Montag, 29. Juni 1925 175. Jahrgang Blatt Drud und Verlag: vrützl'sche Universitäts-Buch- und Ztemdruckerei K Lange in Sieben. 5chnftleitnng und Geschäftsstelle: schulsttahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindllchkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich?, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennia, 'PlatzVorschrift 20° „ Aufschlag. - Derantworllich für Politik u. Feuilleton: 3. D.: Ehrhard Evers; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Sieben. ietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Nr. Hf9 Erster Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertag». Beilagen: GietzenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monat^vezu^preir: 2 Goldznark u. 20 Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundGeschäftsstellebl. Anschrift für Drahtnach- richten:Anzeigerriehen. Postscheckkonto: granffurt a. M. 11686. Festtage in Mainz. Iahrtausendfeier. — Kunstausstellung. — Reichskanzler Dr. Luther spricht. und und des Bekenntnis: „Frühling am Rhein! anderer großer Städte. Aber ich denke an das Wort „Mainlinie", das eine so große Rolle in der deutschen Geschichte gespielt hat und nach meinem Gefühl eigentlich stets mißbraucht worden ist. Unter dem Wort Mainlinie stellt man sich etwas Trennendes vor, Flüsse sind aber über- Haupt nie trennende Dinge gewesen. Wie der Rhein keine Trennungslinie ist, noch fein kann, so auch nicht der Main. Main und Rhein sind vielmehr eine uralte deutsche Kultur- und Wirtschaftsstraße. Der große Bergriegel, der zwischen Süd» uni) Rorddeutsch- land liegt, wird gerade an dem Punkte über- wunden, wo Mainz liegt, und von dort aus erstrecken sich die beiden großen Arme, die Oberdeutschland umschlingen Rhein und Main. Fahrtausendfeieri Das Fest, an dem ich heute teilnehmen kann, ist gestimmt auf die einst en Töne der Kunst. Aus beredtem Munde haben wir soeben das künstlerische Werden von Mainz gehört. Aber größer noch und mit noch gewaltigeren Tönen uns packend, sind doch die »olitischen Grundtatsachen unseres Lebens. Wir ind in unserer fetzigen so schwer lastenden Seit nicht der Gefahr ausgesetzt, wenn wir von Volk und Vaterland sprechen, daß das zu einer gewohnten Hebung wird. Sondern, wenn wir >eute uns zu VoÜk und Vaterland bekennen, dann ist es immer der gedämpfte Aufschrei eines Volkes in Rot. Hm vieles gesteigert wird die Rot da empfunden, wo für unser ganzes deutsches Vaterland die Lasten der Be- a h u n g unmittelbar getragen werden. Hier in Mainz, dem Mittelpunkt der dritten Sone ist sicherlich der Leiter dieses Gemeinwesens besonders berufen, das Bekenntnis auszusprechen, daß wir alle eines Volkes sind, daß wir alle eines Vaterlandes sind, daö untrennbar zusammenhalt. Sehr verehrter Herr Oberbürgermeister! 2 n d i e Hand, die Sie dem ganzen deutschen Dolk entgegen ge st r^ck't a » den, schlage i ch ein. Ich versichere Ihnen, daß das deutsche Volk, ich möchte sagen in immer leigendem Maße, davon durchdrungen wird, wie stark sein ganzes Schicksal verbunden ist mit dem Schicksal der Lande am Rhein. Die deutsche Regierung wird darum alles tun, was in ihre» Kraft liegt, um das Los, das den Landen am- Rhein bereitet ist, zu mildern. All unser Arbeiten wird aber getragen von der einen großen Hoffnung, daß dem deutschen Volk und dem Deutschen Reich eine wahrhaft glückliche Sukunft in nicht zu ferner Seit wieder erwachsen möge. Drum nehme, ich den Leitgedanken des Liedes auf, das wir jetzt singen wollen, und rufe als Wunsch L..2 l u n g einer eingehenden Besichtigung unterzog. Bei dem nachmittags im Kasino zum Gutenberg von der Stadt Mainz gegebenen Festmahl sprach der hessische Staatspräsident Ulrich nach Begrüßungsworten des Oberbürgermeisters Dr. Külb- Mainz im Namen des Reichskanzlers Dr. Luther und der übrigen Gäste den Dank für die überaus herzliche Aufnahme durch die Stadt Mainz aus. Das Erscheinen des Reichskanzlers beweise, daß in Berlin das Bewußtsein und die Entschlossenheit, überall, wo es notwendig ist, die Interessen des besetzten Ge- biets wahrzunehmen, fortgesetzt im Steigen begriffen ist. Die Provinz Rheinhessen und insbesondere die Stadt Mainz haben verhältnismäßig am stärksten unter den Folgen des verlorenen Krieges zu leiden. Die Hilfe des Reiches ist unsere stärkste Hoffnung, sie wird aufs neue durch den heutigen Besuch verkörpert. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit Rheinhessens mit dem deutschen Volk wird gestärkt und läßt alle Leiden der Gegenwart leicht tragen in der sichersten Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Der Prooinzialdirektor von Rheinhessen, Geheimrat Dr. U s i n g e r, überbrachte dann die Grüße der übrigen Städte der Provinz Rheinhessen, insbesondere der alten Reichsstadt Worms. Der Dorsitzende des Buchdruckervereins, Zick- f e l d t, gab Kenntnis von einer einmaligen Spende des genannten Vereins in Höhe von 3000 Mark für das Gutenberg-Museum in Mainz und die Zusicherung fester jährlicher Zuwendungen. An das Festmahl schloß sich um 6 Uhr eine Dampferfahrt an, an der sich auch Reichskanzler Dr. Luther beteiligte. Ein Glückwunschtelegramm. D e r l i n, 27. Juni. (TH.j Der Reichsminister des Innern. Schiele, hat an den Oberbürgermeister von Mainz, Dr. K ü l b, folgendes Telegramm gesandt: . „Sur Iahrtausendfeier deulich-rhemlscher Dolkskultur im goldenen Mainz wünsche ich der Stadt Gutenbergs eine glückliche Fortsetzung ihrer alten Tradition. Möge die Seit nicht fern fein, wo das rheinisch-hessische Land seinen deutschen Kulturwillen ungehindert entfalten kann, und wo Ne alte deutsche Stadt Main.; wieder die freie Drrncke über den deutschen Rheinstrom zum Besten des Reiches bildet." Maickz, 28. Juni. (Wolff.) Die Kunst- a u s st e l l u n g der Stadt Mainz, der die Idee zugrunde liegt, im Rahmen der Jahr- taufenbfeier der Rheinlande die uralten Beziehungen zu betonen, die zwischen den Ländern am Rhein und dem übrigen Deutschland bestehen, wurde heute vormittag im Akademiesaal des Kurfürstlichen Schlosses mit Vorträgen des Städtischen Streichorchesters und einem Chorgesang des Mainzer Gesangvereins feierlich eröffnet. Su der Feier, mit der der prächtige Bau des Kurfürstlichen Schlosses der Oeffentlichkett wieder übergeben wird, und mit der gleichzeitig auch die Eröffnung der Jubiläumsausstellung des Gutenbergmuseums verbunden ist, war auch Reichskanzler Dr. Luther in Begleitung des hessischen Ministers v. Brentano, des außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers von Hessen, vo n Viegeleben, des Reichspressechefs Ministerialdirektor Dr. Kiep, und des Ministerialrats Dr. Off ermann mit dem fahrplanmäßigen Sugc um 10.06 Hhr vormittags hier eingetroffen. Er wurde am Bahnhof von Provinzialdirektor Geh. Rat Dr. Hsing er, Oberbürgermeister Dr. Külb und dem Gesandten des Reichs in Darmstadt, Reichsminister a. D. D,r. David, empfangen. Die Herren begaben sich darauf im Auto in die Provinzialdirektion, wo sie von Staatspräsident H l r i ch begrüßt wurden. Hm 11 Hhr erfolgte dann, nachdem der Reichs- lanzler vorher noch eine Abordnung der hessischen Weinbauern enrpfangen hatte, im Amdemiesaal des Kurfürstlichen Schlosses die Eröffnung dec Ausstellung, wobei Oberbürgermeister Dr. Külb den Reichskanzler mit einer herzlichen Ansprache begrüßte, in der er u. a. sagte: Herzlichen und aufrichtigen Dank allen deutschen Brüdern vom jenseitigen Ufer, die unserem Rufe gefolgt sind, um unser lautes Treubekenntnis .^ui^ Deutschen Daterlande zu 1)0ren und mit in.~ „Tu.an'am zu bekunden, daß die deutschen Lande links und rechts des Rheins kulturell und wirtschaftlich ewig ungeteilt zueinander gehören. Der alten Moguntia und Rheinhessen reiche und Dielbetoegte Vergangenheit entrollt vor Ihrem geistigen Auge Zeiten höchster Blüte wechselnd mit Zeiten tiefsten Riedergangs, und zeigt, wie Wohlstand und echte Kultur nur gedeihen können unter den Segnungen eines dauerhaften Friedens. Der Rheinländer, von jeher freiheitlich gesinnt, kennt keinen Chauvinismus. und wenn ihm das Herz auch noch so sehr auf der- Zunge liegt, so liebt er dennoch nicht, große Worte zu machen. Aber an echter Vaterlandsliebe läßt er sich von keinem andern deutschen Dolksstamm übertreffen, denn im Laufe der alten, neuen und neueren Zeit hat das rheinische Dolk schlagend bewiesen, daß es treu zum Deutschtum steht und stehen wird. Don dieser denkwürdigen Stätte an lassen Sie uns aber der neuen Zeit gedenken, die erfüllt ist von dem ehernen W'llen zum Wiederaufbau und von dem heiligen Glauben an die Zulunst des deutschen Volles, an die Zukunft unseres geliebten deutschen Vaterlandes, zu dem wir. in Treue fest, in Freud und Leid, jetzt und immer- dar, gesehen werden. Rach Vorträgen von Dr. R o d e n b e r g über „Die neue deutsche Buchkunst" und von Prof. Dr. Kautzsch über „Mainz in der deutschen Kunst" führte Reichskanzler Dr. Luther, von der Versammlung aufs lebhafteste begrüßt, aus: Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich überbringe der Stadt Mainz uni) Rheinhessen und dem ganzen Lande Hessen, beseht und unbesetzt, die besten Grüße des Herrn Reichspräsidenten. Ich schließe diesen Grüßen die Grüße der Reichsregierung und die aufrichtigsten Wünsche für die Iahrtausendfeier an. wie sie ackch in Mainz am heutigen Tage vollzogen wird. Es ist mir, nachdem ich leider an der wundervollen Feier in Koblenz nicht habe teil- nehmen können, die. wie alle Teilnehmer nur berichten, ein wirkliches deutsches Erlebnis war, eine besondere Befriedigung, daß ich heute hier in Mainz, in der Witte der Bewohner des besetzten Gebietes wellen und hier an der Feier mich beteiligen kann Eigentlich sollte ein deutscher Reichskanzler überhaupt nichts Eiligeres zu tun haben, als Mainz besuchen, denn hier in Mainz findet er den Zusammenhang mit feinem Amtsvorgänger in alten Zeiten, dem Crzkanzler des Reiches. Roch ein anderer Grund sollte die Schritte jedes Kanzlers nach Mainz lenken, die 5ulbi- gung vor dem großen Genius, der die Buchdruckerkunst ins Leben gerufen hat, vor Gutenberg. Was aber am stärksten die Gedanken immer wieder nach Mainz lenken muß, das ist die unvergleichliche Lage, die die Stadt Mainz geographisch im deutschen Reiche hat, am Zusammenfluß von Main und Rhein. Sie war damit einstmals der am meisten stromauf gelegene große Handelsumschlagsplah Deutschlands, der die Vermittlung darstellte zwischen dem Weltmeer und ganz Oberdeutschland. Das hat sich heute zum Teil verändert durch das Anwachsen Die mit außerordentlicher Lebhaftigkeit Lebendigkeit vorgetragenen Ausführungen Reichskanzlers würden von immer sich wiederholendem starken Beifall der Bersammlung gefolgt, die die im K u r f ü rstlichcn Schloß und im G u - tenberg-Museum untergebrachte A u s st e 1 - England und China. Gegen die russische Gefahr. - Zuspitzung der Lage. London, 27. Juni. (WTB.) Der gestern von dem diplomatischen Mitarbeiter des „Daily Telegraph" eingeleitete Feldzug der englisch- russischen diplomatischen Beziehungen angesichts der britenfeindlichcn Tätigkeit der Sowjetregierung in China wird heute in sehr scharser Weise von dem Blatte fortgeführt. Es knüpft in seinem Leitartikel an Chamberlains jüngste Unterhauserklärung an, er habe Beweise dafür, daß die Unruhen in China von Agenten der anderen Regierung geschürt würden und erklärt im Zusammenhang damit, es sei u n m ö g 1 i ch, d i e sortgesetzte Anwesenheit von britischen Geschäftsträgern in Moskau und die eines angeschwollenen russischen Botschaftsstabes in London zu rechtfertigen. Die Anwesenheit diplomatischer Vertreter der Sowjetregierung in London bedeute heute einen Skandal. Sie könne leicht eine gefährliche Drohung für Gesetz mud Ordnung wer- den, wenn sie es nicht schon sei. Der „Daily Telegraph" schließt seine Ausführungen mit der Hoff- nung aus eine baldige Aktion der Regierung, die durch die Umstände erfordert werde. Auch die „Times" führt in ihrem Leitartikel über China aus, daß die B o l s ch e w i ft e n sich im Augenblick die Kontrolle über die Kräfte der chinesiiwen Ordnung gesichert hätten und nunmehr endgültig gegen die britischen Inte res- s e n und gegen die britische Wohlfahrt in jedem Teile der Welt wirkten. Die „Times" bemerkt weiter, die Engländer seien doch ein erstaunlich duldsames Volk. Die bolschewistische Vertretung halte sich in England auf und zugleich schüre nach Chamberlands Erklärung dieselbe Regierung, die durch diese Delegation vertreten werde, die chinesischen Unruhen, deren erklärter Zweck die Zerstörung des britischen Handels und die Vertreibung der britischen Unternehmungen aus dem fernen Osten feien. Der Artikel der „Times" schließt mit der Lllrdeutung, es fei sehr Notwendig, sich vor Augen zu halten, daß dieser mutwillige Schlag gegen txm britischen Einfluß in China von einer Regierung geführt werde, mit der England immer noch in amtlichen diplomatischen Beziehungen stehe und die doch die endgültige Versicherung unterzeichnet habe, sich jeder Agitation gegen Großbritannien in Asien zu enthalten. Lord Birkenhead und der Bolschewismus. London, 28. Juni. (WTB.) Der Staatssekretär für Indien, Lord Birkenhead, erklärte gestern in einer Rede in Loughborough, als er über die furchtbare Seuche des Bolschewismus sprach, vor einigen Tagen habe Chamberlain im Hnterhaus die wichtige Erlla- rung abgegeben, daß di« Unruhen in China durch Agenten eines anderen Landes genährt würden. Eine solche Aeußerung aus dem Munde des Staatssekretärs des Auswärtigen könne nicht auher acht gelassen werden. Zweifellos werde die Zeit kommen, wo sich die Engländer zu fragen hätten, ob sie wirklich hilflos dem Lands gegenüberstünden, das eine diplomatische Vertretung in London besitze und das dessenungeachtet nach dem Geständnis seiner eigenen Führer in der ganzen Welt durch unermüdliche und geheime Tätigkeit das Ziel der Zerstörung des Britischen Reiches verfolge. Diese Aeußerung Lord Birkenheads ist besonders bemerkenswert, da sich hier zum ersten Male ein Kabinetts mitgliedin einem ähnlichen Gedankengang bewegt, wie sie seit einiger Zeit von der „Times" und Dem „Daily Telegraph" hinsichtlich der Londoner diplomatischen Vertretung Sowjetrußlands vorgebracht werden. Im „Observer" schreibt Garvin in einem Aussatz über die Unruhen in China, die Extremisten in Moskau seien der Heberzeugung, das) Großbritannien und das Britische Reich di« Haupthindernisse für die Weltrevolution seien. Daher würde von Moskau alles geschehen, was möglich sei. um die britische Stellung in Asien zu untergraben. Klügere Männer in Moskau, wie z. B. Krassin, wüßten genau, daß eine derartige Außenpolitik verfehlt fei. Es herrsche eben der Geist Sinowjews- Er werde vielleicht in nicht zu ferner Zeit eine sehr unerfreuliche Entscheidung herbeiführen. Umgruppierung der englischen Flotte im Fernen Osten. London. 29. Juni. (XU.) wie die „Sun- day Times" schreibt, haben sich zwei kabi- nettssihungen in der vergangenen Woche über die Lage in China beschäftigt. Das deutet auf den Crnsl, mit welchem die Lage im fernen Osten an den maßgebenden Stellen betrachtet wird. Der Erste Lord der Admiralität, v e a t t y, ist wegen der Verteilung der Flottenstreitkräfte im fernen Osten befragt worden, von der Admiralität sind Befehle an den Befehlshaber des englischen Ostasien-Geschwaders ergangen, denen zufolge eine Reugruppierung der englischen Streitkräfte an der chinesischen Küste erfolgen soll. Ausweisung des britischen und französischen Konsuls. London. 29. Juni. (T U.) „Daily Expreß" meldet aus Kanton, daß den Konsuln von Großbritannien und Frankreich Befehl erteilt worden sei, die Stadt zu verlassen und die Verwaltung der europäischen Riederlassungen einer Gesellschaft zu unterbreiten. Die Antwort der beiden Konsuln sieht noch aus. Caillaux' Kammersieg. Vor wenigen Tagen erst sprach die Kammer aus Anlaß der Marokkodebatte der Negierung ihr Vertrauen aus, ein Vertrauen, das recht zweisel- hafter Natur war, da noch immer dasCaillaux - f ch e F i n a n z p r o ! e k t in der Luft hing und zu einer Regierungskrise zu führen drohte. Jetzt hat die Kammer auch in diesem Punkte nachgegeben, das Parlament hat die Vermehrung des Banknotenumlaufs um fünf Milliarden Franken genehmigt und damit das Vertrauensvotum vom Mittwoch noch einmal unterftridjen. Wer jedoch glauben wollte, daß damit die Schwierigkeiten vorläufig beieitigt wären, ^schätzt die Haltung der Sozialisten völlig falsch ein. Sie haben zwar bei der letzten Abstimmung Stimmenthaltung geübt gleichzeitig auch noch erklären lassen, daß sie nicht gegen Painlevö, der die Vertrauensfrage gestellt hatten, stimmen werden, damit aber doch deutlich zu verstehen gegeben, daß sie noch ^einmal warten wollen, wie sich das Caillaursche rririanz- projekt auswirken werde. Die nächsten Tage werden schon zeigen, wie die Auslandbörsen auf die oe^ mehrte Inflation reagieren werden. Grundsätzlich sind die Sozialisten nach wie vor gegen die von Caillaux verfochtene Finanzpolitik, sie schrecken aber auch vor einer Auflösung des Linkskartells zuruck, weil sie nicht mit Unrecht ein Hinüberschwenken ihrer Bundesgenossen von heute in das Lager der Rechten fürchten. Dennoch werden sie nicht lange beiseite stehen können, schon deswegen, weil tue weitere Wertoerminderung des Franken die eigene Wählerschaft am schwersten trifft. Die Regierungskrise bleibt also nach wie vor bestehen, wenn sie auch für den Augenblick etwas in den Hintergrund gedrängt worden ist. Der Gesetzentwurf angenommen. Paris, 27. Juni. (WTD.) Der Senat hat den Gesetzentwurf Caillaux' mit 273 gegen 11 Stimmen angenommen. Artikel 1 wurde mit erhobenen Händen angenommen, Artikel 2 mit 226 gegen 29 Stimmen, die Artikel 3, 4 und 5 mit erhobenen Händen, daS Gesetz in seiner Ge. famtbeit mit 273 gegen 11 Stimmern Der Senat ist turz nach 12 Hhr zu einer Sitzung zusammengetreten, um die Ber atung des von der Kammer heute vormittag angenommenen Finanzgesetzes in Angriff za nehmen. Der Berichterstatter. Senator Deringer, erklärte, die Kommission schlage vor, aus patriotischen Gründen dem Ruf der Regierung zu folgen, ohne sich bei verschiedenen Betrachtungen aufzuhalten. Sie sei der Ansicht, daß es gefährlich für den Staat fei, wenn man kurz vor schweren Verpflichtungen Hneinigfeit zeige. Frankreich zahle mehr Steuern als fein Schuldner Deutschland und ebenso viel Steuern als die Alliierten. Es sei, wenn man das Sanierungswerk vollenden wolle, notwendig, eine Politik der streng stenSparsamkeit zu betreiben. In der Rachmittagssihung ergriff der Vorsitzende der Fraktion Poincar«'. Senator C Heron, das Wort. Er suchte die Stellungnahme der Mitglieder seiner Fraktion, die sich im Finanzausschuß der Abstimmung enthalten haben, zu rechtfertigen. Er wandte sich lebhaft gegen die Erhöhung des Rotenumlaufs und erklärte, man denke nicht daran, unter den gegenwärtigen Hmständen das Ministerium in die Minderheit zu bringen, da Programm und Handlungen auf anderen Gebieten eine gewisse Befriedigung ergeben hätten, so daß im Lande eine sehr beachtenswerte politische Entspannung eingetreten sei. Hnter diesen Hmständen werde seine Fraktion, obzwar sie das Gesetz nicht billige, nicht dagegen stimmen, sondern sich der Abstimmung enthalten. Der rechtsradikale Senator D o s s e t erklärte, wenn die vorgeschlagene Anleihe Erfolg habe, dann hätte man nicht nötig, neue Banknoten auszugeben. Er sei davon überzeugt, daß mit dem wiederkehrenden Vertrauen das Land sich selbst rächen werde, und daß man mit den Zahlungen Deutschlands aus dem Dawesplan die notwendige Finanzierung durchführen könne. Der radikale Senator Tissier bemängelt den Gesetzentwurf Caillaux'. Man müsse doch wissen, welche Garantien man für die wertbeständige Anleihe biete und welchen Zinsfuß. Außerdem müsie man eine Gewähr dafür haben, daß die Einsparungen nicht zu Lasten der Keinen Leute gingen und sich lediglich auf unproduktive Ausgaben beziehen. So sei es notwendig, nn Friedensbudget Abstreichungen vorzurennen. Er sei auch der Ansicht, daß man eine Erhöhung ber Einkommensteuer vornehmen könne, wodurch die neue Anleihe hätte garantiert werden können. Aach dem Senator Lissier ergriff Finanzminister Caillaux das Wort. In der gleichen Weise wie heute nacht in der Kammer erörterte er die Rotwendigkeit der von ihm anempfohlenen Finanzmastnahmen Man sage ihm. er habe lange gewartet, aber er sei der Ansicht, dah jede Lösung Zeit brauche. Man hatte neue Vorschüsse von der Dank von Frankreich verlangen können, außerdem die Bewilligung eines Moratoriums für die Rückzahlung der Dons. Beides habe er nicht gewollt. Man habe alsdann von einer zwangsweisen Konsolidierung der Bons gesprochen. Gr sei aber der Ansicht, dah man. bevor man das unternehme. zum letztenmal einen dringenden Appell an das Land richten müsse. Die Konsolidierung der schwebenden Schuld sei notwendig, aber um sie durchzuführen, müsse man den französischen Staatsbürgern ein stabiles Rentenpapier anbieten. Auch Ministerpräsident Painlevs ergriff das Wort. Meine Regierung, so erklärte er, hat keine Derantworiung für die jetzige Lage. Jede andere Regierung kann übrigens nichts anderes vosg«schkagen haben, als das. was wir jehr verlangen. Weml das Parlament sich der Regierung anschlösse, würde das Land dem Rus, der an es ergehe, Folge leisten. Er sei kein Freund der Inflation, aber die Inflation, die die Regierung jetzt Vorschläge, sei beschränkt und solle die Durchführung der notwendigen Konsolidierung der schwebenden Schuld durchzusühren gestatten. Dis April hätte man nicht eine Erhöhung des Rotenumlaufs um 4 Milliarden, sondern um 10 Milliarden fordern müssen. Troh- dem das seine Meinung gewesen sei. habe er die Verantwortung für die Regierung in einem Augenblick übernommen, in dem man rasch habe handeln müssen. Die Abstimmung werde einen großen Cinflrch auf das Land ausüben. Rach weiterer kurzer Debatte wird die Generaldebatte geschlossen und zur Abstimmung geschritten, die das oben gemeldete Ergebnis hatte. Abd el Krims Offensive. Vor einer Enscheidung? Paris, 29. Juni. (TLl.) Rach einer Havas- meldung aus Fez wurde die Rif-Offensive, die seit dem 23. ds. Mts. im Gange ist, überall rechtzeitig von btn französischen Parteigängern aufgefangen. Besonders schwere Kämpfe spielten sich auf der Linie an der algeri- schrn Grenze ab. Teilweise ist es den Rifleuten gelungen, die Gingrbvrenen-Truppen einige Kilometer zurückzudrängen und.sich so an die französischen Stellungen heranzuarbeiten. Der Havas-Berichterstatter hebt hervor, dah der Feind auf einer Front von nahezu 100 Km. größtenteils durch Eingeborene mit französischen Ma - schinengewhren und Kampffliegern in Schach gehallen wird. Der Einsatz arvherer französischer Kampfeinheiten konnte bisher vermieden werden. Die Kriegsberichterstatter der Morgenblätter stellen fest, dah die Offensive im Abflauen begriffen ist. Andererseits werden Truppen- zusammenziehungen gemeldet. Man ist das Auf- .fassung, dah sich die entscheid ende Schlacht in der Gegend von T a z a abspielen wird. Friedensfühler. I Paris. 28. 3unt (Wolff.) Der Korrespon- -Lent des »Petit Parisien" in Madrid glaubt zu ^wissen, dah die französische Delegation bereits ^jetzt über die Einzelheiten des spanischen Standpunktes über die den Rifleuten zu gewährenden Friedensbedingungen ge- nau unterrichtet sei. Die Ansichten des Direktoriums über diese wichtige Frage seien bereits dem Quai d'Orsay mitgeteill worden. Man könne unbedenklich bestätigen, dah in dieser Angelegenheit die spanische Auffassung von der französischen nicht abweicht. Griechenlands neues Kabinett. Paris, 27. Juni. (Wolff.) Havas meldet aus Athen: Das neue Kabinett ist endgültig gebildet worden. ES ist gestern vom Präsidenten der Republik vereidigt worden. Zum Ministerpräsidenten und Kriegsminister ist General Pangalvs bestellt worden. Das Marineministerium und ebenso interimistisch das Ministerium des Aeuheren hat Konteradmiral Had - j i r i a k o s übernommen. Das Kabinett besteht in seiner Mehrheit auS OKifgliedern der Nationalversammlung. Lin Direktorium in Griechenland. Paris, 28. Juni. (WB.) Rach einer Meldung der „Chikago Tribüne" aus Athen herrscht dort die Ansicht vor. General Pangalos habe die Absicht, eine Militärdiktatur nach dem Muster Primo de Riveras aufzurichten. Morgen werde das neue Ministerium vor die Kammer treten. Aber es sei wahrscheinlich, dah es kein Vertrauensvotum erhallen werde. Unter diesen Bedingungen könne es nur zurücktre- ten oder die Diktatur proklamieren Im übrigen verhalte sich daS Land gegenüber den politischen Ereignissen vollkommen indifferent. Der Sicherheitspakt. Ministerbefprechung in Berlin. Berlin, 27. Juni. (WB.) In der Besprechung des Reichskabinetts mit den Staats- und Ministerpräsidenten der Länder, die mit einer kurzen Mittagspause von 10 Uhr morgens bis gegen Abend dauerte, wurden die wichtigsten, zur Zeit im Vordergründe stehenden auhenpoli- tischen Probleme eingehend erörtert. Hierbei ergab sich eine grundsätzliche Ueberein- stimmung in der ^Beurteilung der Lage und der zu treffenden Mahnahmen. Französische Vermutungen. Paris, 28.Juni. (WB.) Der „Temps" erörtert die Frage, ob die französische Regierung zwecks Förderung der Verhandlungen Über einen Sicherheitspakt eine Konferenz anneh- men werde. Er glaubt, für den Augenblick handle es sich nur darum, die Verhandlungen fortzusehen. Man versichere, dah die deutsche Antwort auf die Rote vom 16. Juni nicht vor zehn Tagen zu cr- iD arten sei. weil Berlin wünsche, über dte Bedeutung und Folgen gewisser Grundsätze vollkommen unterrichtet zu fein. In Berlin scheine man der Ansicht zu fein, dah die strittigen Fragen auf einer Konferenz der interessierten Mächte, auf der Deutschland Gelegenheit gegeben werde, zugunsten seiner These zu manöverieren. verhandelt werden können. Die Möglichkeit einer internationalen Konferenz vor Erzielung eines grundsätzlichen Abkommens über die Grundlagen eines internationalen Paktes mühte in klarer Weise zurückgewiesen werden. Eine derartige Konferenz könne nur die Dinge verwickeln, indem ie die durch die Verträge entschiedenen Probleme irib die durch das französisch-britische Einver- tändnis festgelegten Grundsätze wieder in Frage zu stellen suche. Das toärS der Versuch eines Manövers und nicht ein aufrichtiger Wunsch zu einer Regelung. Direkte Verhandlungen zwischen Berlin und Paris müßten genügen, um Klarheit über die Lage zu schaffen. Was übrigens die Bedingungen für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund anbetteffe, so seien sie ja Deutschland bekannt, weil sie für alle Mitgliedstaaten die gleichen wären und weil niemanden eine privilegierte Stellung eingeräumt werden könne. Beginn der Ruhrräumung. Düsseldorf, 27. Juni. (Sil.) Wie die Telunion an zuständiger Stelle erfährt, hat die Äat'm.ing d S besetz e i Geb etes bere ts begonnen. An der nördlichen Besetzunasgrenze sind kleinere Tcuppenabteilungen aus ihren Quartieren ab* gerückt. Heute vormittag 8,35 ilhr fuhr Marschall P e t a i n wieder von Düsseldorf ab. Es verbautet, dah seine Anwesenheit im Ruhrgebiet vollständige Klarheit über die Methode der Räumung gebracht hat. Die Zurückziehung der Truppen erfolgt etappenweise. Zunächst soll die Bochumer, dann die Essener, danach die Mühlheimer und zuletzt die Duisburg-Ruhrotter und Düsseldorfer Zone geräumt werden. Die deutschen Handelsverträge. Berlin, 27. Juni. (WTB.) Der Reichs- tag sausschuß für die Handelsoer. träge setzte die Generaldebatte über die Zolltarif- Vorlage fort. Reichswirtschaftsminister Ne u h a u s führte über das Ergebnis der Handelsvertragsver- Handlungen mit Belgien und die schwebenden Verhandlungen mit Frankreich, Italien und Polen etwa folgendes aus: Der Grundgedanke der deutschen Handels- Politik muß die Erreichung der allgemeinen unbeschränkten und unbedingten Meistbegünstigung für unsere Ausfuhr sein. Die zweite Aufgabe der Handelspolitik ist der Abbau der Zollmauern. Diesem Zweck soll der Inhalt der Tarifabmachungen dienen, die in einer Anzahl von Handelsverträgen enthalten waren und auch wieder erstrebt werden sollen. Mit Belgien wurde ein für 18 Monate mit sechsmonatiger Kündigungsfrist laufender Handelsvertrag abgeschlossen, der auf dem Grundsatz der Meistbegünstigung beruht. Für die lleber- gangszeit, die teilweise sechs Monate und teilweise ein Jahr beträgt, wurde dieser Grundsatz durchbrochen. Mit Frankreich sind Verhandlungen seit Herbst 1924 im Gange. Zur Zeit kann unstreittg mit Rücksicht auf die ilngeflärt- heit der ganzen wirttchaftlichen Lage nur über ein Provisorium verhandelt werden. Der Minister machte weiter vertrauliche Mitteilungen über den Stand der Verhandlungen mit Italien. Es ist einstweilen ein vorläufiges Handelsabkommen abgeschlossen worden, das sich jedoch nicht auf ein Ausfuhrverbot erstreckt. Beide Teile äußerten indessen den Wunsch, die Ausfuhrverbote rwch vor Abschluß des endgültigen Handelsvertrages abzubauen. Polen ist nicht mehr bereit, Zollbindungen gegenüber Deutschland einzugehen. Mit dem Abschluß eines umfassenden Handelsvertrages ist daher zunächst nicht zu rechnen. Jetzt hat Polen am 17. Juni Einfuhrverbote für die wichtigsten deutschen Einfuhrwaren erlassen. Die Maßnahme richtet sich ausschließlich gegen Deutschland. Deutschland wird dadurch gezwungen, gegen Polen entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Sollte Polen dennoch die schwebenden Verhandlungen fortsehen, so wird sich Deutschland dem Wunsche, die Beziehungen vorläufig zu regeln, nicht entziehen. Ob eine solche Regelung aber nach der durch das polnische Verhalten eingetretenen Verschärfung der Lage noch möglich erscheint, ist fraglich. Mit Rußland stoßen die Handelsvertragsverhandlungen auf große Schwierigkeiten, was bei der Verschiedenartigkeit der Wirtschaftssysteme verständlich ist. Eine weitgehende Annäherung wurde in den Fragen des Konsularver- trages, Rachlaßabkommens, See- und Dinnen- schisfahrtsvertrages sowie Rechtshilfeabkommens erzielt. Freispruch im Beltheimer Führenprozeh. Hannover, 27. Juni. (Wolff.) 3m Prozeß gegen den Oberleutnant Jordan beantragte der Vertreter der Anklage Freisprechung des Angeklagten. Die Verteidigung schloß sich diesem Antrag an. Oberleutnant Jordan wude freige- sprachen. Die Kosten wurden der Staatskasse auserlegl. In der Urteilsbegründung heißt es nach Schilderung der geschichtlichen Ereignisse vom 31. März, die von dem Angeklagten angeordneten Maßnahmen zur Rettung der ins Wasser gestürzten Mannschaften hätten den tatsächlichen Erfolg gehabt, daß sie besser wirkten und dadurch mehr Menschen gerettet wurden, als wenn die militärischen Bor- schriften befolgt worden wären. Was die subjektive Seite dieser Momente angeht, so kann in keinem Falle dem Angeklagten ein Vorwurf gemacht werden, daß er seine Pflichten als Offizier in irgendeinem Punkte vernachlässigt habe. Aus diesen Gründen hat sich das Gericht nicht von der Schuld des Angeklagten überzeugen können. Daher mußte Freispruch erfolgen. Gegen einen amerikanischen Kredit für die Stadt Berlin. Paris, 29. Juni. (T. U.) „Neunork Herald" meldet aus Washington, der bekannte Rechtsanwalt Levis Mc Gowan habe an die Generalftaate- anwaltschaft des Staates Neuyork einen sehr energischen Bries gerichtet, in dem er auf Grund eines Staatsgesetzes ersucht, die Auslegung der Anleihe der Stadt Berlin in Hohe von 15 Millionen Dollar zu untersagen. Gowan behauptet, von gegenwärtigen Inhabern der Schatzanweisungen des Berliner Magistrates zu feinem Schritt ermächtigt worden zu sein. Der Rechtsanwalt gibt in seinem Briese die Auffassung bekannter Juristen wieder, die dahin geht, daß die Stadt Berlin verpflichtet wäre, vor der Unterbringung der neuen Anleihe ihre alte Schuld abzutragen. Von der Rentenbank. Berlin, 27. Juni. (Wolff.) Gemäß Paragraph 14 Absatz 3 der Satzung wurde in der durch den Aufsichtsrat der Deutschen Rentenbank unter Mitwirkung vom Reichsrat und vom Präsidenten des deutschen Rechnungshofes bestellten Kommissare vorgenommene Revision festgestellt, dah die durch die Rentenbankverordnung vom 15. Oktober 1923 in Verbindung mit dem Gesetz über die Liquidierung des Umlaufs an Rentenbankscheinen vom 30. August 1924 vor- geschriebene Deckung der Rentenbriefe und Rentenbankscheine vorhanden ist. Ausnahme bei der Weinsteuer. Berlin, 26. Juni. (TU.) Im Steueraus- schuß des Reichstages wurde beschlossen, daß von der Weinsteuer ausgenommen sein soll die als Haustrunk zum eigenen Verbrauch und zur unentgeltlichen Verteilung an die Arbeiter des eigenen Betriebes gegebene Menge. Schließlich wurde auf Antrag des Abg. Kerb (Z.) auch noch der Wein als steuerfrei erklärt, der dem Verbrauch bei der Kelterbehandlung ohne Lagerung als sog. Küfertrunk dient. Weiterberatung am Samstag. Deutscher Reichstag. Beschlußunfähig. Berlin, 27. Juni. Das Haus genehmigt zunächst ohne Debatte den Gesetzentwurf über den Schutz des zur Anferttgung von Schuld - urkunden des Reichs und der Länder verwendeten Papieres gegen unbefugte Rachaß ug in allen Lesungen und wendet sich bann der Beratung des Haushalts des Reichsfinanzmini st eriums zu. Abg. Eggerstedt (Soz.) weist darauf hin, daß der Gedanke Erzbergers, die Vereinheitlichung der Steuer durch das Reich vornehmen tzu lassen, von Finanzminister v. Schließen übernommen worden sei. Der Redner wendet sich sodann gegen die Dranntweinrnonopolverwaltung. Die amtlichen Zahlen liehen einen erfreulichen Rückgang des Alkoholismus erkennen. Leider entspreche das aber nicht den Tatsachen, denn es werde tatsächlich mehr Trinkalkohol als vor dem Kriege verbraucht. Der Redner begründet dann einen sozialdemokrcttischen Antrag, der eine Aen- berung des Dranntweinmonopolgesetzes wünscht, dahingehend, daß der Monopolverwaltung ein rein kaufmännisches Arbeiten ermöglicht wird. Weiter wird die Regierung ersucht, auf die Bendin® und benzolverbrauchenden Behörden ein» zuwirken, daß im Einvernehmen mit der Monopokverwaltung Versuche angestellt werden, an Stelle dieser Stoffe Spiritus zu verwenden. Abg. Dr. Oberfohren (Dtntl.) erklärt namens seiner Fraktion, daß sie die Etatgebarung und vorsichtige Finanzpolitik des gegenwärtigen Finanzministers vollkommen billige und dem Ministerium ihr Vertrauen ausspreche. Abg. Cremer (Dt. Vpt.) führt aus, durch die Reichssteuern werde eine neue Klammer um die einzelnen Reichsteile gelegt und es sei daher zu begrüßen, daß der Finanzminister auch Sympathien für diesen Gedanken habe. Der Redner glaubt, daß die Schwarzbrennereien heute unter der Monopolverwaltung größer geworden sei, als sie es immer war. Die Frage der Rotreform der Beamtenbesoldung könne nicht gelöst werden, bevor ein llcberblicf über die Finanzverhältnisse des Reiches vorhanden sei. Abg. Dr. Schreiber (Zentr.) wünscht Klärung der noch vorhandenen organisatorischen Unklarheiten beim Reichsfinanzministerium, die namentlich noch über den angegliederten Abteilungen des ehemaligen Wiederaufbauministeriums und Schatzministeriums beständen. Mit dem Standpunkt der einheitlichen Reichsfinanzverwaltung habe der Minister absolut recht. Da sich ziemlich wenig Abgeordnete im Saale befinden, beantragt Abg. Stöcker (Kom.) die Vertagung des Hauses. Abg. Hol le in (Kom.) bezweifelt die Beschlußfähigkeit des Hauses. Das Büro ist sich über die Beschlußfähigkeit nicht einig. Es findet hierüber eine namentliche Abstimmung statt, die ergibt, daß von den 493 Abgeordneten sich nur 207 im Saale befinden. Das Haus ist also nicht beschlußfähig. Präsident Lobe schließt daher um 31/» -Upr die Sitzung. Luftschiffe am Nordpol. Berlin, 26. Juni. (WB.) Heute nachmittag hat im Reichsverkehrsmini st erium zwischen der internationalen Studiengesellschaft zur Erforschung der Ark- t i s mit dem Luftschiff und dem Luftschiffbau Zeppelin eine Besprechung stattgefunden, in der Dr. Eckener, Geheimrat Professor Kohlschütter, Hauptmann a. D. Bruns, Geheimrat Professor P e n ck und Direktor Dr. D l e i - stein teilnahmen. Die Besprechung führte zu folgendem Ergebnis: Der Luftschiffbau Zeppelin will für die Zwecke der Studiengesellschaft ein geeignetes Luftschiff bauen und Frithjof Raufen, dem Präsidenten der Gesellschaft, für zwei Polarunternehmungen zur Verfügung stellen. Die Kosten für den Bau des Schiffes will der Luftschiffbau Zeppelin selbst aufbringen. Die Kosten für die Durchführung der arktischen Erforschung sollen international getragen werden. Es ist beabfichttgt, das Luftschiff nach Erledigung der arktischen Unternehmungen anderen international zus ammengesetzten Studiengesellschaften zu anderen wissenschaftlichen Zwecken, insbesondere für die Erforschung weiterer unbekannter Gebiete der Erdoberfläche zur Verfügung zu stellen. Der Luftschiffbau Zeppelin tritt in die Studiengesellschaft ein. Dor feinem Eintritt wird die internationale Studiengesellschaft noch intern beraten, ob das vom Luftschiffbau Zeppelin angebotene Luftschiff für die wissenschaftlichen Bedürfnisse der Gesellschaft auSreicht. Die A u S» gestaltung des Luftschiffes wird Lurch die technische Kommission der Internationale:! Studienkommission festgesetzt, in der der Luftschiffbau Zeppelin Sitz und Stimme hat. Siq Führung des Schiffes wird der Lust*. fchiffbau Zeppelin derart regeln, daß der Begründer und Geschäftsführer der Internationale^ Studiengesellschaft, der ehemalige Luftschiff« sührer Hauptmann a. D. Bru ns, beteiligt wird Rach-dem Eintritt des Luftschiffbaues Zeppelin in die Studiengesellschaft wird diese an die beut- fche Regierung einen Antrag richten, in dem sie bitten wird, die Bauerlaubnis für das die Begriffsbestimmungen überschreitende Luftschiff bei der Botfchafterkvnferenz nachzusuchen. EinedeutscheNordpoiexpeLition. Dr. Eckener, der in Berlin eingetroffen ist, äußerte sich zu einem Pressevertreter, daß der Nordpol nur mit einem Zeppelin zu erreichen sei, weil Flugzeuge das Starten und Landen erschweren und den Strapazen des Nordpolfluges nicht gewachsen seien. Er selbst hmfe zuver- sichtlich, daß cs gelingen werde, mit einem Zeppelinkreuzer, der im übrigen keiner besonderen Verbesserung oder Veränderung bedürfe, den Nordpol zu überfliegen. Er werde nicht verfehlen, Amund- sen, der erfreulicherweise in Deutschland Unterstützung für seine künftigen Pläne suche, seine Hilfe angedeihen zu lassen Bei den kommenden Verhandlungen im Neichsoerkehrsministerium, die sich mit einem neuen großangelegten Plan der Nordpolerforschung befassen, wird auch, wie Eckener mit- teilt, daß Projekt der Nordpolexpedition des beut- schen Hauptmanns Bruhn erörtert werden, dessen Expedition gegebenenfalls dem Zeppelinfluge eingegliedert werden soll. Kleine politische Nachrichten. Das portugiesische Kabinett ist zu. rückgetreten. Ein Antrag der demokratischen Partei, durch den die Regierung anstatt der Der» langten sechs Budgetzwölftel nur ein Budget, zwölftel zugebilligt wurde und der mit 52 gegen 25 Stimmen angenommen wurde, hat den Rücktritt des Kabinetts veranlaßt. * Die Verhandlungen über den deutsch, türkischen Handelsvertrag werden im Laufe dieser Woche beginnen. Das Deutsche Reich wird durch den Gesandten Nadvlny vertreten werden. ----------- " \ Aus aller Welt. Grotzseuer in Kreuzburg. In Kreuzburg in Oberschlesien brach am Svnntagvvrmittag im Haus des Kaufmanns Blumental Feuer aus, das große Ausdehnung annahm und auch auf die Nachbarhäuser Übergriff. Trotzdem die Ortswehr sowie die umliegenden Wehren und selbst eine Motorspritze aus Oppeln den Brand bekämpften, wurden 9 Häuser eingeäschert. Wie gemeldet wird, find bei dem Brande die Frau des Kaufmanns Blumenthal und seine zwei Kinder ums Leben gekommen. 30 Familien sind obdachlos. 12 Geschäfte sind vernichtet worden. Jedoch ist der Schaden größtenteils durch Versicherung gedeckt. Flugzeugunfall. Bei einem inGörlitz ftattgefun&enen Flugwettbewerb ist am Samstag der Flieger Ger - mershaus en mit seinem Mark-Eindecker D 284 aus geringer Höhe abgestürzt, wobei er sich einen Handgelenkbruch zuzog. Das Flugzeug wurde vollständig zertrümmert. D 284 ist durch die Landung Unter den Linden bekannt geworden. ------------------------ ; Wettervoraussage. Heiter bis wolkig, auffrischende Winde, Temperaturen wenig geändert, noch vorwiegend trocken. Das isländische Tief hat stark an Ausdehnung und Stärke gewonnen. Seine Ausläufer liegen bereits über Großbritannien. Unter Einströrnen von westlichen Winden wird die Bewölkung langsam zunehmen. Falls das Vorrücken des Tiefs in die- fern Tempo weitergeht, können wir bereits übermorgen mit beginnenden Niederschlägen rechnen. Aus Stabt und Land. Gießen, den 29. Juni 1925 Richtige und falsche Anschriften an Behörden. Kaurn auszurotten ist die Gewohnheit, Schrift, stücke für Behörden nicht an die Behörde, fonbem an einen leitenden Beamten persönlich zu rich- ten. Da wird geschrieben an Herrn Oberbürgermeister Dr. Müller, Herrn Beigeordneten Schulze, Herrn Oberregierungsrat Dr. Lehmann, Herrn Verwal- tungeamtmann Meyer. Das ist falsch. Richtig schreibt man an den Herrn Oberbürgermeister zu Gießen, an das Städtische Wohlfahrtsamt zu Darmstadt, an das Städtische Bauamt zu Mainz, an das Kreisamt Alsfeld, an das Fi- nanzamt Gießen. Warum es falsch ist, an Beamte perjön- lich zu schreiben, zeige folgender Fall, der sich tatsächlich zugetragen hat: Der Präsident eines mitteldeutschen Gerichts befindet sich während der Gerichtsferien zur Kur in einem kleinen Badeorte Südtirols. Während er morgens das vorgeschriebene Bad nimmt, klopft es und es wird ihm zugerufen, es sei ein eingeschriebener Brief für ihn angekommen. Auf seinen Vorhalt, daß es ihm jetzt unmöglich sei, den Brief in Empfang zu nehmen, wird entgegnet, dann müsse er ihn auf dem eine Stunde weit entfernten Postamt gegen Vorlegung von Paß ober Postkarte in Empfang nehmen, ober der Brief gehe zurück. Der Empfänger unterbricht nun sein Bad, zieht sich Hals über Kopf an, begibt sich unter der Gefahr einer Erkältung hinaus und nimmt den Brief gegen Quittung in Empfang. Er ist gerichtet an den Herrn Landgenchtspräfidenten Dr. Schulze und enthält das Bewerbungsgesuch eines jungen Mannes um die ausgeschriebene Stelle eines Kanzleihilfsarbeiters am Landgericht zu D. Der glückliche Empfänger des Briefes beschafft sich nicht ohne Mühe einen Briefumschlag in Aktenformat und sendet ihn nach seinem Amtssitze. Als der Brief dort ankommt, ist die Bewerbungsfrist abgelaufen und die Stelle besetzt. Nicht jeder Fall verläuft so tragikomisch, aber Verzögerungen und schwere Nachteile für den 21b« sender können entstehen. Es erscheint angezeigt, gerade jetzt, in der Zeit der sommerlichen Beurlaubungen, darauf hinzuweisen. CßolBl Hessen b Pädagog schule zu 48 W diesen w falls er nach D femefler (39 Herr 30 evang Dorlesun besucht, t Cinteilun ten. Dar oder ztve S'«» Ä 6i9‘< Ä Sei* gu" sind: >■ wt l>en y Eigens loren, ko" bei allen , geben gelang ’n« » l-HM " bi Md' Wtenbar Mertitz' haben als Zahl bis zum DeMbcn gegen den. Rentenbo Datum 2( tig lind Aeichsba: ausgegeb Jeichsba: Aeichsmo tobet 192 10. 100,! fertigungi Dentenba Äusser^ bahn ! verkehren tagszüge Srünbetg Lich an t •• D i e zur Zeit gültigen Reichs- banlnoten und Rentenbankscheine. 3n der letzten Zeit haben eine Anzahl Reichs- banknoten und die alten Rentenbankscheine über 50 Rentenmark vom 1 Rovember 1923 ihr« Eigenschaft als Zahlungsmittel verloren. Da- durch ist in den Kreisen der Geschäftsleute eine gewisse Unsicherheit über die Gültigkeit der im Verkehr befindlichen Geldscheine entstanden. Im folgenden sei eine im Archiv der Berliner Handelskammer gefertigte Uebersicht über die zur Zeit gültigen Voten gegeben: Oluf gerufen sind: 1. Sämtliche Reichsbanknoten, deren Ausfertigungsdatum vor dem 11. November 1924 liegt. Es sind dies die alten auf Mark lautenden Holen; sie haben am 5. Juni 1925 ihre Eigenschaft als gesetzliche Zahlungsmittel verloren, tonnen aber noch bis zum 5. Juli 1925 bei allen Kassen der Reichsbank in Zahlung gegeben oder gegen gesetzliche Zahlungsmittel um- getouscht werden, wobei eine Billion Mark gleich einer Reichsmark gesetzt wird. Roten in Abschnitten unter 10 Milliarden Mark sollen nur in Gebinden und in einem durch 10 Milliarden teilbaren Betrage eingereicht werden. 2. Die Rentenbankscheine zu 50 Rentenmark mit dem Ausfertigungsdatum 1. November 1923. Sie haben seit dem 31. Mai 1925 ihre Eigenschaft als Zahlungsmittel verloren, können aber noch bis »um 30. September 1925 bei den Kassen der ReichSbank gegen andere Rentenbankscheine oder gegen gesetzliche Zahlungsmittel umgetauscht werden. An Stelle dieses Scheines ist ein neuer Nentenbankschein über 50 Rentenmark mit dem Datum 20. März 1925 ousgegeben worden. G ül- tig sind noch: 1. Alle auf Reichsmark lautenden Reichsbanknoten, die seit dem 11. Oktober 1924 ausgegeben sind, eS sind dies zur Zeil die Reichsbanknoten über 10, 20, 50, 100 und 1000 Reichsmark mit dem Ausfertigungsdatum 11. Oktober 1924. 2. Die Rentenbankscheine über 1, 2. 5, 10, 100, 500 und 1000 Rentenmark mit dem Ausfertigungsdatum 1. November 1923. 3. Die Rentenbankscheine über 50 Nentenmark mit dem AuSsertigungsdatum 20. März 1925. ' Sonntagszüge auf der Gisen- bahn Lich — Grünberg. Dom 5. 3u(i ab verehren zw schen L.ch und Grünberg zwei Sonntagszüge in folgendem Plan: Lich ab 2.46 Mr, Grünberg an 3,43 Llhr. Grünberg ab 5,51 Mr, Lich an 6,50 Mr. !'! DaS Hochschulstudium der DolkSschullehrer hat Ostern 1925 in Hessen begonnen. Am 21 April eröffnete daS Pädagogische Institut an der Technischen Hochschule zu Darmstadt daS erste Semester, und 48 Lehrstudenten trugen sich bis 1. Mai ein, Don diesen wanderten 7 nach dem am 18. Mai ebenfalls eröffneten neuen Pädagogischen Institut nach Mainz, so daß das erste Sommersemester in Darmstadt von 42 Studierenden (39 Herren und 2 Frauen) besucht ist, davon sind 30 evangelisch, 10 katholisch und 1 israelitisch. Die Dorlesungen der Hochschule werden gemeinsam besucht, während die llebungen am Institut die Einteilung in zwei Abteilungen notwendig machten. DaS Gesamtstudium umfaßt vier Semester oder zwei Jahre. In der hochschulfreien Sommerzeit werden Zwischenkursc eingelegt. Auch Besichtigungen von Schulen aller Größen in und um Darmstadt sind vorgesehen. Eine größere Schulreife soll alljährlich unternommen werden, um dem jungen Lehrergeschlecht Gelegenheit zu geben, die Organisation des Schulwesens anderer Bundesstaaten kennen zu lernen. ' Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: Ochsen 443. Butten 45, Färsen und Kühe 1044, Kälber 524, Schafe 147, Schweine 2939 Bor». >en. — Tageskalender für Montag. Beamten- und Angestellten-Dersaminlung 3 Mr .Schipkapah". — Lichtspielhaus. Bahnholsttaße: „Der junge Medardus" — 21 u s dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Zur Ausführung der Oper „Carmen" durch die Frankfurter Oper am kommenden Freitag sei noch bemerkt, dost nuth das starke Orchester vom Opernhaus gestellt wird. Es ist also eine Aufführung verbürgt, die den Aufführungen in Frankfurt selbst durchaus ebenbürtig ist, zumal die szenischen Mittel unseres Theaters auch sehenswerte Bühnenbilder ermöglichen. Schwimmwettkampfe in Gießen. Der Gießener Schwimmverein hatte mit feinen gestrigen verbandsoffenen Schwimmwettkämpfen in der Müllerschen Badeanstalt mehr Glück beim Wettergott, als am Sonntag zuvor die Rudergesellschaft mit ihrer Regatta. Wenn auch kein lacheiider Sonnenschein von einton wolkenlosen Himmel hemiederftrahlte, so war doch das Wetter recht angenehm und ermöglichte einen genußreichen Aufenthalt an der Lahn. Etwa tausend schwimmsportfreudige zahlende Defucher hatten fich denn auch in der Müllerschen Badeanstalt eingefunden, weil mehr dagegen standen als Zaungast am jenseitigen Ufer, um die paar Pfennige Eintritt zu sparen und dafür fo gut wie nichts zu sehen. Die sportlichen Darbietungen waren durchweg sehr gut und fanden mit Recht reichen Beifall. Besonders lebhafte Beifallsstürme wurden dem glänzenden Springen der Geschwister R e h b o r n-Bochum gezollt, deren Leistungen, namentlich die eindrucksvollen sicheren Sprünge von Frl. Hanni Rehborn vom 5-Meter-Drett, als erstllassig anzusprechen sind. Eine humoristische Kletter-, Spring- und Schwimmeinlage sorgte dafür daß auch die Lach- muskeln /licht untätig blieben. Alles in allem kann man die Veranstaltung nach jeder Richtung hin als wohlgelungen bezeichnen. Die Ergebnisse. Jugendfrei st il st assel 3 mal 10 0 Meter. 1. Erster Frankfurter S. C. (Brehm, Fischer, Klüh) 3.55: 2. Frankfurter S V. 4.11,6. — Wider Erwarten siegt der I. Frankfurter S. C., dicht gefolgt vom Frankfurter S. D. Der Schluß- . mann Brehm entscheidet das Rennen. Damenbru st schwimmen 20 0 Meter. 1. Tilly Arndt, Gießener S. V. 3.29; 2. Erna Backof. E. S. D. Moenus Offenbach 3.33,8. — Frl. Arndt siegt in einer für die Gießener Bahn lWende ohne Abstoß) fehr guten Zeit. Frl. Backof fehlt noch die nötige Einteilung. Sie fällt bei etwa 120 Meter dem langen, kräftigen Zug der Gießenerin zum Opfer. Iuniorfreistil lOOMeter fürDer- eine ohne Winterbad 1. Wilh. Brehme. Casseler S. V. 1.16,2; 2. W. Rieh. Hellns- Hanau 1.28,6; 3. H Langenbach. Siegen 1.31,4. — Drehme-Kafsel siegt unangefochten Iugendbru st schwimmen 200 M tr. 1. Theobald. Frankfurter S. D. 3.31.8; 2. Ernst Fuhr. S. S. D. Moenus Offenbach 3.31,8; 3. Fritz Stumpf. Hanauer S.D. 3.36,8. — Ein Mberraschungsfieg Interessant ist ein Vergleich mit den von den Damen geschwommenen Zeiten. Da m e n j u g e ndr ü ck e nschw imme n 100 Meter. 1. Gustel Mandler, Gießener S.D. 1.48.6; 2 Annemarie Heck S.D. 96 Offenbach 1.58; 3. Math. Weihgerber. Siegen 2.10. — Wie vorausgesagt, siegt Frl. Mandler-Gießen. Bei eifrigem Training kann sie es noch weit bringen. Die Offenbacherin ist ihrem Gleichschlag nicht gewachsen III. Seniorfrei stilschwimmen, 1 00 Meter. 1. Aug. Ernst, S. D. Mainz, 1.18,2; 2. Ad. Bauer, Eintracht Frankfurt. 1.13,8. — Ernst-Mainz gewinnt in 2lbwesenheit von Eck und Gaebler-Gießen nach Kampf bis ins Ziel. II. Seniorbrust schwimmen, 200 Me- ter. 1. Fritz Pascoe, Gießener S.D. 3.17,4. Pascoe geht von vornherein in Führung und gewinnt mit großem Dorsprung in sehr guter Zeit. Iuniorschwimmen 400 Meter beliebig 1. Fritz Struck, S. D. 96 Offenbach 6.13,4; 2. Wilh. 2 r e h m e, Kasseler S.D. 6,36; 3. H. Umbad), 1. Frankfurter S. E. 7.14. — Wie erwartet, siegt Struck vor dem ebenfalls guten Brehme-Kassel. Damenfrei st ilschwim men 100 Meter: 1. Anni Rehborn, Bochum, 1.23,5; 2. Erna Backof, S. S. D. Moenus Offenbach, 1.35. — Die deutsche Meisterin gewinnt leicht in erst- llassigem Stiel. Ihre Zeit ist für die hiesigen Dahnverhältnisse hervorragend zu nennen. II. Senior-Springen (3 Pflicht- und 2 Kürsprünge): 1. Willi Herbert, S. D. 01 Mainz, 381,3 Punkte; 2. H. Illig, Siegen 22*/3 Punkte. — Sicherer Sieg des Mainzers. 100 m beliebig für Herren übet 35 Jahren: 1. G. Heister, Eintracht Frankfurt, -1.29- — Heister ist gegenüber seinem Konkurrenten Hövels vom Wetzlarer S. D. bei weitem der Bessere. Jugendfrei st ilschwimmen. 100 Meter. 1. W. Brehm, Erster Frankfurter S. D. 1.15,4; 2. A. Waltersdorf, Frankfurter S. D. und A. Klüh, Erster Frankfurter S. C. 1.16,4; 3. Karl Schröder, S. 23. 96 Offenbach 1.17. — Auch hier ein lleberraschungssieg. Schröder und Wolterdorf folgen dicht auf. Damenrückenschwimmen, 100 Meter. 1. Anni Rehborn, Bochum 1.35,8; 2. Tilly Arndt, Gießen S. B. 1.41,3; Erna Backof, S. S. B. Moenus Offenbach 1.46,6. — Die Meisterin liegt von Anfang an vor und gewinnt roicbcmm in wundervollem 6tU in sehr guter Zeit. (Start und Wende ohne Abstoß!) Frl. Arndt ist der zweite Platz nicht zu nehmen. In diesem Rennen kommt die tteberlegen- heit des Cranoljchwimmens deutlich zum Ausdruck. Iuniorbru ft schwimmen, 100 Meter, für Vereine ohne Winterbad. 1. Jul. Müller, Hanauer S. D. 1.32; 2 H. Dülff er, Kasseler E. 23. 1.38; 3. Carl Lotz, Hellas Hanau 1.39. — Ueberlegener Sieg de» Hanauers. Iugendbru st staffel, 3 m 0 l 10 0 Meter. 1. S. S. D. Moenus Offenbach (Thon. Günther, Ploch) 4.51; 2. Gießener S. D. (Zimmer, Renkhoff, Schneider) 4.53,2; 3. Wetzlarer S. 23. 4.53.3. — Wohl das spannendste Rennen des Tages. Ein Kopf- an-Kopf-Rennen 00m Start bis ins Ziel. Unerwartet gut hält sich Wetzlar» 2. Seniorenlagen st affel, 4 mal 100 Meter. 1. Gießener S. D. (Pascoe. Klein. Kraft, Gaebler) 6.16,8. — Pascoe sichert sei- ner Mannschaft eine großen Vorsprung, der noch ständig vergrößert wird. Wasserballgesellschaftsspiel. Gießener S. D.—Eintracht Frankfurt 0:4. — Da» Wasserballspiel ergibt einen überlegenen Sieg der gut eingespielten Frankfurter. Leider mußte Gießen auf feine zwei besten Spieler Eck und Jung verzichten, für die kein geegneter Ersatz eingestellt werden konnte. Rundfunk-Programm des frankfurter SenderS. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 30. Dual: 12 Uhr Nachrichtendienst. 4 Uhr Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4.30—6 Uhr Nachmittagskonzert des chausorchesters: Wiener Lieder. 6 Uhr Wirtschaftsmeldungen. 6—6.30 Uhr Die Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Soll und Haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6.30 bis 7 Uhr Die Bücherslunde. 7 Uhr Wirtschaftsmeldungen. 7—7.30 Uhr Photographische Plaudereien, Vortragszyklus von Prof. Schmidt von der Technischen Hochschule Karlsruhe. 5. Vortrag. 7.30 bis 8 Uhr Funkhochschule. Vortrag von Prof. Küntzel: „Aus der Geschichte des deutschen Unternehmertums" (2. Abteilung fünfter Vortrag). 8 bis 8.30 Uhr Uebertrogung von Kastel: Stunde der Stadt Kastel. Vortrag des Kreispfarrers Lic. Bachmann: „Die evangelische Gemeinde Kassel" (nachgeholt). 8.30 Uhr Heiterer Abend von Robert Koppel, Berlin. Anschließend Nachrichtendienst, Wettermeldung. Sportbericht. Für Nervenkranke U. Nervös-Erschöpfte. Spexlalkaranetalt Hol- bolm I. Tannua bei Fra kfurt n M Behagl. eingerichtet, vorzügliche Verpflegung (auch Difit-Kureni. Mäßige Preise Prospekt durch Dr. H. Sehnlie-Kahleyu, Nervenarzt. Herabgesetzte, auffallend billige Preise vom Mittwoch, dem 1. Juli, an in meinem Saison-Ausverkauf! 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Das Problem ist von allen Seiten betrachtet außerordentlich interessant. Selbstverständlich drängen sich auch hier jene verbohrten Nationalökonomen in den Vordergrund, die an dem einfachen Rechenerempel der Aus- und Einfuhrziffern haarklein beweisen, daß und warum die Lira momentan zurückgehen, demnächst aber wieder hochgehen müsse. Sie haben das noch jedesmal getan und jedesmal sind die diesbezüglichen Währungen nicht gesünder davon geworden. Es wäre Spielerei, auf die italienischen Handelszif- fern näher einzugehen. Was wollen kleine Schwan• kungen besagen, wenn auf der Sollseite im Haupte buche an die 200 Milliarden stehen'. Es wäre schon ein Wunder, wenn eine aktive Handelsbilanz auch nur die Zinsen einer so ungeheuerlichen Schuld auf- brächte. Der Fremdenverkehr bringt jährlich etwa 2 Milliarden ins Land, Deutschland zahlt jeben Tag ein bis zwei Millionen bar als Kriegstribut, dem Untertanen werden nicht nur ein Zehntel, sondern Der sachverständige Aatgever für Landwirtschaft, Gartenbau und Viehzucht ist seine Sveitagsbekiase »Die Gcholle" Das etile »tnlevhaUimesvlatt ist seine Dienstags und Gamstags erscheinende Beilage ^Gietzenev KamMenblättev" Die einzige Vildevdeilage ist feine eigens füv das Seimatgebiel beav beitete DounevStagSgabe Heimat hn Bild" Die geoSe Lageszeituns SbevhesfenS und deS Lahngebietes ist in seinem 1 LH. Jahrgang der Gießener Anzeiger säße der Ostasienpolitik maßgebend sind und in der die englische Flotte mit ihren Stützpunkten im Stillen Ozean den Machtfaktor darstellt. Man könnte sich norfteUen, daß an dieser chinesischen Krise in Washington die Erwägung weitergeht, wie man nun die Abrüstungsfrage fördern will. Diese hat ja Eoolidge von Yarding übernommen. Die republikanische Partei betrachtet das als einen Hauptpunkt ihrer Außenpolitik. Amerika wird daher alles tun, eine kriegerische Verwickelung im Fernen Osten auszuschließen und wird vielleicht auf diesem etwas umständlichen und langen Wege veranlaßt, bann auch ber europäischen Diskussion über bic Sicherheit und Abrüstung stärkere 'Aufmerksamkeit zuzuwenden. Denn so fern diese chinesischen Vorgänge liegen, sie lehren doch, daß auf der Welt alles miteinander zusammenhängt, in wirtschaftlicher wie auch in politischer Beziehung, sind doch England und Frankreich nicht nur maßgebende Mächte im Osten, sondern zugleich auch die ersten in Frage kommenden Staaten in Europa. Im Augenblick hemmt und schwächt die chine- fische Ärife die beteiligten Mächte, also in erster Linie England, nicht. Dort hat man stärkere Sor- die Gefahr für Italien komme nicht von Wien her sondern vom Brenner. Nun ist der Brenner ein Rührmichnichtan für Mussolini, er näherte sich also wieder Frankreich: Rheingarantie gegen Brenner garantic. Davon will aber England nichts wissen Paris verlangt weiter die Jmeressierur.g Roms an den deutschen Ostgrenzen — eine Unmöglichkeit für uns. erklärt Mussolini, der nicht vergelsen kann, wie italienische Soldaten von den ..polnischen Banden" in Oberschlesien massakriert und rcrftümmelt wur den. Er kann cs, nebenbei gesagt, seinem da maligen Vorgänger, seinem Todfeinde Sforza, beu er gestern vor ber Kammer Lügner unb Verräter nannte, nicht verzeihen, für biese Hekatombe keine Sühne verlangt zu haben, währenb er selber sic! nicht scheute, vor einigen Tagen wegen eines in Afghanistan Hingerichteten Italieners bem Eim ultimative Forberungen zu unterbreiten und einst weilen die Bankguthaben ber in Italien wohnen ben Afghanen zu beschlagnahmen. Er nennt ein solches Vorgehen Politik ber Macht unb Gröhe und will aus burchaus ähnlichen Prestigegründen nicht von einer Bindung Italiens in der Sicherheitsfrage wissen. Italia farä da se! So liegen die Dinge nach außen und es fragt sich jetzt nur, ob diese Prestigepolitik sich auf reale Grundlagen ober tönerne Füße stützt. Vielleicht lei bet die italienische Valuta an unsichtbaren Jmpott beraöilien. an dem Glauben der Mächtigen dieser Eroe an die tönernen Füße. Sicher ist, daß in Italien die patriotischen Fahnen etwas zu häufig wehen, daß das Gold der festtäglichen Begeisterung durch den allzu häufigen Gebrauch zur Scheide münze herabgesunken ist und insolgedessen nicht mehr so geschätzt wird. Mit Trommelwirbels und Ultimaten allein kann man bei einer solchen Schul benlaft keine Währung halten, es muß sich zum minoeften eine stabile Politik hinzugelellen. Freilich hat Mussolini ein festes, erhabenes Ziel im Auge, bic Größe bes Vaterlanbes, er hat aber zur Er- i reichung desselben zu viele Eisen im Feuer. Zu viele Weberschiffchen zwischen allen europäischen unb überseeischen Kabinetten laufen. Das Element ber Unklarheit macht sich in ber römischen Politik breit — bas internationale Barometer zeigt es un- em Viertel unb mehr seines Einkommens megge- fteuert — und doch wird von alledem ber heiße Stein nicht gekühlt, wenn auch bic Finanzlage nach ben amtlichen Aeußerungen bes zustänbigen Ministers eine glänzenbe ist. Seine Exzellenz läßt in Anwesenheit ber Presse Haufen von Banknoten in ben Koksöfen verbrennen, er gibt ben Valutaspekulanten ben Tip, ja nirt auf Baisse zu spekulieren — aber nein, bockbeinig rechnen biese Leute mit einem weiteren Rückgang ber nationalen Währung, weshalb sie als Landesverrräter gebranbmaflt werben. Hier sind wir schon auf bem Gebiete, wo die Währung gemacht wird, auf dem Boden der Politik. Ein Blick auf das internationale Valutabarometer: Schwankend. Wer wollte leugnen, bic augenblickliche Politik Italiens sei nicht schwankenb? Ur- | fache unb Wirkung also in einfacher Wechselbe- 1 ziehung. Aber einfache Erklärungen sinb nichts für Politiker. Das verlangt schon ber Parteistanbpunkt. Unb so nt nach ber Opposition einzig unb allein ber Faszismus an ber Geschichte schulb, währenb Fa- rinacci verlangt, bic Saboteure bes Nationalvermögens, biese Aldertini unb Amenbvla, müßten in Ketten gelegt werben. Außerbem gibt es noch Dritte, bie gerabe in biefem Familienzwist eine ber hauptsächlichsten Ursachen jener Erscheinungen sehen, bic man als Borsenpanik zu bezeichnen pflegt. Börse, ja, nicht bloß Wechselkurs. Denn bas ist das Originelle an der italienischen Krisis: Wäh- renb in Deutschland die Aktien um so höher stiegen, je tiefer die Sßäfjrung herabrutschte ober hcradge- rut|cht würbe, stürzen hier bie Aktien mit. Auch für biefes Phänomen gibt es gelehrt tuenbe Erklärungen, währenb in Wirklichkeit bie Sache sehr einfach liegt: Das Mißtrauen bes Auslanbes begegnet sich mit bem Mißtrauen in Italien selber, unb bas mit Recht, benn bie italienische Inbustrie hangt ja zu neun Zehnteln vom Ausland ab. Um nur ein Beispiel zu nennen: Im gleichen Augenblick, wo die französische Fwlle der italienischen im Hafen von Neapel einen zeremoniellen Besuch abstattete, wie es bie internationale Etikette vorschreibt, entzog ein Ukas bes Frankreich be- herrschenben Comite bes Forges ber lateinischen Schwester bie Vorbebingungen fü bie Existenz einer Flotte unb eines Heeres: Das alte Eisengerümpel. Es hort sich fast wie ein Witz an unb boch bebeutet ber Schrott für Italien bas Lebenselemcnt. Als Mitglieb bes Dreibunbes war Italien aller Rohmaterialsorgen entljoben, mit ber Besitzergreifung burch Frankreich sah es sich hoffnungslos ber Hegemonie ber französischen Schwerindustrie aus- geliefert Daher die furchtbare Ernüchterung nach dem Frieden, daher in der Hauptsache ber Haß auf Frankreich unb bie Nittimänner, bie nicht rechtzeitig bie Gefahr erkannten. Bis auf bie Elba- gl üben unb einige anbere Minen fetunbärer Bebeu- tung bar bes unerläßlichen Eisens, bezog Italien Jahre hinburch das Futter für feine Industrie und bamit bie Unterlagen für feine Wehrmacht in Form non Schrott, zunächst aus bem Saargebiet, also cud) aus französischer Hanb. Dann tarnen bie ersten Beschränkungen unb wenn nun Frankreich bie Schrottausftchr gänzlich unterbindet, so braucht es wirklich nicht vieler Worte, um zu erläutern, was bas für Italien bebeutet. Das fafzistische Italien erkannte beizeiten die Achillesferse an bem jungen Koloß eines bis an bie Zähne bewaffneten Dierzigmillionenvolkes, besten Wehrfähige biejenigen Frankreichs in zwan- zig Jahren an Zahl um bie Hälfte übertreffen werben, unb suchte Anschluß an Deutschlanb. bie Freunbschaft ober wenigstens Neutralität Englanbs Es jubelte Hinbenburg zu unb — schwenkte um in bem Augenblick, wo bie Anschlußfrage akut wurde, ber österreichische Außenminister in eigener Person in Rom Verrat beging und Mussolini versicherte, Aus der Provinz. Landkreis Gietzen. al. 21 l l e n d o r f (Lahn). 27. Juni. Der der Volks- und Betriebszählung ist folgendes Ergebnis zu verzeichnen: Einwohner 869 (422 männliche, 447 weibliche), Häuser 152, Haushaltungen 176. Landwirtschaftlich« Betriebe 135, Gewerbebetriebe 32. Dei der letzten Volkszählung in 1919 hatten wir mir 784. also 85 Personen weniger. !*! Haufen, 28. 3uni. Ein Sängerfest feierte heute der hiesige Gesangverein „Germania". Gleichzeitig beging der Verein sem 27jähriges Stiftungsfest verbunden mit Fahnenweihe. Zu Ehren der gefallenen Dereinsmitglieder wurde heute vormittag auf dem Friedhöfe am Gefallenendenkmo । ein Kranz niedergelegt. Vachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug durch das geschmückte Dorf nach dem Festplatzc. Außer den hiesige:' Vereinen nahmen 19 Gesangvereine der ihn gebung an dem Feste teil. Auf dem Festplatzc hielt der 1. Vorsitzende Größer die Festansprache und weihte die neue Fahne, die alsdann der Fahnenträger Hch. Schlosser übernahm. Seitens der Festjungfrauen übergab Frl. Sophie Schard eine Fahnenschleife. Der Dauer sche Gesangverein-Gießen stiftete einen Fahnennagel. Durch gesangliche Vorträge der einzelnen Vereine naßm das Fest einen sehr schonen Verlaus. Z Lich, 27. Juni. Unser in den 90er Jahren noch stilles unb vielen unbekanntes Stäbtchen hat burch bie Vermählung ber Prinzessin Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich mit bem Großherzog Ernst Lubwig in weiten Kreisen immer mehr Jnterefie gefunben, so baß seit bieser Zeit alljährlich zahlreiche Frembe kommen, um ber ehemaligen ßanbesmutter Heimat unb beren Sehenswürbig- feiten kennen zu lernen. Aber nicht bloß Ausflügler, Wanbercr unb Erholungsbebürftige suchen bas schon gelegene, mit prächtigen Wäwcrn umrahmte Stäbtchen auf, sonbern auch wissenschaftliche unb anbere Vereinigungen machen es zum Orte ihrer Tagung. So fanb gestern unb heute eine größere VersammlunghessifcherForstbeamten in unseren Mauern statt. UnterFührung bes fürstlichen Oberförsters Zimmer würbe burd) bie am Nachmittag schon eingetroffenen Herren zunächst eine j Besichtigung ber Stabt unb ihrer altertümlichen Ma- rienstiftskirche vorgenommen, woran sich bann im „Hollänbischen Hof" ein gemeinsames Abendessen anschloß. Danach folgten mehrere wissenschaftliche Vorträge, bie ber Aufklärung unb Fortbildung bienen, und am heutigen Tage sodann eine gemein fame Exkursion durch Gemarkung unb Wald, wobei eine Anzahl Aufschlüsse auch Einblick in die Boden Verhältnisse und feine geologische Zusammensetzung und bie dadurch bedingte Wulbkultur gegeben wurde — An dem freudigen Ereignis, das aus Laubach gemeldet wird, der Geburt einer T o ch te r des Grafen Georg zu S o l m 5 • 2 a u b a d) nimmt unsere Stadt innigen Anteil, ist doch die Gräfin-Mutter eine Tochter des Fürstenhauses jüngstes Kind des verstorbenen Fürsten Karl unt seiner noch lebenden Witwe Emma zu Solms-Hohen solms-Lich. Aus Anlaß dieses Ereignisses weht auf bem hiesigen Schlosse bie blaugelbe Solmser Fahrn — Als ein Ausfluß ganz außergewöhnlicher Rohei: — zur Zeit bes Frembworterunfugs hätte man Dan balismus gesagt, bamit es nicht jeber Deutsche gleid verstand — darf wohl eine Tat bezeichnet werden die dieser Tage hier vorgekommen ift Dem in allen Teil ber Bevölkerung hoch angesehenen Lehrer D. wurden in seinem Garten in einer Nacht alle Gemüsepflanzen, Kartoffelstauden, ja sogar bie Beerensträucher und Zwergobst - ft ä m m d) e n ausgeriffen. Es ist nicht anzunehmen, daß ein vernünftiger, erwachsener Mensch ber bie Freude eines Mannes an feinen selbftgezüch teten Erzeugnissen kennt, sich zu einer solchen Tat hinreißen läßt. So bleibt nur die öfters geäußerte Vermutung bestehen, daß jugendliche Rohlinge, vielleicht sogar Schüler des Betroffenen in dieser Weise ihren Unmut über irgendeine Zurechtweisung Ausdruck verliehen haben. Wenn Strafe für eine Uebeltat gerechte Sühne fein soll, so wäre hier sicherlich die bei vielen so verpönte Prügelstrafe am Platze, und zwar nicht bloß einmal, sondern mindestens so lange, bis die zerstörten Gewächse chre Ernte gebracht hätten. Dafür wurde ge- wih auch der hartnäckigste Gegner dieser „mittelalter- Außenpolitische Umschau. Don Professor Dr. Otto H o e tz s ch , M. d. R. Wie natürlich, hat in bet letzten Woche bie Sicherheitserörterung keinen Fortschritt gemacht. Man prüft auf beutjdjcr Seite erst bas ganze verwickelte System, das Frankreid) vorschlägt. Man stellt in Warschau und Prag fest, daß man im großen unb ganzen zufrieben sein kann. Man ift in Frankreid) durch ben Kamps in Marokko unb bie innere Regierungskrise abgelerftt. Unb man hat vor allem in England damit zu tun, festzustellen, was für Bindungen England eigentlich ein- ginge, wenn es an ber Herstellung biefes ganzen Paktes Mitarbeiten würde bis zum Schluß. In England wird man kritischer und zweifelnder. Aus bem Briefwechsel zwischen Frankreich unb Englanb, ber veröffentlicht worben ist, sicht man, mit welchen Bebenten Englanb an die Sache heran» geht und wie es versucht, auf alle Weise und mit Rückfragen zu klären, ob es sich nicht hier in Zwangsverhältnisse einläßt, bic so kommen würben wie 1914, als sich zeigte, daß Englanb die Freiheit seiner Entschließungen eben preisgegeben hatte. Ob das nicht in irgend einer Form auf die Stellung Chamberlains zurückwirkt, wird sich erst in ben nächsten Derhanblungen bes Unterhauses zeigen, bie beshalb auch für uns sehr interessant sind. Wir blicken noch einen Augenblick auf die Böl- ferbunbstagung in Genf zurück, in ber ja die Besprechung zwischen Brianb und Chamberlain nur ein Vorspiel war und auf der vor allem die österreichische Angelegenheit behandelt wurde. Aeußerst ängstlich ift man in Oesterreich bemüht gewesen, das heißt in seiner offiziellen Welt, alles, was nach Anschluß klang, beiseite zu schieben (der Wechsel ber österreichischen Gesandtschaft in Berlin gehört in dieses Kapitel), um nur ja nicht die Stimmung in Genf zu verderben Man wollte dort den Rest ber Völkerbunbsanleihe, bie sogenannten Rest- krebitc für sich frei bekommen, um sie zur Bekämpfung ber Arbeitslosigkeit, zur Elektrisierung bestimmter Teile ber Bunbesbahncn zu verwenben. Das ist auch gelungen. 18 Millionen Dollar sinb daraus zur Verfügung gestellt worden und auf drei Jahre kann Oesterreich dieses Programm durchführen. Es ist an sich sehr schon und sehr nützlich, aber glaubt jemand, daß damit diesem Staate und dieser Volkswirtschaft dauernd auf die Beine geholfen worden ist? Nein! Wir sehen ganz ruhig diesen Bemühungen zu, ebenso bem nervösen Gerebc gegen Anschluß überall auf ber Welt. Wir könnten bas um so ruhiger tun, wenn nicht aus diese Weise die Leiden .unseres Volksgenossen an ber Donau nutzlos verlängert würden. Die natürliche unb gegebene Losung ist ja ebensowohl vom nationalen wie vom wirtschaftlichen Stanbpunh ber Anschluß an das Reich, der einmal kommen wird und kommen muh! Der große weltpolitische Hintergrund der Sicherheitsdebatte, die uns nun das nächste Vier tcliahr, das heißt zunächst bis zur Völkerbundstagung in Genf, beschäftigen wird, ist in den Worten Marokko und China enthalten. In Marokko rüsten die Spanier zum großen Angriff auf Abd el Krim unb sie unb bie Franzosen suchen burch gemeinsame Abrebe ben Waffcnschmuggel zu untcr- binben, mit bem Abb el Krim fortwährenb Unter stützung erfährt. Es ist für Spanier unb Franzosen ein sehr gesährliches Abenteuer. Diese Kämpfe in Gebirge unb Hitze, gegen eine tapfere tobesmutige Bevölkerung, bie bie mobernen Kampfmittel, etwa bes Schützengrabens, auch gelernt hat, sinb jeben» falls langwierig, sehr opfervoll unb kosten viel Gelb. Der spanische Diktator stellt sein ganzes Schicksal babei auf bas Spiel, inbem er diesen Kamps zu Ende führen will. In Frankreich aber kann Dies Kolonialabenteuer ben Sturz ber Regierung jeben Tag bringen. Im Kartell ber Linken rebellieren große Teile, wollen bie Unterstützung bem Kabinett Painleve nicht mehr gewähren, unb mit bem marokkanischen Streit tritt bie innere Unwahrheit bieser Regierung ins Licht, baß sie von ber Linken gestützt wirb unb in ber sic Männer mit einem ausgesprochenen Rechtskurs an verantwortlichen Stellen — wir benfen an Brianb unb Cail- laux — hat. Das lähmt unb schwächt bie Schlagkraft Frankreichs unzweifelhaft unb natürlich haben auch wir bas in unsere Bchanblung ber Sicher- Ijeitsfrage einzustellen. Diel weiter ab liegt, was in China vorgeht unb was Europa, wenn wir cs offen sagen wollen, in ber Hauptsache rätselhaft ist. Gewiß sieht man Arbeiterunruhen, bie bessere Arbeitsdebingungen in ben Fabriken ber Küstenstäbtc schaffen wollen, bie in ber Hauptsache in ber Hanb von Auslänbern fmu. Da wirkt selbstoerstänblich aud) bie bolschewistische Agitation mit. Allein hat sie biese Unruhe nicht geschaffen. Denn ihr tiefster Grunb scheint uns zu sein die Abneigung "pnd Feindschaft gegen bie Frcmben,' ber sehr begreifliche unb verständliche Wun, h eines uralten Völksstammcs, das seinen Zusammenhang im selbständigen Staat erwiesen hat, die Fesseln ber Frembhcrrschaft abzuschütteln, bie heute noch in vielen Beziehungen auf China lastet. Sbir benfen nur an bie Kapitulationen, an die exterritoriale Stellung der Ausländer in Recht unb Gerichtsbarkeit, an bie Herrschaft ber fremden Mächte über bic chinesische Zoll- unb Finanzpolitik unb manches anbere. Schon erörtern bie Mächte bie Intervention, die Konferenz. Geht man an diese Dinge heran mjt der alten Vorstellung, bah eine koloniale Macht durch Einsetzung militärischer Mittel Ordnung fdjafft, Eigentum und Leden ihrer Staatsangchöri- gen schützt, so wird man zweifellos dieser chinesischen Krise nicht beikommen, bie in manchem an bie Borer-Bewegung in ben 90er Jahren erinnert. Man stoßt bann auf einen harten Nationalismus unb in Riefenmasse herein, in ein ungeheures Land mit einem ganz zähen Volkstum. Auch ist ja schon burch bie Konferenz von Washington feftgelegt, baß bie Intervention gewaltsame Formen gar nicht tragen rann Unter Amerikas Führung haben bamals 1924 alle beteiligten acht Mächte sich verpflichtet, bie Souveränität unb Integrität Chinas zu achten unb ihm nur unter bicscn Voraussetzungen beizuspringen unb zu helfen Das wirb auch ber Ausgangspunkt für bie Bchanblung jetzt sein, bei ber uns heute wichtiger als bas, was in China vorgeht, bic Frage ift, wie bas auf bic europäische Lage zurückwirkt. In dieser Beziehung ist wohl nur bas eine zu sagen, baß bic chinesische Krisis Englanb unb Amerika enger zusammenführen muß. Auf ber an- beren Seite stehen, wenn auch noch nicht eng zu» sammengeschlosscn. so boch aufemanber zukommenb China, Japan, Rußland, gleichsam ein werbender ' Bund fernöstlicher Großmächte. Dies führt auf dieser Seite zu einer engeren Interessengemeinschaft der Angelsachsen in der die amerikanischen Grundgen, die näher liegen. In erster Linie die Frage, was England in ber Sicherheitsbiskussion anfängt Durch bas Geschick ber Franzosen hat sich bie (Brunblage, haben sich bie Ausgangspunkte verschoben. Die Gefahr ist für Englanb sehr groß, bah es sich auch in biefem klug ausgebachten Netz von Verträgen, bie Englanb mit garantieren soll, verfängt, unb daher das Bestreben, klar zu fchen in bem, was es selbst garantiere, unb bem Volkerbunb in keiner Weise vorzugreifen. Man hat vielmehr in Englanb bie Hoffnung, baß sich Frankreich in biefem Netz bann verfange, wenn ber Völkerbund als letztes und ausschlaggebendes Organ erhalten bleibt. Und so entsteht für England genau die gleiche Frage, wie für Deutschland, und im Grunde die gleiche Antwort darauf: Welche Vorteile bietet solcher Pakt nach Frankreichs Rezept denn für England? Mit bem Ausweg, auf ben bas Gespräch in Englanb leicht kommt, baß man bann, wenn nichts anberes baraus werbe, sich von Europa desinteressiere, ist es ja nicht getan. England ist und bleibt ein Teil bes europäischen Kontinents unb cs wirb ba- her auch in dieser Sicherheitsbiskussion um bestimmte positive Entscheibungen nicht herumkommen. Dabei muß cs sich heute sagen, baß es auf bie Unterstützung Amerikas nur sehr begrenzt zählen kann. Amerika ist baran interessiert, baß Europa zum Frie- ben kommt unb in irgenbeiner Form bicscn Frie- ben garantiert. Aber es wirb bestimmt nicht in bie- fer Frage vorangehen, wie es bas bei ben wirtschaftlichen Dingen mit bem Dawes-Plan getan hat. Es wirb Englanb folgen, ihm Unterstützung gewäh- ren, mit bem Druck auf bie interaUierten Schulbcn nad'hclfen. Aber es bleibt babei: Entschluß unb Entscheidung bleiben England, bas vorangehen muß, nicht erspart. Unb eigentlich müßte man sich in Englanb sagen, baß babei, in bieser Sicherheitsfrage, bie Interessen Deutschlanbs und Englands im Grund parallel gehen! Valuta und Politik. Von unserem römischen Korrespondenten. Rom, Ende Juni. Um diese Zeit vor einem Jahre zahlte man an ben Schweizer Börsen für 100 Rentenmark bis zu 136 Franken, heute erhält man für 100 Rc.ichsmark 122 Franken. Die abfteigenbe Entwicklung begann mit bem Augenblick, wo bie Banken bie vereinbarte Gntmertungstlaujel kurzerhanb strichen. Daraufhin zogen bie auslänbischen Einleger, unb mit vollem Recht, ihre Guthaben zurück, der kaum begonnene Zufluß frcmben Kapitals geriet ins Stocken, bie Geldknappheit griff in Deutsch- land reißend um sich. Den zweiten Schlag, und es kann sich um einen tödlichen Schlag handeln, erlitt bie neue beutsche Währung burch bie Nichtigkeitserklärung der guten alten Dorkriegsmark, eine Un- geheuerlichkcit, vor der alle Türkereien unb Mittel- amerifanereien verblassen. Nun fahren felbftoer» ftänblid) wieber jene ausgezeichneten Wirtschaftsgelehrten in bie Hohe, bie seinerzeit mit ben burchaus gleichen Argumenten jebe Möglichkeit einer Markentwertung auf Null bestritten. Ausgezeichnet hören sich ihre Theorien an, wer aber Glaubt baran im Ausland? Und nur, nur ber Glaube des Auslandes vermag eine Währung zu halten. Der neue österreichische Schilling schillert im Werte je nach ben internationalen Diagnosen, bie bem lebensunfähigen Staatengcbilbe von Zeit zu Zeit in Genf ausgestellt werben. Unb bas Völker- bunbsgelb selber, jene Anleihen, um die sich seiner- zeit die Leute förmlich rissen? In Italien eignet sich jetzt alles das, was man schon in Wien und Berlin und vorübergehend in Paris erlebte: eine Unzahl von Doktoren am Krankenbett ber Lira, ein erbaulicher Widerstreit ber Meinungen, Optimismus unb Pessimismus ein» 1 ander unversöhnlich in den Haaren, während mit liit,ea ch" sä jeiin. Msheu" gubtTuK'i- Hrirdberg, Scvf'.-Geu Hcusensiar Langen. ■ Mhlhem Mder-Ei Ttebev, Sprcniflin am Aheir %ii I 80 Zirm-' der groß' Messeanlc führt,» « flonliiig 11 Aeu-Istn^ Aach wie alle Spillen Haltung^ Korblvam technische brikale, Lk getoetbe,f dio-Apvo Laren, 1 In t gewiesen meldunge Oktober Fabriken bindung'i Teil w.se selbst Ion ster Qht eines ml Messeamt dienst» 11 erhaltunc denen kei erteilt ül reitMig reitwilligst Auskunft. beginnt Mittwoch,denl. Juli Die Preise meines gesamten Warenlagers anz bedeutend ermäßigt sm und biete ich meiner Kundschaft hiermit ganz besondere Vorteile 6880a Modewarenhaus Carl Nowack 15,30. Rapskuchen 15.60 dis 15,80. 22.50 bis 22.80. Trockenschnihel 10,20 Sorfmdalfc 10. ÄartDffcniodcn 21.20 bis 10.50, bis 21.60. Ueic 14 Li» 14,20, RoggenLüue 14. äxlloria- erbten 26 biS 31.50. Reine Srbfcn 25 bis 26.50. Futtcrerbsen 21 bis 24, Peluschken 21 bis 23, Llckerbohnen 21 bis 22. Wicken 24 bis 26. Lupinen, blau 11 bis 12.50. do gelb 14,25 bis ' ' '* Leinkuchen ««m verleibt rosiges, jugendlrlschee •pPSHSfeb'i ’r Antlitz u. ein rein, urterTeint, g y Alles dies erzeugt die echt« Sb M BfiS® MlffdkbSe^^ilehseüe Erenx-Drog. Augaxl Noll Nenslsdt-Drsg. Bus Noll P. J. Efföbs, Seifenfabrik Drog. 6g. Wallenfels. Drog. Otto Winterholf ________________46c Hoffen und die FranKsurter Messen. Ein Blick auf die Karte Deutschlands genügt. um sich davon zu überzeugen, baö jranl- furt für die Gebietsteile Hessens die Rolle eines Gelenkpuniles zukommt. Ts ist denn auch oft genug scstzustellen, tx1Ö W<*)2 Vertreter der verschiedensten Interessen in der Ma nMetropole , zu Tagungen sich treten Me neutaebten Frank, furtcr internationalen Messen haben aus Hessen eine ausgezeichnete Beschickung aufzuweisen und erfreuen sich auch in der hessischen Einkäufer» schäft wachs enden Vertrauens Erweist sich die gec^'.aphische Lage Frankfurts für den gesamten europäischen Westen als aust er ordentlich zentral, so im besonderen für die hesfuchen Lande Das wirkt sich natürlich auch auf ihren Grvßmärklen nus Aach Angaben aus dem Handbuch für die vergangene außerordentlich erfolgreich verlaufene Z.ükjahrsmesse waren aus folgenden Städten und Orten Aussteller an dec Messe beteiligt: Alsield, Alz Y. Arhriligen, Auerbach, Bensheim. Bickenbach, Bingen, Brenzbach, Butzbach, Dahlsheim, Darmstadt/ Dieburg, Dietesheim. Dudenhofen, Eberstadt, Eppertshausen, Erbach, Friedberg, Gießen. Gonsenheim, Groh-Bieberau, Grof'-Gcrau, Groh-Steinhnm, Groß-Umstadt, Groß-Zimmein, Grohen-Buseck, Heppenheim Heusenstamm, Kirch - Brombach. Lämmerspiel, Langen. Lauterbach. Mainz. Michelstadt i. O, Mühlheim a. M, Aeckarsteinach, Reu-Isenburg, Rieder-Erlenbach, Aieder-Ramstadt, Offenbach, Dieder, Osthosen, Raunheim. Rüsselsheim, Sprendlingen, Unter-Waldmichelbach, Worms am Rhein Am itä tuen vertreten' ist Offenbach mit rund 80 Zirmen (darf daran erinnert werden, dah emes der großen Ausstellungshäuser der Frankfurter Messeanlage den Aamen .Haus Offenbach führt.) cd folgen dann jeweils mit größeren Konti,ig nten an Ausstellern Darmstadt Mainz, Reu-Isenburg, WormS usw. Aach den Branchen gesondeist. sind so gut wie alle Erz^ugungsgruvpen vertreten nämlich: Tcxilirn de A t Lederwaren, Sch h:. HuS- haltungsgegenstände, Bürsten, Besen, Pinsel, Korbwaren. Ocfcn, Möbel, Deleuchtungsartikel, technische Apparate, Maschinen, elektrische Fabrikate, Lebensmittel, Tabike, Zigaretten, Kunst» gewerbe, Bücher, Bürobedarf, Parfümerien, Radio-App 'rate, chemische Erzeugn s e. Galanteriewaren. Bijouterien, Sportbedarf us'v. In di s m Zusamm nh ng darf darauf hin» gewiesen w rden. daß nach Lc.i vorliegenden Anmeldungen aüj) die Herbstmesse vom 4. bis 7. Oktober mit einer starken Beteiligung hessischer Fabriken und Werkstätten rechnen kann. Die Der- binbung n aus Hessen nach F ank urt inb zum Teil wesentlich verbes' ® ®1 tit ersten diele «w nähens die «« Mnen. vbachlen Himmel besonder , QDc' die N Himmel ziehen^ so auy bah m;1 und ® Anschau Vorstell zu mad es zlve sitzenden lenz haben. 1 des ®e Linricht lichen einem m künstlich« Der Iw«, eu sen, bei iv zeig« Aatur wohnt in 3ei Sie L Jnstrui von kl zueincii werden appam grohen, stäche lugelig einen die A reigt. Ei Durch big be die bei /War der 6te enthält dianlär Norderwisch b. Marne in Holstein, den 29. Juni 1925. q i T"75p«hon Meyerhoff & Goslar Kre“p"B ' t ■ WirWafts-LerBlhtggg. Die Wirtschaftsräume mit Saalgeschäft und Kegelbahn nebst zugehöriger Wohnung in der Turnhalle des unterzeichneten Vereins, sind vom 1. Oktober 1925 ab neu zu verpachten. Vertragsbedingungen können gegen ein Entgelt von 5 Mk. bei unserem 1. Vorsitzenden Herrn Philipp Weih hier, BiSmarckstrahe Ar. 9, bezogen werden. Bewerber werden gebeten, schriftliches Angebot bis spätestens 24. Juli 1925, bei dem 1. Vorsitzenden einzureichen. MN'vmin Bflö-HanBelm e. B. Gegründet 1860. 6348D S&F-Kaffee auS eigener Großrösterei. Allerfeinste Mischungen 6402a neben dem Hessischen Hof Billiger Einmach-Zucker UllsleiD-Mnille alle Größen lagernd im 846a Modehaus Salomon. Kaiser-Natron machralleSpeisen leicht verdaulich, darf in keiner Küche fehlen. In Originalpd(kung.Rezeple gratis in meisten Geschallen. » ■ Arnold Holste Wwe SieieFeld. 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Vaterländische Feier am Bismarck» türm mit anschließendem Kommers im Klubhaus. Vereinigung alter Burschenschafter Nidda—Schotten: Scriba. Kalasiris patentiert in allen Kulturstaaten, mit allen Vorteilen, aber ohne die Nachteile des bestsitzenden Korsetts, macht elegante, schlanke Figur, stützt Leib und Rücken, ohne sonstwie zu beengen. Für Gesunde und Kranke. Verkauf: Jeden Mittwoch in Gießen, Plockstraße 13 I Vertretung: Frau M. Kopp, Marburg Schulstraße 10. Lichtspielhaus,Bahnhofstraße Nur noch 3 Tage bis einschließlich Mittwoch: ein modernes erstklassiges Werk „Oer junge ledardus“ 7 Akte nach Arthur Schnitzler. 6385c Hauptrolle: Gräfin Agnes Esterhazy Ein Film auserlesener Qualität! । Man verlange ausdrücklich | Gießener Brauhaus-Pilsener| Liebigshöhe Das Familienkonzert findet wegen Universitätsfestes nicht am Mittwoch, sondern am Donnerstag,2.Juli 1925 von 4—7 Uhr statt 6393D fliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Tel. 240 auch nachtS W Fahrräder A N D fein! E R v- Schilling K Gießen. Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorn. Hermes Prospekt frei. QllllllllllllllllllllllllllllllllD Montag, 29. Juni 1925 Giehener Anzeiger tcoenercu-Anzetger für Gverhessen) Ur. 149 Drittes Blatt Aus 9laiur und Technik. w n n eit y auf in Jena in Die Lösung Instrument von kleinen zueinander 2lus unserem 3Bcg haben wir bereit» nach mehrstündiger QEantcrung durch die Abteilung.n Maschinenbau, Verkehrswesen. Bergwerk. Hünen- toefeh, Physik und Chemie gewaltige Eindrücke in unS ausgenommen, aber mit derselben inneren Spannung und mit dem Dünsche, bei brr ersten Besichtigung ein umfassendes Bild zu gewtnnrn. wird der Vang durch die weiteren Abteilungen Astronomie. Textilindustrie und Landwirtschaft fortgesetzt. Dir betreten den Kuppelraum des Projektionsplanetar iumt. Aach kurzem D- rrveilen haben wir uns an die Dunkelheit gewöhnt, und plötzlich leuchtet der Fixsternhimmel in seiner ganzen Pracht auf. Laute der Verwunderung und des Entzückens hört man. Ist in diesem Augen- blicke so etwas Besonderes geschehen? Ist doch nur der Fixsternhimmel so sichtbar geworden, wie die Tat umgeseht werden, wurde in einem optischen gefunden, einer Vielheit Projektionsapparaten, die so ungeordnet und bewegt it > r->f« Bcii-VIanctcraint. lil .stNchem Dege durch ein optisches Instrument nachzuahmen? Das Entzücken entspringt wohl einem anderen Umstand, da sich die wenigsten der Veschauer in dem Augenolict des Ausl-uchtens des Sternhimmel« dec Schwierlgs.rren bewußt gewesen sein dürften, die diese Aachbildu. a der Vatur verursacht haben mag. Die Hcsach. dieser spontanen Freude wird tiefer liegen. Dre heutigen Menschen sind durch ihre ganze Lebenswerse der Agtur mehr oder weniger entfremdet. Sre haben für Aaturbetrachtungen schon kerne Zeit und nur selten Gelegenheit, den Himmel und seine Sterne so leicht und eingehend beobachten zu können, wie an dieser Stelle. Es gibt nur ganz wenige unter ihnen, die die klare Aacht dazu benutzen, in der freien Statur den gestirnten Himmel zu betrachten. Diese finden in der wirklichen Statur das Entzücken an der gctoaltigen und rätselhaften Schöpfung des Weltalls, das uns unter diesem künstlichen Himmel so plötzlich ersaht. Der Tro|cMtoM»5innne1. 10 Stück für die Darstellung der Körper unseres Sonnensystems. Die Schöpfung dieser sinnreichen und verwickelten Apparatur ist ein neues Meisterwerk deutscher Technik. Dir haben ein Bildungs- mittel erhalten, wie es noch kein Museum oder wissenschaftliches Institut der Welt aufweisen können. An dieser Stelle soll nun wenrger die Apparatur als die Wirkung des Ganzen auf den Beschauer Betrachtung findem_________________ er sich dem Auge in jeder dunklen und äußerst klaren Stacht zeigt. Ist es allein der Ausdruck der Verwunderung darüber, das) eS möglich worden ist. die Statur so erstaunlich genau werden, da st die von diesen Prvjektions- apparaten an der Innenfläche einer groben, halbkugelförmigen ProjektionS- f lache erzeugten Bilder den in dem halb- [ngeligcn Raum sich aus haltenden Beschauern einen künstlichen Himmel tarbietet, wie ibn die Statur ihrem unbewaRieten Auge täglich zeigt Eine Hohllugel von einem halben Meter Durchmesser ist auf seiner Oberfläche vollständig besetzt mit 72 kleinen Projektionsapparaten, die der Darstellung der mit dem blosten Auge sichtbaren 4500 Fixsternen, der Milchstraße und der Sternbildnamen dient. Der Planetenapparat enthält in Etagen übereinander angeordnet Site- chlniismen und Projektionsapparate, und zwar Dir sehen hier das Himmelsgewölbe mit allen dem Ibloßen Auge sichtbaren Sternen wie | es sich nur in reinster Luft und im Hochgebirge unteren Blicken offenbart. Die« aber nicht allem! Unsere Bewunderring wächst, toeitn wtr sehen, wie sich das Himmelsgewölbe dreht und die Planeten ihre Dahn ziehen, so bah wir in toemgen Minuten den ganzen Himmel betrachten tonnen. In dem Himmel auf Erden haben wir es aber weit bequemer als in der Statur, in der wir ein volles Jahr dazu brauchen, um die Himmelsvorgänge zu studieren. Unabhängig von der Witterung, die uns zu oft auf längere Zeit unsere Himmels^oPachtungen unmöglich macht, sind wir durch das Planetarium in die Lage verseht. Tage und Jahre m wenigen Minuten zu erleben, zumal da die Bewegungsvorgänge am natur1*^'' Himmel durch praktische Wahrnehmungen, wegen der Langsamkeit dieser Vorgang.', genau zu verfolgen, nur wenig Menschen vorbehalten bleiben muh. ___ Ein Schauspiel trirb uns in dem Deutschen Museum vorgeführt dessen Erforschung die gröhten Geister aller Zeiten von Arabern und Griechen, von Ptolemäns bis KvPernikuS beschäi- tigt bat. bis es schließlich dem letzteren, den wir als Deutsche mit Stolz zu den Unsrigen zahlen dürfen, gelang, aus dem Wettstreit der Bewegungen das wahre Bild unseres Sonnensystems zu ergründen. Diese Betrachtungen seien ein Glied aus der langen Kette der Erlebnisse, die der erste Bund gang durch den Tempel der Technik hinterlassen hat. Voll Bewunderung und Dankbarkeit bilden wir auf den genialen Schöpfer des Deutschen Museums. dieser einzigartigen Dildungs- und Be- lehrungsstätte, auf dessen Anregungen wir in München auch den Himmel "auf Erden erhalten haben! Das Luftschiff im Weltverkehr. Don Dr. h. c. 21 u g u ft von Parseval. Unter den Verkehrsmitteln von heute nimmt das Luftschiff, was Schnelligkeit und Annehmlichkeit der Weife betrifft, den ersten Platz ein. Während Flugzeuge durch ihre Enge und ihre heftigen Bewegungen öfter einen höchst unangenehmen Zustand der Luftkrankheit Hervorrufen, genießt man im Luftschiff die herrliche Aussicht in ungestörtem Wohlsein. Auch ist für große (Entfernungen nur das Luftschiff geeignet, da Flugzeuge nur relativ wenig Passagiere und geringe Lasten auf kurzem Aktionsradius befördern können und infolge ihrer vollkvrn- maften wäre eine Rückkehr zu Fuß unmöglich gewesen und die spärlichen Proviantvorräte hätten den sechs Menschen in der Einöde der Arktis nur eine kurzbeiriftete Lebensmöglichkeit gewöhn Die 24 -inge zwischen Eis und Wasser waren gewiß die sorgenschwersten in Amundsens ii* kämpferreichem Leben. Hinter der rein menschlichen Leistung und der Tatsache, daß Amundsen als Erster das Flugzeug in den Dienst der Polarforschung stellte, tritt die wrpen- schaftliche Ausbeute der Expedition vorerst zurück. Die Beobachtungen, die am 22. Mai morgens 1 Uhr unmittelbar nach der Landung gemacht wurden, ergaben eine Position von 87 Grad 44 Minuten nördlicher Breite und 10 Krad 20 Min. östlicher Longe. Nansen erreichte im Jahre 1895 86 Krad 12 Mm. Admiral Eagni im April 1900 86 Grad 33 Minuten nördlicher Breite. 2lmundsen hatte den bisher nördlichsten Punkt der Erde erreicht, der von Menschen jemals betreten worden ist. Auf dem Hiv'lug hat Amundsen etwa 100 000 Quadratkilometer unerforlch- ten Gebietes, das sich bis 88 Grad 23 Minuten erstreckte, beobachtet, wobei festgcstellt werden konnte, daß nirgends eine Spur von Land sichtbar war, während auf der Rückfahrt weitere 60 000 Quadratkilometer bisher unbekannten Gebietes genau beobachtet wurden. Die Vermutungen A.nundfens,^ die sich auf die Tiefenlotungen gründen (bei Denen 3750 Meter Meeerestiefe angezeigt wurden) gehen dahin, daß keine Wahrscheinlichkeit besteht, daß irgendwelches Land weiter nördlich auf dieser Seite des nördlichen Eismeeres vorhanden ist, so daß demnach der geographische Nordpol nicht aut festem Land, sondern auf dem Meere zu suchen fein durste, nes stimmt mit der Ansicht Frithjof Raufens überein, bet bereits 1895 die Feststellung machte, daß zwilchen dem äußersten Landvorsprung des Franz.Ioicptz Landes (81 Grad 51 Minuten) und dem Kap »rligeln sich kein Land befindet, daß also Der Jlorbpol ver elftes Meer darstelli. Verschiedene Lotungen, die Nansen und später (im Sommer 1899) der Herzog der Abr izzen auf ihren Polarreifen in jenen ©e- menen Abhängigkeit von den Motoren wesentlich weniger sicher sind, als das Luftschiff. Das eigentliche 'Gebiet des Luftschifsverkehrs sind tranoozea- Nische Linien, zumal das Luftschiff die Gefchwindig- keit der großen Pasfagierdampfer um mehr als das Doppelte übertrifft. So hat das Amerika-Luftschiff Z. R. 3 (L. Z. 126) eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 107 Kilometer in der Stunde entwickelt. Bei der Fahrt über Land bilden Gebirge ein beträchtliches Hindernis, nicht nur weil sie das Luftschiff zwingen, große Höhen aufzusuchen und damit Gas ab/jublafen und Tragfähigkeit zu verlieren, sondern weil sie die Ursache beträchtlicher atmosphärischer Störungen sind, welche den Fahrzeugen gefährlich werden können. So ist das Luftschiff Der gegebene Djeanüberguerer. Dabe« handelt es sich um die Beförderung von Post und Passagieren, nur ausnahmsweise von besonders wertvollen und wichtigen Waren. Wirtschaftlich günstiger ist der Post- und Warenverkehr, weil die Einrichtungen dafür ein- facher sind, während Fahrgäste einen kostspieligen und ins Gewicht gehenden Komfort verlangen. Eine schwierigere Frage ist die Errichtung von Luftschisshäfen. Man braucht zur Ausführung von Instandsetzungen große Hallen. Bei der Abfahrt und Landung' der Luftschiffe sind eine große Anzahl Menschen erforderlich, um Das Schiss aus der Halle heraus- und in die Halle zurückzubringen. Ilm nicht überall Hallen errichten zu müssen, haben die Engländer Landemaste ausgebildet, an Denen das Luftschiff mit der Spitze befestigt ist und sich in Den Wind einstellt wie eine Wetterfahne. Diese Landemaste müssen so hoch sein, daß die Schiffe Den Boden nicht berühren können. Das Besteigen Der Schiffe und die ganze Beladung erfolgen bann von Der Spitze des Landemastes aus. Eine Luftschiffhalle für zwei große Schiffe muß zirka 250 Meter lang und mindestens 70 Meter breit sein, eine lichte Höhe von 40 Meter haben und muß am Rande eines großen freien Platzes stehen. In Der Regel werden die Plätze wohl von den Flugzeugen mktbenutzt werden können, wodurch sich Die Kosten etwas ermäßigen. Die Führung der Schiffe ist schwierig und erfordert ein hohes Maß von Umsicht und Eharakter- feftigteit. Entscheidend für das Gelingen ist sehr oft die Wahl des richtigen Kurses. Es ist, nicht möglich, mit einem Luftschiff einen so regelmäßigen Kurs zu fahren, wie es bei den Dampfern der Fall ist. Man muß und kann Dem schlechten Wetter ausweichen. So kann es bei einer Reife von London nach Neuyork an einem Tage zweckmäßig fein, Den Umweg südlich über die Azoren zu nehmen: an einem anderen Tage wieder, unter anderen Windverhältnissen kann der nördliche Kurs rascher zumZ leie führen. Der Führer muß daher durch Funknachrichten über die Wetterlage dauernd unterrichtet fein, um seine Entschlüsse rechtzeitig fassen zu können. Das Amerika-Luftschiff Z. R. 3 hat Die Methode Der wahrscheinlich nicht durchweg möglich, weil das vorhandene Helium für einen großen Lustschissbetrieb nicht ausreicht, und weil man Helium nicht au» anderen Stoffen zu wirtschaftlich möglichen Preisen er- zeugen kann. Nun find Wasserstossschiffe allerdings für militärische Zwecke ungeeignet, für Handelsschiffe aber läßt sich die Gefahr durch entsprechende technische Maßnahmen vollkommen »ermeiden. und es ist nicht nötig, deswegen auf den Luftschiffverkehr zu verzichten, was allerdings den Wünschen Der Amerikaner entspricht, Die zur Zeit wenigstens ein Monopol auf das Helium haben. Die wichtigsten Luftschifflinien wäre» zunächst Die BerdinDungen zwischen Europa und Nord- -inD Südamerika. Eine große Zukunft ist auch den Linien von Nordamerika, etwa von San Franzisko aus, über den Großen Ozean nach Dflafien zuzu- sprechen. Hier könnte man in Honolulu eine Zwi- chenstation einrichten. Die Linie von England nach Indien über Südsrankreich, dos Mittelläandische und Rote Meer bis Bombay hat aber wohl die meiste Aussicht auf baldige Einrichtung einer Luftschifslinie, weil sie den Interessen Des englischen Weltreichs dient. Dazu kämen noch, wie schon erwähn,, lokale Linien an Den Küsten Europas mit kleineren Schiffen. Die Zeitersparnis würde betragen. Au, Den Linien dd-i Europa nach Nordamerika, wo ein idjueUcr Schiffsverkehr schon heule eingerichtet ist, etwa 3 Tage, nach Südamerika etwa 8 läge, von England nach Indien 10 läge; für kleinere Fahr ten an Den europäischen Küsten 1 bis 2 Tage. Hier würbe es mehr bie größere Annehmlichkeit ber Luftreise fein, bie bas Publikum anlockt. Abfahrt und Landung sind im Gegensatz zu denen Der Flugzeuge gefahrlos und bequem. Der Komfort erreicht natürlich noch nicht die Bequemlich feit Des großen Dampfers, da ber Raum auf bem Luftschiff beschränkt ist. Doch können in bezug auf Verpflegung alle Anforberungen erfüllt werben. Die Preise Dürfen wohl nicht viel höher sein als Die Fahrtare 1. Klasse auf Den CupieDampfern. Wie sich die Rentabilität stehen wirb, kann nur beurteilt wer den, wenn die Kosten des Betriebes genauer als bisher bekannt sind, namentlich ob und in welcher Hohe staatliche Subventionen erreichbar sind. Die programmäßig verlaufene Fahrt des Amerikaschiffes Z. R. 3 war nicht eine sportliche Höchst- leiftung. Diese Fahrt ist, was Länge und Dauer betrifft, von den deutschen Kriegsschiffen schon lange erheblich überschritten, z. B. Die DenfrourDige Fahrt de--. L. Z. 59 von Iamdoli nach Karthum unD zu- rück — sie war aber Die erste planmäßig durch- geführte Verkehrsfahrt, die um so höher zu be- werten ist, als das Luftschiff für Derartige Leistun- gen gar nicht bestimmt war. . Wenn bie weitere Entwicklung nicht uberllurzt wirb, wenn namentlich nur vollkommen geeignete Fahrzeuge unb wirklich gut ausgebilbete Führer in Dm Dienst gestellt werben, bann werben Unglucks- fälle, wie sie bei Flugzeugen noch immer bisweilen Vorkommen, sich in Demselben Maße vermeiden lassen, wie cs bei den großen Seeschiffen Der Fall ist, bann wird bas Luftschiff sich schnell eine große Zahl Freunbe erwerben unb bie Fahrt bes Z. N. 3 wirb ber Markstein für eine neue Epoche Des Weltverkehrs bilben. ben natürlichen Vorzug ber geradezu phnnwstßchen Beweglichkeit besitzt. Das wirb uns einbringlidj klar, wenn wir vergleichen, baß Amundsen nur etwa 16 Flugstunden für ben Hin- unb Rückflug brauchte, während Nansen (und zwar mit reicher Ausbeute) erst nach dreijähriger Verschollenheit endlich wieder in der Kulturzone cmstauchte. Es wäre falsche Bescheidenheit, wollte man Den deutschen Anteil an Amundsens Erfolg übersehen. Die Dornier-WastFlugzeuge, die Amundsen benutzte, waren bekanntlich deutsche Arbeit unb Haden ihre Poliähiakeit, wie Amundsen ausbrücklich hervor- gehoben ha., glänzenb erwiesen unb burch die stabile Bauart den Ewmassen zu trotzen vermocht. Den Weg in die Arktis wiesen deutsche Sonnenkompafse, Deren Borireiflichkeit Amundsen ebenfalls mit Worten hohen Lobes anerkannt hat. Daß es deutschem Forscherdrang nicht genügen kann, inbireft an bet arktischen Forschungsarbeit beteiligt zu jein, beweist Die Tatsache, Daß ein beut- icher Gelehrter, H. K. E. Krüger, in absehbarer Zeit mit einem ExpeditionsschiN »och Norbwest- grönlanb fahren unb'von Dort nach etwa einjährigem Aufenthalt mit Schütten nach Narben vorstoßen will, um nach Dem bereits erwähnten Harris-Land zu juchen unb, wenn möglich. Das Polargebiet zu durchqueren. Ferner Darf an Die Lustschiff-Erpeditwn in Die Arktis erinnert werden, Die Pros. Kohstchutter und Der bekannte Luftschifführer Bruns in Gemem- schäft mit Prof. Frithjof Nansen planen worüber bereits eine ausführliche Denkschrift oorliegt Besondere Bedeutung aber muß man wohl Dem 'ßroieft Dr Eckeners beimessen, von dem man hoffen dar! daß es mit Dem Drunschen Projekt ver- Hunden wird. Dr. Eckener hat Die Absicht, m Ge- meinichaft mit Amundsen eine Nordpolfahrt im Lust- ichjft zu unternehmen und wirb sich demnächst noch 'Norwegen begeben, um mit Amundsen, mit Dem er bereits seinerzeit in Neuyork biefen Plan erörterte, bas Weitere zu vereinbaren. bieten vornahmen, ergaben (übereinftimmenb mit Den Messungen Amunbsens) Meerestiefen von einigen taujenb Meter. Die Erfahrung lehrt aber, baß Landmassen sich stets durch Untiefen anmelden Der Mccrescharakter des Nordvolgebietes ist Damit mit ziemlicher Sicherheit erwiesen. Es wird Aufgabe ber arktischen Wissen,chatt sein, festzustellen, ob sich bamit bie »trage bezüglich Der Eristenz bes Harris-Landes unb bes Eroker- Landes erledigt. Letzteres will Peart) gesehen haben, während das sog. Harris-Land nur eine Vermutung Des Prof. Harris ist, Der auf Grund von Fliitmes- sungen an Der amerikanischen NorDküste zu Der Ansicht kam, daß irgendwelche Landmassen sich in jener hochpolaren Zone befinden müßten. Der erste Eindruck des Amundsen-Fluges war jedenfalls Die Erkenntnis, welche neuen Wege Der Polarforschung mit Dem Flugzeug erschlossen werden. UnD gerade dadurch gewinnt Amundsens Unternehmen weil es ein kühnes Wagnis war, an Bebeu- tung. Aber daß Das Flugzeug nunmehr ganz allein das Mittel fein wird, um die Geheimnisse Der Arktis zu ergründen, muß wohl bezweifelt werden, xte Kürze Der Zeit, Die einer Flugzeugexpebition mr Beobachtungen unb Messungen zur Verfügung steht (denn Amundsen mußte 24 Tage bem Kamps um die Befreiung des Flugzeuges opfern), unb ber weitere Umstand, bah alle übrigen Beobachtungen aus Der Höhe gemacht werben müssen, legen Diesen Forschungsreisen außerorDentliche Beschränkungen aus Gerabe bie wertvollen Einzelunterfuchungen der Meeres- unb Landverhältnisse, ber Tierwelt unb ber geologischen Verhältnisse werben immer nur auf beschwerlichen ßanberpebitionen möglich fein Wie berechtigt dieser Einwand ist, lehrt die Ueberlegung, wie unzulänglich bie Forschungsresultate fern mürben, wenn wir z. B. in unseren Bretten lediglich mit Hilfe bes Flugzeuges wftfenschaftücye Beobach- ningen machen wollten. Flugzeug und Hundeschlitten beide werden in Zukunft in ben Dienst ber Man fvrschung gestellt werben, wobei aVerbmgs ersteres Der Kamps um den Nordpol. Bevor man in eine Betrachtung ber Ergebnisse bes Norbpolfluges Amundsen eintntt, empfiehlt es sich kurz bie beiben Daten bes Abfluges (21. Mai) unb ber Rückkehr (18. Juni) sich nochmals ins Gedächtnis zurückzurufen. Die Abwesenheit Amundsens und feiner Begleiter hat also genau vier Wochen gebauert. Nach achtstündiger Flugbauer waren rund 1000 Kilometer zurückaelegt, aber (unb bas muß sehr nachdenklich machen) bereits die Holste des Benzm- vorrats verbraucht. Bis zum geographischen Nord- pol jedoch lag noch eine unüberwindliche Strecke von 250 Kilometer. iix . ... Aus ben bisherigen Berichten Amunbsens ist bekannt, bah bas Fehlen jedes Landungsplatzes bazu zwang, auf das Wasser niederzugehen, unb bah mit diesem Augenblicke ein 24tägiger Kampf begann, um bie Flugzeuge, von benen eines sofort Zwilchen Eismassen eingeklemmt würbe, roieber startfahig zu machen. Nach übermenschlichen Kräften unb nach verzweifelten Kämpfen gelang es enblich, wenigstens Das eine Flugzeug aus Der eisigen Umklammerung zu befreien unb nach einem in ber Nähe hergerich- teten Startplatz zu schleppen. Amunbsen hat berichtet, wie nach bieser Arbeit neue schwere Prüfungen begannen unb große Falten im Eis einen Teil ber Arbeit wegzuschwemmen brohten, bis es schließlich nach verschiedenen Startversuchen unb mit stark verringerter Labung möglich war, am 15. Juni ben Rückflug anzutreten. Gerabe biefe Schilberrmgen zeigen, baß auch Die Polarforfchung im Flugzeug mit schwersten Gefahren unD großen Hindernissen zu rechnen hat. Nicht ohne Beklemmung wagt man bie Frage auf- zuwerfen, was wohl aus Amundsen und feinen fünf Begleitern geworden wäre, wenn beide Flugzeuge verloren gegangen wären. Angesichts der Wasfer- meteorolognschen Slaoigationen bei seiner Überfahrt mit glücklichen Erfolg angewendet. Anfangs wurde ber südliche Kurs genommen, im Verlauf der Fahrt aber gab die Wetterlage Veranlassung^ aus den nördlichen Kurs iiberzu^ehen, lind bas Schiff legte den letzten Teil feiner Fahrt mit einem Wind von 100 Kilometer im Rücken, also mit einer Geschwin- bigfeit von 200 Kilometer über Orunb zurück. Die Orientierung bes Luftschiffen rann unter günstigen Verhältnissen auf astronomischem Wege, wie bei Der Seeschiffahrt, erfolgen. Dies erforbert aber Die Einrichtung eines Beobachtungsstandes auf dem Rücken des Schiffskörpers. Bequemer ist Die Orientierung burd) Die drahtlose Peilung. Man stellt hierbei die Nichtung sesl, aus welcher bie brahtlosen Signale eintreffen und kann vus Den gemessenem Winkeln ben Ort bes Schiffes bestimmen. Das Hauptbedenken gegen Die Sicherheit ber Schiffe liegt nicht in ber Unsicherheit Der Motoren, da von diesen eine größere Zahl vorhanden ist. und da sie außerdem solider gebaut sein können als die Motoren der Flugzeuge: cs liegt vielmehr in Der Feuersgefahr. Die Abschaffung des überaus explo- ionsgefährlichen Benzins durch die Einführung Der Schweröle ist auf Dem Marsch. Doch ist ber Erlaß bes Wasserstoffs burch bas nicht brennbare Helium Der künstliche Himmel. Von Dr. phil. Otto H. Schaaf. Al» am 7. Mai das große Werk, an Dem ganz Deutschland geschaffen, mit einer Feier, Die im Vanne stolzer Freude, aber auch t-Jer (ligihfcnbcit ber Festteilnehmer stand, dem deut-- schen Volke übergeben worden war. öffneten sich bie Pforten des Museums und die Ehrengäste durchwanderten unter sachkundiger Führung zum ersten Male die schonen Sammlungen. Menn Diele auch bei der Äyje der Zeit nicht annähernd besichtigt werden konnten, so reichten die Stunden doch auS. einen Ueberbkick zu gewinnen. Bei bleiern Rundgang konnte man be- obachten, daß unter anderem dem künstlichen Himmel ber Abteilung ..Astronomie" ganz besonderes Intereste geschenkt toorben ist. Wenige Menschen nehmen bzw. können sich die Zeit nehmen, bie Vorgänge am nächtlichen Himmel einem genaueren Studium zu unter- ziehen, zumal sich auch bie Vorgänge so außerordentlich langsam abspielen, daß nur ganz wenige die große Geduld und Muhe aufbringen, sich durch eigene Anschauung in der Vatur eine richtige Vorstellung von bem Himmelsgetriebe zu machen. Solche Heberlegungen sind cs zweifellos gewesen, Die den Vorsitzenden des Deutschen Museums. Grzel- lenz Dr. Oskar von Miller, bewogen haben in den Projekten für den Reubau dcs Deutschen Museums von vornherein Einrichtungen vorzufehen, die ermöglichen sollten, die Himmelsvorgänge einem möglichst großen Personenkreis aus künstlichem Wege näher,^bringen. Der glänzende Gedanke Dr. v. Millers, einen künstlichen Himmel zu schaffen. der dem Beschauer die Vorgänge io zeigen sollte, wie er sie in der freien Natur mit bloßem Auge zu sehen gewohnt ist. konnte von den Zeihwerten Fräulein Fob. Roman von Anders Ejc. 7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ..Rot." ÄKMorp nicke Run gab es keinen Zweifel mehr. War ihm nicht zuerst die rote Farbe des PapierzettelK ausgefallen und dann bi: Ziffern auf ihm? Rot und neunzehn. Dies Zusammentreffen war kein Zufall, Horace Milltorp hatte eine neue Chance bekommen — er wollte sie nicht unbenützt lassen. „550 auf neunzehn", sagte er. Wimmer mdte. „Gut- Ritt verhehlte nicht seine Unzufriedenheit. „Auf eine einzige Rümmer?" sagte er miß- billigend. Aber Carlton war entzück. „Das ist recht", lallte er, „so so - soll es gemacht werden. — Mädchen und Fe — Fortuna sollen im Sturm genommen werden, an - anders geht es nicht. Also los, Wimmer." Die Elsenbeinkugel stieß gegen die Metall- scheibe mit einem Laut, als ob der Hahn eines Revolvers gespannt würde. Aber Horace hörte es nicht. Er pachte einen raschen Heberschlag seines Gewinstes — — der Gewinn auf eine einzige Rümmer macht den fünfunddreißigfachen Einsatz aus, erinnerte er sich . . . sünfunddreißig mal fünfhundertfünfzig, das sind ja beinahe zwanzigtausend . . Was bedeuten nicht diese zwanzigtausend für ihn! Er war gerettet, ganz einfach in elfter Stunde vor dem Ertrinken gerettet . . Das Roulettcrad verlangsamte seine Fahrt. Wimmer folgte den Bewegungen der hüpfenden Äugel mit kühlen Blicken. Ritt runzelte die Augenbrauen. Carlton äußerte seine Aufregung, indem er wie blödsinnig an einer längst erloschenen Zigarre sog. Rur Horace Milltorp war ruhig. Er sah lächelnd vom einen zum anderen, feines Gewinnes ganz gewiß, von einer Last befreit, die ihn monatelang gedrückt hatte. Eine Sekunde darauf hatte die Kugel ihren Platz gewählt. Wimmer teilte das Resultat in seiner sicheren Weise mit. ..Bier, noir, pair. manque, Premier." Darauf strich er seine Gewinne ein Mit Ausnahme einiger auf schwarz gesetzten Banknoten, die Ritt gehörten, strömte alles in Wimmers Dank, wo die Flut des Gewinnes einen Berg von Banknoten in allen Farben und Größen angehäuft hatte. Milltorp sah sein Geld verschwinden und machte große Augen wie ein Kind, — er hatte das gleiche Gefühl wie vor vielen Jahren, zur Weihnachtszeit, als er vor den Schaufenstern stand und sah, wie eine mechanische Puppe kleine vergoldete, mit Weihnachtsmännern bemalte Karten fortzauberte. Es erschien ihm das Ganze unwirklich wie das verrückte Gaukelspiel unruhiger Träume. Wimmer ordnete seinen Danknotenbecg „Das Spiel geht weiter", sagte er. Eine halbe Stunde später war es zu Ende. Wimmer half dem torkelirden, fast bewußtlosen Leutnant. Ritt und Milltorp sahen allein am Tisch. Milltorp drehte seine Laschen um. „Wenn ich nur ein einziges Kupferstück übrig hätte, vielleicht ..." „Denk jetzt nicht daran," bat Ritt, „müde und heruntergekommen, wie Du heute abends bist, nach diesem blödsinnigen Hasard, wird Dir nicht einfallen, wie Du bevie Finanzen reparieren sollst." Milltorp streckte s.ine Hand nach der Wh .s!h° flasche aus. „Laß den Alkohol," fuhr Ritt fort, „trink heute nichts mehr. Da wird es nur schlimmer mit Dir, heute und morgen auch noch." „Danke," sagte Milltorp mit einem Lächeln, das seine ziemlich harten und groben Züge verschönte, „danke, lieber Freund. Aber Du irrst Dich, wenn Du glaubst, daß ich meinen Mut für irgendwelche Dummheiten anfeuern wollte. So schlimm steht es nicht." „Du wälzest mir einen Stein . . . “ „Paß aus, Ritt. Dor einer Weile noch glaubte ich, daß es für mich nur noch zwei Wege gebe: mich entweder zu erschießen oder den alten Fuchs Andersen hier im Hotel um zehntausend gegen Wucherzinfen und einen Passierschein in die Hölle anzupumpen. Jetzt kommt mir aber vor, daß ich eine Chance vergessen habe." „Deines Onkels Dankkonto?" Milltorp schlug die Hände zusammen „Woran denkst Du? Onkels Gelder ... Da wäre es noch besser, mit einem Anlehen aus der Privatschatulle des Königs zu rechnen. Ach nein." „Also?" „Fellips' Dank. Ja lache nicht, lieber Ritt, ich meine es ganz erirst. Fellips hat seine Seiten, die Leute mögen sagen, was sie wollen. Es gilt nur, ihn bei der rechten zu packen." „Lind das kannst Du?" „Ich kann mich mindestens bemühen. Laß die Whiskhflasche aus, alter Freund, und laß mich jetzt eine halbe Stunde nachdenken. Hast Du einen Dleistift? Danke. Zum Teufel, Du wirst sehen, es wird noch alles gut. Hätte ich nur nicht diesem Spuck mit der Karle aus Madrid gefolgt. älebrigens: Schwamm drüber 08 Hegt nur beim Schicksal oder beim Teufel, wiedeH ordentlich hochzukvmmen. Gute Rächt, öltet Junge." * Herr Fellips stockte plötzlich mitten in einem Gespräch über populärphilosvphische Degenstände. War dies nicht bis zur Blödsinnigkeit einfältig? Gr vernahm seine eigenen Wwrte plötzlich, als ob er Zuhörer in einer Vorlesung wäre, und merkte, wie wenig sie in diese Umgebung paßten. Zum Kuckuck, er war auf dem besten Wege, sich lächerlich zu machen. Saß er nicht hier und sprach über Moral und Ethik mit einer kleine Mamsell aus dem C