or *MER auf r^TE AN Nr. 75 Erst« Blatt (75. Jahrgang Montag, 30. Marz (925 Erscheint täglich, außer S»ex» unb Feiertags. Betlegew: •iefcrwer^a fntlienb littet Heimat im Bild. ■•eetS'Beir^sprtls: 2 (Bolbmark v 20 Gold» Pfennig für Träger lohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fer nsprech'Anschlass«: Lchristleitung 112, Verlag undGefchäftrstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten »nzeigerGiehe». poNlchecklonte: ßt«,N»N e. M. um. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen vntck vnv Verlag: vrühl'fche Univerfttätr-Vuch- und Sleinöruderei R. Lange in Sietzen. 5chrif1leitung und Seschäftrftelle: §chnlttratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tageonummer bis zu» Nachmittag vorher ohnejedeDerdtndlichkei^ Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne- nlame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Pl^tzvorschnjt 20" .Auf» schlag. - Beranrworilich für 'Politik u. Feuilleton: l)r Friedr Wilh Pang«; für den übrigen Teil: Ernst Diumschein: für den Anzeigenteil: Han» Bcd^ sämtlich in Gießen. 3151« SHAÜSES erung» tiSE 2-4 pF rader schlnen // fitrifugen Ä- ^Damm istr.lO::T£24O4 IVerkauf lilien jeder Art Tholz inb Sieler 3-25 mm clbtettct, foaie 3w unb Vielen In allen ritten, BEw imd iftm in aUtn klärten bet Station. 2196c L To., Sieben bon H9. Ölindustrie NVIII. den-Gieflen idet 1904 "c -yphons Wei WleU ekömmlim 88*8 KinßofMebensorh6iu Entsteine t und billigst, ®n> Gießen her ,659- 1860c 46249 i 9 9 Der Kulturfampf in Frankreich. Die Aushebung der französischen Vertretung beim Vatikan und die <8 i n- führung der Laiengesehgebung im E l s o ß hat dem Feldzug, den de Tastelnau gegen die Regierung Herriol im ganzen Lande in Szene gefetzt hat, neue Nahrung zugeführt. Die Kar» 5 i n ä ! e Frankreichs haben den Kamps mit einem Manifest eingeleitet, in der die Laiengesehgebung al- ein Machwerk des Leusels bezeichnet unb der schärfste Kamps gegen das herrschende System angekündigt wird. Sie verlangen in dem Manifest, daß auf allen Gebieten und in allen Le.len des Landes dem Laiengedanken und Femen Prinzipien der Krieg erklärt werde, biS zur vollständigen Abschaffung der Gesetze, die daraus hervorgingen. GS habe keinen Zweck, ihre Abschaffung auf friedlichem Wege durchführen zu wollen. Unb im Elsaß hatte der Bischof von Straßburg gegen die Ginführung der Laienschule einen Schulftreik ungeordnet, der auch in den ländlichen Orten von der Mehrzahl der Bewohner befolgt wurde, in den Städten aber weniger Anklang sand. Und letzten Endes haben sich doch die Katholiken in Colmar, derentwegen eigentlich der Streik verkündet war, bereit gesunden, die Einführung der Laienschulen anzuerkennen. Allerdings scheint sich die Slsässer Bevölkerung damit beruhigen zu wollen, sie sucht jetzt durch zahlreiche Eingaben au erreichen, bah besondere katholische Klassen eingerichtet werden. Wil welchem Erfolge, das bleibt ab» zuwarten. Die Debatte in der französischen Kammer hat zwar die Stimmung im Elsah zum Ausdruck gebracht, aber auch gleichzeitig gezeigt. dah die Kammer nicht gewillt ist, den Forderungen des Elsah in allen Punkten nachzugeben. Man sieht also, dah in Frankreich der Kulturkampf auf der ganzen Linie ausgebrochen ist, und daß der Riß zwischen der geistlichen und weltlichen Macht, zwischen Kirche unb Staat augenblicklich kaum überbrückbar erscheint. Ob aber aus diesem Kulturkämpfe eine neue ka - tholis che Partei, ähnlich der Zentrums- Vartei in Deutschland, hervorgehen wird, scheint weniger wahrscheinlich, obwohl im ganzen Lande eifrig Propaganda dafür getrieben wird. Die Hauptprvpagandisten für diese neue Partei find die katholischen Abgevrneten des Elsah, die scheinbar damit ihren Gntfluß in der französischen Kammer zu stärken versuchen. 3n Frankreich liegen aber die Voraussetzungen für eine solche Sammelpartei nicht günstig. Bei der Lagerung der französischen Parterverhältnifie wird es kaum gelingen, einfluhreiche katholische Parlamentarier für den Gedanken zu begeistern. GS ist immerhin bezeichnend, dah zum Beispiel kein grvheS Blatt, mit Ausnahme der „Action Francaise". die royalistische Tendenzen verfolgt, das Vorgehen der Kardinale unterstützt. Frankreich ist zwar in feiner überwiegenden Mehrheit katholisch, aber alle politischen Ansprüche der Kirche werden von einer grohen Mehrheit zurückgewiesen. Unb daran müssen auch schließlich der Kulturkampf und eine französische Zentrumspartei scheitern. Herriot zur Sicherheitsfrage. Paris, 28. März. (WTB.) Der Senats- a u S s ch u h für Auswärtiges hat an den Ministerpräsidenten die Frage gestellt, welches die augenblickliche Stellungnahme der französischen Regierung zu den verschiedenen in Europa schwebenden Verhandlungen sei. Der Ministerpräsident erwiderte, cs seien Probleme aufgeworfen toneben, die die französische Regierung mü der größten Aufmerksamkeit prüfe. Cs sei nötig, zu erklären, dah die französische Regierung niemals den Abschluh eines Sicherheitspaktes ins Auge fassen könne, der auch nur im entferntesten die Rechte und Interessen der Alliierten Frankreichs ohne ihre Zustimmung antaste. Was Polen anbetreffe, habe niemand daran gedacht, die im Versailler Vertrag festgesetzten Grenzen zu verleugnen oder sie auch nur zur Diskussion zu stellen. Jeder neue schiedsgerichtliche Pakt könne weder eine forcierte Abänderung noch eine nutzlose Bestätigung dieses Vertrags sein. Gr könne nur einen Zusatz zu diesem Vertrag bilden. An dem Tage, an dem Polen diese Ergänzung für nützlich für seine eigene Sicherheit Ijalte. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund bleibe immer noch die wesentichste Vorbedingung für jedes Defensivabkommen. Ohne Verpflichtung des Versprechens irgendwelcher Art bleibe die Regierung den französischen Gedanken getreu und fahre fort, alle Lösungen zu prüfen, die ihr irgendwelche Aussichten zu bieten scheinen, den dauerhaften frieden in Europa zu sichern, ober unter restlosem Respekt vor den Verträgen. Frankreich finde bei seinen Alliierten gleich.' Ansichten und die Versicherung einer Mitarbeit, die auch nt der Zukunft das Werl der Vergangenheit fortfefce. Poincarss neue Hetzpropaganda. Paris, 30. März. (Täl.) Sn einer politischen Versammlung anläßlich der Enthüllung eines Kriegerdenkmals in Dar-- Ie-Duc hielt P o i n c a r 6 seine erste diesjährige öffentliche Rede. Die durch die deutschen Sicher- heitsvorschläg-e und die Stellungnahme Englands qeschaffene Lage, so erklärte er, sei besonders fär Frankreich 'änderst schwierig. Eine L ö f u n g der Eicherheitsfrage müsse unter allen älm- ftänben gefunden werden, doch sei sie keines- Die Neichspräsidentemvahl. Unentschiedener Ausgang des ersten Wahlganges. Berlin, 30. März. (MTB.) Das dor- lauf-ge amtliche Ergebnis der Reichspräsidenten- Wahl (bis 4 Uhr morgens) ist folgendes: Abgegebene Stimmen: 26 812 537, Wahlberechtigte: 38 980 000. Davon entfielen auf: Braun 7 785 678 (7 880 963) Held 1002 278 (1 392 097) Hellpach Jarres Ludendorff Marx 1 565 136 10 387 523 284 471 3 883 676 (1 917764) (10 725 084) (906 946) (4 091 636) Thälmann 1E69 553 (2 700 345) Der Prozentsatz der abgegebenen Stimmen bon der Zahl der Wahlberechtigten von 38 980 000 betrug demnach 68,75 Prozent. Rach den dor- lausigen amtlichen Ermittlungen des Reichswahlleiters hat fein Anwärter die Hälfte der abgegebenen Stimmen aus sich vereinigt, ein zweiter Wahlgang ist daher erforderlich. Die Meldungen aus dem Reich, die früher als man erwartet hatte, eine Uebersicht über den Wahlausgang gestatten, lassen erkennen, dah k e i- nem der Kandidaten derSiegbcschie- den war. Ein zweiter Wahlgang ist also erforderlich. Bemerkenswert ist, dah die Zahl der Splitter stimmen verschwindend gering ist. Der Wahlaussall zeigt ferner einen starken Rückgang der Anhänger der ertremen Richtungen aus der ganzen Linie. Die Ziffern bestätigen die ersten Eindrücke, dah die Wahlbeteiligung um fast 10 Prozent geringer war als bei den letzten Reichslagswahlcn. Sie betrug faum mehr als 65 Prozent. Die Wahlen sind überall störunMos unb mchig verlaufen. Die Wahl Müdigkeit, die Ueberzeugung von der Ergebnislosigkeit des ersten Wahlganges unb schliehlich auch das in den meisten Teilen Deutschland herrscheirde regnerische und kalte Wetter mochte die Wahlmüdigkeit herabgeminderl haben. Die Einzeleraebnisse. , Norddeutschland. Wahlkreis 1: Ostpreußen. Braun 226 844, Dr. Held 2917, Dr. Hellpach 32 735, Dr. Jarres 548 992, Ludendorfi 11 329, Marx 68 546, Thälmann 45 106, Sonstige 2058. Wahlbeteiligung 71,75 Prvz. Ungültig 3323. (Amtliches Endergebnis.) Wahlkreise 2, 3, 4: Groß-Berlin. Braun 749 870, Dr. Held 2797, Dr. Hellpach 262 014, Dr. Jarres 766 818, Lndcndorfi 9190, Dr. Marx 108 261, Thälmann 305 787. Wahlkreis 34: Hamburg. Braun 214,257, Held 1551, Hellvach 74 686, Jarres 216 073, Ludcndorff 4735, Marx 12113, Thälmann 67 577. (Endergebnis.) Wahlkreis 13: Schleswig-Holstein. Braun 231 688 (232 382). Held 1863. Hellpach 41835 (66 561), Jarres 373 860 (369 560), Luden- dorfi 5428 (20 4331. Marx 10 306 (8186), Thäl- mann 37 144 (51 643). (Endergebnis.) Wahlkreis Pommern. Braun 214 393, Dr. Held 2784. Dr. Hellpach 26 753, Dr. Jarres 528 833, Ludendorsf 10857, Marx 10924, Thälmann 33 416. Wahlkreis 14: Weser-Ems. Braun 172 923, Dr. Held 5566, Dr. Hellpach 41 265. Dr. Jarres 226 793. Ludendorsf 4912. Dr. Marx 127 638, Thälmann 19 096, ungültig 1739 (amtliches Ergebnis). Ostdeutschland. Wahlkreis 5: Frankfurt a. d. O. Braun 226 582. Dr. Held 1901, Dr. Hell- pach 27 641, Dr. Jarres 437 633, Ludendorff 6684, Marx 51 267, Thälmann 2377. Wahlkreis 7: DreSlau. ‘Braun 314 715, Held Hellpach 33 361, Jarres 354 105, Ludendorfi 5437, Marx 167 245, Thälmann 18 563. Wahlkreis 8: Liegnitz. Braun 203 806, Held 1644, Hellpach 59 162, Jarres 239 903. Ludendorfi 2886. Marx 48 331, Thälmann 11617, Sonstige 893. (Amtlich.) Wahlkreis 9: Oppeln. Braun 46 400, Dr. Held 2000, Dr. Hellpach 8900, Dr. Jarres 144 000. Ludendorfi 4000, Dr. Mcu-x 220 000, Thälmann 45 300. Mitteldeutschland. Wahlkreis 28: Dresden-Bautzen. Braun 366 076, Held 2001, Hellpach 88106, Jarres 396 067. Ludendorff 5034. Marx 17 556, Thälmann 36 622, zersplittert 642 (amtliches Endergebnis). Wahlkreis 29: Leipzig. Braun 274 235. Held 16 997, Hellpach 44 234, Jarres 265 701, Ludendorsf 4218, Marx 6410, Thälmann 67 310. Wahlkreis 30: Chemnitz. Braun 292 933, Held 2308. Hellpach 37 301, Jarres 360 615. Ludendorfi 14 226. Marx 7394, Thälmann 99 928 (amtliches Ergebnis). Wahlkreis 11: Merseburg. Braun 143 420, Dr. Held 1468. Dr. Hellpach 33 180. Dr. Jarres 334 696, Lrrdendorsf 8455, Dr. Marx 10950, Thälmann 136 896, sonstige 446, ungültig 4732 sämtliches Endergebnis). Wahllreis 12: Thüringen. Braun 305 355, Dr. Held 2200, Dr. Hellpach 42 152, D . Jarres 495 412, Ludendorsf 15 808, Dr. Marx 47 294, TyäunaNn lOODv-t (aogegeoeu 1000 351, amtliches Endergebnis! Wahllreis 10: Magdeburg. Braun 347 596. Dr. Held 1493, Dr. Hellpach 37 907, Dr. Jarres 409 964. Ludendorsf 6448, Dr. Marx 17 375, Thälmann 38 678. Wahlkreis 16: Südhannovec-Draunschweig. Braun 339 304 (361 764). Held (Welfen) 35 948 (122 072), Hellpach 36 971 (49 844) Jarres 386 565 (330 570), Ludendorff 8723 (34 018), Marx 53 146 (53 048), Thälmann 28 576 (46 857). Rheinland. Wahllreis 17: Westlalen-Rord. Braun 227 913, Dr. Held 3771, Dr. Hellpach 22 444, Dr. Jarres 267 994, Ludendorfi 6860, Mai x 379 839, Thälmann 41713, Sonstige 1935. (Amtliches Endergebnis.) Wahllreis 18: Westfalen--Süd. Braun 320 766, Held 3024, Hellpach 53120, Jarres 320 276, Ludendorsf 8043, Marx 349 096, Thälmann 108 138. (Endergebnis.) Wahlkreis 21: Koln-Aachen. Braun 142 960 Held 3C59. Hellpach 25 659, Jarres 141 497, Ludcirdorfi 5330. Marx 435 476, Thälmann 52 845, Sonstige 2015. (Vorläufiges Ergebnis.) Wahllreis 21: Koblenz-Trier. Braun 57 978 (59 568), Held 2576, Hellvach 11 464 (17 451), Jarres 100 199 (115250), Ludendorfi 3990. Marx 282 740 (310 807), Thälmann 12 413 (22 887). (Endergebnis.) falls auf der Grundlage der deutschen Vorschläge zu finden. Ein Sicherheits-- pakt, wie ihn Deutschland und auch England anstreblen. dürfe Frankreich nicht zur Abrüstung verleiten, da Deutschland trotz alledem eine ständige Bedrohung für Frankreich sei. Deutschland verlange jetzt die Rückgabe von Landstrichen (?). die durch den Versailler Vertrag Polen zugesprochen wurden. Wenn die Verbündeten versuchen sollten, Deutschlands Ansprüche durch teilweise Zugeständnisse zu befriedigen. würde die Anmaßung der Deutschen wieder bis ins Unermeßliche wachsen (!)._ Die Llnterschrist Deutschlands würde nicht die geringste Gewähr bieten, da sie unter einem Vertrag stehen würde, ber nur einen Teil dos Versailler Vertrags bedeute. Wenn Deuischland eines Tages mit ober ohne russische Hilfe Polen aufteilen und Oesterreich einverleiben würde, käme es zu einer Machtstellung in Europa, die als nächsten Schritt die Eroberung der ftanzösischen Grenz- prvvinzen nach sich ziehen würde (!). Solange Deutschland, schloß Poincare, die vollständige Abrüstung verweigert (?), dürfen wir nicht unsere Verteidigungsmittel einschränken. Anser Leben steht auf dem Spiel (!). Die 26°/oige Heparationsabgabe London, 30. April. (T. U.) Zu dem Abkommen zwischen dem deutschen und dem englischen Schatzamt und dem Generalagenten für die Reparationen über die 26prozentige Abgabe glaubt der „Obseroer" trotz des Schweigens der amtlichen Stellen folgende Einzecheiteu mitteilen zu können: In der Zukunft werde der Gegenwert der 26- prozentigen Reparationsabgabe für die deutsche Ausfuhr nach England direkt an die englische Regierung in einer Pauschalsumme monatlich bezahlt werden. Der zu zahlende Betrag werde aus der tatsächlichen Einfuhr der vorausgegangenen Monate berechnet werden. Das sei eine große Erleichterung für den englischen Handel. Früher sei es üblich gewesen, daß der englische Importeur die Abgabe an die englische Regierung zu zahlen hatte, und daß er diesen Betrag von dem an den deutschen Importeur zu zahlenden abziehen konnte. Eine weitere wichtige Bestimmung in dem Abkommen sei die, kraß in Zukunft die 26prozentige Abgabe durch die Bücher der Reparationsabgabe laufen werde, und zwar als Reparationszahlung in Form einer Sachwertleistung, obwohl sie in bar bezahlt werde. Die Bedeutung der Bestimmung treffe nur die englische Regierung. Da die Form der Erhebung geändert sei, so betont das Blatt, sei es für die englische Regierung notwendig gewesen, die formelle Zustimmung des Generalagenten einzuholen. Da die englische Regierung nunmehr dem ganzen Abkommen zugestimmt habe, so könne man schlußfolgern, daß die Vorbedingungen erfüllt worden seien. Derfassungskonsttkt in Oldenburg. Oldenburg, 30. März. (WTB.- Die oldenburgische Regierung veröffentlicht eine Bekanntmachung, die sich gegen die Absicht der drei Parteien der Weimarer Koalition wendet, trotz der Auflösun g des Landtags durch die Regierung am 31.März eine Landtagssitzung abzuhalten. Das aatsministe- rium macht darauf aufmerksam, da > alle Handlungen und Beschlüsse des aufgelösten Landtags verfaffungswidrig und nichtig seien. Wie die .Oldenburgische Landeszeitung" meldet, wird trotz dieser Bekanntmachung die Mehrheit des Landtags am Dienstag zu einer Tagung im Landtagsgebäude zusammentreten. WahllreiS 22: Diisieldorf-Ost. Braun 160 318, Held 2225. Hellpach 24 554, JarreS 296 495. Ludendorsf 7280, Marx 227 045, Thälmann 152 039. Wahllreis 23: Düsseldorf-West. Braun 115 727, Dr Held 2488. Dr. Hellpach 13 374, Dr. Jarres 174 922, Ludendorfi 4914, Dr. Marx 304 311, Thälmann 67 482, sonstige 423, ungültig 4080. (Vorläufiges amtl. Grgebnts.) Südwestdeutschland. Wahllreis 19: Regierungsbezirk Kaffel-Hefsen--Raffau. Braun 347 699, Held 4025. Dr Hellpach 80 433, Di Jarres 383 812, Ludendorfi 8454. Dr. Marx 189 305, Thälmann 43 898, zersplittert 811. (Amtliches Ergebnis.) Wahllreis 33: Hefsen-Darmstabt. Braun 210 534, Helb 1686 Hellpach 42 535, Jarres 188271, Ludendorfi 3272, Marx 98 491, Thälmann 20998. WahllreiS 31: Württemberg. Braun 206 226, Dr. Helb 3957, Dr. Hell- pach 136 783, Dr. Jarres 348 347, Ludendorsf 8985, Dr. Marr 241 359, Thälmann 56 465. WahllreiS 32: Baden Braun 193 489, Dr. Held 3740, Dr. Hellpach 38 087, Dr. Jarres 241 345. Ludendorsf 6513, Thälmann 39197, zersplittert 1291, Bayern. Wahllreis 24: OberbaherwSchwaben. Abgegebene Stimmen 843 016 (1 167 007). Davon entfielen auf: Braun 182 302 (207 859), Held 368002 (452 337). Hellpach 21 122 (33 513), JarreS 198 772 (334 209), Ludendorsf 33 807 (55 779), Marx 11 375, Thälmann 25 351 (70 580). Wahllreis 25: Riederbahern-Oberpfalz. Abgegebene Stimmen: 341 373 (561 615). Davon entfielen auf: Braun 44 633 (71 580), Held 226 407 ( 272 472). Hellpach 6152 (12 527), Jarres 36 333 (156 403), Ludendorfi 7715 (IQ643), Marx 10 104, Thäünuan 7315 (z3 988). Wahllreis 26: Franke«. Braun 278 150, Dr. Held 227 708, Dr. Hellpach 36 438, Dr. JarreS 355 345, öubenborff 32 267, Dr. Marx 14 224, Thälmann 23 035, sonstige 1318. Wahlkreis 27: Pfalz. Braun 87 477, Dr. Held 43 109. Dr. Hellpach 19 774, Dr. Jarres 90 083, Qrdendorfi 3679, Dr. Marx 33 835, Thälmann 23 585. Die Wahlkreise 15 Ost-Hannover und 35 Mecklenburg stehen noch aus. Der Wahltag in der Reichshauptstadt. Berlin, 30. März. (TU.) Die Reichs- Hauptstadt brachte anscheinend dem Wahltag nicht das Interesse entgegen, das er verbi ent. Sowohl Wähler als auch Parteien scheinen für den Entscheidungsgang am 26. April 1925 ihre Kräfte sparen zu wollen. Die Haupts«rahen bilden das gewohnte Alltagsbild. Man konnte den Eindruck gewinnen, daß in Berlin der Wahlkampf zwischen den Bürgern der Vorstädte aus- gefochten wird, wo mitunter an einem Hause von zwei Ballonen Schwarz-Weih-Rot und Schwarz-Rol-Gold nebeneinander herniederflat- tem. Auch die Schleppertätigkeit wird heute bei weitern nicht in dem Umfange betrieben, als Neubautätigkeit unb Friedensmiete. Berlin, 28. März. Der sinanzpolitischt Ausschuß des vorläufigen R e i ch s w i r t schaftsrates führte die Beratung über die Tteuergesetze fort. Die in tz 47, Absatz 1 oorge sehenen Mindest- und Höchsthunderfiätze zur Förderung der Neubautätigkeit wurden für zu gering erachtet. Als Mindestsätze wurden 50 Proz. der aus- kommenden Steuer, höchstens aber 20 Proz der Friedensmiete erachtet. Die Festsetzung der Miete auf bis 100 Proz. zum 1. April 1926 wird gutgeheißen, hingegen jede Ueberschreitung von 1*"' Proz. abgelehnt. Der Tschekaprozeh. Leipzig, 28. März. (WB.) Der Der- handlungstag wird ganz mit der Verlesung von 21hen, Schriftstücken und Artikeln ausgefüllt, bk teilweise allgemein beweisen sollen, daß die K. P. D. im Herbst 1923 zum bewaffneten Aufstand rüstete, teils bestimmte Angaben namentlich des Angeklagten Reumann bestätigen sollen. Hierzu gehört die Angabe, dah der Abg. Charpentier Kassierer der M.-Abtrilung gewesen fei, dah der Abg. Max S t r ö tz e l aus Leipzig militärischer Oberleiter für den Oberbezirk Mitte unb dah der Abg Eberlein Zersehungsleiter im Revolutions- fomitee war. Durch die Verlesung des politischen Jnformationsbriefes Rr. 2 soll der "Nachweis gesührt werden, daß die Kommunistische Partei den Jndivrdualterror nicht unbedingt ab» lehnt. Die Verl ang der Schrift „Öebren der deutschen Ereignisse" ergibt, dah der Eintritt Drandlers in die sächsische Regierung c = folgte, um Waffen in die Hände z u b c - lommen, und daß er den bewaffneten Aufstand einleiten sollte. während der voraus gegangenen Wahltage. DaS liegt wahrscheinlich nicht an dem fehlenden Bs- tätigungSeifer, sondern an den fehlenden Dar- geldbeständen in allen Parieikassen. Die allgemeine Wahlbeteiligung in Gro ft-Berlin kann man auf etwa 70 Prozent veranschlagen. DaS bedeutet einen Rückgang gegenüber der Beteiligung an den ReichSlags- wahlen. Doch darf hierbei nicht übersehen werden, daft eine beträchtliche Wählerzahl sich gegenwärtig auf Reifen befindet, was aus der Inanspruchnahme der Deisewahlscheine hervorgeht. 3m Lause deS Rachmittags ist es an verschiedenen Stellen Gtvft-Derlins zu Z u f a m • menstö tzen zwischen feindlichen Parteien gekommen. Ein Demonstrativnszug von etwa 60 Kommunisten, der um 2 Hftr nachmittags durch die Braunschweiger Strafte zog, rift die schwarz- weift-rvten Fahnen, die an den Hausern angebracht waren, herunter. Harmlose Passanten wurden angegriffen, beschimpft und misshandelt. Beim Herannahen einer Radiahrstreife der Schutzpolizei zerstreuten sich die Demonstranten, doch konnten zehn von ihnen sistiert werden. Hm 4 Hhr nachmittags wurde das Hefter» fallkommando nach der Werneucherer Strafte gerufen, wo 4 0 Kommunisten, die in einem Lastauto die Strafte entlang fuhren, eine Gruppe von Disrnarckbündlern überfallen hatten. Gin Marineoffizier, der von seiner Wohnung aus den Zusamrnenstoft beobachtet hatte, wollte die Bismarckbündler in Sicherheit bringen. Gr wurde ebenfalls angegriffen und durch Schläge über den Kopf erheblich verletzt. Als um 4V2 Hhr nachmittags ein Lastkraftwagen des Reichsblocks die Soldinerstrafte passierte, wurden dessen Insassen von Kommunisten mit Steinen beworfen. Rach Angabe der Derletzten sollen die Angreifer Mitglieder des Roten Front- kämpferbundes sein. Gegen 5 Hhr nachmittags kam es in Moabit zwischen Deutsch- nationalen und LinksraLkalen zu einem Zu- sammenstoft. Mitglieder des Roten Fronttämpfer- bunües hielten in der Turmstrafte ein mit Bis- marckbündlern besetztes Auto des Reichsblocks an und versuchten die Besatzung des Wagens mit Gewalt herunterzuholen. DieDis- marckbündker setzten sich zur Wehr und warfen den herandrangenden Gegnern Sand entgegen. Schlieftliech mußten sie aber doch den Wagen räumen und flüchteten in das Gemeindehaus der Heilandgemeinde in der Ottostrafte 17, wo sich das Wahlbureau des Reichsblocks befindet. SHe Kommunisten versuchten in das Haus einzudringen, wurden aber durch Schutzpolizisten mit Gummiknüppeln auseinandergetrieften. Ruhiger Verlauf im Reich. Berlin, 30. März. (TH.) Äach den aus Köln, Dortmund, TüsseDotf, Hamburg, Stettin, Königsberg. Hannover, Halle, Weimar, Rürn- berg und München vorliegenden Meldungen ist die Wahl überall vollkommen ruhig verlaufen. Zu Zusammenstößen ist es nirgends gekommen. Hebeveinstimnwnd wird .auch gemeldet, daß die Wahlbeteiligung, besonders am Aachmittag, stark durch Regenwetter beeinflußt war. und nirgends den Prozentsatz der letzten Reichstagswahlen erreichte. Sie wird im allgemeinen auf 55 bis 60 Prozent geschaht. In Oberschlefien war die Wahlbeteiligung am Bormittag sehr schwach infolge des häft- lichen Aprilwetters. In den Rachmirtagsstunden dagegen wurde sehr lebhaft gewählt. Rach den vorläufigen Rachrichten aus Oberbaden und der Bodenseegegend war allenthalben die Beteiligung an der Wahl geringer als im De- apnftet. Aehnliche Rachrichten liegen aus Süddeutschland. der Rheinprovinz und Westfalen vor. Die Wahlbeteiligung scheint allgemein um etwa 20 Prozent geringer gewesen zu sein als bei den letzten Reichstagswahlen. Der Eindruck in Paris. Paris, 30. März. (TH.) Die ersten Ergebnisse der deutschen Präsidentenwahlen wurden gestern abend gegen 9 Hhr hier bekannt. Hm 2 Hhr morgens wußte man bereits, daft keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erhalten würde. Daß Dr. Iarres an er st er Stell c steht, entspricht den allgemeinen Boraussagen, ebenso auch die von den Sozialdemokraten erhaltene Stimm enzahl. Man findet, das) Marx nicht unerheblich ins Hintertreffen geraten ist und zieht gewisse Schlüsse aus der Stimmenzahl für den Kommunisten Thälmann. 3m allgemeinen herrscht die Auffassung vor, daß das Ergebnis der J5cäfi= dentenwahlen ungefähr dem den letzten Reichstagswahlen vom Dezember entspricht. Hnver- kennbar großen Eindruck rief die Riederlag e Ludendorffs hervor. Die Mehrzahl Der Blätter hält auf Grund des allgemeinenStirnmen- verMtnisses die Wahl von Dr. Jarres am 2 6. April für so gut wie sicher. D?e Saitling der Bayerischen Volkspartei. München, 30. März. (Funksvruch.) In einer Wahlversammlung der Bay-rischen Volkspartei teilte der Vorsitzende der Reichstagsfraktion der bayerischen Volkspartei Domkapitular Dr. Leicht mit, daß die Partei beim zweiten Wahlgang nicht für Iarres stimmen werde, doch sei sie für einen anderen Sammellandidaten sofort zu haften. Eine französische Note an Deutschland. Paris. 30. März. (TH.) Die französische 'Regierung hat beschlossen, unabhängig von den Miierten. jedoch nicht ohne vorherige Verständigung mit ihnen, eine Rote an Deutschland zu richten, die von Herrivt persönlich ausgearbeitet wird. Die Rote wird eine Reihe von Fragen Über die Einzelheiten der Sicherheitsvorschläge und Garantien enthalten, die Deutschland zu stellen gewillt ist. Ferner wird die deutsche Regierung ersucht werden zrir Frage des Eintritts in den Völkerbund endgültig und entscheidend Stellung zu nehmen. Wie verlautet, wird die französische Regierung auch ausdrücklich die Sicher st ellung der O st grenze und der Rheinlande verlangen. AlS Grundbedingung für die weitere Verhandlung »erlangt Frankreich den Eintritt Deutschlands in den Döllerbund. Die Rote soll Ende dieser Woche gleichzeitig mit dem Roten auS London und Rom abgesandt werden. Die belgische Rote wird erst nach den Wahlen und 0et ReubUdrmg deS Kabinetts abgefaßt werden England und die Sicherheitsfrage London, 29. Marz. (WTD.) Der „Ob» server" bezeichnet in einem Leitartikel das Angebot Deutschlands als ersten wirllichen Schritt auf dem Wege zur Lösung des Sicherheitsproblems. Das Blatt stellt in Abrede. daß G r o ft- britannien als Schiedsrichter zwls^n Frankreich und Deutschland aufzutreten Wunsche. Die revidierten deutschen Vorschläge berührten den Status quo im Osten weder in gutem noch in bösem Sinne. Deutschland hafte sich lAh^r bereit erklärt, auch im Osten auf den Angriff zu verztchten, öfter daS erste St ad tum in der Organisation deS Friedens sei ein Pakt im W c ft en. Ein solcher müsse also zuerst in Angriff genommen werden. Dann erst werde Europa die Aufgafte haben, auch für die Sicherheit im Osten eine ähnliche Grundlage des Einvernehmens mit Deutschland zu finden. Man wende gegen den Plan ein, daß man Deutschlands Zusage nicht trauen dürfe. Ohne Vertrauen sei jedoch das Sicherheitsproblem unlösbar, und der einzige Ausweg würde dann die Rückkehr zu dem System militärischer Bündnisse oder zum Genser Protokoll sein. Mit beiden wolle aber Großbritannien in keinem Falle etwas zu tun haben. Der französistA Botschafter Fleuriau habe seit seiner Rückkehr aus Paris Chamberlain noch nicht gesehen, obwohl er schon auf dem Foreign Office vorgesprvchen hafte. Die Lage zeige, daß in drei Richtungen Fo rt- schritte erzielt worden seien. Was zunächst das französische Miß trauen gegen die deutsche Hnterschrift angehe, so vertrete die britische Regierung die Auffassung, es sei wahrscheinlicher, daft das britische Reich Frankreich im Falle einer Paktverletzung durch Deutschland zu Hilfe kommen werde, wenn Deutschland einen von Großbritannien mit = unterzeichneten Pakt verletze, als wenn es sich nur um einen französisch-britischen Sicherheitsvertrag handele. Der zweite Fortschritt sei der Meinungsaustausch über die Bedeutung der Worte „feindselige Handlung und ca» s u s bell i“. Wie verlaute, habe Fleuriau an die britische Regierung die Frage gerichtet, ob sie bereit sei, den letztgenannten Ausdruck in den/ Patt auch für den Fall der Verletzung der entmilitarisierten Rheinzone zu setzen. Die ftrittsche Regierung hafte darauf noch keine endgültige Antwort gegeben, sei aber geneigt, dem zuzu stimmen, falls Deutschland an dem Vertrag teilhabe. Der dritte Punkt beziehe sich darauf, oft der westeuropäische Patt zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien und Großbritannien auchandereRationen ein- schlieften solle, wenn ja, wie viele. Brldwin scheine für die unbegrenzte Ausdehnung des Paktes einzutreten, während Frankreich wahrscheinlich die Einschränkung bevorzugen werde, doch sei der Meinungsaustausch über diesen letzten Punkt noch in den ersten Anfängen. Der Ausbau der Scheldemündung. Ein belgisch-holländisches Abkommen. Haag, 29. März. (Wolfs.) Das Ministerium des Aeußern hat der Presse ein Kommunique über den bevorstehenden Abschluß des belgisch- holländischen Vertrages zugehen lassen, das die gemeldete Hebereiirstimmung zwischen der holländischen und der belgischen Regierung bestätigt. Das Ministerium des Äeuftern betont besonders den wirtschaftlichen Charak- t e r des Abkommens. Ieder Staat soll die Kosten der Unterhaltung und Beleuchtung des Fahrwassers auf eigenem Gebiete tragen. Eine nieder- ländisch-belgische Kommission soll bezüglich der Belange der Schiffahrt über die Schelde die Aussicht über die Verwaltung führen, deren Beschlüsse der Genehmigung der beiderseitigen Regierungen unterliegen. Bei mangelnder Einigung ist eine schiedsgerichtliche Behandlung vorgesehen Eine ähnliche Regelung ist bezüglich des Kanals von Antwerpen nach Ruhrort zugesichert, wofür ferner eine zweckentsprechende Verbindung mit der Maas trorgefeften ist. Dasselbe wird Belgien bezüglich eines eventuellen Kanals von Antwerpen nach Moerdijk ^ugestanden. Am Schlüsse des Kommuniques wird hervorgehoften, daß nunmehr, nachdem zwischen Belgien und den Rtederlanden ein Hebereinkommen erzielt wird, noch ein Gr- dankenarrstausch mit der englischen und der französischen Regierung notig sei, die bei zwei von den jetzt unwirksam gewordenen Verträgen von 1889 Vertragsparteien waren. Zu dem obigen belgisch-holländischen Hebereinkommen glaubt der Brüsseler- Berichterstatter' des „Telegraaf" bereits jetzt mitteilcn zu können, daß es sicher sei, daß die Kabinette von Paris und London ihre Zustimmung zu den neuen Abmachungen geben. Regierungsbildung in Jugoslawien. Belgrad, 28. März. (TH.) Die letzten Ereignisse im Parlament werden voraussichtlich zu einer völligen Hmbildung der Regierung in der Art führen, daß auch die Kroaten, die in der Raditschpartei mit 95 Prozent vertreten find, in die Regierung cintrctem Die neue Regierung wird die Ausgabe haften, eine Revision der Verfassung in der Richtung lokaler Autonomien vorzubereiten. Rach Durchführung dieses Programms wird die Regierung Reuwahlen ausschreiben. Französisch-türkische Front gegen England. Die DölkerbundSkornmission für die Mosfu l- f rage steht unmittelbar vor dm Beendigung ihrer Arbeiten und Heimkehr nach Gens, die Lösung dieser Angelegenheit durch den Doller - bundSrat wird also nicht mehr lange auf sich warten lassen. Zu gleicher Zeit hat nun Frankreich durch seinen Agenten Franklin Bouillon die Regierung von Angora bearbeiten (affen und ihr allerlei Wünsche erfüllt, so daß jetzt aus Konstantinopel Rachrichten eintreffen, nach denen d i e stanko-türkische Einigung vollzogen und die türkische Regierung entschlossen sei. tn der Mossul-Frage eine sehr bergische Haltung einzunehmen Erregte schon das plötzliche Auftauchen Franklin Bouillons in der 'Surfet das allergrößte Mißtrauen der Engländer. Orient nicht eine neue französisch-englische Auseinandersetzung im Werden begriffen ist, wie jene, für die der türkisch-griechische Krieg den Deckmantel abgab. Bekanntlich b anspruchen die Engländer das Mossulgebiet für sich, um sich von fremder Oeleinfuhr möglichst frei zu halten und die Gesamtproduktion an Oelen rnitzukontrol- Heren. Da sich Frankreich jetzt plötzlich in diese Angelegenheit einrn.scht, d. h. der A.igora-Regie- rung einen festen Rückhalt gewährt, darf man wohl annehmen, daß hier die französische Hochfinanz alS treibender Faktor auf tritt, die selbst gern die Ausbeutung der Petroleumquellen von Mossul übernehmen möchte. Aus dem Hessischen Landtag. Die Abgeordneten der deutschnatio- nationalen Landtagsfraktion fragen an: Welche Beträge hat der Staat auf Grund der Sonder st euer aus den Hausbesitz im Iahre 1924 eingenommen? In welcher Weise und inwieweit sind die eingegangenen Beträge zur Schaffung von Wohnraum verwen bet worden? Hnb welche Beträge sind zur Hnter- stützung und Forderung des privaten Wohnungsbaues verwendet worden, wer waren die E m p f ä n g e r solcher staatlichen Woh- nungsbrihilfen, nach Berufen geordnet? Die Abgeordneten der Deutschirationalen Volkspartei beantragen: Der Landtag wolle be- schli ßen, die Reg erung zu ersuchen, ihm raschestend einen Entwurf zur Abänderung der Verfassung vorzulegen, worin den Wahlberechtigten die Ausübung ihres Wahlrechtes bei der Landtagswahl zur Pflicht gemacht wird. Hnbegrüudete Wahlenthaltung soll darin unter eine Geldstrafe gestellt werden. Die Abgeordneten der Deutschnationalen Volkspartei beantragen, der Landtag wolle beschließen : „Bei Gewährung von Kleinrentner- und Sozialrentnerfürsorge sind Frauen und Männer in bezug auf die Höhe des Bezuges g l e ich z u st e lle n." Die Soz. Fraktion hat im Landtag den Antrag gestellt, zur Förderung des Kleinwohnungsbaues soll die hessische Regierung bei der Reichsregierung dahin wirken, daß durch gesetzliche Maßnahmen Grund st ücksübertra- gungen von der Grunderwerbssteuer neftst Zuschlägenbefreit werden, wenn die Grundstücke zur Schaffung von Kleinwohnungen dienen und wenn die Wohnungen entweder durch Minderbemittelte selbst oder durch Bauunternehmer zum Weiterverkauf an Minderbemittelte errichtet werden. Die Rotariatsgebühr soll auf 0,3 Proz. ermäßigt werden. Auch die Gebühren der Di messungsimter sollen in solchen Fällen auf ein Drittel des Ansatzes ermäßigt werden. Die s o z i a l d e m o k r a t i s ch e F r ak l i o n hat im Landtag beantragt, der Hessische Landtag wolle solgendä Gesetz umgehend beschließen: „Das hessische Volk hat durch den ßanbtag das folgende Gesetz beschlossen: Art. 1. Widerruflich ange stellte^ Gemeindebeamten und Bediensteten darf gemäß Art. 143 LGO. nur gekündigt werden: 1. wenn dem Beamten ober Bediensteten! nachzuweisen ist, daß er die ihm auferlegt ein Pflichten verletzt hat. 2. wenn er durch fein Verhalten in ober außer dem Amt sich der Achtung und des Vertrauens, die fein Beruf erf-orbern, unwürdig gezeigt bat; 3. wenn die von ihm seither versehene Steslle eingeht und minbeftcnS innerhalb eines Iahres nicht mehr beseht werden soll. — Das Einspruchs- Verfahren regelt sich nach den Bestimmungen der Art. 145 ff. der LGO. Art. 2. Als angemessen tm Sinne des Art. 138 Ms. 2 der LGO. sind die Besoldungen der Gern einftebeamten nur dann anzusehen, wenn sie den Richtlinien des Ministeriums des Innern, für die Besoldung der Beamten in den Land- gemeinben entsprechen. Art. 3. DaS Gesetz tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft." Die deutsch nationale Landtagsfrattion hat im Landtag nachstehende Anfrage eingebracht: In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in benenj Frauen und Mädchen offenbar vonMädchen- Händlern belast igt und gefährdet werden. Es liegen darüber aus Starkenburg eine Reihe von durchaus glaubhaften Aussagen vor, daß aus Automobilen heraus gewalttätige Angriffe auf Frauen und Mädchen, offensichtlich zum Zwecke der Verschleppung, gemacht werden. Es wird angefragt: Was gebeult die Regierung zu tun, um derartige Vorkommnisse nach Möglichkeit zu verhindern? Aus aller Welt. Der Berliner Revolverheld ein kommunistischer Kurier. Bei der Schießerei auf dem Bahnhof Westenb handelt es sich bei dem festgenommenen Revolverhelden um einen kommuni st ischen Kurier namens Mathias Klein aus Köln. Es wurden bei ihm 1500 Dollar, 6000 holländische Gulden und ein größerer Barbetrag in deutschem Selbe sowie Material über kommunistische Störungspläne gefunden. Der Festgenommene ist von der empörten Menge beinahe gelyncht worden. Er Hot einen schweren Schädelbruch und eine Reihe anderer Verletzungen erlitten, lieber das Befinden der von ihm verwundeten Personen melden die Blätter, daß sich bei Dreien die Verletzungen als sehr schwer herausgestellt hoben, so daß sic im Krankenhaus verbleiben mußten. Die beiden anderen wurden nur leichter verletzt und konnten nach Anlegung von Verbänden in ihre Wohnungen entlassen werden. Deutsche ftulturarbeit im Ausland. Die deutsche Firma Holzmann u. Co. in Frankfurt a. M. bat die Konzession erhalten, den Sumpf von Amatow zu entwässern. Rach dieser Melioration wird die gewonnene Kulturflache von 14 000 Hektar zur Verfügung der Flüchtlinge aus Thrazien. Mazedonien usw. gestellt werden. Ein Echtff gefunken. Der englische 600-Tonnen-Dampfer Avs- garlhfvrcc" ist sechs Meilen nordwestlich deS MaaS-FeuerschiffS infolge Verschiebung der Ladung gestrandet und gesunken. »e Bemannung, die sieben Stunden in einem offenen Doot zubrachte, konnte durch den holländischen Dampfer „M aasdijk" gerettet und nach Hoek von Holland gerächt werben Ein Mann her Besatzung ist ertrunken Folgenschwerer HnglückSsall. Aus Siegen wird gemeldet: Auf dem Hebewerk der Bremer Hütte in Weidenau wurde der 65jährige Glüher Niederhöfer durch einen auf ihn zufahrenden Kran am Hnterleibc derart schwer verletzt, daß der Mann alsbald ft a r b. Zugunfall in Rußland. Etwa 40 Kilometer vor Irkutsk verun- g l ü ck t e ein aus Erchneudinfl kommender Fracht- und Personenzug, wobei der Lokomotiv- lessel explodierte. Bisher wurden 16 Tote und 80 Verwundete geborgen. Die genaue Zahl der Opfer ist noch nicht festgestellt worden. Die Hrsache der Katastrophe ist ein Schnee stutz, der die 85 Meier lange Gleks- strecke versperrte. Beerdigung btt Tifliser Flugzeugopfer. In Tiflis fand die Bestattung der Opfer des Flugunglücks statt, daran schloß sich eine große Trauerkundgebung m Tiflis und den anderen Hauptstädten der transkaukasischen Sowjetrepubliken. Die Leichen waren in dem Sowjethaus aufgebahrt. Am Sarg des deutschen Fliegers Spiel hielten die Mitglieder des deutschen Konsulats die Ehrenwache. Die Leiche Spi ls wird nach Bayern übevgefuhrt Selbstmord ober Verbrechen? Bei Stettin wurde der 14jährige Sohn eines Gutsbesitzers tm Garten erhängt auf- gefunden. Man vermutet, daß der Knabe einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist unb bann von dem Täter aufgehängt toorben ist, um Selbstmord vorzutäuschen. Don ber Stettiner Kriminalpolizei ist Hntersuchung bes Falles eingeleitet. lluttskec bleibk In hast. Die eingehende Untersuchung Kutis« kers durch eine ärzliche Spezialkommission hat er geben, daß er unter gewissen Bedingungen haft- fähig ist. In dem ärzlichen Gutachten wird jedoch empfohlen, das Verfahren gegen Kutisker zu be schleunigen, um die Haftdauer abzukürzen. Es ist anzunehmen, daß die Hauptverhandlung gegen Kritisier im Mai ftattfindet. Aus Stadt und Land. Gießen, den 30. Marz 1925. Haftet die Reifegepäckversicheruug für Handgepäck? Eine wichtige Verkehrsentscheidung hat in diesen Tagen das Oberlandesgericht Hamburg gefällt. Der Sachverhalt war f lgender: Ein Reifender hatte auf einer Zwischenstation das von ihm besetzte Abteil, in dem er in der üblichen Weise auch sein Handgepäck unter» gebracht hatte, auf kurze Zeit verlassen, um bet seiner Rückkehr die Entdeckung zu machen, daß bas Gepäck gestohlen war. Da er versichert war, machte er feine Ansprüche bei der betreffen» den Reisegepäckversicherung gellend, hatte damit aber kein Gluck. Denn seine Ansprüche wurden abgelehnt mit der Begründung, daß er sich einer groben Fahrlässigkeit schuldig gemacht habe, weil er bas Gepäck beim Verlassen des Abteils ohne Aussicht gelassen habe. Das Gericht war indes anderer Meinung. Es führte in seinen Entscheidungsgründen it. a. aus. daß der Reisende, als er das Abteil verließ, die erforderliche Sorgfalt in keiner Weise außer acht gelassen habe. Es könne ihm nicht zugemutet werden, bah et sein Handgepäck stets mit sich nehme, wenn et, etwa um eine Erfrischung einzunehmen, das Abteil auf kurze Zeit verlasse. Gerade gegen derartige unvermeidliche Gefahren auf der Reise werde ja die Steife- Versicherung genommen, die ihren Zweck ver- sehlen würde, wenn sie nicht Platzgriffe, sobald ber Reisenbe sich einmal von seinem Gepäck entfernte, das ordnungsmäßig im Abteil verwahrt wäre. Demgemäß ist die betreffenbe Versicherungsgesellschaft verurteilt worden, Öen Schaden zu ersetzen. Bornotizen. Tageskalender für Montag. Verein Rudersport Sv., Hhr Bootshaus Mvnats- Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Iackie Coogan". — Aus dem Stadttheaterbure au wird uns geschrieben: Hnter Bezugnahme aif die Ankündigung des Rachabonnements in bet Anzeige sowie in der Lokalnotiz ber Samstagnummer sei ausdrücklich bar auf hingewiesen, daß die Aufführung ber Operette „Die Kaiserin" von Leo Fall am Mittwoch, 1. April, bereits die erste Vorstellung im Mittw o cha banne m e n t ist. Die noch ausstehende 24. Mitt- wochvorflellung des regulären Abonnement- (Sappho) wird am Mittwoch, 8. April, gegeben, da bet Charakter dieses Werkes ber Charwoche angemessener ist. — Die letzte Donnerstag-Vorstellung des regulären Abonnements (Stein unter Steinen) findet am 2. April statt. — Eine Bismarck-Gedenkfeier 6er» anstalten der Deutsche Iugenbbund Bismarck und bet Alldeutsche Verband am 1. April im Hindenburg. (Siehe Anzeige.) föcrlirt trt lt Wolkig, dicht bedeckt, auffrischende südweslliche Winde, milder, Neigung zu Niederschlägen. Das isländische Fallgebiet liegt heute vor Süd Skandinavien. In England und Westfrankretch fällt das Barometer. Ein weiteres Vordringen des Tiefs nach Süden ist daher zu erwarten. Doch droht ein nachdrückendes Hoch abermals Kälte zu bringen. • ** Letzte Einlösung der Billionen« Mark scheine. Die Einlösungspflicht der Reicks bank für die am 6. 3. 1924 aufgerufenen Reichs bonknoten zu 5 Dill. Mk. vom 1 November 192-' (1. Ausgabe) unb vom 7. November 1923 (2. Aus gäbe) läuft am 5. April 1925 ab, dieEinlöfungs- pflicht der Reichsbank für die am 22.3.1924 aufgerufenen Reichsbanknoten zu 100 Billionen Mark vom 26. Oktober 1923 (1. Ausgabe) und zu 1(1 Billionen Mark vom 1. November 1923 (1. unt 2. Ausgabe) endet am 20. April 1925 Do eine Verlängerung der Einlösungspflicht nicht erfolgen kann, weroen die Besitzer daran erinnert, ihre Noten so rechtzeittg an die Reichsbankhaupt- kosse in Berlin einzusenden, daß sie spätestens am 5. bzw. 20. April d. Is. daselbst eintreffen. d. Städtische Gruben - und Schweb l e n h o Iz s u b m i s s i o n. Die Submission, deren Ergebnisse am Samstag festgestellt wurden, zeitigte folgende Höchstgebote: Schwellenholz, Los 1 (Eichenstämme) 37 Mk., Los 2 (Eichenstämme) 37 Mk., Los 3 (Kiefernstämme) 21,10 Mark je Fftm. Grubenholz, Los 4 (Eichenstämme) 23,50 Mk Los 5 (Eichenstämme) Wanb isM ZWL yrfg c Ehrenwache 5? M.H ^rabe einem ÄjR und dann »umCeffift. ö«Ätüninar. ” leitet, u hast. Buchung tuu., «*44sj; ^Dingungen 4«n. ®u,ad^n wird jtb* ftutisttr zu b( r obzukürzen. Ls |f| -tpanMung gegen tu. nh Land. m 30. Mrz ISA. ikkversicherung packr mlschndMg Hai ta Oesgerichi Hamburg t f Igcnber: einet Zwischenstativn l, in dem er In der Handgepäck unter- leit verlassen, um bei Eung zu machen, dah )ar. Da er versichert üchc bei der betreffen- geltend, hatte damit ne Ansprüche wurden jriinbung, dah er sich schuldig gemacht habe, Zerlassen beS Abteils e. 'des anderer M- Enkscheidungsgründen e, als ei' das Abteil afalt in ferne Hkifr ES fim ihm W fern Handgepäck stets etwa um eine Srsri- Abteil aus kurze Zeit rartige unvermeidliche tnerhe ja die Aeise- >ie ihren Zweck ver- ich! Plahgrifse, somd von seinem Sepaa ästig Im Abteil ver» t die betreffende Q)x- rteift worden, den K«- r für Montag. Jootshaus MonaÄ- «ntf. Lahnhosstrade Itheatcrbureau er Lezagnahmr att Abonnements «i » Inotis drr s“n4Ä ,» Die Kaiserin U 1. April, Dittvoch/bvn »**A* « btt Eharwochr -SS- 5&SS5 iss60* ÄI*** 1Ä>%?3 srs&p** n8 d'tÄ/Ä- » “f *<« L ,, «SA rs«-?5 s-e St rrKsi» daselbst e,nhSd)Del' '»’sfsS MmT. S»S H feK^enttemme) 24 Mr Los 7 (Stic Jfcewftämme) 19,80 Mk., Los 8 (Rtefcrnftämme) MO Ttt., Los 9 (Stiefernftämmc) 20,10 Mk. je Scftmeter •• R n die Geschäftswelt wendet sich Nr Presseau«,schul, für bas 32. Mittelrheinische Äreteturnfeft mit einer wichtigen Mitteilung in un» lertm heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Ge gchästsweli ganz besonders aufmerksam machen möchten. Jeder Geschäftsmann wird seinen Inter essen einen guten Dienst erweisen, wenn er diese LttLffenttichung beachtet. • • vom Dersorgungsamt wird uns «schrieben: Die den Offizieren und Beamten der früheren Wehrmacht und deren Hinterbliebenen für den Monat April zustehenden Ruhegehalts- usw. Bezüge werden amDienstag, 31. März, vormittags 10—12 Uhr, beim Dersorgungsamt (Zimmen 44) ausgezahlt. " E rhöhung de so reuhischen Miet» zuschlages um zehn Prozent. Amtlich wird mitgeteilt, dah der Zuschlag zur Friedensmiete für April in Preuhen von 66 auf 76 Prozent erhöht worden ist. • • Diebstahl. In der Nacht zum Sonntag wurden in der Hammstraße aus einem Lager mit tels Einbruchs 11 Kisten Orangen, Marke Pax Pri- inissima, 160er, 300er und 000er, gestohlen.' Dor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen. • • Der Postverkehr mit dem 6 a a r- gebiet. Dom 1 April an wird der Poftanwei- fungS-, Postauftrags-. Aachnahme- und Ge- dührenzettel dienst zwischen dem Reichspostgobiet und dem Saargebiet wieder auf genommen. Postanweisungen, Pvstaufträge und Rachvahnie- beträge auf gewöhnlichen und eingeschriebenen Skkffenbungen und Wertbriefen aus dem Reichs- postgebiet nach dem öaargebiet, sowie auf Paketen au6 dem Qaargebiet nach dem Reichspostgebiet haben auf französische Franken zu lauten. QUelflbetrag bis aus weiteres 1000 französische Fransten. Postanweisungen, Pvstaufträge und Rachnahmebeträge auf gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefs en dun gen und Wertbriefen aus 8>em Saargebiet nach dem Retchspost gebiet sowie auf Pasteten auS dem Reichspostgebiet nach dem Saargebiet lauten auf Reichsmark Meistbetrag bis auf weiteres 200 Reichsmark. " Menagerie undLaubtierdrof- surfchau QL F i s cher und T. Hvlzmül- le r. Ruf DSwaldsgarten fällt daS riesige Zelt der Menagerie Fischer und Holzmüllei allein schon durch feine Gröhe auf. Die Ankündigungen deS Theaterzettels versprechon nicht zu viel, im ® eg enteil. Der Ti er bestund ist sehr reichhalttg, duS gezeigte Material in gutem Zustand. Die vorgeführten Dressuren sind sehr origtneh and wurden exakt ausgeführt. Besonders ein Elefant und ein Dromedar, verfchiedene Bären- und Löwerwvrführungen finden den reichen Beifall der Zuschauer. Eine besondere Attraktion deS Programms bildet das boxende Riesen-Känguruh Max. Droster Beliebtheit pflegen sich auch die Löwenbabys au erfreuen. Wahrend der Pause ist Gelegenheit, bat reichhaltigen Tierpark zu besichtigen, der neben den bisher aufgeführter, Exemplaren «noch Affen, Füchse, Leoparden, ZebraS, Schaft (asiatische und asrikantsche), einen Straust, Marabu, Papagesten, Raubvögel enthält. Der Befuch der IRenagerie ist auf jeden Fall lohnend 6ismürd:6eöäd)tnt$feter. Gießen. 29. März 1925 3m Stadttheater fand am Samstagabend auf Einladung der tm Reichsblock vereinigten beiden Rechtsparteien unb ,hrer 3ugtnh- gruppen sowie der Daterländischen Verbände Oberhessens eine Bismarck-Gedächtnik- feier statt, zu der das Publikum in so großer Anzahl erschienen war, dah das Theater in allen Teilen völlig beseht wurde. Die Feier nahm einen würdigen Verlauf. Rach dem Krönungsmarsch aus Meyerbeers Oper „Der Prophet", gespielt von der Kapelle Topp, sprach Karl Zuhnke vom Stadttheater den nachstehenden, von Frau Sophie Kindt- Wieder verfahten Borfpruch Wie unsre alte Erde Werden und Vergehen Erleiden muh, fo wechseln die Geschicke Der Menschen auch. 3hr werdet niemals sehen, Dah ohne Unterlaß nur Sonnenblicke Das 2anb erwärmen. So auch wechseln in Jahrzehnten. Jahrhunderten Sieg ober Niederlagen Jedweden Volks. Und die sich hoch erhaben wähnten. Erdballbeherrschend, bleiben nicht verschont von dunklen Tagen, 3n denen statt der jauchzenden Fanfarenklänge Die Sklavenlieder ihrer Ketten Herz und Ohr beschämen, 3n denen nach der Zeit voll Glanz und voll Gepränge Sie dankbar trodneä Brot aus Feindeshanden nähmen! 3hr wißt es alle, dast in eines Volkes schwersten Zeiten, Wenn unerträglich schier die Gegenwart bedrückt, Sich der örinnrung grobe Bilder breiten, Wie Truggebild den Wustenwanderer am Horizont erquickt. Und nun im Lenz, da frische Stürme draußen Del Winterwolken dunkle Schar zu Fetzen jagen. Erklingt ein stolzer Rame wie ein Brausen Don Kraft herüber aus vergangnen Tagen! Und eines Augenpaares stahlgeschliffnc Bläue Blitzt über deutsche Rot und deutsches Land dahin! Und wer das Blitzen schaut, den fastt die Reue Ob seiner Kleinmut, seinem ängstlich zagen Sinn. Heut feiern wir den Tag, der unferm Volke jenen Mann geschenkt, Um den sogar der Erbfeind uns beneidet, Der kühn das Staatsschiff durch ein aufge- - wühltes Meer gesenkt, Den Mann, der einem deutschen Kaiser seinen Weg bereitet! Freund oder Feind, sie imterlagen seinem Zauberbann, Der ihn zum Führer seines Volkes vorbestimmt: Er war ein ausrecht starker, deutscher Mann! AingS ward eS stille, wenn ergrimmt Die Faust des Eisernen aus grüne Tische, welsche Schädel krachte. Wie sich da feige Lug und Trug verkrochen! Und wo ein Bismarck dröhnend lachte. Da hat stets er daS letzte Wort gesprochen! jwai er heut wieder um das Erve zu vetvacheen. Das Reich, daS er unS wohlgefügt einst überlasten. Sagt, mühte er nicht eisig uns verachten. Die ungetreuen Söhne, die des DaterS Gut verprassen?! Wie es wohl wäre, rnerrn sie heute vor Ihm stünden. Die Volksbeglücker, die von Völkerfrieden. Vom Bruderkuh mit Frankreich schwärmen? Ihren Sünden Wär ein vernichtend Urteil aus des Kanzlers Mund befchieden! Muh nicht dem Mann, der nun durch Volkes- willen 3u diesen Tagen ernst sein schweres Amt beginnt, Das Herz beklommen schlagen? Wir er fie erfüllen, Die Hoffnungen, die heih auf ihn gerichtet find? Ein guter Führer fei ihm fein Gewissen! Wohl ihm und uns, wenn er den Blick auf jenen Eisernen gerichtet hält! Dann mag er jene alte stolze Flagge wieder hissen: Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts in der Welt! Das Spiel des Riederländischen Dankgebets leitete über zu der Festrede von Universitäts- Professor Dr. H o r n «f f e r über .Bismarck und der deutsche Staat". Der Redner stellte die Bedeutung deS GeniuS für den Staat in den Mittelpunkt seiner auherordentlich fesselnden und geistvollen Darlegungen, und bewies in tiefschürfender Gedankenarbeit, dah nicht die Masse einem Staat hochaufschwingende Kraft uird weltgeschichtliche Ächtung und Stellung verleiht, sondern dah dazu nur ein von dem Ratschluß Gottes irgendwo im Dolle Ausersehener in der Lage ist. An solchen einzigartigen Persönlichkeiten ist unser Volk bisher arm gewesen: nur dreimal in seinem Leben hatte es das unerhörte, große Glück, einen Genius an der Spitze des Staates wirken zu sehen, nämlich Friedrich den Drohen, Frhr. vom Stein und Bismarck. Diese Männer wurden für unser Volk und Land Quellen des Glückes, sie waren ihm aber auch strenge nationale Erzieher, und aus dieser Erziehung toleöerum erstand bvhes Ansehen, hervorragende Stellung unseres Vaterlandes im Rate der Völler. Ob uns wieder mal eine solche auserlesene Persönlichkeit geschenkt wird, wissen wir nicht, aber wir haben die Pflicht, ihr schon jetzt den Weg zu vollkommenem AaSwirken zu bereiten dadurch, dah wir der Verfassung von Weimar durch sorgsame Reformierung eine Gestalt geben, die der überragenden staatsmännischen Persönlichkeit, dem Gcnius Bahn und Wirkungsfreiheit für seine hochsliegenden Gedanken und für seinen kraftvollen Willen zu wirklich vollSbeglückcnden Taten gewährleistet. Das Wirken eines solchen Genius darf auch nicht durch Parteiintrigen oder durch nur zeitbeschränkte Ausübung des Amtes eingeengt und vorzeitig abgeschl ssen werden. Um die geeigneten Grundlagen hierfür zu gewinnen, muffen wir zurückkehren zu dem Stautsgedanken BiSmarcks, in dem der hohe Wert der Einzigkeit der Perfönlichkeit am schärfsten und am schönsten für den Staat ausgeprägt war. Diese Rückkehr braucht nicht etwa das Wiedererftepen einer erHMbcn Monarchie zu fein, ein Präsident von Bismarck- fchem Geist und Bismarckscher stsatSbefruchtender Kraftfülle, die der Altreichskanzler. den der Redner gebührend feierte, ganz in den Dienst feines Voltes stellte, kann ebensogut in Betracht kommen Die Hauptsache ist, dah dieser Mann eine wirkliche Persönlichkeit, ein floate- männifcher Genius ist. Zhm muh das Staats rüder voll unbegrenzten Vertrauens in die Hand gegeben werden, aber nicht etwa nur. wie bk Weimarer Verfassung cs jetzt bestimmt, auf einiae Zähre, sondern auf Lebenszeit durch freie Wahl des Volkes Dieser Gedanke lenkt nun den Blick auf das Mittelalter zurück, in bem unsere Vorfahren sich ihren König frei erwählten lind diesen Weg deS freien Wahllönigtume müssen wir wieder beschreiten, denn nur dadurch geben wir einer einzigartigen, überragenden staatsmännischen Persönlichkeit die Macht fülle von Dauer, die sie haben muh zur fegen bringenden Wirksamkeit ihres Genius. zum Wohlc und Aufstieg des Volles. Wir sollten angesichts der Rot und des nationalen Jammers diese» Zeit nicht mehr lange warten mit dieser Rückkehr zum Deutschen Staat, als den wir den Staat des Mittelalters, den Staat der Wahl- Monarchie anzufehen haben, der uns allein wie der zur Höhe bringen kann Langanhaltender stürmischer Beifall bekundete, dah der Sebner in den Herzen seiner Zuhörer tiefen Eindruck gemacht und Saiten angeschlagen hatte, die voll und warm mitichwaugen mh den groben und ernsten Gedani n. die der Redner frei von irgend welcher Parteibindung und unverbindlich für iebv Partei, auch für die zu dieser Feier einladenden als Frucht seiner tiefen gedanklichen Arbeit bei dieser Gelegenheit ausgesprochen. Einigen Worten des Oberpostinspektors K o h l h a f e folgte als vaterländisches Trcube- kenntniS der gemeinsame Gesang deS Deutschlandliedes. Mit dem Spiel von Meyerbeers Fackcltanz durch die Kapelle Topp fand die Feier ihren Ausllang. Turnen, Sport und Spiel Die süddeutsche Fußballmeisterschaft. F r a n f f u r t a. M, 29. März. (WB.) Das beute hier zwischen dem F»'NbaIl''Sportveoein Frankfurt und dem 1. 'Nürnberger Fußballklub zum Austrag gekommene 'Verbandsspiel um bte süddeutsche Fuhballmeisterfchast en bete mit dem sensationellen Ergebnis von 2:1 für b i e Frankfurter Mannschaft. Der Frankfurter Sportverein hatte seine Mannschaft neu ausgestellt und durch einige Spieler aus der 1. Iugendmannschast verjüngt Diese Reuaufftell lung bewährte sich auhervrdentkich. Der Jugend, fpteler 11 6 Im a n n schoß für Frankfurt das erste Tor. dem der bekannte Änternattonale Pache daS zweite hinzufügte. Sranffxtrt verschob außer dem noch einen Glfrneterdall. Länder-Z^ustballwcttkampf Holland-Deutschland. Amsterdam. 29. Rkärz. (WB.) 3m Länderfuhballwettkampf Holland- Deutschland blieb auch diesmal Ho kl and wieder mit 2:1 Sieger. Statt Karten. Schnftl. 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DienStag, 31. 3, abends s*/4 Ubr: Singstunde im Sinisaale berc Oberrealschule, snt Marant. und nach dem Theater Im Namen der Hinterbliebenen im tiefsten Schmerze Carl Waydelin Major a. D. Margarete Waydelin, geb. Müiler-Denecke Die Beerdigung findet Dienstag, 31. März, nachm. 2% Uhr statt. 02791 Junge«, fleissige-, strebsame« HlüOdjen vom £anöe 15 dahre alt, eoaL, biß Ostern em Jabr die Handelsschule besucht. sucht vebrstellung aus faufm. Bureau oder praktische Betätigung in Textilwaren-Branche. Schrift l. Angebote unter 02762 an den Giess. Anz. erbeten Wo kann ja. Herr spielen lernen? Scbr. Angeb. unt. 02775 nn b. ffl. Anr. herausgibt, mit der Werbung jener Unternehmerseite nichts zu tun hat. Wer seine Reklame unter Gewähr Vollster Garantie für wirklich orotze und sorgfältige Verbreitung an die breitesten Massen der Festbesucher herantragen will, der inseriere nur in dem Festbuch. Die Tatsache, daß dieses Buch schon mehrere Wochen vor dem Fest in die Hände aller am Fest teilnehmenden Turner kommt und während der Festtage auch von den Tausenden von weiteren Besuchern als Einlatzzu- gabe bezogen werden muß, verbürgt der Geschäftswelt allein den Erfolg ihrer Ankündigung. 3279C Beauftragte des Presseausschusses, die mit Ausweisen versehen sind, werden in den nächsten Tagen die Geschäftswelt zwecks Aufgabe der Anzeigen für das Festbuch besuchen. warme unb falte Speisen OTOa Fürstenberg-Dräu Die Beerdigung findet Dienstag, den 31. März 1925, nachmittags 21/, Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. 3288V Heute Sonntag früh 8 Uhr entschlief sanft nach langen, schweren Leiden mein innige liebter Mann, unser stets treusorgender Vater, Bruder und Onkel Hl UU1U, im Alter von 54 Jahren In tiefer Trauer: Elisabeth Dominick geb. Weiß und Kinder. In tiefer Trauer: Lina Arnold geb. Henkel nebst Kinder und Angehörigen Lützellinden, Dorf-Güll, den 29. März 1925 Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 2 Uhr vom Sterbehause aus statt eines wirklich zweck-nass. patentierten GebrauchSartiketS.^ortlauienües Ge» tebäft. Einige bunbett Mark Betriebs- kaoitai erforderlich. Nässeres durch die Nvaram t Vertriebsacs. m. b. H., Essen.Relliugbanier Str. 107. -»»v Im Namen der Hinterbliebenen: Elise Geismar, geb. Möser. Gießen, den 28. März 1925. Auf Wunsch des Entschlafenen findet die Beisetzung in der Stille statt. Blumenspenden und Beileidsbesuche dankend abgelehnt. 02774 Heute Nacht erlöste ein sanfter Tod meinen geliebten Mann, den treusorgenden Vater, unseren guten Bruder, Schwager und Onkel Herrn Lud wigOeismar von seinem schweren Leiden im Alter von 65 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen I. d. N.t Adolph Staudt. zu vermieten 8288 Sfegftraftc 11IL Küche. Hotze Miete. Schrift i. Angebote unter 02758 an den (Mie t. Anz. erbeten. Student — Ausländer — sucht vom 25. 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Iarres 7274, Ludendorsf 145, Marr 267, Thäl nann 1576. Offenbach Stadt Ge^cr tergebni> Braun 16 273. Held 97. Hellpach 2733, Iarres 8799. Ludendorsf 270. Marr 5740. Thälmann 3317. Offenbach>Land: Braun 20 282, Dr. Held 130, Dr. Hellpach 1685, Dr. Jarres 5934, Luden - borff 158, Marx 11 607,-Thälmann 4021. Erbach: Braun 7169, Dr Held 50 Dr Hellpach 1118. Dr. Iarres 7648. Ludendorsf 8 Marx 683, Thälmann 468. Heppenheim. Braun 756, Dr. Held lb Dr. Hellpach 258. Dr. Iarres 327, Qubenborff 19 Marx 1218. Thälmairn 112. Densheim-Stadt Braun 1371, Dc Held 41, Dr. Hellpach 260. Dr. Jarres 1008 Ludendorf 36, Dr. Marx 1558. Thälmann 157. X Inin s 1 iöMMy fofogtr u. Sauer W teil Bortragf !Onftlerta l Bergnang Bitner Komiker H liiii Rechaloria fclut tattt L V Reveuolr. Bensheim-Kreis: Braun 9039, Held 126, Dr. Hellpach 1204. Dr. Iarres Ludendorff 172, Dr. Marx 7797, Thälmann Hessen-Nassau. T WM ?klluna?n tLeinoi • Toi .•wimifii Nach dem Ringen. Gießen, 29. März 1925. Die Wahlschlacht um den Reichspräsidenten- sluhl, an der das ganze Bott zum erstenmal leilnehmeir konnte, ist geschlagen Ob sie die einzige, oder nur die erste dieses RingeaS sen ist, steht bei der Riederschrist dieser feilen noch nicht fest. Biel Begeisterung für tiefen Wahlgang konnte man in Gießen gerade icht feststellen, und andeM>ärts i' es vielfach jenau so gewesen. Es ist unverkennbar, daß infer Volk von einer erheblichen Wahlmüdigkeit ergriffen ist, und verwunderlich ist die mählich zunehmende Abgestumpftheit gegen den Stimm- zeltelgebrauch ja schließlich auch nicht. Diese Müdigkeit wird nicht nur durch die Ziffern bewiesen, die wir, soweit es Schlutzziftern sind, weiten unten noch betrachten, sondern sie wurde auch im ötraßenbild Gießens dargetan, das von ganz sonntäglicher Ruhe gekennzeichnet war. Bon dem Hosten und Treiben, i>em geradezu amerikanischen 'Dahlbetrieb bei der Reichstagswahl an Dezember b. 38., war diesmal auch nicht eine Spur zu bemerken. Bor den Wahllotalen war alles „tot", wtb auch drinnen war vielfach mehr Langeweile tber Gelegenheit zu gemütlichem Plaudern, als Bahlbetrieb, wie man ihn bei dieser wichtigen Entscheidung eigentlich erwarten mußt:. Kenn- Inchnend für die verbreitete Wahlmüdigkeit ist le Tatsache, daß in einem Gießener Wahlbezirk. fi dem rund 1200 Stimmberechtigte gehören, T?"N/.Ubr: Singstunde aSSS Aus der Provinz. Landkreis ffiteften. £ Wieseck, 28 März. Dieser Tag. fand auf Einladung des Rektors Dr Rein der erste Elternabend statt, der sich für erstemal auf die Eltern der Ostern aus t Schule zu entlassenden Kinder beschränkte. Dem Ruse waren die Eltern fast vollzählig gefolgt Diese Zusammenkunft wurde notwendig, um gec,c den sittlichen und moralischen Verfall untere Iugend energisch vorzugehen In seinen tief schürfenden Ausführungen wies Dr. Rein au’ die großen Gefahren hin, die ihr drohen, wen.' unsere Iugend sich weiterhin so auslebt" wie seither. Mit tiefer Bewegung sahen die Anwesenden die erschütternden Bilder, die der a!! frühe Genuß von Rikotin und Alkohol und i Llnsittlichkeit an Leib und Seele des doch nod; im Entwickeln begriffenen Kindes anrichten, di< ihnen der Dortragende an einigen markante i Beispielen zeichnete. Wer noch ein Herz für die Iugend hat, und das darf doch bei den eigenen Eltern ohne weiteres angenommen we ben. müsse dazu bereit sein, uns unsere Iuger unsere kommende Generation zu erhalten Mit aller Schärfe wandte er sich gegen die Elternhäuser, die in unbegreiflicher Verständnislosigkeit ihre Kinder sich selbst überlassen. Hier mü(1: die Iugend beiderlei Geschlechts ihre Otbert): der Hebel angesetzt werden, die Eltern müßten in Gemeinschaft mit den Lehrern darüber wache - daß die an die Iugend herantretenden Gefah- Sranffurt a. M.: Braun 78 460, 543, Hellpach 27 644. Iarres 59 107, Ludendorff 2711, Marr 30 877, Thälmann 11 045, zersplittert 45. abaegeoene Stimmen 210427 (vorläufiges amtliches Ergebnis: 60 Prozent Wahlbete l gung). Limburg Stadt und Kreis. Braun 3877, Held 816, Hellpach 776. Iarres 3715, Ludendorff 130, Marx 14 127, Thälmann 342. Marburg Stadt und Land: Braun 5414, Held 50, Hellpach 2014, Iarres 15 629, Lu dendorff 229. Marx 1314, Thälmann 658. Kassel-Stadt: Braun 35347, Held 312, si**£ ii*;S 'K'°'S"Ä-Ä tia b° Dvrverkavf hn Saalbau. Aniriit au $lt 125, 1.7i> u.Mk.2-. "■ Juristisches Repelitorium wird blllUft erteilt Schr. Ana. u. 02769 an den Sikh, «n,. (Barten^ anteil lmsdtiliNahWgS' btrgju vtl-aLttii. QtfjriftL Unttbott miet 325ÖD an bett Jun-et Deuiiter WW m* ©teuermarte Sreti Stankenberg. «b- zugeben Neustadt 55, st Aohde. , z. D. ein Wähler (oder eme Wählerin -) in einem Dorfe zwischen Gietzen und Grünberg den Prinzen Eitel Friedrich von Preußen gewählt, in anderen Dörfern wurde von Außenseitern der Bürger • meister, der Polizeidiener, in einem Falle sogar die — Hebamme erkürt: daß hier AUtftimmung zur Auswirkung gekommen ist. kann wohl ohne Uv; ■ ter cs angenommen werden, eine solche Stimmen Verwertung ist natürlich eine Handlungsweise, dic von großer politischer ilrrrcifc zeugt. Der Wahltag ist in Gicßen sowohl, wie aucij — soweit wir bis jetzt unterrichtet sind — in der Provinz ohne Störung der öffentliche Ordnung verlausen. Leidenschaften waren ja auch erfreu licherweise nicht wachgerufen tporden. denn bc. Verlauf der Wahlagitation war Überall recht matt Einzelresultate aus der Nachbarschaft. Hessen. Provinz S t a r ke n b u r g: Braun 110154, Dr. Held 992. Dr. Hellpach 14 292 Dr Iarres 83 760, Ludendorsf 1645, Marx 43 714, Thälmann 14 835. Rhelnhessen: Braun 55 883, Dr. Held 431, Dr. Hellpach 20 644, Dr. Iarres 35 226, Luden - borff 804, Dr. Marx 47 430, Thälmann 2080. Darmstadt (S ladt): Braun 15 3>4. Held 251. Hellpach 2744, Iarres 22 631, Ludendorfs 434, Marx 2453, Thälmann 690 Worms - Stadt: Braun 16 088, Dr. Held 80, Dr. Hellpach 2834, Dr. Iarres 14 152, Luden Gemeinden Braun Held Hellpach Jarres Ludendorsf Marx Thälmann Illbach........................ 67 101 _ 1 lUenborf a. d. Lahn.................. 198 1 2 193 1 4 14 .Illendors a. d. Lda................... 172 2 23 405 — 1 4 Allertshausen..................... 59 — — 65 2 — —— Llten-Buseck ..................... 306 1 7 243 — 3 28 Jlnnerob....................... 101 — 3 133 3 — 2 Bellersheim..................... öl —— 19 187 3 — 1 Beltershain...................... 15 — 2 55 1 — — Bersrod................... ... 65 — 1 132 _ 1 — Hettenhausen..................... 12 — 5 150 — — — 192 1 23 241 1 1 7 hirllar........................ 128 — 12 117 — 1 — Burkhardsfelden................... 109 — 4 131 — 1 — Elimbach....................... 23 — — 65 — —— 3 Ta.ibringen ..................... 241 19 90 1 —— 20 Tors-Gill....................... 6 — 6 225 — _ 3 Eberstadt m. Arnsburg................. 35 — 9 196 6 1 2 Ettingshausen..................... Earbenteich. ..................... 31 _ 3 221 11 — — 237 — 22 147 1 3 6 Geilshausen..................... 11 — 7 108 —X — — ließen........................ 3944 28 1768 6795 97 711 453 Gö rlnrod..................... 9 _ 1 84 — — 3 Großen-Buseck.................... 323 —— 75 416 1 1 13 «4roßen-Linden.................... 503 4 52 369 3 3 13 Grünberg...................... 167 — 24 602 6 6 2 Grüningen ...................... 101 1 12 157 5 — 2 .Harbach....................... 14 2 — 105 1 — — Hattenrod....................... 27 —— 4 125 1 — — Hausen........................ 130 — 3 56 —— 1 3 Heuchelheim...................... 724 4 81 356 4 4 59 Holzheim....................... 145 1 8 490 1 — — Hungen ....................... 170 — 126 386 2 19 3 stnheiden.................... . . 91 — 6 97 — 1 —— Meffelbad)...................... 80 _ 28 53 1 — — L lein-Linden..................... 391 — 37 369 _ 3 9 Langd ........................ 51 — — 182 3 — • 1 Long-GSns...................... 305 — 37 552 5 1 10 Langsdorf..... . 65 — 41 290 — — 2 Lauter ........................ 31 2 — 118 — 5 — Leihgestern...................... 275 — 18 299 5 5 20 Lich mit Hof Albach, Colnhausen und Mühlsachscn .... 414 4 106 553 2 13 1 Lindenstruth ..... ................ 63 — — 61 — 1 1 Lollar ........................ 562 3 77 337 2 9 10 Londorf ....................... 128 1 42 160 — 2 — Lumda........................ 51 — 74 1 1 2 Mainzlar........................ 99 —— 9 170 6 — — 'LkÜnster....................... 23 — 2 78 — — 1 Vkischenheim mit Hof-Güll............... 75 —. 16 203 — — — Nieder-Bessingen................... 48 — 1 75 —— — 1 Nonnenroth ..................... 19 —- 5 118 — — — Obbornhofen..................... 160 2 132 2 1 — Ober-Bessingen.................... 30 2 3 111 2 — — Ober-Hörgern..................... 6 — — 206 6 1 — Odenhausen mit Appenborn.............. 32 — 2 90 — — — Oppenrod...................... 10 — — 54 1 — 2 Oueckborn . ..................... 57 — 4 151 — 1 —— Rabertshausen mit Ringelshausen............ 6 — 1 64 — — — Aeinhardshoin.................... 9 — 1 83 1 — — Reiskirchen...................... 124 —— 15 149 3 1 3 X ob beim mit Hof Graß................ 31 — 1 127 — — — Aödgen........................ 198 1 6 104 — 2 4 Röthges....................... 27 — 2 51 — — — RüddingShausen.................... 180 2 17 125 — — —— Ruttershausen mit Kirchberg.............. 81 — 9 90 —— 1 1 3aascn mit Bollnbach, Beitsberg und Wirberg...... 63 — 4 80 4 1 1 Ltangenrod ..................... 58 —— 2 79 — — — Staufenberg mit Friedelhausen............. 223 — 9 122 1 1 2 eteinbad)...................... 155 — 5 275 — — 3 ^teinheim...................... 45 — 11 118 3 1 — Lwckhausen...................... 10 — 1 50 — — — Trais-Horloff..................... 133 — 15 68 2 2 2 Treis a. d. Lda..................... 273 2 30 257 —— —— — Trohe......................... 61 — 3 25 —— 1 14 Utphe........................ 87 — 8 128 — — 1 Gillingen....................... 156 —r 2 239 1 2 2 Watzenborn mit Steinberg............... 523 1 16 297 3 1 15 L.'eickl)artshain..................... 7 — 92 — —— — LieiterShain..................... 12 — 7 182 — — — Ktefcd........................ 1106 — 53 228 2 4 135 14950 63 2975 20712 207 822 885 Provinz Oberhessen. Kreise Braun Held Hellpach Jarres Ludendorff Marx Thälmann ^reis Gießen einschl. Stadt Gießen........... 14950 63 2975 20712 207 822 885 -reis Friedberg einschl. Stadt Friedberg......... 16473 109 2401 15353 274 4803 1627 * ÜreiS Büdingen einschl. Stadt Büdingen......... 5319 26 957 9923 124 302 539 .IreiS Schotten einschl. Stadt Schotten.......... 2279 13 472 7884 41 54 54 * 9reiS Alsfeld einschl. Stadt Alsfeld........... 3038 31 483 9174 99 797 58 jRtriS Lauterbach einschl. Stadt Lauterbach........ 2869 24 530 7005 84 620 46 Insgesamt . . 44928 266 7818 70051 829 7398 3209 ren nicht ©eaxrit über sie gewinnen. Die Brutstätte all diese- Hebels feien die gegen früher völlig entarteten „öpirrnftuben“, tn denen heute bei Bier und Schnaps ohne jede Beaufsichtigung verbringe. Licftraurig waren die eige- iw Erlebnisse des Redners, die er nach solchen „Spinnstuben" beobachten konnte. Wtt viel Nützlicheres und Angenehmeres ließe sich mit dem so nutz- und sinnlos vergeudeten und doch so fauer verdienten Geld schaffen. An die Stell: deS öden Wirtshaustreibens der Jugend müsse der Sinn für das Wandern, für Sport und Spiel geweckt werden, das seien die Plätze, wo die Muskeln gestähll und der sich noch entwickelnde Körper zur reckten Entfaltung gebracht werde. Ganz besonders fei es Aufgabe der Mütter, ihre Kinder über sexuelle Probleme auf den rechten Weg zu bringen. In dieser Frage müssen zwischen Lehrer und Schülern eine Scheidewand stehen. Die Ausführungen hinterliehen einen tiefen Eindruck, auß dem Kreis? der Anwesenden wurden sie noch ergänzt. Wenn sich Schule und Elternhaus zu einer derartigen Arbeitsgemeinschaft zusamnrenschliehen, werden auch die Erfolge nicht ausbleiben, ilnb daß dieser erste Abend schon ein großer Erfolg war. konnte einwandsfrei festgestellt werden. Auf diesem begonnenen Weg weiter, dann ist der Gewinngewiß! — Bei der jüngsten Gemeinde- Holzsubmission wurden folgende Höchstpreise erzielt: Eichenstamme 3. Kl. 72,15 Mark, A. Kl. 48,15 Mk., 5. Kl. 40,80 Ml., 6. Klasse 18.90 M.. iltmenftämme 6. Kl. 56 Mk.. Kiefern- ischeicholz 1. und 2. Kl. 50.10 Mk., 3. Kl. 38,36 Mark, Kiesernstämme 3. Kl. 38,25 Mk.. 4 Kl. 22,50 Mk., 5. Kl. 18,20 Wk.. Fichtenschnittholz 1. Kl. 32.50 Mk.,'2. KI. 35,12 Mk., 3. Kl. 32 Mk, Fichtenstämme 3. Kl. 30,20 Mk., 4. Kl. 28,80 Mk., 5a»ÄL 26,80 Mk., 5b-ÄL 23,76 Mk. —1>— Großen- Linden. 29. Marz. Freitag nachmittag fand die Schulentlas- >) un g von 24 Knaben und 20 Mädchen im Rahmen einer Schulfeier statt, der Kreisschulrat Fischer, die Eltern der Kinder. Ittglreder des Schulvorstandes und Lehrerkollegiums beiwohnten. Rektor Bach behandelte mit seinen Schülern die Frage: „Wo liegt Grvhen-Linden?“ in sechs verschiedenen Beziehungen, worauf die Schüler den GesühlskreiS des Heimatgedantens in Gedichten und Liedern in mannigfaltiger Weise zum Ausdruck brachten; tn feiner Ansprache ermahnte er die Schüler, beim Eintritt in das Erwerbsleben ihre Heimat im Herzen festzuhalten, beim in ihr, im EllernhauS, in Schule und Kirche lägen die starken Wurzeln der Kraft. In warmherzigen Worten führte Kreisschulrat Fischer aus. daß die tiefen Lebenswerte der Heimat, die sich dem Bewußtsein allerdings erst im harten Kampfe des Alltags vollständig erschließen. auch an diesen Kindern bei ihrem Ringen nach selbständiger Gestaltung ihres Lebens wirksam werden möchten; ferner entwickelte er fruchtbare Gedanken über das Zusammenwirken von Elternhaus. Schule und Gemeindeverwaltung und schloß mit feinsinnigen Bemerkungen über die erziehliche und unterrichtliche Arbeit im Beruf des Lehrers. Die in zwei Säten von der Handarbeitslehrerin Frau Katharine Dem auf- gebaute Ausstellung weiblicher Handarbeiten der Botts- und Fortbildungsschule fand bei sehr zahlreichem Besuch, auch von auswärts, allseitige Beachtung und Anerkennung. Kreis Friedberg« Ss. Friedberg, 28. März. Die Bank für Handel, Gewerbe und Landwirtschaft (früher Vorschuß- und Credit-Derein) Jjieit gestern abend in ihrem Bankgebäude ihre Vauptvecsammlung ab. Aus dem von Direktor ^Webet erstatteten Bericht konnte man entneh- •men, daß sowohl die Mitgliederbe'träge wie die "-Spareinlagen in erfreulicher Zunahme begriffen sind, so baß die Da ick in der Lage war, fast allen Kreditgesuchen zu entsprechen. Die Bank war imstande, trotz erheblicher Rücklagen und Abschreibungen eine Dividende von 2V Prozent vorzuschlagen, welche von der Der- sammlung genehmigt wurde. Kreis Büdingen. nd. Ridda, 28. März. Heute nachmittag tand tn der hiesigen Gewerbeschule die dieS- lahrige Schluß feier statt. In Berhinderung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Geh. Justiz- rat Römheld, eröffnete dessen Stellvertreter. Pfarrer Laut von hier, die Feier mit herzlicher Begrüßung der Ettern der Schiller, der Mtt- glreder des Schulvorstandes, der städtischen Ber- treter und der Freunde und Gönner der Anstatt. In einem ehrenvollen Rachruf gedachte er sodann der großen Berdienste des langjährigen Lehrers der Schule, des zu Anfang des Schul- fahres plötzlich verstorbenen Gewerblleh-ers Endres. Dem erkrankten Letter der Schutt. Rektor Höhn, wünschte er baldige Genesung und dankte Schülern für ihre gewissenhafte Pflichter, ultung unb ihren regen Fleiß im verflossenen Schuljahre. Wohlgemeinte, ernste Mahn- wvrte rief er den scheidenden Schülern zu. Schließlich zollte der Redner noch aufrichtigen Dank der Stadtverwaltung, den beiden hiesigen Kaisen und Industriellen, die die Schule bereitwilligst in der jetzigen schweren Zett unterstützten. Als Ber- tretcr des erkrankten Rektors erstattete hierauf Gewerbetthrer Bitt den Rechenschaftsbericht der Schule über das zurückgelegte Schuljahr. Rach demselben zerfällt die Anstatt in eine Lehrlingsund in eine Meisterschutt. Dir erstere bereitet die Lehrlinge für die Gesellenprüfung vor und umfaßte rm letzten Winter 7 Klassen. Ihr an- gegliedert sind noch die gewerblichen Forbll- dungsschulen in Schotten mit 3 Klassen, in Echzci, mit 2 Klassen, in Hungen mit 2 Klassen, in Laubach mit 2 Klassen, und in Reichelsheim mit 2 Klassen, zusammen 18 Klassen mit 360 Schülern. Die Meisterschutt bereitet die Gesellen zur Meisterprüfung' vor und zähtte 3 Klassen mit 53 Schillern. Außerdem wurde im Winter noch ein Meisterkursus mit 7 Teilnehmern hier abgehalten Rachdem die Zeugnisse überreicht worden waren, fand eine Besichtigung der ausgestellten Zeichnungen und Schülcrarbetten statt, bie durch ihre Re'chHalligkeit und größtenteils recht guten Ausführungen die Eltern und Fachleute voll befriedigten. An der Anstalt wirkten im lehteir Schuljahr außer dem Reltor noch 4 Gewerbelehrer und 1 Forl- bildungLschultthrer im Hauptamt. Str ei* Lauterbach. hink. Lauterbach, 28. März. Eine schöne and wohlgelungene S ch l u ß f e i e r veranstaltete am Freitag die hiesige Realschule. Sie galt in erster Linie den 16 Schülern und Schülerin neu. die mit bem Ende des Schuljahres die Anßalr verliehen. Chorlirder unter der Leitung des Stu- Fabriktatig- Jahren angefan- den Aufschwung in der Fabriktatig- feit genommen. Die vor zwei Jahren angefangene und voriges Jahr vollendete Riemen- f a b r i k von L u k a u s L Eo. beschäftigt zur Zett bis 140 Arbeiter meist aus Brandoberndorf und ilmgegenö. Auch die Holzschneiderei ve- schäftigt viele Arbeiter. Den Bewohnern ist hierdurch reichliche Gelegenheit geboten, ihren Unterhalt zu verdienen. Kredit der GrgÄBimg der * Der amerik Rhein-Slbc-Äni Wirtschaft. * Die Absatzkrise im Ruhrgebiet. Die Absatzkrise im Ruhrgebiet nimmt, wie dem D. H. D. gemeldet wird, von Tag zu Tag einen größeren umfang an. Auf den Halden der Ruhrzechen und auf den Syndikatslagern liegen zur Zett 9 bis 10 Millionen Tonnen Brennstoff. Große Mengen Kohle sind bereits in Brand geraten. Die tägliche Förderung ist auf 330 000 Tonnen zurückgegangen, gegenüber 378 000 im Januar 1925' und '380 000 Tonnen im März 1913. Die Zahl der Feierschichten betrögt zur Zett arbeitstöglich rund 30 000 gegenüber 6885 im Januar und 1614 im März 1913. Weitere Betriebseinschränkungen und Stillegungen stehen bevor. Bei den südlichen Randzechen erfolgen täglich neue Kündigungen. Der Hauptgrund für die Absagkrise liegt darin, daß viele frühere Absatzgebiete der Ruhrkohle von anderen Brennstoffen erobert worden sind: dann leidet der Bergbau noch unter den Folgen der Kohlenzwangswirtschaft und darunter, daß die Eisenbahnfrachten weit über dem Durchschnitt der Teuerung liegen. 4 Bamag-Meguin 21.®., Butzbach Die Handelskammer Frttdberg hat sich laut „Frkf. Ztg." nach dem Stande des älnternehmens erkundigt und stellt auf Grund der erhaltenen Auskunft folgendes fest: Die Bamag-Meguin A. G. hat, wie alle Unternehmungen nach Beendigung ter SnJlationdAett, einen gewissen Abbau unproduktiver Kräfte vorqenomnren. der nunmehr durchg^führt ist. Auch sind infolge der Fusion der 2Negum AG. mit der Barnag 21.©. Veränderungen rn der Beschäftigung des kaufmännischen und technischen Personals notwendig getoorben, die aber im ganzen nur etwa 20 bis 22 Beamte betreffen. Auch diefe Organifationsmaßnahme ist nunnwhr beendet. Außerdem ist eine betriebstechnische Teilung des Arbeitsgebietes der Bomag-Abteilung und der Meguin-Abteilung durchgeführt oder wenigstens in Angriff genommen. Die Folge hiervon wird aber nicht eine Verringerung des Butzbacher- Betriebes sein sondern durch intensivere Ausgestaltung ihres ArbniSg-bietes wird es der 2I6teiIung in Butzbach schon tn kurzer Zeit wieder möglich sein neue Arbeitskräfte einzustellen. Jedenfalls ist sie mit Aufträgen genügend versehen und für Monate hinaus gut beschäftigt De Werke in Butzbach f^hen deshalb mit aller Ruhe und begründeten Hoffnungen der Zukunft entgegen und sind überzeugt, daß sie auch bei wirtschaftlich noch ungünstigeren B»rh^ltnisf-n mtt Erfolg und ungeschmälertem Arbeiter bestand arbeiten werden. btentatt Dr. Schütz fotoee Seflamata>neit von Gedichten heiteren und lehrhaften Inhalts wechselten müetnanbei ab. Studiendirektor Stein richtete nach einem kurzen HeberbHd über daS obgelausene Schuljahr herzttche und beherzigenswerte Abschiedsworte an die zur Entlassung kommenden Schüler. Richt Zügellosigkeit soll für sie die jetzt beginnende Freiheit sein nein Lebensabschnitt bringt die ernste Pflicht, sich Wetter auszubilden, den Körper zu pflegen und zu stählen, Bescheidenhett und Anständigleit allezeit an den Tag zu legen. Die Ausübung der Pflichten und Rechte als Bürger des Staates muß mit Heber legung und gründlicher Kenntnis des politischen Lebens geschehen, ohne dabei in Parleifana.ismus und Parteihader zu verfallen. Mit dem Wunsche, daß die entlassenen Schüler und Schülerinnen einmal echte deutsche Männer und Frauen werden möchten, die jederzeit für ihr Vaterland, für Einigkeit und Recht und Freiheit eintreten, schloß Studiendirektor Stein seine ernsten Worte. Das Spiel „Die Zaubergeige" nach einem Grimmschen Märchen erregte Freude und reichen Beifall. Mit dem Chorliede „Freude, schöner Götterfunke" endete die schöne Feier. Kreis Wetzlar« r. Weglar, 28. März. Die Grube „PHili p p s w o n n c" bei Garbenheim, die am 20. Januar durch Absturz eines Förderwagens derart große Zerstörungen des Förderfchacktes und seiner Holzbekleidung erfuhr, daß eine Wiederherstellung des Schachtes nicht mehr lohnend war, ist jetzt vollständig mit Abbauschutt § u g e s ch ü t t e t worden. Die Grube mar vom Jahre 1891 ab feit der damaligen Neueröffnung dauernd in Betrieb gewesen und hatte eine Tiefsohle von 125 Meier. Heber 100 Arbeiter aus Garbenheim und der Umgebung, die in dieser Grube arbeiteten, sind wieder tn der Landwirtschaft beschäftigt. Die Grubengebäude und Schienenanlagen werden abgebaut Die großen Pumpwerke und Motors innerhalb der Grube konnten nicht mehr gerettet werden. Die Grube ist nun endgültig geschlossen. — Auf der Höhe des Galgenberges unterhalb der „Schönen Aussicht" (Charlottenburg) sind zwei große Wohnhäuser, bestimmt für Beamte der hiesigen Sicherheitspolizei, im Rohbau fertig geworden. Trotz der schwierigen Herbeiscyaffung des Baumaterials auf- diese Höhe sind die beiden stattlichen Gebäude doch verhältnismäßig rasch erstanden. Einen überaus schönen Ueberblick genießt man von hier über das ganze Stadtbild und das Lahntal. Die Sicherheitspolizei ist in Räumen der ehemaligen Unteroffizierschule auf der Spilburg untergebracht. T 21 a u n fj e i m, 28. März. In diesem Jahre werden es 4 00 Jahre, daß hier und in dem benachbarten Waldgirmes die ersten Schulen errichtet wurden. Damals gehörten wir noch kirchlich zum K l o st e r D o r l a r. d. h. unsere Kirchen standen schon im 11. Jahrhundert, wurden aber von Dorlar aus versehen. Dann kam 1525 ein Präzeptor von dort nach hier und Waldgirmes und erteilte der Jugend den Religionsunterricht. Da aber hier noch niemand lesen und schreiben konnte, war derselbe noch mündlich. Dann kam das Schreiben- und 2efeitlerreen dazu. Als 1604 beide Gemeinden von Dorlar getrennt wurden, versah der Präzeptor von Königsberg hier, und derjenige von Hohensolms in Waldgirmes den Religionsunterricht. Aus diesem Grunde mußten beide Gemeinden bis zur Inflationszeit einen kleinen Bettrag zur Lehrerbesoldung nach Königsberg resp. nach Hohensolms bezahlen. Hessen-Rassau. r. Brandoberndorf, 28. März, ihrfer Ort hat m den letzten Jahren einen bedeut : n- Datum: Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) S*/. DenNche RetchSankrlye . 4*/n Deutsche RkichSanletye . BV/o Deutsche Sictchsanletl-r S6/ Deutsche Reichsanlcibe . Deutsche L-parpramienanleth« -1% Preußische KonsolS . . . 4° o Hessen........... 3'/?/n Hessen 3"/« Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Ank. bto. Doll Schatz-AnNeiMg.') <®lo Zolltürken ....... 5*/e Äoldmerikaner ..... Berliner HandelSaefellschaf». Commerz- und Privat-Bank Tarmst. und Naiionalvank . Deutsche Bank......... Deutsche Beretnsbank ... . DiScoiuo Commandit . . . . Metallbank Mitteldeutsche Kreditbank. . Lcsteireichische Kreditanstalt. Westbcmk. .......... Bochumer <8nH ...... BuderuS............ Caro Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerk. . Harpener Bergbau...... Kal,merke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. . . . . Laurahütle Oberbedarf Phönix Bergbau ..... Rh-innabl........... Rubrik Montan ... Tellus Bergbau........ Hamburg-Amerika Vaket. .. Norddeutscher Llovd..... Lheramische Werke Albt» . . .Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann ...... Anglo-kLonl -Guans . . . .. Badische Anilin . . Chemische Mayer Sklavin .. Goldschmidt Gries eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung..... .. MütgerSmcrke ...... Schetdeanstalt ........ Alla ElekrrizikätS-Sesellschost Bergmann .......... Maiukraftwerke ...... Schlickert . . Siemen- & Halske ...... Adlcrwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligensiaedt " egutn............ Motorenwerke Mannheim . frankfurter Armaturen , . Konservenfabrik Braun . . . Metallgekell chasr Frankfurt. Bet Unton A.-G Schuh'abrtk Herz . . .... Sichel Zellstoff Woldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäulel • . . Meroung uber einen amerikanischen Kredit der Deutsch-Luxemburgifchen Bergwerks-Gesellschaft erfährt der „D. H. D.": Dlllon, Road & Co. in Reuhork haben der Mmttangruppe der Siemens- Schuckert-Rhein-Glbe-älnion, der Gelsenkirchener Bergwerksgefellschaft, der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten-A. G. und dem Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikatton einen Bankkredit von 6 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt, als Dorläufereiner großen langfristigen Anleihe an diese Gruppe. Die Kreditverhandlungen sind durch die Deutsche Kreditsicherungs 21. G. geführt worden, die auch zum Deutschen Treuhänder für den Kredit bestellt ist. * Deuts che Werke A. G.. Berlin. Die Hauptversammlung genehmigte den bereits bekannten 2lbschluß und erteilte der Berwaltung Entlastung. Der Aufsichtsratsvorsihende, Staatsminister a. D. Albert, führte aus, daß der Beschluß des Aufsichtsrats, dos bisherige Aufbauprogramm aufzugeben und die einzelnen Werke selbständig zu machen, darauf zurückzu- führen fei, daß die Deutschen Werke von feiten des Hauptaktionärs nicht die genügenden Mittel erhalten konnten, um ihr Programm durchzuführen. Rach Ansicht des Reiches könne es nicht die Aufgabe eines Staatswerkes fein, in scharfen Wettbewerb zur Privatindustrie, wie er in dem Automobilprogramm liege, zu treten. Erst nach Aufstellung des neuen Programms habe sich der Hauptaktionär entschlossen, zu seiner Durchführung die nötigen Mittel herzugeben. Zur Durchführung des Automobilprogramms seien diese Mittel nicht bestimmt. Dieses könne nur in Ver« bindung mit der privaten Industrie durchgeführt werden, und es seien Anzeichen dafür vorhanden, daß in d^r privaten Industrie die Erkenntnis der Rotwendigkeit der Durchführung des Automobilbaues nach amerikanischem Muster Raum gewinne. Frankfurter Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M. 28. Marz Tendenz: Erholt. — 3>ie Enttäuschung, die sich gestern durch die Auswertungsnovelle an der Börse widerspiegelte, kann bereits als überwunden bezeichnet werden. Der Markt ließ bei Eröffnung des heutigen Verkehrs int Einklang mit dem freundlichen Qkrlauf der gestrigen Abendbörse eine Optimist ische Auffassung erkennen, die in einer allgemeinen Kurserholung zum Ausdruck gelangte. Die Spekulation zeigte sich anfangs etwas ruhiger und schritt zu Rückkäufen. DaS Geschäft hat sein ruhiges Aussehen zurückgewonnen und bewegte sich wieder in dem bisher beobachteten Rahmen. Die Besserungen erstreckten sich auf alle Märkte, hielten sich jedoch in engen Grenzen und stärkere Kursavancen blieben vereinzelt. Anleihen fetzten zu erhöhten Kursen ein. die Kursgestaltung wurde aber später wieder schwankend. 5proz. 'Reichsanleihe hoben sich auf 0,700, auch die anderen deutschen Anleihen erfuhren leichte Besserungen. Am Pfandbriefmarkt waren die Kurse nur wenig verändert. An den Aktienmärkten. die von der freund- ttchen Stimmung ebenfalls profitierten, sind nennenswerte Deränderungen nicht zu verzeichnen. Im großen und ganzen gingen die Kursbesserun- gen über 0,5 Proz. nicht hinaus. Im Freiver- kehr blieb das Geschäft äußerst ttein, die Kurse strebten etwas noch oben. Man hörte: Api 1 4 Beckerstahl 1L5. Beckerkohle 7,12, Benz 4 85' Brown^Doveri 60 Growaa 0,145, Krügershall 11,5, Kunstseide 340, Petrottum 15,12, Ufa 12 8. 3m wetteren Verlaufe schrumpfte das Geschäft tast völlig zusammen: 2lktien wiesen weitere Der- anberungen nicht auf. Am Anleihemarkt blieb die Haltung schwankend. Dfandbrieie waren weiter er-ott. Frankfurter Hhpotheken-Pfand- ftranf*nrt ■? *nt. 6d)Iuß. fti.ro ISchlllb". ,Adenü- böfe Schluß ft« » Schluß 'Uliliag i’ rfe 27.3. 28 3. 27. 3. 28 8 0 693 0 638 i 69 e.705 —— 0 72 0,73 0,790 o 78 68 0 71 0.825 0 870 0 805 0 81 — 0 380 <0 0 36 0,85t 0.770 0 73 0.80 — — 0 98 0 90 0,8 0 92 1 1' 1 ID .0 85 0 6 0 90 0 825 94 7a Ot 75 94.7 ' 94,7.5 91 65 11,65 1 75 61 75 9 65 9,75 9,6 9,6 38 - — - — 160 158 157,5 107 109 2 > JO 109,5 137 • 134 137.5 137,5 134 — 134 134,7.5 0 3) o,:m; —— — 126.75 127 i 6,62 127,25 116,75 117 __ — »no 99,75 100 ino 8 8 8 85 8.75 8 25 0,11 0 11 0 2 0,3 —- 81,91 83 16.75 16 85 f6 90 17.12 10.1 10,25 10 40 10 5 12,25 H2 7t 7.2,2 75 82.75 81.75 83 138.5 130 * 7 5 13».80 18 25 18,2 >8.40 18 1 2 5 22.5 .2,75. 22 75 6 ;»5 6 90 7 6 90 10,50 10.6 10 60 0.5 61.50 -2,-5 61 10 6* ,25 54 5 4.620 54 5 4 0 01. 0 103 ■ 102 104.25 3 4 3.5 —- £6,5 86,50 «6,13 86 25 91,62 9.4,5 9 ,25 01 63 92 5 92/0 —* 5 70 85,75 85 85,25 110 152.13 151 9 115.7 IM 75 146 146,50 0 485 0 49 113,7, 27,5 1)2 113 2 113,23 7 9 27 12 27 62 137 62 138.62 138 138 8 1 8, 0 15.9 16 13 6,20 16,75 141 1.0 90 — •' 30 1 45 1 40 11 40 18 25 18 2ö .8.25 18.80 8» 89 - 64 25 '3,13 63,90 72,5 73 73,5 73,25 6z ' 60 3,62 3,62 5,70 5.7 5,70 5,70 3,35 3,4 - 8 8 8,1 8 25 —- 102.5 1V3 0 65 0,62 1.1 1 1 1,12 1,25 131.25 131 4 - 2 25 2,?5 2/5 5,25 3 7 _ 3,6 3 7 2 6 3,575 2,5 2,6 12,6t) 14 5 13.5 12,4 1 . 7, 4.7 — —- 3.425 3,425 — drtefe 7,35. Die Geldmarktlage ist toiebet leichter geworden. Tagesgeld ist flüssig. DerZinS- satz für Monatsgeld ist 10 bis 11 Pro-. Am Devisenmarkt hat das englische Pfund bei sehr stillem Geschäft eine internationale Verschlechterung auf 4,78 gegen Kabel Reuhork erfahren. Paris ist unverändert bei 90,45 gegen London und 18,92 gegen Dollar. Die Mark ist ebenfalls unverändert bei einer Dollarparität von 4,199. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt Italien. . 17 20 17.24 17 3 5 London. . . 20,077 20 127 20 043 20,093 VJcuyort .. 4.195 4,203 4,195 4,205 Pari-. . . 22 26 22 3 3 22 3 2i 18 Schweiz . 80 ? 4 61 14 80 9) M ti Spa ikn . Japan . . . 69 83 59 97 to 73 69,87 1,738 1,742 1,738 1,742 •Mio de Jan Wien in D-> 6,461 0,463 0,451 0,458 reff- aögest 69,10 59,24 59,11 69.25 Prag .... 12 13 12,17 1? 13 12,47 Beljrad .. 6 65 6 67 6 71 6'?3 Budapest. - SttL arten 6.815 (,055 6,835 7,065 6,805 r-,051 c.sy L-ssabon 19 97.1 30 02 i 19,975 20 02 • Daruig. . . Konst, ntin. SltOcn. . - 29.80 . 2 185 6,69 80 00 2.195 ' 71 79 65 2,175 6.69 7V 85 2,185 • 671 Berlin, Mm-^ fffp) tOrW Amerssanllche Noten ..... 4.177 4,197 Belgische Noten ....... 21 46 21.56 Dänische Noten ...... . 76 43 76 81 Lnglische Noten........ 20 018 20 118 Französische Note» ...... •2 15 23 27 Holländische Noten..... 1( 7 06 167 92 licnische Noten ...... 17 25 17 32 Norwegische Noten...... (5 59 65 9 1 Deutsch-Ocsterr, ä 100 Krone» Rumänisch.' Noten...... 18,97 69,27 Schwedische Noten...... 112 8> 113.39 Schn-elzer Noten..... . 80,90 81,30 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Note» .. 12 405 12.465 Ungarische iRoteii . ... 5,77 5,79 Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Berlin, 28. März. Die Reuregelung der Aufwertungsfrage, die drr Börse gestern das Gepräge gab, wirkte auch heute nach. Am A n - leihemarkt ist man sich nicht darüber klar, auf 'welcher Grundlage nun die Bewertung der Staatsanltthen erfolgen soll, so daß bei Beginn des Verkehrs eine erhebliche Unsicherheit herrschte. In Kriegsanleihen ging zunächst nur wenig Material ein, der Kurs war mit 0,690 bis 0,695 zu hören Etwas lebhafter wurden Schuhgebietanleihen umgeseht, und zwar mtt 35/e diS 3Ve. Vorkriegspfandbriefe lagen vollkommen vermacht lassigt. Auf den I n du st r i ea f t i en m ä r f ten begann die llmfaßtätigfeit gleichfalls recht zögernd, da sich einmal die Unlieber bett auf dem Anleihemärkte etwas mehr auswirkte unb zudem das Geschäft am Wochenschluß stets still zu fein pflegt. Die ersten 2totiermaen hinten sich tm allgemeinen unter den Schlußkursen des Vortags. Die Meldungen von Gewährung von amertra- nischen Vorschuß ki editen an die Rhein--Glbe- älnion und den Anilin-Konzern tarnen nicht zur Geltung. Lebhaft befprochen wurde dagegen der bisherige ergebnislose Verlauf der Derhandlun- Bi Mittwoch, V1 bei Mitglied t “SÄ ■uw !Nch llörlrlM* |0r6M Mw» ohne § - Äbflflbe t verte Heim Wein Schmppenho ItbUmt W Schokolad' Kl I ifinbet Mittwoch I Woche, im Lager : mäßigten Prelle L. ___________floniti gghüw üchlM Naturl ! Reiniiartishz gen zwischen dem Stempelverein und der Maklerschaft Über den Terminbandel. Der Antrag des finanzpolittschen Aussch fses desReichswirtschafts- rates über das neue Finanzausgleichgefeh. das Steuer^-schlagsrecht der Länder und Gemeinden zu streichen, wurde günsttg ausgenommen, ebenso die Herabsetzung, der Preise für Ruhr-Hausbrandkohle, wovon man eine geringe Hebung des Absatzes erwartet. Am Geldmarkt wirk die Rachfrage allmählich reger, doch sind zur Deckung ausreichend Mittel vorhanden. Tägliches Geld 1l/2 bis 9V» Proz., über den Monat Sprechsl Sonntags 1 jnxnnn Kinds Rohwaren Stiebtid »ÄD ßi(i 0** Pe k i hinaus 11 Prozent. 2Nonatsgeld 12 Prozent. Privatdiskont 8 Prozent. Der internatio- . nale Devisenmarkt lag am Wochenschluß ■ recht still, erwähnenswerte Kursschwankungen traten während der Dormittagsstunden nicht aus Berliner Produktenbörse. Berlin, 28. Marz. Der Produktenmarki war entsprechend d»s ausländischen Rückganges zufolge schwächer. Gerste still, Mais ruhig, dagegen Hafer fest. Mehl hatte sehr schwaches Geschäft. Es notierten pro Tonne: Weizen (märk.) 248 bis 251, Weizen (April) 272 bis 271.50, Weizen (Juli) 266 bis 267. Tendenz: stetig, 2ioggen (märt.) 233 bis 237, Roggen (Juli) 235 bis 234,50, Tendenz: stetig: Gerste (märt.) 225 bis 246. Futtergerste 205 bu 224, Tendenz still: Hafer (märk.) 185 bis 193, Hafer (Juli) 184, Tendenz, ruhig, Mais (Mai) 180 bis 181, Tendenz behauptet: Raps 395 bis 400, Tendenz: stetig: Leinsaat 390 bis 400; pro Doppelzentner: Weizenmehl 33,25 bis 36, Tendenz: still; Roggenmehl 31,50 bis 34, Tendenz: ruhig; Weizenkleie 14, Tendenz: stetig; Rogqenkleic 14,50, Tendenz: stetig; Vikkoriaerbsen 22 bis 29 kleine Erbsen 18 bis 20, Futtererbfen 18 bis 19, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 19 bis 20, Wicken 18,50 bis 20, Lupinen (blau) 10,50 bis 12, Lupinen (gelb) 12,50 bis 14, Serradelle (neu) 13 bis 15,50, Rapskuchen 15 bis 5,30, Leinkuche» 21, Trockenschnitzek 10 bis 10,20, Sorfmelaffe 9.20, Kartoffelflocken 19 bis 19,20. (In einem Lett der Auflage wiederholt.) ; Die ehemalige Kaiserin von Mexiko nicht gestorben. Berlin, 28. März. (TLl.) Wie aus Der» lin gemeldet wird, wird die Nachricht über den Tod der Witwe Maximttians, des ehemaligen Kaisers von Mexiko, tn Brüssel amtlich dementiert. Die Kaiserin-Witwe, die an einer Grippe erkr c» nkt war, ist nunmehr wieder hergestellt. shM« venäMMÜen lind »He Hautanreinlgkeitcn u. Hautansschläge, wie Mitesser, Pickeln, Blütchen usw. durch tägl. Gebrauch d. allein echten SeersdwoefeL-jtifc von Bergmann * Ce., Radebeul. Cberall zu haben. Knai-DroB. AegMt Noll. P, J. Droj, Oeirl Wallealelo, vro^ 0. WüHeplie!l. 48e 3ut Deckung der Unkosten werden 50 Pfennig Eintritt erhoben 4 | “ --- IIIIIIIIIIIMIIIIIBIIIIIIHIIhl!IIIIIIHII!ililllll!i;nilllllii!ll!HHliPnillllllllllll'illlllLlllll!,!llllii;!!ll!lili|l|IIMill!lllll!!llllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllillM Hess. Polizei- und Schutzhunde CAFE SCHWARZ Konditorei und Konfitüren Der D|o r st an d ßßOD am Hauptbahnhof Gießen Eröffnung: .Dienstag, 31. März Telephon 1403. r inel inen Garten 32241) 02792 Ifert Merfoftafot Zwetschkenstie! Ast^aeggc 48 Allein-Verkauf: N. REISS Mtueburg 12 • Gießen • Telephon 210 Ein Paar Damen- MLAL Herrenrad rU, Ml kei. • ___ Gr. 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April 1925, vormittags 10 Uhr in der Gastwirtschaft de- $)crrn Tamer in Münster auS dem StwtHwuid 3ubtnrid)e: Stammholz» Sstm. Sichen: 1,21 6.- 4. Äl Fichten: 159 Stück - 26 5b.«l . 4 Stück Duchenhackstöcke Derbstange», Fichten: 133 Stück 16 1. RL. 409 Stück ----- 21 2. Rl. AeiSstange», Fichten 115 Stück — 2,44 1. 5tL, 3 6 Am. Fichten- nuhknüpprl (3 Mtr lang). Brennholz, Tim.: Scheiter: 13 Buchen, 5 Gichen 9 Obstbäume, 22 Kielern. Anüppel: 4 Buchen. 9 Sichen, 8 Obstbäume 12 Riefern Reisig: 102 Buchen, 42 Eichen, 34 Obst, bäume. 130 Kiefern, 4 Lose Fichtenschlag- reifer. Stöche: 7 Buchen, 2 Sichen, 3 Obst* bäume, 29 Kiefern, 7 Fichten. Die Hummern des nicht zur Der* fleigetung kommenden Holzes sind blau unterstrichen. ‘Höhere Auskunft durch Herrn Förster Butteron zu Aoethges und die unterzeichnete Stelle. 2aubach, den 27. März 1925. Hessische- Forfiamt Laubach. 3260i > Hi l angelehenn BtMetüngslomnn hat für den Platz (Liehen seine ÜWtzM neu zu besetzen. Energische Herren, wetchk bejlrebt sind, den bereits vorhandenen Der sicyerungsbestand weiter auszubauen, werden gebeten, ihre Bewerbungen unter 02767 an den Gietzener Anzeiger zu richten. b reger, doch MJ® Mittel vochanden. Proz., über den Donal Ltsgeld 12 PwM . t lag am Dvchestchbts Jette KursichwanluM Mittagsstunden nicht odusianböste. rz. luslöndifchcn y- r-»L SsZ i 34 bii” t-uitererdieu ' bii jfl MIT« HM war. ’l* väS* ■lig.' in Schokoladen, Pralinen, Keks etc. ,findet Mittwoch und Donnerstag dieser Woche, im Lager Neustadt 82 zu «eit et: mötziglen Preisen bestimmt statt. e. Althoff Aonhureoerroaltcr. 3267 D Festhalle oder Volkshalle? Schon vor dem Kriege bestand in unserer Vaterstadt Gießen die Abficht, eine feststehende Lalle zu errichten, um darin landwirtschaftliche und gewerbliche Fachausstellungen aller Art, Versammlungen und Kongresse großen Stils abzuhalten und die Möglichkeit 31t schaffen, auch große Turn- und Sportfeste und dergl. in Gießen abhalten zu können. Infolge des Weltktteges mußte die Verwirklichung dieses Gedankens zurückgestellt werden. Die Abhaltung des 32. mittelrheinischen Kreisturnfestes Anfang August d. Is. in den Mauern unserer Stadt hat diesen Gedanken von neuem aufteben lassen. In Ermangelung einer feststehenden großen Lalle konnten in den letzten Jahren verschiedene größere Veranstaltungen in Gießen nicht ftattfinden und wurden in anderen Städten abgehalten, die mit geeigneten Räumen besser versorgt sind. Daß hierdurch der Verkehr von unserer Stadt abgeleitet und das wirtschaftliche Leben geschädigt worden ist, bedarf keiner besonderen Erläuterung. Tatkräftige Bürger unserer Stadt unter Führung der Stadtverwaltung und vieler Stadtverordneter haben es deshalb übernommen, die Schaffung einer Lalle, in welcher Veranstaltungen aller Art abgehalten werden können, in die Wege zu leiten, wobei besonders berücksichtigt worden ist, daß die Gießener Turnerschaft für die Benutzung der Lalle, wenn sie rechtzeitig fertig wird, einen Betrag von 15000 Mark zum Baukapital beisteuern will. Für die Errichtung der Lalle in gedachtem Sinn hat ein Wettbewerb unter Gießener Architekten stattgefunden, dessen Resultate vor einigen Tagen im Gießener Anzeiger bekanntgegeben worden find. Die emgegangenen 26 Entwürfe waren dem Publikum zur Befichtigung fteigegeben, so daß sich jeder über den Umfang des Projekts ein Urteil bilden kann. x Da das geschilderte Projekt nur unter tatkräftiger Mitwirkung der Stadtverwaltung zur Durchführung gebracht werden kann, macht sich auch eine gewisse Gegnerschaft bemerkbar, welche geltend macht, daß die städtischen Mittel anderweitig nutzbringendere Verwendung fänden als gerade zum Bau einer „Festhalle". So müßten vor allen Dingen Wohnungen gebaut sowie die städtischen Anleihen aufgewertet und soziale Röte gemildert werden. Liergegen ist zu sagen, daß die Errichtung einer Lalle für gemeinnützige Zwecke mit den vorerwähnten Einwänden absolut nichts zu tun hat. Die Stadt Gießen erfüllt, wie jeder in diesen Fragen Halbwegs Urteilsfähige beobachten kann, laufend ihre Pflicht in bezug auf Beschaffung von Wohnungen usw. Die Aufwertung wird, wie allgemein bekannt, zu gegebener Zeit gesetzlich geregelt, so daß also keinerlei Zusammenhang zwischen Hallenbau und Aufwertungspflicht der Stadt besteht. Ganz im Gegensatz hierzu muß betont werden, daß es sich bei Erstellung der geplanten Halle um eine werbende Anlage handelt, welche weiten Kreisen unserer Bevölkerung in mannigfachster Hinsicht Nutzen bringen wird, eine Anlage, welche sich nicht nur selbst erhält, sondern auch die erforderlichen Kapitalzinsen aufbringt. In erster Linie aber werden die dort stattfindenden sportlichen und turnerischen Veranstaltungen ihren wohltuenden Einfluß auf die Hebung der Volksgesundheit, die Ertüchtigung und Erziehung der Jugend bemerkbar machen. Für die Geschäftswelt jeder Branche werden sich vielerlei Votteile durch tzen Fremdenzustrom, welcher zweifellos einen größeren ümsah zur Folge haben wird, ergeben. Die Stadt hat in gleicher Weise Vorteile durch Anwachsen des Verkehrs, Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse und Lebung der Steuerkraft. Die Namen der Leute, die sich in selbstloser Weise in den Dienst der guten Sache gestellt haben, sollten dafür bürgen, daß es sich um ein ernstes, wohldurchdachtes Problem handelt. Ein Teil dieser Leute hat auch schon in anderer Weise vorbildlich zur Belebung der wirtschaftlichen Verhältnisse und zur Verschönerung unserer Stadt beigettagen und ebenso für die Lebung der Wohnungsnot wesentlich mitgearbeitet. Alle Beteiligten lassen sich bei ihrer Arbeit von dem Gedanken leiten, ohne jede Sonderinteressen, lediglich im Interesse des allgemeinen Wohls der Stadt und ihres geschäftlichen Lebens etwas Nutzbringendes zü schaffen und durch diesen Bau den erwerbslosen Mitbürgern eine neue Arbeitsgelegenheit zu erschließen. Wir verweisen auch an dieser Stelle, wie es übrigens in vorausgegangenen Veröffentlichungen bereits geschehen ist, auf andere Städte in Hessen sowie unserer preußischen Umgebung, die in bezug auf ähnliche Anlagen der Stadt Gießen weit voraus sind. Wenn die Gelegenheit, die Halle in Ver- bindung mit dem bevorstehenden großen Turnfest jetzt zu schaffen, unbenutzt verstreicht, so dürfte sich kaum wieder eine ähnlich günstige Situation für die Durchführung des Gedankens finden. Da nun einmal alle Veranstaltungen, welche idealen vaterländischen oder sozialen Zwecken dienen, zu ihrer Durchführung die entsprechenden Räumlichkeiten und die erforderlichen Mittel brauchen, richten wir an die Bevölkerung der Stadt Gießen, an die Industrie das Landwerk, den Lande! usw. die dringende Bitte, die Durchführung der Idee tat- kräftig zu unterstützen. Selbstverständlich werden in erster Linie diejenigen Teile der Geschäftswelt, die an der Errichtung einer solchen Lalle ein besonderes Interesse haben, zur Aufbringung des Kapitals es über den städtischen Zuschuß hinausgehen wird, in ausgiebiger Weise heranaezoaen' Größere Beträge find von diesen Stellen auch bereits fest gezeichnet. Die Opfer- sreudigkeit unserer Bevölkerung hat sich schon öfter in ähnlichen Fällen bewährt, und dieser Umstand hat auch die Mitglieder der Ausschüsse veranlaßt, sich mit der Idee überhauvt trotz der jetzigen Not ernstlich zu befassen. Es ist schon wiederholt darauf hingewiesen worden, daß die Gelder, die seitens der Gießener Bevölkerung zu der Lalle gegeben werden sollen, nur als Darlehen zu betrachten sind. Die Zeichner erhalten dafür Anteilscheine, von welchen jedes Jahr 5000 Mark auSddort und in bar zurückbezahlt werden sollen. In ähnlicher Weise ist bekanntlich das Volksbad, sowie das Stadttheater hier in Gießen entstanden, obgleich auch damals gegen die Errichtuna dieser Institute Gegner genug vorhanden waren. Satten wir beute fein Lallenschwimmbad und kein Stadttheater, so wäre dies im Interesse der Volksqesund- beit und allgemeinen Bildung ganz gewiß tief bedauerlich. Die Zahlimg der Beiträge zu der Lalle könnte ratenweise erfolgen, aber immerhin muffen die Gelder brs Anfang August greifbar sein. Nach menschlichem Ermessen wird logar eine nicht unwesentliche Verzinsung des Geldes ftattfinden können, so daß jedermann der nur irgend in der Lage ist, und der im übrigenSinn für kulturelle und wirtschaftliche Fortschritte hat, sich an dem Unternehmen beteiligen kann. ©n befonber« dafür bestimmter Ausschuß wirb bemnächst mit seiner Werbetätiakeit für bie Lalle beginnen, unb wir hoffen, nach der vorstebenden ErNärunq baß bie D-völ. kerung der Stabt G,eßen auch in diesem Fall wieder das nötige Verständnis seinen >mb bie erforderliche finanzielle Unterstützung nicht versagen wirb. Z,gtz" Beigeordneter Dr. Seid. Stadtv. L. Winn, M dm MWWsW: Direktor Otto Bergen, 1. Vorsitzender. Drogist Otto Winterhoff, 2. Vorsitzender.» Winterkur für Nervenkranke und Erholungsbedürftige .Kurhaus Befiele e.Teeei« heiWloshai. " WWMMWWWWWWMI ■■■■ Bekanntmachrrng. Di« Zahlstelle des Wohlfahrtsamts für die Unterstützungen der Klein- und Sozial- rentuer in dem ehemaligen Garnisonlazarett in der Draugasse ist aufgehoben. Dom 1. April 1925 an werden die Unterstützungen für beide Gruppen von der Ltadtkaffe Gießen ausgezahlt. Die Auszahlungszeiten werden stets einige Tage vor der Auszahlung an der Anschlagtafel an dem Stadthaus, Gartenstraße 2, bekanntgegeben. Gießen, den 28. März 1925. 32658 Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). Dr. Frey. Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf den Ministerial- erlaß vom 16. Februar 1893 und seine Ergänzungen werden nachstehende Oh- beiten des inneren Ausbaus vom AmtS- gerichtsneubau in Altenstadt in öffentlichem Wettbewerb ausgeschrieben. 1. Schreinerarbeiten: Los 1 Amtsräume des Erdgeschosses, LoS 2 Amtsräume des Obergeschosses, Los 3 Wohnräume, LoS 4 Agenturen, Los 4 Sitzungssaal (Innenausbau», zusammen: 350 qm Tannenriemen, 256 qm Pitsch-pine-Riemen,250 q m Dachfuhboden, 55 Stück Dreifüllungstüren und 4 Stück Außentüren. 2. Anstrich» und Tapezierarbeiten: Los 1 Amtsräume. Los 2 Wohnung, zusammen: 415 qm Oelfarbenanstrich, aus Holz, 60 qm Oelfarbenanstrich auf Putz, 132 m Oelfarbenanstrich auf Metall, 305 qm Oeten des Fußbodens, 210 qm Treppen zu beizen, 845 qm Leimfarbe, 910 qm Tapezieren unb 60 qm Rupfenbespannung. 3. Triolinlieferung und Verlegen: 380 qm Triolin. Zeichnungen, Bedingungen und Angebotsunterlagen find aus unserem Amt einzusehen. Die letzteren sind daselbst zum Selbstkostenpreis, solange Vorrat reicht, erhältlich. Die Angebote stnd verschloffen und mit der Aufschrift Amtsgericht Alten- stadt bis zum Eröffnungstermin am 10. April 1925, 11 Ahr vormittags bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Büdingen, den 27. März 1925. Hessisches Hochbauamt gez. Frey. 3257D ffolzversteigmmg. Freitag, den 3. April, 9 Llhr vormittags, werden aus den Staatswalddistrikten Hasenlopf 6, Schiffenberg 30, Häuserborn 36, 37 und Verschiedene der Försterei Baumgarten versteigert: Derbstangen: 37 Stück = 1,80 Fstm. Eichen 1. Kl., 4 Stück = 0,16 Fstm. Eschen 1. Kl.; Dutzscheiter, Rm: 8,2 Eichen (1,25 und 2.20 lang); Dutzreistg, Rm.: 9 Fichten; Scheiter, Rm.: 10,5 Buchen 2. ÄL, 3,1 Eschen 1. Kl., 4 Eschen 2. Kl., 4,4 Kiefern 1. KI., 2,3 Kiefern 2. Kl., 1 Fichte 1. ÄI„ 27,1 Fichten 2. Kl.; Knüppel, Rm.: 2,1 Buchen 1. Kl.. 0,6 Buchen 2. Kl., 1,3 Eichen 1. KI, 1,1 Eichen 2. Kl., 4 Eschen, 2 Rüster, 2 Birken, 1 Elsbeere, 0,4 Lärchen, 4,9 Kiefern, 1,9 Fichten 1. Kl., 10,6 Fichten 2. Kl.; Reisig, 100 Wellen: 19,7 Buchen, 17,7 Eichen, 2 Eschen. 2,1 Rüster. 1 Birke, 2.2 Aspen, 1,8 Kiefern, 35.9 Fichten, 61 Rm. Weymouthskiefern; Stöcke, Rm.: 14.1 Buchen, 17,9 Eichen, 4,9 Eschen, 29,1 Fichten 1. Kl., 26,9 Fichten 2 Kl. Das Holz wird mit Ausnahme der Ruh. cheiter nicht vorgezeigt und wird deshalb vorherige Besichtigung empfohlen. Die blau durchstrichenen Rummern kommen nicht zum Ausgebot. Zusammen, fünft: Distrikt Häuserborn 36 an der Dahn Gießen - Gelnhausen. Auskunft durch Herrn FörsterM enges, Forsthaus Baumgarten und die unterzeichnete Stelle. Hessisches Forstamt Schiffenberg. 3262D Nutzholzversteigerung Versteigert werden: Dienstag, den 7. April ös. 3«. aus dem Lützellindener Markwald (Hessen): Kiefern-Stämme: 2. Klaffe 1 Stück = 1,51 Fstm. 3. p 11 « = 9,46 „ 4. „ 15 „ -- 8,66 „ 5» n 2 n = 0,96 w Fichten,Stämme: 3. Klaffe 2 Stück --- 2,58 Fstm. 4. „ 7 u = 6,26 „ 5a „ 40 „ <= 21,74 „ 5b , 100 „ -- 27,37 „ Derbstangen.Fichten: 1. Klaffe 144 Stück - 14,09 Fstm. 2. „ 150 „ = 6,19 „ Nutzscheiter-Kiefern: 27 Rm. — drei Meter lang Rutzscheiter-Fichten: 9,2 Rm. — drei Meter lang Nutzknüppel Fichten: 117,7 Rm. =j= drei Meter lang Rutzreistg-Fichten: 7 Rm. Beginn der Versteigerung vormittags 9 Uhr bei der Waldschenk«, Krersstraße Großen-Linden-Gießen Weitere Auskunft durch Herrn Förster Seipp, Forsthaus Hüttenberg bei Großen-Linden. Lützellinden, den 27. März 1925. Der Gemeindevorsteher. _________ R o rsch.__________3251V Zischereioerpachlung. Am Freitag, dem 3. April 1925, nachm. 4 Uhr wird in der Gastwirtschaft Karl Jung zu Hochelheim die Ausübung des Fifchereirechts in den öffentlichen Gewäffern der Gemarkung Hochelheim auf die Dauer von 6 Jahren öffentlich an den Meistbietenden verpachtet. 32680 Großrechtenbach, den 28. März 1925. Der Vürgermeister: Schneider. MR 000t Vahnr» kaff« lelbft gemischt - H besser dfl jede fertigt Mischung! - 1 Was» «r - r V '-M Herz & Co. Bankgeschäft Neuen Baue 23 Gießen Tel. 1803 u. 1904 I Eröffnung von lautenden Rechnungen Vorschüsse auf Wertpapiere unter günstigen Bedingungen An- und Verkauf von Wertpapieren an allen in- und ausländischen Börsen Verwaltung von offenen u. geschlossenen Depots Ausstellung von Kreditbriefen auf alle größeren Plätze des In- und Auslandes Eröffnung v.provisionsfreien Scheck-Rechnungen Annahme van Geldeinlagen Ankauf von Wechseln auf Inland u. Ausland Stahlkammer mit Schrankfächern unter SelbstverschluB der Mieter 3256D Hurra! Hurra! Zur Gießener Frühjahrsmesse Ak Billigen Bonnet Wen finö wiener öo. - LMikiMkim Himel. Stand neben d. a ft en §ckul - u. Rctta nr a ntSolhan, Neustadt. MMiM wenn Sie Ihren Bedarf an: Damast, Hemdentuch, Zephir, Halbleinen, Schürzenstoffe, Detlkattun, Dettbarchent, Handluchstoffe, Kleiderleinen usw. sowie Oberhemden mit 2 Kragen und sämtliche Mako-Unlenvasche für Herren; ferner Da men-S ch lupf Ho sen bei mir Kausen 3264a Große Auswahl! Billigste Preise! Textil - Verkauf Gustav Gutenstein kein Laven! Plockstraße 12II. Sein Men! (Effpvn schwer lernender Schüler u. SchMe-- rinnen wenden sich am besten an das Gießener Pädagogium. Lehrplan einer Reaffchule, Sexta bis Obersekunda. Erfolgreiche Umschulung. Für gut begabte ältere Dolks- schüler Zeitersparnis zur Vorbereitung für Obersekunda oder die mittleren Klaffen der Staatsschulen. Täglich Arbeitsstunden! Veste Empfehlungen aus allen Kreisen Gießens und der Umgegend. Schulgeld für Unterricht und die täglichen Arbeitsstunden (' „5 bis 7 Uhr) durchschnittlich 30 Mk. monatlich. 3m Falle der Bedürftigbeil Ermäßigung. Alles Nähere und Prospekt durch die Direktion: Llebigstr.46,Fernruf275. 23*X» Hr. 75 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffenf Montag, 50. März 1925 Hauptversammlung der hessischen Evangelischen Deka ats-Erziehungsvereine. Boe einigen Tagen fanb bn Dahnhofsmis- sionsheim zu Frantfurr die diesjährige Haupt- verfarnmlung der hef fischen evangelischen Dekanat-erziehungSvereine unter Leitung des Derbandsvorsitzenben. Dekan Röschen- Freienseen, statt. Der Dorsitzende be- -rühte die Erschienenen und dankte besonder- 6en Vertretern der staatlichen und städtischen De- bÖLbeu für ihr so überaus zahlreiches Erscheinen. Tatsächlich war bisher auch taum eine Haupt Versammlung von dieser Seite so zahlreich besucht als die gestrige, so daß man ruhig sagen konnte, bah die ErziehungSvereinSarbeit fast von allen maßgebenden stellen mit Interesse verfolgt wird. Dann gedachte der Dorsitzende des ZlblebenS von Deyermrat Superintendent D. (Suter, durch dessen Lod die Sache einen treuen Freund und kraftvollen Förderer der De reinsinteressen verloren hat. In üblicher Weise wurde das An- denken deS Heimgegangenen geehrt. 3n seiner Begrüßung deS neuen DertveterS der Kirchen- behölde. <3upmntenbent Wagner von Gissten, gab Dekan Röschen ferner freudigen Gewißheit Ausdruck, dast dieser als früherer Vorsitzender des hessischen LandeSveveiNS für 3rmeTc Mission den Erziebungsverernen ein treuer Freund und Beratet sein werde. 3n seinem Danke gab Herr Superintendent Wagner gern diele Zusiche nxng. Für die eingeladen en Kreisämter sprach der bewährte Freund und Mitbegründer der Evangelischen DekanatSerziehungSvererne. Kreis- divektvr Wolff aus Wornrs. Dank und Anerkennung für die Tätigkeit der Vereine auS. AuS dem von Dekan Röschen vvrgetrage- nen Jahresberichte konnte man erfreu, dast die GrziehungSvereine die Gefahren, die ihr in der Dachkriegszett gedroht hatten, überwunden haben, und dast sie in einem erfreulichen Aufschwung begriffen find. Fast 900 Zöglinge stehen in Hessen in der Obhut der Dereine. eine Zahl, die für sich selber redet. Don diesen 900 Menschenkindern, die alle in schwerer sittlicher Gefahr standen, wird ein guter Teil zu brauchbaren Menschen heran- wachsen. DaS ist der Segen, der von den Erziehungsvereinen für unfci ganzes Volk ausgeht. DaS ist aber auch der Grund, warum wir i>as 3ntereffc für diese Arbeit fordern Der glühte Erziehungsverein ist im Dekanat Grün berg. Er betreut ca. 150 Zöglinge Die Zahlen fallen dann biS zu den kleinen Vereinen, die nur wenige Pfleglings zählen Weiter konnte fcfl gefaßt werden, dast weitaus die meisten Behörden volles Verständnis für die DereiirSarbeit 'Cigey. und dast nur wenige städtische Wohl. fahrtSämter beim XInterbringen ihrer Pfleglinge cm Verfahren etnschlagen. das lediglich auf eine Schädigung deS ganzen Pfleglingswesens hinaus- lausen muh Hier fei aber ausdrücklich bemerkt, (•ah baA Wohlfahrtsamt der Stadt Giehen zu diesen Behörden nicht gehört, sondern im Gegenteil, dast feiner Geschäftsführung alle An- erfenmmg gebührt. (Als Vertreter des städtischen Wohlfahrtsamtes Diesten nahmen Beigeordneter Dr Frey und Stadtamtmann Keiher an den Verhandlungen teil.) Besonders wichtig war die Feststellung, dast die ErziehungSvereinSarbeit grundsätzlich an unseren hessischen Kindern getan werden soll, und dast die Aufnahme nicht- r.effifcher Kinder in die Deretnspflege nicht statt- '.iden soll, solange für hessische Pfleglinge Feine Plätze gefunden werben. Es must als s fängnis strafen von einer und von zwei Wochen, u. a. eine hiesige Fortvildungsschülerin. die einer Lehrerin eine Ledertasche mit Inhalt entweichet und einen Veil des Geldes für Kinobesuch verausgabt hatte Ihre Fürsorgeerziehung ist bereits ungeordnet, da sie rückfällig ist. Ende Aovember 1924 ereignete sich in Hau - sen ein bedauerlicher Vorfall. Zwei junge Burschen, die seit kurzer Zett schlecht mtteinaitder standen, tafnen aus der Straße nach Gintritt der Dunlelhett hintereinander. Der Zeuge B. glaubte sich von dem Angeklagten H. verhöhnt, weil ihm dieser angeblich ein Bein gefallt hatte und die anderen. Oie habet standen, ihn auslachten. B. drehte sich um, versetzte dem H. von her Seite her eine träftige Ohrfeige und ging Wetter. H. rief ihm zu: „Das kostet dich ein paar eteine“. Er nahm auch einige Ehausseefaine, warf dreimal nach dem inzwischen sechs bis acht Meter von ihm entfernten D. und traf ihn mit dem dritten Wurf in das rechte Auge, dessen Sehkraft verloren ging, obwohl ihm mehrere Wochen in der Augenklinik sacfchienliche Hilfe zu teil wurde Das Gericht nahm zugunsten des Angeklagten an. daß er schwer gereizt war. und daß er einen berartfaen Erfolg nicht beabsichtigte, berücksichtigte auch, daß der Angeklagte ohnehin schwer unter den Folgen seiner Tat zu leiden haben wird. Urteil: Zwei Wochen Gesang- n i s und Strafaufschub bei mehrjähriger Bewährungsfrist Buntes Allerlei. Eine amtliche Grubenunfallstatistik. Die in der amtlichen Ministerial-Zeitschrift soeben bekanntgegebenen statistischen Angaben üBer d m Umfang der Schlagwetter- unO Kohlenstaub - Explosionen im preußischen Bergbau und die Zahl der dabei verunglückten Bergleute dürften z. Zt. wegen der vielfachen Erörterungen über das Grubenunglück auf der Zeche Minister Stein besonderes Interesse beanspruchen. Während in dem Jahrzehnt von 1882,90 jährlich durchschnittlich 104,3 tödlich und 58,6 schwere Verletzungen zu verzeichnen waren, stell- ten sich diese Zahlen in den folgenden drei Jahrzehnten auf 72.2. 72.3 und 69,3 tödliche bzw. 29.1. 12 und 16 schwere Verletzungen Dabei ist indes noch zu berücksichtigen, daß die Durch- schnittssörderung eine Steigerung auf fast das Dreifache erfahren hat (von 53,9 auf 149.5 Millionen Tonnen) Berechne! man die durch Erplosionen entstandenen Unfälle auf 1000 be-- schäftigte Personen, wie es sonst bei Feststellung der amtlichen Unfallziffern üblich ist. so ergibt sich ein Rückgang der Zahl ber tödlich Verunglückten von 054 an Zeitraum von 1882/90 auf 0.25, 0 15 und 0,12. der Schwerverletzten von 030 auf 0,10. 0,03 und 0.03 in den folgenden 3ahrzebiiien. Während im Dezennium 1882 90 ein tödlich Verunglückter auf 1900 und eil Schwerverletzter auf 3300 beschäftigte Person^ entfiel, war in den folgenden 3abrscbnten ein tödlicher Unfall auf 4100 b700 und 8500 und cm Schwerverletzter auf 10 200. 40 200 imb 36500 beschäftigte Personen zu verzeichnen Sehr bemerkenswert ist auch die Zunahme her auf eine durch Erpiosion getötete 'Person sich ergebenden Tonnenföi derung: sie ist von 540 000 Toniren in dem Zeitraum von 1882 90 auf 1.1, 1,69 unb 2.1t Millionen Tonnen, also auf das Vierfache gef!i. gcn Vergleicht man die Zahlen her durch Schl, zweiter- oder Kohlcn- staub-Explosionen verunglückten Personen (85 in dem Jahrzehnt 1911 20) mit denen der übrigen tödlichen unb schweren Jngludefallc im Bergbau und in anderen Berufszweigen, so sind sie als sehr gering zu bezeichnen Sie machen im Durchschnitt nur 4.24 Prozent der gesamten tödlichen Unfälle im Bergbau aus Die Harrptunfälle bildet der Stein unb Ävhlenfall. auf den durchschnittlich mehr als ein Drittel aller Unfälle zuruckzuführen ist. Die in letzter Zeit in bezug auf die Bekämpfung ber Schlagwetter- und Kohlenstaub- Erplollvnen gemachten Erfahrungen rnsbesondere die Erkennung der Gefährlichkeit der sog. Knnppschüsse sowie di< Einwendung des Gestein- staub-Verfahrens fallen erhoffen, daß es gelingen wird, die Zahl dieser Unglücksfälle weiter herabzumindern. Der Schutz der Ziere Aus dem Strafgesetzbuch für das Deutsch« Lerch. $ 360. Ziffer 13. Mit Geldstrafe bis zu 150 Mk oder mit Haft dis zu 6 Wochen wird bestraft, wer öffentlich od r in Aergernis erregen- der Weise Tiere boshaft quält ober rotz mißha ndel 1. - § 366. Ziffer 7. Mn Geldstrafe bis zu 60 Ml ober mit Haft bi« zu 14 Tagen wird bestraft, wer Steine oder andere harte Körper ober Unrat a u f Menschen P s e r L e oder andere Zug- oder Lasttiere wirft 9 368, Ziffer 11 Mit Geldstrafe bis zu 60 Mk oder mir Hast bis zu 14 Tagen wird bestraft wer unbefugt Eier oder Zunge von jagdbarem Federwild oder von Singvögeln a us n i m m t Bei Anzeigen von Tierquälereien die zu Verhandlungen vor den Behörden füyren, ist es notig, daß der Anzeigende bekundet, er habe Aergernis an der Tierquälerei genommen. Rundfunk-Programm des Frankfurter Lender-. r. Ing. Werner v. Langsdorfs (3. F. Lehmanns Verlag in München, Preis in Leinwand gebunden 12 Mk.). Das Taschenbuch bringt die ausführlichen Listen aller wichtigen in den Staaten der Erde verwendeten Typen von Luftschiffen, Motorflugzeugen und motorlosen Flugzeugen. Die Tabellen werden ergänzt durch 793 Lichtbilder, Skizzen und Schattenrisse von Luftschiffen und Flugzeugen. Dieser Teil zeigt natürlich am augenfälligsten den ungeheuren Aufschwung des Flugzeugbaues in den letzten Jahren. Neben den großen Verkehrsflugzeugen, die bis zu 33 Personen befördern, stehen kleine gelenkige Sportflugzeuge von fast unwahrscheinlicher Winzigkeit, dazwischen die zahllosen Kriegsflugzeuge, die alles Gerede von 'Abrüstung, Pazifismus usw. Lügen strafen. Nur Deutschland und seine Verbündeten sind jeder Luftwaffe beraubt. Die den deutschen Flugzeugbau einschnürenden Bedingungen machen sich natürlich überall geltend. Immerhin ist es erstaunlich, was die deutsche Industrie selbst innerhalb dieses Nahmens geleistet hat. Z. 126 ist nur das bekannteste, aber bei weitem nicht das einzige Beispiel dafür. Der 2. Teil des Werkes enthält die (nur in Deutschland nicht vorhandenen) militärischen Luftformationen aller Staaten der Erde, die Thpenbezeichnungen und Hoheitsabzeichen der Kriegsflugzeuge. Dann folgt ein vollständiges Adreßbuch aller Luftfahrtfirmen, Fabriken und Derkchrsunternehmen, das allen denen, die mit solchen Firmen Anknüpfungen suchen, ein außerordentlich wertvolles Werbemittel in die Hand gibt. Der ungeheure Stoff ist auf knappstem Raum in der übersichtlichsten Weise dargestellt. 189 — In der Sammlung „Weyers Reisebücher" erschien soeben der Daiw „M i t t e l i 1 a l i e n" als erster Teil eines auf drei Bände angelegten neuen Italienführers, den Professor Dr. R. vchoener-Rom bearbeitet (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig, Preis 9 Mk.). Das darin behandelte Gebiet erstreckt sich von Florenz und Piso bis Monte Casino. Besonders eingehend ist die Darstellung Roms, der ewigen Stadt, mit ihrem Reichtum an Denkmälern des Altertums, an tirchlichen und weltlichen Bauten des Mittelalters, der Renaissance- und Barockzeit, mit ihren Skulpturensammlungen und Gemäldegalerien, mit den Katakomben, der Campagna, dem AlbanergMrge, Tivoli und Ostia. Die neue Bearbeitung berücksichtigt sorgfältig die unzähligen Veränderungen der letzten 12 Jahre in Text und Plänen und steht völlig auf der Höhe. Für die Romfahrer, die im „Heiligen Jahr" in noch erhöhter Zahl nach der ewigen Stadt pilgern werden, ist der Band unentbehrlich. 193 Der deutsche Wald. Don M. Duesgen. (Dritte Auflage. Mit zahlreichen Abbildungen uüd zwei Tafeln. Leinenband M. 2,80. Quelle A Meyer in Leipzig.) Sv manches Geheimnis, Das der Leser selbst beobachten konnte, so manche Krage, die er auf seinen Wanderungen sich wohl Felbst stellte, wird ihm durch das Buch offenbart und erklärt. Es beginnt mit der Geschichte des deutschen Waldes, beschreibt die Vertreter der Holzpflanzen bis hinunter zu den Llnkräu- tern, bespricht die Benutzung und Verwertung sämtlicher gewonnener Produlle des Waldes und endet in der Besprechung der Ausländer im deutschen Wald, ein neues Kapitel, das an Stelle der deutschen Kclonialwaldungen getreten ist. Wir sehen den Forstmann in seiner Tätigkeit, den Köhler bei der Arbeit, wohnen dem Fällen, Transport und Verarbeiten der Bäume bei, bis uns ein Besuch des Mannheimer Hafens schließlich die Bedeutung des deutschen Holzhandels ahnen läßt. 151 * Dau und Bildung der Erde. Don Geheimrat Prof. Dr. Ioh. Walther-, Mit 217 Profilen, Karten, Federzeichnungen und 23 Tafeln. (In Leinenband 10 Mk. Quelle & Meyer in Leipzig.) Das vorliegende Werk verwertet in knapper, leichtverständlicher Form und unter Der- Tarzan. Ein Schlutzkapitel. Den ersten Tarzan-Band haben 110 000 Menschen gekauft, den zweiten 90 000, den dritten 80 000. Wir sind bis zum achten Bande gediehen — doch bedarf der siebente, der bisher nicht in deutscher Sprache erschien, eines Kommentars. Er heißt «Tarzan the untamed" und spielt während der Derteidigung Deutsch- Ostafrikas durch die Lettow-Dorbeck-Truppen. Tarzan und sein Weib Jane haben zu Beginn des Weltkrieges eine Farm in Dritisch- Ostafrika. Eine Abteilung Lettow-Dorbecks unter Hauptmann „ Fritz Schneider", einem Ausbund von Rohheit und Feigheit, kommt auf die Farm und wird von Jane, die noch nichts vom Kriegsausbruch weiß, gastlich ausgenommen. D i e Deutschen kreuzigen zum Dank ihren treuesten Neger, töten Jane, verstümmeln und r ö st e n ihren Körper, räubern und v e r- w ü st e n den Besitz, kurz, begehen eine Kette von Scheußlichteiten, die die im Buche wiederholt auf die Deutschei- angewandten Schimpfnamen „Boche" und „Hunne" vollauf rechtfertigen. Zwar stellt sich im Laufe Der Entwickelung heraus, daß Jane von den „deutschen Schweinen" lebend entführt und an ihrer Stelle eine Negerin geschlachtet, unkenntlich gemacht, geröstet und zur Irreführung mit den Ringen Janes versehen wurde, aber^arzan wird trotzdem von einem Haß ergriffen, „einem heiligen Haß. der ihn adelt, tote er feib dem unzählige Tausende geadelt hat, der Haß gegen Deutschland und die Deutschen". , . Stephan So re l bat sich in einer bei Karl Stephenson-Berlin erschienenen Broschüre „Tarzan der Deutschenfresser" mit diesem Machwerk befaßt, über das nun endlich, hoffentlich dem deutschen Leser die Augen aufgehen werden, so daß das Kapitel „Tarzan" ein für allemal geschlossen bleibt. Für den Büchertisch. merdung aller entbehrlichen Fremdwörter die Ergebnisse eigener und fremder Forschung. Geheimrat Walther behandelt zunächst die interessantesten und wichtigsten Fragen der allgemeinen Geologie. Es folgt die historische Geologie, die hervorragende neue Ergebnisse der Wissenschaft enthalten. Bedeutungsvoll sind schließlich die weiteren Abschnitte über den geologischen ^Interricht; unentbehrlich für jeden Lehrer der Geologie, der einen Ueberbliif über die neuesten unterrichtlichen Methoden gewinnen will. Kleine Kärtchen lassen die Derbreitung der geologischen Formationen rder einzelnen Gesteine leicht überschauen, zahlreiche Tafeln erleichtern das Bestimmen der wichtigsten deutschen Fossilien, und überall wird auf die Bedürfnisse des wirtschaftlichen Lebens Rücksicht genommen. Eine Reihe von Abschnitten bi-ingen praktische Ratschläge für Beobachtungen in der Natur, die Benutzung der Fachliteratur und der verschiedensten Formen des Unterrichts in der geologischen Heimatlehre. So findet hier auch der Besitzer eines Steinbruches oder einer Ton- und Sandgrube, der Landwirt, Forstwirt, Bergmann. Techniker oder Verwaltungsbeomte überall Anregung für seinen Beruf, und die hohe Bedeutung der Geologie für den Wiederaufbau unseres Vaterlandes wird nach allen Seiten gewürdigt. 161 Recht und Wirtschaft. Das Eigentum Arrsgewählle Lesestücke zum Studium der politischen Oekonomie, herausgegeben und eingeleitet von Karl Diehl und Paul Mombert, Band 17. (Karlsruhe, Verlag G. Braun G. m. b. H. Seinen geb. Mk. 3 - ) Im Mittelpunkt der großen Gegensätze von Kapitalismus und Sozialismus steht das Problem des Eigentums. Auf der einen Seite ist die -grobe Zahl derjenigen, welche an dem unbeschränkten Privateigentum festhalten wollen, und ihnen gegenüber diejenigen, welche 'gerade in dem Privateigentum die älrsachen von Klassengegensatz und sozialer Not erblicken und dem- gemäh das heutige Eigentum ganz, oder wenigstens dasjenige an den Produktionsmitteln, dem Besitz der Gesamtheit überantworten wollen. In der Darstellung und scharfen Herausarbeitung dieser Gegensätze in den Anschauungen liegt der Wert des vorliegenden Buches. Wir lernen hier zunächst, in sorgfältig ausgewählten Stellen aus Thomas von Aquin, Hugo Grotius, Locke, Fichte und Dentham, die sogenannten abstrakten Eigentumstheorien kennen, die aus einem obersten Prinzip heraus dasselbe erklären und rechtfertigen wollen. Sodann kommen mit Abschnitten aus Schriften von Ihering, Schmoller und Gumplowiz Vertreter der Richtung zu Worte, die zwar das Privateigentum erhalten, aber dasselbe mehr oder weniger einschränken wollen. Ihnen folgen dann Auszüge aus den Arbeiten von John Stuart Mill, Karner und Kropotkin, als Gegner des unbeschränkten Privateigentums. Ein kurzer Abschnitt aus Wundts Völkerpsychologie soll ein Bild von dem neuesten Stand der Forschung bei der geschichtlichen Entwicklung des Eigentums geben. 1369 — Wilhelm Groh, Deutsch es Arbeitsrecht. (Breslau 1924.) Das kleine Büchlein des a. o. Professors unserer Lcmdesuniversi- tät. das taut Einleitung als eine erste Einführung in die Wissenschaft vom Arbeitsrecht gedacht ist, erfüllt diesen Zweck durchaus. Alles Wiffenswerte wird gestreift, die zahlreichen großen Probleme des Arbeitsrechts werden gezeigt und, soweit das der enge Rahmen gestattet, behandelt. Eine reiche Angabe von Quellen und Literatur ermöglicht es dem Leser, aus der Fülle des Gebotenen einzelnes herauszugreifen und weiter zu verfolgen. Jedem jungen Studenten sowie jedem, der sich in die Fragen des Arbeitsrechts einarbeiten will, kann dieses Büchlein nur bestens empfohlen werden. 1197 Politik und Geschichte. — Im Weltkrieg der andern. Politischer Roman von E. Donnert. Mit einen Tiebersichtskarte. (Verlag von I. Neumann in Neudamm. Preis 2,50 Mk.) Tlnablässig und zähe verfolgen die Kolonialdeutschen ihr hohes Ziel: Die Deutschen zu lehren, in Völkern und Kontinenten und nicht in Parteien zu denken, die Zusammenhänge zu durchschauen. Donnert verbrachte seine Kindheit in Afrika, wo er so manchen Sturm erlebte, studierte im Vaterland, ging wieder hinaus als Beamter, wurde auf der Deutschlandreise vom Kriege in Ostafrika überrascht, meldete sich vom Dampfer aus bei Lettvw- Dorbeck, kämpfte nach anfäugllcher Verwendung ün Verwaltungsdienst unter ihm. bis er Ende 1917 in Kriegsgefangenschaft geriet, und legte die Früchte seines Denkens und Sinnens nunmehr in diesem Buche nieder. Er behandelt in der Form eines Zukunftsromans brennende Gegen- wartsftagen und zeigt uns, welch ungeheuren Machtfaktor Frankreich sich in seinem afrikanischen Kolonialreiche geschaffen hat: aeigt uns die Hand, die unbarmherzig und von wildestem Machtwillen geleitet, um Englands Kehle krampft. — Spannend wie „Seestern' ist der „Weltkrieg der Andern" geschrieben! 121 — Die Ursachen des Weltkrieges. Von Geheimrat Professor Dr. E. Brandenburg. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.) Brandenburg betont nachdrücklich, daß weder die politischen und wirtschaftlichen Gegensätze an sich, noch die Verschiedenheit der staatlichen Einrichtungen und Anschauungen zwischen den westeuropäischen und mitteleuropäischen Ländern unbedingt zu einem großen kriegerischen Zusammenstoß hätten führen müssen. Vielmehr kam es nur deshalb zum Kriege, weil es Parteien und Persönlichkeiten gab, die eine friedliche Losung der vorhandenen Streitfragen gar nicht wollten, sondern bewußt auf einen Krieg binar beiteten. Solche Gruppen gab es zwar in allen beteiligten Ländern ; aber nur in Frankreich und Rußland besaßen sie einen wirüichen Einfluß auf die Regierung; daher fällt den Kreisen, die sich um Poincare und Iswolski scharten, die eigentliche Schuld an der Entfesselung des Weltkrieges zu. 159 ErichHeYck, Die Monarchi'c Wilhelms II., eine reichlich tendenziöse Zusamtnen- stellung kritischer Bemerkungen aus den zahlreichen Memoirenwerken der letzten Jahre, ohne neue Gesichtspunkte (Tlllstein-Derlin). 1470 — Erich Marcks. Geschichte und Gegenwart. Fünf historisch-politische Reden: England und Frankreich während der letzten Jahrhunderte. — Napoleon und Alexander I. — Tiefpunkte des deutschen Schicksals in den letzten Jahrhunderten. — Preußen als Gebilde der auswärtigen Politik. — Psingstpredigt. In Ganzleinen gebunden 4.50 Mk. (Deutsche Verlags- Anstalt, Stuttgart.) Durch das Schicksal des Krieges sind wir Deutschen von drückender Enge umgeben und abgeschlossen von dem weiten cvck^rrchlah bei" großen Politik der Mächte. Die historisch-politischen Reden, die der berühmte Historiker hier in einem Sammelbande vereinigt, richten, die stets wiederkehrenden Themata der europäischen Politik umkreisend, den Blick in jene verlorenen Weiten und suchen, indem sie Vergangenes zu Gegenwärtigem in Beziehung setzen und Gegenwärtiges an Vergangenem messen, das politische Erleben unserer Tage zu verinnerlichen und zu klaren. Eine in ihrer Gedrängtheit und Deschrän- lung auf das Wesentliche sehr brauchbare Nordische Geschichte hat Ioh. Paul für die Jedermanns Bücherei des Breslauer Verlages Ferd. Hirt geschrieben. Das Buch ist wohl geeignet, die im allgemeinen in Deutschland nur sehr mangelhafte Kenntnis des Werdens unserer nordgermanischen Volksverwandten jenseits der Ostsee zu vertiefen und zu bereichern. Eine Reihe wertvoller Bildbeilagen unterstützen den Zw«k des Buches. 83 Erziehung. — Führer durch das private lln» terrichts- und Erziehungswesen I Deutschlands. Offizielles Handbuch des > Reichsverbandes deutscher, freier- (privater) Un= terrichts- und Erziehungs-Anstalten, E. V. (Verlag Ullstein, Berlin SW 68. Preis Mk. 1.80.) Das Buch enthüll die Adressen von nahezu 2500 Privatschulen aller Gattungen, von der Vorschule bis zum Gymnasium, von der katholischen Ordensschule bis zum evangelischen Diakonissenhaus, von der technischen Lehranstall bis zum Kindergärtnerinnen-Semtnar. Sine bedeutende Anzahl von Artikeln, zumeist aus Federn von Schulmännern geben ausführliche Erläuterungen über die Ziele, welche die einzelnen Gattungen von Schulen verfolgen, die Bildungs- möglichkellen und die Berechtigungen, die sie vermitteln. Für alle Erzieher bildet das Buch einen nahezu unentbehrlichen Ratgeber. 1596 — E. G. Kolbenheyer, Die Bauhütte. Elemente einer Metaphysik der Gegenwart. (Ganzleinen 10 Mk., Albert Langen in München.) Elemente einer Metaphysik der Gegenwart zu geben und damit einen Wegweiser durch — Tiers eele und Men schen se e le. Don Wilhelm Bölsche. Mit 7 Abbildungen im Text. Preis geh. 1,20 Gm, geb. 2 Gm. Frcrnckh- sche Derlagshandlung, Stuttgart. Eingehend behandelt Bölsche in seinem neuesten Werke das Gesamtgebiet der Tierseelenkunde, er geht wieder an die alte Streitfrage, ob die Tiere tatsächlich Denkkraft besitzen oder nur instinktiv dahinleben. Zu diesem Zwecke schildert er die Versuche von Prof. Köhler auf der Teneriffastation an neun Schimpansen während des Krieges und gelangt dabei zu ganz überraschenden Ergebnisse». 128 — Klabund: „Der K reidekreis" Der Text zu diesem auch in Gießen mehrfach mit großem Beifall aufgeführten Werk, das wir literarisch bereits in Ar. 40 des „Gieß. Anz." eingehend würdigten, ist bei I. S p ae t H-Derlin C 2 in einer sehr geschmackvollen Ausstattung erschienen, die das Buch zur Zierde jeder Bibliothek macht. — Joseph Papesch, „Das Fegefeuer des deutschen Theaters", Karl Rauch, Verlag zu Dessau. (197) Von wenig Sach-, aber vieler Fachkenntnis getrübt, glaubt der Verfasser eine Läuterung des deutschen Theaters herbeiführen zu können. Hätte er von den ein» tausendsünfhundert Theaterstücken, die er gelesen (I) hat, nur den hundertsten Teil in sich ausgenommen, etwa einen Lope de Vega, einen Moliöre (oder zwei), einige Shakespeares und einiges von Kleist, Grabbe unb Bückmer, hätte er sich ein paar gute Aufführungen der Russen und einige Kaisers angesehen (auch noch manche andere moderne Sucher und Stürmer, die ein getreues Abbild des Ringens um eine neue Form und des Gährens im neuen Wein dar stellen), dann würde er erkannt haben, daß die Grundgesetze des Theaters bei allen Stämmen und Völkern die gleichen sind und daß gerade in dem — gewiß oft auf Abwegen befindlichen — Suchen unserer modernen und modernsten Dramatik echt Deutsches liegt. (Wenngleich ich nicht an ein deutsches, sondern an das größere germanische Theater glaube, im Gegensatz zu dem romanischen hier gedacht.) Möge Papesch seine Broschüre auf einem Schellerhaufen sammeln und in seinem eigenen „ Fegefeuer" die Läuterung finden, deren er bedarf, die unser deutsches Theater — vielleicht — schon zu erreichen im Begriff ist! e—s. — Erich AippoId, Das deutsche Theater von seinen Anfängen bis zur Gegenwart. (Perthes' Dildungsbücherei.) Preis 1,50 Mk. Reue, oft recht kühne Wege zeigen sich in der Theaterwelt von heute. Sie führen zu Versuchen, die dem Laien weniger verständlicher sind und der Erllärung bedürfen. Diese bietet die Heine Schrift von Nipp old, der, ausgehend von dem Gesichtspunkt, daß zum wirklichen Verstehen des Gegenwärt gen eine Beschäftigung mit der Vergangenheit unerläßlich ist, die Entwicklung unseres Theaters vom mit» telallerlichen Spiel zur nwdernen Drehbühne schll- dert, und zwar an der Hand sehr charalleristi- scher Abb loungen. 1517 — Walter von Molo „Lebensball a d e“. Ein Schauspiel. (Albert Langen. München.) Ein problematisches Werk. Will ins Allgemein-Menschliche greifen und fällt ins Triviale. In zwölf Szenen klingt das „Ich klage an“ eines, der Führer sein will, immer schwächer. Den Abgang sichert sich der Dichter mit einer Verbeugung vor Wedekind. Er selbst schweigt. Hätte er ganz geschwiegen! 125 — „Die schöne Literatur", die von Will Vesper herausgegebene krittsche Monatsschrift, widmete ihr Märzheft Carl Spitteler und Benno Rüttenauer. Der Genfer llniversitäts- professor Gottfried Dohnenblust gibt eine zusammenfassende Darstellung des Lebens und des Werkes Splltelers. Dr Wllh. Frels rundet mit einer um fassen den Bibliographie das literarische Gesamtbild Splltelers ab. Den originellsten Bei» trag bietet daS Spitteler-Heft aber mit dem an die drangvollen Wirrsale der Gegenwart, frtil ist die Absicht der „Bauhütte". — Eine DenL- einstellung wird gefunden, die das peffimistische Extrem entkräftet und eine inhaltslogische Klärung der Hemmnisse bietet, die aus der Denk- artung des theoretischen Idealismus und seines Folgezustandes, des praktischen Individualismus, erwachsen mußten, lieber dem kritisch gefestigte» Fundameille wird die Ordnungsfunllion selbsy das menschliche Bewußtsein, auf den biologischen und uietaphysischen Charaller hin durchleuchtet. Dabei eröffnet sich ehre neue OrdnungsVorstellung des Plasmatischen Lebens überhaupt, die dazu dienen wird, das Wesen des AnpassungSsturmes zu erhellen, der die Gegenwart der weißen Menschheit durchtobt. Das Individuum und das Menscheillum erhält eine neue Deutung, Ne es unternehmen kann, den rationalisttschen Egoismus, der unsere Zeit betört, unschädlich zu machen. Das Einzelwesen, das Verhältnis zwischen Mann und Frau. Ehe, Familie, Volk wertzen in ihrer metaphysischen Funktion erfaßt und einer labilen, sophistischen, ja psychopathischen Einordnung überhoben, unter der sie in den letzten Jahrzehnten! allem logischen Wirrsale preisgegeben waren Ethisches Fundament, biologisch gefeftigt, wird gewonnen. Sinn und Zweck des Einzellebens erhält weltanschauliche Deutung und der Tod, metaphysisch erfaßt, verliert seine geheimsten Schrecken. 188 geitschriflenschau. — Europäische Gespräche. Hamburger Monatshefte für Auswärtige Politik, herausgegeben von 21. Mendelssohn Bartholdy. (Deutsche Verlags- Anstalt, Stuttgart, Berlin und Leipzig.) Heft 3. März 1925. Das Heft bringt unter seinen Do kumcnten den Text des russisch-japanischen Vertrages. Die Uebersetzung kann insofern als durchaus zuverlässig gelten, als sie eine japanische Voroeröffenllichung an dem offiziellen russischen Text kontrolliert. Graf Montegelas schließt seine vielbeachtete Artikelserie über die Sicherheit Frankreichs ab, indem er die gemachten verschiedenen Vorschläge bis zu dem jüngsten deutschen bespricht. Alfred Dagt, „Hughes letzter Erfolg", interpretiert offenbar auf Grund besonderer Information die Politik Amerikas auf der Pariser Finanzkonferenz als eine Politik des Rechts. Der Dokumententeil bringt neben dem erwähnten Vertrag einen für Deutschland gerade jetzt sehr interessanten Notenwechsel zwischen der ungarischen Regierung und dem Völkerbundsrat über die Frage der Militärkontrolle, ferner eine sehr charakteristische Oppositions rede des amerikanischen Senators Johnson und die Programmrede des japanischen Außenministers. — Die „Zeitschrist für Musik" (Stein- gräber-Derlag, Leipzig) widmet ihr Märzheft zu einem Teil Ioh. Seb. Bach. Der Hauptartitel ist einer ilnterfud>ung des berühmten ßiebeS „Willst Du Dein Herz mir schenken" gewidmet. Das Lied wird nicht nur in einer neuen sinngemäßen Bearbeitung geboten, sondern erfährt auch eine Faksimlle-Wi^ergabe mich der Dieder- schrist im Notenbuch der Anna Magdalena D. In einem Artikel D-A-C--H untersucht Dr. Paul Mies die Frage, was die Komponisten immer wieder betrogen hat, zur Bearbeitung dieses Themas zu greifen. Dann wird in einem eindringlichen Artikel für „Die Laute und ihre Bedeutung für eine nationale Musikpflege" von dem bekannten Lautenspezialisten Paul Kurze eine Lanze gebrochen u. a. mit der 'Forderung, daß es den Schülern der deutschen Oberschulen frei« gestellt sein mühte, ob sie als Unterrichtsfach Klavier- oder Lautemmterricht nehmen wollen. — Euphorion, Zeitschrift für Literaturge schichte. Herausgegeben von Josef Nadler und August Sauer. Leipzig und Wien. Carl Fromme, G. m. b. H. Heft 1, Bd. 26 wird eröffnet durch den Versuch einer Stoffgeschichte von Sauer, Frankfurt a. M. Blume, Freiburg i. Br. weist die Gestalt des Wagner in den ältesten Faustbüchern als eine historische Persönlichkeit nach. Egon Hajek in Kronstadt (Siebenbürgen) entdeckt einen verschollenen fronen feindlichen Dichter des 17. Jahrhunderts: Johann Gorgias (Deriphantor). Platins Schönheitsbegriff wird von Franz Koch in Wien in Goethe- Kunftschaften nachgewiesen. Die Dichtung des re do lutionären Kreises der „Unbedingten" in der Zeil des Vormärz wird von Gottfried Fittbogen in Berlin ausführlich analysiert. — „Das Bunte Blatt", herausgegeber von Wilhelm Stephan im Verlag Das Bunt« Blatt, Stuttgart, erscheint jeden Dienstag und bringt aus allen Gebieten des Lebens Bilder vom Tage. Eugen Diederichs, feinen Verleger, gerichteten Drref Splltelers vom 30. Mai 1924, der hier zum ersten Male, und zwar als Faksimlle wieder- gegeben, die rührende Besorgnis des betagten Dichters um sein Werk ausdrückt. „ ~ Heines Werke. Herausgegeben von Ernst Elster. Zwecke, kritisch durchgesehene und erläuterte Ausgabe. Kleine Ausgabe, 4 Uänbe in Leinen gebunden 16 Mk. oder in Halbleder gebunden mit Goldoberschnllt 28 Mk. l?lus der Sammlung „Meyers Klassiker-Aus gaben“.) Verlag des Bibliographischen Instituts m Leipzig. Als Emst Elster, der Mar- burger Literarhistoriker' und Heineforscher, vor ungefähr einem Menschen aller daran ging, von fernes Werken eine allen Anforderungen moderner Textkritik standhaltende Ausgabe zu schaf- 'LN' tegte er den Grund zu einem Gebäude, das an Bedeutung und Ausdehnung weit über die damals gehegten Erwartungen hinauswachsen follte. Wenn heute, nach jahrzehntelanger Dor- bercitung derselbe Forscher mit einer neuen Ausgabe von Heines Werken an die Oefsentlichkeit tritt, so darf man mit Recht Besonderes von ihr erwarten. Hebernd strebt diese neue Ausgabe toeit über das Ziel der ersten hinaus, sucht in moppen Einleitungen und in einem umfangreichen Kommentar die großen geistigen Zusammenhänge darzulegen, die Heine mit feiner und vor altem unterer Zeck verbinden, und verbindet so die Vorzüge der alten Ausgabe mit dem heute unabweisbaren Streben, den Leser über die Kenntnis aller wichtigen Einzelheiten hinaus zur synthetischen Durchdringung der im europäischen G:- Heben einzig dastehenden menschlichen unk kun 'chen Erscheinung Heines, dieses Dichters der ...;bee“. hrnzulellen. Wichtiges Material aus dem bisher unveröffentlichten Nachlaß Heines wlld hier zum erstenmal vor uns ausgebreitet darunter bisher unbefannte Gedichte und ati besonders wertvolle Kunstbeilage ehre Wiedergabe der neuentdeckten Totenmaske Heines. 14?