Berlin W. 15. — Während das Kind im ersten Jahr, als Säugling gehegt und gepflegt wird, liegt die Behütung des Kleinkindes und des Schulkindes noch im Argen. Langstein behandelt erschöpfend alle einschlägigen Fragen, wie Entwickelung des Kindes, verschiedenartige Veranlagung desselben, Zeichen von Gesundheit und Krankheit, besonders ausführlich wird auf dies so wichtige Kapitel der richtigen Ernährung und den Schutz der Kinder vor ansteckenden Krankheiten eingegangen. 495 — Der Deutsche Meister-Bund bringt in seiner Zeitschrift „Sie Meiste r“ viel entfallenes oder nicht gekanntes Gut unserer älteren Schriftsteller und Dichter zutage, in kurzweiliger Abwechslung und ohne lehrhaftes Drein- reden. Das soeben erschienene Augustheft ist dem Vorarlberger Franz Michael Felder, Der Bauer und Dichter war, gewidmet. Er lebte 1839 bis 1869 und wurde zu Unrecht vergessen. Felder ist der berufene Gestalter seines Volkstumes. Wer Mitglied des Deutschen Meister-Bundes wird, erhält „Die Meister". (Hauptgeschäftsstelle München, Residenzstr. 10 II.) — Sie neuen Steuergesetze 1925, Einführung und Steuerführer mit sämtlichen Ge- setzesterten. Herausgegeben von Rechtsanwalt Sr. Fritz Koppe. Geheftet 3,00 Mark. Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin W. 10. Sie Ausgabe hat alle Vorzüge einer Handausgabe, vollständige Gesetzestexte, guten Druck, dauerhaften Einband, handliches Formal und vor allem eine ausgezeichnete gemeinverständliche Sarstellung der vielen Neuerungen, das alles auf engstem Raume und zu wohlfeilem Preise. - Dr. C. Pröbster. Konsul a. D.. „Sie Franzosen in Marokk o". Ring Verlag, Berlin W 30. Wohl zum ersten Male erhält hier die deutsche Oeffentlichkeit in den marokkanischen Hexenkefsel einen Einblick. Der unbeeinflußt ist von Der Hochflut frisierter Pariser Darstellungen. Dargestellt von einem Verfasser, Der Land und Leute Rordafrikas genau kennt. 494 — „S er Sklave bei Kleopatra" von Else Marquardsen, Kamphövener-Spahin-Verlag, Darmstadt. Ein Buch voll glutheißer Sinnlichkeit. Es hält, was sein Titel verspricht. — Rodert Walser, „Die Rose" (Ernst Rowohlt-Verlag, Berlin). Blätter voll Weisheit und Reife, kühl und klar. „Dich binden, Macht des Geistes, wem gelänge das?" 136 — „W a s sagt Voltaire?" Eine Auswahl aus feinen Werken, herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Sr. Paul S a k m a n n. 1925. Alfred Kröner-Verlag in Leipzig. Voltaire ist ein Geist von so unverwüstlichem Leben, daß man ihn heute auch lesen und genießen kann, ohne den Apparat geschichtlicher Kommentare zu Rgte zu ziehen. Und doch wird man ein volles und gerechtes Verständnis seiner Leistung erst dann erreichen, wenn man ihn, Ihren Fragen folgendes zu und Base. Base und Base) tenlinie miteinander verschwägert sein. Hiernach ist zu sagen: 1. Vettern (Vetter Briefkasten der Redaktion. (Rechtsa.itachten sind ohne Verbindlichkeit d« Redaktion.) 6. T. II. in L. Ser Verwandtschaftsund Sch Wäger schastsbegri ff des Bür- gerlichen Gesetzbuchs (B. G. B.) gilt auch Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Ümschau".) Dienstag, 1. September. 3Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4Uhr: Wetterbericht Der Gießener WetterDienststelle. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.15 Uhr: Rachrichten« Dienst Der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau. 4.20 Ähr: Rachrichtendienst. 4.25 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.30 bis 6 übt: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Die deutsche Oper nach Wagner. 6 ühr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 ühr: Die Lesestunda (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Don Quichote" von Cervantes. 6 30 bis 7 ühr: „Rostbildung und Rostentfernung." Vortrag von H. Frensch, Chemiker. 7 ühr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7.30 ühr: Vortragszyklus der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M- Hanau: „Die Aufwertungsgesetze III, Aufwertung der Pfandbriefe", Vortrag von Dr. Keim. 7.30 bis 8 ühr: Vortragszyklus des Stadtgesundheits- amtes: „Oertliche Erholung". Vortrag von Stadt- medizinalrat Dr. Oxenius. 8 bis 8.30 ühr: Schachstunde (deutsche Rormalspiele mit Bezeichnungen), veranstaltet vom Schachverein ..An- derssen" — Schachkurs für Anfänger und Fortgeschrittene von Prof. Dr. R. Mannheimer. 8.30 bis 10 ühr: Im Cafe zur Rachtigall, eine coffeinöfe Studie nebst Musik.. — Anschließend: Rachrichtendienst. Wettermeldung, Sportfunkdienst. wie es in diesem Buche geschieht, aus seiner Zeit mit ihren Spannungen und Kämpfen, de n Jahrhundert der Kritik, der Aufklärung und der Reformen heraus begreift 284 — Klabund, „B racke", ein E 'enspiegel- roman. (Verlag: Deutsche Buchgeineinschait, Berlin.) Der Prosaist Klabund erscheint mir fast größer als der Lyriker. Sein „Bracke" ist gewidmet dem Gedächtnis des nwrkischen Schalkes Hans Glauent, von Dem viele Geschichten in Der Mark noch umgehen; auch finden sich darin manch andere Märchen und Legenden des Landes. Mit seltener Bewußtheit der Sprache fliegt das Leben des Menschen Bracke in tausend kurzen Bildern vorbei, bis der Sohn des Trebbiner Physitus Bracke, als Seele im Brote des (fljaron stehend, hineinspringt in die schwarzen Flu- ten des Flusses, und nicht in diesem noch in jenem Leben se gesehen ward. Ein gutes und ein kluges Buch, dieses Eulen-Spiegel-Buch! 141 — Giorgiones Geheimnis, von G. F. Hartlaub (Allgem. Verlags-Anstalt. München). Der Mannheimer Kunsthistoriker Hartlaub versucht in diesem vor kurzem erschienenen Buche eine Lösung^ der Rätsel, die um den uns so wenig bekannten Lehrer des Tizian noch immer schweben. Eine ganze Anzahl von Gemälden, die bisher Dem Gegenstand nach wenig oder gar nicht befriedigen konnten, wirD-hier unter neuem Gesichtswinkel geschaut und gedeutet. Vor allem ist ein Fingerzeig wertvoll: Giorgiones Zusammenhang mit gewissen / alchimistisch unD neuplatonisch eingestellten Geheimgesellschaften der Renaissance, aus dem sich manche Bilder spielend leicht deuten lassen: So die „Drei Philosophen" (Wien, Staatsgalerie), Der „Sturm" unD andere. 316 — „D i e Ergebnisse der Reichs- Präsidentenwahl im Volks st aat H e s s e n am 29. März und 26. April 1925“ (Hess. Staatsverlag 1925) ist das neueste Hest in Der von Der Zentralstelle für Die Landesstatistik in Darmstadt veröffentlichten Sammlung über Die Wahlen in Hessen. Es enthält in einer übersichtlichen Gegenüberstellung beider Wahlgänge für jede Gemeinde Die auf Die einzelnen Kandidaten entfallenden Stimmen. — Im einleitenden Text sind auch Vergleiche mit der vorausgegangensn Reichstagswahl gezogen, ferner sind die Wahlergebnisse für Hessen-Rassau unD Das Reich mit* geteilt, außerdem ist das ausgedehnte Zahlenmaterial nach verschiedenen Gesichtspunkten bearbeitet. für andere Gesetze, z. B. das Gereichtsverfassungs- gesetz, die Strafprozeßordnung und für Die nach dem Jnkraftttreten des B. G. B. erlassenen Reichsoder Landesgesetze, also auch für die Hessische Landgemeindeordnung. Wegen des Ser- wandtschafts- und Schwägerschaftsbegrisfes siehe §§ 1589, 1590 B. G. B. Ser Art. 41 Abs. 1 der Landgemeindeordnung lautet: Gcmeinderatsmit« glieder dürfen weder in gerader Linie verwandt oder verschwägert noch im zweiten Grade der Sei- verwandt noch miteinander sowie alle Arten v. Hautunreinigkeiten, Haute Umschlägen, wie BlüUhen, Mitesser, etc. verschwind.d. tägl. Gebrauch ’s < fc-j» j ""= A?t 'r&o|’ I erc M°r2^: ?»'ch-n L.dtt 'S der e » «« ""ÄS ! 'chwar^-jf •ÄI& Bi*»- um u* > <8 16 1 bon ® i -tf ö^’jinbt/ jHÜnie pc,nemN ,eber de- ö ftemf'"»".1*/ "M" * vom studentischen Staat, fflüdblid auf den 8. Deutschen Stubententag. Son Friedrich Ä r u f p L äht die sechs knien Deutschen Stuben len tage n »o damit die (fntroidhing der Deutschen Stuben- I «ischaft miterieble, wird sagen müssen, das, die t hpc der Entwidlungsmöglichkeuen des großdeitt- den akademischen Bunde» mit der Tagung in ■#rlin, d«e mit der Fahrt nach Potedam und der -Kinlonbfunbgfbuny auf geweihtem Boden einen •jtbigen Abschluß iand. wieder eine Wendung «ch eben zu steilem Ausstieg nahm. Bon der ldcundung m Würzburg 1919 führten der Ausbau ter Organisation und die Bemühungen um den wellen Ausgabenkreis zu dem bisher nicht wieder fleichten gelingen Höhepunkt aus dem Deutschen . tudenlentag 1921 zu Erlangen. Dort entwickel- n die Reden der Marholz. Roseier, Bergsirässer, : Dietrich und Gerber die Ideologie der Deutschen : tudentenschast als stiilturerscheinung, und der nrtschasllicheii Selbsthilfe deutscher Studenten .rde mit ihrem Kernstück. dem Werkst üben- en tu in, ihr Ethos gegeben. E, folgten die Ser» Lssungskämpse um die Synthese zwischen )e r Zielsetzung und der Formel der Mitgliedschait. ' e ost in wenig schonen Formen gejührt wurden, rü das Ansätzen der Deutschen Studentenschaft in ii: Oefienilichkeit stark herabminderten. Der Torso re» Studei'tentaues in Honnef 1922 versam» nur die Halste aller Studentenschaften, ein iib der Zerrisfenheit. Roch im gleichen Jahre zu . ü r z b u r g, an der Statte der Gründung, stieg I Phöni; au der Asche, und wiederum zu urzburg. 1923. erlebte die Deutsche Stuben- lichait Anbruch und Festigung einer neuen ziel- wußten Zutunst. Sie wurde unterbrochen durch e Augenblidskrise personeller Natur auf dem tubenteniag in Innsbrud im vergangenen brc. Nur aus dieser Vergangenheit der Deutschen uüentenschoft heraus kann der 8. Deutsche Stu- •ntentag in Berlin kritisch gewürdigt werden. • brachte die Wendung von der bloßen Drganifa- ne zu bemühten Streben nach Inhalt. Diese iisache, die vorbildliche Initiative der Leitung, Disziplin der Sertreter, die selbst in der neun- inbigcn Nachtsitzung nahezu vollzählig bis gegen Uhr morgen5 den Berhandlungen mit Aufmerk- •rfeit folgten, und allenthalben erkennbare straffe ilnung in der Organifation berechtigen dazu, eine rtrtf de» Studeiitentoges mit der Feststellung zu fltnnen, dast wieder von einem deutschen „Stu- i enftaat" gesprochen werden darf und seine Zu» . n;t gesichert ist. Seinen sichtbaren Ausdrud fand s „Siaatsgefühl" in den Beratungen einer jiU- uHieinverbindlichen Ehrenordnung, die Fin» t und Äorporierte, Waffenstudenten und Kotho» en einem einheitlichen Siandesbewusttsein unter- rbnet. Was dos heiht, kann nur ermessen, wer o Vielgestaltigkeit deutschen Studentenleben» out. Auch die Geiallenen-Gedenkstif- l n g, die durch Selbstbesteuerung aller deutschen iubenten die Mittel aufbringen will, um den rften das Studium im Ausland zu ermöglichen, id fo deutschen Geist an die ausländischen Hoch- jltn zu trogen, zeugt in schöner Weise für den iveinschastsaeist, der den Stubentenitig beseelte. Die Verhandlungen ergeben die klare Gliederung ' „Staatspolitik". Die Innenpolitik umfaßt die rqe für dos geistige, körperliche und soziale Wohl Staatsbürger, mit der sich die Beratungen des lubementagee, die Verhandlungen über die wirt- Mlithen Fragen befchöskigten. Die Außenpolitik liegen bezieht sich auf die Vertretung der deut- Inn Interessen in den internationalen studentischen rbaniwn und auf die Unterhaltung von Se- »hingen zu den ausländischen Studentenschaften. 3ip Innenpolitik nahm naturgemäß den Echtesten Raum ein. Allein den kulturellen Fragen ren die zwei Tage des Studientages ein- mt, der dem Stubenlentag noranging. Diese ?gung der Fachschaften der deutschen Studenten- ist mar freilich noch allzusehr auf Kleinarbeit sgestellt, auf Fragen des inneren Lehr- triebe», der Seminare, der Prüfungen usw- - war psnchologllch interessant, daß die innere desriedigtheit in Berlin noch stärker al» in Inns- i