Nr. 124 Erster Erscheint täglich, autzcr Soniu um?) feiertags Beliefen: GietzenerZamilienblätter Heimat im Bild. Vonalr'Iezuzrpreir: 2 6elömark u. 20 0olb» Pfennig für Träaerlohn, auch bei Nichterscheinen oen einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt. Fernfprech'Anschlaste: Schriftleitung 112, Verlag undGeschüftsstelle 51. Anschrift für Dratztnach» richten. NnjtiaerEjebei,. poflfchecttonto: franlfurl a. M. 11686. Blatt 175. Zahrgang Sreitag, 29. IHai <925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Drurf und Verlag: vrühl'sche Unioerfitälr-Vvch- und Stein&ruderel K. Lange in Liehen. Schnstleitung und Sefchäftrftelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Injetgee für die Tagesnummer oir zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbtndlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örilichß, auswärt» 10 Goldpfennig; für Ne» ülame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20' Zuschlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r. jriebr. Will). Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen die ent- Der! Grenzen, c raänzt haben. CSie wenig heimlich das daraus hervor, daß ich damals im bc Zis Der heereretat im Reichstag. CHtte tNcbc des ReichswehrministerS. »art geht ÄaDinett beantragte. diese Dinge offiziell mH »er Reichswehr D«fiit zu »«» chenHchla»» nicht yt* Ka»s»shlUh Sur 6t«>H fremder Heere werde. licht brechen. Der Minister schlicht unter b«m lebhaften Beifall der Rechten und der Mitte Mit der Versicherung, daß die deutsche Reichswehr em t*en Parlcipol-ti' unberührtes, , ist richeiG, daß die Reichswehr Gelder von vaterländifchon Verbünden an- gwt-no** hat. Damit sinh dee Wohlfahrt«- eiirichtunaen für di» Rerchswehrangehö- riflw unter »cktzt tvordon. 3* hab< damit auch ainmi ültigrM vom pret»hischen Zimenminister aebist ige«n politischen Zweck verfolgt: SaZwn wir dem .Stahlhelm", dem „Wehr- wolf" uftb. das im ganzen Reich« gesammelte Gold adnahnnni, verhinderten wir, daß dieses Gesd zu bcbenflid>en Dirrgen und z u politi- fchem Unfug verwendet wurde. Leider kinv in der letzten Zeit die der Reichswehr zuge- fleffciten Summen geringer geworden. Die Hauptaufgabe der deutschen Reichswehr «ft der Schutz der deutschea Grenzen. Die deutsche Politik ist friedfertig Aas Wort, daß nur ein Verrückter in dieser Zeit an Stieg denken kann, stammt von mir. Auch der Reichspräsident, der doch ein militärischer Fachmann ist, hat erklärt, daß Deutschland an eine* Krieg gar nicht denken kann. Wir sind gern bereit, inkrnetbnek Sicherheitv« vercinbarnngon für d»u gegenseitigen Schuh der Grenzen abznschließen. Solange »ns nicht gefchiabt, hat »ec Reichswetzeminifter die _ gestellt. (Beifall rechts.) Die Offiziere, die ihren Gib auf die republikanische Verfassung geleistet haben, werden dielen Eid Berlin, 28. Mai. Zweite Beratung des Haushalts des Reichswehrministeriums. Reichswehr mini st er Dr. Dehler geht auf die Kritik ein, die am Dienstag von nwhrermi Rednern in der Höhe der Ausgaben geübt worden ist. Wenn man Äoffen vermindern will, dann muß man tm- 0«>er unter daS heruntergehen, waS selbst die Entente al« notwendig für Deutschland Haltet, oder man muh bei den einzelnen w»n nackweisen, daß zu viel bezahlt wirb. Die Zahl der Stabsoffiziere könnte man verringern. dann mühte man den Herren eben die Gahälter in der Hauptmannsklasse bezahlen. Schon letzt macht c« Die größten Schwierigkeiten, tu gesicht s der verminderten Au«sichten des Offi- ßiocberufes tüchtige Offiziere in der Reichswehr gu behalten, vor allem vermögenslose Offiziere, und daS ist bi« größte Anzahl. Die große Zahl doe Chargen, die hier bemängelt wurde, erklärt ßH sechr einfach au« den besonderen Verhältnissen der Reich«wehr im Gegensatz zum a1t«i Haeoe Wenn ein Mann 12 3afrte in der Reichswehr ist, dann will er natürlich nach einer Ssswistem Zeit befördert werden. 3n Der Ausrüstung wird wirklich kein übermäßiger Aufwand getrieben Die X3*|C bet Osftgierspferde N dar Reichs wehr ist kleiner als die in der (Baifall.) Wir wollen in der Welt gleichberech- y sein entweder in der Abrüstung oder in dem Ausbau eines unseren Bedürfnissen entsprechende, Heeros. Mr diese von uns erhoffte Zeit der Gleichberechtigung brauchen wir. wenn rt Anderen nicht a brüst en. als Drmrblage ein litetzeer. wie wir es tatsächlich in der Reich« wehr besitzen. Dav Gerede von geheimen deutschen Rüstungen ist lächerlich, •in Volk, das heimlich rüsten will, muß anders aussehen als das deutsche, das dazu viel zu arm und schwatzhaft ist. Es ist richtig, daß wir im Herbst 1923 Zeitfreiwillige eingestellt und die total erschöpften Muniiionsbestände, aber nicht 'tztzor die durch iten Versailler Vertrag gezogenen Frankreichs Marakkokrieg. Man hat Herrn P a i n l e v e in der Kammer wegen Marovo doch recht tüchtig eingeheizt, und wenn diese Krise dem Bestand seines Kabinetts vielleicht auch nicht gefährlich war, so hat die Aussprache doch mancherlei wichtige Anhaltspunkte ergeben, die herauSgehoben zu werben verbienen. Da Abb c l Krim in der journalistischen Kriegführung noch nicht soweit vorgedrungen ist, um täglich Kriegsberichte herauszugeben, beherrschten die Franzosen mit ihrer amtlichen Darstellung ausschließlich das Feld; es war also nicht ganz leicht, die Zusammenhänge zu erfassen, die überhaupt zum Kriegsausbruch geführt hatten. Bisher mußte eS wenigstens so scheinen, als ob die Rifkabyien die Angreifer gewesen waren, etwa in der Form, daß Abb el Krim, nachdem er sich den Rücken gegen Spanien gesichert hatte, nun in breiter Front nach Süden vorstieß in die französische Zone hinein, um die Selbständigkeit auch gegen den größeren Feind zu erobern. An dieser Darstellung hatten die Franzosen auS innerpvlitischen Gründen ein starkes Interesse; die Sozialisten, die ja wenigstens unmittelbar Regierungspartei sind, können, wenn sie auch im Bergleich zu ihren deutschen Genossen sehr stark nationalistisch verseucht sind, einen ausgesprochenen Imperialismus nicht gut mitmachen und müssen deshalb Wert darauf legen, daß Frankreich in der Rolle deS Verteidigers gegen Abb el Krim auftritt. Korrigierende Meldungen aber, die der französischen Darstellung die erforderliche Retusche geben könnten, stehen auS; die Spanier sammeln feurige Kohlen auf daS Haupt Frankreichs, sie halten sich sehr zurück, obwohl die Pariser Presse eine schlecht verhüllte Schadenfreude zeigte, solange die Spanier sich mit Abd el Krim herum- schlugen. ilnö noch viel vorsichtiger sind die Engländer, die offenbar einer Parole von der Downing Street folgen und alle Melbungm, die bei ihnen einlaufen, einer sehr strengen Zensur unterziehen, dafür allerdings auS London heraus um so offenherziger telegraphieren bis jenseits in die Gegenden deS Islam hin, in der Hoffnung, daß die grüne Fahne des Propheten doch noch eines Tages in Marokko entrollt wird und den Franzosen ernste Schwierigkeiten bereitet. In der französischen K a m m o r sind nun aber trotzdem sehr handfeste Andeutungen gefallen, daß dieser ganze Kolonialkrieg von der Generalität entfesselt ist, die gerne die Gelegenheit benutzen wollte, um daS französische liebergewicht auch gegenüber den Rifleuten sicherzustellen. Die Zusammenhänge deuten ja auch eigentlich alle in der gleichen Richtung: Frankreich hat seine Politik schon seit der Jahrhundertwende darauf eingerichtet, das ganze Rordwestafrika zu einem einheitlichen Kolonialreich z u machen, Tunis, Algier, Marokko, die Rigermündung bis herunter nach Kamerun und der ganze gewaltige dazwischen eingeschlossene Komplex sollte französisches Kolonialgebiet werden, aus Dem waffenfähige Männer für den Krieg in Europa herausgeholt werden tonnten, das aber außerdem an Bodenschätzen und an Produkten unbegrenzte Möglichkeiten für die französische Industrie schus. Ganz ist der Plan nicht durchgesührt worden; die Engländer, die seinerzeit gewaltig anS Schwert faßten, als Deutschland sich in Agadir ansiedeln wollte, haben es auch zu verhindern gewußt, daß Frankreich den südlichen Teil der Straße von Gibraltar besetzte. Dieser ganze Küstenstrich wurde den Spaniern überantwortet, mit Ausnahme von Tanger, daS offiziell internationalisiert ist. Denn Tanger ist schließlich einer der gefährlichsten Punkte, von denen aus der Hebel gegen die englische Weltmacht angesetzt werden kann. Sind die Franzosen Herren des HasenS, sind sie imstande, hier eine älnterseebootstation an^ulegen, dann können sie nicht nur die Straße von Gibraltar sperren und damit den Seeweg nach Indien blockieren, sie tonnen durch Ausstrahlung nach Westen die Passage um das Kap herum verrammeln und den Engländern so von zwei Seiten die Zufahrt yi ihrer ®etreibebafi5 ab* schnüren. Unter diesen Gesichtswinkeln gesehen, gewinnt der Kampf gegen Aod el Krim ein ganz anderes Bild: Spanien hat den Kamps auf- gegeben und sich auf die Küstenstriche zurückgezogen. Frankreich glaubt jetzt Nachstößen sozialdemokratischen Antrag auf Streichung des Gehaltes des Reichswehrministcrs an Bismarck. welcher bei einem ähnlichen Fall dem Parlament arklärle. er würde nach einem solchen Beschluß einfach sein Gehalt einklagen. Der Redner fordert bessere Versorgungsmaßnahmen für die auS der Reichswehr nach 12 Jahren ausscheidenden Soldaten. Die deutsche Marine dürfe nicht vernachlässigt werden, vor allem zum Schuh des AuslanddeuttchtumS und mit Rücksicht auf die Ostsee. Abg. Loibel (Bahr. Vpt.) bedauert, daß der Druck Der (latente die Rückkehr zu dem Ideal dkS alten Volksheerss und der allgemeinen Wehrpfli«^ verhindere. Das Fehlen dieses Srjte|uig«teftnieented mache es notwendig die Ingend auf anderen Degen zu ertüchtigen. Die Tradition der ruhmreichen alten Armoe müsse auch in der Reichswehr gepflegt »Derben. zu können und Spanien, Das in Marokko die Rolle eines lästigen Zwangsmieters spielt, an Die Lust zu setzen, um Dann gegen England starke Trümpfe im Spiel $u haben. Ein kühnes, aber auch gefährliches Projekt, Derrn billig wird die Unterwerfung Marokkos ganz sicher nicht. Und eS ist doch sehr die Frage, ob imselben Zeitpunkt, wo Amerika den Druck auf Die SchulDnerstaaten. vornehmlich auf Frankreich, verstärkt, Washington besonders entzückt sein wird, wenn es sieht, wie Frankreich, daS seine Schulden nicht bezahlt, endlose Millionen in Marokko verpulvert. Hier ist das Bindeglied zur internationalen Politik gewonnen, Das den Fortgang der Operationen in Marokko für uns lebenswichtig macht. Fortsetzung Der Marokkodebatte. Paiulcvä verteidigt den Krieg. Paris, 28. Mai. (WB.) Die Kammer setzte Die Diskussion über Die beiden Interpellationen zu Den militärischen Ereignissen in Marokko fort. Der Abgeordnete Machinot erflärt: ®r alS Kriegsminister Des Kabinetts Poincare habe Marschall Lyautey im Monat April 1024 gestattet, Die Ouerghalinie zu besetzen. Diese Operation sei erfolgt, um Die Front z u stabilisieren und ihre wirllame BerleiDiguna zu ermöglichen. Die Operationen hätten nichts mit Annexionen und Eroberungen zu tun. Gs sei nicht wahr, daß man auf Die Getreidevorräte Dort Die Hand habe legen wollen, wo Die arbeitsame unD friedliche Bevölkerung sich verproviantieren wolle. Sie hätte sich tatsächlich mit Flintenschüssen und durch Plünderungen und Drahtziehen ernähren wollen. Deshalb habe man die Bevölkerung, gegen Die man ProtektionS- unD Zivilisationspflichten habe, in Schutz genommen. ES fei nicht wahr, daß man den Rifleuten in Französisch-Marokko die Märkte gesperrt habe. Wenn einige Märkte gesperrt worden seien, Dann sei eS lediglich deshalb geschehen. weil Taten begangen worden seien, die man nicht hätte dulden können. Abd e I Krim, Der vor einer foliDen spanischen Front stehe, habe einen neuen KriegSplan nötig gehabt. Abg. CBarretti von der demokratisch-republikanischen Linken, der in den Wandelgängen der Kgmmer als ein Vertrauensmann des Marschalls Lhauteh bezeichnet wird, verfuchi in einer längeren Rede das Vorgehen des Marschalls zu rechtfertigen. Er fragt die Kommunisten, ob sie über Abd el Krim richtig unterrichtet gewesen seien. Sein Vater sei eine Art Qtotar gewesen. Sein Bruder sei Ingenieur und er selbst sei vor allem Geschäftsmann. Während de« Krieges habe er im Dienste eines Deutschen gestanden. Darm sei er in den spanischen Nachrichtendienst übergetreten. Sein Volksstamm sei vor allem kriegerisch. Um ihn au organisieren, habe er Angehörige verschiedener Rationen herangezogen. Er stütze sich auf eine Propaganda, deren Ziel es fei. Feuer und Blut in der Welt zu oerbreiten. Erzschürfer, in ihrer großen Mehrheit Deutsche und Engländer, durchzögen das Rifgediet und Abd el Krim stehe zum internationalen Kapitalismus in guten Beziehungen. Abd el Krim habe sich vor allem auS persönlichem Vorteil auf die Franzosen geworfen. Wenn Frankreich sich in Marokko befinde, so sei es nicht deshalb, um dort brutal zu unterwerfen, sondern denGeist derGrohmutzu verbreiten, mit dem die französischen Unternehmungen durchtränkt feien. Ministerpräsident Painiev6. In feinem Augenblick hätten die franko!t- fchen Soldaten in Marokko außerhalb der Grenzen gekämpft, Die Die Verträge Frankreichs zu- erkannt haben. ES gebe aoer in Frankreich Franzosen, die immer bereit seien. Die Bemühungen Frankreichs zu beargwöhnen. Diese Franzosen hättten immer Den Eindruck, daß Frankreich Unrecht habe, wenn Dollsstämme plündernd in ein reiche« Tal eindringen, in dem Die Franzosen die Arbeit schützen. DaS sei ein Unternehmen, Dem man entgegentreten müsse. DaS Werk Frankreichs in Marokio sei zivilisatorisch Die ganze Welt erfernte an, daß noch niemals ein Kolonialkrieg bewunderungswürdiger geführt tooroen Gel innungsschnüffelei würde in Der Reichswehr nicht betrieben werden. Auch Derjenige. Der Die republikanische StaatSform nicht für Die beste halte, könne treu und zuverlällig Dem republikanischen Staate dienen. Um DieVersoraungS- frage zu lösen, müsse auf die Länder und Gemeinden cingetoirft werden in Dem Sinne, daß Die mit Dem Zivilverlorgungsschein nach zwölfjähriger Diensvzeit ausfcheidenden Reichswehrangehörigen Dort angestellt werden. Außerdem fei Die berufliche Ausbildung der Mannschaften vor der Sntlaffung weiter zu fördern. Abg. Ramin (Böll.) erklärt, daß seine Partei Der Weßresat entnehmen werde. Die Annahme erfolge allerdings nicht etwa um des ReichswehrmmisterS willen, sondern, weil Die Völkischen Anhänger des WehrgedankenS seien, ebenso wie des SelbstbestimmuirgSrechts der Völler. DaS Selbstbestimmungsrecht der Völker sei im Kriege scharf von Den Staat-männern der fei als Der, Den Frarckrotch letzt führe. Frankreich habe nur ein Ziel Die Stamme des Ouerghagebietes gegen Die Plünderungen z u sichern. Ss sei nicht wahr, daß Frankreich die Risleute Der Hungersnot preisgegeben hätte. Die Kammer beschäftigte sich heute mit einer nationalen Frage Die Ehre Der Republik steht bei dem Kolonialwerk Frankreichs auf dem Spiel. Niemals fei eilte verantwortlich: französische Regierung über Die durch ein vereinbartes Abkommen fcftgcl:gten Grenzen hinottS» gegangen. Zwischen Dem sranzösischcn und dem spanischen Gebiet habe man eine Art Loch gelaßen. weil man eine Grenzberichtigung erst vornehmen wollte, nachdetn man mit Spanien vollkommen einig geworden sei. Die spanische Regierung müsse anerkennen, daß Frankreich in loyalster Weise Den Vertrag beobachtet habe, Im Rorden DeS Ouergha- gebietoS hätten die Stämme niemals Die Autorität des SultanS anerkannt. Die Rifleule, durch Hunger oder Habsucht getrieben, hätten das Ouerghagebiet geplündert. Frenkreich sei ßereit, »urch alle möglichen Wittel der Patzifterung Da« Ris- und OvergßaßeDiet ju erweitern, ohne die Grenzen »er srmitztzsischen Z»ne zu überschreiten. Man wolle auch die Lage der Risbevölkerung im Rahmen des Möglichen bessern und Den ©?- tveidekauf erleichtern. Aber gegen die Plünderungen werben wir Vorgehen, AIS der Marschall im Dezember 1924 Verstärkungen angesordert habe, habe er jeden Gedanken. in das Rifgebiet. daS ein Wespennest sei, einzudringen oder in die spanische Zone zu gehen, abgelehnt. Die Streitkräfte überstiegen nicht wesentlich Die vor Dem Kriege und noch im Jahre 1921 in Marokko unterhalten worden seien. Ueber Die Verluste könne er solgepdeS sagen: Tot« weniger alS 400, Verwundete 1100. In diesem Augenblick schreien die KonnnunistLn: Rieder mit dem Krieg! Die gesamte Kammer erhebt sich zum Andenken der Gesallsnen. Die Kommunisten fahren fori zu schreien Im Rainen der Regierung schließt sich Painlevö der Kund- gebung für die Gefallenen an. Zu den Kommunisten gewandt, erklärt er: Sie sprechen immer von Ihrem Abscheu vor Dem Kriege. Aber Ihr einziger KultuS ist Der deS Bürgerkriege« Painlevs erklärte weiter, Frankreich werde in feiner jetzigen Stellung im Ouerghagebiet verbleiben, bis Der Friede möglich fei, D. h. bis Die Risleute Darauf verzichten, in Das französische Protektoratsgebiet einzufallen. ES hänge nur von Den Rifleuten ab, Den FrieDen zu erlangen. Der kommunistische Abgeordnete Verton erklärt, Der Völkerbund habe in Marokko nicht mehr getan als im Korsufall. DaS Ouergha- gebiet gehöre nicht zum französischen Protekto- ratsgebiet. Der Abgeordtzete behauptet auch, daß die Franzosen mit Den Engländern Im Jahre 1923 Abd el Krim Waffen und Munition geliefert hätten. Da« habe man im „Echo De Paris'. in Der „Action Fran^aise" unD in Der „Liberte" lesen können, Die von einem französisch-englischen Syndikat gesprochen hätten, daS an Abd el Krim Waffen liefere. Der Vertrag fei in Paris in Der Rue St. Lazare in Der Rähe der „Eonrebie Fran- taife abgeschlossen worden. Außenminister B r i a n D protestiert. WaS Derton sage, beweis.', daß Wafsenschmuggel getrieben worden sei. AuS diesem Grunde berate man in Gens, um den Ulogitimen Handel zu unterbinden. Er tonne i,rdes mit tri len, daß in kürzester Frist Spanien und Frankreich sich über alle Maßen geeinigt haben werden, die geeignet seien, den Wasfenschmuggel unmöglich zu machen. RichtS von dem sei wahr, was Verton erklärt habe, der sein Vaterland bei Spanten denunzieren wolle. Zwischen Frankreich und Spanien müsse raschestens ein Abkommen getroffen werden, um den Frieden wieder Herzust eilen. Die Mitglieder D:r sozialistischen Kammerfraktion beschlossen mir 21 gegen 20 Stimmen, sich der Abstimmung über die bei Den Interpellationen zu den mllitärifchei OreignJfen in Marokko zu enthalten. Die Kammer beschloß mit 522 gegen 31 Stimmen, sich auf morgen zu vertagen. Damit ist die Debatte über Die Maroklo- frage abgeschlossen Entente propagiert worden. Run unterdrücke dis Entente dieses Recht. Damit schließt Dte allgemeine Aussprache. Abg. Lipinski /Coa.) geht auf Die Beschuldigungen ein. Die Der frühere sächsische MinisterpräsiDent Z e i g n e r gegen Die Leitung Der Reichswehr gerichtet hat. Diese Deschuldi- gungen hätten sich als völlig haltlos erwiesen. Rbg. L ü n l i ch (Soz.) begründet eine Interpellation seiner Freunde, Die sich mit dem M«fseir»»gljick ans Der Doter bei Minden bridjäftigt. Der TteDncr fragt .was Die Herres- leitimg tun wolle, um Die Wtederhvlung von ilnglüdffäHen solcher Art vorzubeugen. Reichswehrminister Dr. Gehler ectiriDzrt, die Heeresleitung habe sofort alle Schritte getan, um die älriache der Katastrophe aufzuktären. 3m Juni werde in öffentlicher Verhandlung vor dem Schöffengericht Die Vchuldsraae un« versucht worden. Von einem irreführenden Befehl könne man nicht sprechen. Der grundsätzliche Fehler der Pionierbest-iinnrunsen sei. der, daß sie nur eingestellt waren für denKriegs- fall, wo man mehr riskieren könne als bei Frieöensübungen. Vach dem Tlnglücksfall seien die Bestimmungen sofort revidiert und weitere Sicherungs- und Schutzvorschriften ausgenommen worden. Wg. Reubauer (Koni.) sieht in dem Unglück eine Folgeerscheinung der Leichtfertigkeit, mit der. nach seiner Meinung, in der Reichswehr mit dem Leben der Soldaten umgegangen werde. Abg. Vrüninghaus (D. Dpt.) wendet sich gegen die Ausführungen des kommunistischen Redners. Es gehöre ein hohes Maß politischer Geschmacklosigkeit dazu, auch diese greulichen Vorfälle zu politischer Agitation auszunuhen. (Großer Lärm bei den Kom.) Reichswehrminister Dr. Gehler bestreitet aus Grund der gerichtlichen Rachprüfung die Behauptung des Abg. Reubauer, daß mit scharfen Minen strafexerziert worden sei. 3n dem von dem Redner erwähnten Fall habe sich herausgestellt, daß die Soldaten leichtfertig m i t einer scharfen Mine gespielt hatten. Der Minister stellt fest, daß in dem gerichtlichen Verfahren kein Soldat, sondern nur der die Hebung keilende Offizier beschuldigt worden ist. Abg. Künstler (Soz.) verweist auf die in der französischen Kammerdebatte von Mrni-- sterpräsident Herriot gemachten Angaben über die deutschen Verfehlungen und fragt den Minister, ob er nicht jetzt schon auf diese Behauptungen antworten wolle. Der Redner beantragt weiter die Streichung der für die Beschaffung neuer Gasmasken ausgesetzten Mittel, da gegen die modernen Giftgase doch kein Schuh möglich sei. Reichswehrminister Dr. Gehler lehnt es ab, jetzt schon auf die Kammerrede Herriots zu antworten. Deutschland habe in Genf das Verbot des besonders ungesetzlichen Giftgaskrieges beantragt. Solange die übrigen Rationen diesem Anträge nicht zustimmen, müsse die deutsche Reichswehr wenigstens das Abwehrmittel der Gasmaske haben. (Beifall.) Der eigentliche Reichswehrministeriumsetat ist damit erledigt. Die Beratung des Marineetats wird auf Dienstag, den 99.3urri, vertagt, tagt. Gegen die Derwelschung Tiro s. Münster, 29. Mai. (T. U.) An die weiblichen Teilnehmer der Schutzbundtagung in Münster ist folgende von vielen Frauen Südtirols unterzeichnete Botschaft eingegangen: In der bitter ernsten Bedrängnis wenden wir uns an euch, hoffend, daß unsere Klagen eure Herzen rühren und euer Mitgefühl weckt. Deutsche Schwestern, hört unseren Verzweislungsschrei: Wir können das Uebermaß der Unterdrückung, der Demütigung und der Kränkung nicht mehr ertragen. Seit fast sieben Jahren hält ein grausamer Peiniger unser Land nieder. Jede Freiheit ist darin e r = ftorben, jede Freude getötet. In dumpfer Trauer sehen wir Tag für Tag unser Volkstum in Brauch und Sprache geknebelt, das Andenken unserer Helden ver - unehrt, das Erbe Tiroler Ruhmeszeiten geschändet. Run aber raubt der Feind unsere Kinder. Ruchlos und schamlos reitzi er sie von unseren Herzen und erfüllt in welschen Schulen ihren Sinn mit dem Gift der Entfremdung, der Mißachtung der eigenen Ration. Wir deutschen Mütter haben feine Waffen gegen ein solches Verbrechen. Richt einmal die Zweijährigen dürfen wir in den Kindergärten nach unserem Sinn bilden. Richt einmal nach den Schulstunden dürfen wir unsere Kinder deutschen Lehrern zuführen, auf daß sie unsere Sprache lernen. Geistiger Versklavung und sittlicher Verderbnis ausgeliefert, sehen wir unsere lieben Kinder in den Händen der Feinde und niemand von den Mächten der Erde schenkt dieser welschen Untat auch nur die leiseste Beachtung. So hört wenigstens ihr, unsere deutschen Schwestern, und hört und merkt es gut, wie im deutschen Südtirol dem deutschen Volkstum die schwerste Schmach angetan wird, die es je erlitten hat, wie verkommene Sendlinge Roms am Fuße des Rosengartens Deutsche mißhandeln und zertreten dürfen. Und wenn ihr könnt, Schwestern, so ruft hinaus, daß es die Staatsbürger vernehmen und daß sie oder sonst jemand im Namen der Menschlichkeit die Schande Italiens in die Welt schreien, die taub und blind ist gegen die infamste Seelenzerrüttung dieses Jahrhunderts. Noch einmal, deutsche Schwestern, hört unfern Wehruf, ehe ihn vorher die Roheit des Feindes erstickt. Darum, Schwestern, vergeßt uns nicht! Heute nachmittag trafen die Teilnehmer an der diesjährigen Schutzbundtagung in Münster ein. Heute abend werden die Teilnehmer einem Konzert in der Stadthalle unter Leitung von Generalmusikdirektor Schulz-Dornburg beiwohnen. Im Anschluß findet ein Empfang im Rathaus statt. Die eigentliche Tagung beginnt morgen. Der Schutzbund hat dem Reichs Präsiden ; e n folgendes Telegramm gesandt: ,,Dic $ur Schutzbundtagung in Münster ver- fammelten Grenz-, Kolonial und Auslanddeutschen entbieten dem Herrn Reichspräsidenten, dem vom Vertrauen des Volkes berufenen Führer, in schwerster Zeit ehrerbietigen Gruß. Deutscher Schutzbund." Begrühungstelegramme der deulschvolksparleilichen Jugendbewegung. Worms. 28. Mai. (Sil.) Vertreter der Leutschvolksparteilichen Jugendbewegung des ganzen Reiches, die z. Zt. in Heidelberg tagt, erließen folgende DegrühungStelegramme: „Reichspräsident v. Hindenburg. Deutschdolksparteiliche Jugend zu ihrer Fuhrer- tagung am deutschen Rhein versammelt, sendet Eurer Exzellenz in tiefster Dankbarkeit ehrerbietigste Grüße mit dem Gelöbnis, unter Eurer Erzellenz Führung freudig für Volk und Vaterland zu arbeiten." „Reichsaußenmini st er Dr. Etrese - mann. Vorn deutschen Rhein, aus der Stadt, in der einst ein deutscher Mann in ernster Frömmigkeit dem Gedanken der Freiheit Bahn gebrochen hat, die ihr höchstes Glück im Dienst des Volkes sieht, senden ihrem geliebten Führer Grüße der Treue." „Landtagsabgeordneter Dingel- d e y. Ihrem hochverehrten Freunp senden Grüße des Dankes mit den besten Wünschen für baldige Genesung." Volksparteiliche Jugendführer. Die Entrvasfrmngsnote. Paris, 28. Mai. (WTB.) Der „Temps" bestätigt, daß die Reparationsfrage auf Veranlassung der Botschafterkonferenz mit der Frage der Entwaffnung verbunden werden soll. Die Botschafterkonferenz habe gestern der Reparations- lommission die Frage gestellt, ob Deutschland die Bedingungen des Friedensvertrages erfüllt habe. Die Reparationskommission tritt zusammen, um sestzu- stcllen, ob Deutschland die Bedingungen des Dawesplanes erfüllt habe. Es sei wahrscheinlich, daß ihre Antwort bejahend ausfalle. Unter diesen Umständen werde die Botschafterkonferenz der Reichsregierung eine Note zustellen, in der sic fest- stelle: 1. daß Deutschland seine Vertragsverpflichtun- gen hinsichtlich der Reparation erfülle; 2. daß es feine Vertragsoerpflichtungen hinsichtlich der Entwaffnung nicht erfülle; 3. daß es infolgedessen augenblicklich n i ch t d i e Lageherge stellt habe, die der Artikel 429 vor- fehe, wenn die Kölner Zone geräumt werden solle;. 4. endlich, daß diese Räumung erfolgen werde, sobald Deutschland getreulich seine Entwaffnungsverpflichtungen erfüllt habe. Schließlich glaubt der „Temps" noch feststellen zu können, daß die englische und die französische Regierung sich über die Liste der deutschen Verfehlungen geeinigt hätten, bis auf eine Verfehlung, die die britischen militärischen Sachverständigen nicht anführen wollen, während die französischen Sachverständigen den gegenteiligen Standpunkt verträten. Die alliierten Forderungen. Unerhörte Zumutungen an Deutschland London, 29. TXlaL (WTB. Fnntspruch.) Wie der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" erfahrt, werden die in der Entwaffnungsnote an Deutschland zu stellenden Forderungen u. a. folgende Punkte emschiietzen: 1. Auflösung von gewissen Abteilungen des Reichswehrminisieriums und der S t ä b e der größeren Einheiten, die an die Sektionen für Wobilmachun, Rachrichtendiensi ufro. des früheren Generalsiabs erinnern. 2. Einschränkung der Zahl der Stabsoffiziere entsprechend dem Umfang der Wehrmacht. 3. Auflösung aller Hilfs- und Uebungsschulen für Mannschaften, soweit sie noch nicht erfolgt sind. 4. Strenge Vorsichtsmaßnahmen, durch die diese unstatthaften Verstärkungen der Heeres stärke in Zukunft verhindert wird. 5. Auflösung gewißer geheimer militärischer Organisationen. 6. Wirksames verbot, militärische Hebungen in athletischen, studentischen und sonstigen Jugendorganisationen vorzunehmen. 7. Schließuno der I n st i t u t e, in denen gegenwärtig Offiziere, Unteroffiziere verschiedenartige technische Ausbildung erhalten. 8. Auslieferung und Zerstörung verschiedener Kategorien von Schriftstücken über Mobilmachung, militärische Operationen ufro. 9. Teilweise Entmilitarisierung und Dezentralisierung der Sicherheitspolizei. 10. Verwcmdekung beweglicher^eftungsge- schütze in unbewegliche. 11. Beseitigung einer Anzahl von Fabriken, die noch immer Waffen und Munition Herstellen ober herzustellen imstande sind. 12. Wirksame Beschränkung der Erzeugung oon Kriegsmaterial auf die vorgesehenen Fabriken. 13. Zerstörung ober Umbildung der schweren Maschinen in den Kruppwerken und den Deutschen Werken. 14. Zerstörung verschiedener Eisenbahnlinien, die ausschließlich militärischen Zwecken dienen. 15. Einstellung der Fabrikation gewis- ser Ersatzteile in verschiedenen Fabriken. 16. Weiter Gesetzesbestimmungen bzro. schärfere Anwendung der bestehenden Bestimmungen gegen die Ein- und Ausfuhr von Kriegsmaterial. HUfsexpedition für Amundsen. Aus Reuyort wird gemeldet: Das Hilfs- kornits für Amundsen bat am ersten Tage der öffentlichen Sammlung 4 6 5 0 0 0 Dollar zusammengebracht. Am Samstag werden voraussichtlich drei Flieger, darunter der Weltflieger Smith, an Bord des Dampfers „Ra- varra" nach Spitzbergen abreifen, um von dort im Flugzeug auf die Suche nach Amundsen zu gehen. Auch die norwegische Luftfahrtvereinigung hat die Frage der Hilfsexpedition für Amundsen besprochen. In dem aus- gegebenen Bericht heißt es, daß Amundsen selber Die Möglichkeit in Betracht gezogen habe, zu Fuß nach Spitzbergen zurückzukehren. und daß er die Fahrzeuge der Expedition ersucht habe, nach Ablauf von vierzehn Tagen die Eiskante abzupatrouillieren. Die Vereinigung hat, um die Rachsorschunaen nach Ablauf der Frist so schnell als möglich ins Werk zu fetzen, beim Ver- tcidigungsministerium beantragt, die „Fr am" für das Absuchen der Eiskante zur Verfügung zu stellen sowie zwei Flugzeuge für den gleichen Zweck nach Spitzbergen zu entsenden. Aus Satt Franzisko wirb gemeldet: Arnold Liebes, der vor zwei Jahren in -Point B a r r o w (Alaska) Amundsen bei der Anlage eines Landungsplatzes half für den Fall, daß ungünstige Winde die Expedition im Polargebiet um- hertrieben, hat das einer Pelzgesellschaft gehörige Schiff „Charles Brome r", das zur Zeit bei der St. Lawrence-Insel in der Beringsee vor Anker liegt, drahtlos ausgefordert, nach dem 300 Meilen entfernten Pointhope zu gehen, um nach der S p u r Amundsens zu suchen, da mit der Möglichkeit gerechnet wird, daß die Expedition in Alaska gelandet ist. Das Schiff antwortete, daß es, sobald es das Wetter zulasse, aufbrechen wirb. Siebes sprach die Vermutung aus, daß Amundsen mit Hundeschlitten von Point Barrow nach Pointhope gegangen sein könnte. Der 10- Stäbiefag in Köln. Köln, 28. Mai. (TU.) Im Messehofe des Kölner Rathauses versammelte sich gestern der 10. S t ä b t e t a g. Oberbürgermeister Boeß - Berlin, der den Vorsitz führt, wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß die Beziehungen der Kommunen zu den Ländern und zum Reich zur Zeit in Berlin in sehr unerfreulicher Weise behandelt würden. Der Vertreter der preußischen Staatsregierung überbrachte Grüße und umriß die Umstellung in der Wirtschaft der Kommunen. Für die übrigen Städtebünde übermittelte Oberbürgermeisten H i e p p° Regensburg (Donau) als erster Vertreter des bayerischen Städtebundes der Tagung die besten Wünsche. Oberbürgermeister L u e ck e n referierte über „Kommunalisierung und Entkommunalisierung". Der Redner kam zu der Feststellung, baß die Entkommunali- Brung zum Stillstand gekommen sei, nachdem die ährung wieder stabilisiert ist. Bei dem Fe st abend im Gürzenich begrüßte Oberbürgermeister Dr. Adenauer im Namen der Stadt Köln die Teilnehmer des Städtetages, die Vertreter befreundeter Verbände und die Ehrengäste und hieß sie herzlich willkommen. Die Tatsache, daß sie mitten in ein oon fremden Truppen besetztes Gebiet gekommen seien, gebe der Taguna einen historischen Charakter. Die rheinische Jahrtausendfeier sei kein gesuchter Anlaß zu lärmenden Festlichkeiten, sie sei nach all dem Druck der letzten Jahre ein aus der Tiefe des Herzens kommender Gefühlsausdruck. Die Jahrtausendfeier fei die oon tiefstem Ernst getragene Feier des rheinischen Deutschtums. Die Rede schloß mit einem Hoch auf die im Preußischen Städtetag vereinigten Städte. Oberbürgermeister Dr. B o e ß - Berlin betonte in seiner Erwiderung die Zusammengehörigkeit der Rheinlande mit dem unbesetzten Gebiet und schloß mit einem stürmisch aufgenommenen Hoch auf die Stadt Köln. Kleine politische AschrLchten. Wie wir erfahren, hat die bayerische Staatsregierung beim Reichsrat gegen das vom Reichstag angenomemne Gesetz betreffend die Wiederaufnahme des Verfahrens gegenüber den bayerischen Volksge- r i ch t s u.r t e i l e n Einspruch erhoben. Der Reichsrat stimmte dem Einspruch zu. * Der liberale Abgeordnete Max konnte die Kabinettsbildung in Belgien nicht durchführen, da der Generalrat der sozialistischen Partei die Beteiligung irgendeiner sozialistischen Persönlichkeit am Kabinett Max abgelehnt hat. In politischen Kreisen nimmt man an, daß der König nunmehr den Kammerpräsidenten B r u n e t mit der Kabinettsbildung beauftragen werde. In Tsingtau sind Unruhen ausgebrochen, die die japanische Regierung veranlaßten, Zerstörer pon Port Arthur und Polizeitruppen dorthin zu äsenden. Die Unruhen haben ihre Ursache in Streiks in den japanischen Spinnereien. Die Arbeiter und Angestellten sollen die Fabriken besetzt und beschlagnahmt haben. Die Lage wird als äußerst bedrohlich bezeichnet. Aus aller Mett. Reiseerleichlerungen für Danziger Staatsangehörige. Danziger Staatsangehörige, die sich durch einen gültigen Heimatpaß über ihre Danziger Staatsangehörigkeit einroartbfrei ausweisen, bedürfen ab 1. Juni weder bei der Einreise noch beiderAusreise nach Deutschland eines Sichtvermerkes. Die Aufhebung des Sichtvermerkzwanges bezieht sich jedoch nicht auf Inhaber von Personalausweisen des Danziger Polizeipräsidiums, auf staatenlose Leute, deren Staatsangehörigkeit nicht geklärt ist ober die einem in Danzig nicht vertretenen Staate angehören und aus diesem Grunde einen Ausweis erhalten haben. Herabsetzung der österreichischen Sichtvermerksgebühren. Auf Grund der Vereinbarungen, die zwischen der deutschen und der österreichischen Regierung getroffen worden sind, werden die von den beiderseitigen Staatsangehörigen bisher zu erhebenden Sichtvermerksgebühren vom 1.6. ab e r- mäßigt. Erhoben werden deutscherseits bis auf weiteres von österreichischen Bundesangehörigen für den Sichtvermerk zur einmaligen Ein- oder Ausreise sowie zur einmaligen Ein- und Wiederausreise oder zur einmaligen Aus- und Wiedereinreise 5 Reichsmark, für den Sichtvermerk zur beliebig häufigen Grenzübertritt innerhalb 12 Monaten 10 Reichsmark. Auf österreichischer Seite gelangen entsprechende Gebühren zur Erhebung. Frithjof Raufen in Berlin. Wie die Telunion erfährt, trifft Frithjof Nan - s e n Freitag früh $10 Uhr von Oslo zu kurzem Aufenthalt in Berlin ein, um die Ansicht der zuständigen deutschen Stellen über die Möglichkeit der Erforschung der Arktis unter Zuhilfenahme oon starrenLuftschiffen kennen zu lernen. Reichsverkehrsminister Krohn wird ihm zu Ehren ein F r ü h st ü ck im Hotel Adlon geben, an dem u. a. der Reichskanzler und Dr. Eckener teilnehmen werden. Berliner Derkehrsnöte. Am Freitag vormittag ist dir gesamte An- gcstrlltrnfchast der Autobusgefellschaft in den S t r e i k getreten, so daß der gesamte Autobusverkehr vollkommen stilliegt. Bei der Straßenbahn sind die Verhandlungen noch im Gange. Die Hochbahn verkehrt zur Zeit noch. Bestrafter Brandstifter. Das Schwurgericht in Passau hatte sich mit einem seltenen Fall von Brandstiftung zu befassen. Angeklagt war der 20jährige Arbeiter Matth. L a i m e r aus Niederreisbach wegen 23 Vergehen der Brandstiftung. Der Angeklagte hatte mehrere Male in einer Nacht an verschiedenen Stellen Brände angelegt und fand ein besonderes Vergnügen an der Entstehung eines größeren Feuers und an dem Jammer der vom Feuer Betroffenen. Die Sachverständigen bezeichneten den Angeklagten als moralisch höchst minderwertig, aber für die Straftaten voll verantwortlich. Das Gericht verurteilte ihn entsprechend dem Antrag des Staatsanwaltes zu der Höchststrafe von 15 Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre. Tragödie in einer Hauslehrersfamilie. In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag gegen 12 Uhr hat in Feudenheim eine 47jährige Hauslehrersfrau ihrem Ehemann, der dem Trünke ergeben war und es auch mit der ehelichen Treue nicht genau genommen haben soll, während des Schlafes mit einem Seitengewehr den Hals durchstochen. Die Ehefrau wurde vorläufig festgenommen. Schwere Gewitterschäden to Schlesien. Wir hören aus Glotz: Ein schweres ®A witter, das gestern weite Teile MittelschlssieM überzog, äscherte in Alt-Lomnitz (äreis fünf Besitzungen vollständig ein. AvN Ngj Mobiliar wurde fast nichts gerettet. Alt-Heidelberg . . . Der Heidelberger Stadtrat hat einstimmig b& schlossen, dem erblindeten Verfasser des Schausptsw „Alt-Heidelberg", Wilhelm Meyer-Förster, der am 12. Juni seinen 63. Gebprtstaa feiert, das Ehrenbürgerrecht der Stadt HaiveKerg zu verleihen. Wettervoraussage. Westliche Winde, meist bewölkt, zunächst noch Riederschläge, später nachlassend, etwas H&fer. Ausläufer des neuen Fallgsbietes südlich Island werden durch ihr Dorübergehen noch Riederschläge verursachen. Im Rücken des Fall- gebietes ist mit langsamen Aufklären zu rechnen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 29. Mai 1925. , Die entlaubten Eichenwälder. In diesem an Ungeziefer reichen Frühjahr tritt in unseren Wäldern ein Kahlfraß an Eichen auf, wie er in dieser Verbreitung glücklicherweise yi den Seltenheiten gehört. Tritt man in den Bereich eines Eichenwaldes, so rieselt wie ein feiner Regen der Unrat der Tiere aus dem kahlgefressenen Geäst zu Boden, er bedeckt die Kleider, und man sucht so bald wie möglich sich dem Einfluß dieser unheimlichen Naturerscheinung zu entziehen. Der Schädling, der hier fein Wesen treibt, ist derGrün - oder Eichenwickler, Tortrix viridana, ein 23 Millimeter breiter Kleinschmetterling, mit lebhaft apfelgrünen, geldlich gerundeten Vorder- und silberweißen Hinterflügeln. Er fliegt im Juli in der Dämmerung. Bei Tage sitzt er mit zusammengeklappten Flügeln an Bäumen, im Gebüsch oder im Grase. Seine Eier legt er einzeln an die Knospen der Eichentriebe. Jry August ist er verschwunden. Die hellgrünen, mit schwarzen Warzen versehenen Raupen erscheinen im April und fressen die sich entwickelnden Knospen aus. Im Mai leben sie frei an den Bäumen, die von oben nach unten kahl gefressen werden. Bieten die Eichen keine Nahrung mehr, so treten sie auf Weiß- und Rotbuchen, Linden und Ulmen über, die in kurzer Zeit ebenfalls entblättert werden, da die Freßt««, feit kurz vor der Verpuppung besonders groß ist. Um diese Zeit beginnt auch eine erhöhte Spinner- tätigtest, so daß die befallenen Bäume von Fäden und Gespinnstfetzen ganz behangen erscheinen. Mitte bis Ende Juni erfolat die Verpuppung. Eine zweite Brut ist bisher noch nicht beobachtet worden. Der letzte Eichenkahlfraß in hiesiger Gegend war am Ende der achtziger Jahre. Im Juli schlagen die Bäume von neuem aus. Nur bann, wenn die Plsge sich im nächsten Jahr wiederholt, gehen jüngere Bäume zugrunde. Das einzige bekannte Mittel gegen diese Raupenplage ist Schonungder insektenfressenden Singvögel. Der verdächtige Goldregen. Nachdem die „Preisausschreiben", die nicht selten betrügerischen Zwecken dienten, infolge einer scharfen behördlichen Kontrollemehr und mehr nachgelassen Haden, setzt wieder bas von früher her schon bekannte „Schneeballsystem" ein, das darin besteht, daß das Publikum veranlaßt wird, dem Ausschreiber eine bestimmte Anzahl oon Kunden, die entsprechenden Einzahlungen zu leisten haben, zuzuführen, um den in Fraae kommenden Gegenstand zu erhalten. Jeder dieser neuen Kunden hat die gleiche Aufgabe. Eine in den Grundzügen ähnliche Veranstaltung wird von der Firma F. N. Stopper in Amsterdam, Heerengrocht 258, ,etzr in Deutschland, angekündigt unter dem Namen „Goldregensystem". Die Firma preist ihr Goldregen- systern an, das jedem ohne Kosten den Betrag von 2000 holländischen Gulden einbringen soll. Der Gang des Systems ist folgender: Für vier eingesandte holländische Gulden ober sieben Reichsmark erhält man vier weiße Karten. Diese muß man für je einen Gulden Weiterverkäufen. Diese zweiten Käufer senden ihre weiße Karte und weitere drei Gulden ein und erholten dafür je vier rote Karten. Die brihen Käufer dieser roten Karten erhalten viex gelbe Karten wenn sie ihre rote Karte mit einem Betrage von drei holländischen Gulden eingefanbt haben So geht die Kette der Starten weiter über einen vierten, fünften und sechsten Käufer, die grüne, blaue und dann braune Karten bekommen. Jeder gibt für die Starten vier Gulden aus und erhält sie durch den Verkauf der Starten wieder zurück, so daß er tatsächlich keinen Schaden erleidet. Die 2000 Gulden sind fällig und werden ausge- zahlt, wenn atie braunen Starten im Umlauf sind, d. h. wenn der erste Käufer der vier weißen Karten dafür gesorgt Hot, daß zu seinen vier Karten 4 mal 4 mal 4 mal 4 mal 4 mal 4 ----- 4096 Karten in den Verkehr gekommen sind. Die 2000 Gulden werden aber nicht fällig, wenn auch nur eine Starte fehlt. Ferner muß jeder seine vier Starten innerhalb von zwei Wochen verkaufen. Die Wahrscheinlichkeit, daß die 2ü00 Gulden jemals zur Auszahlung kom- men, ist sehr gering, wenigstens ist bisher noch kein Fall bekannt geworden, in dem die Auszahlung erfolgt ist. Dieses System stellt eine nach § 286 des StGB, strafbare Ausspielung dar, die zugleich wegen ihrer offensichtlichen Undurchführborkeit die Totbestonds- merkmole des Betruges aufweist. Das Publikum wiro dringend davor gewarnt, sich an dem Vertriebe von Teilnehmerkarten zu beteiligen, d o bie Vertreiber dieser Starten s i ch ebenfalls ftrafbar m a m en. Es liegen indessen auch mancherlei andere Gründe für die Vermutung vor, daß der Geschäftsbetrieb der Firma Stapper ein betrügerischer ist. Ein vorsichtiger Spieler erkundigte sich bei der Firma Stapper in Amsterdam, ob sie auch tatsächlich in der Lage sei, ihren Versprechungen gerecht zu werden, wo sic ihr Bankkonto habe, und wo er sich sonst über den Ruf der Firma erkundigen könne. Aus der Antwort entnehmen wir folgendes: „Wir besitzen kein Bankkonto und sind hierzu auch nicht verpflichtet. Was die Fundamente anbelangt, so lassen Sie das ruhig unsere Sorge fein; benn betr. der Auszahlung sind bie Fonds zur Genüge vorhanden. Um noch mehr zu sagen, halten wir es für überflüssig, daß wir hiesige Banken und Auskunftsbureaus über den Gang und die Geschäftsent- und abwicklung unterrichten. Wir haben dieses aus Gr ü n d e n der hier üblichen Geschäftsschnüfsc- lei verweigert. Jedoch sind die Behörden h>er vollständig im Bilde." (??) Das System hat in Deutschland schon e>e große Verbreitung gefunden, so daß eine AAMche Warnung unbedingt notwendig ist, um EntmUschun- Gen Dorflubcuflen, ^umal nach deutschem T.edjt. wie schon erwähnt ist, sich die Verkäufer iet einzelnen Karten ebenfalls mitschu.^tg machen. Dieses Golbreacnsystem haben m Deutschland bereits ebenso „geschäftstüchtige" Leute aosgeautzt um aus gleicher Grundlage verichtedene Abarten zu < «"hoben. Es wird gebeten, alle Mitteilungen, die 1>ch aus llc Ausübung dieser Systeme beziehen, der Polizeibienststelle C. 8 im Polizeidienstgebaude in der Grorgenkirch.Strohe 30 in Berlin zuzuleüen. Der Teefischgenuft im «omliier. 2er Leiter des Instituts für Seefischerei, Dr Lücke- Wesermünde, jchrelbt baruber: „Cs ist lehr bedauerlich, baß in breiten Schichten unseres Lölkes noch immer alreingewurzellc Lorurteitc gegen den Seefijchgenuß im Sommer bestehen, obgleich diese langst als f ilsch erwiesen sind, Gcrabe im Som- mer sind die gische meist nahrl)after und wohlschmeckender als zu anderen Jahreszeiten. Sie haben dann ihre Laichzeit hinter sich, stehen in der Mast- pcr'ode und befinden sich, do Nahrung reichlich vorhanden 'N, in einem vorzüglichen Ernährungszustand. Anoererseits ist der itcitbcbarf des mensch. lidjen Körpers im Sommer bcrnbqcfetp; das fettreiche Fleisch der warmblütigen Tiere widersteht uns daher vielfach. Heroorgehoben sei nodi. baß Räucherfische namentlich geradezu das Ideal eines nahrhaften und leicht verdaulichen Nahrungsmittels darstellen. In den sischesienden Ländern, zu denen Deutschland leider immer noch nicht zahlt, weiß man diese Vorzüge sehr wohl zu schätzen und es steigt dort der Fifchoerkehr iin Sommer. Außerdem wäre ein geficigcrtcr Fifchverzehr im Sommer auch aus volkswirtschaftlichen Rücksichten zu begrüßen. Durch einen gleichmäßigen 'Jlbfag während des ganzen Jahres würde der Fischhandel gefestigter, und es brauche nicht, wie bisher, alljähr- ltch wegen des mangelnden Absatzes im Sommer em großer Teil unserer Fischdampferflotte auflegen. Der gesamte Hochseefischereibetrieb würde dadurch verbilligt, was schließlich auch dem Verbraucher zugute kommen würde. Die Befürchtung, bah die Güte der Fische namentlich bei längerem Transport durch die Warme leidet, ist gänzlich unbegründet. Höhere Temperatur und größere Entfernung des Berbrauchsortes von der Küste spielen heute im Fischhandel keine Rolle mehr. Durch eine an- gemessene Verpackung, eine reichlichere Eiszugabe ißt sich ihre Einwirkung auf die Ware oollftän- big ausgleichen. Vor dem Kriege wurden selbst in den heißesten Sommermonaten frische Fische von der deutschen Rordseeküfte noch Ober-Italien, Oesterreich und Ungarn versandt und kamen dort in tadellosem Zustande an. Jetzt nach Wiedereinstel- lung der Fisch-Eilzüge und besonderen Fischkurswagen ist die Beförderung ebenso schnell wie in Vorkriegszeiten. Außerdem läßt jedes gute Ver- sandgeschäft es sich angelegen sein, seine Fische so zu verpacken, daß sie auch einen mehrtägigen Transport gefahrlos überstehen." Sine neue Spätverbindung auf der Strecke Gießen—Friedberg. Don der Reichsbahndirektion Frankfurt a. Dl. wird unS mitgeterlt, daß ab 5. Juni auf der Strecke Gießen-Butzbach - Friedberg e#ne neue Spätvcr- btndung vorgesehen ist. Der Zug wird um 10.39 ll&r nachm. in Gießen abfahren und um 11.40 Tlhr n achm. in Friedberg an kommen. *• Personalien. Ernannt wurde am 26. Mai der Ministerialrat im Ministerium der Finanzen Karl Hesse vom 1.3uni 1925 ab zum Staatsrat im Ministerium der Finanzen und zum Dorsitzenden der Abteilung dieses MinisterimnS für Forst- und Kameralverwaltung mit der Amtsbezeichnung „Canbforftmcifter“. ** Eine Reichstaguna der Evangelischen Volksgemeinschaft findet am Dienstag, 2. Juni, vormittags 10 Mr beginnend, im Gasthof Hindenburg hierfelbst statt. Die Tagesordnung, auf der bedeutsame Vorträge stehen, ist im heutigen Anzeigenteil veröffentlicht. Alle Freunde und Anhänger der Bewegung find eingeladen. ** Ser Abbau der Paßvorschrif- ten. Der feit längerer Zeit begonnene Abbau der Paßvorschriften soll u. a. in der Weise fortgesetzt werden, daß der deutsche Sichtvernterk- zwang im DerhäUnis zu solchen Staaten aufgehoben wird, die ihrerseits für Reichsangehörrge ■ den Sichtvermerk nicht fordern. 3n erster Linie kommt hier der Freistaat Danzig in Betracht Mit Wirkung vom 1. 3uni ab wurde deshalb bestimmt, daß Danziger Staatsangehörige, die sich durch gültigen Heimatpah über die Danziger Staatsangehörigkeit einwandfrei auSwcifen, für den Grenzübertritt weder bei der Einreise nach Deutschland, noch bei der Ausreife auS Deutschland eines Sichtvermerks bedürfen. •• Kreisverband Oberhessen bes Verbandes für die evangelisch-weib- liche Jugend Hessens. Roch längerer, durch verschiedene andere Konferenzen und Kurse beding, ten Pause trat am Dienstagnachmittag im Markus- faal zu Gießen der Kreisverband Oberhessen des Verbandes für die evangelisch-weibliche Jugend Hes- sens zu einer wichtigen Tagung zusammen. In Stellvertretung des Vorsitzenden, Pfarrers Bey- r i ch - Münzenberg, der erst später erscheinen konnte, eröffnete Pfarrer Dittmer- Hausen die Sitzung, lieber Vereinsnöte und Vereinshoff- n u n g c n sprach in besonderer Zuspitzung auf die städtischen Verhältnisse Pfarrer H c r t e l .Gießen; seine Ausführungen wurden ergänzt durch Pfarrer $ e i) r i d), bet insbesondere die ländlichen Verhältnisse berücksichtigte Die 'Aussprache war recht rege. Es wurde fernerhin beschlossen, kurz nach Pfingsten zu einer Arbeitstagung in Bad Salzhausen zusam- menzukommen, die von jedem Verein mit 2 bis 3 Mitgliedern beschickt werden soll. •* Im Goethe-Bund veranstaltete am Mittwoch Studienrat Krauß einen Volkslieder- abend, dem, wie dcr starke Besuch zeigte, großes Interesse entgegengebracht wurde. Herr Krauß sprach e-nkitenb über Herkunft und Geschichte des Volks- lindes, wovei y auf die Bedeutung der Namen wie Herder. Goethe. Arnim, Brentano und Uhland für bie Erforschung und Belebung des deutschen Volks- liebes hinwies, und schloß mit der eindringlichen Mahnung, dos kostbare Gut aus den Jahrhunderten 14—17 mit Därme und Treue zu pflegen. Wie em Volkslied entsteht, konnte nicht besser gezeigt werden als durch das FreUigrathsche Gedicht ..Prinz Engen der edle Ritter", das Herr Krauß in der Vertonung von Löwe mit eigener Klavierbegleitung vortrug. Alsdann sang der von Herrn Krauß geleitete Ge- mischte Chor der Gießener Volkshochschule fünf alte Volkslieder vierstimmig a cappella, die. mit Wärme und Innigkeit im echten Sinne des Volkes und des Liedes vorgetragen. von der Schulung des sicher führenden Chorleiters wie von dem innerlichen Mit- gehen der Sänger das schönste Zeugnis oMegtcn. Den Geist dieser kleinen musikfrohen Gemeinde, wie den Geist der Volkshochschule überhaupt kennzeichnete das schöne Freundschaftslied Mozarts ..Brüder, reicht die Hand zum Bunde", mit dem der Chor den Abend richtungweisend eröffnete. VorrroUzcn. .Wikinger Fahrten ber Re» rot her: im Land der 100 0 6 een“ ist ein Lichtbildervortrag mit Sied rn zur Laute betitelt, der am kommenden Mittwoch abend im Saal bau Sauer veranstaltet wird. lSiehc heutige Anzeige.) Hierzu wird uns über die Rerother «Der Tierotbcr Wandervogel) und ihr Wollen milgeteUL Der Rerother Wandervogel wurde gegründet von jungen Menschen. Schülern und Studenten, die sich in der tiefsten Aot des Vaterlandes. bei dem tiefsten Stand der Jugendbewegung zusammm- fanden. Hohe und schöne 3deale find es. die der Rerother Wandervogel sich zum Ziele gefetzt hat: die Errichtung eines Ehrenmals für die Dausende deutscher Wandervögel, die für Heimat und Dater- land ihr junges Leben liehen. Kein toteÄ Denkmal soll es werden, sondern ein Ausdruck lebendigen, gemeinsamen Wollens, an dem jedes Bundesglied mitarbeitet und schafft: die Errichtung einer Burg ist das 3beal das dieser Fugend vorschwebt, einer Burg, die ganz im eignen neuen Stil erbaut werden soll. Als Platz ist die Ruine Waldeck auSersehen, ein herrliches Fleckchen deutscher Erde im Hunsrück. Für die Errichtung dieser Burg braucht die Rerother- 3ugend Mittel. Deshalb veranstalten die einzelnen Gruppen Lichtbildervorträge. Am Mittwoch wird ein Nerother ü&pr einen Zug nach Finnland berichten. Er wird an Hand prächtiger Lichtbilder, die das Leben der „fahrenden Scholaren" lebendig wiedergeben und auch den Schönheiten der Landschaft gerecht werden, erzählen, wie sie das Land der tausend Seen und seine Leute kennen lernten und sich aufs neue die Herzen der Finnen, die unterem tapferen deutschen Heere ihre politische Selbständigkeit verdanken, eroberten. Allen, die sich toieber einmal von Herzen an Deutschlands 3ugend. Deutschlands Hoffnung freuen wollen, sei der Besuch des Vortrags empfohlen. Bezirkstierschau über Vogelsberger Vieh. —• Schotten, 21 Mai. Der LandwirtschaftskammerauS- schuß für die Provinz Oberhessen hatte eine Eiirladung an die Züchter des r e i n : n Vogelsberger Viehes ergehen lassen, ihre aufgezogenen Herdbuchtiere in einer allgemeinen Tierschau vorzuführen, die heute auf dem schön gelegenen Dockzahl in der Stadt Schotten ftattfand. Die Schau war außerordentlich reichlich beschickt, über 250 prächtige Exemplare deS schönen RotvieheS waren auf getreten. Der Platz war übersichtlich angelegt. 3 große Vorführungsringe waren hergerichtet. Als Preisrichter fungierten die Herren Prof. Dr. Knrli- Dießen, Direktor Hopp -Erndtebrück, Tierzucht- infpektor Dr. T o r n e d e -Biedenkopf, Anton Engel V -Hörnsheim, Hermann Velten- Göbelnrod. Fr. Brand- Strothe. Eine Reihe von Ehrenpreisen war gestiftet worden seitens des Kreises und der Stadt Schotten, von der Vogelsberger Volksbank, vom Kreisrinderzuchtverein, der Molkerei.unb einer Reihe von Gemeinden. Die Tierschau bezog sich auf Bullen im Alter von 1 bis 3 3ahren, auf Kalbinnen, trächtige Kühe, Milchkühe, auf Familien und Sammlungen, alles eingeordnet in 9 verschiedene Klassen. Mit besonderer Befriedigung konnte festgestellt werden, welch erfreulichen Aufschwung die Zucht des bodenständigen Rindes wieder genommen hat. CS war eine Lust, die gesunde kräftige Raffe des einheimischen Vogelsberger Schlages zu sehen. Der Vorkriegsstand des Viehbestandes ist zwar noch nicht ganz erreicht, aber es geht vorwärts, und der vorhandene gesunde Stamm an Rotvieh bietet Gewähr für ein erfreuliches Wachstum der einheimischen Rasse. Sehr stark war daS Interesse an der Schau, das zeigte der überaus starke Besuch. AmDi?'s- tag abend sand im Hessischen Haus ein De- gräßungsabend statt. Oekvnomierat Breidenbach, der Vorsitzende des Landw. Kammcraus- schusses für Oberhessen, hieß die zahlreich erschienen Gäste herzlich willkommen. Der gesamte Ausschuß ber LandwirtfchaftS-Kammer Hessen war erschienen, in deren Ramen der Vorsitzende der Kammer sprach. Bürgermeister Menget- Schotten überbrachte den WillkvmmenSgruß ber Stadt. Eine Reihe weiterer Ansprachen folgte. Die Tierschau selbst war vom besten Wetter begünstigt, das 3ntereffe, das die Bevölkerung nahm, sehr stark. Ein gemeinsames Ellen fallest sich an die Prämiierung. Oekonomierat Breidenbach sprach nach Worten der Begrüßung und deS Dankes auf den Vogelsberg und fein Vieh. Kreisdirektvr Boeckmann übermittelte 1. Vfingtt-Aciertag, 31. Mai: Wetzlar, Schützengarten 3.15 Uhr 3.15 Nbr MSSMMWll auSgefübn von der gesamten Kapelle der Stahlwerke Röchling-Buderus A.-G. unter perfdnL Leitung des Kapellmeisters Herrn A. Noihe. EintrittSvrciS: 1. May Mk. 1.—, 2. Platz DU. 0.75 einfcbL Steuer. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saale statt. 5493D die Grüße des Kreises, fein Hoch galt dem Landwirlschafts-Kammeraustchub £>5?rheften. Die Hess Regierung war durch Ober-Regierungsrat Dr Man vertreten, die rersichern ließ, baß man allezeit ber Rotviedzucht im Vogelsberg |:i- tens beS Stoalsregierung bic weitgehendste Förderung angedeihen lallen werde. Die prämiiert.m Tiere wurden im Ring vorgef.wri Alles in allem war die Tierschau ein .-oller Erfolg. ES geht aufwärt» und vorwärts mit der Tierzucht im Vogelsberg. Die Vogelsberger Rasse ist die Zucht ber Zukunft. Kleine Strafkammer Wetzlar. ß WeNlar . 27. Mai. Der Bergmann M. unb der Hüttenarbeiter G aus Frohnhausen waren wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung vom Amtsgericht Dillenburg zu Geldstrafen von je 60 M. eventl. 6 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Hiergegen hatten sowohl die Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft Berufung verfochten. Wie die Verhandlung ergab, hatten die Angeklagten in einer Rächt im September 1924 vor dem Haufe deS Zeugen B. als dieser sich schon zur Ruhe begeben hatte, ruhestörenden Lärm verursacht. D. versuchte durch gütliches Zureden auf Sie Angeklagten, biete zu veranlassen, sich ruhig zu verhalten, was jedoch ohne Erfolg bliev. B. begab sich hierauf mit einer Laterne versehen auf die Straße und erkannte hierbei die beiden Angeklagten. Dann will er von M. ahnungslos einen Schlag mit einem harten Gegenstand gegen die Brust erhalten haben, wodurch er eine blutende Hantverlehung, durch die auch feine Kleider blutbefleckt wurden, davongetragen habe. Weiter wurde dem Zeugen angeblich durch den Angeklagten G. eine 3acke über den Kopf geworfen. er (der Zeuge) ein Stück Weges geschleift und auch von den Angeklagten geschlagen. Die Angeklagten bestritten, den Anfang zu der Schlägerei gemacht zu haben, sondern behaupteten, ber Zeuge fei ber schuldige Teil, da er zuerst mit einem Stock auf sie eingeschlagen habe. sie wollen in Rotwehr gehandelt haben Auch sind die Angeklagten der Ansicht, durch die rechtS- krästig gegen sie erkannten Geldstrafen von je 150 M. wegen des ruhestörendcn Lärmes sei diese Sache schon hinreichend gesühnt. Die heutige Verhandlung ergab, daß die Angaben der Angeklagten bezst der rechtskräftigen Verurteilung auf Wahrheit beruhen. Mit Rücksicht darauf, daß die Angeklagten schon wegen des in der fraglichen Rächt begangenen ruhestörenden Lärms mit je 150 M. Gllostrafe rechtskräftig belegt worden find, stellte daS Gericht das Verfahren gegen die Angeklagten auf Kosten der Staatskasse ein. Dem Arbeiter R. au6 Klein-Alten- ftäbten war zur Last gelegt, im September 1924 in der Gemarkung Altenberg etwa 1,5 rm Buchen knüppel Holz, dem Zeugen R. gehörig, gestohlen zu haben. Das fragliche Holz wurde bei einer Durchsuchung hinter dem Haufe deS Angeklagten vorgefunden, während der Ang - klagte bestritt, den Diebstahl begangen zu hab.n noch der Eigentümer dieses Hol;es zu sein. Gr wollte nicht wissen, wie das Holz an diesen Ort hingekommen sei und wem es gehöre. Es fer schon öfter vorgekommen, daß 'gestohlenes Hotz von unbekannter Hand auf sein Anwesen geschafft wurde. 3n erster Instanz war durch das Amtsgericht Braunfels auf Freisprechung des Angeklagten erkannt worden wogegen die Staat#- antoaltfdjaft Berufung ein legte. 3n der heutigen Verhandlung erkannte daS Gericht trotz der größten Verdachtsmomente gegen den Angeklagten auf Freisprechung. Die Ehefrau' Ludwig H. von Wetzlar war beschuldigt, dem Invaliden Wilhelm O. von Wetzlar eine Geldbörse mit 15 M. Inhalt gestohlen zu haben. Sie erhielt dieserhalb seinerzeit vom Amtsgericht Wetzlar 3 Monate Gefängnis, wogegen sie Berufung cinleate, die fte mit der Behauptung begründete, sie sei an dem Tage, an dem der Diebstahl begangen worden sei, überhaupt nicht in Wetzlar gewesen. Wie der Zeuge O. behauptete, ist die Angeklagte eines Tages zu ihm in die Wohnung gekommen, um ein Paar ihr gehörige Schuhe abzuholen. Als die Angeklagte wieder weggegangen war, vermißte der Zeuge seine Geldbörse mit 15 M. Inhalt und eine Eßkarte. Da an diesem Tage sonst niemand in feiner Wohnung gewesen war, hatte er sofort Verdacht auf die Angeklagte und erstattete gegen diese Anzeige. Der von der Angeklagten angetretene Alibibeweis mißglückte zwar, doch kam trotzdem das Gericht mangels ausreichenden Beweises zur Freisprechung der Angeklagten, da die Auslagen deS beugen O. kein klares Bild ergaben. Buntes Allerlei. Waldbrand-Katastrophen. Der furchtbare Daldbrand tnPommern macht auf uns einen so besonders schmerzlichen Eindruck, weil der Deutsche ja den Wald so jehr liebt und in ihm ein Stück seiner selbst empfindet. Glücklicherweife sind solche Katastrophen bei uns selten, in Amerika aber sind sie an der Tagesordnung und haben in den riesigen Waldern der Vereinigten Staaten und Kanadas ungeheure Schaden angerichtet. Die früheren Ansiedler, die ja im ewigen Kampf mit dem Wald sich das Land erobern mußten, dachten an alles andere eher als an Wald- schutz und Walbpslege, und so wurde denn jahrzehntelang ein furchtbarer Raubbau getrieben. Erst seil den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts Hot man in den Vereinigten Staaten Gesetze zum Schutz gegen Waldbrändc erlaßen, ein Heer von Waldaufsehern bestellt und vor allem durch Danberrebner und durch die Belehrung der Jugend in den Schulen eine Propaganda gegen bu Waldoerwüftung ge- trieben. Die Walbbrönbe sind nämlich last immer aus die Fahrlässigkeit des Publikums zurückzusühren. die man angibl. wie etwa. daß der Blitz gezündet habe oder zwei Baum- äste sich i.i lange aneinander rieben, bis sie brenn* ten treffen i ir in den aHerftltenRen sollen zu Meistens dt es em brennende» Streichholz, bas seinen Weg in bas dürre Salbmoo? findet, unb wenn ein geeigneter Wind dazukommt. bann ist ber Waldbrand fertig, ber einen riesigen Umsang an nehmen kann. In den letzten Jahren ist auch bas amerikanische Publikum vorsichtiger geworben, und man hat, besonders in Kanada, Flugzeuge dazu verwende, um etwaige Brandherde in den unübersehbar*« Waldungen auszuspüren, so baß das Feuer rechtzeitig gedämmt weiden kann. 2tber die Verluste in Amerika durch Walbbrände gehen noch immer in die Millionen Dollar. Immer wieder sind verheerende Katastrophen cingeirctcn, die man als nationales Unglück cmpsond. Im Oktober 1871 legte bas grofte Peshngc-Feucr an den Ufern der grünen Bai in Wisconsin ganze Dörfer in Asche, vernichtete über 1000 Menschenleben, machte 2000 Familien heimatlos und verursachte einen Schaden von 30 Millionen Dollar. Zehn Jahre später wütete in ber Saginaw- gegend non Michigan ein anderes Riesenfeuer, das bis zum Huron-See drang und ein Gebiet von mehr als 2500 Quadratkilometer mit Tod und Vernichtung Überzog. 1894 forderte bas sogenannte Hinckley- Feuer, das die Stadt Hincklci; zerstörte, in Minnesota das Opfer von 400 Menschenleben. Eine der furchtbarsten Waldbrandkotastrophen hat sich 1910 In sechs Staaten des Nordwestern. ber Union abgespielt. Es wurden damals über 50 Städte unb Bßrfer zerstört, gegen 1000 Menschen kamen ums Leben unb der Materialschaden wurde auf mehr als zwei Millionen Dollar geschätzt. 2Vic schurrt man sich bei (Gewittern? Denn cs so Weiler geht, werden wir ebt sehr gewitterreiches Jahr haben, denn toon letzt hat es an Unwettern nicht gefehlt, die versMeorne Opfer gefordert hoben Manche Nder ^Inalück-AMa ließen sich vermeiden. toenn das Publikum mehr darüber wüßte, wie man sich bei Gewittern schützt. Zunächst einmal ist cin Blitzableiter eine sehr segensreiche Einrichtung, No cm keinem Hause fehlen sollte. Die großen ölfnntlrchen Bauten, Ne Katoedralcn unb Rathäuser, die wohl durchweg mit Blitzableitern ausgesiattet sind, werden jedenfalls durch Gewitter fast nie beschädigt, was wohl dieser Schutzmaßnahme zuzuschnTeiv« ist. Auch Ne Wolkenkratzer vvn Reuhork unb Ehicoop, Ne mit großen Blitzavleiittern besonders gefährlich sind. Dazu gehören Ne Schlafzimmer unter dem D a ch. denn der Blitz fährt häufig in den Schornstein, und tnerm dessen Steine durch das Dach ilndurchgeschleudert worden, können sie Leute töten, die in solchen Dachkammern im DeN liegen. Auch die Küche ist nicht ganz unassährlich. da sie viele metallene Gegenstände enthält. Deswegen aber braucht man nun nicht gleich Angst zu haben, während eines Gewitters beim Esssy Messer und Gabeln in die Hand zu nehmen, wei? ihr Metall den Blitz anziehen föimte. 3m Freien ist bekanntlich das Gefährlichste, wenn man sich unter Bäume stellt. Dutzende von Tieren, bsfond rs Kühe, werden auf diese Weise jede# 3phr getötet. Lbenfo muß man vermeiden, sich bci einem Gewitter in ter Räche eine« DrahVaun.es auf .uhalten. In den großen Weide- gcbieten des amerikanischen Westens, von Argentinien und Qlu ii ralicn, werden dadurch groß« Verluste an T':J> hervoraerufen, dah sich die ängstlichen Tiere an d-n Drahtzäunen zusammen drängen. bic den Blitz anziehen. Schemren tmb Heuschober werden auch öfters getroffen. Man behauptet, daß noch kein Kraftwagen, kein Ersen-' bahnzug und f.in Radfahrer In der Bewegung vom Blitz getroffen worden sind. 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Neben einer etn- fallSarmen Gehirmnusii gab eS eine aus abrup- mit echtem MokkAgeschmack dank Verwendung feinster Kaffeebohnen, kein Extrakt Versuchen Sie den Mondamin-Mokka-Pudding und servieren Sie ihn mit guter Vollmilch oder Schlagsahne. Vertangen Sie aber stets: ponisten gefielen hingegen durch knappe, prägnante Ausdruckskunst und eine infolge homophoner Schreibart erreichte Monumentalität. Auch die böhmischen Komponisten kamen noch zu Gehör Ein Deutschböhme strebt nach Durch- seelung der Musik, ohne sein Ziel erreicht zu haben, und ein französischer Döhme hat beinahe eine Spvrtmusik geschrieben. Englische Musik fiel infolge ihrer Eintönigkeit ab. während Franzosen und Italiener wiederum in Farbensreudigkcit schwelgen und dabei tief er cd Empfinden nicht beiseite lassen. Vielfach überschreiten diese Werke das Gcbvt der Tonalität, was beinahe schon als unproblematisch empfunden wird, weil sich dieser Vorgang zwanglos vollzieht und folgerichtig erscheint. DaS Verweilen auf noch unbekanntem Doden verhindert daS Eni stehen von Gipfelpunkten innerhalb dieser neuen Musik, die als Norm die Poliphone gesetzt hat, nachdem die beherrschende Harmonik ihr: Hebermacht eingebüßt hat. Meist ertönte sind daher nicht eher zu erwarten, als nicht daS Gleichgewicht durch gemeinsame, übernnstimmende Anschauungen wieder hergestellt ist. Vom Provinzialausschuh. Der Provinzialausschuß für die Provinz Oberhessen verhandelte und entschied in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung über folgende Streitpunkte: Errichtung einer T urbi n e nan l a g e durch die Johannes Dörr W w e. auf der Dammes- mühle bei Arnshain: hier: Berufung der Witwe Dörr gegen das Urteil deS Kreisaus- schusseS deS Kreises AlSseld vom 29. Dezember 1924. — Die Johann Dörr Wwe. hat bei dein KreiSamt AlSseld um die Genehmigung zur Einrichtung einer Turbine in ihrem Mühlenwerk an Stelle eines brsher benutzten Wasserrades beantragt. Während die Pläne und die Beschreibung der Anlage offen lagen, hat der Wiesenbesitzer Johann Konrad Pfeffer in ArnShain, der mit einer groben Wiese an den TriebwerkS- kanal anstöht. Einspruch erhoben, weil er befürchtet, dah durch die Höherstauung deS Wassers im Triebkanol seine Wiese versumpfen werde, und weil auberdem die Tränkestelle für fein Vieh vermutlich in Wegfall kommen solle. Der oberhalb deS Mühlwehrs gelegene Müller Heinrich Papst hat Einspruch erhoben, weil er sich dadurch beschwert fühlte, daß durch die Höherstauung des Wassers der Abfluß in dem Unter- wasserkonal seiner Triebwerksanlage gehemmt werde. Der Kreisausschuß des Krerses Alsfeld Die Versuche, Bierteltonmusik einzuführen, müssen als gescheitert angesehen werden. Die deutliche Erkennbarkeit von Dierteltönen und die dadurch erreichte Ausdehnung deS TonshstemS ist nicht zu bestreiten, doch fehlt noch der große Wegweiser, der mit einem Kunstwerk von Nang den ersten Schritt in dos Neuland tut. Die tschechische Oper besitzt alS bedeutendstes Merkmal die A b k e h r vomWaaner- Smetana Stil und wird vielleicht berufen sein, einen neuen Opernstil entwickeln zu helfen. Die Abwandlung eines Motivs in verschiedener Gestalt und die weite Ausspinnung von Themen wird gemieden, statt dessen versucht eine knappe Tonsprache durch kurze, charakteristische Motive die Handlung nicht zu unterstreichen und untermalen, sondern psychologisch zu vertiefen und musikalisch-symbolisch zu gestalten. Die moderne Ausdruckskunst ist hierzu ein überaus geeignetes Mittel. Bei der Wiedergabe sämtlicher Orchester- Werke hat sich die tschechische Orchestervercini- gung der Philharmonie als ungemein befähigt erwiesen, ihre neuzeitlichen Kompositionen in mustergiltiger Weile aufzuführen. wie es ein weniger einfühlungsfähiges Orchester niemals erreichen könnte. Die verschiedenen Dirigenten schufen mit diesem Orchester Glanzleistungen. Dr. H.Sch. I aegenüberftänben. In England fei die Armee eine jozu sagen künstliche, neben der Nation stehende Institution, während bei uns da» Heer einen integrierenden Bestandteil des Volkes jelLft bilde. Herr Haldane, der mit deutschen Verhältnissen genau vertraut ist, hatte volles Verständnis für diesen grundlegenden Unterschied im Heerwesen der bet- den Staa'en. Jur England spiele die Marine eine ähnliche Rolle im Volksbewußtsein wie bei uns das Heer, und er sei überzeugt, daß er und das Kabinett bei feinen Landsleuten sehr bald jede Popularität einbüßen wurde, wenn etwa mit einer wirklichen Reduktion der Flotte vorqegangen werden sollte. Fast die ganze englische Presse' sei fonfer- vativ und gegen jede Einschränkung der Wehrkraft: hiermit mäste auch die liberale Partei red)- nen, in deren Reihen übrigens die Stimmung für Abrüstung ebenfalls im Abflauen begriffen fei. Er meinte, es werde im Haag vor allem darauf anfommen zu vermeiden, daß Deutschland etwa den anderen dort vertretenen Staaten gegenüber isoliert werde, und er werde dies Sir Edward Grey gegenüber noch besonders hervorheben. Ich konnte dem nur beipilichlen und empfahl äußerste Vor- ficht bei Behandlung dieses Gegenstandes. Dir könnten uns im Haag auf irgendeine Abstimmung, diese Frage betreffend, niemals einlasten, und ich müffe darauf bestehen, daß das Wort „disarmame«:" in irgendeiner etwa zu fastenden Resolution überhaupt nicht vorkoinme. Wenn Eng- land oorfchlüge irgendeinen unverbindlichen Wunsch auf Erhaltung des Friedens und daraus folgende zukünftige Möglichkeiten für Verlangsamung des Tempos in den Kriegsrüstungen, so könnten wir darüber vielleicht reden Ter Gedanke, den Seine Majestät der Kaiser dem König Eduard gegenüber angeregt habe, daß Deutschland und England sich vor dem Zusammentritt der Konferenz über diese Materie einigen sollten, leuchtete Mr. Haldane sehr ein, um so mehr als er der Besorgnis Ausdruck gab, daß, wenn wir nicht vorher zusammcngingen, jedenfalls Amerika sich, wie er guten Grund habe anzunehmen, des Stoffes bemächtigen und wohl mit zu weit gehenden Forderungen hervortreten würde. Herr Haldane kam schließlich nochmals darauf zurück, daß Seine Majestät der Kaiser und Deutschland versichert sein können, daß England weder im Haag noch sonstwo jemals seine Zustimmung zu einer Maßnahme geben werde, die Deutschland isolieren oder in Gegensatz zu anderen Mächten setzen könnte. Ties beziehe sich auch auf die Idee eines cnglisch-französisch-russischen Dreibundes, den er schon nach der geographischen Lage Deutschlands als für uns inakzeptabel betrachte. Ich habe Gelegenheit genommen die vorstehende Aufzeichnung Seiner Majestät dem Kaiser zur allerhöchsten Kenntnis zu unterbreiten, aller- höchstwelcher sich mit den darin entwickelten Gesichtspunkten einverstanden zu erklären geruhten. Ew. werden hiernach in der Lage sein, mit den britischen Staatsmännern die Fragen betreffend das Verhältnis zu Frankreich und die englisch-deutsche Stellungnahme auf der Haager Konferenz vorsichtig ten Klängen zusammenhanglos zurechtgezimmerte Orchestermusik au hören, die nur als Verirrung bezeichnet werben kann. Deutschland und die Haager Friedenskonferenz. Winnen, und das erfordert Zeit und Hebung. Darunr kann man dem Wunsche von Herrn Möllendvrff durchaus beipflichten. dah sich recht viele berufene Loysetzer in ihrem Schassen dem Dicrteltonsystem zuwenden mögen: denn gerade am fertigen Kunstwerk wird daS Ohr gebildet, und damit ist die Voraussetzung 5um aktiven Erleben gegeben. Von der Möglichkeit, mit Dierteltönen zu schaffen, zeugten die Kompositionen des Vortragenden: gerade m ihrer Kürze zeigten He. daß mit den Dierteltönen neue Möglichkeiten für die Lharakterisierung von Stimmungen gegeben sind. Der Autor bittet uns noch um die kurze Mitteilung, daß er seinen »Vortrag am bichro- matischen Harmonium", von mehreren privaten Vorführungen in Berlin 1916 abgesehen, viermal 1917 in Wien und je einmal in Berlin. Köln, Bielefeld. Düsseldorf. Kassel, Leipzig und Frankfurt a. M. gehalten hat und daß sein Büchlein „Musik mit Dierteltönen", ebenlo wie seine,Fünf kleinen Stücke für das bichromatische Harmonium" (op.26) im Jahre 1917 bei Leucka rt in Leipzig erschienen sind. —in— Prager Mufikfest. Inmitten zahlreicher, musikalischer Deranstal- tungen waren zwei Orchester-Konzerte und die Ausführung einer tlch«hiichen Oper bemerkenswert. Allerdings überwog die erperimentelle Musik mit Vierteltönen. Vortrag 5t3illi Atölleudorff in der (Siebener Hochfchukgescllschast. Herr Willy M ö l l e n d 0 r s f bot in seinem ««führenden Vortrag dal. waS er in fernem Büchlein l„M usik mit Dierteltönen", Ceipyg 1917) niedergelegl hat. ES galt ihm be- lonbers. d' Dierteltönen in der Praris klarzulegen und den Hörer von dem Eindruck der Vierteltöne zu lkberzeugen Dazu bot er zunächst die Diertelton- kkala an sich dar, dann die Auswirkung der 2%ertcltone in der Harmonie, besonders berührte w bei Gebiet der Modulatton. Da zeigte sich, daß die Harmonie durch die Merteltöne an Ausdruckskraft gewinnen kann, oorausgefetzl. daß unsere Ohren imstande sind, stch für diese'Harmoniefolgen ein- und umzustellen, •ww beim Musikerleben kommt es nicht nur auf b«« an, waS dem Ohr daraeboten wird, sondern w« * vorn Ohr bzw. der Psyche verarbeitet wird: «est dann wird man von einer persönlichen Wir- h^ng der Musik reden können. BiS jetzt wird es manchem so ergangen fein, daß für ihn die Sertcltonmufif nur akustisches Phänomen blieb, chee nicht »um psychischen Erlebnis wurde. Dahin lührt ein schwieriger Weg. denn eS gilt Ton- oorstellungen neu auszubcmen und neu zu gebet Kaiser Wilhelm II. London und Berlin die Marmefragen, sowett sie rein technischer Natur seien, wie z. B. Sontre- banbe u. a„ zwischen uns und England schon letzt zur Diskussion zu stellen. Der König sowohl wie Sir Charles Hardinge 1 nb Sir Frank Lascelles, mit welchen letzteren beiden ich die Frage ebenfalls im E i n 0 e r - ständnis mit Seiner Majestät eingehend erörterte, nahmen den Gedanken einer vorhergehen- den Verständigung mit uns bereitwilligst auf. Sie I igten, auch englifcherseits feien derartige Er- Tagungen im Lause der letzten Monate bereits gepflogen worden, und man Hobe fidj bereits mit der Absicht getragen, an uns hcranzutreten. Eie würden meine Anregung sofort in bas Kabinett nach London weitergeben und hofften, auch dort sicher vollem Ver- ständnis dafür zu begegnen. Es wäre gut, so bald wie möglich in die Prüfung dieser Frage einzu- treten. So weit meine Besprechung mit dem König und den englischen Staatsmännern über diese Frage. Ich bemerke hier, daß es mir bei obiger Anregung vor allem daraus angekommen ist, zur Basis für irgend eine Verhandlung direkt mit England zu gelangen, wodurch nach und nach intimere Beziehungen zutschen uns sich entwickeln könnten Ob in concreto au einem praktischen Resultat zu gelangen sein wird, steht dabei in zweiter Linie. Ich habe Gewicht darauf gelegt, den rein technischen Charakter dieser eientueUen Verhandlungen, im Gegensatz zu politischen Fragen, zu betonen. Aus meinen weiteren Unterredungen mit dem König und Hardinge will ich noch hervarheben, daß ich ihnen wiederholt und ima'-brücklich ausein- anderaefetzl habe, daß Deutschland an dem vor sechs Jahren feftgelegien und publizierten Flotten- gesetze festhalten müsse Deutschland baue aber seine Flotte nicht in aggressiver Tendenz gegen den einen ober den anderen Staat, sondern würde seine Seemacht nur nach den Bedürfnissen des eigenen Interesses zum Schutz seiner Interessen einrichten. Ob England gut tue und in der Lage sei, auf die Dauer den sogenannten Two-Power- Standard aufrechtzuerhalten, erscheine mir bei dem fortdauernden Wachsen aller übrigen Flotten der Welt zweifelhaft. Mit Sir Lascelles hatte ich Gelegenheit über die Haager Konferenz zu sprechen, deren Nichrtu- ftanbefommen er auch auf das fcbnlidjfte erhoffte. Wir tarnen überein, daß sie eine Quelle gefährlichster Art für trübungen und Reibungen werben könne. Ich erklärte ihm, baß meine Instruktionen für meine Ministkr biefelben geblieben seien wie für die erste Konferenz: ,Jm Falle des Auftauchens der Abrüftungsfrage in irgendeiner Form unterbleibe die Teilnahme Deutschlands. Da ich sowohl wie mein Volk es niemals dulden würden, uns von Fremden irgendwelche Vorschriften über unsere Militärischen und Maritimen Verhält- niste machen zu lassen. Sir Frank erwiderte mir: »I perfeetly understand, and quite agree with you, that is qui'te out of the question, and impossible. 1t is exaetly the same with us.e Wilhelm I. R. Der Staatsfefretdr des Auswärtigen Amtes von Tschirfchky an den Botschafter in London Grafen von Metternich. Privatbrief. Konzept. Berlin, den 4. September 1906. (abgegangen am 5. September) .... Das Gespräch kam bann auf bie Haager Friedenskonferenz. Herr Haldanc sagte, er habe soeben lange mit Seiner Majestät dem Kaiser über diesen Gegenstand gesprochen und 00m Kaiser gehört, daß Deutschland feine Beteiligung daran verfugen müsste falls die Abrüftungsfrage dort zur Diskussion gestellt werden^ solle. Er wisse, daß auch König Eduard hierüber ähnlich denke, und er finde den Standpunkt unseres aUergnäbigften Kai- fers durchaus berechtigt. Wie erörterten im Zu- fammenhang hiermit des längeren das durchaus verschiedene Verhältnis, in dem die Armee in Eng- land und die unserige den jeroeiligen Nationen Eduards VII. Besuch Als stärkster Beweis für den Kriegswillen der deutschsn Regierung ist stets die Haltung der deutschen Vertreter auf den Haager Friedenskonferenzen. besonders aber auf der zweiten angeiehen raerben. hick habe allein bas deutsche Verhalten verhindert, daß der Gedanke des Schied-gerichtes imb einer allgemeinen Abrüstung nicht zur Ausführung kam. Der 23. Band der Großen Aktenpubli- fahon des Auswärtigen Amtes, rer die Zweite Haager Fciebenskonferenz in ausführlicher Weise b «handel l, zeugt davon, daß bet der Stellungnahme k»r übrigen europäischen '.Regierungen oftmals nicht io sehr der Wille zum Frieden, sondern politische Absichten ausschlaggebend waren. Jeden- fnlls wird die so oft gerühmte englische Stellungnahme ta em etwas zweifelhaftes Licht gerückt, wie auch die beiden hier veroffentttchten, dem 23. Bande entnommenen Aktenstücke eigen. Das erste, eine Aufzeichnung Wilhelms II. — die gesperrt gkdruck- tn Stellen sind eigenhändige Zusätze des Kaisers — liefert dvn Beweis dafür, rote ablehnend König Eduard VII. selbst und ein Mann wie der eng- Mdk? Botschafter in Berlin, Sir Frank Castelle», dem Fliedensgedanken gegenüberstanden, (jber andererseits auch ;aie sehr es dem deutschen Kaiser um einen friedlichen Ausgleich zu tun war: das zweite Aktenstück läßt erkennen, daß der eng- Irfdy Kriegsminister Haldane für die deutsche Stellungnahme volles Verständnis hatte und die Zwangslage, in der sich das Deutsche Reich durch feine nach Osten und Westen ungedeckten Grenzen befand, vollkommen einsah. Wenn Sir Edward • rw) trotz des Vorschlages der deutschen Regierung vor der Konferenz über die im Haag zu behandelnden Fragen eine Verständigung zwischen Teutfdtlanb und England zu erreichen, dieses a b • lehnte und es zu den Verhandlungen auf der Knafernz lonunen ließ, so geht man in der An- nähme wohl nicht seht, daß er durch die Isolierung, in kf Deutschland dabei geraten mußte, eine Peekßon auf die deutsche 'Regierung ausüben »•Ute, die sich in politischen Zugeständnissen Dsustchlanr^ ausroirfen sollte. Deshalb ist die Zweid, Haager F. iebenifonfirens nicht so sehr ein cthdw» für den Kriegswillen Deiitschlanbs und die W'**eiwliibe der andern als für die politische Ijosiarung. in die die Mittelmächte im Verlaufe her letzten vier Jahre pefomen waren. Hufiddjrung Kaiser Wilhelms II., 1- 3- m .7riehrichetzos. Reinschrift. Friedrichehvf, den 15. August 1906. Honig Edunard'i brachte heute das Gespräch auch auf die bevorstehende Haager Konferenz, und |w«r xu meinem grüßten Erstaunen in schärfsten Ausdrucken der Mißbilligung üoer diesen ganzen „H u mbu g" Die sogenannte Friedenskonferenz, meinte der König, fei nicht nur unnütz, da sich im G^nstsall doch niemand an deren Beschlüsse halten wurde, sondern geradezu gefährlich. Wenn eine größere Zahl von Mächten, die ihrer Natur nach gaaz Verschiedene Interessen zu verfolgen hätten, fMroungcn würben, unter dem Drucke der Deffent- Ukpkeit und unter dem schädlichen Einflüsse der Pivalitäten verschiedener Gruppen unter ihnen, fidj über vitale Interessen in einer bestimmten Zeit zu eiligen, so könnten da nur leicht weitere Reibungen entstehen. Ich pflichtete Seiner Majestät hierin vollkommen bei und betonte, es sei auch meine volle lieber,zeugung. daß die Konferenz besser gänzlich unterbliebe. Weint aber doch schon der Zusammen- tritt einer Konferenz im Haag nicht mehr zu tun- gehen sei, so scheine mir es praktisch und im Inter- esse des fiiedlichen Verlaufes der Verhandlungen I gelegen, wenn Deutschland und England sich über einige Hauptfragen möglichst vorher verständigten. Zu diesen gehörten meiner Ansicht nach vor allem bie maritimen. Denn England und Deutsch- liad mit einem festveraoredeten Programm gerade in diesen Fragen vor die Konferenz träten, feien diese so gut wie vorher angenommen. Ich schlüge daher vor, entweder durch schriftlichen Ver- lehr oder durch Enstendung von Erperten nach *1 König Eduard VII. weilte am 15.16. Au- »uft 1906 zu Desucst bei Kaiser Wilhelm II. in Gchloß Friedrichshof im Taunus. hat am 29. Dezember 1924 zu Recht erkannt: .Die Genehmigung zur Eirbauung e.ncr Turbine an der Dammesmuhl: iriro der Gesuchstellerin unter folgenden Bedingungen erteilt: 1 Zwischen dem Grenzstein und der Brücke ist die Trockenmauer so zu führen, daß die Tränke- ielle deS I. E. Pfeffer erhallen bleib: 2. Lieber üe auS dem Plane ersichtliche seitherige Stau- >öhe bars nicht gestaut werden. Etwaige Aii- prüche deS Reklamanten Pfeffer, welche auS dem Umbau für seine Wiese entstehen Bunten, bleiben Vorbehalten. 3. Es bleibt Vorbehalten, etwa zur Sicherstellung d?s Stella man:.'n Psesser erforderliche Maßnahmen i 1 Form weiterer Bedingungen aufzuerlegen. Die Aeklomation de« Heinrich Papst in Nuhlk rchen wird als ur.be- gründct zurückgewiesen ' Gegen d.eleL Erkenntnis Provinzialausschuß mit dem Antrag, die Erlaubnis zum Einbau der Turbine an Stelle des bisher betriebenen Wasserrades bedingungslos zu erteilen für den Fall, daß eine Genehmi- gungöpslicht überhaupt besteht. Der Provinziai- ausschuß hat nad) Vernehmung von Zeugen und Anhörung des Sachverständ'.gen Baural Steinbach in Gießen zu Necht erkannt .Der Be- rusung wird unter teilweiser Aufhebung deS Urteilt des Kreisausschutte.' des Kreises ÄlSfeld die Genehmigung unter folgenden Bediilgungen erteilt wird: 1. Zwischen dem Grenzstein und der Drücke ist die Trockemnauer so zu führen, daß die Tränkestelle deS I. S. Pfeffer erhalten bleibt. 2. der Erlaß weiterer B.dingungen zur Sicherstellung der Anlag?.i bleibt für den Fall Vorbehalten, daß der Dc-trieb der Berufungsklä- acrin die Ausnahme weiterer Bedingungen erforderlich macht." Klage des DezirkSfürsorgever- bandS Gießen-Stadt gegen den B c - zirksf ürsor gever band deS KrciseS Alsfeld auf Erstattung von UntcrftübungS- auf Wendungen für Karl Papenhof s aus Hattingen an der Ruhr. - Der auf der Wanderschaft befindliche Kesselflicker Karl Papenhofs nahm am 29. Oktober 1924 auf der Bürgermeisterei Alsfeld die öffentliche Fürsorge in Anspruch und erhielt eine llnterstühung von 2 Htt alS Reise- geld. Er will der Düraermcist-erei angegeben . haben, daß er krank fei. Am gleichen Tage reiste er noch unter Derwendungdss Reisegeldes nach Gießen und nahm beim Wohlfahrtsamt Gießen sofort die öffentliche Fürsorge weiter in Anspruch. um sich heilen zu lassen. Er mußte zur Hebung seiner Krankheit in die laniversitäts- Hautklinik in Gießen eingewiasem werden und konnte erst am 13. Dezent der 1924 zur Sntlalsung konnnen. Der Kläger vertt'itt den Standpunkt, dah der Beklagte den Hilfsbedürftigen aus dem Fürsorgebeairk AlSfeld in den Fürsorgebezirk des Klägers, ohne daß die Hilssbedürftigkeit behoben war. abgeschoben hat. Dcr Beklagte bestreitet die Abschiebung. Der Provinziala»cSschuß erkannte zu Recht, daß der Klage staltzuaeben ist, und verurteilte den Beklagten, an den Kläger den Betrag von 140.07 Mk. zu bezahlen, sowie die Kosten des Dersahrens zu tragen. Besoldung der Gemeinbebeamten in Grüningen: hier: Berufung der Gemeinde Grüningen gegen das Urteil des KreisausschusseS deS Kreises Gießen vom 20. November 1924. Da zwischen den Gemeindebeamten in Grüningen und der Gemeinde Grüningen eine gütliche Regelung wegen der Besoldung nicht zustande kam, wurde auf Antrag des KreiSdirektorS des Kreises Gießen der Kreisausschuß im Derwaltungss'reit- versahren mit der Angelegenheit besaßt. Der Kreisausschuß verurteilte die Gemeinde, vom 1. April 1924 an an Vergütung zu bezahlen: 1. dem Gemeinderechner 125,25 Rm. monatlich; 2. dem Polizeidiener 55,66 Rm. monatlich: 3. dem Feldschühen 121 Rm. monatlich: 4. dem Fasel- Wärter und Rohrmeister 100,50 Rm. monatlich: 5. der Gemeindekrankenschwester 69 Rm. monatlich. Mit den Kosten des Versahrens wurde die Gemeinde belastet. Der Kreisausschuß erkannte ferner zu Recht, daß vom 1. Dezember 1923 an für die Berechnung der Bezüge deä Gemeinderechners eine Beschäftigungszeit von 36 Stunden wöchentlich zugrunde zu legen ist. Gegen dieses Urteil verfolgte die Gemeinde Berufung an den ProvinzialauSschuß mit dem Antrag, die Besoldungen für daS Rj. 1924 wie folgt festzusehen 1. für den Gemeinderechner auf 72,50 Rm monatlich: 2. für den Polizeidiener auf 47,24 Rm. monatlich: 3. für den Feldschühen auf 95,16 Rm. msnatlid). Bezüglich des Faselwärters und der (Jemeindekrairkenfchwester wurde von dem Gemeinderat der Standpunkt vertreten, daß diese Bediensteten nicht nach den Richtlinien zu bezahlen seien. Der Gemeinderat erachtete außerdem die Annahme einer Beschäftigungszeit von wöchentlich 36 Stunden für den Gemeinderechner für zu hoch. Am l.Mai 1925 beschloß der Ge- melnderat in Grüningen, die Befuge der Ge- mcindebeamlen für das Äechnungsiahr 1924 wie folgt zu regeln: 1. für den Gemeinderechner auf 83,33 Rm. monatlich: 2. für den Polizeidiener auf 49,18 Am. monatlich: 3. für den Feldschühen auf 95,83 Am. monatlich: 4. für den Faselwärter und Rohrmeister auf 95,83 Rm. monatlich mit der Maßgabe, daß den Gemeindebeamken für 1925 gekündigt werden solle, falls sie mit diesem letzten Angebot der Genieinde nicht einverstanden sind. Die Gemeinde Grüningen zählt 749 Einwohner und umfaßt 523 Hektar landwirtschaftlich genutztes Gelände. Der Provinzialausschuß entschied: „Unter Abänderung des Urteils des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 20. R 1924 wird dahin erkannt, daß der Gemeiu rechner vom 1. Oktober 1924 an unter Zugrum > - legung einer Befchäsligungsdauer von 27 Stunden wöchentlich, sowie die Krankenschwester vom 1. April 1924 an nach Gruppe III, Stufe 3 zu besolden ist. Soweit der Berufung hiernach nicht stattgegeben ist, wird sie als unbegründet zurückgewiesen. Die Kosten des Berfahrens hat die Gemeinde Grüningen zu tragen.“ Aus der Provinz. Landkreis Gießen. ' K l e i n - L i n d e n , 26. Mai. Wie im Vorjahre, so hielt auch diesmal an der Wiederkehr des Todestages des von den Franzosen er« mordeten Kaufmanns Albert Leo S ch l a g e t e r die hiesige Gefolgschaft des Jungdeutschen Ordens eine Gedenkfeier ab. Gegen 10 Uhr abends versammelten sich die Jungdeutsche Schwestern« und Bruderschaft und die Gefolgschaft Allen- dorf beim Allendorfer Wäldchen, um bei den Flammen eines Scheiterhaufens des für fein Vaterland in treuer Pflicherfiilluna gefallenen Ordensbruders ZU gedenken. Gefolgschaftsmeister Stein widmete dem Andenken des Toten einen ehrenden Nachruf, der durch das Lied vom guten Kameraden und einem Treuschwur im Sinne Schlageters einen würdigen Abschluß fand. Hierauf sangen die Ordensbruder das Ordenslied sowie das Deutschlandlied und gingen dann still auseinander. Zu der Gedenkfeier hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden, auf die diese Feier sichtlich einen tiefen Eindruck machte. I •! Watzenborn-Steinberg, 28. Mai. Zur Linderung der Wohnungsnot hat der Gemeinderat beschlossni, Daukredite aus- zugebcn, sobald die Baulustigen die Höhe der Darlehen festgestellt haben und die notwendigen Sicherheiten zu geben bereit und in der Lage sind. Kreis Friedberg. vw. Butzbach, 28. Mai. Aus der jüngsten Stadtverordnetenfitzung ist zu berichten: Rach längerer Besprechung wurde dir Beschaffung einer städtischen Eismaschine, die in Verbindung mit dem Elektrrzitätswerk gebracht werden soll, im Preise von 25 000 M. steht und von der Eßlinger Maschinenfabrik bezogen werden soll, beschlossen. Ferner soll wegen Ankaufs eines kompletten TranSforma- tvrenagaregats für 20000 Bolt mit der Besitzerin, oer Firma Samesreuther, hier, verhandelt werden. Die Firma RumpsLSohn, die nach der Fabrik ein Kabel gelegt bekam, soll die Kosten für dasselbe allein tragen. Auf den Antrag Stroh hier, wegen Instandsetzung der Anlagen auf dem Schren- ac r wurde beschlossen, nach einem früheren Plane die gewünschten Anlagen nach und nach zu schaffen. Diese sollen in Schuh genommen und diejenigen, welche Deschädiaer derselben zur Arkzeige bringen, mit 100 M. belohnt werden. Der Ankauf des Daniel Benderschen Grund st ückes hx der Wallgasse seitens der Stadt wurde beschlossen. GS sollen 3 Wohnungen darin eingerichtet werden. Kreis Schotten. -• Schotten, 28. Mai. Der am 5. Juni in Kraft tretende neue Fahrplan wird unserer Strecke im SonntagSverkehr einige Verbesserungen bringen, aber weiter- Feuer am Nordpol- Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Bon Karl-August von Lassert. 53. Forttetzuug (Nachdruck verboten.) Reklame für das Unternehmen ist genug gemacht, am meisten von unserem Gegner Frankreich. Zweitens wird Wallstreet uns in allen politischen Schwierigkeiten die Stange halten, wenn erst Tausende unserer Aktien dort zum Handel aufliegen. Bitte, besprechen Sie diese Angelegenheit mit Stratoff, Sanders und Nagel. Falls alle einverstanden sind, woran ich nicht zweifle, sende ich Ihnen den von mir ausgearbeiteten Gründungsentwurf des neuen Aktienunternehmens, lieber Einzelheiten können wir dann noch reden. Es ist gut, daß Stratoff sich verheiratet hat. Glücklich verheiratete junge Ehemänner sind trä- tabler als alte verbissene Junggesellen, weil |ie ihre überschüssig»'», und anderen unocquemen Kräfte im ehelichen Kampfe auszugeben pflegen. Gruß Hagen Sanders an Linda. „Erlaß mir eine Anrede, die ich nicht finden kann. Wie ich Dich nennen möchte, darf ich nicht, denn Du bist mir ja verloren, verloren durch meine Schuld. Heute habe ich alles erfahren, heute weiß ich, daß ich Dich, mein höchstes Glück, verscherzte und damit mein besseres Selbst verlor. Laß mich erklären, wie es tarn. Georg Nagel verunglückte bei einem kleinen Erdrutsch in der Platingrube Nr. 2. Glücklicherweise nicht gefährlich. In einigen Tagen wird er wieder obenauf fein. Immerhin blieb er kurze Zeit ohne Besinnung. Nun brauchte der Leiter der Funkenstation dringend den geheimen Code für ein Telegramm nach Archangelsk. Wir wußten ihn in Nagels feuer» sicherem Schrank, dessen Schlüssel er bei sich trug. Ich nahm den Schlüssel an mich, öffnete den Schrank und fand ben Geheimcode. Dabei fiel mein Blick auf ein paar Zeilen, die Deine Handschrift trugen. Unwillkürlich las ich die ersten Worte: „Ich habe das unmenschlichste Opfer gebracht, das eine Frau zu gehende Wunsch- . . n v r ü s i ch c i g t lassen. Die Einlegung eines Zugpaares am Sonntag auf der Strecke Friedberg—Ridda (Ridda ab 6.46, Friedberg an 7.53 abends und Friedberg ab 8.42, Ridda an 9.43 abends) ermöglicht den Besuch der Städte Bad-Rauheim, Homburg und Franifurt und gestattet ausreichendes Derweilen an diesen Orten. Der Abendzug unserer Strecke ist deshalb am Sonntag fast um 2 Stunden später verlegt und trifft erst 10.30 hier ein. Dieses Entgegenkommen der Reichsbahnverwaltung ist immerhin begrüßenswert. Seither war es so, daß die Vorteile des verbilligten Sonntagsverkehrs nur den Ausslüglern aus den Städten zugute kamen. Mit dem Inkrafttreten des neuen Fahrplans darf man hoffen, daß recht viele die Gelegenheit benutzen, den arbeitsfreien Sonntag zu einem Besuche der bekannten Badeorte zu verwenden. Der Abendgug unserer Strecke ist auch an den Werktagen etwas später gelegt und trifft V2IO Tlhr hier ein. Kreis Büdingen. ' Stockheim, 28. Mai. In dem gestrigen Bericht über die Tagung des Kreisver- eins Büdingen der Deutschen Volks- Partei ist in der Mitte durch einen Satzfehler eine entstellende Tlnklarheit entstanden. Der in der 16. Zeile von oben beginrrenbe Sah muß richtig wie folgt lauten: „Damals haben die Parteien, die letzthin für Marx eintraten, 25, und die, die für Hindenburg eintraten, 43/,t Millionen Stimmen aufgebracht»'. Dann folgen die weiteren Ausführungen, wie gestern berichtet. Starkenburg nitM Rheinhessen. * Darmstadt, 28. Mai. Der Raturheil- funbige Frühwein in Eppertshausen wurde auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Darmstadt verhaftet, weil er den Tod eines 23 jährigen Mädchens von Ober-Reden verschuldete, bei dem er einen verbotenen ©bigriff vorgenommen hatte. Mainz, 27. Mai. (Wolfs.) Am 27. Juli 1525 hat die blutige Dauernschlacht bei Pfeddersheim stattgesunden. Der Reichsverband der Freien Bauernschaft veranstaltet anläßlich der 400jährigen Wiederkehr des Tages der Bauern- schlacht am Pfingstmontag in Pfeddersheim bei Worms einen großen Bauerngedenktag. Heber das Programm erfahren wir, daß ein Gottesdienst für beide Konfessionen stattsindet, eine Kranzniederlegung am Grabe des Gründers der Freien Bauernschaft Rheinhessens, Röhls, ein großer historischer Festzug sowie verschiedene Ansprachen altbewährter Führer der Freien Bauernschaft. Zahlreiche Regierungsbehörden haben ihr Erscheinen zugesagt. Kreis Wehlar. ra. Wetzlar, 27. Mai. Wiederholt sind in letzter Zeit Gemeinden des Kreises bei der Kreis- öermaltung mit dem Anträge auf Abgabe von Streulaub aus den Gemeindewaltun- g c n vorstellig geworden. Die Kreisverwaltung hat den Anträgen die Genehmigung versagen musien, weil die während der Kriegs- und Nachkriegszeit in bezug auf Streulaubgewinnung in hohem Maße in Anspruch genommenen Waldungen eine weitere Abgabe von Streulaub ohne Gefähr« düng der Bestände nicht mehr zulassen; sie verweist die Landwirte auf den Bezug von Tors, der jetzt wieder überall und zu verhältnismäßig billigem Preise erhältlich ist. d. Wetzlar, 28. Mai. Wegen Ausführung von Danrpfwalzenarbeiten hat die KreiSstraßen- bauverwaltung zu Wetzlar folgende Straßen für jeglichen Fährverkehr gesperrt: 1. Die Provinzialstraße W e tz l a r—B u tz b a ch nördlich von dem Dorfe Riederkleen vom 29. Mai bis einschließlich 4. Juni. 2. Die Kleebach- strafte vor dem Dorfe Oberkleen vom 4. vis einschließlich 8. Juni. 3. Die Provinzialstraße Wetzlar-Butzbach beim Knornhof (Dornholzhausen) vom 8. bis einschließl. 12. Juni. Hessen-Nassau. bl. Dillenburg, 28. Mai. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß in ihrer jüngsten Sitzung, an Wanderlager- st e u e r 100 Proz. zu erheben und diese Summe noch zu erhöhen, toenn das ortsansässige Gewerbe noch stärker zurückgedrängt werde. — Ferner befaßte sich das Plenum mit dem Bebauungsplan des Geländes zwischen dem Bahnhof, der Post, dem Mittelfeld und der Herborner Landstraße. Rach den Plänen sollen zur u I ! u) 11 c V .. . ... ... -Baugelände Straften erricylet und ferner ein Spiel- und Sportplatz sowie ein Erholungsgarten angelegt werden. Ein Entschluß wurde noch nicht gefaßt, da man erst an Ort und Stelle zu den Plänen Stellung nehmen will. — Rachdem man über die Schwierigkeiten der Finanzierung der Derbindungsstrahe zwischen dem Dillkreis und dem Kreis Biedenkopf hinweg ist, schreiten die Arbeiten rüstig vorwärts. Es kann damit gerechnet werden, daß noch im Laufe des Jahres die Straße vollendet wird. Wirtschaft. * Richtlinien für reichsbanksäh 1 ge Wechsel. Von der Handelskammer Gießen wird uns hierüber mitgeteilt: 1. Der Wechsel muß im Text die Bezeichnung als Wechsel enthalten oder, wenn dcr Wechsel in einer fremden Sprache ausgestellt ist. einen jener Bezeichnung entsprechenden Ausdruck in der fremden Sprache. 2. Im Aus- stcllungs- und Verfalldatum ist der Name des Monats in Worten und die Jahreszahl vollkommen (1925) zu schreiben. 3. Als Ort der Ausstellung kommt in der Regel der Wohnort des Ausstellers und nicht des Bezogenen in Frage. Der Ausstellungsort darf aber auf keinen Fall geändert fein. 4. Der Wechsel muß auf Reichsmark (abgekürzt Rm.) lauten; im Wechseltext ist „Reichsmark" auszuschreiben. Wechsel mit der Bezeichnung „Goldmark" sind unzulässig. 5. Die Order ist auszu- füUen entweder „von mir selbst", „von uns selbst", „meiner eignen", „unserer eignen", sofern nicht der Name der Firma eingesetzt wird, an die der Wechsel weitergegeben wird. 6. Die Unterschriften des Bezogenen, des Ausstellers und der Giranten müssen deutlich lesbar sein, andernfalls ist der Name mit Schreibmaschine zu überschreiben ober der Firmenstempel beizufügen, der jedoch nicht rund ober oval, sondern wagrecht sein muß. 7. Die Unterschrift des Akzeptanten muß mit der auf dem Wechsel angegebenen Firmenbezeichnung, welche der handelsgerichtlichen Eintragung entsprechen muß, des Bezogenen übereinftimmen. Abkürzungen des Akzeptanten find nur bann zulässig, wenn der Vorname auch in ber Adresse des Bezogenen abgekürzt ist. 8. Stempelmarken müssen fest und ord- Nllngsmäßig dicht am rechten oberen Rand ber Wechselrückseite aufgeklebt sein; sie sind zu entwerten. Hierbei ist der Monat in Buchstaben zu schreiben. Die Entwertung hat auf ber auf ber Stempelmari'c vorgesehenen Linie zu geschehen. Entwertung ber Marken burch Datumsstempel ist zulässig. Abgeän- berte Entwertungsoermerke ober nicht ordnungsmäßig entwertete Stempelmarken gelten als nicht verwendet unb sind durch neue zu ersetzen. Neben den Stempelmarken dürfen keinerlei Schriftzeichen angebracht sein, ebensowenig, wie etwa Schrift- züge durch die Marken überklebt fein dürfen. Der Wechsel muß versteuert werden, bevor er in den Verkehr gesetzt wird; im Falle der Nichtversteue« rung ist eine Strafe bis zur 50fad)en Höhe des Stempelbetrages zu gewärtigen, für welche sämtliche Firmen, die an ber Nichtbeachtung des Stempelgesetzes beteiligt sind, haftbar sind. 9. Korrekturen aller Art find zu vermeiden, Rasuren sind unzulässig; sie machen einen Wechsel ungeeignet für die Diskontierung, möglicherweise sogar gesetzlich ungültig. 10. Bei Zahlungsadressen ist die Angabe „zahlbar bei" auszuschreiben und der Zahlungsort anzugeben, also etwa :Zahlbar bei ber T-Dank, Filiale Gießen, in Gießen. • Ende der amerikanischen Gold- fendungen an die Reichsbanl. Die Goldsendungen der Federal Reserve Bank an die Deutsche Reichsbanl find mit der Absendung von neuerlich 1 250 003 Dollar nunmehr beendet. * Die Großhandelsinderziffer ge« stiegen. Die auf den Stichtag des 27. Mai berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stand vom 20. Mai (132,6) um 0,8 auf 133,4 gestiegen. *DieDeränderungimStinneskon- z e r n. Wie das „B. T." erfährt, bedeutet das Aus- scheiden des Dr. Edmund Stinnes ausschließlich eine Trennung auf finanziellem Gebiet. Die persönlichen und geschäftlichen Konzernbeziehungen sollen gewahrt bleiben. In der Besetzung der Aufsichtsratsposten dürfte, dem Blatt zufolge, keinerlei Aenderung erfolgen. Das Bestreben des gesamten Konzerns geht Schuhcreme & ch W bringen imstande ist, ich habe mich, ich habe meine Liebe verraten." Das Weitere kannst Du Dir denken. O Du arme, geliebte, unglückselige Frau, was mußt Du gelitten haben, bevor Du Dich zu diesem Opfer entschließen konntest! Jetzt sehe ich auch den Grund, weshalb Du Dich nicht dauernd an mich binden wolltest. Was ich für weibliche Unbeständigkeit hielt, war die tteueste und liebevollste Besorgnis um mich. Aber nun, wo ich weiß, daß Dein Denken und Fühlen immer mir gehört hat und immer mir gehören wird, da packt mich eine neue, unfinnige Hoffnung. Auch in unserer Zeit geschehen noch Wunder. Ich will warten auf das Wunder, will warten auf Dich, bis Du eines Tages kommst, um mir allein für immer zu gehören. Wirst Du den Weg, wirft Du den Mut finden? Ich liebe Dich unaussprechlich, Dich, Dich allein in alle Ewigkeit." Linda an Sanders. „Du mein Liebster, Deinen Brief habe ich wie ein Verschmachtender durstig getrunken. Mein Be- wußsein ist voll von Dir und von allem, was um Dich weht, doch meine Hände sind leer geworden, denn alle Möglichkeiten sind entglitten, mit denen sie so lange spielten und schmeichelten. Die letzte Erfüllung, der jubelnde Ausklang, sie sollten nicht fein. — Ich war gern bei Dir, ich war so glücklich, umspült von Deiner großen Güte und Deinem warmen Verständnis. Ich habe Dich sehr lieb. Du weißt, wie ungern ich solche Dinge eingestehe, daß ich darüber lieber hinwegspotte und lache. — Ich möchte Dir sagen, daß meine Sehnsucht bei Dir endlich einmal stillstand, meine unauslöschliche Sehnsucht nach Glück und Schönheit des Lebens. Ich liebe das Glück um der Liebe und die Liebe u/n des Glückes willen. Denn meine Sehnsucht ist unersättlich Und wenn so manches Ereignis in mein Leben trat, nie war es Erfüllung, stets blieb ein Staunen über die Unzulänglichkeit zurück, niemals Reue ober Schmerz. Und immer kehrte die Sehnsucht wieder, nach Schönerem, Vollkommenerem. Sie bleibt wohl unsterblich in mir. — Alles andere gleitet vorüber, es ist nichts Eigentliches mehr da. Schmerzlich greift man nach mir, will mich halten. Ich habe so sehr viel Mitleid, ich tröste, ich streichle — und bin dabei schon weit fort, losgelöst, fremd, sehnsüchtig. Abgründe tun sich auf — Fernsichten — Möglichkeiten. Und während man noch meine Hände hält, bin ich plötzlich einsamer denn je. — Das ist mein Schmerz, von dem niemand etwas weiß, den niemand mir, der Heiteren, ewig Frohgelaunten, zutraut. — In Deiner Nähe war ich zum ersten Male im Leben wunschlos und ganz still. Ich hatte das, was ich mein innerliches Heimatgefühl nenne, eine harmonische Verbindung der tiefsten seelischen Begriffe, das Auslösen einer grenzenlosen Beruhigung. — Diese warme Verbindung wird über Raum und Zeit bleiben — und Dir, meinem Liebsten, danke ich das. Und ich empfinde jetzt erst in ganzer Tragweite, wie nmßlas einsam ich eigentlich bin. Dies alles sage ich Dir ernst und ehrlich, lege meine Arme ganz fest um Deinen Hals, sehe Deine Augen und fühle Deine Nähe. Ich liebe Dich, wie den schönsten Teil meines Lebens, und alle guten Geister sollen Dich mir schützen, Du — das große Wunder meines Daseins." Funkentelegramm des Kreuzers „F 0 r m i b a b l e" (chiffriert). Ab König-Oskar-Bucht, Ostgröntand, den 15. August, Kommandant des Flugzeugmutterschiffes „Formidable", 10 00rm. „Soeben flog gesamtes 25. Flugzeuggeschwader nach 9h)oa Thule in Richtung Platinia ab. 10 000 Kilogramm SP.-Bomben sind an Bord. Sie genügen, um alle dortigen Anlagen dem Erdboden gleichzumachen, falls man uns Widerstand leistet. Da Gegner nach übermittelten Nachrichten der Admiralität über nur 4 Kampfflieger verfügt, wird unsere dreifache Ueberlegenheit leichte 2lrbeit schaffen, vorausgesetzt, daß alle Flugzeuge gut am Ziel ankommen. Wetterlage weist ausgesprochenes Hoch aus, so daß mit Stürmen oder größerem Unwetter nicht zu rechnen ist. Kampfgeschwader hat Befehl, zunächst in 3000 Meter Höhe ober bei trübem Wetter an Grenze der Sichtbarkeit zu kreuzen. Zeigt sich nichts Verdächtiges, bann schreitet eins ber Flugzeuge zur Landung. Greifen die feindlichen Flieger an, so werden sie vernichtet. Bomben sollen nur zur Anwen« düng kommen, wenn von der Erde auf Geschwader gefeuert wird, da in unserem Interesse Schonung der Gebäude liegt. Nach Einnahme von Plattnia fällt Rest Nova Thules uns von selber zu, da wir ja die Geldquelle in ber Hand haben. — Bei 2Tb« gang dieses Telegramms eingelaufener Funkspruch des Geschwaders meldet Erreichung der Nordfpige Grönlands. Alles, wohl, Wetter klar, Frankreichs Sieg gewiß. In etwa zwei Stunden wird Funken« Verbindung wegen unzureichender Größe der Flug- zeugstationen abbrechen Kommandant des Flugzeugmutterschiffs „Formidable". 1 Offenes Funkentelegramm des Eiffcl^ t u r m e s vom 15. August, 3 nachm. „Eins unserer an ber Ostküste von Grönland befindlichen Flugzeuggeschwaber erhielt heute morgen ben Auftrag, polwärts nach der neu entstandenen deutsch-russischen Kolonie Nova Thule zu fahren. Vor kurzer Zeit wurden dort die Insassen eines friedlich landenden französischen Flugzeuges brutal vergewaltigt und nach Beschlagnahme ihres Fahrzeuges mit Gewalt nach Rußland verbracht. Wahrscheinlich landen bereits in diesem Augenblick 12 un« serer besten Kampfflieger in dem Ort Platinia. Sollte ihnen wieder ein unfreundlicher Empfang bereitet werden, so wißen sie sich ihrer Haut zu wehren. Da wir aber nicht daran zweifeln, daß die Behörden von Platinia in gesunder Erkenntnis ihrer Machtlosigkeit eine friedliche Losung vorziehen werden, so erklärt die französische Regierung sa;on jetzt, daß sie nicht etwa die Absicht hat, das dortige Privateigentum anzutasten, obgleich sie dem Völkerrecht nach dazu berechtigt wäre. Frankreich hat den so- genannten Staat Nova Thule nicht anerkannt. Somit ist jenes Land noch herrenlos. Es gelten dort keinerlei Vorschriften ober Gesetze. Wir waren also berechtigt, als Sühne für bie einem unserer Flieger angetane Vergewaltigung bas dortige Unternehmen einfach mit Beschlag zu belegen. Da Frankreich aber stets der Stimme des Friedens und der Milde Gehör schenkt, so werden wir uns damit begnügen, das Gebiet von Nova Thule vorläufig zu besetzen, um diejenigen Sanktionen zu verlangen, die der Würde und der Ehre unseres ruhmvollen Landes entsprechen." (Fortsetzung folgt.) dahin, eine Zusammenziehung her Unternehmungen in verschiedene gröbere Einheiten, eine Koi zenirie rung auf gewisse Huuplzweige und einen 'Abbau der Generalunkosten zu erzielen. • Chemische Werke norm. H L L Albert, Amöneburg - Biebrich Die ■®. V. genehmigte cinstunmig den Iahresabschlutz 1924 und beschisst chic (ftyrDieiTtig? Div.ben-? zu verteilen. * Kurzarbeit bei Thyssen Ablah- schwierigleiten stoben aus den Thyssenschen RLH- rcunxr(cii bi? Einführung von Kurzarbeit notwendig gemacht. ES sollen wöchentlich mehrere Schichtet, auS Auch die Zeche .HUhaben' muh noch Feierschichten einlegen. • Storker Rückgang der engli scheu Kohleneinsuhr über Lübeck 3n der Doch? Dom 17. bis 24. Mai ist die englische Kohleneinsuhr über den Lübecker Hasen um weitere 2811 Tonnen zurück gegangen Sie betrug, laut Fachbtatt .Industrie-Kurier''. 1581 Tonnen gegen 4392 Tonnen in der Vorwoche. • D i e passive Handelsbilanz Polen« im er st en Vierteljahr 1 925. Die polnische Handelsbilanz, die 1924 mit 212 Millionen Zloty passiv war. setzte im ersten Quartal d.-2 Jahres 1925 ihre Verschlechterung fort. Der Import war 37 Proz. größer aL$ der Crport. Der Handelsumsatz betrug nach einer Warschauer Meldung des FachblaNS .Industrie- Kurier" 844 914 000 Zloty Davon entfallen 513 889 000 Zloty auf die Einfuhr und 331024000 Zloty auf die Ausfuhr. Besonders grost war die Einfuhr von Lebensrnitteln. Lederwaren und Teftilrohstoffen. Frankfurter Adendbörie. Frankfurt a.OIL. 28.Mai. (XU.) Die Abendbörfe verkehrte etwa- zuverlichtiger insofern. alS die hochgradige Verstimmung einer etwas freundlicher en 3uffaf'r Dochenschlustdeckungen. die vorgenommen wurden. kiesten einzelne Werte, so namentlich chemische. die erlittenen Kursverluste etwa« aufholen. Auf jeden Fall ist festzustellen, dast die Verkauf »welle flch nicht weiter auSbreitetr. Mon- tanaktien waren weniger verändert. Von chemischen Werten waren Badische Anilin und Elberfelder Farben gut erholt. Dagegen gaben AEG weitere 0.75 nach. Bankaktien leicht gebessert. Von SchisfastrtSaktien gab der KurS für Hapag. die heute seit längerer Pause im Abendverkehr wieder notiert wurden, weitere 0.5 Prozent nach. Kriegsanleihen gebessert. Auch am Pfandbrief- martt waren leichte Erholungen zu verzeichnen. Die Abendbörfe schloh in ruhiger Haltung. Deutsche Anleihen: 5prozentige Reichsanleihen 0.497* . SchutzgcbietSanleihen 6.05. Bankaktien. Commerzbank 101.25, Darmstädter Bant 124, Deutsche Bank 124. Deutsche DereinSbant 76, Dresdener Dank 104.75, Mitteldeutsche Kreditbank 100, Rcichsbank 128.75, Rheinische Kreditbank 95. Montanaktien: Gelsenkirchen 64. Har- pener Illi. Chemische Aktien: Badische Anilm 126.25. Elberfelder Farben 118, Th. Goldschmidt 97. Höchster Farben 117.75. Industrieaktien: Adlerwerke Kleyer 2.70. AEG 100, Zement Heidelberg 71.25, Eßlinger Maschinen 50. Inag 1, Gebr Iunghans 79.10, Rheinmetall 41.50, Lah- meyer 72, Offsteinzucker 2.62. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht deS Gießener Anzeigers"^ Berlin, 28. Mai. Die Börse lag weiter schwach. Die ersten Kurse der Effekten markte hielten sich auf dem stark ermäßigten Niveau der gestrigen Nachbörsc und darunter. Die Grunde hierfür lagen teilweise auf technischem Gebiet, namentlich auf Ultimoglatt st ellun- £e n hin und auf Effekten abgaben zur ö i d) c r u n g vor Verlusten aus den jüngsten, beträchtlichen Kursrückgängen. Die Banken scheinen wirksame Interventionen zur Heil vermeiden zu wollen, weil sie bei dem betracytlichen Angebot eine allgemeine Kurssenkung doch kaum verhindern könnten und weil für die bevorstehende Einführung des Termin-andels eine Beseitigung kapital- schwacher Elemente durch die jetzige •’rife für wünschenswert gehalten wird Immerhin war das Angebot heute nicht so drängend, wie es am Vortage war, so daß zunächst das Tempo der Kurs- a 5 f th I ä g t sich in Sergirid) zur gestrigen Börse verringerte. Bei dieser wenig erfreulichen Lage der Börse können Erscheinungen, wie die Ratifizierung des Wirtschaftsabkommens mti Spanien and die weitere (Entlüftung der Reichsbank keinen Einfluß ausiiben. Die Gelds atze blieben uiwei ander:. Tagesgeld 8,50—11 Proz., Monatsgeld 9,50 bis 11 Pro; Geld über den Ultimo 10—11 Pro; Der Bedarf ist zwar stark, findet aber volle Deckung. Bekanntlich hat die Serforgung für den Ultimo diesmal frühzeitig begonnen. Die letzttägige Befestigung des englischen Pfundes, die gegenüber her Mark gestern die Parität überschritt, setzte sich nich' fori Der Pfundknrs gegenüber dem Dollar erfuhr vielmehr vormittags eine Ermäßigung auf 4.86 25. was sich gegenüber den europäischen Devisen h einer leichten Befestigung der Kurse gegen London auswirkte. Die Mark notierte heute gegenüber London 20,43, Paris 4,751, Amsterdam 59,27. Börsenkurse (Ohne Gewähr > •Vran nun a M Berlin 54 Nur» SdtuM. ehrte Wi* nur« StNu|N 1 Mm Tahiti!! T7A 2R 5. 27. S. 28 5 57. Trwrffie «7. Deutickr 9tettH«nlrtbe 87,7. Lausche N-tchsantetb, W. Duuschk 8tn*A«nltU)e 2-earidK ererpramrtnanlrtbt <7. Urruvifctr ÄonfoM • . . 47, Hegen »‘///, ©eflen......... •** vJ*en.......... Denn*e Skrtb. 'Tnüar-Knl. bfo- -Schatz-«nwellng.^ #1. HoKritrten W» öelbmertfaner ... ■ Bert wer HLndelSqclellschaN. Lommerr» MU> ^civat-Bank Termft and '.Qanonatbajit ■ Tcut'iSt flanf . ...... DeaMve «eretnibant . . . . Dtsceiuo Commanbii . . •Reutlbanr ........ Wuttlbtntftbe Crcbhbant . . Üdterrdcbifdie lirebltanflatt. Beftbanf ......... »oft)inner Suß Vnbero-........... San ............ Demtck Lurembnra . . . . . »elfenhrtener tiergtberfe . . Harpen er Bergbau Mahtocrfe Äfdiertlebea. . . . Kaliwerk Aesteregelö Launbuiie ....... Cbtrbebart .......... «b&wlr Bcrgbao....... »belnftebl ......... Btiebeit Montan TrNuS Bergbau Hamburg.Amerika Paket. . . Viorbbeurifter ßloob Cberamtldje Berte Albt» . . -jemenlwkrt Heibekberg .. . Vbilivv Hotjmanu ..... Änglo-Ci>it-®nano..... vadtsche Hxitln (Ebennfdu Haber ■tabtu . riolbldjmibt ....... ttrtec ee(met Elecrno . . .. Höchster Farbwerke..... Hotzverkoollmg Rtigerflnerfc ...... echetbeanftal» BQg. riekrrUtlLtS^efetNcha» Bergmann . . ....... TrainfraftWaft........ Cchuckcrt . , Siemens 3t HalS» flbterroerte Kleyer ...... Daimler Motor«. ..... VfUligenflaebi......... Megntn.......... . Motoren werte Mannbelm Frankfurter Armatur« . . . X?onf«rt>eniabrif Brann . . . T)eMleefelfAoft Frankfur». 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Frankfurt a. M., 28. Mai. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 22,25 bis 24,50, Roggen, inländ 20,25 bis 24, Sommergerste für Brauzwecke 21,50 bis 26. Hafer, inländ. 19 bis 23, Mais (gelb) 21,25 bis 23,50, Weizenmehl, inländ, Ekxziak 0 39 btS 40, Roggenmehl 31,75 bis 33. Wcizenlleie 13. Roggenkleie 1425. Tendenz ruhig. Srcb'fcr.ma: * Verla 3ranfflirt a. M. (Qto Siaioncr. Mart cuftgebnufL Buenos-Aire«, Sands», ton* t«rt. Japan. ilio b< .Icr.Mt? mr eine fwbeu. Men aut» Bubatw hir 100600 fhibnrr.t, alles nfrrigt tür too Einheiten.- Telegraphische Auszahlung. ___________?rnc G'wahr.) 47 Mm V-'hii Lmilich, '.'-ton rur.i Ännb'tc oricruna •Artb Fnr <*elb Brirl tUnn.-yHoti 1GB V> 168 91 16s l . 16<8, t'urn--Mtrf3 1.7« !.•<*; 1.707 1.711 ^rfl.-Xnrtv JO, 75 *0,81 .1) 4s 10. M ffbnftijnta 70,91 71.19 70,83 71,01 Äoixnl-joen 79,18 79. (Yi 79,20 112,54 GiMflofm . 112,19 112.47 112,26 btiftngfoDl stkolic.n. . London - • 10,57 10,61 10 57 10.61 16,64 16.68 16.69 16.7-. JO.394 !0.446 20.391 10.443 ‘.'ItuDort . . 4 1 y- 4.20.5 4 19.i 4.205 Vorrü. . . 20.91 41,00 21.11 21.17 81.16 St,.*' *1.18 *1.5* tzvanuu • .»0.72 611.S8 go.re hO.<* gavan . . .744 1.748 1.7 0 1.715 Mio be Jan. e?ku IN D' 1.444 0.446 » 44« 1.448 Crft. aboeft 5ü.ü5a 59,195 J»,U47 .9,187 Tran ... 12,43? 12.472 12.425 12.46 , Belgrad . . 6.99 7.01 6.96 6,98 BudamU - - »JO 5.« . 90 0.92 3,015 .1,025 j.ttr, 3,4)15 ^iffabon 80,525 40,575 2ii 525 20,675 Tande . 80,S?'> »1.12 « 9L'. 81. Iß »onfi md» Heben. . '.?97 1.327 1 jft? 2.312 7.29 7.31 7 39 7.41 Banknoten. (Ohne Gewähr.) Berttn, 28. Mal. ®ffb Briet flmtrlfanlfCt No kn,..... 4,176 4.196 k9rlgiichr Woten ...... 20,76 20,86 D«nilche Noten ....... 78.78 79,18 (FiiqI'I'Dc Noien........ 211,36 .-0,46 FranzSsische Noten ...... 21.06 2L18 Holländische Noten...... 168.08 168,92 Noten..... 16.69 16,77 Norn»e-,schr Noten . .... 70.62 70,98 Tnrrt<6-Crftm- tu»Kronen 19.12 59.42 iüumintirbr 'J?olru..... Schwedische Note»...... 112.00 112,56 €4*riifr 'i;oten....... il.13 81,5.3 tzvantsch» Noten ...... 60,65 60.95 Tschtchollownkische Waten . . 12.50 12.56 Unoariftbe •Jlottu..... - - 5.87" S.895 ‘Star.vV.t.u c--'-.. :::M (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 28. Mai. Auftrieb: ^Rinder: darunter 1 Ochse, 13 Kühe, 1623 Kalber, 94 Schafe, 845 Schweine. Der Preis für 50 Kilo Lebendgewicht beträgt: Kälber: feinste Mast- kälber 75 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 65 bis 74. geringere Mast- und gute Saugkälber 56 bis 65. geringe Saugkälber 45 bis 55; Schafe: Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthämmel 50 bis 53. geringere Masthäm- mel und Schafe 40 bis 41, mästig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) 30 bis 35; Schweine: vollfleischige von 80 biS 100 Kilo 75 biS 77, vollfleischige unter 80 Kilo 70 bis 74, vollfleischige von 100 bis 120 Kilo 72 bis 74. vollfleischige von 120 bis 150 Kilo 72 bis 74 Mk. Marktverlauf: Aach anfangs lebhaftem, später abflauenden Handel hinter [affen Schweine etwas älebcrstand. In der Pfingstwoche findet der Markt am Dienstag den 2. Juni statt. Berliner KrodvPrnbörse. Berlin, 28. Mai. Der Produktenmarlt war im Lieierungsgeschäft abgeschwächt, bei groster Geschäftsstille. Der Bedarf seitens der Mühlen besteht noch, die geforder en Preise werden aber nicht bewilligt. Gerste und Mais hatten sehr stilles Geschäft. Hafer in guter Inlandsware begehrt. Fultcrartikel ruhig. Cs notierten für 1000 Kilo: Weizen, märk. 265 bis 268, do. Mai 274 bis 275,50, do. Juli 272 bis 269, Roggen, märt 216 biS 220, do. Mai 221 biS 220, do. Juli 219 bis 217, Gerste, märk. 226 biS 242, Futter- gerste 200 bis 218, Hafer, märt 235 biS 243, do. Mai 216 bis 217, do. Juli 191 bis 190, Mais (loko Berlin) 208 bis 211; für 100 Kilo: Weizenmehl 34 bis 36,50, Roggenmehl 30 bis 32, Weizenkleie 13,90. Roggenkleie 14,50 bis 14,60, Diktoria- erbsen 22 bis 27, kleine Erbsen 22 bis 25. Futtererbsen 19 bis 21, Peluschken 18,50 biS 20. Acker- bvhnen 19 bis 21. Wicken 20 bis 22,50, Lupinen, Mar. 10 bis 11. gelb 11,50 bis 14 SsxrateHe 13 bis 15,25 Rapskuchen 1520 biS 15,QC. L»n- suchen 22.40 bis 22.50. Tcvckentchnttzek 9.M 5^10. KartoffeMocken 1920 bis 19.40 Turnen, Sport und Spiel. 21. Wie ft euer Regatta, 15. Regatta deS ^ahn'RegattaDerbandeS. Die Giestener Rudergesellschaft 1877 idjrybt die 21. Giestener Regatta 15. Regatta des Lahn- Regatta - Derda ndes, für den 21. Juni quf der Lahn in Ziesten aus. Folgende Rennen sind vor- gesehen 1. Iean-Kirch-GedächtnisRennen. Vierer; 2. Junior-Achter; 3. Einer, Lahn-Pokal; 4. Vierer; 5. Achter; 6. Zweiter Vierer; 7. Gefallenen-Gedacht- nis-Rmnen Iungmann Vierer 5. Akademischer Vierer; 9. vierer, Wanderpreis der Stadl Giesten. 10 Dopperiwcier ohne Steuermann; 11. Aovls- Fischer-Gedachlnis-Rennen. llungmann-Vier«; 12. Iunior-Dierer; 13. Jun gmaim-Einer; 14. Grmunte- rungs-Vierer; 15. Großer Achter Vekde- imd Ren- nungsschlust: 1. Juni Kirche und Schule. ' Kirchliche Dienstnachrichten. Am 14. Mai wurden der evangell'che Pfarrer an den Kranken- und Pflegeanstalken zu GieHen, Heinrich Adolph und der evangelische Pfarrer Otto Röschen zu Frrienseen. aus ihr Rachsuchen unter Anerkennung ihrer larmjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Juli 1925 in den Ruhestand versetzt. Rundfunk-Programm des frankfurter ScnderS. (Aus der ,Radio-Llmschau".) Samstag. 30. Wai: 12 Uhr: Nachrichtendienst. 3 und 4 Uhr: Win schaftsmeldungen. 1.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uhr: ?iachmiltagckonzert des chausorchesters Die neuesten Wiener Schlager. 6 Uhr: Dirtschofts- meLbungcn. 6—6.30 Uhr: Jugendstunde: Aus dem Schatzkaftlein der rheinischen Hausfrau" von Johann Peter Hebel. 6.30—7 Uhr: Der Briefkasten. 7-7.30 Uhr: Aus Historie und Phantasie (Anekdoten und viaisel). 7.30—8 Uhr: Funkhochschule — Vortrag von Pros. Dr. Schultz ..Hölderlin und die Gegenwart". 8—8.30 Uhr Stunde des Frankfurter Bundes ffir Volksbildung — Vortrag von Rektor Wehrhan: „Pfingstsitten und -bräuchc". 8 30—9.30 Uhr: Hein- rid) Heine. Dichtungen imb Lieber 16—11 Uhr: Übertragung von Kassel: Konzert des 1. Kasseler Mandolinen-Llub» e v. 1913. Speziell veraltetes Rheuma, auch Gicht, kann nur durch Mittel bekämpft werden, die stark harnsäurelösende Eigenschaften besitzen. Der echte Dlroga-Esttakt lindert die Schmerzen und bringt die Harnsäuren Salze zur Ausscheidung. Llroga-Extrakt ist in Flaschen zu 60 Gramm nur erhältlich in Apotheken, sicher: Llmverstt.-Apotheke zum goldenen Engel. Die Bestandteile sind auf der Packung angegeben. 4860A ^Schumann-Theater-^ Frankfurt am .Hain ,-roße Senaatiooa- iFtevue Der . . . Die . . . 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Willie MSWkWU Wir laden alle Freunde i-v.b Anhänger der neuen Bewegung zu einer Reichstagung nach Gießen (Gasthof Hindenburg) für Dienstag, den 2. Juni 1925, vormittags 10 Uhr hiermit ein. Tagesordnung: 1. Eröffnung der Tagung durch Schrifllesung und Ansprache. (Pfarrer Laut-Nidda). 2. „WarummutztedieEvangettscheBolUsgemeinschaflgegründerrverden?" (Bürgermeister Bölker-Lich, Pfarrer Löwentraut-Eulo, Pfarrer Hamburger-Staden). 3. „Dürfen wir hosten, die deutsche Arbeiterschaft für die Evangel. Dslkrgemeinschaft zu gewinnen?" (2tc. Naunin-Wanne). 4. „Das bayerische Konkordat" (Lehrer Kempf-Reichenberg, Kr. Oberbarnim). 5. „Politik und Religion" (Pfarrer Weidner-Ober-Lais). 6. Organisationvfragen. Die schon am 1. Juni (2. Pfingsttag) in Gießen anwesenden Teilnehmer treffen sich an diesem Tag abends ab 8 Uhr zu geselligem Zusammensein im Gasthof Hindenburg. Mit evangelischem Gruß! Der (engere) Ausschuß der Evangelischen Bolksgemeinschaft Pfarrer Hamburger-Staden. Koos Jooste-Friedrichroda, Lehrer Kempf-Reichen- berg, Pfarrer Löwentraut-Eulo (Lausitz), Pfarrer Meyer-Gelsenkirchen, Lic.Raunin- Wanne, Dr. Schmidt-Lilienberg-Gelsenkirchen, Bergmann Totzek-Wanne, Pfarrer Deller-Mainz-Bretzenheim, Bürgermeister Dölker-Lich, Kaufmann Wedberg-Wanne, Pfarrer Weidner-Ober-Lais.5475V Wartburg-Verein 2. Pfingstfeiertag (1. Juni) Wanderung für alle Mnglleder und deren Angehörige über Kinzenbach, Himbern nach derDtcken Eiche. Dort um 10'/« Uhr WaldgotteSdiemt. Abmarsch 6 Uhr Lahnbrücke (für Nachzügler Fahrt um 8.20 Uhr mit viebertalbabn nach Bieber). Rückkehr mit der Bahn von Bieber um 5 Uhr nachmittags. Der Borstand. Slumendönger „Erzett“ — ,,Ovfa“ — „Schaaf** Saat-Miemand _________Mäuöbnrg 17.______ ozgn n Qgn r^9r> r r Statt Karlen Emmy Vogel Ludwig Rössing, Ingenieur Verlobte Gießen Mainz Rodheimer Str. 34p z. It. Gießen, Franks. Str. 90 Pfingsten 1925 04705 a Photo-Haus W1N T E R H 0 F F, Kreozplatz 9 für die Pfingst-Tour in billigster Preislage. 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