i I h - ? :äl MC J £ § 2-2 d; di rf i M b ? L Nr. 280 Erster Erscheint täglich,auster Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träge» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Der« lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Hranlfurt cm Main 11686. ■:£ H Montag, 30. November 1925 175. Jahrgang Blatt General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Stemöruderet R. Lange in Sietzen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesuummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°;o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich: für Politik und Feuilleton Dr. Friedr. Wilh. Gange; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An» zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Harte Jetten. Qlad>gerat>e haben wir uns daran gewöhnt, das; uns von Berufenen und Unberufenen jedesmal im Herbst ein harter Winter vorausgesagt wird. Das ist auch diesmal der Fall, wobei dje eifrigen Wahrsager nicht versäumen, auf untrügliche Tatsachen und Ziffern zu verweisen. Wir wollen den Ernst und die Bedeutung dieser Ziffern nicht verkennen, die von wachsender Arbeitslosigkeit, von der Kapitalsund Kreditnvt der gesamten Wirtschaft berichten. Auch die ausländische Presse beginnt aufmerksam zu werden. Sie lügt und schwindelt nicht mehr so viel über die innerdeutschen Verhältnisse zusammen, wie es seiner Zeit mit unerreichter Meisterschaft Poincarä im «Martin" getan hat. Wer die Veröffentlichungen des Reichsfinanzministeriums über die Steuer- und Zolleinnahmen des Reiches nachprüft, der mutz zugeben, daß das deutsche Volk eine Steuerlast trägt, wie sie im Verhältnis zum Volkseinkommen und zum Volksvermögen reinem anderen Volke auferlegt ist. Was das Ausland nicht weis; oder nicht genügend würdigt, das ist, daß diese Steuerlast in der Hauptsache nur durch das Selbstopfer der Wirtschaft möglich ist. Dafür sieht das Ausland andere Dinge um so schärfer, für die uns im Inland das Augenmaß und offenbar auch jedes Verständnis fehlen. Dazu gehört zum Beispiel, daß das Land Preußen fast mühelos Millionen flüssig zu machen weiß, uni in die Wirtschaft einzudringen. Es sei nur an die Beteiligung bei den Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerken erinnert, in deren Verwaltung sich die preußische Regierung durch den Ankauf eines Aktienpaketes entscheidenden Einfluß gesichert hat. Und dieser Einfluß soll noch weiter ausgedehnt werden, da ein in Reuyork aufgenommener Kredit von 42 Mill. Mark dazu bestimmt ist, Kohlenzechen im Ruhrgebiet aufzukaufen. Preußen scheint auch dafür reichlich Geld zu haben, sich anderer großer Konzerne zu bemächtigen, angeblich deshalb, um die nationalen Interessen zu wahren. Eine Kleinigkeit wird bei dieser horizontalen Konzentration übersehen: der Versailler Vertrag bestimmt noch immer, daß das Reich und die Länder mit ihrem gesamten Vermögen für die Erfüllung der Verpflichtungen haften. Preußen ist einstweilen dabei, sein Staatsoermögen gewaltig zu vergrößern, denn es beteiligt sich an Elektrizitätswer- ken. an Filmfabriken, an Kohlen» und Erzgruben. Das wäre alles in Ordnung, wenn die Mittel für diese Beteiligungen nicht zuvor der Wirtschaft in Form von Steuern und Gebühren rücksichtslos entzogen worden wären Dieser Mangel an Verständnis ist es, der Grauen erregen muß. Als Volk sind wir durch die Kriegs- und Rachkriegsjahrr so gestählt, datz wir den harten Zeiten, die sicher noch kommen, mit dem ebenso harten und unbeugsamen Willen gegenüberstehen, sie zu überwinden. Feige Gedanken sollen uns nicht beugen. Aber die Energie eines Volkes kann noch so groß sein, sie vermag sich nur dann durchzusehen, wenn die Anwendung auch die Kraft der Widerstände einigermaßen zuverlässig berechnet. Dom Reich und von den Ländern muh erwartet werden, datz sie Verständnis fiir die Wirtschaft und ihre Sorgen aufbringen. Es geht nicht an, auf der einen Seite die Wirtschaft finanziell zur Ader zu lassen, um sie auf der anderen Seite mit dem Ertrag dieser Schröpfung zu enteignen. Wenn die öffentliche Hand über Mittel verfügt, dann ist es ihre Pflicht, diese unverzüglich der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen. Wir wissen heute noch nicht, wie lange die Wirtschaft dem außerordentlichen Steuerdruck gewachsen ist. Dies gilt um so mehr, weil sich auch die Mittel und Wege, deren sich die Steuer- und Finanzpolitik künftig bedienen wird, nicht übersehen lassen. So wird die Senkung der Lohnsteuer geplant, wogegen nichts einzuwenden ist, wenn feststeht, wo der Ausgleich für den doch unvermeidlichen Ausfall zu finden ist. Die Wirtschaft, die ohne Gewinn arbeitet, läßt sich nicht weiter belasten; jeder Versuch nach dieser Richtung mühte die Konkursziffern unheimlich an- schwellen lassen. Ein Gräberseld darf die Wirtschaft nicht werden, weil sonst der ganze Produk- tionsapparat Gefahr läuft. Die Länder müssen versuchen, Arbeit zu beschaffen, wozu sie doch fähig sein müssen, wenn sie Produktionsmittel in erheblichem ilm= fang auskaufen können. Es wäre zweckmäßiger gewesen, hätte Preußen Mittel für den Ausbau von Automobilstraßen zur Verfügung gestellt, anstatt große Werke unter Ausnutzung der finanziellen Rotlage an sich zu bringen. Was die Länder nicht können, das muß das Reich leisten. Der flute Wille mag da sein, aber das parteipolitische Durcheinander droht alles wieder zu verderben. In England hat die Regierung den größten Wirtschaftsgruppen, d e am schärfsten unter der Krise leiden, erhebliche Erleichterungen verschafft. So erhält der Bergbau Zuschüsse, ohne die er nicht hätte durchhalten können. Die Ausfuhrindustrie wird durch die Gewährung von umfangreichen Krediten begünstigt und gestützt, ein Verfahren, dem sich auch Deutschland nicht länger entziehen kann. Wir werden in Deutschland mit den harten Zeiten fertig, auch mit dem Wettbewerb des A slandcs. Aber schlimmer als beide sind die Demagogen im Inland, die dem Volk vor- gaukeln, daß sich der Wiederaufstieg durch Gesetze, und nicht durch harte Arbeit und leider auch Entbehrungen erreichen lasse. h. ------ . Vor der Unterzeichnung in London. Das Locarno-Gesetz. Die Unterzeichnung durch den Reichspräsidenten. Berlin. 28. Rov. Amtlich. Rach- dem der Reichsrat heule nachmillag mit 49 gegen 15 Stimmen beschlossen hat, auf den Einspruch gegen das Gesetz über die Verträge von Locarno und den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zu verzichten, hak der Reichspräsident heule abend das vorn Reichskanzler Dr. Luther und dem Reichsaußenminisler Dr. S l r e s e m a n n gegengezeichnele Gesetz ausgesertigt. Das Gesetz wird demgemäß mit Datum vom 28. 11. in dem am 30. d' Rlls. erscheinenden Reichsgesehblalt verkündet. Der Beschluß des Reichsrats. Rachdem der Reichstag dem Locarnogesetz mit einfacher Mehrheit zugestimmt hat, hoben sich in der Samstagsihung des Reichsrats, die sich mit diesem Gesetz beschäftigte, drei Fragen heraus: 1. ob das Gesetz verfassungsändernd sei, 2. ob die neueren Vorkommnisse in Trier und anderen Gegenden der Rheinprovinz, wo allem Anschein nach die Lasten der Besatzung vergrößert sind, zum Einspruch gegen das Gesetz Veranlassung geben, und 3. ob daher vom Plenum des Reichsrates Einspruch zu erheben sei. Die erste und dritte Frage wurden gemäß den Beschlüssen der Deichsratsausschüsse mit 49 gegen 15 Stimmen verneint, wobei sich die Minderheit aus den Vertretern von Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Riederschlesien, Bayern und Mecklenburg- Schwerin zusammensehen. Der Vertreter von Hessen-Rassau war zu der Sitzung nicht erschienen. Zur zweiten Frage wurde von Regierungsseite erklärt, daß wegen des Falles von Trier sofort mit der französischen Regierung in Verbindung getreten worden sei. Die französische Regierung habe zugesagt, sich sofort mit den zuständigen Befehlshabern in Verbindung zu sehen, und überdies erklärt, daß sie unbedingt an ihren Zusagen festhal- ten würde, die Besatzung, im Rheinlands im allgemeinen zu verringern. Für Bayern hatte der Gesandte von Prager erklärt, daß nach Auffassung seiner Regierung die Vorlage verfassungsändernden Charakter habe. Rachdem das Gesetz im Reichstage nur mit einfacher Mehrheit angenommen sei, halte die Bayerische Regierung einen gültigen Beschluß des Reichsrates nicht für gegeben und beantrage, um diesen Beschluß aus der Welt zu schaffen, Sin« spru ch zu erheben. Mecklenburg-Schwerin schloß sich dieser Erklärung Bayerns an. Der Reichsrat beschloß schließlich mit der obengenannten Mehrheit von der Locamovorlage Kenntnis zu nehmen, ohne Einspruch zu erheben. Die Abfahrt der deutschen Delegation. Berlin, 30. Rov. (£11.) Die deutsche Delegation zur Unterzeichnung der Locarno-Derträge hat sich gestern abend 8,30 Uhr über Ostende nach London begeben. Die Delegation besteht aus dem Reichskanzler Dr. Luther, dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann, dem Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. Kemp- ner und dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts v. Schubert. Ferner reisten mit den Ministern nach London Oberregierungsrai von Stockhausen aus der Reichskanzlei, der Sekretär des Reichsaußenministers Bernhard und die Legationssekretäre Redet Hammer und Dr. Strom sowie technisches Personal. Auf dem Lehrter Bahnhof hatte sich zum Abschied eine große Anzahl Herren der verschiedenen Reichsbehörden und der auswärtigen Vertretungen eingefunden. Man sah den Reichswehrminister Dr. G e ß l e r, den Vizepräsidenten des Polizeipräsidiums Friedensburg, vom Auswärtigen Amt den Ministerialdirektor Dr. Gaus, den Reichspressechef Dr. K i e p, Ministerialdirektor Köpke, die Geheimräte v. D i r k s e n und ©aller, ferner den Kommandeur der Schutzpolizei Oberst K a u p i t s ch. Aus der Diplomatie sah man den belgischen und den polnischen Gesandten sowie den französischen Geschäftsträger, der in Vertretung des gegenwärtig verreisten französischen Botschafters erschienen war. Die Londoner Besprechungen. Paris, 29. Rov. Der Vertreter der Havas- agentur in London glaubt mitteilen zu können, daß die in London anläßlich der Unterzeichnung des Sicherhcitspaktes stattfindenden Verhandlungen wahrscheinlich all»; in Locarno aufgeworfenen Probleme und besonders die Räumung der besetzten Gebiete betreffen würden. Die Entwaffnungsfrage könne gleichfalls geprüft werden. Man scheine in London der Ansicht zu sein, daß dkse unter Bedingungen durchgeführt werden könne, daß man ungefähr auf den 15. Januar die Ab reise der Interalliierten Militärkontrollkommission aus Berlin festsehen könne. Der Havas- vertreter will ferner erfahren haben, daß die Gegenstände, wie sie die in London vertretenen Staatsmänner zu verhandeln hätten, wichtig seien, aber die Zeit, über die sie verfügten, sei kurz. Es sei also möglich, daß die Unterhaltungen fortgesetzt würden, wenn in der kommenden Woche Chamberlain auf der Reise nach Paris passieren würde. Es scheine, daß er es gerne sehen würde, daß D r i a n d, wenn er Paris auf 48 Stunden verlassen könne, ihn dorthin begleiten würde. Chamberlain könne übrigens, wenn er Paris auf der Rückseite berühre, noch andere diplomatische Verhandlungen führen, sei doch in London die Möglichkeit einer Zusammenkunft Chamberlains mit Tschitscherin erörtert worden. Nach dem .Lntransigcant" sollen die Alliierten eine Note der deutschen Regierung erhalten haben, i nder folgende Forderungen gestellt werden: 1. Erhebliche Verringerung der Befat- zungstruppen. 2. Verkürzung der Raumungsfrl- ff en. 3. Aufhebung der Vorschriften für den Bau von Flugzeugen. Insbesondere beanspruche die Reichsregierung das Recht zum Bau von Riesenflugzeugen. Sie habe sich dagegen schriftlich verpflichtet, daß von dem Bau militärischer Flugzeuge abgesehen werde. Briand reifte heute nachmittag um 2 Uhr in Begleitung von Berthelot nach London. Es ist zur Zeit noch nicht bekannt, wann die Besprechungen ftattfinben, in denen die deutsche Delegation, wie ein Teil der französischen Presse mit sichtlichem Unbehagen feststellt, im Rahmen der Rückwirkungen des Vertrags die obenerwähnten Forderungen erheben werde. Gegenstand der Verhandlungen wird der gesamte mirbem Vertrage von Locarno zusammenhängende Fragenkomplex und insbesondere die Erleichterungen des Besatzungsregimes bilden. Die Starte der Besatzungstruppen Die Umgruppierung. Paris, 30. Rov. (TU.) Zwischen Paris und London ist über die Beibehaltung der Besatzungstruppen im Rheinland ein reger Meinungsaustausch im Gange. Wie die Telunion erfährt, haben zwischen der Dotschafterkon- f e r e n z 'und den Generalen D u c a n und Gu- illaum at in dieser Frage Beratungen stattgefunden. Die Botschafterkonsere.lz erklärte sich aber, wie ein Londoner Havasbericht besagt, mit dem Umtausch der in der zweiten und dritten Rheinlcmdzone verbleibenden Truppenbestände nicht einverstanden. Man erwartet nunmehr, daß diese Frage durch den Meinungsaustausch zwischen Paris und London eine wesentliche Klärung erfährt. Die Belgier hatten im besetzten Gebiet 15 000 Mann und werden fortan nur 7000 haben. Die englischen Desatzungstruppen betrugen 8900 Mann und werden auf 8000 vermindert. Die Franzosen hatten alles in allem 94 000 Mann, davon 64 000 Mann in der zweiten und dritten Zone. 30 000 Mann werden im Zusammenhang mit der Räumung der ersten Zone abtransportiert. Die verbleibenden 64000 sollen wesentlich reduziert werden. Obwohl hierüber noch kein endgültiger Beschluß gefaßt ist, glaubt man zu wissen, daß sie auf 30 000 bis 35 000 Mann herabgesetzt werden und zusammen mit den Sanitätern und dem Dureauperfonal 40 000 bis 45 000 Mann ausmachen. Jedenfalls ist die Frage der Umgruppierung und die Unterbringung der französischen Truppen in Wiesbaden noch nicht endgültig geregelt. Zu den Meldungen über die Stärke der Be- satzungstruppen im besetzten Gebiet erfahren die Blätter von zuständiger Stelle, daß infolge der bevorstehenden Räumung der ersten Zone und der Verminderung der Truppen im besetztbleibenden Gebiet gegenwärtig eine Truppenumgruppierung größten Umfangs im Gange ist, die verbunden ist mit Vorbereitung von neuen Quartieren für die Engländer in und um Wiesbaden. 3m Zusammenhang damit sind dem Auswärtigen Amt zahlreiche Telegramme zugegangen, die von einer drohenden Vermehrung der Quartierlasten sprechen. Diese Nachrichten sind zum Anlaß von diplomatischen Vorstellungen genommen worden. Es hat sich in fast allen Fällen herausgestellt, daß die Besorgnis der Gemeinden unbegründet war. Es handelt sich teils um unbestätigte Gerüchte, teils um Aeuße- rungen von Nachgeordneten Stellen der Besatzungstruppen, welche über den ganzen Plan nicht unterrichtet waren. Die Zusage der Regierungen der Besatzungstruppen geht dahin, daß die verbleibenden Truppen in ihrer Gesamtheit annähernd auf die Stärke der deutschen Friedensgarnisonen herabgesetzt werden sollen. Gegenwärtig besteht kein hinreichender Grund, an der Ausführung dieser Versprechungen zu zweifeln. Wahrscheinlich wird sich die Z a h l d e r G a r - nisonen vermindern, während diese und jene Gemeinde etwas stärker belegt wird. Zur Räumung der Kölner Zone. London, 30. Rov. (WTB. Funkspruch.) Rach dem Kölner Sonderberichterstatter des „Daily Telegraph" werden morgen ein Offizier und 100 Mann Köln verlassen. Am folgenden Tage wird wieder eine kleine Abteilung abfahren. Am 3. Dezember wird das 1. Bataillon des Manchester-Regiments nach Königstein ab transportiert. Die Rhein- Flotille, bestehend aus fünf Motor-Schaluppen und fedyS kleineren Booten, wird ihre Operationen am 1. Dezember ein stellen. Die Desatzungsttuppen toerven am 6. Dezember die Heimreise antreten. Nach der Unterzeichnung der Locarno-Verträge. Berlin, 29. Rov. Der „Täglichen Rundschau" zufolge steht es noch nicht im einzelnen fest, wie sich die Dinge nach der Unterzeichnung des Vertrages von ßoeamo in London weiter gestalten werden. Die deutsche Regierung hat sich verpflichtet, die Ministerpräsidenten der Länder noch einmal zu hören, ehe sie den entscheidenden Schritt in der Frage des Eintritts in den Völkerbund tue. 3m übrigen habe sie durch die Annahme der Locarnoverträge freie Hand erhalten, nach eigenem Ermessen zu handeln. Heber die Reuordnung der Verhältnisse im besetzten Gebiet wird die neueingesehte deutsche Kommission, an deren Spitze Reichskommissar von Langwerth-Simmern steht, in den nächsten Tagen die Besprechungen mit dem Ober« kommissar Ti rard aufnehmen, wird. Zu dem Arbeitsgebiet der Kommission gehören auch die Verhandlungen über die Ochste Ordonnanz und über den Amnestie-Erlaß, an dem Deutschland aktiv beteiligt sein wird. ------- -~3 Das Kabinett Briand. Paris, 30. Rov. (Havas.) Das Ministerium Briand ist nunmehr gebildet und zwar in der am Samstag bereits mitgeteilten Zusammensetzung. Zum Hnterftaafsfefretär für die befreiten Gebiete ist der radikale Abg. Georg Chauvin ernannt worden. Briand begibt sich am Montag nach London, kehrt am Mittwoch nach Paris zurück und tritt am Donnerstag vor das Parlament. Am Freitag soll die Diskussion des Budgets fortgesetzt werden und zu Beginn der darauffolgende;; Woche wird der Finanzminister Lou- chour seine Finanzierungspläne der Kammer unterbreiten. Am Sonntag wurde im Ministerrat unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik ein Meinungsaustausch über die Regierungserklärung gepflogen. Außerdem fand ein Meinungsaustausch über die Finanzfrage statt. Schon jetzt hat die Regierung beschlossen, daß die vorzuschlagenden Maßnahmen von jeder Konsolidierung absehen. Die neuernannten Minister werden heute die üjuen zustehenden Ministerien übernehmen. Finanzminister Loucheur hat erklärt, daß er ungefähr zwölf Tage brauche, um die ©teuer» reformpläne umzuarbeiten. Mit der Ernennung des beratenden Sachverständigen-Aus- schusses für Finanzfragen hat Loucheur unverzüglich begonnen. Rach Angabe;; der Blätter sollen 12 außerhalb des Parlaments stehende Persönlichkeiten, darunter auch Mitglieder der Vorstandsrats der Bank von Frankreich, ernannt werden. Loucheur wird weiterhin ein besonderes Augenmerk auf die baldige Lösung der interalliierten Schuldenprobleme richten. Er hat in dieser Frage schon eine Aussprache mit dem Ministerpräsidenten gehabt, der auf feinen Wunsch während seines Londoner Aufenthalts dem englischen Schahkanzler Churchill präzise Vorschläge zur Bezahlung der französischen Kriegsschulden an England unterbreiten wird. Schwere Flutkatastrophe in Süditalien. Rach einer Meldung der „Monlagspost" wurden Südilalien und Sizilien von furchtbaren Unwettern heimgefuchl. Der seit bereits zwei Tagen dort herrschende Sturm steigerte fi cham Samstagnachmittag und in der Rächt ;um Sonntag zum Zyklon, und der Regen wandelte sich zum 5) a - gelschlag. Das Meer zwischen Sizilien und dem Festland und hinaus bis zum Golf von Reapel wurde durch Springfluten derartig aufgepeitscht, daß die Wellen an der Küste alles, was in ihren Bereich gelangte, zerstörten. Die Eisenbahnen und vor allem die Telegraphen- und Telephonleitungen sind unterbrochen. 3n dem bei Reggio Calabria gelegenen Städtchen B a g n a r a wurden die Häuser vom Sturm hinweggefegt. Die gesamte kleine Flottille im Hafen wurde gegen die Felsen getrieben und zerschellte. Die nach dem großen Erdbeben angelegten Häuser wurden sortgeschwemmt wie leere Kisten. Aehnliche Szenen werden aus p a g l i und Monte Leone gemeldet. Aus den kleineren Riederlassungen zwischen den größeren Zentren fehlt jede Rachricht. Man fürchtet, daß eine größere Zahl Menschen ums Leben gekommen ist. Auch Messina wurde vom Zyklon stark heimgefuchl. Zahlreiche Menschen wurden durch Mauersteine und Dachziegel verletzt. Infolge Unterbrechung der elektrischen Leitungen liegt die Stadt im Dunkeln. Die Meerenge von Messina ist für die Schiffahrt gesperrt. Auch in Marokko schwere Sturmschäden. Paris, 30. Nov. (WTB.-Funkspruch.> Die Morgenblätter berichten, daß auch in Marokko ein Zyklon gewütet hat. In Fez sind durch einen Wirbelsturm ft arte Verwüstungen angerich - t e t worden. Im Flugzeuglaaer wurden 5 Flugzeuge zerstört und die Halle abgerissen, in der sich die zweimotorigen Bombenflugzeuge befanden. 10 dieser Apparate sollen schwer beschädigt worden sein. Im Lager der Fremdenlegion sind 4 bis 5, nach einer anderen Agenturmeidung sogar 1 2 Baracken eingerissen worden, wobei drei Legionäre getötet und über 20 verwundet worden sind. Im ganzen sollen 67 Flugzeuge zer- stört worden sein. Alle Telephon- und Tele- graphenverbindungen sind unterbrochen. Der entstandene Sachschaden wird aus 475 Millionen Franken geschätzt. Die Kälte ist sehr groß. Beinahe überall sind die Wege zu den französischen Posten unpassierbar, große Schwierigkeiten bestehen für die Versorgung der Lager und Vorposten. Die Rifleute beabsichtigen offenbar, die Offensive auf der ganzen Front wieder aufzunehmen. Verschiedene Posten sind bereits angegriffen worden. Schwere Kämpfe in Syrien. Jerusalem, 29. Nov. 3m südlichen Syrien sind außerordentlich schwere Kämpfe ausgcbrochen. Don Hermon bis Litani ist ein einziges Schlachtfeld. Französische Flugzeuge belegten alle von den Drusen besetzten Dörfern mit Bomben. Rsch.ja. das die Franzosen zurückerobert hatten, erwies sich als unhaltbar und mußte am 26. November wieder aufgegeben werden. Said A t t r a sch, der Bruder des Sultans, erhrielt Dcrstärkungen vom Dschcbel-Drus. Die KommunaUandtags- wablen in Preußen. Frankfurt a. M., 29. Rov. Die Kommunallandtagswahlen waren schon vor dem Krieg ziemlich unpopulär, weil man leider über die Aufgaben der Provinzial- und Kommunallandtage in weiten Kreisen immer noch im unklaren ist oder sie aus sonstigen Gründen nicht richtig einzuschätzen vermochte. Bei den Heringen kommunalen Wahlen zeigte sich das wiederum sehr deutlich. Dem Ergebnis wurde saft ohne jede Spannung engegengc- fehen, wie ja auch von einer Wahlpropaganda der einzelnen Parteien und Gruppen nicht die Rede sein kann. Am heutigen Sonntag gar tat auch der anhaltende Schneefall der Wahl einen weiteren Erheblichen Abbruch. Schon während des ganzen Sams- tagnachmittags wimmelte der Frankfurter Hauptbahnhof von Winter fportlern jeder Art, die über Nacht in den Bergen bleiben wollten und heute, Sonntag früh, lange vor Wahlbeginn, noch viel mehr! Die gleiche Wahrnehmung wurde in den on- den Städten und Orten im Taunus, im Spessart und in der Rhön gemacht. Zehntausende Wähler haben so heute ihre Wahlpflicht dem Schneesport oder der Schneewanderfreude im glitzernden Weiß geopfert. Sintemalen im besetzten Gebiet augenblicklich das Interesse an der Räumung eines großen Teiles des Taunus, insbesondere Wiesbadens und Umgegend, durch die französische Besatzung bzw. Ankunft der Engländer, größer ist, als an den Provinzial- und Kommunallandtags- wahlen. So kam es, daß im besetzten Gebiet des Regierungsbezirks Wiesbaden, einschl. der Stadt Frankfurt a.M., die Wahlbeteiligung nur 3 5 bis 40 Proz. betrug. Im unbesetzten Gebiet der Provinz Hessen-Nassau, im Regierungsbezirk Kassel war die Wahlbeteiligung wenigstens etwas besser: sie wird dort auf 45 bis 50 Proz. geschätzt, hat aber auch unter dem ersten Schneesportoergnügen während des Sonntags in diesem Jahre erheblich gelitten. Regierungsbezirk Cassel Hessen-Nassauische Arbeitsgemeinschaft Stadt I inü) Land 109103, Sozialdemvkraten 106 335, Zentrum 51 543, Demokraten 18 462, Kommunisten 22 234, Hmudweri und Gewerbe 10 737, Wirt- schaftspartei des deutschen Mittelstandes 8402, Bürgerliche Gerechtigkeitsvereinigung 510, Allgemeiner Wirtschaftsbund für Steuerabbau und Sparmaßnahmen 361. Da der Wahlbezirk Kreis I Grafschaft Schaumburg noch aus steht, läÄ sich die Anzahl der entfallenden Sitze noch nicht berechnen. Kassel-Stadt. Hess-Nass. Arbeitsgemeinschaft 18 979, Soz. 23 527, Zentr. 2698, Dem. 4965^ Komm. 3380, Handwerk und Gewerbe 1168, Wirtschaftspariei 1220, Zusammen 55 937. Wahlberechtigt« 117 243. Kreis Kassel-Land. Hessen-Nalsauische Arbeitsgemeinschaft 6232. SPD. 12 442, Zentrum 237, Demokraten 1986, Kommunisten 1995. Handwerk und Gewerbe 426, Wirtschaftspartei 331. Kreis Marburg-Kirchhain. Arbeitsgemeinschaft 9952, Soz. 3772, Zentr. I 5206, Dem. 1696, Komm. 497, Handwerk und Gewerbe 2018, Wirtschaftspartei 470. Kreis Fulda. Hess.-Nafs. Arbeitsgemeinschaft 597, Soz. 691, Zentr. (Liste 3) 3649, Zentr. (Liste 3b) 997, Dem. 268, Komm. 159, Handwerk und Gewerbe 96, Wirtschaftspartei 302. Regierungsbezirk Wiesbaden. Sozialdemokraten 93 940 (16 Sitze), Zentrum 69 288 (12). Deutsche Bolkspartei 19 175 (3), Deutschnationale Bolkspartei 16 547 (3), Kommunisten 19 556 (4), Arbeitnehmergruppe 6921 (1), Demokraten 16 736 (3), Hessen-Nassauische Arbeitsgemeinschaft 43 993 (8), Deutsche Wirtschafts- | Partei 14 724 (3). Frankfurt am Main. Sozialdemokraten 37 958, Zentrum 14 213, 1 Deutschnationale 13 057, Deutsche Bolkspartei 9967, Kommunisten 8821, Demokraten 6340, Wirt- schaftspartei 6431, Arbeitnehmerliste 3104. Anabhängige Soz. 434, Mieterschuhverband 274, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 101 099. Kreis Limburg. Sozialdemokraten 2493, Zentrum 6585, Kreisarbeiterschaft 1328, Demokraten 532, Handwerker 2236. Kreisbauernschaft 2453. Deutschnationale u. Deutsche Bolkspartei (vereinigt) 759. Dillkreis. Soz. 1846, Kommunisten 125, Arbeitnehmer- gruppe 179, Demokraten 579, Arbeitsgemeinschaft 5094. Wohnungsuchende 72, Sozialistische Arbeit- nchmergruppe 853, Anabhängige 52. Wil-tschafts- partei 391. Wahlberechtigt 34 057. gewählt 9191. Kreis Biedenkopf. Soz. 4234, Komm. 114. Arbeitnehmer 144, Dem. 242, Taunus-Westerwald und Lahngruppe 326, Wohnungssuchende 65, A. S. P. 61, Wirt» schaftspartei 1068. Wetz'ar. 3 Wetzlar, 30. Nov. (Eigener Drahtbericht des Gieß. Anz.) Bei dm gestrigen Wahlen ergab sich felgendes Resultat: K r e i s t a g s w a h l: Zentrum 555, Sozialdemokratie 9577, Demokraten 1918, Kommunisten 736, Bereinigte Arbeitsgemeinschaft Stadt und Land (Deutsche Bolkspartei, Deutschnatl. Dg., Bauernbund) 9616. zersplittert 160 Stimmen. Voraussichtlich erhalten Mandate: Bereinigte Arbeitsgemeinschaft Stadt und Land 12. Sozialdemokraten 11, Demokraten 2 Zentrum 1, Kommunisten 1. Die Wahlbeteiligung bezifferte sich auf etwa 50 Prozent. — §ür die Provinziallandtagswahl wurden abgegeben: Zentrum 501, Sozialdemokratie 9513, Deutsche Bolkspartei 5288, Deutschnatl. Bolksp. 4863, Demokraten 1293, Kommunisten 715, zersplitterte 420 Stimmen. Der Fall Schillings. Der „Fall Schillings" ist ja eigentlich eine Angelegenheit, die in der Zeitung mehr unter dem Strich zu behandeln ist, denn die Frage, welche künstlerische Persönlichkeit an der Spitze der Berliner Staatsoper steht, hat wohl mit Politik nichts zu tun. Die Art aber, wie man einen Künstler von Weltruf von dem Berliner Intendantenposten verdrängt, wie er in kleinlichster Art jahrelang schimmert und verärgert worden ist, bis ihm die Sache schließlich doch zu dumm wurde, und daß nicht etwa er ging, sondern ihm der Stuhl vor die T ü r g e s e tz t wurde, hat doch einen starken politischen Einschlag, der auch noch Folgen in der preußischen Leitung haben dürfte. Merkwürdig genug, daß in einem demokratisch geleiteten Kultusministerium derartige Fälle überhaupt möglich sind: wobei wir nicht so sehr den Minister selbst verantwortlich machen. Herr Professor B e ck er ist jedoch zweifellos von seinen Neserenten und anderen Politikastern, d ie in diese Clique hineingehören, mißbraucht worden. Sie haben nun eine ganze Anklageliste gegen Herrn v. Schillings zusammengestellt, auf der aber auch nicht ein einziger stichhaltiger Punkt ist. Im Gegenteil, es steht fest, daß noch vor einem Jahr unter dem Kultusminister B o e l i tz Herrn v. Schillings in bcu schmeichelhaftesten Formen sein Vertrag verlängert worden ist. Der Intendant der Staatsschauspiele, Professor I e fine r. hat nicht ganz Anrecht, wenn er behauptet, daß nicht einmal ein Dienstmädchen 'sich behandeln zu lassen brauchte, wie Herr v. Schillings Gehandelt worden ist. And das in einem Mimste- rium, das seinem Zweck nach der Kunst und der Wissenschaft dienen soll! Immerhin erfreulich, daß sich von den Sozialdemokraten bis zu den Deutschnationalen, ohne Rücksicht auf die parteipolitische Bindung der Negierung, eine Einheitsfront gebildet hat, die sich gegen derartige Methoden wendet, die hoffentlich auch start genug sein wird, die Bürokraten zur Strecke zu bringen, die hier hinter den Kulissen ein häßliches Intrigenspiel auf Kosten der Kunst glauben treiben zu dürfen. Die B ü h n e n g e n o f s e n s ch a s t veranstal- stete am Sonntag in der Wandelhalle desNeichs- tags ihren alljährlichen Wohltätigkeitstee. Er gestaltete sich zu einer st a r k e p d e m o n st r a - tiven Ovation der Berliner Gesellschaft süt den entlassenen Intendanten Max j von Schillings, in dessen Händen die musikalische Leitung lag. Warnung vor dem Studium der Medizin. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung toarni in der .Wohlfahrts-Korrespondenz" eindringlich vor dem Medizinstudium: „Daß der Aerztestand bereits vor dem Weltkriege in Deutschland übebfüllt war, ist bekannt. Während des Krieges mußte eine große Zahl von jungen Medizinern, um dem Heeresbedarf zu genügen, notapprobiert werden, ohne die Voraussetzungen für die Erlangung der Approbation in vollem Amfange erfüllt zu haben. Anderen Medizinern wurde gestattet, nach einer abgekürzten Ausbildungszeit die ärztliche Prüfung abzulegen. Nach dem Kriege kehrten zahlreiche deutsche Aerzte aus dem Aus lande, den Kolonien, den abgetreteinen Gebieten und dem besetzten Gebiete nach Deutschland zurück. Viele deutsch stämmige Mediziner aus den Nandstaatrn wandten sich den deutschen Ländern zu. Eine größere Anzahl von früheren Offizieren ergriff das ärztliche Studium. So ist es zu erklären, daß das neue Deutschland, um etwa sechs Millionen Einwohner verkleinert, eine weit größere Zahl von Aerzten aufweist als das alle Deutsche Neich. Es kommt hinzu, daß durch die große Verarmung des neuen Deutschland, besonders des zum großen Teil in die Sozialversicherung aufgenommenen Mittelstandes, der früher zu den treuesten Privatkunden der Aerzte zählte, die ärztliche Privatpraxis ganz erheblich zurückgegangen ist. Die Haupteinnahmen fließen dem Aerztestande von den Trägern der Sozialversicherungen zu: von den Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Landesversicherungsanstalten. Aber auch deren Mittel sind durch Krieg und Nachkriegszeit, namentlich durch die Zeit der Inflation, geschwunden. Die Zahl der Erkrankungen bei den Versicherten ist andererseits infolge der Anterernährung und der Herabsetzung der Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung erheblich gestiegen. Die Leistungsfähigkeit der Versicherungsträger den Aerzten gegenüber ist daher jetzt kaum noch zu steigern. Dabei ist die ärztliche Ausbildun g mit ihren zahlreichen Pflichtvorlesungen und ihrer sechsjährigen Dauer die teuer st e unter allen akademischen Berufen, während die Aussichten für die jungen Aerzte tur Zeit die denkbar schlechtesten sind. So kann nicht dringend genug von dem Studium der Medizin für die nächsten Iahre abgeraten werden." Die Verhältnisse liegen für weibliche Aerzte durchaus nicht — wie gelegentlich ganz zu Anrecht behauptet wird - günstiger. Aus- bildungszrit und -kosten, Aufwand für Niederlassung und Einrichtung sind die gleichen. Die Betätigungs- und Erwerbsmöglichkeiten unterscheiden sich in nichts von denen der Aerzte: auch die Zulassung zur kassenärztlichen Tätigkeit unterliegt genau den gleichen Einschränkungen. Offenbar ist in der Oessentlichkeit auch noch nicht hinreichend bekannt, daß das medizinische Studium durch eine bevorstehende Aenberung I der Prüfungsordnung demnächst von 10 Semestern auf 11 Semester erweitert werden wird. Neue Rerfeprüsungs- bestimmungen in Preutzen. Berlin, 28. Nov. (WTB. Amtlich.) Mit der Neform des Höheren Schulwesens in Preußen im engsten Zusammenhänge steht die Neuordnung der Neifeprüfung. Die dafür geltenden Grundsätze werden aber erst Ostern 1927 in Kraft treten können Für die Reife- prüfungen zu Ostern und Michaelis 1926 find jedoch Aebergangsbe st immun gen notwendig, die soeben vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung veröffentlicht werden. Wichtig ist zunächst die Festsetzung, daß an allen Schulen nur noch vier schriftliche Prüfungen geschrieben werden. Darunter befindet sich immer deutscher Aufsatz und eine mathematische Arbeit. Die beiden anderen werden aus den charakteristischen Fächern gewählt. Bei den verschiedenen Schulgattungen hat der Prüfling das Recht, sich in der schriftlichen Prüfung unter zwei oder drei Fächern das Fach zu wählen, in dem er geprüft werden will. Beim deutschen Aufsatz soll er die Möglichkeit haben, sich aus den Themen eines auszusuchen. Auch der Kreis der Hilfsmittel, die der Schüler bei schriftlichen Arbeiten benutzen darf, ist weiter als bisher gezogen. Schließlich sollen auch die schwächeren Schüler Gelegenheit haben, sich in der mündlichen Prüfung auszuzeichnen, selbst, wenn sie in den schriftlichen Arbeiten nicht alle Erwartungen erfüllt haben. Kleine politische Nachrichten. Die Stadtverwaltung von Boim erhielt aus Berlin die Mitteilung, daß Reichspräsident Hindenburg nach Räumung der ersten Zone der Stadt Bonn einen Besuch abstatten wird. Der Kreuzer „Berlin" ist am 27. November 1925 in Valparaiso (Chile) eingetroffen. Er wird dann am 4. Dezember feine Reise nach Taleahuamo (Chile) fortsehen. Es verlaute, daß der diesjährige Friedensnobelpreis dem amerikanischen Vizepräsidenten Dawes verliehen werden soll. Aus aller Welt. Ministerbesttch auf der Deutschen Lltttomoditansstellttttg. Sonntag mittag besuchten Reichsminister Dr. Gehler uni) ReichsarbeitsministerDr.D rau ns die Deutsche Automobilausstellung. Besonderes Interesse zeigten sie für die Ausstellung der Lastkraftwagen, die gerade für ihre Ressorts von besonderer Bedeutung sind. Die Minister drückten den Herren der Ausstellungsleitung, die sie empfangen und geführt hatten, ihre vollste Anerkennung aus. Die Ausstellung hatte am Sonntag einen derartigen Massenandrang zu verzeichnen, daß der Kartenverkauf wiederholt gesperrt toerben muhte. Bis gegen Abend hatten gegen 60 000 Besucher die Kassen passiert. (Eröffnung der weslfalenhalle. In Dortmund wurde die Westfalenyalle, die größte in Holz konstruierte Halle Europas mit einem Fassungsvermögen von 12 000 Personen, feierlich eröffnet. Es war ein prachtvolles Bild, als 2200 Turner und Sportler, die im Innenraum aufmarschiert waren, Freiübungen und alle Sportarten vorführten. Im Anschluß an einige von 200 Sängern des Dortmunder Männergefang- vereins vorgetragene Lieder hielt Oberbürgermeister Dr. E i ch h o f f die Weihrede. Die Darbietungen des Volkschors schlossen die eindrucksvolle Feier ab. Auf der den Innenraum umzäunenden 200 Meter langen Radrennbahn bestritten Amateure ein Punktefahren. Am Sonntag fanden die ersten internationalen Wettrennen statt, die eine gute Besetzung auf wiesen. Ende Februar soll das erste Dortmunder Sechstagerennen vonstatten gehen. Dom Regen in die Traufe. Donnerstag nachmittag meldete sich bei der Mailänder Polizeidirektion ein gewisser Charles Dobrzyns ki aus Lodz in Polen, der in Antwerpen wohnhaft ist. Er gab an, daß ihm auf der Strecke Basel—Mailand im Zuge ein Portefeuille mit 5000 Goldgulden Inhalt und eine Anzahl kleiner Brillanten im Gesamtwerte von 50000 Gulden abhanden gekommen sei. Er glaubt, daß er während der Reise narkotisiert wurde. Da der Bestohlene den Verdacht aussprach, der Diebstahl sei auf der Strecke Chiasso— Mailand erfolgt, wurde er zunächst von der Polizei zu einer Geldstrafe von 200 000 Lire verurteilt, da er den italienischen Zollbehörden die Brillanten nicht angegeben hatte. Blinde Passagiere. Beamte der Einivandrrungsbehörde in Honolulu entdeckten im Schiffsraum eines großen Passagierdampfers 11 Chinesen, die s i ch t o t ft e 11- t c n. Ieder von ihnen lag in seinem eignen Sarg. Nahrung und Gepäck neben sich. Sämtliche Chinesen und einige Mann der Besatzung wurden verhafte!. Die Beamten glauben, daß es sich um eine ausgedehnte Verschwörung handelt, um Fremde vom Osten nach San Franzisko einzufchmuggeln. Schwere Zugentgleisungen. Aus Atlante (Pennshlvanien) wird gemeldet, daß zwei Güterzüge, die in halbstündigem Abstande in derselben Richttmg fuhren, in der Nähe der Stadt an derselben Stelle entgleisten. Drei Personen des ersten Zuges und zwei Personen des zweiten Zuges wurden aus der Stelle getötet. Außerdem werden drei Schwerverletzte und beträchtlicher Sachschaden gemeldet. Schwerer AnMck^ail. Der 46jährige Mühlenoesitzer Anton Baumann von der bekannten Mühle, die am Wege von Sommerau nach Hobbach (Spessart) liegt, kam auf tragische Weife ums Leben. Er wollte einige Teile des Räderwerkes e i n ö l e n , dabei wurden seine Kleider von einer Walze erfaßt, er selbst hineingezogen und t o t g e q n e t scht. Auf einen Schrei eil le seine Frau herbei, die die Mühle abstellte und ihren Mann blutüberströmt tot vorfand. r "a v Ci O '• fl*? C. Nach anfänglicher Aufklärung wieder zunehmend bedeckt, meist westliche Winde, vorübergehend etwas milder, dann wieder kälter, Neigung zu Niederschlägen. Das Bild der Wetterlage hat sich feit gestern nur wenig geändert. Die Reihe her vorübergehenden Tiefdruckgebiete ist noch nicht abgeschlossen . Gestrige Tagestemperaturen: Maxnnu.n. Minus 0,4 Grad C., Minimum minus 6,8 Grad C., Niederschläge 4,6 Millimeter. Heutige Morgentemperatur Minus 3,1 Grad E. Aus der ProvinzialhauptstM. Gießen, den 30. November 1925. Was muh man von der Tuberkulose wissen? Von Dr. Sell, Eleonorenheilftätte. Wissen mutz man zunächst- und für alle Zeiten, daß jeder, der sagt: „Tuberkulose ? — Das geht mich doch nichts an", sich das Zeugnis der Unwissenheit ausstellt. Denn die Tuberkulose ist die alleraerbrei- tetst^ Volks krank hei t; es gibt in unseren Kulturvölkern keine Familie, in der sie nicht uorg> kommen wäre. Es gibt, besonders in den Städten, fast keinen Menschen, der beim Austritt aus dem Kindesalter nicht von ihr an gesteckt wäre. Wenn jemand sagt: „Davon weiß ich nichts, davon merkt man doch nichts", so glaube ich das. Denn die Tuberkulose ist „die Krankheit der Unwissenheit". Ihre Gefährlichkeit beruht gerade auf ihrer Heimlich tuerei. Sie ist ansteckend, aber sie unterscheidet sich von den bekannten ansteckenden Krankheiten, wie Scharlach, Diphtherie, Typhus uswT-dadurch, daß sie den Angesteckten nicht gleich krank macht, sondern erst nach Jahren. Sie unterscheidet sich von ihnen dadtirch, daß die Ansteckung nicht irgendwann ein- mal stattfindet, sondern bei unzähligen Menschen täglich. Die Ansteckung geht aus von lungenkranken Menschen, die ohne jede Vorsichtsmaßregel husten und ausspucken, von eiternden Drüsen und Knochenfraßwunden, auch anderen tuberkulös erkrankten Körperteilen. Selbst von Tieren, die an „Perlsucht" erkrankt sind, kann sie auf den Menschen übergehen. In unserem kleinen Hessenlande sind im Jahre 1921 2064 Menschen an Tuberkulose gestorben, im Jahre 1922 2017, im Jahre 1923 1980, im Jahre. 1924 1626 —, das sind viel mehr, als an allen anderen ansteckenden Krankheiten zusammen gestorben sind. Man sieht also, daß die Tuberkulose keine harmlose Krankheit ist, sondern den Menschen nach dem Leben trachtet, — allen Menschen muß man sagen, denn alle sind angesteckt und Unzählige werden jeden Tag von irgendeinem ahnungslosen Kranken mit sorglos verstreuten Krankheitskeimeu (Bazillen) neu angefteeft. Daher kommt die große Sterblichkeit. Was hierbei besonders zu beklagen ist, das ist die Heimtücke der Tuberkulose, die dem Befallenen gar niHt das Gefühl des Krankseins macht, die den Betroffenen nicht in wenigen Tagen ober Wochen ums Leben bringt, sondern erst in 4 oder 5 Jahren. Wer diese „Galgenfrist" benutzt, um sich gegen die Krankheit mit aller Kraft, mit Wissen und Gewissenhaftigkeit zu wehren, der kann verhältnismäßig leicht dem frühen Tode entgehen. Einem frühen Tode sage ich mit Absicht. Denn das ist gerade das Furchtbare an der Tuberkulose, daß sie die Menschen in der Blüte des Lebens dahinrafft. Unendliches Leid bringt sie so über elternlos gewordene Kinder, über Eltern, die ihre Lieblinge im schönsten Lebensalter ins Grab betten müssen. Unendliche Summen Geldes kostet der lahrelange Kamps um Erhaltung der bedrohten Leben, unendliche Summen müssen Gemeinde und Staat für Armenlasten ausgeben. Man höre noch eine Lehre der „Statistik", das ist die Zählung der Verstorbenen. Immer wieder ergibt sich daraus, daß das weibliche Geschlecht der Tuberkulose weniger Widerstand entgegensetzen kann, als das männliche. Wenn man feststellt, wie viel Männer und wie viel Mädchen und Frauen im jugendlichen Alter zu Grabe getragen werden, so find es meistens etwas mehr Männer als Frauen: wenn man aber feststellt, wie viele von diesen an der Lungentuberkulose — zu deutsch Schwindsucht — gestorben sind, so findet man viel mehr weibliche dabei: ja in manchen Jahren sind es doppelt so viel weibliche Opfer als männliche. Man überdenke das einmal. Was kann da die Ursache fein? Ist das weibliche Geschlecht wirklich das schwächere? Ach nein. Die Sache liegt so, daß jeder durch schädliche Gewohnheiten der Tuberkulose in die Hand arbeitet. Und die Frauen machen bei uns noch mehr Fehler in gesundheitlicher Hinsicht als die Männer. Alles, was den Körper schwächt und seine natürliche widernatürliche Widerstandskraft herabgesetzt, begünstigt den Ausbruch, beschleunigt den Verlaus und behindert die Heilung der Tuberkulose. Den Ausbruch könnte man verhüten, die tägliche Ansteckung müßte ein aufgeklärtes Volk verhüten, wenn keiner mehr ohne Vorsichtsmaßregeln husten ober ausspucken wollte. Das wäre doch kinderleicht. Aber aufgeklärt und gewissenhaft sind in diesem Punkte die wenigsten Menschen. Wer läßt seine Taschenuhr beim Grobschmied reparieren ? Gewiß Feiner. Aber mit seinem einzigen wahren Gute, der Gesundheit, geht mancher zum Kurpfuscher oder sucht sich mit einem Tee zu helfen, der irgendwo angezsigt ist. Die heutigen Aerzte verstehen die Krankheit' früh zu erkennen, sie verfügen auch über eine große Zahl nützlicher Mittel: aber was dem einen nützt, ist darum noch nicht gut für den anderen. Deshalb muß jede verdächtige Schwächeerscheinung jeden Vernünftigen zu einem wissenschaftlich gebildeten Arzte treiben. Und er muß dem Arzte folgen und nicht auf den Schwindel her- einfallen, der sich in unzähligen Ankündigungen den' Menschen aufdrängt. Wahre Aufklärung üßer die Tuberkulose wird im Laufe der nächsten Wochen in mehreren Orten des Kreises Gießen durch Lichtbildervorträge geboten werden. Da darf feiner fehlen, der für p । und seine Familie die Kenntnisse gewinnen will, wie man die Tuberkulose vermeidet, wie man ihr vorbeugt, wie man ihr aber auch Vorschub leistet. Jedermann ift bedroh!: die wahrhaft Aufgeklärten werden da sein und bei scharfer Aufmerksamkeit einen wertvollen Schah von Kenntnissen mit heim nehmen. --- Tageskalender für Montag. Eeiverkschaftsbund der Angestellten 8 Abr „Hotel Hopfeld" Molmtsversammlung. - Lichtspielhaus Bahnhofstr.: „Töchter b?r Wüste". - Astoria- Lichtsviele. Seltersweg: ..Der Sprung ins Leben". — A n s dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Im morgigen Sienstagabonnemcnt, wird Ibsens Schauspiel „B a u m e i ft e r S o l n e ß" zum erstenmal in Gießen mit eigenem Personal gc geben. Das Werk ist früher nur einmal mit einem Gastierenden zur Aufführung gelangt. Di« Einstudierung der Aufführung liegt in den Händen vo» Herrn Oberregisseiir T e l e k y , die beiden Haupt' rollen, des Baumeisters und der Hüde Wangel. werden von Herrn G e f f e r s und Fräulein K roh- yt e r gegeben. — Es sei ausdrücklich darauf hinge- wiesen, daß in der Wochenanzeige des ..Gießener Anzeigers" (Nummer vom Samstag. 28. Nov.) versehentlich fürsMittwoch. ?. Dez., eine Aufführung von „Heimliche Lrautfahrt" statt der tatsächlich stattsin- denden Aufführung non „D e n Teufel d u r > ,l'"d'm Joh„ ti1*. im 7°0, im 3flijrc °.,e °n allen nn-: 'lammen gt[i0r -Mrkuloie keine ^Menschen nach Elchen muh man Unb Unzählige m ofmungslofen ^ankheitskeimen °mmt die geohe ers zu beflogen itfuloje, die dein d» Äranlieinc ' wenigen Tagen Mdern erft in 1 it um sich gegen i* Wissen und ehren, der kann Tode entgehen, bsichl, Denn das lubcekulose, dah ebens dohinrasll. er elternlos gehn Lieblinge im «en müssen, linder sahreiange chten Leden, un- be und Staat für „Statistik", da; iit immer wieder eich« Geschlecht der d entgegensetzen lan feftfteltt, wie i und Frauen im agen werden, \o mer als Frauen, le van diesen an üsch Schwindln»! iiel mehr meiblidie ind es boppcl1 so je. Mn überdenle in? M da; weib- wdiere? Ach nein, urdj schädliche ®e> . die fianb arbeitet nod) mehrmals die SRännei. hi und seine n* isfraft heMseb-.' ■unigt den 3?rfa"l über!* verhüten, bie tag- eflärte? 'Bolt uer- gorstMsmahMln as wäre dach ich- wissenhast smd '" T'Grabsch'Nüd chl seinem einMN acht mancher M LK SÄ-jVS heibc" JS her-- &&{nbtn '.«äSfö* tf'Ss y heimiiq I anlJW' I feiten tor. KN dah s^ 1 N'. sondern | L°°" Ihnen I 5$5n ein- ","enscheniaP 1 „^Henltanten I lnrunb Mn 1 u!?s erkrankten 7 an -M b,n Menschen ' Hessische Kiinstlerhilse 1925 Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Amelia oder Gin 6 Akten von Georges Bizet. entspricht. Keiner, sollte versäumen. dieses Werk zu übertragen in dem Kunstwerk einen gei» Jeder Weinhändler liefert: Rundfunk-Programm deS Frankfurter Senders. (Aus der »RaLio-Tlmschcm".) Dienstag. 1. Dezember: zahlung geben lieh. 3n einem anderen Falle hat er sich der Zechprellerei schuldig gemacht, "auch hat er sich verschiedentlich unter falschen Angaben Darlehen geben lassen, die er nie zurückerstattete. Der Angeklagte gab die strafbaren Handlungen zu, sieht aber nicht Rückfallbetrug in den angegebenen Fällen als vorliegend an und bat um Maskenball. Donnerstag, 3. Dez.: Eine Nacht in Venedig. Freitag, 4.: Die Weihnachtsglocke. Samstag, 5.: Die Judin. 10 Mr: Einmaliger Tanzabend, Tamara Karsavina. Sonntag, 6.: Die Meistersinger von Nürnberg. Schauspielhaus. Dienstag, 1. Dezember: Der Unwiderstehliche. Mittwoch, 2.: Das große Welttheater. Donnerstag, 3.: Wie es euch gefällt. Freitag, 4.: Das grohe Welttheater. Samstag, 5.: Ein Volksfeind. Sonntag, 6.: Lanzelot und Sanderein. Hierauf: Die Geschwister. 8 Uhr: Das grohe Welttheater. trug« auf 8 Utowate Gefängnis, weiche Strafe der Angeklagte aimalym. Carmen. Mittwoch, 2.: SEIT 16«3 BCtMERSTaR L BK«. VERTRETER: H. Elges jr., Gießen, Seltersweg 68 Gerichtsfaal. WSN. Offenbach, 28. Nov. Vor dem hiesigen Großen Schöffengericht wurde gegen den früheren Polizeibeamten Erich Heller verhandelt. der im März ds. Is. 1 3 000 M k. auö der Kasse des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold unterschlagen hatte und damit flüchtig geworden war. Nach- dem et das Geld verausgabt hatte, verübte er Zechprellereien in Lugano. Das Urteil des Gerichts erging auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten und Auferlegung der Kosten. Ein Monat Untersuchungshaft wurde angerechnet. Dienstag, 1. Dezember: die seiner Weltanschauung und seinen «Defühlen der dazu in der Lage ist. Adel verpflichtet. Ich meine den alten Adel des Kunstlandes Hessen. Wir wissen alle um die schweren CRöte, in denen wir stehen. Unsere Kunst leidet darunter besonders. Man glaubt immer noch, dah Kunst ein Luxus sei, der nicht unbedingt zum Leben gehöre. Man sollte sich zu der höheren Auffassung erheben, dah die Kunst etwas zum Leben Notwendiges ist. Wir leben in materieller Not. Dewunderungswürdig ist es. dah unsere Künstler weiter dafür kämpfen, sich schöpferisch auszuwirken und auszuleben, sie. die befähigt sind, das Leben in dieser Form zu gestalten. Adel verpflichtet. Man möchte meinen, dah die Kunst mit dieser materiellen Not darnieder- gegangen wäre. Das ist nicht der Fall. So darf ich nun vom allgemeinen zum be- sondern, zu dieser Ausstellung kommen. Wir haben unter D:n Werken auf das Schärfste aus- gewählt. Das Niveau des künstlerischen «Schaffens in dem Kunstlande Hessen ist immer noch das alte, hohe geblieben, trotz aller Not der Zeit. Das ist bewunderungswürdig. Wir müssen dazu beitragen, dah es so bleiben kann. Wir müssen selbst materielle Opfer nicht scheuen und alles versuchen, um die Kunst auf ihrer Höhe zu erhalten, weiter für sie zu sorgen. Der Künstler lebt in einer andern Welt, er ist selten imstande, die materielle Erwerbskrast mit seinem schöpferischen Können zu verbinden. Wir müssen ihm zu Hilfe kommen. Wir haben gehört, dah der Staat sich der Künstlerschaft annimmt. Auch die Stadt Gießen tut, wie wir dankbar bekennen dürfen, alles was sie kann. Die Kunst tarnt aber nur gedeihen, wenn sie getragen wird von breiteren Kreisen. Dariun dürfen wir den Appell an alle Mitbürger ergehen lassen, alles zu tun für die Kunst, was sie können. Ich darf mit Stolz bekennen, dah wir auch in Oberhessen, dem nördlichen Teil des Kunstlandes Hessen, uns unserer besonderen Kunst nicht zu schämen brauchen. Wie von Darmstadt aus eine Fülle von Kunstwerken hierhergeströmt ist, so ist auch von uns viel Kunst nach Darmstadt gekommen. Das ganze Land Hessen soll es in diesem Sinne als Kunstland Hessen fein. Diese Ausstellung vermochte sich über das Niveau einer rein chari- iatiüen, rein wohltätigen Veranstaltung hinauszuheben. Unfer starkes Kunstleben in Hessen zeigt sich in dieser Ausstellung durchaus auf der Höhe, auch innerhalb der ganzen deutschen Kunst. Sie finden hier starke Werke verschiedener Kunstrichtungen nebeneinader. Es muh für den Einzelnen, selbst wenn er nicht kaufen will, anregend sein, sich mit diesen Werken in ihrer verschiedenen Haltung auseinanderzusetzen. Aber darüber hinaus noch einmal der Nuf: Unterstützt die Kunst in ihrem Schaffen, in ihrem Streben und Leben, das übrige besorgt sie selbst! Nehmt diese Werke aus in euer Heim, das eigene Leben kann man mit diesen ernsten Werken schöpferischer Kraft bereichern und verschönen. Landgerichtsdirektor a. D. Bücking betonte, dah der Oberhessische Kunstverein seine Dienste für die Ausstellung gerne zur Verfügung gestellt habe, im Interesse der Künstler sowohl wie im Interesse des Publikums und schliehlich auch im Interesse der Kunst als solcher. Er entbot den Erschienenen den Gruß des Kunstvereins und bat, für einen regen Besuch der Ausstellung zu wirken. Diese Ausstellung verdiene, besucht zu werden. Zum «Schluß dankte der Redner allen Mithelfern bei der Ausstellung auch namens des Oberhessischen Kunstvereins. Duchdruckereibefiher Richard Lange, der Schriftführer des Oberhefsischen Kunstvereins, wieS noch besonders auf die Lose zur Ausspielung ausgestellter Kunstgegen- stände hin, die zum Preise von 1 Mark an der Kasse der Ausstellung, sowie in den durch Plakate kenntlich gemachten Geschäften erhältlich sind. Durch Kauf von Losen fei es allen Mitbürgern möglich, im Glücksfalle des Gewinnes ein gutes Kunstwerk für einen ganz bescheidenen Betrag, den Preis des Loses, zu erwerben. Die ausgestellten Werke wurden von dem zahlreichen Publikum mit großem Interesse besichtigt. Wie wir inzwischen noch erfahren haben, sind bereits einige Kunstwerke käuflich erworben war- den, ferner hat der Lofeabsatz in recht erfreulicher Weise eingesetzt. Im Einblick auf dieses rege Interesse dürfte eine baldige Entschließung zum Ankauf von Kunstwerken und Losen zu empfehlen fein. Amtsgericht Giehen. • Gießen, 24. Nov. Gin Schlosser von hier hat seine Schwiegermutter wegen Beleidigung verklagt. Aus der heutigen HaupttXhandlung ging hervor, daß die Angeklagte die unter Anklage stehenden Aeuherungen getan bat. und zwar schon vor mehreren Jahren ihrer Schwiegertochter und deren Mutter gegenüber. ES ergab sich weiter, dah die beiden letzteren dem Privatkläger die Aeuherungen seiner Schwiegermutter schon vor längerer Zeit mitgeteilt hatten, so daß die dreimonatliche Frist zur Stellung M otrah anlrags in dieser Beziehung verstrichen ist. Dagegen hat die Schwiegertochter der Angeklagten andere Behauptungen dem PrTxttkläger erst unmittelbar vor Erhebung der Privatklage erzählt, so daß insoweit der Strafantrag rechtzeitig gc- ftcITt ist. Alle Bemühungen des Gerichts zur gütlichen Schlichtung dieses Familienstreits bUe- ben erfolglos, so daß über die Klage durch Urteil entschieden werden muhte. In anbetracht der gesamten Verhältnisse wurde die Angeklagte wegen der letzterwähnten Aeußernng zu einer Geldstrafe von 2 5 Ml., hilfsweife 5 Tagen Gefängnis. verurteilt, während wegen der anderen Aeuherung aus dem obenerwähnten Grunde eine Bestrafung nicht erfolgen konnte. • Gießen. 25. Nov. Mitte August fuhr ein Kaufmann von hier mit seiner Frau in einem Auto durch Lang-Göns. Dor ihnen fuhr ein hock- beladener Erntewagen, der jedoch auf die mehrfach gegebenen Hupensignale nicht nach rechts auswich. Als nun das Auto vorbeifahren wollte, kam ihm ein anderes Fuhrwerk entgegen, das der Kaufmann, der feinen Wagen selbst steuerte, vorher nicht gesehen hatte. In demselben Augen- blid erhielt er von dem Fuhrmann des Erntewagens einen Peitschenhieb über das Gesicht, der auch gleichzeitig die Hand feiner Ehefrau trat. Als der Kaufmann den Fuhrmann zur Rede stellte, äußerte dieser: „Komm nur herunter, du kannst noch mehr kriegen." Als später die Ehefrau des Kaufmanns an die Hofveite deS Fuhrmanns kam, um näheres festzustellen, kam ihr dort ein älterer Mann, den sie für den Vater des Fuhrmanns hielt, entgegen und rief: „Du R... na«, mach, daß du weiter kommst, du hast hier gar nichts zu suchen, du scheinst mir auch die Richtige zu sein." Der Kaufmann hat deshalb gegen den Fuhrmann und seinen Vater Privatklage wegen Körperverletzung und Beleidigung hoben. Da heute die Frau des ersteren erklärte, letzterer sei nicht derjenige gewesen, der ihr die beleidigenden Aeuherungen zugerufen habe, wurde die Privatklage gen-'n dielen znruckge- nommen. Im übrigen wurde die Sache dahin verglichen, daß der Fuhrmann erklärte, er bedauere, den Privatkläger und seine Frau in der Erregung, wenn auch unabsichtlich, geschlagen zu haben, und daß er die eine Hälfte der gesamten Kosten übernahm, während der Privatkläger die andere Hälfte zahlt. Ermäßigung der Strafe. Wegen seines Dein- leidens behauptete er, sich dieses im Felde zugezogen zu haben, und betrachtet er sich daher auch als Kriegsbeschädigter, ein Rentenverfahren sei dieserhalb auch noch in der Schwebe. Das Gericht sah Betrug im Rückfall nicht als vorliegend an und ermäßigte die Strafe wegen einfachen Be- 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters, Neue Tanzschlager. 6—6.30 Uhr. Rätfelftink-Wettbe- werb. 6.30—7 Uhr: Uebertragung von Kassel, Vortrag von Emil Efzell „Der deutsche Männergesang und feine Bedeutung". 7 Uhr: Uebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: Carmen, Oper in vier Beelzebu b' angekündigt worden ist. Der „Wochenspielpion" enthält die richtigen Angaben. — MarkuSgemeinde. Am Mittwochabend wird im Warkusfaol Repetant l.ic. Lauer einen Vortrag (mit Lichtbildern) halten über „Die Weltkonferenz für prakt. Christentum in Stockholm", an der er selbst teilgenommen hat. (Siehe Anzeige im heutigen Blatt.) *• Der Hilfsredakteur Ehrhard Evers ist seit Donnerstag, 26. November für die Nedaktion des „Gießener Anzeigers nicht mehr tätig. _ . ri ** Das 4 Ziel der Sonder st euer vom bebauten ^r und st uck wird mit Frist bis zum 9 Dezember in unserem Bekanntmachungsteil von der Stodkkasse angemohnt. Eine Senkung des Gaspreises wird in unserem heutigen Anzeigenteil bekanntge- °eben‘ Zinslose Pachtzins.stundung bis 15. Dezember. Wie wir hören, sind iic Forstämter angewiesen worden, im Hinblick auf die Notlage der Landwirtschaft und auf die gegenwärtig erschwerte Verkäuflichkeit der lcmd- w'.rischäftlichen Erzeugnisse die fällig gewordenen Pao'tzinsen bis zum 15. Dezember zinslos zu stunden. r . * Der Wintersport kam am gestrigen Sonntag krästig zur Geltung. Am Samstagnachmittag und gestern früh zogen zahlreiche Skifreunde hinaus in die herrliche Gotteswelt, in den Bor- und Nachmittagsstunden tummelten sich allüberall die ftinber mit ihren Schlitten. Namentlich auf dem Hinteren Trieb herrschte in den Nachmittagsstunden eifriger Nodelbetrieb, der den Kindern, ober auch manchen Erwachsenen ein köstliches Vergnügen war. Daß auch die Schneeballschlachten vielfach tüchtig im Gauge waren, versteht sich natürlich von selbst. ** Das Schwurgericht für Oberhes - f c n tritt am 7. Dezember unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Strack zu feiner letzten Sitzung in diesem Jahre zusammen. Zwei Strafsachen wegen Kindestötung und eine wegen Totschlags stehen zur Verhandlung an. ** Der Weihnachtssachenverkauf für hilfsbedürftige K r i e g e r h i n t erbt i eb e n e , der am Samstag in unserem Blatte durch Anzeige und Lokalnotiz angekündigt wurde, geht nicht vom Reichsbund, wie in der Lokalnotiz infolge eines Setzfehlers zu lesen war. sondern vom Reichs verband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener, Ortsgruppe Gießen, aus. '* Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehm ar kt: 322 Ochsen, 39 Bullen. 970 Färsen und Kühe. 367 Kälber, 239 Schafe, 4063 Schweine. Kleine Strafkammer Wetzlar. Q Wetzlar, 26. Nov. Der Mechaniker Rolf B. von Wetzlar war in erster Instanz vom Amtsgericht Wetzlar von der Anklage der fahr- lässigen Körperverletzung und des Vergehens gegen das Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen freigesprchen worden. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft gelangte die Sache heute erneut zur Verhandlung. Wie die Beweisaufnahme ergab, hat der Angeklagte im Juli d. I., als er mit einem Miotorrade durch Dia Schühenstraße in Wetzlar fuhr, einen siebenjährigen Jungen angefahren, wodurch dieser hinstürzte und einen Beinbruch erlitt. Der Angeklagte will keinerlei Verschulden an dem älnglücksfall haben, sondern behauptete, der Junge sei ihm direkt, vom Bürgersteig kommend, in das Rad gelaufen. Er sei nicht übermäßig schnell gefahren und habe auch Hupensignale gegeben. Wegen des Asphatt- vodens in dieser Straße habe er das Rad nubt sofort zum Stehen bringen können, sondern durch sofortiges Herumreihen der Lenkstange das lieber- fahren des Jungen vermieden, wobei nicht zu vermeiden war, dah der Junge von Der Lenkstange ersaßt wurde und dadurch zu Fall kam. Diese Angaben waren dem Angeklagten nicht zu widerlegen. Das Gericht erkannte, nachdem auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft auf Verwerfung Der Berufung plädiert hatte, demgemäß. Da sich eine Fahrlässigkeit des Angeklagten nicht feststetten ließ. Die Eheleute Dreher B, früher in Wetzlar, Kin Lollar wohnhaft, waren wegen Dieb- ls vom Amtsgericht Wetzlar, und zwar Der Ehemann zu 1 Monat Gefängnis und die schon wegen ähnlichen Deliktes vorbestrafte Ehefrau zu 2 Monaten Gefängnis, verurteilt worden. Hiergegen legten beide Angeklagte Berufung ein. Den Angeklagten, die eine Zeitlang bei der Zeugin D. in Wetzlar wohnten, wurde zur Last gelegt, dah sie ihrer Vermieterin, nachdem sie eines Nachts unter Hinterlassung der Mietschuld für die letzte Woche ausgezogen waren, aus der Bettdecke des von ihnen vorher benutzten Bettes etwa 4 Pfund Federn heraus- genommen und entwendet hätten. Die Angeklagten bestritten den Diebstahl, die Aussagen des als Zeuge vernommenen Polizeibeamten belasteten jedoch die Angeklagten Derart, dah das Gericht zur Verurteilung beider Angeklagten kam. Bezüglich Der Eh es rau blieb es bei der in erster Instanz erfannten Strafe, während der Ehe- mann an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von 1 Monat 100 Mk. Geldstrafo erhielt. Den Angeklagten wurden die Kosten des Verfahrens auferlegt. Wegen Betrugs, begangen im strafschärfenden Rückfälle, war der Händler Heinrich H., der sich zur Zeit im Gerichtsgefängnis zur Verbüßung einer Strafe befindet, unter Anklage. Der Angeklagte hatte gegen das Urteil des Amtsgerichts Braunfels, das ihm dieserhalb 1 Jahr Gefängnis zudiktierte. Berufung eingelegt. Der Angeklagte, Der ein künstliches Dein hat, hat sich unter dem fallchen Dorgeben, er sei Kriegsbeschädigter, bei verschiedenen Leuten erboten, Destellungen in Frankfurt zu besorgen, wofür er sich vorher Dein sein Heim und Rigen Mittelpunkt für fein Heim au schaffen, einen Mittelpunkt von stärkster Wirkung, Der bestimmt ist, das ganze Leben zu gestalten. Kunst ist nach Kant interesseloses Wohlgefallen. Ein Kunstwerk vermag interesseloses Wohlgefallen zu erzeugen. Das gute Kunstwerk im Heim hebt heraus aus der Sphäre des alltäglichen Lebens, es gibt jederzeit Die Anregung und Möglichkeit, sich in eine andere Welt, seine eigene geistige Welt zu flüchten. Das Kunstwerk hat in diesen geistigen Wirkungen auch starke mittelbare Wir» fungen. Ein gutes Kunstwerk muß auf Die Dauer dazu führen, dah die ganze Umgebung danach umgestaltet wird, sich mit ihm in einer Einheit gestaltet. In diesem Sinne ist Kunst interesseloses Wohlgefallen. Dem Zusammenwirken des Landesamts für daS Bildungswesen und des Oberhefsischen Kunst» vereins haben wir eine Kunstausstellung in Gießen zu danken, die nicht nur um ihrer selbst willen, sondern auch der sozialen Zwecke wegen, Denen sie dienen soll, dem allgemeinen Interesse warm empfohlen fei. Es handelt sich um die Künstlerhilfe 1925; unter dieser Bezeichnung ist Die Ausstellung von Kunstwerken hessischer Künstler zusammengefaßt, in der Oelgemälde, Aquarelle, Handzeichnungen, Graphik alter Art, Plastik vereinigt sind. Die Ausstellung ist im Turmhaus am Drandplah untergebracht, der (Eintritt ist für jedermann frei. Gestern vormittag fand im Ausstellungssaal eine schlichte Eröffnungsfeier statt, bei Der Ministerialdirektor Llrstadt als Vertreter des Landesamts für das Dildungs- tuefen und zahlreiche Damen und Herren aus Gießen als Gäste erschienen waren. Nach kurzer Begrüßung des Derkr.brs des Landesbildungsamte; durch den Vorsitzenden des Oberhessischen Kunstvereins, Landrsgerichtsdirek- tor a. D. Bücking, sprach Ministerialdirektor Arstadt im Namen des Lairdesamts für das Bildungs- wesen. Den zahlreichen Besuch der Eröffnungsfeier bezeichnete er einleitend als Ausdruck des großen Interefses, das Der Ausstellung hier entgegengebracht werde; hoffentlich erreiche diese Ausstellung der hessischen Künstler ihren Zweck. Dann sagte er unter anderem weiter: Von allen Berufsständen Hai gerade der freie Künstler am schwersten unter Der wirtschaftlichen Depression zu leiden. In Ausstellungen und ebenso in Den Ateliers ist kaum etwas abzusehen. Der Staat hat nach Maßgabe seiner finanziellen Mittel zu Helsen versucht durch Ankäufe von Kunstwerken, Stipendien, Material- befchaffung und durch die Tlnterftühung dieser Ausstellung. Im Interesse der Käufer ist die Aufnahme Der Kunstwerke in diese Ausstellung von Der Entscheidung einer Jury abhängig gemacht worden, mithin hat jedermann, der hier kauft, die Gewähr, daß er sich mit Verhältnis- mäßig geringen Ausgaben ein Original-Meisterwerk verschafft. Die Ausstellung hat in den anderen großen Städten einen recht beträchtlichen Erfolg gebracht. Die Künstler und Die Regierung haben nun Den Wunsch gehabt, Die Ausstellung auch in Gießen zu zeigen, und daß dieser Wunsch erfüllt wurde, ist Der verdienstvollen Mitarbeit des O b e r h e s s i i ch e n K u n st v e r e in s, insbesondere seines Vorsitzenden Landgerichtsdirektor a. D. Bücking zuzuschreiben. Es ist nun meine Aufgabe, dem Kunstverein, feinem Vorsitzenden, den Mitgliedern Der Jury, Den Damen, Die sich als Helferinnen für Die Dauer Der Ausstellung in selbstloser Weise zur Verfügung gestellt haben, dem Provinzialdirektor G r ä f, _ Der Bad- und Kurverwaltung Bad-Nauheim, überhaupt allen, die sich um diese Ausstellung bemühen, herzlichen Dank zu sagen. Es ist nicht nur Die rein wirtschaftliche Not, die Die Kunst beDrvht, es droht vielmehr noch Die größere Gefahr, daß infolge unserer schweren wirtschaftlichen Lage das Interesse an der Kunst überhaupt erlischt. Das muß unter allen ilm« ständen vermieden werden. Hessen hat immer großes Interesse für die Kunst gezeigt und in feinem Umkreis und mit seinen Mitteln recht Bedeutendes geleistet. Auch in Gießen hat man immer viel Schönes gesehen. Die Stadt Gießen hat für die DarftenenDe Kunst auS Den Mitteln Der Bürgerschaft ein Theater geschaffen und es über Die schlimmsten Notzeiten hinweggebracht, das Der Kunst große Dienste leistet. Die Stadt Gießen hat sich auch eine Gemäldegalerie geschaffen, Die sich sehen lassen kann. So hoffen wir, daß durch diese Veranstaltung und durch Ihre Mitarbeit dieses Interesse für Die Kunst in Gießen wachgehalten und noch mehr angefacht wird, so daß es uns gelingt, Die Kunst über Diese Zeit Hinwegzubringen. Wir haben jetzt ja nur Weniges, was uns trösten kann. In unserer politischen und wirtschaftlichen Not brauchen wir Güter, Die uns über das Gefühl Der NieDer- gedrücktheit hinweghelfen. Eines der wertvollsten Güter ist Die Kunst, Denn sie zeichnet Den Menschen aus vor allen Geschöpfen. Von ihr sagt Schiller: 3m Fleiß kann Dich Die Biene meistern, In Der Geschicklichkeit ein Wurm dein Lehrer sein, Dein Wissen teilest Du mit vorgezog'nen Geistern, Die Kunst, o Mensch, hast du allein. Dah uns dieser wertvolle Menschenbesitz, dieses Gut, das nur Der Mensch erzeugen unD genießen kann, erhalten bleibt, dazu Diene Die Hessische Künftlerhilse. Mit nvchmaligem Dank an alle, Die hier Mitwirken, um Die Ausstellung zu einem vollen Erfolg zu führen, erfläre ich sie für eröffnet. AniversitätSprosessor Dr. Rauch, der Kunsthistoriker unserer Landesuniversität, sprach hierauf einige Worte über Die Bedeutung Der Kunst für Haus und Familie. Er sagte u. a.: Die Kunst ist gemalte Weltanschauung, ernste Form der Weltanschauung. So tote es viele Weltanschauungen gibt, so gibt es auch viele Wege in Der Kunst, sie geformt darzustellen. Dadurch hat jeder Die Möglichkeit, Die ernste Form der Kunstwerke in Der Gestalt zu erblicken, Empfehle prima NuhbutterPidM.0.90 prima Handkäse vrat-yeringe, gesalzene und marin. Heringe, Rollmops la Sauertraut • Schokoladen verschiedene Flaschenbiere in Originak-AbfüUung, usw. 8rau8.hillgSrtner Klein-Linde«. Hinlergaffc 4. 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Die polnische Reiterei hat sich in diesem Manöver auf einer hohen Ausbildungsstufe stehend und ihrer Aufgabe, der Fernaufklärung und Ergänzung der Luftaufklärung, völlig gewachsen gezeigt. Bedeutsamer war das 2. Manöver im ehemaligen Westpreußen. Es war zweifellos das Hauptmanöver, denn gewaltige Massen von Infanterie waren neben Tanks, schwerer Artillerie und Fliegern dort zusammengezogen. Das Ergebnis dieser Hebungen soll nicht so zufriedenstellend gewesen sein. Es ist ja auch klar, daß ein Land wie Polen die Führer für fein 50h000-Mann-Heer nicht in dem erforderlichen Maße in der kurzen Zeit seit Aufstellung der Armee gewinnen konnte. Noch immer spielen politische Gegensätze im Offizierskorps eine üble Rolle. Auch die überaus günstigen Beförderungsverhältnisse sind von nachteiliger Wirkung auf die Güte der Ossi- ziersausbildung. Ungeheuer find die Kosten dieser Armee, deren Größe in keinem Verhältnis zu der Bedeutung und der finanziellen Kraft des Landes steht. Je größer die Heeresausgaben, desto niedriger ist der Stand des Zloty. Die Waffen und Munition müssen noch größtenteils aus dem Auslande bezogen werden, da die eigene Kriegsindustrie noch wenig leistungsfähig ist, obwohl Kohlen, Eisen, Erze und Petroleum in großer Menge vorhanden ist. Die Ausgaben für die Armee betragen immer noch 50 Prozent des gesamten Haushaltes. Kein Wunder, daß Amerika und England keine Lust zeigen, der polnischen Staatskasse aufzuhelfen! Doch darf der Kampfwert der polnischen Armee auch nicht unterschätzt werden. Der einzelne polnische Soldat ist von einer unbegrenzten Vaterlandsliebe beseelt und in seinem fanatischen Haß gegen alles Fremde zu beachtenswerten Leistungen befähigt. Tschitscherins Besuch in Warschau zum Trotz werden die nächsten polnischen Manöver wieder zum Teil an der russischen Grenze stattfinden müssen, denn Rußland wird nicht müde, sein Heer auszubauen und den Aufmarsch an seiner Westgrenze zu veroollkommen. Der neue russische Kriegsminister Frunse ist ein Mann von bedeutender Energie und großem Weitblick. Er ist es, der die allgemeine Wehrpflicht nun endgültig durchgeführt hat. Seine besondere Fürsorge gilt der technischen Vervollkommnung der Roten Armee. Den chemischen Kampfmitteln, den Kampfwagen und den Flugzeugen weist er eine entscheidende Rolle zu. Soweit die russische Industrie dazu in der Lage ist, ist |ie fieberhaft mit dem Bau dieser Kampfmittel beschäftigt, auch das Ausland soll mit Aufträgen reichlich versehen sein. Rußland ist auch die einzige Macht, die schon heute einen gassicheren Kampfwagen besitzt. In Asien hat Rußland nichts zu befürchten, es kann nur noch mehr gewinnen. Seine politischen Erfolge in China sind bekannt. Die Versöhnung mit Japan gibt ihm freie Hand gegenüber Europa. Kein Wunder, daß in diesem Sommer nicht weniger als 14 kriegsstarke Divisionen an Polens Grenze zu Manövern zufammengezogen waren! Der Kriegsminister Frunse wird allerdings noch viel zu tun haben, bis er feine Armee auf die Höhe gebracht hat. Noch immer fehlt es ihr an tüchtigen Unterführern, da auch jetzt noch die politische Gesinnung und die Abstammung aus Arbeiter- und' Bauernkreisen eine größere OtoUe spielt als die Höhe der Ausbildung bei dem Offizier. Beispielsweise besitzen in der Roten Armee nur 5 Proz. der Offiziere Hochschulbildung. Von den Führern bis zum Regimentskommandeur aufwärts entstammen etwa 80 Proz. Arbeiter- und Bauernkreisen, von den Divisionskommandeuren nicht ganz 50 Proz., von den höheren Führern immerhin 25 Proz. Ein derartiges Heer kann selbst bei modernster Ausstattung den hohen Anforderungen der neuzeitlichen Kriegführung nicht voll genügen, ganz abgesehen von den inneren Reibungen, die einem nicht von einheitlichem Geiste beseelten Offizierskorps innewohnen. Warum die Tschechoslowaken in ihrem neulich vorgelegtem Staatshaushaltsooranschlag für Wildgünse. f Don Friedrich Schnack. Sie tauchen am grauen Himmel der November- ebene auf, gegen die sich frierende und verachtete Buchenwälder schieben. Ihr zeterndes Schreien drang schon eine Weile weit her aus dem Nebel und kündigte ihr Reisegeschwader an. Jetzt sind sie da. Wie ein dünner schwärzlicher Nauchfaden treibt ihre Flügelflotte unterm Wintergewölk. Ein Faden, leicht wie Spinnweb, der mit zwei Enden flattert. Das linke Stück ist länger als das rechte. Es ist ein schrSebendes, schwimmendes Dreieck, zwei dunkle, bewegte Striche, wie mit zartem Pinsel auf graue chinesische Seide gezogen. Am Schnittpunkt der beiden Striche schießt der Führervogel durch die hohe winterliche Lust, seinen Gefährten voran. Sie kommen mit großer Geschwindigkeit gesegelt. Sie haben Eile, ihre Hälse sind langgestreckt, die Schnäbel stoßen vorwärts, immer vorwärts. Aufgeregt schlagen die Flügel. Die ungeheure Reiselust jagt sie über die Länder. Sie folgen dem Lauf der Flüsse, den großen Wegzeichen ihrer Fahrt. Der Süden irgendwo tief dort unten in der Welt, reißt sie an sich. Ihre rasende Eile drückt Sehnsucht und Gier aus. Ihr dunkles Blut ahnt den Geist der südlichen Sonne. Spitz wie ein Schiffsbug ist ihr Keil. Die flutende Nebelluft schäumt eisig an ihren schlanken, kräftigen Leibern dahim Unter ihren Schwingen pfeifen die Lungen der Winde, die bös gegen sie anfahren. Die Dörfer schlafen in der Novembervergessen- heit. Die Berge kauern mißmutig,Jsbmübc an den Horizonten. Die Wege stehlen sich in die Winterverzweiflung fort. Niemand folgt ihnen. Niemand hält sie zurück vor ihrem traurigen Absturz in die öde Leere. Ein einsamer Baum erfriert. Das Land ist erstarrt — der Schrei der Wild- ugän|e fliegt wie ein Trompetensignal des Abenteuers über die Berge und Dörfer. Die Vogelkarawane verläßt die Reiche der Dämmerung, der Nebelschwärze, der Todeskälte, die schon drohend hinter den Hügeln aufdunkelt. Sie überfliegen das Land, sie überqueren die Meere. Der Führer weiß den kürzesten Weg. Er lenkt ihre nördliche Schar. das Jahr 1926 ihre Heeresausgaben um 120 Mil- lionen Kronen, also 6,6 Proz. erhöhen wollen, ist nicht einzusehen. Sie haben mit dem bisher für ihr Heer zur Verfügung gestellten Geld schon nichts Ordentliches zu Wege gebracht. Mit Geld allein ist eben ein Heer nicht zu organisieren. Auch die best- bezahlten französischen Generalstabsosfiziere können die Deutschen und Slowaken nicht heranholen zu den Fahnen des Staates, der sie täglich um ihre einfachsten Menschenrechte betrügt. Seit Jahren hetzt in der Tschechoslowakei eine Mobilmachung die andere, und immer ist es dasselbe Bild: Nur die fanatischen Tschechen sind zur Stelle, alle übrigen Völker dieses bunt zusammengewürfelten Landes glänzen durch Abwesenheit. Aus diesem Grunde hat man es in diesem Jahr auch nicht gewagt, größere Manöver zu veranstalten. Die Armee bietet auch noch ein zu trauriges Bild, als daß sie sich den Augen der europäischen Öffentlichkeit zeigen dürfte. Während Deutschland umringt von waffenstarrenden Völkern nur Herbstübungen im Rahmen von verstärkten Jnfanterieregimentern in feiner kleinen Reichswehr abhalten konnte, haben Frankreich und England recht großzügige Manöver veranstaltet. Die französischen Herbstübungen in der Nähe von Reims waren insofern von besonderer Bedeutung, als sie der General Gourand, ein Mitglied des obersten .Kriegsrates, leitete. Zwei Jnfanleriedivi- Sonen und eine Kavalleriedivision hatte er neben bgaben aus verschiedenen Korps unter seinem Kommando: Starke Fliegerkampfkräfte und Aufklärungsabteilungen, bestehend aus Radfahrerkompagnien, Infanterie auf Lastkraftwagen, motorisierter Artillerie und Panzerwagen mit Raupenbetrieb, tarnen zum Einsatz. Nicht weniger als 17 polnische Generale hatten diesem Manöver angewohnt. Engländer sollen keine dabei gewesen fein! Ebensowenig wie Franzosen an den englischen Manövern teilgenommen haben. Noch nie hat Großbritannien ein so bedeutendes Heeresmanöver gesehen, wie in diesem Jahre. Es ist ja bekannt, daß seit dem Kriege in England die Armee populär geworden ist und auch ■ ■ne i i । i iiii~i« ■ ■■■..... rar "reim n—r Jm kleinen nebelfeuchten Dors wird der Strich der Wildgänse mit lautem Schreien begrüßt. Die Kinder der Bauern haben die seltsamen Wandervögel gesichtet. Sie rufen und winken. Die Wildgänse zetern und trompeten. Die Dorfgänse heben die Schnäbel, sie hoben den Naturlaut ihrer wilden Geschwister vernommen. Sie lugen mit schräg gedrehten Köpfen empor. Unter dem bleigrauen Himmel rudern die Unbegreiflichen. Im Nu sind sie verschwunden. Schon weht ihre dünne Fadenfahne überm Wald. Ihr Gezeter ertrinkt im Nebel. Man hört sie nicht mehr. Aber die Dorfgänse stehen noch immer mitten auf der kalten Gasse verwundert und horchend. Sie sehen rührend aus: Hoffnungs- und Hilflosigkeit er- füllt sie. Sie haben vielleicht einen seltsamen Schauer empfunden, das Glück der Urwelt _flog hoch über ihren Köpfen durch den Raum. Der vchrei der Freiheit pochte an ihre gemästeten Brüste. Einen Augenblick nur. Der Bann ist von ihnen genommen. Langsam schnatternd, sich gegenseitig beruhigend senken sie die Schnäbel in das trübe Rinnsal der vertrauten Gosse. Königin Alexandras Fächersammlung. Königin Alexandra von England, die schöne und elegante Gattin Eduards VII., die jetzt im hohen Alter gestorben ist, liebte kostbaren Schmuck und alle jene zarten Dinge, mit denen Frauen sich gerne schmücken. Sc» besaß sie wundervolle Juwelen, die zum großen Teil Geschenke waren. Die Hochzeitsgabe, die sie vom König von Dänemark erhalten, bestand allein in 200) Brillanten und 118 Perlen. Don der Königin Viktoria hatte sie ein Opaldiadem und andere wunderbare Schmucksachen aus Indien empfangen; die einzelnen englischen Städte überhäuften sie mit Juwelen, und auch die schönsten Spitzen nannte sie ihr Eigen. Ihre Spitzensammlung wird zu den kostbarsten der Welt gezählt und auf I mehrere Millionen Mark geschäht. Eine andere einz-gartige Sammlung, die sie ihr eigen nannte. I besitzt auch hohen künstlerischen Wert. Es ist ihre im öffentlichen Leben eine Rolle spielt, wie sonst nur bei ausgesprochenen Militärmächten. Durch große Filmvorführungen und militärische Schauspiele in einer riesigen Arena der großen Weltausstellung in Wembley wird dein englischen Volk und der ganzen Welt täglich die heldenhafte britische Armee vor Augen geführt. Tausende fingen dort die in den vielen Kolomalkämpfen und im Weltkriege entstandenen englischen Soldatenlieder mit. Diese Stimmung war der rechte Hintergrund für die Zusammenziehung fast des gesamten englischen Landhccres zu den diesjährigen Herbstübungen, bei denen zahl- reiche Freiwillige, besonders als Flieger und Kampfwagenführer mitgewirkt haben. Flieger und Kampfwagen standen im Mittelpunkt der Ucbimgen und nach Aussagen aller Sachverständigen haben sie erneut ihre Bedeutung erwiesen. Es sollen Kampf- wagen zum Einsatz gekommen sein, die spielend jedes Hindernis — Sumpf, Flüsse, Trichtergelände — überwinden. Die Manöver haben bewiesen, daß Englands Heerestechnik neben derjenigen Amerikas die erste Stelle in der Welt einnimmt. Unermüdlich ist die Heeresleitung am Werke, durch vollendete Ausgestaltung des Materials und der Technik den Einsatz von Menschen zu verringern. Daß Italien in dem allgemeinen Wettrüsten und in der Anspannung seiner militärischen Kräfte nicht zurücksteht, ist, solange Mussolini seine diktatorische Gewalt ousübt, ganz selbstverständlich. Mussolini hatte als Marineminister große Flottenmanöver im August in Szene gesetzt, und in ihnen die Ueberlegenheit der Bombenflugzeuge, U-Boote und der Motorschnellboote — eine italienische Spezialwaffe — über die Dreadnougths erwiesen. Alle Blätter waren voll Begeisterung über den glänzenden Verlauf dieses Unternehmens. — Die Heeresmanöver fanden Ende September in der Lombardei statt. Eine kriegsstarke Division trat dabei in einer probeweisen Neugliederung auf, die sich bewährt haben soll. Aufklärungs-, Bomben- und Infanterieflieger waren reichlich zugeteilt. Neue militärische Erkenntnisse wurden nicht gezeitigt, was ja auch bei der völlig unmilitärischen Veranlagung der Italiener von niemand iin Ernst erwartet werden konnte. 2i iiiirriTi-» nie re i um n i Fächersammlung, die sie lange Zeit sorgfältig vor fremden Augen behütete und nur im intimsten Kreise ihrer Freunde zeigte. Die Sammlung ist in den letzten Fahren ausgestellt worden und wurde dadurch allgemeiner bekannt. Es sind gegen 300 Fächer, unter denen alle Länder und Zeiten vertreten sind und von denen manche außerordentliche Schönheit und kulturgeschichtliche Bedeutung besitzen. Vielleicht das interessanteste Stück ist ein kleiner Aokoko-Spihensächer. der der unglücklichen Königin Marie Antoinette von Frankreich ^gehörte. Königin Alexandra selbst lieble am meisten zwei Facher, die sie von der Königin Viktoria geerbt hatte. Es sind beides Arbeiten von höchstem Wert; den einen dieser Fächer trug die Königin im Fahre 1838 bei der ersten Hofcour, die sie nach ihrer Thronbesteigung abhielt. Den zweiten hielt sie in den Händen, als sie am Tage ihres diamantenen Fubiläums am 22. Funi 1897 unter dem stürmischen Fubel des Volkes durch die Straßen Londons fuhr. Da die Leidenschaft der Königin für Fächer allen ihren Verwandten bekannt war, so hat sie fast zu jedem Geburtstag oder Weihnachtsfest neue seltene Stucke für ihre Sammlung erhalten. Die meisten Souveräne Europas machten ihr einen Fächer ihres Landes zum Geschenk, und zu den Prunkstücken der Kollektion gehören Fächer, die sie von dem russischen Zaren, von den Herrschern von Spanien, Italien und Portugal erhalten. Frankfurter Theater. Gastspiel des Berliner Lessing-Theaters, O'Neill: „Eier unter Almen". 3m Neuen Theater gastiert das „Berliner Lessingtheater" mit Paul Wegener, Gerda Müller und Lothar Rewalk in O'Äeills „Gier unter Almen". Der Abend zerfiel in zwei Teile, nämlich in die etwas reißerische, aber unbedingt lebenswahre, realistisch packend gesteigerte Dramatik O'Äeills und in die Darstellung der Berliner. „Gier unter Almen", der Titel ist wie ein weiter, flatternder Mantel über eine ganz bestimmte Sache gehängt, denn was sich in der Farm unter den Almen gbspielt, ist fein? scher? So übte sich im Zeitalter der Abrüstung und vier Wochen vor der Konferenz von Locarno ganz Europa im Waffenkampf. Syrischer Küstenbu nmel. Don Triest nach Konstantinopel. (Von unserem A.W.K.-Äorrcfponöenten.) (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) III.*) Beirut! Das ist die Stadt, die gegenwärtig an der Levante in aller Munde ist. Hier haben die Franzosen ihr syrisches Heerlager und von hier aus unternehmen sie immer und immer wieder die militärischen Vorstöße in das Land Hauran, das sich im vollen Aufruhr befindet. Kriegsrecht herrscht hier. Nur derjenige wird an Land gelassen, der einen dreimal gesiebten und geprüften Paß besitzt, und dennoch verfolgt ihn offenes Mißtrauen. Aeußerlich scheint sich die eingeborene Bevölkerung hier nicht um den im Djebel Druse entbrannten Kampf zu kümmern, sondern genau so eifrig wie immer ihren Geschäften mit billigen französischen Waren nachzugehen. Aber das ist doch wohl nur äußerlich, und diese zur Schau getragene Gleichgültigkeit rührt daher, daß die Franzosen ein geradezu raffiniertes Spionagesystem eingerichtet haben, dessen Spitzel hauptsächlich die von i'jiien neuangesiedelten Armenier darstellen. Gibt man sich einem der Eingeborenen, sei er nun selbst Druse oder sei er auch Araber, als Deutscher zu erkennen, dann hört man, wie die Dinge wirklich stehen, wie willkürlich und brutal Frankreich sein Mandat über die drei syrischen Staaten ausübt und wie, trotzdem immerfort neue Truppentransporte anlangen und trotzdem mehrere Kanonenboote im Hafen liegen, das Ansehen und die Macht Frankreichs sich ständig vermindern. Aber auch der ökonomische Einfluß. Ist es nicht bezeichnend genug, daß hier der französische Franken noch untoertiger gilt als in Frankreich selbst, und daß trotz des Valuta-Dumpings neben englischen Waren mehr und mehr deutsche Waren verlangt und eingeführt werden, trotzdem die französischen Behörden jedes Mittel der Schikane anwenden, um den Fmport zu hindern. Gewinnt der Aufstand an Ausdehnung — und das dürfte nur eine Frage von kurzer Zeit sein, da Damaskus schon von ihm ergriffen ist —, so werden die Hafenstädte Beirut, Tripolis und Alexandcette unter allen Amständen von den Franzosen gehalten werden können, aber die Eisenbahnlinien, die sie verbinden und die ins Innere des Landes sichren, sind schon heute gefährdet, und wenn diese zerstört oder in der Hand der Aufständischen sind, so hat es mit der Mandatsmacht Frankreichs über Syrien ein unrühmliches Ende. Dann ist der Libanon frei, der Libanon, der zwar keine Zedern mehr trägt, aber der von Menschen bewohnt wird, deren Knorrigkeit dem Holze dieses Baumes verwandt ist. Tripolis ist ein träumendes Städtchen, dessen Besuch sich nicht lohnt, wenn der armenische Gauner für die kurze Bootsfahrt von der Aeede zum Land einen unverschämten Preis fordert. Auch Alexandrette verdient heute nicht mehr den Namen Klein-Alexandria. Es ist wie in einen Schlaf gesunken und der halbausgebaute Hafen braucht nicht sertiggestellt zu werden, Efa der Schiffsverkehr Fahr um Fahr zurückgeht. Schön liegt es da im Kranz der Berge, aber es ist ein Fiebernest und es bietet nichts, was zum Besuch reizte. Es ist immer noch vorwiegend von Türien bewohnt, allerdings vorwiegend christianisierten Türken, und die Türkei tann für den Anspruch auf diesen Hasen schon recht gewichtige Gründe anführen. Fieberluft dumpf und schwül liegt auch über Mersina, der ersten türkischen Station, die unser Schift' berührt. Auch hier der Eindruck eines langsamen Fn-Schlai-Veriinkens: wenn auch das innere Leben der Stadt orientalisch bewegt ist. hier hat die Fra i die Hosen an und es macht ihr gar nichts aus, sich ohne Oberkleid zu zeigen. Gesichtskücher sieht man nur noch in vereinzelten Fällen, und ebenso verschwindet — auf Befehl der hohen Kemal-Regierung — der Fez mehr und mehr. Aber man sieht doch noch prächtige orientalische Gestalten in ihr. Da kommt *) Vergl. G. A. Nr. 272 vom 20. Nov. und Nr. 274 vom 23. Nov. umriffene, sich folgerichtig entwickelnde, menschliche Tragödie, vielmehr die Tragödie dreier Menschen. Der 76jährige Ephraim Cabot hat zum dritten Male geheiratet. Don der ersten Frau sind zwei Söhne da, die aber gleich zu Anfang nach Kalifornien verschwinden, Eben, der Sohn der zweiten Frau, fühlt sich als Erbe der Farm. Mit Haß empfängt er die junge Frau, die wiederum nicht anderes als die schöne Farm des alten Cabot im Auge hat. Nun beginnt die Sier wie ein Raubvogel aus den Zweigen der Almen über das Haus zu rauschen. Gier nach Geld und nach Liebe. Dem alten Cabot, der eifern und hart seine 100 Fahre leben will, wird der vierte Sohn geboren, der wahre Vater aber ist der junge Eben. Er schleudert es dem Vater ins Gesicht, dieser sagt, daß es die Frau um der Erbschaft willen getan hat. Die Frau ermordet das Kind, um Eben ihre Liebe tzu beweisen. Zum Schluß bleibt der Alte altem zurück .denn Eben, der die Frau durch den Sherrif abhvlen läßt, gibt sich als Mitschuldigen an, jedenfalls werden beide gehenkt. Soweit O'Neilks Theater. Die Darstellung durch Gerda Müller als Frau und Paul Wegener als Alten war prachtvoll und mitreißend. Die stärkste Gestalt des Stückes ist die Frau: in der Verkörperung Gerda Müllers wuchs sie weit über das Reißerische des Inhalts hinaus. Don Wegener gilt nicht ganz das gleiche, seine Rolle ist in einer gewissen Gebundenheit festgelegt, aber er durchbrach sie für Augenblicke mit aufbäumender Gestaltungskraft. Heber Lothar Rewalt bleibt nicht viel zu sagen übrig: er versuchte seinen Eden sinngemäß zu gestalten, verfiel aber dann und wann in zu stark aufgetragenes Toben. Berthold Viertels Regie ermöglichte mit einem Hause, dessen verschiebbare Dorderwände das Innere freilegten, daß mehrere ©eenen gleichzeitig spielten und so den Eindruck der Aufführung verstärkten. Der Beifall des leider nicht zahlreich genug erschienenen Publikums war stark und herzlich und rief Gerda Muller und Paul Wegener wiederholt auf die Bühne. L, W, Preisausschreiben zur Jubiläums- Ausgabe des Gießener Anzeigers. Um zu erfahren, welche Anzeige in der Sondernummer unserer Leserschaft am eindrucksvollsten, somit also am wirksamsten erscheint, fordern wir unsere Bezieher erneut auf, uns unter Beifügung einer kurzen Begründung den Namen des Auftraggebers derjenigen Anzeige schriftlich mitzuteilen, die sie für die wirksamste halten. Drei Anzeigen, auf die sich die höchste Stimmenzahl vereinigt, werden bekanntgegeben. Die drei treffendsten Begründungen für diese Wahl werden mit je einem Geldpreise bedacht in Höhe von 150 Mark 100 „ 50 „ Die Aushändigung der Preise erfolgt rechtzeitig vor dem Weihnachtsfeste. DieEinsendungen müssen aufdemUmschlagdieVezeichnung „Preisausschreiben" tragen. In besonderem eingeschlossenen Umschlag sind Name, Stand und Wohnung anzugeben. Sämtliche Zuschriften sind bis zum 10. Dezember an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers zu richten. Die Entscheidung über die besten Begründungen wird von Sachverständigen gemeinsam mit dem Verlag getroffen. Verlag des Gießener Anzeigers. auf langschweifigem Pferd ein Bewohner der Berge angesprengt in buntverzierter Jacke und breitem, farbigem Leibgurt und hier wandert behutsamen Schrittes, gebeugt unter der Last der Jahre, ein alter, weihbärtiger Oman daher, der noch den grünen Turban eines Nachkömmlings der Propheten trägt. Jedoch die Zivilisation ist Trumpf und in einem staubigen verwahrlosten Parkgarten hat sich ein Freilichtkino aufgetan, das als höchste Attraktion den — Nibe- lungensilm spielt. Nun wieder Inselfahrt. In Cypern werden gleich zwei Häsen angelaufen, Larnaka und Limassol, und die Fahrt zwischen den beiden Häfen bietet Landschaftsbilder, wie man sie nur an der Küste Madeiras oder in den Fjorden Norwegens erschaut. Da springt Plötzlich, scharfkantig und steil abfallend, ein ungeheurer Felsblock in die blaue See, vor und hinter diesen Felsenkulissen öffnet sich eine Bucht mit zartgelbem Strand und ewigem Grün auf den Berghängen. Die Städte, wie alle Städte, die mehr unter englischer Verwaltung stehen, ordentlich und korrekt und von jener selbstverständlichen englischen Atmosphäre umfangen, die der Brite überall zu schaffen weiß, wo er sich festfeht. Man sieht kaum einen englischen Soldaten, aber man spürt es bei jedem Schritt, hier ist englisches Land und es ist so sehr englisches Land, daß der Eingeborene kaum die Sehnsucht mehr kennt, nach einem selbständigen Staat zu streben. Sabet wird die eigene Kultur des Landes in keiner Weise beschränkt oder unterdrückt, sie gibt sich nur selbst preis, schwächlich zurückweichend vor der von England herübergebrachten Zivilisation. Anders schon Rhodos. Hier ist die Kultur auf ungeheure Bauten gegründet, die aus der Zeit der Kreuzzüge stammen. Diese Insel ist wahrhaft das Rothenburg des Mittelmeeres. Mit Palästen und Straßen, überwölbten Durchgängen und Burgfrieden atmet die Stadt noch gar;.-, den Geist des Mittelalters, in der unter den Kreuzfahrern ihre Hochblüte war. Llnvergeßlich der Anblick von dem Meere aus! Das Ganze eine geschlossene, hochragende Burg, die sich zur See hin durch eine gewaltige Mauer gesichert hat, aus der Wachttürme hervorspringen und die nur hin und wieder durch enge, mit Wappen geschmückte Torbögen unterbrochen wird, eine Theater, deko- ration von wahrhaft überwältigendem Eindruck. Im Innern in den engen Straßen buntestes Leben, stark jüdisch bestimmt, aber durch ein geradezu lächerliches Liebermaß von italienischen Polizisten einigermaßen geregelt. Aeberhaupt die Italiener hier! Auf Schritt und Tritt begegnet man einem Soldaten Mussolinis und je mehr man die Größe dieser militärischen Besetzung erkennt, um so mehr möchte man — Englands Beispiel in Cypern heranziehend — daran zweifeln, daß Italien sich dieses schon nicht mehr ganz neuen Besitzes sehr sicher fühlt. Beweis dafür auch daß der Gouverneur hier die gleichen Methoden der Italienisierung anzuwenden beliebt, wie sie in Südtirol versucht werden. Aber nicht Politisieren — diese Stadt ist viel zu schön, als daß man etwas anderes täte, denn sich auf eine ihrer Zinnen sehen, um hincruszuträumen in daS Meer..... • Smyrna ist immer noch ein Ort des Grauens. Die furchtbare Katastrophe, die vor drei Jahren über diese Stadt herniederging, scheint wie ein Druck immer noch auf ihr zu lasten. Anklagend ' wie Totenfinger gegen den Himmel gereckt, stehen immer noch die rauchgeschwärzten Diebel des *• ausgebrannten Griechenviertels. Wer einmal im y Kriege eine zerstörte Stadt sah, hier ist das gleiche Bild, furchtbarer, erschütternder noch, da t sich hier Ruine an Ruine reiht und sich an keiner Stelle der Wille zeigt, wieder aufzubauen. Dabei ist hier die Natur von verschwenderischer Schönheit. Lleppige Fruchtgärten klettern die Berg- Hänge hinan, auf weitgelagerten Türkenfriedhöfen wiegen sich schlanke Zypressen im Winde und an weihen Mauernn rankt sich eine lleberfüHe von Blumen. Man hört schaudernd die Erzählungen - von Augenzeugen über Einzelheiten der Katastrophe. spürt brennend vor Scham diesen abgrundtiefen Haß, der sich in der Seele der Bevölkerung festgefressen hat, da sie das Intrigenspiel der europäischen Mächte erkennt und die ungeheure Blutschuld dem Schuldigen — England — zuzumessen weiß. Es ist wie eine Befreiung, als das Schiff den Anker lichtet und wieder hinaus in die blaue sonnendurchglänzte See sticht und hinter uns das Einzelbild der Ruinen verschwimmt und dem lieblichen Gesamtbild weicht, das die bergumkränzte, weitausladende Ducht von Smyrna bietet. Immer mehr wird die Fahrt zu einem Märchentraum. Im dämmernden Abend scheinen Himmel und Meer sich zu vermählen, tauchen rechts und links Eilande auf, die wahrhafte Inseln der Glückseligkeit sind. Dies ist das Meer, daS Terxes mit Peitschen schlagen ließ und nie gab es eine schönere Frau, die so mißhandelt wurde. Blauer Sammet wird das Wasser, braunes Fell scheint weich sich über die sanfter und sanfter ausschwingenden Hügel zu legen, deren Gestein in immer ungewisserem Lichte atmendem Fleische gleicht. Dann bricht die Nacht herein und fast undurchdringlich lastet der Schleier der Dunkelheit über allem Schönen. Die letzte Nacht an Bord, und aus ihr wird man aufgeschreckt, da das Schiff plötzlich hält und einen Aufenthalt nimmt, der nicht im Fahrplan vorgesehen ist. Hier ist die türkische Kontrolle und hier wird Wohl auch die Stelle der Dardanellen sein, die ehemals durch eine Kette verschlossen wurde, um den feindlichen Schiffen den Eingang zu verwehren. Strahlende Sonne am Morgen. Schon zeichnen sich am Horizont Kuppeln und Minaretts ab. Immer belebter wird die Wasserstraße. Fischerboote mit großen Segeln lassen sich mehr von der Strömung als vom Winde treiben, kleinere und größere Dampfer kreuzen einander und dazwischen jagen Motorboote dahin. Nun drängt sich das Marmarameer zusammen und zwischen Stambul und Skutari hindurch gleitet das Schiff in den Bosporus, uni im Hafenbecken, das durch die große Brücke abgeschlossen wird, vor Galatas europäischem Häusergewi rr den Anker zu werfen. Konstantinopel, die Stadt ewiger Träume. Wert und Unwert von Reklame im Dienste der Kundenwerbung. Von Dr. Kurt Hüttenbräucker, Wiesbaden. HI. (Schluß.)*) Wenn wir uns in unseren letzten Ausführungen vorwiegend mit der Zeitungsreklame befd)äftigt haben, sollen nun die anderen In- sertionsmöglichkciten, wie sie sich dem Inserenten bieten, kurz gekennzeichnet werden. Was zunächst die Zeitschriften angeht, so ist hier zu sagen, daß Anzeigen in gut eingesührten Zeitschriften, namentlich in Fachzeitschriften, ebenfalls von außerordentlichem Werbewert sind. Hinsichtlich der Beurteilung gilt so ziemlich das gleiche wie bei den Tageszeitungen. Der Anzeigentext muß nur eben dem besonderen Charakter der Zeitschrift angepaßt werden. Ferner muß besonders beachtet werden, daß die Insertion nur in solchen Zeitschriften erfolgt, die auch tatsächlich bei den Leuten verbreitet sind, auf die man mit seiner Reklame einwirlen will. Wegen des häufig nur beschränkten Leserkreises einer Zeitschrift ist dieses Moment besonders zu beachten, mehr jedenfalls als bei einer weiter verbreiteten Tageszeitung. So selbstverständlich dies auch scheinen mag, so wird doch immer wieder gegen diesen elementaren Grundsatz verstoßen. Soweit es sich um reine Fachanzeigen handelt, kann man wohl sagen, daß diese in den betreffenden Fachzeitschriften wirksamer sind als in Tageszeitungen. Nur muß der Zeitschrifteninserent bei der Auswahl der Zeitschriften überaus vorsichtig vorgehen, namentlich wenn es sich uni ihm nicht bekannte Zeitschriften oder gar Nengründungen handelt. Denn auf diesem Gebiet hat in den letzten Jahren eine Fülle von Neugründungen stattgefunden, die alle von dem für die Zeit der Wirtschaftskrise erwarteten Inseratensegen profitieren wollten. Daß unter diesen sich viele Eintagsfliegen, ja sogar Schwindelgründungen befinden, wen kann bas bei dem allgemeinen Zuge der Zeit wundernehmen?, zumal solche Gründungen bei einer Zeitschrift vermöge ihres weiteren Verbreitungsgebietes eher möglich sind als bei einer mehr bodenständigen Tageszeitung. Daß bei der Inseratenwerbung die verlockendsten Versprechungen gemacht werden, daß die Auflagehöhe maßlos übertrieben wird, um den Inserenten um sein Geld zu prellen, ist noch das Wenigste. Schließlich wird nur eine geringe Auflage gedruckt, oder wenn schließlich zwecks notarieller Feststellung die versprochene Auflage gedruckt wird, wandert sie umgehend als Makulatur in den Keller. Man hält es bann schließlich nur noch für notwendig, den Inserenten Belegexemplare zuzuschicken, während die übrigen Exemplare zur Makulatur wandern. Oder aber eine nur geringe Zahl von Leuten erhält ohne Bestellung ein Exemplar zugesandt, das sie nicht interessiert und dann ungelesen in den Papierkorb wandert. Es gibt ja eine ganze Reihe von Spielarten derartiger Unternehmen: am ge= gefährlichsten sind wohl diejenigen, die auf der Grenze zwischen Reellität und Schwindel stehen, weil sie am schwersten zu fassen sind. Von den glänzenden Versprechungen bleibt schließlich für den Inserenten nichts übrig als ein Inseratenfriedhof, der ihm keinerlei Nutzen bringt. Aber der Verleger hat fein Geschäft gemacht! Es kann deshalb allen Inserenten nur geraten werden, bei Inseratausgabe in Zeitschriften, die ei nicht kennt, die größte Vorsicht walten zu lassen. Ehe er sich entschließt, Geld für nutzlose Inserate auszugeben, ziehe er daher zunächst genaue Erkundigungen ein und überzeuge sich vor allem auch über die Existenzberechtigung einer Zeitschrift, die er mit seinem Auftrage bedenken will. Auch lasse man sich nur ja nicht durch glänzende Worte und erst recht nicht durch eine glänzende Dnicksassade eines Unternehmens täuschen: denn nur zu häufig hat sich erwiesen, daß nichts, ober auch gar nichts dahinter steckt. Was die Insertion in Adreßbüchern angeht, so sei hervorgehoben, daß da, wo es sich um Inseratenwerbung für Adreßbücher handelt, deren Herausgabe auf reeller Basis erfolgt, nichts einzuwenden ist. Die Wirkung von Anzeigen in gut eingeführten Adreßbüchern, wie Stadtadreßbüchern, Fachadreßbüchern, deren Existenz tatsächlich eine Notwendigkeit ist, und die als Handbücher tagtäglich gebraucht werden, dürfte keine schlechte sein. Nicht eindringlich genug kann aber vor den sog. wilden Adreßbuchoerlegern gewarnt werden, die heute in so großer Zahl auftauchen. Irgendeine neue Firma mit hochklingendem Namen erscheint plötzlich auf der Bildfläche, bewaffnet mit einer neuen einzigartigen Adreßbuchidee. Die glänzendsten Versprechungen werden gemacht: z. B. wird einer Branche, die zur Zeit mit den größten wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, versprochen, daß durch die Schaffung und Verbreitung eines neuen Adreßbuchs man sie aus den Nöten der Gegenwart einer besseren Zukunft entgegenführen könne. Unter derartigen Vorspiegelungen werden bann die Inserenten in einem solchen Werk gewonnen. Und was wird von derartigen Versprechungen gehalten? Der schlimmste Fall, der heute nicht vereinzelt dasteht, ist der, daß das Adreßbuch überhaupt nicht erscheint, trotzdem die Infertionsgebühren schon vorher erhoben wurden, und schließlich die „Weltoerlagsfirma" unauffindbar ist. Oder aber es wird tatsächlich ein Adreßbuch geschaffen, das aber in einer lächerlich geringen Auflage erscheint, die in feinem Verhältnis zu den vorher gemachten Ankündigungen steht. Diese Exemplare werden dann an einige Interessenten zum Versand gebracht, die aber sogleich dies unbrauchbare Buch beiseite stellen. Die Inserate sind damit' auf einem typischen Inseratenfriedbof für alle Zeiten begraben. Am schlimmsten sind die Fälle, in denen eine Verlagssirma nicht gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstößt, aber trotzdem ein völlig unbrauchbares Werk schafft, so daß die Jnseratgelder nutzlos vcr- ausgabr sind. Bei solchen Unternehmen fehlt eben die Möglichkeit, gegen sie norzugehen. Ein typischer Fall dieser Art ist das im Verlag der Speditionsfirma (!) Andree & Wilkerling erschienene Adreßbuch der Spediteure, Reedereien und Banken. In diesem Buche haben anscheinend, wenigstens in Deutschland, nur bie Inserenten Aufnahme gefiinben. So kommt es, daß selbst in Städten, in denen Hunderte Firmen der in Frage kommenden Branchen existieren, nur einige wenige Firmen aufgenommen worden sind, und dann noch die unbedeutendsten! Also ein Buch, das für jeden Kaufmann wertlos ist, ein Inseratenfriedhof, wie er schlimmer nicht ausgedacht werden kann. Es kann daher allen Firmen, die nicht gerne Geld für unnütze Propaganda ausgeben, nur geraten werben, allen neuen Adreßbuchibeen und Adreßbuch- oerlegern so skeptisch wie nur möglich gegenüber^ Z Teil 1 in Nr. 277, Teil I! in Nr. 278 treten, und sich erst davon zu überzeugen, ob die f Sache, bie sie durch ihr Inserat mit finanzieren, auch tatsächlich für sie von Wert ist. Es bliebe noch zu betrachten die Reklame in Handbüchern aller Art, in Festprogrammen u. a., wie sie heute in Hülle und Fülle angeboten wird. Ganz allgemein ist zu sagen, daß eine solche (Belegen- heitsheitsreklame keineswegs an Wirkung einer Dauerreklame gleichkommt, wie sie die Insertion in Zeitungen und Zeitschriften ermöglicht. Auch hier ist zu beachten, daß häufig genug Inserate dort zu finden sind, wo man sie nicht sucht, was den Werbe- wert des Inserats ganz erheblich beeinträchtigen muß. Was überhaupt den Wert einer solchen Reklame angeht, so kann man wohl sagen, daß dieser ganz erheblich hinter dem Wert von Zeitungsinse- raten zurücksteht. Hier ist es besonders angebracht, baß jeder Kaufmann, ehe er sich zur Insertion entschließt, mit kritischem Blick zunächst Wert und Unwert einer solchen Insertion genau abwägt, damit er nicht Gefahr läuft, sein Geld unnütz ausgegeben zu haben. Damit sind wir am Ende unserer Betrachtung angelangt. Wen»» wir das Ergebnis noch einmal kurz zusammenfassen, so können wir sagen: Der Zeitungs- infertion kommt unter allen Umständen die allergrößte Bedeutung zu; in vielen Fällen ist dies statistisch einwandfrei nachgewiesen. Je nachdem, was mit der Reklame bezweckt werden soll, ist die Insertion in gut eingeführten Zeitschriften hinsichtlich ihres Wertes der Zeitungsinsertion gleichzufetzen. Die Werbung durch Plakate kann die Insertion in Zeitungen und Zeitschriften höchstens ergänzen, aber niemals ersetzen. In letzter Linie kommt erst die von uns als solche bezeichnete Gelegenheitsreklame, die aber immer unverhältnismäßig teuer ist. An dieser Stelle können wir unsere Mahnung an das inserierende Publikum nur wiederholen, bei Erteilung von Insertionsaufträge an unbekannte Firmen, zumal wenn es sich um Neugrünbungen auf dem Gebiete des Reklameverlags handelt, die größte Vorsicht walten unh sich nicht überreden zu lassen, sich vielmehr zunächst einmal ein klares Bild darüber zu machen, welcher Wert der beabsichtigten Insertion zuzuschreiben ist. Oberhessen. LtrrrDkrcis Gieszen. Z Klein-Linden, 28. Nov. Dieser Tage sprach hier uiu> in drn benachbart, n Gemeinden Greßen-Linden L ü tz e 11 > n d e n,H ö r n s- heim, Hochelheim und Dornholzhausen ein Herr aus Pommern vor. der sich mit der Absicht trägt, eine Automobilve r Hindu n g zur Personenbeförderung von Gießen nach Dornholzhausen und zurück ins Leben zu rufen. Der Herr will das Aaternehmcn aus eigenen Mitteln finanzieren und an die beteiligten Gemeinden keinerlei Ansprüche auf Zuschüsse oder Garantieleistungen stellen. Der Fahrpreis soll sich auf 9 Pf. je Kilometer stellen. Für Arbeiter usw. soll eine Ermäßigung auf 5 Pf. eintreten. Schülern soll eine noch weiter- geheüde Verbilligung eingeräumt werden. Die Fahrzeiten sollen so eingerichtet werden, daß besonders auch den in der Stadt Gießen beschäftigten Arbeitern, Angestellten usw. Gelegenheit gegeben ist, die Verbinduirg regelmäßig zu benutzen. Dem beabsichtigten Ur.tcmeljmen stehen besonders diejenigen Gemeinden: sympathisch gegenüber, die bisher noch nicht die Vorteile eines öffentlichen Verkehrsmittels genießen. Hoffen wir, daß der Herr seine Absicht in die Tat umsetzt und das Unternehmen die nach dem Kraftfahr- liniengesetz die erforderlich: Genehmigung der zuständigen Behörden findet, damit dem^ bei der Bevölkerung des unteren Kleebachtales schon lange bestehenden Wunsch?, eine Verkehrsverbindung mit der Stadt Gießen, nach der von dort die wirtschaftlichen Beziehungen fast ausschließlich gehen, zu erhalten, endlich einmal entsprochen wird. * Wieseck. 28. Nov. In vielen Familien unseres Ortes wird es lebhaft begrüßt, daß die Firma S. Bock & Co. G. m. b.H.. Zigarren- sabrilen, in ihrer hiesigen F i l i a l f a b r i k. in der annähernd 8 0 Personen beschäftigt sind, schon seit geraumer Zeit wieder nahezu voll arbeiten läßt und nunmehr bie 48 stündige Arbeitszeit wieder einführen wird. Angesichts des bevorstehenden Weihnachtsfestes ist die Auszahlung voller Wochenlöhne für viele Familien von vesonderer Bedeutung. — Mainzlar, 28. Nov. Einem dringenden Bedürfnis hat unfere Gemeindeverwaltung jetzt Rechnung Getragen, indem sie eine neuzeitliche G e m e i n dc w a g e ausgestellt bat. Sie hat ihren Platz in der Nähe des Bahnhofs bekommen. Es war seither wahrlich eine mühselige und zeitraubende Arbeit für die Geschäftsleute, die mitunter mehrere Eisenbahnwagen mit Kohle ober Briketts von 200—300 Zentner Gewicht in einzelnen Zentnern auf einer Brückenwage den Leuten haben verabreichen müssen. — Wer zur Zeit die K r e t s ft r a fj e von hier nach Daubriugen geht, wird sofort von dem Nutzen beton den Bäumen angebrachten K l e b g ü r t e l überzeugt f'in, wenn er sich diese einmal genauer betrachtet. Gerade seit den letzten Frosttagen (die Zeit, in der bekanntlich der großen Schaden anrichtende Frostspanner seine verheerende Arbeit beginnt) haben sich die Leimringe von Ungeziefer aller Art derart bevölkert, daß diese Schutzmaßnahme einen wahren Segen für die Dbftbäume bedeutet. Ganz besonders stark tritt in diesem Jahre wieder in der hiesigen Gegend der bereits genannte Fro st spann er auf. Wurden an einzelnen Klebgürteln doch 40—50 Stück, an anderen sogar tiO und mehr dieser schlimmen Schädlinge gezählt. Es leuchtet angesichts dieser Tatsache jedem denkenden Menschen ohne weiteres ein, daß schon jetzt gewisse Vorbedingungen gegeben sind, wonach wir mit einem Frostspannerjahr 1926 zu rechnen haben. Hoffentlich kommt der obftbautreibenbe Landwirt und sonstige Liebhaber des Obstbaues allmählich zur Ueberzeugung, baß im Spätherbst jeder Obstbaum einen Leimring tragen muß. Die kleine Arbeit sowie bie geringen Geldausgaben werden durch den Erfolg reichlich belohnt werden. : Beuern, 28. Nov. Chinamissionar D o - m e y von der Baseler Missionsgesellschaft hielt hier im alten Schulsaal einen sehr lehrreichen Vortrag über „L and und Leute i n C h i n a". Recht schöne Lichtbilder, 57 an der Zahl, ergänzten bie Ausführungen des Redners. Missionar Domey, der jetzt in Lich wohin, ist tätig als Reiseprebiger. * Grünberg, 28. Nov. Hier tagte im „Taunus" bie diesjährige Hauptversammlung des Hessischen ßanbjugenbbunbes für bie nordwestlichen Bezirke Oberhefsens. Der Bundes- vorsitzenbe, Schmjbt-Steinheim hatte bie Leitung. Der Rechner, K r e u d e r Grimberg, erstattete den Rechenschaftsbericht, aus dem ein Uederfchuß van über 200 Mk. hervorging. Der engere Vorstand wurde auf drei Jahre wiedergewählt. Dr. Roßberg-Gießen berichtete als hessischer Vertreter auf der Reichslandbundführertagung und der Haupt- vorstandssitzung des Reichsjunglandbundes in Berlin und gab na cheingehender Würdigung der dort gehaltenen Vorträge mannigfache Anregungen zur Organisation und Bundesarbeit. Unter allseitiger Zustimmung wurde die allgemeine Wiederaufnahme und Weiterpflege der B a u e r n s ch u l i d e e beschlossen, wie sie im Herbst 1919 ans bodenständig-heimatlichen Bedürfnissen erwachsen war. Der Landesvor- sitzende des Hess. Landbundes, Dr. v. H e I m o 11 - Nieder-Wöllstadt, sprach zu dem aktuellen Thema: „Bauer in Not — Volk in Not". Er schilderte bie wirtschaftlichen Verhältnisse und erblickt in Arbeitsamkeit und Sparsamkeit, den beiden uralten, ehrenden Eigenschaften des Bauerntums, bie festen Pfeiler, auf die sich die zukünftige nationale Wirtschaft stützen muß. Im festen Zusammenstehen vom gesamten Landvolk, Jungen wie Alten, sieht er wie der Vorredner und nach ihm Abg. Fenchel- Ober- Hörgern die sicherste Gewähr für eine bessere deutsche Zukunft. Ernst Zimmer- Lauter und Julius Weiß- Nieder-Gemünden wünschten energischstes Auftreten der Führer. Abg. F e n ch-e UQber-Hörgern antwortete dahin, daß bie Tatkraft der Führer ab- hänge von der einigen und treuen Gefolgschaft der Mannen. Die letzten Wahlen in Hessen hatten noch nicht gezeigt (wenn auch der Kreis Gießen beachtliche Erfolge ausweise), daß der letzte Mann und die letzte grau, die ein Stück heimatlicher Scholle ihr Eigen nennen, ihrer höchsten vaterländischen Pflicht und ihrem einzigen, unbestrittenen Recht genügt hätten. Der Stimmzettel sei immer noch die vornehmste Waffe, um zu Macht und Geltung zu kommen. Mit großer Begeisterung wurde die Bereitwilligkeit des Provinzialvorsitzenden begrüßt, dem Hess. Landjugendbund die Anerkennung als „Iugendpslege- organifation" zu verschaffen. Der Sterfammlung beschloß einmütig, am 6. Juni 1926 einen großen Landvolktag in L i ch zu veranstalten, und zwar in der einfachen Art, wie sie für ein Volk in Not geboten ist. Zum Schluß hielt Dr. Roßberg- Gießen einen Vortrag über das Locarnoproblem. Kreis Friedberg. B a d - N a u h e i m , 29. Nov. Der Schriftsteller Ludwig Wichmann, eine über unsere Stadt hinaus bekannte und beliebte Persönlichkeit, ist gestern an den Folgen einer Operation im 73. Lebensjahr verstorben. Er war Kämpfer im Feldzuge 1870,71, den er als blutjunger Kriegsfreiwilliger mitgemacht hat. Auch zu Beginn des Weltkriegs meldete sich der Leutnant der Landwehr wieder als Kriegsfreiwuuger; er war als Militärbeamter im Lazarettdienst tätig. Als gewandter Feuilletonist und Korrespondent hat L. Wichmann jahrzehntelang in den großen in- und ausländischen Zeitungen in vorbildlicher Weise für unser Bad geworben. Auch der „Gießener Anzeiger" hatte vor dem Kriege seiner Feder manchen wertvollen und lesenswerten Beitrag zu danken. WSN. Bad-Nauheim. 28. Nov. Die Polizeiverwaltung gibt bekannt, daß sich daS seit dem 16. November vermißte Dienstmädchen wieder eingefunden hat. Es hat seine hiesige Dienststelle wieder angetreten. Bad-Nauheim, 28. Nov. Die Wochen vor Weihnachten sind die ruhigste Zeit im Kurbetrieb. Meist sind noch einige Hundert Kurfremde anwesend, es kommen auch noch täglich neue Gäste an. Es ist aber begreiflich, baß kurz vor Weihnachten nur derjenige ins Bad geht, der bie Kur nicht mehr länger hinausschieben darf. Gleich nach den Feiertagen setzt erfahrungsgemäß roieber eine stärkere Frequenz des Bades ein. pb. Butzbach, 28. Nov. In bet jüngsten Stadtverordneten-Sitzung wurde mit* geteilt, daß für die Beamten-Anwärter der Städte Friedberg. Bad°Nauheim. Vilbel, Lich und Butzbach ein Ausbildungslehrgang eingerichtet worden fei. Hiermit ist die theo- retische Fachausbildung der mittleren Bureau* und Kassenbeamten dieser Städte auf eine neue Grundlage gestellt worden. Durch das gemeinsame Vorgehen dieser Städte ist ein schulmäßiger Verwaltungslehrgang, der jedoch nicht wissen* schaftlicher Natur ist, eingerichtet. Es sind zwei Klassen gebildet, mit einer Gesamtteilnehmerzahl von 46, und zwar eine Klasse für Anwärter, welche die erste, und eine zweite, welche die zweite Verwaltungsprüfung abzulegen berechtigt sind. Jede Klasse soll nicht mehr als 25 Teil* nehmer umfassen. Der Lehrgang dauert zwei Jahre. Die Wochenstundenzahl betragt für Lehr* gang I ----- 4. für Lehrgang II — 6 Stunden. Der Unterricht findet außerhalb der Dienstzeit in Butzbach und Bad-Nauheim statt. Er wird von Verwaltungspraktikern erteilt. Eröffnet wurde der Lehrgang am 'Samstag, 21. d. Mts., durch einen einleitenden Vortrag des Bürgermeisters Dr. Jansen in Butzbach. In diesem Vortrag wurde u. a. ausgeführt, daß jede Gemeinde in der heutigen Zeit großer Not und erhöhter Sparsamkeit auf allen Gebieten der Verwaltung von den Beamten in quantitativer und qualitativer Hinsicht äußerste Leistungen erwartet. Zu diesen Leistungen sind die Beamten nur dann befähigt, wenn neben gründlichen praktischen Erfahrungen ihre theoretischen Kenntnisse erweitert und' vertieft werden. GS liege daher im eigensten Interesse der Beamten, sich durch stete Fortbildung den Ansprüchen der Zeit anzupassen. Als Lehrfächer sind vor-* gesehen: Allgemeine Verwaltungskunde, Reichs-, Staats- und Verwaltungsrecht einfch. Steuerwesen, Wohlfahrts- und soziale Gesetzgebung, Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, Etat-, Kaffen- und Rechnungswesen der Gemeinden, Verwaltungs- und kaufmännische Buchführung, Bilanzkunde, Bureau- kunde und Geschäftsverbesserung. Wirtschastskunbe, insbesonbere Volkswirtschaftslehre und Finanzwesen soll später noch in den Lehrplan aufgenommen werben. Die Unterrichtsweise ist jedem Lehrer überlassen. Grundsätzlich soll der Unterricht jedoch in Form von Vorträgen, Besprechungen und seminaristischen Hebungen erfolgen. Es wirb Wert darauf gelegt, Theorie und Praxis zu ergänzen. Die Teilnehmer sollen Referate halten, und auch schriftliche Haus- unb Klausurarbeit fertigen. An ben Lehrgang schließen sich die vorgeschriebenen Prüfungen an, wie sie von ben hessischen Stäbten alljährlich abgehalten werbet». Durch die Neuordnung des Ausbildungs- wesens wird bie einheitliche Heranbildung des Be- amtennachwuchses gewährleistet, weil es nicht mehr jedem einzelnen selbst überlassen ist, sich autodidak- tisch mit den vielfach sich ändernden gesetzlichen Bestimmungen vertraut zu machen. e. Rockenberg, 28. Nov. Die letzthin stattgefundene G e m e i n d e r a t s w a h l ist von den Kandidaten des Wahlvorschlages 6 (Christliche Gewerkschaft) ass-ge focht en worden, weil zwei Wähler nicht in den Listen stehen sollen und trotzdem zur Wahl zugelosfen wurden. Die Christliche Gewerkschaft, früher mit zwei Sitze»» int < ► KL ''M et wie "chel-Ober, -M r. ^htet ab, J°W bet J Men noch ™btQd)llid)f Nä 8n Hch M 0enug( Rotten. Ie, vornehmste J, kommen. Mi, des \M Land. 'MSendpflege, ■Sammlung bfi ■'nen großen o'len. und zwar n Volk in • Roßberg. rnoproblem. ■ Der Tchtist. ne übet unfere e Persönlichkeit, olion im 73.Ce« impfet im Feld, r firiegjfreiwib i des Weltkriegs oehr wieder als lilärbeamter Im Feuilletonist und hrzehntelang in litungen in aor- orten. Auch der n Kriege (einer smttlen Beitrag 18. Aov. Die daß |iä) M ite Dienst« .den hat. ES )rr an.ytrden. w. Die Wachen 1 Zeit im Rur« idert Kurfrernde jfidj neue Taste or Mnüdjltn Hur nid)t mehr ach den Feier. : eine stärkere n der jüngsten ng mrde mit« i.QIntoätltt tim, Mel, Sich gslebrgang t ist die thev' itkren Dum:- > auf eine M MS nbi'^nL.| inehl aeü % autotltJ ’ »$»? S-K ch das gemein« ein fd)ulmä$iget h nicht toilitn- !. SS sind M ntteilnehmerjahi für Anvär/er. eite, welche sie liegen faW ir als 25 ied« id dauert Mr -tragt für Lehr« - 6 Stunden, der Dieustik'l uheinr NI. ;tn erteilt. Sr« öanrstag. 21. J Wog » n Duhoach. JJ ausgeführl. M Seit gto6cr Ä •** ten in guantita SfÄ? *■£% Jlfr#»611 . W »of rfu* »•*' »’Si und G n 2*!'in gor® »i l*J& . •0lLi*» -a»-' Ä«: ®emetnberat vertreten, ging durch die Listenverbindung der anderen Gruppen leer aus. Auch Die Bürgermeisterwahl vom 11. Oktober soll aus denselben Gründen umgestohcn werden. Damals war Bürgermeister Landvogt einstimmig wiedergewählt worben. Kreis Büdingen. T* Nidda. 29. Nov. Die Ortsein, fahrt nach Kohden ist eine der gefährdet st en Stellen im Derkehrsleben. Die Landstraße biegt hier mit scharfer Kurve in die äußerst enge Ortsdurchfahrt ein. die vorher nicht eingesehen werden kann. Entgegenkommende Fahrzeuge vermögen nicht die große Kurve zu neunen, weil der Schienenstrang der Eisenbahn den Weg tperrt. So muß sich aller Verkehr auf denkbar schmälster Straßenseite abwickeln, was schon wiederholt Derlehrsunfälle Aur Folge hatte. Nun wäre Gelegenheit vorhanden, an dieser Stelle die Straße zu verbreitern und damit die Kurve ungefährlicher zu machen. Die Kochsche Gastwirtschaft, die stark die Straße ernennt, ist eben verkäuflich. Sie könnte erworben und ein Teil der 'Gebäulichkeiten niedergelegt werden. Damit wäre die Straße verbreitert. die Kurve abgeschwächt und eine Gefahrenquelle beseitigt. Der Automobil- und Bi o t o r ra d k l u b des Vogelsbergs hat sich bereits mit dem Ersuchen an das KreiSamt zu Büdingen gewandt, das Projekt in wohlwollende Erwägung zu ziehen. Auch die Eisenbahn dürfte ein lebhaftes Interesse daran haben, einen der wundesten Punkte der Nidda — Schottener Strecke beseitigt zu wissen. c. Nidda. 28. Nov. Der kommende Sommer bringt für Nidda ein besonderes Ereignis dadurch, daß die o b e r h e s s i s ch e n Turner, die sich zur ..Deutschen Turn er schäft" bekennen und im T u r n g a u zusammengeschlossen sind, hier ihr Gau fest feiern. Das letzte fand hier 1901. also vor 25 Jahren, statt. Schon jetzt rüstet Nidda für das kommende Fest. Die neue, stattliche und geräumige Turnhalle ist nun im Rohbau soweit fertig, daß sie im Frühjahr benutzt werden kann. .tfrcie Schotten. . Schotten. 29. Nov. Die geringen Mittel, die dem Kreise für die I n st a n d - haltungderKreis st raßen zur Verfügung stehen, reichen nicht aus, auch nur die allerdringendsten Walzarbeitcn ausfuhren zu können. Da die staatlichen Zuschüsse zur Stra- stenuntcrhaltung weit hinter der Summe zurück» blieben, mit der man anfänglich zu rechnen wagte, müssen die Walzarbciten auf der Strecke Rain- rod — Ober-Schmitten, die man vorgesehen hatte, in ihrer Ausdehnung noch beschnitten werden, so daß nur die am stärksten mitgenommenen Stellen dieser Strecke im nächsten Frühjahr gewalzt werden können. □ C o u b a d), 28. Nov. Ein stattlicher Leichenzug, wie man ihn hier selten sieht, gab dem jo jäh verstorbenen Jorstrat 'Andre das letzte Geleite. Vollzählig waren angetreten der Kriegerverein, der Stahlhelm, der Schützenverein, der Verein ehemaliger Leibgardistcn, der Gemeinderat der Stadt Laubach. Außerdem nahm eine überaus stattliche Zahl von Freunden und Verehrern teil an dieser letzten Ehrung dieses ihnen allen teuren Mannes. Zn beredten Worten führte Dekan V o l p am Grabe aus, wie der Verblichene eine wahrhaft vornehme Persönlichkeit gewesen, insbesondere sich stets warm der Armen und Niedrigen, der Witwen und Waisen angenommen habe. Sodann schilderte im Namen und Auftrage des engsten Freundschaftskreises, insbesondere der Jugendfreunde, die dereinst das grün-rotsilberne Band umschlungen hat, Professor Dr. Noeschen die Grundzüge dieses edlen Mannes, dieses seltenen Menschen, wie er den Abgeschiedenen treffend kennzeichnete. Was ihm überall die Herzen gewann», wäre die schöne Menschlichkeit feiner Seele gewesen. Mit den Fröhlichen sei er fröhlich gewesen, mit den Trauernden habe er getrauert Sichtlich bewegt rief er dem treuen Freunde ein inniges „Lebewohl" zu. Ebenso sandte ein anderer Jugendfreund, Justizrat Lamberts, der eigens aus den Rheinlanden herbeigeeilt war, in tiefer Gemütsbewegung herzliche Abschiedsgrüße in das Grab. Sodann legten unter Ansprachen Kammerdirektor Birnbaum im Namen der Kasinogesellschaft, Bürgermeister Böhm im Namen der Stadt, Forstrat K r a tz im Namen des Forstamts, ein Unterförster und die Bürgermeister der Laubacher Waldbezirke Kränke nieder, ebenso die Vorsitzenden des Kriegeroerems, des Vereins der Leibgardisten und der Gauleiter des Stahlhelm. Unter den Klängen des „Ich hakt' einen Kameraden" und mit einer Ehrensalve schloß die Feier. lg. Gedern, 29. Nov. Bei einer hier stattge« hallten Besprechung betr. die Autolinie Schotten-Gedern wurde betont, daß es wünschenswert sei, daß daß Auto in Gedern stationiert werde. Ferner müsse die Zeit zwischen Ankunft und Abfahrt des Autos mindestens 2 Stunden betragen, um den Fahrgästen aus den Gemeinden Eschenrod, Wingershausen, Eichelsachsen, Glashütten und Steinberg noch mehr als seither Gelegenheit zu geben, in der Zwischenzeit ihre Einkäufe hier zu bewerkstelligen. 9n der Niddaer Besprechung kam bereits zum Ausdruck, daß die Bewohner der genannten Gemeinden schon seither trotz der ungünstigen Verkehrsoerhckltnisse einen großen Teil ihres Bedarfs bei den hiesigen Geschäften deckten. Durch die Verbindung Nidda—Hirzenhain wäre auch den Bewohnern von Ober-Lais, Unter-Lais und Fauerbach infolge der in Glashütten vorgesehene Umsteigemöglichkeit in die Linie Schotten—Gedern hinreichend Gelegenheit gegeben, ihre Geschäfte in Gedern zu erledigen. Der von den Vertreiern Gederns bei den Niddaer Verhandlungen gestellte Antrag auf Weiterführung der vorgesehenen Autolinie nach Oder«, Mittel- und Nieder-Seemen wurde allgemein gutgeheißen. Die genannte Gemeinde und die benadjbarten preußischen Orte kämen dadurch in den Besitz einer guten und schnellen Verbindung mit unserem Orte und darüber hinaus, erstere auch mit der Kreisstadt Schotten. Ein persönliches Vorsprechen bei den Kreisbehörden würde dann nicht mehr, wie seither, einen ganzen Tag in Anspruch nehmen, sondern könnte in verhältnismäßig kurzer Zeit erledigt werden. — Im Interesse des zunehmenden Autoverkehrs ist es angebracht, daß auf eine in unserem Orte befindliche äußer st gefährliche Stelle aufmerksam gemacht wird. Es ist dies die rechtwinklige Kurve am Fisch- h a u s unterhalb der Fürstlichen Gärtnerei an der Kreisstraße nach Ober-Seemen. In letzter Zeit häufen sich die Fälle, daß namentlich Lastautos und größere Personenautos beim Nehmen dieser Kurve gegen die angrenzende Schloßmauer fahren und Mauer sowohl als Fahrzeug Beschädigungen er- leiden. Die genannte Kurve ist infolge des beider- festig vorhandenen Mauerwerks derart unüberficht- lich, daß schon öfter Wagen, die aus den beiden entgegengesetzten Fahrtrichtungen tarnen, plötzlich ooreinanberftanben und sich nur durch die Geistesgegenwart ober Geschicklichkeit ihrer Lenker Unfälle oermeiben ließen. In biesem Sommer fuhr in der Kurve ein Auto auf einen Motorradfahrer, wobei das Rad stark beschädigt wurde und der Fahrer glücklicherweise noch mit dem Schrecken davonkam. Die Anbringung eines Geländers entlang der Kreisstraße vom Fischhaus bis zur Abfahrt nach der Wollspinnerei Hoffmann erscheint dringend erforderlich und läge im allgemeinen Interesse, zumal der Mühlbach direkt der Straße entlang führt. Erst kürzlich fuhr eine Motor- Zugmaschine in den Bach hinein. Möchten diese Zeilen dazu beitragen, daß die in Frage kommenden Stellen der Behebung dieses Mißstandes unverzüglich nähertrete. — Der in der Gießerei des Hüttenwerks zu Hirzenhain beschäftigte Arbeiter Karl Mohr von hier erlitt durch unvor- sichtiges Hantieren eines anderen Arbeiters mit flüssigem Eisen ftarfe Brandwunden im Rücken und an einem Auge, so daß ärztliche Hilfe nötig wurde. I Ober-Lais, 27. Nov Gestern um die Mittagsstunde wurde unser Dorf unser Feuer- l ä r m aufgeschreckt. Im Stallgebäude des Landwirts Karl a ct V. war — wahrscheinlich durch Kurzschluß in der Lichtleitung — auf dem Stallboden liegendes Stroh und Grummet in Brand geraten und brannte unter sehr starker Rauchentwicklung. Die mit höchst anerkennenswerter Geschwindigkeit herbeigeeilte Feuerwehr griff das Feuer mst zwei Schlauchleitungen aus Wasserleitung und Brandteich sofort nachdrücklich an. Es Solang ihr im Verein mit den tatkräftig zugreifenden irtseinwohnern, den Brand auf seinen Herd zu beschränken und in mehrstündiger harter Arbeit völlig abzulöschen. Auswä?rtige Brandhilse wurde nicht in Anspruch genommen. Das Vieh konnte — mit Ausnahme der Hühner — gerettet werden. Ein besonderer Glücksumstand war es, daß der herrschende Nordostwind das Feuer von dem angrenzenden Wohnhaus abtrieb. Wäre auch dieses in Brand geraten, so wären noch mehrere Hof- reiten mit verloren gewesen, da bas Wohnhaus im ältesten Dorfteile steht und mit anderen dicht zu- fammengebaut ist. Starkenburg. * Dar m st a d t, 28. Nov. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte einen Jahreskredit von 13 500 Ml. als städtischen Zuschuß zu den F a h r t k o st e n auf der elektrischen Straßenbahn für Schwerkriegsbeschädigte und Blinde. Der Zuschuß betragt 75 Prozent der Fahrtkosten. Für die Z e v p e l i n ° Eckener- Spende wurden 1000 Mk. bewilligt. « Darmstadt. 29. Nov. Zu derBluttat in Eberstadl wird noch bekannt, daß der Händler Maurer mit seiner Frau in Scheidung lebte und baß die Frau die Möbel aus der Wohnung geholt hatte. Maurer, dem die Schuld an den mißlichen Verhältnissen der Che beizumesseit ist. lauerte seiner Frau am Freitag morgen auf und versetzte ihr über e i n Du t - zend Messerstiche, so daß die Gestochene nur noch ihren Mann als Täter angeben konnte und bann ihren Geist aufgab. Maurer hat sich bann, wie berichtet, in seiner Wohnung erhängt. Offenbach, 28. Nov. (WSN.) Am Sams- lagvormitcag wurde die Städtische Rettungswache zur Metzgerei Lohse in der Schloßstraße gerufen. Ein Eingreifen war jedoch nicht mehr erforderlich, da es sich ergab, daß die Betreffenden, für die Hilfe verlangt wurde, bereits t o t waren. Cs handelt sich um die ledigen Mehgerburschen Gottlob Bühlmayer, 20 Jahre alt, und um den 23jährigen Richard von Hein, die durch a u s st r ö m e n d e s Gas vergiftet wurden. In dem Schlafzimmer der beiden Mehgerburschen war vor kurzem ein Gasofen von einem Offenbacher Fachmann gesetzt worden. Der Gashahn stand jedoch offen, ohne baß die Flammen brannten. Es besteht deshalb die Annahme, daß die Flammen ausgegangen sind, und daß durch das Ausströmen die jungen Leute ihren Tod gefunden haben. Der eine der Metzgerburschen wollte seine Stelle aufgeben und in die Heimat zurückkehren, um sich selbständig zu machen. Rheinhessen. WSN. Alzey, 28. Nov. Bei einer in Oberflörsheim (Rheinhessen) stattgesunde- nen Treibj-agd wurden von 80 Schützen rund 600 Hasen geschossen. In Wahlheim wurden bei einer Jagd ungefähr 12 0 Hafen zur Strecke gebracht. Preußen. Lr reis Wetzlar. 3 Wetzlar, 28. Nov. In Anwesenheit zahlreicher geladener Gäste fand am Freitag nachmittag die Einweihung des städtischen Museums statt. Die Feier nahm einen sehr eindrucksvollen Verlauf. Näherer Bericht folgt. el. H o ch e l h e i m, 28. Nov. Die Brücke über den Schwindbach auf dem Wege nach Klein-Rechtenbach ist nunmehr fertigae- stellt und dem öffentlichen Verkehr übergeben. Die Sperre der Straße nach Klein-Rechtenbach ist aufgehoben und die dadurch bedingte Verkehrsumleitung über Hörnsheim in Fortfall gekommen. Auch das P o st a u t o fahrt jetzt wieder über Klein-Rechtenbach nach Hochelheim. c. Dornholzhausen, 28. QIod. Im verflossenen Kirchenjahre ist in der hiesigen Gemeinde nur ein im hohen Alter stehender Einwohner g e st o r b e n. Außerdem war eine Totgeburt zu verzeichnen. — Der hiesige Kirch euch or, der schon vor Jahren gegründet wurde, dann aber feine Sangestätigkeit vorübergehend eingestellt hatte, ist unter Leitung seines bewährten Dirigenten, des Lehrers Watz, erneut auf gelebt. Der Chor hat früher schon in vielen Fällen zur Verschönerung kirchlicher Feiern beigetragen; auch jetzt übt er wieder Sieber für die diesjährige Weihnachtsfeier ein. z. Oberkleen, 28. Nov. Die Vereinigten Werke für Bahnmaterial A G. zu Butzbach haben ihren in der hiesigen Gemarkung belegenen Fabrikbetrieb s a st vollständig eingestellt. Zur Zeit werden nur noch 3 Arbeiter beschäftigt. Vom 1. Januar ab wird wahrscheinlich gänzliche Stillegung erfolgen. b. Aus dem X) ü 11 e n b e r g, 28. Nov. In verschiedenen Gemeinden des Hüttenberg s sind die Masern besonders unter den Kindern jüngeren Alters stark verbreitet. In Lützellinden ist ein Kind im Alter von einem Jahr an den Masern g e ft o r b c n. Maingau. Frankfurt a. M.. 28. Nov. (WSN.) Gestern nachmittag hat die Sektion der Leiche des auf dem Westendplatz erschossenen Kriminalbeamten Otto Sack stattgefunden, bei der auch der bekannte Gerichtschemiker Dr. Popp anwesend war. Die Untersuchung ergab, daß die linke Hand völlig von der Kugel durchschlagen war, während die beiden anderen Schüsse in die obere Bauchhöhle eingedrungen waren und Leber, Milz und Nieren verletzten. Durch die infolgedessen eingetretene Verblutung ist kurz darauf der Tod eingetreten. Der Polizei ist es im übrigen gelungen, ein Mädchen, das sich in der fraglichen Zeit in der Gegend des Westendplatzes aufgehallen haben soll, zu ermitteln und zu verhaften. Ihr Liebhaber, der sich in der Nähe aufgehalten hatte, konnte noch nicht fest genommen werden. -- Der Todesfall in der Fahrgasse, wobei der Schreiner Obel in seiner Wohnung mit einer Schädelverletzung t o t aujgefunbcn worden ist, hat jetzt feine Aufklärung gefunden. Die Annahme, daß die beiden Eheleute in schwer betrunkenem Zustande sich gegenseitig Hiebe gaben, wobei sich die Frau als die stärkere erwies, hat sich bestätigt. Anscheinend hat sie mit einem eisernen Tops ihrem Manne die tätliche Verletzung beigebracht. Ob die Frau aus der Haft entlassen wird, ist noch nicht bekannt. ____ Turnen, Sport und Spiel. Handball. S. C. 1900—F.C. Wetzlar 0:2. Zu feinem ersten Handball-Derbandsspicl empfing der S. C. 1900 den Favoriten in der diesjährigen Handball - Serie im Labnkreis, den F. C. 05 Wetzlar. Die Gäste erwiesen sich denn auch als eine gut eingespielte und technisch gut durchgcbildete Mannschaft; besonders hcr- vorzuheben ist das gute Stellungsspiel, was ihnen auch in der Hauptsache das Tlebergewicht über die noch nicht eingespielten Clubleute verschaffte. In der zweiten Spielhälfte war dieses Manko schon besser ausgeglichen. Die Wetzlarer konnten nicht nur nicht mehr zum Torwurf kommen, sondern mußten gegen Schluß hin oftmals recht zahlreich verteidigen. Das Ehrentor für die 1900er hätte der Lohn für dieses Drängen sein dürfen. Im übrigen aber war der Sieg der Leute aus der ehemaligen freien Reichsstadt vollauf verdient. Ucberragenb war der junge rechte Verteidiger, sehr gut der Jnnensturm. das übrige guter Durchschnitt. 1900 hatte die besten Kräfte im Torwächter und rechten Verteidiger. Recht aufopfernd spielte auch die Läuferreihe. Der Sturm war gerade das Gegenteil von dem der Wetzlarer. Doch wird man nicht fehlgehen in der Annahme, daß die Sport-Clubmannschast in den kommenden Spielen noch manchem Gegner eine harte Nuß zu knacken gibt. Die Bezirksttgaspiele. SWN. Frankfurt a. M., 29. Nov. Bei ziemlichem Schnee, aber trotzdem fast einaxinb- freien Spielfeldern konnten heute die Dezirksllgasplele im Nlainbezirr. weiter gefördert werden unb brachten die Siege der Favoriten. Hervorzuheben ist der Sieg des Frantsurter FußballsportvcreinS gegen Kickers-Offenbach mit 3:2 und der knappe Sieg von Hanau 93 gegen die Frankfurter Germania 94 mit 1:0. Eintracht zeigte sich auch heute wieder in großer Form uub fertigte die Aschaffenburger Viktoria in einem torreichen Treffen 7:3 ab. Union Nieder r ad fertigte Helvetia-Frankfurt 4:0 ab. Folgendes über die Spiele selbst. Eintracht Frankfurt—Aschaffenburger Viktoria 7:3. Eintracht nahm sofort den Kamps mit aller Macht auf und tonnte dank den: vorzüglichen Stürmerspiel bereits bei Halbzeit mit 3:0 in die Führung gehen. Besonders zeichnete sich der Schweizer Stürmer Dietrich aus, der durch exalle Bedienung der Flügelstürmer immer wieder die Aschaffenburger Verteidigung auseinanderzog und auf die Art Schußmöglichkeiten für feine Mi - ftünner schuf. Rach der Pause hatte der Ein- trachtstorwächtcr Trump» verschiedene sehr schwache Momente und zeigte sich auch im weiteren Verlaufe nicht ganz auf der Höhe feines sonstigen Könnens. Alls diesem Grunde kam Aschaffenburg gleich nach der Pause zu zwei Toren, die zu halten waren. Dann über naß m Eintracht wieder das Kommando unb sicherte sich durch vier weitere Tore einen überlegenen Sieg. Schließlich kam Aschaffenburg auch noch zu einem dritten Tor. Hanau 93—Germania Frankfurt 1:0. ein glücklich errungener Sieg der Hanauer,^ die damit immer noch mit dem Frankfurter Fußball- sportverein sich in die Führung im Bezirk teilen. Dem Spielverlauf nach hätte Germania unbedingt gewinnen müssen, aber die Spieler fanden das Tor ?:.cht, obwohl sie es während des größten Teiles des Spieles belagerten. Hanau hatte t>aä Tor im Anschluß an einen Freistoß erzielt, der vom Germania-Torwächter wohl gehalten worden war, aber der scharf geschossene Ball entglitt dann seinen Händen und wurde darauf von dem Halbrechten Hanaus mühelos verwandelt. Anion Niederrod—Helvetia Frankfurt 4:0, Union verdankt Len Sieg seiner entschlosseneren ©türmerreib ? der es viermal gelang, die feindliche (Berte ."ang zu schlagen. Dieses Spiel hatte in der zweiten Hälfte stark unter dem niedergehenden Schneegestöber zu leiden, konnte schließlich aber doch unter Dach gebracht werden. Der Helvetia ist es also auch heute nicht gelungen, die Zahl seiner Pluspunkte zu erhöhen, so daß der Abstieg nunmehr nicht mehr abzuwenden ist. FußballsportLerein Frankfurt—Offenbacher Kickers 3:2. Mit dieser Niederlage verschwinden die Offenbacher Kickers immer mehr aus der Spitzen- gruppe. Es war ein vom Sportverein teuer erkaufter Sieg, denn einer seiner Besten, Krüger, wurde im Lause ziemlich verletzt und dürfte für den Rest der Ligaspiele nicht mehr in Betracht kommen. Sportlich stand das Spiel auf keiner hohen Stufe: es war ein Punktekampf im wahrsten Sinne des Wortes. Das Spiel artete zeitweise aus und war absolut keine Propaganda für den Fußballsport. 3m Bezirk Nheinhefsen-Saar erlitt der Saarbrücker Fußballverein, nachdem er am vergangenen Sonntag von Mainz 05 geschlagen worden, war, eine abermalige Niederlage durch den Sportverein Wiesbaden mit 3:1. Da auch Mainz 05 fein Spiel gegen die Griesheimer Sportvereinigung gewann, so sührt in der Bezirksliga Rheinhessen-Saar nunmehr Mainz 05 mit 17 Punkten vor Saarbrücker Fußballverein mit 16 Punkten. Berliner Oberiiga-Futzball. yerlha B. 5. C. — Spanbauer Sportverein 7:4. do. Der Spieljonntag war für die Berliner Fußball-Oberliga insofern eine Sensation, als er die Meisterjchafts-Dorentlcheidung in der Abteilung A durch die Begegnung des vorigen Berliner Meisters Hertha B. S. C. gegen Spandauer S. V. (am Bahn Hof Gesundbrunnen) bradjte. Nun, Hertha B. s. E. bleibt weiterhin einer der in Punktspielen ungeschlagenen Vereine. Elf Tore, von denen sieben für Her- iha zu zählen sind, waren nötig, um das Stärkeverhältnis beider Vereine kenntlich zu machen. Aller- dings war der Boden äußerst glatt und beeinträchtigte somit bns Spiel, trotzdem aber war die lieber- legenheil ber Hertha-Mannschaft, wie sie in dem Torverhältnis zum Ausdruck kommt, tatsächlich zu bemerken. Außerdem brachte dis 'jlbteilung A die Begegnung Vorwärts — Union Potsdam, nur mit großer Mühe sicherte sich Vorwärts mit 2:1 (in Tempelhof) die Punkte. — Tennis Borussia findet sich immer mehr „wieder", so besagt das 11:1 gegen Weißensee (in Weißensee, Lichtenberger Straße). In der Abteilung B gab es nur zwei Spiele. Union-Oberschöneweide bleibt and) weiter das unbeschriebene Blatt, nachdem sie sich von Alemannia 1890 mit 5:1 schlagen ließ. Meteor zeigte gegenüber der Union 92 wieder ein recht gutes Können und schlug die 92er (in Mariendorf, Bnrggrafenftraßc) 3:1. — Abteilung A: Hertha B. S. E. — Spandauer <5.23. 7:4; Vorwärts — Union Potsdam 2:1; Weißensee 1900 — Tennis-Borussia 1:11. — A b - teilung B: Alemannia 1890 — Union-Ob. 5:1; Union 92 — Meteor 1:3. NUgöy. Das gestrige Spiel des Frankfurter Turnvereins 1860 gegen Wacker München, das öurd) den Schnee behindert wurde, endete unentschieden (0:0). NekorL-AbtaMimLchwimm^port Spandeuer Schwimmsest. — Neuer deutscher 200-Meter-Rekorö Heinrichs. do. Tor der großen Ruhepause im Schwimmsport, die der Deutsche Schwimmverband bis Ende Februar festseht. schließt seit langem das Schwimmfest des öpanbauer Schwimmclubs 04 die Be.liner Schwimmfaison ab. Auch diesmal hatten die Spandauer ein gutes Meldeergebnis zu verzeichnen, die sportliche Besetzung war eine hervorragende. Nachstehend die Ergebnisse des ersten Tages: Juniortagenstaffel 4x100 Meter: 1. Pofei - don-Lei 5.36,8. II. S .'.iorireistilschwimmen 200 Meter; 1. Schubert-Breslau 2:32, 2. Rademacher-Magdeburg 2:35,2, 3. Miesbach-Leipzig 2:36. Knaben-Druststaffel 4X50 Meter: 1. Spandau 04 3:10. Jugendschwimmen 100 Meter: 1. Rummel- Dessau 04 1:9,4. 2. Jensch-Leipzig 1:10,6. Damenlagenstaffel 4x100 Meter: 1. Spandau 04 6:42,6. I. Senior- Freistilschwimmen 200 Meter: 1. Heinrich-Leipzig 2:23,2 (neuer deutscher Rekord). Junivrspringen: 1. Hennicke 0.11. Neukölln 31 P. Mädche.'.schwimmen 50 Meter bel.: 1. Dasch- Nixe Charlottendurg 43,2. JugendbrustschwImmen 100 Meier: 1. Zimmermann-Weißensee 96 1:27. Junior-Rückenschwimmen 100 Mtr.: 1. Göhe- Leipzig 1:26. II. Seniorlagenstaffel 4x50 Meter: 1. Poseidon-Berlin 2:12,4, 2. S. S. C. 89 Berlin, 3. Poseidon-Leipzig. 11. Damen-Rückenschwimmen 100 Meter: 1. Gonschier-Spcmdau 04 und Barth D. S. V. Halberstadt 1.38,1. Junior-Freistilstaffel 4, .100 Meter: 1. Poseidon-Leipzig 4:5. Wasserballspiel: Spandau 04— Union-Neu- kölln 14:2 (Union-Neukölln trat mit drei Mann Ersah an). Der zweite Tag brachte dem Veranstalter ein ausoerkauftes Haus. Die Organisation war vorzüglich, die Leitungen trugen ihrerseits zum Erfolge bei. Es wurden an diesem Tage folgende Ergebnisse erzielt: II. Schwellftaffel 100, 200, 100 Meter: 1. Poseidon-Berlin 4:5o,2, 2. Poseidon-Leipzig. I. Damenschwimmen 100 Meter: 1. Frl. Dackow- Spandau 04 1:27,2, 2. Frl. Heinrich-Spandau 04. Junior-Brustschwimmen, 100 Meter: 1. Fitzner- B. S. V. 78 1:28, 2. Schindler-Ostend 1910 und Götze-Poseidon totes Renncn. I. Seniorschwimmen 100 Meter: 1. Heinrich- Leipzig, 2. Heitmann-Magdeburg 1:2,9. Iugendlagenstasfel 4 mal 50 Meter: 1. Magdeburg 96 2:31,3, 2. S. S. C. 89. Mädchen-Brustschwimmen, 50 Meter: 1. Wiede- mann-Nixe-Charlottenburg 45 Sek. II. Seniorschwimmen, 100 Meter: 1. Stolze- Poseidon-Leipztg 1:5,4, 2. Möller 89 Berlin 1:7,8, 3. Mertens 89 Berlin 1:8.4. II. Springen: 1. Kalms-Poseidon-Berlin 41,3 P., 2. Deutz-Spandau 04. Juniorschwimmen, 100 Meter: 1. Otto-Post S. D. 1:12,6, 2. Lips-Poseidon-Leipzig 1:12,8. II. Damen-Brustschwimmcn: 1. Barth-Halberstadt 1:35,4, 2. Kötz-Otter-Berlin 1:40,8. Knaben-Freistilstaffel, 4 mal 50 Meter: 1. Spandau 04 2:46,2. I. Freistilschwimmen, 400 Meter: 1. Heinrich- Leipzig 5:22,4, 2. Schubert-Breslau 5:24,4. Streckentauchen, a) Junioren: 1. Wifchnewsky- Pojeidon-Berlin, 40 Meter in 31,2, b) II. Senioren: 1. Baior-Tport Eharlottenburg, 50 Meter, 39,8. Große Staffel bei. 10 mal 50 Meter: 1. Poseidon-Leipzig 5:4,7, 2. Poseidon-Berlin 5:7,8. Vereinsmehrkampf, a) Junioren: 1. Poseidon- Berlin 53 P., b) II. Senioren: Poseidon-Berlin 77Z P. Wasserballspiel :Poseidon-Leipzig, — Union-Neukölln 7:3, Hellas-Magdeburg—Spandau 04 11:6.__ 1 Tabletten lösenö/ nnöernö/ erfrischenö ................................................................ E Ferner alle Sorten 11285a SchuliSaus Benner IHarktstr.34 3.50, 3.75, 4.00 Mormal-Einsatzhemden Normal-Hemden, Koppel-Brust, 3.50, 3.75, 4.20 2.50, 2.75, 3.00 Normal-Hautjacken 4.00, 4.50, 5.50 gerauht i| Heu! | | Heu! 1.60 Farben tnttcii. Damenstrümpfe „Ruth“, Seidenflor, schwarz und alle 2.40 modernen Farben Damenstrümpfe „Promenade“, Seidenflor, öfach ver- 3.20 stärkt V) Damenstrümpfe „Mercedes“, la Seidenflor, extra stark, 3.00 Emil Siedt. 09606 1.40 bis 3.2Q s w f Neu! | | Heu! mMSS Berlin SW. 19. ft Sil Heute bis elncchl. 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Fortsetzung. cntberl925 diebische Stubtnitn, igsbud)l)blg, Masse. 62.9' 70' 6 8 0,03 135 5* 94 103.7' 105 101.5 hr: Staut. 53 42.25 76 92,75 82 53 HO,» .36 ■ 43 39,26 । 11306D oet: ollen er- unb tcl- lich nur an- ler- itn, 133* 93,5’ 103,5* 104* 101,1* 89 52.25 22,5 71 75 11 und ich mein Leben haltet Bringglück in innert euch, wie sie annahm." Als Wiesenstelz 32 75 35 5 63 5* ;r 97 5" 97 103 5 38 39 62.4* 50.5* 61 40 33 62,75* 69.13* ■8 ' 98.5 103.5 »pe mstrahe? ürnign w nstratze? zemder dt Kraut. 114,5* 54.5 1 113.5* 113,5* 43.5 51,75 73 90' 64.75 61,75 58,75 59 gutem Andenken und er- sich stets der Schwächeren solche Rede vernahm, fing Pelzmärtel. Gin Nürnberger Spielzeugroman. Nach dem Italienischen der Teresah erzählt Trotz solcher Stimmen,' die ihn schlimmstenfalls für unzurechnungsfähig erklärten und sich mit allen Mitteln für ihn einsehten, wurde er nicht aus dem Gefängnis entlassen. Der Richter ordnete vielmehr an, daß ihm unverzüglich der Prozeß gemacht werde, denn Meister Leopold, der über den Diebstahl der Münze außer sich war. mußte Genugtuung erhalten. UnD doch und doch, es gab jemand in Nürnberg, der die Wahrheit kannte. Gegen Mittag, als sich die Nachricht von der Berhastung in her Stadt verbreitete und rille erdenklichen 'Vermutungen zu hören waren, kam der alte Luginsland — das war der Mann von Bringglüct, Der kranken Störchin — mit einer anderen Neuigkeit zu dem Storchenfräulein Wiesenstelz, das draußen vor der Stadt an den sandigen Ufern der Pegnitz fischte. Luginsland kam ungeachtet der vielen Jahre, die er auf dem Buckel hatte, schnell und geraden Weges dahergeflogen, die Beine steif nach hinten gestreckt und den Schnabel schneidig hochgeworsen. Jedermann, der ihn so sah, fiel es auf, daß der Alte schon lange nicht mehr so weit geflogen war. Groß und klein in Nürnberg kannte die kranke Frau Bringglück und ihre rührende Geschichte. Seit sich die Störchin vor ungefähr drei Jahren bei einem überstürzten Abflug beide Beine gebrochen hatte, konnte sie im Herbst nicht mehr fortziehen. Einst war sie die ^ärkste von allen gewesen. Wie wenige meisterte sie mit ihren mächtigen Schwingen den Flug, erreichte immer als erste die afrikanische Küste, wo sie und ihre Gefährten den Winter zu verbringen pflegten. Als sie merkte, daß sie Darauf verzichten mußte, wie alle Sabre Den Zug zu führen, rief sie Luginsland und fetzte ihm Den Fall auseinander! Lieber Mann, ich trete Dir das Kommando ab; von nun an sollst Du Zugführer fern. Wach* über Wiesenstelz, unser Enkelkind, tft sie doch (Eigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 30. Nov. Es wurden no- tieri: Weizen, Wetterauer 25,25 bis 25,50, Roggen, inländischer 18,25, Sommergerste für Brauzwecke 22,50 bis 25, Hafer, inländischer 18,50 bis 21,25, Mais, gelb 20,50, Weizenmehl, inländisches, Spe- zial 0 40,50 bis 41, Roggenmehl 26,25 bis 26,75, Weizenkleie 10,75, Roggenkleie 10,75 bis 11, Erbsen 30 bis 36, Linsen 40 bis 70, Heu, süddeutsches, gut, trocken 10 bis 10,50, Weizen- und Roggenstroh 5 bis 5,50, Treber, getrocknet 18,25 bis 18,75. Tendenz: Leicht befestigt. Frankfurter Schlachtviehmarct. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".! Frankfurt a. M.. 30. Nov. Auftrieb. 1331 Stück Rinder. Darunter 322 Ochsen, 39 Bullen. 970 Färsen und Kühe. 367 Kälber, 289 Schafe. 4063 Schweine. Rinder: Ochsen, voll- fleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 53 bis 60, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 45 bis 52, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40 dis 44; Bullen. 64 9- 35 35 63. ’ 69 62* (ttt Äi , 111310D 55,5 113* 113,2- Elfter bei den Vögeln heißt, steht bei dem ehrsamen und vornehmen Storchengeichlecht in keinem guten Ansehen. Zwischen so verschieden gearteten Rassen können natürlich keine guten Beziehungen herrschen. Dor allem aber verachten Die Störche Die Tante Berta wegen ihres Lasters: zuerst tut sie den Menschen schön, und dann stiehlt sie. kFnrtjctzun» folgt.) nna 163. Mit. abends, in Gustav W. Eberle in. Copyright 1925 bh A. Scherl G. m. b. H., Berlin. 23 15 35 zeugen — „Du weißt noch nicht alles", sagte Luginsland geheimnisvoll. ..Weißt zum Beispiel nicht, welchen Anteil Die Tante Berta an Der Geschichte mit Der Münze hat." „Tante Berta?" Wiesenstelz war ganz Ohr. Tante Berta, wie Die dumme und diebische 129- 93,.V 102 7* 1,3,7* 1JO.7* 69 5 68.5* 7,14 | [er. )ezeniber: polnische Iß en Band 8*i9. Walter De Gruyter & Co., Berlin W. 10. Der Verfasser hat nut Erfolg versucht, Die großen Zuge Der geschichtliche Entwicklung in knapper Fassung Darzustellen. Manches, was in größeren Merken unter Der Fülle Der Einzelheiten nicht so leicht zu erkennen ist, tritt bei kurzer Zusainenfasfung viel klarer hervor. Beson derer Wert wurde dabei auf die Schilderung der Entwicklung Der theoretischen Anschauungen und der Forschungsmethoden gelegt, weil dies für die jetzige Forscherarbeit besonders wertvoll ist. Troß des be schränkten Raumes wurde möglichste Vollständigteit angestrebr. Allen Denen, Die sich als Fachleute oder Laien für Geologie interessieren, vermag das Buch einen kurzen Ueberblid* zu geben über Die geschicht- liebe Entwicklung Dieser Wissenschaft, Die in ihrer kaum 150jährigen Lebenszeit schon viele einschneidende Wandlungen durchgemacht hak. Die Kenntnis der Entwicklungsgeschichte einer Wissenschaft erleichtert das Urteil über den jetzigen Zustand und Die zukünftigen Möglichkeiten dieser Wissenschaft. 507 — Daheim. 62. Iahrq. Heft 9. Neben Der Fortsetzung Des Romans „Geschichten um Sanssouci" von Ilse Leutz und einer luftigen Novelle „Heinrich der Zwinkerer" von Enders finden wir einen Aufsatz über moderne Beleuchtungstechnik, einen weiteren über Die beiden Kriegsgefangenen Heime, Die von Der SchweDin Elsa Bränhström in Sachsen eingerichtet sinD unD unterhalten roerDen. Die Abteilung FrauenDaheim bringt neben MoDe unD Handarbeiten einen Artikel von Der „Schlitssel- gemalt Der Ehefrau". o8e*. de-n , elh<' ifr ?w* Et, Berliner Hcmdelsacsellfchast Commerz- imd Prtvat-Pank Darrnst. und Naiionalbank Deutsche Bank. .... Deutsche DercinSbanl ■ - Dlsconio Lommandii Metallbanl • Mitteldeutsche Kreditbank . Testerreichische Kreditanstalt Weltbank ..... Bochumer Gum . BuderuS ....... . , Caro . Deuncb-^urcmbnrg Gelsenkirchener Bergwerke. Harpcncr Bergbau ... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laorahütte Obcrbedart • • • Phönix Bergbau ..... Rycinnabl ...... Ricbeck Montan........ TelluS Bergbau...... Hamburgs Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . Cheramlschc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Pbikivv Holzmann .... Anglo-Conr.-Guano .... Badische Anilin Chemische Mäher Akapin . . Goldschmidt .... Gries cimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung ....... Nütgerswerke...... Lcheideanstalt . Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ........ Mamkraftwerke Schuckcrt ..... Siemens me. Damit ist die Interessengemeinschaft Farben-InduEr-e A. G. nimmefrr cnDgültig gebiiDei. Auf eine Anfrage aus Aktionärkreifen ertoiDeric die Verwaltung, daß mit der Fusion ein Abbau Des Beamtenapparats nicht erfolgen werde, es toürDeu lediglich einige Pensionierungen vorgenommen. Das Bauprogramm hat der Konzern weitgehend eingeschränkt. Auf die Kritik des hui.Dertfachen Stimmrechts Der Vorzugsaktien erwiderte Die Verwaltung, Daß man bereits für eine Der nächsten Generalversammlungen eine Einschräntung Dieser Vorzugsrechte vorgesehen habe. Schließlich wurde Die Erhöhung Des Äamm- kapftals um 465,6 Millionen und Des Vorzugs- aktienkapitals um 3,2 Millionen auf 641.6 bxw 4.4 Millionen einstimmig genehmigt *' Massenentlassungen im staat- I i d) e n Ruhr-Bergbau. Auf Den staatlichen Zechen Der Bergwerksinspektion 3 „Bergmannsglück" unD „Westerhvlt" werden infolge schwieriger Absatzverhältnisse umfangreiche Betriebseinschrän- fungen vorgenommen. Auf der Zeche „Bergmannsglück" soll, wie bereits auf „Rheinbaben", nur noch eine Föderschicht bestehen bleiben. Diese Maßnahme erfordert die .Kündigung von Belegschaften aus elf Revieren des unterirdischen Betriebs Der Zechen. Es soll am 15. Dezember zum 1. Januar 1400 Bergleuten gekündigt werden. 'Auf Der Zeche „Westerholt" gelangen 100 Bergleute zur Entlassung. Der Betriebsausschuß Der beiDen Zechen hat gegen Diese MassenkünDigungen Protest eingelegt. In einer ' Sitzung erklärte Die Bergwerksleitung, Daß die Steuerlasten Den Betrieb unrentabel gestalteten. Auch werDe seitens Der Kommunen geradezu Raubbau mit den Steuergeldern getrieben. Der Betriebsausschuß will beim preußischen Staatsministerium vorstellig werden. ♦ Stillegung Der H a n o m a g. Wie Die Telunion erfährt, wirD auf Beschluß Der Leitung Der Hanomag im Benehmen mit Dem Arbeitgeber« verbanD der Betrieb der Hanomag stillgelegt. Verursacht wird diese katastrophale Maßnahme durch Lohnforderungen der Arbeitnehmer, die nach Angabe der Werkleitung angesichts Der allgemeinen Wirtschaftslage unerfüllbar sinD. Durch Die Stilllegung dieses Werkes werden rund 4000 Arbeiter arbeitslos. • Vorüber gehende Stillegung der Sun licht-Ges eil schuft. Die Sunlicht- Gesellschaft in Mannheim (Seifenfabrik) sieht sich wegen Des mangelhaften Absatzes gezwungen, die Hauptabteilungen ihres Betriebes ab 5. Dezember für Die Dauer von fünf Wochen zu schließen. Die Arbeiter, Die nur beurlaubt toer- r.cn, sollen einen Teil ihres Lohnes weiter erhalten. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht Des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 30. Nov. Der Wochenbeginn stand unter dem Zeichen einer zunächst abwartenden und somit unsicheren Haltung. Der Eingang von größeren Orders war wieder recht minimal, so daß eine große Anzahl führender Werte anfangs nicht zur Notiz gelangen konnte. Die Tendenz der übrigen Werte war uneinheitlich, ließ aber einen etwas schwächeren Unterton erkennen. Dies gilt namentlich für Montan- und Chemiewerte, dagegen behaupteten die sog. amerikanischen F r e i g a d e w e r t e ihren letzten Stand. Auch S ch i s f a h r t s w e r t e erfreuten sich einer günstigen Meinung. Die Zurückhaltung auf Der Mehr- .zahl Der Marktgebiete war z. T. auf Die heute erfolgten Prämienerklärungen zurückzuführen, Die am Samstag Material heransbrachten. Die Gelb- Verhältnisse lagen sehr angespannt. Tages gelb, Das jetzt über Den Ultimo läuft, stellt sich auf 10,5 bis 12 Prozent bei starker Nachfrage. Monats- gelb war sehr knapp bei 10 bis 11 Prozent. Am Devisenmarkt nahm Die rückläufige Bewegung von Warschau stärkere Formen an. Warschau senkte sich gegen Kabel auf 8,60. Die Die Bringglück aufgenommen hatten. Diese Ankündigung machte keinen großen Eindruck. Seit Jahrhunderten sind Die Störche Daran gewöhnt, vorbildliche Paare unter sich zu lehen, Die sich lieben und einander in Tod und Ge ähren beistehen. Auch Die KinDesliebe, wie fie in Dem Reiseverzicht Des hübschen Storchen- mädchens zum AusDruck kam, erregte keinerlei Erstaunen. Die Versammlung fand es ganz in Der Ordnung, daß Die jungen Störche Die alten nicht verlassen. Denen sie Geben, Nahrung unD Erziehung verdanken. Daher llapperten sie Zustimmung und riefen wie ans einer Kehle: „Hoch! Hoch?" Von Schlangenschreck angeführt, Der Störchin, die an Die Stelle^ von Bringglück trat, reifte der Schwarm ab. Für Die Drei Zurückbleibenden war das ein sehr trauriger Abend. Tagsüber war der Himmel zwar noch leuchtend und warm wie ein in Der Sonne gereifter Granatapfel, aber Die AbenDe brauten grau und feucht über beobachten, was sich besonders am SinheitS- markte Der Zndustriepapiere widerspiegelte. Maschinen- und Motorenaktien zogen weiter an. Zuckeraktien gaben etwas nach. Deutsche Renten verkehrten in unluftiger Haltung. Der Freiverkehr lag vernachlässigt. Api 0,4, Benz 26 Prozent, Growag 52 Prozent, Alfa 49 Prozent, ilnterfranfen 49 Proz. 3m weiteren Verlaufe ging vom Markte Der Schiffahrtswerte eine festere Strömung über Den ganzen Markt Die bekannten Fuftonsbestrebungen Der Schisfahrtsge'ellschasten brachten Dem Geschäft einen Impuls Am Schiff- fahrtsma.l.e nahm das Geschäft vorübergehend einen stürmischen Verlauf. Auch die anderen Märkte profitierten hiervon. Der Geldmarkt blieb von der XLltimoabteidelung völlig unbeeinflußt und behielt feine flüssige Haltung bei. Die Zinssätze sind unverändert für tägliches Geld 7,5 bis 9 Prozent, Monatsgeld 10 bis 11 Prozent je nach Adressen. Bankdiskonte 7 Prozent, Industrie-Accepte 9 Prozent. 3m Devisenverkehr war Paris mit 124,75 etwas erholt. Mailand notierte gegen London 120. London gegen Kabel 4.84' Die Reichsmark ist unverändert. Devisenmartt Berlin—Frankfurt a. M. Sei egraphtsche Auszahlung. vollfl ausgemästete Färsen höch i . > vjt- werts 48 bis 54. vollfl. jüngere 4C i 57: dürfen und Kühe, vollfl ausgemä stete Sririen höchsten Schlachtwerts 52 bis 59, vollst, ansgemä^' ■ Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 43 bis 52, wenig gut entwickelte Färsen 40 bis 51 ältere ausgemästete Kühe und wenig gut la-'ri'lte jüngere Kühe 35 bis 42, mäßig genährte yvfa. unD Färsen 25 bis 34. gering genäh’ >e .Kühe unD Färsen 13 bis 24. Kälber Fernste Mab kälber 60 bis 68. mittlere Mast- unD heft Saug kälber 50 bis 58. geringere Mag- unD gute Saugkälber 40 bis 48, geringe Saugkälber 35 bis 40. Schafe: Mastlämmer um> Ma st dämmet 45 bis 50. geringere Masthämmel und Schafe 36 bis 42. mäßig genährte Hämmel und Schafe lMerzschase) 28 bis 34 Schweine: Vollfl von 80 bis 100 Kg. 88 bis 90, unter 80 Kg. 78 bis 87. von 100 b s 120 Kg. 88 bis 91. von 120 bis 150 Kg. unD Fettschweine über 150 Kg. 88 bis 90, unreine Sauen unD geschnittene Eber 70 bis 85. Marktverlauf: Schleppender Handel, bei Schweinen ilebcrftanD Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 30. Nov. Tendenz: Uneinheitlich, überwiegend schwächer. Die Börse eröffnete Die Woche weniger Zuversicht-' lich. Anfangs war Die Stimmung schwankend und zu Abgaben geneigt. Die TenDenz war uneinheitlich und aus neue Glattstellungen überwiegend schwächer. Doch hielten sich Die Rückgänge angesichts Des geringen Geschäftes in engen Grenzen. Eine Ausnahme bilDeten Schiffahrtswerte unD Der Markt Der auslänDischen Renten, wo das Geschäft toieDer einen ziemlich lebhaften Charakter zeigte und neueKurs- st ei gern ngen erfolgten. 3m VorDergrunDe Des 3nteresses standen toieDer Türkentoerte und Ungarn. Am Montanmarkt war Die Stimmung. von einzelnen Ausnahmen abgesehen, abgeschwächt. K aliwer t e setzten nieDriger ein. Auch Chemiewerte erlitten Einbußen, während am Elektromarkte sich die Kursab- schwächungen nicht fortsetzten. 3m allgemeinen tonnte man auch heute eine feste Grundstimmung I strankkurt a.TL Berlin bdjlu ,» tiiirs l'Urc. Kur» Schtuy- Änsana hnt* i Datum: 28. 11 30 11. 28 11 30 11 5•/. TenHcbc 0.1675 n.1875 u.185 0,1875 4° o Deutsche NcichSanieche 0.17 —» 0.205 " 1975 3Deutsche Ncickisanleibe Deutsche Reichs Zuleide 0 b ,19 — 0.195 / 25 — o.w> o,j15 Deutsche Sparprämienanteibe 0.093 — 0.1075 — 4% Preuhische KonlolS • • 4° o Hessen ...... J.19 — 0,185 0.22 .19-5 3’/.% Hessen • • • — * — — 3% Heften....... 0,17 — 0 165 — Deutsche Strtb. DouavLnl. - — 91.75 — vto. Doll.-Schav-Aolreifno.'! 97,2 — 97.5 — 4°/0 Zolltürken..... 5v,o ©olbmcritaner . . < 15 8.2 7.6 — — 42 — — 2« Novbr. 30 Nov r. Amtliche Nori rung Geld Brief Amtliche Noticrunu Geld Brief Amn-:>ton Buen. Aires Brft-Aniw Christicmia. floDciibagcii Stockholm . 6elfi80for6 Italien. . London. . 9/eunort . • Doris. . . Schwei; . - Spanien • Japan . . . 'Mio de Ian Wien in D-- Left. QbQcft Prag .... Belgrad • . Budapest. . Bulgarien L'ftabon Danzia. . Konst.ntin. Athen Canada. . Urugna» 168 50 j 160,01 ;. 73 < 1,712 19 (0 ' 19.04 85.i9 , 85.61 104.32 1'14.58 112,21 112,49 10 55 । 10,59 16.91 , 16.9. JO.324 1 20.3 4 1.195 4.20 16 25 6.29 80 85 ! 81.05 59.45 59,79 1.826 i 1,830 I 591 1.593 ,9.17 1 59,31 12,415 12.46 7.415 ; 7,435 »,875 1 6,895 3.045 ! 3,05 21 4.1 21.525 60 59 80.79 2,27 , 2,28 . 5.49 5.51 4 197 4,2 7 4.285 4,295 Banknote 168.64 1.738 19,00 8.5.59 104,37 112,21 10,55 Ui,91 20.324 4.19? 16,32 . 80.86 5'1,48 ,808 1.592 59,18 12.4.' 7,425 5,877 3,015 21,275 80.59 2.269 5 49 4.197 •1.285 N. 169,06 1. >42 19,04 85,69 104,63 112,49 10,6. 16,95 20,371 4,2)5 16,36 >1,06 59,62 1,811 0.594 69,32 12.40 7,445 0,897 4,055 -1,325 80,79 5 51 4.207 4,295 Berlin, 28 Novbr | Bi-iet 98 62* 98» 100 — 102 5 IUI) 32.5 31.75 39.5 40* 62,8* 62,62* 51.4* 50 5* 6u,25 63,5 — — 73 5* 7V* 75.25* 78,5' _ 44,35 — 69 — U7,2* 114,7* — ■■ 56.5 — 114 — 115 >.* — — '19 — — — 91.26 93,25* 65,25 —■ — — 39.75* 80 74 -5* 26,25 26.5 24 9 25.25 — 2o,5 — — — Amerikanische 'JZotcn . , » , , >,192 4.202 Belgische Nöten ....... 18,91 19,01 Dönilchc Noten ....... 104,09 104.6 Englische Noten. ....... 20.282 20,382 französische Noten ...... 16,23 16 ::i Holländische Noten...... 168,25 169.07 Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Dcutlch-Oestcrr., 5100 Kronen 16,96 17,04 85.06 85 48 i8,97 59,27 Rumänische Noten...... —— — Schwedische Noten..... 111.87 113,43 Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 80,f 2 8 t. 02 59,15 59 45 12,38 12.44 Ungarische Noten . . .... 5.825 5.86 Nachdruck verboten. l. Fortsetzung. mit der Schokolade die • tv-hunn tolqt.) warnte. i Möbel Brück WB Ml 10717c rkunens^uq' Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Mond zi Ma p«lil: P|at7-V8rtrßt6r Mesern-rangholz von 25—35 cm Durchm. sowie Lhristbäumcheuverkauf. Eichenstammholz von 30—60 cm Durchm gegen Barzahlung. ßatl 5618, AWMllHdii-GcikWst Kein Laden Asterweg 48 1 new» 2 3 4 tTlarv achte beim/ tinfeauf darauf ob dasttikeWckn Giessen Brandplatz (Altes Schloss) „ und „ gewahrt wie vor nicht1 11296D sucht zum Ausschank t >res erstkl. Export- blei es Lok n e evtl, in Pacht Schriftliche Angebote unter 09o99 an den Gtestener rinzetger. n der Försterei Strebendorf sind ge' oä^t 600 - 800 ^hristbäumchen zur S .bsternte zu verkaufen. Gebote pro Stück Sie lachte ihn aus und aing mit zierlichen Tanz- schritten vor ihm her. Ähre Stimmen klangen warm ineinander. Diese Nedda, jung und tempe-- ramentvoll, keck und pikant in ihren gelben Pierreitekostüm mit dem duftigen weihen Kragen» den schwarzen Pompons auf Brust und Schuhen und der spitzen Mühe, unter der das gepuderte Haar herausquoll, rih alle mit. Die alten Herren in den Orchestersesseln liehen die Operngläser ntcht von den Äugen. Die jungen Mädchen zitterten für diese leichtlebige Nedda, die den großen Menschen auslachte, während er vor Liebe zu ihr zu sterben drohte. 'Bewahr deine Schwure, sag sie des Abends her . . Es machte ihr Freude, ihn in dieser tölpelhaften Bolle zu knechten, seine großen Hände reckten sich nach ihr aus. ,Du bist die Tugend selbst, du bist die Beine, die Keusche, bist weih wie Schnee, der frisch gefallen. Mögst du so bleiben — ein Beispiel allen, an das Verleumdung sich nicht wagt . . ." Es hatte ihr noch nie so voll Verachtung geklungen. Man wußte in der Tat nicht mehr, ob sie da n^ten spielten oder nur ein Spiel täuschten. Der Beifall umbrauste sie, als der Vorhang sich senkte. Franziska war wie betäubt, sie hörte, daß sie gerufen wurde, verbeugte sich vor dem Vorhang, fühlte, dah Sie- phansberger sie bei der Hand nahm. Damr verlieb sie das Theater wie auf einer Flucht, warf sich in einen Wägen, sie wollte niemand mehr sehen. Sie kam nach Hause, warf sich im Dunkeln auf ihre Chaiselongue und drückte den heißen Kopf in die seidenen Kissen. Etwas in ihr war verändert. Sie war auher sich, als ob sie eine Schuld begangen hätte. Boch im Dann des Schreckens, fühlte sie ihre Wangen brennen und ein Hämmern in den Schläfen, sie blickte um sich. Das Licht im Zimmer fiel durch eine Laterne, welche an der Haustür angebracht war, schräg herein, die Formen der Möbel verloren sich im Halbschatten, der große vergoldete Beger Franziska. Roman von LieSbet Dill. diese Zeitung hielt war ihr persönlicher Bachlässigkeit keinen jetzt zu stolz, um sich winden, nachdem er DerrvaHungsdirektion der Medizinischen, Frauen- und Hautkliniken. 11312D Medizinische Filmwochen Ab Mittwoch, 2 Dez., abds. 7 Uhr, findet regelm. jeden Mittw im Gr Hörsaal der Frauenklinik die Vor* Itthrnng m?dixin. Filme nach d Dr. v. Rothe’schen Aufnahmeverfahren statt. Karten f. Aerzte. Studierende und Interessenten bei: Dr Wolfs Meyer, Univ -Buchhdlsr.Seltersw. 89. Hausverwalter Ritter, Uinversität, Lud wipfstr.,Portier d. Frauenklinik. Eintrittspr.: einzel 75 Pf., Monatskarte 2.— Mk 11297D Vergebung. Die Füllung des Eiskellers der unterzeichneten Anstalten soll vergeben weiden. Die Lieferungsbedingungen sollen auf dem Derwaltungsbureau eingesehen werden. Schriftliche Angebote sind bis zum Erösfnunqstermin, Donnerstag, den 3. Dezember 1925, mittags 12 Ahr, einzureichen. Giehen, den 30. Bovember 1925. Preiswert Kulant Bequeme Teilzahlungen Markus-Gemeinde Mittwoch, 2. Dezember, abends 8 Uhr Markusfaal: Vortrag mit Lichtbildern «Repetent lic. Lauttt über „Sic Welt- kouferenz für vrakt. Christentum in Stockholm". Jedermann herzlich einne- laden. Eintritt frei. 112991) XW Unserer heutigen Gesamtauflage licot ein Prospekt der betannien staatlichen Lotterie-Einnahnie Dinkelmann, Worms, über verschiedene Votierten bet. 11286ss luirechr, rvenrv i>otv 2C*Schtinck&Ge ® Kombiuxfr UMWMlM ^aÄuWen ■iU5itfithiiie stilrein u.melsweri öle Brühl W 'tilg Druaecei. H. Longe. Giesen. Sdjuiffr 7 j, ff d truql: rnals Vorkommen könne. Sie knitterte das Blatt zusammen, sie wuhte, auch Fred. Der Kritiker Feind, sie hatte ihm. aus Besuch gemacht und war erhoben. Giehen, den 28. Bovember 1925. , ögl. Inhaber eines Jnaenieurbureautz von einer der alieft und ieistungSs Kühl- masch.-Aa rtten gesucht. Sero, unter Ausgabe von Reser, unter 11290b an den Gienener Anzeiger. nachträglich dazu zu über» ihr immer solche verächtliche Kritiken schrieb und sie zu ungunsten der Ebenhausen verglich, die bei ihm im Hause verkehrte und ihn zu ihren Diners einlud. Merkwürdig, dah der Doktor der einzige war, der 30 s 450 451 ., 600 601 „ 1000 mehr als 1000 „ ,,5 _ Zählermiete wird nach TAhMchtr-HMNgsinniiiiii Giksikk. Die neuen Bichtsähe können ab Montag , den 30. November, bei Kollege Laichtnger, Wilhelmstrahe 49, in Ernp. fang genommen werden. Preis 30 Pf. Ab Mittwoch den 2. Dezember, werden dieselben zuzüglich 10 Pf. Grhebungs- gebühr zugestellt. 11311D Der Vorstand. Donnerstag. 3. Dezember 1925, abends 8'/, Llhr, im Hvrsaai des Phys. Inst., Stephanftrahe 24: 1. UtiHiMr-Vertu Herr Dr. Bergmann vom Phys. Inst, der Universität Marburg: Oeher iie WM Äff kurzen Wellen 2. Lautsgrgcheriiachschau. Gäste willkommen. 11305D reichen. Bis 15 Dezember 1925 müssen die Bäumchen geschlagen und weggebracht | fein Nähere Auskunft erteilt Förster; Bichtberg, Strebendor', und die unter» zei nete Stelle otorndorf. den 28 November 1925. Hessisches Forstamt Storndorl. 113O7D Graöe SGlnihwaren-Verslßigerurg. Mittwoch, 2. Dez. 1925, von 9 Uhr vormittags ab versteigere ich im Löwen, Neuenweg in Giehen, gegen Barzahlung a) zwangsweiie: ca. 300 Paar Herren», Damen» und Kinderstiefel, rindslederne Schuhe, Jagd» und Touristen stiefel, Sandalen, 1 großen Ladenschrank, 2 Ladentheken. t>) auf Antrag des Konkursverwalters: einen grohen Posten verschied. Creme, Schnürriemen, Pantoffeln, Hausschuhe, Kinderschuhe, Turnschuhe u. v. a. Die Versteigerung findet bestimmt statt And wird evtl, nachm. 2 Uhr fortgesetzt. Dern Gerichtsvollzieher in Giehen •l8c Steinstrahe 13. Richtung, als daß sie für die Kaiserin Elisabeth, die Schönheitsfanattkerin, schwärmte, die anderen Fürstinnen unterschi^» sie voneinander nur nach ihren Toiletten und Frisuren. „Ich bin, wenn ich die Zeitung öffne", sagte Hasse, .sicher, in etwas langweiliger, aber guter Gesellschaft zu sein, was ja meist Hand in Hand geht. Aber du weichst mir aus, ich habe noch keine Antwort." „Du muht dich daran gewöhnerr," sagte sie endlich „daß ich euch etwas Vorspielen muß. Der Mensch mit dem man zusammen spielt, ist mir gleich, aber wenn er auch einmal zupackt — ihr Männer seid ja leicht entflammt —, dann mach mir keine Dorwürfe, darin bessere ich mich auch nicht, denn was du Bessern nennst, wäre für mich und meine Kunst Vernichtung." Er kam zu ihr und nahm ihre beiden Hände. Er atmete schwer, es arbeitete ein Kampf in seiner Brust, etwas warnte ihn davor, diesem Gefühl Franziskas nachzugeben, und er fühlte zugleich, daß ihm die 5>änbe hier gebunden waren. „Sei mir nicht bös, wenn ich immer nur dich sehe, der Gedanke verfolgt^, mich, daß, dir irgend etwas zustohen könnte, "ich möchte dich behüten, dah du dir nicht weh tust, dah dein Bvcksaum den Bodenstaub nicht beimhrt, oh, könnte ich's nur! Entgleite mir nur nicht! — Franziska!" Sie sahen am Feuer, und sie strich mit ihren Händen leicht über sein zerwühltes Haar, sie fühlte den Sturm in seiner Seele und sah den Kampf, der seine Brust ^erarbeitete, der sein Herz pochen lieh wie einen Hammer, sie hörte die tickende Uhr nicht mehr, sondern nur dieses starke Klopfen seines Herzens. „Ich ber* lange nur eins von dir, Franziska", sagte er schweratmend, „sei wahr zu mir. Ich vertrage alles von dir, aber sei wahr, versprich mir !^rs. Ich eigne mich nicht dazu, mich belügen zu lassen!" Franziska hatte dies alles ihm schon so oft versprochen, doch etwas in ihm verbot ihm, ihren Worten Glauben zu schenken. Er fühlte, daß Franziska selbst fest an ihr Versprechen glaubte, sie war ehrlich bis auf den Grund chrer Seele, aber es lag etwas in ihren von langen Wimpern verschleierten Augen, bas ihn jedoch Quieta können Sie täglich auf den Kaffeefisch bringen. Jeder hält ihn für reinen Bohnenkaffee. Durch seine Ausgiebigkeit ist er nicht teurer als bester Malzkaffee, obwohl er Bohnenkaffee enthält. Qulda 0e[bmtt26o/o Vohnenkaffee'/rPid.» _______________Vakek 80 Ma.__________________ Oeffentliche Mahnung. Das 4 Ziel der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz für die Stadt und den Kreis Giehen für 1925 wird mit Frist bis 9. Dezember 1925 gemahnt. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Bei» treibung, wobei die vorgeschriebenen Kosten erhoben werden. Die Zahlung von Verzugszuschlägen wird durch diese Bekanntmachurg nicht berührt Giehen, den 30. November 1925. __________Stadtkaffe Giehen. 112958 Bekanntmachung Der Gaspreis wird mit Wirkung der nächsten Zählerablesung auf 20 Pfennig je cbm und der monatliche Mindestverbrauch auf 2 cbm herabgesetzt. Bei einem monatlichen Verbrauch von ' 151 bis 300 cbm wird 1 Pf. Nachlaß, «chm in seiner Vergoldung einen eigentümlich roten Schimmer an, auf bet Straße klangen die Geräusche rascher Schritte und Stimmen, die sich im Nebel verloren. Warum hatte sie nicht die Kraft gehabt, ihn zurückgestoben, warum nickt wie sonst inS Gesicht gelacht! Dieser einzige Augenblick, da sie sich seinen Armen überlieh, gab ihm ein Becht über sie. Wie im Traum fühlte sie es, fühlte das Zittern noch, das seinen Körper durchlief, sein heiher Atem wehte auf ihrem Halse, seine Hände umfaßten ihre Knie wie Klammern, sie wußte nicht mehr, was s ie getan zwischen Spiel und Wirklichkeit. Sine unbegreifliche Schwach« erfaßte sie, sie fühlte sich erschüttert, machtlos, besiegt. Ihr Zorn verblahte allmählich sie fühlte sich wie im Traum hinschwinden, sie schliess ein. Doch das heiße, bleichgeschminkte Gesicht drängte sich zwischen sie und Hasse, immer sah sie nur den anderen, so sehr sie sich wehrte, er tarn und nahm sie in seine Arme und trug ste fort. Achtung! Geschäftsleute! Am 2., 3. und 4.Dezember 1925 findet eine Lokal-Ausstellung nebst Vorführung der neuesten Modelle von National-Registrierkafsen im HotelMeftaurant Bayerischer hos Bahnhofstraße 43, statt - Geöffnet täglich von 8 bis 7 Uhr Seo Obermann, Gießen, Seltersweg Sl^l des Anfalls find mit der Aufschnft Tamvfiäaewerk und Holzsiandluna „Christbaumchenverkouf bis 7. Dezember Bürbach i. Wests. 11301D 192-, mittags 1 Uhr, bei uns eingu» ■-----------------------------—------ ihr bre Stange hielt, er muhte ein feines Witterungsvermögen haben, dieser vielgehahte Mann, der sich nicht bestechen ließ, ilnb plötzlich kam es wie wildzuckende Freude über sie: sie hatte mit ihrer Nedda ein Stück ufciter getan, sie hatte auf einmal wieder Mut zum Leben, zum Spielen, zum Darstellen, und sie ging gleich ans Klavier und probte die Bolle noch einmal durch. Sie spielte, ohne eine Pause zu machen, bis zum Abend, als Hasse eintrat . . „Was war denn das in der Szene mit dem Stephansberger?" sagte Hasse, als sie beim Kaffee saßen. Gr sagte e£ ruhig, abwartend, und in seinen grauen Augen flackerte es leicht. Sie kannte den Ton, der tarn immer vor dem Sturm. „Ach," gab sie, den auflodernden Augen begegnend, ruhig zurück, „das ist nun einmal dem Stephansberger seine Art." Sie zuckte die Achseln und schob ihm den Aschenbecher hin. „Eine merkwürdige Art, seine Bolle zur Unterlage zu benutzen", sagte er. Es entstand em Schweigen, schwül und eng schien beiden die Luft in dem Zimmer. Franziska ging auf den Ofen zu, dessen Tür sie öffnete. Sie stemmte den Fuß gegen den Rost. Ich will dir was sagen, Fred, die Sachen, die da unten auf der Bühne geschehen, sind manchmal nicht so korrekt, dafür ist es das Theater, wir sind schließlich keine Marionetten, und manchmal schäumt das Gefühl über, Temperamentswallungen haben sie alle, auch ich - . „Franziska —" „Ja, laß mich reden, denn toemi ich die nicht hätt', schau", sie breitete die Qlgne aus und sah ihn an, „bann toürf ich mich nm besten in den Weiher dort drüben —“ „Warum ins Wasser? Warum Vernichtung?" unterbrach er sie, ihren Kopf, der vor dem Hellen Feuer in seinen scharfen .Umriffen sichtbar ward, betrachtend wie etwas Dunkles, Fremdes, das er nie gesehen. „Warum hältst du diese fade Zeitung, die gar keine Meinung haben darf?"' „Weil ihre politische Bichtung die meine ist", erwiderte Hasse. Franziska zuckte die Achseln. Politische Bich- tungen waren ihr fremd, sie hatte keine andere Selten günstiges MMqM Mantelstoffe, in vielen Färb sortiert,.....m von Mk 5.50 an Popeline, r. Wolle, m v. Mk. 2.95 an Rips.r Wolle, 130cm br. v. Mk. 7.25 an Kleider- u. Blusenstoffe, r. Wolle, mod. Färb., m v. Mk. 2.60 an Außerdem gewähre ich auf Damen-Konfektion 15% Rabatt! Damen-Wäsche und Trikotagen in großer Auswahl u. preiswert R.Zwetschkenstiel Als ihr am anderen Morgen die Jungfer ~' * ’ Zeitungen ans Bett brachte, zitterte ihr die Hand, als sie die De>> sprechungen durchflog. „Diese junge Künstlerin hat noch viel zu lernen," schrieb der Doktor, „aber daß sie etwas kann, hat sie un8 gestern abend bewiesen, was sie uns gab, war echt, war Leben . . was kann man eigentlich mehr verlangen?" Die anderen Kritiker, welche stets schrieben: „Herr Wohlgemut war ganz an seinem Platze", tadelten ihr unausgeglichenes Spiel, und besonders wurde sie wegen dieser Ausschreitung, dem Peitschenhieb, zurechtgewiesen, es sei eine Geschmacklosigkeit, die einer Ebenhausen nie- [Empfehlungen | Sämtliche AM 3ur9ou5fd)lai!)tetei liefert gut und preiswert u,0*a HM Driesch SelterSroeg 70. j Vereine | loltocMiile. Morgen Dienstag, abds. 8 Uhr, imGrofienHör- faal der Uni- verfitat: L. S Meyer- Abend Karten zu Mk 1 —; für Mitglieder des Berems Bolkchoch» icbule, Hörer und Studenten Mk. 0.50 q. d. Abendkaffe. tta*c ~ RciWmkr LchMMGld Gießen In uns. MonatS- versammlung am Dienstag, L Dez. 25, abends b*/« Ubr, tm gv. Saale d. Gewerk- fchaitshaufes.Schan' renstrasie, wird Herr Univ.-Prof. Dr. phil. .Koffka üb. „Das politische Nordamerika“ sprech. Anschi Aussprache. Wir laden zu dies. Bortraae sämtliche Revitblttanertnnen und Republikaner böfl ein. "•8HD Dio Ortsveewallnng. Für die Bezirke Grimberg, Vnitbnd) u. Vtcbie ein in diesen '•Beurteil ansässiger Bettelet gefutfit. Teiizahlg. - Br anche Allererste Fabrik. Berkaussftelle wird eotL eiliger. P ov u. Spesen. Schr Anaeb. u. 111931) a b. G.Anz. Tüchtiger Bäckergeselle dec als Schlesier am Damvfofen bereits allein gearbeitet bat, sofort gesucht. Meldung Montag abend bei Schlick. Löberstr. 7. (09004 Tnchlige IWe» sofort gesucht. «** Kaiser-Magazin Seltersweg 2. IieniliMllieii gesucht. 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