Srttteg, 50. J ana 1925 175. Jahrgang Ät. 25 Erst« Statt Herriots Umfall deil, er rierter \ andwirtschaft- fiartikelusw- en Io'5 *esand‘ 7 rt Glas'»»’1 greozter Auflage hrung nst Balser Burobedarf Wthu raql'ch, außer Smwu und Ötitnofifc. »eUagen. GieheverFam'lienblLtter §thnat im Bild. 2 GoldmarN u. 20 Bold- pfennia für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen oen einzelnen Nummern infolge höherer (Besait. Fernforech.rlnfchlüste: Schristletrnnq 112, Der- logundBeichästestellebl. Anschrift für Drohtnach- richten. LntetaerOietze». peßscheÄsnte: fltaiifirt t. ». 11000. ''„'e.Tel.1®3' engaS5t Och habe alles Begliche getan, um dies au ncr- meiden. Denn toetm diese 'Reite Ruhen bringen soll, dann doch wenigstens im Orniern Frank- reich«, um dem Ausland zu beweisen, dah die Demokraten ebenso gute Patrioten sind, wie irgend temanb. Der Abg S3c “Rite bat einen Satz angegriffen. den man nicht außerhalb meiner gesamten Rette interpretieren darf. Och habe gesagt, dah in dieser delikaten Angelegenheit der Kölner Zone ich mit aller Macht und allen Argmuenten kämpfen werde, weil nach den Er- cigniffen, die sich im letzten Oahr vollzogen häben. und nach den Enttäuschungen, die wir tm Augenblick der Gründung deS Dölker- Hunde« erlebten und nach allen anderen Enttäuschungen, die wir gehabt haben, weil die uns versprochenen Garantiepakte nicht unterzeichnet wurden, ich jetzt vor der letzten Gelegenheit, die ich habe, stehe, das System der Sicherheit Frankreichs zu regeln. Daraus wurde über den Antrag, die Rede Herriots öffentlich anzuschlagen, abgestimmt. Der Antrag wurde mit 573 gegen 41 Stimmen angenommen. Der Ministerpräsident bemerkte. dah seine gestrige Rette als ein Appell an sämtliche Demokraten, vor allem auch an die deutsche Demokratie aufzusassen sei und dah es falsch wäre, sie für eine Volemik hx der französischen Presse zu verwenden. gegeben, dah der Räuntungftermtn fttr dte .«uyr am 16. August der ä u Herste Termin sei, den er festzuhalten gedenke, dah er dagegen die Micht habe, sehr viel früher herauSzugehen. Davon ist heute schon lange feine Rette mehr, die RationaUften haben eS verstanden ihn mehr auf 'ein tote» Gelei» zu drängen und so zu vereinsamen, dah er geradezu ihr <3te- fangener ist. dah er au8 innerpolitischem Selbst- crbaUungfltrieb also offenbar nur noch dxe eine Rettung sieht, Poincare ju uber- bieten Ebenso ist eS auch mit Herrn Rollet gegangen, der bei den vertraulichen Londoner Besprechungen ein ungewöhnliches Mah von Verständnis für die deutsche Lage bewies und rund heraus erklärte, dah ihn ein Vestand oon einigen hunderttausend Gewehren über das nach dem Versailler Vertrag zulässige Mah nicht stören Herriots Beweggründe? Paris, 30. San. (XU) Der „Matin" untersucht in einem längeren Artikel die psychologischen Beweggründe für die neue Haltung HerriotS. DaS Hauptbestreben des Ministerpräsidenten sei darauf gerichtet, um jeden Preis zu verhindern, dah Deutschland einen gegen die europäischen Mächte gerichteten Bündnisvertrag abschliehe. Das Blatt behauptet, dah die in einem Moskauer Blatt besprochene Möglichkeit eine« russisch- j apanisch-chinesif ch-deut fchen Blök- keS auf Herriot einen tiefen Eindruck gemacht habe. Die deutsche Presse. Dor der Antwort des Kanzlers. Berlin. 29. Oan. lWD.s Die Äammer- oede Herriots hat. wie die Blätter betonen. In allen deutschen K reisen eine starke Enttäuschung hervor gerufen. Bei dem Empfang der ausländischen Presse, der auf morgen Abend anberaumt ist. wird der Reichskanzler Dr. Luther die Antwort der deutschen Regierung auf die Rede Herriots geben. Auch in der Presse kommt die Enttäuschung über die Rebe Herriots zum Ausdruck. Das ..Tageblatt" erklärt: Eigentümlich müsse es berühren, dah Herriot bei der Erörterung der Räumung« frage sich auf Material stütze, das bis heute der deutschen Regierung vorent- halten wird. Der „Börsenkurier" sagt: Der innenpolitische Herriot habe über den auhen- politischen Herriot einen glänzenden Sieg davon getragen. Dah bei dieser Gelegenheit der Europäer Herriot erschlagen, der Staatsmann in feiner Dürftigkeit blohgestellt. die Lvgit des Politikers tödlich verwundet und der Mensch verkleinert wurde, ändert nichts an dem parlamentarischen Erfolg des Ministerpräsidenten. Wir machen Herriot nicht den Dorwurf, er sei ein Wiederholer oder gar ein Ueberbieter Poin- carss, dazu fehlt ihm die Folgerichtigkeit, aber wir warten aus eine politische Rede Herriots. Der .Vorwärts" schreibt: Die Masse des französischen Volkes lebt unter der Zwangsvor- stellung. dah Deutschland insgeheim gewaltige Rüstungen betreibe. Wir halten diese Borstel- lang für lächerlich Aber bei solchen Vorstellungen kommt es nicht daraus an. ob fte richtig ober falsch, sondern daraus, ob sie vorhanden sind ober nicht. Dann wirken sie sich als politischer Faktor auf. Ware Herriot stärker, als er ist, so hätte er beruhigend wirken und vor Hebertreibungen warnen können. Er ist aber selber in ileber* trelbungen verfallen. Er hat alle Rücksicht auf die Stimmung deS französischen Dostes genommen und keine auf die Stimmung des deutschen Dostes, das eine solche Sprache aus einem solchen Munde nicht versteht. Er hat dem deutschen Rationalismus, den er bekämpfen will. Wasser auf die Mühlen geleitet. Die deutschnottonale Presse spricht von einer Flucht Herriots zu den Rationalisten ober, wie die „Kreuzzeitung" ihre Aus- fübrungen überschreibt, .Von Herrio t s wahrem G e s i ch t“. Der „Lokal anzeig er" erklärt, dah feine Ansicht. wonach mit Herriot kein neuer Getst in die französische Politik eingezogen sei. nunmehr von Herri ot selb st bestätigt werde. Die .Deutsche Allgemeine Zeitung' ist nicht der Ansicht, dah bei französische Ministerpräsi- bent die geschwächte Lage deS Linkskartells als Entschuldigung für sich in Anspruch nehmen könne Aus bet groben Aussprache über Den Botschafierposten Eteim Vatikan sei Herriot eher gestärkt hervorgegangen. So müsse man seststellen, dah bet französische Ministerpräsident seine Theorien von 1924 ohne zwingenden Druck von rechts verlassen habe, und dah eS sich um einen persönlichen Umfall handle. Dieser Umfall habe für Deutschland einen bitteren Beigeschmack, da es in dem übermäßigen ii*** ftlETUI® TW*’1 ergebtn- , Nti in FE die bel gut etn* -rialge^^iind durch' Vertrauen auf die Aera Herriot-Wacdonald die schweren Belastungen deS letzten SahreS auf fiep genommen habe und nun seststellen müsse. Mu nach Uebernahme dieser Lasten nichts mehr zu hören sei von dem Geist der Versöhnung und des FriedenSwerkeS der Londoner Konferenz. . Die .Zeit" schreibt u. a.: Wie c8 scheint, ha! der französische Ministerpräsident kurz vor seiner Rede Kenntnis von Material erhalten, das entweder auf Agenten der französischen Regierung ober aus Berichte der Kontrollkommission zurück geht. Oedensalls handelt es sich dabei um Unterlagen. die auf deutscher Seite nicht bekannt sind und berenWert vollkommen • problematisch ist. Trotzdem hält sich Herriot * für berechtigt, die heftigsten Anklagen gegen die deutsche Regierung zu erheben, ohne für die Richtigkeit seiner Behauptungen den Beweis anzutreten. Aus dieser Grundlage ist eine fruchtbare Diskussion ganz unmöglich. Das Blatt bezeichnet schliesslich die Polemiken HerriotS als einen Rückfall in dte Dahn PoincarL». Onnerpolitifche Schwierigkeiten und auch vielleicht das persönliche Temperament Herriots mögen für diesen Rückfall Herriots verantwortlich sein. Sicher sei, dah man aus diese Weise die Räumung«- und die Sicherheitsfrage nie werde lösen können. nung zwischen Amerika und Deutschland uer* kürzt. Mit klaren, unparteiischen Augen Haden Sie die Rot und daS Elend untere» Landes gesehen. Die Damen Ihrer Botschaft haben auf zahllosen unbekannten und verborgenen W^ ist durch die gefährlichste und schwerste KrisiS bin- durchgegangen, die durch das Unheil und die tr.ittau'djungcn an unserer westlichem ®veny.'. durch Onflation und innere Wirren berbetr fuhrt worden ist. Amerika hat unS in dieser schwierigen Situation vollstes Verständnis ent gegengebracht, und zwar auf Anregung seines Botschafters in Berlin. Houghton. Ohm ban fen wir auch die Ehre, das, wir hier ihren großen Staatsmann, den Staatssekretär Hughes begrüßen konnten. Diese beiden Romen, zusammen mit denen des Generals DaweS und Owen ajoung werden für immer in bae Buch der Geschichte der Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika geschrieben sein. Zum Schluß brachte Matlzan ein Hoch auf die große amerikanische Republik und ihren hiesigen Der- t'.eter aus. »erriet h°! In WwtWcx »toat rtnre sroern bartoncitan1*m 6;«!«^ len sich aber alSvtaatSmannselbsthin- a e r i d> t e t Anders kann man die Rolle, die er dabei gespielt hat. schlechterdings nicht bezeichnen Etwas derartiges an Verleugnen der eignen Vergangenheit ist wohl selten .orgefommen. Denn alS er nach den Maiwahlen zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, da war leine Linie einaestellt gegen alle» da«, uxrf man unter dem Romen P oincartSmu» zusammenfaßt«, innenpolitisch tote außenpolitisch Gr wollte eine neue Aera zwischen Deutschland und Frankreich einleiten, die aus dem Haß allmählich wieder In normale Bahnen zurückführte. Wollte Europa endlich den Frieden bringen und waS er sonst noch alle« Schöne» zu erzählen wußte. Auch al« er nach London ging. war er noch derselben Ausfällung. der ganze ®«baute der Londoner Kvn- toar ja tiberhaupt geboren aus dem . bk Rachwirkungen deS Krieges avzu- mch auf Grund der Tatsache, dah Deutschland den Jtrteg verloren habe, also zahlen müsse, wieder feste Begriffe zu schaffen. Sn London freilich erhalt fror Herriot d e n ersten Stoß tag heute nicht ftettfinben w-rde sind „Germania". .Tageblatt "und .Vorwärts" der Ansicht, daß eine HinauSschie- I bung der Wahl nicht erfolgen werd? Das letztgenannte Blatt behauptet, daß dir drei bisherigen Koalittonsparteien, Zentrum. De- würde. „ Auch Herr Rollet muh srch inzwtschen geändert haben, denn heute ist Herriot offen- bar unter seinem Einfluß, der Prophet der ärgsten Feindschaft und einer Entwaffnung, die bi» zum äußersten betrieben werden soll. Eigentlich lohnt e» sich schon gar nicht mehr, mit solchen Argumenten sich herumzuschlagem Wir können uns auch nicht vorstellen. daß selbst der ausgezeichnete französische Presseapparat mit der- artigen Anschuldigungen außenpolitische Wirkungen erzielen sollte. Die Tatsache, dah Deutschland mehr al» entwaffnet ist. liegt so offensichtlich vor aller Augen, daß das Gespenst der deutschen Revanche doch nirgends mehr Eindruck erwecken kann. Selbst, wenn alle« richtig wäre. waS Herriot behauptet, ändert das doch nicht» daran, daß einigt tausend Flugzeuge, denen wir nicht» entgegenzusetzen haben, am ersten Tage des Kriege« unsere Grenzen überfliegen und unsere gesamte Sndustrie vernichten, daß wir der schwere Bewaffnung, in der Abwehr gegen Gasangriffe unserem westlichen Rachbar gar nichts entgegenzusetzen haben und daß es infolgedessen Irrsinn wäre, auch nur den Versuch eine» neuen Waffenganges zu machen. ,, , _ Da» alles mutz aus den zahlreichen Besprechungen mit seinen sozialistischen deutschen Freunden, die mit einiger Erschütterung feststellen werden, wa» aus ihrem ehemalige Weggenossen geworden ist. Arbeitet der französische Minllter- präsident in dieser ßbrte weiter, will er wirklich, wie er anzudeuten scheint, den Rhein dauernd beseht halten, bann ist an einen Frieden in Europa nicht zu denken, weder an einen politischen noch an, einen wirtschaftlichen. Deutschland hat den ehrlichen Be- wei» erbracht, daß e» die ungeheuerlichen Lasten des Londoner Abkommens auf sich nehmen will, werden wir gewaltsam daran verhindert, dann ist es Schuld der Franzosen, wenn etwa neue Krisen über Europa hereinbrechen sollten, die den ganzen Weltteil endgültig der Katastrophe entgegenführen müßten. Herriot kommentiert seine Rede. Paris. 29. San. (WB.) Sn der Rach» mittagssiyung der sramösischen Kammer findet vor der Abstimmung über die Afftchierung der gestrigen Rebe Herriots eine Debatte statt, in deren Verlaus t>:r Ministerpräsident einige seiner geftrigen Erklärungen erläutert. Herriot erklärt: Ich bcbauce lebhaft, daß meine gestrige Rebe zu Polemiken Anlaß gibt Platzvorschnft 20'. Aus- schlag. - Verantwortlich für VofitiN u. Feuilleton: vr.Frtedr.Wilh nd Steintntderei N. £ait«e in Silben. Sdjrtftlettnng und SejchWrltell: S^nlttraM 7- mo trat en und Sozialdemokraten, dahin übereingekommen seien, baß der preußische Ministerpräsident heute gewählt werden müsse. Die drei Parteien würden deshalb gegen einen Dertagungsantrag stimmen. Eine Annahme deS Vertagungsantrages iönne nur erfolgen, wenn außer den Deutschnationalen und der Deutschen Dolkspartei auch die Kommunisten dafür stimmen würden. Dom Barmat-Ausschuß. Wie Barmats nach Deutschland kamen. Eine „rein menschliche" Angelegenheit. Berlin, 30. San. (SU.) Der Untersuchungsausschuß beschäftigte sich mit der Frage der G u r ch r e r s e einer Familie B a r m a t durch deutsches Gebiet im Jahre 1920. Die Durchreise erfolgte auf eine Empfehlung des Reichs-» kcmzlers a. D. Bauer. Der hierauf vernommene Minister des Innern. Severing. teilte mit, daß sich bei den Akten zunächst eine Notiz vom 23. Nov. 1920 befinde, worin der Minister von denr ehemaligen Reichskanzler Dauer gebeten wird, sich für die Durchreis« der Familie Darmat von der holländischen Gesandtschaft in Rußland durch Deutschland zu interessieren. Am 26. Januar 1921 wurde dem preußischen Innenministerium vom Aus- wärtigen Amt mitgsteilt, daß die Angabe über die Zugehörigkeit der Familie Darmat zur holländischen Gesandtschaft unmöglich stimmen könne. Hierauf wird Reichskanzler a. D. Dauer vernommen, der aussagte, eS handle sich um eine rein menschliche (!) Angelegenheit. Iuttus Darmat, den ich tm Sommer 1920 kennen gelernt habe, trat im Herbst 1920 mit einer Ditte an mich heran und Darmat sagte: „Können Sie mir nicht helfen, ich möchte meine Eltern nach Holland bringen?" Ich sagte ihm meine Hilfe zu. Auf die Fraga des Abgeordneten Brunk (Du.) erklärt Dauer, daß er von der Existenz deS Berichtes deS deutschen Generalkonsulates, in Amsterdam über den üblen Ruf DarmatS erst jetzt (!) Kenntnis bekommen habe. Staatssekretär Meißner vom Bureau des Reichspräsidenten erklärte, er sei vom Reichspräsidenten von seiner Amtsverschwiegenheit entbunden worden und ermächtigt, den Inhalt der Barmat-Akten erschöpfend mit^uteilen. Anfang Mai 1919 habe in Amsterdam ein internationaler Sozi ältst cnkongr eß stattgefunden. Dort seien führende Herren der deutschen Sozialdemokratie mit Darmat Person! ch bekannt geworden. Darauf sei Darmat nach Berlin gekommen und bei dieser Gelegenheit dem Reichsprästden- V en vvrgestellt und von ihm empfangen worden. In den Akten befindet sich die Abschrift eines 'Telegramms von 'Darmat au Herrn Wels, der tamate dem sozialdemokratischen Parteivorstand angehörte. Es hat folgenden Wortlaut: „Amsterdam, 15. Mai 1919. Verständigt Reichspräsidenten, daß wegen meines Dauer-Visums hiesiges Konsulat noch nicht instruiert ist. Denke nächste Woche nach Berlin zu reifen. Gruß an cm Sie und Müller. Barmat." Das Auswärtige Amt telegraphierte auf Ersuchen des Reichspräsidenten an das General- 1 Konsulat ta Amsterdam, Barmat möge das Dauervisum ausgestellt erhalten. Abg. Brunk (dntl.) wies darauf hin, daß vom Bureau deS ReichS- ' präsldendon ein Dementi ausgegeben worden fei, in dem es heißt, daß Darmat niemals durch den Reichspräsidenten empfangen worden sei. Ieht steht aber fest, daß der Reichspräsident eigenhändig auf dem Telegramm den Vermerk «macht habe, in dem er den Wunsch ausdrückte, i5aß Darmat ein Visum ausgestellt werde. Abg. Heerber (Dntl.) hebt hervor, daß ein Ersuchen von einem so hohen Beamten wie dem Reichspräsidenten als Defürwortung ausgesaht werden müsse. Die Vernehmung des fächischen Gesandten Dr. Gradnauer ergab, daß er Barmat auf einer Amtsreise mit sächsischen Industrievertretern in Brüssel kennen gelernt habe. Darmat hat damals den Vermittler gespielt, uni Absatz für die sächsische Industrie in Belgien zu finden. Die Verhandlungen scheiterten aber an den übertriebenen Forderungen der Belgier. In der darauf folgenden Vernehmung des Berliner Polizeipräsidenten Richter betonte dieser sein enges Freundschaftsverhältnis zu Darmat. von deni er auch jetzt, da Barmat int Unglück sei, nicht abrücke. (Sin Konto bei einen Barmatbant habe er nie gehabt. Er habe nur einmal für ein halb^ Jahr ein Darlehen von 5 000 Mark erhalten, für das er dann 626,05 Mk. Zinsen bezahlt habe. Der Vorsitzende Leidig machte noch die aufsehenerregende Mitteilung, daß anscheinend auS den Akten, die von den Ministerien geliefert worden sind, ein Stück verschwunden sei. Es fehle das Blatt 27 und es sei noch nicht festzustellen, ob man sich hier verzählt habe oder ob sonst etwas Absichtliches geschehen sei. Der Vorsitzende hält es für notwendig, von jetzt an schärfere Kontrollmahregeln bei der Auslegung von Akten durchzuführen. Das jugoZlawische Mental auf Dr. Kraft. Belgrad, 29. Ian. (TU.) Wie aus No° difad gemeldet wird, ist in dem Befinden Dr. Krafts eine Verschlechterung eingetreten. Die Aerzte stellten eine Gehirnerschütterung fest. Bei dem Kranken hat sich ständiges Erbrechen eingestellt. Er wird dauernd von einem Aerztekollegium bewacht. Rach Informationen von anderer Seite liegt Dr. Kraft bereits im Sterben. Das Schicksal Tsao Khuns, London, 30. Ian. (LU.) „Daily Expreß" veröffentlicht eine Unterredung, die der Pekinger Berichterstatter mit Vuan-Schi-Vcm hatte, ob es ,>uträfe, daß der Expräsident Tsao im kaiserlichen Palast verhungere. Dies bejah t der Präsident und fügte hinzu, daß Tsao Khun 1923 die Politiker bestochen habe, um zum Präsidenten gewählt zu werden und deshalb dieses Schicksal verdiene. Seitdem General Feng sich Tsao Khuns bemächtigt habe, hat man nichts mehr von ihm gehört. Raisuli erkennt Add el Krim an. Paris, 30. Ian. (LU.) Der „Temps" meldet auS Tanger, daß Raisuli nach heftigen Kämpfen sich Abd el Krim ergeben habe. Die hessische Krisis. Der ergebnislose Vusgang der Staatspräsidentenwahl. Wie wir schon in einem Teil der gestrigen Ausgabe melden konnten, haben die ersten beiden Wahlgänge in der gestrigen Sitzung des Landtages dem hessischen Volk noch keinen Staatspräsidenten gebracht. Aber soviel ist jedenfalls als positives Ergebnis zu buchen, die Rückkehr zur Weimarer Koalftion erscheint unmöglich, nachdem das Zentrum mit einem eigenen Kandidaten für das Ministerpräsidium hervorgetreten ist und sich mit Ausnahme der Demokraten sämtliche bürgerliche Parteien für Herrn von Brentano erklärt haben. Damit fand der Zentrumskandidat zwar nicht die von der Verfassung für das Wahlverfahren vorgeschriebene qualifizierte Mehrheit, wohl aber vereinigte Herr von Brentano die meisten Stimmen des Hauses auf sich. Das bedeutet eine klare Entscheidung gegen die alte Koalition und eine völlig neue Lage. Will man das verzwickte Verfahren, über Volksbegehren und Voltsentscheid zur Landtagsauflösung und Regierungsbildung zu kommen, vermeiden, so werden sich die Demokraten überlegen müssen, ob sie tm Verein mit Sozialdemokraten und — Kommunisten, ohne deren Unterstützung sie keine Mehrheit finden, eine Regierung bilden wollen, oder es vorziehen, mit den anderen bürgerlichen Parteien eine Koalition einzugehen, die stark genug ist, das hessische Volk für lange Jahre hinaus aus der krisenreichen Vergangenheit heraus zu gesunder Arbeit am Dolksganzen zu führen. Sitzungsbericht. D a r m ft a d t, 29. Ian. Bereits eine Stunde vor Beginn der für 11 Uhr vormittags angekündigten Sitzung sind die Galerien dicht besetzt; wohl nur selten war einmal der Andrang so stark. Aus dem Publikum ertönen, als Prasll)ent Adelung um ll1/» Uhr den Präfidentensitz ein- nimmt, allerlei lärmende Zwischenruf«. Zahlreiche Vertreter der R^iernng sind anwesend; die M i n i st e r haben auf ihren Abgeordnetensitzen Platz genommen. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um flVi Uhr und bemerkt, daß jeder Ruhestörer angezeigt werde. Als erster Punkt steht auf der Tagesordnung dieWahldes Staatspräsidenten. Präsident Adelung verliest die gesetzlichen Bestimmungen hierüber. Abg. Raab (Soz.) schlägt im Namen der sozialdemokratischen Fraktion den Mg. Ulrich als Staatspräsidenten vor. Abg. Hofmann- Alzey im Qiamcn des Zentrums den Abg. Brentano und Abg. Frau Roth (Komm.) Die Wahl des Abg. Dr. Greiner. Es wird durch Stimmzettel abgestimmt; die Auszählung ergibt 34 Stimmen für von Brentano, 32 Stimmen für Ulrich und vier Stimmen für Dr. Greiner. Der Präsident teilt mit, -ah die absolute Mehrheit nicht erreicht ist; der Aeltestenrat habe beschlossen, daß ein zweiter Wahlg ang stattfind«, doch nicht in derselben Sitzung. Der Präsident beraumt daher die nächste Sitzung auf 11.40 Uhr an. Zwei e Sitzung. Auf ter Tagesordnung steht die Wahl des Staatspräsidenten. Abg. (Salm (Komm.) bezeichnet die Regierungskrise als einen Skandal und ergeht sich dann in politischen Erörterungen gegen bie bürgerlichen Parteien und sodann gegen die Sozialdemokratische Partei. Dieser wirft er Verrat an der Arbeiterschaft vor. Die Äommuniften würden nie ihre Stimme den ^Trabanten des Bürgertums" geben. Den Kommunisten sei es einerlei, ob Ulrich oder von Bren- dano gewählt werde. Ein Ausweg an der Lage sei nur die Auflösung des Landtags. Es werden wieder die Abg. Ulrich, von Brentano und Dr. Greiner für die Wahl vor- geschlage-n. Die Auszählung der Stimmzettel ergibt 34 Stimmen für von Brentano, 32 Stimmen für Ulrich und 4 Stimmen für Dr. Greiner, also dasselbe Ergebnis. Der Präsident teilt mit, daß er die Wahl des Staatspräsidenten auf die Tagesordnung einer her nächsten Sitzungen stellen werde. Der zweite Punkt der heutigen Tagesordnung: Bestimmung der Mit- gliederza hl ds Gesamt Ministeriums wird für heute abgesetzt. Es folgt die Wahl von 3 Mitgliedern und Stellvertretern zum Landessiedelungs- a m t; die Vorgeschlagmen werden ohne Debatte gewählt, ebenso drei Vertreter für die Zentrale für Mutter- und Süuglingsfürsorge. Ferner werden acht Stellvertreter zum Staats- gerichtshvs gewählt. Der sechste Punkt der SagcSorvnung ist die Regierungsvorlage über die Abfindung des ehemaligen GrotzherzogS. Abg. Kaul (Soz.) erklärt, daß die Sozialdemokraten diese Vorlage ablehnen würden; sie wären aber bereit, aus Staatsmitteln einen Betrag zur Ausbesserung von Angestellten zur Verfügung zu stellen. Arg G a l m (Komm.» lehnt im Namen seiner Partei ebenfalls die Dorlag. b, dec Grohhcrzog soll« froh sein, daß er fein Leben aus der Revolution gerettet habe. Abg. Kindt (Dntl.) weiß auf den Vertrag des Grohherzogs mit dem hessischen Staate und auf die privat rechtliche Natur dieser Abmachungen hin; es werde Richter geben, die dem Grotzherzog sein Recht zuteil lassen würden. Ein Gutachten deS verstorbenen Ministerialrates Lorbacher sage tlar, daß der Grohherzog im Rechte sei. Der Ausschuß beantragt Annahme der Vorlage. Diese wird bann in her Abstimmung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Nachdem dann noch eine Regierungsvorlage über die letzten Wahlen und eine Regierungsvorlage über die Strafsache gegen Ad. Betz III. und Genossen wegen Mißhandlung angenommen worden war, wurde die Sitzung um 12*Uhr geschlossen. Nächste Sitzung 'greifag um 10 lH>r; Fortsetzung der TageSoiDnung. Raisuli habe in einer Proklamation Abd et Krim als Obersten Kriegsherrn anerkannt und sich bereit erklärt, gemeinsam den Heiligen Krieg fortzusehen. Aus aller Welt. Folgenschwerer Gebäudreinsturz. Der Neubau des Hagener Telegraphenamtes, der nach einer Barizeit von etwa vier Monaten unmittelbar vor der Voll.ndung stand, ist gestern Nachmittag eingestürzt. Das Dach des Neubaus brach zusammen und durchschlug die Decke des zweiten Geschosses. Die Seitenwände stürzten ebenfalls zusammen. Die Trümmer ruhen auf dem Boden des ersten Stockwerkes, das ebenfalls unter der Last einzu- stürzen droht. Die Ursache deS Einsturzes ist noch nicht einwandfrei festgestellt. Bon den am Bau beschäftigten Arbeitern wird einer vermißt. Die übrigen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Hagener Feuerwehr hat mit den Aufräumungsarbeifen begonnen. dische Zollbehörde geprüft und versiegelt worden war, ein heimlicher Amtausch des Zuckers in Salz statt. Der Zucker, auf den pro Kilogramm 27 Pence Einfuhrzoll zu bezahlen ist, wurde unter Umgehung dieser Abgabe in Holland verkauft. Da das Manöver siebenmal stattfand, bis es entdeckt wurde, wurde der holländische Staat um 108 000 Gulden geprellt, die die Hamburger Firma in die Lasche steckte. Betrügerischer Kriminalbeamter. Ein in Hamburg festgenommener Taschendieb, der an einen Kriminalbeamten daS Ansinnen gestellt hatte, mit ihm gemeinsame Sache zu machen, erklärte, auch in Leipzig sei cs ihm gelungen, einen Beamten zu gewinnen. Die Ermittlungen haben ergeben, daß der Kriminalhauptwachtmeister R o u v e l in Leipzig, der den V-Zug Leipzig—Hamburg ständig zu begleiten hatte, um nach Laschendieben zu fahnden, fich von diesem hatte bestechen lassen. Wi eeine Haussuchung ergeben hat, hat Rouvel beträchtliche Summen erhalten. Man fand bei ihm für über 3000 Mk. Dollar- und Pfundnoten. Eisenbahnbiebe festgenommen. Eine aus sechs Personen bestehende Diebesbande, die seit einem Vierteljahr auf dem Güterbahnhof in Schöneberg am Hellen Tage Waren aller Art aus Waggons, die zum Entladen aus dem Bahnhof standen, stahl, wurde jetzt feft genommen. Das Haupt fre'er D nve ist der 27jährige Schmied Otto Wagner. (Sine große Menge der von der Bande noch nicht verkauften Waren, wurde in Schlupfwinkeln aufgefunden und beschlagnahmt. Streik in Saarbrücken In einer sehr stark besuchten Delegschafts- versannnlung der Fertigindustrie wurde der Streik beschlossen, der Donnerstag früh 9Uhr in Kraft getreten ist. Die Geheimabstimmung hak gegen eine ganz geringfügige Minderheit den Streikbeschluß ergeben. Seine Frau erschossen. 2m Lause einer Auseinandersetzung hat der 29jährige Schupobeamte Fvdisch aus Görlitz feine Frau mit dem Dienstrevolver erschos - f e n. Das Motiv dürfte in ehelichen Zerwürfnissen zu suchen sein. Im Flugzeug über deu Himalaja. Der englische Flieger Ellen Cobham ist nach einem ersolgreichen Erkundigungsflug über den Himalaja nach Kalkutta zurückgekehi-t. Hierbei war er bis zu einer Höhe von 50 000 Fuß aufgestiegen. Großer Zuckerschmuggel in Rotterdam. Die Zollpolizei kam einem Schmuggel großen Stils auf die Spur, der von einer Hamburger Firma unternommen wurde. Diese sandte Eichtladungen mit Zucker nach Rotterdam, wo der Zucker als Transitgut umgeladen und ins deutsche Rheinland transportiert wurde. In Rotterdam fand, nachdem die Fracht d«S Schiffes durch die hollän- Eiue neue SPrUschieberaffÜre. Im Zusammenhang mit den zahlreichen Spiritus schiebungen der letzten Zeit veranstaltete die Magdeburger Kriminalpolizei gestern Vormittag in Magdeburg Ueberprüfungen bei zahlreichen Firmen der Zuckerverarbeitung und der Spirituvsenfabri- faiion. Im Verlaufe der Aktion wurde der Kaufmann Gustav Schift, der Geschäftsführer der Spirituosenfabrik Ober gütter verhaftet und ins Polizeigefängnis gebracht. Gegen Schitf, her zugleich in Baden mehrere Spirituosenfabriken leitet, hat ein badisches Finanzamt Strafverfahren wegen Hinterziehung beantragt. Er sei in ähnlicher Form, wie die Betriebe des Weberkonzerns vorgegangen. Man ist an unterrichteten Stellen der Meinung, daß die Angelegenheit Schift mit der Angelegenh eit Weber und Kopp zusammenhängt. Schift soll Sprit nach Holland verschoben und dafür den Preis von 3,30 Mark erzielt haften, während der reguläre Preis 4,20 Mk. beträgt. Auch soll er in Baden Geheimbrenner eien besitzen, in denen er die nach Holland verschobenen Waren herstellen ließ. Wettervor^ussags. Meist bedeckt, einzelne Regenfälle, westliche Winde, milde, später Abkühlung. Nach vorübergehender kurzer Aufheiterung trat gestern wieder zunehmende Trübung mit Niederschlägen ein, bei zeitweise auffrischenden, südwestlichen Winden, da die Ausläuiec des kräftigen, mit !einem Zentrum südöstlich von Irland gelegen..t Tiefdruckwirbels in breiter Front nach Mitteldeutschland vorgedrungen waren. Der Wirbel hat sich zwar etwas abgeschwächt, jedoch dürften wir morgen noch südliche bis westliche Luftströmungen behalten, so daß vor her &anb wenig Aenierung Der herrschenden Witterung zu erwarten ist. I Aus Stadt und Land. G i e h e n, den 30. Januar 1925. Die Neugier. Wißbegier ist eine Tugend, Neugier ein Laster. Und nicht gerade nur ein weibliches. Es gibt nämlich auch neugierige Männer, und die reizen mehr zum Lachen als neugierige Frauen, auch wenn viel über diese gespottet wird. Was treibt uns eigentlich dazu, soviel Interesse für die Angelegenheiten unserer Mitmenschen zu haben? Hat nicht jeder vor seiner eigenen Tür zu kehren? Findet er da nicht genug, was er wegräumen müßte, ehe er Zeit findet, an den Nachbar zu denken? Aber nein, man nimmt sich eben die Zeit, erst einmal vor der fremden Tur nachzuschauen, ob da alles in Ordnung ist. und in den fremden Topf zu gucken, ehe mau' selber zu kochen beginnt. Da tonn nichts in der oberen Etage, ober in der Wohnung gegenüber geschehen, ohne daß genau aufgepaßt wird, was geschieht. Wenn Besuch kommt, wird das sofort zur Kenntnis gc- nommen; „man" mutmaßt, wer es ist und wie lange er bleibt, macht sich wohl auch eine 'Besorgung hinüber, nur um einmal so ganz beiläufig sragen zu können, ob man Besuch habe, wer es sei usw. Kaum hat man es erfahren, so muß man seine neue Weisheit Leitertragen. Und alle interessieren sich dafür. Selbst der Hausherr, der angeblich stets so mit Arbeit überlastet ist, daß er überhaupt keine Zeit für seine Familie hat, lauscht auf, wenn et die neuesten Neuigkeiten hört. Auch er braucht Neuigkeiten, nicht etwa seine Frau nur. „Oft nichts passiert?" lautet meist die erste Frage, bie er tut, sobald er die 'Wohnung betreten hat. Es ist der Tribut, den er der Neugier zollt. Alte Leute haben eine besondere Schwäche: zu erzählen und sich erzählen zu lassen. Werl sie feine tätigen Naturen mehr find, wollen sie wenigste.rs wissen, was in der Welt vor fick) geht und wie andere denken unb leben. Ihre Neugier ist manchmal so komischer Art, daß man heimlich versucht ist, sie aus die Folter zu spannen. Keiner von all den Aeugierigen will aber zugeben, daß er neugierig ist. Sie waren eben alle nur — wißbegierig. H.A. Wohnungsichiebun^en im Frankfurter Wohnungsamt. - Verhaftung des Direktors und mehrerer Beamten. Aus Frankfurt a. M. wird uns von unserem spd.-Mifarb. telefonisch gemeldet: Auf Anweisung der Staatsanwaltschaft wurden heute früh der Direktor des Frankfurter Städt. Woh nungs amt es Gresser und andere Beamten des Wohnungsamtes, sowie mehrere Privatpersonen «"Kaufleute Architekten, Möftelhändler) verhaftet. Sir stehen in bringendem Verdacht, gegen hohe Bezahlung Wohnungen verschoben zu haben. Der Schwiegersohn des Direktors Gresser, der Bankbeamte Ho sch, hatte sogar unter den Augen des Direktors tn den Räumen bed Wohnungsamtes mit einem Architekten em Büro für Wohnungsvermittelung eingerichtet. Die leerwerdenden Wohnungen wurden dem Büro Hvsch von dem Schwiegervater Gresser und einem Abteilungsleiter jeweils bekanntgegeben . Hvsch & Co., setzten sich dann mit vermögenden Personen, die Wohnungen suchten, in Verbindung. Auf diese Weise erhielten zahlreiche Leute, besonders von auswärts, durch ein t affiniert ausgeklügeltes WohnungSring- System und natürlich gegen entsprechend hohe Gebühren, in die sich die Beamten und ihre Hintermänner teilten, Wohnungen in jeder Größe. In einzelnen Fällen sollen Summen bis zur Höhevon7 000 Markgezahlt worden feht Kietzerrer Wschcnrnarktpreis^ am 29. Januar. (Händlerpreise.) Es kosteten das Pfund: Butter 190, Matte 40, Käse 65 bis 70, Wirsing 15, Weißkraut 12, Rotkraut 20, gelbe Rüben 10, rote Rüben 15, Spinat 50, Anter-Kohlrabi 8, Grünkohl 23, Rosen-- fohl 60, Feldsalat 100, Zwiebeln 15, Meerrettich 40 bis 80, Schwarzwurzeln 70, Kartoffeln 5, Aepfel 15 bis 20, Birnen 10 bis 15, junge Hahnen 130, Suppenhühner 110, Gänse 120, Endivien 100; das Stück: Eier 17, Blumenkohl 120 bis 180, Lauch 5 bis 15, Sellerie 80 bis 80 Pfi Bornotizen. — TageSkalender für Freitag: ©tadttheater; Zi/y Ufte »Die lustigen Weiber von Windsor". — Oberh. Geschichtsverein: 8V4 Ahr Hörsaal des Geograph. Instituts: Vortrag. — Ächtspielhaus, Bahnhofstr.: „Die Nibelungen". — Astoria-Lichtspiele: »Boulevard-Blut". — Palast-Lichtspiele: »Quarantaine". ** ® i c 2. u n t> 4. K 0 m p. u n s e r e r Garnison werden morgen, von den Schießübungen auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf kommend, wieder hier eintreffen. Die Ankunft erfolgt 12,34 Ahr mittags. •• Zur bevorstehenden Aenderung in der Verwaltung des Straßenbau- wesens wird uns vom Lande geschrieben: Es darf jetzt als feststehend bezeichnet werden, daß das Straßenbauwesen in nächster Zeit dem Ressort der Kreise entzogen wird. Der Landtag hat nur noch die Entscheidung zu treffen, ob der Hessische Staat oder bie einzelnen Provinzen mit der Aebernahme betraut werden sollen. Wie diese Entscheidung auch ausfallcn mag. jedenfalls ist diese Neuerung ein guter Schritt vorwärts auf dem Wege gesunder fortschrittlicher Entwickelung. Man kann es nur begrüßen, daß endlich das Strahenbauwesen aus dem Kreis lokaler Enge und Einseitigkeit hecaus- genommen und der Höhe verkehrstechnischer und wirtschaftlicher '2t o t to e n =» digkei t en zugefuhrt wird. Ideal wäre es, könnten die Fäden unseres gesamten deutschen Stratzennehes in einer einzigen Zentrale zu- samrnenlaufen. Solange aber unsere kleinstaat- lichen Grenzen diesem Organismus hindernd tm Wege stehen und das Reich vorerst nicht daran ! denken kann, sich diesem Problem zu widmen. 10 Land, J8*" «i n^\h??U9'er cu 09 >nch, J ^iaitn : WU?* * y • kn ä‘;ä Ä^Ä'1 tb"• Lie waren ebm -.r düngen im lungsamt. - treMovs und samten, *X toltb unK von Misch gemelkt: 2bf altfchast wurden heute es Frankfurter ntrö Gresser und Lohnungsamtes. ertönen (Kaufleute :) verhaftet. Sit cdacht. gegen hohe genverschobenru des Kirestvrs ®teffer, ‘tritt fngar unter den ien Räumen bei einem Architekten ein gtOermMhlung den Wohnungen teup t dem Schwiegervater iungsleiter ieweils be- setzten sich dann mit ie Wohnungen suchten, i Mise erhielten zahl- n auswärts, durch ein Wohnungsring' jen entsprechend hvhc )ie Deamtm und ihn: iimgen in jeder Tröße- , Summen bis zui ezahlt worden sein imarkt-rttit ^ndlnpreife) b: Äutter W mg 15, DMaut 11 n lö rote Aüden lo, s.Mni°hirs,^ viebeln 15. ««« jtln 70, KartoWS, 10 bis 15, unteniohl u kvbisSO^ ^‘ür Freitag >er für s ppn ie WcnasT^r line". ni p- SZ-s s-ZL'^ Land« S€'^cn, Ä’,T treffen? ^rovin cin5C * werben tuns ade» "us hinder«. [IMiii-ScMe alle Größen lauernd im 848a Modehaus Salomon Kanfgonche. KikkÄthbligl mit Hohlsptndel. kl. (SiSlchrank und kl. Küchenherd »u kau- fen gesucht. 08®) Kcbttn. Marburger Strafte. 1 Mmgeu 40—50Ztt.Traq- kraft, mit ^atent- nt6fcn,flcbr. od.nen zn laufen gesucht. Schr. Ang. m. Brei» u. (W) a. d. G. 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Der Zug fährt in ®icf)cn 6.45 Uhr ab. und wenn die Vorstellung manchmal, tote am Sonntag bei „Wilhelm Teil", bis bald i .7 Hftr dauert, so bleibt ganz wenig Zeit zur Erreichung dieses Zuges, will man nicht vor Beendigung der Aufführung Weggehen. Ware es der Eisen bahnverwallung nicht möglich, die Abfahrtzeit dieses Zuges an Sonntagen, eventuell auch an Feiertagen, etwas später, ciwa V« Stunde, zu legen? Der Zug fahrt nur bis Londorf und hat demnach keinerlei Anlchluh zu erreichen. Vielleicht kamt die Eisenbahnbehörde diesem Wunsch vieler Einwohner unserer Gegend entgegenkommen. Vertretung für Gieren und Umgebung weine -Tualitätsweinbrün-e Ldellilöre (Markenware) Inventur-Ausverkauf ÄS9, Eisengietzel ei u.Emaillienverk nähe Dillenburgs sucht zum sofortigen Eintritt Ul. lasen totomm möglichst nicht über 25 Zähre alt, als Korrespondent. Derselbe muh in Stenographie und Schreibmaschine perfett und imstande sein, die Korrespondenz nach Angabe, teilweise auch selbständig, zu erledigen. Gesuche mit Angabe über bisherige Tätigkeit unter Beifügung von Zeugnisabschriften und Lichtbild unter L V 7 an die Dill'-Zeittmz in Dillenburg erbeten. {Stellenangebote MW nicht unter 25 der leichie Nebenarbeiten mit erlahmen kann, sofort gesucht. Schr. Ling, n. 93 an vcrlo.Mttt. Ann.-Erveb. [97 >h Für Lebensmittel Detail leschäft wirb gewandtes MM das m. Buchführung u. Lchreibmalrbine vertraut ist, für Verkauf uub Bureau gesucht. Schr. Ang. m. Ge- haltSanaahe u. 980c a b. G Ain. erbeten. zu vstuschen. day der Landtag tn entscheidender Sitzung den Hessischen Staat mit bem StraHenbauweken belasten würde. Selbst die Schranken der Provinzgrewzen sind geeignet, den Gesamtorganismus zu stören und zu schädigen. Mr C trat enneuba uten und Hn st and ha ltungs arbeiten können und dürfen mit einheilliche Richtlinien inatflchviib fein Sie würden verwischt und neue Ungleichheit en geschaffen werden, fobald iede Provinz b.-rechiigt wäre, ihren Strahenbau nach eigenem Mah und Urteil zu dirigieren. 3n diesem Zusammenhang muh auch die Frage aufgeworfen werden, ob es nicht möglich ist. die schweren Kraftwagen und Lastautos, dte überaus verderblich und zerstöretrd auf den Oberbau unserer Kunststrasten wirken, in erhöh terem Mahezuden^oftendes Vtrahenbau- wesens heranzuziehen. Der harmlose Fust- ßCnacL bat sich schon daran gewokmt, Staub- Wolken zu schlucken und, um hastltcher Dreck- spcitzem zu entgehen, in den Ehausseegraben zu 'lu6-i i'. aber es wäre doch zuvrel verlangt, wollte man ihm auch noch zmnuten, bi dem gleichen Verhältnis feiner steuerlichen Kraft zu den Kosten ccs Straßenbaues beizutragen als die, die zwar nicht mit Absicht, aber mit jeder Fahrt an der Zerstörung der Strahendecke arbeiten. v Falsche Rentenbankscheine. Seit einiger Zeit werden In der Rheinprovinz und in Süddeutschland. insbesondere auch in Sieben und Umgegend. Rachbildunaen von Rcntenbankscheüien zu 10 Rentenmark in den Verkehr acbracht, bei denen das Wasserzeichen durch Ausdruck nachgeahmt worden ist. An Stelle des StoffauslaufS ist der rechte Teil der Dorder- sctte mit einem hellgrün gefärbten Stiebemittel bertüncht worden, worauf die Fasern ebxge- streut sind. Vei den echten Schemen sind die Fasern xm Papier eingebettet. Der Unter- gründ der Falschscheine zeigt ein verschwom- menes, unklares Dild, die Beschriftung weicht an verschiedenen Stellen von der der echten Scheine ab. Das Publikum wird vor der Annahme Der Falschscheine gewarnt und ersucht, beim Vorkommen solcher Scheine sogleich die nächste Polizcidienststelle zu benachrichtigen. Zweckdienliche Mitteilungen, die zur Ermittelung dec Fälscher führen, haben die Auszahlung einer Belohnung zur Folge. < Fahrplanänderung. Zur Herstellung des Anschlusses von Pers.°Zug 503 aus Richtung Gelnhausen an den beschl. Perf.-Zug 768 Staffele— Srranffurt, der ab 1. Februar in Gießen um 9,42 v. abfährt, wird Pz. 503 wie folgt früher gelegt: Hungen ab 8,57. Langsdorf 9 03. Lich 9,10, Garbenteich 9,22, Schiftenberg 9,23, (Ziehen an 9,33 v. Hiermit wird einem schon länger gehegten VedürsnlS Rechnung getragen. — Vom 1. Februar ds. 36. ab wird der an Werftagen verkehrende beschleunigte Perfonenzug 402, der 8.52 vvrm. in Diesten abfährt und 10.20 in Limburg (Lahn) ankommt. auch in Stockhausen (9.28 Übr • und in Aumenau (9.53) halten. ♦* öerfonalie bei der Reichs» babiL An Stelle des nach Hersseld versetzten VahninspeftocS Daniel wurde der Oberbahn- bofSvorsteher Äcinjelmann auS Frankfurt zum Dahnbof (Sieben versetzt — Mitteleuropäische Zeit aus den Eisenbahnen im besetzten Gebiet. 3n der Rächt von SamStag. 31. Januar, zum f G'i§Zeil vonmag. 1 Februar, wird auf den Eisenbahnen des besetzten Gebietes an Stelle der jetzigen, eine Stunde später liegenden westeuropäischen Zeit (W. 9. Z.) die mitteleuropäische Zeit (Al. •. Z) wieder ei »geführt. Die Vohnhossuhren im befehlen Gebiet werden am Sams lag um 11 Uhr (W. S. Z.) auf 12 Uhr nachts -, eine Tabelle enthält die Steuerabzüge für Stun- denverdienfte und tägliche Gntlohnungen. die andere Tabelle diejenigen für wöchentliche, zwei- wöchentliche und monatliche Lohn- bzw Sehafts- AüblungciL Sie können von dem Herausgeber im Selbstverlag zum Preise von 0.50 Mk. pro Einzelexemplar bezogen werden Ges.-Verein Eintracht,Gießen Rhele-Rnli-Oaa 2-Bei.llIltgLl.Arh.-S6i- gerb. Leit.: Eerr Dir. 11. Itlefor, Wleieck. Sonntag, den 1 Februar 1925, nah m. 4 llbr, Saalöff-inna .3 Uhr, KONZERT in der neuen Aula der Universität, Ludwigstr. unter gütiger Mitwirkung der Konzertsängerin Frl. Ida Stammler, Giehen, Frl. Thea Petri und des Herrn Hans Steil (Piano), beide aus d. Kör- ner'schen Musikschule in Giehen. EintrirtSvretse: 1. Bl. Mk. 1.00,2.931. 75 PL, 3. Vl. 50 Ps. Karten im Parverkaus zu haben: CLieib- Puikei.zeit.. Gewerkschafteha.'S. .v-.iseiirZrleiii'chiiitdLNeuitadt, Wilhelm Muhl, "steiienivea Ltl (am Sdialtexk 3b narren GruoisenkchasL Watttorstr Wir.- schast Lchermuly WaUtorftrahe. liätoZumittleihDil Neuen Baue 5 Samstag, den 31. Januar M* »8(1- M i Mt mit Abschieds Konzert in Schlierseer. Piäierle Seppilscta in Wolle und Halbwolle in allen modernen Farben vorrätig Daunendecken werden mit Einschütte oder daunendichtem Zanella angefertigt Deckchen für Kinderwagen in schöner Auswahl billigst E.Sdiott,Wälllorsir.24 Kein Laden. 0807 -= Friedberg^2V Jan Auch in unserem Äreife hat sich eine Arbeitsgemeinschaft für Schulamtsanwärtei gebildet, die unter Leitung von Rektor Koch von der Seminar udungSschule steht und in regelmäßigen Zusammenkünften in kleinem Streik an ihrer benr lidjen Fortbildung arbeitet. Daneben sind aber auch gröbere Veranstaltungen geplant. So würd' heute mit einer Reibe von Vonrägen begonnen für die der G i e st e n e r Profeftor Solch Stern als Redner gewann« ist. Da die Arbeitsgemeinschaft auch den Streislebrerverein zu der Veranstaltung eingeladen hatte, fauben sich im grohen Saale des PoltztechnikumS weit über 100 Zuhörer für den ersten Vortrag ein, in dem Professor Stern in sehr klarer Weise das Thema .Pädagogik al» Wissenschaft" behan delle. Im nächsten Vortrag wird der Rediter über „Allgemeine Slrufturpstzchologie und Jugendpin- chologie" sprechen. — Auch sonst herrscht reges Streben in der Lehrerschaft So besteht hier eine physikalische Arbeitsgemeinschaft, die unter Leitung von Direktor Dr. Schäfer vom Polytechnikum schon erspriestliche 2kbett im Dienste der Schule geleistet hat. Amtsgerkchi. • Diesten. 27. Jan. ®ln grober Teil der zur Zeit bei den Gerichten anhängigen Privat- klage fach en ist auf die Wohn ungS- zwangSwirtschaft zurückzuführen. Im Gegensatz zu früher herrscht beute zwischen Q3evj mietet und Mieter vielfach ein gespanntes Bei hältnis, dessen Folgen erbitterte Streitigkeiten vor dem Mietseinigungsamt und den Zivil- und Strafgerichten sind. Gin grober Teil dieser unangenehmen Auseinairdersehungen wird in dem Augenblick, in dem die Zwangswirtschaft auch auf dem Gebiete des Wohnungswesens zu End. gehen wird ebenfalls verschwinden. Auch beute tarnen wieder mehrere derartige Streitigkeiten zur Verhandlung. Gin Hausbesitzer von hier hat seinem Mieter wegen eineS zerbrocheneu Kellersensters einen energischen Brief geschrieben, in dem einige bc leidigende Wend 'ngcn enthalten waren Beide vergleichen sich baftin. dah der Hausbesitzer die Belcidigungt-n zurücknimmt und die Kosten trägt, ausgenommen 20 Mk., die im Jnterefte des zukünftigen Friedens der Mieter zu zahlen sich bereit erklärt. In ähnlicher Weife wird eine Privatllage zwischen einem Mieter und dem Dienstmädchen eines Hausbesitzers verglichen. Letzteres hatte der Frau des Mieters einen Stoh versetzt, während dieser daS Mädchen beleidigt hatte. Eine Fabrikarbeiterin aus Alien-Buseck hat einen jungen Mann von dort beleidigt. Rach stattgehabter Beweisaufnahme nimmt sie die Sc le.digung mit Bedauern zurück und verpflichtet sich zur Zahlung sämtlicher Äoften. Nr. | Veit 3 4 I 4 Volt 3 6 | 6 Volt l StOck — 10.50 Kirche und Schule. Eine Ehrung für Superintendent D. Petersen. (Sine tefonbere (Shcung haben die evangelischen Geistlichen von Oberhessen ihrem Super int mdenten D. Waldemar Pe- t er len ertoi f.n. D. Petersen ist bekanntlich am 1. Januar d. I. auS dem Amte geschieden. GS wurde nun von Oer Geistlichkeit beschlossen, ihm die Grünewaldsche Mappe ie eva"g l schen G i'f'ichen von Oberhessm ihrem langjähraen OÖcrbirlen bei seinem Scheiden aus dem Amt herzlichen Dank sagen und ihm einen g segneten Lebensabend wünschen" Das Mittelstltck des oberen Teils der A reffe bildet die Darstellung von Ghrisfus al3 „(3ul er Hirte", unter einem gotischen Bai dachin stehend. In der rechten oberen Ecke sieht man die Friedberger ßiebfrauen- fleche, bte schönste Kirche der Provinz (schon 1260 erbaut), in der linken oberen Tcke die Jo - hanneskirche in Giehen (1893 erbaut). Oberhalb deS Textes der Widmung ist das Wappen der Provinzialhauptstadt angebracht, wie es 1915 vom Grohherzog der Stadl Giehen verliehen wurde: in silbernem Schild ein blau bewehrter, schwarz geflügelter roter Löwe. Rach unten ist die Adresse durch die Darstellung einer Dorfkirche abgeschlossen, der di« überaus reizvolle, 1670 erbaute Kirche von Stumpertenrod im Bc-gllsberg mit ihrem prächtigen Portal zugrunde liegt. Die Widmung ist Meili An». 30er. lucht Auf nähme i.gröberem Hauehalt z. Flicken u. tWelfttiäben, eviL Kinderaussicht und Psteae älterer ^er Ionen. Schrittl. An- oeboie unter 0664 an den Gieft. Anz. erb. M. SräBleln das längere Jahre Filiale derKastee-sowie d. Leben mittel* hranche erführt hat, sucht Stelle. Schrillt. Anaeb. unt 0876 an d. Gieft.Anz. ( Verkäufe | Eln svrungsähiger Laudlchweiu- Eber mit la Abstammungsnachweis ahznaeben 98uD SürftL ffiutflber- waltnna in Sich. 120— I 1000.— 168.- | 1400.- Gute Schuhe zu billigen Preisen! WU||WVMMWUUUUWMWNWWWUMWW!!M»M»»!MM^^ 890 Herrenstiefel, bequeme Form, 790 Derbyschnitt. . 18-50, 10.90, I S25 965a Fenster! fcineigung der Farl K statistisch nach« fntben eine beredte 2 -nnth nun die Hmte 978D gez. 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Die Gemeinde Debern verkauft auf dem Submissionswege einen 21—22 Ztr. schweren Simmentaler Dullen. Schristl. Angebote find bis spätestens Dienstag, den 3. Februar 1925, mittags 1 Ähr, bei dec Bürgermeisterei Gebern geschloffen einzureichen. Gebern, den 28. Januar 1925. Hessische Bürgermeisterei Gedern. Die nächste Mitgliederversammlung findet statt: Samötaa, 31. Januar 1925, abend 8 Ubr bei Alterskollegen Beck, SkbützeubauS. AllseittgeS Erscheinen dringend erwünscht! Der Dorstand. 971D Restaurant „Zen Rebstock“ Samstag, den 31. Januar: 0981 Orlsgruppe Gießen. Ab Februar 1925 ist unsere Geschäftsstelle wie folgt geöffnet: Montag: 10-3 Uhr Mittwoch:4-8 „ Freitag: 10-3 „ ! HEY-Crcme Die Metzelfuvpen här'n bald aus, Drum hab' ich noch ein Schwein gekauft, Wett Ebrenabend für die Kapell', Wird sie verzehrt mit samt'm Fell. Ossi Es Iahet ein Gnetuv Trinkaus. 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[n6c Emö so sehr tn' 1 i>er Aa-olekmischsi »>wner aus deutscher i drr deutschen 6t gegen die ßmtralgetD Wen eines g« Ehrend aus der ol lta 1 | Erricht UO- ch-s " untersch -st- S«ch- Md "hUi#! ittUN fi gn w bk Äatio« tontn«TL mi, um -ar, all» SS* M UMm vvloaten «w t ElegJanz- und Gesellschaftsschuhe Braune Damen-Halb- und Spangen- 4450 echuhe,Rahmenarb., eleg.Formen, Restposten 11 Herren-Sportleder-Stiefelg sehr kräftig, Q95 vorzüglicher Strapazierstiefel.........V Keita-, 50. jmor 1925 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheyen) 25 Swetter Blatt arbeitet. hiesig« Frauen ter Stadttheater 1 Maat steh», der eine einheitliche Kulturpolitik Vie Mode der Maske reiche und saszinievende Rolle wir dürfen uns vorstellen, daft vielleicht sogar Leonardo eine Maske des Königs farbig verbreitete sich Univers itäts-R estau rant Fernsprecher 198 Plockstraße 5 872a Rasen- Aasen- Maskentragen über die ganze Dell der naisfance. Der extravagante Schmuck der ganze Gesicht verbergenden Larven ward möglich!, Jen zu« Mgen: das Re- daS auf» T UNs Zukunft. gegeben, und durch fast zwei Jahrhunderte hin herrschte nun die einfache Maske aus schwarzem, seidegefüttertem Samt oder aus Atlas, mit zwei Löchern, die einen Teil der Stirn und das ©e- Mittag- und Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine i und chaus N* \ WhL ausschmückte. Ron Frankreich auS Thealn wame und kalt« Speisen "a Fürstenberg-Dräu Stute nur noch in festlichen Augenblicken des Karneval- beanspruchen darf. Die Gewohnheit deS Masken tragens bei Herren und Damen kam zuerst in Frankreich auf. und zwar läßt sie sich bereits im 14. Jahrhundert unter der Regierung KarlS V. feststellen, wo sie wahrscheinlich aus der Mode des „Gachenez" entstand. Das Eachenez, das man Im Dinier trug, um bi« Gesicht gegen Kälte zu schützen, war ein Stück viereckigen schwarzen Stoffes, das an den Ohrenklappen deS Dinterhutes befestigt wurde und unterhalb der Augen daS ganze Gesicht an dem die Mission nicht vergi . _ und das uns Deutschen trotz btii seinerzeit er- Vor und nach dem Theater kalte und warme Platten [arschuhe ie" OröBe, Mitwirkung eines Siebener SamStag.3l.Jam. Ms- öhö SM- 6. D. I. «WM. Ab Februar 1925 ist unsere Geschäftsstelle wie folgt geöffnet: Montag:10-3Uhi MitMch4-8 „ frtiiW 10-3 „ Arbeitergesangverein unter bedeckte. Diese unschönen .Wetzsteine der 6D u. I*. Kampf um den Rhein zwischen Deutschland und Frankreich ist etm Froge der Kraft in all hm Iahrhun Ruhrkampf, wenn er auch äuherlich gescheitert ist, doch bewiesen hat, was deutsche Einigkeit leisten und erreichen kann. Abgeordneter Bachem, M d. R., sprach dann zu dem Thema »Der Rechtsbruch vom 10. 3a»uat 1825*. 3n warmen, lebendigen Dorten sprach der Redner von dem neuen Rechtsbruch, den sich unsere Gegner durch die Richträumung der ersten Zone zuschulden kommen lassen. Klar und treffend schillerte er die Absichten Frankreichs, den Rhein dauernd zu besetzen, um somit seine schon seit Hunderten von Jahren erträumten Ziele zu erreichen. Klar schilderte er aber auch den Dillen der ImkSrhclmschen deutschen Bevölkerung, sich nicht durch Deriockungen jeder Art von ihrem angestammten deutschen Lande trennen zu lassen. Es wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in der den hart bedrängten Volksgenossen des besetzten Gebietes der Dank für ihr AuS- harren ausgesprochen wird und der Erwartung Ausdruck gegeben wird, daft die Reichsregieruna alle deutschen Rechte energisch wahrnehmen und verteidigen werde. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. -g- Alten-Buseck, 26. San. Es bedeutet einen erfreulichen Fortschritt für unseren Ort, daß den ©emeindeglieder-n jcljl hin und wieder auch gute kirchliche Musik geboten wird. Rachdem Ende September des verg. Jahres der Doch der fromme Karl VI. verbot wieder im 15. Jahrhundert die .falschen Gesichter", und erst unter Franz I. von Frankreich begann die eigentliche Blütezeit deS MaSken- tragens. Die Damen behaupteten, dieser schmiegsamen Larve zu bedürfen, um ihre zarte Haut sowohl gegen rauhe Winde wie gegen grobe Hitze zu schÄyen. im Geheimen aber mochte die Sehnsucht nach kokettem Intrigenspiel, nach den tausend Heimlichkeiten und Lieberraschungen, die die Maske gewährt, der Hauptgrund sein, daß die gestrenge Maske einer Dame von Welt das Ausgehen ohne einen solchen Gesichtsschutz Überhaupt verbot. Der luftig tolle König Franz griff die Mode mit Freuden auf; er erschien mit seinen Hofleuten und Pagen gern in den ©traben von Paris maß fiert, um allerlei Schabernack und Scherz zu verüben, schlüpfte wohl auch heimlich unter dem Schutz seiner Larve zu seinen galanten Abenteuern. Die Masken des Königs, deren in Rechnungen Erwähnung geschieht, müssen sehr luxuriös gewesen sein; die Kunst deS Schneiders vereinte sich mit der des Malers, und inen bewchn. >n in der 973a sicht bis zur Rase bedeckte, während der untere Teil frei blieb. Manchmal erschienen diese Masken auch in Gestall einer breitgeränberten Brllle, nur einen schmalen Streif des Gesichtes verbergend; feftgebalten wurden diese Masken durch eine im Innern angebrachte Kette^ die in eine Perle endete, die in den Mund genommen wurde, ober auch durch einen unten an der Maske angebrachten Stahlbügel, dessen Ende man zwischen den Zähnen hielt. Der Stahlbügel hatte vor der Perle noch den Borzug, daß durch ihn zugleich die Stirne verändert wurde. Solche Masken trugen die Herren hauptsächlich in ausgelassener Feststimmung oder bei Rendezvous; die vornehmen Damen trugen sie aus der Strafte, bisweilen auch m Gesellschaften und legten sie des Rachts an, um dadurch die kosmetischen Mlltel aus dem Gesicht festzuhalten, die der Haut ihre Frische bewahren sollten. 3n Shakespeares Tagen durfte keine Dame ohne MaSke im Theater erscheinen, vornehme Damen wie Courti i an en verbargen sich in gleicher Weise unter diesen .nachtdunklen Schatten", und so geschah es, daft man die ehrbaren mit den unehrbaren Frauen verwechselte und daft überhaupt durch das Maskentragen eine Freiheit der Sitten entstand, die die Puritaner entrüstete, lieber all eiferte man dagegen, und es wurden strenge Verbote des Maskentragens erlassen. In Deutschland nannte der Prediger Messerschmied die Masken 1615 .teuflische Erfindungen"; Woschervsch spottet in seinem .Philander von Sittenwald": .Die häftlichen Gesichter zu verdecken, hat man die MaSken und Dorschleier erdacht." Aber auch in der deutschen Frauen well blieb die MaSkc noch lange nach dem Dreiftigjährigen Äriea die grobe Mode. Ioh. Ehr. Wagensell empfiehlt sie noch gegen Ende deS 17. IahrhundertS mit folgenden Worten: .Wenn das Frauenzimmer in Frankreich geschwind auSgehen und sich nuht viel anziehen will, nimmt eS die MaSke über den Kops, hab nichts als die Augen heraus gucken. und geht so incognito; wenn aber ein Bekannter kömmt oder einer, dem sie afsection bezuger, wollen, nehmen sie die MaSke herunter." In dem deutschen Modebrevier vom Anfang deS 18. Jahrhundert, dem . Frauenzimmer-Lexikon" wird die Maske raxft als im Gebrauch erwähnt: „Ist ein von schwartzem oder anberm bunten Sarnnet nach dem Gesicht geschnittene uni zusammengepappte Forme, mit offenen Augen- Rasen- und Mundlöchern versehen, deren sich das Frauenzimmer aus benen Redouten oder Reisen und Spatziersa , wenn sie incognito gehen wollen, zur des Angesichts zu bedienen pfleget und selbige eine von innen angeschlungene Koralle ober auch an einen durch - gesteckten Ring in dem Munde zu halten pfleget. Sie feftnb entweder mit Gold und Silber gestickt oder glatt“ Bald danach ist dann die MaSke aus der AlltagStracht der Dame für Immer verschwunden; sie erscheint in ihrem verführerischen Geheimnis nur noch bei Festen und Festspielen, wo sie die Erinnerung wachrust an jene verklungenen Tage, da die Mode der MaSke die Welt beherrschte. ^Dle Schwärze jener neidenSwerten Larven, Die "schöner Frauen Stirnen küssen, bringt In tat Sinn, day sie daS Schöne bergen." Diese r^orte deS liebeStrunkenen Romeo mögen viel- lncht auch jetzt wieder aut Faschingszeit ver- sLhrerischsi Schönen aus Maskenbällen zuge- Ifliftert Weichen; in Shakespeares Tagen aber rbetten 0« eine viel alltäglichere und selbstver- tländlichere Bedeutung alS heute, denn während unsere Damen die MaSke nur selten aus Kostüm- leflen anlegen, gehörte sie damals notwendig zur Slraftentoilektc der eleganten Frau. Damals hat >e MaSke im Reich der Mode eine geheimnis- faszinierende Rolle gespielt, d:e sie noch in festlichen Augenblicken des Härter. Krieges viel Zuneigung und Bewunde- runfl bewahrt bat Der Abend verfehlte feinen Eindruck nicht. — An kirchlichen Dachrich- ten ist auS unserer Gemeinde für das Iahr 1 924 folgendes zu berichten: Am heiligen Abendmahl nahmen 1387 Personen teil. Kirchlich getraut wurden 10 Paare, getauft 21 Kinder, konfirmiert 28, 10 Personen wurden beerdigt. An milden Gaben für Dereine und Anstaltca cvang. christlicher LiebeStätigkcit wurden gefpen-- bet 380 Mark. An Kirchenkvllckten gingen ein 137 Mark. Opfer und Gaben für örtliche Zwecke betrugen 210 Mark, und sonstige freiwlllige Leistungen für kirchliche Zwecke beliefen sich auf 42 Mark. Die Gesamtsumme aller Gaben betrug somit im abgelaufenen Jahre 769 Mark. Sk. Reiskirchen, 29. Jan. Heute fand im hiesigen Gemeindewald die erste Brenn - hvlzversteigerung statt. 3m Durchschnitt wurden recht fwh« Preise bezahlt. Es kosteten: Der Raummeter Buchcnscheit 15—16 Mk.. Knüp pel 10-12 Ml., Stockholz 7-9 Mk.. Reisig 4 Raummeter 10—12 Mk. Die Steigerer waren hauptsächlich solche Leute, die kein eigenes Fuhrwerk besitzen, während die Dauern ihren Bedarf an Brennholz in der Hauptsache in den weiter entfernten StaatSwaldungen decken. Kreis Friedberg. "2$. Bad-Rauheim, 28. 3an. Die Dark- all e e, neben den Dprubcstr daS marfanteftc Wahrzeichen Bad-Rauheims, ist durch ihre zwei iHmenrcibcn eine besondere Zierde unseres Da des und ein sehr beliebter Aufenthaltsort der Kurgäste geworden. In zwei Fällen sind In den vergangenen Iahren aber grobe Bäume ganz plötzlich gestürzt und haben groben Schaden au Gebäuden der bebauten Seite der Parkstrahe angerichtet, zum Glück kamen Menschenleben nicht zu Schaden. Don da ab sah man m den alten Bäumen eine grofte Gefahr, und man hat dahier damit angefangen, sie ihres gesamten Astwerkes zu berauben. Da sich die ersten Dersuche bewährt unb sich im letzten Sommer überall wieder grüner Ausschlag reichlich gezeigt hat, wurden nun in diesen Tagen sämtliche Ulmen derParker 11 e e .geköpft", unb jetzt stehen nur noch die kahlen Stammstrünke da, ein Bild, bat dem Rauheimer recht ungewohnt ist. Die oft rech! schwierigen und gefährlichen Arbeiten der Holzarbeiter wurden von dem Publikum mit grobem Interesse verfolgt. Die Parkallee ist gegenwärtig ein grobes Holz- und Reisiglager. — Am Teichhause werden gegenwärtig umfangreidhe Erneuerung^ und Jnftallationsarbeiten ausgeführt. Sf. Friedberg. 29. Ian. Die heutige Stadtverordnetensitzung beschäftigte sich in erster Linie mit der geplanten Derle gung deS Predigerseminars von Friedberg nach Darmstadt. Der Bürgermeister verlaS eine (Singabe der Stadt an den Kirchentag, in welcher die Ditte ausgesprochen wird, der 'Verlegung nicht zuzustimmen. Die Eingabe wurde mit grober Mehrheit gutgeheiben. — Zum DorstandSmitgliede derMufeumSge ■ fellschaft, der nach den Satzungen eh Mitglied des StadtvorstandeS crngepören soll, wurde Beigeordneter Windecker an Stell«> deS ausgeschiedenen Beigeordneten Kühn gewählt. Die MuseumSgesellschast hat den Zweck die Bestrebungen deS Geschichte- und Altertums- Vereins und deS Museums zu fördern und durch Aufbringung der nötigen Geldmittel auch gröber( Ankäufe zu ermöglichen. Sie hat tn dieser Hinsicht schon manche- Gute gewirkt. Stadtverordneter Füller teilte noch mit, daß die neuen> geschaffte Motorspritze angekommen unb zur Zufriedenheit ausgefallen sei, eine Dorführung solle demnächst stattfinden. am. S tammheim, 29. Ian. Die Dau« tätigfeit hat hier im vergangenen Jahre erfreulicherweise wieder begonnen. Auf der Strafte nach Staden stehen bereits zwei hübsche Häuser, welchen nur noch der Derputz fehlt Dor Weihnachten wurden sie bereits bewohnt In diesem Iahre sollen weitere Häuser an dieser Strafte erstellt werden, so daft dort ein ganz neucÄ Viertel entstehen wird. • Wisselsheim, 26. 3an. Dieser Tage hielt der vielerorts bekannte frühere Duren- kommandant Koos Jooste, der auf einer unb eine einheitliche Außenpolitik treiben kann. Es gibt nur eine dauernde Rettung unseres Dolles vor der französischen Durchdringung. Das ist eine feste Zentralgewalt. Dec einer Diel- beit können wohl Zeiten kommen, in denen bestimmte Länder besser gepflegt werden als es sonst geschehen kann, aber die Geschichte der letzten Jahrhunderte hat gezeigt, daft die Schaffung der Zentralgewalt eine LÄrenSfrage ist. Die Schicksalsfrage für Deutschland lautet für uns. ob wir politisch und kulturell eine Proviaz deS welschen Rachbarlandes werden sollen, dem wir schon wirtschaftlicchen Tribut zollen und unter dessen Aussicht«- und Einmischungs recht wir schon heute stehen. Das deutsche Schicksal ist eine Frage der deutschen Kraft, eine Frage der Möglichkeit der Kraftkonzentratiou. Die Frage des Glaubens an unsere wirtschaftliche Kraft ist der Glaube an die Zukunft. Frettu Dr. d. §ertli»g, die über das gleiche Thema sprach, vollendete den historischen Werdegang bis zur Reuzeit. Wir fömren dem Rheinland helfen durch das Festhalten an der Reichsidee. Heber dem Parteiwesen kommt die duftere Politik zu kurz. Diese dreht sich heute in erster Linie darum, ob wir in dem lnsi arischen Kamps um den Rhein unser Ziel erleiden bzw. das Ziel der Franzosen oerciieln Das kann uns nur gelingen, wenn wir über die Parteien hinweg und gerade durch die Arbeit der Parteien die Einigkeit erreichen. Die Parteien müssen dafür eingestellt werden, daft sie den Kamps nicht stören, sondern daft sie für und in dem Kamps auch Mitarbeiten. DaS Rheinland ist zwar kein Schlachtfeld mehr, aber noch bestehen die Ordonnanzen, die nach der Willkür der Franzosen jederzeit wieder angewandt werden können. Roch wird die öffentliche Meinung unterdrückt. Der einzige Gewinn ist, daft die Ausweisungen nicht mehr vor sich gehen können, ohne daft das Opfer der Ausweisung gehört werden inuft. Aber eS fehlt das gerechte Gericht, denn der Kläger ist zugleich Richter. Das Rheinland hat nur eine Atempause erhallen. Es bleibt immer noch die Kulturpropaganda. Es bleibt die Möglichkeit, während der langen Jahre der Besetzung, die noch nidjt abzusehen sind, auf frieblidjcm Wege immer wieder zu ver suchen. die Bevölkerung an sich zu ziehen. Wtr müssen das Rheinland zu diesem Kamp stahlen und stärken. Denn es ist schwieriger, dieser friedlichen Durchdringung jahrzehntelang standzuhalten. als der brutalen Gewalt. Das Rheinland darf nicht das Gefühl haben, twft es der Prügelknabe für Deutschland fein soll. Dann wird es gern für das Bat er land leiden bis zu der Epoche, die hinausführt in die Freiheit. Wir müssen uns vereinen mit dem Rheinland in einem stummen Trotz. Schuldlos tragen wir dies Unglück. Wir tragen es mit ungebrochenem Mut und hocherhobenen Hauptes in dem Gefühl: die fremden Eroberer kommen und gehen, wir gehorchen. aber wir bleiben stehen! In der öffentlichen Abendversammlung sprach Frau M Döhnhosf, Md L, über „®le graue» unb bet Ruhrkampf*'. Die Rednerin gab einen kurzen ileberbltd über die bekannten Tatsachen der Ruhrbesetzung vom 11. Januar 1923 ab unb schilderte den unheilvollen Einfluft, den ein Abschnüren deS RubrgebieteS von dem übrigen Deutschland haben mußte, wenn man bedenkt, daft wegen der Dichte der Bevölkerung (eS kommen hier 1500 Einwohner auf einen Quadratkilometer zu 127 im übrigen Deutschland) schon bei normalen Der- kehrsverhältnissen eine Zufuhr vvn Lebensrnitteln grofte Schwiengkerten bereüet. Die Frauen, die sich einS fühllen mll dem Bolls» ganzen, eins in dem Willen zum Durchhalten in diesem verzweifelten Kampf, haben Ungeheueres geleistet, wenn man bedenkt, unter welch schwierigen Derhältnissen eine Hausfrau den täglichen Lebensunterhalt für ihre Familie beschaffen muftte, wie sie in steten seelischen Aengsten leben muftte vor ihren Unterdrückern. Hinzu kommt noch die durch die neue Besatzung aufs äufterfte gesteigerte Wohnungsnot und viele andere Bedrückungen und Sorgen. Diel wichtiger und wertvoller aber waren die Taten, die die Frauen durch ihre innere Organisationen, durch ihr heroisches Dorbikd und durch ihre Appelle an das unbesetzte Inland.unb das Ausland geleistet haben. Unb in der Tat ist es auch hauptsächlich unseren Frauen im Ruhrkampfe zu verdanken, daft der 'Hu«, (95 gesangvereins und tüchtiger auswärtiger Solisten ein Kirchenkonzert veranstaltet hatte, der sehr gute musikalische Leistungen bar* bot, vereinigte sich am gestrigen Sonntag mit ber hiesigen Sängervereinigung Eintracht Jugendkranz und dem P o- f a unen<6 o r Groften-Buseck (Leitung: Herr A. Kalbhenn jun.) der im vergangenen Jahre neugegrünbete hiesige Gemischte Chor unter Leitung seines Dirigenten K. Ri - kolai-Groften-Buseck zur Deranstaltung eines Kirchenkonzertes, bas namentlich in Anbetracht bes erst kurzen Bestehens ber beiben letzten Dereine schon recht erfreuliche Leistungen ausweisen konnte. Um 8 Uhr sand bann im Ruhl- schen Saale ein stark besuchter Familien- abend statt, bei dem Ansprachen, Chöre und Musikstüae für Klavier unb Dioline abwechselten mit dem Dorirag von Gebichten unb mit kleinen Theaterstücken, in denen auch der jugendliche Frohsinn zu seinem Rechte kam. Die jungen Darsteller entledigten sich ihrer Aufgabe mit an4 erkennenswerter Sicherheit und Gewandtheit. Es hat sich auch hierbei wieder einmal gezeigt, wie auch in unserer Jugend aus dem Lande mitunter ganz überraschende Talente vorhanden sind, die nur geweckt werden müssen, um sich gern und erfolgreich in den Dienst guter volkstümlicher Unterhaltung zu stellen. • Steinberg, 27. Jan. Am Samstag und Sonntag hielt der Gesangverein „@in- tracht" in dem vollbesetzten Saale des Gastwirts Dchmandt sein Wintervergnügen ab. Der 1. Vorsitzende wies in seiner BqrüftungS- ansprache auf die reiche Geschichte des Vereins hin, der jetzt 55 Jahre besteht, und hob bann die Bedeutung des deutschen Liedes für unser Dolkstum trefflich hervor. Unter der Leitung des bewährten Dirigenten Schöttler von ©teften brachte der Sängerchor gtöftere Chor- gefänge. Lieder usw. ausgezeichnet zum Dortrag, wofür der starke Beifall Der großen Zuhörerschaft herzlichst dankte. Weiter wurden die Abende durch Theateraufführungen der verschiedensten Art in bester Weife ausgeschmückt unb mit lebhaftem Beifall belohnt. Die „Eintracht" kann mit dem Derlauf der Deranstattungen nach jeder Richtung hin sehr zufrieden sein. iS. Steinbach, 29. Jan. Am Sonntag hielt Missionar M a u t e aus China, bet zur Zeit In Erholungsurlaub in Tübingen weilt, hier einen Lichtbildervortrag über China. In schönen, Haren Bildern zeigte er Typen der Chinesen, Landstriche unb Mislionsstationen, erzählte von den Eigentümlichkeiten unb bem Götzendienste jener Rasse, die durch Handel unb Verkehr uns so viel näher gerückt ist, unsev Interesse aber auch durch die politischen Vorgänge der letzten Monate stark in Anspruch nimmt. Sein garwer Bartro, teer ften^nrngen vvn warmer Liebe zu jenem heidnischen Bolle, unb nach dem ch i-.i Gegenwart — :!>er Haupt ein Kampfziel unseres Volkes, ober dm dem Instinkt unb Den Lebensnotwendigkeiten bet gesamten Volk«mässe entsprechendes Ziel, bas wenigstens von ber geistig führenden Schicht crfjimt wird? Und sind wir bereit, uns diesem Arsamtziele unterzuordnen und ihm zu dienen? t-U Ausgabe deS Frauenausschusses kann nur ■ne Fragestellung nach der Möglichkeit dieses :e1amtzieleS sein. Der Kampf um Den Rhein ist Qt tn ein weit ungünstigeres Stadium einge- ten, aU es früher war. Frankreich hat durch ., Besitz der Brückenköpfe unb des Ruhrgebiets eatfchlanb so sehr tn der Hand, wie wir es nur ber Rapoleonifchen Zett erlebt haben. Es ist .«ater auf deutscher Seite die Uneinigkeit ber deutschen Stämme, das Widerstreben jegen die Zentralgewalt, die Schwächung dieser ^nxtlt, der Mangel an militärischer Macht und 'ori Fehlen eines gemeindeutschen BewufttseinS, tnübrenb auf ber Gegenseite der zentral geeinte ®tntge wMx |~Verein£^ Mr-Ul teil ti 6*m8fae.3i.9ltl l-H-tai, eonntae.l.fctbr., von i Uhr ab. WbitrM Im vootsdaa«. *c BttVmmi. I Gegen die ttriegsschuldlüge. Politische Tchulungswoche in Darmstadt. Am zweiten DerhcnrdlungStage sprach Frau ! . Wolf-München über: Die loloiUle Schuldlüge. ( » gründet sich auf drei Behauptungen: 1- Dir i:ten die Eingeborenen miftftanbelt. 2. wir hätten c militarisiert unb den friedlichen Welthandel kiroht durch Errichtung von Stützpunkten für tlne Kriegsschiffe unb U-Boote, unb 3. wir tdren vollständig unfähig gewesen, zu koloni. ,rert Die Erhebungen unserer Feinde stutzen (1 auf die Mitteilungen eine« vollständig ehr- ich Individuums, eine« farbigen Betrüger«. >7 alt aemiingefährlich fd&ft von der ®ntente> :‘rden. Tatsache dagegen ist, daft am 2 Febroar )19 117 Häuptlinge au« Kamerun eine Em- an ben König von Spanien genw.ajt haben, > der fte ihn baten, er moae doch feinen ganzen • nfluft verwenden imb dafür sorgen, daft Ka» Utrun bei D eutschlanb bleibe. Am ) Mai 1919 wurde die gleiche Bitte an bert rr^oq von Mecklenburg gerichtet, unb schlieftlich 19. Juni wandten sich die Eingeborenen von »er»» an die Hationafoetfammlunq von Wei- alle« |u tun. um bei Deutschland bleiben bürfen. Gbscko Interessant ist da« llägliche efmii einer von England veranlaßten Abstim- mcng tx Deutsch-östasrila. Die abgege- nen Stimmen lauteten sämtlich für ^emtschlanö Äon einer Willtarisie- i ng tonn bei unseren früheren Kolonien nicht 5 p roch« werden. Südwest afrika hat überhaupt -ine Truppen gehabt. Deutschostafrika, ein Gebet doppelt so grob wie Deutschland, hatte 2500 rMgt Soldaten und 2140 Polizisten Sie waren rit alten Iägerbüchsen bewaffnet, und es gab Mn einziges mobeme« Geschütz. Man vergleiche tnmal damit die riesigen Kolonialarmeen, die ^«mkreich unb England unterhielten. Was nun l ßüge von der o r a a n i s a t or is ch e n Un« zhi gkelt Deutschland«, zu kolonMeren, rlangt, Je kann auf die Grfolge der deutschen Kolonisation htngewiesen werben. Die Einrich- uig von Dolksschulen, Fortbildungsschulen, > indwerterschulen, die Herstellung anerkannt rruchbarer Karten, bet vorzügliche Derwal- üigsapparat, die Urbarmachung des ilrtoalbe«, I« Anlage von Eisenbahnlinien, die Bekämpfung hi Seuchen, wie Cholera, Pocken, Schlafkrankheit, iwberpest usw., die uns namentlich die Liebe unb .jilneiguna der Farbiaen verschafft haben, und i? statistisch nachweisbare Ausfubrstclgerung eben eine beredte Sprache, ilnfere Feinde sam- ndn nun die Ernte unserer Mühen unb Opfer *t, m denen letzten Endes jeder deutsche Steuer» aftler indivekt beteiligt ist. Um den Böllern den ^iab der deutschen Kolonien glaubhaft, wahrst einllch unb berechtigt erscheinen zu lassen, er- anöen unsere Feinde die Lüge von der deutschen .Insähigteit, zu kvionisteren. Frau Dr. Ros« Kempf sprach zu dem rhema: Der Kampf ** bce öe»tsche» Ahei». , BorW [ von 31 ■ mw® m , Schaufel in fün ) Slufjüg. (13 Silbern' . I von SldlUer. lmc trobfen“. wie ber Satiriker Estienne die ti(ber nicht gerade höflich nannte, wurden schon tarn al« durch eine anliegende HalbTnaske ersetzt. Durchreise, aus dem .Kutrrgebtet kommend, zwei Tage im benachbarten Steinfurth weilte. einen Dortrag. ter fast alle erwachsenen Glieder der Gemeinde in dem Saale des Gastwirts Amend sammelte und bis zur späten Stunde zu- sammenhielt. wo olle in atemloser Spannung den interessanten Ausführungen des Redners folgten. Damit hat Iooste in dankenswerter Weise einen Wunsch verschiedener Gemeindeglieder erfüllt, die schon vor zwei Jahren ihn in (Stein» furth hören konnten. Iooste gehört zu den Rednern. denen die Gabe populärer Räte eigen ist. und die dem Zuhörerkreis sich anzupaffen wissen. Dieser Mann weih mit dem scharfen Blick des Jägers die Dinge zu schauen und aus dem überreichen Schatz feiner Erfahrungen zu er» zählen, dah man nicht müde wird, ihm zu lauschen. 5 Ober-Eschbach. 25. Jan. Der Sohn unseres hiesigen Lehrers Mohr. Studienrat W i l» h e l m M o h r , stellte sich nach Beendigung seiner Gießener Studien in den Dienst des AuS -- landdeutschtums und war seit 1913 ununterbrochen an der deutschen Schule in Rio de Janeiro tätig. Aach 11-jährigem Wirken in Brasilien verbrachte Studienrat Mohr jetzt seinen ersten Urlaub in der Heimat, den er zum größten Teil zum Studium der deutschen Schulen, ihres Unterrichtsbetriebes und ihrer Einrichtungen, verwandt hat, um mit neuen Erfahrungen und Anregungen der Auslandschule dienen zu können. 3n den nächsten Tagen fährt Studienrat Mohr wieder an seinen WirkungSort zurück. Dor seinem Abschied hielt er heute unserer Gemeinte noch einen Lichtbildervortraa über Brasilien. der mit lebhaftem Sntereffe verfolgt und mit dankbarem Beifall ausgenommen wurde. Die Lichtbilder, zumeist eigne Aufnahmen des Redners, zeigten die herrliche Umgebung RioS in prächtigen Stadt- und Lrndschaftsaufnabmen. gaben ferner interessante Einblicke in das Wirtschaftsleben Brasiliens und in das Leben ter Deutschen Kolonie, die während ter Kriegsjahre es nicht immer leicht hatte, sich aber behauptet und heute ihr Deutschtum mehr denn je pflegt, studienrat Mohr hat feinen Lichtbildervvrtrag auch antervrtS gehalten, so in den BateAau- Ijebner Schulen. Unsere Gemeinde ist stolz auf ihren Sohn, ter als ein Pionier des Deutschtums noch einmal über See geht, trotzdem das Aus- tommen gerade in Brasilien heute sehr erschwert und nur bei einfachster Lebenshaltung möglich ist. Die besten Wünsche der ganzen Heimatgemeinde begleiten Studienrat Mohr bei W'ederantritt seiner so nötigen deutschen Kulturarbeit im Ausland. Kreis Büdingen. )( Aus dem Aiddertal, 29. Ian. Die Arbeiten zur Tieferlegung der Nidder und zur Entwässerung der Wiesen bei Stockheim-Effolderbach schreiten rüstig voran, auch die Talsperre bei Lihberg soll dem Der- nehmen nach zur Vermeidung von größeren Hoch- wafserschäten bedeutend erweitert werden. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm, 29. Jan. Auf Anregung des KreiSschulamtS Alsfeld fand am Dienstagabend eine gemeinschaftlich« Sitzung des GemeinderatS und des Schulvorstandes dahier statt, in der über die Erbauung eines neuen SchulhauseS zunächst eine Aussprache herteigeführt werten sollte. Aach Begrüßung der Erschienenen, insbesondere deS Schulrats Huff, durch Bürgermeister S p a m e r, erteilte dieser dem Vertreter des Kreisschulamts das Wort, der als Fachmann einleitend die hiesigen Schulräume einer gründlichen Besprechung unterzog. Zwei Säle müßten vom hygienischen Standpunkte aus als ungenügend bezeichnet werden, da sie zu klein und zu dunkel seien und nicht entsvrecheird durchgelüftet werten könnten. Andere Säle seien überlastet, bis spät abends im Gebrauch, so dah die Reinigung und ßüftung nicht rechtzeitig vorgenommen werten könnten. Sämtliche Anwesende waren wohl von ter Notwendigkeit eines Neubaues überzeugt, warfen aber die derzeitige un- günstige Finanzlage ter Stadt stark in die Wagschale. Diese Tatsache wurde keineswegs verkannt. Aber da ter Neubau erst in den nächsten Jahren zur Ausführung kommen dürfte, liehen sich vielleicht noch besondere Einnahmequellen erschliehen (Steinbruch), die das Bauen doch ermöglichen. Da schon ein Bauplatz früher ins Auge gefaßt war, einigte man sich dahin, Pläne und Kostenpunkt eines vier- klafsigen Schulhauses von der Bau» behöroe ausarbeiten zu lassen, um jederzeit einen Maßstab zur Beurteilung ter Kosten in Händen zu haben. Man will einen stattlichen Bau errichten, der mit allem Komfort ter Neuzeit ausgestattet ist, damit die spätere Generation derartigen Sorgen wie heute überßoben sei. Damit ist diese Angelegenheit ins Rollen gebracht worden, sie dürfte aber noch des öfteren den Gemeinderat beschäftigen, denn gut Ding will Weile haben. ELaröenburg nrrd Rheinhessen. fpd. Offenbach, 29. 3an. Der weit über die Grenzen Hessens hinaus bekannte Schrift- giehereibesitzer Wilhelm Klingfpor ist heute früh im Alter von 84 Jahren plötzlich gestorben. Hessen-Nassau. bl. Dillenburg, 29. Ian. Das Hand- werksburschenwefen tritt im Dillkreis in erschreckendem Maße in Erscheinung. Ganze Trupps wandern, durch das Dilltal kommend, gegen Betzdorf oder Siegen. Die Grünte zu ter Ucberfhrtung im hiesigen Kreise mögen wohl uDarifn zu suchen sein, daß viele hoffen, bei den Werken Arbeit zu finden. In vielen Fällen muß die Bürgermeisterei einspringen, daß die Wandernden überhaupt weiterkommen. ][ Laasphe. 29. Jan. Auf der nahen Station Friedrichshütte wurde die etwa 70 Jahre alte Witwe Katharine Weiß aus Biedenkopf, als sie aus dem noch fahrenden Zuge aussteigen wollte, totgefahren. fpd. Frankfurt a. M., 29. Jan. In einem Wäschegeschäft ter Kaiserstraße wurden seit Wochen an bestimmten Tagen und Stunden Einbrüche verübt, wobei nach und nach rund siebentausend Mark gestohlen wurden. Jetzt gelang es nach langem Aufpassen, die Einbrecher in ter Person des Hausmeisters Friedrich ® er big , dessen Braut, der Näherin Frida Möser, und des Wilhelm Schanz, zu ermitteln und festzunehmen. Don dem Gelde hatte sich das Trio eine vollständige Ausstattung, ein Motorrad und andere schöne Dinge gekauft und nebenbei curch noch Sektgelage veranstaltet. Die von dem gepvylenen (Seite beschafften Dachen wurden beschlagnahmt und der bestohlenen Firma aus- gejjänbigt — Aus dem Main ftschte man beute mittag eine Kiste mit 100 Ampullen Novocain und Suprarenin. Es handelt sich um hochwertige Fabrikate auS den Merzwerken in Rötelheim, die offenbar gestohlen finb. — Im Monat Januar wurden im Polizei- bezirk Frankfurt a. M. insgesamt 4946 Anzeigen vorgelegt. Davon entfallen 1720 auf "Uebertretungen, 810 auf Derbrechen und Vergehen. Vorläufige Festnahmen mußten vorgenommen werten in 1229 und endgültige in 652 Fällen. Fundanzeigen kamen 109 und Anzeigen wegen Leichensachen 29 vor. Wegen vermißter Personen wurden insgesamt 38 Anzeigen gemacht. Brandanzeigen find 60 und Unfallanzeigen 298 erstattet worden. fpd. Aus der Rhön, 29. Ian. SXvimi« nalbeamte fahndeten in einem Auto bei Gersfeld nach Geldscheinfälschern. Dabei begegnete ihnen ein Radfahrer, den sie für den gesuchten Fälscher hielten. Auf die Aufforderung, zu halten, ergriff ter Radfahrer die Flucht und konnte infolge des starken Nebels m den nahen Wäldern verschwinden. Schüsse, die dem Manne nachgesandt wurden, gingen fehl. Am nächsten Morgen Härte sich ter Vorfall auf. Der Radfahrer war ter Sohn eines Landwirtes, der mit den Geldfälschern nicht das geringste zu tun hatte und in dem Glauben, die Insassen des Autos seien Werber für die Fremdenlegion, die Flucht ergriffen hatte. Der junge Mann wagte sich erst am folgenden Morgen aus den Wälem hervor. Hochschul! achrichten. Boa der Frankfurter Universität. fpd. Frankfurt a M. 29 Ian. Aach der endgültigen Feststellung sind cm der Universität Frankfurt im laufenden Winterhalbjahr 2267 Männer und 249 Frauen, zusammen 2516 Personen als ordentliche Studierende eingeschrieben. Davon haben 2436 Studierende ordnungsmäßig Vorlesungen belegt, während 80 wegen Krankheit ulw. beurlaubt sind. Außerdem nehmen 906 Gasthörer und Besucher an ten Vorlesungen teil, so daß sich ter Gesamt besuch auf 3425 Personen stellt. Turnen, Sport und Spiel. D-r Zngspitzflug. Für den Zugspitzslug am 31. Januar und 1. Februar sind insgesamt 29 Nennungen eingelaufen. Sie setzen sich zusammen aus 10 Übet» Flugzeugen (darunter 2 Kleinflugzeuge „Coli- bri“), 5 Dietrich Gobiet-Doppeldeckern. 2 Mark- Sportmafchinen, 2 Flugzeugen ter Heinftl-Werke Warnemünde, 2 Leichtflugzeugen Messerschmidt, je 1 Junkers, Focke-Wuls, ein Albatros, ein L. V. E., ein Hansa-Drantenburg, ein Bahnbe- darf und zwei Söder. Da nur 14 Bewerber zu- gelafsen waren, mußte die Kommission 15 Nennungen ausscheiten. Die terbteibenben 14 Teilnehmer finb folgende: 1. Theodor Ervneitz auf Dietrich Gobiet: 2. Ernst Übet auf Übet« Tiefdecker U 10; 3. H Sehwald aus Messer- schmidt-Kleinflugzeug; 4. Albert Dotsch auf Dahnbedarf-Kieinflugzeug; 5. Antonius Raab auf Dietrich Gobiek-Doppeldecker; 6. Cornelius H. Elzard auf Focke-Wulf: 7. Major a. D. Franz Hailer auf Utet-Tiefdecker U 10; 8. Hans Georg von der Marwitz auf Mark- Sporteinsitzer; 9. Alfred King auf Heinkel- Doppeldecker; 10. Paul Bäumer auf Übet» Kleinflugzeug U 7; 11. Robert Tüxen auf Albatros-Doppeldecker; 12. H. Fricke auf Luftverkehr-Doppeldecker; 13. Adolf Doldi auf IunkerS-Metalloerkehrslimousine; 14. P. Bi llig auf Utet-Tiefdecker U 10. Soweit die Flugzeuge nicht in Schleißheim eingestellt sind, treffen sie am 29. Januar auf dem Luftweg dort ein. Für Freitag, 30. Januar, ist um die Mittagszeit ein Propagandaflug über München in Geschwaderform geplant. Der Start zum Zugspihflug erfolgt am 31. Januar mittags. Wirtschaft. • Versteigerung deutscher Aktien durch die Repko. Die Reparationskommission wird am 15. Februar im Hotel Astoria in Parts bei einer Auktion u. a. Akt-en mehrerer deutscher Konzerne, einschl. ter Anotolischen Eisenbahn sowie ter Ersten Donauschiffahrtsgesells^xrft, versteigern. Der Verkauf findet ausschließlich an Angehörige alliierter ober assossiierter Regierungen statt. * Protest gegen den Deutsch-spanischen Handelsvertrag. Am 23. Januar fand in Wiesbaden eine Ausschußsihung des Rheingauer Weinbau-Vereins statt, in der auch die Handelskammer Wiesbaden vertreten war. Am 25. Januar tagte ter Hessische Bauernverein in Mainz. In beiten Versammlungen wurden Entschließungen angenommen, in denen gegen den Abschluß des deutsch-spanischen Handelsvertrages schärfster Protest erhoben unb schleunigste Beseitigung ter den deutschen Weinbauern und die Existenz d's gesamten Winzerstandes vernichtenden Bestimmungen dieses Vertrages gefordert wird. * Bochumer Verein für (Bergbau» und Gußstahlfabrikation, Bochum. In ter Derwaltungsratsihung vom 28. Jan. 1925 tourte die Papiermarkabschlußbilanz per 30. 9. 1924 und die Reichsmarkeröffnungsbilanz per 1. 10. 1924 vorgelegt. Für das Geschäftsjahr 1923/24 kommt die Zahlung einer Dividente nicht in Frage. Das Aktienkapital soll zusammengelegt werden im Verhältnis von 10:7, von 80 Millionen PM. auf 56 Mill. RM. Die o. G.V. soll am 25. Februar in Berlin stattfinden. * Deutsche Petroleum QL G. in Ber- Itn. In der a. o. H. V. waren 107 172 000 M. Aktien vertreten. Die vorgelegte Reichsmarkeröffnungsbilanz tourte angenommen. Daraus ergibt sich ein Vermögensüberschuß von 30 Mill. Die Umstellung des QL K. erfolgt demgemäß von 150 Mill. PM auf 24 Will. RM., eingekeilt in 21 600 000 RM. Inhaberaktien unb 2 400 000 RM. NamenSaktien, unter Bildung einer Um» stellungsrücklage von 6 Mill. RM. Die Inhaber- und Namensaktien werten von 1000 PM. auf 160 RM. umgestellt. Vom Vorsitzenden wurde mitgetellt, daß bei den befreunde ton Rütgers-Gas- toerfen ein neuer Großaktionär entstanden fei dadurch, daß die Verwaltung der Städtisch«, werke, Berlin, die mit ter Gesellschaft schon seit längerer Zeit in enger Verbindung stehe, einen größeren Posten ter Aktien her Rütgerswerke erworben habe • Einführung des metrischen Oy - stems in Sowjetrußland? Nach einer HavaS-Meldung beabsichtigt die Sowjetregierung, das metrische System für Maße und Gewichte einzuführen. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 29. Jan. (T.U.) Der Tendenzumschwung, der im Verlaufe des Mittaasverkehrs erfolgte, brachte der heutigen Abendbörse bei etwas angeregtem, aber stillem Geschäft weitere Erholungen von geringem Ausmaß. Die Bewegung ging vorn Wontanmarkt aus, für dessen Werte sich Käufer einstellten. Die Besserungen, die sich hier einstellten, erreichten bei den führenden Werten etwa l1/» Prozent. Auch für die Märkte der übrigen Werte war etwas Kauflust vorhanden, ohne indes zu nennenswerten Kursveränderungen zu führen. Am Montanmarkt standen Phönix und Mannesmann an der Spitze. Don chemischen Werten waren badische Anilin bevorzugt. Auch deutsche Erdöl gingen zu höherem Kurs aus dem Verkehr hervor. Der Bantenmarkt lag ruhig. Berliner Handelsgesellschaft gaben erneut nach, während Reichsbankanteile zu gebessertem Kurs aus dem Verkehr hervorgingen. Am Rentenmarkt stellte sich nach längerer Pause etwas Nachfrage ein, die den Kursen leichte Besserung brachte. Von ausländischen Renten erhielt sich Interesse für mexikanische Werte. Die Börse schloß in ruhiger, fester Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,735, 31/" Reichsanleihe 0,900, 3VsProz. Preußische Konsuls 1050, 3proz. Konsols 1000. Ausländische Renten: Bagdad II 10,75, fünf- prozentige Goldmexikaner (abgest.) 42, 3proz. Silbermexikaner (abgest.) 19, 3proz. do. 13. Bankaktien: Bayrische Hypotheken- und Wechselbank 3,25, Berliner Handelsgesellschaft 171, Commerzbank 6,62, Disconto 19, Dresdener Bank 9,37, Metallgesellschaft 19, Mitteldeutsche Creditbank 19, Reichsbank 81,25, Rheinische Kreditbank 3,25, Oesterreichische Kreditaktien 10,40. Montanaktien: Buderus 21,75, Deutsch-Luxemburg 95, Har- Pener 161,50, Mannesmann 74,25, Mansselder 5,9, Phönix 70, Rheinische Braunkohlen 57,87, Rheinstahl 64,75, Rombacher 35,75, Stinnes-Rie- deck 53, Tellus 3,20, Laurahütte 9, Westeregeln 22,50. Chemische Aktien: Badische Anilin 33,37, Anilin Berlin 26,25, Chemische Griesheim 24, Scheiteanstalt 22,75, Elberfelder Farben 28,12, Höchster Farben 28,12, Holzverkohlung 10, Rhe- nania 7, Rülgerswerke 20,75. Glektroaktten: AEG. 13.25, Reiniger 3,75. Transportwerte: Hapag 31,5, Nordd. Lloyd 4,1, Schantungbahn 4,25, Anatolier II 9.87. Sonstige Industrieaktien: Klever 4, Aschaffenburger Zellstoff 35, Cemen! Heidelberg 101, Daimler 6,37, Deutsche Erdöl 65,75—66, Dyckerhoff 5,05, Heddemheimer Kupfer 9,70. Holzmann 6,20, Kemp 0,65, Lechwerke 22,37 Metallgesellschaft 17,25, Julius Sichel 3, Wayß & Freytag 4,05. ®5rtcnP»rte. fttnnffuut t *nt. ••Mn« 51« »eefftfr RefAtaulrtto /• Deutsch« RdsSflanUtSi Deutsch« SKetd)5an(d6e 89lr Deutsche Retch-anlethr Deutsche «parvraanenanleth» «7» »reuSisch« MoHfeli . . <•', Hessen . . Lest« ... ...... pessea.......... ®at& Dollar-Snt. dto- Doll -Schatr-Lattris»» <•/. SollMrken ...... 6*/. Soldmertkav« ..... Berliner HandelSaescllschast Kommen- und Brivat-Bank Dnrmst. uud Nalioualbauk Deutsche Bank Deutsche BeremLdank .... D'Sconto Lommandtt . - . MriaUdank....... Mitteldeutsch« Lreditbank. . Oksttrrrtchtschr ürcdUanstaU KDeftbüRl . ...... Bochumer Gust ...... BuderuS ............ Laro .......... Deutsch Luxemburg ...... Gelsenkirchener Bergwerk. . Harpener Bergbau jtaliwerte LscherSlebeu. . . , Kaliwerk Wrsteregelu. „. ♦ . Laurahütte. . . ...... Coevbtbarf. ......... Phönix Bergbau ...... Rhetnsrahl...... Rieben Moniaa ... TelluS Bergbau. ....... Samburg-Lmerika Valet. . . Viorddeutscher Llovb .... Lderamtsche Werke Slbi» . . Zementwerk Heidelberg .. vbilivv Holzmann ... ... ?lnalo«6ont -®uan» .. .,. Badische Anilin Ldemische Matter Siaütat , . Goldschmidt . . ...... GrieSreimer Electron ... . Höchster Farbwerke ..... LalzverkobUmg ........ IHütceriiuerte ......... ^chetdeanstal» ........ Sina. EiektriiNStS-SeseLschast Bergmann ..... Mamlraltwerkr Schuckert SirinenS & HakLke ...... Sidlerwcrke Stellt Daimler Motoren....... Hettllaeustaedt. ....... Diegum . ......«... Y rank kurier Armatur«» . ,. stoiilervensodrik Braun . . MerallgesLil chaN Frankfurt. Pet Union A.°G. ...... vchuh'abrü He«, . . ..... Sichet BttiOoH Baitbo?....... Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel - . . Schluß. Akt» Sdjlufeh. börfe Schluß Rur» Schluhb. Mittag« I bdrle 8. 1. I »■ '■ 8. 1. 9 1. i),7d» d./ , 4,1 4.1 4,1 4 u 101 131 — — 3.12 0.20 6,13 6,9 147,6 14,4 144,6 114 33,4t) 33,4 83,40 83 0,6 w 25.4 24.40 23,10 24,13 "S,7ij ?4 6,70 26,13 20 28,1« 28.20 27.50 ’.O.iO 1C -- — 20,5 20,7: 10.62 20 !3,Lü ■ 22 7: 11.26 13,25 13,40 13 12 21,085 :i,62 21,2 14 '.4,2 — 78,5 a 8,25 75,00 90 88,75 90,9 87 4.16 4 9.9 3,9 e,-> 6 4 6,40 6,13 4.1 4,05 10,3 10,3 10,75 10,75 OJ 0 0.7 1,25 1,2 1,25 1,2 17,40 17,25 2,5 2,4 7,1 8,6 4,6 »,6 4 4,8 3 3 2,95 2^95 14,62 14,13 14,25 14,13 5.10 <* 4,40 4,15 - M Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „©ießener Anzeigers*.) Berlin, 29. Jan. Bei Beginn setzte heute die Börse außerordentlich lustlos ein, und es ergab sich bei Festsetzung ter ersten Kurse ein allgemeines Sinken des Kursniveaus, was auch am Montanmarkt in Erscheinung trat. Die Abrechnung, die offenbar mit dem Geldmarkt zu- sammenhängt, ter heute am letzten Sage des Termingeschäftes eine ausgesprochene Versteifung zeigte, wirkte auch auf das sinkende Niveau ein, ebenso die stark abgeschwächte Lage des heimischen Reniemnarktes. da die gestrigen Ausführungen des Reichsfinanzministers bei der Spekulation große Mißstimmung ausgelöst haben. 2lm Montanmarkt bewegten sich gegenüber ten gestrigen Schlußkursen die Verluste zwischen Ausnahme machten ober- schlesische Werte, deren Kurse sich annähernd hielten, xm Zusammenhang mit einem Gerückt. £>as von einer Zulammenlegung bet Hohenloh« von 3 zu 1 wissen wollte. Am Elektromarkt war die Stimmung lustlos. Siemens, Schuckert unb Akkumulatoren mußten sich Abschwächung«, von 1/2 bis V/2 Prozent gefallen lassen. Auch an den übrigen Märkten, wie am Danken-, Schiffahrts-, Petroleum- Markt usw., ergaben sich ganz allgemein Abschwächungen. Am stärksten gedrückt war der h e i m i s ch e Rentenmarkt. Kriegsanleihe ging auf 0,725 zurück. Tägliches Geld ist stark gesucht, der Zinssatz beträgt 9 bis 12 Prozent. Monatsgeld 9l/2 bis 121/» Prozent. Privatdiskont 81/3 Prozent. Am Devisenmarkt ist die Aufwärtsbewegung deS belgischen Franken bemerkenswert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. <. Januar "3 Januar Revarl, Lnitüche Ocid | (Otkrani .‘mitii 0: 0 TM- • •^rüf (SSclO 1 1 tl 29. 1-5,1 I6d, ,1 lGi, 4 ' 9.4 ; oli voll 11,J2 21,3b 21, dl 21,9/ voll voll tbrtftfar.o. 64,28 64,51 14,17 64,3 voll voll Äo»enhaQen r-,(s> 1:3,02 15, 4 113,30 75, 6 15,21 voltvoll Stockholm . HeküilaforS «tariert . . Sonbon. . . 118,02 vol» voll 17,-8 10,60 17,62 W.SOj •7. T. .oll voll voll,voll 20.1 7 10,18. 20,112" - 20,162 uou'do/I 91tnj . 4,17 4.19 roll Stloifftr VtottM . .. Dantttbe Roten , . . • • • • 21,8 74 81 21.9c 71,19 toll boll Enalstche Noten . . . . Stanzähfdr Noten , • • • « 20,10- 22,u4 5C.20 -2,96 voll voll Holländisch, 9? oten . . 108,7- 69,54 voll VtoiknlfÄ, 9? ofen .. 17, 6 17,64 voll V?Prrotflild)e Deuis»-O,s Noten. 63,3d 14.S1 boll 5,93 6,-6 voll Numürmcke Noten . . 2,1S 2,20 voll Schwedische Noten . , 11-, 02 113,30 voll Ecbi- iie; Roten . . . 11. i 61,44 voll Spoutschr Noren 69,87 U,4 60.1/ voll Tschechoslowakisch« Rot« . e voll unaartlQv Noten • • • 5,89 6,84 voll Frankfurter Schlachtdiehmarkt. (Eigener Drahtbericht deS „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 29. Ian. Auftrieb: 10 Rinder, darunter 5 Ochsen, 2 Dullen, 3 Kühe, 814 Kälber, 666 Schafe, 362 Schweine. Es tourten bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Äalber: Feinste Mast kälber 62 bis 70, mittlere Mast- unh beste Saugkälber 52 bis 60, geringere Mast- und gute Saugkälber 42 bis 50, geringe Saugkälber 35 bis 40. Schaf e: Mastlämmer und Mast- hämmel 40 bis 45, geringe Masthämmel und Schafe 30 bis 38, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 18 bis 28. Schweine: Dollfleischige von 80 bis 100 Kg. 72 bis 74, unter 30 Kg. 70 bis 72. von 100 bis 120 Kg. 72 bis 75, von 120 bis 150 Kg. und Fettschweiny über 150 Kg. 72 bis 74 Mk. Marktverlauf: Lebhaft und geräumt Berliner Produktenbörse, Berlin, 29. Ian. Der Produkteiunarkt wcü weiter fest infolge amertkanischer Käufe und der dortigen Hausse. Das Geschäft war jedoch nicht groß und wurde zum Schluß ruhiger. Futtermittel still. Cs tourten notiert: Weizen, märk. 271 bis 277, do. März 308,50 bis 308, do. Mui 315 bis 314,25. Roggen, mark. 270 bis 275, do. Februar 240 bis 299, do. März 302,50, do. April 305, do. Mai 310 bis 309, Gerste, märk. 280 bis 303, Futtergerste 230 bis 252, Hafer, märk. 196 bis 205. do. pomm. 186 bis 194, do. Mai 229 bis 230, Mais (loko Berlin) 226 bis 229, do. Mai 224, Raps 405, Leinsaat 410 bis 420; per 100 Kg.: Weizenmehl 36,75 bis 39.50, Roggenmehl 36.50 39,50, Weizenkleie 17,40, Roggenkleie 17,20 biS 17,50, Viktoriaerbsen 29 bis 35, kleine Erbten 21 bis 23, Futtererbsen 20 bis 22, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22, Wicken 19,50 bis 20, Lupinen, blau 13 bis 14, do., gelb 16 bis 16,20, Serradelle, neu 14 bis 18,50, Rapskuchen 19,20 bis 19,50, Leinkuchen 25,50 bis 26, Trockenschnitzel 9,80 bis 10, Torfmelasse 10 bis 10,20, Kartoffelstöcken 21 bis 21,50, Zucker 19 bis 20. Briefkasten der Redaktion- C. 6. in L. Nicht geeignet. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus ter oAadio-Llmschau-.' Samstag, 31. Januar: 11,55 Zeitangabe. 12 Llhr: Nachrichtenteenst. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4,30 bis 6 Ahr: Rundfunknachmittag in Musik unb Wort, öilßr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6,30 Ußr: Die Les?- stunde (An die Jugend). Aus dem Roman „Weint die Natur ruft" von Jack London. 6,30 Uhr; Der Briefkasten. 7 41hr: Vortrag von Ingenieur Streit: ^Deutsche Arbeit in ten Kolonien V (Plantagen und Landwirtschaft in den einzelnen Schuhgek-ieten)". 7,30: Funkhochschule, Vortrag von Prof. Dr. Naumann: „Theophilus, ter Faust des Mittelalters". 8 ilbr: Stunde tes Frankfurter Bundes für Volksbildung: Vortrag von Professor Dr. Paul Epstein: .Naturwissenschaft und Welt, anschauung". 8,30 ilßr: Trioabend: 1. Notturn» Es »Sur Op. 148 für Klavier, Violine und Cello (Adagio) Fr. Schubert (geb. 31. Jan. 1797). 2. Trio O-Moll Op. 15, Fr. Smetana, (Moterat» astai — Allegro ma non agitatc>-"Finale: Presto). Ausführende: Fräulein Alice Rosenbaum (am Flügel). Konzertmeister Hermann Hock (Violine), Waller Mehne (Cello). 9,30 llhr: 'Nachrichten, Wettermeldung. Sportbericht. 9,55 übr: Zcii- vorberxitung. 9.56 ilßr: Drei Minuten der Hausfrau. 10 ilßr: Zeitangabe. 10 bis 11 ilßr: Konzert des Chores des Russischen Theaters „Karussell". Inv< Hinfb ter und Di 966a K5. fctrtfWna. (Nachdruck verboten.) Es ist Zeit! ।, 29. Jan, tz- nmiit Stabiler Arbeitsschuh mit Beschlag und Eisen, Paar 9.50 D.-R.'Box-Halbschuho..a5o, 6.50 [j Phantasie-Hausschuhe.... 1.50 15.25-15,40. Senbcn^i D -Spangen Cllt8r und 8cnl8b8.£, 7.50 11 Kinderstiefel ^/24.4;50,2l?i38^j 2.80 Auf alle anderen Artikel 10 Prozent Rabatt! ■— ———i^— Schuhhaus Adolf Baer GIESSEN Marktplatz Hein rieh Driesch ,Seltersweg7 0 nicht versäumen! 10 billige Verkaufstage Heute bis einsohl. M ttwoch(4. Febr.): Heute bis einschl. Sonntag: Boulevard-Blot 018 Nibelungen B, Teili Siegfried in 992c Nur noch eine Woche bis zum 7. Februar 1925 vonMeßmer,Grosch, Ronnefeldt, sowie fst. loser Tee, das Pfd. Mk. 5.— u.6.— eM 2230-22, Äoggc? nerMste für DrauMj- änd. 18.50-2325, izcnmch!, inlänb., 6t^0 ■ : 39-42,50, DüMklrir I Die rote Kasch gar Qtoeen Mn Fodor von Zvbeltitz. Opfer der Liebe Gesellschaftsd/ama in 6 Akten •t. !-• •«m Wnj Licütspielhans Bahnhofstraße Vie staatliche Oberförfierei Aeustadt verkauft am 14. Februar 1925, vor- mittags 11* Uhr» im Geschäftszimmer der Oberfvrfierei Sichen- und Buchen- Langnuhholz und Sichen-Bollen, 2 und 2,5 ontr. lang, im Wege der Submission. Aäheres im ^ftolzmarkt" Br. 20 vom 23. Januar 1925. 9760 Kaffee in feinster Qualität Hauptsorte: Spezialmisch. Nr. 1 das Pfund Mk. 4.— Marktplatz 967c s» Große Auswahl in Damentaschen, Brieftaschen, Aktentaschen, Reiseartikeln usw. Offenbacher Lederwarenvertrieb Kein Laden 8 Kirchenplatz 81.St. Kein Laden Kakao von Reichardt, neue Sendung eingetroffen. 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Astoria-Lcüt piele Reitemwex dauert mein Inventur-Ausverkauf Dann ging es weiter in dem mit vier tiunteren Gäulen bespannten Karren, einer wunderlichen Gauipage. bis Iangilchar, di« rein chinesische Dorstadt Kaschgars. mit ihrem Gewirr dvn engen und krummen Gasten und flutendem Lchen den Zug ausnahm, der sich an der Äaiw Ranserei von den mitreifenden Europäern trennte. 3m Stadttor von Kaschgar, das ftch wre ein HLllenvack>en hi der hohen, krenelierten Lehm- rauer öffnet, wurden fte bereits von ^Eten E russischen Konsulats erwartet, denn die Dach- von ihrem Äonrmen war von Taschbalik auS ti wie ein Laufteuer vorangeeilt 3Kan Austien zu dem schwedischen Mlsftoirsgebaude, er Quartier nehmen wollte, und Gert nach In einem Hain von Platanen urch Maul- •bäumen belegen en Konsulatsg c ba ul^ Dun kehrten auch Weltfreude und Humor tu t zurück Man kannte seinen Damen, man He, bah er gesucht worden, man freute sich. der Verschollen« glücklich dem Tode ent- gen war. und nahen ihn mit fürstlicher Gast- ndschast auf. Er hatte noch seine Scherls A sich, die ihm eingewechselt wurden, und konnte ;i sarttschen Kaufleuten in den Dasaren seine vzrderobe in Ordnung bringen — auS dem i-cm irret senden schalte sich wieder der westliche Kulturmensch, wenn auch nicht nach dem letzten schnitt der Mode von London. Paris und Berlin. -■ doch als annehmbarer GenUeman. der sich >ach langer Dereinfamung rasch in die Welt der Bildung zurückzuftnden wutztc Aber in seinem Chtnern regte sich schon wieder die "Ruhelosigkeit. Immerhin. eS war hier fraglich, es fehlt« auch nicht an wechselnder Unterhaltung. Dir Beamten des Konsulat- und tie fremden Missionare waren gebufbige und ^enswürdige Mchrer — man lernte dio narrische Ute Stadt an den beiden Ufern des Kaschgar- llusse« gründlich kennen, schacherte lachend unter den Strohdächern des Reaistcm. des Marktplatzes, ■nlt Chinesen. Türken. Lhorkanrrn und «irgisen. Also weiter Globetrotter. "Rur ein bl HM bequem- licher als bisher. Und Sie wollen mtrfito über Auftland zurück .Ich muh — kann vielleicht scheu fkreckon- weise die neue Bahnlinie bermner, sonst nehme ich die Post von Taschkent aus oder taufe nnr einen Tarantos ein russisches Wagelchm. in dem man immerhin noch bequemer reist. Morgen breche ich nach Äofan aui und da wollte ich denn Wschied von Ihnen nehmen." Gert erhob sich. Herzlichkeit N» Empfindens durch strömte ihn unwillkürlich Fest druckte er die Hände Austiens. .Leben Sie wohl, lieber Freund''. sagte er .Sie haben mir da- Leben retten helfen. Sie waren mir in trostloser Einsamkeit ein tmier Kamerad 3d> wünsche Ihnen aufrichtig. bah Sie das Glück finden mögen, auf das Sie hoffen Unb sollten wir uns nicht Wiedersehen — immer werde ich voll Dankbarkeit (XTnrr gedenken"" Und als er noch so sprach, kühlte ftch sein Gefühl. Austien fiel wieder zurück in die eigen tümliche Gemessenheit feines Wesens, die fast etwas Abwehrendes hatte. .Behüt' Sie Gott, Graf Hora", sagte ei und ging. , . Achselzuckend nahm Gert von neuem an feinem Schreibtische Platz. Dieser seltsame Mensch war nicht auszukennen. Aber er mochte zu ISrcnc paffen, zu ihrer Empfindsamkeit und Herzensein falt. Er konnte ihr Gott werden. Gr schrieb an sie — vielleicht zum letzten Male, vielleicht war eS ein Abschiedsbrief. An sanglich hatte er die Absicht gel-abl. ihr ausführ sicher seine Abenteuer zu schildern. "Das wurde chm langweilig. So begnügte er sich denn mb wenigen freundlichen Zellen, in denen er ihr meldete, daß er trotz mancherlei Ungemach und langer Gefangenschaft bei einem kalmückischen Stamme noch lebe und nun in Balde den Heimweg anzutreten gedenke. Sr fügte Grüfte an alles Grüftdarc und die Mitteilung bei. daft er gleich zeitig auch einen Dries an Hellmut von Mevd'ng adsende. (Fortsetzung folgt) iroWÄt. Der Produktemarli 1 rikmischer Ääufeunbw jj Ael'chäst war 1M w» | [ Schluh ruhiger. FuUw \ 1 i notiert: «JJ1 308,50 bis 306, fto. 23J , mark. 270 6Ü 2Z5> . 2^^,002.50. ^; 09, W. » ?7 's bis 194. tt) 226 bü 229, da 410 bi» 420; Per 100^ 39.50. 10 Roggenkleie KJO »ISW» Der Red-Ktl-"- geeignet. ^ograntm rf« 2^' -adio^-nsHau.. )ungem ' ^rt. öÄ-- Musik Lek'' eit m cinzel^ öineta'.-^ Prest^ o). 9.55 r Haus' 10 b's lsj, jfarin,£U | mit der ganzen bunten Händlerwett, die hier Gold- und Silberstoffe, Daumwvll-, Leinen- und Seidenzeuge. Decken und Teppiche, Stzwaren und "Aaschwerk feilbot drängte sich durch Kamel- karawanen und Züge von Lasteseln, zwischen schreienden "Dasserrrägern. verschleierten und gesichtsfreien Frauen. Medrefseschülern und Gebetvorlesern hindurch, die in weiften, blauen, schwarzen und violetten Kaftanen in ihre Moscheen eilten, und vergab auch nicht, vor dem halbverfallenen Denkmal Adolf LchlagintweitS den Hut zu lüften, des berühmten deutschen "Reisenden, dem hier der Fanatismus der Singeborenen den Tod brachte. Man fuhr und ritt in die Umgegend, in die Ausläufer der Berge, in die an xorn und Früchten strotzende Landschaft — man verlebte gemütliche Abende im Generalkonsulat unter liebenswerten Menschen, wurde auch einmal in den Barnen deS Gouverneurs geladen zu einem echt chinesischen Diner von sechunddreiftig Gängen, mit tanzenden Änabzn und einem Schattenspiel. bei dem ein Senegalneger hätte erröten können .Man war in einem Stück Morgenlande, in das die Kultur erst scheu und schüchtern bin1 einspähte. man stand auf blutgedüngtem Boden, sauf dem durch die Jahrhunderte Chinesen. Türken, Tataren. Kalmücken und Kirgisen ihre Kräfte gemessen hatten, man war in der alten Hauptstadt Sahib Begs. deS ehemaligen Tänzers, der Herrscher von Kaschgarien und Chan von Ost-"Turkestan geworden war. Man hätte die Phantasie beflügeln und Zauber empfinden können — wenn es weniger schmutzig gewesen wäre . Und dazu nahte der asiatische Sommer, helft brütete schon die Luft. Staubwolken wirbelten durch die Gassen, die Haut der nackt umhertollenden Kinder färbte sich dunkelbraun, die Krrtp- pel und Bettler an Weg und Steg zeigten Schwären und Wunden .die sich in der Sonne entzündeten. Aber Gert lüstete es nicht nach den kühlen Iväldem der Heimat und dem Quellgeriesel des Harzes. An einem Nachmittag .an dem ein rasche- Detter über die Stadt gezogen war und frische Luft in die Glut gebracht hatte, sah er am Schreibtisch in seinem Terrassenzimmer des Generalkonsulats, als der bedienende Kosak den Bruder DvrotheuS meldete. ________ .Hallo", rief Gert ihm entgegen. .Sie kommen grade zurecht! Ich will an Freye schreiben, wollen Sie einen Gruft hinzufügen?" .An Frehe?" fragte Austien m leichter Verwunderung .Setzen Sie sich und zünden Sie sich eine Papytos an. 3a. an Freye. Ich weift ja nicht. Freund. lebt meine Foau noch oder ist sie ihrer Krankheit erlegen. Kann ich Die Mdgllchkeit zulassen, an eine Tote zu schreiben? Zuweilen bin und über Indien nach Hause will, und daft Theda an. aber da stockte di« Feder. Ich fing Briefe an meinen Vater und Schwiegervater an, da tarn ich nicht weiter. i.ch zerrift sie. Aun will ich der Freve schreiben, daft ich noch da bin und über Indien nach Hause will und daft ich gesund heimzukehren hoffe, wenn mich in Afghanistan nicht eine Giftschlange beißt oder im Pmidfchab ein Tiger frißt.“ Austien hatte Platz genommen, drehte btc Zigarette zwischen den Fingern und schaute auS dem geöffneten Fenster in das Dipfelgrün der Platanen, durch das bunte Vögel huschten. .Schreiben Sie ihr", antwortete er sinnend, „aber erwähnen Sie meiner nicht. Mit keinem Dort, wenn ich bitten darf. Sie tagen. Sie wüßten nicht, ob Ihre Gattin noch lebt ober tot ist Ich wieder weih nicht, ob Freye noch mein ift oder ob sie nicht schon vor Jahr und Tag das Deib eines andern wurde Ich muft nod) nach Kappietsch. um letzten Bericht zu erstatten und mein Verhältnis zu der Gemeinde zu losen. Das ist rasch geschehen, und höre ich da. daft Freye verheiratet ist und vielleicht gar nicht mehr im Hause ihrer Mutter wohnt, so reise ich ungesäumt wieder ab. Das soll ich ihr in diesem Falle mit einem brieflichen Erinnern an mich daS Leben beschweren?“ ."Recht so. Sie sind feinfühliger alS ich.“ ,.AH nein, nur menschlich. Aber sagen Sie: Dollen Sie wirklich noch nach Indien?"' „Ja. Cs eilt mir nicht mit der Heimat. Ach Gott' Austi- was soll ich noch wiederholen, daft die Lockung gering ist — wir sprachen unS ja schon bui-uuec ausl Ich wlll von Margelan auS die Ferghanabahn bis Samarkand benützen und zusehen, wie ich bann weiterkomme. Geld HI iG 4; 1 HEmI ‘«um ss», ßludjt iuti- MW WfiM 10 - 55 Pf. 10 = 75 „ 10 = 95 w Zitronen 3 -- 20 Pf. 10 - 65 „ Mein großer Inventur-Ausverkauf beginnt heute, 30. Januar, und bietet Ihnen die billigste Einkaufsqueile. — Einige Beispiele:____________ Hochsch. Damenstiefel mA 9-50 lö Herren-R.-Box-Stiefel 9.75 Der Diehhändlerverein für Gießen u. 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