«r x Nachrichten. [„qwetterfotafirort««'1' .eben'» M-kiI°. ! ■ Ito 52 Bng1lu wüftänblgl* | ■*ar£^4* •SÄ ■Ä’-ÄflJSÄ W s%$$, X- Stunde des y q . z I nätaö. 29. 5^^ <83gS5& SK-KL KW p(1uen’an.,r rAMr ■ dvr hcTT?°£9Qng Ui$Cflu,:: » !:ÄZstzr • anMnlid> V 'm i,7> | ?urssteig^er. erzielt D^n £> KLL^r 'S® !gS?t ULM ÄÄÄ“ ?Ä PÄL.r «UJwÄ: SÄ *>SÄ w ä£^ft*£ £2Ä ^eder schwäch - • ?4 « war mit 4 rs> irttr Selreidröerlt. l4t^.Vietzener,n-rtgvs-.j £?■’ 28- H Es tourte- ?fcr 261 ?*■ ir- ».Wer, inlarrt. 18,50 bä ^eizvmch! 41 btf 42, Dvggmmchl 26,5: SC»S ms 34, Linsen 40 bis 70. chx. 1 troden 9,50, Weizen- ir,1 ^ms 6, Treber, getrocknet 1? 'ter Schlachtbiehmarit. :ich> des »Gtehener Avzcistt a. K, 28. Dez. 2fcS darunter 125 Ochsen, M_r, Kühe: 257 Kälber. 71 Schsle s tourten bezahlt für 1.1) M linder: Ochsen, Milchig; chsten Schlachttorrts X fe 55. nicht - ausgemästetc nab öltet: bis 49, mäßig gechrte Mgi ältere 35 bis 40, Suiten, tollil len höchsten Schlachttorrts 48 bi- - 40 bis 47, Färsen und Süb; ?tc Färsen Msten Schlack Hilft aiiägemäfete Kühe Höck bis 31t 1 Salden 43 bis 5C Ite Färsen 40 bis 49, älter: i xmb wenig gut entavdcl' bis 42, Mig genährte M '■ i 50. gering genährte M wrt Kälber: Feinste MM. re Walt- und beste 6aufliölb:. , ,eve Mast» und gute 8* - afc: Wastlämmer und Tu ' 50, geringere Malihämcl ni 8. Schweine: Dellt ' »iü 92. unter 80 Äg. Ö r? , Kg. und von 120 b j _ ne Sauen und g*«^v. Werlaus: Bet langsame -V ' 18 »rf »HC. 77se|ter»*es lf 6168«"'5 4, w,,r" Dienstag. 29. Dezember 1925 175. Zahrgang Nr. 505 Erstes Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen vruü und Verlag: vrühl'fche Unioerfitätr-Vuch- und Steindruderei R. Lange in Siehrn. Schriftleitung und Sejchaft5ftelle: Schulftrahe 7. .Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum 'Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für?in-,eigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspscnnig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorfchnft 20° , mehr. Chesredabteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. 'Bcranlwottlid). für Politik und Feuilleton Dr. Friedr. 2vilh. Lange; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An» zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Erschernt täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: (Bie^encr Familienblätter Heimat im Bild .'"Die Scholle Monars-Vezugspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen ei nzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gjehen. Postscheckkonto: Sronffurt am Main 11686. Rußland als Faktor der deutschen Weltpolitik. (von Geh. Reg.-Rat G. Cleinow -Berlin- Lichterfelde. Jeder Staat und jedes Boll ist Faktor der auswärtigen Politik aller anderen Staaten und Böller des Erdballs. Kein Staat kann immer nur positiver oder immer nur negativer Faktor der auswärtigen Politik der anderen Staaten fein. Meist stehen die positiven und negativen Faktoren nebeneinander, und nur das Verhältnis von Positiv und Regcttiv wechselt. Das zarische Rußland war bis -um 1. August 1914 ein so starker positiver Faktor der deutschen Weltpolitik, daß fein Bündnis mit den Westmächten nicht zu genügen schien, um es als einen aus» schließlich negativen ansprechen zu müssen. Wie die Umwandlung dennoch geschah, wissen wir heute aus Stieves lichtvoller Darstellung des Treibens Iswolskis. Vom August 1914 bts Januar 1918 war Rußland ein überwiegend negativer Faktor für die deutsche Politik. Aber am Tage, wo Lenin den Frieden von Brest» Litowsk unterzeichnete, wurde Rußland wieder ein vorwiegend positiver Faktor unserer Außen» rolitit, obwohl die neue Regierung in Rußland der unbarmherzigste Feind unserer nationalen, auf dem Individualismus beruhenden Gesellschaftsordnung geblieben ist. Diese Gegenüberstellung läßt uns erkennen, daß die weltpolitischen Faktoren Relativitäten •mb. die uns zwingen, zwischen den bleibenden Faktoren und den wechselnden, die immer neue Konstellationen gebären, zu unterscheiden. Der Staatsmann, der eine aktive Außenpolitik tret’ 1 en will, muß sich darüber Rechenschaft geben. Vorübergehende negative Faktoren vermag er n po'itive umzuwandeln oder wenigstens die chüdlichen Regativen zurüclzudrängcn und immer von neuem mattzusehen. An die grundsätzlichen Faktoren komm: keine menschliche Kunst heran. Auch der Weltkrieg und die Revolution vermoch» icn die tragenden Gesetze aus der deutsch» .ftsischen Geschichte nicht zu beseitigen. Sie bc» .ehen auch zur Feit. Während die deutsche Diplomatie mit der Regierung des neuen Ruß- ..ind, mit der Sowjetunion Verträge schloß und ; en Freundschastsvertrag von Rapallo vorberei» i.-.c, der in die ilmtlammerung von 1914 endlich Bresche legte, mußte die deutsche Regierung einen Kamps aus Leben und Tod mit der beut» ichen Sektion der 3. Internationale, dem Sou» verain der Sowjetunion führen und wird es weiterhin tun müssen. Dieser Kampf gegen die Sowjetunion als negativer Fa wr unserer Außenpolitik bat die Sowjetunion nicht gehindert, am 12. Ort ober 1925 einen Rechts' 'und Wirtschaftsvertrag sowie einen Konsularvertrag mit Deutschland ein» zugehen Auch jenes Angebot an die West- mäch'e, das zum Abkommen von Locarno sühren sollte, vermochte die Entwicklung der deutsch- russischen Beziehungen nicht aufzuhalten. Die negativen Einflüsse in den deutsch-russischen Beziehungen fanden lediglich ihren Ausdruck in der Tatsache, daß der erwähnte Vertrag kein „Handelsvertrag" wurde, wie cs bei Beginn der Verhandlungen im Iahre 1923 in Aussicht genommen war. Im übrigen zeigte cs sich, daß Ruh» land auch als Sowjetstaat unter der Herrschaft der Kommunisten ein überwiegend positiver Faktor der deutschen Weltpolitik geblieben ist, — crotz Weltkrieg, trotz Zerstörung ungeheurer Werte, die Deutsche in Rußland geschaffen hatten. trotz der ununterbrochenen revolutionären Tätigkeit der 3. Internationale und der beut» scheid Gegenwirkungen. Run wäre die neuerliche deutsch-russische Annäherung kaum eingetreien, wenn nicht das Diktat von Versailles uns in eine richtige Rot» Gemeinschaft mit dem Sowjetstaat gedrängt hätte. Die historischen Grundgesetze sehen sich auch hierbei durch. Einmal zur Zusammenarbeit gezwungen. ergab sich die weitere Annäherung der beiderseitigen Interessen, die zeitweise unvereinbar schienen, von selbst. Das fast tausendjährige Grundgesetz, das feit Entstehen der Mark Brandenburg und des Grohfürstentums Moskau die Beziehungen Deutschlands und Rußlands regelt, ist 'trotz Krieg und Revolution wieder zur Geltung gekommen. Deutschland und Rußland können nur bann rechnen, eine ihnen nützliche europäische Politik treiben zu können, wenn sie den grundsätzlichen Verhältnissen in der Weltwirtschaft und der Weltpolitik Rechnung tragen. Das galt im 17. Iahrhundert, wo es um die Küsten der Ostsee ging, — im 18., wo das polnische Problem im Vordergrund stand, im 19., das die Meerengenfrage mit ihren Ausstrahlungen auf den Balkan und nach Vorderas'.en hätte zur Entscheidung bringen müssen. Unterem Iahrhundert ist es Vorbehalten, die Interessengemeinschaft in Asien zu suchen. Schweden, Polen-Frankreich, England waren nacheinander die gemeinsamen Gegner. 3in 19. Jahrhundert begann sich die Tatsache der gemeinsamen Grenzen auszuwirken, und zu den großen Linien der europäischen Politik trat die deutsche Frage, die aus dynastischen Gründen sowohl, wie mit Rücksicht auf die Haltung Rapoleons HL 1866 nicht restlos gelöst werben konnte. Zwei deutsche Wirtschaftsgebiete, das Donauland und Rord- dcutschland. wurden scharfe Wettbewerber und konnten sich nicht rechtzeitig zu einer einigen deutschen Macht zusammenfinden, die stark genug gewesen wäre, im heranreifenden englischen'fischen Gegensatz klar zu optieren. Allen geschichtlichen Grundgesetzen entgegen, sanden sich England und Rußland 1914, um eine Tages» lonjunftur gegen Deutschland auszunuhen. Durch Um Doumers Finanzprogramm. Driand droht mit Umbildung des Kabinetts. Paris, 29. Dez. (SU.) Die Kammer ist gestern nachmittag in der Absicht zusammengetreten, das gesamte Budget noch vor heute früh zu verabschieden. In der Rachmittagssitzung wurde das Arbeitsbudget behandelt. Die Kammer beschloß dann mit 310 gegen 258 Stimmen, abends um 91 2 Uhr zu einer Rachts itzn ng zusammenzutreten. Die endgültige Entscheidung über die Finanzprojekte Doumers wird in dem heute zusammentretenden M i n i ft c r v a t fallen. Es heißt, daß Do um er sich nicht zu Zuge- tändnissen an die Gegner durch Verdoppelung der Amsatzsteuer entschließen könnte und man hat den Eindruck, daß seine Argumente auf einen Teil der Kabinettsmitglieder ihre Wirlung nicht verfehlt haben. Tatsache ist, baß im letzten Ministerrat die Gegner der Pläne Doumers noch in der Mehrheit waren. Es fragt sich nun, was die Kabinettsmitglieder, die von der Erhöhung der Geschästsumsahsteuer unter keinen Umständen etwas wissen wollen, zu tun gedenken, wenn sie beute in die Minderheit verseht werben. Die Lage wird noch komplizierter dadurch, daß eine Verquickung des F i n a nzp r vg r a m ms der drei K a r t e 11 g r u p p e n mit dem Projekt Doumers so gut wie ausgeschlossen ist. Die Finanzprojekke Doumers find folgende: 1. Ausnahme der noch unter der Amtszeit Loucheurs von der Kammer angenommenen 3 Milliarden neuer Steuern in das Budget 1926; 2. Erhöhung der Tabakpreife, wodurch 700 bis 800 Millionen eingebracht werden sollen; 3. eine neue Taxe für den Export und 4. Erhöhung und teilweise Verdoppelung der Gefchaftsurnsahsteuer. Die Linksgruppen nehmen dagegen den Standpunkt ein, daß eine verschärfte Einziehung der schon bestehenden Steuern und 6t- parnismaßnahmen eine _ Vermeidung neuer Steuern ermöglichte. Die Linksgruppen finb insofern im Vorteil gegenüber dem Finanzminister, als die Finanzkommission der Kammer sich überwiegend aus Kartellmitgliedern zusammcnsctzt und Doumer danach, wenn er nicht im letzten Augenblick entschieden einlenkt, vor ihr unterliegen wird. Aus eine Entscheidung der Kammer wird es das Kabinett Briand vermutlich in dem Fall ankommen lassen, wenn sich über b’.e Projekte Doumers eine vollständige Einstimmigkeit ergeben wird. Ministerprasibent Driand mochte am Montag nachmittag in den Wandekgängen der Kammer dem 2Ibg?orbnctc.i Dumesnil, der der Verfasser des FinanzprojKtes der drei Links- gruppen ist, heftige Vorwürfe unb wies darauf hin. daß das Kartell durch sein Vorgehen die parlamentarischen Gebräuche verlene. Das Finanzprogramm des Kartells enthalte zwar interessante Anregungen, doch seien sie so abgefaßt, daß die vorgeschkagenen Maßnahmen erst in I a h r e s f r i st 5 it v Auswirkung kommen könnten. Der Staat fei aber to?gen der bevorstehenden Fälligkeitstermine auf sofortige Einnahmen angewiesen. Die Annahme des Projektes der Linkö- gruppen würde eS mit sich bringen, daß die Regierung den Weg einer neuen Inflation von diesmal nicht weniger als 20 Milliarden würde beschreiten müssen. Briand fügte hinzu, es gebe nur zwei Mög» iichkeiten: entweder würden die radiialsozialisti- scheu Minister heute ihr Einvernehmen mit dem Kabinett erklären, oder unter dem Druck ihrer Gruppe ihre Demission geben. In diesem Falle wird eine Kabinettskrise eintreten, die jedoch nur auf die E r - sehung der zurückgetretenen Mini- st e r beschränkt wird. Driand ist sest entschlossen, es unter keinen Umständen zu einer Gesamt- Kabinettskrise kommen zu lassen. Wörtlich erklärte der Ministerpräsident: „Wenn die Minister das Finanzprojekt der Regierung nicht gutheißen. Jo werde ich ihnen mitteilen, daß ich entschlossen bin, meine Aufgabe ohne sie 'vrtzusehcn unb sobald sie zurücktreten, bas Kabinett umbilben.“ Man glaubt, baß Driand in diesem Falle Raoul P e r e t, Franklin Bouillon, Bokanowski unb Pietri zum Eintritt in das Kabinett aufforbern wirb. Die Entscheidung, die man erst für Mitte Ianuar erwartete, dürfte also schon in dieser Woche fallen. Der französische GeburLensland. Paris, 28. Der (WD.) 3n der Kammer erklärte der A r b e i t s m i n i ft e r, daß Frankreich das einzige Land fei, das feinen Geburten- ffanb von 1913 wieder erreicht, ja fogar übccfchrttten habe. 3m 3ahre 1913 feien auf 10 000 Einwohner 191 Geburten gekommen, 1924 192. 3n den anderen Ländern habe man beträchtliche A b - nahmen zu verzeichnen, besonders in England, wo die vorkriegsziffer von 241 auf 10 000 Einwohner auf 181 im 3ahr- 1924 gesunken fei. Die Kinder st erblich reit in höhe von 122 auf 10 000 im Jahre 1913 fei im 3ahre 1924 auf 85 von 10 000 zurückgegangen. Die Sterblichkeit im allgemeinen betrage 9 Prozent, in Deutschland unb Belgien 11 Prozent. den Ausgang des Weltkrieges ist b;e deutsche Frage, im weltpolitischen Zusammenhang betrachtet. auf den zweiten Platz gerückt. Der Zusammenschluß der Völker zu rationalen Staaten in Mitteleuropa hat s. > als undurchführbar erwiesen. Polen, die Tschechslowale:, Rumänien unb Jugoslawien sind Rationalitätenstaaten geworden. in denen Millionen um ihrer Rationalität willen bedrückt, geschädigt unb geknechtet werden unb die wirtschaftlich nicht lebensfähig finb. Das vorige Iahrhundert hat an bic Stelle der deutschen Frage das mit eieuropäische Wirtschaftsproblem gesetzt. Ausgabe der nächsten Iahrzchnte wird es sein. Vütcleuropa wirt- schastlich zu organisieren, damit alle Rationalitäten auf dem großen Gebiet werden frei bestehen können. Was hat das mit den deutsch-russischen Beziehungen zu tun? Sehen wir zu! Das Diktat von Versailles hat der Sowset- regierung in Europa die drei Hauptaufgaben auf einmal gestellt, deren endgültige Lösung den Zaren in drei Iahrhunderten nur bezüglich der Ostsee und Polens gelungen war. Die Meerengen. der Besitz der Hagia Sofia sollten nach Iswolskis törichtem Beschluß erst durch das Zusammengehen mit — Großbritannien erkämpft werden! Der Ausgang des Weltkrieges hat Rußland seinen einzigen historischen Gegner in voller Klarheit gezeigt: Großbriianien! Solange dieser Gegner nicht entweder niedergerungen oder zum Bundesgenossen getoorben ist, kann Moskau nicht rechnen, wieder in direkte Verbindung mit Curova unb der Ostsee zu gelangen. England, das zur Zeit die Ostsee bis Reral und Libau kontrolliert, könnte jeden Augenblick den Leningrader Hasen unb bas Schwarze Mcer hermetisch abschliehen. Die Sowjetunion hätte von der Baltischen Küste selbst da.tn nichts, wenn Estland unb Lettland sich mit ihr auf friedlichem Wege vereinen wollten. Die Sowjetregierung, die ihre strategisch unmögliche Lage in Europa einsichl. hat sich mit vollem Bewußtsein auf die asiatischen Grenzgebiete geworfen, die bisher einen Sicherheitswall für Indien gegen Rußland bildeten. Die zweifellose Geschicklichkeit, mit der die Moskowiter in Persien, Afghanistan, in Tibet, in der Mongolei unb in China vorgegangen finb, unb das Entgegenkommen, das die Bewohner der genannten Staaten den Sowjetvertretern bezeugen, haben die englische Regierung erkennen lassen, daß ihre Macht in Asien zweifellos bedroht ist, unb daß sie, wenn anders das Iuwet der Krone Englands, Indien, nicht in den nächsten Jahrzehnten verloren gehen soll, Abwehrmahnahmen treffen muß, — ober Ver- I ftänbigung! _ _ Eine Verstänbigung zwischen der eotojet» | unlon unb England über Asien könnte eintreten, wenn in England eine sozialistisch eingestellte Regierung ans Ruber käme, in der nicht die Amsler mmcr, sondern die 3. (Moskauer) Inter- nationale den Ausschlag gäbe. Dazu scheinen zur Zeit alle Voraussetzungen zu fehlen. Es müßte also die Sowjetunion ihr sozialistisches Programm bezüglich der asiatischen Völker aufgeben unb bamit — sich selbst! Richt nur bezüglich des Sozialismus, sondern auch als politische Vormacht in Asien, als Ausbeuter Asiens! Im Grunde genommen muß die Sowjetunion danach trachten, aus P:rfien und China die gleichen Reichtümer zu ziehen, wie England aus Indien. Da) ist die w'rtscha'tliche Formel, solange sie nicht viele Milliarden in Gold aus dem Ausland erhält. Wer aber von den Goldinhabern wird der Sowjetunion borgen, fo ange sie nicht die Vor.riegsfchulden anerkennt und sich dadurch ein r gewissen Finanzkontrolle unterwirft? Was Westeuro a und die Vereinigten Staaten loh Amerika nicht geben, muß aus den Asiaten herauZgewirtschaftet werden! Moskau muß. will es erstarken, den asiatischen Handel auf sich ziehen. Seine Westgrenze muß cs einstweilen auf sich beruhen la'fcn unb damit auch die Entwicklung in Mitteleuropa. Di? Sowjetunion kann ihre asiatischen Aufgaben weder auf friedlichem, noch auf kriegerischem Wege allein durchführen. Es bedarf der älnterstützung des- jenigen Teiles Europas für den Asien zur Zeit nur auf Umwegen bedeutsam ist. Dieser Teil ist Mitteleuropa: Deutschland, Oesterreich b;e Lfchecho-Slowakei. die Schweiz. Belgien, dann Finnland. Schweden unb Holland. Hätte das neue Rußland die Kommunistische Partei nicht zum Souverän und erhöbe dieser Souverän nicht den Anspruch, seine Herrschaft durch Verinittlung der 3. Internationale eben auch über die genannten Staaten auszudehnen, so läge bas Rechenexempel ganz einfach: die Sowjetunion würde alle wirt-chaftlichen, technischen und kulturellen Kräfte dieser Länder ausnutzen können, um seine wirtschaftlichen unb politischen Ausgaben in Asien sicherzustellcn. Sie braucht, abgesehen von Gold. — Maschinen, Textilien, technisch durchgebildete Menschen auf allen Gebieten der Wirtschaft. Sie wirb gehindert, solche auszunuhen durch ihre Furcht vor der Erstarkung des Kavitalismus. älebertoinbet sie die Furcht, so wird sie auf Mitteleuropa einen höchst wohltuenden wirtschaftlichen Einfluß gewinnen, Deutschlands Gesundung bienen unb wieder im vollen Umfange ein durchaus positiver Faktor der deutschen Wcltpolitik sein. Herr Rhkow brauchte alsdänn nicht mehr das Gespenst der europäischen Koalition gegen die Sowjetunion an die russischen Wände zu malen wie vor acht Tagen. vor einer russisch-franzöfifchen Aonferenz. Tschitschcrins Pariser Erfolge. Paris, 29. Dez. (TU.) Wie von aut unterrichteter politischer Seite verlautet, hat Tschitscherin mit Briand eine Konferenz für die Windcravfnahmc der wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Beziehungen zwischen Rußland und Frankreich verabredet. Die Konferenz soll Ende Januar flaltfinbcn. Die russische Delegation soll von Tschitscherin geführt werden, während die Franzosen ihre Delegation in drei Kommissionen einteilen würden. Die politische Kommission werde von B e r t h c l v l, die Finanzkommission von S e n d a u x und die Kommission für die formellen Fragen von F r 0 m a ° il e 0 t geführt werden. Den springenden Punkt der Verhandlungen werde die Frage der Regelung der Schulden aus der Zarenzeit bilden. Tschitscherin oll sich bereit erklärt haben, 30 vom Hundert des sjoidwertes der Schuldensumme nnzuorkennen tait wie bisher 40 vom Hundert des Rennwertes. Ferner soll er Moskau veranlaßt haben, die Verordnungen Lenins über die Slaats- chulden des zaristischen Rußlands daraufhin nachzuprüfen, wie sich Lenin zur Frage der Slncrteiv nung dieser Schulden gestellt habe. Es verlautet, daß diese Verordnungen sich nicht grundsäl.-lich gegen die Rückzahlung sämtlicher 'Auslandsschulden, sondern nur gegen die Rückzahlung gewisser State- gorien von Äuslandschulden, die für besondere Zwecke verwandt worden sind, aussprechen. Auf diese Weise habe Tschitscherin den Weg zur A n - erkenn ung bei russischen Ausland- schulden bis zu einem gewissen Grade geebnet. Die wirtschaftliche Seite der Konferenz würden hauptsächlich die Verhandlungen über die Gewährung neuer Kredite an Rußland bilden. Tschitscherin soll sich auf den Standpunkt gestellt haben, daß die bisherige Kreditsperre gegen Rußland lediglich auf Quertreibereien Großbritanniens zurückzuführen fcL Die Franzosen hätten versucht, ihn davon zu überzeugen, daß Westeuropa sein Kapital ausschließlich für eigene Zwecke benötige und daher nicht imstande' sei, Auslandskredite zu gewähren. Ferner würben französische Industrielle schwerlich für Kredite zu haben fein, die in Ruß'and Konkurrenzindustrien schaffen sollten. Tschitscherin habe darauf versichert, daß Rußland die Kredite in erster Linie zur Schaffung von Freihäfen an allen Meeren brauche, da es von größter Wichtigkeit fei, daß die ausländischen Kaufleute auf diesem Wege in direkte Fühlung mit den russischen Handelsstellen treten. Briand habe Chamberlain über den Gang seiner Verhandlungen auf dem Laufenden gehalten, es stehe jedoch noch nicht fest, daß Großbritannien an der bevorstehenden Konferenz teil* nehmen werde. Die Pariser Lustsahrt- Verhandlunge-k. Berlin. 23. Dez. (WB.) Rach einer Mel- i ung des „Berliner Tageblatts" werden am 6. Ianuar gl ichzeitig mit der Wirbcraufnahiae der Verhandlungen mit der Botschafterkonserenz c uch cic beutfch.franzöfischen D ^Handlungen über Luftverkehrsfragen beginnen. Das Blatt glaubt, daß man dettfcherfefts dem französischen Wunsche, deutsches Gebiet überfliegen zu dürfen, unter Voraussetzung abf 0 luter Gegenseitigkeit Rechnung „u tragen bereit sei. lieber das Ergebnis der seitherigen Verhandlungen mit der Dotschafterkonferenz berichtet das Blatt, daß die CBcgriffdbe ft immun» gen und die Daubeschränkungen bereits als aufgehoben betrachtet werden dürften, und baß damit auch das Interallierte ßuflf.iOri- garantickomitce in Derlin verschwinden dürste. Es erscheint jedoch noch sehr zweck^lhast. ob iie von der Segens.ite geforderten „Garantien" in ihrer jetzigen Form für Deutschland annehmbar seien. DeuLscher Dampserdienst nach sranzöfts6)en Kolonien. Berlin. 29. Dez. (SU.) Bevollmächtigte deutscher Schiffahrtsgesellschaften, darunter der Woerman-Linie, bei Hapag und des Roidd. Lloyd, verhandeln mit dem Ministerium des Auswärtigen über bas Recht, in den französischen Kolonien anzulegen unb einen regelmäßigen Dampferbienst mit den wichtigsten Schifssvlätzen der französischen Kolonien einzurichten. Die französische Regierung hat bisher die Erlaubnis zum Anlegen in den allen französischen Kolonien wie I n b 0 chen Kolonien ist biescs Recht noch nicht cin- geräumt worden, doch gehen bie Verhandlungen, die unabhängig von den Wirtschaftsverhandlungen unb außerhalb der deutschen Botschaft.geführt werben, mit Aussicht auf Erfolg vorläufig weiter. Deutschloii) und de.'Völkerbund. Berlin, 28. Dez. Die ..Deutsche Diploma- lisch-Politische Korrespondenz" schreibt: Ein Berliner Montagsblatt bringt heute Ausführungen über angebliche Maßnahmen der ReichSregie» rung bezw. des Reichsaußenministers zur Ernennung eines deutschen De legierten beim Völkerbund. Deutschland hat fein Zulassungsgesuch noch nicht eingebracht, ist I nod> nicht in den Völkerbund ausgenommen unb wird erst nachher in die Lage kommen, sich I beim Völkerbund und bei Ratstagungen ver- treten zu lassen. Es sind daher Personal- fragen überhaupt noch nicht erörtert worden. Die Reichsregierung beabsichtigt jedoch feinen st ändig führenden Vertreter in Genf zu unterhalten, sondern von Fall zu Fall, genau wie das auch die andern Mächte tun sich entweder durch den Reichsauhen- m in ist er oder durch ad hoc beauftragte Delegierte vertreten zu lassen. Die Ast der deutschen Städte. (Sine Unterredung mit Oberbürgermeister Boes?. Berlin. 28. Dez. (TU.) Der Vorsitzende des Deutschen Städtelages, Oberbürgermeister Boe ß - Berlin, gewährte einem Vertreter der Telegraphen Union eine Unterredung, in der er sich über die augenblicklich im Vordergrund des Interesses stehenden kommunal-politischen Fragen äußerte. Die deutschen Städte werden nach Ansicht des Oberbürgermeisters zur Behebung der sozialen Nöte in diesem Winter nur wenige Not st ands maßnah- m c n durchführen können. Das, was notwendig ist, werden sie bei der von Tag zu Tag wachsenden ungeheuren Arbeitslosigkeit nicht bewältigen können, weil ihnen die erforderlichen Mittel durch die Finanzausgleichspolitik des Reiches und der Länder entzogen worden find. Die stete Zuweisung neuer, insbesondere sozialer Aufgaben seitens bcs Reiches an die Gemeinden ohne gleichzeitige Hergabe von Mitteln, hat die deutschen Gemeinden in eine überaus schwierige Lage gebracht, die sie zwingen wird, ihren Bürgern neue Lasten aufzuerlegen. Das sind Lasten, die mittelbar durch das Reich h e r b e i g e f ü h r t worden sind. Die Finanzpolitik der deutschen Gemeinden wird im kommenden Jahre davon ausgehen müssen, daß im Reich und in den Ländern endlich eine sparsame Verwaltung erreicht wird, die cs ermöglicht, den Interessen der Gemeinden entgegen zukommen. Die Gemeinden selbst werden die höchste Sparsamkeit anwenden müssen, nm bestehen zu können. Ihre Maßnahmen werden besonders dahin zu richten sein, daß sie dazu beitragen, daß die W i r t s ch a s t in Deutschland wieder aufgebaut und im Endziel die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft auf dem Weltmarkt wieder hergestellt wird. Stadt und Land im Deutschen Reich. Bei der Volkszählung vom 16. Juni 1925 fjnd im Deutschen Reich ohne Saargebiet insgesamt 561 Gemeinden mit über 1OOOO Einwohner ermittelt worden. Diese 561 Gemeinden, die ihrer Zahl nach nur 0,88 Proz. der Gesamtzahl der politischen Gemeinden (rund 63 000) ausmachen, umfassen 28,8 Millionen Einwohner oder 46,1 Proz. der gesamten Neichsbevölkerung. Allein auf Vie 45 deutschen Groß skädle mit über 100 000 Einwohnern entfallen 16,4 Millionen Einwohner oder 26,2 Proz. der Reichs- bevölkerung. Es liegt sonach heute fast die Halste der gesamten Reichsbevölkerung in Gemeinden mit über 10 000 Einwohnern und über ein Viertel der Reichsbevölkerung entfällt im besonderen auf die Großstädte. Die Einwohnerzahlen und die Entwicklung jeder einzelnen Gemeinde mit über 10 000 Einwohnern — nach den Zählungen 1910, 1919 und 1925 —, desgleichen Angaben über Fläche, Einwohnerzahl und -Entwicklung der kleineren Verwaltungsbezirke, Regierungsbezirke, Provinzen, der Länder und des t Reichs werden in dem soeben erschienenen Sonder- heft Nr. 2 der vom Statistischen Reichsamt heraus- ' gegebenen Zeitschrift „Wirtschaft und Statistik" ver- , ösfentlicht. (Verlag von Reimar Hobbing, Berlin: Preis 3 Mk.) In einem besonderen Anhang werden eingehende Nachweise über Fläche und Bevölkerung der vom Reiche abgetretenen Gebiete und des Abstimmungsgebietes an der Saar gegeben. Die Arbeitslosigkeit, Berlin, 28. Dez. (Prw.-Tel.) Laut „B. T." find nach der letzten Zählung 567 000 Personen im unbesetzten Gebiet erwerbslos. im besetzten Gebiet 102 000. Aach einer Mitteilung des »Vorwärts" ist im Laufe der letzten Wochen die Zahl der Erwerbslosen um über 40 Prozent gestiegen. Einzelne G emeindrn Sachsens weisen sogar eine Verdoppelung und mehr auf. 3n Dahern ist die Zahl der Erwerbslosen von 102 000 am 15. Dezember auf 120 000 am 24. Dezember gestiegen. Es ist dies das Vierfache von Anfang November. Die Rheinrandreise des Reichspräsidenten. Vach einer Mitteilung der „Kölnischen Zeitung" ist beabsichtigt, die (Reife des Reichspräsidenten o. Hindenburg in die befreiten besetzten Gebiete, die in den Monat Februar fallen dürfte, nach Möglichkeit einzu- schränken. Bei den maßgebenden rheinischen Vehörden besteht angesichts der ernsten wirt- sch.Ztlichen Notlage die Absicht, die Veranstaltungen auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken. Es feien Vefreiungsseiern, denen der Reichspräsident beiwohnen dürfte, nur für Köln und Bonn geplant. Verschärfung derDiktatur m Spanien. Madrid, 28. Dez. (211.) Ein Delret der neuen Regierung befiehlt, daß alle Verbrechen und Vergehen gegen den König, sowie a((> Fälle von Majestätsbeleidigung den Zivilgerichten entzogen und zur Aburteilung Kriegs- und Standgerichten zu überweisen sind. Das Delret erregt einiges Aufsehen, da im Königreich selbst bisher in den allerseltensten Fällen Prozesse wegen Majestätsbeleidigung zur Verhandlung gekommen sind, und da die Hauptfeinde der Monarchie, Professor n a m u n d und Viasko 3 b a n o 5 in Paris außerhalb der Reichweite der spanischen Justiz leben. Man bringt das Dekret mit neuerdings aufgetauchten Gerüchten in Verbindung, nach denen eine Verschwörung auf gebest sein soll, die angeblich auch in Militärkreisen Anhänger hat und sich zum Ziele seht, die gegenwärtige Zivild^ktatur noch im Januar zu stürzen. Die Verschwörung soll sich auch gegen die Person des Königs richten. Ein anderes Dekret, das gleichfalls am Weihr.achtStag erschienen ist, bebrobt alle Grundbesitzer mit schwerer Geldstrafe, falls sie dem Fiskus gegenüber ihren Besitz z u verschleiern oder zu verheimlichen suchten. Für besonders krasse Fälle wird mit der Einziehung des mcht deklarierten Besitzes zugunsten des Staates gedroht. Der Finanzminister hofft mit dieser drakonischen Maßnahme, die ihm viele Feinde niaa^cn wird, das Steuerrinkommen beträchtlich zu erhöhen. Gerade der größere Grundbesetz verstand cs bisher, die Steuerverordnungen zu umgehen. Italienisch-schweizerischer GrenzzwischensaLS. Die Blätter berichten über einen italienisch- schweizerischen Grenzzwischenfall, der sich am Samstag in Qlrogno im Kanton Tessin abgespielt hat. Der Bürgermeister _ der italienischen Gemeinde C a m p i o n e und einige Begleiter gerieten auf einer Tanzunterhaltung in Qlrogno mit einem in der Schweiz na4 uralt fierten Italiener und dessen Freunde in 'n Handgemenge, in dessen Verlauf der Vü.germeister mehrere Revolverschäfse abgab. Der Bürgermeister und seine Begleiter verschanzten sich schließlich in dem Lokal, wo sie von den Dorfbewohnern, die sich mit Heugabeln bewaffnet hatten, regelrecht belagert wurden. Erst am Sonntag wurden sie von schweizerischer Gendarmerie befreit und an die Grenze zurückgeleitet. Bei dem Zusammenstoß handelt es sich um die Austragung einer alten Feindschaft zwischen dem Bürgermeister und dem naturalisierten Italiener, der seinerzeit aus der italienischen Armee befertiert und von dem Bürgermeister von Campione verhaftet worden war. Die Türkei für eine BalkankoaMivn. Mailand, 28. Dez. (TLI.) Die italienische Presse widmet dem zweitägigen Aufenthalt deS türkischen Außenministers Auchdtz Bei in Belgrad besondere Aufmerksamkeit. Laut „(Sortiere dein Scrra" hatte der türkische Außenminister nicht nur Besvre- chungen mit Qkin tsch lisch, sondern auch mit Pafchirschs und König A l e r a aber. Sie galt dem Abschluß einer Bsltanloalition. die die Türkei in Vervollständigung des mit 'Rußland geschlossenen Abkommens anstrebt. 'Das politische Ideal der Türkei, erklärte Ruchdy Bei, sei die Emanzipierung der Balkan- ft a a t e n. Auch die Türkei bilde einen Daltan- ftaat, obwohl die Hauptstadt sich jetzt in Asien befinde. Die Aeußerungen des Ministers über die Mossulfrage und das Verhältnis zu ©nglanb lauteten, im Gegensatz zu den in Genf erlassenen scharfen Erklärungen weit versöhnlicher. Die Türlei strebe eine freundschaftliche Lösung mit England an. Tschangtsolins Siegesfeier. Paris, 28. Dez. (Sil.) Die Pekinger Meldungen von der Hinrichtung Kuo Sung Lings und seiner Frau in Mulden werden bestätigt. Tschangtsolin ließ die beiden Leichen zerstückeln und Köpfe, Beine und Arme in den Straßen der Stadt herumführen. Die Unter- generale Kuo Sung Lings sind während des Kampfes zu Tschangtsolin n b e r g e l a uf e n . da sie fürchteten, bei ihrer Gefangennahme von dem als grausam bekannten Tschangtsolin hin gerichtet zu werden. Der General läßt den Sieg imh gleichzeitig die Geburt eines Sohnes feiern. Mair schreibt den Sieg vor allem seiner guten Kavallerie und seinen Fliegern zu. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler D. Luther, der sich auf eine kurze Erholungsreise begeben Hal, wird am 7. Januar wieder nach Berlin zurückkehren. Das Blatt nimmt an, daß er dann mit der Regie- r u n g s b i l b u n g betraut werden wird. Nach einer Meldung der „Vossischen Zeitung" wird zur Zeit von der Reichsregierung ein Bauplan erörtert, der bereits von dem Kriege zur Beratung stand unb bezweckt, das Dienstgebäude des Reichskanzlers in der Wilhelmftraße durch einen Nenb a u auf dem fudli changrenzenden Gelände 311 erweitern. Es soll damit für den Reichskanzler eine Amtswohnung geschaffen werden, die modernen Bedingungen entspricht. Di e A b (ö f u n g der französischen Besatzung in Wiesbaden durch englische Truppen geht jetzt rascher vor sich. Fortgesetzt treffen neue Abteilungen ein. Die offizielle Liebergabe der Kommanbogewalt an die englische D?- fahung ist für Mittwoch vormittag vorgesehen. Zwischen der Witwe des verstorbenen Reichspostministers Ho es le unb dem preußischen Fiskus ist auf Grund der Feststellungen des preußischen Untersuchungsausschuss^ ein Vergleich unterzeichnet worden, durch den der Witwe für ihre eigene Person eine lebenslängliche jährliche Rente von 3000 Mark zugesprochen wird. Die Rente erlischt im Falle einer Wiedrrheirat. Für die drei minderjährigen Kinder wird außerdem bis zum 18. Lebensjahr eine IahreZreute von je 600 Mark ausgezahlt. y Als Antwort auf die Erbauung eines neuen besonders schnellen amerikanischen Flugzeuges befindet sich zur Zeit ein neues englisches Heeresflugzeug im Bau, das mit voller militärischer Ausrüstung eine Geschwindigkeit von 175 bis 180 englische Meilen in der Stunde erreichen soll. Kunst und Wissenschaft.' Gegen die Abhängigkeit des Hochschullehrers von wirtschaftlichen Inrrressen Die Vereinigung der sozial- und wirtschastswissenfch östlichen Hochschullehrer hat auf ihrer Generalversammlung in Jena eine Entschließung gefaßt, in der betont wird, daß die Abhängigkeit des Hochschullehrers von wirtschaftlichen Interessen und Interefsenverbänden geeignet sei, das Vertrauen in die Objektivität der Forschungsarbeit zu erschüttern. Insbesondere verlangt die Entschließung von allen Hvchfchuldozenten, daß sie bei allen Veröffentlichungen Die das Interessengebiet einer ihnen austraggebenoen Stelle berühren, ihr Verhältnis zu dieser Stelle kenntlich m a d) c n. Verbote von Jnkeresfenverbänden in dieser Richtung sollen als gegen die St an beseh r? verstoßend nicht befolgt werden. Dem „Vorwärts" zufolge richtet sich diese Entschließung gegen die Publilationen d,s Berliner Privatdozenten Dr. Kurt Ritter über die Agrarzollpolitik. Auf dem Titel der Schriften war der Verfasser nur als Dozent, nicht aber als Beamter der preußischen Hauptlandwirtschaftskammer angegeben. Wiedererweckung einer Händelvper. Die von Prof. Hagen in Göttingen ausgegrabene komische Oper „Terxes" von Georg Friedrich Händel gelangte an den Weihnachtstagen im Mainzer Stadttheater zur Wiedererweckung. Die Aufführung, die von dem Oberregisseur Weihleder geleitet wurde, hatte einen vollen Erfolg. Den Hauptanteil daran hatten die Künstler, die unter Leitung des Kapellmeisters Berthold das Werk mit seinen vielen Feinheiten gut zur Geltung brachten. Tagung der „Mittelschule". In der Berliner Uniberfität wurde die vom Z e n t r a l i n st i t u t für Erziehung und Unterricht veranstaltete, auf drei Tage berechnete 'Tagung der „Mittelschule" eröffnet. Rach der einleitenden Rede des Mittelschulrektors B u h h - Brandenburg ergriff Kultusminister Dr. Becker das Wort. Er wies auf den Wert der Mittelschule und ihre spezifische Geistigkeit hin. Es spracheii alsdann Stadtschulrat Schwarz- Haupt- Frankfurt a. M. über die Stellung der Mittelschule im Aufbau des gesamten Schul- wesens Geh Reg-Rat S u e r i ch - Berlin über die rechtliche Stellung der Mittelschule und Stadtschulrat Dr. D i bb e rn-Stettin über die Mittelschule im Dienste der Wirtschaft. Aus aller Welt. Hochwasserkatastrophe in Siebenbürgen. Aus Siebenbürgen kommen Nachrichten über katastrophale Hochwasserschäden, infolge des plötzlich eiagelteteneu Tauwetters find alle Flüße und Gebirgsbäche hoch angefchwollen. Zahlreiche Häuser wurden vernichtet. Taufende von Menschen find obdachlos. Viele Eisenbahn- biütfen find völlig jerstört. Der Telephon- und Telegraphen vctiehc ist unterbrochen, so daß sich ein vollständiges Bild dec Verwüstungen noch nicht machen laßt. Soweit bisher ;usammenhängLudc Nachrichten vorliegen, haben bei der hochwafferkata- strophe 4 0 bis 50 Personen den Tod gefunden. Das Hochwasser im Rheingebiet. Aus Metz wurde Montagabend ein Pegelstand von 4,40 Meter gegen gestern 3L1 Meter gemeldet. In der Schweiz beträgt die Temperatur 6 Grad über Rull und auf dem Feld- berg 2 Grad über Rull. Infolge dieser hohen Temperaturen und sonst außerordentlich ungünstigen Wetterberichten rechnet man mit einem weiteren Steigen von Reckar und Main und erwartet, daß die Mosel bei Trier voraussichtlich morgen einen Wasserstand von 6,50 Meter erreichen wird und daß her Rhein bei Koblenz bis morgen vormittag noch um 1,20 Meter steigt. Auch im Schwarzwald und in den Vogesen herrschen hohe Temperaturen, und auf fyen Höhen tritt Tauwetter ein. In Köln steigt der Rhein seit heute vormittag stündlich um 5 Zentnneter. Sein Pegelstand betrug uni Mittag fünf Meter. Die am Rhein liegenden Keller werden bereits geräumt, und es wird daraus hingewiesen, daß äußerste Vorsicht geboten ist. Der weihe Tod. In den N i e d e r e n T a u e r u wurden vier Wie- uer Touristen von einer Lawine verschüttet. Einer konnte gerettet werden, während die übrigen drei den Tod gefunden haben dürsten. — Nach einer Meldung aus Innsbruck unternahmen vier Herren während der Weihnachtsfeiertage eine Skitour in die Stubaierbergc. Am Sonntagvormittag fuhren sie von der Starenberghiitte ins Tal zurück. Hierbei mürben sie von einer Lawine ersaßt, welche zwei der Herren mit sich riß. Während der eine sich auf der Oberfläche der Schneemafsen halten konnte, verschwand der andere. Eine Net- tungsexpedition, welche sofort abging, hatte bisher noch keinen Erfolg. Die Kälte in den Vereinigten Staaten. In den Vereinigten Staaten ist in den letzten Tagen fast überall strenge Kälte eingetreten. Ja Tupper Lake im Staate Reuyort sank die Temperatur auf 23 Grad unter Rull, während in der Stadt Reuhork bie Temperatur sieben Grad über Rull beträgt. Der Frost hat in den letzten Tagen etwa 20 Todesfälle verursacht. Schwere llngiücksfäile durch Papierbomben in Italien. R 0 in , 29. Dez. (WTB.-Funkfpruch.) „Messager 0" meldet aus Benevent, in einem Nachbarorte trugen vier Frauen am Weihnachtsabend auf dem Kopfe Körbe mit Papierboniben, die am Weihnachtsmorgen zur Explosion gebracht werden sollten, um den Anbruch des Feiertages zu verkünden. Die Körbe fielen zur Erde unb die Bomben explodierten. Die vier Frauen wurden bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Auch in der Umgebung von Salerno ereigneten sich zwei schwere Unglücksfälle durch Papierbomben. Eine Person iDuroe getötet, einer anderen mußte ein Arm abgenommen werden. Petroleumbrand in Buenos Aires. Die der italienisch-argentinischen Elebtrizi-- tätsgesellschaft gehörenden Tanks, die während eines Sturmes vom Blitz getroffen wurden und in Brand gerieten, stehen seit zwei Tagen in Flammen, Der Schaden wird auf zwei Millionen Pesos geschäht. Aus -er Yrovinzialhauptstadt. Gießen, den 29. Dezember 1925. WoMshMeverein. Der Volkshalleverein hielt dieser Tage seine erste ordentliche Mitgliederversammlung im Saale des ehemaligen Hotels Einhorn ab. Die Versammlung, die gut besucht war, wählte folgenbe Herren in den Vorstand. Sattler Ludwig D,e l l 0 f, Oberinspektor Erle, Rechtsanwalt Dr. Katz. Verwaltungs-Direktor Kolb Bankdireltor Mathern, Stadtverordneter Mayer, Architekt Ph. R i c 0 l a u s, Beigeordneter Dr. Seib, Stadtverordneter Winn, Kaufmann Otto Winter hoff und Derwal- tungssekretär Maus. Die von der Mitgliederversammlung vorgenommenL Wahl ermöglicht es, daß alle Kreise d»r AriteilZeichnrr in dem Vorstand vertreten werden. Die AtnüZdauer des neu gewählten Vorstandes beginnt am 21. Dezember 1925 und endet mit drr Neubildung des Dor- i stand es im Jahre 1927. Von den beschlossenen Satzungsänderungen interessiert in erster Linie, daß die either satzungsmäßig für Öen Monat Dezember jeden Jahres vorgesehene MUgliederversamm- hing und Auslosung von Anteilscheinen nunmehr im März eines jeden Jahres erfolgt; die Auszahlung ausgrloster Antellschei.ir soll im Mai eines jeden Jahres 00rgen0m1r12.il werden. x , Aus dem Geschäftsbericht ergibt sich, daß der Vottshalleverei-i am 28. April 1925 gegründet, der Bau der Halle am 10. Mai 1925 begonnen und am 31. Juli 1925 beendet wurde. Im Jahre 1925 war die Volkshalle zu zwei Festen — 32. Mittelrheinischrs Kreisturnfest und Großer N6cr-Tag — und za einer Tagung — Gustav-Adolf-Tag — verpachtet. Um die Halle bei jeder Witterung benutzen zu können, ist es erforderlich, daß, sobald die erforderlichen Mittel hierfür aufgebracht werden können, ein Fußboden gelegt, eine Heizung eingerichtet und Verputzarbeiten vorgenommen werden. Für das Jahr 1926 wird die Halle aller Voraussicht nach für drei Aus-steLl un g en und zwei Tagungen in Anspruch genommen werden. Weitere Verwendungsmöglichkeiten dursten im Laufe des Jahres 1926 noch auftreten. Dem Bericht über die Bauabrechnung ist zu entnehmen, daß die Doranfchlagsbeträg> für den Bau der Halle in ihrer ursprünglich vorgesehenen Höhe im wesentlichen eingehalten wurden. Mehraufwendungen entstanden lediglich für ausgeführte, vorher nicht vorgesehene Arbeiten, wie Erstellung einer Wohnung, Anbringung eines Dachgesirnses usw. Aus dein Bericht über die fincrnzie11 c Lage des Vereins ergibt sich, daß durch freiwillige Anteilzeichnungen 18 5 7 2 0 Mark gezeichnet worden sind. Leider steht noch ein Teil der Anteilzeichnungen aus. Lim feinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, mußte der Verein ein größeres Darlehen aufnehmen, das, sobald es die finanziellen Verhältnisse gestatten, abgetragen werden soll. Revision in bürgerlichen Rechtsstreitigkeilen, Rach der Verordnung zur Entlastung oes Reichsgerichts vom 15. Januar 1921 kann Berufungsurteile in Ehescheidungsfachei» die Revision an das Reichsgericht nur eingelegt werden, wenn sie das Oberlandes-' geeicht in dem -Urteil für zulässig erklärt, Diese Beschränkung wurde in dem vor kurzem verabschiedeten Gesetz zur Entlastung des Reichsgerichts nicht verlängert. Gegen die nach dem 31. Dezember verkündeten Derufungs- urteile in Ehesachen ist daher wieder', wie ehedem, das Rechtsmittel der Revision nach Maßgabe der allgemeinen Vorschriften der Zivilprozeßordnung unbeschränkt z u l ä s f ig. Die Vorschrift der genannten Verordnung, wonach die Revision auf Verletzung der § 139, 286 unb 287 der Zivilprozeßordnung und die Vorschriften über die richterliche Fragepflicht und Beweis- Würdigung nicht gestützt werden kann, würd' dagegen in der Geltungsdauer um ein Jahr verlängert. Ferner ist für die nach dem 31. Dezember 1925 verkündeten Berufungsurteile in vermögens rechtlichen Streitigkeiten die Revisionssumme von 1800 Rm. entsprechend der Regelung in der Vorkriegszeit auf 4000 Rm. erhöht. Gies;encr WochertmarLtpreist. Er. tofleten auf dem heutigen Wocheumatit: Butter 170 bis 200 das Pfund. Matte 35 bis 40, Käse 65 bis 75, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 15, rote Rüben 12, Spinat 50, Llnter-Kohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 25, Rosenkohl 60, Feldsalat 120 bis 150. Tomaten 30, Zwiebeln 12. Meerettich 30 bis 100. Schwarzwurzeln 50 bis 7P. Kartoffeln 4, Aepfel 15 bis 13, Birnen 30. junge Hahnen 120. Suppenhühner 120, Gänse 110 bis 130. Russe 60 bis 90; Eier 18 bis 19 das Stück, Blumenkohl 60 bis 120, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 15, Sellerie 20 bis 40. Wettervoraussage. Meist bedeckt, frische westliche Winde, mild, Regenfälle. Südlich von Island ist heute nach dem Abzug des alten ein neuer stärkerer Tiefdruckwirbel aufgetaucht, dessen Ausläufer sich bis in hie deutsche Bucht hinein erstrecken. Allgemein fallendes Barometer beutet darauf hin, daß der Wirbel diesmal etwas südlicher ziehen wird. Bei ziemlich starkem Druckgefälle werden wir stärkere Winde und Stürme zu verzeichnen haben. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 9,4, Minimum 5,6 Grad Celsius. Riederschläge: 14 Millimeter. Heutige Morgenlemperatur: 9,3 Grad Celsius. ' Das Hochwasser. Die Lahn führt nach den andauernden Regenfällen der letzten Tage und der im Gebirge cingetretencn Schneeschmelze weiterhin recht beträchtliche Wassermassen zu Tal. 3m Bereiche unseres Stadtgebiets war der Fluß bis heute vormittag nur an einigen nichtigen Leerstellen in das Vorgelände übergetreten, im großen und ganzen hielt er sich noch in seinem gewohnten Lauf. Dagegen haben die Wasserniengen unterhalb von Gießen bei Dutenhofen das Wiesen- und Ackerland erheblich überschwemmt. ebenso haben sie den Weg von Dutenhofen nach Atzbach überflutet und dadurch den direkten Verkehr zwischen diesen beiden Orten unterbunden. Die W> ieseck hat das Wiesen- gcgelänbe zwischen der Stadt und dem Philo- sophenwald zum Teil ebenfalls unter Wasser gesetzt, jedoch ist der Weg vom Gerichtsgebaude nach dem Philosopheuwaldgelänbe noch passierbar. Eine Deputation für Ingewd- Wohlfahrt soll auf Grund des maßgebenden Reichsgefehes nun auch in Gießen gebildet werden. Den Iugendwohlfahrtsvereinen stehen sechs Sitze in dieser Deputation zu. Vorschläge sind bis zum 9. Januar beim Wohlfahrtsamt ein- zureichen Röycres in der heutigen Bekanntmachung. R e u e r u n g e n i nt deutschen Speisewagenbetried. Llm eine Störung der Reisenhen durch Oessnen und Schließen her Abteiltüren und jedesmaliges Ausrufen der Mahlzeiten zu vermeiden, erhält jeder Speife- | wagen auf den Strecken der Reichsbahn jetzt ! c -en Gong. Kurz vor Beginn her Mahlzeiten ; "ll der Kellner nach Gongschlägen am Anfang, : der Mitte und am Ende des Seitenganges . D=3üge zu den Mahlzeiten. Die Abteil- i .men werden nicht mehr geöffnet. Mit der Neuerung soll schon zu Beginn des neuen Jahres I begonnen werden. p-, den jnJJ* botj v * WlÜg'Wtt °°"LL & { r j x . J am 28 » IH Halle am Al 1925 ;ül 1925 t 1925 L^hZ^>°urd, Nto Äreiähi-i^ du einer -z> e' H)ti> cp2chtei - ?" wsjta ;?a“e ÄStefc ML:«-- D-L r. *W I^orge ebene Fr'- WbVW »n r X^en 18522V ?n l,nfl' Wvt sicht nc»5 dangen ÜU3. iim seines ’6en mchzukommen, inufae Dulchen ausnehmen, mulkn Ttth-ltmlse gc= ben (oft bürgerlichen eitigkeilen, W »uc Sn1lastll.ng ötd x'anuar 1921 kann ggicn öescheidungssachc« Reichsgericht nur in sie dos Obetlanbt^ sirr zulässig erklärt. Me ide jn i)cm vor hirym >ur Entlastung der Reiche- lngert. Kegen die nach r verkündeten Drrusungt- st daher wieder, wie ck- ittel der Revision lgemeinen Vorschristsi fr ^beschränkt jiili/fy »inten Verordnung »>uch ehuyZ der > 139, A> unb )nung rind die Lni-risten ' Fragepslicht und 'Mtis1 ützt werden tinn, ward; iungsdauec um ein Jahr e nach dem 31. Drzrwkr >rufungsurteilc in ichcn Skreitigkei« iluiumc hon W) 2km. > ing in der DoMgszeil L LsrMM^eÜt. y$v beMen Dvchevmarii: .8 Mnd, Mtie 35 bis 40. sing 15 bis 20, DrMu 15 bis 20, gelbe Lubcn b. iat 50, .Unter-W >, Rosenkohl 30, Zwiebeln 12, Rlrsv^ Myeln 50 W bis 13, BlMn M 'G Hübner 120. Ganse 11^ ; Eier 18 bis 19 das ■ 120, Endivien 10 dis a, erie 20 bis 40. SSSfi*.* SLKSM erstrecken- Wrbel W?&u -L-L ÄW; „«[!»■ X2 w'l* )er. 'WÄncn E ' 'jbicöC-cS>fSa?<ß I unö ganzen M ^ben die « °L ^fi**Ä** MZL! Kh»7ÄGsS , Mtio» K,hli-S-MA 6='” 5*" , im DJ OW ab ab tenen Schnee n.m°ch.ms. gu Silvestersl r_fö Es wird hiermit -zur allgemeinen KJ? o .,, «* ’ 1 C? ■ &ÖS8^i nntnis aebrarbt, bah der Gartner _ _ empfehle ich la Zohannirbeenvem welche am Büfett erhältlich sind. 010229 gegen Einzel-Möbel Mittwoch 7-8 Uhr liefert in moderner Ausführung Redeschrift 8-9 Uhr 11221c Buchdruckerei Seibert Teilzahlung gestattet Billigste Preise Ederstraße 3 Fernruf 679 12086c entgegen genommen. 12088V Dienstag Anfänger Fort- bilduug Freitag Anfänger Fortbildung Montag Diktat 60-100 Diktat 120 u. höh. Donnerst. Diktat 60-100 Diktat 120 u. hob. Die 1925 Ein« Zranz Solöan Neustadt 78. Polstermöbel Teppiche Schlafzimmer Speisezimmer / 4. Jan. \ Beginn neuer Kurse Vogtsche .BandeiMcholeGieÖen \Ooethestraße 32 / X. 12094a X Pz. 4187 (W) Nidda ab 8.53, Ober-Schmitten 9.08, Schotten an 9.31 abends. Kenntnis gebracht, bah. der Gartner Friebrich Weber zu Gießen als stell- vertretenber Friebhofsaufsehcr für ben Friebhof am Ulahrungsberg verpflichtet Neujahrskarten mit Nameneindruck Herrenzimmer Küchen Schotten an 3.51 nachm. Pz. 4185 (W) Nidda ab 4.25, Ober-Schmitten ab 4.41, Schotten an 5.05 nachm. Pz. 4186 (W) Schotten ab 12.55, Ober-Schmitten ' 1.21, Nidda an 1.39 nachm. Pz. 4182 (W) Schotten ab 5.22, Ober^chmitten ab 5.46, Nidda an 6.03 vorm. Pz. 4183 Nidda ab 9.35, Ober-Schmitten ab 9.52, Schotten an 10.16 vorm. Pz. 4184 Schotten ab 7.40, Ober-Schmitten ab 8.05, Nidda an 8.21 vorm. Pz. 4185 (nur werktags vor Sonn- unb Feiertagen) Nidda ab 3.10, Ober-Schmitten ab 3.33, (Ausfall Vi MUl. Am.) sowie auf die Richt- genehmiguug des 100prozentigen Zuschlages zur Hauszinssteuer, wodurch der Stadt 4.2 Mill. Am. verloren gehen. Ein Teil des Defizits soll durch Streichung ursprünglich vorgesehener Rück st ell ungen und aus Mehrablie- Preußen. Städtischer Nachtrngsetat in Frankfurt a. M. WER. Frankfurt a. M.. 28. Deg. Erste Reichssturzschriftgesellfchaft (Babelsberger und Damenabteilung e. D. Tietzen. Anmeldungen für sämtliche Kurse werden von Herrn Alex Karnbach, Am Kugelberg 23, oder zu Beginn des Unterrichts Gclbfleisrbiae. bandverlefene Speisekartoffeln laufend abLuaeben | £ei6seflnn.iueg21 Tel. 1308. 0102191 durch die Steuergesetzgebung des Jahres herbeigeführtc Minderung der städtischen nahmen bei gleichzeitiger Erhöhung der Ausgaben infolge der Preissteigerung und der wirtschaftlichen Krise haben zur Aufstellung eines Rachtragseta^s gezwungen, der einen Fehlbetrag von 6,6 Millionen Rm. ausweist. Der Fehlbetrag ist im einzelnen zu- ruckzuführen auf die für die Großstädte ungünstige Gestaltung der gesetzlichen Bestimmungen über die Verteilung der Hauszinssteuer, wodurch ein Cinnahmeausfall von 1XJ» Mill. Rm. eingetreten ist, ferner auf die Verminderung der Lohnsummensteuer von 2000 Prozent auf 1500 Prozent, was einer Verminderung von IV2 Mill. Rm. gleichkommt, die Ungültigkeitserklärung der Gebührenordnung über die Bürgersteigreinigung Möbelfabrik Carl Stückrath Afterweg 47 • Steinstrahe 56, 58, 60 Haltestelle der elektr. Straßenbahn Afterweg (grüne Linie) Pz. 4187 (Sonntags) Nidda ab 9.48, Ober- Schmitten ab 10.05, Schotten an 1O.3O abends. Pz. 4185 Schotten ab 5.44, Ober-Schmitten ab 6.15, Nidda an 6.33 nachm. Kreis Schotten. ld. Schotten, 28. Dez. 3n den Tagen vor Weihnachten herrschte an den Schaltern der hiesiger< Sparkassen Hochbetrieb, wie er seit den Tagen der Inflation nicht beobachtet w'^rde. Die einen stellten mit gemischten Gefühlen fest, wie wenig dych' die riesigen Antrag-Vordrucke zu den winzigen Auf- wertungsöeträ^en der Kriegsanleihen, passen. Die anderen blidten mit sorgenvollen. Mienen auf i den kleinen^ Zettel, der ihnen neue Hypotheken- schulden cvufladt. Bitter ist es für diese Leute, zu wissen: Jkch muh die Schuld, dle auf meiner armseligen baufälligen „Hütte" ruht, aufwerten, und mein Rachbar, dec mit Inflationsgeldern eine neue prachtvolle Hofreite erbaute, kommt unZerupft davon. * Saubad), 24.Dez. Von der Bezirks- fparkasse Laubach wird uns zu dem Bericht in Nr. 292 unseres Blattes geschrieben: „Die Be- ^irkssparkasse Laubach hat am 16. November mit ihren Hypothekenschuldnern in Trais-Horloff über die Aufwertung ihrer Hypotheken verhandelt und mit der überwiegenden Mehrzahl ihrer Schuldner sich geeinigt. Nur wenige Schuldner weigerten die Aufwertung aus den verschiedensten Gründen, darunter einer, weil das Aufwertungs- gesetz noch nicht Gesetz sei, da ja nur der Reichstag es beschlossen habe. Eine Zumutung, an Stelle einer ' aufzuwertenden Hypothek eine neue Hypothek mit den hohen Zinsen eintragen zu lassen, ist an keinen Schuldner gestellt worden. Einige Schuldner haben sich bereit erklärt, ihren Aufwertungsbetrag bis Ende 1925 zu bezahlen, um Wiedereintrag der Hypotheken im Grundbuch mit ihren Weiterungen zu vermeiden. Alle anderen Behauptungen des Berichts beruhen auf einem Irrtum." )—( Ruppertsburg, 28. Dez. Wie alljährlich, so begann auch in diesem Jahre die Feier des Weihnachtsfestes mit der Christvesper, zu der sich am Heiligen Abend mehr als Zweidrittel aller hiesigen Einwohner im Gotteshause versammelt hatte. Männer-, Posaunen- und Kinderchöre, Gemeindegesänge unb Deklamationen der Konfirmanden gaben der Liturgie, bei der ^Pfarrer D. Fritsch die Ansprache hielt, ein festliches Gepräge. Auch alle anderen Gottesdienste der drei Feiertage waren durchweg gut besucht. Daß man 28 Dez. Wer gegenwärtig mit der Main-Weser- 1 ahn von Friedberg nach Frankfurt fährt, wird fidy wundern über die riesigen Wassermassen in der südlichen W et- t e r a u. Gleich hinter der 6tallen Ried?r-Wöll- stadt beginnt auf der Ostfeite.der Bahnlinie der qiofcc „0ec“ und zieht sich mit nur kleinen Unter- b. cchungen hin über Okarben, Großkarhen. Dor- ti'.tpeil bis Vilbel. Hier^ namentlich vor der Stadt, erreichen die Wasser sthre größte Tiefe. Die bei Vilbel einmündende, von Stockheim hcrkixmmende Eisenbahnliinie, steht ganz u nt^r Wasser und nur der hohe Damm ragt rod) ütKn- die Flut hervor. -Unterhalb Vilbel scyt sich das Wasser auf der westlichen Dahn- feite fort. Bis an den Eisenbahndamm der Main-Wesü>rlinie fluten die Wollen und bespülen 8en Damm einige Kilometer lang. Rabon und Möven, letztere vom offenen Main herkommend.. schaukeln sich über den Fluten. Hinter Eschersheim bis kurz vor Frantfurt-West stehen sämt- lid}? Gärten unter Wasser. Da die großen Wie» fenftreden der- südlichen Wetterau in den letzten Jahren des öfteren unter Wasser standen, so versauert allmähLich das Gras, und die Wiesen gehen zugrunde. Man kann deshalb verstehen, daß die von Hochwasser bedrängten Gemeinden dringend auf Regulierung der -unte- ren Wetter und Ridda hinarbei-en. Amtsgericht Giehen. » Gießen, 23. Dez. Ein Dersicherungsbeanuer unb ein Lokomotivführer wohnen hier in einem Haufe zusammen. Beide Familien sind miteinander streitig. Gelegentlich eines Wortwechsels zwischen beiden mischte sich der Sohn des ersteren hinein und rief der Frau des letzteren zu: „Kümmern Sie sich um Ihre Sachen und kehren Sie vor Ihrer Tür. Ich habe Ihre Tochter in einem hiesigen Lokal gesehen, in das ein anständiges Mädchen nicht hingehen sollte, da dort fast nur schlechte Mädels verkehren." Die daraufhin erhobene Privatklage wurde durch Vergleich erledigt. Darnach nimmt der Beleidiger die gefallenen Aeußerungen mit Bedauern als unwahr zurück, zahlt eine Buße von 10 Mark zugunsten des Roten Kreuzes und übernimmt sämtliche Kosten des Verfahrens. Zu Neujahr!] So lange Vorrat reicht offeriere: V, Fl. ML 8.50 Rudi- oder Ärrak-Versclinitt, 4e^: ? Rum-, Arrak- od. Burgunder- Punsch-Essenz Ü ■ , Fl. Mk. 4 -, V1 Fl. Mk. 2.00 ■ Pascoe, Burggraben 9 Cafd Ebel 010227 fchweiLmt. L Nidda, 28. Dez. Infolge der durch bas Regenwetkvr auf dem Bogelsberg eingetre-, ~ ' schmelze führt die Nidda feit, eure Wassermassen zu Tal. hier Weihnachten nicht nur als ein Kinderfest an» sieht, zeigt sich äußerlich auch darin, daß es wohl kaum ein Haus gibt, in dem der Christbaum fehlt Reich unb arm, groß und klein versammelt fid) unter dem Weihnachtsbaum, um im Glanze der Weihnachtslichter sich der aufgehenden Gnadensonne zu freuen. Die Abende des 2. und 3. Feiertags wurden zu Vereinsfeiern benutzt. Wie üblich, hielt der Männergefangoerein am zwei- ten Feiertagabend feinen Familienabend ab. Der große Saal des Gastwirts Schlörb war überfüllt. Außer Weihnachts- unb Heimatchoren wies das Programm noch drei Theaterstücke auf. Die Mit- wtrkenden hatten ihre Rollen durchweg gut erfaßt. Einzelne besonders hervorheden, hieße die anderen betreibt man mehr aus Liebhaberei denn als Nebenerwerb die Kanarienoogelzucht. Nachdem mit viel Liebe und größter Sachkenntnis die Brut eines Jahres großgezogen war, kam im Spätherbst der Aufkäufer des Großhändlers und kaufte die „Männer^ auf. Die Vögel wurden zu meist nach England und den Vereinigten Staaten von Nord- Amerika ausgeführt. Im Vorjahre wurden für gute Männchen durchschnittlich 8,50 Mk. bezahlt. Der Züchter kam bei diesem Preise ungefähr auf feine Kosten, verdiente wohl auch noch eine Kleinigkeit In diesem Jahre stockt der Absatz fast völlig. Vor einigen Wochen wurde ein kleiner Teil der Vögel verkauft, ettya zum Preise des Vorjahres, und bann blieben Aufkäufer ganz aus^ da bei den im letzten Jahre bedeutend gestiegenen Futterkosten ein Verkauf zum vorjährigen Preise keinerlei Gewinn ad- ^dlrft, dürsten die jetzigen Absatzschwierigkei- t e n eine schwere Krise für die Kanarienzucht bedeuten, zumal sich bei dieser schwierigen Wirtschaftslage ein Vogelsberger Kleinbauer eine solche kost- spielige nichts cinbringenbe Liebhaberei nicht mehr leisten kann. Als Gründe für die bestehenden Absatzschwierigkeiten werden Uedererzeugung irt Deutschland und die von Jahr zu Jahr wachsende Zahl der 5ianarienzüchttr in England unb Nordamerika angegeben. Es ist tief bedauerlich, daß eine Liebhaberei, die für manchen schwer arbeitenden und um seine Existenz ringenden Vogelsberger Bauern Erholung und Ablenkung bedeutet, gelegentlich auch einen i kleinen Gewinn abwarf, dem Untergänge geweiht I zu sein scheint. Starkenburg. Der Deckeneinsturz im Darmstädter Hauptbihnhos. • Darmstadt, 28. Dez. Zum Deckeneinsturz Im Hauptbahnhof ist noch zu melden, daß sich gegenwärtig alle Verletzten außer Lebensgefahr befinden. Am ersten Weih- nachtsselerlag hat bereits eine amtliche Untersuchung über die älrsache des Anfalls stattgesunden, über deren Ergebnis bis jetzt noch nichts bekannt ist und die auch noch nicht abgeschlossen sein dürfte. Der Darmstädter Hauptbahnhof Ist etwa vor 17 Jahren errichtet worden: cs ist daher fraglich, ob nach so langer Zeit iwch ein Bauunternehmer, wenn sich Fehler bei der Bauausführung Herausstellen sollten, zur Verantwortung gezogen werden famr, denn die Verjährungsfrist beträgt in solchen Fällen 13 Jahre. Es handelt sich bei dem Einsturz um eine Rabitzdecke. die möglicherweise nicht sachgemäß ausgeführt worden ist. Auch spricht man davon, daß die Erschütterungen des Gebäudes durch den Zugverkehr allmählich die Decke schadhaft gemacht haben. Voraussichtlich wird über die Ursachen des bedauerlichen Vör- falles eine Gerichtsverhandlung Klarheit schaffen. Der WSR.-Dienst meldet noch, daß an den Feiertagen die Staatsanwaltschaft, Vertreter der Mainzer Eisenbahndirektion und verschiedene Sachverständige eine eingehende Besichtigung unternahmen. Cs wurde festgestellt, daß sich an verschiedenen Stellen des Mauerwerks Sprünge gezeigt hatten, denen man aber keine Beachtung beigelegt hat. Auch scheint die vor 12 Fahren ausgeführte Stuckarbeit nicht hinreichend an der Decke befestigt worden zu fein. Vielleicht war auch das Holz inzwischen etwas eingetrocknet, so daß sich dis Kloben lockerten. Staatspräsident äl l r i ch nahm an ben Feiertagen gleichfalls eine Besichtigung der Unfall» stelle vor. Gerichtssaal. Verurteilung wegen Wirtschaftsspionage. WSN. Frankfurt a. M., 28. Dez. Das hiesige Große Schöffengericht verurteilte ben 44jährigen Handlungsgehilfen Oskar L a n g e n b a ch , der bei der Gold- und Silberscheideanstalt beschäftigt war und seine Tätigkeit dazu benutzt hatte, um R e- zepte zur Herstellung künstlichen Indigo s n a ch d e m A u s l a n d e z u v e r k a u f e n, wegen schwerer Urkundenfälschung, Betrugs, unlauteren Wettbewerbs unb verbotenen Waffenbesitzes zu 1 Jahr !) Monaten Gefängnis und zu 2000 Mk. Geldstrafe. Rundsunä-Programm des '? Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Mittwoch, 30. Dezember. 4,30 bis 6 Ahr: RaHmtttagslonzert des Hausorchesters: Offenbach-Operetten. 6 bis 7 ilfrv: Die Stunde der Fugend. 7 bis 7,33 Ahr: „Der heutige Stand der deutschen Handelsvertragsbeziehungen zum A'. r land', Vortrag von Dr. Linse. 7,30 bis 7,50 Uhr: 20 Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik: Psychepathologie des Verbrechers, Palästina als Industriestaat. Der Rollfußsteig. 8 bis 8,30 Uhr: Schachstunde. 8,30 bis 9.30 Uhr: Harfen» Konzert. 10 bis 11 Uhr: Gesangs-Konzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechts )ten sind ebne Verbindlichkeit de: Redaktion.) 6. e., Gießen. Die Festsetzung des Pachtpreises eines Grundstückes unterliegt im vorliegenden Falle nach Ablauf der Pachtzeit der freien Vereinbarung der Vertragschließenden. Die Pächter sind an ben Preis der abgelaufenen Pachtperiode mangels entgegenstehender Vereinbarungen nicht gebunoen. Sie werden sich nach dem jetzt in jener Gemarkung Üblichen Pacytpreis richten müssen. H. E., Dilhelmstraße. 1. Der Zinssatz bei Hypo- theken, der in der ersten Hülste 1925 ein halbes Prozent, in der zweiten Hälfte 2,5 Prozent betrug, erhöht sich vom 1. Januar 1926 an auf 3 Prozent. 2. Am 10. Juli 1922 waren 1000 Papiermark gleich 9,50 Mark in Gold, am 2. Oktober 1922 desgleichen 2,13 Mark in Gold und am 1. Januar 1923 waren 10 000 Papiermark gleich 4,94 Mark in Gold. F.A. In 10. 1. Wenn der Mieter die Wohnküche in vertragswidriger Weise benutzt hat, so daß hierdurch Reparaturen usw. notwendig geworden sind, so haben Sie als Vermieter die Herstellungskosten nicht zu tragen. Zahlt der Mieter den Mietzins nicht, ober versucht er aufzurechncn, so müssen Sie ihn verklagen. Gehen Sie zur Gerichtsschreiberei des Amtsgerichts. 2. Der Mieter ist für die vorsätzliche Beschädigung des Seibstschließers verantwortlich, d. h. auch schadenersatzpflichtig. Die Beweisführung ist Ihre Sache. h. G., Weitershain. Sie haben Anspruch auf Wochenhilfe und ärztliche Hilfe für Ihre Frau, wenn Sie in den beiden letzten Jahren mindestens 10 Monate versichert gewesen sind, wovon mindestens sechs Monate Versicherung in das letzte Jahr vor der Niederkunft fallen müssen. Wenden Sie sich aber auf alle Fälle einmal an die dortige Ortsstelle der betr. Krankenkasse. — PersonaNen. örnarmt wurden der Schulamtsanwärter Richard Ranft aus Beuern zum Lehrer an der Dollsschule zu Stockhausen iKrers Gießen): der Lehrer Paul Glaser zu Stockhausen (Kreis Gießen) zum Lehrer an der DollÄchulc zu Lampertheim (Kreis Bensheun): der Lehrer Georg Matthäus zu Berstadt (Kreis Büdingen) zum Lehrer an der Volksschule zu Bingenheim (Kreis Budmgen). — 3n den Ruhestand verseht wurde der Krcmmalsekre- tär Andreas Döring zu Bab-Rauheim auf sein Rachsuchrn unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung borrt 1. Januar 1926. <_ . , ** Der Zughund t m Winter. Man nehme für unterwegs eine trockene, warme Decke zum Ucbcrbreiten unb auch 311m Unterlegen etwas Geeignetes — alten Teppich, Kistendeckel — mit, l!m in den Ruhepausen am Haltepunkt das Tier u-.im Aii erhalten. — Gleich allen anderen , 1(i im Freien sich bewegenden Arbeitstieren haben und) bie Zughunde im Winter zu ihrer Ernährung 1 : -hr Futter nötig als im Sommer. Ein Napf voll rj .innen, wohlschmeckenden Futters — am oesten aus Tischabsällen mit Hundekuchen ober Maismehl vermengt bestehend — muß dem Zughunde täglich eimal gereicht werden. Viel lauwarmes Trink- uaiier ist nicht zu vergessen. Bornotizen. Tagcskalender für Dienstag. Sl.ibttheater, 7> .> Uhr: „Der Traum ein Leben" (Ende gegen IO1/2 Uhr). Oberhessen. Ueberschwemmungen in Oberhessen. T) ß i d), 29. Dez. Die Wetter unb der Weide g ra b e n bringen infolge des Regens und der Schn»'eschmelze starke Wassermengen. Das Wie- sengLlände zwischen unserer Stadt unb Nieder-Bessin gen ist we ithin über- GroSs Silmterfeier inii Tanz Eintritt frei 8 Aahrplanäudcrungen auf der Strecke Nidda — Schotten. Vom 11. 3a nua:r ab halten auf der Strecke Nidda —Schotten, auf Haltepunkt Kohden nieder alle PersonenMe. Von diesem Tage an treten folgende Fahrplananderungen in Kratt: Pz. 4181 Nidda—Schotten (W) Nidda ab 6.49, Ober-Schmitten ab 7.06, Schotten an 7.30 vorm. | Empfehlungen] Bestellungen auf die gesetzlich vorgeschriebenen Wleuet- dwk für Behörden und Privalenimmtent- zurücksetzen. Einen etwas anderen Charakter trug die Weihnachtsfeier des ßanbjugenbbunbes Ruppertsburg, die am 3. Feiertagabend im Gemeindesaal stattfand. Die jugendlichen Mitglieder und ihre Angehörigen waren fast vollzählig erschienen. Psarerr D. Fritsch hielt die Festan- scyrache, die mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland schloß, an das sich der Gesang des Deutschlandliedes rechte. Es folgte nun die Begrüßung durch ,i>en jetzigen Vorsitzenoen Gg. Diehl, der anschließend auch einen Jahresbericht verlas. Einige recht schon oorgetragene Deklamationen verschiedener Mädchen unb vaterlänbische Gesänge wechselten miteinander ab. Im Mittelpunkt der ggnzen Feier stand die Lichtbildvorführung prächtig kolorierter Weihnachtsbilder. Eine Weihnachtsverlosung folgte. Den Schluß bildete eine Ansprache des früheren Vorsitzenden, des Maschinenbautechnikers W. H u s s e 1. ed. Aus dem Vogelsberg, 28. Dez. In vielen Dörfern rund um den Obe r w a l d ferung der städtischen Betriebe gedeckt werden. Der Rest soll durch eine Erhöhung der Grundvermögens st euer von 150 auf 250 Prozent unb der Gewerbe- ertragdfteuer von 400 auf 460 Prozent eingebracht werden. Ausdrücklich wurde befchlos- fen .daß die Erhöhung der Gewerbeertragssteuer vorläufig nicht zur Erhebung gelangt, sondern erst, wenn die tatsächliche Veranlagung erfolgt ist. Aus diese Weise trifft die Belastung nur diejenigen Unternehmungen, die 1925 mit Erfolg gearbeitet haben. in bekannt guter Qualität, fowie sämtliche Liköre, Weinbrände u. Punsche zu billigsten Preisen imssC ). Ni. Schulhof Lx-,?, worden ist. Gießen, ben 24. Dez. 1925. Ter Oberbürgermeister. 12097B I. V. vr.H a mm. 12J01c Einladung m meniW» (üeneialoetlammlnng am Sonntag, dem 9. Januar 1926, abends 8 Uhr in der „Stadt Lich". Tagesordnung: § 8 der Satzungen. Um zahlr. Erschein, w. gebeten. Cfttithontilnn für die am 4. Januar 1926 in der Stabt» vlUdUtmJlUll Knabenschule (Korbanlage) beginnenden Kurse. gestern un get). . Sie ist hier über ihre Ufer getreten unb hat die Wiesengründe oberhalb unb unterhalb der Stadt hv, sehr große Seen verwandelt. In der vergangenen; Nacht entstand in ben niebriggelegenen Stabtteilen, . namentlich in ter Krugschen Gasse, ber Gerber- unb Hinkelsgasse Hochwassergefahr. Diese Stra-' tzen waren plötzlich überschwemmt. Gegen Mitternacht mußte das Vieh aus ben Ställen in höher gelegene Hofreiten geschafft und die unte- ren Wohnungen in manchen, Häusern geräumt werden. Obgleich heute vormittag eine kleine Abnahme des Wasserstandes lestgestellt werben kannte, fürchten bie schon mehrfach in ben letzten Jahren uni Jahreswende schwer heimgesuchten Bewohner oben genannter Straßen eine neue Gefahr und treffen deshalb Dorsichtsmabnabmen. :—: AuS der südlichen Wetterau, dm bl 1925 1901 Schokolade : Kakao : Tee Zigarren : Zigaretten Weiß-, Rot- und Süßweine Sämtliche Backartikel in bester Qualität Zu Silvester und Neujahr ....................................................................................... ist in allen Verteilungsstellen vorrätig: Rum s Weinbrand : Arrak : Liköre Unsere Röstkaffees im Preise von Mk. 3°20, Mk. 3.80, Mk. 4,20 empfehlen wir ganz besonders irooua Feinkost A. Koch tot Schulstraße 10 Telephon 1612 Telephon 1612 Für denBertrieb erneuert. Glühlamp. nach neuestem patentierten Verfahren suchen roir oecionete Bezirksvertreter aeg. Hobe Veraütung. Außerdem werden Ladengeichästen in zentral. 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Den gleichen Vereinigungen sind gemäß Artikel 12 Abs. 1 genannten Ausführungsgesetzes zwei Beisitzerstellen im Besdpverdeausschnß zu übertragen, soweit dieser über Jugendsachen entscheidet. Hiesige Vereinigungen, die hiernach in der Deputation für Jugendwohlfahrt ober im Beschwerdeausschub vertreten zu sein wünschen, werden aufgefordert, bis zum 9. Januar 1926 dem städtischen Jugendamt zu Gießen, Gattenstraße 2, Obergeschoß, Zimmer 13, ihre Satzungen und ihre Mitgliederzahl mitzuteilen. Wohlsahrtsvereine sind auch dann vorschlagsberechtigt, wenn sie sich nicht ausschließlich mit Jugenowohlfahrt befassen. Bestimmte Persönlichkeiten sind jetzt noch nicht vorzuschlagen. Die Vereine, die sich gemeldet haben, erhalten zunächst Mitteilung, ob sie berücksichtigt werden können oder nicht. 12095B Gießen, den 22. Dez. 1925. Der Oberbürgermeister.J. V. vr. Fre h. ! Vermietungen | Gu! möhl. rocön- und tzWsMMl an ruhigen Dauermieter abzug. 010.21 Franks. Str. 12 v. möhl. 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Ver- schiedeneS. 12091c Stadttheater Mittwoch,30.Dcz.. 12.rNflNv0lh-AH.0rll. von 7*/, bis 10 Ubr Wiener Blut Operette in 3 Akten von Strauß. Für die Buhne bearbeitet von Müller. Nr. 505 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Dienstag, 29. Dezember 1925 an Bäckereien, Steuerfragen, die Wölfersheimer Werke, das besetzte Gebiet, die heff. Gesandtschaft in Berlin, die staatliche Betriebskrankm- kaffe, die Selbstverwaltung, die Lehrerbildung sowie über die Grundschule. Besonders heftig kämpfte der Bauernbund für seine Ersparungsanträge: der Wortführer in diesem Kampfe war der Abg. Dr. Leuchtgens. Sein und seiner Fraktion Streben zielte dahin, den hessischen Staatsyoranschlag auf die Verhältnisse des Jahres 1913 zurückzuführen. Gin Erfolg dieser Bestrebungen sowie anderer Forderungen der Rechtsparteien scheiterte an dem Widerstande der Koalitionsparteien, die jede Maß- nahme und jede Erklärung der Regierung billigten und durch parlamentarische Abstimmungen deckten. Ein charakteristisches Beispiel hierfür waren die Vorgänge in der Sitzung am 13. Juli, die eine Vergewaltigung der Rechtsparteien darstellten. Diese hatten einen Antrag eingebracht, worin das Landesaint für das Bildungswesen aufgcsordert wurde, eine Abänderung seiner Verfügung über die Ausnahmebestimmungen von Schülern vorzunehmen, die die Grundschule drei Jahre lang besucht haben, um zur höheren Schule üverzugehen. Ministerialdirektor Urstadt erklärte im Flamen der Regierung, dem Anträge (der eine Mehrheit im Hause gefunden hatte), könne nicht st a t t g e g e b e n werden. Die St'oalitionsparteicn deckten bei einer Abstimmung, die sich an diese Erklärung schloß, die Regierung. Die Regierungskrise zu Anfang des Jahres lastete noch Monate lang später auf allen parlamentarischen Arbeiten. Da die Sommermonate fast ausschließlich von den Etatsb'ratungen beansprucht waren, so konnte der wichtige Gesetzentwurf über die Wahlen zu den Kommunalparlamenten nicht mehr beraten werden. Eile war geboten, denn nach der Verfassung waren die Wahlen zu den Selbslverwaltungskör- perschasten noch vor Ablauf des Jahres 1925 vorzunehmen. Am 8. September traten daher der Vorstand, der Aeltestenrat und der Geseh- gebungsausschuß des Landtags zusammen, um die Lage zu beraten. Das Ergebnis der Besprechungen war, daß weder der Vorschlag angenommen wurde, der Regierung die Befugnis zu erteilen, eine Abänderung des bestehenden Wahlgesetzes auf dem Wege der Verordnung in Kraft treten zu lassen, noch eine Rovrlle zu.n alten Wahlgesetz zu beraten, sondern, es wurde beschlossen, das im Entwurf bereits seit Monaten vorliegende Wahlgesetz zu beraten. Am 15. September trat schon der Gesetzgebungsausschuh und am 6. Oktober der ßanötag zusammen. Am 7. Oktober 6 tfaSn^atte sich in Hessen die Regierungskrisis einer Klärung zugewandt, so setzte auch td>on der Wahlkampf für die Re tchs Präsident enwahlen ein. Die erste Wahl war am 29. März und die zweite am 26. April. Die Wahlagitation war beidemale sehr rührig und die Wahlkänipfe waren sehr heftig: gleichwohl erreichte die Wahlbeteiligung zunächst nur die Ziffer von 66,1 Proz., dann aber stieg sie auf 77 Proz. uni) übertraf damit noch Die letzte Landtagswahl um 2 Moz Di^ D^eiligungs- zsffer ist bis letzt nur bei der Wahl zur Volkskammer überboten worden. Der Sommer ist in dem abgelaufenen Jahre politisch erregter gewesen als in früheren Zelten. Die Ursache war die Tagung des Hess. Landtags, die vom 9. Juni bis 20. Juli J>au rte, also weit über daS übliche Maß hinaus; dabri mußten sogar mehrfach noch die Rachmtt- taae für die Beratungen in Anspruch genommen werden. 3m Mittelpunkt der Verhandlungen stand der Staatshaushalt, der die Redelust der Abgeordneten geradezu ungehemmt entfesselte. Gesprochen wurde insbesondere über die Entwässerung des Rieds, die Arbeitszeit in den Wie ein WelLreisender Silvester feiert. Der bekannte Forschungsreisende Prof. Georg Wegener hat in seinem soeben bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschienenen Essay-Band, den er „Ein neuer Flug des Zaubermantels" nennt, auch stimmungsvolle Erinnerungen an seine Siloestererlebnisse mitgeteilt. Er führt uns zurück in die Zeit vor einem Vierteljahrhundert, da er seine ersten großen Reisen unternahm, und erzählt zuerst von dem Silvesterabend, den er auf dem höchsten Gipfel der Rhätischen Alpen, den Scesaplana, im Süden des Bodensees, verbrachte. Mit seinem Freunde, dem Maler Hans Beatus Wieland, hatte er den kühnen Aufstieg im Winter gewagt, und nachdem sie den Gipfel erreicht hatten, fliegen sie dann mit sinkender Sonne zur Douglashütte herunter, wo sie mit ihren Führern bei einem guten Glase Punsch das neue Jahr erwarteten. „So kam 12 Uhr heran", erzählt Wegener. „Gin paar Minuten vorher wurden die Punschgläser neu gefüllt, und nun, zum Staunen unserer guten beiden Führer, die nicht recht wußten, worauf das hinaussollte, ein festlicher Fackelzug ins Freie inszeniert. Mit Hilfe der Ttzch- lampe, einer Stearinkerze, einer Stallaterne und eines roten Dunkelkammerlichts, das ich im Rucksack mitgeschlepnt hatte, ging das ganz vortrefflich. Wir zogen im Gänsemarsch hinaus in die stille Nacht; als letzter schloß sich, ohne Fackel, das Spitz- hündlein Tino an, Hansens unzertrennlicher Freund. Draußen aber standen wir unwillkürlich still. Wie groß und feierlich war die Welt . . . Lange wagte niemand eine Bewegung, das Ohr lauschte auf das Schweigen ringsum; es war, als müßte man die Sterne knistern hören. Ein tiefes, großes Gefühl ging durch unsere Herzen, ein Gefühl des Glückes, daß wir hier in dieser Reinheit, in dieser stolzen Höhe über allem Lebenden, in dieser heiligen Ein- samkeit die Jahreswende erleben durften." Das Jahr darauf erlebte Wegener den Silvesterabend auf einem kleinen englischen Dampfer im Tropen- meer auf der Fahrt durch den P e r l e n g o I f zwt- scheu Ceylon und der vorderindischen Halbinsel. In den vorangehenden Wochen hatte er die Wunder Ceylons erlebt und fuhr nun den noch großartigeren Herrlichkeiten des märchenhaften Indiens entgegen. Ganz einsam steht er auf dem Schiff, auf dem sonst nur noch dunkelfarbige Tamilen, Arbeiter von den enalllchen leenlantaacn, mitfahren. Des Jahres letzte Stunde hat geschlagen. Manche der Tamilen um ihn summen leise fremdartige Melodien und ihre wie Kohlen dunkle Augen folgen dem Vorüber- schreitenden. Aber sie ahnen nichts von seinen Empfindungen: „Wie ein Rausch ergreift es mich über die Wonne des Lebens. Wieder stehe ich am Bugspriet: ich breite, während die Mitternacht des neuen Jahres auf unhörbaren Sohlen an mir vorüberwandelt, meine Arme aus, um eine Göttergabe des Himmels zu empfangen ..." Das nächste Jahr ist Silvester in Berlin W.: „Elektrisches Licht in krittallem'n Krkml'vckLe-n: schwüle, von Parfüm ......u merluft; zusammengeknüllte Servietten und Obst- schalen zwischen Champagnerkelchen auf dem bien- denden Damastgebeck; schwarze Fräcke und schim- inernbe Frauenschultern; ein schwungvoller Toast, Gläserklingen und lächelnde Gratulationsworte, auf der Spitze der Lippen geboren und auf der Schwelle des Ohrs schon verklungen — nichts Besonderes. Ich weiß kaum noch, wo es war." Die Neujahrsnacht der Jahrhundertwende erlebt der Reisende tief in Asien, tief im Innern Chinas auf dem Pang- tjetiang. Das Schiff ist'ein britischer Flußdamp- fer; gewaltige und furchtbare Dinge hat er in der vergangenen Zeit erlebt. Er hat an dem „Boxerkrieg" teilgenommen. „Was i)abe ich dort oben in der Provinz Tschili in den letzten Monaten alles erfahren," denkt er, „auf dem Marsch und im Felb- lager auf der großen Ebene, im heißen Feuer- gefecht an den Felsenpässen der Westgebirge, im bewundernden Staunen vor den von keinem Europäer früher so erblickten Schätzen der westlichen Kaisergräber und der verbotenen Stadt von Peking!" Aber dann kam ein Tag, der furchtbare 27. Dezember, an dem er eine schreckliche Kala- strophe erlebte. Er erzählt, „wie in wunderbarer, fast schauerlicher Erhabenheit rings um uns die düsteren Felsenwände des Gebirgstals emporragten, durch das der Yangtfe feinen langen, seltsamen, mit Klippen und Strudeln besäten Weg aus dem Westen Chinas zu den inneren Ebenen wandelt; wie Klippe um Klippe sicher umfahren, der brausende Wirbel der „Tatung"-Schnelle siegreich überwunden wurde — da kam der furchtbare Zusammenstoß mit der unsichtbaren Felsenspitze, die, mitten im brausenden Wasser und zwischen senkrechten Steilwänden, unserem Schiff den stählernen Bauch wie der Schnitt eines Metzgers aufriß! In wenigen Minuten war das schöne, stolze Fahrzeug, das nahezu eine Mil- Hon gekostet hatte, in den Tiefen des Pangtfe versunken, und wer von uns in chinesischen Booten gerettet worden war, stand, aller Habe entblößt und ratlos, am steilen Ufer; andere trieben als Leichen den schäumenden Fluß hinab." Tief erschüttert gedenkt Wegener an diesen Silvesterabend des ge- heimnisvollen Schicksals, das den Menschen in feinen unergründlichen Strudel reißt im Guten und in Darmstadt. März: 2. Oberlehrer i. R. Professor Dr. Friedrich Wilhelm Bernhardt in Darmstadt. — 4. Kreisarzt Medizinalrat Dr. Adolf Drescher in A^ey. — 11. Oberregierungsbaurat Emil Hermann Robert Cramer in Darmstadt (geb. zu Hof Ludwigshöhe im Kreis Gießen). — 12. Rektor Lorenz M e tz in Hungen. — 13. Oberlehrer i. R. Prof. Dr. Hans Heinrich Heim in Darmstadt. — 14. Geh. Medizinalrat Dr. Sebastian Fertig, Kreisarzt i. R. in Alsfeld. — 15. Geh. Oberkonsifto- rialrat D. Ferdinand Euler, Superintendent von Rheinhessen in Darmstadt. — 15. Oberveterinär a. D. Dr. med. vet. Georg Schumacher in Darmstadt (geb. in Elsheim bei Bingen). — 15. Fortbildungsschullehrer Ludwig Rüfer in Friedberg. — 20. Lehrer Heinrich 9t inner in Lauterbach. — 31. Superintendent Siegfried A n t h e s in Reichelsheim (Superintendent der selbständigen lutherischen Kirche Hessens). A p r i l: 2. Pastor und Schulrat t. R. Johannes Moschus in Gießen. — 3. Prakt. Arzt Dr. Otto Lambert in Nieder-Jngelheim. — 6. Studienrat Lic. theol. Otto H e r p e l in Offenbach. — 7. Hauptlehrer i. R. Friedrich Schneider in Heuchelheim. — 10. Generalmajor a. D. Hermann Nau in Jugenheim. — 11. Rechtsanwalt Justizrat Robert Braden in Mainz. — 19. Stadtbaurat a. D. Hermann Gerbet in Gießen. — 20. Pfarrer i. N. Karl Römerin Schotten. — 21. Geh. Hofrat Pros. Dr. Karl Schering in Darmstadt. — 25. Apotheker Ludwig Speth in Darmstadt (war Apo- thelcr in Butzbach). M a i : 2. Professor Dr. Fritz Eigener m Gießen. — 3. Bürgermeister Heinr. Jakob F o r r e r in Ibersheim. — 4. Oberforstmeister Hans Hille r i ch in Dieburg. — 13. Oberstudiendirektor a. D. Prof. Dr. Friedrich Kraft in Heppenheim a.d.B. (geb. in Gießen). — 13. Studienrat Dr. tferbmanb Tempel in Offenbach. — 20. Kunstmaler Georg Paul Rippert in Darmstadt. — 31. Geh. Direk- tionsrat i. R. Ludwig Winter in Darmstadt. 3uni: 3. Reallehrer i.9t. Professor Engelbert Heußlein in Darmstadt (Vorsitzender des Hessischen Tierschutzvereins). — 5. Pfarrer i. 9t. Ktrchen- rat Anton Steiner in Auerbach. — 13. Ju- aendschriftstellerin Henny K o ch in Jugenheim, (geb. in Alsfeld). — 23. Generalmusikdirektor Hofrat Prof. Hans Minder st ein in Bad-Nauheim. — 28. Geh. Medizinalrat Professor Dr. Adolf Sofft u s in Gießen. .. Juli: 14. Justizrat Dr. h. c. Wilhelm Grünewald in Gießen. — 22. Generalleutnant z. D. Aug. D r a u b t in Darmstadt. August: 1. Forstrat i.R. Emil Wittig in Darmstadt. — 1. Geh. Bergrat Professor Dr. phil. Dr.-Jng. h.c. Alfred Jentzsch in Gießen. — 14. Gewerberat Ferdinand Becker in Bingen. — 19. Generalmajor a. D. Heinrich v. Westernhagen in Darmstadt. — 28. Bürgermeister Heinrich Nees nach. Die weitere Verbreitung erfolgte nicht durch den Druck, sondern durch sangeslustige Tiroler aus dem Zillertal, die als Handelsleute auf ihren Geschäftsreisen Text und Melodie im Salzburgischen gehört und gelernt hatetn. Als die vier Geschwister Strasser (drei Schwestern und ein Bruder) 1831 den Weihnachtsmarkt in Leipzig besuchten, vergaßen sie nicht, bei einem von ihnen im Gewand- Haus veranstalteten Konzert nach ihren Tiroler Liedern auch „Stille Nacht, heilige Nacht" vorzu- tragen. Sie ernteten den größten Beifall. Wahrscheinlich haben die Geschwister Strasser das beliebte Stück ihres Repertoires auch bei einem berliner Konzert im Jahre 1834 zum Vortrag gebracht. In demselben Jahre noch nahm es Gebhardt in den „Jugendfreund" auf. Seit dieser Zeit hat nun dies schönste deutsche Weihnachtslied seinen Sieges- «ug durch die ganze Welt angetreten. Vor einigen Jahren haben dankbare Verehrer dem Schöpfer des Liedes, der samt seinem Freunde Gruber völlig in Vergessenheit geraten war, in Oberndorf ein schlichtes, aber würdiges Denkmal errichtet, geschaffen von dem Pfarrer und Bildhauer Mühlbacher. Ein Relief zeigt uns den Dichter, wie er gleichsam aus einem Himmelsfenster hinauslugt und auf die bekannten Klänge lauscht, die von der Erde vieltausendstimmig sein horchendes Ohr bringen. Die hessische Politik des Jahres 1925. f (Don unserer Darmstädter Redaktion.) ** Das politische Leben und Erleben in Hessen wurde im Jahre 1925 besonders stark durch die Reichstags- und Landtagswahlen vom 7. Dezember 1924 beeinflußt. Die Landtagswahlen hatten damals keine wesentlich andere Zusammensetzung d^s hessischen Parlaments als bei den Wahlen des Jahres 1921 gebracht. Die Linksparteien konnten die Mandatsziffern der Hess. Volkskammer von 1919 nicht wieder erreichen. Die Sozialdemokraten errangen damals 31 Mandate gingen 1921 auf 24 zurück und verfügen jetzt über 26. Die Kommunisten vergrößerten die Zahl ihrer Parlamentssitze von einem auf zwei und dann auf vier. Die Demokraten gingen von 13 auf 5 zurück und haben nunmehr 6 Mandate. Das Zentrum, das aus Den Wahlen der Jahre 1919 und 1921 mit 13 Sitzen her- vorgegangen war, hatte zwei Sitze verloren. Von den Rechtsparteien besaß die Deutsche Volkspartei 7 Mandate, sie stieg auf 10 und verfügt jetzt im Landtag über 8. Die Deutschnat. Volkspartei und der Bauernbund brachten im Jahre 1919 zusammen 5 Mandate auf. Bei den späteren Wahlen trennten sie sich: 1921 hatten die Deutschnationalen 3 Mandate und der Bauernbund 11. Aus den Wahlen vom 7. Dezember 1924 gingen die Deutschnationalen mit 5 Sitzen und die Bauernbündler mit 9 hervor. in Kriegsheim. September: 1. Generalmusikbirektor Michael Solling in Darmstadt. — 12. Schulrat Wilhelm Hemmes in Bensheim. — 17. Pfarrer Wilhelm Dittmar in Haufen. — 24. Ingenieur Georg Koch in Gießen. — 27. Apotheker Karl Wem- her in Oppenheim (Ehrenbürger von Oppenheim). — 27. Pfarrer Friedrich Karl Stotz in Babenhausen. — 28. Musikdirektor und Komponist Heinr. Spangenberg in Darmstadt. Oktober: Dr. phil. Neinhold W e tz in Darm- stadt. — 6. Professor Josef Luley in Darmstadt — 9. Oberlehrer Professor Dr. Friedrich Henkel in wurde bereits das neue Wahlgesetz angenommen, und nachdem der Landtag noch den Amnestieerlaß gebilligt hatte, ging er wieder in die Ferien. Wiederum durchtobte ein Wahkkampf das Land; es war der dritte des Jahres 1925 und der vierte innerhalb 12 Monaten. Andere zeitlich kurz vorausgehende Parlamentswahlen hatten eine große Wahlmüdigreit gezeigt, diese trat auch bei den hessischen Wahlen am 15. Ro- vember (Gemeinde-. Stadtverordneten-. Kreistags- und Provinzialtagswahlen) charakteristisch in die Erscheinung. In vielen Orten, z. B. in der Landeshauptstadt Darmstadt, war etwa nur die Hälfte der Wahlberechtigten zur Urne gegangen. Wenige Wochen später, am 8. Dezember, trat der hessische Landtag nochmals zusammen und hielt 9 Sitzungen ab, die zum Teil sehr erregt verliefen, ja sogar Mißtrauensantrage der Oppositionsparteien gegen die Regierung zeitigten. Gegenstände eingehender Aussprache waren Fragen wie: Befreiung der landwirt- s östlichen Saisonarbeiter von der Deitvagspflicht für die Arbeitslosenversorgung, Herabsetzung der Pachtpreise, Erwerbslosenunterstühung und Besoldung der Polizeibeamten. Während des ganzen Jahres 1925 haben in immer stärkerem Maße wirtschaftliche Angelegenheiten den Vorrang vor den polit.scheu in der breiteren Öffentlichkeit eingenommen. Die Wirtschaftskrise hat am Schlüsse des Jahres wie solche Schärfe erreicht, daß sie fast jede polit.sche Erörterung in den Hintergrund drängte. Zu der Annahme, daß sie mit dem Ablauf des alten Jahres auch ihren Höhepunkt überschritten haben möchte, besteht leider wenig Hoffnung. Heftens Tote im Jahre 19 5 Januar: 1. Oberingenieur Karl Grieshaber in Friedberg. — 7. Rechnungsrat Karl 11 c i n in Butzbach. — 15. Oberlehrer Professor Dr. Aber das Zentrum fühlte sich nach dem Ausfall der Wahlen innerhalb der Regierungskoalition so geschwächt durch den Verlust von zwei Sitzen, daß es darauf sann, seine Stellung zu stärken. Bereits in den ersten Januartagen trat der Landesausschuh der Zentrumspartei zusammen, um die Lage zu beraten und man kam zu dem Entschluß, die Regier ungs- koalition nach rechts zu erweitern, wenigstens wurde der Außenwelt dies als Ziel der Verhandlungen unter den Parteien genannt. Auf Hessen lastete nun eine Regierungskrise, Die fast bis Ende März dauerte und die ganze Tätigkeit des Parlaments lahmlegte, so daß u. a. nicht einmal der Staathaushalt rechtzeitig verabschiedet werden konnte und wichtige Gesetzentwürfe unerledigt blieben. Die Krise endigte mit der Rückkehr der alten Reglern n g s k o a l i t i o n, die der sog. Weimarer Koalition im Reich, von Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrum entspricht. Auch die bisherigen Minister kehrten wieder. Die seltsamen Abstimmungsverhältnisse bei den Staatspräsidentenwahlen im Hessischen Landtag sind sicher noch in aller Erinnerung. Jetzt, nachdem Monate seit diesen Vorgängen verstrichen sind, wird öfters die Frage aufgeworfen, ob die Absicht des Zentrums, die Koalition nach rechts zu erweitern, auch wirklich bestand oder ob es sich nur um ein politisches Druckmittel gehandelt hat, um die Linksparteien, besonders die Sozialdemokratie, den Zentrumswünfchen gefügiger zu machen. Die Frage zu beantworten dürfte nicht leicht fein. Wahrscheinlich ist auf die Haltung des Zentrums die ReichSpolitik nicht ohne Ein- „Stille Nacht, heilige Nacht"! Das stimmungsvollste Weihnachtslied, dessen traute Melodie dem Wesen des Textes, feiner Em- fachheit und Innigkeit aufs treueste ent pncht, und dessen Klänge in jebem christlichen deutschen Hause die Herzen mit wunderstillem Glück erfüllen, nämlich das volkstümlichste Lied „Stille Nacht, he.lüge Nacht", hüt eine interessante Entstehungsgescylchte. Gs war zu Weihnachten 1818. In dem einsamen Gebirgsdorf Oberndorf bei Salzburg befand sich der Hilfsprediger Joseph Mohr in großer Ver- legenheit. Er war genötigt, in der alten Kirche, deren Orgel schadhaft und gebrauchsunfahig geworben war, bas Christfest ohne musikalische Be- qleitung zu feiern. Da sollte nun der Kirchenchor aushelfen, und für ihn verfaßte er das Cie> ber .Heiligen Nacht", für bas aber nod) bie Tlelobie au schreiben war. In aller Frühe bes 24. Dezember ging er nach betn nahen Arnsborf wo fein Freunb^ der Lehrer Fanz Gruber, wohnte der zugleich Organist in Oberndorf war, und bat ihn, die niebergeschriebencn Sttophen mit einer passenden Melodie und einer Begleitung für zwei Solo- stimmen mit Chor und ©itarrebegleitung zu versehen. Gruber hatte vor wenigen Tagen sein junges Weib durch den Tod verloren, und seine trusetige Stimmung wollte und wollte ihn nicht die rechten Töne finden lassen. Aber als der im Lichterglanz strahlende Tannnenbaum die Augen seines mutter» losen Kindes aufleuchten machte, da ließ die bei diesem Anblick erwachende Freude fein bitteres Mißgeschick vergessen, und in kurzer Zeit gelang ihm die glücklichste Vertonung, wie sie Joseph Moor gewünscht hatte. Noch an demselben Abend konnte die Gemeinde in Oberndorf mit dem neuesten Weihnachtslied erfreut werden, ohne zu ahnen, welche Bedeutung das Lied einst für die deutsche Familie gewinnen sollte. Bei dieser Erstaufführung sang Mohr den Tenor, Gruber hatte die Baßstimme übernommen und spielte die Gitarre dazu, während der Kirchenchor bei ber Wieberholung des letzten Verses jeder Strophe mit einftimmte. Bald fangen in den folgenden Jahren die Nachbargemeinden bei den Christmetten „Sttlle Nacht, heilige Nacht" waltungsdirektor Franz Edmund S o d y in Mainz. — 29. Fabrikant Wilhelm K1 i n g s p o r in Offenbach. — 30. Landgerichtsdireklor i. R. Theodor Schulz in Darmstadt. — 30. Kreisdirektor i. R. Dr. Karl Kayser in Oppenheim. — 31. Rech- nungsrat i. R. Wilhelm Schar mann in Darmstadt (geb. in Gießen). Februar: 1. Studienrat Professor Robert Reinig in Offenbach. — 1. Vermessungsrat i. R. Heinrich Schmirmund in Mainz (geb. in Brauerschwend bei 21 Isfeld). — 3. Professor Dr. Wilhelm von Reichenau in Gonsenheim. — Z. Kreisveterinärarzt Dr. Johann Philipp Schwei- k e r t in Darmstadt. — 7. Regierungsrat a. D. Adolf 21 b r i e in Darmstadt (geb. in Bad-Nauheim). — 20. Lustspieldichter Wilhelm I a k o b y in Wiesbaden (geb. in Mainz). — 24. Bürgermeister Gunther Krenzien in Gießen. — 24. Schauspieler Alfred Schuler in Darmstadt. — 25. Geh. Kam- mcrzienrat Dr. phil. h. c. Wilhelm Gail in, Gießen. — 26. Generalleutnant Frhr. Max v. H e qj 28. Studienrat Dr. Luckhard in Bingen. — 30. Bürgermeister Franz Josef Schmitt HL in Kempten. Dezember: 4. Geh. Justizrat Kaspar Klein in Worms. — 6. Weinhändler Jofes Gümbel (Mitinhaber ber Firma Feist & Reinach) in Bin gen. — 13. Lanbgerichtsdirektor Karl R u m m c l in Mainz. — 16. Bilbhauer Karl Grund in Worms. Die Jahresbilanz Spaniens. Von unserem v. U.-8t.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Madrid, Ende Dezember 1925. Das Regierungssystem Primo de Riveras, die Militärdiktatur, die kürzlich in eine Zivildiktatur um- gewandelt worden ist, wird oft mit dem Regierungssystem in Italien verglichen. Es sind gewiß Achntich- keiten vorhanden, die diese Parallele rechtfertigen, wie vor allem die in beiden lateinischen Ländern gleicht Vereinigung eines alleinfeligmadjenbcn Parlamentarismus, die gleiche überragende Stellung des Ministerpräsibenten, und schließlich auch die Bildung der nationalen Sematen, die als eine obgeschwächte Nachahmung ber faszistischen Miliz erscheint. Aber bie Verschiedenheit bes Nationalcharakters unb ber politischen, sozialen unb wirtschaftlichen Entwicklung ber beiben Völker lassen anberjeits bissen Vergleich nicht zu, im befouberen aber nicht eine Gegenüberstellung ber beiben Diktatoren. Mussolini ist ein Kind der Revolution, geformt in der Bluttaufe bes Weltkrieges. Er hat auf seinem Leidensweg vom verbannten Sozialisten bis zum gefeierten Nationalisten eine Entwicklung burchgemacht, die sich gar nicht so sehr von ber jener Massen unterscheidet, die beim Triumphmarsch auf Nom an seiner Seite ftanben. Primo de Rivera ist kein Volkstribun wie Mussolini, er ist ganz Aristokrat. Primo de Rivera, Marquis de Estella, stammt aus einer alten spanischen Milnär- familie. Sein Onkel war Marschall von Spanien. Schon als junger Offizier erhielt er auf den Schlachtfeldern von Afrika für seine Tapferkeit unb Umsicht den höchsten militärischen Orben, Eigenschaften, bie ihn burch sein ganzes Leden ausgezeichnet haben. Er ist an bas Befehlen unb an das Gehorchen gewöhnt; er formt die Volksmassen, läßt sich aber nicht von ihnen tragen. Primo be Rivera fühlt sich durch keine politische Doktrin gebunden; er kennt sich vielleicht nicht einmal in dem Labyrinth ber oerschiebenen Doktrinen aus. Er ist Staatsmann aus Instinkt, er fürchtet keinen Zweifel in seinem Handeln, er ist klug unb rücksichtslos, aber immer warmherzig, unb er hat bas feste Vertrauen feinen Stern, denn bas Glück, sagt er, habe ihn stets begleitet. ' Nur ein Mann wie er, ein Führer ohne Zweifel, konnte bas Werk Primo be Riveras vollbringen. Skrupellos räumte er am 13. September 1923 mit den verrotteten Cortes auf unb schuf bas Militärdirektorium aus tüchtigen Generalen, die kaum für bas Regieren vorbereitet waren. Er stärkte den Zen- tralismus und die Omnipetenz der Exekutive, mit der bie lateinischen Völker, im Gegensatz zu den germanischen immer ihre größten unb besten Leistungen hervorgebracht haben. Aber ba das Militär als Kaste seiner Ueberzeugung gemäß nicht dazu . berufen ist, bauernd über die anderen Bevölkerungs- - schichten zu herrschen, so bildete er aus oaterlänbi- i schen und monarchischen Elementen bie iibcrpariei» liche Vereinigung ber Union patriotica unb berief. Häuser in Darmftabt (gebürtig aus Oberhcssen).— 14. Frauenarzt Dr. Hugo Kunkel in Darmstadt — 16. Dr. phil. Eugen Parcus in Worms. — !•>. Dr. med. R. Reißner in Worms. — 20. Real- schuldirektor i. R. Dr. Karl Denig in Darmstadt. — 21. Landtagsabg. Hofmann- Seligen- stabt. — 22. Chemiker Alfred MöUinger in Osthofen. — 24. Oberingenieur i. R. Will). Dressel in Darmstadt. — 26. Kirchenrat und Dekan a. D. D. theol. Wilhelm Wahl in Beienheim. — 27. Lehrerin i. R. Marie Müller in Darmstadt (Ehrenvorsitzende bes Vereins Hess. Lehrerinnen- heim). — 30. Rabbiner Professor Dr. L. Marx in Darmftabt. — 31. Praktischer Arzt Dr. med. Karl W e i g a n b in Groß Felda. November: 3. Pastor i. R Gustav Falke (gestorben in Dortmunb). — 15. Kirchenrat i. R. Lubwig Völsing in Darmftabt. — 17. Zahnarzt Dr. Paul R e i n e w a l b in Gießen. — 20. Stu- bienrat Professor Jakob Müller in Langen. — 23. Zahnarzt Dr. Otto Ziegler in Worms. — 23. Forstmeister i. R. Forstrat 21 n b r e, Laubach. — 25. Oekonomierat Stauffer in Wochenheim. — ohne sich wieder um staatsrechtliche Theorien zu bekümmern, einige junge, vielversprechende Männer aus ihrer Reihe, nm 3. Dezember in die Regierung. Es ist das ein politisches Experiment, das kaum erfolgreich in einem anderen Lande nachgeahmt werden könnte, denn die Zeiten des aufgeklärten Despotismus sind vorüber. Mer wieder geben die Verhältnisse Primo de Rivera recht. Seine neue Regierung hält sich und festigt sich, und, abgesehen vom Protest der professionellen, aber ohnmächtigen Opposition, findet sie überall Zustimmung und Vertrauen. So tritt denn Spanien innerpolitisch gestärkt in das neue Jahr. Alke Kassandrastimmen, die am Beginn dieses Monats laut wurden und einen neuen Umsturz voraussagten, sind verstummt. '.Uid)t5 behindert die neue Regierung, mit ihrem Reformwerk zu beginnen. An erster Stelle soll dem Programm gemäß die Finanzwirischaft saniert und ein defizitfreies Budget ausgestellt werden. Den jungen Finanzminister or. Calve Sotelo erwartet da eine schwierige Aufgabe. Solange nämlich die Marokkokampagne Spanien belastet und 'DZillionen unproduktiv verzehrt, kann kaum an ein richtig ausbalanciertes Budget gedacht ^werden, es sei denn, das; man dem Beispiel des Sr. Seijas Lozano — 1851 Finanzminister unter Jsabcl 11. — folgen wollte, der zum erstenmal ein ordentliches und ein außerordentliches Budget ausstellte, alle schwer belastenden Posten auf das außerordentliche Budget herüberschrieb und durch dieses Kunststück das ordentliche mit einem Ueberschnß von 41 Millionen abschließen konnte. Das Vorbild des Herrn Seijas Lozano ist seitdem in Spanien vorbildlich gewesen und die Presse drückt, soweit es die ZeNsurverhäll- nisse erlauben, die Besorgnis aus, daß es dem jetzigen Finanzminister auch nicht gelingen werde, diesem -Irrgarien zu entrinnen. Durchschnittlich hat das Defizit in den legten Jahren zwischen 600 und 700 Millionen Pesetas geschwankt. Der Finauzminister würde bereits ein großes Mert vollbringen, wenn es ihm gelänge, diese Ziffer herabzudrücken und das Steuerwesen .zu ordnen. Bereits in den ersten Tagen seiner Verwaltung sind erhebliche Ersparnisse im innern Budget der Ministerien gemacht worden. Die Unter * swatsfekretäre wurden durch Difekroren ersetzt und der ganze Apparat der Verwalruntz wurde vereinfacht. Es wird ferner an durchgressenden FiNanz- reformen gearbeitet, deren Einzelheiten noch nicht bekanntgegeben worden sind. Da in Spanien mit Dekreten regiert wird und kein Parlament dazwischen zu reden hat, so bedeuten alle kommenden Fmanzreformeil eine Ueberraschung für das Land. Der Minister braucht sich allein durch die gegebenen Möglichkeiten in feiner Arbeit beengen zu lassen. Außenpolitisch ist die Stellung Spaniens weit günstiger, als sie es in den Vorjahren war. Das Marokkoproblem ist für den Augenblick dein Gefahrenbereich entrückt, und wenn es auch noch lange nicht gelöst ist und im Frühjahr wieder akut werden kann, so bietet es im Augenblick keine inter- uatiönalen Schmiebigkesteu.. Um die Verwaltungsangelegenheiten zu vereinfachen, hat die neue Regierung ein besonderes Gcneraljekretariat für Ma- rakko und die Kolonien ins Leden gerufen. Als nächste Aufgabe werden im Aüßenamt Schiedsver träge zwischen Spanien, England und Frankreich ausgeärbeitet, deren Abschluß bald bevorstehen dürfte. Diese Verträge können hinsichtlich der Mit- tl^meerfrageu, die dadurch berührt werden, von großer politischer Bedeutung fein. Dos Mittelmeer ■ ist heute ebenso wie in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten einer der Brennpunkte der europäischen Politik und bei allen Möjsiichkeilsu und Ün- 'möglichkeiten, die das Mittelmeerproblna der Zu- t fünft bieten wird, Icmn Spanien nicht übergangen werden. Spanien kann sich als Seemacht weder mit 7 England, noch mit Frankreich oder Italien vergleichen, aber keine dieser Mächte kann ihrer Mittel- '• meerstellunh sicher fein, sollte Spanien zu einer von ihnen in offene Opposition treten. Zu den idealen Bestrebungen der spanischen Außenpplitik gehört der Paniberismus, d. h. eine möglichst alles umfassende Amräherung an Portugal, aber es ist kcklltn anzunehmen, daß der Airßen- inifüfter Sr. Pcmcmas-Mejsta darin mehr Ek'oig als chelne Vorgänger haben wird. Portugal ist dein reinen PadamerftotismuS ergeben, gefällt sich in Varteihader und verfallt von einer Revolution und Krisis in die andere, wähnend Spanien biftaiu ifch regiert wird, keine Opposition gelten laßt und streng monarchisch ist. Aber ganz abgesehen von allen innervolitischen Unterschieden stehen sich die beiden Rachbarvölker, trog ihrer nahen Vcrwandstchafr, recht fremd gegenüber und mögen sich auch nicht im privaten Verkehr. Man kümmert sich in Spanien recht wenig um die Vorgänge in Portugal, und in in den Zeitungsständen Madrids findet man neben deutschen, französischen und englischen Zeitungen niemals eine portugiesische. Paris und Rom liegen Madrid geistig näher als Lissabon. Trutz des Bandes der gemeinsamen Sprache ist die Annäherung Spaniens an die südamerikanischen Tochterländer mehr papierern und äußerlich geblieben. Die spanische Außenpolitik sieht eine ihrer Hauptaufgaben darin, die Annäherung mit Südamerika weiter auszubauen und wird dabei von der öffentlichen Meinung im eigenen Lande und auf der anderen Seite des Ozeans in jeber Beziehung unterstützt. Der König Don Alfonso der XIII. wird voraussichtlich im kommenden Jahre eine Reise nach den südamerikanischen Republiken unternehmen. Er darf auf den herzlichsten Empfang rechnen, und sein Besuch wird gewiß auch politische Früchte bringen, die der Außenpolitik Spaniens zugute kommen werden. Was nun das Verhältnis Spaniens zu Frankreich anbetrifft, so hat es durch den Madrider Marokkovertrag eine besondere Bedeutung bekommen. Man ist hier in vieler Beziehung von der großen Nachbarrepublik abhängig und die liberalen Parteien versuchen schon aus Oppositionsgeist im französischen Fahrwasser zu plätschern, ober von wirklich herzliciM Beziehlmgen kann keine Rede sein, dazu stehen sich beide Völker viel zu fremd gegenüber. Man hm zwischen Spanien, Frankreich und Italien oft die Gemeinsamkeit der italienischen Rasse ange- rufen, aber das ist mehr ein literarischer als ein politischer Ausdruck. Eine Rasten- und namentlich eine Ciktengemeinschaft besteht zwischen Frankreich und Spanien gar nicht, sie mag bestenfalls zwischen Katalonien und einigen südiranzösischen Provinzen herausgesunden werden. Aber hinsichtlich Marokkos'liegt es in den Zielen der spanischen Außenpolitik, die Freundschaft mii Frankreich nicht erkalten zu lasten. — Das Verhältnis Spaniens zu Deutschland ist ein freundschaftliches, das auch durch den kurzen Zollkrieg nicht getrübt worden ist. Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß es im Laufe des jetzt bestehenden sechsmonatigen Provisoriums gelingen wird, einen für beide Länder günstigen Handelsvertrag abzuschließen. So hängen denn über dem mchei.politischen wimmel Spaniens keine schwarzen Wolken. Der neue Atrßenminister Sr. Panguas-Messia findet in seiner Arbeit freie Bahn und feiner Initiative sind olle Möglichkeit geboten. Spanien tritt mit guten Aussichten in das neue Jahr. OoerhMen. Landkreis r. Klein-Linden, 28. Dez. In der jüngsten G c m c i n d e r a t s s i tz u n g wurden folgende Punkte und Anträge erledigt: Die vom Gemeinde- rechner vorgetragene Abrechnung für das Rech - n u n g sjäh >; 1 923 wurde genehmigt. — Die festgesetzte Sonder st euer in Höhe von 75 Pt. pro li ij Mk. Veranlogungskapital ab 1. April 1925 verwarf das Ministerium, da feine gesetzlichen Unterlagen vorhanden seien. Es empfahl, ab 1. April bis 31. "August 60 Pf., ab 1. »September bis 1. April 1926 80 Pf. zu erheben, was beim auch beschlossen mürbe. — Die H u n b c st euer für 1 ü 2 6 verbleibt auf ben bisherigen Sägen, d. h für den ersten $unb auf 6 Mk., zweiten Hund 12 Ml., dritten Hund 18 Mk. usm. Diese Steuer erschie" mit Rücksicht daran', daß die Gemeinde keinerlei Nachtschutz ausüben läßt, einigen Gemeinderatsmitgliedern zu hoch, wurde aber nach dem Hinweis des Bürgermeisters auf die Finanznot und die Unmöglichkeit der Deckung des Steuerausfalls von der Mehrheit angenommen. — Ein Antrag von Erwerbslosen auf Gewährung eines Weih- n a ch t s z u j ch u f f e s seitens der Gemeinde wurde vorläufig aus Mangel an Mitteln zurückgestellt. Der Antrag löste eine längere Debatte aus über das Verhalten des größten Teiles der Arbeitslosen gegenüber der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeit von zwei Tagen in der Woche. Von 55 Arbeitslosen hatten z. B. in der Weihuachtswoche bis zum Tage der Sitzung erst 11 ihrer Verpflichtung genügt. Schärfere Maßnahmen wurden empfohlen und sollen durchgeführt werden. Nur mit Rücksicht aus bie Weihnachten fomuc sich der Bürgermeister entschließen, die Unterstützung an zu weisen. Es sollte z. B. das von den Arbeitslosen gemachte Wellenholz vor Weihnachten zugunsten der Arbeitslosen verkauft werden. Die Arbeitslust war aber so „groß", daß nur sehr wenig zum Verkauf vorhanden gewesen wäre. Aus diesem Grunde und aus jeglichem Mangel an Barmitteln konnte dem Antrag vor Weihnachten nicht entsprochen werden. Es liegt nun an den Arbeitslosen selbst, ob überhaupt noch etwas daraus wird. Hervargehoben wurde, daß besonders die jüngeren Leute,, die das Gros der Arbeitslosen stellen, ihrer Pflicht nicht genügten. — In Sachen der Besetzung der Gemeinderechner st eile wurde in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, daß, bevor das Streitverfahren in der Berufungsinstanz der Ge- incinbe gegen das Urteil des Kreistags beim Pro- vinzialtag verhandelt wird, der Schwerkriegsbeschädigte Weller durch das Kreisnmt auf die Schreib- fä'higkeit der linken Hand unter besonderer Berücksichtigung der zu leistenden Arbeiten eines Ge- meindervchners für eine Gemeinde von der Größe Klein-LiNdens geprüft werden soll. — Am Schlüsse der Sitzung, als letzte des alten Gsmeinderats, sprach der Bürgermeister dem Gesamtkollegium für die geleistete Arbeit den Dank der Gemeinde aus. Im neuen Parlament verbleiben fünf Vertreter vom alten Gemeinderat. Die Ausscheidenden bat er, wenn es notwendig werde, baß sie mit ben gesammelten Erfahrungen in ber Gemeinbepolitik auch fernerhin im Jntewsse ber Gemeinbe wirken. Wenn auch öfter Meinungsverschiedenheiten über einzelne Tagesordnungspunkte zum Vorschein tarnen, so habe man sich am Schlüsse immer wieder zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden. Unter Würdigung der vergangenen, wirtschaftlich schweren Zeit, besonders der Inflationszeit, könne gesagt werden, daß die Gemeindevertretung das erreicht und getan habe, was möglich war. Rödgen, 23. Dez. Der M änner - gesangVerein ..Harmonie" veranstaltete am 2. Feiertagabend int Saale des Gastwirts Balser fein diesjähriges Win terbergnügen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand her Vierakter ..Bettelheini". Der Verein, unter der Leitung seines neuen Dirigenten Kurz- Gießen brachte mehrere Chöre meisterhaft und form-- vollendet zum Vortrag. An die Aufführung schloß sich ein Danz o.n. — Im Gasthaus Wagner sprach- ein Vertreter des landwirtschaftlichen Ge- nossenfchaftswesens. Herr Hartmann aus Gießen. über die Aufwertvngsfrage. Bereitwillig gab er auf alle an ihn gestellten Fragen Antwort. Bor allem mahnte er zu größter Sparsamieft, da bau Jahr 1926 wahrscheinlich noch schlechter werbe als das letzte. Rettung sei nur möglich, wenn eS gelänge, Geld von Holland und Amerika zu erhalten. Der Vorsitzende der hiesigen Genossenschaft, Landwirt H. Bellos I. dankte der: Redner. s. Trohe. 28. Dez. Weihnachten brachte uns dieses Jähr zwei Feiern. Am Weih-' nachtsabend veranstaltete hie Schule im Saale der Burg wirtschaft eine 'Weihnachtsfeier, die dir gesamte Einwohnerschaft vereinte. Zn Lied, Spruch and Krippensp'.el wurde von den Kleinen das Weihnachtsmysterium dargostellt. Der Ortslehrer bat die Eltern um ihrer selbst uni) der KAtder willen, die h.-.r.r und bittere Zeit für ein paar Tage zu. vergessen und das WsiHnachtsfest zu einem wahren Familienfest werden zu lassen. Am 1. Feiertag abends hielt der Gesangverein „Eintracht" seinen diesjährigen Unterhalt ungäabcnb ab. Die musikalische Leitung der Lieder lag in den Händen des Chor- meisters Ludwig Oswald aus 'Wieseck. Einige Lustspiele unb Einzel.stücke sorgten weiterhin für beste Unterhaltung. Der Vorsitzende Fr. W. S cd m i b- t dankte allen Mitspielern. ■) Alten - Bii seck, 28. Dez. Am Dnrfausgrmg nach Taubringen zu hat ber Gastwirt Ovpe r in diesem Jahre einen Saal erbaut, ber mit seinen gewaltigen Ausmaßen bas Problem ber Raumnot, bas sich hier bei Festen, Vorträgen unb Veranstal- hingen anberer Art immer wieder geltend machte, glänzend gelöst hat. Hier sand am 2. Feiertag nachmittags ein Konzert des Arbeitergesang- Vereins „Eintracht" unter der vorzüglichen Leitung des Dirigenten H. M e y e r aus Wieseck statt. Die einzelnen Lieder sanden den ungeteilten Beifall ber Zuhörer. Das mit Musikbegleitung vor- ge;ragene Lied „Unter ber Linde" erregte geradezu stürmischen Beifall und mußte wiederholt luerbcu. Abends wurde ein Theaterstück „Wieder vereint" gespielt. Sein teilweise r-'cht ernster Inhalt land dankbare Aufnahme Anschließend fand Tmtz statt. Der Verein „Eintracht" kann stolz auf seinen Erfolg sein, zu dem nicht wenig der neue Saal unb bie iechniich sehr brauchbare Bühne beitrugen. Bg. G r o ß e u - B u s e ck, 27. Dez. Die beiden G v 11 e s b i e n st e des 1. Feiertags waren über- ■msKsaa aus stark besucht. <>ur löeriajonerung oes cqicn derselben trug der Gesangverein „G erma - ii i n" bei, der unter der Leitung seines betanrüen Dirigenten Kasten- Gießen zwei Weihnachtschöre präzis und stimmungsvoll vortrug. Im Abendgottesdienst erstrahlte zum e r st e n Male bas elektrische Licht in vorläufig angebrachten Lampen. Ein Kronleuchter wird vom Freiherrn v. 91 o r b e ft zur Rabenau gestiftet werden. Man denkt daran, die übrigen Beleuchtungskörper damit möglichst in Einklang zu bringen. Die Ober- klasfe unter Führung von Rektor I n d e r t h a l brachte einige Weihnachtslieber zu Gehör, von benen besonders bas letzte sehr ansprach. Der Ueberschuß ber Tollersammlung soll zugunsten einer H e i - z u n g s a n ! a g e für das Gotteshaus g<;hen. Zweifellos ist damit im Sinne Vieler, besonders älterer Leute, gehandelt, die sich im Winter aus Gesundheitsrücksichten den Kirchenbesuch versagen müssen. — 21 m 2. Wsihnachisfeiertage hielt der Gesangverein „Heiterkeit" sein diesjähriges Winte r n e r g n ü g e n ab. Rach ber durch ben 1. Vorsitzenden W. Dort erfolgten Begrüßung, erfreute der Verein seine Zuhörer durch eine-Reihe Chöre, die unter ber bewährten Leitung seines Dirigenten .Konrad Nicolai klang- und verständnisvoll vorgetragen wurden. Ein Theaterstück „Mag auch die Liebe meinen" erweckte bei flottem Spiel tiefe Eindrücke. Nach einer Verlosung folgte bei guter Musi? noch ein gemütlicher Tcmz^ : G r o ß e n - B u s e ck , 28. Dez. Schon lange trägt man sich in unserem Dorf mit dem Gedanken, ein Ehrenzeich e n zu. errichten für die im Weltkrieg gefallenen Söhne unserer Gemeinde. Die Hauptfrage, die bei unserer wohlhabenden Gemeinde nicht etwa bie Geld-, sondern die Platzfrage ist, ist aber immer noch nicht gelöst. Anfänglich wurden einige Stimmen laut, ben 21 n g e r, westlich vom alten Schulhause, mit dem Kriegerdenkmal geschmückt zu sehen. Dieser Plan scheint aber definitiv aufgegeben zu sein. Es sind nun in ber Hauptsache noch zwei Projekte, über bie gegenwärtig bi skaliert wirb. Unb bsibe Plätze sind tatsächlich vorzüglich geeignet, als Standort für ein Denkmal in Frage zu kommen. Der eine Gedanke ist ber, ben K i r ch e n p l a tz, und zwar bie nördliche Hälfte, links vom Kircheneingang, mit dem Ehrenmal zu zieren. Das gegenwärtig hier stehende Denkmal aus dem Jahre 1870/71 müßte dann, ba es nicht viel Raum beansprucht, auf die südliche kleinere Hälfte des Kirchenplatzes, rechts vom Kircheneingang, umgejetzt werden. Denn für das neu zu erbauende Ehrenzeichen, das in ganz anderer Form unb Größe er|d}einen wirb wie bas von 1870/71, wäre dieser Platz zu klein. Andere Stimmen, namentlich solche, die m einem Kriegerdenkmal nur ein Gefallenen ehrenzeichen erblicken, wünschen als Standort unseren prachtvoll am Südabhcmg des Alten Berges gelegenen Friedhof, links Der Beuern er Straße. Unser Friedhoi, vielleicht Der schönste seiner Art in ber ganzen Umgebung, bietet eine weite Sichi bem 23inerter Tal hinauf unb gilt sicherlich als ber idealste Platz für eine Totenehrung. Vorerst ist sich aber die Einwohnerschaft trotz vieler Besprechungen immer noch nicht einig über bie Platzfrage, unb so muß bie Errichtung des Denkmals zunächst noch zurückstehen. bf. Burkhardsfelden, 27. Dez. Am Sonntag fand hier in der Schule bie Weihnachtsfeier der K le inkinderfchule fiait. Rach einer Ansprache des Ortspfarrerä unb Gemeindege^ang wurden von der kleinen Kindettchar gemeinsam einige Sprüche aufgesagt. Rach abermaligem Gelang unb dem Schlußwort folgte die Bescherung Am 1. Weihnachtsfeiertag folgte die Weihnachtsfeier der Sonntags- s ch u l e, die Darbietungen der verschiedensten Art in stimmungsvoller Weise brachte. Am Schlüsse der Feier erhielt jedes Kind ein kleines Geschenk. Um diese Veranstaltung hat sich die Industrielehrerin Frl. Gcrta G v r r hervvr- vorregeni) verdient gemacht. Die Vereinigung ehern. Kriegsgefangener'veranstaltete am 2. Feiertag im Saalbau Wilh. Hinter Ww. eine Abendunterhaltung. Dank der Mit- toiriung des Gesangvereins ., G e r m a - n i a“ und einiger wohlgelungener Aufführungen teils heiterer, teils ernster Art. wurde ber Abend zu einer genußreichen Veranstaltung, an bereu AuSklang ein Tanzvergnügen die Teilnehmer noch einige Stunden beilammenhielt. V. Londe r f. 27. Dez Llm zweiten Weitz- nachtsfeiertage hielt der hiesige Ar beiter- G< sangvercin „Union“ im gutbeietzten Bsegceschen Saale sein diesjähriges Winter- vergnüge n ab. Der Vortrag der einzelne i Fra^Ziska. Roman von Li esbet Dill. 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Die Mitteilung Mäb'idtS, daß zu Pfingsten „©dippte“ herausgebracht werden sollte, siel wie eine Dow.be in das feindlich' Lager der Künstler! Strauß! Gleich nach Deftmachten war er mit dem Ring herausgekvmmen unb nach Ostern Strauß, es war unerhört! In den ausgeglichrtnn Wohlgemutschrn Bahnen hätte es nach Ostern niemals Premieren gegeben. eS War eine Zumutung für die ermüdeten, überansirengt-en 5xünft» ler! Zwischen der Ebmhausen und Franziska setzte ein Kampf ein, eine Folge von Szenen und Auftritten, die sich auf dem Bureau des Inten-- L>?r.t'n. hinter verschlossenen Türen abspieiten. Die beiden kämpften für die Rolle der Salome. Franzisla ging entschlossen auf das Bureau des Intendanten, jetzt galt's! So hatte der Inte-a- bar:t dieRdtt noch nie gesehen, sie stand mit auf- gerissenem Pelz vor ihm, wie eine Löwin kämpfte sie iiir diese Rolle. Sie legte ihm ihre Kritiken ber Helena, der öiulietta vor. Hatte die Ebsn- hrtusen jemals solche Besprechungen gehabt? Rie- mats würde die eine Salome geb:-n können, niemals den Tarp, der sieben Schleier tanzen. Das brauchte sie auch nicht, davon hing der Erfolg der Rolle nicht ab, warf der Graf ein, der ruhig lächelnd, das Monolel einge- Üemmt, an seinem Diplomatentifch saß, mehr amüsiert als bewegt Von diesem Wortschwall, 1x.’ an seinem an derartige Auftritte gewöhnten Ohr vvrüberreuschtt-. Jedesmal war ihr die Eben Hausen zuvor- gcfoinnieu, aber diesmal würde sie sich ihr in den W-eg stellen. Lieber in einer Dachkammer wohnen und trodeneS Brot essen, als sich immer verdrängen lassen Von einer Kollegin, die man nur bevorzugte, weil sie von hier und aus guter Familie war. Die Rollen, die ihr die Ebenhausen 3uf:mmcn liest, aus denen war nichts herauSzuholen. Als Salome würde sie etwas Ungewöhnliches bringen, des fühlte sie. „Sie haben uns ja schon in der „Schonen Helena" gezeigt, daß Sie etwas iönnen“, besänftigte der Intendant die erregte Künstlerin, die er bis dahin immer für temperamentlos gehalten. Franzisia warf ben Kops zurück. Ah, bie Hsrcna. das war eine kleine lächerliche Sache, unb sie hatte doch einen Bombenerfolg damit gehabt. .Ueberall nach auswärts, wo jetzt die ..Helen,a" gegeben wurde, rief man sie schon hin. Gestern hatte sie ivbeber ein Telegramm beloniw.cn. sie im Residenz! he ater in 3ä zu fingen, aber Soubreftenrolten genügten ihr nid>*. „Also die Salome oder Kündigung?'' ..Ia". sagte Franziska. Sie setzte sich durch, sie bekam die Rolle. Fran,zista tarn wie berauscht nach Haus und warf sich über die neue Partie: es würde „ihre" Rolle werden. Die Kolleginnen gönnten cs Franziska und gönnten es der Ebenhaufen. Es war nicht mehr als recht, daß auch mal die Rott zu Wort kam. Die ehemals berühmte alte Ballerina studierte ihr den Tanz der sieben Schleier ein: Franziska hatte es durchgesetzl, ihn selbst zu langen, gegen den Willen der Prima balierina und des Intendanten. Franziska lief zu den Proben, saß in jedem Schauspiel, nahm ihre Gssangsübungen mit Püirktftchkeit und Gsdrüd vor, abends lag sie auf bent Sofa, unfähig zu sprechen und erschöpft. Die Prdbm zum Schleiertanz beschäftigten sie ganz. „Willst du denn den selber t.in-en?" fragte auch Hasse. Sie nickte. „Entweder oder. Die Ebenhaujen", sagte sie verächtlich, ..hätte ihn von der Prima ballc- rina tanzen lassen. Ab:r wenn diese sich auch schminkte und das Gesicht zu verhüllen verstand, es war doch störend, daß es nicht derselbe Körver war, der vor Herodes sang und tan,vle. Ab r ich geb’ den Tanz nif her. Das muß aus einem Gus) sein. Ich werd: bie Salome fingen, spielen und tanzen." „Aber du bist doch keine Prima balierina“, sagte Hasse. Er hatte den „Iohannes" in München gesehen mit einer Schauspielerin, die den Tanz plump und häßlich tanzte und dadurch die Begeisterung des Hirodes einfach unverständlich machte. Sie hatte sich aus ein Gebiet gewagt. das sie nicht beherrschte. „Man fontt all^ lernen", sagte Franziska. „Ich werde euch was vorcanzen. ah!" Sie warf die Arme in den Racken und jchloß die Augen. Er sah, daß ihr Tränen die Wangen Herabliesen. Das stimm'.e ihn wieder weich. „Mariot überauflrenal euch," sagte er. „mit dem müßte mal ein 21t;t. sprechen —■“ Franzidka öffnete erschrocken die Augen. „Um Gottes willen, misch dich nur nit drein!“ Er strich ihr über das verwirrte Harr, ganz sacht, wie man ein branres Kind berührt. Sie tat ihm leid. „Wenn der Sommer kommt, mußt du aus's Land " .'Was nach meiner Salsme kommt, ist mir (-klev alcich". sagte sie. „Istzt laß mich schlafen, Fre'. i.h bin zum Sterben müd." war Franziska jetzt immer, wenn sie 7uj ncnkamen. Diele stillen Abende bei ihr, für die er die Woche durcharbeitete, während er sturm aus dem ©.ollen des KraicksnhauftL kam. waren feine Erholung, ein Ausspannen der <2ier*>en. Gr sehnte sich nach diesen rosig verschleierten Lampen, nach der Luft ihrer reizend eingecichtetcn Räume, in denen er jedes Ges- selchen, jedes Kissen selbst gewählt und Tapeten und Teppiche zueinander abge-ftimmt halte. Aber selbst dieser einzige Abend in der Woche schien ihr zu viel zu sein. Eie traf keine Vorbereitung mehr dazu, es standen keine Blumen mehr aus bem Tuch, unb das Essen, das dos Mädchen endlich brachte, war nachlässig zubereitcu F.'.uiziskci plauderte während der Mahlzeit. Sie lief die Läden ab nach einem graublauen Leinen und m-.ittrD.cn Koi allenfchnü- ren zu ihrem Kostüm. DeS Mittags ast sie in ber Konditorei, aus dem Bahnhof, wo sie gerade biniäm, flüchtig, um feine Zeit zu verliere(t. Das Schlafzimmer le z voller Stosse, Franziska probte von bem Spiegel bei vci jch'osscnen Türen und hellbrennendcn Lampen ihr Salomeiostum. Ihr EdAsteinmieder mußte ihr der Juwelier immer wieder MnSeino.nl "enehmen, niemals wollten die Farben der Steine zu ihrem Haar passen. Sie war so erfüllt von ihren Plänen und ihrer Rolle, daß sie gar nicht merkte, wie es in Hasses Gesicht zuckte und arbeitete. Sie sah Haise seins» Teller wegschieben. „(Seit, eS ist schlecht", sagte sie. „Ach Gott, ich h'b gar leine Zeit mehr zu solchen Sachen, bie Blumen sind verweilt, es lieht aus bei mir! Und fic schellte nach Kaffee und nach Obfl. Der Kaffee war das einzig Genießbare, di e Köchin trank iclbfl gern ein. n starken Kaffee. Dann legte sich Franziska auf bie Chaiselongue unb fiedle sich die Zigarette an. Wenn man ernstlich arbeitet und von Ehrgeiz verzehrt wirb, ist man zu nichts anderem mehr zu gebrauchen. Er wollte ihr jetzt nichts KräuLendes sagen. Es toor, alZ sei sie von Dämonen besessen, Ruhm und Ehrgeiz. Die Proben zu Salome hatten begönne *. Als Franziska in ber ersten Probe «ftnen Blick in die dunkle Proszeniumslvge warf, sah sie dort etwas furckeln. Es wich sofort zurück in das Dunkel der Loge, aber mit ihren scharfen Augen erkannte sie die Lorgnette Frau Mariots. Ah so... Run verstand sie Mar.iots nnbeweg'-iche? Gesicht, sein ehernes Profil, seine Vorsicht, feine Kälte, die ihn umhüllte. Aber trotz dieser dufteren CiSatmosphäre war zwischen ihnen die Lust wie in ein Flammenmeer verwandelt. Franziska hatte von seiner Selbstbeherrschung gelernt. sie spielte für ihn. sang für shn und nahm feinen Tadel stumm hin. Sie begann alte Fehler abzulegen, an denen sie bisher gleichmütig vvräbeigegangeir war. Dieser Mwnn, der jetzt in ihr Leden getreten war. war der, der sie groß machen würde, Unermeßliches hatte er ihr zu geben, i-)r als Mensch und ber Künstlerin in ihr. Und als „Künstlerin" nur wollte sie siegen. Unb während ihr Inneres wie von Flammen verzehrt war. stand sie kalt und unbeweglich vor ihm, ihre Augen schauten ihn an. als sähen sie einen Fremden, ihr zuckender Mund blieb stumm, ihre Stimme ilang sicher unb ruhig. Sie übte zu Hause die einzelnen von ihm gerügten Stellen burch bis in Vie Rächt hinein. Der Kapellmeister war zum erstenmal zufrieden mit ihr. (Fortsetzung folg:.) ife !» <«. LSÄL "’lProd,. sV56encn 6&rf? .Vieler, befrS^.N- «n Suite n? s,Qll«tt Äß=* ;W?: durch ein??5. eti^te wöt*'' und Detii&nh*' 1 ?en*en jearetiSS150011 vor- !RW "Unserer i brer . °°hlhabenden (3e= elö‘- >°ndern bie EJH n,d’t gelöst. 4. • n laut, den An q^ Ju|c, mit dem Stiegen ^n-. Dieser Mn jdjeini ‘ g lem. 65 sind nun in ' über die qeqen- Jnb betk PW [4 tat. nls srandor! im ein nn'en. Dtt eine Gedanke iit V-'.uno M»r die nördliche neir.gang, mit dem Shren- WMMNig hier stehende e 18/0,Hl müßte bann, ba sprüht, aus bie südliche flei. Platts, rechts vom Kirchen- 'n, denn für das neu ju en 1(15 'n ganz anderer Aarm vtrd wie das von 18M, ein, Andere Stimmen, na- um Kriegerdenkmal nut ein fyn erblicken, wünschen ois chtnoll am Südabhang des n >rriebhos, ünls der er ifriebhoi, vielleicht der er ganzen Umgebung, bim/ sujecker Tal hinaus und tü Platz für eine 'iotenflm# Einwolmerschajt ltvh iwr noch nicht einig übff fe h die Grrichttmg der?nü- lückstehen. s selb en, 21 9t». Arn ! der öchtile bie Weih' Ase tnkinbctschul' Sprache des ^r/spsarrers wurdm non dar liefen einige üptifie aufaeügi. mg xmb dm Tchluhwvr'. M V MivMW'txtoft Seiet btt LvnntagS' ungt'A der vttschitden^t fier Wti'e brachte. M MM Md einttkircs Veranstaltung hat M »■- j Gerta Gvrr hmrf macht. - Ne Äereiv egsgefangener v^> gim6**5g Ballung, W-W* navereins „öc^a ^[gelungener «E nster Art. wurde der n Veranstaltung. ^ JWUIÄB® OK ein ?:r ■35i-trag^L^n» : märSpÜ d '" L't“. y. 's.ichnr Lachri'i seit mebrrl£ßt auS l»Jj gern ctn\?(NwC am M * ü^'tel1-2 an. . l10il Ehl- |lli6 *2 ä# sw. „c »& M'1 »inet t,ng suv t »sann fär * ’U L, M 5-**i«. m-ftL btt KP _rDf: nt^int dl’ ;, btt he 9L gebv'. ^ al? > VM,«s,e V 1 “n i* L '^'btne'n. .'jhr ET- iham freilich nut ein. b entfiedert und litt wissen hat!' den Besuch waren die n Nieder - Flotstadt, 28. Dez. Für 1926 wurde die Hunde st euer mit 16 Mk. in der seitherigen Höhe beibehalten. Davon entfallen an die Gemeinden 4 Mk. — Dem Einspruch, der von etwa 30 Personen gegen die Höhe der Kic - chensteuern erhoben wurde, hat das Landes- kirchenamt stattgegeben, indem es die angeforder- PeLzmärtel. Ein Nürnberger Spielzeugroman. eines 8jährigen, der mit Ruhe und Exaktheit Hervorragendes leistete. Sämtlichen Mitwirken« den wurde als Weihnachtsüberraschung seitens der Gesellschaft ein kleines Angebinde in Gestalt einer guten Tafel Schokolade überreicht. Die übergroße Freude kam in dem anschließenden lebenden Bild aller Mitwirkenden, das dann den Abschluß des wohlgelungenen Abends bildete, so recht zum Ausdruck. Der leitenden Schwester der K l e i n k i n i) e r f ch u l < onnte als Ertrag die Summe von 54,75 Wt. überreicht werden. ri. Lich. 27. Dez. An Weihnachten wirkte in leiden Feil gott es dien st en der Posaunenchor mit, der auch am heiligen Abend die Mühe nicht scheute, trotz des stürmischen Wetters vorn hohen alten Stadtturm aus mit feinen allerdings leider vom Wind sehr ver-- wehten Klängen das Christkind zu begrüßen. Am Vormittag sangen die Chorschul: und einige Herren vom Cäcilienverein in der Kirche. Besorg derer Beliebtheit erfreut sich die Christvesper der Kinder in der lichtergeschmückten Marien- amtcr der Gruppe 7 mit 1 Kind statt 10,20 Mk. jetzt 7,50 Mk. pro Ziel. — Die T u r n g e in e i n d e Florstadt gab bei überfülltem Saal ihren U n - terhaltun grabend. Zur Einführung wurden auf der neu erbauten Bühne einige Pyramiden gestellt, die die Stimmung aus das folgende ernste opiel ..Volk in Not" cinstcllten. Die Ausstattung der Bühne war mit einfachen Mitteln sehr gut gelungen und den Anforderungen, die an die Szenerie gestellt wurden, entsprechend. Die Spieler gaben sich sehr viel Mühe und hatten alle ihre Nollen gut ausgearbeitet, sodatz damit schon von vornherein eine Gewähr für die gute Wirkung vorhanden war. Ganz besonders fesselte der Inhalt, der den Freiheitskampf der Tiroler schilderte. Der Abend war vielen ein Erlebnis. Kreis Büdingen. nd. Nidda, 28. Dez. Das Woihnachls- f e st wurde hier durch kirchliche Feiern in recht erhebender Weise begangen. Am Heiligen Abend läuteten von 8—9 Uhr sämtliche Glocken aus der Swdtkirche und dem Iohanniterturm, während die Feuerwehrkapelle auf dem Marktplatze mehrere Choräle und Weihnachtslieder spielte, oic wirkte auch im Hauptgottesdienste am 1. Feiertage mit, in dem sie unter Leitung von Oberpostsekretär Bäcker zwei Weihnachtschoräle in schöner Weise vortrug. Auch der Kirchenchor verschönte durch zwei Weihnachtslieder den Festgottesdienst. Die Festpredigt über rechte Weihnachtssreude hielt Pfarrer Laut. Im Abendgottesdienst wurde das sehr ansprechende Weihnachtsoratorium von Leipold von Schulkindern und mehreren Erwachsenen in vorzüglicher Weise aufgeführt. Alte und neue Weihnachtslicder klangen in anmutiger Form aneinandergcreiht ergreifend zu Herzen der sehr zahlreichen Zuhörer. Am 2. Feiertag trug der Gesangverein „Eintracht' im Bormittagsgottesdienst durch den Vortrag zweier Weihnachtsgesänge unter Leitung von Musiklehrer Ackermann zur Verherrlichung des Gottesdienstes in würdiger Art bei. Zum Schlüsse wurde nachmittags noch ein Kindergottesdienst^mit einer Weihnachtsfeier verbunden, wobei die Schulkinder ein hübsches Weihnachtsspiel aufführten, das die beiden hiesigen Geistlichen eingeübt hatten. Bei allen Feiern war unser Gotteshaus stets dicht gefüllt. hintereinander, wie an einer Schnur hin und her gezogen. _ _. 1 = War das nicht zum Lachen? Sie Wirts- reute fanden darin einen prächtigen Gesprgchs- ftoff für ihre Gäste und boten ihn gleich am Tische herum. Einer der Frühschöppler aber lachte nicht mit, sondern meinte mit bitterem Ernst, statt sich Elstern einzubilden, sollle sich Meister Leopold lieber einmal mit dem armen Puppenpeter beschäftigen, der schwer erkrankt sei und in Lebensgefahr schwebe. Der Mann, der so sprach, toau einer Don denjenigen, die Peter Tand als rechtschaffenen Bürger kannten und liebten und iHv. daher immer in Schutz genommen hatten. Meister Leopold, fügte er unwillig hinzu, habe sich damit für immer entehrt, daß er einen Hnfchuldigcn ins Gefängnis werfen liest. Er allein sei schuld an all Den rätselhaften, aber offenbar als Himmelsstrafen gekommenen Erscheinungen, die Nürnberg heimsuchten. Das Lieblingsthema aller Stammtische war kaum angeschnitten, als alle Gaste - - und es kamen jetzt viele Sonntagsbummler — sich daran beteiligten. Nur Abraham Schloß sah, in seine Grübeleien versunken, einsam im dunkelsten Winkel der Wirtschaft, wo er sich noch obendrein hinter einer Batterie leerer Diergläser zu verstecken bemühte. Niemand beachtete ihn. Zum hundertsten Male wurden die aufsehenerregenden Vorfälle, für die jeder eine andere und doch feine überzeugende Erklärung wußte, durchgehechelt. „Wenn der Puppenpeter wirklich unschuldig ist", ries jetzt einer erregt, „und im Gefängnis stirbt, dann wehe dem. der ihn auf den Ge- stistskirche am Abend des ersten Christtags. - Die katholische Gemeinde feierte ihre „Mette" in der Christnacht um fünf Uhr in Der Morgenfrühe und hielt am zweiten Feiertag ein feierliches Hochamt in ihrem Kirchlein. - - Seit vielen Jahrzehnten sind in hiesigen Familien Pfleglinge des Frankfurter Waisenhauses untergebracht. 3f>re Zahl betrug zeitweise bis zu etwa hundert. Die Kinder werden meistens wie eigene Kinder gehalten und reden ihrs Pflegeeltern mit „Detter" und „Mutter" an. Manche sind später hierher zurückgekehrt und haben sich hier verheiratet. Während vor dem Krieg die Kinder stets alsbald nach ihrer Schulentlassung Lich verließen, um in Frankfurt einen Beruf zu lernen, werden seit einigen Jahren manche Kinder nach der Konfirmation hier in Lehrstellen untergebracht. Infolge der durch die neuen Wohlsahrtsgefetze und durch veränderte soziale Verhältnisse veranlaht-en Umstellungen kam cs dahin, dost schon eine Neihe von Jahren der Nachwuchs von F-rankfurt ausbleibt. So beträgt zur Zeit die Zahl Der Frankfurter Pflegekinder und Zöglinge nur noch elf; unter den Konfirmanden ist diesmal nur ein einzig^ Sranifurter Kind, ein noch nie dagewesener Fall! Kurz vor den Feiertagen kam Der Inspektor des Frankfurter Waisenhauses, Direktor Beckmann, hierher, um gemeinsam mit den hiesigen Helferinnen sowie Dem Nektar, Den Geistlichen und Den Pflegemüttern die Weihnachtsfeier für „die Frankfurter" zu halten. Nach einer warmen und tiefen Ansprache des Inspektors und gemeinsamem Gesang von Weihnachtsliedern teilte er die Geschenke aus, Die. er von Frankfurt mitgcbracht hatte. Die Zöglinge hattenvor» her ihre Wünsche äußern dürfen, und alle Wunsche sanden freundliche Berücksichtigung. Eine gemeinsame Kaffeetafel schloß sich an. Wie Di- retter Deckmann zur Freude aller Ltcher, die die alte liebe Verbindung mit Dem Frankfurter Waisenhaus nicht missen möchten, mittcüte, besteht die Absicht und Möglichkeit, künftighin wieder Frankfurter Kinder in Lich unterzu- Dem stummen Trinker in der Ecke, der den ~‘ " brach Der falte ötefeet zeugte von fleißiger Arbeit im letzten Jahre und bewies, daß der Verein unter Der rührigen Leitung fernes Srnflenten. Iltufifer Gchomber aus Beuern, recht gute Fortschritte gemacht hat. Auch die Theaterstücke »urZten von allenMitsPielenden flott und ftchrr gespielt und Steten reichen Beifall/Bei einer D^lofimg und Tanz verlief die Feier weiterhin in schönster Kef felbach. 28. Dez. Der Pflaster- ?ine Anzahl Arbeitsloser lohnende Beschäftigung gcfuw^n.^^shain, 28.De». Am zweiten Weih- mvt<4eiertag sand hier im Gotteshause eine schone Weihnachtsfeier statt. Es wirkten dabei mit d? Gesang ve rein unter Leitung von Lehrer M e i d t und die StinDer unserer Schule; ihre Lieder waren ebenfalls von unserem Lehrer eingeubt und wi- oen unter dessen Leitung oorgetragen. Die Sm. Dec erhielten am Schluß der Feier als Geschenk em wahren Schuldigen kannte, Schweiß aus Der Stirne. Wenn er im Gefängnis stirbt, dann wche dem, der ihn auf Dem Gewissen hat! Wie ein Zentnergewicht lasteten diese Worte auf seiner Brust. Der Freund des Puppenpeters hatte recht, es war furchtbar, zu denken, daß ech iln- schuldiger, Vater zweier verlassener Kinder, im Gefängnis fterb#n sollte. Abraham suhlte es selber, aber jetzt konnte er nichts mehr tun, das Schicksal nahm seinen Lauf. Daß es so wett Streik Friedberg. < Bad-Nauheim, 28. Dez. Die Weihnachtstage verliefen hier ruhiger als in frühe- reu Jahren. Die Not der Zeit hat von selbst dazu geführt, daß das Weihnachtsscst wieder mehr das Fest der Familie geworden ist. In den Lokalen war nur wenig Verkehr. Um so erfreulicher war der starke Besuch der Gotteshäuser. Die Liturgische Weihnachtsfeier in der evangelischen Dankeskirche und die Christmette in der katholischen Bonisa- tioskirche am 1. Feiertag nachmittag übten besonders große Anziehungskraft aus. Einen eindrucksvollen Abschluß der kirchlichen Feiern bildete heute gegen abend das Weihtiachtskonzert der Bad- Nauheimer Singakademie, das unter Leitung von Musikdiretior Hans Nofenmeyer in der Dankeskirche stattfand. Die Vertragsfolge gab dem trefflich geschulten Chor reichlich Gelegenheit, ein reifes Können tu zeigen. Besonders „In Duld subito" von Earl Lvewe und das „Wiegen, lied der Hirten" von H. Reimann waren von über- wältigender Wirkung. Beim „Weihnachtsoratorium" von Heinrich Schutz (1585—1672), das in der Bearbeitung des Darmstädter Kirchenmusikdirektors Arnold Mendclsfoh.i zur Aufführung kam, wirkten Herr Otto Stahl-Darmstadt (Tenors und Frau Dr. Amu Schmidt-Müller -Frankfurt am Main (Sopran) als Solisten mit Die Orgel meisterte Lehrer Wilhelm Diehl. Chor und Solisten boten ihr Bestes und ließen die alte, traute Weihnachtsgeschichte zu einem eindrucksvollen packenden Erlebnis werden. Frau Dr. Anni Schmidt- Müller zeigte sich auch in der „Echo-Arie aus Dem Weihnachtsoratorium" von I. S. Bach als reife Künstlerin. Die Weihnachtsfeiern der Vereine waren alle rechte Familienfeste. Die beiden Turnvereine boten turnerifd)e Darbietungen und Regieaufführungen und ließen es auch an theatralischer Unterhaltung nicht fehlen. Auch die Gesangvereine „Concordia" und „Frohsinn' versammelten ihre Mstglieder unter dem brennenden Tannenbaum, um bei Gesang und Theateraufführungen ein frohes Weihnachtssest zu begehen. Der „Frohsinn" benutzte die Gelegenheit, um im Kreise der großen ..Vereinssamilie" einige langjährige verdiente Mitglieder zu ehren. Für die zur Zeit hier anwesenden Kurgäste und alle die, die weder im trauten Familienkreise noch in einem Verein das Weihnachtsfest feiern konnten, war das im Weihnachtsschmuck stehende Kurhaus ein Sammelpunkt. Nach dem Italienischen Der Teresah erzählt von Gustav W. Eberletn. Copyright 1925 bl) A. Scherl G. m. b. H., Berlin. 26. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Abraham richtete sich auf. Lerne daraus, sagte er zu sich selber mit einem schiefen -Dtta nach dem Käsig. Lerne daraittr, den toten Biestern zu mißtrauen und ihre Bälge nicht im Käsig liegenzulassen! Jakob und Iulchen, wenn die einmal krepieren, fliegen sie noch Die gleiche Nacht auf Den Kehricht. tt Du allein verstehst mich, gutes Iulchen , schluchzte jetzt Abraham während sich Iulchen wie eine Ballattänzerm spretzte und Drehte. „Du suchst mich immer aufzuhettern Jakob aber — ja, auch Jakob macht mir böse Augen und ljint5)ad>tbi?D?te sich Abraham freilich nur ein. Salob war alt, schon halb entfieDert unb litt an allerhanD Gebresten Aber wie es immer geht, wenn man kein sauberes ®ctoif|en hat, erblickte Abraham Schloß überall FeinDe Die ihm Boses tun wollten. Lim so wohler tat ihm das lustige Spiel Der Amsel. Er zog, es war Sonntag, seinen guten Anzug an unD gmg jum Frühschoppen. Damit konnte man am besten seine Gemütszustände hinunterschwemmen. Das Bratwurstglöcklein war zu Dieser frühen Morgenstunde wenig besucht. Die Wirtsleute unterbieten sich lachenD über einen fonDerbarmx Vorfall, Den Die Glöckleinswirtin vorn Markt mit heimgebracht halte. Auf Dem Markt war alles um Das Dienstmädchen von Meister Leopold hermngestanden, das haarklein erzählte, wie der Meister seit heute morgen halb verstört herumgehe, weil er beim Aufwachen eine Elster qesehen habe. Elstern bringen bekanntlich Unglück. Das Mädchen aber lachte über ihren Herrn, denn diese Elster, sagte sie, existiere nur in feiner Einbildung. Er behaupte nämlich, das fei das Komische Daran, gesehen zu haben, wie Die Glster aus Dem Schlot heraushing, um Plötzlich wieder Darin zu verschwinden, und das dreimal A Nidda, 28. Dez. Der hiesige Turn- verein. Der stärkste aller hiesigen Vereine, veranstaltete in Krafts Saalbau eine Weihnachtsfeier der 3ugenDabtciIung. wozu sich ehr viele Eltern und sonstigen Turnfrcunde eingesunden hatten. Der Vorsitzende des Vereins, Dr. med. Fritz Koch, begrüßte m herzlichen Worten alle Erschienenen und 1 u' r'e Den Zweck der Veranstaltung. Dann D," n .nehrerc jugendlichen Tur", r und Turne, i" - ' slende Gedichte auf. Turner- und W>.> ’ ^lieber wechselten mit sehr gut eingeübte:; Volkstänzen und Freiübungen der Knaben und Mädchen ab, bie großen Dris ttl sanden. Knecht Nuprecht und St. Nikolaus erschienen plötzlich in der frohen Kinderschar. Sie lobten Die Braven und Fleißigen die sich besonders während des verstossenen Jahres in den Turn- und Spislslunden durch Pünttlichteit- und Eifer hervorgetan hatten, und teilten außer Lebkuchen und Turnernadeln auch Aepfel und als ganz besondere Auszeichnungen Llrkunden über hervorragende Leistungen per Knaben und Mädchen gelegentlich Der diesMtz- jährigen Wettkämpfe aus. △ Nidda, 27. Drz. Der „Turnverein Nidda 1 8 5 9“ hielt gestern abend im Garn-- brinus sein d.esiähr.ges W i n t e r D c r g nü gen ab. Obgleich der Eintritt nur Mitglledern und deren Familienangehörigen gestattet wurde, war doch Der große Saal dicht besetzt Nach einer kernigen Begrüßungsansprache des zweiten Sprechers,' Lehrer Wolf in Llnter-Schmitten, begannen die gemeinsamen Gesänge der Turner und Turnerinnen. In Musilvorträgen Der Feuer- wehrtapelle Nidda und turnerischen Hebungen Der aktiven Mitglieder des Vereins wurden den erschienenen Gästen reiche Tlnterhaltung geboten. Allgemeine Freiübungen, Gemeinturnen an zwei Barren, Freiübungen der Turnerinnen, Neckübun- gen und Pyramiden wurden mit erstaunlicher Gewandtheit und Sicherheit ausgeführt und sanden vollen Beifall der Anwefenden. Man mertte, daß ein vorzüglicher Turnergeist im Vereine herrscht, der mit Eifer für das im Juli k. 3. hier stattsindende Gauturnfest vorbereitet. Ein gemütlicher Ball, bei Dem nur deutsche Tänze getanzt wurden, beschloß Die gelungene Feier. ______________ Weihnachtsbüchlein. fll. k . Wirbera, 28. Dez. Am heiligen Abend fckvd in unserer Kirche eine Chri st m e t l e , von d ■ ändern aus Göbelnrod und Relnhardshain vsranftallet, statt. Die beiden Lehrer t5 a y-wo- beinrod und A11 e n d ö r f e r - Re.nhardshain h ,len die Lieder eingeubt. ASfgsMvt wurde das Mahnertfche Weihnachtsfpiel. Die Kinder wurden, wie alljährlich, mit Weihnachtsbuchern beschenkt. Harbach, 28. Dez. Wie allmhrlich, |o fand auch in diesem Jahr eine Weihnachtsfeier unter dem Ehriftbaum in der Kirche statt. Unser Organist, Lehrer Faber, hatte mit den Kindern dir Weihnachtslieder eingeubt, ihr reiner unD schöner Vortrag trug wesentlich zu dem schonen Verlauf der Feier bei. Die Kinder erhielten am Schluß als Geschenk je ein Büchlein aus Der Sammlung der Christrosen. " Watzenborn-Steinberg, 28. Dez. , Einen wohlgelungenen FamilienabeN d mit Weihnachtsfeier veranstaltete am 1. Weih nad)t5feicrtagabcnb der Gesangverein ju« aendfreuvd. Die Vereinsmttglieder nut ihren Familienangehörigen erfreuten sich in echter, rechter Weihnachtsfreudc an dem ganz auf Die Weihnachtsftimmung eingeftcUten Programm. Tiaute WeihnachtsmeloDien, gefimgen unter Dem lichterglänzenDen Weihnachtsbaum, ein sehr gut ge- vieltcs stimmungsvolles Theaterstuckchen unD Drei lebcnDc BilDcr wechselten in bunter Reihenfolge mit verschieDenen VereinslieDern unD mehreren recht nut zu Gehör gebrachten Musikstücken Des nur mis jugendlichen Kräften bestehenden Mandolinen- kluds in angenehmster Weise ab. ' (Brimingen, 28. Dez. Am ersten oeicr- taaabend fand in unserem dicht besetzten G o i t e s- h a u l e die diesjährige Ehristseier statt. Verschönert wurde die andachtsvolle Feier durch mehrere Ge- smigsvorträge des G e f a n g o e r e i n s „C i n • iracht" und des dazugehörigen Quartetts unter Mitwirkung eines hiesigen Geigenspielers. Tags vorher konnten Geldspenden, die von einer hiesigen, in 21 in e r i f a wohnenden Dame ge- stiftet worden waren, an Ortsarme verteilt werden. — Unter Gesangverein „E in t r a d)t , der unter der bewährten Leitung seines Dirigenten, Lehrers Ludwig a r ft c 11 c r • Watzenboru-'-tein. berg, in verhältnismäßig kurzer Zeit zu hoher Blute gelangt ist, hielt am 2. Weihnachtsfeiertag fein diesjähriges W i n t e r v e r g n u g en in dem neuhergerichteten Benderscheti ^>aale ab Rach einer kurzen Begrußvngsanfproche des Präsidenten Ad. B u ß wurde die bekannte Operette „Wmzerttefel von Milke nufgeführt, deren Wiedergabe nach leder R-chttmg hin Anerkennung verdient. Die Aufführung farib denn auch den wohlverdienten lebhaften Beifall. Rach Worten des Dankes fand eine Verlosung statt, durch deren Ertrag die Vereinskafse für die im kommenden Fvuhtahr ftQttjinbenöv Fahnenweihe gestärkt wurde Ein gemütliches Täuschen hielt die meisten Besucher noch bis in die frühen Morgenstunden zusammen. . a , Liw 29. Dez. Ein stimmungsvolles W e i h n a ch t s f P i e l bereitete Die hiesige G e- lellsckaft „Gemütlichlrit Der hiesigen Einwohnerschaft in Steins Saalbau Entgegen den Zielen vieler anderer Vereine, Nmnertrage ihren Vereinskaffen zuzusühren. hatte fm) Die Gesellschaft Die Aufgabe gestellt, einen nennenswerten Vctraq aus Der Einnahme Des Tages ver siieffaen K t e i n k i n D e r s ch u l e zum Zwecke Des Ankaufs von Weihnachisgeschcnien für unsere kommen würde, hatte er nicht gedacht und nicht gewollt; fein Wunsch war nur gewesen, sich einen Aivalen vom Hals zu schaffen, und Öafür genügte es, wenn der Puppenpeter, Der Liebling der Kundschaft, aus dem Geschäft gejagt wurde. Einmal 2l gesagt, mußte er nun auch B sagen; eine Lüge gab die andere, sein böses Werk wuchs ihm über Den Kopf. Gewissensbisse Plagten ihn und dazu Iain nun noch die schrenliche Angst vor neuen Strafen. Denn, Das fühlte er Dunkel, Die Meister Leopold erschienene und ouf die gleiche unheimliche Weife ihm erschienene Elster bedeutete nichts Gutes. Nichts Gutes konnte es bedeuten, daß er gerade heute von dec schweren Erkrankung des Puppenpeters vernehmen mußte. Er zahlle und ging. Er lenkte seine Schritte nach Hause, aber ehe er sich's versah, trugen ihn seine Beine in Die GegenD des Gefängnisses, wo sein Opser mit dem Tode rang. Mißtrauisch betrachteten die Schildwachen den Mann, der verstört vor der Tür auf und ab strich. Wäre er nach Hause gegangen und hätte er unbemerkt ins Zimmer treten können, so würde ec ein sonderbares Schauspiel erlebt haben: Seine Vögel, der räudige Papagei und Die freche Amsel, zogen aus! Die Sache war so gekommen: NachDem sie die arme Elsterleiche hin und her geschleist hatte, zuerst, um Meister Leopold zu erschrecken, dann, um sie Vcingglück unter die Nase zu halten, um io au s neue ihren Zorn anzufachen, brachte sic Fisi g-gen Mittag in die Wohnung Abrahams zurück und legte sie wieder genau so in den Käfig, wie sie gestern Darinnen gelegen hatte. Daraus schlich sich Die Gummikatze aufs Dach unD döste vor sich hin, indem sie noch einmal im Halbschlummer die schon ausgeführten Heldentaten durchlebte und die neuen im voraus auskostcte, die sie jetzt begehen wollte. Abraham, dieser Spitzbube — so ging es verschwommen in ihrem Gehirnstübchen herum — hat eins abbe- fommen; für die kommende Nacht hieß es jetzt eine neue äleberraschung ausbrüten. Aber welche? Für eine gute 2dee würde Fifi ihr grünseidenes Halsband mit den schönen Klingelglöckchen hin- gegeben haben. O Steinfurth, 27. Dqz. Der hiesige Turnverein veranstaltete am zweiten Feiertag ini großen Saale des Anton Hengst seine diesjährige Weihnachtsfeier, verbunden mit Theater, turnerischen Vorführungen, Tombola und Tanz. Zur Einleitung der Feier wurde unter brennendem Weihnachtsbaum das Lied „<3tute Nacht, heilige Nacht" gemeinsam gefangen. 3n feiner Begrüßung streifte der erste Vorsitzende Hch Lottig J. die hohen Aufgaben unb Ziele der Deutschen Tumerschaft. Er ermahnte zum fleißigen Besuch Der Turnstunden, denn nur Da- durch bleibt der Turner auf der Höhe. Gleichzeitig forderte er alle noch Abseits stehen Den auf, dem Verein beizutreten und mitzuwirken bei Der Erziehung der Jugend im Geiste des allen Turnvaters Zahn. Die turnerischen Vorführungen wurden mit Beifall ausgenommen; besonders gefielen Die Stabüvungen. ousgeführt von älteren Turnern. Als Theaterstück für den Abend hatte man das bekannte Sinaspie! „Smgvögelchen" gewählt. Die Leitung und Besetzung dieses Stuckes lag in guten Hätten. Reicher Beifall belohnte die Mitwirkenden. Bei Tombola und Tanz verlebte man noch einige genußreiche Stunden. Kleinen zuzuführen. Hm jedermann der Veranstaltung zu ermöglichen. Eintrittspreise gering bemessen. Der Feier lag ein hochinteressantes musikalisches und theatralisches Programm, vollkommen von schulpflichtigen Kindern aufgeführt, zugrunde. Bei brennendem Christbaum wurde Die Feier durch das gemeinschaftliche Lied „Stille Nacht, hellige Nacht" eingeleitet. Anschließend beschäsiigten das kleine Volk niedliche Weihnachtsspiele und ein Vortrag, der auf die Bedeutung des Abends 1 hinwies. 3m Mittelpunkt der Feier stand das zweiaktige Weihnachtsfestspiel „Der Mutter Bild". Getragen von rührend sindlichschöner Idee fesselte es die Zuschauer oon Anfang bis zu Ende und rief kaum endenwollenden Beifallssturm hervor. Ganz besonders feien noch erwähnt ein Weihnachtreigen der 8 kleinsten Mädchen und die Klavier- und Violinvorträge der Kleinen und auch da wieder ein Diolinsolo früher hier nicht kannte. Groß und klein lauschten im Dichtbesetzten Gotteshaus Den Klängen Der alten, diöncn WeihnachtslieDer unD Dem frischen Vortrag der JugenD. Wenn Der Verfasser Des Krippenspiels einleitenD sagt: „Es ist nötig, Daß wir roieDer lernen, Die Feiertiefe unterer Feste nicht nur Durchs Ohr, fandern and) Durchs Auge Der ganzen Ge- meüiDc zu vermitteln", so ist er sicher auf Dem rechten Weg. Wir brauchen Weihefpiele. wie sie untere Vorfahren schon hatten! Während sie so zwischen Wachen und Schlafen überlegte, hatte sich, von ihr unbemerkt, eine Gruppe von Schwalben in der Nähe auf der Dachrinne niedergelassen. Sie mußten sich viel zu erzählen haben, denn ihr Gespräch wurde immer lauter und lauter. Fifi spitzte die Ohren, rührte sich aber nicht. Die Schwalben tauschten Neiseerinnerungen aus und berichteten einander lärmend, was es in Nürnberg Neues gab. Es war ihre erste Versammlung, seit sie vor vier Wochen angekommen waren. Gerade ergriff unter lebhafter Aufmerksamkeil der Zugführer das Wort: „Bringglück ist zornig auf uns^ weil wir keine Nachrichten von den drei Störchen mitgebracht haben, die an Weihnachten mit den Spielwaren abgereist find. Sie hält uns für leichtfertig und unachtsam. Sie sagt, wir hätten kein gutes Herz, und es fehle uns an Solidarität. Sie droht, uns bei allen Vögeln in Nürnberg in Verruf zu bringen. Geht das nicht zu weit? Wir haben jene drei Störche doch gar nicht gesehen. Sind wir etwa Storchenhütec? CEötr?" „Wir haben sie doch gar nicht gesehen! Wir sind doch keine Storchenhüter!" antwortete der beleidigte Schwalbenchor. Eine ergraute Schwalbe, die aus ihre allen Lage etwas griesgrämig geworden war, fing an, sich überhaupi über Bringglück zu beklagen, die sich für einen privilegierten Vogel halte, und nun kamen alle Störche schlecht weg. Storchen- pack! zischte die Alte. Storchenpack, Ltorchen- pack! zischten die anderen nach. Gescheit und scharfsinnig, wie die Schwalben sind, nehmen sie den Vorrang unter den Vögeln für sich in Anspruch und können es nicht ertragen, wenn man die Weisheit der Störche bewundert. Das ist nicht recht von ihnen, demi man sollte immer die Verdienste des anderen anerkennen. Dafür sind Die Schwalben aber so graziös, cs ist ein jo eigenartig schöner Anblick, sie pfeilschnell den blauen Himmel durchschwirrcn zu sehen, ihr Gezwitscher, ihr Schwätzen und Schellen und Debattieren hört sich so lustig an, daß man es ihnen schon verzeihen Darf, wenn fie erwach hochmütig sind. (Fortsetzung folgt.) bringen. _ df. Langsdorf, 28. Dez. Eine ichone Ehristseier fand am heiligen Abend in unserer Kirche statt. Lehrer Heldmann hatte mit Den Schülern unb einigen FortbilDungsschulermnen das Krippenspiel „Deutsche Weihnacht" von Wilh. Schreiner eingeübt. Die Veranstaltung fand allenthalben Anklang. Es war eine Lust zu sehen, wie sich Die KinDer unter Leitung ihres Lehrers so frei rira-enami jwiyeycutu, u.uriu und ungeniert benahmen, in einer Art, wie man sie | ten Betrage wesentlich herabsetzte. So^zahlt^em^Be. v Kreis Alsfeld. ' * m. AuS dem Kreise Alsfeld. 28. Dez. Das Weihnachtsfest brachte uns neben der Freudenbotschaft die recht betrübende Nachricht, daß per in unserem Kreis eine sehr beliebte und weit über die Grenzen unseres .Kreises, ja unseres Hessenlandes bekannte Volksredner und Volks- vrkdungsmann Lehrer R. Schmoll-Elpenrod, einen ehrenden Ruf nach seiner Heimatstadt Offenbach a. M. erhielt, nachdem er die beste Zeit seines Lebens der einfachen Dorfschule im einsamen Gebirgsdörfchen widmete. Für unseren Kreis bildet sein Weggangeinen unersetzlichen Verlust. E Mücke, 23. Dez. Die beiden Wechnachts- tage brachten uns abends in der Kirche zu Flensungen Weihnachtsfeiern, die sehr stark auch von unserer Mücke und anderen benachbarten Ortschaften besucht waren. Die Feier am 1. Weihnachtsabend wurde dadurch besonders interessant, daß hier die Kleinen um die strahlende Weihnachtskrippe standen, dem Christkinde ihre Weihnachtsverse sagten und ihre zweistimmigen Lieder sangen. Lehrer Bach, der diese Feier veranstaltet hatte, suchte in seiner Ansprache den Kindern die hohe Bedeutung der Engelsbotschaft in anschaulicher Weise vor Augen zu führen. Am 2. Weihnachtsabend hielt die Sonntagsschule des Bibelheinis Flensunger Hof ihre Weihnachtsfeier ebenfalls in der Flensunger Kirche, da der große Erbauungssaal im Bibelheim gegenwärtig aufgebrochen ist. Auch hier trugen die Sonntags- schüler und -schülerinnen ihre Weihnachtssprüche und Gedichte vor und sangen ihre Weihnachts- kieder. Besonderen Eindruck machten die beiden Sologesänge der Leiterin der Sonntagsschule, Frau Peters, die über eine sehr gute Sopran- stimme verfilzt. Prediger Peters suchte in seiner Ansprache, die mit Beispielen aus dem Leben durchzogen war, das Erleben des Christkindes den Zuhörern ktarzumachen. 3ii beiden Feiern wirkte die Gemeinde durch Choralgesang mit, auch schloß sich an jede Feier eine Bescherung an, durch die gute christliche Schriften in gar manches Haus kamen. Wirtschaft. Don den deutschen Schlachtviehmärkten. An den Schlachtviehmärkten der Docigen Woche bestand für Rinder wenig Kaufneigung. Kälber und Schweine waren dagegen zumeist gut gefragt und hatten nur vereinzelt langsames oder gar schlechtes Geschäft. Für Schafe war der Marktverkauf uneinheitlich. Die Auf- iriebsziffern blieben in der Weihnachtswoche bei allen Gattungen naturgemäß stark hinter denen der vorhergehenden Woche zurück. Die Preise für Rinder gaben größtenteils etwas nach, fiir Schafe wiesen sie kaum Veränderungen auf. Kälber und Schweine konnten vielfach im Preise anziehen. Auf den nachstehenden Märtten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 20-54 42-86 25-48 71-83 Bremen 25-50 40-95 40-55 75-88 Breslau 18-52 50-73 — 70-89 Chemnitz 20-54 50-90 30-48 70-90 Dortmund 20-57 50-90 20-50 85-92 Dresden 24-56 60-88 30-56 65-90 Düsseldorf 23-63 40-90 — 70-93 Elberfeld 20-60 50-88 25-50 75-88 Essen 24 - 6148-110 25-46 77-90 Frankfurta. M. 13-58 50-85 22-48 70-94 Hamburg Hannover Husum Karlsruhe 13-55 15-54 18-58 30-94 30-85 55-70 30-58 70-83 85-90 80-94 Kassel 20-54 40-58 — 75-89 Kiel — — — — Köln 23-58 54-90 34-44 72-92 Leipzig 20-55 40-78 20-52 75-93 Magdeburg 20-54 38-80 18-40 72-90 Mannheim 12-54 48-75 24-37 74-92 München 18-53 60-76 — 58-88 Stettin 8-52 30-88 15-42 75-87 Stuttgart 13-54 59-76 — 58-91 Zwickau 15-50 40-77 25-50 78-90 •* Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt. Die Verwaltung teilt mit, daß die Pressenachrichten über die Bedingungen einer weiteren Amerika-Anleihe den Tatsachen weit vorauseilen. Ernsthafte Verhandlungen mit ausländischen Geldgebern über eine zweite Anleihe haben noch nicht begonnen. Ob sie bereits im Ianuar stattfinden und zu Ende geführt werden, flehe noch nicht fest. • Aus der Automobil-Industrie. Die Umsätze bei allen Werken der Automobil- Industrie sind in letzter Zeit erheblich zurückgegangen. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, daß der Monat Dezember im allgemeinen der ruhigste dieser Branche ist. Dieser Umstand wirkte sich in diesem Iahr in verstärktem Maße aus. Gewöhnlich pflegt sich das Geschäft in den ersten Monaten des Iahres zu beleben. • Dor einem internationalen K u n st s e i d e n t r u st. Mailänder Blättermeldungen zufolge wollen die vier wichtigsten Kunstseidefabriken der Welt, die Courtauld, die Snia Viscosa, die Vereinigte Glanzstoff Elberfeld und I. P- Bemberg, die auch alle Fabriken in der Vereinigten Staaten kontrollieren, einen internationalen Trust eingehen. Die Ausfuhr von Kunstseide aus Italien betrug in den ersten neun Monaten des Iahres 1925 6,7 Millionen Kilogramm im Gesamtbetrags von 389 Millionen Lire gegenüber einer Ausfuhr von 3,8 Millionen Kilogramm im Werte von 200 Millionen Lire im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 29. Dez. Die nach der Feiertagspause an der Börse eingetretene günstige Kursbewegung setzte sich heute nicht fort. Die Steigerungen, die zum größten Teile in den vorliegenden Rachrichten keine Begründung fanden, erschienen zu forciert, zumal jetzt vor Iahres- schluh der Zeitpunkt für eine allgemeine Besserung der Aktienkurse kaum gegeben sein dürfte. Verschiedentlich fanden G e w i n n s i ch e r u n - gen statt, so daß am Montanmarkt die Kurse 1 bis 2 Prozent niedriger eröffneten. Auch die gestern bevorzugten Auto-Aktien gaben Teile ihrer Gewinne wieder her, während es im übrigen zumeist bei den bisherigen Ro» tierungen blieb. Die Tendenz war im ganzen ruhig bei nur vereinzelten Sonderbewegungen. Im Devisenverkehr war Paris gegen London gebessert, und zwar auf 131,50. Warschau stellte sich gegen Kabel unverändert auf 83/< bis 9 Prozent. Die Reichsmark notierte in London 20,3772 «Amsterdam 59,10, Zürich 123,25, Paris 6,40. Äm Geldmarkt ist der Bedarf etwas stärker geworden, doch war genügend Angebot vorhanden, um die Rachfrage zu decken. Tagesgeld stellte sich mit 8 bis 10 Prozent etwas yöher. Montagsgcld unverändert 9 bis 11 Prozent. Geld wenige Tage über den Ultimo 10 bis 11 Prozent. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 29. Dez. Tendenz: Schwächer. Die Effektenbörse wurde heute von einem starken Tendenzumschwung überrascht. wodurch die bisherige freundliche Strömung ins Wanken kam. Vorbörslich glaubte man noch mit einer festen Stimmung rechnen zu können, da sich erneut Rachfrage für Farbstoffwerte einstellte und die der Interessengemeinschaft angehörenden Unternehmungen bis zu 87z Proz. gesteigert waren. Unerwartet ein» setzenoe Abgaben, zumeist für Berliner Rechnung, die in größerem Umfange vorgenommen wurden, bewirkten einen scharfen Kurs- druck. Das Geschäft war nicht bedeutend, trotzdem waren die Rückschläge empfindlich, besonders für Chemiewerte, die bis zu 2 Prozent einbüßten. Auch die anderen Märtte wurden von der ungünstigen Strömung in Mitleidenschaft gezogen und erlitten stärkere Rückschläge. Am Montanmarkt gingen Phönix von 60,25 auf 58,87, Deutsch-Lux von 60,70 auf 58 zurück: Rheinstahl minus 1,5 Prozent. Auch Kaliwerke gaben 1 Prozent nach. Am Elektromarkt verloren AEG. 1,25 Prozent, Schuckert 1 Prozent, dagegen Elektr. Lieferung plus 2,3 Prozent. Bankaktien verkehrten ruhig. Reichsbank zogen leicht an. Schifffahrtsaktien vernachlässigt. Baltimore minus 2,75 Prozent. Maschinen- und Auto- a k t i e n waren weiterhin etwas begünstigt. Kleyer und Karlsruher plus 1,5 Prozent. Auch für Zellstoffaktien erhielt sich etwas Rachfrage. Zuckeraktien schlossen sich der Abwärtsbewegung an, mit Ausnahme von Frankenthal, die etwa 1,5 Prozent höher gingen. Deutsche Anleihen waren lustlos und abgefchwächk. Auch ausländische Ren- t e n niedriger. Gesucht blieben Türkenwerte, die zu festeren Kursen umgingen. Pfandbriefe verkehrten still und unverändert. Der Freiverkehr war umsatzlos. Benz 23 Proz., Brown-Doveri 51 Proz., Entreprise 8,5 Proz., Growag 36,5 Proz., Krügershall 64 Proz., Ufa 49 Proz., älnterfranken 51 Proz. Im weiteren Verlaufe trat neues Angebot b?t Spekulation und damit weitere Rückgänge ein. Das Geschäft blieb anregungslos. Der Geldmarkt war weiter flüssig. Tagesgeld ist reichlich angeboten mit 9 Proz., Monatsgeld unverändert 97° bis 11 Proz. Bankdiskonten 7 Proz., Industrie »Akzepte 8,75 bis 9 Proz. Im Devisenverkehr war Paris auf 131,75 erholt. Die anderen Devisen zeigten keinerlei Veränderung. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtberichl des „Gießener Anzetgerö".) Frankfurt a. M., 29. Dez. Cs wurden notiert: Weizen, Wetterauer. 26, Roggen, inl., 17.75 bis 18, Sommergerste für Brauzwecke 22.75 bis 25. Hafer, inl., 18.50 bis 21.50, Mais, gelb, 21 bis 21.25, Weizenmehl, inl.. Spezial 0. 41 bis 42, Roggenmehl 26.50 bis 26.75, Weizenkleie 11 bis 11.25, Roggenkleie 11.25. Tendenz: Fest. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 5% Deutsche RcichSanleihe • 4% Deutsche Reichsanleihe . 8Vi°/o Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche Rcichsanleihe • Deutsche Sparpramicnanlethe 4% Preußische KonsolS . . . 4°/0 Hessen.......... 3*/,% Hessen 3% Hessen . Deutsche Wertb. Dollar-Ank. bto. Doll.-Schatz-Anwetsng.') 4®/o Zolltürken 5% tsoldmcrikaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank. . Deutsche Dereinsbank .... Disconto Commandit Metallbank Mitteldeutsche Kreditbank. • Ocsterreichische Kreditanstalt Weltbank ........ Bochumer Guß ....... Buderus . ........ Caro a-Luxemburg irchencr Bergwerke. - Haroencr Bergbau ..... Kaliwerke AscherSlebea.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahüttc Oberbedarf. Phönix Bergbau ..... Rheinstabl Nicbeck Montan Tellus Bergbau. ..... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo . ... Cheramische Werke Albin . • Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann ...... Anglo-Cont.-Guano . . . .. Badische Anilin Chemische Mauer Alavin . . Goldschmidt ...... Eries, eimer Electron . . .. Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ....... Rütgerswerke ......... Echeideonstalt ........ Alla. ElekrrtzttätS-Gcsellschaft Bergmann Mamkraftwerke ....... Schuckert . Siemens & HalLke ..... Ädlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt....... . Meguin............ Motorenwerke Mannheim . Frankfuncr Armamren . . Konservcnsabttk Braun . . . Metallgescll'chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G. . . . . . Schuhfabrik Herz Sichel. . . Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Wagbäuscl . . . Frankfurt a.M. Berlin Sdjiua» Kur» l-Uhr. Kur» schiuh-IÄnfang Kur» 1 1'1'. 2<. 12 29. ir 28. 12 | 29 12 0.201 0.19? 1.205 > 1 217- 11,1975 0 225 — 0 212 0,21 0.29 * 0 312 0,805 0.L6 » 1125 — 0.21 0 215 1,2175 — — 0.19 —* 0,17 — 0,185 0.17 — 0.18, 90 25 — 92 —• 98 — 98,25 7.95 7,9 —— 42,5 42 25 45 —— 137,7* 137' 136,5' 96* — 96* H6* 104.7* — 104.2* 105* 104,5* — 101,5' 105,5' — — — — • 103.5* — 103.2* 103,7* ;o,5 72.25 — — 90,5* 90.5* 90.5* 91,25' 6,15 6.2 6,75 6,12 0,03 J,03 —» —• — 62.25' 60,5' 28 28 27,75 —— ."9* — 40* 41* 60,75* — 59 5* 61,7>* — 65* — 90* — 89,5' 89* 93.5 92,5* 93 91 9. 5 95 94.9 94 24 1 — 23 62 23.5 38 5 — 27,25 6" 25* 59.25 60,75* 59,5* 49.4* 47,75* 48,12* 48,25' 72.5 — <1.5 — 40 — — 93,75* — 92' 95.25' 96.5* — 96 25* 97,25' — ! — 60 I 59,5 — — 1 40.5 40 40 — — — 69 75 69 108* 107,5* 106,7* 107,2* —» •BK ■e 54 51 51,75 •• 107' 107* 106,5* 107 2* 108* 10 .1* 104' mr* 40.75 40,95 — 48.1 — 46 79,9 — — - 88,25* 87* 87,75' 88* — 65 59 — — 54* 53' 54 12* ,53. 5* 68* — 68,9* I 68,5* 24,5 25 24 25.5 23.5 — 22,9 22,9 14 — — -- 27 27.5 — — 1 — — — — — —— — i — 83 i 83,5 — ; - 61 1 51 51 — 20 1 — 9 | 2.75 — 81 ; 79,5 81.25 80 39 40,5 — — 33 25 1 31,3 32,5 1 — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. ___(Ohne Gewähr.)____________ 28 Dezbr. 29 Dez^r. Amtliche Noti runa Amtliche Geld Dotierung Brief b-eld l Brief 21mit.»?Hoii 168.59 169,01 168.74 169,16 Bucn-Airek 1.733 1.-37 19.06 1.730 1,734 Brss.-Amw 19." 19 <2 19,06 Christianta 85.24 85.46 85,1'1 85.23 Kopenhagen 103.92 104,18 103.74 104.00 Stockholm 112,54 112,68 112,61 HelsingforZ 10,545 10,585 10.515 Italien. . 16,905 16,91, 16 92 London. 20.347 .11,327 20,349 20.399 NeoNork . . 4,195 4,2'15 4,195 4.20 Paris. ■ . 15,59 15,63 15.53 15,57 Schweiz . 81,16 8!,: 6 St 14 81.34 Spanien. 59,28 59.42 ■ 59,21 59,37 1,828 Japan . . . |,817 1,821 1.824 ?Hio be Fan Wien in D- 1.605 0,6j6 1 601 1.606 Cefi- cbgcft 59,23 59,37 12.453 19.29 59,77 Prag .... 12,413 12.413 12,453 Belzrad . . 7,43 7,45 7.425 «,445 Budapest. 5,87 d.89 a.87 o.89 Bulgarien 3,017 3,027 3,005 3,015 Lissabon 21,275 1,325 .1 2’5 2I,32j 80.90 Danzig. . Konst.nthi. 80.75 80.95 80 70 4,235 2,245 2,23 2,24 Alben 5.44 5.46 5 44 5.16 Canada. . 4.195 1.20t 4 195 4,2 5 UruguQD . 4,295 4.305 4,295 4,305 Banknoten. (Ohne Gewähr.), Berlin, 28 Tezbr Geld Briet Amerikanische Nolen ..... 1,1*9 4,209 Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... 103,64 101.16 Englische Noten........ 20,305 20.40- Französische Noten ...... 15,28 168.IS 15 36 Holländische Noten...... 16'.02 italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Ocsterr., äioo Kronen 16.885 16.965 84,99 85.-1 59,07 59,37 Rumänische Nolcn...... — — Schwedische Noten...... 112.24 112.80 Schwei;cr Noten..... , 81,055 81.455 Spanische Noten..... . Tschechoslowakische Noten .. 59,01 öS 33 12.384 12.441 Ungarische Noten. . ... 5 tO 5,81 berliner Produktenbörse. Berlin, 28. Dez. Die stark erhöhten Weizenofferten seitens Canada und anhaltende Hausseberichte von den amerikanischen Börsen brachten dem Berliner Produktenhandel heute wie am Vormittag so auch an der amtlichen Börse eine weitere Fortsetzung der am letzten Tage vor dem Feste begonnenen Aufwärtsbewegung. Die Steigerung für Weizen nahm einen Umfang bis zu 8 Mark an, während Roggen verhältnismäßig geringer gebessert tag. Am Roggenmarkt eröffnete das Riveau etwa 4 bis 5 Mark erhöht. Im Zeithandel bestand weiteres Interesse für nahe Frühjahrssichten, während längere Termine etwas weniger gefragt waren. Märzweizen erhöhte seinen Stand um 8 Mark (276,50), Mai um 7 Mark (280). Roggen eröffnete per März 4,50 Mark und Mai 3 Mark hoher. Das Mehlgeschäft ist etwas in Gang gekommen, doch sind nennenswerte Umsätze nicht zu verzeichnen. Hafer und Gerste fester, aber verhältnismäßig ruhig. Futtermittel vereinzelt lebhafter. Cs wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märk. 250 bis 256, do. Pomm. 250 bis 256, do. März 276,50 bis 275,25, do. Mai 280 bis 278.50, Roggen, märk. 152 bis 159, do. Pomm. 152 bis 159, do. März 186,50 bis 184,50, do. Mai 195 bis 193, Gerste, märk. 187 bis 2I4^Futtergerste 156 bis 170, Hafer, märk. 164 bis 175; für 100 Kilo: Weizenmehl 33,50 bis 37, Roggenmehl 23,25 bis 25,25, Weizenkleie 11,50 bis 11,80 Roggenkleie 10 bis 10,25, Viktoriaerbsen 26 bis 33, kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbseir 19,50 bis 20,50, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 21 bis 22, Wicken 21 bis 23, Lupinen, blau 12 bis 12,50, do. gelb 12 bis 14,50. - Buntes Allerlei. Die Fahrt durch den Sand. Amtsrichter Steputat hatte in einem Fischerdörfchen auf der Kurischen Nehrung einen Termin wahrzunehmen. Dann liquidierte er die ausgelegten Spesen. Zwei Jahre daraus monierte die Oberrechnungskammer: Warum ein Wagen und nicht die Bahn benutzt worden sei. Amtsrichter Steputat schrieb zurück: „Nach reiflichem Ueberlegen habe ich mich zur Benutzung eines Wagens entschlossen, weil diese Art der Beförderung billiger und bedeutend schneller gewesen ist. Sowohl Fachleute als auch Landes- keuner haben mir von dem Bau einer Bahn dringend abgeraten, da der Dünensand immerhin einige Schwierigkeiten bietet." Biicherttsch. — Ginzkey, Fr. Karl, Der seltsame Soldat. 280 Seiten. 1925. Geheftet Mk. 4.—, gebunden Mk. 5.—. L. Staackmann, Verlag, Leipzig. Als Dichter, dem jedes Pathos fernliegt, den Reinheit der Gesinnung, Tiefe des Gefühls, beseelte und verinnerlichte Deutschheit glei L— Eine Umwälzung