Weihnachtswünsche deutscher Führer Leistungs- wir dann den alten Erde und Nicht Vot- Frie- noch Mil- S o - sollte zum kommen. 3n dem Artikel heißt es u. a.: bei allen Menschen findet die himmlische schäft von GotteS Ehre und der Menschen den gläubige Aufnahme. Wie fest war vor einigen Jahrzehnten der Glaube von lionen Proletariern an den Erlöser z i a l i s m u s. Die materielle Entwicklung unter-- und überlasteten Gebieten des Reichs heröeigeführt und das Dcitragsaufkommen so vollständig wie möglich zur Deckung des Für- sorgcnauswandes herangezogen. Di: Befreiungen von Der Bcitragspflich: sollen nach Möglichkeit eingeschränkt werden. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Plahvorfchrift 20 mehr Thesredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange Derantwortlich: für Politik und Feuilleton Dr. Friedr. Will). Lange: für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den An« zeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Auslassungen des Reichskanzlers und Dr. Stresemanns. Eisen, 24. Dez. (Wolfs.) Reichslanz- ler Dr. Luther hat der „Essener Allgemeinen Zeitung" folgenden Weihnachtswunsch zur dabei ihr tatkräftige Unterstützung Mit dem festen Vertrauen auf_ die fähigkeit des deutschen Volkes können hoffnungsvoll als unserem Leitstern heiligen Worten folgen: „Friede auf den Menschen ein Wohlgefallen!" gez. Dr. Luther. mit Naturnotwendigkeit diesem System „ Durchbruch verhelfen. Lind heute? Enttäuschte Die Eroberung von Tientsin. Peking. 21. Dez. FengyuHsiangs Truppen sind, wie bereits kurz gemeldet, Donnerstag morgen in Tientsin eingezogen. Die vorangehenden schweren Gefechte haben mehrere Tage gedauert, und die Verluste betrugen auf beiden Seiten mehrere tausend Mann. Litsch.nglings Truppen haben sich aufgelöst und fliehen. 3m Eingeborenenviertel von Ticntsin plündern die geschlagenen Truppen. Der Eingang zum Fremdenviertel, zu dessen Schuh Freiw.lligen- Truppen gebildet wurden, ist durch Barrikaden gesperrt. Die italienische Schutzwache in den Elektrizitätswerken erschoß nach Dorauf gegangenem Kampfe zwei Chinesen. Am Donnerstagabend haben lodann Nationaltruppen Tientsin beseht und die Verfolgung der Tsch'li-Truppen aufgerwrnrnen. 3n Tientsin herrscht Ruhe. Der Eisenbahnverkehr mit Peking wird wieder ausgenommen werden. Der Pekinger Vertreter der „Times" meldet, bei der Einnahme Tientsins hätten Feng-Puh- Stangs Truppen 4000 Gefangene gemacht. Die Verluste beider Parteien werden auf 20 000 geschaht. 3nfolge der strengen Kalte und 6er. ungenügenden Sanitätsrnaßnahmen sei ein ungewöhnlich hoher Prozentsatz der Verwundeten gestorben. Llngefahr 40 000 von Litfchlinglus Streitkräften mit der gesamten Artillerie hätten sich in guter Ordnung in Richtung Schantung zurückgezogen. Ein Sieg Tschangtsolins. Paris, 21. Dez. (TLl.) Die Blätter melden aus Peking, daß Tschangtsolin über seinen Gegner, den General Kuo Sun Ling einen entscheidenden Sieg errungen hat. Kuo Sun Ling wurde mit seinen gesamten Truppen von der Kavallerie Tschangtsolins gefangen- genommen und zusammen mit seiner Frau auf Befehl Tschangtsolins standrechtlich erschossen. Er hatte versuch , als Kuli verkleid::, in Richtung auf Liao Pang zu entkommen. Angestellte und Erwerbslosen ürsorge. (^inbejicbunq der höher bezahlten Angestellten in die <§rwerbsloscnfürsorge. B e r l i n . 24. Dez. (Wolff.) Entsprechend der Erklärung, die der ReichsarbeitSminister am 11. Dezember 1625 im Haushaltsausschuß des Reichstags bei der Beratung der zur Erwerbslosenfürsorge gestellten Anträge abgegeben hat und Dem in der Vollversammlung des Reichstages am 12. Dezember 1925 einstimmig gefaßten Beschlüsse des Reichstages ist im Reichsarbeitsministerium ein Gesetzentwurf ausgcarbeilet worden, der die Einbeziehung der höher bezahlten Angestellten in die Erwerbslosensürsorge bezweckt. Das R e i chs kabine t t hat in seiner letzten Sitzung der Neuregelung zugestimmt. Der Gesetzentwurf liegt bereits dem Reichsrat vor und wird dem Reichstage alsbald zur Beschlußfassung zugeleitet werden. Nach einem ebenfalls dem Reichsrat bereits unterbreiteten Ver- Der russisch - türkische vertrag. Aeutzernngcn Litwinows. Moskau, 24. Dez. (WTD.) Der stellv. Außenkommissar Litwinow hat vor Pressevertretern folgende Erklärung über den trag zwischen der Sowjetunion und der Türkei abgegeben: Die Verhandlungen über den Abschluß eines Ergänzungsvertcages zu dem Vertrag von 1921 wurden bereits vor mehreren Odonaten von dem Sowjetbotschafter in Angora Suritz begonnen. Die Unterzeichnung des Vertrages in Paris ist also Zufall. 3n dem Vertrage werden die seit langem zwischen den beiden Staaten bestehenden Beziehungen fcftgelegt, die jede Möglichkeit irgendwelcher aggressiver oder feiitdlicher Handlungen gegeneinander ausschlossen. 3ni>em der Vertrag die russisch-türkische Freund chaft stärkt, ist er gleichzeitig ein ernster Schrill auf dem Wege zur Festigung des Weltfriedenc- Wie aus dem veröffentlichten Vertragstert hervorgeht, ist der Vertrag gegen niemand gerichtet. Litwinow erklärte ausdrücklich, das; keinerlei Geheimzusähe zu dem Vertrag oder den Protokollen bestehen, und fuhr fort: „Die Bereitschaft der Sowjetregierung. analoge Verträge mit allen Ländern, mit denen sie iwrmale Belebungen unterhält, abzuschließen, ist der beste Beweis für die Friedensten- ben5 des Vertrages." Aus Konstantinopel wird berichtet, daß sich Mustapha Kemal Pascha Im April nach Moskau begeben werde, um mit Tschitscherin über die durch den russisch-türkischen Vertrag geschaffene Lage zu verhandeln. Das englische Echo. London. 24. Dez. (Wolff.) Der diplomatische Berichterstatter der „Daily Mail" schreibt, der russisch-türkische Vertrag verhindere vielleicht den Eintritt Rußlands oder der Tür fei. in den Völkerbund. Falls dies zutrefsen sollte, stehe man einer völkerbundsseindlichen Bewegung gegenüber, was von größter Bedeutung sei. — Auch die „Westminster Gazette" erblickt in dem Vertrag ein weiteres Hindernis für den Eintritt Rußlands in den Völkerbund. Sonst errege jedoch der Vertrag vom britischen Standpunkt auS gesehen keine Bedenken. — Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt über die „wirklichen Beweggründe für den russisch- türkischen Vertrag", die darin enthaltene Neutralisierungsform sei nicht dazu angetan, Den Eintritt eines der beiden Staaten ohne den andern in den Völkerbund zu erleichtern. Es liege jedoch deut Vertrag ein tiefes Motiv zu Grunde, nämlich das türkische Mißtrauen gegenüber 3 t a I ie n. Angora sei nicht vollkommen davon überzeugt gewesen, daß in der letzten Feit zwischen Rom und Moskau nicht Verhandlungen bezüglich eines Zusammen-, wirkens zwischen 3talien und Sowjetrußland stattgefunden hätten, die sich zum Nachteil der Türkei hätten auswirken können. Die Türkei habe andererseits den Wunsch des russischen Außenministers erfüllt hauptsächlich aus Hatz gegen d i e West Mächte, aber auch aus Besorgnis, daß die Türkei in kommenden Verhandlungen mit Großbritannien in den Hintergrund kommen könnte, und sich zu Konzes- sionen wirtschaftlicher Art bereit erklärt, die einen Teil des sowjetrussischen Programs der friedlichen Durchdringung der Türkei ausmachen. Europas erste Voraussetzung ist. Einer ersten Konferenz werden weitere folgen. Den Worten werden Taten folgen, dem wirtschaftlichen Ausbau wird der kulturelle folgen. Das Nationalgefühl wird nicht mehr sich mit der Frage beschäftigen: Wie bringe ich den andern zurück?, sondern mit dem Bestreben, dem andern es zuvor zu tun in wirtschaftlicher und kultureller Aufbauarbeit zum Wohle des Ganzen. (9ehefmr.it Felix Deutsch, Präsidialmitglied des Reichsverbandes der deutschen 3nduftrie, begrüßt den Plan Loucheurs für eine internationale Wirllchaftskonserenz. Für eine Zusammenfassung der 3nteressrn wird zunächst ein horizontaler Ausbau in den großen Industrien erforderlich sein, und zwar zunächst in jedem Lande, dann international europäisch und schließlich in einer Verständigung mit Amerika, um den Weltmarkt in Ordnung zu bringen. Gleichzeitig muß die Frage des Abbaus der heutigen Zollmauern bearbeitet werden. Wenn an der gesamten Konferenz aus jedem der wichtigsten industriellen Ländern einige wenige maßgebende 3ndustrielle und Finanzielle mit Regierungsvertretern z'r- sammenarbeiten, werde man zu verständigen und durchführbaren 3deen gelangen. Dr. inq. h. c. Sorge, Ehrenvorsitzender des ReichZverbandes der deutschen Industrie, urteilt, daß eine Einladung zur Weltwirtschaftlonferenz von uns nicht abgelehnt werden dürfe, auch wenn man, wie bisher, nicht allzu hohe Erwartungen auf ihre unmittelbaren praktischen Ergebnisse seht. Sicher sei, daß eine feste Basis für eine ruhige und ständige Wirtschaftszusammenarbeit erst erfolgen kann, wenn es in Europa fein Währungselend mehr gebe. Die zwischenstaatliche Organisation der 3n- dustrie, unter Wahrung des eigenen Interesses bei gleichzeitigem Verständnis für das 3nter- esse des Partners hält Dr. Sorge für eine wesentliche Voraussetzung für die Wiederaufrichtung Europas (Generaldirektor Dr. Dilverberg, Präsidialmitglied des Reichsverbandes der deutschen 3ndustrie, halt gleichfalls den Plan einer Weltwirlsch aftskonferenz für realisierbar, unter der Voraussetzung, daß sich d.e Politik nicht hineinmischt. 3n der Frage des Kohlenbergbaues glaubt Dr. Silverberg nicht an einen dauernden Rückgang im Drennstosfoerbrauch. Wcnn die Erzeuger erst die Anpassung an d e moderne Technik vollzogen haben, werde die absatzfähige Förderung eher noch zunehmen. Zusammensassend erklärte er, ohne Vereinheitlichung der europäischen Wirtschaftsgebiete können die einzelnen Glieder den kontincnlalcn Wirtschastskörpers nicht gesunden, aber diese Vereinheitlichung ist gebunden an die rechtliche und tatsächliche Gleichheit der Partner, an gleiche Voraussetzungen ihrer wirtschaftlichen Arbeit. Die „Germania" läßt Ncichsarbeitsutiuistcr Branns unter dem Titel „Friede auf Erden" zu Worte Hoffnungen. Die proletarischen Massen glauben nicht mehr an diese naturnotwendige Entwickelung. Daher der Kommunismus, der sie durch Terror und Gewalt ersehen will. Selbst wenn es eine irdische Ordnung gäbe, die einem 3ebem irdisches Glück in hinreichendem Ausmaß sicherte, so wäre damit das Menschenherz noch nicht befriedigt. Hinter all den wirtschaftlichen, sozialen und staatlichen Problemen taucht deshalb die Frage nach dem letzten Lebenszweck, nach sittlicher Gröhe, nach unvergänglichen Ewigkeitswerten auf. Sollen und dürfen deshalb die Wirtschaftsund Sozialpolitiker, die Staatenlenker und alle, die für das Gesamtwohl die Verantwortung tragen, diese Sorge leicht nehmen und der Religion allein die Lösung überlassen? Das wäre vom Standpunkt des Christentums unverantwortlich. Die gewaltige Umwälzung unserer Tage. Krieg und Niederlage, innerer Zusammenbruch, Not und Verzweiflung von Millionen stellen die Probleme der Slaatswirtschaft und Wirtschaftsordnung wieder in den Vordergrund. Sie drangen sich von selber auf. Aoer leider übersehen Millionen von Menschen bei dieser Fragestellung, daß die Probleme der Wirtschafts- und Staatsordnung so alt sind, wie die Menschheit selbst und sich immer wiederholen, nur nach Art und Grad ihrer Problematik verschieben und immer noch ist die Menschheit von den gegebenen Antworten nicht befriedigt. Wenn je, dann ist e- heute noch angebracht, die christliche Friedensbotschaft der Menschheit zuzurufen, die von der Ehre Gottes ihren Ausgang nimmt und als Quelle allen wahren Friedens auf Erden den inneren Frieden der Seele erkennt und wertet. Zwischen den Festen. 3n Deutschland ist schon vor Weihnachten die Politik schlafen -gegangen und die Versuche, durch Sensationen außen- und innerpolltischer Art Bewegung in die träge Masse ju bringen, sind mißlungen. Das wird auch wohl über Neujahr hinaus so bleiben, bis der Reichstag wieder zusammentritt. Für Der. 10. 3anuar hat das Zentrum feinen Parteivorstand zusammendc- rufen. Bis dahin wird es wohl von den Sozialdemokraten endgültig Antvwrt erwarten, wie sie es mit der Großen Koalition zu halten gedenken. Dann muh die Entschet- dung fallen, denn der Reichspräsident wird sich aus die Dauer nicht dazu berg eben, daß er die Entscheidung über die Regierungsbildung vertagt, nur weil der deutsche Parlamentarlsmus gestaltungsunfähig geworden ist. 3n Fra nkreich hat man es nicht W aut gehabt, wie bei uns. Dort ist die Krise auch über die Feiertage weiter gegangen. Herr D o u m e r zerbricht sich seine altgewordenen 3äbnc an der harten Nuß der Finanzreform, währendB r t a n ö zwischen dem Block der Linken und einer Neuorientierung mehr nach rechts hin noch schwa.rn. Nicht nur der Frank, sondern auch Herr Doumer selbst scheint zu wackeln, denn die Franzosen wollen ihre Währung retten, ohne jemanden wehe zu tun die Methode aber, sich den Pelz zu waschen und dabei nicht naß zu werden, ist amh auf finanzpolitischem Gebiet einstweilen noch nicht erfunden. 3mmerhin, auch die Franzosen zeigen eine beachtenswerte Ruhe. S.e begreifen immer noch nicht die Tiefe des Abgrundes, an dem sie stehen. Dazwischen machen sich die verheerenden Folgen der angeblichen Friedensdiploinatie der Großmächte im weiteren Osten erheblich bemerkbar. Der r u s s i s ch - t ü r k i s ch e Freund- f chastsvertrag scheint das künstlich hergestellte Gleichgewicht in Kleinasien ins Rutschen zu bringen. Unverkennbar ist London durch die Abmachungen zwischen Angora und Moskau nervös geworden und gibt sich Mühe, die Situation zu retten, aber das ist schwer, nachdem einmal die Kugel den Berg herabzurollen begann. Vielleicht das ist die einzige Hoffnung — ist es aber den Türken mit ihren Drohungen nicht ganz so ernst, am Ende begnügen sie sich mit einigen kriegerischen Gesten, um auf diese Weise auf unblutigem Wege aus England herauszuholen. was fic für die Aufrechterhaltung ihres Prestiges, aber auch zur militärischen, finanziellen und wirtschaftlichen Sicherung ihres Staates brauchen. 3m Fernen Osten dagegen sind die Dinge im Fluß. Die Generäle in China bekämpfen einander, besiegen sich gegenseitig und, wenn sie sich bekommen, richten sie sich auch gegenseitig hin. Feng. Tschangtsolin und wie sie sonst alle heißen, benutzen das Land als Aufmarschgebiet ihrer ehrgeizigen Pläne. Doch sind sie aber nur die Puppen in der Hand f r e m d e r D r a h t z i e h e r. Der Kamps, der in China ausgefochten wird, geht in Wahrheit nicht zwischen den Generälm, sondern zwischen 3apan, England, den Vereinigten Staaten und Rußland, ülnd gerade das macht ihn so gefährlich, weil, wenn der Funke einmal übergreift, urplötzlich der ganze Osten in Brand stehen kann. Bekämpfung der Arbeitslosigkeit NotstaudSakton der Neichsrecziernnq. Berlin, 27. Dez. (211.) Die Reichsregierung ist sich darüber schlüssig geworden, daß die 6 r - roeroslofenunter ff üfjung zur Linderung der ungeheuren Katastrophe zunehmender Arbeitslosigkeit nicht mehr a u s r e i ch t. Sie ist zu der Ueberzeugung gelangt, daß Rokstandsarbei- t e n größten Stils zur Beschäftigung der Er- roerbslosen eingeleitet werden müssen. 3m letzten (Etat sanden sich hundert Millionen Mark beim Haushalt des Reichsarbeiteministeriums, die in erster Linie als Zuschuß zu Rotstandsarbeiten im Falle zunehmend.'r Erwerbslosigkeit gedacht gewesen sind. Dieser-Hunderl-Millionen-Fonds ist im Bei lauf des letzten Jahres erst ganz wenig in Anspruch genommen worden. Die Reichsregierung will deshalb unmittelbar nach den Festtagen Besprechungen über die unverzügliche Verteilung des noch ziemlich erheblichen Restes dieser Summe an Lander und Gemeinden zwecks (Einleitung von Rotstands- arbeifen abhalten. Bei dieser wichtigen Konferenz soll auch die Frage zur Entscheidung gebracht werden, in welchem Umfange das Reich weitere Mittel für Rotstandsarbeiten unverzüglich flüssig machen kann. In einem für die „Dresdener Neuesten Nachrichten" geschriebenen Weihnachtsartikel erklärt Reicksminister Dr. Slrefemann: Verschiedenartige Not schafft Schicksals- g c m e i n f d) a f t. Englische Arbeitslosigkeit kann bester geheilt werden durch aufnahmefähigen deutschen Markt als durch einen verelendeten. Frank, reichs Finanznot, die kein wirtschaftlicher 2orft.il für uns ist, kann nur geheilt werden, wenn ein friedliches Europa den großen Finanzmächten der Welt ein weniger risikoreiches Feld zur Betätigung bietet. Ueberlegene Technik überseeischer Märkte zwingt zum Zusammenwirken der Wirtschaft über die Landesgrenzen hinaus. Ein waffenloses Volk kann von einer Fortdauer der Kriegs- ftimmung nichts, von einer Verständigung nicht alles, von einem europäischen Zusammenwirken aber noch manches für seine Zukunft erwarten. Dieser Gedanke sei der der Politik von Locarno. So lebhaft auch Einzelheiten dieser Politik bekämpft würden, einen anderen Weg habe kaum einer der Kritiker gewiesen. Eine einseitige Ostpolitik ist bei unseren geographischen Grenzen unmöglich. Eine Politik der Revanckze ist Wahnwitz. Der heute begangene Weg hat heute die Möglichkeit einer friedlichen Entwicklung, unter der allein ein deutscher Wiederaufstieg möglich ist. Nichts Törichteres als das Schlagwort von der nationalen und internationalen Politik. Wer mit Mitteln internationaler Verständigung sich Freunde in der Not schaftt und frühere Feinde durch wirtschaftliche Verbindung an der eigenen Entwicklung des Landes interessiert, der leistet mit Mitteln internationaler Verständigung die besten Dienste für eine nationale Politik. In einem Menschenalter können heute aufgenommene ausländische Kredite abgetragen werden und andere politische Verhältnisse bestehen als heute. Die Formeln der Gegenwart sind keine Ewigkeitsformeln. Möge das deutsche Volk den Weg aus fruchtloser politischer Philosophie und Psychologie zu jener Politik reger deutscher Zukunstsentwick. lung finden, bei der sich das Nationale von selbst versteht. Deutsche Wirtschaftler zur WeltwirLschaftskrisis. Berlin, 24.Dez. (TU.) Die Berliner Zeitungen bringen in ihren Weihnachtsnummern eine Reihe von wertvollen Beiträgen wirtschaftlichen, geschichtlichen, politischen und allgemein-kulturellen Inhalts, an denen sich namhafte führende Persönlichkeiten beteiligt haben Das „Berliner Tageblatt" hat folgende Rundfrage gestellt: „W i e kommen wi r aus der europäischen Wirtschaftskrise heran s?" Rcichsbankpräsident Tr. Sehackzt antwortet: Der Krieg hat mehr als jede Ueber- legung im Frieden gezeigt, daß die Wirtschaft der europäischen Staaten untereinander in starker gegenseitiger Abhängigkeit steht. Ein Gedeihen des einen ohne das Gedeihen des andern ist nicht möglich. Eine Aussprache hierüber^muß statt' iinden. Setzen wir uns einmal um den Tisch herum zur Erörterung dieser gegenseitigen Verpflichtung und wir werden erleben^ daß das Verständnis für einander und die gegenseitige Achtung wachsen werden. Auch wenn wir nicht gleich» zur Lösung der zahllosen Einzelprobleme kommen werden, wird aus einer solchen Aussprache ein gemein« schaftliches Gefühl erwachsen, das für die Wiederbefestigung der wirtschaftlichen Grundlagen Ersch etnt täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: •iefoener Familienblätte: Heimat im Bild Die Scholle. Monatr vrzugrpreis. 2 Reichsmark und 20 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüsse: 'vchristleitunq 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. General-Anzeiger für Oberhessen vruä und Verlag: vrühl'lche Univerfilüts-Vuch- und Steinörudmi B. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schvlstrastc 7. Ar. 502 Erster Blatt 175. Jahrgang Montag, 28. Dezember 1925 Gietzener Anzeiger ordnungsentwurf sollen die Beiträge r Erwerbslosenfürsorge grundsätzlich einheitlich für das Reichsgebiet bemessen werden Iund werden einer Aclchsausgleichs- lasse zufließen. Damit wird der in Friedenszeiten besonders nötige Ausgleich zwischen den Verfügung gestellt: Für die Stadt Essen und den ganzen Ruhrbezirk steht das diesjährige Weihnachtsfest im Rahmen ernster wirtschaftlicher Rot. Besonders die Erwerbslosen und die Gewerbetreibenden, deren Geschäfte darniederlie- & werden auch am Heiligen Abend die sie ende Sorge nicht ganz zu bannen vermögen. Lind doch! sollte uns allen der Ausblick in die Zukunft auch im jetzigen Notwinter die Grundlage für eine Stimmung voll Weihnachtsfreudc geben. Am Ausgang der schweren Krise, die wir letzt durchleben und die in ihrer Hauptrichtung eine gesunde Krise ist, wird das deutsche Wirtschaftsleben auch wieder aus dauerhafter Grundlage erstarken. Das freilich wird nur ein- trcten. wenn die Verwirklichung eines wahrhaften Friedens zwischen den Völkern allgemeines Vertrauen zur Beständigkeit der wirtschaftlichen Dinge wachruft. Darum muß und wird jede Reichsregierung an dem Ausbau und der Festigung deutschen wirklichen Friedens arbeiten und jeder deutsche Volksgenosse sollte - - - - ----- '* ..... gewähren. AhW i Ms-, Büro-und I \bezw.l.lAa\V)2b | in jeder von der gleichen Größe i an Interessenten werden. em ausgestattet und r zentralen Lage in- isterläger, Verkaufs- reigbüros besonders önnen beim Ausbau ligt werden, bekannt gewordene jetzt an uns z. wend, ssßnschaft > H. mi«D Lahn) ):: Telephon 22j iaus &C0‘ eschäft® Scheck"^'* lag^ 5»‘ aillants .Badeöfen Der neue Danziger Oberkommisiar. Ein Fehlgriff des Völkerbundes. London, 27. Dez. Zu der von uns schon gemeldeten Ernennung des Hollanders van Hamel zum Oberkommissar für Danzig schreibt „Ne tu Statesman": Die Ernennung eines ausgesprochenen Deutschenfeindes für ein Amt, dessen Inhaber eine Art Richter» rolle zwischen Deutschen und Polen zu spielen hat, ist eine sehr ernste, um nicht zu sagen s k a n - d a l ö s e Sache. Der Völkerbund hat einen hochwichtigen schiedsrichterlichen Posten einem Manne übertragen, gegen den bei einer der Parteien ein tiefes Mist trauen bestellt. Ob diese deutsche Auffassung begründet ist, bleibt gleichgültig. Das bloste Vorhandensein dieser Stimmung hätte genügen müssen, um Hamel sofort auszuschliesten. Indem der Völkerbund die energischen Einwendungen einer Partei unbeachtet liest, hat er etwas getan, was geeignet ist, wieder die ernsten Zweifel zu rechtfertigen, die man in Deutschland über die Fähigkeit des Völkerbundes, unparteiisch zu handeln, hegt. Zweifellos wird man noch vieles von dieser Sache hören. Die französische Hinanzrefürm. Keine Fortschritte. LA. Paris, 28. Dez. der innetpoliti- schen Lage ist keine wesentliche Veränderung eingetreten. Vis Dienstag sind feine neuen Entwicklungen vorauszusehen Das Linkskartell wird das Finanzprogramm heute in der Kammer einbringen, womit es zum mindrsten einen 24*- stündigen Vorsprung gegenüber dem Finanzminister gewinnt. D o n m e r hat erklärt, dast er aus dem Gegenprojekt des Linkskartells Vorschläge beachten werde, die mit den von ihm geplanten Maßnahmen sich in Einklang bringen lassen und dast er einen Teil der Projekte in sein Projekte aufnehme, die Ersparnisse von 800 Millionen einbringen würden, so z. V. eine Revidierung der Einkommensteuer, die 'Desteue- rung der Ausländer, der landwirtschaftlichen Gewinne usw. Der Finanzminister hält an seinem Plan, die Geschäftsumsatz st euer zu ver- doppeln fest und zwar mit der Begründung. dast nur diese Steuer einen sofortigen Ertrag von monatlich 400 Millionen einbringe, während die andern in Aussicht genommenen Steuern erst imch einiger Zeit eine Wirkung zeigen würden. 3m Hinblick auf die Finanzlage sei jedoch eine sofortige Wirkung der Steuern dringend geboten. Schliehung der Porta Santo. Vom, 24. Dez. (WTD.) Der Papst schloß heute vormittag die Porta Santa von St. Peter und damit das Jubeljahr. Der Schliehung wohnten in der Umgebung des Papstes die Kardinale, zahlreiche italienische und ausländische Bischöfe und Würdenträger des päpstlichen Hofes bei. Oluf besonderen Tribünen nahmen Angehörige der ehemaligen Herrscherhäuser von Oesterreich, Bayern, Bourbon und Kalabrien, der römische Adel und andere hervorragende Persönlichkeiten teil. Die Peterskirche war von Zehntausenden bis auf den letzten Platz gefüllt. Kunst und Wissenschaft. Paul Ernst. Freunde des Dichters Paul Ernst erlassen folgenden Aufruf: Am 7. März 1926 wird Paul Ernst 60 Fahre alt. Ohne je durch Mode und Pressegunst gefördert worden zu fein, hat er sich eine Führerstellung in der deutschen Literatur errungen. Wir verehren in ihm den Dichter, der in einer Zeit der willkürlichen Experimente die groß en, zeitlosen, klassischen Formen des Dramas und der Novelle wiederfmrd und mit dem lebendigsten Gehalt erfüllte, dec in der grenzenlosen Verzerrung und Unnatur der Gegenwart wieder richtige, natürliche unb vorbildliche Gefühle bar» stellte, der, statt zielloser Auflösung zu dienen, den Weg zur Gesundung des Menschen und zu einer neuen religiösen Haltimg zeigte. Sein kühnstes und dichterisch bedeutendstes Werk ist das zum größten Teil schon vollendete „Kaiser- b u ch, eine große epische Darstellung der deutschen Kaiserzeit von den Sachsenkaisern bis zu den Hohenstaufen: an Reichtum der Farben und Lebendigkeit übertrifft es alle feine früheren Werke und stellt die Krone seines Schaffens dar. Bisher konnte nur der erste Halbband erscheinen: die Ungunst der Zeitverhältillsse verhinderte die Fortsetzung des Drucks. Der 60. Geburtstag Paul Ernsts ist uns ein willkommener Anlaß, den Dichter zu ehren: aber nicht seiner Person soll die Gabe gelten, die ihm überreicht werden soll — das wäre nicht in seinem Sinne — sondern seinem Werk. Wir eröffnen eine Sammlung, die ben Druck des ganzen Kaiserbuchs ermöglichen soll, und betrachten es als Ehrensache für jedermann, dem das Lebenswert Paul Ernsts, dem die Schöpfung eines deutschen Aational-Epos am Herzen liegt, dazu nach seinen Kräften beizutragen. Unter den Unterzeichnern sind: Prof. Dr. Peter Behrens, Wien: Prof. Dr. Frederik Book, Stockholm: Prof. Paul Nikolaus Eoßmann, Herausgeber der Süddeutschen Monatshefte, Mün- ch?n: Prof. Dr. Max Dessoir, Berlin: Guidotto Fürst Donnersmarck. Egern am Tegernsee: Graf Hermann Keyserling. Darmstadt: Prof. D. Dr. Friedrich Lienhard. Herausgeber des ..Türmers", Weimar: Dr. Rudolf Pechel, Herausgeber der Deutschen Rundschau. Berlin: Geh.-Rat Prof. Dr. Eduard Schwartz. München: Prof. Dr. A. Hoergel, Chemnitz: Erzbischof Dr. Nathan Soeder- bloem, Upsala: Gras Solms-Rödelheim, Schloß Assenheim bei Friedberg: Prof. Dr. Werner Sombart, Berlin: Otto Freiherr v. Taube, Gauting bei München: Geb.-Rat Prof. Dr. Hans Baihinger, Halle a. d. S.: Prof. Dr. Walter Bogel. Berlin. „Kaiser und Grotzherzog". Das christlich-historische Drama „Kaiser und Großherzog", von Oberamtsrichter Bonhard- Wöllstein, das im Rovember 1924 in Kreuznach feine Uraufführung im Kreuznacher Kurtheater erlebte, ist zwar seither noch nicht auf einer anderen Bühne aufgeführt worden, aber es hat große Anerkennung bereits im Auslande gefunden, da das Drama das umfassendste Geschichts- wcrk der neueren Zeit über die letzten Jahre des byzantinischen Kaiserreichs ist, neben das nur noch das Buch des Serben Matschjowitz über den letzten Kaiser Konstantin, das aber in englischer Sprache geschrieben und bereits vergriffen ist. gestellt werden kann. Kein Wunder, daß das Werk namentlich bei den Neugriechen, die sich als Nachkommen und Rechtsnachfolger der alten Bhzanllner fühlen, reichen Beifall and. Don der Marburger Universität Der ordentliche Professor für Kirchen- geschichte an der Universität, Geh. Konsistorial- rat Dr. Friedrich Wiegand, in Greifswald, früher langjähriger Professor an der Universität Marburg, ist in den Ruhestand getreten. Wiegand, der ein Sproß einer schon im 16. Jahrhundert in Hessen ansässigen Familie ist, ist in Hanau geboren, besuchte ein Kasseler Gymnasium und studierte in Marburg und Göttingen. Den hessischen Verhältnissen bewahrte er stets großes Interesse. Wie verlautet, beabsichtigt Prof. Wiegand, wieder in die alte Heimat zurückzukehren. Kerschensteiner-Medaille. Zu Ehren des Pädagogen Georg Kerschen- fteiner in München hat das Z e n t r a I i n ft i t u t für Erziehung und Unterricht eine silberne Medaille gestiftet. Die von dem Bildhauer Alexander O p p l e r entworfene Medaille trägt auf der Vorderseite das Bild Kerschrn- teiners und auf der Rückseite die Inschrift: ..Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. Für Verdienste um die Pädagogik." Die Denkmünze in ihrer ersten Ausführung wurde Professor Kerschensteiner zu Weihnachten überreicht. Eine neue Aerztesrganisation. In Bremen hat sich ein Deutscher Ac-rzteausschuß für wirtschaftliche Fachvertretungen gebildet, der im Rah» men der Leipziger ärztlichen Zentralorganifatioir die Wahrung der Lebensnotwendigleitmr der ein- zelnen ärztlichen Fachgebiet? mit Einschluß des Betätigungsfeldes des praktische Arztes erstrebt. Der Arcsschuß arbeitet in Anlehnung an die deutschen ärztlich'wissenschastlichen Gesellschaften. Dem Verbände der Praktischen Aerzte Deutschlands, Sitz Braunschweig, ist ein Sih in dem Ausschüsse eingeräumt. 3lus aller Welt. Lchlägerci im Berliner. Chinesenreftaurant. Berlin, 27. Dez. (TU.) Eine Schlägerei mit politischem Hintergrund spielte sich im chinesischen Restaurant in Charlotten - bürg ab. Die Anhänger des General FengS feierten die Einnahme Tientsins durch diesen General, die bis dahin noch nicht bestätigt war. Die Anhänger Tschang-Solins wollten die glückliche Abwehr des Angriffes von Feng auf Tientsin feiern. Dabei kam cs zwischen Anhängern deS Kuomintangs, der kommunistischen revolutionären Gruppe in China mit demokratischen Republikanern zu einem Konflikt. Die Chinesen begannen auseinander loSzuschla- gen und mit Biergläsern, Tellern und Schalen zu Wersen. Auch sonstige Einrichtungsgegenstände des Lokals wurden zertrümmert. Es gab einige Verletzte. Der Warnungsruf „Polizei" genügte jedoch, um die Solidarität der Streiten- en wieder herzustellen. Lawinen-Kataftrophen. Beim A u f st i e g zur Zugspitze ist am Schneeserner eine aus neun Skifahrern b^- ftebenbe Partie durch eine Lawine verschüttet worden. Drei Münchener sind lot, die übrigen sind zum Teil in verletztem Zustand in der Knorrhütte untergebracht. Von Partenkirchen ist eine auS Bergführern zusammengestellte RettungSekpedition zur älnfallstelle abgegangen. Nach einer weiteren Meldung aus Schlad- m i ng in Stelermarc verschüttete eine Schnre- lawine unterhalb Giglachseehütte vier Wiener Touristen. Einer wurde gerettet, die drei andern, darunter eine Frau, muffen als verloren gelten. Hochwassergefahr an Rhein und Mosel. Nachdem zu Weihnachten der Wasserstand des Rh e i n s etwas zurückgegangen war, war nach einer Blättermeldung aus Koblenz am gestrigen Sonntag wieder ein Ansteigen zu verzeichnen. Infolge der Echneeschmelze in den Vogesen und im Schwarzwald ist der Oberrhein seit vorgestern um einen Meter gestiegen. Da zudem neue Regenfälle niedergeyen, ist mit weiterem Ansteigen zu recynen. Auch der Wasserstand der Mosel, der in den Weihnachtsfeiertagen auf 3 Meter zurück- gegangen war, ist infolge der anhaltend starten Niederschläge um einen Meter gestiegen. Da die Niederschläge unvermindert stark anbauern und bei der warmen Temperatur der in der Eifel und in den Vogesen liegende Schnee schnell schmelzen wird, ist die Hochwassergefahr in unmittelbare Nähe gerückt. Verbrüht. In Mannheim ist ein zwei Iahre alter Knabe in der Küche beim Spielen in einen mit heißer Waschbrühe gefüllten Topf gefallen. Den erlittenen Brandwunden ist der Iunge im Krankenhaus erlegen. — In der Schüpflinstraße fiel ein dreieinhalb- jähriger Knabe ebenfalls in einen am Boden stehenden Topf mit heißer Wäsche und verbrühte sich derart, daß er gleichfalls im Krankenhaus den schweren Brandwunden erlag. Beide Leichen sind von der Staatsanwaltschaft befchlagnahmt worden. Neve Titel in Bahren. Am Donnerstag vormittag sind anläßlich des Weihnachis« und Neujahrsfestes zahlreiche Titelverleihungen von der bayerischen Staatsregierung veröffentlicht worden. Als neu ein- geführte Titel kam zur Verleihung: Der Land- arbeitZrat, der Arbeitsrat, der Verllcherungs- rat, der Pharmazierat, her Veterinärrat und Geheimer Veterinärrat, sowie der technische Gewerberat. Die Gesamtzahl der mit Titel ausgezeichneten Personen beträgt mehrere Hundert. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 28. Dezember 1925. ** Die Weihnachtsfeiertage haben die Hoffnungen auf einen winterlichen Charakter des Festes leider nicht erfüllt; statt weiße Weihnachten mit Frost und lustigem Schellengeläute der Schlitten hatten wir die unangenehme Herrschaft des Drecks und der Regenschirme. Zwar 'war in der Nacht zum ersten Feiertage Schnee gefallen, aber schon gegen Mittag des ersten Festtages trat Tauwetter und dann Regen ein, der bis heute früh mit nur kurzen Unterbrechungen anhielt. Unter diesen Umständen wurden die geplanten Festtagsspaziergänge in winterlichen Wald zu Wasser, und auch im hohen Vogelsberg war bei dem Tauwetter und Regen von Wintersport natürlich nichts zu bemerken. Das schlechte Wetter — und wohl auch die Geldknappheit — wirkte ebenfalls ungünstig auf den Reiseverkehr auf der Eisenbahn ein, der bei recht mäßig besetzten Zügen sehr schwach war. Die Bevölkerung blieb eben daheim. Die Kirchen wurden, wie gewohnt, zum Sammelpunkt großer Scharen von Mitbürgern, die ihre Weihnachtsfreude durch das Gotteswort noch erhöhten. Don zahlreichen Vereinen waren die üblichen Weihnachtsfeiern veranstaltet worden, deren stinr- mungsvoller Verlauf den Besuchern genußreiche Stunden bereitete. Bei Den ungünstigen Wege- veryältnisfen hatten lediglich die Straßenbahn und vor allem der Wiesecker Autobusverkehr regen Zuspruch. Erfreulicherweise konnte auch d'.c Poli.ci sehr ruhige Feiertage halten, denn sie hatte in diesen Tagen auSnahnrsweise wenig Veranlassung zu irgendwelchem Einschreiten. *"■ D i e Rückzahlung der Notstands- kredile. Nach einer Entscheidung des Ministeriums sind die r ü ck st ä n d i g e n Beträge aus dem e r ft c n Drittel des gewährten Notstands- krediis bis spätestens 10. 3 a n u a r 1 926 znrück- zuzahlen. Soweit die Rückzahlung bis zu diesem ioge nicht erfolgt ist, sind die Beträge rückwirkend mit 12 Proz. zu verzinsen. In gleichem Sinne sind die r ü ck st a n d i g e n Zinsen für den gesamten Kredit bis zu dem genannten Termin zu erledigen, andernfalls auch für diese 12 Proz. Zinsen in Anrechnung fomnten. ’ Einziehung der alten Renten- b a n k s ch e i n e zu 10 R e n t e n m a r k. Die Deutsche Rentenbank ruft die Rentenbankscheine z u 10 Renten nt ar k ohne Kopfbildnis mit dem Ausfertigungsdatum l.No- vember 1923 zur Einziehung auf. Die auf- gerufenen Scheine löirrcen bet den öffentlichen Kassen itoch bis 31. Dezember 1925 in Zahlung gegeben, bei 6en Kassen der Reichsbank aber bis 30. April 1926 gegen andere Rentenbankscheine oder gegen gesebliche Zahlungsmittel umgetauscht werken. Mit Ablauf des 30. April 1926 werden die aufgerufenen Reittenbankscheine kraftlos', und es erlischt damit auch die älmtausch- und Einlösungspflicht der Deutschen Rentenbank. An Stelle der aufgerufenen Rentenbankscheine gelangen neue Scheine zu 10 Rentenmarl vom 3. Iuli 1925 mit dem Kopfbildnis einer Landfrau, wie solche sich bereits seit September 1925 im Verkehr befinden, zur Ausgabe. O D i e Arbeitszeit in den Backereien und Kondritoreien. Das Arbeits- miniUetium hat. wie wir hören, unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs bestimmt, daß für die Zeit bis zum 30. September 1926 auf Antrag die Verschiebung der Lage der acht- ftünbigen Betriebsruhe in Bäckereien und Konditoreien auf die Zeit von 9 Ufjr abends bis 5 Uhr morgens unter folgenden Bedingungen genehmigt werden kann: 1. Backwaren jeder Art dürfen vor 7 Uhr morgens nicht ausgetra- gen oder abgegeben werden; 2. die Arbeitgeber haben durch Oftenhaltung der Zugänge vom Beginn der Betriebszeit an dafür zu sorgen, daß die Arbeitsräume jederzeit während des Betriebs von den zuständigen Aussichtsbeamten be« sichllgt werden können^ 3. Abschrift der ergehenden Genehmigungsverptgung ist in dem Betrieb auszuhängen. *" Personalien. Durch Entschließung des Hessischen Landesamts für bas Bildungsrnesen wurde der Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Gießen Dr. Gustav Aubin zum Mitglied der Historischen Kommission für Hessen ernannt. — Ernannt wurden die Lehrer Adolf D u n- tenberger zu Rohrbach, Kreis Büdingen, Adolf Mayer zu Kaichen, Kreis Friedberg, Friedrich P a e g zu Rodheim v. b. H., Kreis Friedberg, Georg Röder zu Riebet-Seemen, Kreis Schotten, Reinhorb S ch m o 11 zu Elpenrob, Kreis Alsfeld und der Schulamtsanwärter Karl Wörner aus Rod- henn d. d. H., Kreis Friedberg, zu Lehrern an der Volksschule zu Offenbach a. M. Bornotizen — Tagestalender für Montag: Lichtfpielhaus, Bahnhofstroße: „Die drei Portiers- möbel". — Astoria-Lichtspiele: „Der Ueberfall auf die Virginia-Post". Weihnachtsfeiern in Metzen. 3m knabenhort. Auf Nächstenliebe aufgebaut sind immer wieder die Weihncichtsbescherungen im Knabenhort. Zu bem Zuschuß, den die Stadtverwaltung stiftete, legten Freunde der Hortfache kleine und größere Beträge, und die Bescherung war gesichert. Der Hort muß vielen Jungen — 82 sind es heuer — an allen Schulnachmittagen das Elternhaus er fegen. Die Hortleiter müssen in dieser Zeit bei ihren Zog- Imgen die Elternstelle versehen. Sie lassen.es sich deshalb auch angelegen fein, ihnen alljährlich eine Weihnachtsfeier zu bereiten und die Bescherung schon aliszuqestalten. Sie finden dabei stets treue Heiser. Die Hortkinder und ihre Gäste, die die Turnhalle der Knabenschule bis aus den letzten Platz füllten, wurden durch den wundervollen Gesang uoii Frau D r. Müller-Baitgert und durch die Meisterklänge der Violine des Herrn Mom- berget in die rechte Weihnachtsstimmung versetzt. Ein reizendes Weihnachtsspiel führte bann in all ben Zauber der Weihnacht hinein. Die lautlose Stille während der ganzen Dauer der Feier war wohl der beste Verveis für die wohlgelungenen Darbietungen. Allen, die zum Gelingen der Bescherung und der Feier beitrugen, ist herzlicher Dank gewiß. Mögen blc Kinderhorte im neuen Jahre zu ben alten Freunben recht viele neue gewinnen! Die Ortsgruppe Stehen des Zentralverbanbcs deutscher Kriegsbeschädigter und kriegerhinler- bliebener hielt, so schreibt man uns, am vorigen Sonntag im Saalbau Sauer am Oswaldsgarten ihre diesjährige Weihnachtsfeier ab. Der Nachmittag war nur den Kindern gewidmet. Nach einem von Kindern gespielten 'Weihnachtsstück fand die Bescherung von etwa 200 Kindern der Mitglieder stakt, zu der sich auch der Dezernent des Fürsorgewesens der Stadt Gießen, Beigeordneter Dr. Frey, eingefunden hatte. Neben einer geschmackvollen Weihnachtstüte erhielt jedes Kind ein praktisches Geschenk in Gestalt eines Gebrauchsgegenstandes. Theatervorsüh« tungen und Musikdarbietungen unterhielten am Abend die Mitglieder mit ihren Angehörigen. Man trennte sich in dem Bewußtsein, eine würdige Feier verlebt zu haben. Hervorgehoben sei, daß die gesamten Kosten der Feier, einschl. derjenigen dcr Bescherung der Kinder, von den Mitgliedern selbst aufgebracht wurden. Turnverein 1846, Schüler-Weihnachtsfeier. Man berichtet uns: Nicht oft hat die Turnhalle so viele Menschen zu fassen, wie dort am Montagabend bei her Weihnachtsfeier der Schülerabteilungen beisammen waren. Leuchtende Kinderaugen und froh erwartungsvolle Gesichter der Aelteren zeugten bafür, daß ber Verein mit bieser — seit einigen Jahren ein- geführten — besonderen Weihnachtsfeier für srine Schuler diesen sowohl, wie auch den Eikern eine große Freude macht. Eine reichhaltige Dor- ftihrungsfolge sorgte für gute Unterhaltung und ausgezeichnete Stimmung. Cingeleitet wurde die Feier durch einen finnigen, von einer Schülerin gut vorgetragenen Vorspruch. Vier prächtige lebende Bilder — das Wandern, Spielen, Schwimmen und Turnen darstellend — verkörperten die Hauptgrbietc der Leibesübungen deutscher Turnvereine, und dann folgten in buntem Wechsel Freiübungen der Kleinsten. Barren- und - Stabübungen der älteren Schülerinnen, Langstabübungen, ©emcintumen an 2 Barren und Pferdspringen der Schüler und ein reizender Volkstanz von Schülerinnen. Alle gaben ihr Bestes und ernteten reichen Beifall; der Volkstanz muhte wiederholt werden. Daß im Turnverein über die Ausbildung deS Körpers der jungen Menschenkinder nicht die Plldung des Geistes vernachlässigt wird, bewies das am Schluß aufgeführte Märchenspiel. In munterem Spiel bewegten sich Schülerinnen und Schüler auf den Brettern, die die Welt bedeuten, und zeigten, daß sie hier ebenso zu Hause sind, wie an den Turngeräten. Dann kamen Nikolaus und Knecht Rtiprecht und brachten — freudig begrüßt — jedem eine kleine Gabe. Zu erwähnen bleibt noch die aus jungen Turnern bestehende Hauskavelle. die die einzelnen Vorführungen mit gut vorgetragenen Musikstücken umrahmte und damit zeigte, daß auch die schönen Künste eine Pflegestätte im Turnverein haben. Zum Schluß noch ein Lob und Dank den fleißigen Leitern, die sich so große Mühe mit der Vorbereitung und Durchführung der wohlgelungenen Veranstaltung gemacht haben. Möge sie aber auch für den Verein insofern von Erfolg sein, als sie ihm weiteren Zuwachs an Freunden und Gönnern, insbesondere aber auch an tätigen Mitgliedern bringt, dürften doch die Eltern fest- gestellt haben, daß sich ihre Kinder bei dem Verein in guten Händen befinden. Männcr-Turnderein. Eine recht stimmungsvolle WeiHnachtsfei. r vereinigte am zweiten Weihnachtsseiertagc die Mitglieder mit ihren Familienangehörigen auf der Liebigshöhc. Daß die Veranstaltung lebhaften Anklang gefunden, bewies der außerordentlich starke Besuch, der den großen Saal bis aufs letzte Plätzchen füllte. Schönste Weihnachtsstimmung beherrschte groß und klein, und allenthalben sah man frohgemute Gesichter, leuchtende Augen der vielen Kleinen, hörte man Worte des festlichen Frohsinns und der erwartungsvollen Spannung. Die Festfolge wies eine geschmackvolle und geschickte Zusammenstellung auf, sie vermischte in köstlicher Weise den weihnachtlichen Charakter der Darbietungen des ersten Teils mit öem vertrefflichen UnterhaltungSstofs tes zweiten Teils, der die Eigenart eines guten Familienabends hervorkehrte. Nach zwei In- fin.mientalbariieiungen leitete eine Schülertur- nertn mit einem feingestimmten Dorspruch den Abend ein, anschließend folgte der gemeinsame Gesang von „Stille Nacht, heilige Nacht". Die feinsinnig mit guten stimmlichen Mitteln zum Dortrag gebrachten Lieder einer jungen Sopranistin, ein ausgezeichnetes Diolin-Solo, ein reizender Wiener Walzer-Tanz zweier junger Turnerinnen, die prächtig dargestellten Märchen- spiele „Dor ber Himmelstür" und „Die Heinzelmännchen", beide mit Gesängen und allerliebsten Reigen, der flott und schneidig gegebene Schank „Die letzte Rettung" und zwischen all diesen buntschillernden Genüssen die trefflichen Leistungen der Kapelle machten den Abend nach jeder Richtung hin zu einem sehr genußreichen. Dah sämtliche Darbietungen mit starkem Beifall belohnt wurden, versteht sich von selbst, war aber auch nur recht und billig. Eine Verlosung zahlreicher Wertgegenstände, unter denen sich sehr viele außerordentlich gute Sachen befanden, be- 1 reitete weiterhin viel Vergnügen. Nach der Abwickelung der Dortragsfolge hielten einige Stunden des Tanzes den ausdauernden Teil der Besucher noch in bester Stimmung beisammen. Für den wohlgelungenen und genußreichen Verlauf der Feier gebührt neben den Kräften des Programms den unvermeidlich schaffenden Organisatoren Dank und Anerkennung. In der Herberge zur Heimat. Etwa 30 fremde Wanderer waren am Heiligen Abend in der Herberge eingekehrt und konnten dort, dank der Freundlichkeit der Gießener Bürgerschaft, vor allem der Zigarren-In- dustriellen und der Bäcker- und Metzger-Innung, nicht allein bewirtet, sondern auch reichlich beschert werden. Im festlich erleuchteten und erwärmten Dereinsiaal, geschmückt mit einem mächtigen Weihnachtsbaum, fand die Feier statt. An reichlich gedeckten Tischen nahmen die Jungen und die Alten Platz. Pfarrer Adolph hielt eine zu Herzen gehende Weihnachtsandacht. Anschließend daran wurde gemeinsam gegessen; bei dem Gesang unserer alten lieben Weih- nachtSlieder und bei fröhlichem Geplauder blieb man dann bei Tee und Zigarren oder Zigaretten zusammen, bis die Glocke zum Zubettgehen rief. Am 1. Feiertag fand Kleiderparade statt, wobei manches Stück, bas ergänzungsbedürftig war, ersetzt werden tonnte. Durch eine Spende von Fleisch war es möglich, auch am 1. Feiertag allen Anwesenden neben einem Frühstück mit Wurst ein reichliches Mittagessen zu geben. Alle Geber dürfen des aufrichtigsteit Dankes llcher fein. ttb, ®Ntt.r5“NttQ9 tanbe«- sl. ? TchL ^"gen ufe». ’S WsSpl n 5S8tifl»n. haben. % ^wEinfache Rechnung^ O& ■neue Tabak&euer hat die J?tz- Zigarette besonders stark, belastet und den Betrag Reicherfiir Tabakjind Verpackung übrig bleibt, erheblich verringertr (Die fdgendegraphische Darstellung zeigt, wie sich bei verschiedenen Verpackungsarten die ödsten JürTabak^ und Packung ungefähr zu einander verhalten: gSfOLZ^ ^Hieraus geht hervor, wie sehr jeder unnötige Aufwand für oie Packung den Inhalt beeinträchtigter C/tänn wir dem Raucher unserer bekannten OVERSTOLZ Zigarette zumute^ sich in Zukj/nfirmit einer ganz einfachen, ihm zunächst ungewohnten Packjcngg zu begnügen, dann bieten wir ihm auch einens vollen- (legenwert, nämlich eine in dieser Preislage ungewöhnliche Qualität^' nu. I5 B35%S EäL r> orangefarbene N W 20 3*1- ■ 6RÜ5I MkNW 3 OVERSTOLZ, DEUTTCHLANDJ MEISTGERAUCHTER. 5tyg-WGARETTE. DRgsi)Erf> neUERBURÖ 240 I Gießen, Goethestratze 28 Nieder-Gemünden Weihnachten 1925 12007h Ihre Verlobung geben bekannt Aenne Griebel Ernst Scholl LsK sW-’ die M.W TinqO ®c5- Medizinal Lr-,--Z S"rt? Schö« kn J nberhanpj toton man ?>nr(r »nanÄ endlicher ^»rtritt srj** PÄ ‘•“.««tas,* Ä« i>« W ’itn «Ul» w iniel r® Mjgsten i M2n Gruppe» iitflianhW; ts’ß h«ftm ^,1-ben «rächtet ti'l £*3 Weltkrieg« »*5 »«Mit I ^^ Solidarität k h3U! fflten unternomr ^,n?di?Rede sei &KÄ srrtr* Vinn«*« I Sutfyr her te Unk'l des nahm. Zu Snjang besj w Grey st *m Hundert des Aufwertungsbetrnges zu brauch! nicht immer einen in Geld bestimmten drei- ani l u n sahen ihm plötzlich eine Menge Bitterkeiten im Halse. „Schad', daß ich dich uni die Chance gebracht habe", fügte sie lässig hinzu. In Hasse loderte es aus. Er flieh hervor: „Sie gehen dich nichts an, diese Damen, die du gar nicht kennst." Er sprach verächtlich, ohne es zu wollen — der Hast sprühte aus seinem Blick, mit dem er Franziska betrachtete. Heber Franziskas Gesicht flog eine dunkle Welle. Sie drehte sich aus dmi Abtetz herum al. 1. dir treu“, wollte sie sagen, aber es entrang sich ihr nur ein Seufzer. „Ich hab' dich lieb", fuhr Franziska fort, indem sie neben ihm hin- kniete und ihre Finger mit den seinen verschlang. Ich bin dir treu, daS ist mein fester Wille, aber es könnte fein, dast mir ein anderer Mann in den Weg trat Oberyesien. LanÄkreis Gretzerr. Allendorf (Lahn), 24.Dez. Bei der Dezember stattgefuirdenen Viehzähergab sich in unserem Dorfe folgendes es ist nun einmal lo, ich hab' dich lieb... siehst du, du bist dev einzige ritterliche Mann, der mir je begegnet ist. Du würdest ohne weiteres für mich sterben, und du bist der einzige, der mich mitnehmen könnte, obwohl ich das schöne Leben so liebe wie dich. Fred, ich bitte dich, genieße unser Zusammensein, denk' nicht an das. was morgen loimut, es ist so schön jetzt, wer weiß, was uns die Zukunft bringt. Ich will sie nicht wissen, will an keine Prophezeiungen den- fen — aber es hat mir eine Zigeunerin dieses Jahr zum drittenmal dasselbe wiederhol': —“ ■ilnb sie erzählte ihm, niedergekauert auf dem Diwan, was die Alte gesagt. Hasse schwieg. „Ach, ilnfinn", sagte er dann. „Glaub' doch diesen Weibern nicht, die aus bem Kaffeesatz wahr ja gen oder aus der Hand. Faß sie nicht an, diese Zigeunerkrallen. Du glaubst doch nicht im Ernst daran, Franziska?" „Ich kann nicht anders." Gr zog sie an sich. „Franziska," sagte er. „ich will dir etwas sagen, das du glauben kannst. Meine Karriere, meinen (Hamen, meine Stellung gebe ich auf für dich. Ich habe verstehen gelernt, wie ein Fürst seinen Flamen, seinen Thron, alles ^ergeben kann für ein Weib — wie man mit seinen Gewohnheiten, seiner Familie brechen, seinen Kreis aufgeben kann, um mit dieser Frau zusammen zu sein, aber Franziska, ich verlange Treue. Ich will d i ch, und wenn du schätzung, deren sich unser Jubilar auch außerhalb der Mauern seiner Vaterstadt erfreut. Möge dem verdienten, allgemein beliebten alten Herrn nach segensreicher treuer Arbeit, Mühsal und Sorgen noch ein langer, ruhiger Lebensabend im Kreile seiner Sieben beschießen fein! ( Riederflorstadt, 26. Dez. Infolge der schnellen Schneeschmelze ist die Aid da weit über ihre Ufer getreten und hat das Wiesental von Sdaden bisWickstadt überfch'wrmml. Aus ben Kellern der tiefer gelegenen Häuser wird mit der Feuerspritze Wasser ausgepumpt. Der höchste Wa''serstand war am 24. Dezember. Da auch Horloff. Welter und Ufa Hochwasser .....schnell nicht :—: Beuern, 26. Dez. Am ersten Feiertage veranstaltete der hiesige evang. Kirchengesangverein (Dirigent Lehrer R a u) mögenswert zu haben. Im einzelnen sei aus den bestehenden Vorschriften hier folgendes hervorgehoben: FeanzlskÄ. Aoman von 2 i e s b e t Dill. Dsn ösr BsrjZhrung- V Ein TL 'M dem Jia Qu Wright 192; 251 üochtzung Er bat t er einen 1 X?hnnu di ein A öie Kehl Rachdruck verboten. Das Bürgerliche Recht, nur von diesem soll hier die Rede fein, kennt den Erwerb von Rechten durch einen während einer bestimmten Zeit fortgesetzten Besitz, schlechthin Ersitzung genannt, und den Verlust von Rechten burrti Zeit- ablauf, die sog. erlöschende Verjährung. Man versteht unter letzterer die durch einen bestimmten Zeltablauf begründete Unmöglichkeit, einen Anspruch gegen den Willen des -Schuldners fernerhin mit Hilfe der Organe der Rechtspflege zu erzwingen. Der Schuldner kann — er mutz es nicht — im Fälle der Klageerhebung die angeblich geschuldete Leistung durch die Einrede der Verjährung verweigern, ohne sich vor Gericht in eine Erörterung darüber einzulafjen, ob der Rechtsanspruch des Fordernden schlechthin begründet ist oder nicht. Die Vorschriften über die Verjähr u n g sind rein formeller Natur. Ist die Einrede der Verjährung begründet, so weist der Richter kraft Geleges Die Silage kurzerhand ab und der lager tragt die Kosten obendrein. Derjenige aber handelt ..schofel", wie das Volk fagr, der tm Bewußtsein, daß er eine Fordeung, z. B. die eines Arztes, Kaufmanns oder Handwerkers noch nicht bezahlt hat, noch die Güte und Nachsicht des Gläubigers damit belohnt, daß er sich auf die Verjährung „beruft" und den andern auf diese Weise um sein oft sauer verdientes Geld bringt. Wer aber etwa seine Quittung verloren hat oder sich bestimmt enlsinni, daß er den Kläger, der vielleicht nur irrtümlich fordert, bereits früher befriedigt hat, begeht selbstredend leine unnoble Handlung, wenn er von der Ver jahrung Gebrauch machl. Jedenfalls erfordert aber auch der Verkehr eine klare, sichere Rechtslage. Das Volk sagt: Einmal muß jedes Ding ein Ende haben. Die Verjährungsvorschriflen beseitigen auf ihre Weise Rechtsunsicherheiten und zwingen durch ibr Bestehen allein schon den Handwerker ober Fabri Fanten, zur rechten Zeit mit ihren Schuldnern reinen Tisch zu machen, wenn er sich nicht der Gefahr vielleicht schwerer wirtschaftlicher Verluste aus- alles ein Schwur mit Klauseln —" „0o laß mich doch ausreden", rief Franziska. „Ich sag' dir offen, wie es mit mir steht. Wenn der andere kommt, will ich kein Versteck mit dir ..... ' Unb sprach, hatte sie das Gefühl, daß in ihm alles in furchtbarem Kamps, sofort ermorben. Ein Mann, der einen um einm verlegten Schlüssel umbringt — der wüßte ja nicht, was er täte, wenn ich's ihm sagte. Unb was rann ich ihm sagen, was weiß ich .denn? Aber sie fühlte, daß sie sich von ihm löste, daß ein anderer bereits ihre Gedanken befat- ..Ich will wissen, ob jemand zwischen unB steht. Ja ober nein?“ beharrte er. Unb halb bewußtlos vor Angst sagte sie ihm, daß alles nur Phantasien gewesen seien, die sie manchmal überkämen. „Ich will dir glauben", sagte Hasse. „Aber von dem Tag an. an dem ich mich betrogen wüßte von dir, würde ich dich mit dieser Mitt' töten, wo ich . dich sände. Ich würde dich zv finden wissen, wohin du auch fliehen würdest beife, lärmte 2 dann öer < M die Qiu y nach U ein \ r Mntei l^Ufenlaa neue" Aster fÄ den Ms«' mmme sicht gb' W $ablISeriuö' hoftmuil'tc SZK fer-s erwarlungsstoh genährt wird, müssen. Der l . äuh-rlichen « dann so >na^ (Erfüllung w ° eigentliche W e Perle aus deut,, diesen Äbend. wuni«*£ in Lied und Gel den langbärtige, kinds. 3m Kerze lachten die viele, Herzen, dah sie Losen und dur meinde war es 216 Geschenke ■ nachtscoangeliu nachtslieder wo der Feier, die i fen an die W meisten nottut. vier Schülerin: „Die Glocke oo spräche wies de Pedeutung dies, Abend machte LereindenK Äeihnachtsbesche Feier. So war i sorgt, dah kein k nachtssrende blie den Temperamenten, er konnte sich nicht beherrschen, wenn er dem Opfer gegenüberflanb, war er aber allein, so legte sich fein Zorn, unb es trat an seine Stelle die innere Gerechtigkeit, die ihn milder denken ließ. Dann schämte er sich unb machte mit kostbaren Geschenken wieder gut, was er verdorben. Er ging in den IuwMerladen. taufte baß Armband, das Frmeziska so sehnsüchtig betrachtet hatte, und brachte es ihr des Abends mit. Er hatte Franziska bereits Drillantschmuck unb Pelzwerl geschenkt. Wenn sie alle diese Stücke betrachtete, sielen ihr immer die heftigen Szenen ein, die den-. Geschenk vorausgegangen waren, denen sie den Schmuck verdankte, und sie konnte sich nicht recht darüber freuen. Franziska liebte den Schmuck, weil er ihre Schönheit hob, aber sie ging auch acytlos mit ihrem Schmuck um und verlor ihn häufig, ohne sich darüber zu grämen. „Ich brauch' ja nur einmal wieder von dir so recht auSgcsantt zu wer< ben,“ sagte sie lachend zu Halse, „dann krieg' ich, was ich will." Sie nahmen das Abendessen, das Franziskas Jungfer bereitet hatte, in Frieden ein. Beim Kaffee fragte Hasse: ..Warum dachtest du das von dem jungen Mädchen, Franziska?" „Ann, weil ich finde, eß wäre eine gute Frau für dich. Sie ist brav, nicht gutmütig, aber gut erzogen, konventionell, wie Ihr sie braucht. Sie wird dir treu bleiben und sich dir unterordnen, und das alles werd' ich niemals sein und tun... Fred," sagte sie, inbent sie ihre Hand aus der feinen befreite, und sie erhob fid> von dem Sofa... „Ich btetb-* immer ich... dos ist der Unterschied, Unb ich weiß nicht —" Sie hielt inne und steckte eine Haarlocke zu- Lotung niemals wieder auf genau denselben Fleck kommt, auf dem vorher gelotet worden ist, und die wissenschaftliche Erfahrung rechnet damit, daß bei den verschiedenen Lotungen immer ein Unterschied von 4—5 Kilometer im llmi'rciS der geloteten Stelle entsteht. Wie schwierig die Lotungen des Meeresbodens find, möchte ich an einem Beispiel erläutern. Nehmen wir an, wir hätten eine Meeresbodenfläche in der Gestaltung der Schweiz vor uns und man käme bet den Lotungen etwa an drei Stellen auf Berge, die untereinander ungefähr gleid) hoch sind. Dadurch würde für de« Lotenden der Anschein erweckt werden, als wäre das Temain, das er unter sich habe, also in diesem Falle die Schweiz, so gut wie völlig eben. Storno er dann in späteren Jahren bei einer Rachlotung zufällig auf die Spitze des Matterhorns, die durch ihre besondere Höhe unter den anderen Bergebenen hervorragt, dann wurde daraus sogleich der Schluß gezogen werden, daß eine Erhebung des Meeresbodens ftattgefunöen hätte, was in Wirklichkeit ein Trugschluß ist. Aus diesem Grunde ist es auch überaus schwierig festzustellen, ob und in welchem Umfange Bodenerhebungen im Meere slattgesun- den haben. Gewiß zeigten sich im Laufe der Jahrzehnte Veränderungen des Meeresbodens. Diese waren jeooch nur gering und nicht nennenswerten Umfanget. Besondere Veränderungen oder Hebungeit des Bodens im Atlantischen Ozean sind während der letzten Jahre oder Jahrzehnte wissenschaftlich nicht feftgeftellt worden.' „Wenn in den Zcitimgsmeldungen toeiter getagt wird, daß wir uns gegenwärtig in einer Periode enormer Erdkntaftrophen befänden, so muß ich demgegenüber darauf hinweiten, daß die Wissenschaft auf Grund ihrer neueren und neuesten Feststellungen von der sogenannten Ka- lastrophentdeorte abgekommen ist. Die Wissenschaft glaubt heutzutage nicht mehr daran, daß sich das Erdbild durch große vulkanische Ereignisse grundlegend ändern kann. Man ist vielmehr her Auffassung, daß sich die Erdgestaltung, wenn auch ständig. fo doch nur langsam und in Meinen Ausmaßen ändert. Der Laie wird vielleicht geneigt sein, auf das letzte japanische Srd- ctye er auch nur an Schuldners erfolgt, ferner die Ansprüche der Land- und Forstwirte für die Lieferung ihrer Erzeugnisse, der Gastwirte, der gewerblichen Arbeiter usw., der Lehrherren wegen des Lehrgeldes, der Unterrichtsanstalten, öffenllichen Lehrer, der Aerzte, Tierärzte, Zahnärzte, Hebammen, der Rechtsanwälte, Notare, Gerichtsvollzieher u. a. m. Die vorbezeichneten Ansprüche sind die des § 196 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, die sog. Ansprüche des täglichen Lebens. Mit dem Ablauf des 31. Dezember 1925 verjähren sie alle, soweit sie im Laufe des Jahres 1923 entstanden sind. Jeder prüfe hiernach unverzüg- l i ch seine Forderungen. Besteht für den Gläubiger die Gefahr der Verjährung, so hat er schleunigst, wenn irgend möglich in schriftlicher Form, vertragliche Abmachungen mit dem Schuldner au treffen (in Frage kommen Umwandlung der Forderung in eine langfristige Darlehensforderung, das Erwirken einer Abschlagszahlung zum Zwecke eines An- erkenntnisses), oder der Gläubiger hat gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, fei es persönlich oder durch einen Anwalt. Es ist für schleunige Z u - stellung eines Zahlungsbefehls Sorge zu tragen. „Doch wisse, wenn sie verstrichen die Frist", heißt es in Schillers Bürgschaft, wenn dort aud) in anderem Sinne. Dort ging es um ein Menschenleben. — Aber wer durch eingetretene Verjährung Kreis Büdingen. !! Büdingen, 24. Dez. Die vom Gemeinderat früher festgesetzten Steuer- a n s s ch l ä g e für 1925 waren von dem Ministerium geändert worden. Es wurde bc1d)!offen, die abgeänderten Sätze der Finattzkommisfion zur Prüfung zu überweisen. Der neue Weg vom Bahnübergang bis aiut neue Kreisamt und dir Hindenburgstraße bis zur Saline wurden als Ortsdurchfahrt erklärt. Die P f l a ft e r u n g der Düdelsheim er Straße, des neuen Deges und der Hindrnburgstrahe soll im lommenden Jahre aus- gesührt werden. Man erwartet hierzu einen Beitrag des Staates von 38 000 Mt. aus brc Krastwagcnsteuer, vom Kreis von 19 009 Mk. Die Stcä>t selbst hätle dann noch 32 000 Mk. amzubringen. D.e Pflasterung der .Fußsteige ist nicht miteinbegriffen. — Gegen d.c Orts- s atzung z l-r Anstellung eines b e ° langen, unterliegt der Verjährung." Unter „Tun" über „Unterlassen" ist hier eine Leistung im Sinne des i; 241 BGB. zu verstehen. Diele Leistung ----- Verein Konzert in unserer Kirche. Es wurde auf- geführt ein Weihnachtsoratorium für Chor und Solostimmen mit Orchestrrbegleitung von Rudolf Löw, weiland Gesanglehrer in Basel. Die Solostimmen wurden von Mitgliedern des Bereins gesungen, und zwar der erste Sopran Frau Lehrer Rau und Fräulein Gretchen Funk, der zweite Sopran von Frau Lina S ch l i e ß n e r und Fräulein Margarete Funk. Das Orchester setzte sich ebenfaUs aus hiesigen Kräften zusammen. Es spielten erste Geige: Musiker Heinrich S ch o m b e r und Seminarist Ludwig Somme r l a d, zweite Geige: Heinr. ©teinmüllet und Otto Schneider, Viola: Konrad Stein- müller, Cello Pfarrer Wagner und Wilh. Arnold. Die Klavierbegleitung hatte Blindenlehrer Funk von Friedberg, ebensalls ein Kind unserer Gemeinde, übernommen. Rach einer Ansprache von Pfarrer Wagner wurde die Bescherung der hiesigen Schulkinder vorgenommen. Die Gemeinde hatte die notwendigen Gelder bewilligt, sodaß jedem Kind eine Tüte mit Weihnachtsgebäck, ferner Hefte, Zeichenstifte, Bleistifte, ®ummi-ua2> dergl. überreicht werden konnten. Kreis Friedberg. r. Friedberg, 27- Dez. Am 31. Dezember begeht einer unserer besten Mitbürger, der weit über Friedberg hinaus bekannte Buchhändler Karl Scriba, seinen 70. Geburtstag. Karl Scriba ist ein Veteran der guten alten Zeit: arbeittem. schlicht, uneigennützig, gemeinfinnig und sich selber treu, ein kerniger, deutsch denkender Mann, der unbeirrt den für richtig erkannten Weg einhält. In rastlosem, eisernem Fleiß hob er das ererbte Geschäft zu ansehnlicher Höhe und fand dennoch Zeit, den verschiedensten anderweitigen Anforderungen zu genügen. Wie fein Vater, der von 1879—1883 das Bürgermeisteramt bekleidete, hat auch er als Stadtverordneter von 1895—1919 mitgetoirft an dem Aufstieg von Friedberg, älnverdrossen und mit herzerfrischendem Humor bemühte er sich, jedem triftigen Wunsche Rechnung au tragen. So war er, ein ehemaliger 25er Feldartillerist, von 1880—1922 Schriftführer des Krieyervereins und ist feit 1896 bis auf den heutigen Tag Schatzmeister des Geschichtsvereins. 1897 trat er in den Aufsichtsrat des Vorschuß- und Kreditvereins und hatte von 1904—1923 dessen Vorsitz inne (heute Bank für Handel, Gewerbe und Landwirtschaft). Desgleichen leitete er von 1914 f :3 1922 den Männergefangverein und rief den Feuerbestattungsverein ins Leben. Die Verleihung des Philippsordens 1912 und die Zuerkennung des Krieger-Ehrenkreuzes des Kaisers für Verdienste um das Kriegervereinswesen im Rovern ber 1925 finb ein Beweis für die Wert- und Seebeben hinzuweisen und es ist für eine der größten Katastrophen zu erklären, die mit ihrem enormen Schaden an Menschen und Material den Beweis für das Vorhandensein und die Möglichkeit großer Katastrophen erbringt. Aber dieses vulkanische Ereignis war längst kein in unserem wissenschaftlichen Sinne großes. Bewegte sich dach dabei die Erdoberfläche nur 2Va Millimeter innerhalb 18 Sekunden hin und her. Es gibt viel stärkere Beben, als das japanische gewesen. Ich erinnere nur an die vulkanischen Ausbrüche in Chile während des Jahres 1923, wobei die Bodenbewegung genau das Doppelte, nämlich 5 Millimeter, betrug. Bei dem japanischen Erdbeben wurden nur besonders bevölkerte Landstriche davon betroffen, weshalb es den Anschein halte, als fei dieser Vorgang ein besonders umfangreicher und außergewöhnlicher. Es gibt zahllose Erdbeben in Kalifornien und Turkestan und in anderen Gegenden. von denen kein Menfch bei uns in Europa etwas weiß und keine Zeitung davon berichtet, und zwar deshalb, weil nur sehr gering bevölkerte Gegenden davon betroffen werden. in denen kein besonderer Schaden entsteht. Was aber auch gegen die angebliche Gefahr einer ileberflutung Europas und Zerstörung durch große vulkanische Ereignisse svricht, ist die weitere Tatsache, daß die vulkanische Tätigkeit des europäischen Erdteiles erloschen und die tektonische Faltung der Erdrinde hier nut gering ist. Denn wodurch entstehen überhaupt Erdbeben. Sie entstehen doch oadurch, daß sich die verschiedenen Erdschichten im Lause der Zeit entweder wagerecht gegeneinander verschieben, ober nach unten, dem ©rbinnern zu, abbröckeln. Die Erdkruste Europas aber steht im allgemeinen still, fo daß keine Verschiebungen großen Umfanget plötzlich, sondern nur allmählich statt- finden können. Rattstrlich können kleine Ereignisse, durch die Jahrtausend' hindurch aneinandergereiht, langsam das cdbild verändern, jedoch nicht derart, daß gew: ürmaßen eine Sintflut über Europa hereinbrechen könnte. So kann die europäische Menschheit auch in Zukunft ruhig schlafen." auf Vertragsstrafe, Schuldscheine über den Gesamtbetrag einer Rechnung, füt deren Einzelbeträge kürzere Fristen gelten. (§ 195 BGB.) 2. In 4 Jahren verjähren die Ansprüche auf Zinsrückstände, Miet- und Pachtzinsen, Renten, Auszugsleislungen, Besoldungen, Unterhaltsbeiträgen und allen regelmäßig wiedcr- kehrenden Leistungen. (8197 BGB.) 3. In 2 Jahren verjähren u. a. dis Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker für Lieferung von klaren Usw. mit Einschluß der Auslagen, es fei denn, daß die Leistung für den Gewerbebetrieb des ö Frieds. ?rftanb ftwr urn Ä W1 bitter unb ilfa AochMsln hivur. iw Äs;?Ä ®dl« 6i hielt inne- öllenl ahn- Nachdruck verboten. 25. Fortsetzung. das ein (^Uleßur.g folgt) schuld. ,.Ooh — aah!... Ooooh — aaah!".. Röcheln eines Erhängten Hang. „Ooh — aahl... Ooooh — aaah!' Alle guten Geister, was war das? Abraham Schloß hatte sich nach jener Ho nacht überzeugen müssen, daß er keinen W« ,, gebilden zum Opfer gefallen war, wie er sich zuerst einzureden versuchte, sondern vor Tatsachen stand. Gewiß, einen Rausch hatte er gehabt, das war sicher, der Balg der Elster aber lag nicht mehr im Käfig, das war auch sicher. Daß die Toten auserstehen können, das war also keine jener Mähren, wie sie der Nürnberger Trichter eingibt. Schaudernd erinnerte sich Abraham Schloß, schon öfters von Geistern gehört zu haben, die ihr Opfer so lange verfolgten und aufs grausigste quälten, bis es seine Schuld eingeftanDen Zehntes Kapitel. Die Fifis zweiter Streich den Bösewicht durch alle Höllen hetzt und dem Baum der Gerechtigkeit in die Arme treibt. Fifis zweiter Streich aber sollte noch ganz andere Wirkungen haben. Starkenburg. Derkeucinsturz im Darmstädter Hanptbahnhos. Darmstadt, 24. Dez. (WTB.) 3m Haupt- bahnhof Darmstadt ereignete sich heute mittag 3.50 Ahr ein schwerer Anfall, der leider auch ein Menschenleben fordern dürfte. Aus bisher unaufgeklärter Arsache stürzte plötzlich der Plafond der Hallendecke von der Sperre bis zu den Te l e p h o n - Preußen. KreiS Wetzlar. • Wißmar. 24. Dez. 3n diesem 3ahre konnte die Firma Rinn & Elvvs A.G., Zigarren-Fabriken in Heuchelheim wiederum eine gröbere Anzahl Arbeiter zum 25jährigen Arbeitsjubiläum beglückwünschen, darunter auch zwei Arbeiter aus unserer Gemeinde. Als Anerk, nnung erhielten die 3ubi- lare ein kunstvolles Diplom in feinem Rahmen, sowie ein ansehnliches Geldgeschenk. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 26.Dez. Vier Frauen der hiesigen Zigarrenfabrik von Rinn & Cloos wurde eine große W e i h n a ch ts üb e r raschung bereitet. Für 25jährige treue Dienste erhielten sie ein schönes, eingerahmtes Diplom und 100 Mark als Geschenk. — An Weihnachtsfeiern hat es uns nicht gefehlt. Vier Schulfeiern und eine von dem Gesangverein fanden statt. bl. Bischoffen, 24. Dez. Neuerdings ist der Kraftpost betrieb von Wetzlar nach hier wieder ausgenommen worden. Ul'*' — M ^müssen so lchne/l nttii wb U». btt tzvMm Wtteiki svrdens 1912 unb bic Zunkru- :-Ehrenkreuzes bc8 Sailer« tir s Kriegervereinswesen im h ) ein Beweis für bic Är< id) unser Jubilar auch I m seiner TaterNadl «freut. I mten. allgemein beliebe- alten sceicher treuer Ackii Mühsal > ein langer, tuhiyr Lebens- seiner Sieben belchedm sein! Fifi kehrte in ihr Versteck unter dem Schrank zurück, und gleich darauf zeterte ein langer, herzzerreißender Seufzer durch das Zimmer, dem ein furchtbarer Laut nachkollerte, der wie das Ich will es euch sagen: es war bloß Miauen. Natürlich nicht mehr jenes klangvolle, untadelige Miauen, wie es Peter Tand so meisterhaft nachmachen konnte. Die künstliche Stimme, die man Fifi mitgegeben hatte, als sie noch dazu bestimmt schien, ein kameradschaftliches und gutmütiges Gummikähchen in der Hand eines Kindes zu werden, war durch ihre zahllosen Abenteuer, die feuchten Dächer, die ungewöhnlichen Sprünge, die Quetschungen und Abstürze stark in Mitleidenschaft gezogen worden; mit einem Wort, die Klangfeder war kaputt. And statt ein klares, musikalisches Wiau-iniau hervor- zubringen, stieß sie jetzt einen unbestimmbaren, eingerosteten, gräßlichen Schrei aus, daß jedem, der es hörte, die Zähne aufstehen und eine Gänsehaut auflaufen mußte, wie in der Schule, wenn eine harte Kreide an der Wandtafel kreischt. Pelzmärtel. Ein Nürnberger Spielzeugroman. Nach dem Italienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein. Copyright 1925 bh A. Scherl G. m. b. H., Berlin. ete Büdingen. .en, 24. H «« ®c' früher IW» «gj,1 ir 1925 waren von dm « worben. Er wurde jJJ n Sähe der WÄ* überweisen. ®« neuc "V? dÄ * »'Mit r MW k* !*&l lorft.abt, 26. D^Wlgtber meße ist die Äidda weit s'er getreten unb bat bat iLrnbisMclsiadlüderschwrMii i der tiefer gelegenen N” uechrihe Dasser ausgevE' Er war voll wie ein Faß. Seit dem Tage, wo er einen Unschuldigen ins Gefängnis gebracht hatte, ließ ihm sein Gewissen keine Ruhe mehr. Er konnte die Nacht nicht hereinbrechen sehen, ohne von einet Angst ergriffen zu werden, die ihm die Kehle zuschnürte. Auf Schritt und Trett fühlte er sich von unheimlichen Schatten umgeben, von irrenden Geistern, die ihm auf den Fersen folgten und den Weg verlegten, bald klagende Seufzer ausstießen, bald mit wütender Gebärde auf ihn eindrangen. Aeberall hörte er diese verzweifelten und anklagenden Stimmen, er fürchtete sich vor sich selber, er konnte es nicht ertragen, allein zu sein. Sowie es dunkel wurde, schlich er sich in das Bratwurstglücklem, jene altberühmte, kleine, an die St.-Moritz-Kapelle angebaute Wirtschaft, wo es die besten Brat- Würstchen und das beste Bier gibt. Hans Sachs und Albrecht Dürer waren dort Stammgaste, und auch heute noch ist das Bratwurstglocklein betannt und beliebt bei Einheimischen und Fremden. Abraham verzehrte die Würstchen dutzendweise, leerte GlaS auf Glas und lachte und lärmte mehr als die anderen, nur um sich selber einzureden, er habe Mut für zehn. Wenn ihm dann der Schädel rauchte, die Kehle brannte und die Augen flackerten, glaubte er nicht mehr Abraham Schloß zu sein, sondern ein anderer, ein Schelm ohne Skrupel und Furcht, der geradeswegs nach Hause gehen könne, um zu schlafen wie ein Murmeltier. Wenn es so weit war, dann zündete er seine Laterne an und machte sich auf den Weg. Kaum aber allein auf der Straße, füllte sich die Luft mit drohenden Geistern, und sogar die Häuser rückten ihm auf den Leib. Mit zitternden Knien, kalten Schweiß aus der Stirne, flüchtete er wie verfolgt in toller Angst durch die Straßen, nicht anders wie Karn. fl auf, mit |" n; k^r«*** »eklen ein. Zahlreiche Passanten, die durch herabfallenden Derputz aufmerksam gemacht worden waren, konnten rechtzeitig beiseite springen, während nach den ersten Ermittelungen zehn Personen unter dem Schutt begraben wurden. Bon diesen wurde eine lebensgefährlich, drei schwer und sechs leicht verletzt. Sämtliche Derlchte wurden nach dem Krankenhaus gebracht. Die Aufräumungsarbeiten wurden sofort ausgenommen. Nach späteren Feststellungen erhöht sich die Zahl der Berlehten auf über 20. Etwa 17 davon konnten sich selbst ins Krankenhaus begeben und wurden Dort nach Behandlung wieder entlassen. Sechs Schwerverletzte sind im Krankenhaus verblieben. Ss handelt sich bei dem Deckeneinsturz um eine über 200 Quadratmeter große Rabitzdecke, die sich zunächst aus einer Ecke löste und kurz darauf mit furchtbarem Getöse herabfiel. Es waren zur Zeit des Ginfalls annähernd 100 Personen in der Halle. Die Arsache des Einsturzes läßt sich noch nicht feststellen. Der Dienst wurde nicht gestört. Hierzu wird uns von unserem technischen M. D.-Milarbeiter geschrieben: Da in zahlreichen öffentlichen und anderen Gebäuden Rabitz decken oft in noch größeren Abmessungen verwendet sind, so dürfte dieserfchwere Anfall zur Folge haben, daß man derartige bestehende Drahtger-ebedecken in Bezug auf Die Konstruktionseinzelheiten, wie z. B. Die Haltbarkeit der Aufhängepunkte, nachprüft und vielleicht auch Belastungsproben vornimmt. Bei Reu baut 7 u dürfte eß sich empfehlen, die Berechnung dera.üger Decken mit allem Rüstzeug Der moder::.., Technik vorzunehmen und vielleicht auch wiederholte Belastungsproben vorzuschreiben. Rheinhessen. WSR. Mainz. 27. D:z. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte in .ihrer letzten Sitzung mit allen Stimmen gegen diejenigen der Kommunisten w iter* 15 000 Mk. zu den Kosten für die Wie D erherstel - lung des Mainzer Domes. — Für die komm: we Spielzeit am Mainzer S tadt- t Heal er errechnet man ein Defizit von rund 700 000 M k. Man sprich, schon davon, ob man nicht etwa mit Darmst-adt einen Gemeinschaftsbetrieb einrichten solle. Auch Oberbürgermeister Dr. Külb kam in der letzten Stadtverordnetenversammlung auf die Ange- gelegenheil zu sprechen und erklärte, wenn das Mainzer Staütthealrr als wertvolle Kulturstalle am Rhein seine 'Morten geöffnet haben solle, müsse die Dürgertchnft große Ovscr bringen, und außerdem mm;: .ich und Staat bAr ohnehin stark belasteten Stadt helfend zur Seite stehen. - Vertreter der Presse und des Stadtpariamentö waren am Heiligen Abend zur Besichtigung der Stadthalle in ihrem neuen G ewa nde eingeladen. Oberbürgermeister Dr. Külb gab einen kurzen Rückblick über die Geschichte Dey Stadthalle. Hieraus erfolgte ein Rundgang durch die Halle. Deren Saal in roten und goldenen Farben gehalten ist und im Lichte der 12 Kronleuchter einen imposanten!und zugleich anheimeln-, den Eindruck macht. Auch Die Redenrüume sind in zweckentsprechender Weise umgebaut worden. svldeten Bürgermeisters waren tn der neuen Offenlagefrist 4 Einsprü che erhoben worden. Siner davon war mit etwa 70 Anter- schriften versehen. Der Gemeinderat faßte daher den Beschluß, von der Wahl eines De- rufsbürgermei stets abzusehen. Es kommt nunmehr zur Wahl eines Ehr en- bürgermeistets durch Die Bevölkerung. AlS Wahltag wurde Der 17. Januar 1926 in Aussicht genommen. — Ebenso wie bei der Linie Büdingen-Dindsachsen hat nunmehr das Reichs- postministetium entschieden, vorläufig von Der Errichtung der geplanten Kraftpo st linie Alfa—Eichelsdorf, Alfa—Nidda, Al a—Hungen. Nidda—Glashütten—Hirzenhain und Düdingen- Sangenbergbeim abzusehen. Als Grund hier- für wird angegeben, daß Die zur Erweiterung deS Kraftfahrbetriebs erforderlichen Mittel im laufenden Wirtschaftsjahr nicht mehr aufgebracht wer- deit können. Ob dies im nächsten Jahre geschehen kann, läßt sich noch nicht absehen. Sämtlich? Linien werden jedoch im Auge behalten und zu gegebener Zeit in Betrieb genommen werden. bei). Bleichenbach, 23. Dez. Wenn in der Adventszeit die Abendglocken über dem Dorfe verhaut smd, eilen unsere Kinder und sogar auch Große schon seit drei Jahren zweimal in der Woche in die Schule, wo ihnen beim Scheine der 4 Lichter des schön geschmückten Adventskranzes in Lied und Spruch, Legende, Märchen und Erzählung eine erwartungsfrohe V o r w c i h n a ch t s st i m in u n g genährt wird, die so viele jetzt zu Hause entbehren n,ässen. Der letzte dieser Adventsabende bildet den äußerlichen Höhepunkt dieser so seligen Zeit, weil Dann so mancher kindlichen Erwartung eine frohe Erfüllung wird. Das war auch heuer wieder die eigentliche Weihnachtsfeier unserer S ch u l e.' Perle aus deutschem Weihnachtsschrifttum schmückten diesen Abend. Zunächst tarn noch einmal all die wunschselige Lorweihnachtsstimmung zum Ausdruck in Lied und Gedicht; dann die frohe Erfüllung durch den langbärtigen Knecht des liebespendenden Christkinds. Im Kerzenschein eines diesigen Christbaumes lachten die vielen, vielen Sachen den Kindern in die Hcrzen, daß sie aufjauchzten. Durch Ausgabe von Losen und durch das Entgegenkommen der Gemeinde war es möglich, allen Kindern zusammen 216 Geschenke zu verteilen. Das wundervolle Weihnachtsevangelium mit vielen Einlagen alter Weihnachtslieder war für die Erwachsenen der Höhepunkt der Feier, die nachher langsam ausklang im Gedenken an die Weihnacht oll derer, denen Liebe am meisten nottut. Tiefsten Eindruck machte das von vier Schülerinnen vorgetragene Halmsche Gedicht „Die Glocke von Snnisfare . In seiner kurzen Ansprache wies der Lehrer hin auf die verinnerlichende Bedeutung dieser Abende und Feiern. Am nächsten Abend machte noch der hiesige Raiffeisen- Verein den Kindern seiner Mitglieder eine schöne Weihnachtsbescherung in stimmungsvoll umrahmter Feier. So war in diesem schweren Jahre Dafür ge sorgt, daß kein Kind unseres Dorfes ohne eine Weih nachtsfrende blieb. Kreis Schotten. M Schotten. 24. Dez. Im Rathaussaal hier sand dieser Tage eine sehr gut besuchte Versammlung der Bürgermeister des Kreises Schotten statt. Rach einleitender Begrüßung durch den Dorsihenden des Kreisver- bandes. Bürgermeister Menge! - Schotten, wurde der im letzten Jahre verstorbene Bürgermeister Herroder -Oberseemen und Müller- Behenrod gedacht. Eine große Anzahl wichtiger Gemeindeangelegenheiten wurde eingehend besprochen. Die Aufwertungsfragen, besonders soweit sie die Gemeinden interessieren, die Ablösung der Reichsanleihen, die Borzugsrenten wurden näher erläutert. Auch die Aufwertung der Sparkassenguthaben, deren Rückwirkung auf die Gemeinden als Garantieträger der Kassen, unb die Aufwertung der eignen Seineindeschulden und der Gemeindeansprüche wurden näher behandelt. — Gegen den neuen Reichsschulgesetzentwurf, der bet der Durchführung die Gemeinde mit erheblichen neuen Lasten und Ankosten treffen würde, wurde p rote st i e r t. — Der hessische Staat beabsichtigt für 1925 von den w a l d b e s i tz e n d e n Gemeinden eine 11 in l a fl c von 12,30 Mark je Hektar Wald zu erheben. Gegen diese unbegründete Erhöhung erheben die Gemeinden im Hinblick auf die gesunkenen Preise bei der Holz- Verwertung und die erhöhten Gestehungskosten (gestiegene Löhne, größere Äaf fenbeit tage usw) scharfen Einspruch. Zum mindesten soll eine Staffelung je nach dem Alter des Waldes gefordert *1 *OtÄt 1 WM "rer 5ne8fl9 ä" W neindr, flSJl üen M 1 tilgen Mizi, loba^ f,?’8 tob men der Teilnehmer, der Kriegsopfer, angepaßt \ war. Ansprachen hielten der Borsitzende der 1 Ortsgruppe, Kanzleisekretär Jung, sowie Der Vorsitzende des Kreis Verbandes der Kriegsbeschädigten, Lehrer Funk. •!• Aus dem westlichen Vogelsberg, 24. Dez. Die in den Zeitungen acmelbcte Explosion auf Der Grube Merlenbach bei Saarbrücken am 21. Dezember wurde in unserer Gegend, 200 Kilometer von der Unglücksstelle, deutlich vernommen. Kurz nach 12 Uhr wurde die Lust von einem Geräusch erschüttert, das die einen für einen kurzen Donner, anocre für den Absturz eine Schneelawine vom Dach hielten. Da aber der Schnee weg- geschmolzen war, wurde auch die Vermutung, es könne sich um eine Explosion handeln, ausgesprochen. Die Erschütterung war so stark, daß die Fensterscheiben klirrten. Das Geräusch erinnerte an den Geschützdonner, den wir während des Krieges häufig von der Westfront her gehört haben, besonders stark während der Kämpfe von Verdun. Offenbar ist der Westabhang des Vogelsberges eine der Stellen, wo die Schallwellen solcher Erschütterungen im Westen die Erde berühren, im Gegensatz zu der von der Wissenschaft feftgefteUtcn sogenannten „toten Zone", in dem man trotz größerer Nähe des Ursprungsortes nichts davon hört. Mrcid Lauterbach. hrnl. Lauterbach, 23. Dez. Den Anfang der diesjährigen Weihnachtsfeiern machte am Freitag Der Frauenverein mit feiner Feier im Konfir- nianDenfaale. Schwester Charlotte hatte den Saal festlich geschmückt und jedem Der Mitglieder vor seinem Platz ein Christbäumchen und eine kleine Weihnachtsgabe gestellt. Mit Gesang unD einem Vegrüßungsgedicht Der eifrigen Helferin Der Schwester wurde die Feier eröffnet. Die Weihnachtsansprache hielt Dekan Schlösser. Unter Gesang und Vorträgen ging die Zeit allzu rasch vorüber. Alle waren "ber Schwester Charlotte von Herzem dankbar für den schönen Weihnachtsabend, zu dessen Vorbereitung sie trotz ihrer vielen sonstigen Arbeit keine Zeit und Mühe gescheut hatte. Am Sonntagnachmittag hatte Schwester Charlotte unter Dem Gesänge von „Ihr KinDerlein kommet" Die 130 Kleinen unserer K l e i n k i n D e r s ch u l e zur Weihnachts- feier in Gotteshaus geführt. Viele HunDerte, Alte und Junge, hotten sich zu Dieser Feier eingefunDen. Es war eine Freude, Den Kleinen zuzuhören, wie sie vom Christkind reDetcn und fangen, unD zu sehen, wie ihre Augen unter Dem Christbaume vor Gluck und Seliokeit strahlten. Auch in Diesem Jahre hatten Die Kleinen die Heidenkinder nicht vergessen und in einem silbernen Glöckchen ihre Missionsgabe Dekan Schlösser überreicht Der ihnen herzlich Dafür dankte. Nach einer weiteren Ansprache Des Vorsitzenden Der Kleinkinderschule an Die Eltern Der KinDer und Die Gemeinde wurde die schöne, von Schwester Charlotte mit viel Geduld und Liebe vorbereitete Feier mit Dem Liede „O Du fröhliche, o Du selige, gnadenbringenDe Weihnachtszeit" geschlossen. Als Weihnachtsgabe erhielt jeDes Kind eine große mit Spielsachen unD nützlichen GegenstänDen gefüllte Tüte. Eines ebenso zahlreichen Besuches Durfte sich um 5 Uhr Die Weihnachtsfeier Des Kinder- gottesDienstes erfreuen. Gemeindegesang unD Vorträge Der KinDer wechselten miteinanDer ab. Auch hier hatte Das ChristkinD jedem Der KinDer eine Weihnachtsgabe unter Den Christbaum gelegt. Am Montagabend hielt Der Jünglingsverein feine schlichte Weihnachtsfeier ab, der Dann am Dienstagnachmittag Die Weihnacht-feier im K ranke n h a u s e folgte. Hier hatte Oberschwester Dora mit viel Liebe unb Sorgfalt Die Feier vorbereitet unb ihre Mitschwestern haben ihr babei treulich geholfen. Ansprachen, Vorträge unb bie Weihnachtschöre ber Schwestern unb ihrer Gehilfinnen haben bic Kranken auch hierbei erkennen lassen, Daß Die Kraft unD Liebe, mit Der in unserem Hause gearbeitet unb gepflegt wird, von dem kommt, Dessen Geburtstagsfest man miteinander feierte. Dankbar nahmen bie Kranken bie Gaben hin, mit Denen bie Schwestern ihnen ben Weihnachtstisch geberft hatten. und gesühnt hatte. Es muß wohl so fein, überlegte er. Jedoch. . jedoch... bei Licht betrachtet handelte es sich hier ja nur um eine Elster. Die Geister, von denen die furchtbaren Geschichten umgingen, waren sozusagen menschliche Geister, die nicht zur Ruhe kommen konnten. Daß aber eine Elster nach ihrem Tode noch ihr Wesen treibe, nein, davon hatte er noch nie etwas gehört. Je heller es wurde, basto mehr fühlte er seinen Mut zurück- kehren. Er dachte hin, er dachte her und legte sich schließlich die Sache so zurecht, daß gar nichts Außergewöhnliches mehr dahinterstand. Man hatte eS einfach mit einem Fall von Scheintod zu tun, wie es ja zuweilen vorkam. Da stirbt einer, der Arzt stellt ihm den Totenschein aus, alle stehen um den Sarg und vergießen heiße Tränen--auf einmal, was geschieht? — ist es nur möglich? — erhebt sich der Leichnam, atmet und reibt sich die Augen. Da sitzt er, lebendiger denn jel Natürlich, genau so war es mit der Elster gegangen, und einmal munter, hatte sie die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen unb war ausgeflogen. And was die schrecklichen Seufzer und Schreie und die spukhaften Erscheinungen in der Nacht anbetraf, so waren nur die Dralwürstchen und das viele Bier daran Niemals würde es Fifi gewagt haben, den auf den Dächern herumstreunenden Katzen ein so mißtöniges Konzert au bieten, aber mit Abraham war das eine andere Sache. Sie zappelte vor Freude über ihren gelungenen Spaß ausgelassen mit Den Pfoten. „Oooh — aaah!... Oooh — aaah!" ... Hohl und drohend klang es. „Wer ruft mich?" stammelte nach einer Weile eine fabenöünne Stimme. Abraham Schloß muhte grün sein vor An ast. „Oooh — aaah!... Oooh — aaah!... Oooh — aaah!" ... „Räuber! Mörder!" schrie der Spitzbube vor Entsetzen auf. „Zu Hilfe! Zu Hilfe!" Niemand kam ihm zu Hilfe, dagegen der grauenhafte Ton immer näher, wurde immer stärker, immer gespenstischer, immer unerbittlicher ... „Oooh — aaah!. Oooh — aaah!... Oooh — aaah!" ... Jetzt sprang Abraham Schloß, in Schweiß gebadet, aus dem Bette, zündete das Licht an und blickte sich mit Dem Mute der Verzweiflung um. Hilf, Himmel! Die totgeglaubte Elster war aus Dem Käsig entwichen, auf Den Stuhl geflogen und filierte ihn mit gesträubtem OefieDer, bereit, im nächsten Augenblick sich mit scharfem Schnabel auf ihn zu stürzen. Schlotternd wie ein Gerippe warf Abraham Die Lampe hin. daß sie erloschte, und zog Die BettDecke über sich, um nichts mehr zu sehen und zu hören Der schreckliche Schrei verstummte, Dafür aber fühlte er etwas Weiches unb Kaltes über seinen Körper schleichen. Wehr tot als lebenbig, streckte er Den Kops hervor unD sah zwei gläserne, gelbliche Augen im Dunkel leuchten. Da war er mit feiner Kraft am Ende, sah nichts mehr, hörte nichts mehr, sank ohnmächtig in Die Kissen. Am Morgen fiel sein erster Blick auf Den Stuhl, Dann auf Den Käsig — eine Elster war nicht mehr zu erblicken, feine tote unD keine lebenDigc. Dos war Fifis erster Streich. werden. — Näher besprochen wurden die De- i Dingungen, unter Denen die Iagdverpach» 1 t ungen Der Gemeinden vorgenommen werden 1 sollen. Man hält allgemein eine Iagdverpach- tungSdauer von neun Jahren für zweckmäßig. Verboten werden sollen die Fuchsvergiftungen und die Nachtlreiben. Anter Den drei Letztbietenden soll Auswahl Vorbehalten bleiben. Da bei Zuschlag nicht nur Der Gelds!andpunkt, sondern auch Die Zuverlässigkeit der Jagdpächter mit ausschlaggebend ist. - Auch bei der Hunde st e u e r hat der Staat durch seine vierfache Erhöhung der staatlichen Steuer (12 Mk. für jeden Hund, früher 3 Mk.) die Gemeinden zurückgesetzt. Man merkt auf allen Gebieten das Bestreben des Staates, Gebühren und Steuern herauszuholen und zu erhöhen, wo nur immer möglich, auch wenn die Gemeinden Darunter Not leiden. So bei Der Hundesteuer, den Forstverwaltungsav- gaben. Dem Iagdstempel u. Dergl. in. — Die Versammlung verhandelte ferner über die Führung des Ortsgerichts und Der St an- desamtsregister. Auch über das Für- sorgegeseh für ®emdnD,b:amte wurde referiert. ©Qnrfe Stellung wurde genommen gegen Die betrüblichen Vorkommnisse u.iD Auswüchse bei Den letzten Bürgermeister- undKorn- munalwahlen. Die zahlreichen W a h l b e - einslussungsversuche, Freibierspenden u. Dergl. tourDen aufs schärfste verurteilt. Die Versammlung verlies äußerst anregend, Der Wunsch wurde laut, öfters abwechselnd in den verschiedenen Bezirken Schotten, Gedern. Laubach, Alrichstein derart Versammlungen mit offener freier Aussprache über alle interessierenden Gemeindeangelegenheiten abzuhalten. ♦ Eichelsdorf, 24. Dez. Das hiesige Sägewerk der Firma Himmelsbach wurde vorläufig auf die Dauer von 14 Tagen ft iU gelegt. Da die Holzvorräte restlos aufgearbeitet sind. Das Werk Nidda der gleichen Firma läuft noch, allerdings feit einigen Wochen nur an fünf Tagen der Woche. — Im Basalt werk Eichelsdorf, in das am 15. Dezember eine Gießener Firma als Teilhaber eingetreten ist, herrscht wieder reges Leben. Das bei der Herstellung der Pflastersteine entstehende Abfallmaterial, das sich im Lauf der Zeit zu großen Halden auftürmte, soll durch eine Klopfmaschine zu Straßenschotter und Grus verarbeitet werden. * Eichelsdorf, 25. Dez. Uraltem Väterbrauch folgend, wurde auch heute morgen wieder uön 5 bis 6 Uhr in unserem Bergkirchlein „dem C h r ist k i ndch c n geläutet". Während die Glocken übers nächtliche Dorf klangen, oersammei- ten sich jüngere Männer, die gesamte Jugend und ältere Schüler, um nach Beendigung des Läutens an vier Plätzen im Dorf, das im Lichte der Christ- bäumchen erstrahlte, Weihnachtslieder zu fingen. Diesmal begleitete unser Musikverein die Weisen. Die alte Sitte, während des Läutens am Brunnen den „Christta u“ zu holen, ist, feit unser Dorf eine Wasserleitung,hat, in Vergessenheit geraten. eb. Eichelsachsen, 27. Dez. Unsere beiden Schulklassen veranstalteten eine Rheinland- und Weihnachtsfeier. Durch Ansprache, Lichtbilder, Gedichte unb Weibnachtsmärchenaufführung mürbe die Weihnacht im schweren Jahre 1925 zum inneren Erlebnis. Kreis Alsfeld. H AlsfelD, 27. Dez. Am ersten Weih- nachtsfciertage wurden Die neu hn:gestellten unb erweiterten Räume des (Safe Klingel- Höffer am Markt eröffnet. Nachdem es seither als ein Mangel empfunden worden war, daß in der hiesigen Stadt ein geräumiges, größeres Eafä nicht vorhanden war, ist nunmehr diesem Mangel abgeholfen. Die Inneneinrichtung ist in durchaus künstlerischer Wecke Durchgeführt worden. Die vorkommenden Malereien wurden von Prof. Hamann aus München ausgeführt. — Am 1. Feiertage hielt die Ortsgruppe Alsfeld des Reichsverban- des Deutscher Kriegsbeschädigter und K r i e g e r h i n t e r b l i e b e n e r in Der bis auf Den letzten Platz besetzten Turnhalle eine Weihnachtsfeier, verbunDen mit einer Gabenverteilung an sämtliche Kinder ber Angehörigen d?r Ortsgruppe, ab. Neben zwei sehr sinnigen Weihnachtsspi?len, die von Kindern allerliebst gespielt wurden unb Die Kleinen in Helles Entzücken versetzten, umrahmten Die gediegenen Musikoorträge der Kapelle Meinhardt und ein Schülerchor „Tochter Zion, freue Dich" Die schlichte, aber eindrucksvolle Feier, die dem Rah- Das wird ein feiner Spaß werden, dachte Fifi, wie sie ihn so gehetzt und seiner Sinne kaum mehr mächtig eintreten sah. Sie lieh ihn ruhig bie Kleider ablegen und zu Bett gehen: sie hörte ihn demütig Dem Papagei gute Nacht sagen, der aber schon, den Kopf unter Dem FMgel, schlief, und Dann Der Amsel, Die ihn nicht einmal ansah. Dann löschte er bas Licht aus unb murmelte: „Arme Berta, morgen sollst Du begraben werden." Begraben? zweifelte Fifi. Das wird sich erst noch zeigen! Als alles still war, schlich sich Fifi lautlos in Den Käsig, zog Die tote Elster heraus und setzte sie behutsam, in aufrechter Haltung an Die Kissen gelehnt, auf Den Stuhl vor Dem Bett. Da hockte sie nun mit gesträubtem Gefieder und zustoßendem Schnabel gerade vor Dem Gesicht ihres Herrn. .. .. '* u. *» gsi** ** urschte er. ß. wißen. kEcinrn «« ?! diel urnH-g l^.M beharrte^'fl fügte.; .Sy«*'; '«t«‘“ff W' NHKß l M i,Jr. einftf'Jic c'-i w?us ixx Ä:. Qmt ^kleidete, hat auch e r ali 5 Überg. Mrbtolfcn unb >em Humor bemühte et sich 5* Rechnung »u tragen' Mw® M MmxaM 1 M auf den heutigen Tag Gelchicytsvereins. 1897 trat 3rat des Torlchuh- und flrebii- von 1901-1923 dessen Doch t für Handel, Gewerbe unb -^gleichen leitete er von 1911 nnergesangverein und tief den nein ins Leben. Die Derlei. SÖH^ Jeder Weinhändler liefert: SEIT 1183 SCHIERSTEin L RHO. Maingau. Frankfurt a. M.. 24. Dez. (05621.) Der Nach Hnterschlagung von QHü nbeige I- Lern in Höhe von 70000 Mark geflüchtete Stabtsekretär Paul Dresbe vom hiesigen Sn* genbamt wurde gestern nachmittag in Rotterdam verhaftet. Ein Auslieferungsantrag ist bereits gestellt worben. — Von der Deutsch* Herrenbrücke stürzte s i ch Mittwoch vormittag ein elternloses 23jähriges Mädchen aus dem Rordend in den Main und verschwand sofort in ben hochgehenben Fluten. Eine Rettung war unmöglich. In einem hinterlassenen Briefe gibt bas Mädchen Lebensüberdruß als Ursache zu dem Selbstmord an. — In der Gneisenaustraße gegenüber dem neuen Straßen- bahndepot hat sich am Mittwoch abend zwischen 9 und 10 iltjr ein junger, gut gekleideter Mann a n einem Bretterzaun erhängt. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche waren ohne Erfolg. Frankfurt a. M., 27. Dez. (WB.) Am Weihnachtsabend wurde hier in der Oppenheimer Straße ein Ehepaar, der Drehorgelspieler Fylius und seine Frau, durch Gas vergiftet tot auf gefunden. Die angestellten Ermittlungen haben bis jetzt nicht ergeben, ob es sich um einen Hnglüdäfali handelt, ober ob das Ehepaar freiwillig aus dem Leben geschieden ist. WSN. Hanau, 27. Dez. Landgraf E r n st von Hessen-Philippsthal ist im Atter von 79 Jahren auf seiner Besitzung bei Philippsthal im Kreise Hersfeld gestorben. Mit ihm ist die Linie Hcssen-Philippsthal erloschen. KrciZ Fulda. WSN. Fulda, 24. Dez. Um den Posten des Direktors an der hiesigen Städtischen Sparkasse, der infolge der Amtsenthebung des seitherigen Direktors Jung freigeworden und ausgeschrieben war, haben sich nicht weniger als 2 6 8 Persönlichkeiten beworben. — Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern vormittag 9.30 Uhr auf dem hiesigen Bahnhof. Der Zuführer Wenk aus Neuhof wollte einem Personenzug ausweichen und wurde dabei von einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Güter- zug erfaßt uni) überfahren. Der Verunglückte erlitt so schwere Kopfverletzungen, daß er kurz darauf starb. Don der Industrie- und Handelskammer Giehen. Heber die Tätigkeit dieser Körperschaft in jüngster Zeit ist zu berichten: Dem Gesetzentwurf zur Sicherung der Getreibebe weg ung tonnte nicht zugestimmt werden, weil er einen Rückfall in die Getreidezwangswirtschaft bedeutet und im Widerspruch mit der Preissenkungsaktion steht. Die in Aussicht gestellte baldige Aufhebung der Verordnung über die Geschäftsaufsicht entspricht der auch von der Handelskammer wiederholt bekundeten Auffassung. Der Entwurf eines Gesetzes über den Vergleich zur Abwen düng des Konkurses, welcher an die Stelle der Geschäftsaufsicht treten soll, wird mit einigen Abänderungen gutgeheihen. Zu dem Entwürfe eines S ch a n kstä t t en- geseyes hat die Handelskammer eine ablehnende Stellung eingenommen, da ein Dedürf- * nis zu einer so weitgehenden Regelung der Verhältnisse im Gastwirtsgewerbe in keiner Weise y- anzuerkennen sei. Eine Eingabe an den deutschen Industrie* v und Handels tag und an den Reichsjustizminister, in welcher eine Her abs etzung der Ge* richtskosten und Anwaltsg ebühren beantragt wird, wurde befürtoortet. Einer gesetzlichenRegelungdes Zugabewesens, wie sie verschiedentlich gefordert wird, konnte die Handelskammer nicht bas Wort reden. Die Zugaben seien eine andere Art der Reklame, die in vielen Fällen durchaus berechtigt sei. Gegenüber zutage tretenden Auswüchsen auf diesem Gebiet boten die Vorschriften des unlauteren Wettbewerbgesehes genügende Handhabe. Mit einer gesetzlichen Beschränkung der Zahl der kaufmännischen Lehrlinge im Verhältnis zur Zahl der Gehilfen, wie sie vom Deutschnationalen Handlungsgehilfen- verbond Gau Main-Weser beantragt wirb, kann sich die Handelskammer nicht einverstanden erklären. Die Anregung der Vereinigung deutscher Bahnspediteure, die Gebührensätze der Bahnspedition in den Bezirken der Reichsbahndirektionen Frankfurt a. M. und Mainz zu erhöhen, konnte in Ansehung der katastrophalen Wirtschaftslage nicht befürwortet werden. Zur Abstellung der zahlreichen Klagen von .Unternehmungen der Industrie und des Handels über ihre Heranziehung z u den Kosten der Handwerkskammer wird die Handelskammer versuchen, in Gemeinschaft mit den übrigen hessischen Handelskammern die Freistellung der ihrem ganzen Wirtschaftscharakter nach nicht dem Handwerk zugehörigen Betriebe zu erwirken. Den Bestrebungen der Handelskammer, eine Her abs etzung der Gewerbesteuer in ben Gemeinden Grohen-Linden und Heuchelheim zu erreichen, blieb der Erfolg versagt. Gegen den Fahrplan der Kraftpost Fellingshaus en — Krofdorf — Diesten waren Bedenken nicht zu erheben. Die Bemühungen, einen früheren Beginn der Weihnachtsferien für die kaufmännischen Fortbildungsschulen zu erreichen, haben leider keinen Erfolg gehabt. Kaufmann Adolf Schwarz zu Lich ist als Sachverständiger in Privatversicherungsfcagen öffentlich angestellt und beeidigt worden. Die Handelskammer wird sich um die Weiterführung des Triebwagens 564 ab Fulda b i s Alsfeld, für die sie sich bereits im September vergeblich einsehte. erneut bemühen. Sie wird ferner dafür Sorge tragen, daß die Zufahrt ft raste zum Güterbahnhof in Alsfeld in einen den Bedürfnissen des Verkehrs entsprechenden Zustand gebracht wird. Amtsgericht Wetzlar. ü Wetzlar, 24. Dez. Unter der Beschuldigung der gefährlichen Körperverletzung war gegen den Mechaniker Fritz W. von Rauborn durch gerichtlichen Strafbefehl auf 50 Mark Geldstrafe. Hilfsweise 10 Tage Gefängnis, erkannt worden. Hiergegen legte W. Einspruch ein. Wie die Verhandlung ergab, wurde der Zeuge U. an einem Sonntag im Rovernber, als er des Rachts mit seinem Rade von Rauborn nach Wetzlar fahren wollte, in Rauborn von mehreren jungen Burschen überfallen, vom Rade gerissen und mißhandelt. Als er fliehen wollte, wurde er noch mit Steinen beworfen und durch mehrere Steinwürfe im Gesicht verletzt. Während der Zeuge bei seiner polizeilichen Vernehmung behauptet hatte, den Angeklagten habe er als einen der Täter erkannt, sagte er heute bei seiner eidlichen Vernehmung aus, den Angeklagten habe er nicht erkannt. Den Angeklagten bestritt jegliche Teilnahme an dem Heberfall, und will den Zeugen gar nicht kennen. Die Verhandlung ergab auch keinerlei Anhaltspunkte, die eine Verurteilung des Angeklagten rechtfertigen. Demgemäß lautete das Urteil auf kostenlose Freisprechung des Angeklagten und Uebemahme der Kosten durch die Staatskasse. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte Auferlegung der Kosten auf den Zeugen beantragt. Wegen Betrugs, begangen im strafschärfenden Rückfälle, hatte sich der Reisende Richard Olt., der sich im Gerichtsgefängnis Wetzlar in Untersuchungshaft befindet, zu verantworten. Der Angeklagte hatte sich am 1. Dezember d. I. im Hotel Kaltwasser in Wetzlar einlogiert und 4 Tage daselbst gewohnt und gegessen, ohne überhaupt über Barmittel zu verfügen. Rach- dem die Zeche auf 34 Mk. angewachsen war, versuchte der Kellner Zahlung zu erlangen und machte dabei die Entdeckung, daß der Angeklagte überhaupt kein Geld besaß. Des Weiteren hat der Angeklagte einen anderen Gastwirt geschädigt. indem er bei diesem 2 Glas Bier trank, ohne dies bezahlen zu können. Als ihn der Kellner um Bezahlung anging, ließ er ihm die Brille als Pfand zurück. Der Angeklagte war geständig und gab an, aus Rot gehandelt zu haben. Das Gericht erkannte gegen den schon vielfach wegen Betrugs vorbestraften Angeklagten auf fünf Mo nate Gefängnis unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft. Unter der Anklage des Widerstands hatte sich der Landwirt Ferdinand F. von Wetzlar zu verantworten. Der Angeklagte, der mit einem jungen Reh in den Wetzlarer Straßen ging, wurde von einem Polizeibeamten nach der Herkunft des Rehes gefragt. Als der Angeklagte die Auskunft verweigerte, wollte der Beamte den Romen des Olngeflagten fest stellen und als auch dies ohne Erfolg war, den Angeklagten zwecks Feststellung der Personalien zur Wache bringen. Hierbei widersetzte sich der Angeklagte. Er war geständig und will in Erregung gehandelt haben. Das Urteil lautete auf 10 MarkGeld strafe, hilfsweise 2 Tage Gefängnis. Der als Zeuge geladene Polizeiwachtmeist er H., der ohne Entschuldigung dem Termin ferngeblieben war. erhielt ebenfalls 10 Mark Geldstrafe, hilfsweise 2 Tage Haft. Der Landwirt Heinrich M. von Ahbach, der gegen eine polizeiliche Strafverfügung über 2 Mk. wegen unbefugten Befahrens fremder Grundstücke Antrag auf gerichtliche Entscheidung gestellt hatte, erzielte kostenlose Freisprechung. Wirtschaft. Die Lage des Arbeitsmarktes. Heber die Arbeitsmarktlage in Hessen, Hessen-Rass au und Wal deck berichtet das Landesamt für Arbeitsvermittlung in Frankfurt a. M.: Die zunehmende Verschärfung der Wirtschaftskrise tritt auf dem Arbeitsmarkt in letzter Zeit durch immer r ap i deres Steigen der Arbeitslosigkeit zutage. 3m Landesamtsbezirk (Freistaat Hessen, Provinz Hessen- Rassau, Freistaat Waldeck) nahm die Zahl der unterstützten Erwerbslosen (Hauptunterstühungs- empfänger) innerhalb von 14 Tagen um 43,2 Proz. zu. Am 15. Dezember bezogen rund 70000 Personen mit 88 500 Angehörigen (Zuschlagsempfänger) Erwerbslosenunterstützung gegen 48 800 bzw. 61 500 am 1. Dezember. Auf 1000 Einwohner entfielen tm Reg.-Bez. Wiesbaden 22,1, im Freistaat Hessen 21,3 und im Reg.-Bez. Kassel 14 Hauptunterstützungsemp- fänger — der Reichsdurchschnitt betrug am 1. Dezember 11,3. Von der Krise sind nicht nur die Großstädte und Industriezentren in Mitleidenschaft gezogen, auch kleinere Städte und ländliche Bezirke haben, z. T. noch in erheblicherem Maße zu leiden haben: bspw. kamen in Frankfurt bei einer Gesamtzahl von 10 253 Unter- stühten am 15. Dezember rund 22, in Offenbach- Stadt bei 3028 rund 40, in Reu-Isenburg dagegen 52 und im Kreis Kirchhain 45 Haupt- unterstützungsempfänger auf 1000 Einwohner. Im gleichen Verhältnis wie die Zahl der unterstützten Erwerbslosen ist auch wiederum die der Arbeitsuchenden in allen Berufsgruppen weiter gestiegen. Das Weihnachtsgeschäft, das sonst eine Belebung der Vermittlungstätigkeit bzw. eine vorübergehende Besserung der Arbeitsmarktlage zur Folge hatte, brachte in diesem Jahre keine spürbare Erleichterung. Rach der Stichtagzählung vom 15. Dezember waren bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen im Landesamtsbezirk 96 554 Personen ( 84 923 männliche, 111628 weibliche) als Arbeitsuchende eingetragen, gegen insgesamt 55 150 am 17. Rovern ber. Die zu Beginn des neuen Jahres angekündigten Betriebsstillegungen und Werksbeurlaubungen lassen eine weitere Verschlechterung der Arbeitsmarktlage erwarten. Sie amtliche Großhandelsindexziffer vom 23. Dezember. Die auf den Stichtag des 23. Dezember berechnete Großhandels- indexzeffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 16. Dezember (120,9) um 0,2 Prozent, auf 120,7, zurückgegangen. **2luftriebauf demheütigenFrank- furter Schlachtviehmarkt: 195 Ochsen, 19 Bullen, 671 Färsen und Kühe, 257 Kälber, 74 Schafe, 3274 Schweine. * Abschluß der badischen Städte- anleihe. Wie das „Karlsruher Tageblatt" erfährt, sind die Anleiheverhandlungen verschiedener badischer Städte mit einer amerikanischen Finanzgruppe wegen der Ausnahme einer Dollaranleihe in Höhe von etwa 4,5 Millionen zum Abschluß gekommen. Da die Garantie des badischen Staates für diese Anleihe nicht zu erlangen war, dürften die Bedingungen nicht so günstig sein wie bei der roürb tembergischen Städteanleihe, die staatliche Garantie genießt. Börsenkurse Berlin Frankfurt a.M. Dalum Banknoten. Berliner Börse. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 5% Deutsche RcichSanlethe 4% Deutsche ReichSanleiye . 8Vs% Deutsche Rcichsanlcibe 3% Deutsche Retchsanleide . Deutsche Sparprämicnan leihe 4°/0 Preußische fionsols . . . 4° o Hessen ... ..... 3‘/s0/n Hessen ....... 3% Hessen........... Dcuftche Werth. Dollar-Ant. dro. Doll-Schatz-Anweting.«) 4®/o Zolltürkcn 6% Goldmerikaner • . . . Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prtvat-Bank Darmst. und Naitonaldank • Deutsche Bank......... Deutsche Dereinsbank .... Disconto Commandit Metallbank.......... Mitteldeutsche Creditbank. . Oesterreichische Creditanstalt. Weltbank Bochumer Grh ....... BndcruS ......... Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . aencr Bergbau verke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütle Obcrbedars ........ Phönix Bergbau ...... Rbeimtabl ........ . Niebeck Montan........ Tcllus Bergbau...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo . . . Chcramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmunn...... Slnglo-Cont.-Guaoo . . ... Badische Anilin Chemische Mäher Alaptn . . Goldschmidt . ...... Gries, ebner Electron . » . . Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung ....... Rülgcrswcrke ........ Scheideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . . ....... Mamkraftwcrke . . Schlickert . ....... Siemens & Halske ...... Adlcrwcrke filetier ..... Daimler Motoren..... . Hehligenftaedt....... . Meguin............ Motorenwerks Mannheim Frankfurter Armaturen . . «onservensabrik Braun . . Metallgesell chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G Schuhfabrik Herz Sichel Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Wagbäuiel . . . (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 28. Dez. Der heutige Börsenbeginn Sand noch völlig unter dem Eindruck der mehrtägigen nterbrechung des Verkehrs durch die Feiertage. Die Abschlüsse bewegten sich in sehr engen Grenzen da der Orderseingang ganz unbedeutend war und die Spekulation sich Zurückhaltung auferlegte. Für eine Reihe von Werten mußte dayer die Notierung ausfallen. Bei Beginn des offiziellen Verkehrs wurde das Geschäft ganz allgemein etwas lebhafter, wobei es zu einigen Sonderbewegungen kam. s2l n i l i n ro e r t e konnten sich kräftig erholen, da das Angebot wesentlich geringer geworden ist und Deckungskäufe vorgenommen wurden. Schiffahrtswerte zogen wieder an, da die Reedereien dem Freigabeabkommen mit Amerika zugeftimint haben sollen und der Vertrag als gesichert angesehen wird. Ferner fanden Montanaktien lebhafteres Interesse, wobei die ziemlich zuversichtlichen Erörterungen über die Trustbildung den Ausschlag gegeben haben dürften. Unter Füh rung der genannten Marktgebiete hatte die Börse im weiteren Verlaufe ein freundliches Aussehen. Auch die leichte Lage des Börsengeld mark- t e s dürfte zur Hebung der Stimmung beigetragen haben. Tägliches Geld notierte 8 bis 9i Prozent. Geld über den Ultimo stellte sich je nach der Zeitdauer auf 10 bis 11J Prozent. Am Devisenmarkt lag Paris mit 133,50 gegen London etwas schwächer, während Warschau mit 8,75 gegen Kabel, wie die übrigen Devisen, unverändert lag. Die Reichsmark notierte in London 20,37, Paris 6,56, Amsterdam 59,25. Srantfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a. M., 28. Dez. Tendenz: Fest. — Die Börse war heute nach der dreitägigen Hnterbrechung günstig veranlagt, was 'ich besonders in etwas regerer Rachfrage nach SctjlUj» fiurt l-Uor. ftur» Schluh- Sur» Anfan« 'tu- . 21. 12. 2<. 12 24. 12 28 12 Ü.200 0.2025 0,20 0,205. — 0.21 0 22 0 2 — 0,21 0 22 u,29 1.3 0 31 — — 0,11 —■ 0,2 — 0,21 0,2075 —» — ■ ■■ — — 0.185 — * — 0 18 90.25 — 91,75 — 98 — 98 2 —• 8 8 — 4275 42,9 45 — r — 136« — 96« — 96« 96.6’« 103,9« — 104« 104 5« 104.2« — 104,7« 105,5« — — ■ - - 103,2« —- 103« 103.5« 69,75 — — — 89« 89« 91 90« 6.12J 6,15 6.12 6,12 0,03 0,03 — — — 61« 62,25« 28 28 27 75 — 38’ — 89« 40 .rrl« — 59« 60 9« 62.25« 61,75« 63 62« 55.4« 8>,25» 90,5« 89 75« 90,9« 94. >5« — 93,25 — 9a — 94 75 — 24.1 23.5 21,5 37 — 37 60,5' 62« 60.5« 61,12« 14.4« 47.75« 48,7")« 68.75 — 70 .1 40 — 92,75« — 92,62« 94« 95« 97 12« 95« 97 4« 60.2 — 60,5 _ 39,25 59.5 40 — — — 69.12 69 12 106« 108« 101« 107,7« — 53 - 53,25 —* 105» 05« 107.4« 1.5« 108« 105 2« 10b* 40.95 — — — — 47 — 79,4 79,9 — — 8-.25« 88,5« 67.5« 88,9« 64« 63« — 69 — — 55 5» 03« 65« 68« — 68,25« 68,75 22.25 23,5 22.12 24 20.6 23 21 13 — 27 — 27,13 _ —■ 19 — — — —* 82,25 83 — — 51,5 67,5 50 20,5 20.3 29,25 1,75 1 75 * 82 82,6 81,5 - 38,5 89 —— 33,3 33 5 — -- 24 Dezbr. 28 Dez-r. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung (Selb Brief Geld Bries Amft.-Ron. 168.49 168,91 168.59 169,01 Buen-Airek 1.7.38 1,742 1.733 1.737 Brff.-Antw. 19 125 19,065 19,02 19,06 Chrlstiania. 85,14 85.36 85.21 85.4G fiovcnhagcn 1U4.34 104.58 103,92 104,18 Slockbolm . 112,61 112,89 112.54 112,68 ßelfinoford 10.545 10,585 10,645 10,58.5 Italien. . 16,925 16.925 16,905 16,94. London. . -0.34 Z0.39 20,347 20,397 Neuvork . . 4.195 4,205 4,195 4,295 ParrS. . . 15.50 '5,54 15,59 15,63 Schweiz . . 80 95 81,15 81,16 81,16 Spanien . 69,28 59,42 59,28 59.42 Japan .. . 1.805 1,809 1,817 1.821 Rio de Ian 0 60 1.62 ' 0,605 0.6j6 Wien in D-- Oeft. obgeft 59,19 69/3« 69,23 69,37 Prag . 12.415 12,455 12,413 12.453 Äclzrad . . 7,43 :.45 7,43 7,45 DudapeN. . 5,875 6,895 5,87 6,89 Bulgarien 3,015 3,025 3,017 4,027 Lissabon 21 275 21,315 21,275 : 1,325 Danzig. . . 80 66 KO.b'i 80.75 80.95 fionftantin. 2,245 ■2,255 2.235 2.245 Alben. . 5 29 5.31 5.44 5.46 Canada. . . 4.195 4,2 5 4.195 4.205 Urnguan 4.255 4,265 4,293 4,305 Berlin, 24. Dezbr Geld Brief Amerikanische Noten ..... i.l>9 4.209 Belgische Noten ...... , 18.96 103.75 19,06 Danilche Noten - ....... 101.26 Englische Noten........ Französische Noten...... 20,305 20,40!* 15.49 15 57 Holländische Noten...... 168,18 169.02 ^italienische Noten...... 16,88 16,96 Norwegische Noten ...... Deutsch'Oefterr. 5 ioo Kronen 84.89 85 31 59.03 59,33 Rumänische Noten...... — — Schwedische Noten...... 112.19 112,75 Schweizer Noten....... 89,90 81,31 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 58.95 69 25 12.883 12.443 Ungarische Noten . . ... 5 82 5,86 M. 5® en»-''!1, «L! /Die Ulonal^ o Ntich-" srs ss S%! lag i-ndves riijltn: JW jtanltriW Jeder auswärtig' Wlker de- nut poM der ausiw lein. ®ei' Faktoten n von Poslü Rußland t starker vo Politik, daf nicht zu g- schließlich t die Umtoa heute aus Treibens Januar i negativer am Tage. Litowsi u ein Dortou i-olitit, ob der unbai aus dem 'chasksotdn Siele ta|; die t lind, die u Moren u Konsiel.'atio Naalsmani i'cn will, i Iwtübetgef u positive '.chMchm eon neuen ,ialtoten Auch ber' len die ulsischen .elfen J'vlomatic । dnb, mit - i en 5rcuni itlc, bet v lich Tteich einen Kan ichen Erst .vetain bc weiterhin Dieser negativer Comjetuni 1925 eine; wie einen sugchen. machte' dc tollte, russischen negativen öiehungen Tat'ache. beloverirc bdnblungt men war. kanö auch ber Komu tor der b trotz Del Derie, die ten, trotz ^tigfeit $ Wn Eege nr ?Un ^tzvahetui Sutat vvi ZMeinsche W° hierbei bi jungen, oeiöerfeiti bar 'chien 'StunCgof, oenbura ^S'ehune ift trotz 5 Un9 ge'o, neu b aasiche Px Z.r 7°hrhunl F°len°F höC bc9ann §en aus £ °U'° ^'-rcksich^ ?>rtschg ^Ischia !°"nten '■*» "Ug gelr Men Amtlich dland Ioniunftll den führenden Werten äußerte. Die bessere Stimmung schrieb man einigen Deckungskäufen der Spekulation zu. Das Geschäft hielt sich aber in engen Grenzen. Irn allgemeinen wurde darauf hingewiesen, daß die Aufwärtsbewegung mehr ein börsentechnischer Vorgang sei, da gewisse Börsenkreise vor dem Jahresabschluß an höheren Kursen stark interessiert sind. Vor allem standen heute Ch emieaktten im Vordergründe, die recht ansehnliche Kurssteigerungen zu verzeichnen hatten, es wurden Gewinne bis zu 3 Prozent erzielt. Die übrigen Märkte profitierten von dieser Höherbewegung und zeigten gleichfalls eine festere Tendenz. Montan- und Elektroaktien wurden etwa 2 Prozent höher. Auch Schiffahrtsaktien waren gut » gefragt und zogen bis zu 2,5 Prozent an. Die übrigen Aktiengrrtppen lagen ruhig und wenig verändert. Bankaktien waren vernachlässigt. Autoaktien unwesentlich höher. Zucker- aktien überwiegend leicht erholt. Auch am Einheitsmarkt der Industriepapiere waren Anzeichen einer Besserung — ju. beobachten. Deutsche Anleihen wenig verändert. Schutzgebiet 4,15. Ausländische Renten behauptet. Der Freiverkehr war still. Api werden ab heute nicht mehr notiert. Becker- kohle 37 Prozent, Benz 21 Prozent, Brown-- Boveri 50 Prozent, Entreprise 8.5, Growag 36 Proz., Krügershall 64 Proz., Ufa 51 Prvz?. Hnterfranken 51,5 Prvz. Der weitere Verlauf wurde wieder recht unsicher. Infolge vorgenommener Gewinn-Sicherungen tarn cs zu einer Abschwächung der vorher ftarT gesteigerten Werte, besonders für Chemieaktien. Der Geldmarkt ist trotz des bevorstehenden Ultimos todtcr leicht. Tägliches Geld ist zu 9 Proz. angeboten, Monatsgeld 9V» bis 11 Proz. Im Devisenver^ kehr lag Paris gegen London wieder schwächer mit 133. DaS englische Pfund war mit 4,85V« gegen Kabel befestigt. Die übrigen Valuten sind unverändert. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des »Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 28. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 26, Roggen, inländischer 17,75 bis 18, Sommergerste für Brau- zwecke 22,50 bjs 25. Hafer, inländ. 18,50 bis 21,50, Mais, gelb 21 bis 21,25, Weizenmehl inländ., Spezial 0 41 bis 42, Roggemnehl 26,50 bis 26,75, Weizenkleie 11 bis 11,25, Roggenkleie 11,25, Erbsen 30 bis 34, Linsen 40 bis 70, Heu, süddeutsches, gut, trocken 9,50, Weizen- und Roggenstroh 5,50 bis 6, Treber, getrocknet 18 18,50. Tendenz fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. ^Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 28. Dez. Auftrieb: 885 Stück Rinder, darunter 125 Ochsen, 19 Bullen, 671 Färsen und Kühe; 257 Kälber, 74 Schafe 3274 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Psd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 50 bis 58. junge, fleischige, nicht- ausgemästete und älter: ausgemästete 42 bis 49, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 35 bis 40, Dullen, vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 52, vollfl. jüngere 40 bis 47, Färsen und Kühe, vollst, ausgemästete Färsen höchsten Schlacht- Werts 50 bis 56. vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtweris bis zu 7 Jahren 43 bis 50, wenig gut entwickelte Färsen 40 bis 49, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 33 bis 42, mäßig genährte Kühe und Färfen 20 bis 30. gering genährte Kühe und Färsen 13 bis 20. Kälber: Feinste Mastkälber 80 bis 85, mittlere Mast- und beste Saugkälber 70 bis 75, geringere Mast- und gute Saugkälber 65 bis 67. Schafe: Mastlämmer und Mast- hännnel 44 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 30 bis 38. Schweine: Vollfl. von 80 bis 100 Kg. 90 bis 92, unter 80 Kg. 82 bis 89, von 100 bis 120 Kg. und von 120 bis 150 Äg. 90 bis 92. unreine Sauen und geschnittene Ebet 70 bis 85. Marktverkauf: Bei langsamem Handel Markt geräumt. Letzte Nachrichten. Schwere Schlagwetterkatastrophe und Erdbeben in Mexiko. Berlin, 28. De,. (2BIB. Drahlbericht.) Nach einer Meldung der „B. Z." aus Reuyork wurden bei einer Schlagwetter-Katastrophe im Staate Coahuila in Mexiko 52 Bergleute getöten und viele verletzt. Das Bergwerk ist vollständig zu- gefchüttet. Mexiko wurde von einem Erdbeben heimgefucht. Rundfunk-Programm -es Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Hmschau".) Montag, 28. Dezember. 4,30 bis 6 Hhr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Reue Schlager. 6 bis 6.30 Hhr: Die Lesestunde. 6,30 bis 7 Hhr: Die Bücher- stunde. 7 bis 8 Hhr: Stunde des Rhein-Maini- schen Verbandes für Volksbildung. 8,30 bis 9,30 Hhr: Konzert des Maerzschen Madrigalchores. 10 bis 11 Hhr: Hebertragung von Kassel, Konzert des Zulaufschen Madrigalchores. Dienstag, 29. Dezember. 3,10 bis 4 Hhr: Die Stunde der Jugend 4,30 bis 6 Hhr. Rachmittagskonzert des Haus- orchesters: Richard Wagner. 6 bis 6,30 Hhr: Die Lesestunde. 6,30 bis 7 Hhr: „Reuyorker Bilderbogen II“ von Direktor Otto Behrens. 7 bis 7,30 Hhr: Stunde des Südwestdeutschen Radio klubs. 7.30 bis 7,55 Hhr: Hebertragung von Kassel, Vortrag der Landwirtschaftskammer. 8 bis 8,30 Hhr: Funkhochschule, „Führung durch fcen Lichthof des Senckenberg-Museums", Vortrag vo» Prof. Dr. Dievermann. 8,30 Hhr: Einmaliges Gastspiel des Braunschweiger Operettenhaufes „Der Leutnant des Königs" (Fridericus Rexs ein Singspiel aus dem deutschen Rokoko in drei Akten von Curt Lauemann und Phil. Malburg Musik von Leo Schottländer. VERTRETER: H. Elges jr„ Gießen, Seltersweg 68