L eiteret Besatzungsabbau? s s Räumungsabfichten für den rechtsrheinischen Brückenkopf Mainz u des zur die Berufung einer regung Loucheurs hin, beschlossen. Weltwirtschaftskonferenz cz rt rt £ Ui IBSXI. Bla in 3, 28. Dez. lieber eine Umgruppierung der Truppen im rechtsrheinischen Brückenkopf Blain) will der „Blainzer Anzeiger" u. a. erfahren haben: Sämtliche französischen Truppen des rechtsrheinischen Blainzer Brückenkopfes aus den Garnisonen Wiesbaden, Biebrich. Langenfchwal- bach und Idstein mit ihren Stäben und Jamillen werden, soweit sie noch nicht das Gebiet des genannten Brückenkopfes verlaffen haben bis zum 30. Dezember 1925 endgültig abziehen und in dem linksrheinischen Blainzer Brückenkopf bzw. im Brückenkopf Koblenz neue Quartiere beziehen. Der Abtransport der Truppen, die seither die Wiesbadener Garnison gebildet haben, erfolgt an dem genannten Tage vom Bahnhof Wiesbaden-West aus. Das gesamte Aktenmaterial der einzelnen militärischen Bureaus ist bereits nach den neuen Standorten ab gegangen. Das Kriegsgericht beim Hauptquartier des 30. französischen Armeekorps wird in Koblenz errichtet. Am 1. Januar übernimmt dieenglische Besatzung die Bäume dieses Kriegsgerichts für dieselben Zwecke im hiesigen Landgerichksgebäude, sowie die Bureaus in den Bäumen des • früheren Hotels „hohenzollern". hier wird auch das englische Hauptquartier seinen Stand haben. Wie das Blatt weiter erfährt, ist vorgesehen, । vom April nächsten Jahres ab nur noch zwei französische Armeekorps in den Bheinlanden als Besatzung zu lassen, und zwar das 32. und 33. Armeekorps. Das 30. Armeekorps, dessen Generalstab von Wiesbaden nach Koblenz verlegt wird, wird im April 1926 aufgelöst und die Truppen werden nach Frankreich zurückkehren. In Verfolg dieser Be- duktion soll auch das Kriegsgericht Blain} aufgelöst werden, fo daß nur noch in Landau und Trier fron I zöfifche Kriegsgerichte bestehen bleiben werden. 'Außerdem schweben Verhandlungen möglichst bald, vielleicht noch im Laufedes Sommers 192 6, Die gesamte französische Finanzpolitik hat durch ihre geradezu sinnlose Schuldenwirtschaft ein völliges Fiasko erlitten. Das Land ist reich, der Staat ist arm. Groteske Steuerpolitik untergrub vielfach die letzten Kredite. Einen Staatshaushalt von 33 Milliarden auf* zustellen, hatten theoretisch wie praktisch wohl alle sieben französischen Finanzminister fertig* gebracht, die Frankreich in den letzten 18 Monaten verbraucht hat. 2lber die Regelung eines Schuldendienstes gegenüber England und Amerika, der um ein Mehrfaches höher war als die Endsumme des gesamten Staatsbudgets, war eine Sisyphusarbeit, an der auch ein C a i l l a u x scheiterte, der im Sn* und Auslande vielfach als der Retter des Vaterlandes galt. Das Kartell zerfiel. Die Sozialisten gefielen sich lieber in negierender Opposition, denn in positiver Mitarbeit. Briand löste Painlevö I und II ab, orientierte sich sehr deutlich immer weiter nach rechts, namentlich als er Soumer im Widerspruch fast zum gesamten Kartell zum Nachfolger des gänzlich versagenden L o u ch e u r ernannte. Vom Glorienscheine seines Locamo-Ruhmes um- Frankreich im Jahre 1925. (Von unserem ^.Korrespondenten.) Paris, Ende Dezember 1925. Erschetnttägtlch. außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monalr-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger: lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechan schlösse: Schriftleitung 112, Der» lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Blain 11686. Dieser hat die bekannten Forderungen in Genf entwickelt, die die einzelnen Volkswirtschaften und Staaten von Europa aufeinander zuzwingen sollen, soll nicht Europa im ganzen in den Sumpf geraten. Man rede nicht von „(Bereinigten Staaten von Europa" und dergleichen Phantasien. Man fasse auch hier die Ausgabe praktisch an: den Abbau der Zollmauern, die Herstellung von Verkehrsabkommen, die Beseitigung von Patzschwierigkeiten u. dgl. und man kommt ganz von selber und zwangsläuslg dann an die beiden springenden Punkte, die in der ersten Hälfte des neuen Jahres gleichfalls erörtert werden, weil sie erörtert werden müssen. Diese beiden Punkte, die die Völkerbunds- konserenz zur Wirtschaft nicht behandeln will, weil sie sowieso schon zur Erörterung stehen, sind der Abschluß der internationalen Schulden* arrangements mit Nordamerika, das heitzt, worauf es entscheidend ankommt, der Abschluß eines solchen Abkommens von Frankreich mit Nordamerika, nick» auf unserer Seite die Erörterung und Revision des D a w e s * P l a n e s. 3um ersteren hat Coolidge sein Programm so deutlich wie irgend möglich ausgesprochen. Er will diese ganzen Abkommen zu Ende Bringen. Nordamerika will keinem Schuldner etwas schenken, es will auch lein em Schuldner Unmögliches zumuten, aber es verlangt die Anerkennung der von ihm geliehenen Beträge samt Zins und Zinseszinsen, und es hat diese Siegerstaaten, weil sie Amerikas Hilfe eben brauchm, in der Schere und es benutzt diese Schere zu dem Druck eben auf den Abrüstungswillen. Auch die Erörterung des Dawesplanes, der am 1. September 1925 in das zweite Jahr eintrat, hat begonnen. Der Reparationsagent, Mr. Gilbert, ist nach Nordamerika gegangen, mit ihm der bekannte Gouverneur der Bank von England, Montagu Norman. Der Agent Hal vorher eine umfangreiche Denkschrift über den Plan und seine Wirksamkeit im ersten Jahr veröffentlicht, und er steht in seinem Bericht vor der Tatsache der großen deutschen Wirtschefls- und Kreditkrise und vor der anderen Tatsache des immer stärker gewordenen Abschlusses der anderen Volkswirtschaften gegen die deutsche Ausfuhr, ohne die doch Zahlungen aus dem Plan auf die Dauer gar nicht getätigt werden können. £3 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Rc- hlameanjeigen von 70 nun Breite 35 Reichspfennig, Plahvorfchrift 20mehr Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortiich: für Politik und Feuilleton Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil Gruft Blumfchein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. MussolinibeiChambertam Rom, 30. Dez. (XU.) Ministerpräsident Mussolini traf gestern um 5.30 Uf)r nachmittags aus Mailand kommend in Rapallo ein, wo er mit Chamberlain eine zweistündige Unterredung hatte, an der auch, der Llnterstaats- sekretär für Heereswesen, General Caballero, teilnahm. Mussolini wird heute morgen in Rom zurückerwartet. Nachmittags tritt der Ministerrat zusammen, in dem Mussolini Erklärungen über die Austenpolitik abgeben wird. 3n politischen Kreisen nimmt man an, dah Mussolini versucht habe, Chamberlain die politische Auswirkung eines für Italien günstigen Schulden- abfommenS vor Augen zu führen, um gewisse Bei dem englischen Schatzamt noch Bestehenden Widerstände, die Italien sehr Beunruhigen, zu beseitigen. Das russisch-türkische Abkommen, das hier in Rom als gegen das britische Weltreich gerichtet betrachtet wird, zumal Tschitscherin nach seiner Abreise von Berlin leine Verständigung mit Chamberlain gesucht hat, wird Mussolini hierbei voraussichtlich als Druckmittel Benutzt haben. Allerdings kann nach dem „Me'sagero" von einer akuten Konfliklsgefahr durch den russtsch-türlifchen Vertrag nicht gesprochen werden, wohl aber von einer Neuorientierung, deren Rückwirkung sich auf dem Dalkan und auch im weiteren Europa fühlbar machen werde. Italien wird jedenfalls das Ergebnis der Londoner Verhandlungen als Prüfstein der englischen Freundschaft werten. »c# 8 »0- v p ft '»** s S,5ä,5t« Q »3^53 P? 2.3 * »ä , ro, V —, 3 h L W Crfl s 2,® ch Das zu Ende gehende Jahr wird stets von überragender Bedeutung bleiben, nicht nur für die politische und wirtschaftspolitische Entwick- | lung Frankreichs, sondern vor allen Gingen auch für die Geschichte der deutsch-frairzosischen Beziehungen. Das Linkslartell, das unter Herriot zu Beginn d?s Jahres 1925 das fürchterliche Erbe des chauvinistischen Imperiasts- mus der unseligen Regierung Poincaräs und des Bloe national übernommen hatte, geigte auf die Dauer seiner Aufgabe nicht gewachsen. Herriot scheiterte an dem Widerstande des Senats und damit erlitt die Politik des Linkslarteils bereits seinen ersten tödlichen Stotz. P a i n l e b c und Herriot lösten sich einander ab. Der bisherige Präsident der Kammer Painleve übernahm die Leitung der französischen Regierung, währeird der bisherige Ministerpräsident Herriot als Nach- folger Painlevcs zum Präsidenten der Kammer gewählt wurde. Der innere Zersetzungsprozest Frankreichs aber lieh sich nicht mehr aufhalten. Mit fast mathematischer Sicherheit folgte Rückschlag auf Rückschlag, die Sünden der Vergangenheit rächten sich Bitter an einem völlig unhaltbaren System, einer sogenannten Demokratie, deren Parlamentarismus allmählich zum Gespött ganzen Landes wird. Angesichts des mir 0«v Verfügung stehenden Raumes kann es um so weniger meine Aufgabe sein, Einzelheiten und Daten aneinander zu reihen, als die gesamte innere und äußere Politik Frankreichs gegen Schluß des Jahres 1925 eine so grundlegend« Wandelung und völlige .Umgestaltung erfährt, daß man eigentlich nur al fresco diese innere Revolution skizzieren möchte. strahlt, deckte er die Inflationspolitik seiner Finanzminister, und der Franken stürzte weiter, I fo weit, daß die große Masse des Volkes jetzt I sehr wohl begreift, um was es sich eigentlich handelt. Die Unzufriedenheit wächst, die Unruhe im ganzen Lande wird immer großer, die all- I gemeine Teuerung nimmt immer beängstigendere Formen an, der (Ruf nach dem starken Manne wird immer lauter. Wohlgemerkt: Frankreich ist ein reiches Land. Wenn feine Finanzen augenblicklich in einer schier beispiellosen Unordnung sind, ist das gewiß nicht Briands Schuld noch die seiner Ministerkollegen. Doch England und Amerika drängen auf Regelung der Kriegsschuldenfrage. | Marokko und Syrien fordern Riefenkredite, die östlichen Bundesgenossen brauchen viel Geld, die I russischen Milliarden scheinen unwiederbringlich verloren, die eigenen Bürger verweigern dem Staate den Kredit: so bleibt fein weiterer Ausweg als die Inflation. Kein Staat in der Welt hat irgendein Interesse an der Entwertung des französischen Franken, am allerwenigsten Deutschland, dessen Export ungeheuer schwer leidet unter dem französischen Valuta-Dumping. Deutschland will sich mit Frankreich verständigen. Es hat ihm den Sicherungspakt angeboten. Deutschland selbst hat unbedingt ein Interesse an einer friedlichen Entwicklung zur Wiedergesundung seiner zerrütteten Wirtschaft. Gewiß bestehen Gegensätze, in industrieller wie in kommerzieller Beziehung zwischen beiden Ländern. Aber warum sie verschärfen? Wir müssen mit Frankreich unbedingt so rasch wie möglich in ein einigermaßen erträgliches Verhältnis kommen. Es muß sich ein Weg finden lassen, um die schreienden Ungerechtigkeiten, die der Bertrag von Versailles uns auferlegt, wettzumachen. Eupen-Malmedy, Rheinland, Saargebiet, Elsaß-Lothringen, die Kolonien, 'DlilitärEoniroUe, Erdrosselung der deutschen Luftschiffahrt, und viel anderes mehr find nur einige Punkte eines selbstverständlichen Programms, dessen Erfüllung die nächste Zukunft uns bringen muß, wenn anders überhaupt jedes freund-nachbarliche Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich nicht lediglich Utopie bleiben soll. Wir wollen uns mit Frankreich verständigen, wir wollen mit ihm einen Handelsvertrag schließen, wir suchen mit ihm einen gerechten Ausgleich, eine vernünftige Verständigung, aber als Gleichberechtigte, Ebenbürtige. Der „Geist von Locarno" ist gegenwärtig das Schlagwort in Paris, wenn von einer deutsch-französischen Verständigung die Rede ist. Die Zeiten eines politischen Köhlerglaubens, der noch mit Schlagworten arbeitet, aber sind vorbei. Die ungeheure wirtschaftliche Depression, die auf ganz Europa lastet, ist viel zu groß, als daß in den europäischen den rechtsrheinischen Brückenkopf Mainz, also die besetzten Gebiete des preußischen Begierungsbezirks Wiesbaden und die besetzten Teile der kreise Offenbach a. Bl„ Groß-Gerau und Darmstadt des Bolks- staates Hessen völlig sowohl von französischen wie von englischen Truppen zu räumen. Neue Wohnungsbeschlagnahme an der Nahe. WEN. 0bcrftein-3bar (Nahe), 29.Dez. Infolge der Umgruppierungen im Wiesbadener Bezirk haben die Beiden Nahestädte OBer- ftein und Idar neue Besatzungstruppen erhalten, die an die Stadtverwaltungen weitere Wohnungsanforderungen gestellt haben. Trotz mehrfacher Verhandlungen mit dem Armeeoberkommando in Mainz ist nunmehr den Stadtverwaltungen der Leistungsbefehl für 20 neue Offiziers- und Unteroffizier- Wohnungen zugestellt worden. Diese neue Belastung der Städte steht in schroffem Widerspruch zu einer schriftlichen Erklärung de« Generals Guilaumat, daß bis zum . Aplril 1926 im französisch besetzten Gebiet keinerlei neue Wohnungsanforderungen gestellt werden sollen. Im übrigen ist den Stadtverwaltungen mitgeteilt worden, daß die Städte Oberstein und Idar als Gamisonstädte weiterhin belegt bleiben als äußerste rheinische Grenzstädte gegen das Saargebiet. — Auch aus Trier kommen Meldungen von neuen Wohnungsbefchlagnahmungen. Das Frauenhaus des Augustinerhofs, das bisher die Eisenbahndirektion Trier inne hatte, sowie einige Nebengebäude und Holzbaracken, in denen zwei Familien unter gebracht waren, müssen bis zum 7. Januar geräumt werden. Das Frauenhaus hat 71 Zimmer und 6 Dachkammern. . Rücktritt Tirards? Berlin, 29. Dez. (TU.) Wie die „DAZ." aus Köln berichtet, wird der schon mehr-fach angekündigte Rücktritt des französischen Kommandanten der Rheinlandkommission Tirarb und _ seiner engeren Mitarbeiter nunmehr am 1. März nädjften Jahres erfolgen. Briaadegeneral T a b o r i s ist interimistisch zum Befehlshaber der 41. Infanterie- Division der Rheinarmee ernannt worden. .Kabinetten überhaupt noch Raum sein dürfte für Kirchturmspolitik und Scheuklappengänger. Der Ministerrat hinter Doumer. Annahme des Finaiizprostramms. Paris, 29. Dez. (TU.) Der heute vormittag zusammengetretene Ministerrat hat einstimmig die Finanzprojekte Donmers angenommen. Die radikalsozialiftischen Minister, die in der letzten Beratung gegen Doumer Stellung genommen hatten, haben unter dem Eindruck der gestrigen Erklärungen Briands und der heutigen erneuten Vorstellungen des Ministerpräsidenten nachgegeben, doch verlautet, daß die r a d i k a l s o z i a l i st i s ch e Kammergruppe und die republikanischen S o z i a l i st e n bei der bevorstehenden Kammerdebatte ihren bisherigen Standpunkt aufrecht- erhalten werden. Rach Schluß der heutigen Beratungen teilte der Unterstaatssekretär Laval mit, daß der Ministerrat neben Sparmaßnahmen und verstärkter Erfassung der bestehenden Steuern eine Besteuerung der Börsenoperationen, der Ausfuhrgeschäfte, eine Erhöhung der Tabaksteuer und eine außerordentliche und zeitweilige Steuer auf sämtliche Geschäftsabschlüsse im Inland und mit dem Ausland beschlossen hat. Die letztgenannte Steuer stellt die Umsatzsteuer dar. Man hat aber, um den radikalsozialistischen Kabinettsmitgliedern entgegenzukommen, diese Bezeichnung vermieden. Die Ausgleichung des Budgets soll, wie Finanzminister Doumer bei Ausgang der Sitzung mitteilte, folgendermaßen vor sich gehen: Ausgaben: Der Fehlbetrag des Budgets 1926 beträgt 4,5 Milliarden. Rach neuen Erspar- nissen von 200 Millionen Franken stellt sich der endgültige Fehlbetrag auf 4,3 Milliarden, jährliche Rückstellung der Schulden der Bangue de France 2 Milliarden, jährliche Amortisierung der schwebenden Schuld 2.5 Milliarden: insgesamt be tragen die Ausgaben 8,8 Milliarden. Einnahmen: Erhöhung der bestehenden Einkommensteuer 3 Milliarden, verstärkte Erfassung der Steuer 300 Millionen, Besteuerung der Börsen- qefchäfte mit 1 Prozent 100 Millionen, Erhöhung der Tabaksteuer 1 Milliarde, Aussuhrtare 600 Millionen, außerordentliche und zeitweilige Besteuerung der Geschäftsabschlüsse in Höhe von 1,2 Prozent 3.8 Milliarde»: insgesamt Einnahmen von 8,8 Milliarden. * Doumer, der sechste Finanzminister dieses Jahres, drohte ebenfalls schon mit seinem Sanierungsprogramm am Widerstand der radikalen Minister zu scheitern. Run ist es Briands Geschicklichkeit doch noch in zwölfter Stunde gelungen, die offene Krisis zu vermeiden und im Ministerrat die Annahme der Vorschläge Doumers durchzu- setzen. Sie laufen darauf hinaus, daß drei Viertel Milliarden durch den Tabak eingebracht werden sollen, daß eine Art innere Dumpingsteuer auf den Erport gelegt wird, die etwa eine Milliarde einbringt, und endlich Verdoppelung der Umsatzsteuer, deren Ertrag auf vier Milliarden geschätzt wird. 2 «I ß = 3» iS3 a • jn®: r. o' C'ogfi? 2?^ km ,'t „ » 'gr cr^n»» cfo « tahsfölSi Auch das wird nicht reichen, vor allem ist der Block der Linken damit nicht einverstanden. Er hat Gegenvorschläge eingereicht, die sich allerdings nicht sofort auswirken. Aber er bleibt mit Doumers Plänen nicht einverstanden. Der Witz ist nun der, daß man den sozialistischen Parteikongreß abwarten will, der am 10. Januar beginnt. Je nach seiner Entscheidung wird dann auch die Krise der französischen Finanzen, die gleichzeitig eine Kavinettskrisis werden kann, erneut aktuell. Keine Friedensverhandlungen mit Md el Krim. Paris. 30. Dez. (TU.) Der englische Hauptmann C u n n i n g , der seit mehr als einer Woche als Unterhändler Abd el Krims in Paris weilt, wird dieser Tage unverrichteter Dinge nach London Weiterreisen. Briand hat nach dem gestrigen Ministerrat im Gespräch mit Journalisten deutlich zu verstehen gegeben, dah es nicht seine Absicht sei. Hauptmann Cunning zu empfangen, von dem man überhaupt, wie der Ministerpräsident wegwerfend hinzufügte, viel zu viel Aufhebens mache. Am Quai d'Orsey wird erklärt, daß Hauptmann Cunning brieflich davon in Kenntnis gesetzt werden würde, daß die französische Regierung es ablehne, mit ihm in Verbindung zu treten. Gleichzeitig wird das in Aussicht gestellte Communique an die Presse ausgegeben werden. General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverMtr-vuch und Stelndruckerei R. Lange in Kletzen. Schristlettung und Seschästrftelle: Schulftrabe 7. Nr 504 Erstes Blatt 175. Jahrgang Mittwoch, 50. Dezember 1925 Siebener Anzeiger Außenpolitische Umschau. Von Professor Dr. Otto Hoetzsch, M. d. R. Können wir auf 1925 mit Befriedigung zurück blicken oder nicht? Das Jahr 1924 brachte mit der Befestigung der Rentenmark, dem Dawes-Plan und der amerikanischen Anleihe eine Beruhigung, die viele Menschen in Deutschland schon für eine Genesung gehalten haben. Wie wenig das der Fall war, sehen wir am Ende 1925 recht klar. Das Bild der Wirtschaft ist trostlos. Landwirtschaft, In- buftric, Handel kämpfen mit einer Kreditlose, die o groß ist wie niemals, und das Jahr endet dunkel mit sorgenvollen Ausblicken, was das neue Jahr der Wirtschaft und sozialen Ordnung bringen könne. Sehen wir aber nicht rückwärts, sondern vorwärts! Suchen wir die Linien zu erkennen, auf denen die Entwicklung laufen muß, die Aufgaben, die uns gestellt sind. Daß das heute in allen Schwierigkeiten klarer und bestimmter möglich ist, als vor einem Jahr, das gibt doch trotz allem am Schluß des Jahres eine gewisse Zuversicht. Man sieht, wo- ür die deutsche Politik eingesetzt werden muß, man icht, daß die Aufgaben viel größer geworden sind, )ie vor ihr stehen und daß sie ganz konkret auf- gefaßt werden können und müssen. Der Kampf um Locarno liegt hinter uns, der Pakt von London ist geschlossen. Wie man auch dazu gestanden hat, jetzt gilt es, auf diesem Boden Umschau halten und aus den neuen Verhältnissen und Bindungen für Deutschland das Aeußerste herauszuholen! Der Völkerbundsrat in Genf hat in Fortführung der Locarno-Linie Beschlüsse gefaßt, die auch für unser Deutschland fest umriffene Aufgaben in der nächsten Zeit bedeuten. Der eine gilt der A b - rüstungskonferenz, deren vorbereitende Konferenz am 15. Februar 1926 zufammentritt. Zu ihr sind neben Ratsstaaten und anderen Bundes Mitgliedern auch Deutschland, Nordamerika und Rußland eingeladen. Nordamerikas Teilnahme ist wahrscheinlich, Rußland ist zur Teilnahme bereit. Deutschland, auch wenn es bis dahin noch nicht im Völkerbund ist, wird der Einladung entsprechen. Du mit wird, und sehr viel im einzelnen wird davon noch zu sprechen sein, die Abrüstungsfrage zu einer konkreten Aufgabe praktischer Politik. Der Wagen rollt, und er rollt nicht nur auf dem Gleise, ani das ihn jetzt der Völkerbund gesetzt hat (wie wir nicht vergessen wollen: auf Druck und Anstoß Deutschlands unb seiner bestimmten Abrüstungskonferenz, die Nordamerika zum zweitenmal in forberung in der deutschen Note vom 20. Juli). Er rollt auch auf dem andern Gleise, der Abrüstungs- Washington versammeln will. Und so richtig alles ist, was man theoretisch gegen Unwahrscheinlichkeit und Unmöglichkeit der allgemeinen Abrüstung sagen kann, das steht fest, daß zwei bis an die Zahne bewaffnete Staaten, Frankreich und Polen, ihr Finanzelend zu einem großen Teil ihrem maßlos hohen Militärbudget verdanken und daß sie vor dem Staatsbankerott und wirtz'chaftlichen Zusammenbruch nur durch ausländische Hilfe bewahrt werden können, deren absolute Voraussetzung aber wieder entscheidende Schritte auf die Abrüstung hin sind. Ohne dies ist amerikanische Hilfe nicht zu erwarten, und damit eben ist die Abrüstungsfrage aus theoretischen Wünschen, Hoffnungen und Bedenken heraus eine praktische Aufgabe der Politik geworden, zu der unser Deutschland unter dem Gesichtspunkt seiner Lebensnotwendigkeiten aufs eingehendste und Iritischste Stellung nehmen muß. Der Völkerbund hat sodann auf eine An* Sn 5" r> n 2 r. f> 1 io» ^(7 »’S« l i in k " _ *■* h n (D (v *"*' T' 5 i® Sä' 2 - MN s. ^5' S* • „ 6* ” 9 ? M 6 L2 rt rüstet sich zu neuen Sümpfen. Zwar ist es .<■ i gelungen, den aufständischen General L i ch i n g l i n ,yi schlagen und Tientsin einzunehmen, jedoch konnte er ihn nicht völlig vernichten, da es diesem gelang, den größten Teil feiner Armee nach Süden zurückzunehmen. Fengyusiang sieht sich daher noch immer ziemlich starken Streitkräften gegenüber, die es ihm unmöglich machen, schon setzt gegen Tfchanglfolin im Norden oorzugehen. Er wird daher sich zunächst gegen feinen Gegner im Süden wenden. Spaltung der englischen Konservativen? London, 29. De;. iT^l.1 Der .Glasgow Herald", bas führende Organ fsr schottischen Konservativen, diskutiert zum erstenmal in der gesamten «qali'chen konfervaiioen Pr-rsie eine be* vorstehend? Spaltung in der konservativen Partei. Das Blatt sagt u. a., Diejenigen, dir Die Entwicklung Der Dinge aus nächster Rähe beobachten können, wissen bestimmt. Daß in Den nächststen 4 bis 8 Wochen Der zielbewußte Versuch gemacht ir erben wird, Baldwin z u stürzen unD Die konservative Partei zu spalten. Die Krise, Die sich aus der Kohlenfrage entwickeln könnte, wird vielleicht Diesen Versuch unterstützen oder auch nicht. Kann die Regierung aber nicht Durch Diese Frage zum Stolpern gebracht werben, so wirb mau eben einen anderen Grund finden. An der Spitze^Der Bewegung stehen Lord Birkenhead und Churchill. Die jungen Tories scheinen Dagegen auf Baldwins Seite zu stehen. Kleine politsiche Nachrichten. Der Reichspräsident empfing als Ab- Dehnung des Reichs verdanDes Der deutschen Industrie die Herren Geheimrat Professor Dr. h. c. Duisdueg. Feowein, Kraemer, Funcke, Geh-imrat Dr. Clairmoent. Maras. Kommerzienrat Dr. Reusch. Geheimrat von Borsig, Geheimrat Käst! und Dr. Herke unD nahm von ihnen Berichte über die gegenwärtige Rotlage der deutschen Industrie, ihrer Zweige und Der einzelnem InduslriegBiete entgegen. Der Hamburger Senat hat beschiesscu. ,um chcenten Gedächtnis Des «ersten ReichsarüttDenlen die im Staotteil Reust ad! Rord gelegene Ringstraße Fr iedrich - Eber t-Strahe zu Le» neimen. 2er Papst empfing den Deutschen Bokschafter Dr. v. Der g c n und Den bayerischen Gesandten Frecheren von N i t t e r z u G r o c n e ft e u n , dis ihm ihre Glückwünsche zum bevorstehenden Jahreswechsel au5fprtid)eiL Der Reichslommissar für Die te e*jien Gebiete, Freiherr Langwerth v. Simmern, machte in Begleitung seines Stelloer!rc.trrs. Des Finanz- Dirigenten Grafen Adel m a n n, Dem Oberbefehlshaber Der franzüfi'chen. Rheinarmee, G-ene- rat ®uiKtaumat, feinen Antrittsbe'uch. Der Generaldirektor der französischen Berg- werksdircktron im Saargebiet, Desline tritt am 15. Ianuar von seinem. Posten zr'.rück. Gleichfalls sollen 30 bis 4G Prozent der Beamten Der Zentralverwaltung Der Direktion Der Saargruben ab gebaut werden. Der Präsident imb Der Sekretär des Syndikats sind vor Weihnachten plötzlich entlassen worden. Ansang des nächsten Iahres wird der Kommandeur der Berliner Schutzpolizei, Oberst Sau» pisch, aus Dem Dienst scheiden. Die seit Monaten herrschende h o l l ä n d - sche Kabinettskrise ist einer Lösung nom nicht näher gekommen. Die Königin hat nach ihrer Rückkehr aus Hat Loo den mit der Kabinettsbildung beauftragten Führer der christlich- historischen Kammerfraktion, Dr. de Visser, zur Berichterstattung empfangen. In parlamentarischen Kreisen wird mit Der Bildung eines C e s ch ä f t s m i n i st e r i u m s und mit Der eventuellen Auslösung Der Zweit en Kammer gerechnet. Die Botschaftcrkonserenz hat beschlossen, die Mitglieder der nut der Mikitärkontrolle in Bulgarien beauftragten Organe abzuberuf c n , da Bulgarien alle militärischen Bestimmungen des Vertrages von Neuilly erfüllt habe. Ans aller Wett. Vor einer Ueberschwemmungs-- katastrophe im Nheingebiet. DoS Hochwasser auf dem Rhein ist weiter sehr erheblich gestiegen, nachdem in der Rächt zum Dienstag am Oberrhein das Wasser nicht weiter zugenommen hatte. Bon IG Tlhr vormittags an flieg das Wasser ziemlich bemerkbar, da Die Bebenslüssc des Obcrrbein wieder gewaltige Was [ermassen heranführten. Der A e ck a r hatte bereits Die ganze Vorstadt von Mannheim unter Wasser gelebt unD steigt weiter. Bei Koblenz steigt der Rhein stündlich um 4 Zentimeter. Besonders ungünstige Meldungen liegen vom Riederrhei.n vor. Bei Bonn ist Der Fluß in d"v Morgenstunden über die ilfcv getreten und hat bereits einige Stadtteile überschwemmt. Der Verkehr zwischen den am Ufer gelegenen Häusern wird mit Kähnen aufrecht erhalten. Da das Wasser schnell steigt, befürchtet man weitere UeberschwemmungSichäden. Der Kölner Pegel zeigte Dienstagabend 7 Llhc einen Stand von 7,31 gegen 6,81 Montag- nachrnittag, und Mittwoch früh 7,81 Meter. Das Wasser steigt immer noch 6 Zentimeter in Der Stunde. Die Straßen am Rhein vom Laystapel bis zur Hängebrücke sind vollständig überflutet. Die Straßenbahn mußte umgeleitet werden. Man ist ei feig damit beschäftigt, Holz- ft e g e zu bauen, um den Verkehr zwischen den Häusern aufrecht erhalten zu können. Infolge des hohen Wasserstandes ist Die Schiffbrücke Sob»- lenz-Ehrenbrertstein für jeglichen Verkehr gesperrt worden. Mittwoch vormittag Dürfte mit den: allgemeinen Verbot für die Schiffahrt zu rechnen sein. In den Straßen der unteren Stadt Koblenz ist das Hochwasser bereits in Die tiefer gelegenen Wohnungen ein- gedrungen. Auch Duisburg wird vom Hochwasser bedroht, das stündlich um 8 Zentimeter steigt. In A e u w i e d hat Der Rhein, etwa ein Viertel der Stadt überschwemmt. Die Geschäftsleute konnten die bedrohter: Geschäfte rechtzeitig räumen. Es ist Damit zu rech - 'n, daß das Haupi- gefchaftSviertel völlig unter Wasser gefetzt wird. Regierungspräsident Brandt von Koblenz traf heute hier ein. um sich persönlich von dem Stand des Hochwassers zu unterrichten. Er besichtigte Die bedrohten Stadtteile und versprach, alles auf- zubieten, um den von dem Hochwasser besonders stark betroffenen Gemeinden eine staatliche Unter» stutzung zuteil werden zu lassen. An der Mosel ist Die befürchtete Hochwasferkatastrophe nun ein- getreten. Die Mosel stieg innerhalb Der letzten 24 ötunDcn um einen Meter und erreichte Dienstag früh um 4 Ähr tert Höchststand von 6.05 Meter. Auf diesem PegekstauD ist Das Wasser früh stehen geblieben. Die an Den Alfern liegenden Straßen Triers fl'hen unter Wasser und die dort liegend en Kell erräume mußten geräumt werden. Do dies nicht Der Fall war, wurde schwerer Schade?! angerichttt. Die Schis,ahrt ist völlig eingestellt. Ebenso ter Betrieb "Cer Mofeltalbahn, Deren Gleise vom Wasser überspült werden. Die Bekitzungstrup >2n h?b n dieEx.r^ier- und Lagerplätze, die ar. Cer Mosel liegen, geräumt. Mit einer fo furchtbrrnc Katastrophe wie im Iahre 1920 dürfte nach Den bisherigen Erscheinungen nicht zu rechnen sein, da die Schneeschmelze ziemlich vorüber ist. Der Wasserstand des Mains steigt stündlich um etwa 5 Zentimeter. Vom Obermain wird gleichfalls starkes Steigen der Waffer- majfen gemeldet. Es ist mit einem Hochwasser, ähnlich dem im November 1924, zu rechnen, das voraussichtlich erst während der Neujahrsfeiertaae in die Erschei.nmg treten wird. Von Den Nebenflüssen des Mains haben die Nidda unD die Kinzig ihren Höchststand erreicht und es »st bei beiden ein gewisser ^.tillftand eingetreten. Tic Niederungen sind nreilenweit überfchwemmt. Auch die Gersprenz bringt aus dem Odenwald gewaltige Was- fermaffen. Weite Strecken Ackerlandes und Wiesen stehen hoch unter Äaffer. Zahlreiche Keller stehen bkreiis voll Wasser, stellenweise ist der Fluß seeartig über Die Ufer getreten. Hochwasser in Holland. Ans M n a st r i ch t kommen beunruhigende Nach- 'ichren über hohen Wasserst and der Maas, die in den letzten Stunden um i0 Zentimeter gestiegen ist. 5n N o e r m ond erreichte das Wasser der Maa^ hellte eine Höhe, die 26 Zentimeter über Dem höchsten Wasterstande des Jahres 1923 liegt. Sollte das Wasser weiter steigen, so ist mit der Ueberschweni- mung eines großen Teiles von Nord-Limburg zu rechnen. In N y m w e g e n stieg der Waal heute I vormittag aus 24 Meter über den normalen Stand. I In 'Borte! mußte der Betrieb von zwei Fabriken i eingestellt werden, da das an Der deutschen Grenze fließende Dinkcl-Flüßchen über die Ufer getreten ist. Schweres Automobilunglück als Folge des Hochwassers. Ein schweres Automobil;,nglück, das al* Folge des Hochwassers anzusehen ist, ereignete sich in Heidelberg. Der praktische Arzt Dr. Vogel rooUte mit feiner Frau aus Heidelberg, wo er einer Weihnachtsfeier beigewohnt hatte, nach dem benachbarten Ziegeihousen zurückfahren. Aus der Rückfahrt war zwischen .Heidelberg und Ziegeitzausen an der Stistsmühle bü Straße in einer Strecke von 190 | Meier überschwemm t. Offenbar ist der Führe: I durch das starke Austpritzen des Wassers irregeriihn worden. Er fuhr mit dem Wagen gegen die Bö- 1 fchung, ritz einige Steine um und stürzte dann in den zur Zeil sehr hochgehenden Neckar. Dr. Vogel zerschlug eine Fensterscheibe und konnte sich aus Dem Wagen retten. Dagegen versanken Frau Vogel und der 23jährige Chauffeur Layer in den Fluten. Die Leichen lonnteu noch nicht geborgen werden. Auch der Wagen liegt noch im 'Neckar. An der Un= stillstelle ist das Wasier ungefähr sechs Meter tief. Das vorläufige Ergebnis der Zeppeken-Eckener-Sp nde. In Stuttgart Janb zur Kenntnisnahme des vorläufigen Ergebnisses ber Zeppelin-Spende eine Sitzung statt, an der auch Dr. Eckener teilnahm. Der Vorsitzende der toammlung teilte mit, daß in Württemberg bisher 181 088,-36 Mk. eingegangen sind. Ohne Hweistl würde die Summe von 200 Obst' Mark erreicht werden, da noch das Ergebnis in verschiedenen Gemeinden aussteht. Die Unkosten für die Propaganda hätten nur 2,8 Proz. betragen. Dr. Eckener schilderte die Schwierigkeiten, die der Sammlung begegnen. Trotzdem sei die Sammlung keineswegs in Deutschland mißlungen, da bisher V Millionen Mark aufgebracht worden sei aus nur kleinen Beträgen (die großen. fehlteiO- fast ganz wegen der schwierigen Wirtschaftslage) und da die Sammeltätigkeit in der Rheinprooinz, Westfalen, Hannover, Mecklenburg, Hamburg, Boyern, außer München, Thüringen und in der Prov. Sachfen noch mcht auf genommen worden fei. Jedenfalls mürbe nach Neujahr mit bem Bau ber Gondeln, Maschinen und Anschlugn-^cke, die für jeden Typ gleich seien, begonnen werden. Aenes Lawinenunglück in Oberbayern. Beim Aachgehen Dor Bauten der Zugspi tz- bahn gerieten fünf Arbeiter in eine Lawine. Zwei von ihnen wurden getötet. Schweres verkehrsimglück in Holland. Amsterdam, 30. Dez. (WTB^Funkfprucl).) Pei Bergen op-Zoom versagte gestern abend der Motor eines Auto-Omnibusses, als dieser eine Föhre verlassen hatte. Aus bem abschüssigen nfergelänbe glitt der Omnibus bem Wasser zu. Die Pasiagiere wurden von einer Panik ergriffen und bräunten ben Wagenführer vom Platze. Der Omnibus stürzte ins Wasier und 7 Passagiereer- tranken. Ein Passagier unb Der Wagenführer retteten sich burch Abspringen. Wcttervoranssage. Meist bedeckt, kräftige westliche Winde, milde, Regensälle. Die westliche Luftströmung dauert fort. Der gestern nördlich von Schottland gelegene Wirbel liegt mit feinem Kern zur Zeit vor Mittels skandinavien und wird in nordöstlicher Richtung abziehen. Aeue Wirbel sind aus Westen zu erwarten, so dast die milde regnerische Witterung noch anhalten wird. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 132. Minimum 11,6 Grad Celsius. Aiederschläge: 18,3 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 13 Grad Celsius. Aus der proviuzialhauptstadt. Gießen, den 30. Dezember 1925. Ihr „lietDes, onniges Owrverhesie". Von unserer ..Entdeckungsreise" durch die Antworten auf das Preisausschreiben zur Iu- biläums-Ausgabe des Gießener Anzeigers bringen wir unseren Lesern heute als zweite Kostprobe den nachstehenden Gruß einer Gießenerirr, die jetzt „in der Fremde" (in der Aähe der Lahnmündung) wohnt, aber selbst im schönen Lahntal ihr „tictoeS, sonniges Owwerhesse" nct vergesse kann: 'Dar ich in mehn geliebte Gieße. Ich ließ Die Müh' mich net verDriehe, Ich fragt herum, owe, mitte un nnne. Bis Die Hvchststimmrzahl ich erauegefunue. D' ganze Dag denk ich gar noch abenDs im Bett, Denn ich Den erfcht? Preis nur hat. Wie wollt ich Da awwer springe unD laafe, Un hr mei Liew? praktisch: Christtinncher faafe. Q* fpchctzt Bändei Doch halt, ich derf nct verge'e. So schwätzt m'r net bei uns in Owwerhefse. Warum mit gelehrte Wörter sich f ttäle? Da sagt m'r Ge'chichtercher tu.t \z verzähle. Die Vauerichfraa. die Dort das Spinnrad dreht llnb d' Schäfer, ber fo in Gedanke steht. Da verseht in’r sich doch mit einem al In Vogelsberg ober ins Bufeckertal: In mein liewes, sorrniges OwwerheVe. Das ich in Der Fremde net kann verzef'e. ilcuerbaul t gbis wohl niemand. Dem bei Der Kält Aet Die Schchwollanzeig Elfe Dittmars gefallt! Wem wird fe net gleich in Die Aage steche. Die Denninghofsanzeig, Die eiläd zum Zeche? Ich feh fc die Zung an d Zäh sich wetze. Die feuchtfrohe Gießer, Die gern Schoppe petze. Mit so 'm große Druck braucht m'r grab nct se protze. Wer klaa Geld hat, crawwelt doch ,jns Lotzc". Ich lese fe all. Die Große, Die Kleine. Die im Fettdruck und die gefchriwwene Feine. Wenn der Briefträger morgen» mein Gieß neu Aus jeder Zeil mir die Heimat winkt! [bringt, Welch' von bene Anzeige soll m'r nn wähle? (S* Auto lärm m'r nct klaa geschriwwe empfehle. Wie Hermanns und Froitzheim ihre Ware biete Vornehm, dezent bringe Die se ar.' Mann. [an; Er liegt fast in allen Mehner« Dctnn! Der ausgeprägte Schönheitssinn. VrrD merkwürdig, male kenne fast alle, Drum wird Guhls' Klischeesangebot gefalle. 3euc Anzeig hat Doch ihren richtige Platz. Ich nruß sage, wir gefällt Doch ein jeder Satz. Es Geld fehlt mir nur, daß ich kaafe t’anni Ra, Die Hauptfach bleibt, doch, daß m'r lese kann. Denn - - -•'.am Da vor Inhrn e'n üllartn aus Zett. Zum Optiker S. eair verlangt e' Brett, Durch däi er de Gäißer Mzeiger kennt lease. Aick> fei. fu saht "r, schmr cwweratt gewease. In dem Loare da vorn, un in dem Do heanne, Aich formt bei Gott naut Paffendes feannc. „Wir hoben für Sie bestimmt etwas." Sprach Herr S.. probieren Sie mal dieses Glas." Au kvame Die Brette vbb Die Roas, Met deckem un met Dinnem Gloa». Dich för Die Aage, bann wirrer zereck, Häitt er Die Zeitung, — Doch batt er faa Gleack. A Breil ab, a off, - xin aller Ruh, Sah Herr S. Dem Treiben des Mannes zu. 76orsicht!g, mit Sitte redet er ihn Dann an: ..Können Eie überhaupt lesen, mein lieber Mann?" Da spraw entrüstet Der Mann aus Zett' „Wann wich lease kennt, Dann braucht aich faa [Brett!" 1. 2. 3. Telephon 1519 iiutD in in 1. 3 6. Drucksachen aller Art Uelert !n jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brüh fiche Ünlv.-Druekerci. R. lange, Die Januar-Miete in Hessen. DaS hessische Gesamtministerium gibt bekannt : r, „ Die gesetzliche Miete für den Mort a t Januar 1 92 6 wird auf 93 Prozent der Friedensmiete festgesetzt. Hierin befindet sich für laufende Instandsetzungskosten ein Zuschlag von 15 Prozent der Zriedensmiete. Gleichzeitig wirb der durch die Bekannt, mochung des Gcsamtministeriums vom 24. März 1925 festgesetzte gewerbliche Zuschlag für Räume mit einer Friedensmiete von 601 bis 1800 Reichs- mark einschließlich von 10 Prozent auf 5 Prozent und für Räume mit einer Friedensmiete von über 1800 Reichsmark von 15 Prozent auf 10 Prozent herabgesetzt. Zur Vermeidung von Zweifeln wird be- me.lt, daß eine Abrundung der Mieten nach oben aut volle 10 Pfennig wie schon seither nicht statthaft ist. Rundfunk-Programm des frankfurter TenderS. (Aus der ^Radio-Umschau*.) Donnerstag, 31. Dezember. 3.30 bis 4 Mr. Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Mr: Rachmittagslonzert des Haus- orchelters „Hundert Jahre Silvester-Ball". 6 bis 6.30 Mr: „Das Abenteuer in der Silvesternacht" von E. Tl>. A Hoffmann. 6.30 bis 7 ilftr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme Wetzlar, 28. Dez. Wegen Diebstahls im Rückfalle und wegen Betrugs wurde gegen den Arbeiter Peter K. von Wetzlar verhandelt. K. war in erster Instanz durch das Amtsgericht Wetzlar zu 4 Monaten Gefängnisstrafe verurteilt worden und hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Der Angeklagte kam an einem Nachmittag im Juli in die Wirtschaft „Domschenke" und trank dort mehrere Gla? Bier. Da er angetrunken und sehr laut war, wurde er wiederholt ermahnt, sich ruhiger zu verhallen. Als für kurze Zeit niemand in dec Wirtschaft war, verschwand der Angeklagte schnell und | „vergaß" seine Zeche zu bezahlen. Die Zeugin G. Bekanntmachung. Betr.: Die Wahl der Vertreter der Krankenkassen und Aerzte für den gemeinsamen Zulasiungs- und Vertragsausschuß der Versicyerungsamtsbezirke Gießen-Stadt und Gießen-Land Da für die auf den 11. Januar 1926 anberaumte Wahl der Vertreter der Krankenkasien und Aerzte für den gemeinsamen Zulassungs- und Vertragsausschuh der Versicherungsamtsbezirke Gießen-Stadt und Gießen-Land nur je eine gültige Vorschlagsliste eingegangen ist, sind als Vertreter bzw. Stellvertreter ge- hat aber bas Verschwinden des Angeklagten bemerkt und fragte gleich die Wirtin, ob die Zeche bezahlt fei. Als ihr dies vernein! wurde, lief sie hinter dem Angeklagten her und stellte ibn unweit des Lokals. Auf die Aufforderung der Zeugin bezahlte der Angeklagte bann die Zecke. Die Zeugin bemerkte weiter, bah der Angeklagte eine Flasche Sherrn in der Tasche hatte. Da sie annahm, die Flasche sei vom Angeklagten gestohlen worden, nahm sie ihm diese ab. Nachher stellte sie tatsächlich fest, baß die Flasche aus dem unverschlossenen «chrank hinter dem Büfett gestohlen worden war. Der Angeklagte gab an, daß er die Tat im Zustand sinnloser Trunkenheit begangen habe und nahm daher den Schutz des § 51 StGB, für sich in Anspruch. Das Gericht sah jedoch als erwiesen an. daß der Angeklagte wohl angetrunken aber nicht sinnlos betrunken war und erkannte wegen des Diebstahls auf 4 M o - nute Gefängnis und wegen Betrugs auf Freisprechung. Unter der Beschuldigung, ohne die behördliche Genehmigung einer Schankwirtschaft betrieben zu haben, war der Arbeiter Wilhelm W. von Wetzlar durch Urteil des Amtsgerichts Wetzlar zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt worden, wogegen er Berufung einlegte. Die Beweisaufnahme ergab, daß bei Angeklagte, der längere Zeit einen Flaschenbier- Handel betrieben halte, Bier, ohne die Konzession zu besitzen, zum alsbaldigen Genuß in seiner Wohnung verabreichte; ferner daß auch verschiedene Male, wenn das Flaschenbier alle war, Faßbier aus anderen Wirtsd)asten geholt wurde, um es aus- zuschänken. Der Angeklagte war geständig und führte zu seiner Entschuldigung an, daß das Bier fast stets nur direkt aus der Flasche getrunken und häufig nicht bezahlt worden. Das Gericht ermäßigte die Strafe auf 100 Mark, hilfswetse 20 Tage Gefängnis. Konkursverfahren. Lieber das Vermögen der Firma K. Kling A Do.. D. m. b. $>• in Gießen wird heute am 24. Dezember 1925. mittags 12 Mr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Rechtsanwalt Eugen Rothenberger in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 15. Januar 1926 bei dem Gerichte anzumelden. Es wirb zur Deschlußfaflung über btc Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigeraus- schuffes und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der ange- meldeten Forderungen auf Freitag, den 22. Januar 1926, vormittags 10 Mr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer 101, Termin anberaumt. 12146B Allen Personen, welche eine zur Kon- kursmaffe gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konlursmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den ®e» meinschuldner Zu verabfolgen ober zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgefonberte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 15. Januar 1926 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht in Gießen. Die Gemeinde Rodheim a. d. D. hat einen vollfleifchigen Vogelsberger Schlacht- bullen zu verkaufen. Angebote auf Ztr. Lebendgewicht können bis zum SamStag, dem 2. Januar 1926, mittags 12 Llhr, auf ber Bürgermeisterei abgegeben werden, woselbst auch anschließend Oeffnung der Angebote erfolgt und die Bedingungen etngesehen werden können. Leicht, Bürgermeister. 12109D ** Voraussichtlich kein Nachtrags- c t a t in Gießen. Unsere Notiz in der gestrigen Ausgabe über einen Nachttagsetat der Stadt-Frank- flirt n. M. und der Umstand, daß auch andere Städte bereits zu diesem Vorgehen gezwungen untren, veranlaßten uns zu einer Anfrage bei der hiesigen Stadtverwaltung, ob auch für die Stadt GießT n eine solche Maßnahme zu erwarten sein wird. Erfreulicherweise konnte uns erklärt werden, daß nach dem derzeitigen Stande die Vorlage eines Nachtrags zu dem Hauptetat für das Rechnungsjahr 1925 wohl nicht erforderlich werden dürfte, falls nicht ganz unerwartete wirsichaftliche Ereignisse völlig veränderte Verhältnisse bringen sollten. Allerdings wäre von Einfluß auf diese Frage der Umstand, ob und inwieweit die Stadt gezwungen wirb, Oe» tränfefteuerbeträge 'zurückzuerstatten. *? Vom Provinzialtag. Der Provin- zialausschuh hat in feiner Sitzung vom 19. d. Mts. die Gültigkeit der am 15. Rovember statt- gehabten Wahlen zum Provinzialtag festgestellt. Die Mitglieder der Provinzialtags sind aut Wahl der Mitglieder und der Stellvertreter des Provinzialausschusses auf Samstag, 16. Januar 1926, vormittags 10l/2 Llhr, in den Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen einberufen worden. Der Provinzialtag hat 8 Mitglieder und 8 Stellvertreter für den Provinzialausschuh zu wählen. "Gegenden UnfugmitFeuerwerks- körpern. Das Polizeiamt weist darauf hin, daß das Schießen sowie das Abbrennen von Feuer* werkskörpern innerhalb der Sttaßen und Hofreiten der Stadt verboten ist. Zuwiderhandlungen find in 367 und 368 des Reichsstrafgefetzbuches mit Geld- ober Haftstrafe bedroht. Auch tritt Einziehung der Schußwaffe ein. Das Abgeben von explosiven Stoffen, 'Feuerwerkskörpern ufw. an Personen, von ivelchen ein Mißbrauch zu befürchten ist, insbesondere an alle Personen unter 16 Jahren, ist verboten. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft bestraft. Es wirb auch hingewiesen auf die eigene Strafbarkeit von Eltern, Vormündern und sonstigen Personen, die es an ber nötigen Beaufsichtigung der unter ihrer Obhut stehenden Kinder und sonstigen Pflegebefohlenen fehlen kaffen. Legitimationsscheine zur Verteilung von Druckschriften ober anbe- v e n Schriften unb Bildwerken. Das Wohnungstausch Genen Vergütung icköne berrftbnftlitbe 7-Zimmerwohnuna mit scköner 5-Ztmmer- roohnung mit Bad zu tauschen gesucht. Ztückralh & Bender G.m.b.h. Spedition und Möbeltransport •e Die Ortsgruppe Gießen beS deutfchenDunves für christliche evangelische Erziehung in Haus und Schule hielt in der Johannestirche, die bis auf den letzten Platz besetzt war, ihre diesjährige Weihnachtsfeier ab. Sie verlief sehr stimmungsvoll. Rach einleitendem Orgellpiel und dem gemeinsamen Gesang eines Weihnachtsliedes fand die Verlesung der Weihnachtsgeschichte statt. Daran schlossen sich gute gesangliche und musikalische Darbietungen der Ehorfchule unter Leitung des Organisten Habicht, eines Streichquartetts und von Fräulein Stammler an. Den Mittelpunkt des Abends bildete die zu Herzen gehende Ansprache des Stiftsdechanten Lenz aus Lich, die in ihrem schlichten und geraden Erzähler- und Erllärerton so recht auf die Kinder abgestimmt war, dabei aber auch den Erwachsenen reichen Stoff zum Rachdenken bot. Sie Handelle vom Wartenlemen, vom Geduldig-, Brav- und Frommsein und von dem nicht cms- bleibenden reichen inneren Lohn für die, die dies gelernt haben, und war mit Beispielen mannigfacher Art belegt. Es folgten wieder musikalische, gesangliche und deklamatorische Vorträge, an denen Ehorschule, Schülerinnen von Frl. Stammler, das Streichquartett und mehrere Töchter von Mitgliedern des Bundes beteiligt waren. Mit einem Weihnachtslied, Gebet und Segen schloß die würdige Feier. V Der evangelische Arbeiterverein hielt am ersten Weihnachtsfeiertage eine schlichte, eindrucksvoll verlaufene Weihnachtsfeier im Vereinshause ab. Der Vorsitzende, Stadtv. Kirchner, wies in einer kurzen Ansprache auf die allgemeine Rotlage hin. die eine größere unb glänzende Feier verbiete. Pf.irrer Becker sprach bann in schlichten Worten zu den erschienenen Mitgliedern. Der stimmungsvolle Verlauf der Feier wurde weiterhin burd> eine von Schulkindern aufgeführte Weihnachtsgeschichte in Gesang und Vortrag bedingt. Der gemischte Chor fang zum Schluß „Stille Rächt" und das herrliche Lönslied „Rosemarie". •* Auf trieb auf de m heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: 3 Kühe, 1103 Kälber. 311 Schafe, 573 Schweine. Bornoti,;cn. — Lageskalender für Mittwoch. 2 tadtt Heater: c'\ Llhr „Wiener Blut", Ende 10 Llhr. — Volkshochschule 8 Uhr, Studentenheim, Beisammensein. -- Allgem. Ortsttankenkasse Gießen 8' Gewertsch.sttshaus, Ausschußsihung. — Lichtspielhaus Dahnhofstr.: „Die drei Portiers- mädel". \ Vermietungen | WW Wni» bleuen Baue 22 Gük mööi. Zimmer Bette Verpflegung ret. IOKxm^D ml". Zimmer mit Zentralheizung und eleftr. Lickt für sos. z. oerm. 12149!) Lchanzcuttr. 12 1. Nlöbl. Zimmer zu vermieten (010244 Kaijerallee 36 HL [Stellenangebote; Kew. Serfänfcrin nut nur besten Zeugnissen $uin 1. li. 26 gesucht. Lchr. Angell erro I. Weinert, Pavierwaren. Geübte tlXflV) Mbindttti. Arbeiterin iJalrertn» gesucht. Schulstrcche 7. Perfekte |in»iD Näherin über 2f> .jähre, zur Aushilfe los. aeincht. Heil- und Pflege- aliftalt lSicnen Llcher Strane 106. Selbftand., ehrliches BlWn sofort ne'uckr CU S”“. äglik y>?n ötebh Ol‘' fcarfar,» '*orjC ™ uno >te;ww. Nr. 504 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 30. Dezember 1925 Hiiimiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiilllllimili eck-Verkehr X anlage n Tresors (- und börsen- :häfte lamenfrisieren champunieren lektr. Massage Abteilung icherungsfragen intern unti |en US »CO. i Säue 23 Herzbank-Gießen 1K87D = tztigung. im 29. Dezember betr. ,W' »en ®cner*l”inl* „tag, »enS.J«*1® »en S. I-M«L jf beißen. ___ lanikiire ;*o iC" Gie»efi Sfidaulase' . ifln Handel bß^'1 "d«auy - ® i*D Deibel c Dietz er Tee rak fier Expedition 1925 * 'n ®l,6(n r?6*ng so merksamkeiten ■er 1925, 12138D 8Da$ brachte uns das Jahr 1925. Januar 5. Die volksparteilichen Minister I Sr. Dvclitz und Dc. von Richter treten aus dem | preußischen Kabinett Braun aus. — 6. Roten- wechsel in der Räumungsfrage. — 6 Stapellauf d»es neuen Kreuzers „Emden" - 8. Amtsniederlegung des Rcjchsposlministers Hoesle. 13. I ^ougthon, bisher amerikanischer Botschafter in I Berlin, zum Botschafter in London ernannt. — 11. Eisenbahnunglück bei Herne, 24 Tote. — 15. Gr. Luther zum Reichskanzler ernannt. — 15. An» • li^ahme des Konkordats im bayrischen Landtag. 2!). Aufhebung der Marinekontrolle 22 Billi- (Kunq der R cg ierungserllärung des Kabinetts Luther im Reichstage. - 23. Rücktritt des Kabinetts Braun in Preußen. 24. Rücktritt des schwedischen Ministerpräsidenten Dranting. — 25. Ter russisch-japanische Vertrag. — 26 Eine alliierte Rote zur Räumung der nördlichen Rhein- l»mdzone. - 26 Absetzung Trotzkis als Vo» snhender des revolutionären Kricgsrates. - 30. Ter Kabylenscheich Raisuli schließt sich Abd el 5lrims Kampf gegen Spanien an — 30. Draun z am preußischen Ministerpräsidenten gewählt. — 3S1. Der ökonomische Patriarch aus. Konstanti- mopel ausgetrneseir Februare 4 volterbundsenlscheidung im Tanzig-Polnischen Postkonflikt. — 9. Stresemann Vorschlag eines Sicherheitspaktes. — 10. Dr. Marx zum preußischen Ministerpräsidenten ge- trählt. - 10. Ratifizierung des deutsch-amerikani- schen Handelsvertrages durch den amerikanischen - Senat — 11. Schlagwetterexplosion auf Zeche : „ Minister Stein" (136 Tote). — 20. Demission des preußischen Kabinetts Marx. 25. Aufstand in Kurdistan. 28 Tod des Reichspräsidenten Friedrich Ebert. März 9. Jakob Schu.mann, amerikanischer Botschafter in Berlin. 10. Dc. Marx zum zweiten Male zum preußischen Ministerpräsidenten gewählt. 12. Dr. Simons, stellvertretender Reichspräsident. 12. Raoult wiederum Präsident der Regierungskommission für das Saar- gebiet. — 16. Schulstreik im Elsaß. — 19. Dr. Marx lehnt seine Wahl zum preußischen Ministerpräsidenten ab. — 24. Wiederwahl des sozialisti- | schen Abgeordneten Ellrich zum hessischen Staats- I Präsidenten. — 24. Zaglul Pascha zum ägyptischen I Kammerpräsidenten gewählt. Auslösung des Par- I l oments. — 27. Aussöhnung der Raditsch-Partei I mit der jugoslawischen Regierung - 2s. Schwerer I Wirbelsturm in Rordamerika. — 29. Erster unent- | frieden er Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl. I 31. Der demokratische Abgeordnete Höpker- I Aschoff zum preußischen Ministerpräsidenten ge- I lvähll. — 31 79 Soldaten bei Beltheim in der I Weser ertrunken. — 31. Ein italienisch-deutsches 1 tzandelsprvvisorium unterzeichnet. April- 1. Tlnglück auf Zeche „Mathias I Stimres", 11 Tote. — 3. Höpker-Aschoff lehnt |l fehle Wahl ab, Braun wiederum zum Minister- I Präsidenten gewählt. — 3. Ein holländisch-belgisches Scheldeabkommen. — 5 Der Auf stand der Dehobots in Deutsch-Südwestafrika. — 6. Rieder- । schlagung des Kurdenaufstandes. - 10. Rücktritt > des Kabinetts Herriot. — 15. Hinrichtung des Massennrörders Haarmann. — 16 Schwcr-es Bombenattentat in Sofia. — 17. Kabinett Pain- leDc (Driano Außen- und Eaillaux Finanzminister). — 26. Feldmarschall von Hindenburg zum Reichspräsidenten gewählt. — 30. Konflitt zwischen der Tschechoslowakei und dem Vatikan. Mai- 1. Eisenbahnunglück im polnischen Korridor, 40 Tote. — 7. Eröffnung deS Deutschen Museums in München. — 10. Hundertjähriges Jubiläum des Börsenvereins der deutschen Buch- pendler. — 12. Vereidigung des Reichspräsidenten won Hindenburg. — 16. Sprengstoffexplosion auf (Zeche Dorstfeld, 51 Tote — 22. Schweres Erdbeben in Japan. — 27. Annahme des deutsch- sipanischen Handelsvertrages im Reichstage. — 2:1. Die Reparations-Kommission stellt fest, daß Zeutschland seine Reparationsverpflichtungen erfüllt Juni: 3. Schwere Sturmflut in Schweden. — 1 4- Reue alliierte Entwaffnungsnote. — Fremden- stcindliche Llnruhen in Schanghai. — 16. Schweres Eisenbahnunglück bei Reuyork, 42 Tote. — 18. ®c. Felix Frank, österreichischer Gesandter in 'Berlin. — 19. Reue Unruhen in Schanghai, Streik in den japanischen Baumwollspinnereien. — 21. I Spanisch-französisches Marokko-Abkommen. — 30. I Schwere Erdbebenkatastrophe in Kalifornien, 85 I Sotc. Juli: 4. Ankündigung der Ruhrräumung. — I T. Offensive Abd el Krims in Marokko. — 9. Der 1 □atifan bricht die Beziehungen zur Tschecho- I s lowakei ab wegen Teilnahme der Regierung an I her Husfeier. - 13. Der Mörder Angerstein zum I Tode verurteilt. — 15. Annahme der Auf wer- pingsgesetze im Reichstag. — 17. Kündigung des Veutsch-spanischen Handelsvertrages. — 23. Der Reichstag billigt die Außenpolitik des Kabinetts j Luther-Stresemann. — 31. Befreiung des Ruhr- ü gebiete« von der französischen Besatzung. August: 5. Ausweisung der deutschen Optanten aus Polen. — 5. Beginn des Drusen- amsstandes in Syrien. — 10. Schwerer Wirbel- Giehener Stadttheater. Grillparzer: Der Traum, ein Leben. Zwischen den Festen, in dieser schönsten. Letzten Woche des Jahres, beschert uns das Stadttheater ein Märchendrama, ein heiter sinnreiches Spiel im bunten, farbenprächtigen Ge- ; wände des Morgenlandes. Und der es ersonnen, : Jat als Junge oft genug mit glühenden Backen : rnd klopfendem Herzen vor der Bühne der j; Wiener Leopoldstadt den Feen- und ©elfter- Liärchen gelauscht, um nicht zu wissen, wie man I Ls anpacken muß, wenn ein Märchenspiel Groh »nd Klein gefallen soll. Ein Traum mit seinen schreckhaften Ereig-- »issen soll ein gefährdetes Menschenkind wieder auf die rechte Bahn zurückführen, das ist die Ädee, um die Grillparzer mit dem feineinpfin- Lenden Herzen des echten Künstlers und einer sicheren dramatischen Technik sein Märchenspiel aufbaut. Rustan, einen jungen Jäger der persi- Lhen Steppe, packt Ruhmsucht und Ehrgeiz, die Prahlereien eines Höflings vom Königshof in Samarkand uno die Ohrenbläsereien seines schwarzen Sklaven Zanga lassen ihn nicht ruhen. Er bittet den gütigen Oheim um Urlaub, er reißt sich los von Mirza, seiner lieblichen Base, um in ter fernen Welt, von der die anderen lockend schwärmten, seinem Tatendrang Genüg: zu tun. 2ie letzte Rächt vor dem Abschied von der heimatlichen Hütte bringt einen schweren, wüsten 27. Bildung des Kabinetts Briand, Loucheur Fi- 27 Annahme der Locarno- nanzminister. Reumann-Hofer. Der KWlerkalender für 1926 die Konrad Haen i -8 eine gute Maske sie' vom Felsen" und tusminister. — 30. Geheimrat Hermann Kossel, Heidelberger Hygieniker. Mai: 5. Generalmusikdirektor Lohse. Leip- scher Kriegskommissar. Rovember: 9. Generaloberst Graf von Kirchbach, deutscher Heerführer. — 9. Maximilian Sladek, Berliner Theaterleiter. — 20. Alexandra, Königin-Mutter von England. Dezember: 3. Geheimrat v. Gordon, Berliner Rechtsanwalt. — 4. Joseph Harriman, amerikanischer Multimillionär. — 16. A. v. Thur, schweizer Rechtsgelehrter, letzter Rektor der Universität Straßburg. — 19. Geheimrat Tuczek, Marburger Psychiater. Lustspieldichter. — 16. Leo Fall, Operettenkomponist. — 16. Geheimrat Otto Mugdan, volksparteilicher Politiker. — 19. Prof. Georg Schweinfurth, Afrikaforscher. - 29. Leon 'ranzösischcr Politiker. — 30. rat Paasche, ehern. Vizepräsident des Reichstages. — 13. Oberlandesgerichtsrat Poe h n e r, bayr. Landtagsabgeordneter. - 14. Geheimrat Althaus, Leipziger Theologe. — 20. Dr. Hoefle, früherer Reichspostminister. — 28. Dr. chweizerischcn Armee. — 19. Senator Lafolle 11 e , amerikanischer Politiker. — 23. Geheimrat Joses Partsch. Leipziger Geograph. - 26. Geheimrat Felix Klein, Göttinger Mathematiker. — 27. Geheimrat Emil G u g g e n h e i m e r, 'Berliner Großindustrieller. 29. Graf Hugo Lerchen seid, bayrischer Diplomat. Juli: 6. Professor Karl Lummer, Bros- lauer Physiker. — 6. Lothar M e g g e n d o r f e r , Begründer der „Meggendorser Blätter". — 10. A. Brosche!, Verleger des „Hamburger Fremdenblattes". — 18. Lovis Eorinth, Maler. — 26. William Jennings Bryan, amerikanischer Politiker. — 28. Emil Eichhorn, kommunistischer Reichstagsabgeordneter. August: 5. Geheimrat Alfred Ienhsch, preußischer Landesgevloge. — 6. Geheimrat Otto Raumann, Ministerialdirektor am preußischen Kultusministerium. — 12. Geheimrat Eduard Arnhold, Berliner Kunstmäeen. — 15. Prof. Ehr. Datholomae, Heidelberger Sprachforscher. — 20. I. C. Heer, Schweizer Schriftsteller. — 23. Professor Wilhelm St reit berg, Leipziger Sprachforscher. — 23. Geheimrat Eugen Gutmann, Begründer der Dresdner Bank. -- 23. Meiero witsch, lettischer Außenminister. September: 1. Geheimrat Peter Späh n, Zentrumsführer. — 2. Michael Daiting. Darmstädter Generalmusikdirektor. 7. Rene Viviani, ehem. französischer Ministerpräsident. — 8. Professor Georg v. Mehr, Münchener Rationalökonom. — 11. Gustav Kadelburg, gelangt amZl.Äezember und an den folgenden Tagen koftenlos zur Ausgabe. Auch alle neu hmzutt elenden Sez eher haben Anspruch daraus? sie bestellen Schuld den Glißener Anzeiger für januai 1926 zweckmäß:g sofort bei der Geschäft:stelle oder .en Trägerinnen, auswärts bei den erlichen Dertriebsstellen. Ser Gießener Anzeiger mit seinen anerkannt ausgezeichnete», regelmäßigen Beilagen Gießener Jamilienhlätter Hsrmal im Ald Die Scholle ist die größte, am weitesten verbreitete Tageszeitung Sberhesiens und des benachbarten Lahngeb.eles. Auch im neuen Zahre will er sein und bleiben die Zeitung der Samilie, das große Heimatblatt. Spanier. — 4. Untergang des finnischen Torpedobootes S 2, 53 Tote. — 4. Französischamerikanisches Schuldenabkommen. - 5. Eröffnung der Konferenz von Locarno. — 6. Der russische Außenkommissar Tschitscherin beim Reichspräsidenten. — 12. Der deutsch-russische Handelsvertrag unterzeichnet. — 15. Die Franzosen beschießen Damaskus. -- 16. Beendigung der Konbildung beauftragt. Tschitscherin in Paris. — 16. Rücktritt Loucheurs. Doumer franz. Finanz- ininister. — 16. Attentatsplan gegen Stresemann. - 17. Koch gibt seinen Auftrag zur Regierungsbildung zurück. - - 18. Japan beseht Mukden. Riederlage Tang-Tso°Lins. — 19. Deutschfeindliche Kundgebungen in Prag. Deutsch-französisches Wirtschaftsprovisorium. Die Toten des Jahres. Januar: 4. Elisabeth von Heyking, Dichterin. — 5. Geheimrat Ernst Bumm, Berliner Frauenarzt. 12. Geheimrat A. von Strümpell, Lcrpziger Mediziner. - 13. Zorn von Bulach, Bischof von Straßburg. Februar: 3. Eduard von Gebhardt, Maler. — 17. Geheimrat Julius Hirsch berg, Berliner Augenarzt. -- 24. Professor Julius Ziehen, Frankfurter Pädagoge. — 27. Hjalmar Branting, schwedischer Ministerpräsident. — 28 Friedrich Ebert, deutscher Reichspräsident. März: 13. Hedwig Dransfeld, Reichstagsabgeordnete (Zentr ). — 16. 21. von W a s ° s e r m a n n , Berliner Mediziner. — 19. Felix Rachsahl, Freiburger Historiker. — 20. Marquis Curzon of Kedkestone, britischer Staatsmann. — 25. Professor Johann Mönckeberg, Bonner Pathologe. — 26. v. Plüskow, preußischer General. — 30. Dr. Rudolf Steiner, Antroposoph. — 30. Professor Josef Partfch, Berliner Rechtsgelehrter. April: 3. Professor Eduard Grützner, Münchener Maler. — 6. Reichstagsabgeordneter Gerstenberger (Bahr. Dp.). — 8. Generaloberst Freiherr v. Pflanzer-Baltin, österr. Feldherr. — 8. Der russische Patriarch Tychon. — 10. Raisuli, Kabylenscheich. — 10. Geheim- Bourgeois, französischer Politiker. — Paul Langenscheidt, Schriftsteller. Oktober: 4. Professor Gustav Her big, Münchener Sprachforscher. — 9. Hugo Preu ß, Reichsminister a. D. -- 11. Jonkheer van Karnebeek, früherer holländischer Außenminister. — 20. H. v. Angeli, Maler. — 26 General Wild v. Hohenborn, preuh. Kriegsminister. - 29. Generalleutnant Müller. Kommandeur des Wehrkreises IV. — 31. Michael Fr unse, russi- Derträgc im Reichstage. — 28. Zustimmung des Reichsrates und Unterzeichnung durch den Reichspräsidenten Dezember 1. Unterzeichnung der Lo- carno-Deriräge in London. 3. Annahme des Finanzgesctzes in der französischen Kammer. — 3. Ersetzung der Militärdiktatur in Spanien durch ein Zivilkabinett. — 4 Die ersten englischen Truppen in Wiesbaden. - 5. Rücktritt des Kabinetts Luther. Zunahme der Erwerbslosennot im Rhein- landc und Westfalen. — 8. Beilegung des grie- chlsch'bulgarischcn Konflikts durch den Völkerbund 9. Abkommen über das deutsche Eigentum in Amerika - 9. Riederlage Tsck>' T'o- Lins in der M indschu ei — 12. Der Mossulstreit zwischen der Türkei und England vor dem -oaher- bund. — 13 Annahme des deutsch-ru s schen Handelsvertrages im Reichstage. Der demokratische Reichstagsabgeordnete Koch mit der Rcgierungs» ziger Öpemdirigent — 7. Doris S a w i n k o f s, russischer Sozialrevolutionär. — 10. 21. Mar- ghi 1 oman. rumänischer Ministerpräsident — 12. General Mangin, französischer Heerführer. — 12 Ferdinand v. Stumm, ehem. deutscher Botschafter in Madrid. - 13 Lord Alfred M i l n e r . britischer Staatsmann. — 20. Pros, früherer demokratischer Reichstagsabgcordneter. — 22. Lord French, ---- ~ 24. Oberstleutnant auf. Die beiden Väter lagen bei Karl Volck und Paul Schubert in bewährten Händen. Susanne H e h m war eine anmutige Mirza, Ise Oßke eine rassige Märchenprinzessin. Im ganzen eine erfreuliche Leistung, für die sich das gut besuchte Haus lebhaft dankbar zeigte. —e. Freveltat sah, wird er umstellt, nur der Sprung in den gleichen Abgrund, in den er den Mann vom Felsen hinabstürzte, kann ihn seinen Verfolgern entziehen.... Da erwacht er. Rur langsam findet et sich in die Wirklichkeit zurück. Die Morgensonne steht schon am Firmament, die Pferde sind gesattelt, Zanga ruft zum Aufbruch nach Samarkand. Doch Rustan hat genug. Seine Traumreise hat ihn von Ruhmsucht und eitlem Ehrgeiz geheilt. Innere Harmonie und ein beschauliches Glück sucht und findet er an der Seite der Base die ihm der versöhnte Onkel zur Frau verspricht. Das reizvolle Spiel hatte 2ldolf T e l e k y mit Unterstützung der Herren Löffler und Keim in sieben wirkungsvolle Bilder gebracht. Manche kleinen technischen Fährnisse werden sich bei der Wiederholung leicht vermeiden lassen. Für die Handlung war ein an sich erfreulich flottes Tempo genommen, allerdings auf die Gefahr hin, daß fast alle Därsteller sich in längeren Partien überstürzten und dann nur schwer verständlich wurden. Das gilt leider auch von Willi Hanke, der im übrigen sich mit großem Temperament und sicherem Spiel für die Rolle des Rustan erfolgreich einsetzte. Reben ihm verdient die gelungene Figur des Zanga lAd. Teleky) besonders genannt zu werden. Ausgezeichnet charakterisiert war auch die an und für sich kleine Rolle der alten Hexe durch Erika Rohr. Durch Traum: mit Zanga, dem Reger, sieht er sich schon i auf der Wanderung nach Samarkand, dem I Ziel seiner Sehnsucht. Die Personen seines Umgebung mischen sich mit den Gestalten seiner Phantasie zu seltsamen Traumgebilden, 6ie_ ihm nun ein an dem ersehnten Ruhm zwar überreiches Geben vorführen, aber auch ein Leben von Verbrechen zu Verbrechen, von Untat zu Untat. Seinen Onkel Massud findet er als König von Samarkand auf der Flucht vor einem Untier, das der Speer Rustans verfehlt. Der Mann vom Felsen, in dem Rustan die ihm verhaßten Züge des Höflings wiedererkennt, tötet die Schlange, verschwindet aber, vom ohnmächtigen König nur undeutlich wahrgenommen. Aus Zangas bösen Rat gibt Rustan sich als den Retter aus und mordet den Mann vom Seifen, als dieser sich anschickt, den Lohn für seine Tat zu fordern, die Rustan für sich in Anspruch nahm. Die erste böse Tat stößt den Ruhmsüchtigen unaufhaltsam vorwärts aus der Bahn des Verbrechens. Der König wird durch Gift beseitigt, als er in Rustan den Mörder seines wahren Lebensretters entdeckt. Aber die ahnungslose Prinzessin reicht Rustan ihre Hand, der nun an ihrer Seite den Thron von Samarkand besteigt. Doch der Rächer naht, der alte Vater des ermordeten „Mannes vom Felsen" war Zeuge des Königsmordes. Zanga, der Sieger, will auch ihn beseitigen, es schlägt fehl, sterbend bezichtigt der Greis Rustan des Mordes. Dieser versucht zu fliehen, in jener Waldgegend, die seine erste britischer Feldmarschall. R e p i n g t o n , britischer Militärschriftstcller Juni: 13. Oberst Egli. Stabschef der sturm in Holstein und in den Riederlanden Schweres Eisenbahnunglück bei Amiens, 40 Tote. — 14. Spitzbergen wird Rorwegen einherleibt. — 18. China verhandelt mit den Mächten über eine Revision der Verträge: Fortdauer des Bürgerkrieges. — 25. Räumung des Sanktionsgebietes iDüsseldorf, Duisburg und Ruhrort,. — 25. Vormarsch der Drusen gegen Damaskus. — 28. Bolschewistischer Ausstand in Kanton. — 28. Französische Gegenoffensive in Marokko. September: 1. Tagung der juristischen Sachverständigen in London — 1. Grenzkämpse im Mvllulgebict. — 3. Zerstörung des amerikanischen Zeppelin-Luftschiffes ..Shenandoah". — 15. Einladung zur Sicherheitskonferenz. 15. Der französische Kultusminister de Monzie in Berlin. — 16. Der Re.^Präsident in Rheinland-Westfalen. — 24 Schwere Kämpfe in Syrien, Sueida von den Franzosen zurückerobert. — 26. Untergang des amerikanischen U-Bootes S 51, 37 Tote. Oktober. 2. Einnahme von Adjir durch Die Universitäten im preußischen Ctat. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst dem preußischen Haushaltsentwurf für 1926 entnimmt, betragen die laufenden Zuschüsse für bie preußischen Universitäten im kommenden Etatsjahr rund 31,50 Millionen Mark, gegenüber 27,25 Millionen im Vorjahr. Die Zuschüße verteilen sich auf die einzelnen Universitäten folgendermaßen: Berlin rund 7,50 Millionen Mark, Königsberg 2 Mill. Mark, Greifswald 2 Mill. Mk., Breslau 3,25 Mill. Mark, Halle 3 Millionen Mk., Kiel 2,50 Mill. Mk., Göttingen 2,75 Mill. Mk.. Munster 2,25 Mill. Mk., Marburg 2$ Mill. Mk., Bonn 3 Mill. Mk., für die Akademie in Braunsberg 129 000 Mk. Der Zuschuß für das Charitö-Krankenhaus in Berlin beträgt rund 2,50 Mill. Mk. Ferner kommen noch verschiedene Ausgaben für Universitäten in Höhe von ungefähr 7,50 Mill. Mk. hinzu, so daß die lausenden Ausgaben im Haushaltsentwurf mit etwas über 41 Millionen Mark veranschlagt werden. Für die Akademie der Wissenschaften in Berlin wird ein Zuschuß von 409 000 Mk eingestellt: ferne- werden für die Kaiser-WUhelm Gese'''^ast zur ; '-r Wissenschaften 130000Mk. ^örtert, ferenz von Locarno, Paraphierung der Sicher- heitsverträgc. - 17. Der erste deutsche Reichs- Iriegertag in Leipzig. - 21. Griechisch-bulgarischer Erenzkonflikt Bulgarien appelliert an den Völkerbund. — 22. Schwere Kämpfe in Marokko. Die Rifkabylen besetzen den Diban. — 23 Polen verzichtet auf die Optantenausweisung. Eine deutsche Rote zur Abrüstungsfrage. — 24. Die britische Armee erhält Befehl zur Räumung Kölns. — 26. Austritt der deutschnanonaler Minister aus dem Kabinett Luther. — 26. Eröffnung der Zollkonferenz in Peking. - 31. Deutsch-italienischer Handewvertrag. — 31. 'Beschießrmg Tetuans durch die Rifkabylen. Rovember: 1. Staatsstreich in Persien. Riza Khan zum König ansgerusen. — 5. Atten-- tatsplan gegen Mussolini entdeckt. — 7. Freiherr Langwerth von Simmen, deutscher Reichskommissar für die Rheinland-Kommifsion. — 7. Ankündigung der Räumung Kölns für den 1. 12. — 7. Worosihilow russischer Volkskommissar für Krieg. - 14. Italienisch-amerikanisches Schuldenabkommen. — 14. Demission des polnischen Kabinetts Grabski. — 16. Demission des tschechischen Kabinetts Svehla. — 16. Einigung in der Entwaffnungsfrage. — 17. Hinrichtung des Massenmörders Angerstein. — 18. Annahme des Locarnovertrages im brittschen Hinterhaus. -- 18. Ein deuttch-spanisches Handelsvertragsprovi- forium. — 19. Die Pekinger Zollkonferenz gesteht China Zollautonomie zu. — 20. Das polnische Kabinett Skrzynski. Der kroatische Bauernführer Stephan Raditsch. jugoslawischer Anterrichtsmini- ster. — 21. Demission des Reichsjustizministers Dr. F».enken. — 22. Rücktritt des Kabinetts Pain- leve. Reue französische Riederlagen in Syrien. — Türkisch-russische Freundschaft. Bon unserem Dr. F. K.-Korrespondenten. Konstantinopel, Ende Dezember 1925. • Der folgende Bericht wurde vor Bekannt- wcrden des türkisch-russischen Bündnisses ge schrieben, dessen psychologische und machtpoli- tische Boraussetzungen er schildert. D. Red. Die Behandlung, die die für die Türkei so wichtige Mossulfrage vor dem Völkerbünde gesunden hat, ist nicht gerade dazu angetan, in Angora die angenchmstest Empfindungen auszulösen und eine große Sympathie für die Einrichtung de» Völkerbundes überhaupt hervorzurufen. (Einmütig wurde in der türkischen Presse immer wieder darauf hin- gedeutet, daß der Bund auch hier sich als ein Instrument des Imperialismus erwiesen habe — vom Außenminister Tewhid Rüschdi Bey wurde in Genf zum Vergleiche die Behandlung der oberschlesischen Frage herangezogen. Aus dieser Einstellung heraus wurde auch mit größter Aufmerksamkeit den Verhandlungen in Locarno gefolgt, deren Abschluß nach Auffassung des hiesigen Regierungsblattes „Djum- huriet" die geeinigte Front des Okzidents gegen den Orient bedeute. Den großen Vorteil habe England, das jetzt im Orient freie Hand bekomme. Im Grunde genommen ist damit auch in etwa die Ansicht Moskaus ausgesprochen, das schon an sich eine große Aengstlichkeit gegenüber irgendwelchen Staatengruppierungen des Westens zeigt, weil es darin den Keim zur Bildung eines zukünftigen anti- bolschewistischen Blocks zu erblicken pflegt und vor allem aufmerksam das erneute weitere Festsetzen :r .Äeic95pD|rmmiiter. — zo. ^r. des englischen Imperialismus in Dorderasien ver- fch, früherer preußischer Kuk- | folgt. Das Schwergewicht der Sowjetaußenpolitik ver- ncihm der Bür Obsrhesssn^ l F 31. Fortsetzung. Nachdruck verboten. auf die an* ihr cintrat, ihr, und sie bc- Ein daß Diese Männer Der- •i? nicht unbequem fagcn gehabt, aber unter ihm gelernt, .Unterhalten- zwi- fur.V Ke. strengenden Proben. Sie war zerstreut, mit ihren liegt jetzt ohnedies in Asien — nicht zuletzt in Bor derasien — immerhin ist man peinlich darauf bedacht, hier, wenn auch nur vorläufig, anstatt der offenen imperialistischen Ziele des Zarismus freundlichere Absichten in den Vordergrund zu schieben, um so mit Hilfe Asiens die weltpolitische Sendung der Sowjets zu festigen. nahm der B ü r g e r m e i st e r bei Schluß der öffentlichen Sitzung Gelegenheit, einen kurzen Rückblick für eine Mühe kostete, alt nünftig zu behandeln, das; wurden! Sie hätte viel zu so viel hatte sie doch schon daß sie zu schweigen wußte. Das Wesen der Interessengemeinschaft scheu Angora und Moskau ist damit in etwa Umrissen. Die kleinasiatische Ailfstandsbewegung Was die Befriedung de- nahen Ostens anlangt, so wäre eine etwas gerechter ausgefallene (Entscheidung in der Mossulfrage für alle Beteiligten nur vom grotzten Nutzen gewesen. Es gärt allerorts im islamischen Orient. Bisher hat die Türkei sich stets selbst von einer indirekten Unterstüxung der aufständischen Bewegungen peinlich fern gehalten und auch den Russen fehlte es an direkten Verbindungen für ihre gut geleitete Propagandatätigkeit. Mit einem russisch-tiirlischen Bündnis sind die direkten Kanäle für die bolschewistische Wühlarbeit eröffnet und es dürfte sich ihre verhängnisvolle Wirkring in Syrien, Arabien, Palästina rind Aegypten nur zu bald geltend machen. es mit den unzufriedenen Etenic-ten 2lfien: bünDct Franziska. Vornan von Liesbst Dill. v Lich. 29. Dez. Eine seltene Gelegenheit ist gegenteärtig den Bewohnern von Lich geboten zur Auffrischung und Wiederbelebung früher gehabter oder zur anschaulichen Gewinnung, erdkundlicher Kenntnisse. Haben wir doch augenblicklich in nächster Nähe der Stadt zwei Erscheinungen, die man sonst nur in Mittel- und Südamerika zu finden pflegt. Zufolge ix?t reichlichen Ueberschwemmung unmittelbar hinter dem sog. Ziegelhaus — Holzschneidereii Eise — am Waidgraben kann man sich, selbst- verständlich in kleinem Ausmaß. in den — Gols von Mexiko versetzt fühlen, aus dem heraus ein Strom unter der Drucke durch die südlich derselben sich ausbreitenden und die Wiesen füllenden Wassermassen eine Strecke weit sichtbar durchzieht, wie dies der sog. Golfstrom im Atlantischen Ozean tut. Einen wärmenden Luftstrom wie dort würden unsre kühnen Seefahrer natürlich vergeblich suchen. Die zweite Sehenswürdigkeit ist, dicht dabei. Gar mancher hat aus feiner Schulzeit her noch frisch im Gedächtnis oder seit langer Zeit in Erinnerung, daß zwei Aiesenstromshsteme Südamerikas, der Orinoko und Lwr^wasserreichste Fluh der Erde, der Amazonenstrom, bzw. fein großer Nebenfluß Nro (Hegro, durch ein kleines Flüßchen, den Casiguiare, immerhin noch in der (3 r ölte der Ems, miteinander in Verbindung stehen. Gabelung oder Bifurkation nennen eS die Gelehrten. Genau dasselbe zeigt sich eben an der Städtischen Badeanstalt und Zhnr Wetterbrücke in der Ziegelgasse. Alles an den beiden genannten Stellen aus der Wetter über die niedrigen Ufer gehende Wasser sammelt sich in einem Strahlengraben, geht in scharfen Wirbeln unter dem Fahrdamm durch und' strömt dann dem Waidgraben zu. um sich danach an der Eisenbahnbrücke im Schlohgarten wieder mit dem größeren Bruder zu vereinen. Wie gesagt: Ämerika im kleinen! Wer Interesse für A a t u r m e r k w ü r d i g k e i t e n hat, versäume nicht, sich dieses Wunder anzusehen. 5) Lick, 29. Dez. In der jüngsten Stadt- v o r st a n d s s i tz u n g , die wohl die letzte in der seitherigen Zusammensetzung gewesen sein dürfte. Weib, das arbeitet, arbeitet so intensiv, nichts für Empfindungen übrig bleibt. auf die Tätigkeit des Stadtvorstandes in den 3 letzten Jahren zu werfen. Er führte aus, daß der gegen- ruärtiqe Stadtvorstand seine Tätigkeit in der Heit der schwierigsten Inflation begonnen habe. Das Jahr 1923 sei ein gewaltiger Kampf auf finanziellem und wirtschaftlichem Gebiete gewesen, der große Unternehmungen in diesem Jahre unmöglich gemacht habe. Kein Mensch denke heute mehr an die Zwangswirtschaft, und doch hätten wir sie im Jahre 1923 noch gehabt. Er erinnere nur an die Brotversorgung, ja selbst in der Kartoffel- Versorgung Hütten damals von feiten der Stadtverwaltung noch besondere Schritte unternommen werden müssen, und zwar Durch Ankauf von Kartoffeln gegen Lieferung von Holz aus den städtischen Waldungen. Im v Jahre 1923 sei das Kriegerdenkmal vollendet und eingeweiht worden. Eine neue Ißetterbrücfe im Zuge des Weges nach dem Rothenschitt sei erbaut worden, ebenso ein Einfamilienhaus in der Straße „Am Wall" und der Torbogen neben dem Stadtturm. Dem Friedhof habe der Stadtvorstand und vor allem die Baukommission ein besonderes Augenmerk zugewandt und viel für seine würdige Ausgeftal- tung getan. Im Jahre 1923 sei eine Wagenhalle für Öen Leichenwagen an der Landwirtschaftlichen Schule errichtet worden, int nächsten Jahre eine Gerätehalle für den Friedhofsmärter neben der Friedhofskapelle, und in diesem Jahre habe endlich die dringend notwendige innere Herstellung der F r i e d h o f s k a p e l l e stattfinden können. Für das Lösch wesen sei auch manches geschehen, eine gummierte Schlauchleitung für die große fahrbare Leiter fei angeschafft und ein neuer Hydrantenwagen neben sonstigen kleineren Anschaf- stingen an Uniform- und Ausrüstungsstücken cm- gckauft worden. In die legte Zeit fiele der Ankauf größerer Liegenschaften, wie fürstliches Krankenhaus und fürftlidjc Obermühle. Darüber hinaus bemühe _ sich der otaDtoorftanD, weiteren Grundbesitz zu erwerben, was aber nur in einigen wenigen Fällen gelungen sei. Zur Verbesserung der Verkehrsoer hältnisse habe die Stadl in einigen Ortsstraßen verschiedene vor den Häusern befindliche Miststätten erworben und das gewonnene Gelände mit der Straße vereinigt. Folgende Straßen. Straße Am Wall, Amts- gcrichtsstraße und die Mengersqasse seien mit Kanal und Wasserleitung versehen worden. Sie sollten in Die Episode Step Hunsberger damals war vorbeigegangen wie ein Gewitter. Wenn sie daran dachte, daß sie eine kurze Zeit in seiner Macht gewesen war, bäumte sich ihr Stolz bei dem Gedanken in iHv auf. Wenn sie sich aber vergegenwärtigt, was geschehen konnte, wenn der andere heraustrat aus diesem kalten Schweigen, dieser abwartenden Reserve, zu der ihn die Vorsicht zwang, verschwamm ihr alles zu einem grauen Nebel, aus dem ihr ein paar Helle graue Augen entgegenleuchteten, die sie während der Proben gar nicht anzufehen wagte, weil sie sich ihrer nicht mehr sicher fühlte. Sie mußte sich zufammennehmen, wenn Hasse bei er bemertre jede Veränderung an schob ihre zunehmende Nervosität geil jetzt glichen immer mehr einem Verhör. Franziska war ein Feind oller Auseinandersetzungen, und er ging allem auf den Grund. .. peinlich, gewissenhaft und wahrhaftig Es war ?in ^ftoicfpalt in ihr, der sie verzehrte. Sie batte Hasse lieb gehabt, solange er :e seine Mach' über sie nicht fühlen ließ. Seit er aber bei jeder Gelegenh-rrt die Zügel anzog, fühlte sie schmerzhaft den Druck, und sie gingen oft auseinander, ohne sich Adieu zu sagen. Jedesmal, wenn sich die Tür hinter ihm schloß und sie diese festen Schritte auf der Treppe hörte, die sich von ihr entfernten, tat es ihr leid, daß sie im Zorn auseinandergingen, unversöhnt, unausgeglichen unharmonisch und entzweit. . um Kleinigkeiten, sagte sic. Sie hätte ihn zurückrufm mögen: Komm! sei wieder gut! Franziska verstoird unter diesen unbedeutenden und nebensächlichen Dingen alles Aeutzer- östlichen Grenzen. Um so mehr, als man das Gift bereits im eigenen Lande wirken sah und man im letzten Sommer kommunistische Zirkel an der Uni- verptät aufdeckle und in Lehrerseminaren leise Bindungen zu Moskau feststellen mußte. Mit energischer Faust geht man jetzt selbst den geringsten Regungen bolschewistischer Propaganda zu Leibe. Man möchte gut Freund mit den Sowjets sein, doch nicht ohne ihnen vorher soweit möglich die Giftzähne gezogen zu haben. Mit dem offenbaren französisch-englischen Einverständnis in Fragen des nahen Orients hat ein Wendepunkt der Örientpolilik eingesetzt. Angora, das stets aus dem hier diametral entgegengesetzten Wechselspiel der Politik der beiden Machte feine nicht geringen Vorteile hat ziehen können, sicht sich heute völlig isoliert. Das wirkte sich vor allem in der Mof- l'ulfrage äußerst nachteilig ans. Die einzige Rucken dcckung der Türkei liegt heute in einem möglichst engen Zusammenschluß mit Moskau, dem Angora als Exponent bolschewistischer Kampfstellung gegen die Weltmächte, sowie als Demonstrationsbeispiel der Jslamfreundlichkeit Moskaus zum Zwecks der Propaganda nur zu gelegen kommt. Der herzliche Empfang des türkischen Landwirtschaftsministers Sabri Bey bei seinem jetzigen Besuche in Moskau, wie auch die plötzliche Reise des stellvertretenden Vorsitzenden des Rats der Volkskommissare Karne- n e f f nach Angora gibt der beiderseitigen Presse Anlaß genug, die aufs neue gefestigte russisch-türkische Freundschaft zu betonen. Sicherlich dürfte sich Angora darüber im klaren fein, daß es nur einen Stein im Spiele der Sowjstpolitik darstellt. Nicht gerade deshalb, weil die Sowjets falsche Freunde waren, sondern eben, weil sie gute Politiker sind. Aber wie auch die üblen Erfahrungen mit der rm vorigen Jahre so intensiv bc'.onten französisch-tür- kischen Freundschaft beweisen, haben sich die Russen bisher doch noch als die besseren Freunde erwiesen. In all ihren früheren, rasch geschlossenen und jäh gelösten Freundschaftsbündnisfen hatte Offenheit gewaltet, man schrieb sich keine Briefe, duellierte sich nicht, man ging auseinander, nachdem sich die Liebe überlebt, ja man blieb sogar oft befreunbe:. Franziska hatte eigentlich keinen Feind unter den Männern, auch unter den abgewiesenen nicht. Selbst der Negisseur hatte sich befänftigf. Aber mit einem Hasse kam sie so nicht auseincurörr, das hatte er ihr schon mit der harmlosen Spielerei, nut Stephcmsberger, bewiesen. Wie oft hatte er sie nachher vernommen. ..Wie benimmt er sich jetzt gegen oich. dieser- Hund?" Du lieber Gott! .Ganz gut." sagte sie. _?r ift brav und anständig." ..Das will ich ihm auch wünsch-en", knirschte er. Franziska entzog sich Diesen unbequemen Fragen. Es war Hasse wirllich nicht verständlich zu machen, daß man auf dem Theater ein- -ander- nicht so gegenüberstand wie im sonstigen Leber, Wenn er wüßte, wie sie sie bestürmten, sich ihr in den Wog stellten, was es „ . _____ Plänen fchäftigt. Sie dachte nicht an Zärtlichkeiten. mals. die zum freien türkischen Nationalstaats führte, wurde bereits in ihren ersten Anfängen von Moskau wirksam unterstützt und mit Hilfsmitteln versehen, soweit cs dem damals selbst sehr bedrängten Sowjets nur eben möglich war. Auf der Friederskon- terenz zu Laufar-ne Gebärdete sich der Russe türkischer als Ismet Pascha selbst, begreif(irf) vor allem, was die Regelung der Meerengenfrage anlangt, die schließlich doch den englischen Forderungen in' etwa gerecht werden mußte. Hernach kühlte dann die Freundschaft merklich ab. Die Grsnzfestsetzung im Osten fiel nicht so sehr günstig für die Türkei aus. das'vor allem in feinem Traume der Vereinigung mit den kaukasischen Türken — Aserbeidjan — mit der. Möglichkeit der wichtigen Verbindung mit den innerasialischsn Türkenvölkern arg enttäuscht wurde. Auch sonst zeigte der bolschewistische Allerweltsbefreier manche üble Eigenschaften und nur zu bald machte man die Entdeckung, daß der Bolschewismus in seinem inneren Wesen doch in einem unerträglichen Maße imperialistisch und unduldsam fanatisch ist. Das sogenannte Bündnisverhältnis Moskaus mit den den Türken nahestehenden islamischen Völkern Asiens entbehrt völlig der inneren Wahrheit. Jeder der nicht orthodox bolschewistisch denkt, wird hier als Feind betrachtet und an Stelle der durchaus entwicklungsfähigen Kultur der turkestanischen Völker ist die künstlich geschaffene Proletarierkultur Moskaus gefetzt worden. Hatte schon in Hinblick auf diesen inneren Widerspruch zwischen .der Theorie und Praxis der Sow- jers die gefühlsmäßige Bindung zu Moskau eine arge Abkühlung erfahren, so wurde um so mehr die Freundschaft durch ein nur allzusehr berechtigtes Mißtrauen vergiftet, als man sah, daß das wahre Ziel der Sowjets auf eine Bolfchewisierung der . Türkei hinausging, was letzten Endes einer Eroberung — oder im Sowjetjargon der Angliedernng — gleichgekommen wäre. Es wirkte äußerst peinlich, daß mit einer gewissen Regelmäßigkeit immer wieder bolschewistische Agitatoren in Konstantinopel entdeckt wurden und andererseits unter dem Schutzmantel von Handelsgesellschaften und Kriegsgefangenenkom miffionen kommunistische Propaganda getrieben wurde, die bis in die fernsten Winkel Anatoliens reichte und für die Entwicklung der Türkei auf die Dauer nicht bedeutungslos bleiben konnte. Kann man auch von einer eigentlichen Arbeiterbewegung — von Sozialismus überhaupt nicht — sprechen, so - pflegt doch gerade der Mangel an volitischer Schulung und eine gewisse politische Unreife der Arbeiterklassen der künftige Boden für das Gedeihen des auch hier ausgiebig ausgestrenten kommunistischen Saatgutes zu fein. Mil Sorge blickte die Türkei da her stets auf die blutige Entwicklung der Dings im nahen Bulgarien und verfolgte ängstlich das Wühlen der kommunistischen Propaganda rings um die Sie trank Mariots spärliches Lob, dem die anderen verwundert lauschten. Mariot lobt?9 Das war noch gar nicht vorgekommen. Mariot war jetzt besonders nervös und ver- wcmdelte sich Dann jäh, wenn er sie ansah. Franziska griff sich an ihr lautpvchendes Herz, als ob sie es zum Stillstehen bringen wollte, imb Mariot strich sich über die Stirn, wie um einen Gedanken zu verscheuchen, und warf einen raschen Blick nach der kleinen dunklen Pros- zeniumsloge. Seine Frau war jeden Morgen au jeder Probe anwesend, und sie erwartete ihn nachher vor der kleinen Tür des Orchesterraums. Keine Sängerin konnte eine Unterredung unter vier Augen mit dem Kapellmeister haben, immer stand fein' Frau dabei, tote unabsichtlich, die Hande in ihren Muss vergraben, scheinbar oho? hinzuhören. Wenn Franziska nach Hause kam fehle sie sich in Hut und Mantel auf einen Stuhl und vergrub Die Augen in Den Händen und laß so regloS, stundenlang, in Gedanken, vergebens das Herzklopfen Zu beruhigen versuchend. Sie fühlte, daß sie ein gefährliches Spick spielt". Es waren Diesmal kein? Männer aus ihrem Milieu. Sin Mariot stand einem Hasse gleichwertig gegenüber, beide hatten dieselben übernommenen, überlebten Vorurteil? ihrer Kreise, beide traten Charaktere. dachte sie stolz. Wenn sie hätte offen sein dürfen, hätte sie Hasse gesagt: Laß mich gehen, laß mich allein. Ich muß einmal über das alles hinwegsehen tonnen. Aber Fred war lein Mann, der sich fort- schicken oder verlassen ließ. Lebend gebe ich dich nicht her, hatte er ihr gesagt. Das Bewußtsein gab ihrer Liebe einen grausigen Beiz. Er hatte nie mehr davon gesprochen, er tagte nur Zärtliches zu ihr. nur Gutes, aber in seinen Augen funkelte oft etwas auf, wie es im Meei aufschilkert, ehe Der Sturm beginnt. | »Die Eben hausen würde das nicht getan haben." | Das Wort machte sie rasend. Diese Person mit ihrer flachen, tremoliererrden Stimme, dem ebenmäßigen Profil, dem ewig gleichbleibenden Lächeln auf der glatten Stirn. Der Allerweltslie- bemswürdigkeit. Sic hatte schon einmal, über die Ebenhausen gesiegt, und sie wollte weiter- gehen, voranschreiten, über alle hinweg, hoch oben auf die Welt herimterschauen wie ein glänzender Stern, an den keine Menschenhand heranreichl, der Sonne entgegen wollte sic gehen. Die Freiheitsbewegung Der islamischen Völker ist älter als der Bolschewismus und in ihren« theoretischen Aufbau sieht man kaum einen Einfluß kommunistischer Gedanken. Dennoch ift das Wesen der Interessengemeinschaft beider Bewegungen leicht verständlich. Der gemeinsame Feind ist — nach dem Dogma Moskaus — im internationalen Kapital zu suchen, das sich nach außen in der imperialistischen Kolonialpolitik der Herren- ftaaten manifestiert. Zwei Drittel der Menschheit seien so von dem restlichen Drittel der Herrenvvlker in entwürdigender Knechtschaft gehalten. Mir einer zwingenden Beweisführung wird daher der Gedanke eines Bündnisses der gegen den Kapitalismus kämpfenden Arbeiterklasse der Herrenstaaten selbst mit den Völkern Asiens und Afrikas gegen den gemeinfamen Feind mit nicht zu verkennender Wirkung immer wieder aufs neue eingehämmert. Mit politischem Scharfblick bat Moskau erkannt, das der langgärende Prozeß der Emanzipation de.' islamischen Völker jetzt in das Stabil-m der Europäisierung, d. h. zu klarer ausgeprägten politischen Zielen übergegangen ist, und es sind nicht nur vorwiegend fanatisch - demagogisch?, sondern auch vor allem sachlich-realpolitische Gründe, die verständige Geschä sammlung ah. — -folgende oon allste An 'jtusmljrung de für die hiesige Stal Stellvertreter zu rc wählt 1. als 5 Heller und Lar Stellvertreter h. !s Fr. Menges VI., bot die Richtlinien lergelde; in be geidcs für Masset vorgejchlagen, den weientlich zu erhö dem Ansinnen nid misdruck, daß nur ■ !n beiger Stadt a 'Beßlich zur Crua 'em 'Lecwenduna । scheu Selig ^'chen Zuschuß v torjnagoge wie d “r ’bre Kirche zu ,n 15 g e r i dj f < ,f,rennboli genau n fall Aersteigeruni ^.r-ng-Melch Waffe * in führen u fe" nQd)- 3«™ Mn. S'K. , * Amtier Ani», «ung hatten, el P! »ä ^ .Zulage von Feihttten mürbe hn S** fir » sanden ^chnet schlich Qn°y fWl tsSx’ ^-llütch Achkeit । des uWjtoun n 9t: Franziska, wenn sie wie erschöpft auf Der Chaiselongue lag. J'hre Ge-- Danten kreisten immer um denselben Punkt. Wie herauskommeu aus Dietern Leben, in das sie ein- geschlossen war? Sie konnte ihn nicht hergeben, sie liebte ihn zu cbr. Sie sehnte sich nach ihm. Sobald sie seinen Schritt im Flur hörte, pochte ihr das Herz zum Zerspringen, und kam er. so sprang Die Freude in ihr aus, daß sie heiß davon •lberschauerl wurde, sie tränt seine Worte, seinen Atem, sie rettete sich zu ihm. Zn seinen Armen ward sie ruhiger, wie befreit von Der Angst, Die in ihr loderte. Aber -:S Dauerte nicht lange Cann war der Frieden gestört, durch ein-.- Bewegung, ein unbedachtes Wort von ihr. Könnt' ich doch lügen, dachte sie oft. znmiig über sich selber. Qlber ec ist kein Mann, Der sich belügen läßt, fetzte sie dann wieder für sich hinzu. Ec steuerte auf ein anderes Ziel mit ihr hin, als das sie sich gesetzt. Es gab verheiratete Künstlerinnen unb glückliche Ehen unter ihnen. Die Eben Hausen war bas Muster einer liebenden Gattin, die treuforgenDe Mutter zweier Knaben, die sie musterhaft erzog. Sie war forreh bis in Die Fingerspitzen, und wenn ihr auch die Kolleginnen Temperament und Spieltalenl gänzlich absprachrn, so tonnten sie ihr doch eine klangvolle Stimme und mufikalifche Sicherheit nicht abstreiten. Nur konnte Franzivka nidr vertragen, wenn man ihr Die Ebcmbansen als Beispiel vorhielk. oon Schulkindern unter Leitung von Lehrer Haas und Lehrer Philipp ausgeführte Weihnachts- k r i p p e n s p i e l in der vollbesetzten Kirche. Mit Liebe und Begeisterung entledigten sich die Kinder ihrer schweren Aufgabe. Auch die gesanglichen Darbietungen waren lobenswert. 2llle Zuhörer schieden mit Anerkennung für die Kinder und mit Dank für die beiden Veranstalter. ! Watzenborn-Steinberg, 28. Dez. Die hinter uns liegenden Festtage brachten unserem Kirchspiel wieder inanche erhebende Feierstunde. Den Höhepunkt der kirchlichen Weihnachtsfeier in der Mutteraemeinde bildete unstreitig die Aufführung der Weihriachtskantate „Die heilige Nacyt" von Karl Seiffen, die am Heiligen Abend vor gut besetzter Kirche durch unseren K i r ch enge sangve rein erfolgte. Das Werk, das eine glückliche Zusammenstellung volkstümlicher alter Weihnachtsweisen mit unbekannten schwierigen Weihnachtsmelodien darstellt, stellt an die Leistungsfähigkeit eines Chores nicht geringe Anforderungen. Es darf aber gesagt werden, daß die Aufführung für Den Verein ein glänzendes Zeugnis feines hohen Fleißes und seiner vorzüglichen Leistungsfähigkeit ausstellte. Auf Einzelheiten einzugehen, würde zu weit führen, den Höhepunkt der Aufführung bedeutet es unzweifelhaft, wenn der Chor mit Dem stimmgewaltigen „Ehre sei Gotl" einsetzt. Was wir an unseren bciDen Solisten Burger (Tenor» unD Jung (Bariton) besitzen, kam uns an Dem AbenD roieDer recht mm Bewußtsein. Der Klavierpart unD Das Violinsolo lagen bei Lehrer Bender und Herrn Harnisch in bewährten Händen. Alles in allem eine seltene Feierstunde mit Weihnachtszau- ber, Die Denen, Die sie miterleben Durften, unvergeßlich sein tuirD. Auch Die sonstigen GottesDienste Der Festtage wiesen überaus starken Besuch auf und wurden verschönt Durch stimmungsvolle Weihnachtsgesänge Des Kirchsngesangvereins unD unserer obersten Schul klaffe. Im Filial G a r b e n t e i ch erstrahlte am Heiligen AbenD Die Kirche zum ersten A>ale im Scheine Des elektrischen Lichtes und Das unter Lehrer Weisels Leitung eingeübte Krippafpiel von Lina .siilger gewann DaDurch eine besonDere Wirkung unD hinterließ bei Den zahlreichen Zuschauern einen tiefen EinDruck. Der Aufführung voraus ging eine 'Ansprache Des Orts- uferrers. Die Opfecwilligkeit Der GemeinDe Garbenleich und ihre Sorge für das kirchliche Leben muß anerkannt werden. Nachdem im vorigen Jahre eine neue Glocke angeschafft worden und ein Denkmal für t> i e Gefallenen in Arbeit iQ, Das im Frühjahr eingeweiht rocrDen soll unD eine Zierd? Des Dorfes mcrDen Dürfte, haben wir nun auch Die langersehnte elektrische B e l e u ch - tung Des Gotteshauses, Di? Die Abhaltung von Vorträgen, LichtbilderabenDen u. Dgl. ermöglicht. > Holzheim, 29. Dez. Am Abend des 2. Weihnachtsfeiertags veranstaltete der hiesige Turnverein seins dieswinierlich? Abend- unterhosiuno. Die Feier wurd-r verschönert durch Kon?ertvvrträge der Kapelle Eames und Lurch Lieder des Gesangvereins „H a r => m o n t e". Von den letzteren fanden bes-rndecs einige Volkslieder von Silcher bei den Zuhörern reichen Anklang. Dis Ansprache hielt Lehrer A c ch . der besonders auf die gegenwärtige hohe Aufgabe der Deutschen Turnerschaft, die völkisch-' sittliche Erneuerung des Vaterlandes von innen heraus hinwies und die Anwesenden zur tätigen Mitarbeit an der edlen Turnsache anspornte. -Unter der exakten Führung des ersten Turnwarts K l c e zeigte eine Turnerriege durch Uebungcn an Barren und Pferd ihr auf beachtenswerter Hohe stehendes Können. Das interessanteste und Spannendste des Abends bildeten drei kürzere Theaterstücke, Deren Aufführung mit großem Beifall belohnt wurde. Den Abschluß des reichhaltigen Programms bildeten Pyramiden und eine Verlosung. — Zinn Zwecke der Besserung der finanziellen Lage des Turnvereins findet gegenwärtig auch ein Preisschießen statt, das an einem der tommendsn Sonntage feinen Abschluß sind?:- wird. ri. Nieder -Bessingen, 29. DeEine frohe StunDe bereitete den zahlreich Erschienenen gestern Der hiesige M ä D ch e n o e r e i n , indem er unter Leitung Ihrer Durchlaucht der Frau Prinzessin Ludwig zu Solms-Hohensolms- L i ch im Schulfaal eine gehaltvolle unD abwechft- lungsreiche Feier hielt. Die Gemeinde war für Diese Feier um so Dankbarer, Du Dieses Jahr Die sonst üblichen besonderen Wechnachtsfriern ausfallen mußten, weil Durch Das HinscheiDen des Lehrers Graulich Die nötigen Vorbereitungen nicht mehr getroffen werden konnten. MW„ec ne >i b L ll>»-s EunS-b wsi'mgrberelku' ''üd« unD« ^Vbtn Ic1- Borgtan* Di‘5 2-Lirfit delnl dtt s,Ä;be((ert rfl ere, befonl IM ■Ll“spn Dei K'LrlL 18 «ul IM"?! ^;berPf Währung oon^1. qejöröert ®orbfJ'J Ä völkenmg du » nun gen S» schwächllche unb kn „Solbadekuren h nüfiiflet Vereine a S a die Untern der Tuberkulose in Aemerlenswcrl sei ning des Holzes gehandhabt worden darüber freuen, da mehr fo leicht gei habe in den letztet heutigen Sitzung r gegenftänben gehul iSefchluhunjähigkeit sionssitzungen Haiti nanzkommission 60 kommijsion 22, 21, Marktkommijsw 17, städtischer Wol Deputation 44, schul stand 8 Sangen, i Sem Stadtvorstand i in dieser Sigungspk lichsten Dank aus. ein die städtische gegebenen Zeit im Kleichzeitig sprach nächsten Wahlperic Stadl einzusetzen. Namen des gefair 'M ^.Agter '**■ mi) *»>.*s*A yS. eie I *5s?** I ö <. Are^ n^ine feu^ KrK'rrl in»," ,1 ^ili",^’ I <&l «“ I 5 '»"• I Aen, J ? den J T* I '* d°-ch i ^X iiS* He‘. MiJfom jnitelt °utQ. “W euftTrn» ntl’^t Maorw ?? toe dorr I tdrite 6->fLi^Ut*i|f) »er I 4tnii vdn fer od>u^it | & und J Smc 6üö. - Argr» hur* ?^to- fein ^?-surkativnÄ'^S ^nsla» Ä% lasse. Qlllej nn xL_^ ,ct* >us brr '■•B® >. um |i(ß fjy dann i« -!» ®Ät w '*«5 sie eine ni h ’ hr Aich * r-» *.* i,., S M-ren, lc n>2il f'L L !* A-6!i E 2 *, ipenn > . im> *6,1 rM , fc> hv-W" ., arbel^_j. hleioi- ”U» M< ■ **stSK Ä*»3Ä WervefM einmal uier| roi,,e r ndige innere YeMung »er ■ He staüsindm lönutn. Jur 1 fü auch manches zeHeheii, W hlauchleitung für die W J miPschafst und ein neuer fr « i sonstigen kleineren. AM- ■ .- und Ausnistungrstücka» ■ die letzte Zeit fiele btrWr I enschnsten, mit W ■ -srlichc Obermühle. Darüber »r ■ er Äadtoorstand, weitern ■ erwerben, was ober nw ■ ■ illcn gelungen |ti. 3« J» ’ W ;säs$| ^ss.AL t Mengersgosse seien miU |. Ziehen worben, nrjogj ; ?n jüngsten Stabi l! 6,t wohl die letzte in der! Ä? Äcn *ein Dürfte, | '"ster berSchluh der ;S'5ne1turyn 'Mfc I -l°d Vorstandes in den 3 letzte, I nüjrte aus, dost der gegen-1 LS* ?ati9fcit der Zeit I slotwn begonnen habe. Lui HÄ M ™ finiiJ "'chem Gebiete gewesen, der I ■n in diesem Jahre unmöglit I »usch denke heute mehr an die I »ft und doch hätten wir \t I gehabt. Er erinnere nur ® I o selbst in der Kartoffel- I en damals von feiten k I i besondere Schritte untern» I und zwar durch Änkaul« I ieferung von hol,; aus k I n. Im vJahre 1923 fei te I l vollendet und eingeiwiit 1 Wetterbrüae im Zog.' Rothenschitt fei erbaut wordm, ienhaus in der Ltrohe ,Im bogen neben dem Slabtiurm. I be der Stadtvorstand und vor I fron em besondere; Augenmerk I für feine würdige Ausgesicl-1 1923 fei eint Sagrnhalle für I n bet üunbajiüfdfaftlidten I m, w.\ näGen W E I ÖÜttijtiöWärtK neben der I in tiefem Jahre habe endlich nächster Zelt noch vollständig ausgebaut werden. Die Zlegelgasse sei bedeutend erweitert, neu eingedeckt und mit einer neuen Fußsteiganlage versehen. Tein großes Interesse für die Pflege der Leibes. Übungen habe der Stadtvorstand durch die finanzielle Unterstützung des Turn Hal l e n . E r - meiterungsbaues bekundet. Es feien nennenswerte Vorbereitungen getroffen worden in bezug auf die Erbauung eines neuen Schul- Hauses und einer V i e h z u ch t ft a t i o n. 'Auch ein großzügig auigeftellter O r t s b a u p l a n fei in seinem Entwurf soweit gefördert, daß seine Offen- lage demnächst erfolgen könne. Eme neue Orts- fatzung über den Bezug von Wasser aus dem städtischen Wasserwerk fei erlassen und eine neue Friedhofs- und Begräbnisordnung ausgestellt. Die letztere fei aber bis jetzt noch nicht vom Ministerium, woselbst sie zur Einholung der Genehmigung vorgelegt worden fei, zurückgekommen. Der Stadtoor- stand habe auch nicht zuletzt der Landwirtschaft icine Fürsorge angedeihen lassen. Auf dem Gebiete des Fafelwefens fei olles geschehen, was zur Hebung der Viehzucht getan werden konnte. Es feien viele Feldwege verbessert und auch die Vertilgung schädlicher Tiere, besonders der Mäuse, nicht oerngch- lässigt worden. Den Bewohnern der tiefgelegenen Stadtteile fei man durch verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung des Hochwassers ent- gegengekommen, und es könne heute ruhig behauptet werden, daß das, was geschaffen worden fei, insbesondere die Erbauung einer Flutschleuse in das Wehr der Kolnhäuser Mühle, sich sehr bewährt habe. Auf sozialem Gebiet fei auch manches geschehen: der privat? Wohnungsbau fei durch Gewährung von Beihilfedarlehen nach Kräften gefördert worden, die Stadt selbst fei der übrigen Bevölkerung burdi Erbauung von Wohnungen mit gutem Beispiel vorangegangen: für schwächliche und kranke Kinder habe man Beiträge zu Solbadekuren bewilligt, an eine Reihe gemeinnütziger Vereine wurden Beiträge gezahlt, besonders an die Unternehmungen, die zur Bekämpfung der Tuberkulose ins Leben gerufen worden seien. Bemerkenswert fei noch die unentgeltliche Lieferung des Holzes für Särge, die eine Zeitlang gehandhabt worden iei. Doch jetzt dürften wir uns darüber freuen, daß den Leuten das Sterben nicht mehr so leicht gewacht werde. Der Stadtvorstand habe in den letzten drei Jahren mit Einschluß der heutigen Sitzung 68 Sitzungen mit 809 Beratungs- gegenständen gehalten. Zwei Sitzungen hätten wegen Befchluhunsähigkeit ausfallen müssen. An Kommis- sionssitzungen hätten gehalten werden müssen: Fi- nanzkommission 60. Baukommission 24, Wasferoeld- kommissivn 22, Landwirtschaftliche Kommission 21, Markttommisfiou 7, Holzoerwertungskommifsion 17, städtischer Wohlfahrtsausschuß 25, Wohnungs- Deputation 44, Schulvorstand 10 und der Wiesenvor- stand 8 Sitzungen. Der Bürgermeister sprach sodann dem Stadtvorstand angesichts der großen Arbeit, die in dieser Sitzungsperiode geleistet wurde, den herzlichsten Dank aus. In diesen Dank schloß er auch ein die städtischen Beamten, die in der angegebenen Zeit im städtischen Dienst tätig waren. Gleichzeitig sprach er die Bitte aus, auch in der nächsten Wahlperiode alle Kräfte zum Wohle der Stadt einzufetzen. Hierauf stattete Rektor E r b im Namen des gesamten Stadworstandes dem Bür* germeifter für seine unparteiische und fachoerständige Geschäftsführung den Dank der Der- iammlung ab. — Aus der Tagesordnung ist das folgende von allgemeinem Interesse zu vermerken: In Ausführung des Reichsoiehfeuchengefetzes find iür die hiesige Stadt zwei Schätzer und zwei Stellvertreter zu wählen. Aus Zuruf wurden gewählt 1. als Schätzer Metzgermeifter Ludwig Heller und Landwirt Ehr. A l d o h n , 2. als Stellvertreter H. PH. Dietz, Metzgermeifter, und 5r. Menges VI., Landwirt. Das Kreisamt Gießen hat die Richtlinien über die Erhebung eines Wassergeldes in bezug auf den Ansatz des Wassergeldes für Wasserstrahlpumpen beanstandet und vorgeschlagen, den Ansatz von 1 Mk. pro Pumpe wesentlich zu erhöhen. Der Stadtvorstand konnte dem Ansinnen nicht stattgeben und brachte zum Ausdruck, daß nur ganz wenige Wasserstrahlpumpen in hiesiger Stadt aufgestellt seien, und daß sie aus- schließlich zur Entwässerung von tiefgelegenen Kel- lern Verwendung finden. Ein Gesuch der ifraeli» tischen Religionsgemeinde, ihr den gleichen Zuschuß zu den Kosten der Heizung ihrer Synagoge wie der katholischen Kirchengemeinde für ihre Kirche zu gewähren, fand Annahme. Dem Amtsgericht Lich wurde auf Ansuchen das Lrennholz genau wie im Vorjahre zum durchschnittlichen Versteigerungserlös überlassen. Die Brauerei I h r i n g - M e l ch'i o r dahier beabsichtigt, eine private Wasserleitung durch städtisches Gelände zu führen und suchte um die Genehmigung hierzu nach. Dem Gesuch wurde in widerruflicher Weise gegen Zahlung einer jährlichen Anerkennungsgebühr von 20 Mk. entsprochen. Aus ein Gesuch der hiesigen Erwerbslosen um Gewährung einer W e i h n a ch ts b e i h i l f e aus städtischen Mitteln wurde beschlossen, allen Erwerbslosen, sofern sie am 14. Dezember Anspruch auf Erwerbslosenunterstüt- zung hatten, eine Beihilfe in folgender Höhe zu gewähren: Ledige erhalten 5 Mark. Verheiratete 10 Mk. und für jedes unterhaltsberechtigte Kind eine Zulage von 1 Mk. Die Auszahlung dieser Beihilfen wurde davon abhängig gemacht, daß die Empfänger für die Stadt besondere Arbeitsleistungen verrichten, wobei ihnen der Arbeitstag mit 4 Mk. angerechnet wird. Weitere kleinere Vorlagen fanden antragsgemäße Erledigung. Im Anschluß an diese Sitzung versammelte sich, wie alljährlich, der Stadtvorstand jn einem hiesigen Gasthaus zur gemütlichen Schlußsitzung. Diese Sitzung hat den Vorzug, daß sie keine Tagesordnung hat, upb daß ein Protokoll nicht geführt wird. Von dem wenigen, was über eine derartige Sitzung an die Öffentlichkeit dringt, fei erwähntz daß es eigentlich keine Sitzung, sondern eine Feier ist; ein B e r s ö h n u n g s f e st nach all dem Kampf des verfloffenen Jahres, so ganz der Stimmung des Weihnachtsfestes entsprechend. Es werden auch keine großen Reden gehalten, man gibt sich eben einer ungezwungenen Fröhlichkeit hin. wobei die Anwesenden darin wetteifern, durch musikalische und humoristische Darbietungen zum Gelingen der Feier nach Kräften beizutragen. Auch in diesem Jahr soll die Sitzung bei einem guten Glase Bier und einem entsprechenden Eßen ganz stimmungsvoll verlaufen fein. Es ist erfreulich, daß sich von dieser Sitzung ohne zwingenden Grund niemand der Beteiligten ausschließt, „unversöhnliche" Naturen gibt es anscheinend bei unserem Stadtvorstand nicht. ö. j) ungen,-28. Dez. Den Anfang zu den verschiedenen Weihnachtsfeiern machte der Frauen - undMädchen verein, die beide zusammen am 4. Advent abends im vollbesetzten Saale „Zur Traube" eine fein abgestimmte Weihnachtsfeier unter Dem Grundgedanken. „Von Advent zu Weihnachten" hielten. Mit Gedichten und gemeinsamen Liedern wechselten beim brennenden Tannenbaum klangrein voraetragene dreistimmige Chöre. Während der folgenden Kaffeepause erzählte der Gemeindepfarrer von Weihnachtsbräuchen und -sitten aus alter und neuer Zeit in den ver- schiedensten Ländern. Zwei Weihnochtsspiele, ein ernstes: „Weihnachten und deutsches Leid" und ein heiteres bildeten den Abschluß. So war die rechte Weihnachtsstimmung vorbereitet. — Nach alter Sitte wurden auch in diesem Jahre wieder unsere Feiern in der Kirche festlich ausgestaltet durch die allezeit freundliche Mitwirkung der beiden Gesangvereine, und zwar die Ehristoesper am heiligen Abend durch Gesangverein „Liederkranz" und der Gottesdienst am 1. Feiertagmorgen durch Gesangverein „Eintracht". Der Abend brachte uns wieder, wie in jedem Jahre, ein hübsches Krippenspiel durch die Konfirmanden. Obwohl wir diesmal mit Festtagen gesegnet waren, versammelte sich doch auch am dritten Feiertagabend noch einmal eine sehr zahlreiche Gemeinde im Gotteshaufe zu einer weihnachtlichen Lichtbildondacht. Die entzückenden Bilder von dem Künstler Stassen zeig ten, wie tief sich das deutsche Gemüt in die Weihnachtsbotschaft versenkt und ne wieder zum Ausdruck gebracht hat. Durch hochherzige freiwillige Stiftungen war es möglich, auch in diesem Jahre wieder durch kleinere Geschenke manche Gemeindeglieder und die Kinder am heiligen Abend zu erfreuen. X Langd, 29. Dez. 2lm 2 WeihnachtS- feiertag abends sand hier im Sannschen Saale eine Abendunterhaltung statt. Dank der Bemühungen unseres neuen Lehrers Staut gelangten dabci von feiten der Schuljugend 4 Weihnachtstheaterstücke zur Aufführung, die sämtlich starken Beifall hervorriefen. Zwischen den einzelnen Stücken brachte der Gesangverein unter Leitung von Lehrer Dräut einige Weihnachtslieder formvollendet zum Dortrag. Der Saal war dicht besetzt, so daß trotz des verhältnismäßig niedrigen Eintrittspreises der schöne Betrag von 76,50 Mark einging. ttrcis Zricdbcrg. WSA. Friedberg. 29. Dez. Bereits seit mehreren Jahren beschäftigt die Frage der Gefallenen-Ehrung die maßgebenden Kreise unserer Stadt. Aunmehr ist der Stadtteil Fauerbach initiattv vorgegangen, und die Denkmalsfrage scheint gelöst zu fein. Im Frühjahr soll das Ehrenmal eingeweiht werden. Die Sammlung der Geldmittel hat ein Ausschuß übernommen, an dessen Spitze Bürgermeister Dr. S e h d und. als Vertreter der Militärvereins Oberst S o l d a n stehen. Mit der Ausführung ist der Bildhauer Arnold zu Beuern, der Erbauer des 116er-Denkmals in Gießen, betraut worden. ss. F r i e d b e r g, 29. Dezember. Die hiesige Evangelische Kirchengemeinde hat das umfangreiche Grundstück Kaiferstrahe 15 käuflich zum Preise von 35 000 Mark erworben, um den schon lange gehegten Wunsch, ein Gemeindehaus zu erbauen, endlich zur Ausführung zu bringen. Ein früher zu diesem Zwecke ange- fammelter beträchtlicher Grundstock ist natürlich verloren gegangen, doch hofft die Genreinde auf die Unterstützung und Teilnahme weiterer Kreise, da für diesen Dau tatsächlich eine zwingende Aot- wendigkeit vorliegt. Das nach der Kaiserstraße gelegene Vorderhaus soll stehen bleiben, nur die seither als Magazin dienenden Hintergebäude sollen abgerissen und an deren Stelle das Gemeindehaus errichtet werden. In diesem sind ein größerer Saal für Versammlungen mit den entsprechenden Aebenräumen, Wohnungen für die Stadtschwestern und eine Hausverwalterwohnung vorgesehen. B. Aodheim von der Höhe, 29. Dez. Der Gesangverein „Eintracht" hielt am Sonntag seine Weihnachtsfeier im Saalbau. der Wirtschaft Ludwig von Hayn ab. Die Begrüßungsrede hielt der Präsident G r u p e. Dem Charakter des Vereins entsprechend bestanden die Darbietungen des Abends zumeist aus Männerchören, die unter der Leitung des Vereinsdirigenten, Chormeister Wünsche aus Bad- Homburg, formschön und klangrein zum Vortrag kamen. Daneben waren einige theatralische Aufführungen einstudiert. An das abwechfelungs- reiche Programm, für das die zahlreichen Besucher mit lebhaftem Beifall dankten, schloß sich ein Tanzvergnügen an. Zrreis Büdingen. )( Ortenberg. 29. Dez. Ein in unserer Zeit seltenes Jubiläum form unser Mitbürger Christian Wendel am 1. Januar begehen. Seit 50 Jahren steht er an diesem Tage als Aentamtsbote im Dienst der Fürstlich- Stolbergisch-Aoblaischen Verwaltung. Durch große Berufstreue und vorbildliche Gewissen-- Hastigkeit hat et sich während 5 Jahrzehnten ausgezeichnet und sich dadurch die volle Wertschätzung des Fürsten, der ganzen fürstlichen Familie und seiner Vorgesetzten erworben. Bei der Bürgerschaft genießt er größte Beliebtheit. Herr Wendel, der einem altangefeffenen Orten- berget Bütgergeschlecht entstammt, erfreut sich trotz seiner vorgeschrittenen Jahre noch der bejten körperlichen und geistigen Rüstigkeit. —/— Ortenberg. 28. Dez. Im Gottesdienst des ersten Weihnachtsfeiertages wirkte Der Kirchengesangverein unter Leitung des Herrn Ackermann mit. Der Verein trug u. a. das von einem oberhesfischen Pfarrer (ßic. Dr. Stumpf- Eschenrod > wundervoll zart und ansprechend vertonte „Dies ist die Dacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit", vor. An Kollekten gingen für verschiedene Zwecke 51,93 Mk. ein. — Am Abend des 1. Feiertags veranstaltete der Fußballklub Germania im Wauergartensaal einen wohlgelungenen Theaterabend, der den vollen Beifall der Besucher fand. Am folgenden Abend bot der Verein einen genußreichen Unterhaltung^» abend. Der Turnverein hatte einen T u r» ncrabenb hergerichtet, bei dem auch ein Teil der Reichswehrkapelle aus ®i.£en mitwirkte. Der Abend wurde u. a. durch lujönc Frei» ,pnd Stabübungen. Pyramiden und andere turnerische Vorführungen einet Schülerriege unter Leitung von Turnwart Hebbel, durch eine Reihe von lustigen Gedichten und kleineren Aufführungen und Die Christbaumverlosung angefüllt. Am Dritten Weihnachtstag fand zum Besten der Deutschen Rothilfe ein Verkauf der Wohlfahrtsbriefmarken statt, der bis jetzt 75 Mk. erbrachte. Kreis Schotten. lg. Gedern, 29. Dez. Am Abend des zwecken Weihnachtsfeiertages veranstaltete Der Turnoer - ein im Saale des Bergwirtshaufes einen Theaterabend, der recht gut besucht mar. Nach gemeinsamen Gesang des Liedes „Stille Nacht, heilige Nacht" und einem flotten Marsch der Feuerwehr kapelle erfolgte die Aufführung eines dreiakttgen oberbayrischen Bauernschwanks. Das Stück gelangte ; u sehr wirksamer Darstellung. Anschließend fand llanz statt. Am gleichen Abend veranstaltete der Kriegeroerein im Saale Des „Löwen* einen ebenfalls gutbesuchten Unterhaltungsabend, Der mehrere Einakter und Singspiele aufzuweifen hatte. Auch hieran schloß sich der übliche Tanz an. Für Den Abend des Dritten Weihnachtsfcicr- tagcs hatte der Arbeitergesangverein zu einem Unterhaltungsabend im „Löwen" cingelaDen, der aus allen Teilen der Bevölkerung recht gut beucht war. Gesangliche und theatralische Darbietungen bereiteten Den Besuchern sehr genußreiche Stunden. Ein Tanzvergnügen schloß Die Veranstaltung ab. — Die bekannte hiesige mechanische W o 11- strickerei von Emil Hoffmann hat ihren Betrieb modernisiert und aus Die Höhe Der Zeit gebracht, indem sie ihre seitherigen Räumlichkeiten durch einen Neubau wesentlich erweiterte. Jnsbe- onbere wurden auch durch Neuaufstellung weiterer Maschinen, die in Den ersten Tagen mit elektrischem Krastbetrieb versehen werden sollen, Die nötigen Vorbedingungen für größere Leistungsfähigkeit gesoffen. „?** Ober-Schmitten. 28. Dez. Der Verein für Bewegungsspiele veranstaltete am 2. Weihnachtstag einen Theater- abend. Die Mitwirkenden wußten durch flottes, verständnisvolles und hingebendes Spiel ihrer Aufgabe gerecht zu werden und sich den dankbaren Beifall einer zahlreich erschienenen Zuhörer- chaft zu erwerben. Der am folgenden Tage statt- gehabte Ball war gleich der Abendunterhaltung auch von auswärts gut besucht. Id. Tlnler-Seibertenrod. 29. Dez. Am zweiten und drittelt Feiertag abend wurde hier unter Leitung von Lehrer Dutte von Weihnachtsfeiern veranstaltet. In der Kinderfeier wurden die Schüler und Eltern beschenkt. Die Geschenke für die Eltern waren von den Kindern unter Anleitung von Herrn und Frau Butteron angefertigt worden und riefen besondere Freude hervor. eb. Eschenrod, 29. Dez. Wie freudig auch die Bevölkerung des Eicheltales die geplante 21 u toll n i e Schotten — Gedern begrüßt, so hat sie doch auch ihre st a r k e n B e d e n k e n. So ist die Kreis st raße Eschenrod • Wingers ha u- s e n ganz und gar nicht für Autobusverkehr geeignet. Diese schmale Straße, einem alten Verbindungsweg mit Wingershausen, dem sog. „Totenweg", folgend, muß unbedingt mit Ausweichst e 11 e n versehen werden. Da es unmöglich ist, daß mit Heu oder Frucht beladene Wagen und ein so großes Auto oneino iber oorbeifommen können, ohne daß ein Fahrzeug Gefahr läuft. Den Steilhang hinunterzurollen. Auch Die Einfahrt nach Wingershausen mit ihrem sehr starken G e - fälle und ihren unübersichtlichen Kurven wirb besonbers im Winter ihre Schwierigkeiten haben. Ferner hat bie geplante Linienführung ben Nachteil, baß bas Auto in Eschenrob von ber Staatsstraße Schotten—Gebern abbiegt und Gedern auf großem Umwege erreicht. Für Fahrgäste aus Schotten und Eschenrod wird dadurch die ^ahrt sehr verteuert, und viele werden den Weg Eschenrod— Gedern zu Fuß zurücklegen, um eineh ganz ansehnlichen Betrag zu sparen. Die Autolinie will Schotten mit Gedern verbinden, den Hirzenhainer Arbeitern aus dem Eicheltal bienen, bie Bewohner des Eicheltals an die Bahnstation Merkens itz und nach Gedern bringen, den verschieden gerichteten Verkehr in eine unnatürliche Linienführung zusammenpressen, zu viele Fliegen mit einer Klappe schlagen. Diese Tatsache kann ihr Todeskeim fein. Kreis Alsfeld. m. Flensungen, 27. Dez. Am gestrigen 2. Feiertag veramtaltete der Radfahrerverein 1920 Flensungen-Mücke im neuen Saal des Gastwirts Becker dahier einen wohl- lungenen Anterhaltungsabend. Eröffnet wurde derselbe durch zwei flotte Märsche der Kapelle Bloh. Die Begrüßungsansprache hielt der Vorsitzende Heinrich Tag. Das Streichorchester brachte eine ganze Reihe von Konzertstücken zu Gehör. Die Gesangsabteilung des Radfahrervereins sang mehrere Chöre. Sowohl die Musik- als auch die Gesangsvorträge zeugten von vorzüglicher Schulung durch Musiklehrer Bloß, der wegen feiner großen Verdienste um die Volksbildungsarbeit schon vor Jahren in den hiesigen Ortsausschuß für Volks- bildungs- und Jugendpflege gewählt wurde. Rach verschiedenen humoristischen ' Darbietungen bildete den Höhepunkt des Abends ein Reigen, gefahren von sechs Mitgliedern des Vereins in Radfahrerspartanzügen auf schön geschmückten Räderm Id. Ober-Ohmen, 29. Dez. Durch ein französisches Kommando wurden dieser Tage die Leichen der im Herbste 1918 in Ober-Ohmen, ^Unter-Seibertenrod, Stumpertenrod, Zeilbach und Ermenrod an der Grippe verstorbenen Franzosen ausgegraben und nach Frankreich überführt, z.T. in die Heimat, z. T. auf einen Ehrenfriedhof. WSR. G r o h - F e l d a. 29. Dez. Hier ist ein deutsches Schulheim für Söhne von Landwirten und Gewerbetreibenden im Entstehen begriffen. Bis jetzt sind eingerichtet worden: 1. eine Landwictschaftsschule, 2. eine höhere Schule nach dem Lehrplan der Oberrealschule, 3. gewerbliche Abendkurse. Das Schulheim arbecket genau nach dem Lehrplan der staatlichen Schulen, um den Insassen die staatlichen Examen zu ermöglichen. Preußen. Kreis Wetzlar. 73 Wetzlar, 28. Dez. In diesem Jahre hatte auchdie Stadtverwaltung für bie Schulen eine geschlossene Weihnachtsfeier vorgesehen, Die bei ber großen Zahl Der Kinder in drei Teilen abgehalten werden mußte. Bei Kaffee und einem Zuckermann, bei brennendem Christbaum und verschiedenen Ansprachen fühlten sich die Kinder recht wohl. Dazu kamen noch besondere Feiern in den einzelnen Schulklassen. Auch die vielen Vereine der Stadt gehen immer mehr dazu über, im Kreise ihrer Mitglieder das Fest der Liebe zu begehen. Von Den größeren Vereinen feien genannt der Kriegerverein, Der in Den Räumen ber unteren Stadtschule bie Kinder der Vereinsmilglieder in sehr ausgiebiger Wei'e beschenkte, wobei ein kleines Theaterstück und nette Deklamationen bie Herzen der Kleinen höher schlagen ließ. Mit gewohnter Eleganz hielt ber Turnverein im Lochügengarten bei vollem Haus seine Feier ab; ihm folgte am Dritten Feiertag ber evangelische Männeroerein ebendaselbst. Wie immer, fiel auch Diesmal bie Bescherung ber Mitglieder zu aller Zufriedenheit aus. Wohl Die schönste Veranstaltung hatte ber Gesangverein Union-Club am Abend des Dritten Tages. In aller Stille war manche Träne getrocknet und manche Not gelindert worden, nicht zuletzt auch von dem ftäbt Wohlfahrtsamt, wo in Den letzten Tagen vor dem Fest alle Hände bis in Die Mckternachtsstunben mit Dem Verpacken von Liebesgaben zu tun hatten. • Dutenhofen. 29. Dez. Das in Rr. 299 des „Gieß. Anz." berichtete Ergebnis der Treibjagden wurde in den Revieren der Gemeinden Dorlar und Dutenhofen erzielt. Cs tourben 137 Hasen. 2 Fasanenhähne und 1 Hühnerhabicht geschossen. Don den von Förster Schröter erbeuteten 8 Füchsen sind 6 im Dorlarer und 2 im Dutenhofener Revier zur Strecke gebracht worden. Kreis Biedenkopf. # Königsberg, 29. Dez. Wie in den letzten Jahren, so wurden auch diese Weihilachten wieder in der Schule und vom Turnverein Weihnachtsfeiern veranstaltet. DieSonn- tagsschule spielte am ersten Feiertag-Abend in der Kirche ein Krippenspiel, das von einer deutschen Kolonie in Preßburg entstammt und dort schon im 13. Jahrhundert aufgeführt wurde. Am zweiten Feiertag wurde in der Schule ein Weihnachtsstück aufgeführt, das allgemeinen Beifall fani>. --------- 7) Turnen, Sport und Spiel. Stand undVorschauder Bezirks- Itgo in Hessen-Hannover. tz. Der letzte Sieg „Sport" Kassels über Göttingen 05 hat Sport luieDer an Die Spitze gebracht mit einem Punkt Führung vor Kurhessen, bie mit einem Spiel weniger relativ immer noch besser stehen. Wir haben also wieder ein Tabellenverhält nis wie vor vielleicht 8 Wochen, nur mit ueränber ten Zahlen. Soweit wäre also bie Situation noch genau so verzwickt wie bisher, wenn sich nicht Einflüsse anberer (nicht spielerischer) Art geltend machen können. Seiner Zeit entschied die Behörde, daß die Spielberechtigung für Kurhessens M. St. Weber zu früh ausgesprochen war, nahm ihren Beschluß zurück und setzte die Spiele, in denen Weber mitgewirkt hatte, neu an. Das waren im ganzen Drei, und zwar gegen Vereine, die sich heute von Kurhessen nicht ohne weiteres schlagen lassen, S. E. 03 und Hessen 09 Kassel, als dritter Gießen 1900, das ihm aber den Sieg nicht ftreilfg machen wird. Bei günstigem Ausgang dieser Spielberechtigungsangelegenheit für .Kurhessen, die inzwischen von Kurhessen erneut anhängig gemacht ist, ist Die Meisterschaft natürlich entschieden. 3m anderen Falle sollte der nächstsonntägliche Kampf Spork—Kurhessen dem ganzen die entscheidende Wendung geben. Bei zwei im allgemeinen so gleichstarken Gegnern ist bas Enbres'iltat bes Kampfes nicht ohne weiteres vorauszusehen. Die bessere Technik unb bie kultiviertere Spielweise ist auf Seiten des Altmeisters Kürhessen, die größere Wucht unb Durchschlagskraft bei Sport. Wie bie Verhältnisse liegen, könnte schon ber erste Torerfolg von entscheibenber Bebeutung sein. Vielleicht kann man sich aber boch ein kleines Plus für Kurhessen herausdenken, wenn man den Privatspielbetrieb der beiden Gegner betrachtet. Kürhessen schlug über Weihnachten die 96er in Hannover mit 5:3 Toren durch eine gute spielerische Leistung, während Sport gegen den S. C. 03 Kassel mit 0:4 auch etwas an Zeitraum zu sich verlor, wenn auch die S. E.er an dem Tag in Hochform waren. Es ist aber eine alte Erfahrung, daß gerade in solchen entscheidenden Lokoltrefsen wie dem am kommenden Sonntag bie Gegner über ihre eigene Leistung hinauswachsen ober — bie Nerven leicht verlieren. Kurhessens Trainer, ber Ungar Molnar, ist in seine Heimat zuruckgekehrt. Er hatte großen persönlichen Einfluß auf seine Elf, er wäre aber für bas teure Gelb, bas er bie Kasseler kostete, ein schlechter Lehrer gewesen, wenn sie nicht auch ohne ihn ihren Mann stehen sollten. Das Spiel sollte einen ai'k-er^emähnlich starken Besuch haben, wie man f-ört, auch einen Schiebsrichter von ganz neutraler Seite, unter besten Leitung nur ber wirklich Beste Sieger werden soll. Das ist unser Wunsch! In Der ersten Serie spielten in Fulda Borussia gegen ben damals noch nicht vereinigten V. s. D. Marburg 0:1, verlor also knapp, allerdings unverdient. Heuer steigt das Rückspiel in Marburg gegen d e numnehr durch Kürhessen verstärkten V. f. D.er, von denen man dieses Mal sagen kann, daß sie verdient siegen könnten, besonders nachdem sie sich in letzter Zeit von bester Klas'e zeigten. Zu berücksichtigen ist allerdings, ob Die in Der Elf spielenden Marburger Studenten bis zum Sonntag aus den Weihnachtsferien zurück lind. Eine Aenderung im Tabellenplatz kann das Spiel nicht bringen. „Sport* Kastel Kurhessen Kastel Borustia Fulda 05 (Böttingen Hessen 09 Kastel Spieloerein Kassel 5.-Dg. (Böttingen S.-CC. 03 Kassel Marburger S.-Dg. Wetzlarer F. (L 05 23 Spiele 37 Punkte 22 „ 36 24 „ 33 25 , 32 21 „ 28 24 „ 28 24 „ 28 21 „ 26 22 „ 24 23 „ 20 S.-Dg Hann.Münden 25 „ 16 Gießen 1900 24 „ 10 Kürhessen Marburg 26 „ 9 Osterode 26 3 Heber den Weihnachtsspielen stand, wenigstens irn Lahnkreis, ein Unstern. Das Spiel Wetzlarer F. C 05 gegen V. f. B G i e- hen fiel buchstäblich ins Was er. Die Wetzlarer mußten in letzter Stunde absagen Gießen 1900 verlor gegen die ^.-Klastigen Alsfelder 2:11, ein Resultat, das zu glauben wäre, wenn 1900 seine dritte Garnitur nach Alsfeld geschickt hätte. B. C. Wetzlar verstand sich mit nur 10 Mann gegen den F. S. Langen auch nicht durchzu- sehen und verlor 2: 9. Abschließend wäre fü* den gesamten Lahn- kreisfuhball ein entschiedener Formrückgang fest- zustellen, mit Ausnahme von V. f. B. Gießen und Germania-Marburg, welch letztere übet die ehemalige bayerische Dezirksliga, „Baye r n" - K i h i ng en, einen beachtenswerten 8: 4-Sieg errangen. Rebenbei gewann B o- r u s f i a - Fulda gegen Die Bayern auch, aber nur 3:1. Die letzten beiden Resultate fordern einen Vergleich heraus, über den in den nächsten Tagen zu sprechen sein wird. Denn die Marburger Germanen haben noch Chancen zum Aufstieg. Darüber nächstens mehr! Keine Neujahrskarte ohne Wohlfahrtsbriefmarke 1 für die Deutsche Nothilfe. lltiäsa 12104a Seiners Düsseldorfer Punsche sowie alle anderen Getränke zu Silvester Heinrich Driesch Seltersweg 70 Cafe Am end Große Silvesterfeier Tanz Jazz-Kapelle 1313(>C Universitäts- Restaurant Plockstraße 5 Zu der in sämtlichen Räumen des Universitäts- Restaurants stattfindenden SILVESTERFEIER mit hervorragenden Darbietungen ladet ganz erg. ein F. C. GÜNTHER Musikai. Leitung Herr Kapellmeister Heinz- Dienelt Rezitation und Gesang Herr Kurt Richter Ferner meisterhafte Darbietungen erster Tanzkapazitäten Tischbestellungen Telephon Nr. 198 ...... Hotel Schütz Große Silvesterfeier Original Jazz-Band feine Silvester-Soupers sowie erstklass. Weine und Biere 11140C PElZOUk AülHÖRN § DRESMN vT.'-' ; Kulturelle Tagung vom 2. bis 6. Januar 1926 in Gietzen Samstag, 2. Januar, abends 8 Uhr: Professor Dr. WuncU-Iena: „Wissenschaft und Politik". Sonntag, 3. Januar, vormittags 11 Uhr: Professor Dr. Wundt: „Die Quellen deutscher Bildung". Sonntag, 3. Januar, nachmittags 4 Uhr: Geh. Rat Dr. Nunkel-Schleswig: „Deutsche Kultur und Volkstum". Sonntag, 3. Januar, abends 8 Uhr: Professor Dr. Horneffer-ffiiefjen: „Staat und Disziplin". Montag, 4. Januar, morgens 10 Uhr: Geh.Rat Dr. Runkel: „ Die kulturelle Bedeutung der relig.Erziehung". Montag, 4. Januar, nachmittags 3 Uhr: Professor Dr. Lenz-ffiiefeen: „Liszt als nationaler Erzieher". Montag, 4. Januar, nachmittags 5 Uhr: Geh.Rat Dr, Runkel: „Die Begabtenförderung, ein deutsches Kulturproblem". Dienstag, 5. Januar, morgens 10 Uhr: Professor Dr. Huntemüller-CBicfoen: „Erhaltung und Mehrung der deutschen Volkskraft". Dienstag, 5. Januar, nachmittags 3 Uhr: Professor Dr. Huntemüller: „Die Bedeutung der Leibesübungen für die Jugenderziehung". Dienstag, 5. Januar, nachmittags 5 Uhr: Oberst Immanuel-Marburg: Vom erzieherischen Wert des alten Heeres Mittwoch, 6. Januar, nachmittags 4 Uhr: Dr. Stadtler-Serlin: „Das Wesen der Politik". Mittwoch, 6. Januar, abends 8 Uhr: Dr. Stadtler: „Auf dem Weg zum neuen Reich". Die Vorträge des 2. und 3. Januar finden im Saale des Gesellschaftsvereins, Sonnenstraße 19 (nicht, wie in einem Teil der Programme angegeben: Univ. Aula), an den folgenden Tagen im Kath. Vereinshaus, Liebigstraße, statt. Preise der Karten: Dauerkarten 3 Mk., Einzelkarten 50 Pf., bei Challier-tBieften, Neuenweg, und an der Tageskasse. - Wir laden hierdurch die Bevölkerung aus Stadt und Land zur Teilnahme an diesen Vorträgen ein. Hessischer Vaterländischer Block Bezirksverband Gießen 12111D Tanz 010242 WM SIMM« Gießen *c Babuboiftr. S7 Fernipr. 1G31 Saalbau Sauer Donnerstag, 31. 12., abends 8 Uhr Abendunterhaltung Kavallerie- Verein iß Gießen. Unsere nächste Monat;- Versammlung Uuim 9. Inn. bet Kamerad Soldan, Neustadt 78. Mitteilung des Herrn Bezirksvorstehers Prof. Dr. Kraemcr. Allseitiges Erscheinen ermtinschl. Abfahrt nach Marburg am 2. Jan., 6.26 Uhr abends. 121351) Der Vorstand. WckemklmMW Wintersonnwendfeier am IVeujahretuffln der Turnhalle. Nachmittag» 3 Uhr für die Kinder der Kameraden. Abends 7.30 Uhr nur für die Kameraden und ihre Aogehörigeu Zu der Abendveranstaltung hab. Kinder unter 14 Jahren keinen Zutritt [12117D Zrische Zische Mittwoch früh 9',z Uhr etntreffend Pa. Schellfische, Seelachs und Kabliau o. K. ff (BolOöarfd) uno SrMellWe Frische Fischkoteletts Frische Bücklinge Pa. holl. Bollheringe eure Milcher, 3 Stück 40 Pf. Pa. Sauerkraut Pfd. 18 Pf., 3 Pfd. 50 Pf. Zu Silvester empfiehlt Brezeln - Kreppeln - Berliner Pfannkuchen und Storchnester in bekannter Güte KONDITOREI SOMMER Bismarckstraße 26 Telephon 939 | • 121221,| erster Firmen Straub e-Harmoniums seit 1869 rühmlichst bekannt und bewährt Prämiiert mit preuß.Staatsmedallle,Mu8ikfachausstellung f eriln 1922 Goldene Medaille u. 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Versäumen Sie nicht dieses herrliche Filmkunst- werk, eines der tiefsten und schönsten, welche wir je geboten haben. 12132c ____________-__-_________ Große Silvesterfeier Als Gast: Operetten- und Stimmungssängerin Fri. Minny Morlay Anschließend: TailZ /Jazzband Eintritt frei! / 4. Jan. \ Beginn neuer Kurse Vogtsche HandelsschuleCleflen \Ooethestraße 32 / X. 12094a JZ Ofenrohre Knieu. Stutzen Schornsteinaufsatze billigst. 010270 H. Schön Marburger Str. Zum Andres Sonnensiraße 29 AickrMMMkM der so beliebten Damen-Kapelle Oraevert. Ab 1. Januar 4 Uhr Eröffnungs - Konzert der Damen-Stimmungs-KapelleMeyer. Spezialausschank Auerhahn Bräu 12I36D Konditorei und Cate, Brot- und Feinbäckerei Frankfurter Straße 41 Telefon 833 12134D Für Silvester und von da an täglich empfehle Berliner Motten iirt Kreppel H. Kettler Konditorei und erstes Wiener Cafä Vorzügliche Tasse Kaffee, gutgepflegtes . Bier 12143D stete- Mittwoch, 30. vezember 1925 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 804 vrMes Blatt Aus dem Reiche der Frau be- :gt! Der Einwand ffl Menschen haben die ^vÄschteÄ^^Backen verwendeten Trieb- I wird jetzt die reine, ZElichhaWare nlftlcl Ä ktt aiter-her im Gebrauch sind. Hefe verwendet. Me rn Mtmberen girrten her- L-»er.cig ..°d H-fc. zv... ___-.-.CA.__Xzr mtn (Baden T lebt und werden am besten durch die fertig käuflichen (Backpulver erseht. Diese sind entweder eines der chemischen Mittel in besonders feiner und sorgfältig her- aestellter Form oder Mischungen mehrerer oder besondere 21b arten. Sie werden von ben Fabriken in gleich bleibender Stärke unter steter Kontrolle hergestellt, so daß die Hausfrau ein einfaches und leichtes Arbeiten mit ihnen Hai. Ein vorheriges Gehenlassen deS fertigen Teiges erübrigt sich bei ihnen. Andere Triebmittel. Bei einigen besonderen Backwaren werden auch besondere Triebmittel verwendet. So B die (Butter. Sie wird bei dem sogen. Mürbeteig in reichlicher Menge in die Masse hineingewirkt, während sie beim Blätterteig schichtweise zwischen die einzelnen Lagen gerollt wird. In der Hitze verdampft die Butter dann teilweile und treibt somit das Gebäck aus. Auch Sier werden in Verbindung mit anderen (Stoffen oder für sich allein zum Tre-.ben gebraucht Dazu ist aber eine möglichst feine Verteilung im Teig erkorderlich, wie sie am besten durch dos Schlagen des Eiweißes zu Schnee erreicht wird. Schließlich sei auch noch der Alkohol erwähnt. der mitunter zwischen den Teig gerichrt wird und dann in der Hitze verdunstet und dadurch die Gasbläschen im Gebäck erzeug'. Dir sehen, daß uns die Arbeit am Barlofen manches lehren kann. Hoffen wir. dast jede Hausfrau recht viel Gelegenf-ei! haben möge, ihre Wissenschaft zum Wohle der Ihren auch praktisch zu erkunden. Silveftergedantzen Von Marie B o u s s e t. Am weitesten verbreitet ist der znm Backen von Brot benutzte Sauerteig. Lästt man 2ltetzi in äuge rühr fern Zustand stehen, so fangen gewch in der Lust und im Teig immer vochandene kleine Lebewesen an. sich tobhaft zu entoidcbi. Und zwar sind das in erster Lime Hefebatterien. anstordem Milchsäure. G's.gsaure und andere Batterien. Sie alle bringen durch chren Stoffwechsel bestimmte chemische W^rngcn zu- stände, die wir mit dem Sammelbegriff uer Gärung bezeichnen Diele Hefebakterien zerlegen mittels eines in ihnen enthaltenen „Fermentes" die Zuckerbestandteile des Stärkemehls in Alkohol und Kohlensäure. D'.e anderen Lede- toefen entwickeln Milch-. Essig- und Butter- Chemie im Backofen. Don Hermann Buge. Das Weihnachtssetz und die nun folgenden Silvester- und Reujahrsfeivcn geben immer Veranlassung zum Kuchenbaclen m der FoimUe. ®i€ Aussicht aus die verschiedenen «orten, twe. tz tosen Gelegenheiten üblich sind, als da srnd Stonii- und Pfefferkuchen, Sorten- und Mürbe- Jebäa läßt auch die ärmste Hausfvau danach trachten, wenigstens das eine oder andere ihren Lieben selbst zu bereiten. . Interessant mühte es ^)och für teden sein, bei dieser Gelegenheit hd) einmal darüber Har MX werden, welche Ereignisse sich eigentlich abspielen. ehe der eingerichrto und Formen gefüllte oder auf Bleche gestrichene Teig de» Backofen als fertiger Kuchen wieder v^laht. Die im Ofen herrschende Hitzc ötent tn erfter Linie zum Garwerden des Ätehies. Dieses ist im Rohzustand von nuferem Körper schlecht aus° zunutzen und auch deshalb durch Vermengen nut Flüfoakeit aufquellen und dann gar Zcmacht werden. In dieser Beziehung unterscheidet nch das Backen nicht wesentlich vom Braten oder Kochen. Dagegen findet bei der Herstellung von Gebäck, sei es Brot oder Kuchen, eine Durchsetzung der festen Maske mit lüft' und gasgefuU- ten Bläschen statt und zwar teilweise schon vorher beim Seltenlcftfon d-es Teiges, immer aber unter Einwirkung der Hitze im Ofen, ilnb in i>iefer für d ic Verdauung überaus wichtigen Auflockerung unterscheidet sich der Backprozest grundsätzlich von allen anderen Zubereitungsarten unserer Speisen. Zurückzufiihren ist die Gasentwicklung auf Vollkommen verschieden von Hefe und öa-uerteig, bei denen es sich um VorHänge lebendiger Wesen ha,ndelt. sind die chemifchcm Triebmittel. Ihre Wirkung beruht darauf dah sich im Laufe des Backvorganges von ihnen Stoffe in Gasform abscheiüen und dadurch genau fo eine Auflockerung dss Teiges verursachen wie die Produkte der Hefe- und andeven Batterien. _ ,, Am bekanntesten i.st wohl das doppelttohlen- saure Aatron. Wie schon sein Aame anbeutet, hcmdett es sich hier um «ne chemische Verbindung. die lick aus Kohlensäure und (Ratrium ausbaut. Wenn nun unter dem Einfluß der Hitze chemische Umsetzungen im Kuchenteig stattftnden. so-wird die Kohlensäure frei und gasförmig. Die Dläschenbildung und Aus- treibung ist bann die erwünschte Folge. Gebräuchlich ist auch mitunter das Hirschhornsalz. oder, wie sein chemischer Olame ist, das Ammrmiumkarbonat. Es wurde früher tat» sächlich aus den geraspelten Spänen des Hirkch- g^cihes burd) trockene Destillation gewormen. wird ich: aber auf chemischem Wege fabrikmäßig bergestcllt. Seine Zerfetzungsvrod,ulte, welche sich in der bura) stoffliche LImlagerunyen bilden find Ammon'ck vnd Kohlensäure, also auch gaffge Siosie. S^ine Wirlung ist demnach die gleiche wie die des Aatrons. Dasselbe gilt von dem früher gebrauchten Weinstein oder Eremortartari und von der ni’t ihn verwandten Pottasche. Doch haben sich diele wegen unangenehmer. Aebeneigenlchaften über- Dringt eure Kleinsten ins | Freie, auch im Winter! Don Elisabeth Moll, Oberschwester im Kaiserin-Auguste-Viktoria-Haus Sfrrrtottenburg. Der Winter hat seinen Ginzug gehalten, es ist kalt, regnerisch, windig. Da kommt so vielen sorgsamen, aber überängstlichen Müttern der Gedanke: nun ist'S vorbei mit dem Hinausbringen unserer Kleinsten, jetzt müssen wir sie zu Haus im warmen Zimmer behalten, damit sie draußen in der Kälte nicht Husten und Schnupfen bekommen, aus denen vielleicht etn böser Katarrh entstehen fäll re. _ .. , Wird von diesem Sauerteig ein Stück unter frischen Brotteig geknetet, so durchsetzen die Bakterien die gesamte Waste. und ihre gasförmigen Produkte treiben den Teig auf. Dazu laßt man 'olchem Teige immer eine gewiße Zett rum Gehen, ehe man ihn in den Ofen bringt. (Boni Sauerteig nicht sehr verschieden in Art und Wesen ist die Hefe Der Linier,chied ist nur der. daß man die eine Sorte der treibenden Batterien in möglichst reiner, unver- mcnqtec Form verwendet, ck-s fallen dadurch Du- üoriaen. start lauer schmeckenden Produkte dec anderen Erreger fort. Die Verwendung der Hete geschieht deshalb für Wcizenbrvt und Kuchen, weil man den sauren Geschmack nicht vertragen könnte. . . r . Nachdem man sich früher mit der bei der I Bierbrauerei entstehenden Hefo b gn gt hatte, Silvesterpunfch. Bon Ernst Edgar Reimörde». Rach altem Brauch gehört mi einer würdiaen süoesterfeier jenes köstliche Getränk, welcher neben Berliner Psannekuchen (Krapfen), Mohnpielen, Neu- jahrskuchen und mancherlei anderem Gebäck auf der Festtafel nicht fehlen darf. Schon Schiller hat zwei wieher zum Vobe des Punsches gesungen, deren be fannteftre* mit den Worten beginnt: „Bier Elemente, Innig gesellt. Bilden das Leben, Bauen die Welt " Mer der Dichter selbst scheint kein Meister m der Punschbereitnng gewesen zu sein, sonst hätte er gewußt, daß nicht vier, sondern fünf Elemente in einem rcgemrechten Punsch enthalten sein müssen, worauf schon der Name des aus Ostindien flammen den Getränks hindeutet: pantfcha heißt nämlich im Sanskrit fünf. — Die Gnalanbcr lernten den Punsch im 17. Jahrhundert in feiner Heimat kennen, wo man ihn aus Arrak (nicht Rinn), Zucker, Tee, Wasser und hem Safi der Limone herftellte. An die Stelle der schwer zu beschasfenden und überdies häufig bitteren Limonade trat nach (Einführung des (9c- krankes in Europa die Zitrone, und den Tee er setzte man meist durch .stoimein, obwohl gerade der Teepurrid) vorzüglich schmeckt, wenn man ihn jod) gemäß zuzubereiten versteht. Man nahm auch wohl statt des Wassers Wein und behielt, was entschieden Schönheit der Frau. Das Gebaren, das Auftreten, vor allem die Kleidung, wie wir alles drei heute an vielen Frauen beobachten, ist ungesund und unnatürlich. Angesund und unnatürlich ist das Zigaretten- rauchen und Likörti inksri. wie es -heute wie eine Krankheit unter dem weiblichen Geschlechte grassiert. . Aiemand empfindet das so deuLUch-wre die Frau selber. Das heißt: die gesunde und von der Ackttrr nicht entfernte Frau. Aber eins fehlt ihr leider-so ost: der Mut und die ßiebe, gegen diese Verirrungen ihrer Mitschwestern mit aller Energie und Unermüd- lichseit auszutreten. Diese Laster, die das weib- liche Geschlecht immer tiefer herabziehen, können eben mir von der 'Frau selber bekämpft werden, würden schwinden oder wesentlich herminbert werden. wenn aus den Aeihen der gesunden und natürlichen Frauen die liebegetriebenen. willens'- mutigen Kämpferinnen wider sie entstünden. L-tnc lohnendere Ausgabe für rechte Fraziestbetätignng kaim es heute nicht geben Die Frau muß nicht nur zurück zu ihrer (Matur, sie muß ihre Schwestern zu ihr zuruck- führen. Das bewußte Zurückgehen auf das einfach Weibliche, die Pflege des Innerlichen und der Liebe für ihr eigenes Geschlecht, die vornehme Keuschheit in der Kleidung wie im Gebühren, daS ist es. was wir an der Frau lieben, was ihr Wesen wie ihren Wert ausmacht. Aber nicht einmal das ausgesprochen Weib- I liche — das ausgesprochen Mütterliche ist das | Signum und der Adel der Frau. Eine bedeutenhe Vorkämpferin der tfrau hat es einmal ausgesprochen, daß es heute mehr eine Frauenfrage als eine Frauenbewegung gibt: „Vicht von den Frauen an die Gesellschaft, sondern von der Gesellschaft an die Frauen gerichtet: die Frage, ob sie ihr großes Vorrecht verdienen wollen. Mütter der neuen Geschlechter zu sein, ilnb in dem Maße, in dem die neue Ethik die Menschen durchbringt, wird die Antwort auf diese Frage lebensbejahend lauten, und die Folgen dieser LebenSbejahung werden in der LebenSstelgerung der Frauen fctbft wie in der ganzen Menschheit zutage treten.“ Die „Lebenssteigerung“ der Frau aber ist die stete Steigerung des Weiblichen und MStter- I lichen in ihr. Aie etwas anderes. Diese Steigerung allein gibt ihr die Fähigkeit, die höchste Kunst zu üben, die die Alten die „königliche" nannten: die Erziehung. Wer das aufwachsende Geschlecht heute beobachtet. der merkt eins: ein bedeutendes Uebei- Kriegen imd Gewichtlegen auf das Intellektuelle. Es kommt aber bei der Erziehung nicht ach die Pflege des Intellektuellen in erster Reibe an Daraus kommt es an, ein Kind, sei es Sohn Oder Mädchen, ftarf und fest, jo, in einem größeren Sinne hart zu machen für die ld)toere 3cit, in die wir es hineinsenden, damit es nicht einmal ein Spiel von jedem Druck der Luft wird. Die Ausbildung des Willens, die Pflege des Gemütes, des Ethos - dos ist die Hauptsache der Erziehung unserer Zeit. % _. Man flogt oft, daß die Erziehung der Kim der bei ver Arbeitsüberlastung des Vaters zu sehr in die Hand der Mutter gelegt sei. Das O sallch. die Mutter ist die geborene I Erzieherin. Richt der Vater. Aber die Mutter nur. die heb nicht von der (Katar entfernt, die bewußten Willens ^e Bahnen geht, die diese ihr weist, die das Weibliche und Mütterliche in »urzertrenirbarer Harmonie in I sich vereint. ___ rate Freundin ist viel bequemer unb anmfanlci. Von Den jungen Mädchen, bic sich leider dazu tn nicht geringer Zahl her geben, werden sie in ihrer Auffassung häufig noch bestärkt. Der Gedanke an die Ehe rückt damit in immer weitere Ferne. Eine solche Feststellung ist tief traurig, zeugt sie doch von einer sehr laten Auffassung über den Begriff der Ehe überhaupt. Wir' selicr. da einen bedauerlichen Zug der jungen ®encra turn: sie beansprucht Rechte, aber will die Pachten nicht aus sich nehmen Der Gedanke daran, daß eine Ede sehr Diele Verpflichtungen und Bindungen mit sich bringt, schreckt sie in vielen Fällen vielfach ab und hält sie von einer Werbung zurück. Die wirtschaftlichen Verhältnisse miterstutzeu den jungen Mann in der Furcht vor der Ede. Er trcif’ ungefähr zu berechnen, was ein eigener Hausstand kostet, und kommt, wenn er seine eigenen Einnahmen damit vergleicht, leider zu oft zu dem Ergebnis, daß er den finanziellen Anforderungen keineswegs gewachsen ist. Mit den Ausgaben für die Lebenshaltung, für Wirtschaft und Kleidung ist eS babrf noch nicht immer getan Die Aussteuer der meisten Dräute non heute ist sehr lückenhaft und unvollkommen: die Inflation hat ja den meisten alles erfoarte Geld gc- nominell. Da gilt es. in der jungen Ehe Aeu- anschaffungen zu übernehmen, die unter Umständen sehr kostspiellg sind. Und dann die Wohnungsfrage Sie ist die am schwersten zu lösende und das größte Hemmnis für jede Eheschließung. Hätten wir mehr Wohnungen, so wurden noch weit mehr Ehen als bisher eingegangen werden und wir damit zu einer gewissen mvralft scheu Gesundung kommen. Welche Bedeutung für die gesamte Einstellung »um Leben eine glück liche Ehe hat. wird heute leider noch immer zu wenig erfaimt. Sie ist eine unversiegbare Quelle reicher Freuden und immer neuer Lebenskraft — Für den Mann bedeutet fte die Freimachung aller ethischen und sittlichen Leistungen — für die Frau aber Lebensaufgabe und Erfüllung ihres Daseinszweckes. Man könnte hier lagen: wo wirkliche Hiebe Liebe ist und ein gemeinsam erfaßtes Ziel zwei Menschen, die guten Willes sind, eint, da gäbe es auch einen Weg. ilnbebingtl Der Einwand ist berechttgt. Aber wieviel Menschen haben die dazu eiforderliche Kraft, wieviel Menschen bringen die Ausdauer auf. die dazu gehört? — Die Flucht des jungen Mannes vor der Ehe wird hier begreiflich. Denn, wo ftndet er die Partnerin, die ehrlich mit ihm einen solchen Weg geben würde? Wenn man sich die jungen Mädchen von heute mischaut - wie erscheinen sie unS? — Eine Summe von Putzsucht, Lieblichkeit und Kops voller Gedanken an Tanz und (Beran^n. Mit solchen Menschen soll man ernsthaft aber die Ehe reden? Gewiß, es gibt Ausnahmen, und ihre Zahl ist erfreulicherweise nicht gering. Aber, wie gesagt, ein großer Teil unserer modernem jungen Mädchen müßte gewaltig umlernen und seine Lebensauffassung erhebllch ändern, wenn • mancher junge Mairn seine Furcht vor der Ehe verlieren sollte. O. M. Gibt es so etwaS? — Wenn wir die statistischen Aufzeichnungen Über die Eheschließungen der letzten Jahre vergleichen, nicht. Denn zum Teil ist nach dem Striege zahlenmäßig mehr ge- heiratet worden als vorher. Das ist verständlich, wenn man bebenff. daß in den Kriegsjahren nur wenige Ehen zustande tarnen, deren Schließung nach'Kriegsende sofort erfolgte. Diese Tatsache hindert aber nicht, daß heute in manchen Krisen geradezu eine gewisse Furcht vor der Ehe ltesteht. Sie ist am ausgeprägtesten bei manchen jungen Männern, die sich heute im heiratsfähigen Alter befinden. -Die Zahlen der für eine Ehe in Betracht kommenden Märmer und Frauen smd nicht ausgegkichen. Gerade im Alter von 18 fV 45 Jahren überwiegt die Zahl der Frauen und Mädchen ganz erheblich. Bein statistisch ließe sich demnach zunächst feststellen. daß nicht jedes junge Mädchen einen Mann abbekommen lann. Am schlechtesten ergeht es dabei im allgemeinen den jungen Damen im Alter von etwa 27 bis über 30 Jahren. Der Mann sacht sich, wenn er überhaupt heiratet, meistens einen jüngeren Partner. ohne sich dabei immer die Frage zu beant- worteu. ob damit eine ©aeantic für sein Lebens- alück gegeben ist. , Die Ucberytf)! der Heiratefäh,gen Mädchen bringt einen für die Vvllsmoml nicht erfreulichen I Lachteil mit sich: die Männer werden wählerischer | itni) sagen sich: heiraten kannst du ja immer noch. Tarnt. — _ Aich: so ängstlich sein, ihr (Mütter! Forsche Luft und Sonne sind unbedingt zur Desmiderhal- tung eurer Kinder nötig, auch im Winter. Freilich müht ihr vorsichtig sein, eure Kleinsten lange Zeit naßkalter Witterung auszusehen, auch scharfer Ostwind könnte ihnen schaden, aber trockenes, kaltes und sonniges Wetter farm euren Lieblingen nicht- anhaben. um so weniger, als ihr ihre Widerstandskraft gestärkt habt, indem ihr sie im Sommer — auch bei Wechte Inder Witterung — regelmäßig jcchen Tag hi nausbrach lei. Selbstverständlich müßt ihr wissen, daß der Spaziergang resp. die Spazierfahrt in bezug ihrer Dauer vom Wetter abhängig gemacht werden muß. Sehr kaltes, sonnenloses Wetter läßt sie eben nur kürzere Zeit draußen fern, aber gut ist's, wenn ein Hinauskommen ins Freie alle Tage ermöglicht werden kann. Auch eine geschützte Veranda oder ein Ballon erlauben dem kleinen Erdenbürger, stundenlang außerhalb des Zimmers zu sein. Aatürlich spielt dabei die Kleidmrg auch eine Volle. Sie muß warm genug sein, daß das Kindchen nicht feiert soll es aber auch njc&t überhitzen, daß es zum Schwitzen kommt und sich auf diese Weise erst recht erkälten kann. Schwitzen ist für jede Haut nachträglich. Aus einem daraus entstehenden Hai^tausschlag (Ekzem) kann eine üble Furunkulose werden. Außer, daß neben einer Matratze leichte Federbetten (Kopftifien. Deckbett) den Wagen füllen sollen, müssen Mutze. Mäntelchen ober Jäckchen. Strümpfchen und Schühchen möglichst wollene sein, die, wenn sie wegen der zu hohen Praise nicht fertig 8«aust werden können. jet>e Mutter mit ^Eg Geschick leicht selbst Herstellen kann. Für das Kleinl-nd, das schon umherlaufen lann, ist es auch nicht schwer, es der Witterung entsprechend zu kleiden. Bei ihm müssen wir noch daraus achten, daß es warm genug auch am Unterfcafoer fein muß, damit es sich nicht erkältet und dauernd naß macht. Feste Lederschuhe und Wollsachen sind in' der kalten Jahreszeit für die Umhüllung des Kleinkindes im Freien zweckmäßig. Aber es ist im allgemeinen nicht so angltito) zu nehmen mit dem Erkälten eurer Kleinsten, wenn ihr die (Ratschläge befolgt, denkt nur daran, ihr Mütter, dah ihr eure Kinder nicht frischer, freier Luft entziehen dürft. Die Flucht vor der Ehe. n e tun g. Denn je weiter wir im Leben schretten. einen desto größeren Platz nimmt in ihm die Erinnerung I etn. Und sie ist ja nicht - wie sentimentale Üveichhett meint — nur lähmeridck Wehmut, sie ist vielmehr unerschöpfliche .Kraft, ein Bewußtsein um 6en Schatz von wirklichem Leiben, der uns geschenkt wurde, und den wit uns bewahrt haben, «thmenmg ist im gewissen Sinne Ewigkeit in der Zett. Wie wundervoll weiß Wilhelm von Humboldt den Wert der Erinnerung in fernen .Briefen an eine Freundin" zu Widern. „Der große Genuß, das große Gluck, das wahrhaft durch keine Macht entreiffoave, liegt in der Der- gangenbeit und in der gewissen Betrachtung, daß daS (äußere) Glück zwar ein großes, schähens- würdiges Gut, aber daß doch die Bereicherung der Seele durch Freude und Schmerz, die Erho- buna aller ebeln Gefühle der wahre und letzte Zweck ist . . . Durch diese Ansicht versinkt das Leben in der DergMigenheit nicht in cm dumpfes (Brüten über vergangene Freuden oder empsun' bene Leiden, sondern verschlingt sich in die innere Tätigkeit, welche daS Gemüt in der Gegenwart beschäftigt. So ist es in mir. und da die Gefühle, auf welchem mein Leben beruht, «jetzt alle in die Vergangenheit entrückt sind auf eine zwar von Wehmut begleitete, aber ein so füfjto und fo sicheres, von Menschen und Schicksalen so unabhängiges Glück gebende Welse, daß nichts es zu entreißen ja selbst mir zu schwächen vermag. In einem anderen Briefe schreibt er tote die guten Erwartungen, die er in früheren Lebens- epvchen von dem Aller gehegt hat. noch übertroffen feien, da er eS selbst kennen gelernt. „Die (Rübe de« Geistes, die Freiheit von allem, was die I Seele unangenehm spannt und cmfreizt, die iln- abhängigkeit fast von allem, waS man M mjt selbst durch innerliche Stimmung und Beschäftigung geben kann: diese Dinge find alle in früheren Jahren schwerer zu errrÄchen . . - noch sind ste e« vorzüglich, welche etn innerlich glückliches Geben uns sichern . . . So stirbt zwar in höheren Jahren eine gewisse Lebendigkeit mehr ab- aber e« ist dies nur eine äußere, oft sogar fälschlich geschätzte. Di. viel üwdlfoftgeve. schone«. eblete, die sich immer in fruchtdarer Klarheit entfaltet, gehört vielmehr erst recht eigentlich dem wahren Alter an." Die Frau. Bvn Artur Br ausewe t ter. Man kann den Wert imd die Bedeutung der Geschlechter in einen kurzen und einfachen Satz zusammenfaffen: Ein Mann muß ein ganzer Mann, eine grau eine ganze S^u fein. W gibt ein ewig Männliches wie es ein ewig Weibliches albt Darüber hinaus aber gibt eS nichts Der Frau st^t bic Welt heute in demselben Maße Z wie dem Manne. Man darf nicht mehr Tagen: Dies imd jenes geziemt sich for die Frau wcht- Alles geziemt sich für sie. überall kann sie wirken und schaffen, gleichviel in welchem Berufe ober Tätigkeit es ist - wenn fic nur in altem die echte Frau bleibt, wenn fte ihr Tim erfüllt mit dem ewig Wekblichen__ Hier liegt ihre Aeberlegeicheit über den Mam, . . . auch im Berufe. Macht sie es ihm nur gleich durch die Stärke ihres Intellekts, ihrer Gewissenhastiakett imd ihreS Fleißes, fo hat sie nichts Besonderes. DaS kann der Mann eben auch, oft vielleicht ein ganz Teil besser. Aber Frnu bleiben, das Weibliche gerade in dem Tun, in dem Beruf offenbaren, der bisher dem Manne Vorbehalten war. in alle Liebestätigkeit, in ixte öffentliche Wirken in Parlamenten. Gemeindo- vder .Kirchenorganisativnen die Bote des weiblich Eigenartigen tragen, das gibt ihrem Berufe und ihrem Tun bas Besondere, vom Maime nicht zu Erreichende. Man vermag nie etwas gegen die Aatur. Sie behauptet stets das Feld, bleibt immer Siegerin über den vorwitzigen (ZUenschengeift. Sie läßt aber auch ihre Grenzen nicht verwischen. Das gilt vornehmlich wieder für die <5rau. Sie stehl der (Katar naher als der Mann, ihre gefunbe Entwicklung geht der Aatur entgegen, nicht von ihr fort. Darin liegt die Stärke und die DaS Jahr geht zu Ende. Da halten die ®e- banfen, sonst von den Pfiichten, Sorgen und gretfben der fordernden Gegenwart rastlos bedrängt. einen Augenblick inne, wir richten uns aus, im Strom der Zeit dahintreibend, mit der ernsten Frage nach Sinn und Ziel der Fahrt. Vorwärts ist der Blick der Jugend gerichtet in Me goldene Ferne, wo die Erfüllung winkt. Aber der ältere, der gereifte Mensch schaut sinnend zurück, beim hinter ihm liegt bereits die größere Hälfte seines Lebens mit ihrer lieber fülle an Erlebnissen und Grfahrungen. an Glück, Schmerz und Gnttäüschung, an äußeren und inneren Kämpfern. Da bricht wohl bei den ausquellenden Erinnerungen an vergangenen Seligkeiten übermächtig der Wunsch hervor: „Gib meine Jugend nur nurü(f‘ — doch nein, im Grunde ist ers mohl- zufrieden, daß diesem Sehnen keine Erfüllung werde» kann. Er hats erfahren und auägatoftet. das „schmerzenvolle Glück" der Jugend: ihr ruheloses Stürmen, ihren imgrftümen Tatw'llen 'hoe zersprengende Göfühlskrafl — jetzt hat er anderes, vielleicht bessere» dafür eingelauscht: die innere Sicherheit, die heitere Gelassenheit, die Reife. Unb ein unveräußerlicher Besitz ist sein eigen, den die Jugend nicht kennt, das ParadiE. aus dem er nie vertrieben werden kann die E r x n - w 'm MMtzM Qfita ppeln •Pfannkuchen ilvester ÄSSS hWein,ar ; ß^t-und Feinbäckere. «Straß'41 1ciu pr C»'6 erstes 0ier >tadt Cid)" Morgen Silvester chlaM den und Gasten MMIIMW 5^3 WW uod) ixüf) 9l, Ubr eintieffenb Schellfische, Seelachs lnd Kabliau o. K. HOüorlö] ddö Brantijenoiöie 'ische Fischlloleletts fische Bücklinge i. holl. Vollheringe e Milcher, iJ Slüd 4010. Pa. Sauerkraut id. 18 Ps, 3 W 50 T|. ta9'31112■» abends 8 Uhr ^Unterhaltung JN wt M Ml Gießen nbofftr. 27 Feruipr. 1631 richtiger ist, den Tee bei. Kenner halten Wasser auch in Form von Selterswasser dem „ostpreußischen Maitrank", wie man den Punsch in Ostelbien nennt, ängstlich fern, da es seine Feinheit beeinträchtigt. Gewöhnlich setzt man es dem Getränk aus Sparsamkeitsgründen zu, oder auch, weil man fürchtet, daß der Stoff schwächere Gäste umwerfen könnte. Aus dem Wort pantfcha bildeten die Engländer vunch, und unter diesem Namen kam der köstliche Trank gegen Ende des -17. Jahrhunderts nach Europa. — Olearius erwähnt den Punsch bereits in seiner 1669 erschienenen „Orientalischen Reisebeschreibung", er erzählt, ein Schleswiger, Jürgens Andersen, habe 1634, nach seiner Rückkehr aus Batavia, das Getränk in seiner Heimat bekannt gemacht. In Indien war der Genuß des „Palipuntz", so lautete dort der Name, der mohammedanischen Bevölkerung verboten. Auch in Holland kannte man bereits im 17. Jahrhundert den Punsch. In Deutschland bürgerte sich das neue Getränk namentlich in vornehmen Kreisen schnell ein; beim Tabakskollegium Friedrich Wilhelms I. von Preußen in Königs- wlifterhausen stand stets eine große Punschbowle aus dem Tisch, und der alte Dessauer zog den Punsch allen anderen Getränken vor. — Die größte Punschbowle, welche es wohl jemals gegeben hat, war diejenige, welche der englische Admiral Rusell anläßlich seines Sieges über die Franzosen in der Seeschlacht bei Hogue seinen Gästen darbot. Er ließ in seinem Schloß zu Chippenham ein wasserdichtes Bassin anlegen, in das vier Oxhoft Branntwein, acht Oxhoft Wasser, ein Faß Malaga, 25 000 Zitronen, 13 Zentner Zucker, 5 Pfund geriebene Muskatnüsse und 300 geröstete Zwiebäcke getan wurden. Auf diesem Punschsee schwamMm ein kleines, mit einigen als Matrosen kostümierten jungen Mädchen bemanntes Boot, aus dem heraus den Gästen der Trank gereicht wurde. Die Kunst der Punschbereitung will erlernt fein, sie ist schwieriger, als mancher annimmt. Es hat von jeher Genies auf diesem Gebiet gegeben. Die Herstellung eines guten Punsches erfordert Sachkenntnis und Liebe, es gehört natürlich auch ein tadelloses Material, viel Erfahrung und ein feiner Geschmack dazu. Gute Bowlen sind die reinsten Gedichte, sie sollen den .Trinker begeistern, aber ihn nicht völlig berauschen. Vor ollem muß der Punsch heiß getrunken werden, wie schon Schiller am Schluß seines Punschliedes sagt: ,,EH' es verdüftet, Schöpfet es schnell! Nur wenn er glühet, • Labet der Quell." Am besten bereitet man den Punsch im Wasjer- bade, in dem man ihn siedendheiß werden, jedoch nicht kochen läßt! Das erforderliche Quantum Stückenzucker (z. B. 250 Gramm) übergießt man mit einem Liter Teeaufguß. Ist der Zucker völlig geschmolzen, so tut man eine Flasche guten Rotwein oder Rheinwein, den Saft zweier Zitronen, den man durch em Haarsieb gegossen hat, sowie eme Flasche Arrak hinzu, worauf man das Gefäß fest zudeckt und die Flüssigkeit zum Sieden bringt. Außer diesem bekannten Punschrezept gibt es noch viele andere. Zum Würzen verwendet man Vanille, Zimt, Nelken, Pommeranzenschalen usw. Wer fein Talent zur Punschbereitung hat, begnügt sich meist mit fertig gemischtem Getränk, der wirkliche Kenner aber verabscheut mit Recht „Punschbowlen aus der Flasche". Wirtschaft. * Aus Deutschlan ds Einfuhr im -Jahre 1 9 25. Deutschland führte in den ersten zehn Monaten des Jahres 1925 ein: an Bananen l 348 008 Dz:, gegenüber 221 354 Dz. im gleichen Zeitraum des Vorjahres; an Apfelsinen 1 856 577 F Dz. (1 301 144), an Ananas 28 279 Dz. (11 028), , an Blumenkohl 884 498 (295 175), an Tomaten ' 420 632 (285 521), Tafeltrauben 570 943 (375 757), Velken, Orchideen, iRosen und Veilchen 14 291 Dz. (7258). An Wert repräsentieren diese Einfuhren folgende Summen: Bananen 22 456 000 Mk., Tomaten 20 283 000 Mk.. Apfelsinen 48 843 000 Mk., Ananas 4 090 000 Mk., Blumenkohl 22 838 000 Mk., Tafeltrauben 30 016 000 Mk., -Blumen 11814 000 Mk., insgesamt also mehr als 160 Millionen Mark. * Brauerei Henninger, Kaempff- <5tern A.-G., Frankfurt am Main. Das am 31. August abgelaufeße Geschäftsjahr 1924/25 schließt mit einem Reingewinn von 522 143 Mk. Auf Vorschlag der Verwaltung sollen 7 Prozent Dividende auf die Vorzugsaktien und 4 Prozent auf die Stammaktien ausgeschüttet werden, während 68 279 Mark vorgetragen werden. Im laufenden Geschäftsjahr hat sich der Bierabsatz weiter steigend entwickelt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die am 1. April in Kraft tretende 50prozentige Erhöhung der Biersteuer auswirken wird. * Gründung einer Automobilbank in Berlin. Dieser Tage wurde In das Berliner Handelsregister die Industrielle Garantie-A.-G. mit 100 000 Reichsmark Anfangskapital eingetragen. Muttergesellschaft ist die Industrial Guaranty Corporation in Genf, die bereits gleichartige Schwesterunternehmungen in London, Paris, Amsterdam und Rom errichtet hat und dem Berliner Institut zur Diskontierung von Händlerwechseln mit bis zu zwölfmonatiger Laufzeit zunächst insgesamt fünf Millionen schweizerische Franken zur Verfügung stellen wird. Zweck der Gesellschaft ist die Finanzierung des Vertriebes in- und ausländischer Kraftwagen in Deutschland. Die Industrielle Garantie- A.-G. ist nicht zu verwechseln mit der von Stuttgarter Seite geplanten Automobilbankgründung, über die noch keine endgültigen Entscheidungen gefaßt wurden. * Der amerikanische Riesenbanl- trust vor dem Abschluß. Wie bereits gemeldet, stehen eine Reihe führender amerikanischer Banken in Verhandlungen zur Bildung eines einheitlichen Finanzkonzerns. Diese Verhandlungen dürften, einer Reuyorker Meldung des DHD. zufolge, unmittelbar vor dem Abschluß stehen. Der neue Bankkonzern wird voraussichtlich über ein Kapital von etwa 1,3 Milliarden Dollar verfügen und eine größere Geldmacht darstellen, als alle übrigen Reuyorker Großbanken zusammen. Es sollen folgende Banken zusammengelegt werden: Chakam and Phönix, Rational Parkbank, Mechanios and Metals, Chemikals Rativnalbank, Central Union Trust Company. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 30. Dez. Während der heutigen Vormittagsstunden trat eine starke Befesti - gung des französischen Frankens ein. Paris stellte sich bei Erössnung des Verkehrs aus 127,50 gegen London. Diese Bewegung blieb im Gegensatz zu den früheren Franken-Bewegungen ohne Einfluß auf die Aktienmärkte. Die Börse stand vielmehr unter dem Eindruck der außer- ordentlichernstenWirtschaftslagein Deutschland. Auch rein börsentechnische Momente, wie die bevorstehenden Prämienerklärungen bei der Medio-Liquidation, drückten auf die Tendenz. Die Kurse der führenden Marktgebiete, namentlich der Montan-, Chemie- und Schiffahrtsaktien eröffneten daher wesentlich unter dem gestrigen Stande. Es waren wieder einige Sonderbewegungen zu verzeichnen, so u. a. für Ufa-Aktien, für die zu 50 Prozent gesteigerte Rachfrage bestand im Hinblick auf die Ausführungen auf der gestrigen Generalversammlung. Der Geldmarkt ist unverändert leicht. Tägliches Geld, das jetzt auch über den Ultimo läuft, war zu 8,5 bis 10 Prozent angeboten. Monatsgeld 9,5 bis 11,5 Prozent. Die Devisenkurse waren, von der Bewegung des französischen Frankens abgesehen, kaum verändert. Warschau stellte sich gegen Kabel auf 8,75 bis 9. Die Reichsmark notierte in London 20,38, Paris 6,30, Amsterdam 59,17V». Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M.. 30. Dez. Tendenz: Schwächer. — Hochgradige Lustlosigkeit kennzeichnete den heutigen Börsenverkehr, der sich wieder bei unbedeutenden Umsätzen abwickelte. Die schwierige Wirtschaftslage, die in der sich stetig steigernden Zahl der Er- werbslosen erneut scharf zum Ausdruck kommt, verstimmte auf der ganzen Linie, zumal anregende Momente nicht vorigen. Im Eiw- klang mit der allgemein hervortretenden Abgabeneigung kam es dann zu neuen Abschwächungen, die sich, von geringen Ausnahmen abgesehen, über den ganzen Markt erstreckten. Die an der gestrigen Abendbörse hervorgetretene leichte Befestigung Jur eine Reihe führender Werte ging wieder verloren. Angeboten waren besonders Montan-, Chemie-, Elektro- Und Schiffahrtsaktien. Am Banken- markt, dessen Werte sich allgemein nur gering veränderten, fiel die starke Steigerung von Reichsbank auf, die bei einem Kursgewinn von 31/» Proz. bis auf134,50 stiegen. In Börsentreis en rechnet man mit einer höheren Dividende für dieses Unternehmen, wodurch für diese Aktien etwas Anregung geboten war. Maschinenwerte gehalten, desgleichen Zel l stvf f a kti e n. lvährend Auto- werte zum Rachgeben neigten. Weniger betroffen von der allgemeinen Abwärtsbewegung wurden Zuckeraktien, die gute Besserungen aufwiesen. Badische und Frankenthaler je plus 1 Pvoz. Deutsche Anleih en lagen ruhig und eher vernachlässigt, die Kurse gaben leicht nach. Auch Pfandbriefe tendierten schwächer. Ausländische Renten lagen ebenfalls niedriger. Der Freiverkehr war umsatzlos. Deckerkohle 37 Pvoz., Benz 21, Brown- Boverie 51 Proz., Entreprise 8,5 Proz., Gro- wag 36,50 Proz., Krügershall 64 Proz.. Ufa 49 Pvoz., Ufta 51,5 Proz. Im späteren Verlause wuroe die Stimmung noch mehr gedrückt. Für A n i l i n w e r t e setzte sich die Abwärtsbewegung weiter fort. Auch an den anderen Märkten traten neue Kursabschwächungen ein. Am Geldmarkt ist die Lage überwiegend noch leicht, obwohl die Rachfrage etwas stärker geworden ist. Tägliches Geld stellte sich auf 9 bis 10 Proz,., Bankdiskonten 7 Proz.. Industrie-Akzepte 9 Proz. Im Devisenverkehr konnte Paris seine Befestigung fort- setzen. Paris stellte sich gegen London auf 128,75. Das englische Pfund war mit 4,857+ gegen Kabel ebenfalls befestigt. Die übrigen Valuten sind nicht wesentlich verändert. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Frankfurt a.M. Berlin Schluß Kurs t-Uhr. Äurs Schluß, äur» Anfang flute Datum: | 29.12. 3'J. 12. 29. 12. 30. 12. 5% Deutsche Rekchsanleihe . 4% Deutsche Rcichsanlcihe » 8’/s% Deutsche RcichSanlcihe 3% Deutsche RcichSanlcihe . Deutsche Sparprämicnan leihe 4°Io Preußische SonfolS . . . 4a/0 Heften........... 3V2°/o Hcffen.......... 3% Hellen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anweisng.*) 4% Zolltürken 5% Solbmerttaner...... Berliner Handelsaescllschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche Bcreinsbank .... DtSconto Commandi» ... Metallbank........... Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesterreichische Kreditanstalt. Westbank............ Bochumer Guß . BudcruS .......... Caro »Luxemburg irchencr Bergwerke . . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütte Oberbedarf Phönix Bergbau ..... Rheinstahl Niebeck Montan ....... Tellus Bergbau. ...... 0,195 0,190 0,195 0,19 — — 0 2075 — — 0,2125 0 205 0.29 — — 0 3025 0,107 — 1.1071 — — 0.215 0,21 0,17 — — 0,17 — —— —— 90,25 — 91,25 — 98,25 98,35 — 7,9 7,75 — —— 42 45 — 136.5* — 137,5* 135 ‘ 96* — 96* 96* 104.6* — 104,2* 104,7* 104,5* —• 104,5* 101,7* 103,6* —— 103,2* 103,7* 71.25 — — 90,25' 90* 90.25* 90.5* 6,2 6,2 0,03 6,12 6,12 0,03 —- 60* — 57,5* 58* 28 26 26 75 26 39,5* - 40* 40* 58 57,25* 56.75 57* — — 61.25 61* — — 86 62* 83,5 ‘ 94,25* 92.5 91,25 92 93 93 93,9 94.4 22,25 — 23 23.6: 37 —— 37,5 37,12' 58,5' 57.5* 58,4* 59,5 46.75* 45,5* 48,5* 45,62* 71 —— 71 40 — _ Hamburg-Amerika Paket. . , Norddeutscher Llovd Cheramtsche Werke Albin . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann . , . Anglo-Com-Guano .... Badische Anilin ....... Chemische Mäher Alaptn . . Goldschmidt . . .... ‘. Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung RütgerSwerke ....... Schetdeanstalt ....... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . . ....... Mainkraftwerke ....... Schlickert Siemens 4 HalSke ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Hehltgenstacdt Meguin Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . mKä5* : Schuhfabrik Herz ..... Sichel. . . . ellstoff Waldhof uckerfabrik Frankenthal . . nckerkabrik Waghäusel . . . 93,5* 95.4* 92,75* 94 5* 60.25 60 39,5 39.5 — — 106,2* 106.2* ■w 50.5 50 107* 106* 101* 105 6* 40,1 ' 41 46 9 80 80 86,5* 85,5* 63 - 59 — 52,75* 51,5* 67 25* 66* 24.6 24 22 21,25 14 — 21 — 17 — —— 83,5 —- 51 51 —- — 1.9 — 78,25 77 11 42 32.5 32 5 92,75* 94,9* 51,5 79,25 105,2* 85,5 78 : 92. .Y 193,62' 63* 24,9 20,9 68 105,2* Pelzmärtel. Ein Nürnberger Spielzeugroman. Rach dem Italienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein. Copyright 1925 by A. Scherl G. m. b. H., Berlin. 27. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ans in Verruf bringen?“ schrie die alte Schwalbe bebend vor Zorn. „Da hätten wir viel mehr Grund, es von allen Dächern zu pfeifen, daß Dringglück ganz und gar kindisch geworden ist." „Wieso, wieso?" bebberten die Zuhörer vor Reugierde. „Wieso? So eine Frage! Diese Sache mit der toten Elster! Du meine Güte, hat man schon jemals so einen Mangel an gesundem Vogelverstand gesehen?" Die Zuhörer verstanden nicht, was sie meinte, pflichteten aber aus Respekt und Disziplin bei: „Jk, ja, ja, die Sache mit der toten Elster!" Rur eine gewissenhaftere Schwalbe fügte hinzu: „Sprich deutlicher, bitte!" „Deutlicher sprechen?" Die Alte glaubte nicht recht gehört zu haben. „Roch deutlicher? Kann man überhaupt deutlicher sein? Bringglück, diese verrückte alte Dachhockerin, hat der Gummikahe Len Gedanken eingegeben, die Tante Berta in den Käfig zurückzubringen. Und so weit wäre ja alles in Ordnung gewesen, aber glaubt ihr, sie hätte daran gedacht, Jakob und Julchen vor der Gefahr zu warnen, in der sie schweben? Rein, nicht im Traume!" „Unerhört, unerhört!" entrüstete sich der Chor. „Bei Abraham Schloß laufen Mr Papagei ■unb die Amsel doch Gefahr, in den Käfig eingeschlossen zu werden und den gleichen Hunger- tob zu finden wie Tante Berta. Run frage ich euch im Ramen des Gesetzes, bas bie Vögel zu gegenseitiger Hilfeleistung verpflichtet, können wir so etwas zulassen? Das geht an unsere Ehre, die Ehre der Schwalben, die nicht weniger gilt «als die Ehre der Störche!" „Das geht an die Ehre der Schwalben!" kam Die brausende Zustimmung. „(Sin Entschluß muh gefaßt werden!" „Ein Entschluß, ein Entschluß!“ Sie schrien so laut, daß die Leute an die Fenster liefen, um zu sehen, was denn los sei. Wenn die Schwalben einmal einen Entschluß gefaßt haben, kann nichts mehr sie davon ab- brtngen. gift wurde daher nicht gerade höflich empfangen, als sie es wagte, sich mit halbgeschlossenen Augen der Versammlung zu nähern und, noch schlaftrunken, einen Einwand zu erheben: Jakob und Julchen warnen, das ließe sich ja hören, wie aber wolle man es anstellen, um ihnen den Weg zur Freiheit zu zeigen? „Das sind Nebensachen“, zischte bie alte Schwalbe von oben herab. „Die Hauptsache ist, sie zu warnen, das Weitere werden sie bann schon selber finber.“ „Rebensachen, Nebensachen,“ lehnte die Versammlung ab, „werden's schon selber finden, selber finden!" „Gar keine Nebensachen", sagte Fifi gereizt. „Aus einem Käfig allein herauszukommen, da möchte ich euch einmal in dieser Rolle sehen! Ihr steckt nicht in ihrer Haut. Aber“, fügte sie entgegenkommend hinzu, „streiten wir nicht darüber, ich werde mitmachen und euch helfen.“ Kurz darauf trafen sich die Schwalben und die Gummikatze in dem bezeichneten Zimmer, dessen Fenster offen stand. Mit wenigen Worten darüber unterrichtet, was ihnen bevorstand, machten sich Jakob und Julchen schleunigst an den Almjug. Jakob stopfte sich schnell noch mit Sonnenblumenkernen und Biskuit voll, Julchen räumte mit dem Hanfsamen und den Ebereschen auf, bann verliehen sie also gestärkt ohne (Bebauern bas Vogelbauer, das Fifi öffnete, und flogen mit den Schwalben davon. Fisi blieb zurück, um bie Käfigtürchen wieder sorgfältig zu schließen. Darauf stopfte sie alles, was ihr unter bie Pfoten kam, in bas Bett: Besen unb Schaufel, Feuerzangen, einen Schöpflöffel, zwei Töpfe, Tücher unb Lumpen und Lappen, ms das Bett ausgefüllt war, als ob jemand darin läge unb bie Decke über sich gezogen habe. Als sie fertig war, putzte sie sich grinsend das Fell, legte sich unter das Bett und wartete geduldig. Den Kops gedrängt voll Gedanken an Peter Tand, seine Krankheit unb die Strafe, die auf das Haupt des Schuldigen heräbkommen mußte, kehrte Abraham heim. Wenn der Puppenpeter stirbt, wehe dann dem, der ihn auf dem Gewissen hat! Immer wieder klang das Wort wie ein Richtspruch in seinen Ohren. Ins Zimmer tretend und mit einem ängstlichen Blick das Halbdunkel durchdringend, blieb er wie vom Blitz getroffen stehen: bie beiben Käfige waren leer, leer unb geschlossen! So hatten ihn also auch Jakob unb Julchen seinem Schicksal überlassen, und nicht nur das, jene unsichtbare Hand, die ihn verfolgte, mußte ihnen den Weg zur Flucht gewiesen haben! Das Zimmer drehte sich um ihn, er mußte sich an dem Türrahmen festhalten, und nun fiel sein Auge auf das Elsternhaus. Das war offen, und die Leiche der Bewohnerin, die heute morgen ausgeflogen schien, lag neuerdings darin! Noch ehe Abraham einen Gedanken fassen konnte, überfiel ihn ein Höllengekreische, der entsetzliche Ton aus der vergangenen Nacht, der wie der Aufschrei verdammter Seelen klang und das Blut in den Adern erstarren machte. Er kam vom Bett her. Und das Bett war — ein Schauder überlief ihn — in Unordnung-- nicht leer---es lag einer drinnen-- Ein menschlicher Körper zeichnete sich unter der Decke ab — „Oooh — aaah!... Oooh - aaah!" ... Langgezogen, ging der grauenvolle Seufzer in ein Gurgeln, in ein- Röcheln und Verröcheln über — — — ..Oooh — aaah!... Oooh — aaah!" ... Aufschreiend wie ein Wahnsinniger stürzte Abraham aus dem Zimmer und die Treppe hinunter. Als ob ihm die Henker schon auf den Fersen wären, rannte er planlos durch die Straßen. Die Leute blieben kopfschüttelnd stehen, unb manche, die ihn erkannten, riefen aus: „Abraham? Das ist doch Abraham Schloß! Verrückt geworden?" Viel fehlte wirklich nicht dazu. Abraham war nahe daran, stehenzubleiben und allen ins Gesicht 3« schreien. ..Der Puppenpeter ist gestorben, ist tot, er liegt in meinem Bett! Ich habe seinen Geist gesehen, er will mich erwürgen! Erbarmen! ©rbarmen! Rettet mich! Versteckt mich!" Der Gehetzte wollte das schreien, aber er traute sich nicht stehenzubleiben, aus Angst, der Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. AU Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Banknoten. (Ohne Gewähr.) 29 Dezbr. 30. Dezbr. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld VBrtcf Amst.-Rolr. 168.74 169,16 168,79 169,21 Bur n.-Aires 1.730 1,7.34 1,733 1,<37 Brss.-Antw 19 02 19,06 19,03 19,07 Christian!a. Kopenhagen 85,01 85,23 85,12 1 85,34 103,74 104,00 112,89 103,47 112,61 103,73 Stockholm • 112,61 112,89 Helfingfors. 10,545 10,585 10.545 10,585 Italien. . . 10,92 16,92 16,92 16,96 London. . . 20,349 20,399 20,335 20,405 Neuvork . . 1,195 4,205 4,195 4,205 Parts.... Schweiz . . 15,53 15,57 15,91 15,95 81 14 81.34 81,04 81,24 Spanien . . 59,23 59,37 59,33 59,47 Japan . . . 1,824 1,828 1,823 1,827 Rio bi San. Wien in D.- 0.604 59,29 . D.606 0,607 0,609 Oest. abgcst. 59,37 59,15 69,29 12,458 Prag .... 12,413 12,453 12,413 Belgrad . . 7.425 7,445 7:425 7,445 Budapest. . Bulgarien . 5.87 3,005 5,89 3,015 5,872 v> 7005** 6,892 1,015 Lissabon 21.275 21,325 ■21,275 11,3-25 Darntg. . . Konstantin. 80.70 80,90 80,70 80,90 2,23 2,24 2,228 2,238 Athen. . . 5 44 5.46 5.83 5.35 Canada. . . 4,195 4,2'5 1.195 1.205 Nrugnav . . 4,295 4,305 4,285 4,295 Berlin. 39. Dezbr. Geld Bries Amerikanische Note«..... 4.187 4,20? Belgische Noten. ...... Dänische Noten ........ 18,97 103,44 19.07 103,96 Englische Noten........ 20,305 30,405 Französische Noten ...... 15,507 15.587 Holländische Noten...... 168,28 169.12 Italienische Noten...... 16,895 16,975 Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr-, ä 100 Kronen 84,79 85,21 59,05 59,35 Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... 112,2.1 112,85 Schweizer Noten....... 81,037 81,437 59,27 12,44 Spanische Noten....... 58,97 12,38 Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten....... 5 81 5,86 Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 30. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 26, Roggen, inl., 17,75 bis 18, Sommergerste für Brauzwecke 22,50 bis 25. Hafer, inl,. 18,50 bis 21,50, Mais, gelb. 21 bis 21,25, Weizenmehl, inl., Spezial 0, 41 bis 42. Roggenmehl 26,50 bis 26,75, Weizenkleie 11 bis 11,25, Roggenkleie 11,25. Tendenz: Fest. Frankfurter Schlachtdiehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".> Frankfurt a. M., 30. Dez. Auftrieb: 3 Rinder, 3 Färsen und Kühe, 1103 Kälber, 311 Schafe, 573 Schweine. Kälber: Feinste Mast- kälber 75 bis 82, mittlere Mast- und beste Saugkälber 68 bis 74, geringere Mast- und gute Saugkälber 60 bis 67, geringe Saugkälber 50 bis 58. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 40 bis 43, geringere Masthämmel und Schafe 30 bis 38, mäßig genährte Hämmel und Schafe iMerzschafe) 20 bis 25. Schweine: Doll- fleischige von 80 bis 100 Kilogramm 85 bis 87. vollfleischige unter 80 Kilogramm 78 bis 84, vollfleischige von 100 bis 120 Kilogramm 84 bis 87. vollfleischige von 120 bis 150 Kilogramm 84 bis 86. Marktverkauf: Bei schleppendem Handel ausverkauft. BÄchertisch. Im Rovemberheft von „Volk und R e i ch", politische Monatshefte für das junge Deutschland, die für die Mittelst eile für Jugend- grenzlandarbeit Friedrich Heiß herausgibt, bildet Dr. Friedrich Koenig. Gießen, der Vorsitzende des V. D. A., in einem weitausholenden Rückblick auf die Geschichte des deutschen Volkstums, des alten und neuen Reiches die Begriffe „Grohdeutsch, Kleindeutsch, Volksdeutsch, RÄchs- deutsch". In den Dienst der Volksdeutschen Schicksalsgemeinschaft stellt sich dieser grundlegende Aufsatz, der dazu mithelfen möchte, daß wir die Gesamtheit der dem deutschen Boden verwurzelten deutschen Volkheit als den tragenden Hintergrund unseres Ledens betrachten lernen. Bauer :: Tuchhandlung jetzt 119Ö1D *- Seltersweg 91,1. Stock ■■■■■ Geist des Puppenpeters werde ihn einholen. Er mußte weiterrennen, immer weiterrennen, immer schneller. Eine furchtbare Sache, das kann ich euch sagen, und wenn ich nicht so zornig wäre auf ihn, möchte ich fast Mitleid mit ihm haben. ... „Ich bin Abraham Schloß begegnet,“ erzählte an diesem Abend Gevatter Franz feiner Frau, „er lief wie ein Hase, hinter dem die Hunde her sind. Was mag das nur zu bedeuten haben?“ Auch Gevatterin Cornelia machte sich Gedanken. Irgend etwas zwischen Abraham und dem Puppenpeter war nicht ganz klar... Abraham lief und lief, bis ihn die Pegnitz aufhielt. Keuchend blieb er stehen. Es war eine einsame Uferstelle, es war schon spät, alles nach Hause gegangen, der Abendfriede senkte sich herab. Es war jene Stunde, wo der Tag zur Ruhe geht, wo die ersten Lichter aufleuchten am Himmel und in den Häusern der Menschen. Eine ferne Glocke Hub an zu schlagen, und es war, als wolle sie sagen: Friede auf Erden und den Menschen, die guten Willens find. Nur Abraham wurde dieser Friede verweigert. Traurig schaute er auf den Fluß, der eilig zwischen Erlen und Fliedergebüsch seinem Ziele zustrebte, schaute zu den Sternen hinauf, hie einer nach dem andern in unwandelbarem Gesetz ausleuchteten, schaute wieder auf das Wasser und dachte, um wieviel besser es wäre, hineinzugleiten und sich von der Strömung forttragen zu lassen. Dann aber stellte er sich vor, wie sie am nächsten Morgen seine Leiche finden und sich fragen würden: Warum hat er sich nur umgebracht? So würde seine Schuld doch ans Licht kommen, eine Schuld, die er nicht ein- gestehen mochte. Da lief er weiter, den Burgberg hinauf, und ob ihm auch die Knie brechen wollten, er meinte nicht schnell genug auf der Höhe ankommen zu können. Das Herz klopfte ihm zum Zerspringen. Das Herz wiederholte in einemfort: Besser der Tod, besser der Tod! Und Abraham antwortete: Warte nur, warte noch ein wenig, ich suche ja nur einen Ort, wo niemand mich finden wird. (Fortsetzung folgt.)