Mrürt M f “5 jm m i&s • «y« w 'N du 2 der: Tonb) A ^dechuM ?mnonbi L Sä n“ -^ut-onen ynnrungen’ J* bDn ? A"Sen, ?■> un. n iu 1 mQn aUti %iube mit ? Dc. du- Mr- Äntfein- •M Kapitels Mr. als er SftMinl” e^. und ein •' dre jotten cn nicht zur ^en Dis, ^Mich 5teÄ9t st die ungen 'tfam, Utzu- Irieb )Uen, nder- aagen 1925 i zu jer 1, ilusses irbach Zutei- ' ®c= i r Diri- am- völligen- >nzs- Dir- stücke i und i M- neuen Der- 21115= Segen, hrung •> >0cm Ur. 279 (Elftes Blatt 175. Jahrgang Samstag, 28. November 1925 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener FamUienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. monatsiBejngspieb: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag unl/Gefchästsslelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sichen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen druck und Verlag: vrühl'sche UniverfilAs-Buch- und Stcmörudercl R. Lange in Sieben. Schriftleltung und Geschästrttelle: Schnkstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer ois zum Nachmittag vorher, preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfemüg; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20'/. mehr. Thefredakleur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantworUich: für Polttik und Feuilleton Dr. Friedr. Wtth. Lange; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. InnerpoMische Folgen Europa stehen.' (Beifall bei den Sozial« lanbs in den Völkerbund. tritt Bayerischen Volkspartei und der Demokraten. Die Sozialdemokraten haben zwar unlängst Herrn Dr. Luther als Kanzler abgelehnt, da sie selbst aber aus den obenerwähnten Gründen kaum bereit wären, den Kanzler zu stellen, auch wohl schwerlich die beiden aus ihren Reihen in Betracht kommenden Persönlichkeiten, Löbe und Braun, in ihren jetzigen Stellungen entbehren möchten, werden sie sich wohl in eine wohlwollende Neutralität einem Kabinett Luther gegenüber hineinfinden. Das ist gewiß für alle Beteiligten keine ideale Lösung und sicherlich auch keine dauernde, aber im Augenblick doch wohl die einzige Möglichkeit, aus dieser prekären Lage herauszukommen, ohne das Reichsgcbäude durch eine monatelange Krise zu erschüttern und die drängenden Arbeiten in der Innen- und Außenpolitik zu hemmen. In Frankreich erleben wir jetzt das ab.schreckende Beispiel einer Kabinettskrise, die in ihrer die sich ihre Politik wider bessere Einsicht von zorndräuenden Landesverbänden vorschreiben läßt. Die Frage der Großen Koalition, die nach der Abstimmung über Locarno die breiteste Grundlage für ein neues Kabinett sein würde, dürste sich schon dadurch erledigen, daß weder Volkspartei noch Sozialdemokratie zu einer Wiederholung'des im Jahre 1923 mißglückten Versuchs Neigung zu verspüren scheinen: Die Bolkspartei, weil sie in einer Reihe finanz- und wirtschaftspolitischer Fragen keine Möglichkeit eines gemeinsamen Programms sieht, die Sozialdemokratie, weil sie in dem kommenden wirtschaftlichen Krisenwinter die Uebernahme der Regierungsverantwortung mit einem starken Wählerver- lufr" an die Kommunisten würde büßen müssen. Bleibt also ein Minderheitskabinett der Mitte unter Führung Dr. Luthers mit Unterstützung der Deutschen Dolkspartei, des Zentrums, der Interessen des Tages, die Sicherheit unserer Westgrenze, die Befreiung der Rheinlande und die Interessen, die mit unserem Eintritt in den Völkerbund eng verknüpft sind: Schutz der deutschen Minderheiten jenseits unserer Grenzpfähle, Kolonialmandate und schließlich die allgemeine Abrüstung. Das ist ein Riesenprogramm aktiver deutscher Außenpolitik, für die in Locarno lediglich ein Ausgangspunkt, bestenfalls ein Fundament geschaffen wurde. Was darüber hinaus von unseren Vertragspartnern bislang zu- gestanden wurde, sind nur äußerst dürftige Anzahlungen auf die Ablösung der Schuld, die man in Versailles mit der Knechtung Deutschlands auf sich lud. Das deutsche Volk und die deutsche Regierung werden nicht müde werden, auf die Ablösung dieser Schuld zu pochen. Wenn unsere Regierung in diesen Tagen den Weg nach London antritt, dann ist sie und mit ihr das deutsche Volk sich darüber klar, daß nun zwar der formale Abschluß ^er Verträge hinter uns liegt, daß aber die größere Tat, die praktische Verständigungspolitik im „Geiste von Locarno" noch erst der Verwirklichung harrt. Wir haben in Locarno jetzt unsererseits das Recht bekommen, „Erfüllung" zu heischen, Abbau einer durch die Sicherheitsverträge sinnlos gewordenen B e - fetzung, Befreiung der Saar von einer nur mühsam verhüllten französischen Militärdiktatur, Revision unserer unmöglichen Ost grenzen. So ist Locarno und der erste Dezember nicht das Ende, sondern der Beginn deutscher Vefreiungspolitik. Der rheinische Zentrumsabgeordnete Dr. K a a s machte in einem Artikel zu Locarno die Bemerkung, es sei ein tragisches Erbstück deutscher Außenpolitik, immer dann in die Fußangeln der Parteipolitik zu geraten, wenn sie sich zu Aktionen großen Stils anschicke. Die letzten Wochen haben hierfür leider erneute Beweise erbracht, und nun nach dem Abschluß in London wird man darangehen müssen, im eigenen Hause erst einmal die Scherben aufau räumen und die Frage zu klären, wer das Reichsschiff in Zukunft im seitherigen Kurs steuern soll. Das wäre an und für sich gewiß nicht schwer zu beantworten, wenn man einmal die Parteiinteressen und Parteirücksichten zu- rückstelleu und der vox populi trauen würde. Ein Mann wie der ehemalige sozialistische Staatssekretär Dr. August Müller weist daraus hin, daß der Reichskanzler Dr. Hans Luther der Mann sei, dem das Votum des Volkes mit großer Einmütigkeit die Leitung des Reiches auch int neuen Jahre anvertrauen würde. Wir glauben, daß die Parteien diesem Urteil sich beugen sollten und Dr. Luther jede nur denkbare Unterstützung zuteil werden lassen müssen, wenn der Reichspräsident — was man als sicher annehmen kann — ihn mit der Kabinettsbildung beaus- tragt. Vor allem möge man sich hüten, wieder in den alten Fehler zu verfallen und erst -Parteigrup- pierungen und Parteibindungen zu konstituieren, bevor man sich auf die Person des Kanzlers geeinigt bat. Der Kanzler muß völlig freie Hand haben, sich seine Mitarbeiter und seine parlamentarische Konstellation zu sichern, wie er sie braucht, und wie er sie für richtig hält. Die Emwicklung der innerpolitischen Lage im Verlaufe des Kampfes um Locarno, angefangen von dem „Abspringen" der Deutschnationalen bis zum zustimmenden Votum der Sozialdemokraten gibt schon bedeutsame Fingerzeige, in welcher Richtung sich die Kabinettsbildung vollziehen wird. Man mag diese Richtung bedauern, sie als Rückschlag empfinden, man wird ober in der nächsten Zukunft mit'ihr rechnen müssen, da sich sobald Fein Kanzler der Mitte finden dürfte, der bereit wäre, mit einer Fraktion zusammenzuarbeiten. Zerfahrenheit zu einer ernsten Krisis des französischen Staatswesens zu werden droht. Vor allem das oben in kurzen Strichen umrissene Programm unserer Außenpolitik erlaubt keine Unterbrechung positiver, angestrengtester Arbeit, noch wenß • eine Lahmlegung des ganzen politischen Apparates durch eine längere Kabinettskrisis oder auch nur durch Unsicherheit und Unklarheit unserer polittschen Verhältnisse. Darum bedarf es nur des guten Willens aller Verantwortungsbewußten, Hand in Hand mit dem Reichspräsidenten ein Kabinett auf die Beine zu bringen, das in feinen tragenden Persönlichkeiten die Gewähr für die Fortführung der von der Mehr- heit des Volkes gebilligten Politik des Kabinetts Lu- ther-Stresemann bietet und im Volk und Reichstag eine breite Grundlage des Vertrauens in seinen Zielen und seiner Arbeit findet. bei Rctthenau, zu blutigen Gewalttaten schreiten, dann wird Ludendorff die Verantwort» lichkeit nicht von sich abschütteln können. (Sehr richtig links.) Wir haben aus der Abneigung gegen die Regierung Luther nie einen Hehl gemacht, das kommunistische Mißtrauensvotum gegen die zum Rücktritt bereite Regierung ist aber eine lächerliche Kinderei, die wir nicht mitmachen. Wir sehen in Locarno den Anfang eines Weges, an dessen Ziel die europäische Zollunion, die Vereinigten Staaten von weiterer Grund zur Unzufriedenheit liegt in der 'Tatsache, daß auch nach Locarno keine volle Gleichberechtigung zwischen Deutschland und seinen Vertragsgegnern besteht. Während Deutschland fast völlig entwaffnet ist, starren die anderen in Waffen. Deutschland leidet im Gegensatz zu den andern unter militärischer Besetzung seines Westgebietes. Eine entmilitarisierte Zone besteht nur in Deutschland, nicht in den übrigen Ländern. Wenn der Locarnovertrag einen Sinn haben soll, muß nach seiner Unterzeichnung auf dem Gebiete der Rückwirkungen sehr viel mehr geschehen als wie bisher. Nachdem durch den Locarnovertrag die Sicherheitsfrage garantiert ift" wird es auf die Dauer unmöglich sein, die weitere Besetzung eines Teiles zu begründen. Ein anderer Weg zur völligen Befreiung der Rheinlande ist aber nicht vorhanden, als biu Annahme der Locarnoverträge und der Ein- 'Berlin, 27. Nov. Auf Antrag des Ausschusses für die Rechtsverhältnisse der Reichsbahn wird zunächst beschlossen, die Reichsregierung zu ersuchen, unverzüglich auf die Deutsche Reichsbahngesellschaft einzuwirken, daß der Personalabbau für beendet erklärt wird. Dann tritt der Reichstag in die dritte Beratung der Locarnovorlage ein. Abg. Dr. Brei-scheid (S03.) versichert, in der sozialdemokratischen Fraktton de- stehe über die grundsätzliche Notwendigkeit der Zustimmung zu den Locarnoverträgen und zum Eintritt Deutschlands in den Völkerbund volle Einmütigkeit. Bei den Deutschnationalen fehle offenbar diese Einmütigkeit in der Ablehnung. Das beweise das Beispiel des Abg. Bazille, der sich für L 0 - carno erklärt habe. Die Sozialdemokratie erstrebt für die Auseinandersetzungen zwischen den Völkern das obligatorische Schiedsgerichtsverfahren. Die Annahme der Locarnoverträge. Der Reichstag stimmt mit 291 gegen 174 Stimmen der Regierungsvorlage zu demokraten. — Zischen rechts. — Erneuter lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Zapf (D. D. P.) wendet sich gegen die von den Deutschnationalen erhobenen Vorwürfe. Er erklärt: „Warum sollen wir eine von uns für richtig gehaltene Politik nicht gemeinsam mit den Sozialdemokraten machen, wenn die unglückliche Politik der Deutschnationalen uns einen anderen Weg nicht frei läßt. Mit Locarno ist zweifelsohne eine Wendung in der europäischen Politik eingetreten. England sieht heute ein, welchen Fehler es in Versailles mit der Entwaffnung Deutschlands gemacht hat. Es ist jetzt Garant für Deutschlands Sicherheit. Es ist sehr wohl möglich, daß eines Tages die englische Flotte in Aktion zu treten hat für die Freiheit des Deutschen Reiches. Nach Locarno würde kein Poincarä mehr einen Ruhreinfall wagen können. Die Bevölkerung des Rheinlandes darf nicht länger unter dem Druck der Besatzung leiden. Die Rheinlandkommission, die ihre Unfähigkeit wiederholt bewiesen hat, muß in ihrer Zusammensetzung geändert werden. Vor allem aber muß d i e f r a n • zösische Militärjustiz verschwinden. Die Art, in der jetzt die Besatzungstruppen verlegt werden, ist eine recht eigentümliche Materialisation des Geistes von Locarno. Wir halten die bisherigen Rückwirkungen für ganz 11 n • genügend, und wir werden damit einverstanden sein, wenn die Entschließung der Bayerischen Dolkspartei ihre weitere Ausdehnung verlangt. Wir lehnen diese Entschließung aber ab, weil sie eine Verzögerung des Locarnopaktes herbeiführen würde. Wir werden das Vertragswert von Locarno anneh- men und werden dann unsere ganze Kraft daran sehen, es weiter auszubauen. Wir rechnen dabei auf die Mithilfe aller Parteien, auch der Opposition, vor allem aber auf die bewährte, unerschütterliche Treue des Rheinlandes." Abg. Frau Zetkin (Komm.) nimmt dann nach ihrem vorjährigen Aufenthalt in Moskau zum ersten Male wieder im Reichstage das Wort. Wenn die Sozialdemokratie jetzt die Politik des kapitalistischen Kabinetts Luther unterstütze, so fei das nur die Bestätigung der Tatsache, daß die Sozialdemokratie nicht mehr als Partei des entschlossenen proletarischen Willens gelten kann. Der Locarnovertrag bringen nicht die Revision, son- fcern nach dem Zugeständnis der Gegner dis Stabilisierung des Versailler Vertrages. DaS Ergebnis von Locarno sei der S i e g E n g- l a n d s im Kamps um die europäische Hegemonie. England schiebe jetzt Deutschland wie eine Schachfigur hin und her. Trotz aller Minister- erllärungen sei die Tatsache unbestreitbar, daß Deutschland durch den Locarnopakt in eine unfreundliche Stellung z u Sowjetruß- land gebracht wird. England sieht in Ruß land feinen größten Feind und die Gefährdung der englischen Weltmachtstellung. Der britische Imperialismus kann aber in diesem Kampf den Sowjets gegenüber nicht standhaften. Deutschland wird das Schicksal Oesterreichs erleben und die Geschicke Deutschlands werden von den Bankiers in London und Reuyork bestimmt werden. Wer den Frieden will, muh für ein Bündnis mit Sowjetrußland eintreten. Das geeinigte Europa wird erst nach dem Zusammenbruch der kapitalistischen Klassenherrschaft kommen. (Lebhafter Beifall bei den Komm.). Abg. Fehr (WirLsch. Dg.) verliest eine Erklärung, in der seine Fraktion bedauert, daß mit der Ablehnung des Antrages auf besondere gesetzliche Regelung der Völkerbundfrage Deutschland das letzte starke Mittel aus der Hand geschlagen sei, die Berücksichtigung der berechtigten deutschen Forderungen auf dem Gebiete der Rückwirkungen zu erzwingen. Die Entschließung der Bayerischen Volkspartei stelle ein solches Mittel nicht dar. Die Wirtschaftliche Vereinigung werde aber ihr «und der Entschließung der Mittelparteien zustimmen. Angesichts der Llnzulänglichkeit der Rückwirkungen und der Unsicherheit über die Zusammensetzung der künftigen Regierung werde die Wirtschaftspartei die Vorlage ab- lehnen, während die Deutsch-Hannover- s ch e P a r t e i und der Bayrische Bauernbund mit Rücksicht auf die Folgen eines Scheiterns des Dertragswerkes der Vorlage z u st i m - men würden. Bei der Abstimmung über den Mißtrauensantrag werde sich die Wirtschaftliche Vereinigung der Stimme enthalten. Abg. Leicht en Stellung genommen. Die Radikalsoaialiften entsandten zu Briand Abgeordnete mit der Bitte, ihnen die großen Linien seines Regierungsprogramms bekannt zu geben. Die Delegierten erklärten als Beauftragte der.drei Kartellgruppen, daß sie eine demokratische Politik wünschen, die von der Linie, die seit dem 11. Mai eingehalten worden sei, nicht allzusehr abweiche. Von sozialiste- s ch e r Seite wurde im letzten Augenblick. versucht, den ungünstigen Eindruck, die die gestrige Entscheidung (Ablehnung einer Beteiligung am Kabinett Herriot) auf die übrigen Kartellgruppen hinterlassen hat, nach Möglichkeit abzuschwächen. Ä. a. wurde auf Antrag Paul DencourS beschlossen, eine Sympathieadresse an Herriot zu richten. Immerhin werden die Schritte, die die Sozialisten bei den Radikalsozialisten unternommen haben, als Versuch der Wiederaufrichtung deS Kartells und als Störung der Bemühungen Briands gedeutet. Die Sozialisten haben bei den Radikalen aber offenbar keine Gegenliebe gefunden. Irwar Pcr?cha Berlin, 27. Rov. (TU.) Der Asien-Osteuropa- Dienst erfährt aus gut unterrichteter englischer Quelle, daß sich die Gerüchte über den Tod des ägyptischen Mini st erpräs identen Ziwar Pascha bestätigen. Der Ministerpräsident ist nicht einem offenen Attentat zum Opfer gefallen, die Begleitumstände lassen aber darauf schließen, daß das Ableben Ziwar Paschas nicht aus natürliche Meise eingetreten ist. Die Aeisetzungsfeier für die Königinmutter von England. London, 27. Nov. (Wolff.) Die Deisetzungs- feier für die verstorbene Königin-Mutter Alexandra fand heute in der W e st m i n st e r a b t e i statt. Anwesend waren der K ö n i g, die Königin und alle Mitglieder der königlichen Familie, der König von Dänemark, die Prinzen W a V- bemar und Axel von Dänemark, der König von Belgien, die Königin von Spanien, der König und die Königin von Norwegen, die Kronprinzen von Rumänien, Schweden und N o r - wegen und Prinz Karl von Belgien. Eine ungeheure Menschenmenge hatte sich eingefunden, um den Trauerzug zu sehen. Das Leichenbegängnis erhielt durch den heute zum erstenmal in diesem Jahre eingetretenen Schneefall eine besonders eindrucksvolle Note. Alle Leidtragenden waren in Uniform erschienen. Der Trauerzug wurde von Truppenabteilungen begleitet und geschlossen. Die Leiche wurde auf einer Lafette vom St. Jamespalast nach der Westminsterabtei geleitet, wo der Erzbischof von Canterbury das Totenamt zelebrierte. Die Leiche bleibt bis in die späten Abendstunden in der Abtei aufbewahrt. Morgen wird sie nach Windsor überführt, wo in der Gedächtnis- kopelle ein Trauergottesdienst für die nächsten Angehörigen stattfindet. Die Umgestaltung des spanischen Direktoriums. Paris, 28. Nov. (TU.) Der Berichterstatter des „Journal" in Madrid glaubt 'zu wissen, daß am 8. Dezember eine neue Regierung eingesetzt merbe, die zum größten Tell aus Zivilisten bestehen wird. Die neue Regierung werde in der Zeil vom 8. bis 15. Dezember den Treueid leisten und folgende Zusammensetzung haben: Minister- Präsident und Krieg: Primo de Rivera, Inneres: Gonzales Rothos, Finanzen: Ventosa F o m e n t o (ehemaliger Minister), öffentliche Arbeiten: Artilleriekommandant Benjumca, der zusammen mit General Hermesa die neue politische Partei der patriotischen Verbände gegründet hat, Justiz: Calva S o t e l o , öffentlicher Unterricht: Panguas Messia, Universitätsprofessor an der Universität Madrid, Arbeitsministerium: Rodes (ehemaliger Minister). Das Marineministerium ist noch nicht zugeteilt, weil Admiral Magaz sich weigert, in das Kabinett einzutreten. Das militärische Direktorium wird also nach der ganzen Zusammensetzung des Kabinetts zu schließen, durch ein Zi- vildirektorium ersetzt werden. Die meisten Mitglieder des gegenwärtigen Direktoriums werden in das neue Kabinett nicht eintreten. Sie gedenken sofort nach der Rückkehr Primo de Riveras ihre Demission einzureichen. Vertrauensvotum für das ' Kabinett Skrzynski. Warschau, 27. Rov. (WTB.) Heute abend nahm der polnische Landtag mit namhafter Mehrheit die Programmerklärung des Ministerpräsidenten Skrzynski zur Kenntnis und lehnte das von der Radikalen Bauernpartei eingebrachte Mißtrauensvotum ab. Die Deutschen und Juden, die sich gegenüber der Regierung Skrzynski frei Hand Vorbehalten haben, verließen vor der Abstimmung den Saal. Der Sprecher der deutschen Minderheit begründete in der vorangegangenen Debatte die Haltung der deutschen Fraktion mit der geistigen Einstellung der Mehrheit der neuen Minister, die im Gegensatz zum versöhnlichen Geist, der den Ministerpräsidenten auszeichne, ausgesprochene Propagandisten seien. Ein Mann, wie Stanislaus Grabski, sei eine Herausforderung für jedermann, dem es an wirklicher Kultur gelegen sei. Wenn auch die Deutschen die Versuche des Ministerpräsidenten, sich durchzusetzen, unterstützten, fo müßte sich doch die Skepsis der Deutschen zur Opposition auswachsen, sofern der neue Geist nicht in Bälde in den einzelnen Ministerien, und besonders in dem Kultusministerium einzöge. Eine Aegiernngsaktio zue Getreidepreisbildun Wiederaufleben der Reichsgetrerdcfteile. Berlin, 27. Rov. (Amtlich.) Die Verhältnisse auf dem südländischen Getreidemarkt, wie sie sich nach der neuen Ernte entwickelt haben, haben gezeigt, daß unter dem Eindruck der guten Weltgetreideernte und der reichlichen Inlandsernte im Zusammenwirken mit der ungeheuren Kapital- und Kreditnot, die auf dem deutschen Wirtschaftsleben lastet, frie Preisbildung — namentlich für Roggen — unnatürlich und ungefund ist. Der Inlands- roggen steht im Durchschnitt 20 Rm. für die Tonne unter dem Preis für ausländische Cif- Ware etwa gleicher Qualität. Die deutsche 9anb- wirtschaft, selbst unter dem Druck stärksten Kapital- und Kreditmangels stehend, erhält sonach für eines ihrer hauptsächlichsten Erzeugnisse einen durchaus unzureichemden Preis, der die Gefahr der E^tensivie- rung vermehrt und dadurch die Ernährungswirt- fchaft wieder in eine größere Abhängigkeit von den Auslandszufuhren bringen muh. Die Organe der Getreidebewegung, die landwirtschaftlichen Genossenschaften,, der HcVrdrl und die Mühlen, sind infolge der Rachwirtilngen der Inflatio-nszeit in ihrer Kapitallrast so geschwächt und laufen bei den Schwankungen der bisherigen Preisentwicklung ein derartiges Risitn, daß eine ausreichende Bewegung der Inlandev/tt» und die Vorratsbildung nicht genügend gewährleistet erscheinen. Infolgedessen konnte sich bi/e Reichsregierung der Rotwendigkeit nicht verschließen, in dieser Hinsicht e i n z u g re i f en. Der Getreidehandel und die Mühlen haben sich allerdings in einer Besprechung im Reichs Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft gegen jedwede Regieruirgsaktion ausgesprochen. Den geäußerten Bedenken glaubt die Regierung jedoch ausreichend dadurch Rechnung getragen zu haben, daß die Aktion zeitlich wie bem Ämfange nach eng begrenzt werden soll. Dem Reichsrat und dem Vorläufigen Reichswirtschastsrat wurde dementsprechend dcr Entwurf eines nur für das laufende Wirtschaftsjahr geltenden Gesetzes vorgelegt, in dem für die Reichsregierung die Ermächtigung vorgesehen ist, zur Sicherung einer geordneten ©etreibebetoegung Brotgetreide zu erwerben und zu verwerten. Der Bestand an lagerndem GetUüde soll 200 000 Tonnen nicht übersteigen. Die geschäftlichen Maßnahmen soll die Reichsgetreide stelle, deren Liquid, lion aus diesem Grunde aufgehoben wird, noch Airweisung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft durchführen. Erhöhung der Hcmszms- steuer in Preußen. Berlin, 27. Rov. (WTB.) Die Staatsregierung hat den Entwurf einer Rovelle zur preußischen Steuernotverordnung fertiggestellt. Danach wird die HauSzinssteuer mit Wirkung vom 1. Januar 1926 um 100 Proz. der staatlichen Grundvermögenssteuer erhöht, von denen 50 Proz. dem Reiche und 50 Proz. den Gemeinden zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfes zufließen sollen. Ferner ist fertigstellt worden der Entwurf eines Gesetzes für eine Gebäudeentschul- dungssteuer, die in Durchführung der reichsrechtlichen Vorschriften über den Geld- entweriungsausgleich bei bebauxen Grundstücken mit Wirkung Denn 1. April 1926 erhoben werden soll. Die frühere Bezeichnung „Hauszins- steuer" in in diesem Gesetz durch „Gebäudeent- schuldungssteuer" ersetzt worden. Rach dem Gesetz soll die £ teuer 40 Prozent des Goldmarkbetrages der Friedensmiete betragen. Ferner ist eine Bestimmung vorgesehen, wonach bei bebauten Grundstücken, die am 31. November 1918 mit dinglichen privatrechtlichen Lasten oder mit nich« mehr als 50 Prozent des Friedenswertes belastet waren, der Betrag der Steuer auf Antrag des Eigentümers soweit herabzusehen ist, daß bei unbelasteten Grundstücken 10 Prozent der Friedensmiete. bei einer Belastung bis 10 Prozent des Friedenswertes 15 Prozent der Friedensmiete, bei einer Belastung bis zu 40 Prozent des Friedenswertes 35 Prozent der Friedensmiete, bei einer Belastung bis zu 30 Prozent des Friedenswertes 25 Prozent der Friedensmiete und bei einer Belastung bis zu 50 Prozent des Friedenslwertes 35 Prozent der Friedensmiete beträgt. Der Fall Schillings. Protest des Operrcpersonals. — Rücktritt Leopold Jessncrs. Berlin, 28. Nov, (TU.) Das gesamte Bühnenpersonal der Berliner Staatsoper hatte sich Freitag abend 11 Uhr zu einer Protestversammlung gegen die fristlose Entlassung ihres Intendanten von Schillings in der Singakademie versammelt. Nach einem eingehenden Referat Dr. Hensels über die Vorgeschichte des Konflikts zwischen dem Intendanten und dem preußischen Kultusminister an Hand des Aktenmaterials sowohl der Intendantur wie des Ministeriums wurde eine vom Präsidenten der Bühnengenossenschast Wallauer eingebrachte Entschließung einmütig unb mij großem Beifall angenommen, die besagt: „1t)ic heutige Vollversammlung des Bühnenpersonals der Staatsoper hat an Hand des Aktenmaterials Kenntnis von den Vorgängen genommen, die zur fristlosen Entlastung des Intendanten o. Schillings geführt haben. Die Versammlung kann darin keinen Grund für eine solche entwürdigende Maßnahme des Kultusministeriums erblicken und steht ihrem bisherigen Führer in dem ihm ausgezwungenen Kampf geschlossen zur Seite." Der Intendant deS städtischen Schauspielhauses, Prof. Leopold Ieh- ner, ist von seinem Amt zurückgetreten, weil ihm das Vorgehen des Ministeriums gegen den Generalintendanten unzulässig erscheint. In dem Schreiben Prof. IeßnerS an den Änter- richtsnrinister heißt es: Die bloße Form dünkt mich so ungeheuerlich, daß ich es als Be- rufspllicht ansehe, mich neben meinen Kolleg em zu stellen. Iehner betont schließlich, daß seine Demission mit seiner Berufung an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg nichts zu tpn habe. Der Preußische Kultusminister Decker gab der Presse den Standpunkt des Ministeriums tannt. Der Minister betonte die hohe Aner- nnung, die er dem Künstler Schillings auch eute noch zolle, erklärt aber, daß im Laufe der Zeit ein Zusammenarbeiten mit dem Intendanten unmöglich geworden sei. Die Schwierigkeiten, die zu dem gegenwärtigen Bruch führten, seien zunächst über die Konven -- tivnssrage entstanden. Am schwersten liege jedoch erstens der Fall des holländischen Gastspiels und der Vertrag des Intendanten mit Frau Barhara Kemp, seiner ®at- tin. Im ersten Falle habe Schillings, trotz wiederholter Aufforderung keinen Voranschlag geleistet, habe aber nachher für sich und das Personal hohe Vergütungen für das Gastspiel angerechnet, und für die gleiche Zeit Gage und Spielgelder auS der Staatskasse eingesetzt. Den Vertrag mit Frau Kemp habe der Intendant auf fünf Jahre verlängert und ihr ungewöhnliche Privilegien zuge- billigt. Der Minister habe immer die Absicht gehabt, auf kavaliermäßige Weise Herr» v. Schillings Gelegenheit zu geben, nach Ende oer Spielzeit auszuschewen. Das sei aber unmöglich geworden durch die Antwort des Herrn v. Schillings auf drei Briefe des Ministers vom 21. Rovember, die der Minister als außerordentlich unhöflich bezeichnet. Der Brief, der verlesen wurde, hinterließ jedoch nicht diesen Eindruck und in der an den Vortrag sich anschließenden! / Diskussion kam zum Ausdruck, daß dieser Brief zur fristlosen Entlassung des Intendanten kaum berechtigt habe. Der Minister verwahrte sich gegen die Unterstellung, er habe einen anderen Inteiidanten schon in Reserve. Er erklärte, daß er vor einer völligen tabula rasa stehe. Eine praktisch noch so unerfahrene Kraft wie Paul Dekker-Kassel komme nicht in Frage. Der Minister kündigte an, daß er dem Parlament über den Fall Rede stehen werde, lieber die gleichzeitige Kündigung Ießners war der Minister außerordentlich überrascht. WcttervorL;:ösKge. Wieder ftärierer Rachtfrost, meist trübe, noch Riederschläge, nördliche bis westliche Winde. Die Zufuhr von wärmerer ozeanischer Luft hat den Frost vor der Hand abgeschwächt und die Temperaturen wenig artfteigen lassen. Der Wirbel, unter dessen Einfluß in ganz Deutsch- lcmd beträchtliche Schneefälle niedrrgehen, liegt über den dänischen Inseln und bewegt sich nur langsam südöstlich. Temperatur-Gegensätze im Rordmeer scheinen das Dorrücken von weiteren Wirbeln in südöstlicher Richtung zu fördern, sodaß eine stabile Wetterlage noch nicht zu erwarten ist. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: plus 1.5 Grad Celsius, Minimum: minus 0.7 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: minus 0.4 Grad Celsius. Aus aller Welt. Fabrikshionage im Rheinland. In Wiesdorf wurde festgestellt, daß ein gewisser Kölzer in Düsseldorf als Funttionär der Bezirksleitung der K. P. D. In Düsseldorf im Auftrag eines weiteren Genossen, der in der Zentrale der K. P. D. in Berlin angestellt ist, seit etwa einem Jahre Fabrikspionage zugunsten Rußlands betrieben hat. Kölzer hat sich durch Vermittlung führender Parteigenossen an verschiedene Arbeiter der Farbenfabriken Dorrn. Friedrich Bayer & Co. in Leverkusen und Elberfeld sowie Weiler ter Mer in Äerdingen herangemacht, um von diesen Fabrikationsverfahren zu erhalten. In dieser Angelegenheit sind verschiedene Arbeiter festgenommen worden. Der Berliner Leiter der Spionage ist zur Zeit flüchtig. Seine Personalien sind jedoch genau bekannt. Gcvßseuer in einem holländischen Kloster. Amsterdam, 28. Nov. (WTB. Funkspruch.) Wie aus V e n l o o berichtet wird, brach in dem Franziskanerkloster gestern abend während der Abendandacht ein Brand in der Bibliothek aus, der sich innerhalb kurzer Zeit auf den gesamten Ge- bäudekomplex ausdehnte. Das gesamte^Kloster mit der Kirche wurde ein Raub der Flammen. Die in dem Kloster befindlichen Wertsachen gingen verloren, vor allem die sehr kostbare Bibliothek. Tas Cln w Wciß Qi 8cf Mgleut Md" rin" ® denen de- dntt Zeche- Lergleu mW lichte" ' «auf 1 tinki j;aoo( u ?,e F ?u?kt \ «nschei Aus Seil lebt, denen pll-, den j cngi'lty flut 61 niorben M W. Winni vor -Icon rönnen । (oll wied i-E tigeu di werde. M 3n brs 20. M stropher verhalle schweren Menschh traten, modern« sagte m er steht Ziele r< voll Kr in dem die er Äarmst kommt seiner Deligir zogen t Neue 2 man pri rot einei bet bie unseres: Kein Hoffnung M unfi und der rott gei sehen h wahn 1 dah es gen Lc Linie il unb 6p feine De Leöens. .dunkle" aus die | Melung auspragc hunderts trag an 17 Lahrl Lud toei der 161! 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Seit 1890 hat England keine so kalten Tage erlebt Heftige Schneestürme verursachten in verschiedenen Gegenden Englands große Verkehrs- störungen. Die Verkehrsflugzeuge konnten auf den schneebedeckten Flugplätzen nicht starten. Die englische Ostküste wurde gestern von einer Sturmflut heimgesucht, wie sie bisher kaum beobachtet worden ist. Wiedererschliehung eines alten Bergwerks. Das Blei- und Silberbergwerk bei Winningen im Condertal (Rheinland), in dem vor etwa 70 Jahren die ersten Ausgrabungen begonnen haben, die später wieder eingestellt wurden, soll wieder in Betrieb genommen werden, nachdem sestgestellt worden ist, daß die Förderung der dortigen Blei- und Silbererze unbedingt lohnend sein werde. ___________________ Aus der Provinzialhauptstadt. Gieße n, den 28. November 1925. Advent. 3n wenigen Wochen geht das erste Viertel des 20. Jahrhunderts zu Ende. Sine vielbewegte Zeitl Krieg und Dlutvergiehen, Dölkerkata- strophen, eine völlige Verschiebung der Macht- Verhältnisse in Europa, aber auch eine Zeit der schweren Erschütterungen des fee ischen Lebens der Menschheit. Als wir in dieses Jahrhundert ein- Itraten, war ein lebhaftes Gerede von dem «modernen Menschen. Der ist ganz anders, so sagte man, als der Mensch der Vergangenheit, er steht viel höher als dieser, er sucht und findet Ziele religiöser, ethischer, künstlerischer Art, er ist voll Kraft und Eigenart. Man vergesse nicht, dah in dem Gedichte, mit dem man im Jahre 1900 die erste Ausstellung der Künstlerkolonie zu Darmstadt eröffnete, zu lesen war: kommt, es kommt die neue Zeit." Damals war Nietzsche mit seiner Umwertung aller Werte noch in Geltung, Neligionsreformer wie Moritz von Cgidy durchzogen das Land, man glaubte, über die Ehe ganz «neue Werturteile zutage gefördert zu haben, man pries die Frauenbewegung als das Morgenrot einer neuen Zeit und meinte, von dem Geist, der die Jugend beseelte, eine Negeneration unseres Lebens herleiten zu können. Kein Einsichtiger wird behaupten, daß diese Hoffnungen sich irgendwie verwirklicht haben. Mit unseren Neben von dem modernen Menschen und der neuen Zeit haben wir gründlich Bankerott gemacht. Unter Schmerzen haben wir ein- sehen müssen, daß wir von einem grohen Irr- wahn beherrscht waren, das war der Wahn, daß es mit der Kultur, überhaupt mit dem geistigen Leben der Menschhett in einer geraden Linie immer aufwärts gehe. Technisches Können und Spezialisierung ber Wissenschaft sind noch feine Beweise für das Fortschreiten des geistigen Lebens. Wir haben das Mittelalter als das „dunkle" NNttelalter bezeichnet und achteten nicht auf die seelische Tiefe und Feinheit, die sich im Nibelungenlied und im Straßburger Münster auspragen. Daß die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts in Deutschland einen weit höheren Ertrag an geistigen Werten darstellt, als das ganze 17. Jahrhundert, braucht man nicht mehr zu sagen. Und wenn man daran denkt, dah ein Mann wie Der 1676 in Giehen verstorbene Professor und Superintendent Peter Haberkorn stundenlang mit Juden aus dem Busecker Tal über religiöse Fragen in hebräischer Sprache stritt, so wird man selbst nicht mehr die Behauptung wagen, dah es in der alten Zeit an Spezialkenntnissen gefehlt habe. Wir haben kennen gelernt, dah mit der Ankündigung eines grohen Zeitalters nichts getan ist, das Große in der Welt kommt ohne Reklame, es' tritt gewissermaßen unbewußt auf, ist mit einem Male da. Wir haben weiter kennen gelernt, daß der Seele nicht mit Fanfarentönen gedient ist, sie braucht Frieden, Freude, Geschlossenheit, Neinheit, Ruhe und Gewißheit, sie braucht ein klares Ziel und eine feste Hoffnung. Alle diese Gaben gewährt der christliche Glaube, gewährt das Derbundenfein mit Jesus. Man lese die Evangelien, um sich hiervon zu überzeugen. Jesus sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich. Kommet her zu mir alle, die ihr imibfclig und beladen seid, ich will euch erquicken. Den Frieden lasse ich euch, seinen Frieden gebe ich euch." Die, die mit Jesus verbunden waren, haben das bestätigt. Paulus sagt: „Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem heiligen Geiste", und von dem niederrheinischen Mönch Thomas von Kempen hören wir die Worte: »Wenn Jesus bei dir ist, dann ist alles gut und nichts scheint dir schwer: wenn aber JesuS nicht bei dir ist, dann ist alles herbe. Was kann die Welt dir bieten ohne Jesus? Ohne Jesus fein, ist Hölle, mit Jesus sein, ist Paradies. Wenn Jesus bei dir ist, dann kann kein Feind dir schaden. Wer Jesum findet, der findet einen guten Schah, ja ein Gut über alle Güter, und wer Jefum verliert, der verliert alles und mehr als die ganze Welt." Das sind die Tatfachen, die der Christenheit am ersten Advent- sonntag verkündigt werden. Die Adventlieder, die Paul Gerhardt, Novans und Friedrich Rückert uns geschenkt haben, beschreiben diese Tatsachen in wunderbaren Diloern, in feinsinniger, ergreifender Art. Hier ist alles Morgenlicht. Trost, Freude und Hoffnung, und wem Gott das Organ dazugegeben hat, der spürt hier die Kräfte der ewigen Welt. H. D. Gicftener Wochcnrnarkipreise. Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 230 Pfennig, Matte 40, Käse 65 bis 75, Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15, gelbe Rüben 15, rote Rüben 12, Spinat 50, Unterkohlradi 10, Grünkohl 25, Rosenkohl 50, Feldsalat 120, Tomaten 120. Zwiebeln 12, Meerettich 40 bis 80, Schwarzwurzeln 50, Kartoffeln 4, Aepfel 15 bis 18, Birnen 30, Nüsse 60 bis 90, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 90 bis 110; das Stück: Eier 19, Blumenkohl 40 bis 120, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 15 bis 30 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Geftügelzuchtoerein Gießen und Brieftauben-Klub ab oorrn. 11 Uhr Geflügel- und Brieftauben-Aus- stellung „Liebigshöhe". — Marine-Verein, Vereinslokal, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahli- bofsttaße: „Der Zirkuskönig" und „Prater". — Astoria-Lichtspiele: „Der Wettlauf mit dem Tode". — Tageskalender für Sonntag. Oberbeffif^er Kunstverein, Dorrn. 11 Uhr, Turmhaus am Brand: Ausstellung ober hessischer Künstler. — Stadttheater, 7 Uhr: „Der Vogelhändler" (Ende 10 Uhr). — Geflügelzuchtverein Gießen und Brieftauben-Klub, ab 11 Uhr vornr „Liebigshöhe": Geflügel- und Driestaubenaus- stellung. - Matthäusgemeinde, 7'/- Uhr, Turnhalle: Gemeindeabend. — Reichsbund der Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen, 2 Uhr nachm. „Saalbau Sauer": öffentliche Kundgebung. — Holzhauer-Versammlung, 9 Uhr vorn:., im Ge- werftchastshaus. — Lichtspieltheater wie Samstag. — Aus dem Stadttheaterburcau wird unsgeschrieben: Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die morgige Sonntags-Aufführung der Operette „Der V o g c l h ä n d l e r" die letzte des reizenden Werks ist. Da das Sonntags-Abonnement nicht sehr stark ist, sind noch in allen Preislagen gute Plätze erhältlich. ** Die Dezember-Miete in Hessen. Der Minister für Arbeit und Wirtschaft gibt bekannt: Die gesetzliche Miete für den Monat Dezember bleibt Die gleiche wie für den Monat November. ** Städtisches Vergebungswesen. Der Deutschen Dolkspartei ist auf ihren Antrag, bei städtischen Vergebungen auch den Personen bzw. Firmen, die hierbei nicht berücksichtigt werden konnten, Mitteilung von dem Ausgang der Vergebungen au machen, damit sie sich dann anderen Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten zuwenden können, von der Stadtverwaltung am 12. (. Mts. folgendes mitgeteilt worden: „Auf den dortigen Antrag vom 30. Juni d. Js. erwidere ich ergebenst, daß das Stadtbauamt angewiesen ist, bei Arbeits- und Lieferungsoerträgen denjenigen Anbietenden, die einen Freiumschlag dem Angebot beigeschlossen haben, entsprechende Benachrichtigung über den Ausgang der Vergebung zu machen. Dn Bestimmung wird in die Vorschriften über die Vergebung städtischer Arbeiten und Lieferungen mit ausgenommen werden." ** D i e F e st st e 11 u n g des Ergebnis- s e s der Provinzialtagswahl findet am Mittwoch, 2, Dezember, vormittags 9.30 Uhr im Sitzungssaals des Regierungsgebäudes dahier statt. ** Oberhessischer Kun st verein. Im Turmhaus am Brandplatz findet vom 29. November an eine von dem hessischen Landesamt für das Bil- dungswesen veranstaltete Ausstellung: „Künstle r h i l f e 19 2 5" statt, welche ei freiem E i n- tritt Sonntags, Montags, Mittwochs und Freitags von 11—1 Uhr, und Sonntags von 3—6, Mittwochs von 3—7 Uhr nachmittags bei elektrischer Beleuchtung geöffnet ist. Die Künstlerhilfe ist ein mit staatlichen Mitteln eingerichtetes Unternehmen, das der mit der wirtschaftlichen Not schwer ringenden hessischen Künstlerschaft einen bescheidenen Ertrag für ihr künstlerisches Schaffen sichern will. Die Bestände der Ausstellung sind juviert und bieten Gewähr für künstlerische Qualität. Die Preise sind so gehalten, daß jedermann in der Lage ist, ein originelles Kunstwerk zu erwerben. Ausgestellt sind Delgemälbc, Aquarelle, Handzeichnungen und Graphik aller Art, | auch Plastik. Eine Verpflichtung zum Ankauf ist mit dem Besuch der Ausstellung nicht verbunden. Di« wegen der beschränkten Räumlichkeiten nicht ausgestellten Kunstwerke sind in Mappen aufgelegt und werden auf Wunsch gern gezeigt. Freiwillige Hilfskräfte haben sich in dankenswerter Weise hierfür zur Verfügung gestellt. Zur Förderung des Zwecks der Ausstellung ist mit dieser eine Ausspielung ausgestellter, noch einzurcichender Kunstgegenstände ver- bunden, deren Verlosung am 21. Dezember statt- fir.öct und jedermann Gelegenheit bietet, unter gleichzeitiger Erlangung einer Gewinnchance die Veranstaltung zu unterstützen. Lose i 1 Mk. sind in der Ausstellung, an der Kasse und in den durch Plakate kenntlich gemachten Geschäften erhältlich. Die Jahresverlosung von Anrechtscheinen unter die Mitglieder findet am 14. Dezember statt. Im übrigen sei auf die Anzeige in der gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers verwiesen. ** Reichsbund Deutscher Kriegsbeschädigter und K r i e g e r h i n t e r b 1 i e- bener, Ortsgruppe Gießen. Man schreibt uns: Wie aus der heutigen Anzeige heroorgeht, beabsichtigt die Ortsgruppe am 2. Dezember im Saalbali Sauer einen Weihnachsverkauf fclbjtgefer- tigter Handarbeiten zu veranstalten. Es wird gebeten, die Veranstaltung recht eifrig zu besuchen, da die Ortsgruppe in diesem Jahre auf eine Haussammlung verzichtete, um die große Zahl derer, die von Tür zu Tür um ein Scherflein bitten gehen, nicht noch zu vermehren. Durch den Der- faufstag hofft die Ortsgruppe die Mittel zu beschaffen, mit denen ihren nicht gut gestellten Mitgliedern eine Weihnachtssreude gemacht werden kann. In der Ortsgruppe sind etwa 100 Frauen, sämtlich Kriegerhinterbliebene, und bei gar vielen ist wirklich nur das Notwendigste zum Leben vorhanden. Der Verkauf der Sachen, die bis zum Montag bei der Firma Kaeß Nachf., Inh. Wilh. Horn, Kreuzplatz, ausgestellt sind, findet von 2 bis 7 Uhr statt. Die Ortsgruppe hofft auf regste Beteiligung von Seiten aller Mitbürger. Man beachte die heutige Anzeige. ** Personalien. Ernannt wurden der Lehrer Richard Bechtold zu Köddingen. Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksschule zu Eckartsborn, Kreis Büdingen; der Schulamtsanwärter Ludwig Artz aus Hausen, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksschule zu Bind- sachsen, Kreis Büdingen; der Schulamtsanwärter Adolf Schnierle aus Düdelsheim, Kreis Büdingen, zum Lehrer an de» Volksschule zu Wolf, Kreis Büdingen. — Aus dein Staatsdienst entlassen wurde derDerwaftüngsobersekretärMartin Holl zu Gießen auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1925. Kirche und Schule. ^Landcsverein für Innere Mission.j D. Dieser Tage sand in Darmstadt die Jahresversammlung des Hessischen Landesvereins für Innere Mission statt. In der Mitgliederversammlung am Vormittag wurden die Dorstandswahlen vorgenommen. Zum Vorsitzenden wurde Pfarrer Wagner in Darmstadt, der Drirder des seitherigen Vorsitzenden und jetzigen Superintendenten von Oberhessen, gewählt. Im übrigen ergab die Abstimmung eine Wiederwahl der seitherigen Vorstandsmitglieder und eine Neuwahl des Pfarrers Knodt-Schlitz als Vorsitzenden der Oberhessischen Dolksmission, des Pfarrers Grein von Arheilgen und des Dekans Röschen, seither in Freienseen, jetzt in Arheilgen, des verdienst» vollen Vorkämpfers der evangelischen Dekanatserziehungsvereine in Hessen. In der Tagung trat immer wieder die ungeheure äußere und Innere Not unseres Volkes in der Gegenwart und der Ruf nach Hilfe hervor. Besonders Pfarrer Hickel- Darmstadt, der Leiter des Diakonissenhauses Elisabethenstift, verlieh dem in seinem Vorträge, der im Mittelpunkt der Dorttagsfolge stand, Ausdruck. Seine Ausführungen waren ein einziger Appell an die heute so mibefriedigte und zukunftsarme weibliche Jugend aller Stände unseres Dolles, einzutteten in den Dienst der Kirche, um soziale Gesinnung in der Linderung von Not und Schmerzen und im Stillen von Not und Tränen zu betätigen. Der Nachmittag brachte neben einer Besprechung des Hessischen Verbandes für evangelische Kleinkinderpflege noch eine Reihe geschäftlicher Aussprachen, namentlich über die Organisation des Landesverbandes für Innere Mission, der die in den einzelnen Kreisen unseres Landes zur Unterstützung der staatlichen Wohlfahrtsämter eingerichteten Evangelischen Jugend- und Wohlfahrtsdienste zu einheitlicher Wirkung zusammenfassen will. Dabei wurde wiederholt die Anpassung nicht nur der Wohlfahrtsarbeit, sondern des gesamten kirchlichen Derwaltungswesens (Dekanate) an die staatliche Verwaltungseinheit des Kreises gefordert. Um 6 Uhr abends schloß der Vorsitzende die Tagung mit Gebet. Büchertisch. — Der junge Beethoven. Von Prof. Dr. L. Schiedernlair. Groß-Oktav mit 20 Kupferdruck- tafeln und 3 FaksmUtedeüoaen. Preis in Ganzielncw band 20 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Richtung und Impuls seiner späteren (Entfaltung empfängt das Genie bereits in der Jugend. Die Höhe des Lebens bringt dann die Verinnerlichung und Vertiefung. So bildet auch das Werk eines so großen Künstlers wie Beethoven eine untrennbare Einheit, die man nicht in einzelne Lebens- und Schaffensabschnitte zerschneiden kann. Deshalb tritt in diesem hervorragenden Werke nicht nur der junge Beethoven, sondern auch der spätere Meister voll in Erscheinung. Ein ganz unbekanntes zeitgenöi sisches Quellenmaterial wird vor uns ausgebreitel. Bonn ersteht als Residenz von unseren Augen, sein Musikleben wird geschildert. Wir werden mit der Familie von Beethoven bekannt gemacht und er leben die Kinder- und Jünglingsjahre des großen Meisters mit. Sein Lehrer Reefe unterrichtet ihn, er spielt in der Hofkapelle und verkehrt im Salon der Frau von Breuning. Es folgt die erste Reise nach Wien, die Heimkehr und der erschütternde Tod der Mutter. Das sind die äußeren Einflüsse, die auf das Innenleben Beethovens wirken. Wir sehen, wie langsam unter dem Einfluß der Ausllärungsbe- roegung sich aus ihnen die Persönlichkeit formt. Mühsam bändigt das Genie im Kampfe mit dem Schicksal ben in seiner Natur liegenden Konfliktstoü und erlöst sich in der Gestaltung seines Werkes. So ist Schiedmairs hervorragende Arbeit von größter Bedeutung für die Erkenntnis Beethovens und seiner Kunst. 658 — Karl Rosner, Der geschundene Eros. Ganzleinen 6,50 Mk. (I. G. Eottasche Buchhandlung Nachf., Stuttgart.) „Einen Roman für gute Menschen" nennt Karl Rosner.sein neues Buch, und diese „guten Menschen" sind alle jene, die Sinn haben für Humor, denen das Lachen lieb ist und die den Kleinlichkeiten und Widerwärtigkeiten des Lebens noch eine freundliche Seite auzugewinneck vermögen. 677 Rundfunk-Programm des frankfurter Tenders. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 29. November. 8.30 bis 9.30: Morgenfeier am 1. Advent, veranstaltet von der Evang.-luth. Matthäusgemeinde, Frankfurt a. M. 12 bis 1 Uhr: Uebev- tragung von Kassel: Mittagskonzert der Kapell- der Henschelschen Werke Kassel. 4 bis 5 Uhr: Krippenspielaufführung, veranstaltet vom Weih- nachtsliebeswerk 1925. 5 bis 6 Uhr: Nachmittag. ° konzert des Hausorchesters: Gaetano Donizetti. 6 bis 7 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Das Stockholmer Weltkonzil". Vortrag von Lic. Laun. 7 bis 7.30 Uhr: Große Erzieher: Aus den „Pädagogischen Jugcndschriften" von Johann Friedrich Herbart. 7.30 biS 8 Uhr: „Zur Schüleranmeldung dieser Woche: Neuordnung des prcuh. Mittelschul- wesenS". Vortrag von Rektor Henschel. 8.30 bis 9.30 Uhc: Cello-Konzert. 9.45 Uhr: Oscar Wilde. Montag, 30. November. 3.30 biß 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 biS 6 Uhr: NachmittagSkonzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesest unde. 6.30 bis 7 Uhr: Die Bücher- frunbe. 7 bis 7.30 Uhr: Funkhochschule: „Die Zusammensetzung der Erde", Vortrag von Dr. Udluft. 7.30 bis 8 Uhr: Funkhochschule: „Aus dem Städelschen Kunstinstitut VI", Vortrag von Dr. Oswald Götz, Assistent am Städelschen Kunst- infHtut. 8 bis 8,20 Uhr: Die Stunde der „Umschau". 8.20 bis 8.30 Uhr: Der Briefkasten. 8.30 bis 9.30 Uhr: Mozart-Zyklus deS Amar-Quar- tetts. Fünfter Abend. 9.45 Uhr: Fernempfang auswärtiger Stationen, dritter Versuch, veranstaltet vom Südwestdeutschen Radiollub. KkchNche Nachrichten. Evangelische Gerneindeu. Gießen. Sonntag, 29. November. 1. Advent. Stadttirche. 9'/,: Pfarrer Mahr. Beichte u. heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. 11’/«: Kinderkirche für die Matthäusgem. Pfarrer Mahr. 5 Uhr: Pfarrer Becker. - JolmnneSkirche. 91/,: Pfarrer Bechtholsheimer. Beichte uud heil. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde 117«: Kindertirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. 5: Pfarrer Ausfeld. - Kirchberg. 10; 11: Heil. Abendmahl f. d. Jugend von Ruttershausen. - Lollar. Nachm. 17,. Donnerstag 3. Dez. abends 87,: Dibelstunde in Daubringen. — Wieseck. 9 Beichte- 97, Predigtgottesdienst, im Anschluß Feier d. heil. Abendmahls. Opfer f. d. Verband d. Evang. Frauenvereine in Heffen. Abds. 77, Adventsandacht. Watzenborn - Garbenleich. Watzenborn-Steinberg. 10, Garbenteich: 1. Katholisch« Gemeinden. Dießen. Samstag, den 28. Aov. 47, u. 7 Beichte. Sonntag, den 29. November. 1. Adventsonntag. 67, Beichte, 7 Meffe, 8 Kom., 9 Hochamt IN. Predigt, 11 Meße mit Pred., 57, Christenlehre und Andacht. Grünberg. 97, Meffe mit Pred. — Hungen. 8 Meffe mit Pred. - Lich. 10 Hochamt mit Pred. Taschentücher! V • kauften gemeinsam mit unse- i Einkaufshäusern, gemeinsam m ; 300 gleichartigen Geschäften. Unsere Preise sind der heutigen Marktlage entsprechend billig. - Direkt vom Fabrikanten, ohne Zwischenhandel. Sie haben die Auswahl unter mehr als 4 000 Stück ......... ^Oder-Taschentücher ein großer Posten, teils bedruckt, teils weiß mit farbiger Kante, Stück 20 Pf., 10 Pf. 11262a Wir beginnen Montag, 30. November mit unserem großen extrabilligenVerkauf von Taschentüchern für Damen iiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiii und Herren iinnmiiiiiiiiiiiimiinii Diese Tücher sind zur Ansicht und zum Aussuchen auf Tischen ausgelegt. — Auf Wunsch Zurücklegung bis zum Feste s®rie Damen- und Herrentücher E^°°k Ä Damentücher £a“.r. ™l. .Ho.h'.’ H Herrentücher S^aL-b,aÄ'Ä s^6 Herrentücher 0 Damentücher 0 Damentücher wcißBa,i5TsNckÄS Pf. 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Ida Waldschmidt und Tochter Julius Waldschmidt und Frau FritzStrienu.FrauLinageb.Waldschmidl Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Luh VII., Schuhmachermeister. Großen-Linden, Heuchelheim,Hörnsheim,27. Nov. 1925. Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. November, nachmittags 21/, Uhr, statt. 09563 Hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß unsere liebe Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und Tante Frau Jettchen Rosenthal geb. Strauss im 87. Lebensjahre heute sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Louis Rosenthal Richard Rosenthal. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme an dem schweren Verluste sagen wir herzlichen Dank. Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen, Donnerstag, den 26. November, nachmittags l’/4 Uhr, meine liebe, gute Frau, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Christine Luh geb. Stengel im Alter von 80 Jahren, nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden durch einen sanften Tod zu erlösen. Gießen, Wetzlar, Berlin, 27. Nov. 1925. 11235D Butzbach, Gießen, Frechen, Lohra, Bergen, den 27. November 1925. Die Beerdigung findet Montag, den 30. November, nachmittags 3 Uhr, in Butzbach statt. 11277D Gestern abend 7,11 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden unser lieber, guter Vater, Schwiegervater und Großvater HerrDanielTextor im Alter von 76 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Haas 112S2D Familie Ludwig Arnold. | Vermietungen | 4-Z-Woba. «Neubau) rn.Zeutralb. b.Miet» Vorauswahl, z. verm. Näh. Credaerstr.l6L Jernfvr. 1245. WW UM! Neuen Baue 22 Sonnige mW.ZilNmer Gute Verpflegung. £eL 1085. e«e»D 1 biS 2 Me Simmet Mll separ. Eingang, seither Bureau, auch für Aerzte geeignet, zu verm. Näh. 085,2 Ludwigftr. 42 L ®ut liiööl DJonh- onö SWsWMk an ruhigen Dauermieter abzug. o9mo »vrankf. 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Sie haben den Krieg verloren! Die Räumung der Kölner Zone ist keine, Gegenleistung für unsere Unterschrift unter den 'Vertrag von Versailles; sie bedeutet nur die Erfüllung eines Anspruchs, den wir auf Grund der vollzogenen Entwaffnung haben. Die Entwaffnung i st vollzogen, und sie war auch schon vollzogen, als die Räumung von Köln fällig war, am 10. Januar. Es sei zwecklos, sagten die Engländer, darüber zu debattieren, ob die militärische Stärke Deutschlands auf zehn, oder ob sie auf elf Prozent der französischen veranschlagt werden könne! Trotzdem müssen jetzt diese unnützen, jedes militärischen Sinns entbehrenden, den deutschen Steuerzahler abermals mit vielen Millionen belastenden Zerstörungen von wertvollem Maschinenmaterial vollzogen werden. Kein vernünftiger Mensch in Deutschland wird sich je davon überzeugen können, daß dieser Unfug darum geschieht, weil die verantwortlichen Persönlichkeiten auf der Gegenseite im Ernst glauben, es sei im Sinne der Entwaffnungspflicht notwendig. Kein Mensch glaubt daran, am allerwenigsten die französischen Offiziere, die gerade jetzt mit einer ge- slifsentlichen Kleinlichkeit die Zerstörungskontrolle ausüben. „Wozu reden Sie eigentlich, haben Sie nicht den Krieg verloren?" Klingt diese Leierkastenmelodie, die man uns auf die Reise nach London oufspielt, nicht mehr, als ob sie noch von Versailles käme, statt von Locarno? Es hieße uns falsch verstehen, wenn man diese Erinnerung als bloße Nörgelei auffassen wollte. Die Rede des Reichskanzlers, auch wenn sie einige Lücken aufweist, trifft mit ihrer Charakterisierung des Vertrags von Locarno und mit ihrem Eintreten für die deutsche Unterschrift durchaus das Richtige. Das, was außerdem noch zur Sache gesagt werden muß, war auch gar nicht Sache des Reichskanzlers, sondern ist Sache der politischen öffentlichen Meinung in Deutschland. Dabei handelt es sich namentlich um zwei Dinge. Das erste davon ist, daß sowohl die offizielle Tonart der Franzosen als auch ihre tatsächlichen Zugeständnisse samt Rückwirkungen usw. nicht das Ergebnis eines freien und guten Willens gegenüber Deutsch- land sind, sondern das Ergebnis einer französischen Zwangslage. Wenn Frankreich könnte, wie es wollte, so würde es heute noch so handeln, wie jener alte Gallier Bren- nus, der, als ihm die Römer ihr Gold darwoqen, auch noch sein Schwert in die Wagschale warf. Sein Mort: „Wehe den Besiegten!" ist nur dem Buchstaben, nicht dem Sinne nach ein anderes, als das jenes französischen Majors: „Sie haben den Krieg verloren!" Unmittelbar vor dem Beginn der Locarnodeb"tte im Deutschen Reichstag ist in Frankreich das Ministerium P a i n l e o 6 gestürzt, weil es in der drängenden Finanznot den „kurzfristigen" Schahscheinen der Regierung, jenen Erzeugnissen der glücklichen Zeit, als noch ganz Frankreich nach der Melodie tanzte: „Der Boche wird alles bezahlen!", eine Laufzeit bis zu 25 (!) Jahren geben wollte. Wenn solche Vorschläge auftauchen, dann pflegt das Ende nicht mehr weit zu sein — das Ende hier in dem Sinn, daß Frankreich den amerikanisch-englischen Andeutungen wird nähertreten müllen, die um einen bestimmten Preis entscheidende Erleichterungen der Finanzlage in Aussicht stellen. Der Preis aber heißt „A b r ü st u n g". Daher ist auch der wesentliche Gesichtspunkt, unter dem man in England die militärischen Reduktionen auf dem linken Rheinufer betrachtet, der, daß die französische Psyche sich allmählich an den Verzicht auf die Rheinarenze gewöhnt und dieser starke stimmungsmäßige Antrieb für das militärische System sich verkleinert. Das Zweite, womit wir uns auf dem Wege, der uns nach London führen soll, zu rechnen haben, ist die naheliegende Fraae: Was kommt denn nun dahinter, wenn der Vertrag unterzeichnet ist? Der Reichskanzler hat in klaren Worten ein allgemeines Bild der Verhältnisse nach der Unterschrift und nach dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund gegeben. Der hauptsächlichste konkrete Einzelzug darin war die Andeutung, daß wir energisch das Ziel der allgemeinen Abrüstung verfolgen würden. Dr. Stresemann deutete zwei Tage vorher auch an, wir würden uns alsbald im Völkerbund der deutschen Minderheiten im Auslands annehmen. Beides wird sehr zu begrüßen (ein, aber wir müssen uns klarmachen, daß auch die andern unsere Mitgliedschaft im Völkerbunde, die eine ganz neue europäische Lage schafft, nicht als eine interessante Neuheit betrachten werden, die man unter eine Glasglocke auf den Kamin stellt, sondern als Don dem Augenblick an, wo wir unseren Platz im Dölkerbundsrat einnehmen, beginnt für Deutschlang eine neue Aera in der auswärtigen Politik. Könnten die andern, England vor allem, ohne uns auskommen, niemand hätte sich soviel Mühe gegeben, uns nach Locarno, nach London und nach Genf zu bringen. Niemand hätte uns dann auch den Liebesbecher kredenzt! Alles, was das offizielle England jetzt tut, ist darauf eingestellt, in Deutsch- land gutes Wetter für die Unterzeichnung des Pakts zu machen. Wer ist so harmlos, daß er glaubte, England hätte keine gewichtigen realen Ziele, um deren willen es diesen Aufwand betreibt! Der Reichskanzler hat mit einer auffallend bestimmten Wendung von dem Recht auf ko3m Weihnachtsmonat seines Iubila'umsjahrganges will der Gießener Anzeiger seinen Lesern einen besonders gediegenen, zum Teil auf das schönste deutsche Fest abgestimmten Textinhalt bieten. Außer den an vierTagen derWocheerscheinendenLieilagen Gkstzenev FamrkeublMev Seinrat im Bild Die Schotte bringt der Gießener Anzeiger seit 21. d. M. einen neuen Vornan, den Neubesteller kostenlos nachgeliefert erhalten, ebenso wie die Jubiläums-Ausgabe. Seit vorgestern erscheint bisWeihnachten außerdem dasWeihnachtsmarchen MlznEVtss ein Nürnberger Spielwarenroman von G. W. Sberlein in Nom. Jung und alt werden ihre Freude haben an dieser reizenden Srzahlungskunsi. * Wer den Gießener Anzeiger noch nicht halt, bestelle ihn deshalb sofort in Gießen bei der Geschäftsstelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den örtlichen Zweigstellen oder bei der post. Oie Lieferung bis zum 1. Dezember erfolgt an Neubesieller kostenlos. eine T a t s a ch e, die zu bestimmten Zwecken herbeigeführt ist, und die nun diesen Zwecken dienen soll. Sowohl England als auch Frankreich wollten uns im Völkerbunde haben — Frankreich wegen der „Bindungen" an den Versailler Frieden, denen wir nach feiner Auffassung dort unterliegen, England aber wegen der Politik, die es dort mit unserer Hilfe machen will und zu der es unsere Hilfe braucht. Der Reichskanzler hat in seiner Rede betont, daß wir in unserer geographischen Lage durch einen Vertrag wie den von Locarno keine Bindung an den Westen im Sinne einer Gegnerschaft gegen den Osten eingehen könnten. Auch Herr Chamberlain, der englische Außenminister, versichert, ihm läge jede Angriffsabsicht auf Rußland fern. Gleichzeitig aber macht er gegenüber der Sowjetregierung eine Demonstration, die an betonter Unfreundlichkeit nicht leicht übertroffen werden kann, indem er zum Jahrestag der Sowjetrepublik kein einziges Mitglied seines Amts der Einladung folgen läßt. Wie man in England den Pakt von Locarno in Wahrheit beurteilt, ober was man von ihm hofft, geht vielleicht eher aus einem zufälligen unbewachten Wort hervor, wie dem des Unterstaatssekretärs Ornsby Gore neulich bei einer Rede in Manchester: Der Vertrag „bedeute einen Bund der chr istli chen Zivilisation gegen die zerstörenden Kräfte des Ostens!" loniale Mandate gesprochen, das uns nach dem Vertrag von Locarno zustände. Herr Chamberlain hat vorher gesagt, dies Recht könne Deutschland nur beanspruchen, wenn es „keine Bedingungen" stelle (Artikel 161). Die Kolonialfrage ist nur eine aus einer gangen Reihe deutscher Lebensfragen, deren Auseinandersetzung mit den englischen Interessen hinter London bevorsteht, und diese Auseinandersetzung wird vom Augenblick der Unterzeichnung an die europäische Politik beherrschen. 50 Jahre hessischer Verwaltungsgerichtshof. Olm 25. "21od. bestand der Hessische Derwal- tungsgerichtshof 50 Jahre. Aus diesem Anlaß veröffentlicht die» Zeitschrift für Staats- und Gemeindeverwaltung" einen Gedenkartikel, dem wir die nachstehenden Ausführungen entnehmen: Der Hessische Verwaltungsgerichtshof war seiner Zeit der erste Verwaltungsgerichtshof in Deutschland, der, auf dem Boden der Selbstverwaltung entsprossen, durch die hessische Selbstverwaltungsgesetzgebung als unmittelbare Folge der Bestimmungen der im Juni 1874 erlassenen Hessischen Krcis- und Provinzialordnung, Städte- und Landgemeindeordnung eingerichtet wurde. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof beruht auf dem Gesetz vom 11. 3anuar 1875, seine Einrichtung wurde im Laufe der Jahre mehrfach geändert und seine Zuständigkeit erweitert. Die erste öffentliche Sitzung des Drrwaliungsgerichtshvfs sand am 25. November 1875 statt. Aus der Ansprache, die'der damalige Ministerpräsident Hofmann in dem Gerichtshof hielt, ist einiges heute noch von Interesse. Durch die neue Gesetzgebung sei der Bevölkerung des Landes eine beträchtlich erweiterte Teilnahme an der Staatsverwaltung cingc- räumt, eine Reihe von Geschäften, die früher ausschließlich in der Hand von RegierungSbeamten lagen, würden nunmehr unter der Mitwirkung von Männern erledigt, welche durch das Vertrauen ihrer Mitbürger zu diesen Ehrenämtern berufen sind. Mit der Einsetzung des Verwaltungsgerichtshofs trat damals die Einrichtung des Staatsrates und des Administrativjustizhofs außer Wirksamkeit. Präsidenten des Gerichtshofs waren im Laufe der 50 Jahre die Geheimräte Maurer 1875—1876, Freiherr von Lehmann 1876—1882, Frreiherr von Pauschen 1882—1891, Küchler 1891—1898, Dr. von Knorr 1898—1904, Emmerling 1904 bis 1912, Dr. Weber 1912—1924. Am 24. Oktober 1924 ist Dr. öüffert, der gleichzeitig Präsident der Oberrechnungskammer ist, zum Präsidenten des Verwaltungsgerichtühofes ernannt worden. Sitzung der Stadtverordneten. * Gießen, 27. November. 1925. Das Stabtparlament beschäftigte sich heute u. a. mit verschiedenen wichtigen Vorlagen, um die zum Teil hart gekämpft wurde. Zuerst stand eine E r * Höhung der Sonder st euer vom bebau- t e n Grundbesitz an, die man wohl oder übel genehmigen mußte, um einem Diktat des Staates Erfüllung zu geben und dadurch die Stadt vor einem Haushaltsdefizit zu bewahren. Erfreulich war der P r o t e st, den die Fraktion der Deutschen Volkspartei gegen die ganz underno- kratischs Haltung des Staates einlegte, der in der Frage des Unterhalts der verstaatlichten Polizei den Städten große La st en aufbürdet, ihnen auf der anderen Seite aber keinerlei Recht in Polizeiangelegenheiten gewährt. Leider blieb dieser Protest allein, namentlich schwieg sich die Linke über diese Seite der Sache vollkommen aus. Wir hätten gewünscht, man hätte diesen Einspruch zu einer Gesamtkundgebung des ganzen Hauses erweitert, wenn er nach Lage der Verhältnisse auch nur die prinzipielle Seite des Selbstbestimmungsrechts der Stadt über die Inanspruchnahme der Steuerkraft ihrer Bürger betonen konnte. Wir müssen also nun die Polizei mitbezahlen, aber zu sagen haben unsere städtischen Körperschaften da kein Wort. Jeder weitere Kommentar dazu ist überflüssig. Recht eilig hatte es oie Mehrheit des Hauses mit der Beschlußfassung über die Umstellung des städtischen Strahenreinigungbe- t r i e b s. Daß hier eine gründliche Iteuorbnung Dorgenommen werden mutz, wird niemand bezweifeln können. Aber s o eilig, wie man heute die Sache hinzustellen beliebte, ist ste denn doch wohl nid* Rachdem der bisherige Zustand jahrelang gedauert, hätte man die paar Wochen bis zum Amtsantritt der neuen Herren auch nod> abwarten und dann das neue Parlament darüber bestimmen lassen können, zumal dieses doch die D e ck u n g für den heute bewilligten Kredit zu beschließen hat. Wir stehen nicht an, zu sagen, daß die heutige Stvatzenreinigungs- Kreditbewilligung auf das kommende Rechnungsjahr 1926 in das Bud g e t recht des neuen Parlaments emgreift. Diesen Präzedenzfall hätte man bei aller sachlichen Billigung der Vorlage nicht schaffen sollen, beim et tarnt später leicht sehr unangenehm werden. Die Reuregelung der Elektrizität s p r e i s e wurde nach langer Aussprache noch einmal vertagt. Es kann wohl damit gerechnet werden, daß die Angelegenheit in der nächsten Sitzung des Hauses, die in etwa drei Wochen stattfinden soll, wieder zur Beratung und Entscheidung steht. Hoffentlich bringt der Detriebsausschuh dann andere Vorschläge als seine heutigen. Die PreiSseirkung, die man hinsichtlich deS Lichtpreises heute als Ausschuß- Vorschlag hörte, ist mit 1 (ein!) Pfennig pro Kilowattstunde wirtlich so geringfügig, daß man darüber gar nicht weiter reden kann. Bei einem solchen Vorschlag von einer älnterstühung der Preissenkungsaktion derRcichsregierung Zureden, wie es heute abend seitens des Ausschutz bericht- erstatters geschah, mutet etwas merkwürdig an. Auch der Vorschlag des verbilligten Tarifs für Heiz- und Kochzwecke ist bedenllich. und zwar, wie der Ausschutzberichterstatter selbst sagte, we- Gießener Konzertverein. Symphonie-Konzert der Meininger Staats? pelle unter Leitung von Kapellmeister Peter Schmitz. Unter allen den reisenden Konzertorchestern hat wohl die Meininger Kapelle am meisten die Traditton gewahrt. Andere Vereinigungen, denen jahrelange persönliche Zusammenarbeit mit großen Meistern des Taktstocks ein besonderes Gepräge gab, haben in den letzten Jahren unter dem weltstädtischen Musikgroßbttriebe manches von ihrer Eigenart verloren. Den Meiningern, einst Zeugen von Harrs v. Dülow's Wirkerr, hat in der jüngstvergangenen Epoche Max Reger einen ganz besonderen Charakter gegeben, der sich auch bis heute fast unverändert gehalten hat. Denn Reger war eben eine so starke, typische Persönlichkeit, wie sie die Geschichte nur einmal aufzuweisen hat. ilnb gerade deshalb ist es bis letzt noch nicht völlig gelungen, ihn historisch einzuordnen. Mag es kommenden Zeiten gelingen! Roch stehen wir dem Eindrücke seiner Persönlichkeit zu nahe, um kritisch unbefangen genug zu sein. Als Reger die Leitung der Meininger übernahm, hatte er die Zeit seines inneren Stürmens und Drängens zwar im großen und ganzen überwunden, aber die Art seines Musizierens war zu fest mit seiner eigenartigen Persönlichkeit verbunden, um plötzlich ein ganz anderer sein zu können. Er barg zwei Raturen in sich, unpulsiv, ekstatisch, kraftvolles Draufgängertum, und anders wieder versinkend in abgeklärtesten, transzendentalen Klangvisionen, eine romantische Krastnatur. Jegliche Tonäutzerung, mochte sie selbst einer seinen Ironie entsprungen fein (wie die ..Affe- Schaf "-Sonate Op. 72) wurde zur Auswirkung seines starken Jch's, das sich auch im bürgerlichen Leben so gab, wie es war, ohne Falsch, ohne Hehl. Wem es Dergoimt gewesen ist, in persönliche Berührung mit dem Meister zu treten, wer Gelegenheit hatte, in Privatbriefe, die nicht für die Oefsentlichkeit bestimmt gewesen sind, einzusehen, dem wird das Bild von feiner kernigen, allzu deutschen Art unvergänglich in der Erinnerung bleiben. ilnb dieser starken Persönlichkeit war die Erfüllung Bachscher Kontrapunktik mit modernster Chromatik im subjektivsten Sinne Vorbehalten. Verständlich, datz ihm nicht alle Zeitgenossen zu folgen wußten, ilnb dann die große Wandlung nach der Weidener Zeit. Ein Sichfinden in einer Klarheit des Stiles, des Ausbaus, so daß man geneigt sein könnte, ihn in engste Beziehung zum musikalischen Rokoko zu fetzen, toerm nicht immer wieder das Ich durchbräche und die großzügigen Klangevolulionen das Rokokoartige zum sresken- hasten Dekorativen auswachsen liehen. ilm die Erfüllung der alten Formen hat er gerungen und der Sonatenform für die Orgel einen durchaus individuellen Zug gegeben. Roch war fein Ringen zu stark, um vielleicht in der Symphonie den letzten Ausdruck zu finden. Roch muhte er sich entäußern und dem kaleidoskopartigen Wechsel der Stimmungen fomrte die Variation am treffendsten Künder fein. Roch war Reger im Werden, im Wachsen, seine Orchesterbehandlung, zunächst für ihn die große moderne Orgel mit ihrer unerschöpflichen Klangkraft und Klangfeinheit, begann von der Meininger Zeit an zu seinem persönlich individuellen Orchesterstil auszuwachsen. Roch sollten die großen Meisterwerke die Vollendung, die Krönung seines Schaffens bringen; „Kinder, ich fange doch erst an!“ äußerte er bei op. 102. Da setzte ihm der Tod ein Ziel. Die Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart (Op. 132) stellen den Höhepunkt von Regers Orchesterschaffen dar. Mozarts Thema feffelt ihn, aber durch die Wiedergabe in der eigenartigen Instrumentierung zieht ein anderer Geist hinein. Das Leichtgraziöse, Objektive Mozarts erhält persönliche Betonung und einmal tm Brennpunkte von Regers Ich da wandelt es sich umspielt, von hohen Gegenstimmen der Geigen. Das Thema verkehrt sich in seine Geaenbewegung, die Hörner werden Träger des melodischen Gedankens. In Moll getaucht (Vcrr. 3), erwächst daraus die 4. Variatton mit freierer Thematik. Die 5. Variation erschließt das Thema im Lichte reicher Chromatik, insbesondere die Holzbläser nehmen reichen Anteil daran; die Schlußtatte in romanischem Verklingen. In der folgenden Variation erscheint das Thema melodisch vereinfacht, seines graziösen Rhythmus entkleidet und entspricht so dem ruhigeren Zeitmaß: Sostenuto quasi Adagietto. Die siebente Variation läßt den Grundcharakter des Themas wieder stärker hervortreten, während in der letzten das Thema im V^Takt starke Abwandlung erfährt und fast orgetmäßig im großen Orchester behandelt, alle Stufen Regerscher Klang- Visionen durchläuft. Die Fuge tritt tänzelnd ein (das Thema in den ersten Taften zunächst mit absteigender Tendenz, mit dem letzten Takt sich erhebend). Die Streicher führen es durch, die Holzbläser nehmen es auf, die Klangmafjen wachsen, da setzen die Hörner marcatisslmo fff ein. Ein Verebben der Bewegung, dann wieder orgel- haftes Aufschwellen — und als letzter Triumpf: Das Mc^arische Thema wölbt sich in weitem Bogen über das stampfende wogende Orchester dahin, sieghaft von Hörnern und Trompeten erngeführt. Tlnd das Fugenthema eint sich mit dem Wozartschen, aus dem es organisch heraus- gewachsen ist, zum triumphalen Schluß. Ein Eindruck, den wiederzugeben, Worte versagen. Reger'scher Geist, wie er getreuer wohl von keinem andern Orchester offenbart werden kann. Diese Feinheiten in der Ausarbeitung, besonders auch in der Fuge, finden kaum ihresgleichen. Zur Einführung in die Reger'sche Welt ging Dach's O-Dur-Suile voran; bei Bach der objektive Stil, bei Reger die städtische Offenbarung des Persönlichen. Allerdings auch das Bach'sche Werk in neuzeitlichem, an die Farben des modernen Orchesters angepahtem Gewände. Es hat seine gewisse Berechtigunb. dem modernen Klangempfindend bei der Ausführung älterer Werke Möbel Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Küchen- und Einzelmöbel, Slahldraht- und Auslage-Matratzen, Chaiselongues, Diwans, Klubmöbel (eigener Werkstatt). Beste Qualität. Billigste Preise. Teilzahlung gestattet. Ernst Rau Telephon 958 8086a Wakttorstr. 37 ver [Afßtsduifigsg^hrenpmtnpteatrimit. wer bei sich führet FHitNH ^ ****** 4» VUbl/i für man besonders bei Erkältungen, Heiserkeit, Halsentzündungen,Grippe-Gpidemien usw. In Apotheken und Drogerien in Gläsern ä 50 Tabletten Mark 1.75. Proben u Broschüren kostenlos durch Dauer & Eie., Berlin SW 4S, Friebrtchstr.231 H138id öffentlichen Arbei ts n achwei s das nördliche Oberhessen stimmt glatt zu. Stad"tv. Fischer — Stadtv. Dr. Krausmüller. Am Schlüsse der öffentlichen Sitzung AK «Wen ZreW.Smt.LkMvelW, taust die Frist ab, bis au der die Neuloie 3. Klasse der 26. (252.) Preußisch-Süddeutschen Klaffeu- lottcrie bet den Staatlichen Lotterte-Einnebmern abgefotbert sein müssen. Wer bie Frist versäumt, muß damit rechnen, daß über fein LoS anderweit verfügt wird, wett eine sehr starke Nachfrage nach Voten herrscht und die Lose knapp iittb. Dte Ziehung findet nm 11. und 12. Dezember statt ES werden 17 UDO Gewinne im Gesamtbeträge von über 2V» Millionen Reichsmark ausgespielt, darunter 2 Gewinne zu je 100 000 Reichsmark, 2 Gewinne zu je 50000 Reichsmark, 2 Gewinne zu je 10 000 Reichsmark und tm i andere mehr. 5337id bildes vorzubeugen, werde künftighin gegen Eigenmächtigkeiten im Bauen mit alter Energie vorgegangen werden, auch wenn der Bauende dadurch schweren Schaden erleide. Das Haus nimmt die Erklärung zustimmend auf. Kleine Vorlagen. Die Rechnung der Stadtkasse für 1920 wird debattelos genehmigt, ebenso die Risder- schlagung uneinbringlicher Ausstände aus 1920. Die Rechnungen des Gaswerks und des Wasserwerks für 1923 werden gleichfalls glatt genehmigt. Für die am 30. August eingetretene Lohnerhöhung der städtischen Arbeiter wird der Kredit von rund 22 000 Mk. bewilligt. Dem Anschluß der Landmann st raße an das Stromnetz des städtischen Elektrizitätswerkes wird zugestimmt. Kostenpunkt 5000 Mk. Für die Verlängerung des Glektrizitäts- Verteilungskabels in der Gaffkystraße werden 5100 Mark bereitgestellt. Mit der Errichtung einer Hochspan- nungsstation für die Main-Weser- Basaltwerke bei Kesselbach erklärt man sich gegen entsprechende Sicherheiten einverstanden. Zum Wieseckprojekt stimmt man der Verlegung des Abzugsgrabens nach der Oberlach nur unter der Bedingung zu, daß die Ein- lahschleuse am Weg Rr. 111 nach Bedarf auch durch den städt. Wiesenmeister bedient werden kann. Zur Bildung eines Selbstversichc- rungsfonds für Waldbrandschäden: sollen alljährlich 500 Mark, beginnend mit dem Rj. 1925, zurückgelegt werden. Einigen organisatorischen Aenderungen int Beifall, den das volle Haus vor allem auch dem aus Frankfurt herbeigeeilten Verfasser spendete, hat das bewiesen,- wir beglückwünschen den ehrwürdigen Dichter zu dem Erfolg seines Werkes. Freilich ein Lustspiel in dem strengen Sinne, den dieses Wort in der Geschichte und der Theorie des komischen Dramas angenommen hat — das Fehlen einer ganz festen Abgrenzung des Begriffs fei zugegeben —, ist das Werk nicht. Daß es stark nach der Seite des Schwanks neigt, zeigt die an äußeren Verwicklungen reiche Handlung. In einem Hotel in Gmunden finden sich auf der Vergnügungsreise ein Wiener Gutsbesitzer und ein Chemiker samt ihren Gattinnen zusammen. In den beiden Ehen herrscht bereits Langeweile: man beschließt, diese durch eifersuchterregende Abenteuer zu vertreiben, und zwar sollen für kurze Zeit und unter Beschränkung auf leichten Flirt die Damen ausgetauscht werden. Bei einem Champagnersouper wird das Spiel zum Ernst: die neugeordneten Paare überraschen einander bei heißen Liebesschwüren. Den Frauen kommt es zu mehr oder weniger schauderndem Bewußtsein, welchen Gefahren sie ihr Gemüt ausgesetzt, wie sehr sie ihr Herz neu verstrickt haben; ste beschließen folgerichtig einen gesetzlichen Gattenwechsel. Die Auseinandersetzung der Männer, deren Eifersucht durch weiter hinzutretende seltsame Umstände noch erhöht wird, endet mit einer Duellforderung. Aber alle Vorsätze und Beschlüsse lösen sich in Wohlgefallen auf, als sich der rätselhafte nächtliche Aufenthalt eines befrackten Herrn im Salon zwischen den Zimmern der beiden Damen als ein harmloser Zufall entpuppt. Dieser Herr ist ein im gleichen Gasthof abgestiegener Wiener Konditor, der mit seiner Gattin, der neuvermählten Tochter 100 000 Mk. koste, aber auf mehrere Jahre verteilt werden solle, daß nach der Motorisierung viermal mehr als jetzt gereinigt werden könne und schließ- lick jährlich rund 12 000 Mk. gegenüber heute zu ersparen seien. Die freiwerdenden Arbeitskräfte seien bann anderswo unterzubringen. Von der Deutschen Volkspartei liegt ein Antrag vor, nach dem die Beschaffung der obengenannten Maschinen vorläufig noch zurückgestellt werden soll. In der Begründung dieses Antrages betont der volksparteiliche Sprecher, der Straßenreinigungsbetrieb bedürfe dringend einer Umformung, aber die jetzt angeforderte Summe müsse von dem neuen Stadtparlament beschlossen werden, da sie ja in den nächstjährigen Voranschlag eingestellt werden solle. Der Oberbürger m ei st er und verschiedene Redner der Linken ersuchen um Ablehnung des volksparteilichen Antrages und um sofortige Bewilligung des Kredits. Die Abstimmung ergibt die Ablehnung des volksparteilichen Antrages und die volle Annahme des obenstehenden Ausschuhantrages. Rotstandsarbeiten im Winter 1925/26. Zur Beschäftigung von Arbeitslosen in diesem Winter wird ein Betrag von vorläufig 15 000 Mark zur Verfügung gestellt. Dieser Betrag stellt nur eine Rate im Rahmen eines weitergesteckten Programms dar. Reuregelung der elektrischen S t r o nt p r e i s e. Der Berichterstatter erläutert die Beschlüsse des Betriebsausschusses, die dahin gehen: Der jetzige Lichtstrompreis soll von 51 auf 50 Ps. pro Kwtt. herabgesetzt werden, für Koch- und Heizzwecke will man einen Vorzugstarif von 10 Pf. je Kwtt. während der Tages- und gewisser Rachtstunden einführen, dem Kleingewerbe tollen besondere Vergünstigungen für den Kraftstrombezug zugute fommen. Der 10- Pf.-Tarif für Koch- und Heizzwecke soll allerdings nur denen eingeräumt werden, die sich verpflichten, mindestens 600 Kwtt. jährlich für diese Zwecke zu verbrauchen. Gin Antrag der Deutschen Volkspartei fordert die Ermähigung des Lichtstrompreises von 51 auf 48 Pf. je Kwtt., außerdem die Beseitigung der 600-Kwtt.°Verpflichtung bei der Heiz- und Koch-Stromabnahme, sowie einheitliche Sperrstunden. In der Begründung des Antrages wird betont, eine Ermäßigung von 1 Pf. sei nicht ausreichend, um wirklich als Ermäßigung gelten zu können, die 600-Kwtt.-Ver- pflichtung sei viel zu schwer, niedrigere Preise und Benutzung ohne zu schwere Fesseln würden die Inanspruchnahme des Stromes steigern und damit auch die Einnahmen des Werkes fördern. Geschäftsordnungsmäßig kann dieser Abänderungsantrag heute nicht zur Beratung und Beschlußfassung gestellt werden, er wird deshalb vom Vorsitzenden an den Betriebsausschuß verwiesen. In Anbetracht dieser Sachlage ist das Haus auch nicht geneigt, heute über den Antrag des Betriebsausschusses zu entscheiden. Auf Antrag wird daher die ganze Vorlage ebenfalls an den Detriebsausschuh zurückverwiefen. Zuschüsse zur Beschaffung D o:: Winterbedarf für Fürsorgeempfänger. 3um Zwecke der Winterversorgung der Kriegsopfer, Kleinrentner, Sozialrentner, Erwerbslosen und Kurzarbeiter wird ein Kredit von 40 000 Rm. zur Verfügung des Wohlfahrtsamtes eröffnet. Zur Zeit zählt bas Wohlfahrtsamt als Für- sorgeentt>fänger: Kriegsopfer: 370 Haushaltungs- Vorstände, Kleinrentner: 254 Haushaltungsvor- stünde, Sozialrentner: 386 Haushaltungsdorstände, Erwerbslose: 63 Haushaltungsvorstände und 25 Unverheiratete, Kurzarbeiter: 120 Haus- haltungsvorständr und 70 Unverheiratete. Der hessische Staat leistet als Ersah für diese Ztvecke 13 000 Mk., die in dem Betrag von 40 000 Mk. enthalten sind. Bausachen. — Eine Warnung. Sieben Baugesuche werden antragsgemäß erledigt. 3'm Hinblick auf frühere üble Erfahrungen betont Beigeordneter Dr. Hamm, es könne unter keinen Umständen weiterhin geduldet werdeir. daß Baugesuche zur Genehmigung ein- gereicht würden, während man gleichzeitig schon mit dein Dau beginne, ohne die Genehmigung abzuwarten. Um einer Verschandelung des Stadt- und dem Schwiegersohn, die hier ebenfalls wohnen, flitterwochenstörend nachgereist ist und der, um seine Position in der Ehe neu zu festigen, seiner Frau durch einen nächtlichen Scheinseitenfprung imponieren will. Alle Paare kehren in ihre ursprüngliche Ordnung zurück, auch die verliebten Kinder des Konditors, die die Duellaffäre ebenfalls entzweit hatte, und man erkennt, daß man tatsächlich den Teufel durch Beelzebub auszutreiben im Begriff gewesen. Diese Wiederherstellung des alten Zustandes nach dem Gewitter ist in ihrer Ausführung durchaus schwankhaft. Vom Schluß des zweiten Aktes an komplizieren sich nach Schwankmuster die Geschehnisse, aber die innere Handlung bleibt stehen: der Vorschlag der Ehetrennung, der eine ernste und sehr wahre Wendung herbeiführen könnte trotz der Ziifalligteiten, denen er seine Entstehung verdankt, verlauft im Sande, der Keim zu einer folgerichtigen Entwicklung im Sinne eine höheren Lustspiels verkümmert: es ist eben ein Schwank gewollt. Trotz der hübschen Situationskomik im 2. und 3. Akt erlahmt doch zuletzt ein wenig das Interesse desjenigen, der durch die durchaus diskutable Problemstellung des 1. und 2. Aktes stärker gefesselt worden ist, und wer seine Freude daran hat, daß in Akt 1 und 2 die handelnden Personen bei aller Kornödien- hoft'gkeit der Mittel noch wahre Zwecke im Auge haben, noch von Motiven und Absichten geleitet sind, wer dort die schönen Ansätze einer Charakterkomödie erkennt, der bedauert vielleicht die Direktionslosig- keit der Figuren, ihr bloßes Komödienspielenwollen im 3. Akt. Indessen, stellen wir nicht an einen Schwank Anforderungen, die sich mit seinem Wesen so leicht nicht vertragen! Das Ulkige und Törichtharmlose soll ja in ihm triumphieren, sein Ziel ist ja Lachen, und dieses wird das Merkchen überall erreichen. Und zur Mehrung des Erfolges wird die glatte und anregende Diktion wie die Behaglichkeit der österreichischen Mundart, die die Sprechweise der Personen färbt, ihr gut Teil beitragen. Die Inszenierung durch den Intendanten Stein- !>o etter ließ nichts zu wünschen übrig; die ichere Hand hatte für fein abgetöntes Zusammen- piel gesorgt, das sich in dem von Karl Löffler geschmackvoll hingestellten Bühnenbild flott entfalten konnte. Die Darsteller wetteiferten in tüchtigen Etnzelleistungen. Friedrich Geffers lieh dem Gutsbesitzer all seine Frische und feine souveräne schwerenöterische Heiterkeit, Willi Hanke (das aramm verwechselte ihn mit Julius Baste) dem schen Stubengelehrten seine schüchterne Be- dachtsamkeit, Karl V o l ck zeichnete mit unnachahmlicher Feinheit des Mienenspiels und warmer Sprechart seinen Konditor, Julius Safte mit allen Nuancen des Temperaments den entrechteten Schwiegersohn. Ise O ß k e und Rita Andrs als die beiden tauschenden Ehefrauen stellten sowohl weibliche Zurückhaltung wie fesche Abenteuerlust mit herzerfreuender Komik bar, Ise Oßke mit besonders feiner Betonung der fraulichen Würde, Luise Jüngling spielte mit sicherer Drastik die Schwiegermutter, Alix K r a h m e r in ihrer lieblichen Art die Jungoermählte. Daß H. Kurzhoff, I. Scherer und H. Stichel in kleineren Rollen gut an ihrem Platze waren, sei heute nur kurz erwähnt. So erscheint es als ein Verdienst unseres Theaters, den Dichter so verstehend unterstützt und ihm mit dem vollen Einsatz aller Kräfte zu dem verdienten Erfolg verhalfen zu haben. -g. wahrt sich Stadtv. Fischer (Sem.) namens seiner Fraktion in einer Polemik gegen den; Stadtv. Dr. KrauSmüller gegen Porwürse, die, wie ja noch zur Genüge- bekannt, im Wahl- kanrpf vor der Stadtverordnetenwnhl in Aufrufen des Wahlausschusses der Vereinigten; Dürgerliste gegen die Demokraten erhoben wurden. Stadtv. Dr. Krausmüller (Dt. Vp.) antwortet, obwohl an dieser Stelle nicht der Ort zum Austrag der Sache sei, wolle er doch erklären, daß sich die betr. Aufrufe nicht gegen, die Mitglieder der demokratischen Fraktion dieses Hauses gerichtet hätten, sondern nur gegen! die Demokratische Partei in der Gesamtheit. Auch hiergegen nimmt Stadtv. Fischer Stellung. Oberbürgermeister Keller bittet, doch den Wahlkampf nicht im Stadtverordneten-Sitzungs- saal fortzuseyen. Um eine weitere Verschärfung der Gegensätze in der Öffentlichkeit zu vermeiden, verzichten wir auf die Wiedergabe von Einzelheiten dieser Auseinandersetzung. Schluß der öffentlichen Sitzung. auf die schwere Lage der Geschäftswelt hin. Die Steuerschraube werde zu stark angezogen, die Ausgaben auch im Staate dürften nur nach den Einnahmen bemessen werden. Die Bremse müsse man endlich mal anziehen. Ein anderes Mitglied dieser Fraktion hebt hervor, auch im Falle -der RichterAbung dieser Abgabe könne von einem Geschenk an die Hausbesitzer nicht gesprochen werden, denn die Mieten ständen immer noch in einem krassen Mißverhältnis zu den Lasten. Rach weiterer kurzer Aussprache kommt man zur Abstimmung. Der oben wiedergegebene Antrag des Finanzausschusses wird gegen wenige Stimmen angenommen. Die Gewerbesteuer im Rj. 192 4. Einem Antrag des Finanzausschusses ent- sprechend wird beschlossen, di« erhobene vorläufige Gewerbesteuer für 1924 als endgültige Gewerbesteuerzahlung für das Rj. 1924 gelten zu lassen. Staatliche Daudarleheu zur Förderung des Wohnungsbaues im Jahre 192 5. Auf Antrag des Bauausschusses wird die Stadtverwaltung ermächtigt, die zur Erlangung der staatlichen Daudarlehen für die auf städt. Gelände bauenden Darlehensnehmer erforderlichen Schuldurkundeu anzuerkennen. Mit lieber* eigmmg des Geländes an den Darlehensnehmer ist das Darlehen im Grundbuch einzutragen. Instandsetzung der Frankfurter Straße. Es werden folgende Arbeiten in der Frankfurter Straße, von der Fri^richsteahe bis zur Klinikftratze, genehmigt: 1. auf der Südostssite: Regulierung der Bordsteine und Pflasterung des Streifens zwischen den Bäumen mit Mosaiksteinen: 2. auf der Rordwestseite: a) in der Straße zwischen der Friedrichstraße und Hofmannstrahe: Auswechselung der Bordsteine und Pflasterung des Bürgersteiges mit Mosaiksteinen: b) in der Strecke zwischen der Hofrnmrn- und Klinikstraße: Regulierung der Bordsteine. Die Arbeiten werden dem Unternehmer Karl Verlach zu Krofdorf zu seinen Angebotspreisen übertragen. Krematorium Gießen. Die Lieferung und Montage d:r bsiden Aufzüge für das Krematorium wird der Maschinenfabrik Jakob Baß, Darmstadt, zu ihren Angebotspreisen übertragen. Bezirksschu le in der West an lag e. Die Ausführung der Heizungsanlage in der Bezirksschule in der Westanlage wird der mindestfordernden Firma Georg Appel zu Gießen zu ihrem Angebotspreise von 34 170,76 Mk. übertragen. Stadt km abenschule. Für die Erneuerung der Heizungsanlage in der Stadtknabenschule wird der im Voranschlag vorgesehene Kredit von 20 000 Mk. auf 32 000 Mk. erhöht, da zahlreiche weitere Mängel festgestellt rourtan. Auf eine Anfrage, wie weit die Pläne zur E r - bauung eines neuen Schulhauses een seien, antwortet Beig. Dr. Hamm, im asfchuß neige man der Ausführung eines Paoillonbaues zu. In Mainz habe man sich nach den Grundlagen des Pavillonsystems erkundigt, bis jetzt fei man aber noch nicht zu dem gewünschten Ergebnis gelangt. Ausbau der Wilhelm ft raße. Die Ausführung der Straßenbeseftiaung in der Wilhelmstraße zwischen der Straße auf der Weiß, erbe und dem Äulweg wird genehmigt und ein Kre- dit von 8500 Mk. zur Verfügung gestellt. Einführung des maschinellen Be- triebe für Die Straßenreinigung. Der Dauausschuß und der Finanzausschuß beantragen: „Der Einführung des maschinellen Betriebs für die Straßenreinigung wird zugestimmt. Zur Beschaffung einer automobilen Kehrmaschine, eines automobilen Sprengwagens, zweier Elektrokarren, Erbauung einer Fahrzeughalle sowie einer Ladeeinrichtung wird ein Kredit von 62 000 Mk. für das Rechnungsjahr 1926 zur Verfügung gestellt." Der Berichterstatter betont Die Reform- bebürftigteit unserer Straßenreinigung, erklärt, daß deren Umstellung auf Motorbetrieb etwas über gen des „Pferbefußes", der rn der Garantierung der Jahresmindestabnahme von 600 Kilowattstunden ftedt D i e Vorlage, dte heute unterbreitet wurde, befriedigt jedens alls nicht im entferntesten, und verwunderlich war nur, daß der sozialdemokratische Wortführer die Zurückverweisung dieser Vorlage an den Ausschuß bedauerte, sie also doch Wohl lieber in Kraft gesetzt hätte. Hoffentlich kommt nun auf Grund des volksparteilichen Antrages etwas Besseres aus dem Ausschuß heraus, mit dem man sich einverstanden erklären kann. Von besonderer Bedeuttmg sind schließlich noch einige Bewilligungen für soziale Zwecke und eine ernste Verwarnung, dte der Dezernent . des D a u a m t e s an die Adresse aller B a u l u ft i g e n richtete. x Sitzungsbericht. Anwesend Oberbürgermeister Keller, die Beigeordneten Dr. S e i b, Dr. F r e y. Dr. Hamm, Justizrat Dr. Rosenberg, Kommerzienrat K l r n g s P o r und 35 Stadwerord- y.ete. Der Zuhörerraum ist mäßig beseht. Der Ausschlagssatz für öie Sonder- ft euer vom bebauten Grundbesitz. Der Finanzausschuß beantragt, solgenden Beschluß zu fassen: „Der Ausschlagöfatz für bie Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz wird vorn 1. Rovern- ber 1925 ab von 60 R.-Pf. auf 80 R.-Pf. für k 100 Mk. Steuerwert erhöht. Die Erhebung erfolgt durch eine entsprechende Erhöhung der bisherigen Zielbeträge." Aus ben Erläuterungen bes Berichterstatters geht hervor, baß biete Erhöhung eine Mehreinnahme von 91 000 Mk. erbringen teil, die dazu beftimmt ist, ben Gießener Beitrag zu den Polizeilasten des Staates zu decken. Für bie Deckung ber Steuerausfälle der Stadt infolge dec Senkung großer Reichssteuern bleibt dabei, nichts übrig. Die Frage, auf welche Weise hierfür Deckungsmittel beschafft werden, müsse man bis Ende Januar n. Js. zurückstellen. Die neue Belastung trage der Hausbesiy, wofür bie Miete von 84 auf 88 v. H. erhöht worden •ci. Wenn man diese Erhöhung nicht genehmige, müsse die Miete wieder herabgesetzt werden. Der Vorsitzende der Fraktton der Deutschen Volkspartei betont, seine Fraktion habe von vornherein Stellung gegen diese Erhöhung nehmen wollen, weil das Maß der steuerlichen Belastung für die heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse hoch genug erscheine, zum andern wegen der Gründe, die für bie Regierung maßgebend seien. Die Erhöhung solle dazu dienen, einen Teil des Defizits im hessi- fchen Voranschlag zu decken. Der Landtag habe vetanittlich ein Gesetz verabschiedet, wonach die großen Städte alljährlich Zuschüsse zu ben Po- IWeitesten zu leisten haben. Untere Stabt solle also hier auch zahlen, ohne bah ihr irgendein Recht hinsichtlich ber Polizei zugestanben werbe. Ein Defizit könne auch gedeckt werben burch Sparsamkett. Seine Partei protestiere gegen diese Belastung, die der Stadt nur nach dem Grundsatz »Gewalt gehr vor Recht" aus gebürdet werde, ohne für ihre Leistung auch Rechte zu gewahren. Hm bie Stabt aber nicht mit einem Defizit im Haushalt zu belasten — beim sie sei ja nicht schuld an dieser Belastung — werde ein Teil der Fraktion für den Antrag des Finanzausschusses stimmen, andere aber dagegen. Geschlossen erhebe die Fraktion aber Protest gegen diese Abgabe, bie trotz des Opfers bie Stadt ohne Rechte auf der andern Seite lasse. . Von dem Wortführer der Fraktton ber Zreien Vereinigung wird betont, ein - Teil bet Fraktion werde gegen die Vorlage stimmen, und zwar wegen der Art der Der- Ftoenbung, zum andern, weil diese neue Belastung für den Grundbesitz untragbar sei. Die sozialdemokratische Fraktion läßt durch ihren Sprecher erklären, daß sie sür die Erhöhung stimme, denn den Hausbesitzern sei ja die entsprechende Mieterhöhung schon zugebilligt worden. Diese Steuererhöhung nicht durchführen, bedeute den Hausbesitzern ein Geschenk von 75 bis 80 000 Mk. machen. Es sei gerecht, diese Steuer, die von ber Mieterschaft bereits mitbezahlt werde, auch hereinzunehmen. Deshalb stimme seine Fraktion dafür. Ein deutsch-volksparteiliches Frak- uonsmitglied (Obermeister einer Innung) weist Rechnung zu tragen, aber manche der stilisti- lchen Feinheiten erschließt sich erst in der Form, 'Die dem historischen Vorbild folgt. Den Abschluß des Konzerts bildete Beethovens Hohes Lied des Heldentums. Von C&eete Hoven dem Konsul Bonaparte zugeignet, hatte Beethoven bas Titelblatt wütend zerrissen, als er von der Kaiserproklamation Rapvleons erfuhr: denn nun stand er für ihn als der Tyrann La, und jetzt gatt für ihn das Werk nur noch: ,.per festeggiare il sovvenire di un grand ’uomo“. Das hehre Werk in seinem mannigfachen Stirn- inungsgehalt wurde bis zum letzten von den Meiningern erschöpft. Alle in bester Form, die Streicher mit sonorem Klange, die Holzbläser und zu allermeist die Hornisten, ilnö Peter Schmctz, auf dem die Verantwortung des Abends ruhte. Bei scheinbarer äußerlicher Ruhe, ging er ben Werken bis ins Cinzelste nach, gleichsam wie mit einem Zauberstock Schönheit für Schön- heit erschließend und wiederum mit stärkstem Impuls das Orchester mit sich fortreißend. (Sm Ehrentag für die Meininger; ein Festtag für ben Konzertverein, der durch feine Hinsicht solche künstlerische Großtat für Gießen ermöglichte. -in- Uraufführung im Aadüheater. Den Teufel durch Beelzebub. Lustspiel in 3 Auszügen von Harry Pohlmann. Diese Uraufführung hat die Erwartungen aller derer, die das neue Lustspiel zu schauen kamen, um sich zu vergnügen und vor allem um zu lachen, in reichstem Maße befriedigt. Der große und herzliche I »et|i6e. bschadea mit drni ■ 'Ur MC 2 w N> £ ^eichfM TA«- ltAuec kMigt ltrah^ ^trizitüts. QcetDet. Man, Deser. ' wan sjch Schanden inan drr \r Ober- Vlt Sin- auch w totrt»n Zungen im lür ttmml man dtv. ihung bä, *•) namens Wen ^orlvürfr, im Dahl- il in Aul- Dminigtcn hoben tour- (St » • nicht brr )lle er doch nicht gegen Taftion die« : nur gegen ntfjeil. Auch r Stellung. doch den en-Sihungs- Nc&ärfung it zu her- ergabt von J. —i.t-j aTranr. flirt iserkeit, ilenuftD. n in U5. durch M4fc231 lll»d *11®, oie S.ftlafit eben ftl°iitn- i-Einnebm»'. eilt üedaumi oö anünwkit achiraae nach , Die Z-edm *"Sd st ja Lacken, iU erreichen, ie glatte und iit der öfter« eije der Per- nien Stein n übrig; die >5 Zusanunen. d flott entfal n In Wn rr lieh me WÄg unb warmer «e mit allen Entrechteten S.S SÄ 'S? »A'i Ä®S S?7 l. Franziska. Roman von LieSbet Dill. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Der Stephansberger in weißer Clowntracht, «schminkt und gepudert, trat ihr im Flur mit spöttischen Augen entgegen, er lieh sie ftumm an sich vorbei Es war zwischen ihnen zu einem Waffenstillstand gekommen Sie war heute besonders nervb- und glaubte an den bösen Blick. Dieser tückisch stumme Gruß deS Stephans der ger eben an der Tür gab ihr das bestimmte Gefühl einer kommenden Gefahr. Sie hatte verfrüht seine hämischen und versteckten Bosheiten zu überhören, mit denen er sie, so oft sie sich begegneten, aufstachelte, versucht, seine Blicke zu Ignorieren, mit denen er ihr nachsah oder sie festhielt, aber vor jeder Rolle, die sie mit ihm zu spielen hatte, packte sie die Angst. Irgend etwas plante er. Die Eifersucht auf den ihm unbekannten Gegner, der ihm diese prachtvolle Beute vorenthielt, nagte an ihm, und er wartete nur auf den Tag, da ihm eine Rolle das Recht über sie gab, sie zu erobern. Richt durch Gewalt, Franziska wußte sich zur Wehr zu setzen, er hatte es mehr alS einmal zu fühlen bekommen. Seinen durchdringenden Mick noch im Rücken spürend, lieh sie sich von der Garderobiere vor dem Toilettentisch die Strümpfe anziehen, während der Friseur ihr das Haar entfaltete. Zwischen dem Ankleiden, Frisieren und Schminken tat Franziska rasch noch einmal einen Blick in die Partitur, welche ihr die Sentimentale hielt, die in Hut und Mantel hereinge- kommen war. Sie war immer da, wenn der Stephansberger spielte, und er behandelte sie immer schlecht vor allen anderen. Die Mieze kam noch einmal, um FranziSka zu ermahnen, ja dreimal auf der Schwelle auszuspucken und das Kreuz zu schlagen, das bewahre vor Unglück. „Rimm dich vor dem Stephansberger in acht", warnte die Freundin. Er hatte sich gestern bemüht, bet ihr zu erfahren, wer eigentlich derjenige sei, der ihm im Wege stünde. Am Stammtisch in der Bavaria hatte er etwas gekört. „Es gibt nichts Törichteres als das Weib," fegte er, „sie wird eS nie begreifen, dah die Geschichten den vornehmen Kavalieren nichts weiter bedeuten als das Dorspiel zu ihrer bürgerlichen Ehe." — „Run, und seid ihr etwa bessert hatte Mieze gesagt. .Rein, gewih nicht," sagte der Step Harrs der ger, „nur dah ihr daS wenigstens von Anfang an wißt, während ihr euch bei den anderen erst mit Bitterkeit daran gewöhnen müßt, dah ihr nichts Bessere« gewesen seid als ein Zeitvertreib, also wozu die UnterschicLe?“ Der Llnverschämte", empörte sich Franziska. 3n diesem Augenblick ertönte draußen ein Klingelzeichen, kurz daraus setzte daS Orchester ein, und man vernahm des Stephansbergers vollen weichen Bariton. „Schaut her, ich bin's!" Es klang gedampft, wie durch einen Rebel. Franziska überlies es. Die muhte immer dagegen ankämpfen, vor dieser Stimme schmolz etwas in ihr. Es kam ihr vor, als fange er alles auf eine besonders eindringliche Art, begleitet vom weichen, singenden Violoncello, das seine Wirkung noch erhöhte. „Glaubt mir, wie euch —" Ja, dem glaubten die Frauen, dieser beschwörenden Stimme, alle, die dort unten sahen und mit Herzklopfen lauschten. „Macht fort, das Spiel kann beginnen!" Jemand kam gelaufen und rief ihren Ramen, sie legte rasch Partitur und Puderquaste fort und ging hinaus. Vor ihren Augen funkelte das Licht, ihr kleiner Wagen stand da, sie sprang hinauf. Wenn Hasse nur nicht im Zuschauerraum ist, dachte sie. Sie hatte ihn gebeten, heute fortzubleiben. Sie war ihrer Rolle nicht sicher. Seine Gegenwart würde sie beengen. Ach Gott, ich habe ja vergessen, das Kreuz zu schlagen, fiel ihr ein, während sie auf die Bühne fuhr. Das erste, was sie erblickte, war Hasses schmaler, rassiger Kopf und feine Äneifergläfer im ersten Rang, in einer der Bühne am nächsten liegenden Eckloge. Fast hätte sie zu früh eingesetzt, aber eine Taktstvckbewegung des gutmütigen Wohlgemut hielt sie zurück. Alles flackerte vor ihren Augen, die Bauern, die Clowns, das Orchester mit seinen beschirmten Lampen war ein wogendes Chaos, aus dem sich nur das blitzende Auge des Stephansberger heraushob, das sie keinen Augenblick verließ. Sie atmete kurz. Sie spielte nervös, vpn dem Gedanken besessen, ich lasse ihn nicht an mich heran Sie spielte die Szene nrtt dem Buckligen mit Herzklopfen und Zittern, mit einer siedenden Furcht vor seinen Blicken, die auf sie warteten. Während alle Sänger im Spiel mit Frau Gbenhausen darauf dressiert waren, nur da« Aeußerste, was die Rolle zulleß. zu wagen, ging Stephansberger diesmal rücksichtslos vor. Da« Spiel der beiden bekam etwas Verwegenes, Lauerndes. „Wie er mich ängstigt" . . Die Zuhörer horchten auf. Das waren neue Töne. „Wie flammte sein Auge . . . Ich senkte den Blick zu Boden voller Angst." Während sie sich mit zitternden Händen das vorgeschobene Brusttuch zurechtsteckte, glitten ihre Augen hinauf zu dem ersten Rang, und sie sah durch einen Rebel von Licht und roten Stoffen dort oben wieder die Ilmriffe von Hasses schmalem Kops, sah feine Kneifergläser funkeln . . Die Musik setzte wieder ein und riß sie aus ihren Gedanken. Es glitt wie eine warme Welle über ihr Gesicht, und als würfe sie alles fort, schöpfte sie tief Atem, jubelnd, in einer plötzlich jäh ausbrechenden Freude. . . „Roch lacht die Sonne auf meinen Pfaden ... in vollen Zügen atme ich des Lebens holdes Sehnen und verzehre mich bi Liebes glut en. . Roch nie hatte jemand das Votzellled so weich und mühelos gelungen, so leichtsinnig und lebensdurstig. Dann kam Tonio. Sie schloß einen Augenblick lang die Augen, alles flammte ihr vor den Blicken. Er warf sich vor ihr nieder unb umfaßte sie... es ging eine rasende Glut von diesen starken, nervigen Armen aus. Sie fühlte es, versuchte sie zu lösen, doch er umklammerte sic. „Du hast mich bezaubert, dein ganzes Wesen . . ." Auch er spielte anders tote sonst, das Publikum empfand es. Es strömte von diesen beiden Menschen aus der Bühne ein flammendes Leben auf die Zuhörer zurück. In atemlosen Schweigen saß man im Parkett. War das Spiel oder Wirklichkeit? Der Stephansberger war beim Publikum beliebt, man war gewohnt, ihn sehr verschieden zu sehen, heute war er echt. Das war eine der Rollen, die er gar nicht zu spielen brauchte. FranziSka» Dang« «rglllyten unter der Schminke, ihr Herz pocht« laut, fte sah kaum noch, wohin fte schritt. Sie wich zurück, als Tonio auf fte zuschritt, keuchend, fühlend, daß eS ihm ernst war . . . In dieser Scene mit der Sbenhausen pflegte er diese nur leicht am Arm zu packen, woraus sie die Peitsche vor ihm in die Luft schlug. Jetzt riß er FranziSka an sich so fest, daß sie nicht mehr widerstreben konnte . . ., sie fühlte daß jeder Widerstand vergeblich war, fein Mund suchte den ihren, bebend trank er ihren Atem. .Ja ober nein!" flüsterte seine Stimme. „Laß michl" keuchte FranziSka, außer sich vor Zorn unb Scham, aber seine Arme umklammerten sie. sie schloß bie Augen, überschauert von seiner. Liebkosungen. ES war Franziska, als hielte da§ ganze Theater den Atem an, alS blitzten ei.; paar Augengläser brohend zu ihr herunter, als senkte baS Orchester die Sttmme und zögerte mit ihnen. Sie rang mit ihm. ES war ein ein ziger Augenblick. Dann stieß sie ihn keuchenb von sich unb schlug ihm ble Peitsche ins Gesicht ... er taumelte zurück ... sie hatte ihn getroffen. DaS Publikum wurde unruhig, jemand erhob sich in feiner Loge . . . e« ging ein Mw ' mein durch die Reihen . . . „Bei der Jungfrau, voll ist das Maß, Dime . . ." keuchte Tonio. sich erhebend, mit bunfelrotem Gesicht. Gr ging, aber er blieb zwischen den Kulissen stehen, sein weißes bemalte« Gesicht verfolgte sie. Während des Duettes mit dem blonden Tenor hätte sie weinen mögen vor Scham unb Unruhe. Sie lief, ohne jemand anzusehen, in ihre Garderobe, lieh sich ein Glas Burgunder bringen, das sie rasch austrank. Dann kam die Scene auf dem kleinen Theater . . Tonio nahte sich in der Maske des Dieners, er kniete vor ihr nieder: „Götter, wie schön', und begann seine hönischen Beteuerungen: „Ach. dürfte ich sprechen, so wie ich wollte . . ." Seinen Hohn, seine Verachtung legte er in diese Worte. Seine Stimme schmolz, al« schlucke er Tränen herab, er bettelte um ihre Liebe. (Fortsetzung folgt.) !! Billig kaufen ohne Risiko I! 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Ziels um i/3 der bisherigen Beträge. Die Stadtkasse wird eine Aenderung der Steuerzettel gelegentlich der nächsten Zahlungen vornehmen. 112648 Gießen, den 28. Rovember 1925. Der Oberbürgermeister: Keller. Arbeitsvergebung. Die zur Herstellung der Einfriedigung zum Dolksbad erforderlichen Schlosse rarbeiten sollen vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Zeichnung liegen bei uns offen und find Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, bis zum Samstag, 5. Dezember ds. Is., vorm. 10 Ähr, an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. 112638 Gießen, den 27. Rovember 1925. ____Stadtbauamt: Braubach._____ Ärbeitsvergebung7 Für die Feldbereinigung Großen- Linden sollen Freitag, den 4. Dezember 1925, vormittags 11 Uhr, auf dem Rathaus zu Großen-Linden Grabenarbeiten veranschlagt zu 2000 Mk. vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschloßen, mit entsprechender Ausschrltt versehen, postfrei bis zum Eröffnungs- termin einzureichen sind. Zuschlagsfrist 14 Tage. 11241V Gießen, den 26. Rovember 1925. Hessisches Kulturbauamt: H. Steinbach. Weihnachtsangebot! = Wein = direkt vom Winzer Prima 24er Tischwein, die Flasche R.-M. „75 einschl. Ausstattung, ohne Glas und Steuer. 2 Probeflaschen, Postpaket Nachnahme. Vertreter gesucht! Wilhelm Roth, Weingutsbesitzer Volxheim (Rheinhessen). ____________09577 8roj|k MMMchigmiig. Dienstag, den 1. Dez., Donnerstag, den 3. u. Samstag, den 5. Dez. 1925, ab 10 Llhr, versteigere ich im „Löwen", Reuenweg 28: 09567 Einige 100 Samen-, Herren- u. Kinder- Schuhe, eine Sendung Turn- u. Winter- Schuhe, 70 Wiener Schürzen (Panama), 1 Sendung engl. Stoffe, Puddingpulver u. 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Herr Bauoberinspeklor Koch, Darmstadt über Iweck und Ziel des Bundes, der im Oktober 1925 gegründet wurde, sprechen wird. - Hierzu sind alle Absolventen aller Bau- gewerkschulen und Höh. Bauschulen Deutschlands freundl. eingeladen Bun» aller hmen »er SeN.rllnSkswagenmlsWe JuriMül ________________Ortsflnippe sieben.___________«w <" " ----------—> Konditorei Amend empfiehlt für Nikolaus und Weihnachten seine große Auswahl in Schokolade,Marzipan, Lebkuchen u. selbsthergestellt. Weihnachtskonfekt -----------------J Tapetenhaus Zer». 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Dezember, abends 8V, Uhr, in den „Augustiner", Ludwigsplatz 15, ein. Btr Bot W öes I*. Betete Wei Astoria-Lichtspiele Seltersweg Nur noch heute und morgen: Der Wettlauf mitdemTode. Ein Abenteuer aus dem Lande der Pharaonen *a 6 Akten. Nach einem Roman von Conan Doyle. Ferner: Fatty liegt schief -. Tolle Komödie in 5 Akten. Sonntags ein kleiner Preisaufschlag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße Nur noch heute und morgen da» große Doppel Programm: Max Linder in Der Cirkuskönig. Lustspiel in 6 Akten Der größte Lacher folg den Jahre«. Ferner: Henny Porten in Prater. Erlebnisse zweier Nähmadchen. — 6 Akte. Außerdem: Das deutsche akademische Olympia in Marburg. Verstärktes Orchester. Sonntags ein kleiner Preisabschlag. Palast-Lichtspiele Lindenplatz Nur am Sonntag: Harry Liedtke Viggo Larsen Leopold v. Ledebur Maria Jacoblnl in dem großen Abenteuer- und Sittenfilm Die Töchter der Wüste. 8 Akte aus dem Orient Dazu ein erstklassiges Beiprogramm. 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Zweimal hintereinander in wenigen Tagen hat der Berliner sich wieder einmal als Mittelpunkt Europas fühlen und darauf stolz sein können. Das H a u p t t e l e g r a p h e n a in t in Berlin feierte seinen 7 5. Geburtstag und die Haupt- f u n k st e l l e Königswusterhausen in nächster Nachbarschaft Berlins hatte zur Einweihung und Inbetriebnahme ihres neuesten Funkturmes eingeladen, der nach seinem völligen Ausbau der höchste Funkturm der Welt sein wird. Der Berliner hatte also wirklich ein belegbares Recht dazu, den Pulsschlag des Weltverkehrs in seinen Adern zu fühlen und für sich in Anspruch zu nehmen, daß er das telegraphische Herz Europas sein eigen nennt.' Was wir mit Freude und Genugtuung zur Zeit auch auf anderen Gebieten erneut erleben, ist nämlich, daß die zentral-europäische Lage Deutsch- l a nch s zum Schwerpunkt unseres Erdteils Europa macht und damit die Welt zwingt, verkehrsmätzig zu allererst mit Deutschland zu rechnen. Das hat das Haupttelegraphenamt in den 75 Jahren seines Bestehens schon seit Jahrzehnten innerlich gefühlt und dem hat die Rcichspost mit dem Ausbau des H. T. A. und auch mit dem Ausbau der Hauotfunkftelle Königswusterhausen mit allen zu Gebote stehenden Mitteln Rechnung getragen. Mit Recht konnte der Staatssekretär des Reichspoftmini- steriums S a u t t e r in seiner Jubiläumsrede darauf hinweisen, daß das Haupttelegraphenamt eine Anstalt von ungewöhnlichen! Format darstelle und als Mittelpunkt des deutschen und als Knotenpunkt des europäischen internationalen Telegraphenbetriebes anzusehen sei. Wer durch die Riesensäle des während des Krieges endgültig fertiggestellten H. T. A. in der Oranienburger Straße geht und in dem Ticken der zahllosen Apparate und in dem Brummen der dort arbeitenden Motore den Pulsschlag und Blutumlauf dieses Weltverkehrs hört und empfindet, der kann Staatssekretär Sautter, der kann aber auch dem Festredner bei der Einweihung des neuen Funk- turmes, Staatsekretär Dr. Bredow, zustimmen, der mit Recht auf die ungewöhnliche Bedeutung der Hauptfunkstelle Königswusterhausen als einer in der Welt noch nicht zum zweiten Male vorhandenen Funkzentrale hinwies. Ein Haupttelegraphenamt in- der Hauptstadt eines Landes gibt es ja schließlich überall und — so imponierend es für den Besucher auch sein mag, in dem Saal nebeneinander die Schilder fast aller europäischen Hauptstädte zu lesen, mit denen direkte umschaltungsfreie Drahtverbindung besteht, — sicherlich wird der englische General- postmeister auf seine Landeszentrale nicht weniger stolz sein, als die Reichspost auf das H. T. A. Der Unterschied liegt nur darin, daß die, man kann wohl sagen, geniale Kombinatton zwischen H. T. A. und Königswusterhausen heute einen Mittelpunkt geschaf- fen hat, wie ihn London und Paris nicht mehr dar- stellen, wenn sie es je getan haben. Daß alle Drähte und Kabel einen einzigen Mittelpunkt haben, ist weder neu noch war es nach Ueberwindung der Kinderkrankheiten der Telegraphie je etwas Besonderes. In Amerika hat man zwar auch das verschmäht und an Stelle des Monopols dem freien Wettbewerb feinen Lauf gelassen. Aber für den inner- staatlichen Verkehr kennt Europa nur das Monopol und England hat nach Ueberwindung vieler Schrote- rigkeiten außerdem erreicht, daß die vielen englischen und fremden Kabelgesellschaften ihren Landeszen- tralpunkt in organische Zusammenarbeit mit der staatlichen Telegraphenzentrale brachten. Aber Deutschland bat mehr. Die Reichspost ist um einen großen Schritt weitergegangen und hat in mühevoller Organisationsarbeit erreicht, daß ohne Rücksicht auf den staatlichen oder privaten Charakter des europäischen und überseeischen Funk- Pelzmartel. Ein Nürnberger Spielzeugroman. Nach dem Italienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein. Copyright 1925 bh QL Scherl G. m. b. H., Berlin. 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Aber der Tag ging hin und Meister Leopold schien sein Versprechen ganz vergessen zu haben. Gr machte Kasse, schloß die Bücher, mummelte sich bis zur Nasenspitze ein, weil draußen eine Bärenkälte herrschte, und, den zwei Gehilfen guten Abend wünschend, ging er früher weg als sonst. Auch er hatte Weihnachtseinkäufe zu machen. Peter war etwas betroffen. „Er wird es mir morgen abend geben", tröstete er sich. „Wenn er es nur nicht vergißt, am Weihnachtsabend ist immer so viel zu tun.“ Dann fiel ihm ein, Daß es doch besser gewesen wäre, wenn er das Geschenk gleich bekommen hätte; denn wenn es etwa nicht eine Puppe oder ein Regiment Soldaten sein sollte, sondern Geld, 10 oder 20 Mark, besser 20, würde er noch Zeit gehabt haben, für Otto und Liesel etwas zu kaufen. Cs ist immer besser, vorher zu wissen, welche Geschenke zu machen man in der Lage ist. Kaum war der Meister weg, als Abraham den Puppenpeter bat, ihn nach Hause gehen zu lassen. Er habe vergessen, sagte er, seinen Vögeln zu fressen zu geben, und gewiß wären die armen Tierchen schon nahe daran, Hungers zu sterben. Abraham hatte sonst nichts in deü Welt als diese zahmen Vögelchen, und Peter wußte das. Er ließ ihn daher ohne weiteres gehen. Bald darauf kam Abraham jedoch zurück und sagte harmlos: „Ich bin dem Meister begegnet." „Oh," sagte Peter bestürzt, „wie konntest du dich nur erwischen lassenl Olun wird er dich gescholten haben, weil du den Laden verlassen Abraham lächelte ein Lächeln, das gutmütig sein sollte, es aber nicht war. „Er gab nichts Darauf", antwortete er. „Ich bin gerade recht gekommen, um ihm ein Stück Weg zu ersparen, Denn er wollte ins Geschäft zurück." dienstes auch dieser einheitlich im H. T. A. zu» sammengefaßt ist und soweit er staatlich betrieben wird, über Königswusterhausen, soweit er privater Initiative entspringt, durch die mil dem H. T. A. zusammenarbeitende Trans-Radio-Aktien-Gesellschaft über die Weltfunkstation Nauen Eilvese betrieben wird. Die Reichspost hat hier in jahrelangem Weiterbohren an dem einmal gesoßten Gedanken die seit längerer Zeit in physikalischen Laboratorien schon technisch erreichte Fernsteuerung der Funksen- der und den Fernempfang der Funksprüche soweit vervollkommnet, daß es nunmehr möglich ist, auch den gesamten Funkverkehr von den Sälen des H. T. A. aus zu betreiben. Der Laie kann sich wohl kaum eine Vorstellung von den Schwierigkeiten machen, die überwunden werden mußten, bis der heutige Zustand erreicht worden ist. Zwischen zwei im Dublexverkehr genannten gegenseitigen Verkehr stehenden Großfuntstationen, beispielsweise Königswusterhausen und Budapest, spielt sich nunmehr der Dienst von einem Tisch des H. T. A. so ab, daß an zwei nebeneinanderliegenden Plätzen der Dienst Nach Budapest durch Fernsteuerung über Königswusterhausen gesandt und durch Fernempfang über die Empfangsstation Zehlendorf empfangen wird. Hat Budapest ein Wort des abgesandtsn Telegramms nicht verstanden oder liegt eine atmosphärische Störung vor, so kann die Budapester Sendestation, falls der dortige Empfänger in unmittelbarer telephonischer ober telegraphischer Verbindung mit einem Sender steht, sich über den Budapester Sender durch entsprechende Zeichen sofort an dem Tisch des H. T. A. in Berlin melden und der danebensitzende Beamte kann die nicht verstandenen Worte sofort wiederholen. Die Feinheit dieser Organisation geht soweit, daß es heute sogar schon möglich ist (z. B. mit Lettland) diesen funkentelegraphischen Verkehr mit Siemens Schnelltelegraphie zu betreiben, obwohl diese den vollkommenen Gleichlauf eines Elektromotors in Berlin und bei dem Empfänger in Lettland, wie auch bei dem Sender in Lettland und bei dem Fernempfänger im H. T. A. in Berlin voraussetzt. Der Dublexverkehr arbeitet hier so glänzend, daß auf drahtlosem Wege der synchrone Gleichlauf der vier Motoren ermöglicht und die Uebermittlung von 600 Buchstaben oder Zeichen in der Minute gewährleistet ist. Dabei sieht der für diesen Dienst verwendete Sender in Königswusterhausen nicht an- bers aus als jeder andere mit Handsteuerung betriebene Ferntastatursender; alle Zusatzeinrichtungen befinden sich ausschließlich im telegraphischen Herzen Europas, dem H. T. A., das sozusagen nur seine Nervenstränge über Europa ausbreitet. Trotz dieser Konzentration des eigentlichen telegraphischen Dienstes ist die Hauptfunkstelle Königswusterhausen eine technisch ungewöhnlich hervorragende Dettiebsstelle. Besitzt sie doch zur Zeit nicht weniger als zwanzig in Betrieb befindliche Sender, die in drei verschiedenen Sendemaschinenhäusern untergebracht sind und zwanzig verschiedenen Antennen, die in dem Antennenturmwald spinnwebartig ausgebreitet sind. Der festliche Anlaß der Besichtigung war die Inbetriebnahme des höchsten dieser Antennentürme, der im Gegensatz zu seinen fast zwanzig kleineren Geschwistern freistehend errichtet worden ist, während alle anderen Türme in ?in Netz von Verspannungskabeln eingespannt sind und zur Vermeidung unnötiger Spannungen leicht beweglich auf ihrer Spitze stehen. Der neue Turm, von der Honnefwerken-Aktten-Gesellschaft in Dinglingen in Baden in weniger als einem Jahr errichtet, ist ein imponierendes Werk deutscher Technik. Jetzt ist er 243 Meter hoch und trägt in seinem zweistöckigen Turmmaschinenhaus auf seiner jetzigen Spitze nicht nur die Maschine zum Betrieb des Personenaufzuges, der die 2j Hundert Meter in knapp 2 Minuten aufwindet, sondern zugleich ein besonderes Maschinenhaus, in dem ein Kurzwellensender untergebracht werden soll, mit dem gleich nach seiner Fertigstellung wichtige Versuche im überseeischen Verkehr gemacht werden sollen. Auf der Plattform dieses hochstehenden Maschinenhauses soll außerdem nochmals ein fast 50 Meter hoher Hartaluminium- turm aufgesetzt werden, dessen freitragende Spitze „2ns Geschäft zurück?" fragte Peter erstaunt. „3a, um dir Dein Weihnachtsgeschenk zu geben." Peter riß di« Augen auf und das Herz' klopfte ihm vor Freude. Abraham hatte inzwischen einen viermal zusammengelegten, mit Bleistift geschriebenen Zettel aus der Tasche gezogen und glättete ihn nun ganz langsam zurecht, indem er immer jenes Lächeln zur Schau trug, das gutmütig sein sollte und es doch nicht war. „Da, lies, er hat es selbst beschrieben, damit du nicht glaubst, ich mache mir einen Scherz mit dir. Er hat das Blatt aus seinem Notizbuch herausgerissen und darauf geschrieben: „3ch ermächtige Peter Tand, sich als besonderen Lohn für seine Dienste ein vollständiges Kindertheater aus meinem Geschäft auszusuchen und dazu die Puppe Kunigunde. Leopold Kramer.“ Peter wollte feinen Augen nicht trauen. Die Puppe Kunigunde? Den Stolz des Geschäfts? Mehr als 200 Mark wert? Das war, um außer sich zu geraten. Tlnd doch sprach der Zettel deutlich genug und trug die Unterschrift des Meisters... Peter scheute sich fast, ein so fürstliches Geschenk anzunehmen. Es stand in keinem Verhältnis zu seinen bescheidenen Diensten. „Viel zuviel“, stammelte er. „3ch verdiene es nicht, wirklich nicht. 3ch wage mich nicht heran...“ Abraham lächelte von neuem. „Sei nicht dumm. Ich an deiner Stelle hätte ja 200 Mark vorgezogen. Aber du kannst ja die Puppe verkaufen." „Kunigunde verkaufen!" entrüstete sich Peter. Er glaubte schon die Augen seiner kleinen Liesel vor Freude glänzen zu sehen. Abraham machte sich die Verwirrung und den Glücksausbruch Peters, der wie ein Kind lachte und herumtollte, zunutze, um ihm unter dem Vorwand, die frohe Botschaft des Meisters Leopold noch einmal lesen zu wollen, den Zettel aus der Hand zu spielen. Peter merkte es gar nicht, so sehr hatte er den Kopf verloren. Er fühlte sich in einer anderen Welt, vergaß Zettel höher als der Eiffelturm in bas Weltall ragen wird. Auch diese Hartaluminiumspitze wird für Antennen- zwecke Verwendung finden und Deuischland wird damit den höchsten ituntturm sein eigen nennen. Und dieses ganze gigantische Bauwerk wird trog erhöhter Festigkeit nur den zehnten Teil des Eiffelturms, seines älteren Bruders, wiegen. Noch stolzer ist Reichspost und Baufirma auf die Tatsache, daß der fertige Turm sogar nur 7 Proz. des Eiffelturms an Kosten verschlingen wird. Um diesen Giganten stehen fünf Türme von 210 Meter Höhe und viele kleinere, sie alle sind durch Spinnwebnetze der Antennen verbunden, jede einzelne gegen die nächste scharf isoliert mit dem ihr zugeordneten Sender verbunden. Noch vor wenigen Jahren hätte man diese Häufung von Sendern ohne gegenseitige Störung für unmöglich gehalten, und es ist bas Verdienst des Telegraphisch- technischen Reichsamts, durch dauernde llaborato- riumsversuche so gute Zwischenkreisschaltungen gefunden zu haben, daß bei richtiger Abstimmung alle zwanzig Sender reibungslos nebeneinander arbeiten. Dabei darf man nicht vergessen, daß unter die- sen Sendern sich nicht weniger als vier mächtige Grvßtelephvniejender befinden, nämlich der bekannte Deutschlandsender auf Welle 1300 und drei für die Pressenachrichten und den Wirtschaftsdienst bestimmte Zehn-Kilowattsender, die Tag und Nacht ihre mächtige Stimme in ganz Deutschland hören lassen. So ist die Hauptfunkstelle Königswusterhausen gewissermaßen die Krone des H. T. A. und man kann bas H. T. A. bei der Feier seines 75. Bestehens zu einem solchen Geburtstagsgeschenk nur beglückwünschen; man soll dabei aber auch der unsäglichen Kleinarbeit und des Erfindergeistes deutscher Technik nicht vergessen, der an beiden Stellen, man kann wohl sagen, einen hervorragenden friedlichen Sieg errungen hat. Oberhessen. Landkreis (tiicßcn. £ Wieseck, 27. Nov. Don zuständiger Seite erhalten wir folgende Mitteilung: Nachdem die Hauptschwierigkeiten aus dem Wege geräumt find, die der Eröffnung der Äutolinie Wieseck—Gießen entgegenstandcn, wurde für heute oder morgen mit dem Eintreffen der Wagen gerechnet. Leider hat sich in letzter Stunde die Notwendigkeit herausgestellt, die Eröffnung nochmals um einige Tage zu verschieben, da die mit der Lieferung der Autohalle beauftragte Spezialfirma nicht in der Lage ist, vor der ausbedungenen Lieferfrist zu liefern. Die Wagen, idie für die Gemeinde doch einen sehr hohen Derntögenswert darstellen, müßten dann wohl vder übel die Nächte über im Freien stehen. Diese Tatsache könnte bei der plötzlich eingetretenen Kälte, die ja in den nächsten Tagen noch zunehmen kann, recht nachteilige Folgen haben, außerdem sind die Wagen jede Nacht der Gefahr irgendeiner böswilligen Beschädigung ausgesetzt. Um all diesen Gefahren aus dem Wege zu gehen, einigte man sich dahin, die Wagen noch einige Tage an ihrem jetzigen Standort zu belassen. Wenn diese einer vorsichtigen Verwaltung aufgezwungene Verzögerung auch unangLnehm empfunden werden wird, so bedeutet diese kurze Spanne Zeit dem seitherigen langen Warten gegenüber nichts, sie machte sich aber notwendig, um alle vermeidbaren Gefahren dem Unternehmen von vornherein fernzuhalten. — Der kürzlich ftatt- gefundenen Gemeinderatssitzung legte der engere Ausschuß den Entwurf eines vorläufigen Fahrplanes vor, der nach einigen geringfügigen Aenderungen die Zustimmung der Versammlung fand. Daß der vorgesehene Fahrplan auch für die Zukunft so bestehen bleibt, ist allerdings nicht gesagt, denn die Erfahrungen, die sich aus der Praxis heraus ergeben, müssen gegebenenfalls berücksichtigt werden. Der vorläufig vorgesehene Fahrplan ist in einen solchen für den Werktags - und einen solchen für den Sonn» und Abraham, und, wenn er nicht so sehr an Ordnung und Pünktlichkeit gewöhnt gewesen wäre, hätte er auch noch vergessen, das Geld zu zählen, das er an diesem außergewöhnlichen Geschäftstag eingenommen hatte. Als es Zeit war, den Laden zu schließen, nahm er das vollständige Kindertheater, das er aus Bescheidenheit nicht unter den aller- schönsten ausgesucht hatte, legte die Puppe in eine Schachtel, die er sorgsam einwickelte, und barg, damit sie ja nicht unter dem Schneegestöber litten, Theater und Puppe unter seinem Mantel. So unter jedem Arm ein großes Bündel, sah man ihn die noch menschenbelebten Straßen nach Hause eilen. Er ähnelte ganz dem berühmten» Gänsemännchen, wie es, unter jedem Arm ein» Gans, auf dem Brunnen hinter der Liebfrauen-- kirche steht. Nur, daß jener kleine Mann aus Erz seine Gänse nicht versteckt, die im Gegenteil Wasser speien, wie es sich für eine Brunnengans gehört. Und wißt ihr, warum der kleine Mann seine Gänse sehen läßt? Natürlich bloß deshalb, weil er sie nicht gestohlen hat. Peter Tand dagegen--- So tuschelten die Einwohner von Nürnberg, als sich am nächsten Morgen, am Tage vor Weihnachten, plötzlich das Gerücht in der Stadt verbreitete, Peter Tand sei wegen Diebstahls verhaftet und ins Gefängnis gebracht worden. Zweites Kapitel. Luginsland beobachtet einen Spitzbuben, Bringglück und Wiesenstelz sind empört, auch Schnabel- spitz macht mit, um ein Unrecht aufzudecken — aber die Nürnberger sind so dumm, daß sie nicht einmal die einfache Storchensprache verstehen und sich baß auf die Weihnachtsbescherung freuen. Ihr werdet alle schon zu der Ueberlegung> gekommen sein, daß es Abraham selber war, der den Zette! des Meisters Leopold ge chrieben hat e Er verstand es ausgezeichnet, die Handschrift seines Herrn nachzumachen. Mit der Hand wußte er zu lügen wie mit der Zunge, und wenn ich der arme Peter den verhängnisvollen Zettel nicht hätte herauslocken lassen, wäre seine Unschuld klar zutage getreten; denn die winzige und zittrige Schrift war Schwung für Schwung und Schnörkel für Schnörkel genau diejenige des Meisters. Unglückseligerweise hatte sich aber tagsdienst gegliedert. Der Plan für die Wochentage sieht im ganzen 20 Fahrten nach dem Bahnhof und ebensoviel ab Bahnhof vor. Bei der Einteilung ist versucht worden, den hauptsächlichsten Erfordernissen gerecht zu werden, dabei war es allerdings nicht möglich, alle eventuellen Einzel- und Sonderwünsche zu berücksichtigen. Der erste Wagen, der 5.25 morgens von Wieseck abfährt, sott in der Hauptsache der Beförderung der Eisenbahn- und Postangestellten dienen, deren Dienst um 6 Uhr beginnt. Weitere Wagen folgen um 5.50, 6.15, 6.40, 7.05, 7.30, 8.15. Diese Wagen sotten der Beförderung der übrigen Arbeiter und Angestellten dienen. Der Fahrdienst weist dann längere Pausen auf. es folgen Wagen um 9.00, 10.00, 11.30, 12.40, 1.35, 3.00, 4.30. Zur Rückbeförderung der Arbeiterschaft setzt nun wieder lebhafterer Fährbetrieb ein, es fahren Wagen um 4.40, 5.35, 5.45, 6.40, sodann wieder um 8.00, der letzte Wagen geht ab Wieseck um 9.30. Als Abfahrtzeiten ab Bahnhof wurden festgelegt: 5.50, 6.15, 6.40, 7.05, 7.30, 7.55, 8.40, 9.30, 10.30, 12.00. 1.10 2.00, 4.00, 5.10, 5.20, 6.00, 6.10, 7.30, 8.30 und 10.15. Der Sonntagsfahrplan weist 11 Abfahrtzeiten auf, und zwar ab Wieseck 5.25, 6.15, 7.30, 9.00, 11.50, 12.35, 2.30 (die beiden letzteren Wagen fahren nach der Klinik), 4.40, 6.40, 8.30 und 9.40. Ab Bahnhof in Richtung Wieseck sind die Abfahrtseiten: 5.50, 6.40, 8.15, 10.00, 12.15, 1.30 3.30 (diese beiden Wagen ab Klinik), 5.30, 7.40, 9.15, 10.15. Bei der Ausstellung des Fahrplans ist den Theater- und Kinobesuchern dahingehend Rechnung getragen, daß sie nach Schluß der Vorstellungen nach Hause fahren können. Wenn sich aus der Praxis heraus Abänderungen notwendig machen, soll dies natürlich geschehen, damit der vorläufige. Fahrplan zu einem endgültigen wird. Die schon'in einer früheren Sitzung festgesetzten Fahrpreise erfuhren insofern eine Abänderung. als der Preis der Monatskarten von 15 auf 12 Mk. herabgesetzt wurde. Der Preis der Wochenkarte, deren Ausgabe sehr weitherzig erfolgen soll, beträgt bis Walltor 1.50 Mk., bis Bahnhof 1.80 Mk. Die Fahrscheinhefte erfuhren ebenfalls eine anderweitige Regelung in ihrer Preisgestaltuna. Danach soll das Heft mit zwölf Fahrscheinen bis zum Watttor 2 Mk., bis zum Bahnhof 3.50 Mk. betragen. Für eventuelle Gesellschaftsfahrten ist ein Kilometerpreis von 3 Mk. bei einer Besetzung bis zu 50 Personen vorgesehen. Hoffentlich erfüllen sich alle an das Unternehmen geknüpften Erwartungen, und es stellt sich bald heraus, daß die beiden vorhandenen Wagen nicht in der Lage sind, den an sie gestellten Anforderungen bezüglich des Der- kehrsandranges zu genügen. s. Trohe, 27. Nov. Als dieser Tage ein hiesiger Einwohner in seinem Garten ein Baumloch machte, stieß er bei 40 Zentimeter Tiefe auf Mauerwerk. Lebhaft interessiert arbeitete er weiter in die Tiefe und Breite, und es war kein Ende des Mauerwerks abzusehen. Wahrscheinlich handelt es sich um T e i l e der alten Befe st i» gung unseres Dorfes. Der Besitzer des Gartens will nun das ganze Gemäuer freilegen, um vor allem eine große Steinplatte zu finden, die vor Jahren sein Vater bloßgelegt, aber in abergläubi- scher Furcht wieder zugeworsen hatte. Fünf Minuten von dem Dorf muß noch ein Vorwerk gewesen fein, denn dort liegt eine Wiese, die W e i ß- bürg genannt wird. Auch, hier werden noch die Mauern erhalten fein; denn das Regenwasser steht hier wochenlang und dringt nur langsam in den Boden ein. D^? eigentliche Burg lag mitten im Dorf. Dort erhebt sich noch heute ein gewaltiger Hügel, der Burgberg. Auch dort ist schon gegraben und einige Funde sind gemacht worden. :=: Beuern, 28. Nov. In erschreckender Weise haben in unserem Dorfe die Masern um sich gegriffen. Sie treten recht bösartig auf und sind von einem trockenen Husten begleitet, der die Patienten Tage und Nächte quält, einige bis zum Hervortreten des Blutes Abraham mit dem Brieflein die Pfeife an* gezündet, und nun schwor er Stein und Bein, nie den Laden verlassen, nie die Worte gebraucht zu haben, die ihm Peter in den Mund legte. Die ganze dumme Geschichte gehe ihn überhaupt nichts an. So erschien Peter, der versicherte, getäuscht worden zu sein, nicht nur als Dieb, sondern auch als unverfrorener Lügner und Verleumder. Die Entrüstung der guten Nürnberger erreichte ihren Höhepunkt, als bei einer Haussuchung in der Wohnung Peters, die nur aus zwei Dachkammern bestand, in einer Mauerrihe unter dem Fensterbrett die berühmte, von Peter Flötner gravierte Münze vorgesunden wurde, die Meister Leopold vor einigen Tagen abhanden gekommen war, obwohl er sie wie seinen Augapfel hütete. Da hatte man also den Dieb, der ihm seit geraumer Zeit Geld und Juwelen stahll Lind wer war es? Sein goldtreuer Gehilfe! Die Entdeckung der Münze war ein furchtbarer Schlag für Peter. Er konnte sich nicht erklären, wer sie unter dem Fensterbrett versteckt haben mochte. Abraham hatte nie seine Wohnung betreten. Der einzige Mensch, der hineinkam, war die brave Gevatterin Cornelia, bia als alte Freundin und dienstfertige Nachbarm die zwei Kämmerchen in Ordnung hielt, kochte und die Wäsche flickte. Auf sie konnte wahr^ hastig kein Verdacht fallen. Gevatterin Cornelia hatte Otto und Liesel tief in ihr Herz geschlossen und empfand daher das Unglücf, das Peter, und mit ihm die Kinder, heimsuchte, wie ihr eigenes. Auch Gevatter Franz, ihr Mann, war sehr bekümmert, und zur Ehre Peters darf gesagt werden, daß im ganzen Haus Bestürzung herrschte. Aber niemand wußte den Schlüssel zu diesem Rätsel zu finden. Abraham leugnete mit solcher ileberjeugung, Peter den schlimmen Streich gespielt zu haben, daß auch die besten Freunds des Puppenpeters zu zweifeln anfingen und sich fragten, ob er nicht vielleicht ein Opfer seiner Einbildung geworden fei, als er einen Brief von Meister Leopold in Händen zu haben glaubte. Vielleicht ist er ein Nachtwandler, mutmaßten einige, der die ihm zur Last gelegten Diebstähle, ohne es zu wissen, im Halbschlaf begangen hat. (Fortsetzung folgt.) KRAUSE-STEINHÄGER höchste Auszeichnung anerk. erstklassige Qualität iii32l) einwandfrei doppelt abgebrannt in der Brennerei zu Großen-Linden aus der Lunge. Namentlich die jüngeren Schulkinder werden von der Krankheit heim- gesucht. sodaß der Unterricht in der Unter Raffe der hiesigen Schule bereits geschlossen werden muhte. Sind doch rund ' 4 der Schülerzahl dieser Klasse von der Krankheit befallen. is. Steinbach, 27. Nov. Nachdem bereits früher, sowie im vorigen Winter größere Flächen unserer Gemarkung durch Dränierung verbessert wurden, ist nun abermals ein größeres Gewann zur Ausführung für diesen Winter vorgesehen. Die Arbeiten werden nächste Woche vergeben und bei entsprechender Witterung in Kürze in Angriff genommen. Es ist dann für alle, die als Holzhauer keine Beschäftigung finden können, für längere Zeit Arbeit vorhanden. Trotz der schweren finanziellen Sorgen der heutigen Zeit, unter der auch die Landwirtschaft sehr leidet, ist es zu begrüßen, daß der seiner Zeit gefaßte Beschluß nicht zum Stillstand führte. Nach einigen Jahren wird so das ganze Projett durchgeführt sein. Gerade die beiden letzten Nachsommer haben wieder gezeigt, wie unbedingt notwendig das Dränieren hier ist. _ , , t Grünberg, 27. Nov. Dieser Tage fand die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung der hiesigen Dezirksspar- f aff e statt. Aus dem von dem Direktor Dekan Schmidt erstatteten Geschäftsbericht für 1924 geht hervor, daß die Kasse in diesem Geschäftsjahr mit Erfolg gearbeitet hat. Sie hatte zu Beginn des Jahres fast keine Bestände, da durch die Inflation alles entwertet war. Im Laufe des Jahres gelangten 568 neue Sparbücher zur Ausgabe, die am Jahresende einen Bestand von 126 000 Mk. aufwiesen. Das Kontokorrentgeschäft hat sich zu einem ansehnlichen Geschäftszweig entwickelt. Die Guthaben der Kunden betrugen am Jahresende 40 000 Mk. Die Nachfrage nach Darlehen war dauernd sehr groß, doch war die Kasse in der Lage, die als notwendig erachteten Ansprüche zu befriedigen und dadurch vielen Bezirkseinwohnern aus chren Nöten zu helfen. Der Reingewinn betrug einschl. rund 3000 Mk. Ge» winnvvrtrag aus 1923 20 639 Mk.: dieser Betrag wurde der Nücklage überwiesen. Die Entwicklung der Kasse ist weiter als günsttg zu bezeichnen. Am 30. Oktober 1925 betrugen die Spareinlagen auf 900 Bücher 285 000 Mk. und die Kontokorrentguthaben auf 263 Konten rund 100 000 Mk. Die Gemeinden Ettingshausen und Ober- Dessingen wurden als neue Mitglieder ausgenommen, so daß der Garantieverband jetzt 40 Gemeinden umfaßt. Der Beitritt zum hessischen Sparkassen- und Giroverband wurde von der Versammlung gutgeheihen. Ferner wurde die neue Satzung, wie vom Vorstand entworfen, genehmigt. Den Schluß der Tagesordnung bildeten Vorstands- und Aufsichtsratswahlen. — Der Vogelsberger Geflügel- und Kaninchenzuchtverein veranstaltet Anfang Dezember hier eine Ausstellung. Anmeldungen sind bis jetzt überaus reichlich eingetroffen. t. Winnerod, 27. Nov. Unser H o f - gut hat mit Deginn der Herbstarbeiten einen Mvtorpflug eingestellt, und konnte bis jetzt damit auf seinen ausgedehnten Ackerflächen gute Arbeit leisten. Der Motor arbeitet mit 40 Pferdekräften, der Pflug mit 2 loder 3 Gängen. Er läuft schneller als ein Pferdegespann, so daß ein Gang etwa so viel leistet wie 2 Pferdegespanne. Da der Motorpflug gewöhnlich mit 2 oder 3 Gängen arbeitet, ist seine Leistung der von 4 bezw. 6 Gespannen gleich. Berücksichtigt man ferner, daß nur ein Mann Bedienung nötig ist, so tritt auch noch eine wesentliche Ersparnis an Arbeitskräf- > len ein. Mit Beginn des frühen Winters muhte der Motorpflug seine Arbeit natürlich einstellen. F Hungen, 27. Nov. Eine Versammlung des Pfarrvereins fand hier statt. • Der Besuch war in anbetracht des Zusammentreffens mit anderen Pfarrerversammlungen geringer als gewöhnlich. Pfarrer D ö l l - Wirberg sprach nach der Eröffnung durch Pfarrer Köhler- Villingen über die Eigenheimbewegung. Die Versammlung nahm eine Entschließung an, in der die Arbeit der Gemeinschaft der Freunde in Wüftenroth begrüßt wurde und der Vorstand des Pfarrvereins ersucht wird, der Eigenhrimsache schleunigst näherzutreten. Auch soll eine ständige Abteilung im „Hess. Kirchenblatt" gebildet werden, wo freie Wohnungen und verkäufliche Häuser für Pfarrer geeignet angeboten werden. Pfarrer Scriba- Wetterfeld sprach sodann über die Ausgaben des Pfarrers in der Aufwertung. An beide Vorträge schloß sich eine rege Aussprache an. o Neinhardshain, 27. Nov. Da bei uns fein Wahlvorschlag zur Gemeinderatswahl eingegangen war, wurde nun die Gemeinderatswahl auf den 2 0. Dezember festgesetzt. In einer Versammlung soll nun ein gemeinsamer Wahlvvr-- schlag aufgestellt toerben. Kreis Friedberg. O Steinfurth, 27. Nov. Die Rosenernte ist beendet: die Pflanzen wurden zum großen Teil in Waggons zum Versand gebracht. Es werden jedoch täglich noch Rosen, in Strohballen verpackt, der Bahn übergeben. Zum Verkommen nur Rosen, die nach Qualitäten sortiert sind, und zwar 1. und 2. Qualität. Die erste Qualität sind Rosen mit drei starken auggereiften Trieben, die 2. Qualität solche mit zwei ausgereiften Trieben, beide Qualitäten mit guter Bewurzelung. Schwächere Pflanzen, welche diesen Qualitäten nicht entsprechen, wurden vor dem Kriege bei der Sortierung zerschnitten, weil sie nicht gehandelt wurden. Nach dem Kriege jedoch sind diese schwachen Pflanzen, sogenannte 3. Qualität, ein gesuchter Artikel für die Händler, । welche mit diesem Zeug hausieren gehen bis in I das entlegenste Gebirgsdörfchen. Die Mehrzahl dieser Händler sind keine Rosenzüchter, und ihr Gebaren wird von den hiesigen Gärtnern auf das schärfste verurteilt. So hat der biefige Gärtnerverein beschlossen, daß die schwachen Rosen unter keinen Uinst ä n de n an die Händler abgegeben werden dürfen, da sie das Ansehen der Steirv- furtfrer Rosen schwer schädigen. Es sind Fälle bekannt geworden, in denen Leute, welche von Hausierern Rosen kauften, weder die angegebenen Sorten, noch überhaupt blühende Rosen hatten, da sämtliche Pflanzen eingingen. Wer beabsichtigt, wirklich gute Rosen zu kaufen, der wende sich an einen Rosenzüchter hier am Ort. dann hat er die Gewähr für Echtheit der Sorten und gute Qualität. E Nieder- Florstadt, 27.Nov. DerGe- meinderat besprach in seiner jüngsten Sitzung ein Angebot von Chaussee st einen an den Kreis. Die Steine sollen nächstes Jahr der Strecke Friedberg—Staden eingewalzt werden. Der Preis für die Steine wurde so niedrig wie möglich gesetzt und 800 Meter zur Lieferung bis zum 1. April angeboten. Bei ileber- tragung der Lieferung könnte man nicht nur Arbeitslose mit Steinklopfen beschäftigen, sondern auch die Landwirte könnten tm Winter durch Anfahren der Steine Geld verdienen. Im vorigen Winter z. B. machte der Fuhrlohn für eine Lieferung Steine 2500 Mk. aus. — Die angeforderten Küchengeräte für die Kochschule wurden genehmigt und beschlossen, die Lieferung für die beiden Herde cruszuschrei- ben, die kleinen Geräte, Kroppen, Töpfe usw. aber ohne vorherige Anforderung von Offerten bet den hiesigen Geschäftsleuten etwa zu gleichen Teilen zu kaufen. Außerdem wurde angeregt, die eingerichtete Küche auch zu Kochkursen für nicht fortbildungsschulpslichtige Mädchen zu verwenden. — Die Stundung rückständiger Gemeindegelder aus 1924 in Höhe von über 1000 Mk. (Holz-, Gras-, Wassergeld und Ackerpacht) soll nur in den dringendsten Fällen verlängert werden. Die r ü ck st ä n d i g e n Z i n- fen bei der Kommunalen Landesbank sind auf über 5000 Mk. angewachsen. Die Gelder, die bereits eststtt waren, wurden für den Ankauf von Straßengelände ausgegeben. In 1925 hat die Gemeinde noch über 20000 ML Ausstände, bei Eingang der Hälfte könnte sie allen Verpflichtungen nachkommen. Da aber an den Eingang auch nur eines kleinen Teiles nicht au denken ist, muß Geld auf dem Anleiheweg beschafft werden. Die Beschlußfassung darüber wurde vertagt. o Ober-Rosbach. 27. Nov. Wegen angeblicher Wahlbeeinflussung ist die Gemeinderatswahl von den bürgerlichen Parteien angefochten worden. Kreis Büdingen. 1! Büdingen, 27. Nov. Aus der jüngsten Gemeinderatsfitzung ist zu berichten: Das Dermessungsamt, das seither im neuen Volksschulgebäude untergebracht war, erhält nunmehr im oberen Stock des alten Kreisamtsgebäu- des, in der früheren Dienstwohnung des Kreis- direktors, zwei Zimmer als Dureauräume zugewiesen. Der Gemeinderat bewilligte die Mittel zur Lichtanlage nach Angabe des Amtsvorstandes. Weiter wurde für das alte Kreisamts- g ebä ude, das Eigentum der Stadt ist. ein neuer kupferner Kessel bewilligt, da der seitherige Eigentum des nunmehr verzogenen Kreisdirektors war. Das Gesuch der Gemeinde- Krankenpflege st ation um Bewilligung von Brennholz wurde für dieses Jahr letztmalig genehmigt. Künftig werden derartige Naturalbewilligungen abgelehnt. Das neue städtische Vierfamilienhaus in der Düdelsheimer Straße nähert sich seiner Vollendung. Die eine Hälfte soll in Kurze bezogen werden. Die Der- walrungs- und Rechtskommission wurde beauftragt, die Mietverträge abzuschließeil. Der lange Streit über die Besetzung der Stadtrechner - st e l l e ist nunmehr beigelegt. Kreis- und Pro- vinzialausschuh haben die Einsprüche gegen die Gemeinderatsbeschlüsse abgelehnt. Der seitherige Stadtassistent Berges, der bereits seit der Pensionierung des früheren Stadtrechners Eberhardt die Geschäfte führte, wurde nunmehr endgültig zum Stadtrechner ernannt. Nachdem die Ortssahung über die Anstellung eines besoldeten Bürgermeisters in der Stadt Büdingen vom Ministerium genehmigt worden ist, soll die Stelle mit Frist biß zum 10. Dezember ausgeschrieben werden. Die eingehenden Meldungen sollen von der Derwaltungs- und Rechtökommisfion geprüft werden. Die Kommission wird alsdann dem Gemeinderat Vorschläge machen. Die Besoldung des neuen Bürgermeisters soll nach Gruppe IX erfolgen. Ilm die neuen Häuser fertigstellen zu können, mußte nochmals Geld aufgenommen werden. Es wurde ein Kredit von insgesamt 27 000 Mark genehmigt. — Die geplante Kraftpost zwischen Ulsa — Nidda — Wallernhausen — Fauerbach — Ober-Lais—Glashütten—Steinberg und Merken- frih hat nach einer Besprechung der zuständigen Vertreter eine Aenderung erfahren. Es werden jetzt zwei Linien errichtet, und zwar eine Linie Ulfa—Nidda bezw. Ulfa—Eichelsdorf und Ulfa—Hungen. Die andere Linie läuft von Nidda über Wallern Hausen— Fauerbach—Ober-Lais— Glashütten nach Hirzenhain. Das Zustandekommen der Linien wird davon abhängen, ob die in Frage kommenden Gemeinden sich bereit erklären, • den evtl, entstehenden Fehlbetrag zu decken. h. Nidda, 27. Nov. Der 22 Jahre alte Sohn des Gastwirts und Metzgers „Zur alten Post" hier wurde von dem eigenen, sehr starken Metzgerhund im Hofe angefallen, zu Boden gerissen und schwer durch Bisse verletzt. Dies ist um so auffallender, als der Verletzte im elterlichen Geschäfte tätig ist, der Hund ihn also kennen mußte. Die herbeigeeilten Angehörigen hatten große Mühe, das wütende Tier von seinem Opfer loszubringen. Der Gebissene mußte ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen und liegt zu Bett. Das Tier ist sofort getötet worden. A Nidda, 27. Nov. Die hiesige Ortsgruppe der Liga zum Schutze der deutschen Kultur entfaltet in der letzten Zett eine recht rege Tätigkeit. Dem rührigen Vorstand unter Leitung von Studienrat Draunewell hier, ist es gelungen, einen Vortragskursus zu veranstalten, der von der hiesigen Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande unterstützt wird. Die Vorträge sollen Anfang Dezember ihren Anfang nehmen und an zwölf Abenden gehalten werden. Die Aussichten für den Besuch scheinen sehr günstig zu sein. — Kreis Schotten. I Ober-Lais, 27. Nov. Für den Dau eines Krüppelheimes wurden hier von der Schule und dem Gesangverein 20 Dm. gesammelt und gn den hessischen Fürsorgeverein für Krüppel in Darmstadt abgeliesört. — In den Waldungen dec hiesigen Försterei wurde jetzt mit der Holzhauerei begonnen. Es ist nur sehr wenig Holz zum Schlagen vorgesehen, so daß die Holzhauer wohl ab Weihnachten ohne Verdienst sein werden, eine Tatsache, die bei den allgemein schlechten Arbeitsverhältnissen äußerst bedauerlich ist. Auch im hiesigen, zwischen Ober» Lais und Fauerbach gemeinschaftlichen Walde wird nur wenig Holz zur Fällung kom- men, so daß die bisher erfolgte Ausgabe von L o s h v l z wahrscheinlich unterbleiben oder doch wesentlich eingeschränkt werden muß. Im Staatswald wurden in den letzten Tagen 140jährige Kiefern gefällt, wahre Daumriesen, die bei 38 Meter ßänge 58 bis 60 Zentimeter Mitteldurchmcsser aufweisen. Kreis Lauterbach. ----Lauterbach, 27. Nov. Der h>essi- sche Landjugendbund für die östlichen Bezirke Oberhessens hielt dieser Tage hier seine diesjährige Hauptversammlung ab. In seiner Begrüßungsansprache widmete der Vorsitzende S ch m i d t - Steinheim den im Weltkrieg Gefallenen einen warmen Nachruf und gedachte ganz besonders des tapferen Kampffliegers v. Richthofen. Dr. Roßberg-Gießen berichtete hierauf über die Landbundführertagung des Reichsjunglandbundes in Berlin, welcher er als Vertreter Hessens beigewohnt hatte. Di» Botschaft, daß die hessischen freien Dauernschulen auch diesen Winter im alten Umfange abgehalten werden sollen, fand allgemeinen Dei- fall. Ein großer Landvolktag, der am 6. Juni 1926 in Lich geplant ist, soll vom hessischen Landjugendbund und vom Landbund in altdeutscher, einfacher Bauernart gefeiert werden. Ueber das Thema: „Dauer in Not — Volk in Not" sprach der Vorsitzende des hessischen Landbundes, Dr. von Helmolt -Nieder-Wöllstadt. Hierauf sprachen noch der Leiter der hessischen freien Dauernschulen über den Vertrag von Locarno und Schmidt- Steinheim über die Aufgaben des Landjugendbundes. A Lauterbach, 27. Nov. In der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes erfolgte zunächst die Vorlage der Rechnungen der Stadtkasse, des Elektrizitätswerks und der A r m e n C a \ f e f ü r 1 9 2 4. Bürgermeister Walz gab bei diesem Punkt eingehende Erläuterungen über Einnahmen und Ausgaben sowie den Rechnungsabschluß, der als günstig zu bezeichnen ist, zumal im verflossenen Jahre Aufgaben erledigt wurden, die im Voranschlag nicht vorgesehen waren und mit denen man auch zu Beginn des Jahres nicht rechnete und nicht rechnen konnte. Die Rechnungen wurden geprüft und ohne Beanstandungen genehmigt. — Betr. B i l l st e i n b r u ch: Bei diesem Punkt gab der Bürgermeister Kenntnis von einem Antrag der Pächterin des Bruches, der Mitteldeutschen Hartsteinindustrie, wonach diese beabsichtigt, den Bruch van der unteren Sohle aus in b e r Tiefe anzugreifen. Nach allgemeiner Aussprache wurde beschlossen, diesen Fachmann über die Angriffs- und Ausbeutungsmöglichkeiten des Bruches zu hören. — Im weiteren Verlauf der Sitzung erstattete der Bürgermeister Bericht von einer kürzlich stattgefundenen Besprechung mit Vet.- Rat Dr. K i ck und Reg.-Ass. Dr. W i ß m a n n bezüglich Neufestsetzung der Schlacht - und Beschauzeiten, sowie der sonstigen Verhältnisse im hiesigen Schlachthaus. Bevor zu den vom Kreis- amt vorgeschlagenen Schlachtzeiten Stellung genommen wird, soll die Fleischerinnung hierüber gehört werden. Zur Prüfung der übrigen Verhältnisse wurde eine Kommission gewählt. — Bürgermeister Walz gab ferner davon Kenntnis, daß von verschiedenen Grundstückseigentümern das Feldbe - reinigungsverfahren angeregt und der Stadt auch bereits eine diesbezügliche Liste zur Einzeichnung als Grundstückseigentümer vorgelegt worden sei. Nach eingehender Prüfung wurde die Eintragung der Stadt in die im Umlauf besindliche bzw. vorgelegte Liste beschlossen. l. Aeutcrs, 27. Nov. Unser Dörfchen besitzt eine ideale, von den „Rittern der Landstraße" stark in Anspruch genommene Nachtherbe r g e. Diese befindet sich nämlich in einem Raum, der an das Gemeindebackhaus angebaut wurde, und da die eine Innenwand die Rückwand des Dackofens ist. so genießen die Logiergäste die angenehmen Vorteile einer „Zentralheizung". Die behagliche Temperatur erzeugt unter den Wanderern meist eine fröhliche Stimmung, und oft erschallen aus dem einfachen Quartier frohe Lieder. Starkenburg. -!- Offenbach, 27. Nov. Nach einer von den Gewerbeaufsichtsbehörden im ganzen Deutschen Reich im Herbst 1922 veranstalteten Erhebung befanden sich in Hessen 587 Industriebetriebe, die 50 und mehr Arbeitskräfte beschäftigten. Die Gesamtzahl der in diesen Betrieben beschäftigten Arbeiter betrug 107 628. Für die Provinz Starkenburg sind die entsprechenden Zahlen 341 Betriebe mit 61 000 Arbeitern. Nach dem vorläufigen Ergebnis der gewerblichen Betriebszählung vom 16. Juni 1925 für Offenbach gab es hier 141 derartige Betriebe mit 24 400 beschäftigten Personen. Wenn auch der zeitliche Unterschied von 2i Jahren und Unterschiede in der Erhebungsmethode einen Vergleich erschweren, so kann man doch sagen, daß auf Offenbach etwa § der Großindustrien de r^ Provinz Starkenburg und knapp t derjeni^ks'tzanz Hessens entfällt. — Das Hauptergebnis der Auszählung der Ergebnisse der Personenstandsaufnahme vorn Oktober 1925 ist die Erkenntnis: Die Wohnbevölkerung Offenbachs im Herbst 1925 hat wieder wie vor dem Krieg die Zahl 80 0 0 0 überschritten. (Hattenmord und Selbstmord. * Darmstadt, 27. Nov. In Ebersta d t bei Darmstadt erstach auf der Straße der Händler Maurer seine von ihm getrennt lebende Frau. Er entkam zwar, aber man fand ihn später in seiner Wohnung erhängt auf. Die Frau ist wenige Minuten, nacktem sie den Stich erhalten hatte, gestorben. Maurer hatte seine Frau auf gelauert und verübte die Tat inmitten einer Schar von Arbeitern, die zur Dahn gingen. Es geschah dies so schnell, daß niemand den Mord verhindern konnte. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Aus dem Kreise Wetzlar, 27. Nov. Der Kreis Wetzlar hat bedeutende Waldbe- stände, die 41 Prozent der Gesamtfläche einnehmen. Der Staatswald umfaßt 1553 Hektar. Die Ge- meinde-Obersörsterei Wetzlar I ist 5155 Hektar, die Gemeinde-Oberförsterei Wetzlar III 5973 Hektar und die Gemeinde-Oberförsterei Braunfels sogar 6815 Hektar groß. Hierzu kommen noch die großen fürstlichen Waldungen und viele Ortschaften mit ansehnlichem Waldbesitz. Wißmar allein hat 690 Hektar Gemeindewald. Die Holzfällungen wurden bis kurz vor dem Kriege nur durch gemeindeberechtbesitzende Ortseinwohner ausgeführt. Jetzt aber werden diese Arbeiten vielfach auf Akkord oder durch Arbeitslose erledigt. Dillrreis. bl. Herborn, 26. Nov. Die Lage der Brau n- kohlenindustrie hat sich in diesem Jahre ganz wesentlich verschlechtert. Insbesondere sind es die Gruben des angrenzenden Westerwaldgebietes, die in eine kritische Lage gekommen sind. Eine Reihe von Betrieben mußte wegen Kapital- und Absatzmangels eingestellt werden. An eine Neuerschließung von Gruben kann in Anbetracht der zu hohen Kosten nicht gedacht werden. So scheint hier allmählich ein Industriezweig zugrunde zu gehen, der früher in höchster Blüte stand. Soweit die Arbeiter nicht anderweit untergebracht werden konnten, sielen sie der Erwerbslosenfürsorge anheim. — Bei der hiesigen Landes heil- und Pflegeanstalt wurde ein Erziehungsheim für männliche Psychopathen eingerichtet und die Leitung dem Oberarzt Dr. Altvater übertragen. bl. Haiger, 26. Nov. An dem Bahn bau der Strecke Haiger — Gusternhain wird zur Zeit zwischen den Gemeinden Flammersbach und Langenaubach am Durchbruch gearbeitet. Es ist noch nicht vorauszusehen, wann die Bahn fertig- gestellt sein wird, da unvorhergesehene Schwierigkeiten noch In den Weg treten, können. 51. Sechs Helden, 27. Nov. Ab 4. Dezember erhält unsere ©emeinbe eine P 0 st Hilfsstelle mit Telegrapheneinrichtung. Damit trägt man schon feit langer Zeit gehegten Wünschen Rechnung. Mainqan. dhd. Frankfurt a. M„ 27. Nov. Der Magistrat stellte in einer eingehend begründeten Vorlage an die Stadtverordnetenversammlung den Antrag, das gesamte städtische Ausstel- längs- und Werbewesen einheitlich zu organisieren und dafür zunächst für den Rest des laufenden Rechnungsjahres 130 000 Rm. bereitzustellen. MMM Wagener N Schlöte] Inhaber: Frau Job. Scblöiel u. Karl Stier. Frankfurt a. M. Goelhestraise 9 —11 Weihnachts-Ausstellung Sonntag, den 29. November i Sonder - Angebote für den Weihnachts -Verkauf Wir haben unsere Läger durch günstige Einkäufe in reichhaltigstem Maße ergänzt. Wir sind jetzt in der Lage zu außerordentlich vorteilhaften Preisen Mäntel, Kostüme, Kleider, Blusen, Kasaks, Jumpers, Morgenröcke, Kostüm-Röcke anzubieten. Modell-Mäntel, Kostüme u. 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Als schwere Konkurrenten sind die Inflationsländer Frankreich und Italien, ferner aber auch England und Amerika am Markt. Dringend fehlen die Handelsverträge. Man rechnet mit einer weiteren Verschlechterung infolge der ausländischen Konkurrenz auch im Auslande. • Fusionsbestrebungen des Nord- deutschen Lloyd. Der Auf;ichtsrat desAord- Wirtschaft. Börse und Geldmarkt Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. T e l e g r a p hischr Auszahlung. Letzte Nachrichten. Das Locarno-Gesetz vom Reichspräsidenten unterschrieben. Berlin, 28. Roo. (TU.) wie angekündigt, hak Reichspräsident von Hindenburg heute vormittag das Locarnogeseh unter- schrieben. Der hochgradige Pessimismus, unter das Börsengeschäft während der letzten Woche au lüden hatte, ist inzwischen einer etwas freundlicheren Grundauffasiung gewichen. Zu einem Teil rührt dies wohl daher, daß die Beunruhigung des Marktes durch die außenpolitischen Kämpfe nach dem glatten Verlaus der bisherigen Aeichstagsverhandlungen nachgelassen hat und das Hauptaugenmerk somit wieder mehr auf wirtschaftliche Dinge gerichtet ist. Wenn auch die Gesamtlage der deutschen Wirtschaft unverändert als außerordentlich ernst zu betrachten ist. so liegen doch für einige bestimmte Werte Anregungen vor. die dein Geschäft eine etwas lehaftere Bote geben. Insbesondere stellen die Fusionsbestrebungen den Mittelpunkt der Erörterungen dar. Nachdem der Anilin-Trust jetzt endgültig zusammengebracht ist, glaubt man, daß der kommende Montantrust ebenfalls die größten Klippen umschifft habe und vor allem in der Steuerfrage die Aussichten regierungsseitigen Entgegenkommens in der letzten Zeit entschieden größer geworden seien. Jedenfalls steht fest, daß die Verhattdlungen über den Rheinisch - westfälischen Stahltrust zurzeit sehr intensiv gefördert werden und hieraus für die Börse eine spekulative Anregung entspringt. Am Schiffahftttsaktienrnarkt, wo selbst während der flauen Tage der vergangenen Wochen die Hoffnungen auf die von Amerika beabsichtigte Regelung der Borkriegsguthaben das Kursniveau relativ stützten, wird jetzt die Fusion einiger deutscher Großreedereien unter Führung des Rorddeutschen Lloyd lebhaft diskutiert. Die Bekanntgabe dieser Pläne hat in verschiedenen Werten sogar eine Hausse ausgelöst, und zwar mit Rücksicht auf das beabsichtigte Aktienumtauschverhältnis, älebrigcns erwartet man. daß beim Rorddeutschen Lloyd für das letzte Geschäftsjahr eine Dividende zur Ausschüttung gelangt. Ob sich diese Vermutung bestätigt, wird sich bald Herausstellen. Die Betätigung der Spekulation in den übrigen, von der amerikanischen Dermögensfreigabe voraussichtlich profitierenden Werten hat sich neuerdings ebenfalls wieder etwas gesteigert. Im ganzen ist aber der Geschäftsumfang an den Effektenmärkten, alles in allem genommen, weiterhin erschreckend gering. Am Cinheitsmarkt haben die noch vor kurzem drückenden Abgaben beträchtlich nachgelassen, so daß dieser eine erfreuliche Besserung in der Tendenz verzeichnen kann. Beigetragen mögen hierzu Interventionen seitens eines staatlichen Kreditinstitutes haben, die allerdings nicht etwa als Teil einer planmäßigen Aktion der gesamten Danken aufzufassen sind. Hiermit dürfte kaum zu rechnen sein, da die Danken ohnehin über große Effektenbestände verfügen und nicht die Kapitalien frei haben, um eine zeitlich hinaus- gedehnte gemeinsame Interventionstätigkeit durchzuhalten. Jedenfalls kann festgestellt werden, daß die Grundeinstellung der Börse im Augenblick eine etwas zuversichtlichere ist. Am Geldmarkt haben die zum Ultimo fälligen Rückzahlungen an die Rentenbank, sowie die bis spätestens Anfang nächsten Monats zu beendigende Verteilung des amerikanischen landwirtschaftlichen Kredites eine Verminderung des Angebotes $ur Folge gehabt. Die Geld- sähe zeigen daher letzt eine Versteifung, doch rechnet man im ganzen mit einer verhältnismäßig glatten und störungslosen Aeberwindung des Illtimos. 5% Deutsche Rcichsan leihe 4% Deutsche Reichsanlcihe . 8Va°/n Deutsche Neichsanlcihe 3% Deutsche Neichsanleihe • Deutsche Sparpramienanleihe 4°/0 Preußische Zkonsols ■ . • 4% Hessen • ■ • • . . 3'/,°/« Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto- Doll-Schav-Anweisng.*) <°/o Bodtürfcn........ 5°/o Goldmerikaner • . . • Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat-Bank Darmsi. und Nationalbant Deutsche Bank. .... Deutsche BereinSbank .... Tisconto Commandit Mclallbank. ..... Mitteldeutsche Creditbank Oesterreichtsche Creditansialt Westbank Bochumer Guß ..... BuderuS ...... Caro Deutsch Luxemburg .... Gelsenkirchener Bergwerke. Sener Bergbau . . verte Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte ...... Obcrbedarf .......... Phönix Bergbau Nheinstahl ..... Niebeck Montan........ Tellus Bergbau ■ ..... Vamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Theramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann ..... Anglo-Cont.-Guano . . ... Badische Anilin ....... Chemische Mader Slapin . . Goldschmidt Gries ebner Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ...... RürgerSwerke Scheideanstalt ........ All«. ElekrrtzitStS-Gesellschaft Bergmann Mainkraitwerke Cchuckcrl ...... ,. . Siemens A Halske ..... Ädlcrmerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt '"i'cauin......... Motorenwerke Mannbeim Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun Mctallgesell'chaft Franlfurf - Pet. Union A.-G..... Schuhlobrik Her; ■ . . . . Sichel. . ......... Bellstoss Waldbof...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Wagbäuiel Großes Schöffengericht Gießen. • Gießen. 28. Nov. Vor dem Großen Schöffengericht fand die Verhandlung gegen den Medizinalpraktikanten W. aus Gießen und Genossen wegen 'Abtreibung statt. Am 25. und 26. 11. wurden die 10 Angeklagten unb etwa 40 Zeugen und Sachverständige vernommen. Die Plädoyers fanden ?gestern von 3 Uhr nachmittags bis 11 Uhr nachts tatt. Nach dem heute vormittag verkündeten Urteil wurde W., unter Freisprechung mangels-Beweises in vier Fällen, wegen Beihilfe zur Abtreibung in einem Falle zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte S. wurde mangels Beweises freigesprochen. Die übrigen Angeklagten wurden 'zu Gefängnisstrafen von 1 bis 6 Monaten, der Angeklagte Schm., der bereits wegen anderer Abtreibungen zu einer langjährigen Zuchthausstrafe verurteilt wurde, rodgen Lohnabtreibung zu 1 Jahr 2 Monaten Zuchthaus verurteilt. deutschen Lloyd beschloß, einer auf den 21. Dez. t d I. einzuberufenden Hauptversammlung Fu- sionsverträge zwischen dem Rorddeutschen Lloyd einerseits und der Rolandlinre, der Hamburg- Bremer Afrika-Linie und der Dampfschifssree- derei Horn in Lübeck andererseits zur Genehmigung vorzulegen unter der Voraussetzung, daß, nachdem der Aufsichtsrat der Rvlandli n? einen inhaltlich entsprechenden Beschluß gefaßt hat, auch die Aufsichtsräte der anderen Gesellschaften ihre Zustimmung geben. Das Gesamtkapital der Stammaktien der durch Fusion aufzunehmenden Gesellschaften beträgt 18,6 Millionen Rm. Zur Durchführung der Fusion wird in Anbetracht des eigenen Besitzes des Rorddeutschen Lloyd an Aktien der genannten Gesellschaft und bei dem in Aussicht genommenen älmtauschverhältnis eine Kapitalserhöhung um 12 Millionen Rm. erforderlich sein. Diese Kapitalserhöhung ist bereits in der Hauptversammlung vom 17. Dezember 1924 genehmigt worden, die den Vorstand und Aufsichtsrat ermächtigt hatte, das Kapital bis zu 32 Millionen Rm. zu erhöhen. Hiervon ist bisher ein Betrag von 8 Millionen Rm. begeben. Das Aktienkapital des Rorddeutschen Lloyd wird nach Durchführung der Fusion 52 Millionen Rm. betragen. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin ä(t)lu • ] ftur» | 1-Uhr- Rur» Schluff l fnr» , Anfang 27. 11 28 11 27 11 28 ll 0.1925 । 0 191 0.1975 1 0.185 — — 0 21 — 0 19 — 0.21 — 0,2 > '25 — 0.099 — 1,2025 — 0 21 — .205 — — _ i 185 — 0.1875 — — 1 0.2 0,1875 — 0.18 — — 91.75 — 97.25 — 97,5 — 0,4 7.51 — — — 2 —— — 136,5* — 133* 133,5* 93,5' 93,5* 93 91' 101* 104' 101,2' — 104 5 — 104 2* 104,5' — — — 100.5' 101,1' 101,1' 101,1* 09.75 69 9 — — 90- 90' 89 — 7 7.1 7 7 0,03 0 13 — — - - 66,75* 65 5* 34.25 33 y,i 35 5 — 34 75 35.3 64 63* 64.75' 63/ * 70.5 69.5' 72' 69.77* 98 75' 99 5* 98 27* 101.5 99.75 99,5 - 106 5 — 104.5 103 2 33 — 33,25 —— 42 63,75' 62.25* 42 63,2'»' - 62.25* 52.375 51 52* 51.2.* 65 25 63,1 64 42 — — 1 -7.3-5* — 73,5' 73 4* 1 74,75* - 75' 74.75* 53,5 54 _ ■ I 44 5 44.1 45 25 — — 68 _ 115.2* 115* 115,5* 115,7* — — — 55 114 2* 113,7* i7 114 56.5 114 5* — 115* 115,5* 44 — — 54,75 — 53 — 75 5 75 5 -- — 91 7. 91,12* 91 8* 91,5* 66 7ö — 66' — 64.5 — - 60.5 60.5- 59 25 77 — 80* 75 25 26 26 25.3 20,4 24 9 24,5 24 5 24 9 18 — — 25.5 25.5 — - 35 - 18 — — - — —» — —M» 83 83 — - 53 53 52 — 21,5 21.2 22 5 — — 2.5 2 74 3 5 73,8 — 47 46 — — 43 40 41 — 27 Novbr. 2i. Nov r. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung (Held l Brief Cftclb Briet Ämst-rstou 168.54 168,99 168 50 169.01 «uen.-Aires 1.741 1.45 1.731 1,742 Brn-Antw 19.00 19.04 19 (0 19,04 Eftrfftinnla. 85.: 9 85.69 85.1.9 85,61 .Qopenftoflen 104,45 101.t>8 104.32 104.58 Slockbolm • 112.21 112.49 112,21 112,49 Helsingfor« 10.555 lü.5,5 10 55 10,59 Italien. . 16.945 16,985 16.91 16.9; London. . 20.32 20,37 '0.324 20,3 4 Neuvork . ■ 4,195 4,2)5 4.195 4.20 Pari-. . . 16.38 16.42 16.25 6,29 Schweiz . • SO,74 -0.94 so 85 81,05 Spanien • 5'4,48 59.62 59.4.5 59,79 Japan . . . Nio de Jan .811 1,81 1 826 1,830 1.595 0.593 1 591 1.593 Wien in D-- Ceft. abgcst 59.16 59,30 59,17 59,31 Prag .... 12,415 12.455 12,415 12,46 Bclzrad . . 7.415 7,435 7,415 < ,435 Budapest. . 5,87a 3,895 2.875 1,895 Bulgarien 3,045 1,055 3,045 3,05 Lissabon 21.475 1.425 21 4.1 21,525 Danzig . 80,585 80.785 80 .'9 80.79 Konst nun. 3,215 2.275 2,27 2,28 Albe ii 5 49 5 51 5.49 5.51 Canada. . 4.197 4.207 4 197 4,2 7 Uruguav 4.285 4.295 4.285 4,295 Berlin, 27 Novbr Keld Briet Amerikanische Note» ..... 1.188 4.208 Belgische Noten ....... 18.91 19,01 Dänische Noten ....... 104.09 104.61 Englische Noten........ 20,281 20,381 Franjöntche Noten ...... 16,34 > 16 415 Holländische Noten ...... 138,H 169.02 Italienische Noten...... 16.94 17.02 Norwegische Noten...... 85.06 85 48 Deuisch-Lesterr, ä 100 Kronen ‘8.97 59.27 Rumänische Noten...... — Schwedische Noten ...... 111.87 112.43 Schwerer Noten ...... 80,52 80.92 Spanische Noten ...... 59.15 59 45 । Tschechoslowakische Roten . . 12,38 12.44 Ungarische Noten 5.84 5 87 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 28. Rov. Das Geschäft hat am Wochenschluß, soweit dies m^g.ich war, noch mehr nachgelassen. Die Tendenz neigte anfangs allgemein nach unten, da infolge des heran- nahenden älltimos anscheinend Entlastungsver- fäu;c sta.i'anden und die Spekulation gleichzeitig mit Blanko-Angaben vorging. Die Verstimmung der Börse dürfte in der Hauptsache auf die Versteifung am Geldmärkte zurückzuführen sein. Die politische Lage bot nichts neues, da man ja bekanntlich an der Börse von vornherein mit der Annahme der Locarno-Verträge gerechnet hatte. Bei dem Fehlen von Kaufinteressenten biieo die demnächst ^u erwa.^e.tde Ermäßigung der älmsatzsteuer ohne Eindruck. Am Geldmarkt hat sich die Nachfrage wesentlich verstärkt, so daß eine Versteifung und eine Erhöhung der Sähe eingetreten ist. Tägliches Geld zog auf 8l/2 bis 10 Prozent an. Monatsgeld 10*72 bis 12 Prozent. Im Devisenverkehr notierte Paris gegen London 125,40. In Börsenkreisen herrscht die Ansicht, daß die gestern eingetretene Besserung mehr als markt- technische Erscheinung zu werten ist, denn als Rückkehr des Vertrauens zur Frankenwährung. Warschau lag heute gegen Kabel sehr schwach mit 7.80. Die übrigen Valuten hatten keine nennenswerten Veränderungen aufzuweisen. Frankfurter Börse. Frankfurt, 28. Nov. Tendenz: Schwächer, später erholt. — Nach den andauernden Kurssteigerungen der letzten Tage war mit einem Tendenz- Umschwung zu rechnen, der heute am Wochenschluß mit einer leichten Abschwächung einsetzte. Anregende Momente, die bisher dem Börsengeschäft eine Stütze boten, lagen nicht vor, weshalb die Spekulation mit Rücksicht auf die starken Kurserhöhun- gen Gelegenheit nahm, die Gewinne zu reali- Rätselecke. Rösselsprung. lins auch pe- du die un- le- gib ge- nicht scharf werk für kes zep- dein zep- sen ner- ter- bens- hen ent- de gen darf i lein । alle men vol- pe kas- spen-1 neh- ecke- ge- ge des litn- spar- bei schen trä- deut- -Tcharade. Das erste ist ein armer Wicht, Weil's ihm am innern Licht gebricht! Das andre ein gemeines Ding, Wenn's nicht just glänzt im feinen Ring: Die letzten manchem wilden Tier, Auch Räubern wohl ein Rachtquartier. Das ganze ist ein seltner Bau, Für fremde Wandrer steht's zur Schau: Ein Wunder, wie es so entstand: Das schuf des größten Meisters Hand. n nf a in Es bedeuten: Von links nach rechts: 1. Landschaft Kreuzworträtsel Afrika, 6. Getreidespeicher, 8. üble Angewohnheiten, 10. Stadt in Belgien, 11. grober Sand. 13. Vorname eines bekannten Spaßvogels, 14. Prophet, 15. Rame einer Königin, 16. weiblicher Personenname, 17. Nebenfluß des Rheins, 19. Ehrenbezeugung, 21. Vater eines trojanischen Helden, 23. geographische Bezeichnung, 24. Gesangslaut, 25. Name vieler Gasthäuser in Seebädern. Von oben nach unten: 1. Kleidungsstück, 2. Zeitmeßinstrument, 3. europäisches Land, 4. kaukasisches Dorf, 5. Blume, 6. Stufenleiter, 7. Ortswechsel, 8. Möbelstück, 9. Winterkurort an der Riviera, 10. Wellkörper, 12. Nebenfluß der Elbe, 17. Fisch, 18. alkoholisches Getränk, 19. musikalisches Zeichen im Psalter, 20. Sportausdruck, 21. große Tür, 22. Bedrängnis. S.Ibenrätsel. Aus den Silben: aar — be — bet — bell — daph — e — e — esch — fa — gau — ge — Hal — he — ho — ko — li — lin — Io — lus — ma — mie — mut — na — naph — ne — nig — no — o — ö — ot — Pa — plin — ron — tem — tha — thik — tri — we — xil sind 16 Wörter von folgender Bedeutung zu bilden: 1. Süßstoff, 2. Elfenkönig, 3 amerikanisches Brettspiel, 4. Schmähschrift, 5. Zweig der Philosophie, 6. Kreisstadt im Regierungsbezirk Potsdam, 7. zweckmäßig»: Einrichtung, 8. Vaterlandsfreund, 9. Diener. iü. Kreisstadt im Regierungsbezirk Äailel, 11. männlicher Rufname, 12. Kanton der Schweiz. 13. Kriegsgöttin der Römer, 14. Verbannungsort, 15. fester Kohlenwasserstoff, 16. Giftpflanze. Die Anfangsbuchstaben der Wörter, von oben nach unten, und die Endbuchstaben, von unten nach oben gelesen, ergeben ein Zitat aus Shakespeares Drama „König Heinrich V.". Zahlenrätsel. 1299 10 59299 10 5 Menschenrasse 2 9 9 2 männlicher Rufname, 3 2 9 9 2 Gesellschaftsspiel. 3 2 5 6 2 5 größte Sladt der Erde, 4 13 12 9 11 4 3 7 10 5 Erdteil, 5 10 11 2 römischer Kaiser, 6 13 9 8 10 5 6 im Handel gebrauch!. Stückzahl, 7 12 10 11 3 2 1 5 S.adt in West a!en, 5 10 9 8 10 Nebenfluß der Warthe, 5 4 9 9 10 11 5 nicht giftige Schlangen, 2 11 7 10 5 9 Morgenland. 9 13 5 7 12 sranz. Schuhstaat in Nordafrika. Die Anfangsbuchstaben der Wörter ergeben einen bekannten Ausruf, stammend aus einem Lande, das früher häufig durch Dammbrüche in große Wassersnöte kam. Auflösungen. Diamant-Arlthmogriph. W S E E B N S S B D E S B E R U E D S I 1 ! E LlA a In e| Wiesbaden. Silbenrätsel. 1. Hillern, 2. Eugen, 3. Reni, 4. RhoreS, 5. Dogge, 6. Unhold, 7. Nonne. 8. Keller, 9. Eiger, 10. Lohme, 11. Winfried, 12. Alster. — Herr, aaoi l eIn| D R dunkel war der Rede Sinn. Kreuzworträtsel. Ignnini □man nniHBö Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom NedakttonSttsch. Zu falscher Zelt. Ein Irländer brachte einen Wecker dem Händler zurück und verlangte sein Geld wieder. Er sagte, der Wecker tauge nichts. „Haben Sie ihn aufgezogen und die Alarmglocke jede Nacht eingestellt?" fragte der Händler. „Natürlich!" — „Nun, und was ist damit?" — „Nun, das Ding geht los, wenn ich noch schlafe." Der unordentliche Professor. „Was fehlt meinem Mann denn eigentlich, Herr Doktor, ist es schlimm?" — „Durchaus nicht, verehrte Frau Professor, die Verdauungsorgane sind nur etwas in Unordnung geraten." — „Ach, das alte Lied! Daß der gute Mann aber auch gar nichts in Ordnung halten kann! Sie sollten nur mal seinen Schreibtisch sehen!" fieren. Auch die Vorbereitungen für die Ultimo- Liquidation bewirkten Glattstellungen. Die allgemein an Samstagen geringe Umsatztatigkeit verhinderte ein schärferes Zurückgehen der Kurse. Es ließ sich feststellen, daß die Kaufe eine starke Einschränkung erfahren haben, auch Auslandauf- träge lagen nicht vor. Am Montanmarkt betrugen die Rückgänge 1 bis 1* Proz. Für chemisch e Werte traten Abschwächungen bis zu 1 Proz. ein. Bankaktien verkehrten unverändert mit Ausnahme von Reichsbank, die 1,5 Proz. einbüßten. Schiffahrtswerte waren umsatzlos, die Kurse bröckelten ab. Autoaktien gehalten. Zellst o f f a 11 i e n leicht erhöht. Der E i n h e i t s - markt der Jndustriepapiere wies nur geringe Veränderungen auf. Deutsche 'Anleihen lagen lustlos. Stärkeres Interesse wandte sich wieder dem ausländischen Rente n m a r k t zu, wo lebhafte Umsätze in Türken und Ungarn stattfanden. Auch für ausländische Bahnwerte, so für Baltimore und Kanada, ließ sich stärkeres Interesse erkennen. Der Frei- verkehr war ohne Geschäft. Api 0,375, Benz 26,5, Growag 40, Ufa 49 Prozent. Der weitere Verlauf wurde auf Berliner Anregung hin wieder etwas freundlicher. Die Tendenz befestigte sich auf allen Märkten, so daß die anfänglichen Hurseinbußen zum Teil wieder aufgeholt werden konnten. Obwohl das Geschäft eine größere Ausdehnung nicht mehr erfuhr, schloß die Börse die Woche in ziemlich fester Haltung. Der Geldmarkt liegt unverändert leicht. Tägliches Geld stellt sich auf 7,5 bis 9 Prozent, Monatsgeld auf 10 bis 11,5 Prozent, je nach Adresse. Bankdiskonten 9 Prozent. Jndustrie- akzepte 7 Prozent. Im De vifen verkehr notierte Paris gegen London 124,80. Die übrigen Valuten waren unverändert. Connta-rsdienst d.Aer'.te u. Apotheken a;n29.1L25 Dr. Schäffer. Dr. Neumann. Enqelavoiheke. Zahnarzt: Dr Jäger, ArnnFiurter Str. Handschuhe Posten Damen-Handschuhe S“" g"'.aHe Posten Kinder-Handschuhe suchen, durchw. jedes Paar 00 ALS PRAKTISCHE WEIHNACHTSGESCHENKE C. ROHR & CO. Biberbettücher Wollene Kleiderstoffe MIT DER FABRIKMARKE MM Zu haben bei Ihrem Eisenhändler od. 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