Nr. 99 Erstes Blatt <75. Jahrgang Mittwoch, 2 >. April (925 Erscheint täglich, allster Sonn- und Feiertags. Beilagen: löiestenerFomilienblälter Heimat im Bild. MonalS'vejuorprels: 2 (Bolbmark u. 20 Gold« Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt. Fernsprech.Anschlüsse: Schriftleitunq 112, *ßer- lagundReschöftsstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten AnzelaerSiehen. Postscheckkonto: Sranlfurt c. M. 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen 9ruf und Verlag vrühl'fche Univerßtäls-Vuch- und Sleintirudcrei R. Lanze in Sietzen. Zchriftleitung und Sesch. .'Qe: 5chu"^itze 7. .innapmc von Anzeigen fürdieTagesnummerois zum Nachmittag vorher ohne jcdeDerdindlichbcit. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Brette orthdtS, auswärts 10 (Bolbpftnnig; fi Ne» klame-?In Zeigen v ' m Breite 35 u>olbpfcnniq, *pi yvorschrist 20 Au'- schlag. - Berantwv^'lich für 'Politik u. Feuilleton: D skiebr Wilh Lange; für hon übrigen led: Ernst Dlumschein.fü': en 2lnzeigenteil:Hans eck, fämUich in Gießen Die Preust mkrisis. Brauns Kampfanst ic im Landtag. — Dor Neuwahlen in Preusten. Nachdem die Retchspräsidenlenwahl i glücklich hinter uns liegt, beg nnt auch d Fall Pieuhen wieder (ifut zu werden, wo die Krise ja eigentlich schon feit mehr als einem Vierteljahr weiterschlcicht. Am 7. Dezember vergangenen Jahres hatten wir die Wahlen, und feitoer hat Preusten eigentlich keine dc r • fassungs mäßige Regierung mehr gehabt. Zunächst trat die Deutsche Volkspartei aus dem Kabinett aus, toetl die Sozialdemokraten sich weigerten, zurückzutreten, dann wurde da» Kabinett Braun gestürzt. Herr Braun wurde wiedergewahlt und gab sich yergebliche Mühe, eine Mehrheit zusammenzubringen: er lehnte deshalb die Wahl ab, woraus an seine Stelle Herr Marx trat, der zwar ein Kabinett bilden konnte, aber am ersten Tage über ein Misttrauensvotum st ü r z t c. Aach einem kurzen, etwas unfreiwilligen Zwischenspiel. das den Demokraten Hoepter-Aschoff mit dem Mandat betraute - der indessen schon zwei Tage später die Wahl ablehnte — tauchte der frühere sozialdemokratische Ministerpräsident Braun wieder auf, verzichtete aber auch dataut. den Kamps um das Vertrauensvotum aufzunehmen. sondern lieh den Landtag ver tagen dis nach der Reichspräsidentenwahl. Der Zweck dieser Hebung war ganz zweifellos der. im zweiten Wahlgang das Hebergewicht der gegenwärtigen Regierungskoalition sich noch einmal bestätigen zu lassen und dann aufzulösen. Inzwischen hat durch den ersten Teil dieses Exempels die Wahl einen Strich gemacht: die Weimarer Koalition hat nicht sehr gut abgeschnitten, wenn sie für sich günstig rechnet, bringt sie höchstens ebenso viel Stimmen aus wie der Reichsblock, eine Hmrechnung der Zahlen in Mandate wurde ergeben, daß die Weimarer Koalition, die gegenwärtig eine Mehrheit von 14 Stimmen über dem Reichsblock hat, künftighin höchstens genau ebenso ft a r f fein wurde, wie der Reichsblock, während die Kommun', st en mit 30 Stimmen d i e Entscheidung in der Hand hätten. Aus der Presse der Weimarer Koalition Hang deshalb am Montagabend eine sonderliche Begeisterung für die Auflösung nicht mehr heraus Herr Braun, ber aber die stärkste Persönlichkeit im Kabinett selbst ist, hat es verstanden, im Ministerium olle Widerstände über den Hausen zu rennen und seinen Willen du rchzu setzen. Er selbst und wohl auch die Sozialdemokraten glauben, dast sie bei den Rcuwalrlen ein gutes Grichöst machen würden, wie die Demokraten und das Zentrum dabei abschneiden, intereff ert die Sozialdemokraten erst in zweiter Linie. Die Erklärung, die Herr Braun deshalb am Dienstag im Preußi- schcn Landtag abgab. trat auch we Niger ein Programm als eine K a in pfansage. Den ganzen programmatischen Teil machte er in «incm kleinen Schluhabfay ob. um im übrigen Hegen den ..d.'ut'chnational-lomniunistischenBlock" au polemisieren, dem er Sabotage, destruktive Tendenzen und mancherlei anderes vorwarf. Die Berliner Abendpresse weist denn auch zu melden. Last für den Fall der Annahme eines Misttrauensvotums die Reuwahlcn in Preusten am 17. Juni sein sollen Immerhin bat man es vorgezogen. di^ nächste Abslim- inung darüber bis in die nächste Woche zu Verlagen. Das scheint doch dafür zu sprechen, daß Lcm Zentrum nicht ganz wohl bei dem Gedanken ist. noch einmal als treuer (Jefolgs- mann der Sozialdemokraten vor di' Wähler zu treten. Sitzungsbericht. Berlin. 28. April. Beim heutigen Wicder- zusammentritt des Landtages gab Ministerpräsident Braun eine Erklärung ab. in der cv zunächst belanntgab. dast er bic^ bereits von feinem Amtsvorganger am 13. Februar dem Landtag vorgestellten Mitglieder des Kabinetts in ihren Aemtcrn bestätigt habe. Braun sprach sodann seinem Amtsvorgänger für die in seiner kurzen Amtstätigkeit dem Lande geleisteten Dienste seinen herzlichen Dank aus. vor allem auch für dessen Bemühungen um das Zustande- bringen einer aktionsfähigen Regierung. Er fuhr sodann fort: Ich bin mir wohl betoubt, dast es keine leichte und angenehme Ausgabe ist. an deren Lösung ich herantret:. Mich leitet Psiicht- bewusttsein und das tiefe Gefühl der Verantwortung für die Geschicke des preustifchen Volkes, das mich als mehrjährigen Leiter der preusti- schen Staatsgeschäfte cilullt. Bis zum Anfang dieses Jahres war es unter Stolz, dast wir durch eine dreieinhalb Jahre währende konstante Regierung in Preusten zur Gesundung und 8um C^icberaufbau unserer Wirtschaft beitragen konnten. Die Reuwahl des Landtages im Dezember gab wahrlich keinen begründeten Aniah, hierin eine Aeirderung ein- treten zu lassen und auch über Preusten eine Periode der Regierungskrisen heraufzubeschwören. Diese Periode wurde heraufbefchworen durch die Deutsche Dolkspartei. Wochenlang ist vcr- 'ucht worden, eine aktionssähige Regierung zu bilden. Alle Versuche sind gescheitert an der Sabotage des deutschnationalen-kommunistischen Blocks. 3a jedem parlamentarischen Lande gilt es als selbstverständlich, daß die Parteien der Opposition, wenn sie eine Regierung stürzen, die Pflicht haben, urine neue Regierung zu bilden und daß sie die Verantwortung für das Zustandekommen einer solchen neuen, auf ihrer Mehrheit gestüh en Regierung tragen. Die Parteien des O^utschnationalen-kommunisti- Blocks sind wohl einig im Zerstören, aber sie haben bisher noch keine auf ihre Mehrheit gestützte Regierung zustandezubringen v rmocht: ja sie haben nicht einmal den Versuch dazu gemacht. Damit ist bewiesen, dah diesem Oppositionsblock nur destruktive Tendenz inncwohnt. Eine solche Politik muh aber die schwersten Schädigungen für unser Staatswesen und unsere W rt- schast zur Folge haben. Es gibt in diesem Block Kräfte, die bewußt auf eine Katastrophe binarbeiten, weil sie hoffen, in einem allgemeinen Chaos am ehesten ihre Parteiziele verwirklichen zu können. Von der Mehrheit der Oppos.tions- parteien darf ich aber wohl an nehm en, daß sie bestrebt ist, positive Arbeit zum Besten unseres Landes zu leisten. Daher habe ich dis Hoffnung, daß sich hinreichende Kräfte zur positiven Arbeit mit der Regierung wieder zusammenfinden werden. Erwarten Sie nicht, daß ich Ihnen ein Regierungsprogramm entwickele. Das Volk will nickt Worte, sondern Taten. Zur Tat bin ich und das gesamte Kabinett bereit. Die politischen Richtlinien, die der Politik der großen Koalition zugrunde lagen, werden auck weiter für das Kabinett wegw ifend sein. Für die nächsten Ausgaben, deren Lösung drängt, mache ich mir im wesentlichen .i Programm zu eigen, das mein Amtsvorgänger am 18. Februar hier entwickelt hat. Dieses Programm ist auch das Programm der neuen Regierung, die ihre ganze Tatkraft einsehen wird, um cs zum Wohle unseres noch immer schwer ringenden Volkes zu verwirklichen. Daher bitte ickp um Ihren Willen zur Mitarbeit. Die Rede des Ministerpräsidenten wurde säst unausgesetzt von lärmenden Kundgebungen der Kommunisten und der Deutschnationalen begleitet Die Kommunisten empfingen den Redner mit stürmischen Amnestierusen. Die Rechte demonstrierte T d) Lärm und Gelächter. Als der Redner fein. Amtsvorgänger den Dank aussprach, und er erklärte: „Mich leitet lediglich die Psli wenn ich sein Amt übernommen habe", ertöt der Zuruf: Leichenrede! Hierauf vertagte sich das Haus unter großer Hnruhe, den Vorschlägen des Asltesten- rates entsprechend, auf Mittwoch. Besprechung der Regieru"gserklärung. tionsberatungen. Berlin, 28. April. (TH.) Der inter- fidtticncllc Ausschuß des preußischen Landtages au» Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten hielt am Dienstagnachmittag eine eineinhalbstündige Sitzung ab. Die Parteien waren sich darin einig, daß man das Kabinett Braun mit allen Mitteln stützen und zu ' 'cm Zweck alle verfassungsmäßigen Mittel anl >cn solle, gegebenenfalls könne auch eine f • löfung des Landtages in Frage kommen. Zunächst wolle man das Ergebnis der für Mittwoch und Donnerstag angesehten Aussprache zur Regierungserklärung abwarten und danach die zu treffenden Maßnahmen einrichten. Die Demokraten vertraten den Standpunkt, daß das Kabinett durch die Wahl vom 3. April das Vertrauen bekundet erhalten habe: die Fraktion werde sich deshalb mit einer Billigungserklärung zufrieden geben. In sozialdemokratischen Kreisen ist die Stimmung für Auslösung vorherrschend. Das Zentrum will, wie verlautet, erst die Rückkehr von Mar x, die für Donnerstag erwartet wird, abwarten, ehe cs endgültig zu der Frage der Auflösung oder der Richtauflösung Stellung nimmt. Auch die Rechtsparteien traten am späten Rachmittag zu einer Sitzung zusammen, um die Richtlinien für ein gemeinsames Vorgehen in Preußen zu besprechen. Die einzelnen Vertreter werden nunmehr ihren Fraktionen über diese Besprechungen Bericht erstatten. Auflösung des Reichsblocks. H a n n o v.c r, 28. April. (TH.) Der Reichsblock als solcher hat aus gehört, zu bestehen. In Hannover arbeitet lediglich noch ein S e k r e - tariat Hindenburgs bis zur Amtseinführung des neuen Reichspräsidenten. Der Feld- marlchall hat mit besonderer Betonung zum Ausdruck gebracht, daß cs für ihn jetzt keinen Reichsblock und keine Parteien und Gegnerschaften mehr gebe. Sein Blick richte sich jetzt einzig und allein auf das Volksganze, dem alte seine Kräfte und all sein Streben gehören. Der ReichswahUeiter an Hindenburg. Berlin, 28. April. (TH.» Der Reichs- wahlleiter hat gestern an den Generalseldmar» schall von Hindenburg in Hannover folgendes Schreiben gerichtet: „Rach dem vorläufigen Ergebnis des zweiten Wahlganges der Reichspräsidentenwahl am 26. 2LpriI 1925 sind die meisten der bei dieser Wahl abgegebenen gültigen Stimmen aus Eure Exzellenz gefallen. Wahrscheinlich wird die endgültige Feststellung von der vorläufigen nur wenig ab weich en. Es ist daher damit zu rechnen, dah der Reichs Wahlausschuß Eure Exzellenz fürgewählte klären wird. Für diesen Fall fordere ich Sic, Herr Generalfeld- marsck all, gemäß § 148, Ab«. 1 der Reichsstimmordnung, ergebens! auf, mir bis zum 4. Mai 1925 zu erklären, ob Sie bereit sind, d i e Wahl an? t nehmen. Dr. W a g e m a n n." es Kanzlers Besuch bei Hindenburg. Hx ii Rücktritt der Reichsreqicrung. Berlin, 28. April. (WD.) Reichskanzler Dr. Luther hat heute den erwählten Reichspräsidenten Hindenburg in Groß-Schwülpe ausgesucht, um mit ihm die die Amtsübernahme betressenden Frag n zu besprechen. Bei d.eser Gelegenheit hat auch ein erster politischer Meinungsaustausch über die wichtigsten schwe- btnden Fragen stattgefunden. Die Unterhaltung hat volle Heberein ft tmmung ergeben. Reichskanzler Dr. Luther ist heute nachmittag von Groß-Schwülpe über Braunschweig nach Berlin zurückge kehrt. — Generalfeldmarschall v. Hindenburg ist heute abend um halb acht Uhr von dem Landgut Groß- Schwülve Im Kraftwagen nach Hannover zurückgekehrt. Die Villa Hindenburgs in der Seelhorststraße ist borläufg für den Durchmarsch geschlossener Verbände Polizeilich gesperrt. Oeffentliche tzuld'gitngSumzüge nach dem Hause beS Feldmarschalls bedürfen der besonderen Genehmigung des Polizeipräsidiums. DaS Reichskabinett ist heule abend zu- sammengetreten, um die politische Lage zu erörtern. An der Sitzung nahmen sämtliche in Berlin anwesenden Reichsminister teil, bis auf den Reichsaußenminister Stresemann, der durch Krankheit verhindert war, dem Kabinettsbeschluß jedoch nachträgllch b e i t r a t. Es wurde Hebereinstimmung scstgestelll, daß das Kabinett anläßlich der Deuwahl des Reichspräsidenten nicht zurücktreten werde, da ein bet» sasiungsrechtlicher Grund hierfür nicht vorliegt. Reichskanzler Luther erstattete über die am Vormittag stattgehabte Unterredung mit dem zukünftigen Reichspräsidenten dem Kabinett Bericht. In verschiedenen teilen deS Reiches waren in den späten Abendstunden des Dienstag Gerüchte verbreitet, wonach auf Generalseidmarschall v. Hindenburg ein Attentat verübt worden sei. Wie die Telunion hierzu von zuständiger Seite erfährt, sind diese Gerüchte völlig unbegründet Hindenburg ist vielmehr ohne irgendwelche Zwischenfälle im Kraftwagen um 8.30 Uhr in seiner Villa in Hannover eingetroffen Die Waffen ruhen. Dr. Hcllpach begrüftt Hindenburg. Karlsruhe. 20 April. (TU.) Bei einem am Dienstagabend von der Wirtschaftlichen Bereinigung der Unternchmeroerbänbe Badens ver- anftalieten parlamentarischen Abend hob Staatspräsident D r. He 11 p a ch in der Begrüßung ber etwa 300 erschienenen Vertreter des Handels, der Industrie, und ber Landwirtschaft hervor, die deutsche Nation habe ihren größten politischen Stampf durchgefochten. Jetzt gelte die Losung: „Die Waffen ri n und haben zu ruhen." Als Vertreter der D e m u 1’ r a 11 e bekenne ich mich zu dem Grund- fotz, daß, nachdem die Nation gesprochen hat und die Wahlkampagne beendet ist, die Wogen des poli- tifchen Kampfes zu dem Oberhaupt des Deutschen Reichs nicht mehr heraufschlagen dürfen. Es gibt nur noch eine zulässige Haltung: d i e Ehrerbietung. Wir grüßen in dieser Stunde das neue R e i ch s o d c r h a u p tin gemeinsamer Verehrung. (Lebhafter Beifall und Zustimmung.) Der Präsident des badischen Landtags, Dr. Baumgartner, knüpfte in seiner Begrüßungsansprache an die Worte Hellpachs an und betonte, daß auch die Zentrumspartei, die in diesem Wahlkampf unterlegen sei, dem neuen Reichspräsidenten Ehrfurcht und Ehrerbietung entgegenbringe, die sie auch dem verstorbenen Reichspräsidenten Ebert bargeboten habe. Aus dem Hessischen Landtag. ^nanzanSichnff des Landtags. Darmstadt, 28. April. (Eig. Bericht.) Tie Beratungen des Finanzausschusses des Landtages wurde heute bei Kapitel 6 iBad-Rau- heim) fortgesetzt. Hierzu brachte Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) einen Antrag ein. daß aus dem Ertrag des Bades 1000 0 0 M a r k an d i e Staatskasse abgeliefert werden sollen. Der Antrag wurde abgelehnt. Dagegen wurde ein Antrag des Abg. Werner angenommen, worin die Regierung ersucht wird, die Däderpreise in Bad-Rauheim erträglicher zu gestalten und daß ein über die vorgesehenen 100 000 Mark hinausgehender Heberschuh mindestens 50 Prozent der Hauptstaatskafse zusließt. Kapitel 6a (Bad Salzhausen! wird angenommen. Hieraus wurde das gestern zurückge- stellte Kapitel 4 (Weingüter) beraten. Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) bemängelte es, kaß die Weinbaudomänen nur Zuschußbetriebe s er: er stellte daher den Antrag, daß mi.td:stenS 1 Prozent deS 3 Millionen Mark betragenden Anlagekapitals, also 30 000 Mark an die Staatskasse abflcliciert werden soff n. Der Antrag wird gegen 3 Stimmen abg.'lehnt und das ;a ,e Kapitel 4 gegen 3 Stimmen angenommen. Rächst« Sitzung Mittwoch. Konrad Harnisch Wiesbaden, 28. April. (TH.) Der K"'- tusmin'.ster a.D. Dr. Haentsch. feit 1923 Regierungspräsident des Reg erringSbezir 5 D'cS- baden, ist heute morgen an den Folgen einer Denenentzündrng im Alter von 49 Jahren gestorben. Der verstorbene ehemalige preuß sche Kubus- Minister Konrad Hansisch gehört zu jenrn sozia - demokratischen Parteigrößen, denen wie R s.e. ber Kapp-Putsch zum Verhängnis wurde und die wegen ihrer nationalen Gesinnung dem innerhalb der SPD. seit jenen Märztagen immer mächtiger werdenden radikalen Elementen geopfert werden mußten. Zwar nahmen sich einflußreiche Freunde seiner an. zu ihnen gehört auch Herr S e v e r i n g. Per ihm den Posten eines Regierungspräsidenten in Wiesbaden verschaffe, doch hörte man nur noch einmal feit dem Verlassen des Kultusministeriums von ihm, nämlich in den Monaten d.s RuhrkampfeS. als er den Franzosen unbequem wurde und daS Feld se.ner Tätigkeit in das unbesetzte Gebiet nach Frankfurt verlegen muhte. Haentsch gehört zu den wenigen, die aus reinem Idealismus das Lager der Sozialdemokratie aufsuchten. Frühzeitig nahm er die Verbindung mit den fo^ia- 1 iftischeu Größen auf, wurde 1913 von der Sozial- bemoliGtie in das Preußenparlament g schickt, gehörte bet Kriegsausbruch zu jenen Männern, die sich sofort hinter die bisher von ihn n bekämpfte Regierung stellten und von der Rotwendigkeit eines Verteidigungskrieges fest überzeugt waren. Der Rovemberumsturz brachte ihn in das preußische Kultus Ministerium, dessen Bei waltung er sich anfänglich mit Adolf Hoff mann i :i mußte, die aber bann ganz aus ihn überging Seine Tätigkeit als Kultusminister hat ihn ost zum Gegenstand heftiger Angriffe aus dem Lager der Rechtsparteien gemacht, da er häufig Ziele verfolgte, die ganz seiner sozialistischen Einstellung entsprachen und besonders auf dem Gebiete des Schulwesens manches Mn- heil anrichteten, unter dem wir heute noch schwer leiden. Berliner Tagung des 3nöuftrie= und Handelstages. Vor einer Programmrcdc des Reichskanzlers. Berlin, 29. April. (TH.) Der Industrie- und Handelstag. der heute in Berlin feine Jahrestag ung abhält, hat gestern die Spitzen ber Behörden zu einem Festesten geladen, dem der Stellvertreter des Reichspräsidenten. der Reichskanzler, verschiedene Ressortminister und Vertreter der Landesbehördnr teilnahmen Der Präsident deS Deutschen Industrie- und HandelstageS, von Mendelssohn, begrüßte die Gäste, in erster Linie den Stellvertreter des Reichspräsidenten. Er betonte, daß das gemeinsame Band alle geladenen Gäste mit dein Industrie- unb Handelstag in dem Wunsche verbinde, aus den Schwierigkeiten des Vaterlandes herauszukommen. Im 71am en der geladenen Behörden antwortete Reichswirt - schastsminister Reuhaus, ber auf die au iDrbcntlidjc Arbeit hinwies, die der Industrie- und Handelstag geleistet habe Reichskanzler Dr. Luther wird heute auf dem Industrie- und HandelStag eine Rede halten, der von mehreren Blättern große Bedeutung beigemessen wird. Die Blätter nehmen an, dah Dr. Luther u. a. auf die Gesichtspunkte eingehen werde, die sich für d i e allgemeine politische Lage aus dem Ausfall der Pr äsidentenwahl ergeben. Vor allem werbe d:>- Rede über die weiteren politischen Arbeiten der Reichsregierung umfangreichen Aufschluß geben und da, tote die „Voss. Ztg wissen will. Hindenburg nicht die Absicht habe, bei 1 einem Amtsantritt als Reichspräsident persönlich eine Erklärung abzu- gefcert glaubt Blatt, dah die Rede des Kanzlers auf und seiner Aussprache mit Hinde arg in Groh-Schwülpe Au - tlärung über üie durch die Reichspräfidentrn- waht geschaffene Lage geben werde, die man sonst aus dem Munde des neugewählten Präsidenten erwartet hätte. Die tR?ubautätigfceit in Preußen Berlin, 28. Avril. (WTB.) Wie dem Amtlichen Preußischen Pressedienst von zuständiger Seite mitgeteilt wird, ist der Gesamtbetrag, der nach der jetzigen gesetzlichen Regelung im laufenden Jahre in Preußen für die Förderung der Neubautätigkeit bestimmt ist, auf etwa 3^5 Millionen Mark anzunehmen gegen 225 Millionen im Jahre 1924. Die staatlichen Miittel sollen es vor allem auch möglich machen, den unter fremdländischer Besetzung leidenden Gemeinden und Flüchtlingsiami- lien eine dringende notwendige Erleichterung der Wohnungsnot zu bringen. Neu ist eine Maßnahme, die dazu dienen fall, kinderreichen Familien und Schwerkriegsbeschädigten die Errichtung eines Eigenheims zu erleichtern. Churchills Zinanzprogramm. Englands Rückkehr zum Goldstandard. Ermäßigung der Einkommensteuer. London. 28. April. (21L) Das llrfter- Haus hatte beut' wegen der Einbringung des Haushaltsplanes ' urch Churchill feinen groben Tag. Schon sehr .üh war das Haus überfüllt. Als das Unterhaus um 8 Uhr früh geöffnet wurde, waren sch i 50 Abgeordnete da, die auf Einlaß warteten, ie Räumlichkeiten des Unterhauses find sehr brgrenzi , nur etwas mehr als die Hälfte der Abgeordneten haben Sitzplätze. Heute war der Andrang so stark, daß nicht einmal die Platze zwischen den Danken ausretchter. und daher einige Mitglieder genötigt waren, auf die Seitengalerie zu gehen. Churchill wurde mit lautem Beifall begrüßt. Ec kündigte tn ferner Bede an, daß die Einrommensteuer um sechs Pence ermäßigt werden würde, daß aber anderer- seits die einkommensteuerfrcie Einlommensgrenze auf 250 Pfund Sterling im Jahre Heraufgeseht würde, das bedeutet praktisch eine viel größere Ermäßigung als in den sechs Pence zunr Aus- 2/tur* kommt. Churchill führte weiter aus. jetzt sei der günstigste Zeitpunkt für die Rückkehr zum G o d st a n d a r d. Wan sei auf beiden Seiten des Atlantischen Ozeans in eine Periode getreten, in der die Politik und die Wirtschaftsstabilität mehr gesichert schienen, als dies leit mehreren Zähren der Fall gewesen sei. England habe demnach seine internationale Stellung als G o ld st anda r d land von heute ab wieder eingenommen. Dies sei ein sehr wichtiges Ereignis. Als diese Rückkehr vor mehreren Monaten beschlossen worden sei, habe das Schatzamt begonnen, sich mit Dollars einzudecken. Es Hobe gegenwärtig insgesamt 166 Millionen Dollars aufgehäuft, die für die amerikanischen Schuldverpflichtungen in diesem Jahre zur Verfügung stehen. Es treffe auch Vorkehrungen, um Kredite in den Vereinigten Staaten von nicht weniger als 300 Mill oneix Dollar zu erhalten mit der Möglichkeit, s e zu erweitern. Aber diese Kredite würden nur benutzt werden, sow'it und wenn sie erforderlich seien, was nicht zu rwarten wäre. In der Politik der Rückkehr zum Goldstandard stehe England nicht allein. Di' beiden größten Industrieländer auf beiden Seiten Englands, nämlich die Vereinigten Staaten und D eu t sch l a nd. hätten ent= w der eine internationale Goldwährung oder stunden doch in Beziehung zu ihr. Schweden habe eine Goldwährung und Oesterreich und Ungarn seien bereits auf Gold basiert oder auf Pfund Sterling, was gleichbedeutend sei mit Gold. Er habe Grund zu der Annahme, daß Holland und Holländisch-Ostindien wie England handeln würden. Die Regierung sei überzeugt, daß sich für England eine RüLehr zum Goldstandard unter den von ihm dargelegten Bedingungen recht- fertige. England habe eine Goldreserve von 153 Millionen Pfund angesammelt. Diese Goldreserve werde ohne -Zögern benutzt werden, wenn möglich mit dem Bankdiskont, um die neue Stellung zu verteidigen und zu schützen. Er glaube, daß die Schaffung eines großen Gebietes gemeinsamer Vereinbarungen ein Wiederaufleben des internationalen Handels und des Hordels innerhalb des britischen Reiches her- beifüjren werde. Deutscher Reichstag. Poftetat. Berlin, 28. April. Präsident Lobe er» öffnet um 2Vt Uhr die schwach besuchte Sitzung mit einem von den Abgeordneten stehend an- gehörten Rachruf für die verstorbenen Abg. Gerstenburger, Dr. Höfle. Dr. Paafche und Brömel. Der Präsident teilt weiter mit, daß er dem Präsidenten der bulgarischen S o b r a n j e die Teilnahme des Reichstags aus Anlaß des Ablebens so vieler Parlamentarier bei dem letzten Attentat in Bulgarien übermittelt habe. Der Präsident beglückwünscht dann unter allseitig em Beifall dem Alterspräf ibenten Dock, der heute seinen 80. Geburtstag feiert Dor Dock, dec von Abgeordneten aller Parteien beglück- wü .scht wird, ist ein großer Strauß roter Rosen ausgestellt Der Reichstag seht hierauf die zweite Beratung des Reichshaushalts fort, und zwar beim Haushalt des Reichspostministeriunrs. Reichspo st Minister Stingl leitet die Besprechung ein durch eine längere Darstellung des jetzigen Standes der Reichspostverwaltung. Der Kraftwagenverkehr bei der Post habe sich durchaus bewährt. Der Post» scheckverkehr habe sich der Vorkriegszeit gegenüber verdoppelt und auch der Fernsprechverkehr habe sich erfreulich aufwärts entwickelt. Der B.iefverkehr allerdings habe den Stand von 1913 noch nicht erreicht. Ser Paketverkehr habe dagegen seine alte Höhe wieder erlangt. Als neues Arbeitsgebiet der Post sei der Funkverkehr hinzugelommen, der sich überraschend schnell fortentwickelt habe. Für das Personal der Reichspost werde erstrebt ausreichende Bezahlung, erträgliche Beförderungsverhältnisse, günstige dienstliche Arbeitsbedingungen und eine möglichst ausgedehnte soziale Fürsorge. Zur Beschaffung von rund 2000 Wohnungen sind für 1925 18 Millionen Mk. vorgesehen. Das Rechnungsjahr 1924 wird mit mindestens 29 Millionen Mart lieberschuß abschließen. Im Vergleich zu 1924 ist in diesem Jahre die Finanzlage der Post etwas gespannter. weil die Gebührenermäßigungen und die Lohnerhöhungen sich auswirken. Die Postreklame wirft einen Reingewinn von 2,7 Millionen Mack ab. Das Ziel der Tarifpolitik ist, die Gebühren so niedrig zu halten, wie es die wirtschaftlichen Interessen irgendwie zulassen. Für absehbare Zeit ist aber eine weitere Ermäßigung der Gebühren ausgeschlossen, weil tue Ausgaben gestiegen sind und der Aufgabenkreis der Reichspost sich erweitert hat. Das Post- finanzgeseh hat sich tn jeder Hinsicht bewährt. Abg. Seppel (Soz.) hält es für notwendig, daß der jetzige, viel zu starke Einfluß des Reichsfinanzministers auf den Derwaltungsrat der Reichspost eingeschränkt werde. Für die gute Entwicklung des Rundfunks gebü)re besonderer Dank dem Staatssekretär Bre dow. Es müsse aber mehr darauf geachtet werden, daß die Heberparteilichkeit des Rundfunks gewahrt bleibe. Es war nicht angebracht, daß bei der setzten Wahllampagne der Berliner Sender im Amchluß an die Meldung von der Wahl Hindenburgs große Schlachtmusik gebracht habe Hätte Mai gesiegt, so hätte man wahrscheinlich einen Trauer- marsch gespielt. (Sehr wahr! links.) Abg. Körner (Dntl.) begrüßt die Ausführungen des Ministers, die ein erfreuliches Bild des Wiederaufbaues gezeigt hätten. Es habe sich bei der Post das Verfahren bewährt, einen hervorragenden Fachmann an dieSPihe derVerwaltung zu stellen. Eine Verbesserung der Landbestellung sei wünschenswert. Andererseits sei das Bestreben zu unterstützen, dem Personal den Genuß der Sonntagsruhe zu ermöglichen, soweit es dte Bedürfnisse des Verkehrs erlauben. Die Entwtck- lung des Rundfunks sei zu begrüßen: aber zur Reklame dürfe diese Einrichtung nicht benutzt werden Der Redner äußerte das Vertrauen für den Minister, daß er mit dem Personal ein harmonisches Verhältnis Herstellen und den guten Ruf der Reichspost erhalten und wahren werde. Abg. A l l e f o 11 c (Ztr.) bringt Beschwerden der Beamtenschaft über die Besoldungs- und De- örderungsverhältnisse vor. Die Verantwortung dafür treffe den Reichsfinanzminister, d r für die Beamten seines eigenen Ressorts weit besser gesorgt habe als für die der anderen Re, > orts. Das wirke noch jetzt auf die Beamten der Reichspost nach Man sollte die Einstellung ungeübter Hilfskräf te einschränken und dafür besonders die -mgünftigen Beförderungs- Verhältnisse der mit Foren Beamten ver- bessern. Abg. M o r a h t (Dl- Dpt.) wünscht cine Verstärkung des Einflusses des Reichstags >i Verwaltungsrat der Reichspost. Der erfreuliuje Aufstieg im Postbetrieb sei in erster Linie durch OpferderPo st beamtenschafter reicht worden. Dafür sollte man den Beamten Dank wissen und sich ihren berechtigten Forderungen nicht verschließen. Besonders die Sonntags- besteliung dürfe nicht verschlechtert werden. Die Briefkasten solle man n.cht mehr durch geschmacklose Rellame verunzieren. Die Post hat, das sagte schon Friedrich der Große, in erster Linie die Aufgabe, der Wirtschaft zu dienen. Abg. R aschig (Dem.) richtet an die Post- verwaltung die Aufforderung, dafür zu sorgen, daß der Rundfunk recht bald auch i in b e - setzten Gebiet Eingang findet. Die Einführung des Postautoverkehrs ist an sich erfreulich. In manchen Bezirken machen die Postautos aber den früher bestandenen Linien eine geradezu unlautere Konkurrenz. Die Fcrnsprech g e - bühren sind in Deutschland unverhältnismäßig höher als in anderen Ländern Der deutsche Fernsprechtarif ist heute dreimal bis sechsmal so hoch als vor dem Kriege. Eine weitere Einschränkung der Sonntagsbestellung muß abgelehnt werden. Die Reichspost darf nicht die Bahnen verlassen, die ihr der Generalpost- melfter Stephan gewiesen hat. Abg. Lucke (WirttchaftSpartei) wünscht technische Verbesserungen im Post- und Telegraphendienst. Die Automatisierung des Fern- prechwesens müßte mehr gefördert werden. Die Gebühren im Fernsprechwesen sind viel zu hoch, während das Briefporto nicht die Hn» kosten deckt. 2m Verwaltungsrat der Reichspost sollten auch die kleinen Fraktionen des Reichstags besser vertreten sein. Den Beamten muß ausreichende Bezahlung und ein angemessener Urlaub gewährt werden. Hochfchulnachrichten. Das Rheinland und seine Hochschulen. Anläßlich bet Immatrikulation an der Donner Untoerfität wies der Rektor auf die tausendjährige Zugehörigkeit der Rheinlande zum Deutschen Reiche hin und betonte, wenn sich das Rheinland jetzt in ähnlichen Verhältnissen be= ände wie zur Zeit Napoleons, so sei es für ihn ein besonderes Bedürfnis und seine besondere Pflicht, zu bekunden, daß man hier deutsch denke, deutsch fühle und deutsch bleibe. Mit Waffen aus Stahl und Eisen könne man indes diese Zugehörigkeit nicht mehr unterstützen, sondern mit den Waffen des Geistes, die zum größten Teil an den deutschen Hochschulen geschmiedet würden. Am Schlüsse seiner Ausführungen kam der Rektor auf das Verhalten zu sprechen, das die Studierenden grgenüber der Besatzung zu beobachten hätten und wies die Kritik zurück, die man im unbesetzten Deutschland am Verhalten der rheinischen Hochschulen übte. Ob und welche Rücksichten die rheinischen Hochschulen auf de Besatzung zu nehmen hätten, das zu beurteilen seien allein die Hochschulen des besetzten Gebietes in der Lage, nicht aber unverantwortliche Leute aus dem un= besetzten Gebiet, deren unüberlegtes Gerede den rheinischen Hochschulen höchstens zum Schaden gereiche. Aus aller Welt. Das Baden-Badener Schachturnier. Die zehnte Runde des internationalen Ächach- meisterturniers brachte folgendes Ergebnis' Dr. Treybal-Tschechoslowakei gewann eine spanische Partie gegen Te Kolste-Holland in 63 Zügen Thomas-England verlor gegen Aljechin-Frankreich in 53 Zügen. Rabinowitsch-Rußland gewann ein Damengambit gegen Tarrasch-Deutschland nach 60 Zügen. Sämisch-Deutschland gewann gegen Riemzowitsch-Dänemark in 50 Zügen. Spielmann- Oesterreich gewann ein Läuferspiel gegen Vates- England in 45 Zügen. Carl-Deutschland gewann eine englische Partie gegen Torre-Mexiko in 33 Zügen. Remis wurden die Partien Dogol- juboto-ilfratne gegen Rubinstein-Polen und Mar- shal-Amerika gegen Tartakower-Oest erreich. Abgebrochen wurde die Partie Mieses-Deutschland gegen Colle-Belgien. Spielfrei war Reti-Oester- reich. Hygicncausftellunq in Wien. Lei der feierlichen (Eröffnung der Hygiene- auc-ftdlung durch den Bundespräsidenten in Gegen- nrnrt der Spitzen der städlifchen Behörden, des deutschen Gesundren Pfeiffer und des sächsischen Staoisininisters R e ib I) o l b hielt nach der Begrüßung durch den Sektionschef Helly der Obmann des Ausstellnngs - Komitees, Oberbürgermeister B l ü h e r - Dresden eine Ansprache, in der er den Wunsch ausdrückte, daß das Unternehmen feinen Zweck, nämlich die F ö rd e r u n g der Gesundheitspflege und der deutschen Kultur, erfüllen möge. Bundeskanzler R a in c k würdigte die Ausstellung des Dresdner Museums „Der Mensch" und erklärte, daß bereits vor mehreren Jahrzehnten das deutsche Volkstum seinem steigenden Wohlstand einen Tribut in der Form jener bahnbrechenden Einrichtungen anferlegt habe, die von Staats wegen dec Gesundheit und dem Wohle der Bevölkerung gewidmet geniejen seien. Einer der beachtenswertesten und schönsten Teile der Hygieneausstellung verdankte diesem Umstande seine Entstehung und verpflichte Oesterreich zu innigstem Danke. Abends gab der Ge- andte Pfeiffer aus Anlaß der 'Ausstellung unter Anwesenheit von Vertretern aus Deutschland einen Empfang. Der Kongreß für innere Mission. Die erste Hauptversammlung des Kongresses für innere Mission hat folgende E n t- chließung angenommen: Der 41. Kongreß für innere Mission fordert im Anschluß an das Referat Prof. Dr. KirchsteinS-Dremen von der Reichsregierung im Hinblick auf die Ehenot und den daher drohenden Untergang unseres Dolles grundlegende umfassende Gesetze 1. zur Sicherung der christlichen Schule, 2. zum Schuhe der kinderreichen Familieir, 3. zur Erhaltung rein ländlicher Bevölkerung sind industriefreie Schutzbezirke zu schaffen. 4. zur Fernhaltung fremdländischer Einwanderung, um den Kindern des eigenen Volles Raum zu geben, 5. zur Besteuerung von Junggesellen und kinderlosen sowie kinderarmen Ehen bis zum zweiten lebenden Kinde einschließlich, 6. zur wirksamen Dekämp-- fung der Prostitution, sowie ?. des weite Kreise unseres Volkes immer mehr schädigenden Alkoholmißbrauches. In Sonderheit fordert sie sofortige Vorlegung des Schankstättengesetzentwurfes einschließlich des Gemeindebestimmungsrechtes. Jubiläum des preußischen Observatoriums Lindenberg. Das preußische Observa.orium in Lindenberg (Kreis Beeskow), das der Leitung des Geheun- rats Prof. Hergesell untersteht, hat am Dienstag die Feier seines 25jährigen Bestehens begangen. $u der außer zahlreichen deutschen Persönlichketten Vertreter der meteorologischen Institute von England, der skandinavischen Staaten, Holland und Rußland er» chienen waren. Die Festrede hielt Prof. Hergesell. der ausführlich die Entwicklung des Instituts schilderte. Weitere Ansprachen wurden gehalten von Kultusminister Becker, Verkehrsminister Kröhne und Dr. Eckener. Die Vertreter der ausländischen meteorologischen Institute würdigten in Ansprachen die Bedeutung des In- tituts, das als das bedeutendste der Welt gelte. Internationale Kunslgewerbeausslellung in Paris. In Anwesenheit des Präsidenten der Republik und der Mitglieder der Regierung sowie des diplomatischen Korps ist am Dienstagnachmittag die Internationale Kunstgewerbeausstellung eröffnet worden. Ausstellung „Licht und Jarbe*. Vom 1. Mai bis 24. Mai 1925 findet in Esse n ein Ausstellung „Li cht und Farbe" statt, für die namhafte Fachkreise seit langem ein in allen Einzelheiten vorbereitetes Programm ausgestellt haben. Die Ausstellung umfaßt die physikalische Erkenntnis des Lichtes, der Beleuchtung, des technisch-optischen Gebietes, der Photographie, das Licht in der Heilkunde und die Bedeutung der Farne in Kunst und Gewerbe. Anwetter in Italien. Aus Oberitalien werden verschiedene Schäden des Anwetters der letzten Tage gemeldet. Bei Verona ist ein schweres Wüter mit Hagel-- schlag niedergegangen. Bei Adine habenW i I d- bäche zahlreiche Verkehrsstörungen verursacht. Die Straße von Tolmein ist unterbrochen und in der Aähe davon eine Galerie infolge einer Lawine eingestürzt. In einem Bergdorf ist die Kirche cingestürzt und hat zwei Häuser in Trümmer verwandelt. Mehrere andere Häuser sind durch Regengüsse beschäd'gt worden und drohen ebenfalls einzustürzen. Bei Ancona hat gestern nachmittag ein heftiger Wollenbruch mit Hagelschlag schwere Flurschäden angerichtet. Aeberall ist die Temperatur bedeutend gefallen. Der Apennin ist bei Pistoja tief verschneit. Unfall bei einem Kidjtfcff. Im Garten eines Ausflugslokals in Johan - nisthal bei Stettin war ein neuer Musikpavillon errichtet worden. Beim R i ch t s e st, als der Polier gerade mit der Ansprache beginnen wollte, stürzte plötzlich das G e r ü ft zusom- m e n und begrub eine große Anzahl von Personen unter sich. Sechs Schwerverletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. Einige Leichtverletzte konnten nach Anlegung von Notverbönden ihre Wohnung aussuchen. (Ein Todesurteil. Das Schwurgericht G l o g a u hat den 23jiih- rigen Arbeiter Hermann edjrötcr aus Guhrau wegen vorsätzlichen Totschlages zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Schröter wird zur Last gelegt, am 21. Dezember den Re- oierförster Wecke ans Iitppendorf (Kreis Guhrau), der ihn beim Wildern an traf, erschossen zu haben. Der Anklagevertreter hatte wegen Mordes aus Todesstrafe plädiert. Mit der Familie in den Tod. In Lübeck wurden am Sonntagmorgei, der Arbeiter Lage, seine Fran und deren fünfjähriges Enkelkind tot im Bette ausgesunden. Wie fest- gestellt wurde, schraubte einer der Ehegatten den Berschliißstöpsel der Gasleitung ab, um durch Gasvergiftung aus dem Leben zu scheiden. Lage verlor bei einem Unglückssall beide Füße und neigte seitdem zur Schwermut. Das launische Glücksrad. Der Häusler P u s k a c z in Pretzburg , der gemeinsam mit seiner Geliebten seine Gattin ermordet hatte und deshalb zu lebenslänglichem Kerker verurteilt worden war, hat nach einer Meldung aus Prag in der K 1 a s f e n 1 o 11 e r i e den f) a u p 11 r e f f e r von 500 000 tschechischen Kronen gewonnen. Er beauftragte seinen Rechtsvertreter, das Geld für feinen 5jährigen Sohn in einer Bank zu hinterlegen. von einem Stier ausgespießt. Nach euer Meldung aus Augsburg wurde in Engishausen (Schwaben) wurde der dem Bayr. Bau Engishaufen (Schwaben der dem Bayer. Bauernbund angehörige Landtagsabgeordnete Steg- in a n n von einem wütenden Stier angefallen und mit den Hörnern aufgespießt. Mit ledens- gesährlichen Verletzungen wurde Stegmann ins Krankenhaus gebracht. Wettervoraussage. Vorwiegend wolkig, kühl, vereinzelt R.'gen- schauer. Der schnelle Durchgang des gestern morgen noch über Frankreich gelegenen Teil- tiefs durch unser Gebiet bewirkte allenthalben beträchtliche Riederschläge, die vor der Hand Nachlassen. Der Wirbel zieht nordöstlich, jedoch ist mit durchgreifender Aufbesserung noch nicht zu rechnen, da m seinem Rücken Randbildungen sich zeigen, die für morgen einen unbeständigen Witterungschar aller erwarten lasten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 29. April 1925. ** Die Mai-Mlcte in Hessen. Rach einer Dekannttnachung des hesfifchen Ministeriums für Arbeit unb Wirtschaft bleibt der für den Monat April festgesetzte Mietsah von 80 v. H. der Friedensmiete auch für den Monat Mai bestehen. * * Landes-Universität und Studentenwohnungen. Wie das Rektorat der Landes-Universität mitteilt, fehlen zur Zeit noch etwa 30 Wohnungen für Studierende. Es ist dringend notwendig, diesen Wohnungsbedarf schnellstens zu decken, da andernfalls Gefahr besteht, daß die bereits zugereisten Studenten unserer Universität wegen Mangel an Wohnung den Rücken kehren und damit auch dem Erwerbsleben in Gießen wieder verloren gehen. Drs Rektorat bittet, ihm durch Anmeldung von Zimmern bei der Behebung dieser Schwierigkeiten behilflich zu fein. " D i e formelle Gründung des Dolkshalle-Bereins E. D. wurde gestern in einer Bersammhung der AnteilscheinHvichner im Stadthaus Bergstraße vollzogen. Der Vorstand wurde in der am Freitag von uns berichteten Zusammensetzung bestätigt. Den Vorsitz führte Beig. Seib als Vertreter der Stadt, zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde vtadto. ch. W i n n bestimmt. Die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister beim Amtsgericht wird in den nächsten Tagen erfolgen. Mit dem Bau der Halle dürste ui den ersten Tagen der nächsten Woche begonnen werden. * * Der Straßenbahnbetrieb durch die Bahnhof st raße wird am 1. Mai ebenfalls wieder aufgenommen. * * Die staatliche Grundsteuer, die für bas Rj. 1924 veranlagt war, ist als vorläufige Zahlung aus die staatliche Grundsteuer für das Rechnungsjahr 1925 weiter zu entrichten. Näheres in der heutigen Bekanntmachung des Finanzamtes. * * Fortbildungsschulunterricht für Taubstumme. Das Kreisfchulamt Gießen teilt im neuesten Amtsverkündigungsblatt mit, daß auf Anregung aus den Taubstummenkreisen den Schulvorständen empfohlen wird, die aus der Taubstummenanstalt entlassenen, aber noch im fortbildungsschulpflichtigen Alter stehenden Taub» stummen, soweit als angängig, am Unterricht der Fortbildungsschule teilnehmen zu lassen. Der Besuch soll zunächst freiwillig sein. Wo gewerbliche Fortbildungsschulen bestehen, sind die taubstummen Schüler möglichst den Fachabteilungen ihres Gewerbes zuzuführen, wo sie von einzelnen Fächern, wie Zeichnen u. dgl., jedenfalls bemerkenswerte Vorteile erzielen können. Die Mädchen können mit Erfolg am Unterricht in den weiblichen Handarbeiten und der Hauswirtschaft teilnehmen. Darüber hinaus soll versuchsweise wöchentlich an einem Rachmittag in etwa zwei bis vier Stunden durch einen Taubstummcn- lehrer besonderer Unterridit erteilt werden. Der Unterricht soll in Gemeinden eingerichtet werden, in denen sich eine einigermaßen ausreichende Schülerzahl (etwa drei bis acht) aus den Orten der näheren Umgebung zusammenfindet. Das Landesamt für das Dildungswesen hat sich mit den ■ sttummenlehrern in Verbindung gesetzt und ausgebildete Taubftummenlehrer für den Unter. . eiDonncn. , Vogelsberger Höhen-Club. Die Iugendgruppen des Vogelsberger Höhen-Clubs (V. H. C.) batten auf dem Iugcndtag in Gelnhausen den Beschluß gefaßt, auf der Horchen- Hainer Höhe, wohin das Ehrenmal für die Gefallenen des V. H. C. kommt, ein Jugendheim mit Jugendherberge zu bauen. Der Gesamtverein hat sich hinter^ dieses Vorhaben gestellt, das nun in diesem oomnxer zur Verwirklichung kommen wird. Aufenthalts», Schlaf- und Waschräume für Jugendliche und eine Wohnung für den Herbergsleiter wird das Hein» ausnehmen, ein Schuppen zum Einstellen der Schneeschuhe usw., sowie ein Stall werden cm- gebaut. Die Jugendherberge wird der gesamten deutschen Jugend zugänglich fein. Führerausbildungen und mehrtägiges Gemeinschaftsleben sollen dort auf einsamer Höhe ermöglicht werden. Heber 70 Betten kommen zur Aufstellung. Es ist ein großzügiges, gemeinnütziges Al ater nehmen, das die Unterstützung aller Kreise verdient Eine Warenlotterie mit wertvollen Gewinnen, wie Opel--Auto, Zweizimmer-Einrichtung. Piano, Fuchswallach, zum Reiten und Fahren verwendbar, Fahrräder usw. soll das Unternehmen finarn zieren helfen. RDV. Einführung der Zugtele-- p ho nie. Wie die Reichszentrale für Deutsche Ve'kehlswerbung erfährt, find die Arbeiten soweit vorgeschritten, daß mit der ilebergabc dieser Einrichtung für den öffentlichen Verkehr noch im Lanfe.de s Juni gerechnet werden kann. Ebenso sind die 2[rbcUcn' für den Ausbau der Strecke Berlin-München in Angriff genommen worden, und man hofft, noch zur Deutschen Verkehrsausstellung in München die Teilstrecke München-Nürnberg in Betrieb nehmen zu können. Als Gebühren für die Ferngespräche vom fahrenden Zuge aus kommen die üblichen Fernsprechgebühren mit geringen Anf sch lägen in Frage. Sie werden jedoch so bemessen fein, daß weitesten Kreisen die Benutzung möglich sein wird. Da stündlich ungefähr 15 biS 20 Ferngespräche bzw. Telegramme «hgifcrttgt werden können, scheint die Wirtschaftlichkeit Der Zugtelephonie gewährleistet. c- Der Zirkus Straßburger, dessen hervorragende Leistungen wir gestern schon unseren Lesern zur Inaugenscheinnahme empfehlen konnten, hat sich mit seinen Darbietungen in der gefiriqcn zweiten Vorstellung ein neues An recht auf beste Anerkennung erworben. Die Taufende von Menschen, die grstern abend das weite Zelt mit den zwei Manegen wieder füllten, tarnen voll und ganz auf ihre Rechnung, wie der andauernd außerordentlich starke Beifall bewies. ’ Es ist nicht möglich, bei der großen Fülle des Gebotenen hi'r auf Einzelleistungen einzugehen, wir muffen uns daraus beschränken, festzu'stellen. daß dieses ZirkuSunternehmen nach jeder Richtung hin eine Gipfelleistung in Deutschland ist und daß sein Besuch in unserer Stadt als ein zirzensisches Ereignis angesehen werden muß. Wer sich einige Stunden guter und spannender Unterhaltung bereiten will, besuche diesen Zirkus. — Wiederaufnahme des Postüber- w e isu ng s ve r ke h rs mit Oesterreich. Am L Mai wird der Postüberweisungsverkehr mit dem Postsparkassen-Amt in Wien in beiden Richtungen wieder ausgenommen. Demgemäß können Postscheckkunden Beträge von ihrem Postscheckkonto bei dem Postsparkassen-Amt in Wien und umgekehrt die österreichischen Postscheckkunden Land. 1925. W hWta1 >n Uniotqj. Ä'*« “Ä n ^S bie. '"düng bc< s*,Abi! , .Wt ^nionb Lbend)ttkn ju, A,führte Stil; ? Motrtrtien ft 2Binn fc. ns m das sn, .m den nöiWttn wLÄ büritt begonnen ltl° 2-b.M-!, L V Dn- «*£ auibau t den .„-Mtv *€&* die reun f&nnjn "Säe’*" ijcfW.. «ein1 Lu!' g e^Äoch io »erden^huna tw « bi» KE * ier delk" c E" MM" »ütnabnic n m ' Darb'D Arbeu.^-^ xM Ä.» fttpS «"ÄÄ*- ’il' ;t " i0-MgeM E-l!' isch"^ Beträge auf Postscheckkonten in Deutschlanb überweisen. Die itebertocif ungen nach Oesterreich, zu denen die innerbeutschen PostüberweisungS- oorbrude zu verwenden sind, tonnen in LeichS- mart ober in öfter -ischer Währung (Schillinge und (Droschen) ausgestellt werden. Der Betrag der UcbertDcifungen ist nicht begrenzt. Die Gc- bühr beträgt für je 100 Reichsmark 5 Pfennig, mindestens 20 Pfennig. Mitteilungen für den Empfänger find auf dem Abschnitt der lieber- Weitungen nach Oesterreich zugelallen. >ornotizen. - LageSkalender für Mittwoch. Südwestdeutscher Radio klub: Restaurant Stralser Dersammlung — Der Manner-Turnverein hält seine Frühjahrs Mügiicderversammlung am nädifh ^nmolag im ftoufm. Dereinvhause ab. (S. Anzeige - Deutsch nationaler §anölung£ gehilfen'Derband. Die hiesige Ortsgruppe deS Bundes der ÄaufmannSiugcnb im Deutschnationalen Handlungsgehilfen • Berbanv verc Haltet am Donnerstag, 30. April, einen Bor agSabend. Der Dauiugendführcr D r a ck - Frankfurt a. M wird sprechen über da- Thema ..Bon Leipzig nach Heidelberg, der Weg der deutschen Kmismannsjugend". (Siehe heutige Anzeige.) Landkreis Gictzcn. " Arosten-Linden. 28. AprU. Der hiesige Gastwirt Ludwig Menge, einer der wenigen noch lebenden Kriegsteilnehmer von 1870/71. feiert mit seiner Ehefrau. Maria geb. Peppler, am nächsten Sonntag das Fest der goldenen H o ch 3^i t. Holzheim, 28. April. Die Wahlbe- teiligung beiberRe,chspräsibentenwabl war hier austerordentlich lebhaft. Bon 800 Dahlberechtigten gaben 752 ihre Stimme ab. Davon entfielen auf den Generalfeldmarschall von Hindenburg 642 Stimmen, auf Mar, 105 und 5 Stimmen waren ungültig. Einer hatte cS mit keinem verderben wollen und sowohl Hindenburg al- auch Marr als den gewünschten Kandidaten angezeichnet, die 4 anderen hatten sich |ür keinen entscheiden können. In D o r f - (Jü'l war die WahlbetOlligung ebenso lebhaft, dort entfielen auf Hindenburg 270, au* Marx 2 Stimmen. In Holzheim wurde am Montagabend zu Ehren des neuen Reichspräsidenten, unseres hochverehrten GeneralseldmarschallS von Hindenburg, ein Fackelzug eranftaltet, an dem sich die Kinder, die Jugend und alle vaterländischen Bereine beteiligten. Bach dem Durchzug durch das Dorf versammelte man sich zu einer kurzen Feierstunde am Kriegerdenkmal. Mit groster Begeisterung wurde von der Dersammlung. zu der sich die ganze Gemeinde eingesunden hatte, zum Anfang da' Deutschlandlied angeftimmi. Dann lang der G e fangverein Ha rmonie zwei schöne Lieder eine« vom deutschen Rhein und als zweites .Die Himmel rühmen deS Ewigen Ehre". Iwei Jünglinge deS Iungdeutschen Ordens trugen Gedichte vor über Deutschlands Schmach und Deutschlands Bot. Zu Ehren her Gefallenen wurde vom Vorsitzenden be£ KriegerDeceinS ein Kranz niebergclegi. woran sich das Lied schlof) ..Ich statt' einen Kameraden". Bier Jungfrauen fangen daraus mit klaren hellen Stimmen „Deutschland erwache". Der Vorsitzende de« Iungdeutschen OrdenS brachte daS mit grober ‘■Begeiferung aufgenommene Hoch auf den neuen Reichsvräs'tdentcn aus und die Gemeinde fang „Ich hab mich ergeben". In einer Ansprache toutucn bann zum Schiust die grosten Berdienste Hindenburgs als Retter des Baterlandes in 'chwerer Zeit gewürdigt und der Hoffnung Aus- brua verliehen, dast er als Reichspräsident auch ,ev' wieder in noch schwererer Zeit mit Gottes Hilsc unferm Volke ein Führer sein möge aus der Tiefe in die Hohe. Mit dem glaubenstrohigen Liede ..Ein' feste Burg ist unser Gott". daS mit groster Bewegung gesungen wurde, schlost Die Feier in würdiger Meise - Saasen. 29. April. Am heutigen Mittwoch kann unser Mitbürger IohS. Münch IV. >n lörperlicher und geifttger Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. Herr Münch gehörte 30 Jahre lang dein OrtSvorstand und Ortsgericht unserer Gemeinde an und hat sich große Der- öienftc um das Gemeindewohl erworben. Er erfreut sich wegen seiner vorzüglichen Charaktereigenschaften in seiner Heimatgemeinbe allgemein groster Beliebtheit. t Grünberg. 27. April. Am Samstagabend hielt der hiesige Dorschutzverein unter der Leitung seines Borsitzenden, Heinrich Schmidt II., seine diesjährige Hauptver- f ammlung in ber Gastwirtschaft von Witwe Repp ab. In bem Rechenschaftsbericht deS Rechners Karl Möller wird betont, dast man daS Jahr 1924 trotz des nur langsamen Ansteigens der Spartätigkeit als das Wiederausbau- jahr bezeichnen könne. Gegen Ende des IahreS 1924 haste ber Eingang von Spareinlagen besonders gute Fortschritte gemacht. Die Genossenschaft fei zur Aufwertung nJ)t verpflichte!, fit werde aber aus dem ihr verbleibenden Tc;mögen auS Hypotheken usw. den in Betracht kommenden Personen Gutschriften machen. Hieraul wurde die Bilanz genehmigt und dem Dorfrand Entlastung erteilt. Der Reingewinn wurde auf Vorschlag deS Vorstandes dcn Reservekonten gutgeschrieben. Zum AussichtSrat wurden die Herren ®g. D. HaaS, Wa11hieS und Z in st c r wic- dergewählt. Die Zahl der Mitglieder deS Vereins beläuft sich gegenwärtig auf 505. — Der Bienenzüchterverc n . Zweigverein Grün- berg. zu bem zwölf Ortschaften ber llmgcgcnb gehören, hielt hier leine Hauptversammlung ad. Rach dem Rechnungsbericht beliefen sich bie Einnahmen im obgelaufenen Vereinsjahr auf 375 Mk.. die Ausgaben auf 334 Ml., so dast ein Kassenbestand von 41 Mk. verbleibt. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 4 Mk. pro Jahr Unter anderem wurde beschlossen Äunfttoabcn für die DereinSmitalleder zu bestellen. GS wurde bellagt, hast für die WinterNUterung der Bienen kein Zucker mehr geliefert wird. Bei ber Vorstands- wähl wurden die Herren Schütz als erster. E t i e h l e r als zweiter Vorsitzender, K u rn p s als Rechner, Hcutzenröder als Schriftführer und A l b a ch als Beisitzer gewählt Kreis Friedberg Bad- Bauheim. 27. April Zur ReichSP^äsidentenwabl seien hier noch einige Zahlen mitgeteilt, da fic einmal ein Bild geben von bem überau- regen Interesse, das ber 2. Wahlgang un Gegenfan zum ersten gefunden hat. dann aber auch die g inzUch umge- schlagene ..Stimmung" deutlich widerspiegeln. Don den 5974 in bie Wählerliste einq.'trägeren Stimmberechtigten haben 4614 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, das ist mit rund 80 Prozent ein Mehr von 10 Prozent gegenüber der Wahl am 29. März Einzig durfte unsere Stadt im Verhältnis au ihrer Grobe dastehen mit der Zahl bei Wähler, die aut Grund von Stimm? 6c i neu wählten. Es lind 1418 gewesen gegenüber 264 beim 1. Wahlgang So kam es. dast in den 6 'Wahllokalen in der Stadtschule von 9—tz Ubr ununterbrochen ein äuherft leb Haller Derkehr und ein groster Andrang zur Wahlurne Herrichten. Es gab noch nicht mal eine ruhige Mittagsstunde, wie man lie sonst bei Wahlhandlungen gewohnt ist. Gerade in der Zeit von 12 2 Ubr erschienen die meisten Stimm- scheinwähler. Die Teilnehmer am Röntqenkongrest. die fast ohne Ausnahme sich mit Wahlscheinen ihrer Heimatbehorden versehrn hatten, kamen um diese Zeit nach Schlust ber wissenschaftlichen Vor- mittagssitzung aus bem Kurhause und mufften vor Beginn der Bachmittagssihungen ihrer Wahlpflicht genügen. Und wie war das Ergebnis? Vorweg sei getagt Es brachte dem Bollsblock. der am Bachmittag mit Reichsbannerautos und Reichsbannerkapellen noch in echt „amerikanischer" Weise zu werben suchte, aut jeden Fall eine Enttäuschung, die auch nicht abgeschwächt werden fr n durch die Entschuldigung, die 1418 Wähler hi Stimmscheinen (Kongresftcilnehmer unb Äur- gäiie) hätten das Bild zugunsten des Reichsblocks verwischt, eine Annahme, die nur zu einem Trugschluß geführt hat 'Denn es ist ganz gc- wih, dast unter den dtimmfcbctnlcuten sich auch Anhänger der Kandidatur Marx in gröberer Zahl befunben haben. Die 6032 insgesamt abgegebenen Stimmen verteilen sich wie folgt: Hindenburg 3415 (am 29. März 1946. allo Zunahme 1469). Marr 2444 (am 29. März 2143. Zunahme 301). Thälmann 134 (1271. zersplittert 2. ungültig 37. Es ist anzunehmen. hast die 10 Proz. Wähler, bte am 29. März der Wahlurne fern blieben, fast restlos für Hindenburg bestimmt haben. Mit ber republikanischen Mehr!) auf die brr DollS- block hier immer trumpfte, ist allo nach bem Ergebnis ber heutigen Wahl zunächst nichts tnehr. Mrcid Alsfeld. H AIsseld, 28. April. Gestern fand dahrcr die erste dirsjährige Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr statt. z>'. der auch das Kreisamt und die Stadtverwaltung eingeladen waren. Don feilen des KreiScunts war Rcgierungsrat S t r a ck erschienen. Bach Alann der Feuersirene auf bem Turin sand ein Branb- angriff im sog. Grubengarten statt. Alsdamr folgte ein Gerateexerzieren auf bem Marktplatz. Bach Beendigung der Hebung rückte bie Wehr unter Doranlritl ber schneibigen Feuerwehrkapelle auf den Lindenplatz. woselbst Dorführungen von Feuerlofchapparaten ftattfa den. In der sich an- schliehenden Generalversammlung wurden die seitherigen Ehargen wieder gewählt. Man muh dem benötigen ftommarbo unterer Freiw. Feuerwehr unter Leitung fcineS unermüdlichen Kommandanten Ludwig Martin da- Zeugnis auSstellen. dah bie Wehr unter seiner L.itung einen erfreulichen Auffchwung genommen hat unb bei der ?r(trigen Hebung Lneder einen vorzülichen Gin- nid machte. Die Stärke bet Wehr beträgt zur Zeit etwa 200 Mann. ' Renzendorf. 28. April Bei der Reichspräiidentenwahl wurde der Gene» ralfeldmarschaU von chindenburq in unserer Gemeind.' einstimmig gewählt. Mrcie Lauterbach. . Lauterbach, 28. April. Die Erstehung einer K r i e g e r g e dä ch t n i S st ät t e für die im Weltkriege Gefallenen ist nunmehr auch in hiesiger Stadt in greifbare Bähe gerückt. Heute wurde der erste Spatenstich im Beisein deS Denlmalsausschusses unb des StadtvorstandeS vollzogen Bürgermeister Walz. Dekan Müller unb Ärciebiccltor Michel hielten kurze Ansprachen, wahrend Regierungsbaurat P f e i s - f e r. welcher b:n Entwurf der ganzen Anlage lieferte, über den Werdegang unb bk Ausstattung des DenlmolS die erforderllchen Erklärung .n gab. Geplant ist eine Gedächtnishalle mit geschmackvollen Vaumanlagen aus den beiden unteren, nach der Stadt zu gelegenen Quartieren des altes Friedhofs. Die Erstehung soll so gc- fnrbcrt wetwen. bah btt Einweihung 3 dieses Jahres erfolgen kann. Stftrfcnüurn unb f>l,.)cinl)cücn. 3arm ft abt. 28. April. Die Odenwald-Kraftwagen - Verkehrs - A-G. eröffnete die Linie Eberbach- Wablen Ajfolter- bad> und zurück, sowie bie Linie Wahlen—Hammel bach Weschnitz unb zurück. Der Verkehr auf Meter Ltnic wird bis zum 15 Mai nur Dienstags. Donnerstags und Freitags durchgeführt. ab 16. Mai täglich Bach bem Genust einer Suppe, die aui Haserflockc-n bestand, c r - kraulte am Freitag wa ' aus Mann. Frau unb einem !4jährigen Sohn bestehetrde Familie unter Dergistungserfcheinun- g c n. Der Mann ist inzwischen g e st erben. Wie es beißt, sollen bie Haferslocken etwa zwei Iabte alt und bei bem HauSputz wieder zum Vorschein gekommen lein. Die Feststellungen über die Ursache bev ©rlranhnig sind noch nicht abgeschlossen. Die Frau und bev Sohn, bie nicht viel von ber Suppe gegessen hatten, befinden lieb auf bem Wege ber Besserung In Artz e i i g e n zeigten sich bei ber Präsidentenwahl viele OrtSeinwohner sehr wahl- unlusti g. Manche Sozialbemokraten konnten durch ihre Parteigenossen nur überrebet werben zur Wahl zu gehen unb Marc zu wählen durch den Hinweis auf die Tatsache, dast seinerzeit das (Zentrum für Eberl eingetreten sei. Don den Demokraten beteiligte sich eine ganze Reihe nicht an ber Wohl, nach ihrer Erklärung, weil Marr Katholik sei. Zwisch?n Dabeithausen unb Zclltzoulen [am ei mit zwei Personen aus Darmstadt besetzte» Motorrad einem Di ersuhr- toc r t z»t nahe, stiest gegen die Deichsel unb üb rschlug sich Die beiden Fahrer blieben beu .sttlos liegen, ft? wurden nach Darmstadt ins ftäbl. Krankenhaus gebracht. Der eine hat ei.. Scbäbelbrud) erlitten, der andere trug lc; -it Detletzungen davon bircis -rSctzlar. G Krofdorf, 28. April. Der bicfige Turnverein (D. T.) plant, eine eigene Turnhalle zu errichten. Der Bauplatz ist zum Tetl von einem alten Turnvcreinsmitglied in banlenswertet Weise zur Derfügung gestellt worden, während ber fehlende Teil käuflich dazu kommt. Für den Dau sind vorgesehen: ein groster Saal, Wirtschaft mit Wohnung und verschiedene Räume (Vorstandszimmer usw ). Hm das nötige Daukapital aufzubringen, find Anteilscheine in Höhe von 5 Mk. vorgesehen: ferner hofft man, verschiedene freiwillige Spenden zu erhallen. Hoffentlich geht das Werk bald feiner Vollendung entgegen, damit auch dem Turnverein ein gröberer Raum zur Verfügung steht. An der Bürgerschaft liegt es nun. durch den Erwerb von Anteilscheinen an dem Unternehmen rege mitzu» helfen. rL Dollar, 28. Apoll Dte Schad., d»e das Hochwasser im Laufe dos vorig. Jahres an den Elfern der Lahn anaendx, hat. werden nun wieder auÄgcbcHert 2v\ Kubikmeter Bruchsteine unb viele Wagen voll Steinbruchschutt find an die Lahn gefahren wvc- den. Hier wird da» Staienal in grvste Kahn, aclaben unb so an bie beschädigten Stellen g» bracht Die Waslerbauarbeiter werden noch lang, zu tun haben, bis bte iHcm wieder bdeftigt sind Hoffentlich halten sie , n lange, denn nach Hochwaller lehnen wir ur.S bald nicht wiede, Hcsscn-Nanau. fpb. Frankfurt a. M, 28. April 3w Monat A p r i l kamen im Polizeibezirl Frankfurt a. M. 1872 Ucbertretunaen unb 103 Verbrechen und Vergehen zur Anzeige Austerdcm wurden oorgelcgt 116 Fundan.z,'igen 36 Anzeigen über Leichenfachen, 26 Vermissten- anzeigen. 42 Brandanzeigen und 337 Unfallanzeigen Vorläufig fest genommen unb nach Klärung des Tatbestandes w.eder entlassen wurden 122 Personen unb endgültig feftgenommen 648 Personen. Der achtzehntahrige Schlosser Heinz W i 11 m a n n , der vor einigen Tagen abends im Stadtwald von einem Mann angeschofsen wurde, ist feinen Verletzungen im Ollen bacher Krankenltause erlegen. Inzwischen konnte der Tätcv ermittelt werden. Es handelt vch um den 40jährigen Lev Stapf aus 2Lit Isenburg, der sich schon seit langem einen Sport daraus machte, im Stadtwalde Liebespärchen auf- zufpüren Der Tater soll geistig nicht ganz normal sein. ®r schost, als er in die Bähe der Paares kam. aus den jungen Mann und verletzte diese., schwer am Unterleib. Das Mädch.n floh nach Hause. Der Verletzte schleppte fich mühsam nach Hause, wo er erst nach mehreren Stunden cintraf. Man brachte ihn sosvrt nach dem Krankenhause, wo er aber bald verstarb Der Täter wurde verhastet. — Aus dem Gelände der Siedlungsgenossenschaft im Stadtteil Rödelheim geriet der achtzehnjährige Hilfsarbeiter Jakob Schiller unter den An bänger eine« Lastkraftwagen«. Dir Räder gingen dem jungen Manne über den Kopf, sh dast der Tod aus der Stelle eintrat Der junge Mann war ber einzige Ernähre, seiner Mutier. fpb. Königstein. 28. April. Die Unter luchung in her Mordfache, ber der Besitzer bet einsam im Walde belcgencn Gasthauses .Huber t u »“ bei Rcuenhain zum Opfer fiel, ergab, dost ein Raubmord nicht in Fraae kommt, vermut bd) handelt c-> sich um einen Racheakt. Der Täte, hat feinem Opfer durch zwei auf den Hlnterkvpf ge führte wuchtige Hammerfchläge ein rasches Endc bereitet. Der Mord must, wir sich jetzt ergeben Hai. ichon mehrere Tage zurückliegen. Der Ermordete wurde bei der Bereit ng seines 21DcnMk:’' übet rajcht, denn in feiner Hand hielt er noch bie Brat Pfanne mit einigen Giern. Don dem Täter fehlt bk- zi r Stunde noch jede Spur. Kirche und Schule. Pfarrkonfercnz des Dekanats Schotten D. Schotten. 27. April. Unter bem 'Dorsch von Dekan D o l p - Laubach versammelten sich heute die Pfarrer beS Kreises Schotten zu einer Konferenz, in beten Mittelpunkt ein Dortrag von Pfarrer ‘Brieglcb-Boben- Hausen über bie „Ausgrabungen in Aegypten und Tut-ench Anurn stand. Hinsichtlich der Dor- kommnifse bei her ReichSpräsidenten- wahl beschlost die Konferenz, mit einer Grit ä r u n g solgenden Worllaut« an die Oessent- lichkeit zu treten: .Die heute in ber Kreisstadt Schotten tagende Pfarrkonferenz deSDe- ianats Schotten nimmt mit De dauern Kenntnis von der Tätigkeit De# hessischen Politikers und evangelischen Pfarrers Korell von Bieder-Ingelheim, der sich in ber Wahlagitation mit seiner ganzen Person für ben ZentrumSfüh- rer und Ultramontanen Marx eingesetzt hat Auch um deS gesunden evangelischen Dewuhtseins ihrer Gemeindegliedcr willen fühlt sich die Psarrerschast des DogelbergS durch das Verhalten des Herrn Pfarrer Korell aufs tiefste gekränkt, da es nicht geeignet erscheint, dein Wohle und der Einheit der evangelischen Kirche Hessens zu bienen.“ Gsi-rank und Nahrunq zuqleich. erst, K.UDI Aaaa/wvw* E,in fdunuckes Heim fo hllblh rat Id, felb/l u. ein wahres Sduifc- kaftkrtn tnulkhen ramOfenlebens thenke id> dir. liebe Hausfrau. 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April abends 9 Uhr Herren-Abend int Bootshaus. raukfnrter Str. 23 W Ter heutigen Gesamtauslage liegt ein Prosvett der Fa. Carl ^renSdorf. Gies,en, bei. Areitag, 1. Mai, Monats- Dersammlung bei Hopseld. Sonntag, 3. Mai, Familien Wanderung: Giegett—^vllarer Kovs—Badenbnrg— Gteken. Abniarsd) 9 Uhr: TorhauS Wallt or. 4-«*.c d. I. wieder aufgenommen. Der diesem Zeitpunkt geltende Fahrplan au? ent Anzeigenteil ersichtlich. «Liehen, den 27. April 1925. Die Direktion der Straßenbahn. velanntmachung. Der Betrieb der Straßenbahnlinie durch die Bahnhofstraße wird am 1. Mai Todes-Anzeige. Am 28.d. Mts.entschlief sanft und unerwartet nach langem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegerva'ei, Schwager u. Großvater Herr Glascrnieister Johann Konrad Spies im 70. Lebensjahre. Im Namen der tränenden Hinterbliebenen; Berta Spies. Lang-Göns, den 29. April 1925. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 30. April 1925, nachmittags 2 Uhr statt. Lehrling Sohu anständiger Gltern, welcher das Messerschmiede- und Schleisereigewerbe erlernen iuifi. ge- Pianohaus August Förster Gießen, Bahnhofstraße 65b Todes-Anzeige. Am 27. April starb an den Folgen eines Unfalles mein lieber Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, mein herzensguter, treuer Sohn, unser liebe; Bruder, Schwager, Onkel und Pate Herr Ludwig Braun III. Landwirt im 45. Lebensjahre. MmH 2 P §., Biertakt.zwei Gänge n. Kickstarter, preiswert zu ver- tag Altais nur gegenüber der Dngelapvtheke. vett- und Leibwäsche aus Teilzahlungen. Waichesabrlk und Großhandlung Itefcr, an Private zu günstigen Preisen und gegen angenehme Teilzahlungen, Bett-,Leib-u.Ausfteuer-Wäsche Bestellungen werben durch meinen die nächsten Tage dort anwesenden Vertreter ausgenommen. Streng nskrek, la Re« ierenzen. Schriftliche ugebote unter 43881J an den Giehener ;zeiger erbeten. In lielem Schmerz: Familie Ludwig Braun III. Familie Wilhelm Braun Familie Heinrich Lemmer Familie Heinrich Zecher XI. Ww. B Staufenberg, den 28. April 1925. ■ Die Beerdigung findet Donnerstag, nachm. 3*Uhr statt. 8, " nun Beß. MWkii i. kleinen Hauöb. für sofort ges. Solches soll mit d. Hausfrau alle uorfomm. Arb verrichteii u. ist dem« selber, gleichzeitig Gelegenb. gegeben. daS Kochen au erl. FüniNienanschluk KWis! g e i u ch t. StUriitl. Angebote unter 03743 an den Gies;. Anz. erbeten. Junger, tüchtiger WUeiiiatet längere Jahre Abteilungsleiter bei Grosz« bank, sucht Stellung in Handel oder Industrie. Schriftliche Angebote unter 03583 an den Eichener Anzeiger erbeten. Kukir^Sege sie schön? Das heißt: Betreiben Sie systematische Fußpflege ? Hierzu gehören- 1 Packung Kukkol-Fußbad, 1 Dose / Kukirol-Streupuder und 1 Schachtel Kukirol-Hühner- * augen-Pflaster. j Mit diesen drei Präparaten, die zusammen nur 2 Mark Xti kosten, können Sic eine richtiggehende Kuklrol-Fußpflcgc- < Kur durchführen. ’ Ist Ihnen die Gesundheit Ihrer Füße diese Ausgabe nicht wert? 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Schilling Gießen, Frankfurter Strane 23. nne^ Scpragc^ Milche"^ Seite mus und ihren ouß- , irr dem gewaltl cinhalb 3ay Wochthaber verflossenen ihre Macht diezur-2ln° die während Gebieten der das Ansehe geschädigt^ ben entstehe heil allein 1 tung des ß sichen Mll zugute tom bürgerliche ffaltung des dcs Landes seinerzeit di geschickte Pll bolijskiS, der fchen Stadt u daß das ganz lich gegenübc Das größere erreichte eine lose und gew des Landes urteilt sah. verschwand und im Pc seinen Aus! Aegierung Jahre 1923 Vorschlägen men der 0 Wohl g in stiller Zu Hintansehun, schlag vorzu lijsfls ein C Monaten zei Wille zur ak Herstellung d teiligten nich Äie Einheit!! deren ZusM? Ichast im toah waren doch ii Wä s mWm 60 mit tznM dmrechM Geltung zu sireiligleile einzelnen l Wh toari in der Rc ..Dunokrati schmelzung Parteien, ur Demlroten anhong die ganze natioi Nen ihres an die M gesetzt, ohne 4vld, . Das h M Du ti sucht nach i ne cs Dl miserables gestimmt lvu Nr. 99 Zweiter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 29. April (925 Die kommunistische Gefahr in Bulgarien. Don R. Lasiere Rack off Der vor einigen Lagen gemeldete räuberische Lledersall aus den König, das Domdenattentat in her Sofioter Kathedrale und die in letzter •ßeit sich häufenden politischen Morde in Bulgarien. denen vor einigen Wochen in Sofia auch Atoci Mitglieder deS Parlamente. Mtteff oon der Regierungspartei, und der Kommunist Stra- schimirolf, -um Opfer fielen, werfen ein grelles Licht auf die Zerrüttung, die feil Kriegsende dem inneren politischen Leben des Landes ihr Gepräge gibt und nun in dem -ähen Kampf -wischen den bürgerlichen Parteien auf bei einen Seite und den Anhängern deS Agrarbollchewis- muS und des Kommunismus auf der andern ihren äußerlichen Ausdruck findet • Das Erbe, das die Regierung Zankosf nach dem gewaltsamen Stur-e StamboliiltiS vor eineinhalb Jahren antrat, (teilte die gegenwärtigen Machthaber vor Aufgaben, die in der seither verflossenen Zeit gänzlich zu bewältigen weder ihre OKad>t imstande war. noch die Methoden, die -ur Anwendung kamen. Die Korrumpierung, die während deS Regimes StambolijfkiS auf allen Gebieten des Staatslebens um sich gegriffen und das Ansehen der Autorllät deS Gesetzes schwer geschädigt hatte, lieh in Bauernkreisen den ©tauben entstehen, daß ihre -ahlenmähige lieber! egen- beit allein genüge, die Gesetzgebung, die Derwal- tung des Landes und die Verwendung der ftaat- Uchen Mittel nach eigenem, nur dem Dorfe Augute kommenden Ermessen einzurichten. Der bürgerliche Lei! des Volkes müsse von der Gestaltung des politifchen und wirtschasUichen Lebens -deS Landes auSgeschaltet fein. Bekräftigt wurde seinerzeit dieser Jrrtum durch eine nicht ungeschickte Propagandaarbeit der Regierung StambolijfkiS. der eS auch gelang, die Gegensätze -wischen Stadt und Land in einer Weise zuzuspitzen, daß daS ganze Volk in zwei sich fremd und feind- lid) gegenüberstehende Lager g"' 'alten wurde. Da« gröbere von ihnen, der (Bv der Bauern, erreichte eine absolute Macht, gcgc . deren kulturlose und gewalttätige Uebergriffe die Intelligenz des Landes zur völligen Machtlosigkeit sich verurteilt sah. Der Begriff der Volksgemeinschaft verschwand gänzlich aus dem politischen Leben, und im Parlament fand dieser Zustand darin seinen Ausdruck, dab den 230 Stimmen, die die Regierung Stambolijskis nach den Wahlen im Jahre 1923 in allen ihren verfassungswidrigen. Vorschlägen unterstützten, insgesamt nur 14 Stimmen der Opposition gegenüberstanden. Wohl gelang eS den bürgerlichen Parteien in stiller Zusammenarbeit und unter zeitweiliger Hintansetzung aller Parteiunterschiede den Anschlag vorzubereiten, der der Diktatur Stambolijskis ein Ende setzte. Aber schon in den ersten Monaten zeigte e« sich, dass die Einigkeit und der Wille zur aktiven Mitarbeit aller an der □Bicber- berfttilung der verfassungSmäbigen Ordnung Beteiligten nicht von längerem Bestand sein werde. Die Cinheltlichkeit der neuen Regierung Zankosf. deren Zusammensetzung anfangs eineDolksgemcin- schaft im wahren Sinne des Wortes bedeutete — waren doch in der Regierung ausnahmslos alle bürgerlichen Parteien, zu denen auch noch bie gemäßigten Sozialisten traten, vertreten — und die mit Enthusiasmus an die Aufgabe heranging, dem rechtsstaatlichen Gedanken im Lande wieder Geltung zu verschaffen, wurde durch Kompetenz- ftreitigiciten und Eifersüchteleien zwischen den einzelnen Parteien untergraben. Der Zusammen- schl'.lst ward erschüttert und zum Schluß verblieben in der Regierung nur noch die Anhänger der ..Demokratischen Einheit", einer restlosen Verschmelzung der Rarodnjaken- und Progressisten- parteien, und die parlamentarischen Vertreter der Demokraten- und Radikalenpartei. Der Provinzanhang dieser beiden letzten Parteien und die ganze nationalliberale Partei — von Stambolijski wegen ihres Anschlusses während des Wellkrieges an die Mittelmächte heftigen Verfolgungen ausgesetzt. ohne jedoch an Boden in der Bevölkerung zu verlieren — standen außerhalb derRegierungs- gierungskoalllton, und die Position der Regierung verlor die Festigkeit. die ihr den entscheidenden Lieg über die Schwierigkeiten innerpolitischcr Ratur, die auf den Plan traten, gesichert haben würde Der Umstand, daß die Wege der am Umsturz beteiligten bürgerlichen Parteien ausein- anbergingen, ermutigte -um Widerstand der immer noch sehr zahlreichen Dauernbündler, die nunmehr im Verein mit den Kommunisten da« gegenwärtige Kabinett öanfoff stürzen und an feiner Stelle eine bolschewistische Regierung einzu- setzen sich bcftrebeir Die kommunistische Bewegung in Bulgarien, die bei einem normalen Gange der Entwicklung des Landes keinen Boden fassen könnte, nd) dem verlorenen Kriege aber, insbesondere it dem Sturze Stamboliilkis eine ständige Gefährdung de« inneren Friedens bildet und dadurch auch die wirtschaftliche und die außerpolitische S^llung de« Landes erschwert, ist im Grunde nur als eine Etappe auf dem Dege der von Sowjetrußland angeflrelten Bolschewisierung des Balkan« zu werten. Da« Moment, das Bulgarien als Stelle deS geringsten Widerstandes gegen Sowjetruß- landÄ Plan kennzeichnet und eine Entwicklung der Dinge nach dieser Richtung begünstigt, ist die zunehmende innere Zermürbung des Landes, die ihrerseits eine natürliche Folge der ungeheuren Anspannung deS Kriege«, des unerbittlichen wirtschaftlichen Drucks und der Zersplitterung der vor- kriegszeitlichen Parteieinigkeit ist. So kommt es, daß die Tätigkeit der Kommunisten in Bulgarien, die bisher lediglich auf die Ausbeutung ihrer Stellungen als bezahlte Agenten Moskaus bedacht waren, sich in letzter Zeit nicht mehr auf die Mittel der Verhetzung und der Wühlarbeit beschränkt. Vielmehr sind die in den letzten Monaten sich mehrenden Anschläge der treibenden Elemente d s Kommunistenlagers ein Vorzeichen dafür, daß mit dem kommenden Frühling die Fälle von individuellen Ausschreitungen. Heber- fälle an staatlichen Institutionen und Beamten immer schärfere Formen annehmen werden. Inwieweit die im bereits erlassenen Gesetze zum Schuh der bestehenden Staatsordnung enthaltenen Bestimmungen und die neuen, seitens der Regierung angefünbiflten Maßnahmen ihren Zweck erfüllen werden, bleibt abzuwarten Die oppositionellen Parteien vertreten die Ansicht, daß nur eine Umbildung des Kabinetts auf breitester Basis die aktive Mitarbeit der gesamten Ration für eine wirksame Abwehr der bestehenden und immer anwachsen den Gefahr im Lande herbeiführen könnte Ob und mit welch'm Erfolg diese Ansicht, der di' Regierung Kankofs vorläufig sich verschließt, sich durchsetzen mag. wird die nächste Gestaltung der Dinge im Lande zeigen. Die Teuerung und der gewaltige Steuer- druck, hervorgerusen durch die die Zahlungskraft des Landes stark überschätzenden Reparationsforderungen. denen Bulgarien bisher regelmäßig nachgekommen ist. hat die Lebenshaltung weitester Kreise der Bevölkerung in« Angemessene erschwert. Auch der festgelegte und demnächst durchzusüh- renbe Abbau einiger, tausend Beamten — eine Maßnahme, die neben dem Vorteil, daß sie für den überbürdeten Staatshaushalt eine gewisse Entlastung bedeutet, auch bie Schattenseite zeitigen muß, daß der Hn^uf nebenbei! neue Rahrung zugeführt wird — stellt die Regierung vor eine neue Schwierigkeit. Andererseits bilden die Schwierigkeiten, die Der Regierung aus der Versorgung der aus Mazedonien und Thrazien vertriebenen sünfhunderttausend mittellosen Flüchtlinge entstehen, und die andauernde unfreundliche Haltung der nachbarlichen Siegerstaaten — insbesondere Griechenlands und Jugoslawiens — weitere Hemmungen für die Beruhigung des Landes und die Rormalisierung der innenpolitischen Lage. Es ist der Regierung Zankosf, bie unter den geschilderten Umständen einen überaus schwierigen Kampf nach mehreren Fronten zu bestehen hat, bisher in vollem Verantwortungsgefühl gelungen, der Untergrabung des Staates durch den Kommunismus Einhalt zu gebieten: die bereits einmal zutage getretene Einmütigkeit der Parteien, durch die allein die Riederwersuna des großangelegten Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach Endspiel Nr. «. Schwarz: Die obige Stellung bildet ein höchst charakteristisches Beispiel zur Behandlung des Endspiels Dame gegen Turm 8 7 6 5 3 4 2 b h h 8 7 6 5 4 3 2 d c Weiß: d e k Schwarz am Zuge macht Remis. Weiß: 2 Steine. Kf2, D14. Schwarz: 2 Steine. Kh3, Tg3 1. Tg8-g2+. 2. Kfl (falls 2. Kf3 1o 2. . ., Tf24-, 3. Kf2; patt.». lgl + , 3. Kf2, (falls 3. Kgl:, patt:), Tg2+ 1. Kc3, 1g3-f- ufw. Der weiße König kann dem ewigen Schach nicht entgehen, denn so wie er die 4 - Linie betritt, folgt Tg4 mit Damen- Verlust. Aus der Lchachwelt. R. Röti spielte vor seiner Heimreise von Argentinien nach Wien im Automovelklub zu Sao Paulo am 7. Februar 1925 29 Partien ohne Ansicht des Brettes, wovon er 20 Partien gewann. agrarkommunistischen Aufstandes im September 1923 möglich wurde, war ein Prüfstein für die politische Reise und daS staatliche Selbstbewußtsein des besonnenen Telle« der Bevölkerung Stete Wachsamkeit und eine erhöhte Bereitschaft gegen die Minierarbeit Sowjetrußlands sind die Ausgaben, vor die auch heute Regierung und Volk in Bulgarien gestellt sind, und die sie im Interesse nicht nur der inneren Befriedigung deS eigenen Landes, sondern auch der Erhaltung des Friedens auf dem ganzen Balkan zu lösen bemüht sind. Es geht um bie Abwendung einer Gefahr, die obwohl nur eine Zeiterscheinung, weil auf äußere Umstände begründet, die der Veränderung unterliegen und schließlich von der Entwicklung selbst beseitigt werden -, von verhängnisvollen Folgen für die StaatSeristenz Bulgarien« werden könnte: das derzeitige Verhältnis zwischen Sieger und Besiegten auf dem Balkan ist ein derartiges, daß Bulgarien im Augenblicke höchster Gefahr auf keine äußere Hilfe rechnen kann, dagegen aber viele Gründe hat, die Interventionsfreudigkeit der Rachbarn, denen ein Umsichgreifen größerer Unruhen in Bulgarien willkommen wäre, zu fürchten. Die Reichsbahn A. G. Schon seit einigen Wochen gehen in polt- tischen Kreisen allerlei beunruhigende Gerüchte um über eine Krise, bie sich bet der Reichsbahn entwickeln soll. Im Bereiche des Herrn O e s e r aber schweigt man sich nach guter, alter bürokratischer Sitte grundsätzlich aus und überläßt es den beteiligten Kreisen, an den Geheimnissen solange herumzurätseln, bis sie selbst eine befriedigende Lösung gefunden haben. Das 7 renu» machte und nur 2 verlor Mrt dieser Glanzleistung hat Röti den Aliechmichen Rekord «welcher MannlHd) in Paris 28 Blindpartien spielte! Überboten Der diesjährige Kongreß des „Mlltelrheini- schen Schachbundes' beginnt Ende Mai Zum Mellterschaf töt urnier werden 8 Spieler zugelassen. Problem Nr. 9. Bon Frrh Präger in 'Frankfurt a M Schwarz: a b c d e f g h 2 • 2 8 3 a b c d e f g 11 Weiß: Matt in drei Zügen. Weiß: 5 Steine. Kd3, Tel, Tf7, Lj8, Bc4. Schwarz: 3 Steine. Kd6, Bc6, Beo. Lösung des Problems Rr. 8. 1. De3 - c2!, Bc5: 2. Dd3 + 4-, 1....., Kc5: 2 De5++. 1......e4 2. Dh5++. 1....., Sc4, e4, bl ufw.. 2. Dc4+-r. ist natürlich ein Unfug. Die ReichSeisenbahn lai nur gewinnen, wenn sie sich mit der Wirtfcha verbunden lühlt und infolgedessen auch mit ofs. non Karten spielt. DieS ganze Verhalten ist ui so auffallender, alS der neue Generaldirektt Oeser in den ersten Monaten feiner Tätigte um das Vertrauen der Presse geradezu gcrnoi ben und ihr zugesagt hat. daß er mit ihr zu sammengehen wolle. Bei der ersten Probe abe die auf dies Drempel gemacht werden soll, ve sagt die Reichsbahn. Sie kann sich freilich so mell darauf berufen, daß Herr Oeser z u r Ze i auf Urlaub ist. aber gerade die Tatsaö dieses Urlaubs ist ja der Drehpunkt der ganv Kombinationen. Wenn man heute noch von Kombinationc reden kann. Wahrscheinlich handelt eS sich u sehr viel mehr. Ausfällig bleibt jedenfalls, d< Herr Oeser, nachdem die Umorganisation d Eisenbahn gerade abgeschlosien war. einen zw monatlichen Urlaub antrat im unmittelbaren A schluß an eine Sitzung de« AufsichtSratS, wo, er heftige Auseinandersetzungen über die f in a zie11en Grundlagen der Dahn und "ül Die Haltung des Generaldirektors g?g’nüber d< wilden Streiks stattgefunden haben. Roch au fälliger wird dieser Urlaub dadurch, daß d beiden berufenen Vertreter des Den raldirektors nicht mit seiner Stellvertretung b auftragt wurden: der eine von ihnen fuhr viel mehr am selben Tage c ben । a 116 in Urlaub nach Kissingen, der andere wurde übergangen und an Stelle deS Herrn Oeser übernahm der frühere Staatssekretär ©tiefer, der als Vertreter der Reparationsgläubiger dem Der- waltungSkörper angehört, die Leitung deS ganzen Unternehmens. Das kann nur heißen, daß Die Drechselbank deS „letzten Ritter«". Kaiser Maximilian I., der .letzte Rllter", hat, Gnädiges Fräulein, sehr geehrter Herr! 75 Häuser von mir entfernt halten Sie täglich Ihre Siegmund- und Sieglindenprobe ab. Gestatten Sie mir gütigst dazu eine Bemerkung. Man kann die „Walküre" auch fingen, ohne das die -1/, Kilometer weiter hausenden, Richard Wagner kennenden Anwohner mit Schmerzen konstatieren müssen, wie wenig Eie beide tn die Geheimnisse des Ribelungen-Ringes cinge- drungen sind. UebrigenS hat auch Ihr Begleiter vom Klavierspiel keinen Schimmer. Ich spreche daher im Tiamon vieler, wenn ich Sie bitte, bet Ihrem vierstündigen musikdramatischen Versuchen, die Fensterflügel zu schließen. Teurer Freund von nebenan! Glaubst Du, Deine melancholische Srllärung, daß „Wien die Stadt Deiner Träume ist", ober daß Du „mal wieder in Ginzing" fein möchtest, wie Du allabendlich mit Deiner krächzenden Reib- eifen-Baritonstimme versicherst, sei so ungeheuer wichtig daß wir alle sie hören müßten? Meinst Du nicht, Dein Schlager-Repertoire vom „VogZ- Händler" bis zur „Mariza" flingt ebenso schön, wenn Du die 2ufe zumachst und Dich allein daran ergötzst? Denn auch von Dir gilt, was Dörries Freiherr von Münchhausen von dem alten, fünfzehn Male den einen Vers seines Lieblings- liedes singenden Obriften sagt: „Er fang nicht schön, aber er fang laut". Sooo laut fingst Du, daß Deiner Töne Macht sogar den Dackel PimpS meines Hauswirtes zu einer schaurig- jaulenden Protest-Kundgebung veranlaßt. Wrnn Du, teurer Freund, kein Mitleid mit m i r hast, dann erbarme Dich dieses Hundes (denn Pimps ist ein musikalisches Tier), und schließ die Fenster! Lieber Onkel Adolf aus Rr. 15! Die „letzte Rose" ist ein schönes Lied. Tiber b-Dur hat nur ein b, kein vorgezeichnct Die Rote fis, die mich bei Deinem Spiel täglich zur Verzweiflung bringt, muß f heißen. Du lernst eS ja doch nicht mehr, denn leit 8 Wochen übst Du daran. So mach doch bitte wenigstens d i c Fenster zu. Du auch, liebe Tante mit dem Harmonium aus Rr. 9, wenn Du zum 15. Male am Rachmittag „die Macht der Liebe" angebekt hast deS Herrschers war. Ob Kaiser Mar die Drehbank, die ihm im Jahre 1513 verehrt wurde, noch benutzt hat, ist zweifelhaft, denn er starb bereits im Jahr daraus. Tiber daS Geschenk an sich weist schon darauf hin, daß der „letzte Ritter" an einem solchen Werkzeug große Freude hatte. Das Drechseln ist ja lange Zell eine Lieblingsbeschäftigung hoher Herren gewesen, und im Kunstgewerbemuseum zu Düsseldorf ist noch eine Drehbank erhalten, an der der Landgraf Karl von Hessen gearbeitet. Sr benahm sich dabei so gewandt, daß ein Bauer, der den Herrscher an der Drechselbank sah, 1770 bei ihm einen Stockknopf bestellte. Die Röntgenphotographie der Fingerabdrücke. Ein neues System, durch das die Identifizierung mit Hilfe von Fingerabdrücken noch sicherer gemacht wird, ist in Frankreich auÄgearbeitct worden. Die Finger werden mit einer Art Salbe eingerieben, die Blei enthält, und dann wird eine Röntyenphotogra- p h t c gemacht Die Linien tn der Haut, die mit der Bleisalb. ausgefüllt sind, erscheinen dadurch lehr viel tlarcr. und zugleich erhält man eine Röntgenphotographie der Knochen des Fingers. Man hat gefunden, daß die Gestalt der Knochen niemals bei zwei Personen dieselbe ist, fo daß auf diese Weise ein: doppelte Möglichkeit der Identifizierung gegeben wird. Diese Röntgenphotographie von Fingerabdrücken ist auch in England und Amerika bereits Dielfad erprobt, und kürzlich wurde zum erstenmal ein solches Röntgenbild eines Fingerabdruck- von Reuyork nach Chicago telegraphiert Man verlange ausdrücklich IGießener Brauhaus-Pilsener! Der bekannte Genremaler Georg Roehler in München ist im Alter non 64 Jahren an einem Herzschlag g e ft o r • ben. Seine Werke standen auf allen Ausstellungen in bestem Ansehen. Diele davon befinden sich auch in Gießener Privatbesitz. LiebeS Geigen-Brüderpaar von drüben! Zu Euch zuletzt: Seit ich Euch fideln höre, verstehe ich die alte (5tubentenmutter, die jedem Bruder Studio, wenn er eine Bude suchte, vorher nut sorgenvoller Miene erklärte: ..Herrens, die Ieije spiesin, nehme ich nicht. Das Hingt immer, als ob einem die Knochen anjesächt werden". Fürwahr, die prächtige Frau hatte recht. Einer meiner Leidensg.kährten hat einmal das bitter-ernste Wort geprägt: Die Dioline ist cm sehr komplizierter Mechanismus, greift man darauf 2 bis 3 Zentimeter daneben, so entsteht schon ein falscher Ton." Run, Ihr edlen bekundet und einen unwiderstehlichen Hang zu Handwerken aller Art befeffen. Daß er Harnischschmiede und Geschützgießer besuchte, um sie bei ihrer Tätigkeit zu beobachten, ist bei feiner Vorliebe für das Waffenwesen nicht verwunderlich. Aber der „Weißkunig", den Treyh- Sauerwein in seinem also benannten Lobgedicht auch als ben besten Koch unb den geschicktesten Tierarzt verherrlicht hat. übte selbst das Handwerk des Schmiedes und HchlofserS aus, und nun wird durch einen neuen Fund erwiesen, daß er sich ebenfalls als Zimmermann unb Drechsler betätigte. In ber Wiener Kunst zeit- schrist „Belvedere' behandelt Allreb Walcher- Mollhein eine dem Kaiser gestiftete unb noch erhaltene Drehbank, bie sich in der berühmten (Sammlung des Grasen Wllozek zu Kreuhen- ftein befindet. Wie der Verfasser nachweist, wurde diese Drechselbank, die selbst mit kostbaren Holzschnitzereien geschmückt ist, dem Kaiser von einem Mitglied des Geschlechtes Fuchs von Fuchsberg gefeßenft, bdfen Wappen sich auf ber Bank findet Wahrscheinlich war eS Ehristoph Fuchs von Fuchsberg, der Hauptmannschalts- verwalter zu Kufstein, der ein naher Freund Drüber, Eure geometrischen Kenntnisse sind sehr aufbesserungsbeoürstig. Aller Ansang ist schwer. Bei Euch hört man etwa 65 Prozent falsche Töne. Darum bllte ich auch Euch von ganzem Herzen: „Die Fensterzu, dir Fensterzu, geschwinde, geschwinde! Meine Herrschaften l Ich empfehle mich Euch unb Ihnen mit dem Bemerken, baß ich in einer Fensterglas- und einer Lebensversicherung bin. Mit hochachtungsvoll ergebenem Gruße MusicuS. „Sreuttöe, nicht solche Töne". Offene Briese. Holde Rachbarin von gegenüber! Was hat man Dir, Du armes Kind, getan, baß Du täglich so kläglich Deine Mignon-Sehn- sucht nach dein Land, „wo die Zitronen blühen", auf die Straße Hinausschluchzeft? Du weißt nicht, „was es bedeuten soll", daß Du nach dem Abend- brot immer so traurig bist? Ich auch nicht. Es interessiert mich auch nicht. Vielleicht bist 'Du, ohne es Dir einzugestehen, bekümmert über Dein miserables Klavier. daS seit zehn Jahren nicht gestimmt wurde, ober über Deinen noch mifcrable- rcren Gesang, schöne Rachbarin. „Singe, wem Gesang gegeben!" Dir ist er nicht gegeben. Aber singe meinetwegen stundenlang, nur — mach die Fenster zu! fo sehr er auch der Romantik der Vergangenheit zugewandt war, doch auch für die Tätigkeit des aufstrebenden Bürgertums großes Interesse zu decken bat. Da» au den I Schluß folgt.) denthal. (Nachdruck verboten.) 28. Sortierung I sein Am 18. Juli morgens war alles zum Aufstie« «! bereit. auf die Deutscher EvangeLischer Gemeindetag. Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Bon Karl-August von Laffert. decken, da sic im gegenwärtigen Augenblick den gesamten S ommer reiseverkehr trifft, der uatür- unter der Fahrpreiserhohung auf das stärkste ji ii Jit t }| „Wie gedachten Sie denn jetzt von hier fortzukommen?" fragte Sanders. „Die Strömung treibt uns weiter nach Spitzbergen, das wir im nächsten Jahre zu erreichen hoffen. Lebensmittel haben wir noch genug, die „Bradley" ist unversehrt, und wir sind guten Mutes." „Kommen Sie mit uns," sagte Nagel, „dann werden Sie binnen 24 Stunden wissen, ob Ihre Annahme richtig ist. Ihr Schiff kann ohne Sie zurückkehren, und da Sie voraussichtlich in wenigen Wochen in Mexiko sind, können Sie von dort eine Hilfsexpedition ausrüsten und selber der „Bradley" entgegenfahren. Uns dagegen vermögen Sie als genauer Kenner aller arktischen Verhältnisse nützlich zu werden." Auch Linda unterstützte eifrig diese Bitte, und als ebenfalls alle Mannschaften der „Bradley" ihn dranaten, sich den Luftfahrern anzuschließen, weil er ihnen auf diese Weise am schnellsten Hilfe zu bringen vermöchte, gab er nach. Nur bat er, die Abfahrt auf den nächsten Morgen zu verschieben, da er noch Verschiedenes zu erledigen hätte. „Wird uns die Zeit nicht zu knapp?" fragte Sanders. „Wir haben noch zwei volle Tage vor uns", sagte Nagel. „Aber wird das ruhige Wetter sich halten?" „Dafür bürge ich", erklärte Cook. „Sobald hier Windstille eintritt, pflegt sie mehrere Tage zu dauern. Außerdem würde uns das Barometer rechtzeitig warnen, falls Sturmgefahr vorliegt." 3. Nagel war es ganz recht, feinen Leuten eine völlige Ruhe von 12 Stunden gewähren zu können. Der bei weitem schwierigste Teil der Reise lag noch vor ihnen, und man mußte damit rechnen, wahrend der nächsten 24 Stunden ununterbrochen tätig zu hin folgendes mitzuteilen: Der CRad)niittag des Montag brachte in der mit Blattgrün geschmückten Turnhalle des Gymnasiums die C r ö f f n u u g s v e r s a m m lung unter Leitung des Vorsitzenden, des General- hiperintenhentcn D. Dr. Schian - Breslau, früher in Gießen Es grüßten Prälat I). Dr. D i ch l namens des L a n d e s l i rchenamts and der K i r ch c n r eg i er u n g. dankend für die seit der Gründung des Gemeindetags 1910 Hessen gegebenen Ideen und Persönlichkeiten, diese namentlich auch unter den Laien; Freiherr von Hey, zu H e r r n s b c i m namens des Lande s l i r ch e n t a g s , der in der neuen Verfassung den Gemeindegedanlen verankert, Kreis- direktor Werner- Offenbach für das Kreisamt und Kreisschulamt betonte angesichts der Iugend- not die Anentbehrlichkeit der Kirchengemetnde. Pfarrer Lehn-Offenbach erwartet neue Anregungen für die heimische Gemein bearbeit Dankend widmete D. Dr. Schian dem vollendeten Begründer, I). Stock, einen ehrenden Rachruf, gipfelnd in dem Gelöbnis oer Weiterarbeit in seinem Sinn. Aach Betonung des vielen schon Erreichten setzt er sich mit den Gegnern auseinander unter den Gesichtspunkten' Volkslirche — Missionskirche, Organisation — Evangelium, Zerstreuende Dielgeschäftigkeit Gesammelte religiöse Arbeit, Pfarrer Gemeinde, wehrend der Konstruktion künstlicher Gegensätze. Ein geselliges Zusammensein im Gesellschaftshaus „Großes Kolleg" am Abend ermöglichte ein weiteres Sichkennenlernen der Teilnehmer und wurde veifchönt durch die Anwesenheit freundlich Freiguartier gewahrender Gastgeber und gesangliche wie deklamatorische Darbietungen kirnst begabter Damen. Die eigentlichen Verhandlungen am Dienstag wurden eröffnet nach dem Morgenlied „Morgen-- glanz der Ewigkeit", durch eine religiöse Ansprache von D. Dr. S ch i an über das „Dienet einander" aus dem 1. Petrusbries. Aach nochmaligen Grüßen an die erst heute zahlreich ein- getroffenen, auch von verschiedenen Kirchenregierungen und verhinderten Mitgliedern des Haupt- Vorstandes, erfolgen geschäftliche Mitteilungen. A. a. sollen die Verhandlungen der Tagung wie früher int Druck erscheinen. Dem Vortrag von Pfarrer Zuckschwerdt -Magdeburg über „Die Bedeutung des Religionsunterrichts in der Schule für den Aufbau der Gemeinde" lagen folgende Leitsätze zugrunde: 1. Auf allgemein-geistigem Gebiet wie im. kirchlichen Leben und in der pädagogischen Arbeit ringt in der Gegenwart ein vertiefter Gemein« schaftsgedanke übt Geltung. Gleichzeitig vollzieht sich eine Wendung vom rnlellektualistischen Individualismus zu einer den Willen fordernden Wertphilosophie. 2. Diese Wendung bedeutet den Beginn einer ilebertoinDung der bisherigen Fremdheit zwischen dem Religionsunterricht der Staatsschuld und der inneren Aufbauarbeit der Kirchenge- meinde. Die bisherige Fremdheit hatte ihren Grunde 'n dem Fehlen des Gemrinschaftsge- dankens in fast allen Lehrplänen für den Religionsunterricht', in dem Mangel innerer Fühlungnahme und verständnisvoller, gegenseitiger Wertschätzung zwischen Religionslehrer und Gemeinde. 3. Ein Religionsunterricht im Sinne evangelischer Pädagogik dient dem inneren Aufbau der Kirchengemeinde: er erzieht zum Verständnis des Wertes religiöser Gemeinschaft; er arbeitet mit an der Weckung kirchlichen Selbst- bewuhtseins; er erleichtert den Gewissensdruck der kirchlichen \lcberlieferung durch die Anbahnung freier Aussprache in gegenseitigem Ver- in Mitleidenschaft gezogen wird. Aufgabe der Rcichsregierung muß e» sein, rechtzeitig aufzupassen, damit nicht aus dem Versagen der Verwaltung schwere Schädigungen für das Reichs ganze entstehen, die unvermeidlich sind, wenn das Reich den Aus- sall aus den Einnahmen der Reichsbahn am] drei lvähi ter, dene: mal, unter weg Lehm 5 Ak Erlau Gebur 2 M- Z 6tcn« 3ort‘ 930 E K. n surter 56tcr" Nagel und (Soct die notwendigen Untersuchungen des Neulandes »omeymen rooute. Man verabschiedete sich von den zurückbleibenden Nordpolfahrern, deren Vorräte aus dem Ueberfluß der Flugzeuge mit einigen längst entbehrten Genuß- Mitteln ergänzt waren. Bei strahlender Sonne ft an telen die Flugzeuge gegen den leichten Wind, geleitet von brausenden Hochs der „Bradley'^Besatzung. „Stößer" übernahm die Führung in genauer Richtung auf Kap Barrow, das noch fast 2000 Kilometer entfernt lag. Bald befanden sie sich über einem Gebiet, das weit und breit noch keines Menschen Fuß berührt hatte. Sanders, Nagel und Cook standen in Gerlings Führerkabine. Nagel prüfte die Registrierapparate, Cook musterte den Horizont mit einem Fernglase, während Sanders ununterbrochen feine Wünschelrute in der Hand hielt. „Wir müssen bereits in der Nähe des seinerzeit von mir aus der Ferne erblickten Landes fein", jagte Cook. „Das Waffer wird flacher, ich schätze auf kaum noch 150 Meter Tiefe", erklärte Sanders. Sie flogen in 3000 Meter Höhe, um einen möglichst weiten UeberblicE zu haben. „Festes Land unter uns", meldete Sanders lakonisch. „Ich sehe nichts als Schnee und Eisberge wie bisher", meinte Nagel. „Dort ein Gebirge", rief Cook und deutete nach eüben. „Wir müssen möglichst tief fliegen, wenn ich einwandfreie Beobachtungen machen soll", erklärte Zanders. „Auf 200 Meter heruntergehen", befahl Nagel. „Solange wir noch weit von größeren Erhebungen entfernt sind, haben wir keine unangenehmen Bo- henböen zu befürchten." Im steilen Gleitfluge schoß „Stößer" herab. „Schwalbe" folgte in einiger Entfernung. Die Rute schlug aus. „Urgestein. Darüber Oelschiefer", murmelte Sanders. Er schien in tiefe Träumereien versunken. Wird t kohle und *1 der Der " Steinkohle • man lauf 1 Gefam lMr< 146*Mll Ergebnisses damaligen ' jcnigen Koh Grenzen un 146' 2- Ml- qcbnis des 88-.' Ml- Mlschrill, den rund 1 1922 zuruck bereits feit not der de Ion c deutschen 2 (jung kann schon t>ie de in den ckah Deutschland vorkriegsmöß rung und Ei kohle berrch sowie dieiDc rund 156 M hat sich ein 2 ergeben. Sief von 1913 uni von 1924 mit Sie ül ein *3 deutschen D die deutscher zeigen in 1 Ierschiedenh für die Kohl die Ausfuhr rund 46 M eingetretenen ÄergleichSark deutschen Ko 1924 mit 22 C Ausfall von den die deu Jahre 1924 i zurückgebliebe Neben d lwg sind aud Offenbach, 26. April. Anschließend ..... Bericht über den Deutschen E v a n g e 1i- f d) c n Gemein detag in unserer Stadt weiter- trauen, er erzieht zu kirchlichem Pflichtgefühl. 4 Etne Gemeinde, die dem Idealbild -evange- Üfd.. ;. (SemeiniDclcbcne nachstrebt, bietet dem Religionsunterricht und dem Religionstehrer tmi?-- ren Rückhalt: fie stärkt feine Gewißheit und hilft damit durch religiöse Energie die Spannung überwinden, in die ihn 'ein Fach und die Ausgabe der religiösen Erziehung mit der Kulturerziehung der Schme hineinführt: sie bietet dem Zögling eine Stätte lebensvoller Gemeinschaft, auf der ihm der radikale Iugendwillc vertieft zum Ringen um Gott und er ihn verbinden lernt mit her dankbaren Pietät gegen das Erbe der Väter: fie behütet durch lebensvolle Darbietung des Evangeliums den Religionsunterricht vor rationalistischer Verkürzung der ent- scheidenderi Grtmdwahrheiten: sie bietet dem um Gestaltung des religiösen Erlebnisses ringenden Lehrer und "Zögling „die im Leben der Gemeinde bewährte Form". An der lebhaften Aussprache beteiligten sich Schulrat i. P, Scherer- Offenbach, Prof. D. Matthes- Darmstadt, Prof. D. Meyer- Göttingen. Pfarrer Lic. K o ch - Berlin-Lichterfelde, Pf ar i e r M a h r - Gießen. Studienrat Laux- B e : a t h. Pfarrer Heyen - Lennep, Rektor R o g a.h ° Berlin-Lichterfelde, ® encrnlf über inten- deut D. Dr. Schian - Breslau. Die Arbeit des Dienstagnachmitlag begann mit einem Vortrag von Pfarrer I). ^11rich - Berlin: „Kirchliche Wohlfahrtspflege, Grundsätzliches und Praktisches". Dem Vortrag lagen folgende Leitsätze zugrunde: 1. Kirche und Wohlfahrtspflege gehören geschichtlich und begrifflich zusammeir. Die Kirche des Urchristentums ist im weitesten Sinne des Wortes eine Kirche nicht nur des Glaubens, sondeM auch der Liebe und der Tat gewesen. Der genuin-reformatorische. auf das Urchristentum zurückgehende Kirchenbegriff, wie die neuere soziologische Auffassung vom Wesen bei Gemeinschaft führt über die Anstaltskirche hinaus zu der mehr individualistisch gearteten Auffassung von Kirche und Gemeinde. Im Unterschied von dem altlutherischen Kirchenbegriff ist der kalvinistische Typ der aktiven Kirche zu betonen, der den Gedanken der Wirkung auf die Welt und die missionarische Aufgabe der Kirche stärker vertritt. Die Gegenwart fordert die Lebendig- machnng der Gedanken Wicherns. die noch immer nicht Gemeingut der Kirche geworden sind. 2. Die neuzeitliche Wohlfahrtspflege, deren Aamcn und Begriff dem Rationalismus rind der Philantropie entstammt, ist im evangelischen Sinn als Auswirkung der bewahrenden und rettenden Liebe Christi zu verstehen. Die Quellen der neuzeitlichen Wvhlfahrispfkege liegen in der sozialen Verpflichtung, die der Staat fühlt. Der Staat weiß, daß er bei Erfüllung seiner sozialen Pflichten die freier Wohlfahrtspflege braucht, und versteht darunter die Summe aller auf das Wohl der Gesamtheit in wirtschaftlicher, gesundheitlicher, sittlicher Hinsicht gerichteten Bestrebungen, soweit sie nicht als Maßnahmen rein gesetzlichen Charakters in das Gebiet der Sozialpolitik fallen. Das Evangelium fordert die Girrbeziehung der Gesamtheit des Lebens einschließlich der- Politik in die Sphäre der sozialen Verpflichtung rmd erstrebt die Durchdringung der Oeffentlichkeit mit den SebenSfräften Christi, beten Träger die Kirche rmd die innere Mission sein sollen. 3. Die Abgrenzung zwischen Kirche rind innerer Mission auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege hat so zu geschehen, daß alle 2iebeS- tätigfeit der Kirche als 3itnere Missionsarbeit zu gelten hat, und mit den ©ebanfen der Inneren Mission erfüllt werden muß, und daß umgekehrt alle Arbeit der Inneren Mission als kirchlich angesehen werden muß, ohne daß dabei die Wegfreiheit und Beweglichkeit ihres Handelns leiben darf. Alle Duplizität ist zu vermeiden Die evangelischen Wohlfahrtsämter und W ohlfahrtSdienste sind als Bindeglieder zwischen Kirche und Innerer Mission einzurichten. 4. Die Ausbildung zur Wohlfahrtsarbeit hat auf den Universitäten zu beginnen, ist in Anstalten der Inneren Mission und Liebeswerken der Kirche sorizusehen und hat in ähnlichen Formen zu geschehen, wie sie bei den sozialen Arbeitsgemeinschaften vor sich geht. Die Kirche muh in wachsendem Maße zur Einstellung evangelischer' Wohlfahrispflegerinnen kommen, die aus ihren Schulen sozialen Geist, lebendiges Christentum und sachliche Ausbildung mitbringen, und deren Arbeit als hoffnungsvolles Zeichen der Schöffengericht Gießen. * Gießen, 27. April. Zwei noch verhältnismäßig junge Leute aus Ilbenstadt erhielten wegen gemeinschaftlichen Cinbruchsdicbstahls j c drei Monate Gefängnis« Die Tat liegt weit zurück, sie wurde 1920 begangen; die Täter biteben damals unentdeckt und konnten erst jetzt überführt werden. Während der eine Wache stand, stieg der andere über die Mauer in eint Hosreite ein und stahl einen Geldbetrag von 36 bis 38 Mk. Beide waren in der Hauptsache geständig. Da sie sich in der Zwischenzeit gut geführt haben und der Beweggrund zur Tat mehr Leichtsinn als Verdorbenheit war, wurde auf die geringste Strafe erkannt. Wegen eines Sittlichkeitsverbrechens an einem Kind erhielt der Schäfer K. P., bedienstet auf einem Gut in Lippc-Detmold, sechs Monate Gefängnis. Die Verhandlung sand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. ------- Q Turnen, Sport und Spiel, Motorrad-Renneu im Taunus. Frankfurt a. M, 27. April. lWTD.) Die vom Gau Illa Hessen und Hessen-Rassau-Süd des Allgemeinen Deutschen Automobil-Klubs (A.D. A. C.) geplante Geschwindigkeitsprüfung „Rund um Königstein im Taunus" für Motorräder findet am 24. Mai statt. Die 16 043 Kilometer lange Rundstrecke führt von Königstein über Heilanstalt RupperisHain - Schlohborn—Limburgcr Chaussee zurück nach Königstern und berührt nur die Ortschaft Schlvßborn und einen ft einen Teil von Königstein. Meldeschluß ist am 15. Mai 1925, nachmittags 6 Uhr. lebendig werdenden Kirche anzusehen tfll Dtzr Ausbildung der Diakonen und Diakonissen durch Fach kenn tnisse auf dem Wohlfahrtspflege« rischen Gebiet zu ergänzen. Kirchliche Mittel ftnS in höherem Maße als bisher für Einrichtung, von Anstalten und Liebeswerien zur Verfügung zu stellen, freiwillige Kräfte sind zur Mitarbeit aufzurufeir und kirchliche Körperschaften - Synoden und Vertretrmgen — in stärkerem Umfang zur Liebes arbeit der Kirche heranzuziehen. Die Eigenlebigkeil der Gemeinden in wohlfahrtspflegerischer Beziehung ist zu ftärfen rmd au-zu- bauen! 5. Das alleinige Ziel der Wohlfahrtsarbeit der Kirche ist der Bau des Reiches Gottes durch persönliche seelsorgerische Arbeit. Die Kirche ist nie Selbstzweck, sondern immer nur Mittel zum Zweck für die Erfüllung des Willens Gottes. Seine Ehre gilt es zu suchen und für ihn Menschen zu gewinnen. Die auf reicher praktischer Erfahrung -ruhenden Ausführungen fanden ein lebhaftes Echo in der folgenden Aussprache, die Superintendent D a n n e i [ - Magdeburg begann. ES" 1 v rachen noch Pfarrer Dr. Iu st -Breslau, P a rr er Heym - Lennep, Professor D. MatiyeS - Darmstadt, Pfarrer Lic. Koch-Berlin-Lichterfelde. Geireralsuperintendent D. Dr. Schian - Breslau. Bürgermeister i R. P o r t 6 = Offenbach. Pf a ' .-r Dr. Engelhardt- Köln- Lin- GUS 6 St-lot* d-b ('n»Äa o-üern' o”! , Kohle", sagte Sanders. „Mehrere Schichten übereinander. Flöze nicht sehr mächtig. Lohnt nicht den Abbau." „Soll ich das Gebirge überfliegen9" fragte Gerling, als die ersten Hügel sich antürmten. „Besser umgehen wir es nach Osten", meinte Dlagel. „Nein, direkt hinüber", sagte Sanders tonlos. „Stößer" stieg aufwärts. Nun schwebten sie über den Bergen, deren höchste Spitzen auf 2000 Meter geschätzt wurden. Plötzlich umfing sie dichter Nebel. Nagel befahl der Nachrichtenzentrale, ständige Sprechverbindung mit „Schwalbe ‘ zu halten und sofort zu melden, falls diese sich entferne. _ „Der Nebel ist recht störend", sagte er zu Sanders. „Ich fürchte, wir können überraschend gegen einen hohen Berg stoßen." „Ich passe auf und werde beständig die Entfernung vom Boden angeben", beruhigte dieser. Eine halbe Stunde lang ging cs dahin. Die Tiefenmessungen der Rute w< chselten rasch. Einmal mußten sie auf 3000 Meter steigen, um aufreizenden Bergen zu entgehen. Alle Beobachtungen wurden sofort der „Schwalbe" milgeteilt, die trotz des Nebels nicht die Verbindung verlor. Plötzlich fuhr Sanders auf. Die Rute zuckte krampfhaft. „Tiefer gehen!" schrie er. Gehorsam schoß der „Stößer" nach unten. Es wurde lichter, ganz hell. Dann prallte strahlende Sonne hervor. „Was ist das?" schrie Cook eregt. „Der Schnee ist verschwunden." Sie blickten nach unten. Eine lichte, grüne Ebene weitete sich, mit einigen Schneestreifen dazwischen, durchstossen von Dachen und einem größeren Fluß. „Sollen wir landen?" fragte Nagel. „Nein. Noch einmal zurückfahren", befahl Sanders. „Ich muß die Stelle des Rutenausfchlages wiederfinden." Sic wandten und fuhren wenige hundert Meter über Öen Boden dahin. „Mofchusochfen!" rief Cook. „Hier scheint ein nordisches Paradies inmitten der schützenden Berge zu liegen." Erne große Herde der schwarzen, wild blickenden Gesellen schaute aufgeregt nach oben und stob dann in tollem Wirbel davon. Jetzt fuhr Sanders aufs neue hoch. „Landen!" schrie er erregt. Gerling fand eine sanfte Wiefenhalde, wo er fast ohne Erschütterung aufsetzte. Auch die „Schwalbe" stand nach wenigen Minuten leben ihnen. Die Landungsbrücken wurden ausgelegt, und Sanders stürzte ins Freie ohne sich vorher eine wärmende Hülle anzuziehen. Mit fast geschloffenen Augen gmg er vorwärts. Bereits nach wenigen Minuten riß die Rute feine Arme hoch, als wenn ein «schlag ihn berührt hätte. Er ließ das Instrument fallen und faßte sich an die Schläfen. „Um Gottes willen, wo bleibt mein Gedächtnis?" rief er. „Mich treffen unerhört starke Ausschläge eines Metalles, dessen Namen ich nicht kenne. Und doch habe ich die gleichen Ausschläge bereits einmal im Leben gespürt." Wieder ergriff er die Rute, die sofort heftig zuckte. Unterbeffen waren auch Linda und Stratoff berangetommen. „Was gibt es?" flüsterte Linda leise. „Iwan Kermaloff", sagte Sanders wie geistes- abwesend. „Der Name' jenes Kirgisen, der meinen Schmuck stahl!" rief Linda rasch. Da ließ Sanders erleichtert die Rute sinken, und sein krampfhaft verzerrtes Gesicht nahm den ge- wohnlichen Ausdruck an. „Ich danke Ihnen, Fürstin," sagte er ruhig, „Sie gaben mir mein Gedächtnis wieder. Wir be finden uns hier über einer unerhört mächtigen Ader von Platin." „Unmöglich!" rief Stratoff erregt. „Platin findet man nicht in Muttergefteinen. Es wird aus Schwemmsand gewaschen. „Hier liegt mir zehn Meler unter der Erdoberfläche im Granit cingefchloffen ^ine lange Platinader von mehreren Zentimeter Stärke", sagte Sanders ruhig. „Sann müssen wir sofort nachgraben!" rief Stratoff. „Wäre Ihre Behauptung wahr, so ist damit allein unser Unternehmen gesichert." „Meine Behauptung stimmt, aber wir haben keine Zeit übrig, sonst können wir hier den Winter verbringen." (Fortsetzung folgt.) da irgend etwas nicht fhnunt. daß zum mindest cn (Eingriffe vorgenommen sind, Die mit dem normalen Verlaut der Dinge nicht in Einklang zu bringen sind. -UnD wenn man nun den Gründen nachgeht, öle dafür ausschlaggebend sein könnten, bann findet vch allerdings in der finanziellen Lage der Eisenbahn Anlaß genug zur Sorge. Die alter, preußischen Eisenbahnen waren daS Rückgrat des ganzen Staatshausl>alles. In den Zeilen des seligen Miq ucl konnte der Finanzminister gar nicht Spartöpse genug finden, wo er die Tleberschüsse aus den Bahnen vor den bewilligungssreudipen Händen der Dolis- öertretcr in Sicherheit zu bringen imstande war ES war deshalb verständlich, daß die DawcS- Kommission bei der Aufstellung ihres Re- parationsplanes die Eisenbahnen. |o stark sie auch durch die Inflation heruntergewirischaftet sein mochten, zum Rückgrat bei gangen Kriegsentschädigung machte und ihr den wesentlichsten Teil der jährlichen Zahlungen auf- bürden wollte. Man hat damals auch geglaubt, eine steigende Rente herauszuwirtschaften, daß es möglich fein würde, aus den Eisenbahnen nach dem Verstreichen der Atempause auf über achthundert Millionen jährlich angesetzt war. Das war nicht einmal ganz das. was Preußen früher aus ieinen Bahnen herausholtc. Aber die ersten Zwischenbilanzen haben durch diese Rechnung einen Strich gemacht Es ist zwar möglich gewesen, die erste Rate der Kriegsentschädigung die im März fällig war. in Höhe von hundert Millionen abgufui)' <>i. damit sind jedoch die Reserven der Eisen da m schon erschöpft. Sie ersten fünf Monate haben wenn man sehr gut rechnet, mit einem Hederich uh von 116 Millionen geschlossen, ein Ergebnis, das sich aber nur her ausrechn en lieh, wenn viele dringende Bedürfnisse unerledigt blieben Und die Eisenbahnen lagen doch zum Teil im Zeichen wirtschaftlicher Hochkonjunktur, heute stehen Zehntau- sende von Waggons und Tausende von Lokomotiven unbeschäftigt, weil iu dem Sinken der Wirtschaftskurve auch Die Beschäftigung Der Eisenbahnen nachgelassen . Hal. Die persönlichen Ausgaben aber sind durch Die Erhöhung Der Gehälter gestiegen, so Daß die 11 c b c f f d> uß - wirtschaft einigermaßen in F rage g e ° stellt ist. llnb dabei handelt es sich in Diesem Iahr lediglich um zweihundert Millionen. Die abzuliefern sind, eine Summe, Die im nä ch- ft e n I a b r verdreifacht werden soll. Wie die Direktion aut Diese Weise ihre Verpflichtungen erfüllen will, ist einigermaßen rätselhaft. Es ist also schon begreiflich. Daß sie an das Reichskanibnett herantrat und für eine Erh öhung Der Tarife plädierte, obwohl Diese Tarife heute fo hoch liegen, daß sie zum Teil mitverantwortlich für unsere Konkurrenzunfähigkeit aus Dem Weltmarkt sind. Eine Erhöhung Der P c r s o n e n t a r i f e aber wird vermutlich nicht annähernd das erbringen, was notwendig ist. um Den Haushalt wieder ' ins Gleichgewicht zu bringen. Die Reichsbahn A.-G. versucht nun in längerer Ausführung die zehnprozentigc Erhöhung ihrer Fahrpreise m erster Linie mit Den hohen Personalausgaben zu begründen. Bis zu einem gewissen Grade muß man die angeführten Griinde gelten lassen. Die zu einem guten Teil noch in Der sozialistischen Mißwirtschaft Der letzten Iahre wurzeln. Dagegen farm sich Die Reichsbahn A.-G. .von Dem durchaus berechtigten Vorwurf nicht rein waschen, daß sie. Die aus den deutschen l Eisenbahnen ein rein privates Unter- ■ ne hmen machen und nach rein privatwirtschaft- 7 liehen Grundsätzen verwalten sollte, mit aller- ; höchsten Gehältern für die höheren Ver- r toaltungSbeamten nur so um sich warf. Dann aber enthüllt der von Der Reichsbahn ausgegebene Bericht Doch Das ganze Elend, in Das unsere Eisenbahnen Durch Die lediglich auf Einnahmen. nicht aber aus Die Beachtung volkswirtschaftlich wichtiger Gesichtspunfte eingestellte aus- länDischc Verwaltung in Den letzten Monaten hineinmcmöveriert worden ist. Statt durch Senkung Der Eisenbahntarife auf Die Vorkriegssätze unserer Wirtschaft Die Möglichkeit Der Verbilligung ihrer ProDuktion zu geben unD Dadurch einen erhöhten Güterumlauf mit größeren Einnahmen zu erzielen, glaubte man von Den zur Zeit geltenden Frachten nicht ab- gehen zu dürfen. Die jetzige Erhöhung, die die fehlenden achtzig Millionen Mark erbringen soll. Dürfte schwerlich geeignet sein. Das Defizit zu n 18. Juli morgens war alles zum Aufjticg Die Berge wuchfen schnell heran. Zackige, rooU Sanders hatte Linda gebeten. Stratoff zu sich irnoerhcmgene Spitzen, ungeheure Gleicher, da- „Schwalbe" zu nehmen, da er zusammen mit I zwischen dunkelfchwarzes Gestein der Steilabfälle. 6&eben. In ci NMjdlt in tawt titt sft 'Ntri im' unb sm toi deren TeG mengen gebt tracht die 1 ttäfle und i der ßffenba brauchet; enha^l»ott n** kl Htfji; Etöoch^' “,c Ä M- inet’ -Anid)l kenne. -84*** Linda uno S-!km° cr rud'S- liu," W Air bc K.S-" I«*6JSS ,einen- v h,r tkE er unter, Am- *510 rid K-s hier den en »MM -s-er-. schaut \ priV. L und 4 M- lf)x; Aachnchten- nittagskonzci! der C; WirlsMlsmel' : Lcseslunde iAu» nmg non Meiid. onxaifcr Karl^ ,rund Wt n welches nicht M M die abgdafler* körper W i Ilroga-Trtralt M AafleelöffclvollM ivechtäts.DotM eslandteile find auf tat« «fe LUZ ®6tle5 bur* D'e JfÄ iur UtütM , * ' und ffc’J , Mau, Ll°e7! ^'Lichter- Tiehen. noch vnhäli. M^rd'elten chÄiebhahls je D>e tat W ”>9°»; die Täler ronnlen crs, ja» 'er ehe ÄZ, -"lauer in eint Geldbetrag Don de?, 4auptfache ltvtichcn^eit ^ut 'd zur tat mehr > wurde auf die verbrechen- an M, bebitnfid 'Ib. lechz 1D. erhandlung fand leit statt. nd Spiel 9 Tauuns. April. ITO.) Mm-Aastau-Süb Automobil-KlubS toindiglcitS- önigstein im der finbet am tetcr lange Aund- über tzeilmstali nburgcr CHaustee ührt nur die Ort’ flchith teil ton m 15. Bai 1925, Z llhr. TDirtldpaftsmeldungcn 7 bis J.30 llhi: Stenographischer Fortdlldungskursue. für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts 7.3? bi» 8 ilbr „Rüifen und Reifevedebr im QHtei- tum“. Dort rag von Dr. Schwarzlole 3.30 bis 930 ilbr. ilebertraqung von Äaffcl Alte Proust. Kavalleriemärsche. Gespielt von der Vereinigung ehern. Trompeter des aktiven Feldari -Rgls Rr. 11. 9.30 Uhr. Rächt ichtendienst 'Bkiicnnel ■ düng, Sportbericht. 10 bi» 11 Uhr- Bunter Abend und Uebertragung aus dem Hause eines Frank- fuder Hörers Wirtschaft. Dauernde Adsatznot im Nuhr6erqbau? Wird da» Jahrcsergebnis von 1924 in Steinkohle und Braunkohle zusammengefasst und dabei der Verbrauchswert der letzteren im Vergleich zur Steinkohle mit zwei Reuntel eingesetzt, so erhält man laus Steinkohle umgerechnet, eine deutsche Gesamtjahresförderung in Steinkohle von rund 1461,THifl. To. Das Und rund 70 Proz. des Ergebnisses von 1913 für Deutschland ir. seinem damaligen Bestände ober von 91.5 Proz. derjenigen Kohle, die Deutschland in seinen heutigen Grenzen im 3abrc 1913 hervorgebracht hat. Dir'e 146' ,- Mill. To bedeuten gegenüber dem t gebni^ des Jahre» 1923 mit seinen rund nur 88' Mill Do. Kohlengewinnung einen gt " en Fortschritt, bleiben oder noch beträchtlich hinter den rund 160' Mill. To. JahreSerzeugung in 1922 Aurud Um so eigenartiger must die jetzt bereit» seit längeren Monaten bestehende Absatznot der deutschen Kohle berühren. Don einer die Bedürfnisse der normalen deutschen Wirtschaft übersteigenden Kohlenerzeu- gung kann nicht die Rede fein. Daraus weifen schon die deutschen Berbtauchszahlcn an Kohlen in den Jahren 1913 und 1922 hin. Für das Deutschland in seinen heutigen Grenzen ist ein vorkrisgSmässiger Verbrauch an Kohle (Förderung und Einfuhr abzüglich Ausfuhr) in Steinkohle beschnei und den Zechenselbstverbrauch sowie dicBDeputalkohle einbegriffen von jährlich rund 156 Mill. To. ermittelt; für da? Jahr 1922 hat sich ein Jahres bedarf von rund 150 Mill. Do. ergeben. Diesen deutschen Jahresverbrauchszahlen von 1913 und 1922 steht die wesentlich geringere von 1924 mit nut rund 134 Mill. To. gegenüber. Sie tst ein Beweis für die Lähmung de» ganzen deutschen Wirtschaftslebens im Jahre 1924; denn die deutschen Kohleneinfuhr- und -ausfubrzahlen zeigen in 1922 und 1924 feine nennenswerten Verschiedenheiten; annäbernd das Gleiche gilt für die Kohleneinfuhr des Jahres 1913, während die Ausfuhr dieses Jahres mit ihren damals rund 46 Mill. To. angesichts unserer inzwischen eingetretenen Kohlengebietsverluste hierbei der Vergleichsarbeit entbehr: Der Unterschied döst deutschen Koblenverbrauchszahleit von 1913 uno 1924 mit 22 Mill. To. Steinkohlen bedeutet einen Ausfall von annähernd 23 Milliarden P. S., um den die deutsche wirtschaftliche Betätigung im Jahre 1924 hinter derjenigen des Jahres 1913 zurückgeblieben ist. Stehen der rückläufigen Wirtichaftscntwick- lung sind auch noch andere Momente nicht ohne Einfluss auf den deutschen Kohlenverbrauch geblieben. In erster Linie ist der unverkennbare Fortschritt in der Wärmewirtschaft zu nennen; ferner die starke Abkehr der deutschen Eisenindustrie von der Verwendung des Minetteerzes und sein Ersah besonders durch Schwedenerze, bei deren Verhüttung wesentlich geringere Kohlenmengen gebraucht werden; sodann kommt in Betracht die vermehrte Ausnutzung der Wasserkräfte und die Fortschritte in der Elektrifierung der Eisenbahn und anderer grosser Kohlenverbraucher; auf diese Ursache wird z. D. der in -Höhe von etwa 25 Prozent geschätzte Rückgang im Kohlenverbrauch der Schweiz zurückzuführen feien, die gegenüber einer deutschen Einfuhr an Brennstoffen in Höhe von rund 2>.- MMionen Tonnen 1913 nur noch eine Menge von rund 320 000 Tonnen im Jahre 1924 (also nur noch etwa 12 Proz.) hereingenommen hat Schließlich kommt als Abschwächungsfaktor in bezug auf den Kohlenverbrauch auch die fortschreitende Umstellung der Schisfahrt auf den Gebrauch von Del als Heizstoff in Betracht, ein Prozeß, der sicherlich mitgewirkt hat. um z. B. die Bunkerverfchiffung Großbritanniens von rund 21 MUI. To. in 1913 aut rund 17.7 Mill Do. in 1924 zurückzubringen Alle diese Gründe find von dauernder Ad; teilweise werden sie sich noch verschärfen Man wird gut tun, auf diese Entwicklung sich rechtzeitig einzusteklen Die Kredite der G o 1 d d i s t o n t - baut, die seit Ende Oktober ihre Kredite all- mählich liquidiert und ihren damaligen Bestand an Krediten von etwa 14 Millionen auf nunmehr etwa 3,2 Millionen Pfund Sterling herab- geminbed hat. wird letzt die Gewährung von Krediten an deutsche Crportinteressenten wieder aufnebnicn. Für die neuen Gcschästc find im allgemeinen die alten Formen und Bedingungen maf>qf benh. Darüber hinaus werden auch Wechsel mit einer Laufzeit von über drei Mona ten angekauft, wenn es sich um unmittelbar auf das Ausland gezogene reine Geschäfts wechsel handelt. Das gleiche gilt für das auf das Inland lautende Wechsel mit nachgewiesenen Unterlagen von festen Exportaufträgen, in solchen Fällen, in denen vom ausländischen Bezieher ein Akzept nicht zu erhalten ist Die Kreditdauei richtet sich nach den vereinbarten Zahlungszielen. Uebcr sechs Monate wird in öcr Regel und über neun Monate überhaupt nicht hinausgegangen werden Prolongationen sollen bei dieser Regelung künftig nur in ganz besonderen Aiisnahmefällen in Betracht kommen. Die Wechsel können auch wieder bei der beut schen Golddislontbanl in Berlin zahlbar gestellt werden und zwar zu Lasten des bei derselben geführten und bestimmt bezeichneten Pfund- Sterling-Kontos. Sie müssen auf Pfund Sterling effektiv lauten. Aach wie vor sollen Wechsel in der Regel auch eine Dankunterschrift tragen. Aus dem hannoverschen Erdöl- gebiet. Der Stinneslonzern errichtet in Dollbergen, wie die ..Täglichen Berichte über die Petrokeumindustrie" erfahren, eine Großdestillationsanlage zur Verarbeitung der aus dem hannoverschen Erdölgebiet stammenden Ocle. Die neue Anlage ist von der Firma C. H. Borr- mann & Co. A.-G., Essen, geliefert ' Roch keine Einigung übe, das neue Kohlensyndikat. Aus Essen. den 28. April, wird gemeldet: Bis zur festgesetzten Frist (mittags 12 Uhr) sowie bis zur Stunde (5 Uhr nachmittags) war eine Einigung über den neuen Synditatsvedrag noch nicht erzielt worden, da die Stinnesgruppe. die Dhyssen- gruppe, die Zeche West und die Firma Giesches Erben noch an ihren Sonderwünschen sesthalten. Devise.imarkt Berlin—Frankfurt a. M. (ftn Billionen Mart auSaedrückt. Buenos Aires, London, Nen- hork, Japan, Nio bt Janeiro für eine Einheit, Wien und Babopefi für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 2T. Bpri! •R Spr. Anitstche 9ioti runn Amtliche Nokiernnki meld Brief Weib Bries 81mft.»>Xott Burii Airrö 168 14 ItiS.SG 1'7,94 167,36 ' 1.60*1 1.613 1.606 1.612 11 22 -1 .26 21,23 21,29 (HirHtiantn 68,31 38,4b 1'6,16 M,35 ftoDenhagcn 77,K.'> 76.(5 77,65 76,0.5 118,88 Gloiftiolm . 113.01 113.32 113,04 fcclfiitaforo. 10,562 10,602 10,562 10,60? (Italien . . . 17,19 17.23 17,16 17,22 London. . 80,2-18 20,206 2/1, 20,279 Neuvork . . 1,195 1.205 4,195 1.20.5 'V ■' ... 21,74 21.61 -'1,61 21,90 Schwei; . . M 6',55 61,3.1 61 Spanien. • (>0,07 1-0.23 60,07 60.23 ;iaDan - . - 1,25.3 0,444 1,75: 1,758 0,146 1,762 Rio de Jon. Wien ht D - 1. IW 0,4-16 CefL abfleit 5’1,07 a!l,21 .59,07 59,21 'Brno .... 12,42 12,40 12,4.3.5 12,47.5 Bclzrad . . 6.73 6.7. 6.76 6,76 Budapest. - 5.855 >,875 5,851 ..S-71 Buloarien 3,06.i 3.07 3.065 3,075 t'issadon 20,425 20,475 20,475 20,525 Danäo • • ■ 80 .30 80.50 69,2.5 60,45 .stonft.intir. 2.19» 2.205 MT, 2.20.5 vlrben. . 7.81 7.86 7,89 7,91 Dcrlm, 28. flprfi. Geld Bries ?1mcrlkanische Toten • • « * • Belgische Noten ....... Tainlche Noten ....... Englische Noten........ ftramöftfcöc Noten ...... holländische Noten...... Jtilienifcbc Noten...... 'Norwegische Noten...... Deutsch'Lestcrr., i 100 Äroneo 'Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwester Noten....... Spanische Noten..... . Tschechoslowakische Note» • • Ungarische Noten . . . 4,190 21,185 20,22 21,815 167,65 17,17 68.98 112,80 81,35 59,95 12,412 4,210 21,28.5 78,06 20,32 21,915 168,41 17,25 68,37 59,28 113,36 81,75 00,25 12,472 5,84 Hindenburg, mein Stubenältester Don General d. Ins. E. v. ß ich ort. Gei Eduard v. Lieben feierte •# 1 am 16. April seinen 75. Geburtstag. Der in • i drei Kriegen erprobte Soldat, der bewährte Ostafrikaner, der nationale Führer, hat sich selbst ein in seiner befchei- ft denen Schlichtheit besonders schönes Denkmal gesetzt, seine Lebenserinnerungen, die unter dem Titel .Aus einem bell wegten Leben" vor kurzem in I. F.' ßs- Lehmanns Verlag in München (geh. ¥ i. 5 Mk.. geb. 7 Mk.) erschienen sind Mit "6 1 Erlaubnis des Verlags geben wir zur Geburtstagsfeier den folgenden Abschnitt auS dem Buche wieder: Zugleich mit meiner D. - mg nach Prima watch ich zweiter Stubenältester auf der Stube Rr 10 der 1. Kompagnie, deren erster Stubenältester der Selektaner und Portepee-Unteroffizier o. H i n b e ji b u r g, unser heutiger Fcldmarschall. toar. Das war ein glückliches Jahr (Ostern 1865 bis 66). Hindenburg, damals achtzehnjährig, sehr groh, aber schlank und hager, zeigte damals schon seinen ausgezeichneten Charakter, sein gradliniges, offenes Wesen, seine Herzensgüte, daneben seine militärische Veranlagung. Man lernte sich bei dem engen Zusammenleben sehr schnell genau kennen, jeder beobachtete die Schwächen des andern; an Hindenburg hat niemand je ein Falsch ober Fehl zu entdecken vermocht. Wir hatten es sehr gut unter ihm, alles vollzog fid) in strenger Ordnung, aber ohne rauben Don und ohne irgendwelche persönliche Belästigung oder Kränkung. Des Abends, wenn aller Dienst erledigt war. schickte cr g-rnnfHirf) d e Sekundaner als der Ruhe bedürftig früh ins Bett und unterhielt sich mit uns älteren in jovialer, Humor- voller Art. Mein Primaner-Kollege, ein Kadett v. Oedhel (jetzt Major a. D. in Zehlendorf), ein geborener Rheinländer, erheiterte uns dann häufig durch Heine Vorträge. Es war ein reizendes heiteres Idyll, das wir unferm Stubenältesten verdankten und ihm zeitlebens nicht ver> geffen haben. Das verständnisvolle stille Lachen, das charatteristisch an ihm geblieben ist, war der beste Lohn für untere kleinen Spähe. Das Jahr 1864 hatte uns nach dem Uebcr» gang auf Alfen den Frieden mit Dänemark und die Besetzung Schleswigs durch preußische Holsteins d urch österreichische Truppen gebracht. Manteuffel und Gablenz wetteiferten in liebenswürdigem Auftreten gegenüber der Bevölkerung der meerumschlungeneir Lande. Der Oesterreicher war uns jedoch über. Politische Reibungen und Schwierigkeiten häuften sich.. Immer mehr machte sich das Uebergewicht der genialen Politik Bismarcks geltend. In Wien erkannte das Kabinett, daß es sich getäuscht hatte und der Krieg völlig zum Vorteil Preustens ausgeschlagen war. Dadurch wuchs dic Abneigung gegen den alten Rebenbuhler, und die Spannung stieg im Laufe des Jahres 1865. „Ob du schwarz-weiss:. ob du schwarz-gelbst. lieb bcincr. Rächsten wie dich selbst!" sang der Kladderadatsch. Die Atmosphäre wurde schwül und schwüler, und uns Kadetten, die wir nahe vor Dan Eintritt in die Armee standen, fiel das ruhige, regelmässige Arbeiten recht schwer. Die Zeitungen, von denen nur wenige (rechtsstehende) in das Kadettenkorps Zutritt hatten, wurden verschlungen. Im Februar 1866 machte ich mit meinen Altersgenossen der Prima das Fähnrichseramen. "Särfenhirfc. (Ohne Gewähr.) Frankfurt a.M. Berkin S»'ut. Sdiub» Rdeno» NiHt ?cht»9- "ine SMufc» «tuaa 8'r’« Datum: 27. 4. 28 L 27. 4. 28. 4 Deutsche NetchSanIech« 585 0.5935 o.e n.S"i <* Teu'sche 9lciCb5anlcll)e - t*tf' Deutsche ReichSanleün — U.67S «.67 5 1,6» 67 O.IÄ5 TL Deutsche NeichSanleitze . Deutsche Soarvramienauleth« — 0,16 ,34> 0 '.48 •J.Ä56 0.34 <•/. Preuhische «vnsolS . . . J.710 0.705 o,71 4‘ c Hessen....... 0.. .i — SM“::: 0.75 3.79 0,79 0.79 Deutsche Wertb. Tollar-Anl. ' *5 '*1.75 «4,75 dto- Doll.-Scha»»Lntreisng.'> 92 92.15 92,15 */. Zolltürken......... 9.95 10.175 V.9 10 lorbinerifanet ... . — 3, Berliner HandelSaesellschast. liommeri’ und Pnvat-Bank 142,40 na.25 Hl 103 143 la: 143 103 .rcrmfL und Nationaldank 125.2 IM 123 13 126,5 Deutsche Bant ...... 121,50 125.62 125 125,25 Deutsche KereütSvanl .... 0,885 87.5 — ——- DiSconto iLonunandit . . 116.25 116.13 16..‘ 116,2.5 UÄetaUbant........... 110 11" Miiteideutsche (Irebilbant . . 4V > , 100 100 100 OesterreichsIche üreditanstalt. 8.W 8.2 8 8 Destdank ......... 1.11 0.11.5 0.2 0,2 Bochumer Suü........ 79 75,6 Budern- ........ 81 81,5 85 Itaro ........... t < so 81.5 80 Deutsch L'urentbura . . . 1I9.K l'MI 1'12.80 99,75 Weifenttediener Bergwerke . 6,2 > 80 77,4 Harpener Bergbau..... «aliwerle Stschersieben.... Ul 135,7.5 137 134,5 16,75 17 17,7t 16,7.5 Äaliroetf Westeregeln..... 21,2 > 21,13 21,90 21.1 Laurodutte........... •«> 72,5 Dtcrbebaif ..... . . . . Pdonii Bergba»....... .5 8,9 9 115 116,13 118,75 116,25 Rheimialil .......... 18,75 19,75 51.13 19,75 tHicbe.1 lOontan........ 100,25 10.3 113 101,2.5 TelluS Bergbau........ .65 3,67 Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd ... 78 75,12 78,8 74,50 78 75 76,25 79.25 Lderamische Werte «lbtn .. -- _ Zemeinwerk Heidelberg . . . U.ÄU 84,5 — Bbilivv Hostmann ..... 87 86.1 85,5 86,25 Anglo Lont -Sucno .... — (30,25 131 Badische Anilin........ 119,5 137.10 138,9 Chemische Maner «lapln . . 0,15 0,44 foldschmidl ....... 1 6,2.5 107,87 VS 100.7 107.2.5 KneSi eimer Electron .... 127 75 128 25 130 £tiet)fter Farbwerke...... 128,75 128 130,25 Lov.verkoblmtg........ NütgerSwerke . ....... 15 1.5,4 1 i,6 1.5.1 Scheideanstalt ........ 128 128.5 SIU«. ElektriiiiätS-Sesellsldaft 11.25 111.75 110.80 110,75 c^vmnann .......... 'l'rolnrrafttoerfe ........ s8 87,5 87 86.9 91,5 91.5 Echuckert........... 87 88 85 87,5 Siemens k Halske ...... 71 71 68,5 70,5 Vlblertuerle Kleyer ...... d 1 3.4 ,11 3,4 Daimler Motorru. ...... i 5.49 5,6 Henliyenstaedt......... 2 y,.> — ‘J'.eauin..... . 8 7,9 Motorenwerlc Mcumbcim . — 106,75 105,5 frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . 0,65 1 "7 1.1 1.12 1.1 9)icta(lgekai»aft Frmtkfutt. Pet. Union A -G...... 127 2 1.5 127 2,12 — -> 9 Schudiabrik Herz...... 3,7 3.5 3,5 Sichel- • .......... .IX* 57,2.5 2.35 2,25 jeUftoir Waldbos....... 12,60 12,7.5 10.25 12.9 Zuckeriabrlk Frankenthal .. Zuckerfabrik Waabanlel • . « «Ja 1.25 4,12 3,25 — — Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Giessener Anzeigers".) Berlin, 28. 2lpril. Die heutige Börse eröffnete wesentlich beruhigter. Die Gerüchte über die gestrigen 21 n g ft D c r t ä u f c haben sich als wesentlich übertrieben herausgestellt. Zwar wurden verschiedene Aus- landverläuse festgestellt, ha man nach dem ausser- ordenllich scharf geführten Wahlkampfe im ersten Augenblick innerpolitische Unruhen und Schwierigkeiten befürchtet hatte. Diese Qkrläufc waren jedoch bei den grossen Kursstürzen nicht ausschlaggebend und fehlten heute ganz. Im Gegenteil hat das Rheinland Käufe vorgenommen, und diese beränbede Sachlage veranlasste die Spekulation zu Deckung«- und Rückkäufen. Das Ergebnis war, dass auf fast allen Märkten Kursbesser ungen von 1—2 Prozent und noch darüber hinaus zu verzeichnen waren. Har- pener z. B. die sich bereits im gestrigen Rachbörsenverkehr erholt hatten, konnten sich um weitere 3 Prozent bessern. Der Markt der heimischen Renten lag bei geringem Geschäft freundlich gestimmt. Der Geldmarkt ist un- verändert leicht Das Wicderauflebeit der Gold- dislontbank wird von der Börse mit Befriedigung ausgenommen. Man erwadet hiervon eine kräftige Unterstützung des deutschen Exporthandels. Der französische Franken lag int internationalen Devisenverkehr wieder etwas fester, das englische Pfund konnte dagegen feinen gestrigen Die schriftliche Prüfung wurde, wie es altherkömmlich war, in dem berühmten Feldinarschall- faale des alten Lehrgebäudes abgehalten. Die preussischen Helden von zwei Jahrhunderten schauten aus ihren goldenen Rahmen verwundert herab auf die unglücklichen Kadetten, die an regelmässig ausgestellten Tischen unter strenger Aussicht ihre Uebersetzungen fertigten und ihre Aufsätze „schmiedeten". „3n deiner Brust sind deines Schicksals Sterne," lautete mein deutsches Thema, das ich glaube, einigermassen verständig bearbeitet zu haben. Troy her strengen Klausur und trotz 2lndrohung schwerer Strafen siegte doch die Kameradschaft und wusste den der Hilfe Bedürftigen die Lösung der machematischen Ausgaben oder die Stichworte für andere Fächer heimlich zuzustecken. Ganz absonderlich verlies die mündliche Prüfung im Deutschen. Zu dieser Prüfung wurden wir in Abteilungen zu Sechsen nach der „©tarn enie“ Lindenstrasse 2 geführt, wo noch heute der Sly der ..Militär-Oberexaminationskommll- fion“ sich befindet. Alles verlies normal, nur der Examinator des Deutschen, Professor Foss, machte uns zittern, weil er wegen seiner Gdllen und Sonderbarkeiten berüchtigt war. Er liess einen Satz lesen, in dem das Wort „fürbass" vorkam. „Was ist bass?" Keiner von uns sechs vcrnlochtc Die Frage zu beantworten. „Dass ist ein Synonym von ,gut ; es ist der Positiv von besser, beste." Ein stilles Ah ging über die Lippen der erstaunten Prüflinge. „Wo kommt bass in der deutschen Erdkunde not?“ Äehn Antwort. „Wo fliesst der 3nn in die Donau?" „Bei Passau." „Ra also, Pallau, bass au, gute Au." Wiederum ein sechsfaches Ah! „Wo kommt bass weiter vor?" Allgemeine Stille. „Wo {liefet der Rhein ins Meer? In Holland, Riederland. Norplllen; macht alt, wirst auch sonst unschön. Allgemein bekannt ist, dass übermässige Körperfülle nicht nur störend auf das Wohlbefinden des Menschen wirkt, sondern auch einen Schönheitsfehler — besonders nach Der Tendenz unserer 'Lett — darstellt. Korpulenz entstellt die natürlichen Körperformen und lässt auch die Person^ älter erscheinen als sie ist. Krankhafte Korpulenz bedarf unbedingt Der ärztlichen DehanD- lung Doch in solchen Fällen in Denen organisch GesunDe nur infolge zu üppiger oDcr unzweckmässiger Rahrungszufuhr zum Starkwerden neigen, oder zur Verbesserung ihrer äusseren Erscheinung bei bereits vorhandenem Ansatz etwas tun wollen, sollten sie nur zu einem solchen Mittel greifen, welches keine Schilddrüsen-Präparate enthält, Da Diese das Herz angreifen. Da es viel leichter ist, bei beginnender Korpulenz Derselben Einhalt zu gebieten, als bei langjährig bestehen Der Korpulenz Dieselbe zur Rückbildung zu bringen, ist es allen Personen, Die Veranlagung zum StarkwerDen besitzen, zu empfehlen, von Zett zu Zeit eine Kur mit einem geeigneten, insbesondere unschädlichen Mittel, Höhepunkt md>: gan* au»icdiiciballen Sic Mark lieg' in Amsterdam und Zürich töfter, in London schwacher Sie notierte in Amsterdam 59.44> In Zürich 122.75, in London 20,25. Frankfurter Abendbvrse. Frankfurt a. W . 2>. April. An der bciuigen ck'cndbörse konnte sich kein grösserer Berkehr cm- tuirfeln; der Verlauf war ruhig und anregungsloe. Die Kursbewegung war gering und kaum bemerkbar. 3m grossen und ganten bewegten sich die 5turse auf dem Mittagsstonde. einiges Interesse zeigte sich iüi Türkenwerte, von Denen Zolltürken im freien Verkehr bis 10,20 anjogen. Heimische '.Renten uxiren geschästslos. Fünfproz. lReichcanleihen schwächten sich im freien Verkehr auf 0,590 bis 0,5934 ab. '21m 'JRarfie der chemischen Werte kam es zu neuen Kursabbröckelungen. Von Bank werten wurden Deutsche Bank um . fester, während Reichsbank 0,4 niedriger wurden. Die 'stbendborse schloss bei starker Zurück- fealtung in behaupteter Stimmung. Ausländische Renten. Bagdad II 9,55, Zolltürken 10,17). Bankaktien: Berems und vommerzbank 103, Darmstädter Bank 126, Deutsche Bank 125,62, Disconto- gejellschait 110,12, Dresdner Bank 10fll, Mitteldeutsche Eredit 100, 'Reichsbank 136,12, Oesterreichische Kreditaktien 8,20. Montanaktien: Otavi 27,25, 'Rhein- stahl 49.75, Kali Westeregeln 21,12. Chemische'Aktien: Elberfelder Farben 2h, Th. lstaldschmidt 107,87, Höchster Farben 131,12, Holzverkohlung 7,50, Rüt- gerswerke 15,37. Transportaktien 'Rordd. Lloyd 78,80. Industrieaktien Adlerwerke Kleyer 3,4**, Aschasfenbuger Zellstoff 102,25, Dyckerhos» 4R*>. Olebr. Junghans 84, Jnag 1,16, 'Rheinmetall 59.25, Neckarsulmer 8,9. Sranlfurtcr Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht De8 ..Giessener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 28. April. Es wurden notiert: Weizen 20,25 biS 23.50. Roggen, inlänb. 19 bis 22.50. Sommergerste für Drauzwecke 20 bis 25. Hafer, inlänb. 17,50 biS 22. Mais, gelb 21. Weizenmehl, inlänb., Spezial 0, 35,25 bis 37. Roggenmebl 30 bis 31,50. Weizenkleie 13 bis 13.25, Roggcnkleie 14,25 bis 14,50. Tendenz ruhig. * Berliner Produktenbörse. Berlin. 28. April. Der Probuktenmarkt war infolge weiterer niedrigeren Auslandmel- bungen erneut schwächer. DaS Mehlgeschäst bleibt andauernd schwierig. Gerste gefragt, Hafer lufeig. Futterartikel still. Es würben notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 243 bis 245. bo. Mal 252 bis 253. bo. Juli 249, Roggen, märf. 216 bi« 218. bo. Mai 201 bis 202. Do. Juli 208 bis 208.50, Gerste, märf. 218 bis 236, Futteraerste 197 bis 206. Hafer, inärl. 202 bis 211. bo. Mai 182 bis 185, Do. Juli 180, Mai«. Mai 180. Raps 395, Leinsaat 385; für je 100 Kilo Weizenmehl 31,25 bis 33.75, Roggenmehl 28,50 bis 30, Weizenkleie 15, Roggcnkleie 16 bis 15,80. Diktoriaerbfen 22 bis 27, kleine Erbsen 20 bis 22, Futtererbsen 19 bis 20, Peluschken 19 bis 21, Ackevbohnen 19 bis 20, Wicken 19 bis 21, Lupinen, blau 10 bi« 12. bo. gelb 11,50 bis 14,50. Serradelle 14 bis 16, Rapskuchen 14,80 bis 15,20, Leinkuchen 22,20 bis 22,60, Trockenschnu»el 10.40 biS 10,60. Torfmelasse 9,50. Kartoffelstöcken 19,30 bi« 19,70, Zucker 17,50 bis 18,50. Ein erfahrener Arzt schreibt: „Die im Volk von alterSher im Frühjahr gewohnte und beliebte Blutrcinigung hat für Die Gesundheit grosse Bedeutung und wissenschaftliche Begründung " Die Berdauungsorgane werden durch Anwendung eines feit 50 Jahren bekannten und erprobten Mittels, wie es die Apotheker Rich. Brandt « Schweizerpillen sind, zu grösserer Tätigkeit angeregt und hierdurch die der Gesundheit sehr schädlichen Schlacken de« Stoffwechsels (verbrauchte Säfte usw.) au« Blut. Darm und Gefässen auf angenehme, natürliche und unschädliche Weife entfernt, so dass eine wohltuende Erfrischung des ganzen Körpers ein- tritt. Mair verlange stets Die echten Apotheker Rich- Brandt s Schweizerpillen, Die in allen Apoth. zu Rm. 1.50 erhältlich sind. 255ss Extr. Selin pal. l^.Extr. Achill.tncMch.—Aloi-s - Absynth.ia 1,0. Exti Trif. Oent iaO,5 Pulv. rad. Oent Fi Korpulenz macht alt, verunstaltet die Körperformen und ist auch ungesund. Wir raten Korpulenten und allen zum Starkwerden Veranlagten, in derApotheke 60oder 30 Gramm echte Toluba-Keme zu kaufen, die unschädliche Stoffe von fettzehrender Wirkung enthalten. Sicher : llniversitäls-Apoch. „Zum goldenen Engel". „Wie nannten das Die Römer?" Batavia „Ra also, Batavia, Dattau, Bassau, gute Au." Wir waren baff. Darauf wandte cr sich Der Literaturssefchtchtr zu. Jeder Prüfling musste ein Stück Der deutschen Literatur nennen, mit dem cr sich eingehend beschäftigt habe. Ich nannte Hauffs Roman „Liechtenstein". Da fragte er mich erst über die schwäbischen Dichter aus, über die ich gut Bescheid wusste Und bann erfolgte Die klassische Frage: „Was für ein Gewand trug Herzog lllrich, als er die Rebelhöhle besuchte?" Auch hieraus blieb ich Die Antwort nicht schuldig, und ich schnitt bei dem Gefürchteten schlichlich noch ganz gut ab. Durch mein ganzes Leben bat mich dieser sonderliche Heilige verfolgt; aber ich hatte wenigstens im Examen etwas gelernt. Rachdem diese Schreckenszeit vorüber war. hatten wir noch einen stolzen, schönen Tag, die Vorstellung der in die Armee eintretenden Kadetten vor dem ehrwürdigen Könige Wilhelm I. Wir marschierten nach dem Palais, wurden Dort in einem grossen Saale aufgestellt, der hohe Herr ging langsam die Front entlang und nch- tctc an einzelne Fragen über die Familie, daS Regiment, in das der Betreffende einzutreten wünschte und dergleichen. Mit väterlichen Er- mabnungswoden wurden wir entlassen. Ein bedeutender Emdruck für einen sechzehnjährigen jungen Menschen! Dann ging es auf Ofterurlaub, und in Der Heimat erhielt jeher brieflich die Entscheidung über seine Zukunft. Hindenburg wurde a(S Leutnant im 3. Garderegiment z. F. angestellt, ich wurde als Selektaner (Portepee-llnteroffizier) in das Kadettenkorps zurückberufen unb wurde Stubenältester an Dem von Hindenburg verlassenen Platze. Durchzuführen. Ein solches Wittel sinD Die in letzter Zeit wesentlich ocrbelfetten Toluba-Kerne. die Ingredienzien von fettzehrender und den Stoffwechsel anregender Wirkung enthalten. Zahlreiche Anerlennungsichreiben, auch solche von Aerzten, heben Die Bekömmlichkeit Der Toluba- Kerne lobend hervor. Die echten Toluba-Kem« erhalten Sie nur in Apotheken, sicher: ilntoer« sitätsapotheke Zum goldenen Engel. .* Tel. 240 auch nachts Central-Drogerie. Schulstr. 1000, Preis 50 Pf. das Halbpfd. in der bekannten Packung. wt geht jede Frau, wenn sie ihrem Haushalt Feinkostmargarine „Schwan im Blauband“ I verwendet. / 1 ■ ■W N W W! .aijöc:. I . 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