Montag, 28. September 1925 (75. Jahrgang Blatt (D Der Londoner paktentwurs Annahme von Lnzelaev für die Inges nummeibis zum Nachmittag vorher ol)nejebeDcrbtnblid)hrit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, ausroirt* 10 (Bolbpfennig; für Re- blame-Anzeigen o 70mm Breil« 35 Goibpfennig, Deutschenvsrfolgung in Böhmen. *■ Eroppau. 26. Sept. (£11) Die Verhaf- jung Prof. Rohners- Jägerndorf. des Krcis- E'chäftsführers der National-Partei. zieht toet- e Kreise. Nun schielten drei Herren aus grrndors Vorladungen als Mitbefchuldlgte, folgungen ist Kar: Man will jetzt vor den Wahlen die sudetendeutfche Bevölkerung ein« schüchtern und sie der bewährten Dor - käinpser berauben. Durch polizeistaatliche Maßnahmen wird das Zusammengchörigkeits- gellihl der Deutschen diesseits und jenseits der Grenzen nicht unterdrückt werden. Der Rückzug der Drusen. Beirut. 26. Sept. (Havas.) 2luf _ ihrem Marsche auf Sueida konnten die französischen Ableitungen seststellen. dah sämtliche Dörier des Dschcoel Lrus verlasse n und in Brand gc- nt. 227 Erster Erscheint täglich, anbei Sonn, unb Feiertags Beilagen: LiebenerFamilienblätter Heimat im Bild. «onats-vezugsprels: 2 (Bolbmark u 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlvsse: Schriftleitung 112, Der» lagunbGeschäftsstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten: LnzeiaerEieben. Prtldjedlonto: 8rants»n a. M 11686. und zwar Kaufmann Münster. Oberstleutnant a D Strauß und Oberamtsrat Dr. Koberg der sudentendeutsche Führer, angeblich wegen ihrer Beziehungen zu relchsdeutschen Stellen und Vereinen. die von der tschechischen Staatspolizei als irredcn- tistisch" bezeichnet werden. Es sind dies jene größeren Körperschaften, die die Pflege der npiftiaen und kulturellen ®cmemfamleir aller Volksdeutschen als vornehmste Pllicht und Ausgabe bezeichnen. Der mit dresen Korperschallen verkehrt wird in der demokratischen Tschechoslowakei mit Defängnis bis zu zwei Iahren bestraft. Der Zweck dieser Der- Paris und die deutsche Antwort. Mündliche Erläuterungen zur Note: Kriegsschuldlüge und Kölner gone. steckt sind. Frauen und Kinder haben sich unter Mitnahme Der Herden zurückgezogen. Die Drusen haben zudem sämtliche Wasserstellen zerstört, so daß vollständiger Mangel cn Wasser festgestellt werden muhte. füllt hat. Nach anderen Meldungen scheint cs allerdings, dah Frankreich Zugeständnisse in der Näumung des Kölner Gebiets durch Deutschlands Entgegenkommen bei den Schicdsvcrträgen mit den Oststaaten sich ablaufen lasse. Diese Ansicht, die in Gegenwart unterrichteter Persönlichkeiten gestern geäußert wurde, blieb unwiderspochen. Gegenüber deutlich kundgegeben, daß die Stellungnahme der Alliierten zu der Frage der Näumung Der Kölner Zone von notwendiger Bedeutung für die Verhandlungen sein wird. Die mündlichen Verhandlungen der Botschafter wurden beim Abschluß der Unterredungen in der Form einer Verbalnote auch schriftlich in London. Paris und in Brüssel übergeben. Botschafter v o n H ö f ch wird sich heute mittag wiederum zum Quai d'Orsay begeben, da der inzwischen eingctrofsene Außenminister Br i and Ujr.i *" folgendermaßen zusammen: Das Kabinett Luther werde sich natürlich bemühen, Versicherungen zu erlangen, die den unmitelbaren Besorgnissen, nicht nur der Nationalisten, sondern aller deutschen politischen Parteien entsprechen. Man wisse, daß alle Deutschen barin einig seien, vor der Unterzeichnung bes Sicherheitspaktes unb vor bem Eintritt in den Völkerbunb einen Wibcrruf ber Verantwortung Deutschlanbs für ben Krieg unb bas Versprechen einer beschleunigten Räumung ber Kölner Zone zu forbern. Es sei möglich, baß Berlin ganz besonbers auf biesen beiben Fragen bestehen werbe, selbst wenn es keine Aussicht habe, bie Versicherungen zu erlangen, bie es glaube, forbern zu müssen. Man verlange von Deutschlanb nicht ein I neues Zugeständnis seiner Verantwortung für ben Krieg als Bedingung für feinen Eintritt in den Völkerbund, aber diese Verantwortung sei in Art. 231 des Friebensvertrages f e ft a e ft e I ft, unb fein Wiberruf könne bie Wirkung bieses von Deutschland gemachten Schuldbekenntnisses verringert. Keine Macht sei in der Lage, diesen Artikel 231 aufzuheben, der vollkommen recht- fertige, von den für den Krieg Verantwortlichen Nationen die Reparationen zu erlangen, die ihnen von den Alliierten auferlegt worden seien. Was Die Räumung der Kölner Zone anbetreffe, so sehe man nicht, welche Versicherungen Deutschland gegeben werden könnten, da es allein von i h m abhänge, daß die erste rheinische Besatzungszone von den Alliierten verlassen werde. Die Räumung der Kölner Zone und der Abschluß eines rheinischen Sicherheitspakts seien zwei voneinander unabhängige Probleme, und die Deutschen selbst hätten immer betont, dah man die Lösung der einen Frage nicht von der anderen Frage ab- I hängig machen könne. Die Räumung des Kölner Gebiets könne gelegentlich der Unterzeichnung des Sicherheitsdaktes nur dann erfolgen, wenn Deutschland bie N b r ü st u n g s k l a u l e i c r - Zurückhaltung zu begegnen unb in dies schicksalsschweren Stunde Ernst unb Würde zu b wahren. (Sine beutfd)Hrtttonak (5'Ulschlietzunr Der in Mannheim zusammengetretene badisck Landesparteitag der D^utschnationalen beschloß, b Reichstagssraklion zu ersuchen, nachstehenbe Fo> berungen sich zum Programm zu machen: 1. Dor allen etwaigen Verhandlungen übe einen S i ch e r h e i tspa k t und Eintritt in bei Völkerbund hat bie amtliche Notifizier un des Widerrufs ber Kriegsfchulblüg zu erfolgen, muß bie Räumung der e r ft e n Zone vollzogen unb bie Beseitigung ber Unroür bigkeiten des Besatzungsregimes im Rheinlanb unb im Saargebiet sichergestellt sein. Außcrbem müssen Entwaffn ungs- unb öuftnote unb 3 n vestigationsbeschlüffe sistiert, über den Schutz der deutschen Minderheiten in fremden Ländern unb bie Rückgabe bet Kolonien aussichtsreiche Zusagen gegeben fein 2. Ein etwaiger Sicherheit-Pakt darf sich nur auf die West grenze beziehen und niemals einen Verzicht auf deutsches Land enthalten. 3. Ein Eintritt in den Völkerbunb. der sich auf die Paragraphen 10 bis 16 des Versailler Vertrags und der Schuldlüge auf baut, ist von vornherein abzulehnen. 4. Der Abschluß endgültiger Verträge ist davon abhängig zu machen, daß über die frühere Räumung der zweiten und dritten Zone und die frühere Abstimmung im Saargebiet biridende Abmachungen getrosten merber., und daß über die Durchführung einer allgemeinen Abrüstung enjsprvcvend dem Versailler Vertrag und der Völkerbundsidee bindende Zusagen gegeben werden. 5. Diese Forderungen sind als Mindestforderungen zu b^eichnen. von denen unter keinen Umständen abgegangen werden darf auf die Gefahr hin, sich in Zukunft nicht mehr an der Regierung zu beteiligen. Die Stellungnahme der Demokraten. In Pforzheim, faßte nach einer Rede de- Reich^ministers a. D. Koch über die politische RLage, die Deutsch-Demokratisch? Partei Badens eine Entschließung, in der es heißt: Die Partei begrüßt grundsätzlich alle Bestrebungen, die einer ehrlichen Verständigung und einem auf Recht gegründeten Frieden zwischen den beiden großen Nachbarvölkern bienen. Sie stimmt aber den Ausführungen Kochs in vollem Umfange darin zu, daß mit einer Politik der Verständi- I gung Maßnahmen des Mißtrauens unverständlich erscheinen, und daß deshalb die bevorstehenden Paktverhandlungen nicht zu einem Abschluß gebracht werden, wenn nicht eine g r u n t> f ä h - liche Aenderung in den Verhältnissen des besetzten Gebietes eintritt. Sie hofft, dah mit dem Abschluß des Sicherheitspaktes die mllitärische Besetzung deutschen Bodens den Sinn der Daseinsberechtigung verllert. insbesondere mühten in dem besetzten Gebiet nach dem Abschluh eines Sicherheitspaktes die S)o- heitsrechte des Reichs und der Länder am Rhein und die staatsbürgerlichen Grundrechte, die entgegen dem Rheinlandabkommen unüversehbaren Beschränkungen der Besatzungsmacht untertieaen, in ihrem vollen Umfange wieder HergestellI | werden. / Paris. 26. Sept. (WTD.) Der deutsche Botschafter v. Hösch hat Samstag vormittag in Abwesenheit von Außen.ninister Br fand dem Generalsekretär im Ministerium für Auswärtiges, D e r 1 h e l o t. die Antwort der deutschen Regierung auf die Einladung der alliierten Regierungen zu einer Minillerbegegnung 'Wecks Ab- schluffes eines Sicherheitspaltes überbracht. Die Antwort stellt eine Annahme der Einladung dar. 3m Anschluß an die Ueberreichung der Antwort kamen verschiedene mit der Ministerkonserenz zusammenhängende Fragen zur Sprache. In London hat der deutsche Botschafter Stha- mer den britischen Außenminister Eh am ber- l a i n im auswärtigen Amt besucht, um ihm die Antwort auf die Einladung der Derbündeten zur Ministerkonserenz zu überreichen. Nach Ueberreichung der Note. Berlin, 28. Sept. (XU.) Der Qluftraa der deutschen Vertreter in London, Paris und Brüssel hat sich nicht darauf beschränkt, die schriftliche Antwort der Reichsregierung au überreichen, sondern anschließend daran mündliche Mitteilungen und Erläuterungen zu geben, die sich auf zwei Punkte bezogen: 1. auf die Ätjiegö- fchuldfrage, 2. auf die Räumung der Kölner Zone. Die Räumung der Kölner Zone wird zwar nicht als Voraussetzung für die Paktverhandlungen bezeichnet. Es wird aber Eine Konferenz russischer Botschafter. M o s k a u , 28. Sept. (T. U.) Wie hier verlautet, wird am Mittwochabend in Berit n eine Konferenz ber russischen Botschafter im Auslcmb unter bem Vorsitz Tschitscherins ftattfinben. Die Konferenz wirb bie Reorganisation bes russischen 'Jufoenbicnftes erwägen. Der'Botschafter in Berlin. Kresttnsk,, wirb seinen Urlaub abbrechen unb am Dienstag in Berlin eintreffen. Der Londoner Botschafter Ra- kowski wird am Mittwoch in Berlin ,em Der Pariser Botschafter Krassin, der augenblicklich tn Moskau weilt, wird ebenfalls am Mittwoch mit cm Flugzeug in Berlin eintreffen. Mongolen-Aufstand am Baikalsee. " MvSkau, 28. Sept. (TU.) In der Pro- vknz Eelenga an den Ufern des Backal ift ein Aufstand der Mongolen und ‘Sunaten aus- gebrochen. Die zwei Stämme sind niemals, auch nicht zur Zarenzeit, zum Militärdienst heran- gezogen worden. Die Somietregierung hat letzt filr sie die M i l i t ä r p s l i ch t e_i n g e f u I) r L Die Stämme, die sich aus religiösen Gründen weigern, Dienst zu leisten, haben einen Protest iherausgegeben und als bie Militärpflichtigen letzt zwangsweise ausgehoben werden sollten, haben sie sich gegen Sowjetrußland empört. Es find Truppen herbeigerufen worden. Die Lage ist ernst. Tschitscherin in Warschau. Der Auhemninister der Sowjetregierung j Tschitscherin ist in Begleitung eines großen Stabes von Mitarbeitern am Sonntag zu dem schon lange angekündigten Besuche in Warschau eingetroffen, Don der polnischen Regierung waren zu diesem Zwecke große Vorbereitungen getroffen worden. Tschitscherin ist mit beinahe fürstlichen Ehren empfangen worden, wie das Staatsober- I Haupt eines befreundeten Lanbes. nicht wie der Bertreter einer Arbeiterregierung und eines Landes, mit dem Polen bis in die letzte Zeit hinein auf Kriegsfuß stand, dessen Vorhandensein schon Anlaß genug war, mit als Grund für die gewaltigen Rüstungen Polens unb die Bündnisverträge mit Frankreich angeführt zu werden. Diese ganze Empsangskomödie in Warschau hat deshalb wohl auch einen ganz anderen Hintergrund, was allein schon aus der Tatsache hervorgeht, daß die Ankündigung des Warschauer Besuches gerüchtweise in der Presse zeitlich ungefähr mit dem Beginn des Notenwechsels über die Sicherheitspaktfrage zusammen- sällt und daß die Ankündigung dann greifbarere Formen annahm als Skrzynski, Polens Außenminister. in Gens und in Paris bie Erfahrung machen mußte, daß eine Beteiligung Polen- an den Verhandlungen über den Sicherheitspakt für die Westgrenzen Deutschlands nichtin Fragekomme, weil Deutschland mit aller Energie eine Verknüpfung eines West- und OstpakteS ablchnt. Tschitscherin fand von dieser Zeit an in der polnischen Regierung günstige Aufnahme für ben Versuch. Deutschland von dem Abschluß eines Sicherheitspaltes unb einer Annäherung an die ehemaligen (Sntentelänber abzuschrecken, in dem er einen engen Zusammenschluß SowjetruhlandS mit Polen in greif- ] bare Nähe zu rücken versucht. Gerade auch feine mit viel Getöse verkündete Absicht, mit polnischen Wirtschaftskreifen bei feinem Besuche in engere Fühlung zu treten, zeigt, daß sein ganzer Besuch rein aus eine Demonstration zu- geschnitten ist. Dabei ist ganz unerfindlich, wie die Sowjetregierung in dem Versuch Deutschlands. mit seinen westlichen Nachbarn endlich in ein fri-bliche Dm-Hältnis zu kommen, irgend- wie einen D r u ch d e s D e r t r a g e s vonRa - pallo. wie eS die Sowjetpresse teilweise hinzu- stellen versucht, erblicken kann. Die Sowjetregierung kann doch über diesen Schritt Deutschlands um so weniger enttäuscht sein, als sie selbst dauernd den Versuch macht, ihr Ver- hältnis zu Frankreich auf eine ganz neue Basis zu stellen. k . Diese Drohungen mit einem Bündnis mit Polen können keineswegs schrecken, ebensowenig eventuelle Bestellungen für die polnische In- buftrte. Deutschland hat bisher neidlos die Vergebung russischer Bestellungen nach Frankreich, England und Italien mit angesehen, trotz des Vertrages von Rapollo, der die Russen bisher noch nicht einmal dazu veranlaßt hat. für eine rasche Erledigung des deutsch-russischen Handelsabkommens zu sorgen. So viel mußte aber auch Tschitscherin bis jetzt aus allen Verhandlungen Deutschlands mit den Weltmächten gemerkt haben, daß weder in dem Abschluß eines Sicherheitsvertrages noch in dem möglichen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund irgendwie eine Spitze gegen Rußland liegt Darüber mußte sich Tschitscherin schon durch die Tatsache belehren lassen, dah Deutschland bei den ganzen Verhandlungen den größten Wert darauf legt, daß es nicht zum Aufmarschgebiet für einen Krieg gegen Rußland gemacht wird mals die Kriegsfchuldlüge anerken n e n. ferner müsse her besonderen Lage Deut lands Rechnung getrogen werden, solange nicht b allgemeine Abrüstung ersolyt sei. Darüber herrsi im Reichskabinett völlige Einmütigkeit. Der Rcdn. schloß mit der Mahnung an das deutsche Volk, d. Baden-Baden,27. Sept. Bei einer offen!» lichen Kundgebung zur Einleitung des Landes- Parteitages der Deutschen Dalkspartei im dichtbefeg. ten Kurhaussaal sprach an Stelle des in letzter Stunde verhinderten Reichsaußenministers Dr. Stresemann der badische Reichstagsabgeordnete Dr. Curtius über die Probleme der deutschen Außenpolitik. Er betonte die Wichtigkeit der Teilnahme Deutschlands an der Sicherheitspaktkonferenz. Der Pakt soll nicht Selbstzweck sein, sondern dazu dienen, die europäische Wirtschast zu beruhigen und in Ordnung zu bringen. Auf der Londoner Iuristenkonfe- renz habe man den wefentlichen Fortschritt erzielt, daß alle Streitigkeiten zwischen Deutschland und Frankreich aus dem Versailler Vertrag kun'lig u n - ter das Schiedsverfahren fallen sollen. Nach langwierigem Notenwechsel sei die Zeit zur mündlichen Aussprache gekommen. Der Redner unterstrich unter Ablehnung des Gedankens einer machtpvlitischcn Angliederung Elsah-Lothringens, London. 27. Sept. (WTB.) Nach dem diplomatischen Korrespondenten der ,.S u n d a h Times" ist der von den Iuristen in London vorbereitete Paktentwurs ein kurzes Dokument. Seine Einleitung sei in weitem Maße von der Form der belgischen und luxemburgischen 2I-utr°lilSlsv°rIräg« Don 1889 unb 1867 D„ „„„„„„„ „„ „ --------- beeinflußt. Die wesentlichsten Klauseln bezogen I rg^Qnnern foje Herkulcsarbcit verrichten solle sich auf den Fall eines sogen, flagranten I ^rimdlage für den künftigen Frieden zu schaffe Angriffes. Diese flaue seien. I m, f Vertrauen ober wenigstens taktvoll, 1. Eine in großem Umfange etfolgenbe Der - I letzung ber Grenzen einer ber Sig - natar ft alten burch bie Streitkräfte einer anderen 2. Eine militärische Massenkon- zent rativn in der entmilitarisierten Rheinzone mit der offenbaren Absicht des Angreifens. Andere Klauseln bezögen sich auf Deutschlands Eintritt in den Völkerbund unb aus dieVesristun g. In beiden erwähnten Fällen würde Großbritannien, wie jede andere Garantiewacht, fick das Recht Vorbehalten, mit bewaffneter Macht einzugreife n , um die nichtfchuldige Partei zu verteidigen, ohne zu warten, daß der Völlerbund eine Partei für ben Schuldigen bezeichnet. Mit anderen Worte.: Großbritannien werde selbst die Tatsachen beurteilen, ob der Angriss unprovoziert ist unb würde feine Handlungswei-e entsprechend wählen, wole in zweifelhaften Fällen bie Entscheidung des Völkerbundes abgewartet werden würde. Die Beratungen des Auswärtigen Ausschusses Berlin. 26. Sept. (TU.) Der Auswär- tige Ausschuß des Reichstages ist Samstag unter außerordentlich starker Beteiligung zusammen» getreten. Auch die Vertreter der Länder waren fast vollständig anwesend, ebenso nahmen teil: Reichskanzler Dr. Luther und fast sämtliche Reichsminister. Dor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende Abg. Hergt (Dntl.) in einem Warrn empfundenen Nachruf des Ablebens des Zentrumsabgeordneten Spahn. Dann nahm Reichsautzenminister Dr. Stresemann das Wort zur Paktfrage. 2ln der Aussprache beteiligten sich bie Qlbgcorbneten Saud) (D. Dp.), Frau Gohlke (K.). Dr Brebl (Wirtsch. Vereinigung). Graf Bernstorfs (Dem.), Graf C. Reventlow (Völk.), Graf Lerchenfeld (Bahr. Vpt.), Dr. Rosenberg (K.) und von Lindeiner-Wildau (Dntl.). Die badischen Parteien zum Sicherheitspakt. Die Haltung der Deutschen Volkspartei daß man nicht verzichten könne auf den kultu reden Zusammenhang des Deutschtums in der ganzen Welt mit dem Mut terlande. Die Räumung der Kölner Zone sei eine Selbstverständlichkeit. Redner glaubt, dah rtn fester Raumungstermm Vevorstehi. Für die zweite und dritte Zank fordert er im Einklang mit allen Parteien non den Sozialdemokraten bis zu den ber" Behauptung' eines Teils der deutschen^Presse. | Deutschnationalen eine Aenderu ng de s Be daß Die minifterbegegnung nur den Auftakt setzungsregimes, desien Notwendigkeit nm einer späteren Konferenz bilde, legen die (ran- dem Abschluh eines Sicherheitspaktes uberhmip- zöfischen Blätter erneut Wert auf die Fest- entfalle. Eine französische Garantie für Stellung, dah die Konferenz zu entfcheibcn- östliche S ch i e d s v e r t r a g e lei a b a u l e h ben Beschlüssen führen müsse, wozu die neu. Bezüglich des Eintritts Deutschlands in bei Ratifikation ber Parlamente ein- Völkerbund werde die denliche Regierung an dem acfiolt werden müßte. Memorandum vom September vorigen Jahres fest • halten. Es sei selbstverständlich, das wir einen Rat: si;; bekommen. In dem 'Augenblick, da mir in 93er Handlungen eintreten, sei es auch nötig, offen unb klar noch einmal zu wiederholen, daß wir nie djlag. - Verantwortlich ür Politik il Feuilleton: )r. Friede. Wist) Lange; ür ben übrigen Teil: Emst Blumsche'n; für den Anzeigenteil: Hans Beck. (ämtlid) in Gießen. Tagung der deutschen Landwittschastrgesellschast. Königsberg, 26. Sept. (£11.) In 103. Versammlung der Tierzuchtabteilung berichtete der Dorsitzende über „Die Beurteilung GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oderhessen vnick und Verlag: vrühl'jche Univerfitälr-Vuch- und Steinöruderei H. Lange in Sieben. Schriftlettilng und Seschäftrftelle: Zchulftrabe 7. von Zuchtvieh nach Professor Dr. Baller und das Tierrichten auf den Wanderausstellungen der Deutschen Laichtoirischaftsgesellschaft". Cs folgte die Vorführung eines Films über die Bekämpfung des Leberegels. Besondere Aufmerksamkeit fand die Versammlung zur Förderung der Landarbeitsforschung unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Seedors-Göttingen. Prof. Dr. Berlitzki-Pommrih erörterte die Leistungssteigerung durch zweckentsprechende Arbeitsorganisation an Hand eines Films. Er gab sodann Beispiele zur Veranschaulichung der Arbeiten des Betriebsführers, der die Leistungen bedeutend steigern könne. Hebet- die Wohlfahrtspflege auf dem Lande führte (Ritterguts- besitzet Sehmer-Camitten einen recht lehrreichen in dem eigenen Betrieb aufgenommenen Film vor. Den letzten Vortrag hielt Dr. Hesse-Göttingen über die Bestimmung von Arbeits- l e i st un oen und Arbeitsstudien. Aus der gemeinsamen Jubiläumsfestsitzung hielt Reichsernährungsminister Gras stanih eine Begrüßungsrede, in der er folgendes ausführte: Der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft entbiete ich zu der Jubiläumstagung die herzlichsten Grütze der Reichsregierung. Wenn auch die Reichsregierung für die Landwirtschaft alles getan hat, was nach Maßgabe der jeweiligen parlamentarischen Konstellation im Rahmen der äußerst angespannten Gesamtwirtschaftslage möglich war, so können diese Maßnahmen doch n u r als zusätzliche Hilfsmittel gewertet werden, die sich zudem erst allmählich auswirkcn. Die erste und drückendste Sorge gilt naturgemäß der Beschaffung der nötigsten baren Betriebsmittel. Die Amerikaanleihe darf als erster kleine'- Versuch, das Reol- kreditgeschäft zu beleben, ange,ehen werden. Auch wenn ich hoffe, daß weitere Anleihen folgen, so wird die s ch ä r f st e K a l k u l a t i o n des landwirt- schasllichcn Betriebsinhabcrs erforderlich sein, um obzuwägen, welche Zinsenlast der Betrieb auf lange Jahre hinaus tragen könne. Zu diesem Zwecke gilt meine Sorge nicht so sehr dem weiteren Ausbau als vielmehr der Vereinfachung des Pcr- f o n a l t r e d i t g e s ch ä f t s. Allerdings kann keine Rede davon fein, daß die laufenden Wechsel und Verbindlichkeiten in erheblichem Umfange uferlos prolongiert werden. Es muß unbedingt im eigensten Interesse des Landwirts Sorge getragen werden, daß die Verbindlichkeiten am Fälligkeitstage eingelöst werden. Um die Landwirtschaft einigermaßen in die Lage zu setzen, die dringendsten Verbindlichkeiten abzudecken, wird zur Zeit Vorsorge getragen, um die Bezahlung der infolge des Zinsdrucks vorzeitig mobilisierten Ernte zu ermöglichen. Ich hoffe, daß sich die Abnahme der landwirtschaftlichen Produkte auf dem Produktenmarkte in Zukunft in leidlich normalen Bahnen abspielen wird. Die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen Verhältnissen und den zu erstrebenden Zielen wird vorläufig noch in erheblichem Ausmaße bestehen bleiben. Die deutsche Landwirtschaft und mit ihr die deutsche Wirtschaft haben deshalb die Aufgabe, den Kampf zu führen um eine materielle Wiedererstar- k u n g des deutschen Volkes. Die Wohnungsnot in Preußen. Preußischer Landtag. D e r I i n , 26. Sept. Das Haus setzt die Beratung des Wohlfahrtshaushaltes fort. Zum zweiten Abschnitt, der das Wohnungs- und Eiedlungswesen betrifft, liegt eine große Zahl von Anträgen vor, die Vorschläge zur Behebung der Wohnungsnöte enthalten. Abg. Bergmann (Zentr.): Ohne die Hauszins st euer würde der Daumarkt zum Erliegen kommen. So unsozial die Steuer sei, für absehbare Zeit sei sie unentbehrlich. Allerdings sei eine Veredelung der Steuer erforderlich. Die Sätze für (Neubauten und Hypotheken bedürfen einer Erhöhung. Eine gänzliche Aushebung der Wohnungszwangswirtschaft sei iwch nicht an der Zeit. (Allerdings dürfe die (Regierung auch an der (Hot der Hausbesitzer nicht tatenlos vorübergehen. Abg. Meyer (Soz.) wünscht baldige Vorlegung des Entwurfes eines Städtebau - g e s e tz e s. 3m Wohnungswesen habe die pri- 'vate Betätigung völlig versagt. Die Hauszinssteuer ist sehr schwer tragbar. Auch die Gemeinden müssen im Wohnungsbau mehr guten Willen zeigen. Bedauerlicherweise wurde in den letzten Jahren der Mieterschutz erheblich abgebaut. Abg. Howe (Dm): Heute ist der Hauseigentümer fast völlig entrechtet. Alle seine Rechte hat sich der Staat angeeignet. Der wertvollste Teil des HauSbesihes ist für Spottpreise in die Hände der Ausländer übergegangen. Die Mieter haben jahrelang umsonst gewohnt. Aber reale Vorteile haben sie davon nicht gehabt. sie hatten nur die Ausländer. Die Vermutung. daß die heutige Wohnungszwangswict- schäft nicht länger ausrechterhalten werden kann seht sich immer allgemeiner durch. Planloses Drauflosbauen ist ebensowenig statthast wie stumpssinniges Gewährenlassen. Zu der Aeubau- tätigkeit muh aber auch dasalteVertrauen in die Vertragstreue hinzutreten, das leider in der Vachrevolutionszeit verloren gegangen ist. Abg. Grund mann (S) betont, daß die Hausziirssteuer zur Zeit noch die Grundlage für den Wohnungsbau bilde. Eine gerechte Verteilung ihres Aufkommens müsse angestrebt werden Wohlfahrtsmini st er Hirtsiefer teilt mit. daß die Gesamtsumme der Hauszinssteuer für ganz Preußen, die bisher zu Zwecken des Veubaues von Wohnungen bereitgestellt sei, sich aus 270 Millionen belaufe, wovon die staatlichen Anteile 60 Millionen und die Anteile der Gemeinden 210 Millionen ausmachten Eine nennenswerte Steigerung der gesamten Baukosten, insbesondere der Baustoff preise, ist seit dem Januar nicht eingetreten. Das (Reichsgeseh bestimmt, daß bis zum 1. April die volle Höhe der Friedens miete erreicht werden muß. Die preußische Staatsregierung hat aber bis auf weiteres von einer Erhöhung der Miete abgesehen. Die überwiegende Mehrheit der preußische: Industrie" und Handelskammern und der Gewe:belämmern hat sich legen die Befreiung gewerblicher (Räume von der Zwangswirtschaft oui gesprochen. Jedenfalls werden mir der wuchs rischen Ausbeutung entgegentreten Wcit rderatuvg Dienstag. ParSamentarisches aus Hessen. Darmstadt, 27. Sept. De Deutsch - nationale Dolkspartei hat im Landtag folgende Anfragen eingebracht: „Die Preise der hauptsächlichsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse (Getreide und Kartoffeln) stehen bei Berücksichtigung der Entwertung unserer Mark unter Friedenspreis. Was gedenkt die hessische (Regierung zu tun, im Verein mit der (Reichsregierung die Preise für Waren und Leistungen jeglicher Art entsprechend den Preisen der oben angeführten landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu senken?" Ferner: ..Nachdem nunmehr zahlreiche polnische Optanten den preußischen polizeilichen Ausweisungsbefehl erhalten haben, fragen wir an, 1. ob und tote viele polnische Optanten in Hessen ansässig find, 2. ob und wann die Negierung dem Beispiele Preußens folgen will?" Sicherheitspakt und Weltwirtschaftskrifis Paris. 27. Sept. Der Pariser Sonderberichterstatter des „QEatin“ Jules Sauer« wein hatte in Berlin mit dem Vorsitzenden des Vorstandes der AEG. Felix Deutschs eine Untcrrebung, über die er heute im „Matin" berichtet. Deutsch habe erklärt, daß die Verhandlungen über den Sicherheitspakt ein sehr nühliches Vorspiel für die Wie de rher- stellung des Friedens in der Welt seien. Die Sicherheitspakte hätten großen Wert, wenn sie den Frieden und das Vertrauen wiederbräch- ten. Es wurde jedoch ein Irrtum sein, zu glauben, daß sie d e gegenwärtigen Schwierigkeiten lösen oder schon für sich allein genügen würden, einer Katastrophe vorzubeuge Die industrielle Produkllsn habe sich infolge des Krieges in der Welt um 50 Prozent vermehrt: die Kaufkraft dagegen sei gesunken. Olian müsse also versuchen, das Gleichgewicht zwischen Produktion und Verbrauch wieder herzustellen, wenn nicht ganz Europa seinem ‘Ruin entgegengehen soll. Hierfür käme in Frage die Bildung von horizontalen Trusts, das heißt die Zusammenfassung der Produzenten einer und derselben Branche, zunächst in jeder Nation, dann unter den europäischen Nationen, schließlich zwischen Europa und Amerika. Diese Zusammenschließung habe er im Auge und nicht etwa die sogenannten Kartelle, bei denen man sich ja doch weiterhin Konkurrenz mache, die zerstörend wirke. Außer dieser Reorganisation der Industrie sei noch die Sanierung der Währung zu lösen. Frankreich sei dazu gezwungen und er nehme an, daß Caillaux sich damit beschäftigen werde, sobald er die Schuldenangelegenheit geregelt habe. Er sei überzeugt, daß die amerikanischen Trusts sich leicht mit den europäischen verschmelzen können. Amerika habe ein offensichtliches Interesse daran, denn es würde dann bei europäischen Unternehmungen die Möglichkeit haben, mit einem Lelbsikoskenpreis zu arbeiten, der geringer fei,- als fein eigener. Ls würde außerdem bann dort Kapitalien nutzbringend und sicher unterbringen können. Deutsch habe weiter erklärt, wenn jede neue Ration darauf hinarbeite, sich eine nationale Industrie zu schaffen, für deren Bildung die alten Nationen Generationen gebraucht hätten, dann werde das wirtschaflliche Gleichgewicht niemals wiederhergestellt werden. In Paris habe er ein bemerkenswertes Verständnis für diese Wahrheiten gefunden und mit Freuden begrüße er die Initiative für eine Wirtschaftskonferenz, die die französische Delegation in Genf ergriffen habe. Das sei tatsächlich ein gewaltiger Schritt; im guten Sinne natürlich, so habe Deutsch hinzuge- fiigt, erfordere diese wirtschaftliche Wiederherstellung Europas die Teilnahme Rußlands. Die Schlußsitzung der Vötterbundsversammlung. Wiederwahl der nichtständige» Ratsmitglieder. Genf, 26. Sept, lWolff.) Die Völkerbunds- Versammlung hat in ihrer heutigen Schlußsitzung die Wahl der sechs ständigen (Ratsmitglieder vorgenommen. Dor Beginn der Wahlhandlung erinnerte Ohao Hsin Chu ! (China) die Versammlung daran, daß sie sich vor zwei Tagen für die Berücksichtigung der großen geographischen und ethnischen Gruppen bei der Wahl der nichtständigen NatSmitglieder ausgesprochen haben. Er hoffe, daß diesem Grundsatz bei der jetzigen Wahl bereits Folge gegeben werde. Die Wahlhandlung ergab die Wied erwah l der gegenwärtig im (Rat als nicht ständigen Mitglieder vertretenen Staaten, nämlich: Brasilien mit 43 Stimmen, (Uruguay mit 40 Stimmen, Spanien und Tschechoslowakei mit je 35 Stimmen, Schweden mit 34 Stimmen, Belgien mit 32 Stimmen. An der Wahl haben 49 Staaten teilgenommen. Auf China entfielen 26, auf Persien 9, auf Holland 8 Stimmen. Wahrend der Wahlhandlung füllte sich noch einmal der Versammlungssaal vollständig. Es begann ein allgemeines Abschied- nehmcn. Nach Verkündigung des Wahlergebnisses verlas C u m e t a - Venezuela eine Erklärung, in der festgestellt wird, daß die Wiederwahl der seitherigen nichtständigen Ratsmitglieder eine Lage geschaffen habe, die nicht verlängert werden dürfe. Er glaube, daß die Mehrheit der Dölkerbundsversammlung diese seine Auffassung teile. Er brachte dann eine Motion ein, in der festgestellt wird, daß die Wiederwahl der seitherigen nichtständigen (Ratsmitglicber im nächst e u Jahre unterbleiben soll. Die Erneuerung soll entsprechend dem Grundsatz eines regelmäßigen Wechsels in der nichtständigen Vertretung der Völkerbund s st a a t e n im Rate erfolgen. Diese Motion wurde von der Versammlung angenom- m e n Nach Verkündigung des Wahlergebnisses ergriff Präsident Dandurand das Wort zu einer Schlußrede, in dem er einen Uebcrblid über di? Arbeiten der 6. Völkerbundsversammlung gab und insbesondere die Beschlüsse über die Vorarbeiten einer Abrüstungskonferenz und über die weiteren Forderungen des Gedankens des obligatorischen Schiedsverfahrens hervorhob. dessen allgemeine Grundsätze, die die 5 Völlerbundsversrmmlung ausgestellt hatte, durch die Beschlüsse der 6. Völkerbundsversanxm- lung nicht berührt würde. Die Sicherheit aber, wie sie im Genfer Protokoll vorgesehen sei, müsse nach der Auffassung der angesehensten Delegierten der Dölkerbundsversammlung durch regionale Abkommen ergänzt werden. Dandurand schloß hierauf die Versammlung. Aus aller Welt. Eilte Internationale der Künste und Wissenschaften. Vor einer Zuhörerschaft von 300 bis 400 Personen, unter denen sich u. a. Prof. (Rein* Hardt. Intendant Prof. Jeßner und der Dichter Ludwig Fulda als Vertreter der Düh- nenschriftsteller befanden, hielt der Direktor des Theaters „Odeon" in Paris Firmin Gemiers im Berliner Hotel Adlon eine programmatische Rede, in der er dazu aufforderte, durch die Vereinigung der Bühn enorganisatio neu aller Länder mitzuhelsen an der Errichtung eines Völkerbundes der dramatischen Kunst und darüber hinaus beim Ausbau einer Internationale der Künste und Wissenschaften. Wie die „Montagspost" hört, soll die erste Folge des neuen Bündnisses zwischen Gemiers und Jeßner eine Moliere-Jnszenierung mit französischen Künstlern im Deutschen Schauspielhaus in Berlin und gleichzeitig eine Aufführung des „W allenst ein" unter Jeßner in Paris werden. Wassereinbruch ans der Zeche Haniel. Oberhausen, 28. Sept. (WTD. Funkspruch.) Aus der neuen, noch im Dau begriffenen Schachtanlage „Haniel" 1 und IPber „Guten-Hoff- nung-Zeche" bei Bottrop erfolgte in dem ca. 150 Meter tiefen Schacht I in einer Tiefe von 75 Meter ein Schtoimmsanddurchbruch. Der Schacht wurde seinerzeit nach dem Gefrierverfahren abgetäuft. Die Abtäufung toar Ende August 1925 beendet. Der Schacht sollte jetzt zur Inbetriebnahme fertiggestellt werden. Freitag nachmittag machte sich auf der zweiten Sohle des Schachtes ein Wassereinbruch bemerkbar, der sich er st am Samstag voll a u s w i r k t e. Die Wasserfluten ergossen sich am Samstagmittag in den Schacht. Sechs Bergleute waren zur Zeit des Unglücks auf der ersten Sohle beschäftigt und wurden von der ungeheuren Wucht des Luftdrucks mehrere Meter weit fortgeschleudert. Außer einem Armbruch eines Bergmanns erlitten die Bergleute keine erheblichen Verletzungen. Sie konnten sich noch rechtzeitig vor den Wasser- und Schlammfluten in Sicherheit bringen. Die Wasserfluten setzten mit ungeheurer Geschwindigkeit den ganzen Schacht unter Wasser. Eine weitere Ausdehnung wurde durch rechtzeitiges Abdämmen der Schlammfluten verhindert. Am Samstagnachmittag stürzte der Schacht I vollständig ein. Die darauf befindlichen großen modernen Förderanlagen, das Hachit- betriebdgebäubc ?. ö ein Teil der Nebengebäude sowie eine große Menge Maschinen versanken in den sich bildenden Schlamm- und W a s s e r m a s s e n. Das ganze bildet ein wüstes Chaos von Schlamm, Steinen und Dalken. Der Schacht ist vollständig zerstört. Die Vertreter der Dergbehörden waren sofort nach dem Unglück zur Stelle, die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen wurden an Ort und Stelle getroffen. Von einer Gefährdung der Nachbarzechen ist keine Red?. Auch der Schacht II der Schachtanlage .Haniel" ist nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Amerikanische U-Dootkatastrvphe. Das Unterseeboot „6.51“ ist Freitag abend 7 Uhr infolge eines Zusammenstoßes mit dem Dampfer „City of Romo" zwanzig Meilen östlich von Block Island gesunken. Es wird ae- meldet, daß 37 Mann der Besatzung ertrunken während der Dampfer drei Mann rettete. Ein zur A t.ung des ilntcrfecb.'otcS ausgesandter Torpedobootszerstörer entdeckte 'eine aus Rettungsringen zusammengesetzte schwimmende Boje. Es besteht die leise Hoffnung, daß die Mannschaft des gesunkenen Schiffes diese Boje hergestellt hat und noch am Leben ist. Das U-Doot soll etwa in einer Tiefe von 127 Fuß liegen. Beamte der .Unterseebootsstation Neu- London begaben sich mit Rettungsmaterialien an den Ort des Unglücks. Winter im Schwarzwald. Freiburg i. Br., (WTD.-Funkspruch.) Nachdem in den letzten Tagen auf den Höhen des Schwarzwaldes wiederholt leichtes Schneeflocken- geriesel niedergegangen war, hat gestern abend auf dem Feldberg bet unter d e n Gefrierpunkt sinkenden Temperaturen st ä r - kerer Schneefall eingesetzt. Heute morgen 7 Uhr wurde auf dem Feldberg eine Schneedecke von 5 Zentimeter gemessen. Auch die anderen Höhen des Schwarzwaldes tragen zum Teile eine leichte Schneedecke. Weiterflug der japanischen Weltflieger. Samstag morgen 10 Uhr sind die beiden japanischen Flieger fast gleichzeitig in Berlin aufgestiegen, um ihren kühnen Flug sortzusetzen. Sie sind nachmittags 3$ Uhr auf dem Militärflugplatz in Straßburg gelandet. Sie hatten mit widrigen Winden sehr zu kämpfen. Japanisches Flugzeugunglück. Zwei japanische Flugzeuge stießen bei einer Gefechtsübung in großer Höhe zusammen. Die Maschinen wurden zerstört und die Besatzung getötet. Moskau—Königsberg in fünf Stunden. Zwischen Königsberg und Moskau sind von Flugzeugen der dem Aero-Loyd angeschlossenen Qlerolu t zwei Rekorde ausgestellt worden. Der Pilot Rießner flog die 1200 Kilometer lange Strecke nach Moskau in fünf Stunden und zwanzig Minuten und brauchte auf dem Rückfluge sogar nur fünf Stunden zwölf Minuten. Die flugplanmäßige Flugdauer beträgt zehn Stunden dreißig Minuten. Die Verhandlungen über eine Weiterführung dieser Linie im Winter erscheinen günstig. Zur Mordasfäre Rosen. Breslau, 27. Sept. (TU.) Heute abend ist der Schwiegersohn des ermordeten Professor Rosen, der Architekt Standtke auf Betreiben seines Verteidigers aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Wie totr weiter hören, wird der Regierungspräsident die bisher ausgesetzte Belohnung von 1000 Mari für die Ermittlung des Mörders vermutlich in allernächster Zeit wesentlich erhöhen. Die Untersuchung der Mordangelegenheit gestaltet sich dadurch außerordentlich schwierig, da täglich anonyme Zuschriften an den Untersu- I chungsrichter gelangen. Entlarvter Kurpfuscher. Die Wiener Polizei verhaftete den angeblichen Arzt Dr. Fritz K ö st l a r, welcher in Wien die ärztliche Praxis unbefugt ausübte und auch in Duisburg als Arzt aufgetreten war. Nach längerem Leugnen gestand er, daß er der in Baden geborene (Robert Rödigheimer sei. Er sei wohl an der medizinischen Fakultät in Straßburg eingeschrieben gewesen, habe jedoch sein Studium nicht voll beenden können und durch Fälschung der Dokumente seines Vaters das Dollordiplom usurpiert. Aus Stadt und Land. Gießen, den 28. September 1925. Der Krastpostverkehr in Oberhessen. Vom 4. Oktober ab verkehren die Kraft- Postwagen in Oberhessen nach folgendem Fahrplan: M ü ck e—U l r i ch st e i n: Ulrichstein ab 5.40 Uhr früh, Mücke an 6.43 Uhr (Zuganschluß nach Gießen und Fulda). Mücke ab 9.16 Uhr vormittags (mit Anschluß von -Gießen und Fulda), Ulrichstein an 10.30 Uhr. Ulrichstein ab 5.30 Uhr nachmittags, Mücke an 6.30 Uhr (Zuganschluß nach Gießen und Fulda). Mücke ab 9 Uhr abends (mit Anschluß von Gießen und Fulda), Ulrichstein an 10.16 Uhr. Ulrich stei n—S chotten: Ulrichstein ab 6.35 Uhr vormittags, Schotten an 7.23 Uhr (Anschluß nach Nidda). Schotten ab 11.30 Uhr vormittags (mit Zuganschluß von Nidda), Ulrichstein an 12.22 Uhr mittags. Ulrich stei n—L a u t e r b a ch: Lauterbach Bahnhof ab 5.43 Uhr vormittags (Zuganschlüsse von Alsfeld und Fulda), Ulrichstein an 7,00 Uhr. Ulrichstein ab 12.15 Uhr mittags. Lauterbach an 1.48 Uhr (Zuganschluß nach Fulda, Gedern. Alsfeld). Lauterbach Bahnhof ab (Zuganschluß von Alsfeld und Fulda) 6.37, Ulrichstein an 7.54 Uhr abends. Ulrichstein ab 5.50 nachmittags, Lauterbach Bahnhof an 7.08 abends (Zuganschluß nach Fulda und Alsfeld). Alsfeld — Gr. - Felda — Ehringshausen: Groh-Felda ab 5.45 Uhr vormittags, Ehringshausen an 6.25 Uhr (Anschluß nach Gießen und Alsfeld). Ehringshausen ab 7,10 Uhr vormittags. Alsfeld an 9.05 Uhr. (Zuganschluß nach .Gießen und Fulda.) Alsfeld ab 2.45 Uhr nachmittags (Zuganschluß von Gießen und Fulda). Groß-Felda an 3.45 Uhr. Groß- Felda ab 5.10 Uhr, Ehringshausen an 5.50 Uhr (Zuganschluß nach Gießen und Fulda). Ehringshausen ab 9.25 Uhr abends (Zuganschluß von Gießen), Groß-Felda an 10.10 Uhr. Alsfeld Kirtorf — Ehringshausen: Kirtorf ab 5.50 Uhr vormittags. Ehringshausen an 6.25 Uhr (Anschluß nach Gießen und Alsfeld). Ehringshausen ab 7.10 Uhr (Anschluß von Nieder-Gemünden und Fulda), Alsfeld an 8.30 Uhr. Alsfeld ab 2.45 Uhr nachmittags (Anschluß von Gießen und Fulda), Kirtorf an 3.31 Uhr. Kirtorf ab 5.20 Uhr nachmittags. Ehringshausen an 5.55 Uhr (Anschluß nach Gießen und Fulda). Ehrmgs- hausen ab 9.25 Uhr abends (Anschluß von Gießen), Kirtorf an 10 Uhr abends. Gießener Wochenmarktpreife. am 26. September (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200 bis 220, Matte 40, Käse 70, Wirsing 12, Weißkraut 8, Rotkraut 15, gelbe Rüben 15, rote Rüben 10, Spinat 25, Römischkohl 10. Dohnen 20 bis 25, Unter-Kohlrabi 6, Grünkohl 20, Feldsalat 80, Tomaten 35, Zwiebeln 12 bis 15. Meerrettich 40, Rhabarber 20, Kürbis 6, Pihe 30 bis 40, Kartoffeln 41 ... Falläpfel 6. Aepsel 20 bis 35, Dirnen 25 bis 30. Zwischen 16 bis 20. Brombeeren 45, Weintrauben 50. Honig 40, Nüsse 45, junge Hahnen 100. Suppenhühner 120 Pf. das Pfund. Eier 16, Blumenkohl 50 bis 100. Salat 15. Salatgurken 20 bis 30. Elnmach- gurken 2 bis 3. Endivien 15 bis 20, Ober-Kohlrabi 5 bis 10. Lauch 5, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 35 Pf. das Stück. Bornotizen. — Tageskal ender für Montag. Kaunfmännnnischer und Getoerbeverein 8>/t Uhr „Kaufmännisches Vereinshaus" Vortrag über Aufwertungsfragen. Gießener Konzertverein 7 Uhr Beratungszimmer der Universität Generalversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Jackie, der fieine Robinson". — Astoria-Licht» spiele: „Das Rätsel der Affenschlucht". Wettervoraussage. Nach kurzer Aufklärung erneut Bewölkungszunahme, westliche Winde, etwas milder, später Regenfälle. Nachdem das alte Störungsgebiet nun in weiterem Abrücken begriffen ist, hat das gestern bei Island gesichtete neue Tief nach Süden stark an Raum und dabei ganz beträchtlich an Viärke gewonnen. Seine Ausläufer reichen bereits bis zur Nordsee und werden uns morgen erreichen. Erneute Niederschläge stehen uns bevor. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 12,2 Grad Celsius, Minimum 7,2 Grad Celsius, Niederschläge 0,8 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 7,9 Grad Celsius. "KeineMieterhöhung in nächster Zeit. In der gesetzlichen Miete tritt bis aus weiteres keine Aenderung ein, um die Preis» senkunasaltion der Reichsregierung im gegenwärtigen Augenblick nicht zu erschweren. •* Reichsbahn und Preissenkungsaktion. Zur Unterstützung der Preissenkungs beftrebungen der Reichsregierung gewährt die Deutsche Reichsbahngesellschaft auf die Derzeitigen Frachttarife für Lebensmittel vom 1. Oktober ab eine lOprozentige Ermäßigung. Die Ermäßigung erstreckt sich auf Teigwaren, Suppen- präparate, frische Feld- und Gartenfrüchte, Seefische, Seemuscheln u. dgl., Butter, Schmalz, Margarine, Fette und Oele, Käse, Oelfrüchte und Oelsaaten, Brot, Heringe und (Breitlinge, gesalzen, und Kartoffeln. Eine Herabsetzung der Viehtarise war bei der gegenwärtigen Taris- Höhe noch nicht möglich. ** Erleichterung des Anme ldever- fahrens bei den Aufwerkungsst'ellen. Das Auftoertungsgesetz macht bei Hypotheken, Grundschulden usw. die Auswertung auf Grund Vorbehalts der Rechte oder kraft Rückwirkung davon abhängig, daß der Gläubiger seinen Anspruch bis zum 1. Januar 1926 bei der Auf- weriungsstelle anmeldet. Zur Erleichtermrg des Anmeldeverfahrens ist, wie der „Amtliche Preu» ftför ^kelfetnenft" mtttdlt, ein amtliches For- Eiar hergestellt. das dem Anmeldercden bei ven Amtsgerichten unentgelllich verabfolgt wird. Die Ausgabe ist nicht auf di« Amtsgerichte beschrankt. vielmehr ist der Rachdruck jedermann gestattet •• Die G ic he n« r Herbstmesse hatte gestern trotz des regnerischen Wellers und des aufgeweichten Bodens auf Oswaldsgarten einen guten Besuch aufzuweisen. Namentlich in den Abendstunden war der Zuspruch der Schau- und Deranüaungslustigen recht stark. Der Schlager der Messe ist diesmal die grohe Achterbahn, die sich denn auch der flam besonderen Gunst der Besucher zu erfreuen hatte. Daneben konnte man aber ebenfalls regen Deiuch zahlreicher anderer Unternehmungen beobachten. *• Verbesserung der Postverbin - düng nach Südamerika. Vom Oft ober an wird zur Beförderung der Vriefposr nach Südamerika (Brasilien. Argentinien. Paraguay. Uru- Qual) und Chile» auher den bisherigen Leitwegen auch wieder der Weg über Liffabon benutzt werden Die Neuerung bedeutet eine wesentliche Ver- teffetunfl der Pottverbindungen nach Brasilien. Chil: und den 2a Plata-Staaten. Die Leitübersicht für Bncfsendungen nach außereuropäischen Ländern wird künftig hierüber besondere Angaben enthalten. •• Auftrieb auf dem Frankfurter Schlachtviehmarkt. 4782 Schweine. Buntes Allerlei, (besinnt ober gesonnen? In feinen Römischen Charakteren schreibt der flla|fifd)e Philologe Birt S. 26: der Senat war immer noch altmodisch gesonnen. Auch Dr. v. Gagern „Unter gekrönten Häuptern" S. 40, läßt eine königliche Hoheit gnädig gesonnen sein. Beiden Zeugnissen für die falsche Form ist als drittes das von Avenarius (Kunstwort 1904 5.617) hinzuzufügen, der von monarchisch Gesonnenen sprach, gar nicht zu reden von Gaudys spartanisch geson- neuen Schülern und alliiert gesonnenen Alumnen (W. 5. II s., Seite 131 Exzellenz sind gnädig gesonnen), denen in demselben Werk (Seite 95) ein dem Hause treu Gesinnter gegenübersteht. Die richtige Belehrung bietet Burte, Wiltfeber S. 72 mit dem Ausspruch: Also habe ich gesonnen und derart bin ich gesinnt. Gesinnt bezieht sich auf die Gesinnung, Stimmung oder Denkweise: bei Luther finden wir: fleischlich, christlich, irdisch gesinnt. Es gehört nicht als Mittelwort zu fintien, wovon „ich bin gesonnen" eine Absicht ausdrückt, sondern zu dem Hauptwort Sinn wie gewillt au Wille, gesittet zu Sitte, gelaunt zu Laune, gestiefelt und gespornt zu Stiesel und Sporn u.a.m. Goethe gebraucht gesinnt auch in der Bedeutung seinen Sinn worauf gerichtet hebend, entschlosten (etwas zu tun), z. B. im Wild. Meister 4, 9 er sei nicht gesinnt, ihm nachzugeben. Dafür trat schon bei Schiller gesonnen ein, im Don Carlos 3, 10 sagte der König: Ich bin nicht gesonnen, in meiner Diener Schuld zu stehen: Fiesko hat (4, 13) einen Strick gedreht, womit er den Dieb der Republik aufzuhängen gesonnen ist. Dieser jetzt allgemein gewordene Gebrauch des Mittelworts gesonnen ist aber auf den Begriff der Jbfidjt, des Willens zu beschränken und nicht auch noch auf die Gesinnung und Denkweise auszudehnen. Man kann nur gut ober wohl, friedlich, freundlich. feierlich, schlecht ober döse gesinnt sein, ebenso katholisch, liberal, radikal usw. Vielleicht hat zum Ucbergrciicn des Mittelwortes gesonnen in das Gebiet des vom Hauptwort Sinn abgeleiteten gesinnt auch das .zum Cigenfchaitswort gewordene Mittel- wort besonnen beigetragen, das die noch im 18>Jahr hundert gebräuchliche ichwache Form besinnt oöllin verdrängte Rur in süddeutscher Mundart findet sich noch ur.btfmnl: solch unb'smnt Schwätzen, em un besinnte» Stückel bei Anzengruber. Sternfteinbof (1. 42; 4b) neben unb'sonnen (Anzengruber 4,53). Die Spinne als Industriearbeiter. 3n einer Fabrik für Messinstrumente in Hoboken bei Neuyork sind 200 Spinnen damit beschäftigt, die für manche Messinstrumente erforderlichen feinen Fäden zu spinnen. Für dielen Zweck wurden früher Menschcnhaare und äuherst fein ausgewogener Platindraht verwendet, doch sollen dicebczüglichc Untersuchungen den einwandfreien Beweis erbracht haben, das Spinnenseide ungleich bessere Dienste leistet. Dah Arbeitsverfahren spielt sich in folgender Weise ab: Die Spinnen werden von Arbeiterinnen auf ihre Handteller gesetzt und durch vorsichtiges Klopfen veranlaht, sich von der Hand in die Diese hinabzulassen. Die Spmne erzeugt zu diesem Zweck einen Faden, den sie. während sie am freien Ende hängt, an der Hand befestigt, bevor sie den Boden erreicht, befestigen die Mädchen den Faden an einem Spulrad und wickeln ihn durch vorsichtige Drehung des NadeS langsam auf. Dadurch wird die Spinne, die sich ständig bemüht, den Boden zu erreichen, immer wieder ein Stückchen in die Höhe gezogen und so genötigt, den Spinnprozeh andauernd fortzusetzen Auf diesem Wege kann man von einer einzigen Spinne Fäden von mehreren hundert Meter Länge erhalten. Die Spinnen werden auher der .Arbeitszeit" in einem groben Käsig verwahrt und mit Stubenfliegen gefüttert. Plätze im Paradies zu verkaufen. Sine hebräische Zeitung, die in Jerusalem erscheint, der „®oar Hayem", berichtet von einem ebenso schlauen wie gelungenen Geschäft, mit dem ein Muselmann namens Abul Said sich ein riesige- Vermögen erworben hat. Sr kam nämlich auf den Gedanken, seinen Glaubensgenossen Plätze im Paradies zu verkaufen, besten Herrlichkeiten der Prophet ia so verführerisch geschildert hat. „®r erzählte," so schreib! daS Blatt, »daß der Prophet ihm im Traum erschienen sei und ihm gesagt habe, er möge sich nach der heiligen Stadt begeben, wo er in der Nähe seines Grabes den genauen Plan des Paradieses stnden werde. Aus Grund dieses Planes könne er die Plätze an die Gläubigen verkaufen, die sich im Jenseits einen besonders günstigen Ort sichern wollten. Der Preis der Plätze hängt natürlich von ihrer Lage ab, und es gibt solche in jeder Preislage. Zahlreich sind die Kunden von Abul Said, und er hat mit diesen himmlichen Terrains mehr Geld verdient als der gröhte der irdischen Grundstücksspekulanten. Gin reicher Anhänger des Propheten kaufte ihm, als er fein letztes Stündlein herannahen fühlte, einen besonders schönen Platz für die Summe von 250000 Dollar ab. Die Erben wollten sich diese Minderung der Hinterlastenschaft nicht gefallen lasten und Der- klagten den klugen Paradiesverkäufer vor den Gerichten, die ihn gefangen setzten. Die Verhandlung ergab, dah er denselben Platz mehrere Male verkaufte. Mit den Gewinnen aus dem Handel hatte er einen ganzen Häuserbezirk angekauft und sich einen prächtigen, reichbesetzten Harem zügel egt Augenscheinlich glaubte et mehr an bas Paradies Mohammeds - auf dieser Erde. Ader eS fand sich unter den Zeugen keiner, der ibn belastet hätte. Sie waren im Gegenteil sehr zufrieden, und eine Witwe erzählte unter Tränen, dah ihr ihr verstor- bcner Mann im Traum erschienen sei und ihr erzählt habe, wie glücklich er über den Kauf sei. So musitc Abul Satd unbestraft entlassen werden. Er seht seinen Handel in aller Anhe fort, denn die Mohammedaner sind davon überzeugt, dah dieses Geschäft rechtmähig und segensreich ist." Die schöpferischen Anlagen der süddeutschen Stämme. Zu her Frage, welche Verschiedenheiten sich bet den schöpferischen Anlagen der süddeutschen Stämme zeigen, hat der Tübinger Phvsiologe Basler einen interessanten Beitrag geliefert. Dah die Bayern eine austallende Begabung für Thealcr- spiel zeigen, ist bekannt, ein groher Prozentsatz aller Schauspieler sind Bayern, und es ist kein Zufall, dah sich dort das BolkSschauspiel zu hoher Blüte entwickelt bat, wie die PassionSspiele in Oberammergau immer wieder beweisen Aber auch in der Malerei und Plastik zeichnen die Badern sich aus. Basler hat sich nun besonders mit der schöpferischen Anlage der Württemberger beschäftigt und Dabei ein ganz anderes Bild gewonnen Aus Württemberg stammt kaum ein Schauspieler, und es sind auch nur wenig Maler und Bildhauer bekannt geworden Dafür übertrifft diese» Land die meisten andern deutschen Länder auf einem anderen Gebiete bei weitem. Kein anderer süddeutscher Stamm besitzt soviel Dichter. Diese allgemeine Erfahrung hat Basler durch statistische Unterlagen bestätigt. Aus der Kunstge- schichte von Ianitscheck schrieb er alle in Bayern, Württemberg und Baden geborenen Maler heraus, die wenigstens so bedeutend erschienen, dah mindestens eins ihrer Bilder wiedergegeben wurde. Die Tabelle, die sich dabei ergab, zeigt in der Tat sehr deutlich, wie auherordentlich unter den Malern die Bayern überwiegen. In derselben Weise machte Basler aus einer Literaturgeschichte eine Ausstellung aller Schriftsteller, von denen ein Porträt gegeben wurde. Bei der tabellarischen Darstellung zeigte sich diesmal, dah Bayern und Württemberg ihre Rollen vertauscht hatten, während Baden in beiden Tabellen keine Rolle spielt. - B. Büchertisch. — Bei dem durch seine zahlreichen medizinischen Werke, namentlich auf dem Gebiete der Psychologie und Psychiatrie rühmlichst bekannten Münchener Verlag 3. F. Bergmann erschien als Heft 119 der „Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens" eine interessante psychologische Studie der Persönlichleit Rousseaus aus der Feder Dr. Adolf Heidenhains (3. 3.Rousseau, Persönlichkeit, Philosophie und Psy- ch o s e). Der Verfasser gibt eine eingehende und fesselnde Darstellung der psychischen Entwicklung Rousseaus von den Kinderjahren an an Hand der nur geringen authentischen zeitgenössischen Berichte, vor allem aber, besonders für die späteren Jahre, auf Grund eines gründlichen Studiums feiner Werke. 515 Marie Giers. Lat di nich um- fmieten, Roman aus der Franzosenzeit und den Befreiungskriegen. lVerlag Max Sehfert, Dresden-R 15.) Die betonte Schriftstellerin gibt hier ein Spiegelbklb jener gewaltigen Zeit vor Hunden 3abren. in der zum erstenmal die deutsche 3ugend sich als Hüter deutscher Sb re zu fühlen beginnt. DaS Bach ist ein kraftvolle'. Ansporn für unser heutiges Geschlecht, eine ernste Mahnung jur Einkehr und Besinnung auf bk Pflichten gegenüber dem Vaterland. 242 — Son den „TO i 11 • i (u n g e n“ des sehr r übrigen rührigen Wetzlarer Geschichtsve > eins, die der beste Henner Wetzlarer Geschichte Professor Dr. H. Gloel im Selbstverlag de Vereins herausgibt, liegt das Neunte Heft vor. Der Herausgeber selbst berichtet über die alten Wetzlarer Grabsteine und Epitaphien in räumlicher und chro nologischer Gliederung. C. Metz gibt eine einleudi tenbe Darstellung der prähistorischen Niederlasiung aus der Plank bei Wetzlar. Aus der Drangsalszei! de» 30jährigen Kriege» erzählt Oberpfarrer Himmel reich in Braunfels interessante Einzelheiten. Einen wertvollen Beitrag für Volkskunde liefert H. Neuhaus mit drei Sagen au» dem Streife Wctzlai A. Schönwerk in Düren steuerte ausschlusireiche Aul sätze über die Burg in Wetzlar und die „Spilburg" bei. Fünf Briese des bekannten Nechtsgelehrtei, F. 5T. v. Savigny über Wetzlar gibt Prof. Dr. Stoll Kassel bekannt. Lieber die Lichtensteiner im Ulmsiü schreibt Dr. St. Stuhl, Gießen. Eine Fortführung der Wetzlarer Chronik bis 192-5 und der Jahre: bericht über die Vereinstätigkeit schließt das gui ausgestattete. vielseitige Heft ab. 510 -- Witte: Sommersonnentage in Japan und China (Verlag von Dandenbroct fit Rupprecht in Göttingen). Als Missionsdirektor ist der Verfasser im Fernen Osten lange Zeit tätig ge wesen. Mit feinstem Verständnis lind roarmem Nachempfinden hat er die fremden Kulturen auf sich wirken lassen, ist ihnen nachgegangen, hat mit hellem Blick das Ringen der alten Tradition mit den übermächtigen Lebensformen des Westens beobachtet und gibt außerordentlich interessante Schilberungen von seinen an Erlebnissen überreichen Wander führten. Gute Illustrationen in großer Zahl tmtei stützen das geschriebene Wort. 32* — AlS neueste Erscheinung der bcfannte-i Reclamschen Universalbibliothek «Verlag Ph. Ne clam jr. in Leipzig) liegen vor: H Stehr Der Schinbelmacher und 'Ad Kodsch Gaukler deS Leben- 351 352 — Deuts cherHumor auS fünf Jahrhunderten ist von W. Srängev mit viel Geschmack und Verständnis in zwei gewichtigen Bändeir zusammcngetragen. von Grimmelshaufen an biS auf unsere Zeit. Der einzige, ivahre Humor, der Humor des Herzens durchzieht hievt Buch, nicht platter Witz, banale Zoten, die beute sich oft anspruchsvoll als Humor ausgeben. Dm zückende Holzschnitte und Zeichnungen zeitgenössischer Meister illustrieren daS vom Verlag R.Pip . & Co. in München in anheimelnd archaisierender Art ausgestattete Werk. 208 — Zvbelt i y: Die Fürstin Witwe (GngelhornS Rachs.. Stuttgart), ein flott geschrie bener UnterhaltungSroman aus einer lanqlmn versinkenden Welt. 1140 — K. P. Hasse, Markgraf von Mvn locivla: Die italienischeRenaissance (2. Ausl . KrönerS Taschenausgabe. Verlag Alfred ftröner in Leipzig). Gine ausgezeichnete, durch ihren klaren Ausbau auch für ungeschulte Lese geeignete Einführung in daS philosophische und künstlerische Werk der Renaissance. 282 senkt die Preisen £*'l In der klaren Erkenntnis, daß nur Produktionssteigerung die von allen Kreisen herbeigesehnte Preisermäßigung erzwingen kann, haben wir eine bedeutende Erhöhung unseres Fabrikations-Programms durchgeführt. 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Daselbst auch Krauthobel zu verleiben. 0788 ® «*Ä»5 L'Ä^N Nr. 227 Zweites Blatt Montag, 28. September 1925 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) ieseck—Gieszen Aus diesem Grund ist vor- IJt Lohnsteuerbefreiung für abgebaute Angestellte. er- des Su- Fried- Kreuz, Haas), Mar- Stadt- mit zwei Linien als auch durch die Stadt theater. Case Hettler, Finanzamt, Bahnhos. Diese Linie soll an bestimmten Tagen (vorerst Mittwoch nachmittag und Sonntag nachmittag) den Verkehr nach den Kliniken aufnehmen. Diese von der Kommission vorgeschlagene Linienführung und Haltestellen wurden von der Gemeindevertretung gutgeheihen. Die Fahrpreise erfuhren ebenfalls eine möglichst weitgehende Staffelung. Ausgehend von dem Grundsatz, nach kurzer Zeit nicht mit einer Tariferhöhung kommen zu müssen, ist das Unternehmen von Anfang an auf eine gesicherte finanzielle Basis des Betriebsrätegesehcs festgesetzten Abkehr- gclder steuerfrei sein sollen, sondern auch d i e i e n i g e n A b g e l l u n g - l u m m e n. r. e che auf Grund s reiwilliger Vereinbarun- g e n den abgebauien Angestellten bewilligt werden Solche Zahlungen unterlagen nämlich bisher Händen sein dürfte, gesehen, den Derkehr Völkerbund, Kolonien und wir. Dom Admiral Brüninghaus. M d. R. MU dem Abschluß eines Sicherheitsoer- trages wird der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund akut. 3n eine Institution, der man bei uns. nach allem, was oorgefallen ist. nur mit sehr gemischten Gefühlen und mit dem größten dem Lohnsteuerabzug. Eine Befreiung soll aber nur insoweit eintreien, als die Höhe der Ab- gangse n . . en im iS'.rvcl alle sechs M o- natsgehälter nicht übersteigt. Eine entspre^end« Verfügung an die Finanzämter ist in dielen Tagen zu erwarten Danzigs Vergewaltigung Damals, als der Brieilaftenlonslikt zwischen Danzig und Polen ausbrach, lieh die Warschauer Regierung an der Danziger Grenze beträchtliche Truppenmassen aufmarschieren. Sie machte auch aus ihrer Absicht, sich eventuell mit Gewalt durchzufehen. also in Danziger Gebiet einzu- marschieren. kein Hehl. Der Handstreich unterblieb jedoch aus „höhere Anweisung" hin. die wohl aus Paris kam. Inzwischen hat sich nun der Völkerbund zu einer geradezu ungeheuerlichen Rechtsbeugung hergegeben. Polen hat mit Hilfe seiner Genfer Freunde die Vergewaltigung des Freistaates Danzig erreicht. Aber nicht genug damit, es will seinen „Sieg" jetzt mit der Einrichtung e iner polnischen Wache auf der Westernplatte krönen, die Polen als Munitionsstapelplah im Danziger Hasengebiet zugefprochen worden ist. 88 Mann stark soll diese Wache sein. Mit anderen Worten : die Warschauer Regierung will sich in Danzig die Basis sür eine spätere polnische Garnison schaffen. Wenn man sich daran erinnert, dah der Danziger Hafen schon jetzt 15 polnische Kriegsschif fe mit etwa 600 Mann ständig beherbergen muh, dann dürften darüber, was Polen mit seiner ..Wache" auf der Westerplatte bezweckt, keinerlei Meinungsverschiedenheiten mehr bestehen. Selbstverständlich wird die Warschauer Regierung jeden Anlaß — liegt keiner vor. wird eben einer inszeniert — benutzen, um die Wache zu vergröhern und eines Tages soviel Soldaten nach Danzig hineingeschmuggelt zu haben, dah es Europa vor voll - endete Tatsachen, nämlich die Annexion des Freistaates, stellen kann. Vorläufig soll sich aber erst einmal der Völkerbund mit dieser Angelegenheit beschäftigen und Polen die Erlaubnis zu einer derartigen Wache geben, woran angesichts des Briefkastenentscheides natürlich nicht zu zweifeln ist. Im Verfolg der schriftlich und mündlich hobenen Vorstellungen wurde den Vertretern Deutschen Bankbeamtenvereines von dem ständigen Ministerialdirektor im Reichssinanz- ministerium mündlich zugesagt, dah in Zukunst nicht nur die von den Arbeitsgerichten nach § 87 sowohl in Wieseck, . Gießen aufzunehmen. Die Linie A soll mit der Anfangsstation am Friedhof durch die Rabe- nauer Straße, Kornblumenstraße, Grabenstraße, Gießener Straße nach Gießen, dort durch die achtens ganz gewaltig, wenn man (ich einbildet. Deutschland würde sich mit einem derartigen — um es kurz auszudrücken — kolonialen Trinkgeld abfinden lassen Ebenso wie beim Sich-er- heitspatt vollkommene Gegenseitigkeit Vorbedingung für den Ab'chluh ist. Io werden auch die Ansprüche Deutschlands auf koloniale Betätigung unter dem Gesichtswinkel vollkommen er Gleichberechtigung mit den Rationen beurteilt werden müssen, die bisher bereits würdig waren, den kolonialen Dölkern die Segnungen der Kultur zu übermitteln. Frankreich hat. als eS die Rachfolgerschaft Deutschlands in Kamerun antrat, bekanntlich zunächst für die schwarze Bevölkerung die allgemeine Wehr- pslicht eingeführt und damit nach außen bekundet, daß das viele Gerede von seiner Friedfertigkeit nicht ernst genommen werden kann. Es mag dahingestellt bleiben, in welcher Form und mit welchen Methoden in späterer Zeit die Betätigung in den kolonialen Gebieten vor sich gehen wird. Solange das Mandatsystem aufrech'erhalten wird, muh Deutschland verlangen. dah ihm die Verwaltung derjenigen Gebiete wieder übertragen wird, zu deren Prosperität - um mit den Worten des englischen Ministers Churchill zu reden — es früher bereits so wesentlich beige t r a g e n hatte. Die breite Oessentlichkeit sollte mehr als bisher der kolonialen Frage ihre Aufmerksamkeit widmen und die maßgebenden Stellen unserer Regierung sowohl wie die des Auslandes nicht im Zweifel darüber lassen, dah wir nicht gesonnen sind, uns auch in bezug auf die Kolonien als ein Volk zweiter Ordnung behandeln zu lassen. Rordanlage, Oswaldsgarten, Westanlage, Bahn- hofstrahe nach dem Bahnhof führen, während der Weg der Linie B ebenfalls mit der Abfahrt am Friedhof die ganze Giehener Straße entlang, dann durch die Ostanlage, Südanlage, Frankfurter Straße. Liebigstrahe nach dem Bahnho führen soll. Als Haltestellen für die Linie A wurden festgesetzte Friedhof, Lindenplah, am Kreuzungspunkt der Turnstrahe mit Kornblumen» st raße, am Ende der Kornblumenstrahe (Graben- strahe), als letzte Haltestelle in Wieseck zwischen Ortsausgang und Grabenstrahe. Im weiteren Verlaus der Fahrt: Kreuzungspunkt Wiesecker Weg-Marburger Straße, Walltor, Schillerstrahe, Turnhalle am Oswaldsgarten, Schanzenstraße, Mißtrauen gegenübe rs. eh en kann. Der verhängnisvolle. jeder Gerechtigkeit ins Gesicht schlagende Spruch über das Schicksal Oberschlesiens. der geradezu ein Hohn auf das vielgepriesene Delbstbestimmungsrecht der Völker ist, die erst kürzlich getroffene Entscheidung über die Danzig-polnische Streitfrage und vieles andere mehl haben das Vertrauen in den Völkerbund aufs schwerste erschüttert. Für eins kommt daher ein Beitritt nur in Frage, en, die unsere gestellt worden Reben den Wochenkarten lind Einzelfahrscheine. Fahrscheinhefte und Monatslarten rorac eben. Ein Unterschied in der Ausgabe der Wochentarten soll nicht gemacht werden. Diese haben Güitig- leit von MontagS bis Sams agS und berechtigen ür jeden Tag zur einmaligen Hin- und Rückfahrt. An Tagen, an denen die Karte nicht benutzt wird, geht die Fahnberechtigung verloren. Der Preis für eine Wochenkarte, also für 12 Fahrten, beträgt bis zum Walltor 1,20 Mk.. bis zum Bahnhof 1,80 Mk. Um den Kurzarbeitern entgegenzukommen, sollen halbe Wochenkarten zum halben Preis ausgegeben werden. Der Fahrpreis für eine einzelne Fahrt beträgt bis zum Walltor 20 Psa., bis zum Bahnhof 35 Psg. ab Walltor 15 Pfg, ob Marburger Straße 20 Pfg., letztere beiden Fahrpreise in Richtung Bahnhof, in Richtung Wieseck umgedreht. Eine Fahrt innerhalb Wiesecks soll 10 Big. losten. Kinder unter 6 Ja >ren, soweit sie keinen eigenen Platz beanspruchen, sind frei, die Mitnahme von Hunden ist verboten, die Behandlung der Gepäckstücke wurde der Verkehrskommission zur Festsetzung von Richtlinien überwiesen. Die Fahrscheinhefte weifen wieder einen wesentlichen Rachlaß auf. Ein Heft mit 12 Fahrscheinen, gültig bis Walltor, kostet 1,80 Mark, bis zum Bahnhos 3,20 Mk. Die Monatskarte. die mit Lichtbild versehen sein muß, und ebenso wie die Wochenkarte nicht übertragbar ist, kostet 15 Ml. Die Autohalle mit Werkstatt soll, nachdem verschiedene andere Projekte fallengelassen wurden, auf einem Gemeindegrundstück hinter dem Faselstall errichtet werden. Damit sind die Wagen beim Fahrtbeginn sofort an Ort und Stelle, ebenso abends beim Einstellen der Fahrten. Vis zur Fertigstellung der Halle steht der Gemeinde ein Raum zum Unterstellen der Wagen zur Verfügung. Die vorliegende Zeichnung sand die Zustimmung des Gemeinderat-. Die eingelaufenen Angebote für die ausgeschriebenen Chauffeur - und Schaffner- stellen sollen von der Derkehrskommission gesichtet und der nächsten Sitzung hierüber Bericht erstattet und Vorschläge unterbreitet werden. Für die Verwaltung des Unternehmen- wird ein ständiger Betrieb sausschuß, gewählt, der aus den Gemeinderäten Heinrich Schmidt. Karl Denner und Karl Bremer, sowie aus den Herren Dr. Rein und Adolf Rau besteht. Der Detriebsausschuh wählt sich seinen Vorsitzenden selbst. Die rein lassen - mäßigen Arbeiten werden vom Gemeinderechner und dem Bureaupersonal mit erledigt. Die Oberaufsicht hat der jeweilig amtierende Gemeinderat mit dem Bürgermeister an der Spitze. Sämtliche Funktionen werden ehrenamtlich ausgeübt, um dem jungen Unternehmen so wenig wie möglich Unkosten zu machen Einige weitere Punkte, wie die Beschaffung von Betriebsstoff, der Abschluß der Versicherungen usw. wurden der Der- kehrskommission überwiesen. Die Festlegung des Fahrplane- ist vorläufig noch zurückgestellt, um allen Bedürfnissen so weit wie möglich gerecht zu werden. Tressen die Aulos ein, bevor diese Arbeiten zum Abschluß gekommen sind, so wird nach einem provisorischen Fahrplan gefahren. Mit dieser Sitzung waren die Arbeiten in dieser Angelegenheit zu einem gewissen Abschluß gelangt. Wird nun der Betrieb ausgenommen, fo geht damit ein jahrzehntelanger Wunsch des weitaus größten Teils der hiesigen Einwohnerschaft in Erfüllung: Wieseck mit seinen fast 4000 Einwohnern ist den großen a l l g e - Bahnhos. Die Linie B fährt ab Hof durch die Port nach dem Gießener Straße (etwa bei Metzger Gebäude der Reichspost, Grabenstraße, burger Straße, Gericht, Moltkestraße. wenn alle Vorbedingung Regierung in voller Offenheit der ganzen Welt verschiedentlich llargelegt hat. erfüllt sind. Und auch dann wird man nur sehr schweren HerzenS und nur rein ver st andesgemäß einen Schritt unternehmen, der bei Abwägung aller »Für" und .Wider" immerhin gewisse, die Rach- teile überwiegende Vorteile für uns bietet. Hier soll nur die im Zusammenhang mit dem Eintritt in den Völkerbund stehende Frage der Wiederaufnahme unserer kolonialen Betätigung kurz erörtert werden. Rach der Völker bundslatzung ist „das Wohlergehen und die Entwicklung der Kolonialvölker eine heilige Ausgabe der Zivilisation", während der Raub unserer Kolonien mit der Feststellung begründet wird, dah „Deutschland sich unfähig und unwürdig gezeigt habe. Kolonien zu verwalten". Die ganze Verlogenheit, mit der die Ausschaltung Deutschlands aus der Reihe der Kolonialmächte zu bemänteln versucht wurde, trat schon kurze Zeit nach dem formellen, nicht wirklichen Abschluß des Weltkrieges durch das Diktat von Versailles deutlich zutage. Bereits am 28. Juni 1921 erklärte der jetzige englische Finanz- Minister Winston Churchill in einer Rede auf der britischen Reichskonferenz wörtlich folgendes: ..Wir haben versucht, das Tanganjikagebiet mit einer Regierung zu versehen, die nicht hinter der deutschen Verwaltung zurücksteht. Daher ist in diesem Jahre ein beträchtliches Defizit entstanden. Ich fürchte, daß in ein bis zwei Jahren die Lage des Gebietes ungünstig abschneiden wird im Vergleich zu seinem früheren Fortschritt und seiner Prof Verität in den Händen unserer ehemaligen deutschen Gegner. Und wie die Bevölkerung unserer früheren Kolonie Ost- Afrika die Fähigkeit und Würdigkeit Deutschlands zu kolonisieren, einschäht, erfahren wir aus der gewiß unverdächtigen ..Times", die am 24. Mai 1921 schreibt: „Die Bewohner Ost- Afrikas sagen folgendes: Die Worte der Deutschen waren scharf, aber i hr Herz war recht. Der Engländer spricht sanft zu und. aber seine Zunge l st fr um m." Wer die Eingeborenen kennt, der weih, daS soll heihen: ..Die Deutschen haben unS manchmal scharf angefaht, haben es aber immer gut mit uns gemeint, und deshalb find wir gut Freund mit ihnen gewesen," während die Beurteilung der Engländer den sprichwörtlich gewordenen englischen Cant in recht eindeutiger Weise kennzeichnet. Wenn man sich dann noch vergegenwärtigt, mit wie vorbildlicher Treue und Hingebung die Askaris Getto to- V orbeck in seinem Heldenkampf unterstützt haben, so genügen diese wenigen Beispiele, die man beliebig vermehren könnte, um zu beweisen, dah Deutschland volles Anrecht daraus hat, das .Wohlergehen und die Entwicklung der Kolonialvölker" wieder ebenso wie früher in die Hand zu nehmen, und zwar nicht nur in beschränktem Umfange, sondern entsprechend den Leistungen, die gerade unser Volk in den Kolonien. die es früher verwaltete, aufzuweisen hat. Man liest jetzt in der Presse, dah England unter Umständen bereit sein würde, kleine Teile Togos oder Kameruns Deutschland zur kolonialen Betätigung zurück- zugeben: es sind dies nach meiner Auffassung lediglich V e r s u ch b a l l o n s. mit denen man die deutsche öffentliche Meinung für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zu beeinflussen versucht Man täuscht sich jedoch meines Er- Die Autolinie 3 £ Wieseck, 28. Sept. 1925. Der Autoverkehr stand als einziger Punkt auf der Tagesordnung der letzten G e - meinderatsfitzung, nachdem die ganze Angelegenheit nunmehr so weit vorgeschritten ist. daß in nicht allzuferner Zeit mit der Aufnahme des Auto-OmnibusverkehrS zwischen W.eseck und Gießen gerechnet werden kann. Für die damals gewählte Verlehrskommisfion liegt zwischen dem heutigen Tag und dem Tag der Inangriffnahme des Projekts eine reiche Fülle von Arbeit. Enttäuschungen und neuen Hoffnungen. In unermüdlicher Arbeit konnte das für die Lebensinteresscn unlerer Gemeinde Io überaus wichtige Derkchrs- inittel nun endlich als soweit unter Dach und Fach belindlich bezeichnet werden, daß, nach gründlicher Vorbereitung in der Kommission, an die Beratung der Einzeisragen herangetreten werden konnte. Grundsätzlich soll, wie von den Mitgliedern der Kommission erllärt wurde, das ganze Unternehmen von vornherein auf eine gesunde Basis gestellt werden: von diesen Gedanken getragen, waren die der Versammlung vorgelegten Entschlüsse, aus den gleichen Boden stellte sich die Versammlung. Der ganze Fragenkomplex wurde in seinen einzelnen Gliederungen von der Kommission Borget ragen und erläutert, auf diese Weise war es möglich, all die vielen zu treffenden Vorbereitungen in einer Sitzung zu erledigen, soweit eine sofortige Erledigung möglich war. Die Haltestellen sollen, um der ersten Forderung an ein Verkehrsmittel, daß es den voraussichtlichen Fahrgästen soweit als möglich entgegenfommt, gerecht zu werden, so gelegt werden, daß kaum Grund zu Beschwerden vor- Ge» Der- Dem von Rachmittag klingelte es unaufhörlich. Der Duft von nicht ganz unverfälschter Schokolade für wertig blasierte kindliche Gaumen erfüllte das Haus, und äußerst glatt gekämmte, geputzte Kinder kamen, eines nach dem andern, stumm und sehr verlegen an. Ein Gast wurde noch hereingetragen, er konnte zwar laufen, zog aber bisweilen noch die Beförderung auf dem Arme seiner Wärterin vor, die nebst mehreren anderen Zofen zum Schreck der Mutter mit da- blieben, da ihre Schutzbefohlenen slch sonst gefürstet hätten. Die eine Begleiterin stellte sich fofort vor: „Ich bin das „ Fräulein" von der kleinen Ella", um sich die gebührende Titulatur von vornherein zu sichern. Dieses Fraulem war entsetzlich affektiert und erzog mit gezierter Stimme ohne Aufhören an der kleinen Ella. „Run. Ellachen. gib ein hübsches 5yanbd)en El lachen, mach ein artige# Knixchen. — Ellachen, halle dich hübsch gerade", so dah die beklagenswerte Ella nicht zu Atem kam und wie eine Pagode nach allen Seiten hin bürte und nickte. Paul empfing seine Gäste, ohne sich sehr durch Höflichkeit anzustrengen. Er warf zunächst einen sprechenden Blick auf ihre Hände, um sich zu vergewissern, dah ihm auch keiner den Geburtstags iribnt vorenthalten habe, nahm diesen bann eilig entgegen und mußte zum Danken leider immer aufs neue ermahnt werden. Die Gesellschaft war endlich vollzählig, der Serviettenvorrat der Familie herbeigeholt und zur Sckwnung der Toilette den Gästen vorgebun- ven, und diese konnten nun glückselig darauflosschmausen. Es fehlte übrigens nicht an bedauernswerten Zwischenfällen. Ein derber Karl, dessen Begriff Von geselligen Freuden bisher nur darin zu bestehen schien, daß er seine Rachbarn puffte und an den Haaren zog, war neben einen empfindsamen Julius placiert worden, der keinen Spaß Kindergesellschaft. Don Hans Arnold. Aus der Humoreske „Pauls burtstag" mit Erlaubnis des leger« A Bonz. Stuttgart. Bande: Ausgewählte Rovellen Hans Arnold entnommen. verstand und in lautes Wimmern aus brach Die beiderseitigen Mütter, die „auf ein Stündchen" mügefommen waren, um sich „die kleine Gesellschaft anzusehen", mußten gezwungen Partei gegen ihre Söhne nehmen, wobei Karls Mama den weinenden Julius innerlich für weibisch, die glückliche Besitzerin von Julius aber wieder Karl für roh erklärte und jede sich freute, den andern nicht zum Kinde zu haben. — Eine ilntcr&rcdjung der Tafelfreuden fand auch insofern statt, als es sich herausstellte, dah dem Senior der Gesellschaft ein Maulezahn wackelte. Dieser mußte nun aus Besorgnis, er könne mit dem Zwieback verschluckt werden, unter Tränen operiert werden, ein Vorgang, der brennendes Interesse bei den anderen Kindern erregte und mindestens fo gut war wie eine Theatervorstellung. Rach aufgehobener Tafel machte man sich ans Spielen. Dir meisten geselligen Unterneb- mungen scheiterten leider daran, dah die Gäste noch zu klein waren, um die Pointe der Sache zu verstehen, und als man eine etwas lärmende „Reise nach Jerusalem" entrierte, schickte der Mieter aus dem ersten Stock herauf und lieh flehentlich um Ruhe bitten, da schon zwei Prismen von seinem Kronleuchter abgefallen wären. Die Beschäftigung mit Pauls neuen Sachen ging auch nicht recht, denn Paul wollte in unbegrenztem Eigentumssinn nichts borgen und spielte immer gerade mit dem, was sich ein Gast erkoren hatte. Der fleine Franz fetzte feine Wirte dadurch in tödliche Verlegenheit, dah er händeklatschend und flehend alles geschenkt haben wollte. Als ihm dies verwehrt wurde, packte er sich hinterrücks das Hängcschürzchen voll und machte sich bereit, damit abzuziehen. Bei diesem unge'ey- mäßigen Vorgehen wurde er attrapiert und ihm der Raub wieder abgenommen, woraus er in ein so entsetzliches Geschrei ausbrach, dah er „wegblieb" und man allerseits Gott dankte, dah er überhaupt wieder zu sich kam. Die fleine Versammlung bildete nun Gruppen nach Steigung und Instinkje, wobei sich nur der Alebelftanb herausstellte, daß der empfindsame Julius an einer Art Verfolgungswahn laborierte und ohne Aufhören zu seiner Mutter kam, um ihr mit Tränen zu klagen: „Die lassen mich nicht mitspielen, der hat gesagt, er borge mir die Peitsche nicht!" woraus er dann immer wieder getröstet und per Zwangspaß der menschlichen Gesellschaft zurückgegeben wurde. Das fatalste Mitglied des Kreises war eine unsäglich tugendhafte, beständig klatschende Else, die von Paul auf Grund der einfachen Angabe: „sie hat Lccken", zur Kindergesellschaft befohlen war, und di^ in edler Selbstgerechtigkeit beständig Reden über sich im Vergleich mit den andern hielt. „Paul nimmt, ohne zu fragen, nicht wahr, das ist doch unartig? Ich frage immer, wenn ich etwas nehme! Ach, Paul weint noch — solch ein großer Junge — ich bin viel kleiner und weine nie!“ Die Stunde einer vechältnismäßigen Erlösung brach endlich insofern an, als man von fünf Uhr ab die Erlaubnis hatte, den Haus- garten mit Vorsicht zu benutzen, und die mit- gekommenen Mütter sich nun empfahlen. Teils auf eigenen Füßen .sich nicht führen lassend, teils auf portativem Wege gelangte der gesellige Kreis die Treppen hinab, und unter Gottes freiem Himmel tobte die Kinderschar bis zum Abend. Dann öffnete Paul geräuschvoll die Tür des väterlichen Sprechzimmers, um mit unzweifelhafter Uebersättigung hineinzurufen: „Die werden noch nicht abgeholt!'r Auf Paul wirkte das Un- gewohnte entschieden nicht vorteilhaft, er litt sichtlich unter dem Uebermah der Freuden, die sich heute in materieller und ideeller Gestalt aus ihn gehäuft hatten, und gab durch ein herzliches und öffentliches Gähnen feine vollständige Ueber- einstimmung mit Falstaffs Worten kund: „Ich wollt', es wäre Schlafenszeit und alles wär' vorbei!" Hinter ihrem mißvergnügten Wirt erschien die Schar der Geladenen. Ein Gast deutete durch eine bandagierte Stirn auf düstere Erlebnisse, deren Ursprung von Paul durch ein entschiedenes und unpcovoziertes „ich war's nicht!" in kriminalistisches Dunkel gehüllt wurde. Der Doktor sah mit feindlichen Blicken auf die Kindergefellschast. die. statt sich mit Hüten und Mäntelchen in dem erwünschten Stadium des Abschiednehmens zu befinden, ganz den (Sinbrucf machte, als wollte sie sich hier oben noch einmal häuslich niederlassen. Die kleinen Gäste mußten auf jeden Fall entfernt werden, und da in der Liebe wie im Kriege alle Mittel gelten, so führte unser Geburtstagsvater den ersten Gedanken aus, der ihm durch den Kops schoß, ohne zu überlegen, wie weit derselbe loyal und dem Völkerrecht entsprechend sei. Er hob Paul mit einer Zärtlichkeit, die sonst bei Vätern für unmännlich gilt, auf seine Knie und flüsterte ihm ins Ohr. „Richt wahr, du möchtest gern schlafen gehen, mein Junge?" woraus Paul laut und unhöflich schrie: „Ja, die sollen Weggehen, die sollen jetzt nach Hause gehen!" Der Vater gebot ihm Schweigen und wandte sich dann an seine Frau: „Elisabeth, der Junge ist nicht ganz wohl, du hattest schon recht heute früh — ich habe ihn mir eben angesehen — der — kriegt die Masern!" Diese mit erhobener Stimme gesprochenen Worte übten auf die Kinder und besonders auf die Bonnen die Wirkung aus, die ein Weih, der unter die Hühnerschar fährt, zu veranlassen pflegt. Mit und ohne Entschuldigungen, aber in blinder Hast verabschiedete sich Pauls Kindergesellschaft. und während die angstvolle Mutter ihren Jungen nach Masern durchsuchte, retirierte die ganze Bande und nahm sich kaum Zeit, ihre Hüte und Mützen zu sammeln. Als der letzte Gast sich entfernt hatte und man sich in der wohltuenden Ruhe und Stille erst bewußt wurde, wie groß der Lärm des Tages gewesen fei, ergriff die Mutter ihren Paul, um ihn nun auch sofort zu Bett zu bringen und dem üblichen Verziehen mxfc eine Ertradvsis ä conto der Blasern hinzuzufügen. Ihr Mann aber hielt sie zurück — er sah lehr vergnügt aus. „Wie kann sich eine alte Doktorsfrau so ins Bockshorn jagen lassen!" sagte er behaglich, „hast du fefcon einmal ein Malerkind gesehen, das so munter aussieht?" Die Mutter sah ihn erstarrt an. „Rein, nimm rnir's nicht übet!“ rief sie dann empört, „das ist doch zu arg!" „Se> du ganz still!" erwiderte der Doktor ruhig, „und bedanke dich bei mir! Ohne meinen klugen Einfall sähe die furchtbare Barche samt den sechs Fräulein und K'.nderrüuhmen noch zwei Stunden hier und du hättest morgen die schönste Migräne! Statt dessen trinken örr jetzt gemütlich Tee und Paul darf xur Geburtstagsfeier aufbleiben und mit am Tisch essen!" meinen Verkehrswegen an ges ch lof sen und die Entwicklung unseres Gemeinwesens tritt damit in eine neue Phase. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. + Grünberg, 28. Sept. (Eigener Drahtbericht des „„Gieß. Anz.".) Bei der gestrigen Bürgermcisterwahl wurde der Kandidat des Vauernbundes und Sozialdemokratie, Karl Georg Södel mit 626 Stimmen gewählt. Auf den Kandidaten Magel entfielen 297, auf den Kandidaten Seifert 239 Stimmen, ungültig waren 6. Von 1408 Stimmberechtigten übten 1168 = 83 Prozent ihr Wahlrecht aus. Das Snteresse der Bürgerschaft an der Wahl war außerordentlich groß, das Resultat wurde mit brausenden Hochrufen ausgenommen. 2) Sich, 25. Sevt. Vor einigen Tagen hielt Dr. jur. Ruckelshausen-Gießen einen öffentlichen Vortrag in der Gastwirtschaft von Sakob Stein dahier über das Thema: Die Aufwertungsgesetze und die A n l ei h e a b i o - sungsgesehe unter besonderer Berücksicytt- gung der Fälle, in denen Anträge oder Anmeldungen zur Aufwertung von Seiten der Gläubl- ger wie Schuldner erforderlich sind. Bürgermeister Volker begrüßte die Versammlung und stellte den Vortragenden vor. Dieser brachte Eingangs seines Vortrages zum Ausdruck, daß ö'.c Versammlung nicht erwarten dürfe, daß er Kritik an der Arbeit des Gesetzgebers üben werde, sondern daß seine Ausführungen streng sachlicher Aatur seien und sich eng an das geschaffene Gesetz halten würden. Dieser Aufgabe wurde der Redner in jeder Hinsicht gerecht. Die sachlichen Aussührungen des Redners, die von der Beherrschung der Materie ein glänzendes Zeugnis ablegten, fanden den verdienten Beifall. Die Versammlung erfreute sich eines guten Besuches uni) ließ durch Bürgermeister Volker dem Redner für den Vortrag besten Dank aussprechen. töreis ^riesherg. pb. Butzbach, 25. Sept. Gemeinde- ratssitzung. Vor Eintritt in die Tagesordnung bringt Stadtv. D r e l l e r einen dringlichen Antrag des Technischen Ausschusses über Anschaffung eines Motors für die Uni’ forme ranlage im Elektrischen Werk ein. Die Kosten betragen etwa 4000 Ml., die nach längerer Aussprache bewilligt werden. — Die Vergebung der Bauarbeiten des Ü1 m b a u e s des Elektrizitätswerkes werden nach öem Vorschlag des Bauausschusses genehmigt. - Der Ortssahung über Kanal- und Müllabfuhr wird nach einigen vom Ministerium vorgenrmmenen Aenderungen zugestimmt. Auf Antrag Dreller wird den beiden städtischen Arbeitern, die die Müllabfuhr besorgen, ein Zuschlag von 25 Proz. des Tagelohns bewilligt - Für die Mädchen-Fortbildungsschule wird die Anschaffung von zwei Röderherden genehmigt. Der seither benutzte größere Herd soll öffentlich verkauft werden. — Die Vergebung der städtischen Wohnungen in den neuen Reihenhäusern an der Solmserstraße erfolgt mit einigen Abänderungen nach den Vorschlägen des Wohnungs- und Finanzausschusses. Die Miete für eine Dreizimmerwohnung wird auf 360 Mk., die für eine Zweizimmerwohnung auf 258 Mk. jährlich festgesetzt. — Die Beschlüsse des Finanzausschusses hinsichtlich: a) des Geländeaustausches zwischen Stadt und Sa?. H ei l, b) der Verpschtung der Gärten anWilh. Reitz und Ehr. Hoffmann zum Preise von je ' 10 Mk. jährlich, c) der Bewilligung eines Ehrenpreises für den Polizei- und Schuhhundeverein in Hohe von 20 Mk., d) der Benutzung der Kochküche in der Stadtschule für auswärtige Fortbildungsschülerinnen, e) der P achtfest sehung für Wilh. Fenchel für die in der Gemarkung Griedel gelegene städtische Wiese in Hohe von 100 Mk. jährlich, f) der Erhöhung der Gebühr für die Verpflegung der Obdachlosen in der Herberge von 0,60 auf 1 Mk. pro Kopf, g) des Gesuchs des Kino- besihers Sean Henrich um Erlaß der Steuer für einen Kulturfilm — werden genehmigt. — ‘ Das Gesuch des Sean Henrich um Erlaß der Vergnügungssteuer aus 1924 wird abgelehnt. — Der Verkauf eines Bauplatzes der E i ge n ° heim- Ballgesellschaft an Frau Müller w'-d genehmigt. Der Preis für den Der gefesselte Str om. Roman von Hermann Stegemann. 21 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ein todblasses Knabengesicht bog sich über Bord und riß die Kette aus Los verkrampften Fingern. Zwei Schläge brachten Hanns in die Hohe, links von ihm trieb die schwarze Masse des Kahns vorbei, rechts spülte die Flut das unterwaschene Ufer. Da rauschte vor ihm die Fifchwage aus der Tiefe, und halb bewußt, halb unbewußt, schob er das Kind in das ausgebreitete Reh. Dann riß ihn die Strömung darunter hinweg. Tief bog sich das Retz, so köstlichen Fang hatte der Fischmeister von Rheinau noch nie getan. Er warf nur einen einzigen Blick auf seine Buben, sah Hanns hinter dem Kahn das Wasser pflügen und Hermann nun mit der Hakenstange Grund gewinnen, und hob vorsichtig die Last, die leblos die Maschen füllte, aus dem wilden Strom. Ein nasses, Weißes Kleid, ein toten- blasses Gesicht mit erstorbenen Zügen, ein Mädchen. so feingliedrig, wie er nach keins gesehen hatte. Er hob es aus dem Retz und legte es auf den Rücken, kniete sich daneben, schob ihm den Arm unter die Schultern und richtete es auf — auf, ab, auf, ab, Wohl zehnmal. Dann suchte er den Schluß des Kleides, öffnete es, kniete sich hinter das Püpplein, ergriff die dünnen Arme und bewegte sie im Takt auf und nieder. ..Der Hanns war zu schnell, er behält dich nicht, der grüne Würger" murmelte er und schoß einen langen Blick auf den glitzernden Rhein. Da kamen feine Buben. Er blickte sie nicht an. „Geh nach St. Soseph um Hilfe, Hermann." sagte et kurz, „und den Hanns, den brauch' ich auch nicht hier." Quadratmeter ^oird auf 3 Mark festgesetzt. — I Für Anschaffung von Matratzen ufw. für daS Hospital wird ein Kredit von 1000 Mk. bewilligt. — Am Schluß der Sitzung weist Stadt- verordnetere P l o ch darauf hin, daß Bürger- meister Kohler heute gerade 3 2 Sabre im Dienste der Stadtverwaltung tätig sei. Herr Kohler trat am 25. Sept. 1893 als Gehilfe ein, wurde 1900 Stadtsekretär, und im Sabre 1919 nach der Amtsniederlegung des inzwischen verstorbenen Bürgermeisters Flach zum Bürgermeister der Stadt gewählt. Er hat es verstanden, das Steuer der Stadt in der Rachrevolutionszeit ohne besondere Anstände weiterzulenken. Dafür gebühren ihm besonderer Dank. Stadtverordneter P l o ch bittet den Stadtvorstand um sein Erscheinen am kommenden Dienstag abend 8 älhr zu einer kurzen Abschiedssitzung. Bürgermeister Kohler dankt dem Stadtvorstand für die ihm gewidmeten Worte, für die ihm während seiner Tätigkeit gewährte Unterstützung. Er versichert, daß er auch nach seinem Ausscheiden der Stadtverwaltung gern mit Rat und Tat zur Seite stehen werde. — Die Einführung des neuen Bürgermeisters Dr. Saufen aus Köln erfolgt am Mittwoch, 30. Sept., abends 7 Ähr, durch den Kreisdirektor Gebhardt, Friedberg. : : P o h I - G o n s. 27. Sept Bei der heute dahier stattgehabten Beigeordneten Wahl wurde der derzeitige Beigeordnete Konrad Kollmer IV.. her Kandidat des Bauernbundes, mit 186 Stimmen Wiedergew ä h l 1. Der von der Sozialdemokratischen Partei ausgestellte Gegenkandidat Sohannes Röhrig erbiet' 140 Stimmen. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 26. Sept. Gemeinde- ratssihung: Die Beratungen über die Kana l i s i t i o n des verlängerten Steinwegs, sowie beim Schulhans in der Brunostraße und auch am Reuen Weg wurden fortgesetzt. Der Kredit hierfür im Betrag von 8500 Ml. wurde bewilligt und soll bei der Kommunalen Landesbank in Darmstadt ausgenommen werden. Gleichzeitig wurden die Bestimmungen des Statuts über die Kanalisation bemängelt und beschloßen, das Ortsstatut der Baukommission zur Rachprüfung zu überweisen, ob nicht Erleichterungen hinsichtlich der Hausanschlüsse eintreten konnten. Sodann wurde über die älnterhaltungsar beiten an den alten ©taötbefeftigungen gesprochen. Es sollen vorerst die Besitzer der einzelnen Teile beim Grundbuch amt festgestellt werden. Weiter lag ein Hilfsbedürftig leit s- fall vor, der vorerst der Berwaltungs- und Rechtskommission zur Rachprüfung überwiesen wurde. Das gleiche Schicksal fand das Gesuch des Gärtners Traumülier um Genehmigung zur Aufstellung eines Blumenverkaufs» Häuschens an dem Untertor, das zuerst der Baukvmmission vorgelegt werden soll. Für die weiteren Punkte der Tagesordnung lverschiedene Baukreditgesuche) wurde die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. — Die Arbeiten am neuen Kreisamt sind in letzter Zeit sehr gefordert worden. Bereits am 21. September konnte Kreisdirektor Dr. G a ß n e r in seine neue Wohnung einziehen. Die übrigen Wohnungen, nämlich für den Kreisamtmann, Regierungsassessor ufw. sollen im Laufe des Winters fertiggestellt und bezogen werden. Das Bureau selbst wird erst am 1. April 1926 seinen Einzug halten können. — Wie wir bereits früher mitteilten, waren in unserem Kreise verschiedene Autolinien geplant. So einmal von Büdingen nach Hanau und eine andere in den Vogelsberg. Beide ßtnien konnten bis jetzt noch nicht eröffnet werden, da sich immer noch nicht alle beteiligten Gemeinden zur Tragung des geforderten Garantiebetrags bereit erklärt haben. Kreis Schotten. ; Schotten, 27. Sept. Das von den Verbänden hessischer Forst beamten ihren im Weltkriege gefallenen Kameraden errichtete Ehrenmal auf dem Altenburgskopf ist soweit fertiggestellt, daß die Weihe am 2. Oktober erfolgen kann. Das aus heimischem Basalt erbaute schlichte Denkmal, von Wald umsäumt, ist eine äußerst finnige Ehrung für die 71 gefallenen Forstbeamten. — Die amtliche Konferenz der Lehrer unseres Kreises findet am nächsten Mittwoch in der hiesigen Turnhalle statt. Dabei wird Kreisschulrat Lorenz aus Lauterbach unter Vorführung eines Films über Lichtbild und Kinowesen im Dienste der Schule sprechen. „Lebt sie?" fragte Hermann und tastete mit zerschundenen Fingern nach ihr. „Geh, sorg' ihr zum Leben", antwortete der Vater. Gehorsam stob er davon. Ein leiser Seufzer kam über die bläulichen Lippen des Mädchens. Hanns nahm still Rock und Schuhe und ging auf die Bloße, um sich zu trocknen. Am Waldrand rollte schwarz sein Zug und ließ eine weiße Rauchschleppe zurück. Die groben Hände Christian Sngolds streiften das Gewand von Los Schultern und rieben sanft die feuchte kalte Haut, bis sie sich rötete, Wo die Sonne einen goldenen Kreis auf dem Boden zeichnete, bettete er Lo sorglich ins Gras und deckte sie mit seiner Sacke zu. Er rieb ihr jetzt die kleinen weihen Füße. Sie atmete, blickte verstört um sich und sank wieder zurück. Dann Hermann mit einer wollenen Decke gerannt, hinter ihm die Pflegerin, Soseph und Engelhart. „Zieht sie aus und wickelt sie in die Wolle, dann tragt sie unters Dach." Der Fischmeister befahl und sie gehorchten stumm. Sm Kampf mit dem Rhein waren sie an rasches Handeln gewohnt. „Das tolle Mädel! Sngold, wenn sie im Rhein geblieben wäre." Krampfhaft schüttelte Engelhardt dem Fischer die Hand. „Schicken Sie lieber dem Hanns ein Hemd und ein Paar Hosen", erwiderte Sngold trocken und machte sich an der Fischwage zu schaffen. Als er wieder aufblickte, war nur noch Hermann bei ihm. Er stand regungslos, mit krampfhaft zuckenden Lippen, und starrte in den Strom, der unbekümmert in ewig gleichem Drang vorbeizog. „Seht sollt' ich dich in die Beize nehmen. Erzähl'!" „Sch bin schuld, Vater Sie hat nur darin sitzen wollen." „älnd du steckst nicht einmal die Ruder in die Krampen, ehe du die Kette losest, und weißt doch, daß heute das Wasser toll ist!" X1X Burkhards. 28. Sept. (Eigener Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Die erste Bürgermeisterwahl in unserem Dorfe, die vor einigen Wochen stattfand, brachte das Ergebnis, daß der bisherige Bürgermeister Kneipp eine Stimme mehr erhielt als sein Gegenkandidat Kunkel. Diese Wahl wurde angefochten und vom Kreisausschuh Schotten für ungültig erklärt. Gestern fand nun eine neue Bürger- mei st erwähl statt. Diesmal kam's umgekehrt, denn jetzt erhielt der Kandidat Kunkel eine Stimme mehr als sein Gegenkandidat Bürgermeister Kneipp. Ob die jetzige Wahl unungefochten bleibt, steht noch nicht fest. Kreis Wetzlar. ]:[ Hochelheim, 26. Sept. Dieser Tage wurde das hiesige Gemeindeobst versteigert. Dabei wurden gute Preise erzielt, obwohl die Obsternte gut ausgefallen ist. Besonders gesucht waren edlere Aepfelsorten, wie Wintergoldparmäne, Renetten, Schöner von Boskoop und außerdem die kleinen „Rotäpfel", da man aus letzteren einen vorzüglichen Apfelwein bereitet. So kam ein Baum dieser Sorte mit reichern Behang über 60 Mark. Die Gemeinde kann das Geld in jetziger Zeit sehr gut gebrauchen, zumal ihr durch die Feldbereinigung und der Wegeneubauten und dergl. ganz erhebliche Unkosten entstanden sind. Augenblicklich sind zwei neue Brücken über den Schwindbach im Bau, eine an dem Weg nach Lützellinden, die andere an der Straße Hochelheim—Rechtenbach. Durch den Bau dieser letzteren wird einem großen Uebelstandc hoffentlich für immer abgeholfen. Dort war bisher wohl eine neue steinerne Brücke. Doch hatte man sich bei dem Bau derselben nur nach dem Lauf des Baches und nicht nach der Straße gerichtet, so daß letztere an dieser Stelle eine Krümmung hatte. Dadurch staute sich das Wasser bei Gewittern und starken Regenfällen und floß über die Straße, wodurch diese bann manchmal längere Zeit unpassierbar war. Außerdem litt die Straße durch das Wasser so, daß sie öfters gedeckt werden mußte. Diesen Uebelftanb will man badurch beseitigen, daß man ber Brücke eine andere Richtung gibt, bas Bachbe11 verlegt und in dem Wehr eine Schleuse eingebaut. Letztere ist nötig, weil der Bewässerungsgraben für die Wiesen in den „Gräben" hier beginnt. Da derKreisan dem Neubau ein großes Interesse hat, hat er der Gemeinde einen namhaften Beitrag zur Deckung der Unkosten in Atissicht gestellt. Hessen-Nassau. fpd. Marburg, 27. Scpt. Zahlreiche Kinder auS Harle zündeten beim Kartoffelroden ein Feuer an, um sich Kartoffeln zu braten. Dabei fingen die Kleider des achtjährigen Schmiedstöchterchens Lengemann Feuer. Sm Augenblia glich das Kind einer lodernden Feuersäule. Ehe Hilfe zur Stelle war. hatte das Kind den Flammentod gefunden. fpd. Herborn, 26. Sept. Die bekannte W a l z e n mÜh l e der Firma Martin Dek- ker in Riederfischbach wurde durch ein mächtiges Grohfeuer völlig zerstört. Auch das Eelreidelager wurde ein Raub der Flammen. Die älrfache wird auf Kurzschluß zurück- geführt. bl. Dillenburg, 26. Sept. Im Kreise haben die Db ft oer ft eigerungen eingesetzt. Der Preis für Aepsel und Zwetfchen stellt sich auf 12 bis 15 Mark pro Rentner. Die Apfelernte ist im Durch- schnitt gut, Pflaumen und Birnen gibt es dagegen weniger. — Der ber Stabtverwaltung vor- liegenbe Antrag auf Bau von Wohngebäuden in größerem Umfange erfordert 5 6 0 0 0 0 Mark. Mit diesem Betrage können in vier Jahren etwa 200. Wohnungen hergestellt werden. Ob ber an unb für sich beachtenswerte Plan in Erfüllung geht, erscheint im Hinblick auf die Finanznot zweifelhaft. fpd. Frankfurt a. M., 27. Sept. Unter neuen zehn falschen Namen hat ber ocht- unbvierzigjährige Kaufmann Julius Jacoby aus Königsberg in Frankfurt, Wiesbaben, Gießen, Kassel, Leipzig, Nürnberg, Marburg unb vielen anderen Städten große Schwindeleien verübt. Der elegant und sicher auftretende Gauner suchte in diesen Städten Tauschwohnungen und verübte, wenn er die Zimmer besichtigte, dabei ausgedehnte Diebstähle. Auch bemühte er sich, Lehrerinnen ober Studenten zu engagieren unb stahl hierbei nach Herzenslust. Jacoby, ber wegen ähnlicher Taten schon schwer vorbestraft ist, konnte noch nicht ergriffen werden. Seinen neunzehn falschen Namen setzte er natürlich stets den „Dr." vor. — Der vielfach mit Zuchthaus vorbe- „Ich habe die Kette nicht gelöst, aber Lo ist doch nicht schuld. Sch hab' ihr von Damaskus vorgelesen, und da sind wir auf einmal ins Treiben gekommen, ich weih nicht, wie!" „Und wenn sie jetzt verloscht wie ein Licht", antwortete der Vater. „Mein Lebtag hab' ich kein Kind gesehen wie dies. So fein, daß Sonne und Mond hindurchscheinen." Keine Miene zuckte in Hermanns Gesicht, er beherrschte sich, preßte die Lippen zusammen und schwieg. Sm stillen aber sagte er trotzig voller Sn- bruftft: Gott im Himmel, ich weiß nicht, wo du bist und wie du bist, ich weiß auch nicht, ob es nützt, wenn ich bete, aber ich teilt, daß Lo lebt. Sie ist nicht schuld. Sie hat nicht gewußt, daß der Rhein so ein älnhold ist. Rimm mich, wenn eins büßen fofi. Sch bitte dich, lieber Gott, nimm mich! Sie ist zu zart und fein, nimm lieber mich! Die Sonne in den Augen, blickte er unverwandt in den flimmernden Himmel. Christian Sngold sah den inbrünstigen Ausdruck in dem erklärten Gesicht seines Buben und erkannte den mageren, sommersprossigen Knaben nicht mehr. Leise tauchte das Reh wieder in den Rhein. Doch blieb es leer, so oft er es auch senkte und hob. Da nahm er es als Zeichen und sagte: „Der Rhein hat uns das Kind geschenkt, komm, Hermann!" „Lind der Hanns, Vater?" fragte mahnend der Sohn. Der Alte reckte den müden Rücken. Finster schoben sich die Brauen zusammen. ..Der Hanns Sngold lauft sich nicht frei mir dem Sprung in den Rhein. Er wäre kein Mann, wenn er mich zuerst hätte ins Wasser gehen lassen. Alles andere bleibt, wie es ist." Lind ohne sich nach Hanns umzusehen, ging er zum Kahn, der weiter unten verankert lag, hängte das Schleppseil ein und legte sich in den Gurt. Hermann ergriff das freie Ende, und so zogen sie tief gebückt den Kahn stromauf. Hanns Sngold sah sie, den Knaben vorauf, den Vater dicht hinter ihm, langsam, Schritt strafte Gustav R e i f ch m a n n ist ein bei den Polizeibehörden bekannter Spezialist für Bahnhofsdiebstähle. Ganz besonders gewandt ist Reischmann, wenn er einem Reisenden, der beim Lösen einer Fahrkarte seinen Koffer auf den kleinen Schaltertisch gesetzt hat, diesen Koffer heimlich und sacht stehlen kann. In den letzten Wochen gelang es ihm, auf diese Weise zahllose Koffer in seinen Besitz zu bringen. Vergangenen Freitag wurde er aber im Hauptbahn- Hof auf frischer Tat ertappt und f e ft g e n o m » men. — Bei dem schweren Herbstgewitter, das Freitag mittag über den nördlichen Stadtteilen niederging, traf ein Blitzstrahl einen an einem Neubau beschäftigten jungen Hilfsarbeiter unb tötete i h n auf der Stelle. Zwei Dersonen wurden betäubt, konnten sich aber bald wieder erholen. — Im Stadtwald wurde abends ein Radfahrer von zwei Menschen, die im Graben aufpaßten, Überfällen, in den Wald ge» schleppt und seiner Barschaft und der Papiere beraubt. Auch das Rad nahmen ihm die Räuber ab. Hersfeld, 26. Sept. (Wolff.) Der Mittagszug der Hersfelder Kreisbahn ist gestern aus bisher noch nicht festgestellten Ur» fachen in der Rahe der Stadt Hersfeld entgleist. Der Zug setzte sich aus z^oei Lokomv- iioen, Packwagen, drei Personenwagen und zehn Güterwagen zusammen. Die Personenwagen wurden in den Packwagen hineingeschoben. Die beiden Lokomotiven hatten sich bis zu den Achsen in die Erde eingebohrt. Acht Personen wurden verletzt, davon drei schwer. Die Schwerverletzten sind Kreisbahndirettor Hille aus Hersfeld, ein Fräulein G o 11 m a n n aus Weimar und - eine Frau Marie Schmidt aus Bochum. Die übrigen Verunglückten stammen aus dem Kreise Hersfeld. * Kassel, 26. Sept. Da der Speditionsfirma Heinrich Wenzel nunmehr wieder genügend arbeitswilliges Personal zur Verfügung steht, wurde im Einverständnis mit der Reichsbahndirektion in Kassel die Technische R o t h i l f e heute wieder zurückgezogen. 20 Rothelfer habe., 14 Tage lang den Transport der Güter von dem Eisenbahngüter schuppen nach den Abnehmern übernommen, da die Arbeiterschaft zur Verrichtung dieser Rotstandsarbeit nicht bereit war. Feuerwehrlag in Lich. )) Lich, 27. Sept. Hier fand der Herbst- verbandstag der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Gießen statt. Die Freiwillige Feuerwehr Lich hatte keine Anstrengung gescheut, den auswärtigen Wehren den Tag so ängenehm wie nur möglich zu machen., Bereits morgens gegen 9 Tlhr trafen die ersten Wehren ein. die von dem Ortsverein mit klingendem Spiel abgeholt wurden. Rach beendigtem Vormittagsgottesdienst fand in Steins Saalbäu der Herbstvertretertag unter der Leitung des Vorsitzenden Fritz Wenzel-Gießen statt. Als Vertreter der Regierung waren Regierungsrat Wolf vom Kreisamt Gießen .anwesend, der der Versammlung seinen Gruß entbot und die hohen Sdeale feierte, die den Freiwilligen Feuerwehrmann beseelen sollen. Bürgermeister Volker entbot den Gästen den Gruß der Stadt Lich Die geschäftlichen Fragen waren bald erledigt, so daß man schon kurz nach 12 ülhr zur Besichtigung der Feuerwehr Lich und ihrer Einrichtung schreiten konnte. Mit der Veranstaltung war gleichzeitig die Snspektion durch den Kreisseuerwehr- inspektor D i ck o r e -Gießen verbunden, der für einen Brandangriff der Feuerwchr Ach eine schwierige und interessante Aufgabe gestellt hatte. Ms Brandobjekt war das Geschäftshaus des Ferdinand Zimmer in der Oberstadt ausgewählt. ■Unter der Leitung des bewährten Feuerwehrkommandanten Soh. Heinrich Findt II. voll- vog sich der Aufmarsch der Licher Wehr mit bewunderungswürdiger Exaktheit und war ebenso wie die Brandbekämpfung und die Rettung der gefährdeten Menschen durchaus mustergültig. Auch die Freiwillige Sanitätsko- lonne, an deren Spitze der Kolonnenarz! Dr. Hermann Roth und der Kolonnenführer Bäckermeister August Vater stehen, leistete CBorylg* liches und fand allseitige Anerkennung. Die Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Grünberg ließ es sich nicht nehmen, im Anschluß an dies« ilebung am Rathaus ein Straßenkonzert zu veranstalten. Der Kapelle, die unter der Leitung des Kapellmeisters Schütz- Grünberg steht, für Schritt, vor dem gespannten Seil den Leinpfad gehen und allmählich verschwinden. Der alte Soseph kam und brachte ihm Kleidungsstücke und eine Einladung ins Kloster. Er schickte ihn mit seinem durchnäßten Anzug in die „Post", wo der Handkoffer noch offen stand. „Sa, Herr Sngold, das besorg' ich wie ein Leibdiener. Aber Sie dürfen das Fräulein nicht warten lassen. Es sitzt am Bett bei dem Berliner Zeisig, der schon wieder den Kopf voll Flausen hat. Die anderen Gäste wissen nur daß sie ein wenig ins Wasser gefallen ist, sonst gibt's gleich einen Aufstand." So kam es, daß Hanns Sngold Ruth noch einmal wiedersah, ehe er in die Fremde ging. Er war befangen, als er in den fremden Kleidern vor sie trat. Doktor Engelhardts schwarze Hose stach merkwürdig ab von seinem hellen Rock, und der Kragen toar ihm viel zu weit. Sie mußte lachen, doch das brach den Bann, und beide berührten in einem schamhaften Gefühl den -Unfall nicht weiter, der ihn ins Haus führte. Er wurde gebeten, zum Essen zu bleiben, und konnte nicht Rein sagen. Soseph brachte die Kleider noch zur rechten Zeit. Rur an eine Halsbinde hatte er nicht gedacht. Hanns merkte es erst, als die Glocke läutete und er schon fertig vor dem Spiegel stand. ♦ Engelhardt tonnte nicht helfen, denn er trug nur schwarze Knoten, die unter den Kragen gesteckt wurden. Aber er wußte Rat. Bylander habe wenigstens zwei Dutzend Selbstbinder und werde Sngold gern aushelfen. Das geschah. Die schwerseidene moosgrüne Binde saß tadellos geschlungen. Hanns und Ruth hielten ihre Liebe gut verwahrt. Engelhardt ahnte nicht, daß aus dem Abschied ein Wiederfinden geworden toar Rach dem Mittagessen sahen sie im Garten, und hier lernte Hanns Sngold Gerhart Ödländer kennen. (Fortsetzung folgt.) 11 ! ten. 0,0 in ü fe“ e- heftet Vere Schon"" ge9e I m. Am gef Gießens men. 3M । Gieß-n ' üök dn 0 • 3M* ft “h 5 ft iß!*? Mi fid) öruftstaf berg m 2 noch dem otai gejochlen. Belieb turnet 4X 3 Win. 54 v Gießen aemmi gen Frühstart Friedberg bete Spring1 Icrmncn: 1 217 Punkte. öruststa 3>2 Bahne m im 21(1 W '3 r u ft st a 3x2 Wne.i 2. Friedberg ti hier mit 6 We Druslsta nen: 1. Gieße berg in 4 Mir Ipninft fchtoimn Hause. Aruststa rinnen 3x2 M"' Sek. 2. Wiederum ein Spring -Turnerin Friedberg 257 Bruststa neu; 1. grk lir 2 fSc bet zweiten das dann auch Rennen gewim (3 ruft ft q 3X4 Bahne 2. Gießen in ( Kampf gewinn Streckei berg. 2. Eich Beliebi neu 3X2 B 30 Set 2. Frie Hauptsp Sieben 174 Pu Deteinss licbig: 1. Gies berg in 3 Mii Mer zu fämp “ni> gewinnt sich Menbjpor .drankfur Wstadion kai iMeft deö 6po jum Äustrag. t , ivo-Mele d Wr, Fran U?°'Mere t §ranh, Grütze, ^Mdub 80 1,07,1. 2 ZF» cusfcA Nlen mal eir.„ » um die UM Punk, LJjSp TurnU(fl> Übit s'-h iÄSp SbrlhS Jenn?n Aa * SlQni> i < ^nion4 Ihi ■"'u'iA 'eie I I d« ÄIen seinen, I rr.Zr drS- 'L' ,f; ' S°,"V ®« M •S«s KM schoben. Die (X 1 schien in ft; Mir . Ech'vewer. J)»ue am Mfrt. jnn au, tomtn au« i£L®WW>* ' t ?fr «Egend [ÜjJ Wt Aersü, mit bet el d>e technisch, Ö&jogti lang den Trnn?dvn dngutnlchuppen nach N Je? ?c Böcker. SotHantearbfU nicht 5 in Lich. ■ fand der Herbst- 6 Freiwilligen leises Sieben v?hr Lich 5a?te keine auswärtigen Dchmi ut möglich zu machen Jbr trafen die c*n' Orksvercin mH [im- ben. Aach beendigtem > in Steine Saalbau er der Leitung M l'Sießen statt Alö »reu Degierungsrat eßen gnweiend, bet 'ruf) entbot und die i FrnwMaen Feuer- Mrgrrmeister 2öl- Truh der Stabt Lich irren bald erledigt, so Ityr M Mchtiaung t ßinridjhiim ffrei- Mung mt gieich- dm AräLsvrecwchr- derbunlen. der für Feuerwchr Lich eine Ausgabe «stellt hatte. A SeschäWnis bei Oberstadt ausgetMl. «währten Feuerwehr- -ich Findt II. voll- >er Sicher Wehr mit ttheil und war ebenso und die Rettung bet ,rchaus mustergültige fianitätßb* «r ffotormenant ä olonnenführer Mr- ■ben, leistete DorM- fonmmg. «e Zu- Feuerwehr Srunberg im MM® Straf*“1 >ia imtct M ** »,-,b-Grünbe <5 sremdcn th«*w 2 seinem gen ®“‘ * rb'mde h°"^ Slo-ke Mb- «ÄS'. ,g*' wurde hierfür reicher Beifall gezollt. Rachmittags um >,j3 4Ihr bewegte sich «in ftattlicher Seflxug burd) die ©traben der Stabt nach Stein# Garten, wo für musikalische und gesangliche Unter- Kaltunfl in überaus reichem Maste gesorgt war. Mgemem bestaunt wurde die prächtige Marsch- ordnung der Freiwilligen Feuerwehren im Fest- Mtqe Man erfuhr auch bald den Grund hierfür. 8s waren nämlich für die vier Wehren, die in bester Ordnung und Haltung am Festzuge teil- nahmen, wertvolle Ehrenpreise gestiftet. De« ersten Preis errang hierbei die Freiwillige Feuerwehr Großen-Linderr, den zweiten Preis bie Wehr von Lollar, den dritten Preis die Debr von QMrHar und den vierten Preis bic Wehr von Sroßen-Duseck. Während deS Fest^ugcs hatte eine kleine Motorspritze an der Wetter Aufstellung genommen und dabei chre Leistungsfähigkeit gezeigt Die Tagung ist in allen Teilen gut verlausen und reiht sich den vorhergegangenen Herbstoerbandstagung en der Feuerwehren würdig an. Turnen, Sport und Spiel. Vereinszweikampf im Schwimmen T. D. 1846 Gießen gegen T. V. Friedberg. m. 21m gestrigen Sonntag vormittag trafen sich im (Biefoencr Volksbad die Schwimmabteilungen des I. L. Friedberg und des I. B- 1 8 4 6 «J1 e f; e n >u einem Beremszweikampf im 6d)rotm- mcn. Im grosten und ganzen war der I. D. 1848 (Biehen mit feinen Leuten vollkommen auf einer Hohe, an die die Friedberger, von einigen Aus- nahmen abgeiehen, nicht heranreichen konnten. Die Ueberlegenheu gestaltete sich denn auch so, dah der T. 'S. 18 46 ® i e b e n den Wettkampf mit 2 4 tu 18 Punkten gewinnen könnt«. Nach- itehend die Ergebnisse (Bahnlänge 16 Meter, otartfpruna. Dreywende). Cröffnungsstaffel für I u ine r 4 mal 4 'Bahnen. 1. Giehen in 3 Min. 32 Lek.. 2. Friedberg in 3 Min. 34 Sek. (Sieben setzt fid) sofort an die Spitze und siegt leicht. Bruststaffel für Schülerinnen 4 mal 2 Bahnen: 1. Kietzen in 2 Min. 4 Sek.. 2. Friedberg in 2 Min. 9 Sek. Kiesten übernimmt sofort naci) dem Start die Führung und gewinnt unan- Sladion gefochten. . Beliebige Staffel für Jugend- tutner 4X4 Bahnen: 1. Friedberg in 3 Mm. 54 Sei. 2. Giesten in 3 Min. 49 Sei. ®ieben gewinnt den Wettkampf, wird aber we- aen Fruystart eines Schwimmers distanziert und Friedberg bekommt den Sieg zugesprochen. _ Springen für Schuler und Schu - ler inne n: 1. Kiesten 225 Punkte. 2. Fnedberg 217 Punkte. vrust stassel für Altersturner 2^2 Bahnen 1. Diesten gewinnt das kennen im All ingang in 1 Min. 16* 4 Sef. Bruststaff el für T ur n ert r. n e n 3x2 Bahnen: 1. Diesten in 1 Mm. 30s/s Sei. 2. Friedberg in 1 Min. 44 Sei. Diesten siegt hier mit 6 Meter Dorsprung. Brust stassel k ü r T u r n er 4 X 4 B a h- nen: 1. Diesten in 3 Min. 44'/, Sek. 2. Friedberg in 4 Min. 43 Sek Mit 20 Meter Vorsprung schwimmt Diesten das ‘Kennen schon nach Hause. Brust staffel für Jugend turne - rinnen 3x2 Dahnen: 1. Diesten m l Min. 29 Set. 2. Friedberg m l Mm. 49 Sek. Wiederum ein überlegener Sieg Diestens Springen für Sugenbturner und »Turnerinnen: 1. Diesten 270 Punkte. 2. Friedberg 257 Punkte , _ , Brust staffel für Schule r 4 x2 Ba h- nen: 1. Friedberg in 1 Min. 58 ,s 0et 2. eitben in 2 Miu. 5 Sei Diesten übergibt nad) der zweiten Bahn die Führung an Friedberg, das dann auch mit ca. 8 Meter Vorsprung das kennen gewinnt. _ Bruft stassel für 3ug«nb turnet 3X4 Bahnen: 1. Friedberg m 3 Mim 2. Set. 2 Diesten in 3 Min. 5 Sek. Vach wechselndem Kamvi gewinnt Friedberg sicher Strecl en tauchen 2 Bahnen: 1. sried- berq. 2. Giesten. _ Beliebige Stössel für Turnerin- nen 3>2 Bahnen: 1. Diesten in 1 Mm. 30 Set. 2. Friedberg in 1 Mm. 45* Sek. Hauptspringen für Turner: 1. Giesten 174 Punkte 2 Friedberg 160 Punkte. Bereinsft af f el 8X2 Dah nen be lobig: 1. Giesten in 3 Mm. 5- . Sek. 2. Fried- fcetg in 3 Min 10' 5 Sek. Giesten hat erst schwer zu kämpfen, kommt aber noch gut aus imb gewinnt sicher. Abendsporlfest im Frankfurter Frankfurt a. M., 27. Sept. (SIL) 3m Daldstadion kam gestern abend das Abend- sportiest de-- Sportelub 80 bei regnerischem Wetter »um Austrag. Die Resultate 100-Meter-Lauf: 1. Houbeii, Krefeld, 10,8, 2. v. d. Berghc. Holland, 4 Weier »urud, 3. Metzger. Frankfurt, weitere 4 Meter zurück. 200° Meter-Lauf: 1. Schuller. Krefeld, 22,5. 2. Frantz, Frankfurt, Brustbreite zurud, 3. v. d. Berghe, 0,5 Meter zurück. 4X100- Aketer-Stafsel 1. Preuhen, Krefeld, 41,9, 2. Svortclub 80, Frankfurt. 3x2 00 »2Re ter-Staffel: 1. Preuhen, Krefeld. 1,07,1, 2. 80 Frankfurt 1,07.9 Die angemeldeten Rekordversuche von $rau- Icin Reuter (80 Frankfurt) und R e e g (Reu- Bfenburg) muhten infolge des glatten Bodens cussallen. frankfurter Stadtstaffel. F r a n k f u r t o. M.. 27. Sept. (Wolff.) Unter starker Beteiligung des Publikums veranstaltete der frankfurter Verband für Leichtathletik zum ersten, mal einen Werbestaftellauf, der vom Opernhaus um die Anlagen der Stadt zu leinem Ausgangspunkt zurückfichrte. Sieger blieb die Mannschaft der Turn und Sportgemeinde Eintracht, die sich mit dem Frankfurter Sportclub von 1860 cuf der ganzen Strecke einen erbitterten Kampf lieferte, zum Schluß aber doch überlegen gewann. 3m kennen der Einläufer blieb Sieger Eispach- Singen, dem unangefochten Walpert - Dassel folgte. FutzballergebnisseausdemSüden Frankfurt a. M., 27. Sept. (SU.) 3n Süddrutschland siegten heute erwartungsgemast die Favoriten Rachstehend die Resultate der einzelnen Bezirke Mainbezirk: Hanau93— Union Riederrad 3:1. KickerS Offenbach-Eintracht Frankfur. 3:2. Germania 94— Fustballspvrtver- Jn 1:3. Helvetia Franksurt—Viktoria Aschafsen- irg 0:2; Rheinhessen-Saar: Saar- Skücken—Wiesbaden 2:0. Wormatia Worms— 3bar 4:3, Höchst—Borussia Reunkirchrn 3:1: Bezirk Badern: 1 F. C. Rümberg—VFR. Fürth 2:0. ASV Rümberg:—Spielvereinigung Mrth 0:4, Bayern München—1860 München 2:0. Wacker München—Schwaben Augsburg 2:1. Bezirk Württemberg-Baden: Karlsruher Fustballverein — 1. F. 6. Psorzheim 8:2. VFr Heilbronn — Sportttub Stuttgart 6:3. Kickers Stuttgart — DFB. Stuttgart 3 3 Rheinbezirk Darmstadt — Pirmasens 3:1. Waldhof — Phönir Ludwigshasen 1:2 Reckarau — 08 Mannheim 4 1. Ludw gshasen — VfR. Mannheim 2: 3 3m Bezirk Main und Bayern behaupten also die Spitzenreiter Hanau 93 und Bayern München weiter ihren Punktevorkprung. SportfpiegeL Der Kroße Preis von Deutfchland, das internationale Motorradrennen am Sonntag auf der Avus, brachte den Sieg des Berliners Ko epp en in der Klaffe der Motorräder bis 500 ccm. (fr durchfuhr die 314,99 Kilometer in 2:42:10, erzielte also mit einem Stundendurchschnitt von 116,5 Kilometer die beste Feit des Tages. Die übrigen Ergebnisse bis 125 ccm (197,18 Kilometer). 1. Ruggeri-Italien ((9. D.) 2:35:38,2 — 76,1 Kilometer Stunde — Bis 175 ccm: (197,18 Kilometer): 1. Zick-Freiburg im Breisgau (Puch) 2:14:53,6 — 87,9 Kilometer- Stunden. — Bis 250 ccm (197,18 Kilometer): 1. Ashbt;.London (Zenith-3ap) 21)7:07 — 92,09 Kilometerstunden. — Bis 350 ccm (314,99 Kilometer): 1. Masseis-Jtalien (Maffeis) 3:03:04,2 — 103,2 Kilometerstunden. — Bis 500 ccm (314,99 Kilometer): 1. Koeppen-Berkin (BMW) 2:42:H» = 116,4 Äilometerftunben. — Bis 750 ccm (314.99 Kilometer): 1. Tennigleit-Berfin (Mobeco) 3:24:00,6 — 92,6 Kilometerstunden. — Bis 1000 ccm (314,99 Kilometer): 1. Kozal-Charlottenburg (Mtibeco) 3:16:02 — 96,3 Kilometerstunden. Die internationale 1 0 0 - Kil 0- meter-Länder-Strastenradsahrl für Amateure in Zürich brachte im Gesamtergebnis den Sieg von 3 t a l i e n vor Belgien. 3m (Sin^dttKttben erb wurde Rausch- Köln zweiter hinter dem 3taliencr Regrini. der eine Runde Vorsprung gewonnen hatte. Dritter wurde der Belgier Hoevenaers. Ein Rekordversuch H 0 u b e n s über 203 Mir. am Sonntag in Augsburg scheiterte. Houben lief 22,1. 3m 100-Meter-Laiy konnte bemerlens- toertcriDeifc der Münchener übermal er den Krefelder Schüller in 11 Sek. schlagen. 3m grosten Germaniapreis „Rund um Leipzig" siegte bei den Berufssahrern Rörenberg vor Huschke. Gegen Rörenbeig wurde jedoch Protest eingelegt, dessen Ergebnis noch aussteht. - Sieger bei den Amateuren wurde Schmidt-Dresden Das Handball-Städtespiel der D. L. Hamburg- Berlin in Hamburg gewann Berlin mit 7:1 (4:1). Die Tore schossen Poetsch, Münzberg. Deckel und Bracht. Das Fußball st ädtespicl Köln- Düsseldorf in Köln endete mit dem unent- schiÄ>enen Ergebnis 2:2. Zu Halbzeit lag Köln 2:0 in Führung, allmählich formte Düsseldorf ein Tor aufholen und 2 Minuten vor Schluß sogar noch ausgleichen Der infolge starken Regens aufgeweichte Boden beeinträchtig!« ein? volle Ent- wiMung des Könnens der Spieler, die keine überragenden Leistungen zeigten. Der Windspielpokal im Rahmen der Alfter »Wettfahrten der 15-Quadrat- meter-Klasse wurde nach dem Ergebnis des dritten Tages von Reko (Thomsen) gewonnen DerStafsellauf „QuerdurchDüssel- ,d 0 r f“ endete mit dem Siege der T U R U Düsseldorf vor dem DSC Düsseldorf und Alle- mannia Aachen Ausgefallen sind infolge der schlecht en Witterung die Chemnitzer Radrennen. Auch die Magdeburger Radrennen wurden abgesagt. 3m 3 ntci-nationalen Schweizer Tennisturnier ist Demasius in 3stundigem Kamps von F i s he r-England geschlagen wor° den. Kleinschroth unterlag gegen Froitzheim, Somit kommen Froitzheim, Kreuzer und Moldenhauer in die Dorschlustrunde Der Berliner Rasensport des Sonntags litt unter der äußerst ungünstigen Witterung. 3m Fuhba 11 ist der 61 oieg des Berliner Meisters Hertha D. S. G gegen Tennis- Borussia, den voraussichtlich schärfsten Rivalen, das bemerkenswerteste Resultat Die Berliner Hockehspiele fielen am Sonntag in der Mehrzahl dem schlechten Wetter zum Opfer. So tarn das Liga-Treffen D. S. F.— Brandenburg nicht juftanfcc. Als Verbandsfpiel fand in der Liga einzig die Begegnung B. S. C. - T. H C statt, die D. S. C. unverdient hoch mit 5:1 gegen die gutspielenden Friedenauer gewannen. 1:1 zur Halbzeit. 2: 1 noch kurz vor Schlust. und erst im Endspurt kommt der hohe Sieg zustande. Ein Sieg Dr. Peltzers in Budapest. B u d a p e st. 27. Sept. (WTD. । Bei den internationalen leichtathletischen Kämpfen in Budapest Hegte heute Dr ‘feiner Stettin, im 800-Meter-Laufen in 1 Min 58,8 Sek. 3m 440-TZard-Lausen siegte ebenfalls Peltzer, und zwar in 50 Sekunden. Weltrekord Hoffs im Stabhochsprung. Wie die ..Moniagsvost" aus Stockholm meldet, erzielte Charles Hoff in Finnland rroh der ungünstigen Witterung mit einem Stabhochsprung von 4,25 Meter eine neue W e l t - H öch st le i st u n g. Verlegung des Feldbergrennens Frankfurt a. M., 25. Sept. (Wokfi.) Da infolge der dauernden schlechten Witterung die Walzarbeiten auf der Rennstrecke nich: rechtzeitig fcriiggcftcUt werden konnten, wurde das F e l d b e r g r c n n e n für Automobile und Motorräder auf den 11. Oktober verlegt. Die Wahlgesetz-Reformen in Hessen. (Von unferer Darmstädter Kedoktion ) II. (Schlust.) Eine Bestimmung grundsätzlicher Art. die bei politischen Wahlen den Kampf der Meinungen jeher hcraufbddXDoren bat. ift die Frage, wer stimmberechtigt ift? Weite Kreike verschließen sich nicht der Einsicht, daß es untragbar ift. die Geschicke eines Gemeinwesens durch Persönlichfeilen mitbeftimmen zu lassen, die gar fein näheres Interesse an der Gemeinde haben, aber doch gleichberechtigt mit den Einheimischen lind Der Gesetzenttours besagt hierüber in seiner Begründung u. 0 : .Bei der Verbindung der Wahlen der Gemeindevertreter mit den Wahlen der Kreistagsmitglieder erwies es sich als besonders mißständig, daß die Voraussetzungen für die Wählbarkeit zu den einzelnen Körperschaften verschieden geregelt waren Es führte bei den letzten Wahlen zu vielen ungültigen Stimmen und bat den Wunsch nach einer Aenderung gezeitigt, der auch im Landtag hervorgetreten ist Der Gesetzentwurf fieht darum einheitlich als eine der Vorausfehungen für die Stimmberechtigung ein sechsmonatiges ununterbrochene« Wohnen in der Gemeinde vor. Man hat diesen Zeitraum gewählt in der Uebcr^eu- gung, daß für alle Wahlen eine gewiffeDer- bundenheit mit den örtlichen 03er- bältniffen gefordert werden must, die erst bei einem nicht allzu furxen Ausenthalt gegeben sein kann; dabei war zu berücksichtigen, dast nach dem Gesetzentwurf für die Berechtigung iv- raums der Wahltag maßgebend ist, während seither der erste Tag der Offenlegung der Wählerliste in Betracht tarn.“* Der Zeitpunkt von 6 Monaten ist den Linksparteien nicht genehm: es wird sich aber eine Mehrheit dafür im Landtag finden Zur Zeit ist noch nicht abzufehen. ob sie bereit sind, die Wählbarkeit für die Gemeinde-, Kreis- und Provinzialvertreter auf das 2 5. Lebensjahr heraufzusehen, wie die Regierungsvorlage will. Eine der bedeutsamsten Neuerungen, die Der Wahlgesetzentwurs vorsieht, ist die Einführung eines Einheitsstimmzettels für Die Wahlen. Die Begründung der Vorlage sagt u a. hierüber .Aus dem Gefichtspuntt der Erleichterung des Wablverfährens hat man für dte Dahl der Gemeindevertreter und Kreistagsmitglieder im Gesetzentwurf den amtlichen Einheitsstimmzettel eingeführt. Er wird für die Wahl der Gemeindevertreler Durch Die Gemeinde, für die Wahl Der KreistagsmitglieDer Durch Den Kreis hergestellt unD hat Die Wahl, um Die cd sich hanDelt, unD alle zugelafsenen Wahlvorschlägc unD ihre Kennworte anzugeben. Die Benutzung Des Einheitsstimmzettels bietet für Den Wähler keinerlei Schwierigkeiten. Auch wird vermieDen, Daß Stimmzettel ungültig iver- Den, weil Dec Wahlvorschlag oDcr Das Äennn*rt Wirtschaft. Der gloty stürzt. 3n Polen herrscht toieDcr einmal grobe Aufregung unD Bestürzung, weil Der Zloty erneut gefallen ist Es ist nicht verwunDerlich, Daß Die Regierung G r a b s 5 i, Deren verfehlter Finanz- unD Wirtschaftspolitik der neue Währungsverfall in die Schuhe geschoben wird, Deshalb scharfen Angriffen ausgesetzt ist. Das mag bis zu einem gewissen (Stabe auch richtig fein, weil Die Regierung Die Stabilisierung vor etwas mehr als 3ahresfrist auf einer viel zu schmalen Basis ausgcführt hat unD Die Erhaltung Der Währung Durch enormen SteuerDruck zu gewährleisten suchte. Kein Wunder, daß unter diesen Verhältnissen die ganze Wirtschaft leiden und einen enormen Rück gang erleben muhte, ilnb das machte sich in einem um so größeren Mahstabe bemerkbar, als die 3nbuftric einerseits ihren früheren großea»Absah- markt. Rußland, verloren hat. andererseits aber auch die Regierung beim Ab'chluß von Handelsverträgen feine geschickte Hand zeigte. Der Wirtschaftskrieg mit Deutschland, der eine gcwis'e Großmannssucht Polens als Grund hat, wird nicht wenig zu der neuen Erschütterung Der polnischen Währung beigetragen haben. Die Der- hanDlungen finb erneut vertagt worden, weil di« polnische Regierung erst einen neuen Zolltarif ausarbeiten will, Der als VerhunDlungsgrunDlage Dienen soll. Vielleicht wird Polen Durch Den Zlotysturz belehrt. Daß es sich Durch seine Hah- politi! allein am empfinDlichsten schäDigl. Es ist kaum zu erwarten, daß die Hoffnungen. Die man in Warschau auch in bezug auf Erleichterungen für Die Wirtschaft an den Besuch Tschitscherins knüpft, irgendwie in Erfüllung gehen werden. Polen wird in Der Hauptfache auf den Absatz seiner Produkte nach dem Westen angewiesen bleiben und schließlich doch noch versuchen müssen, mit Deutschland in ein Einvernehmen zu tomnien. Andererseits wird sich aber auch die polnische Regierung an größere Sparsamkeit gewöhnen müssen, wenn sie ihre Währung vor dem Verfall schuhen will. Die enormen Ausgaben für das Heer stehen in keinem Verhältnis zu den sonstigen Staatsausgaben, geschweige zu den Einnahmen des Landes. Die Ausgaben für das Militär beliefen sich in diesem 3ahre auf 700 Millionen Zloty, d h. mehr alS ein Drittel des getarnten Budgets. Da könnte die Regierung sparen, zumal sie ja als Mitglied des Völkerbundes wenigstens in der Theorie für die allgemeine Abrüstung eintritt. Aden wie die Tschechen und Franzosen, denken natürlich auch die Polen gar nicht daran, sich bei ihrer Spielerei mit dem Militär irgendwelche Beschränkungen aufzuerlegen. obwohl ihre Sicherheit von Heiner Seite bedroht wird. Die Polen träumen sich in eine Rolle hinein die sie wirtschaftlich überhaupt nicht durchführen können, und das um so weniger, weil die Mißwirtschaft und Korruption dem polnischen Rationalcharakter eigen sind und bleiben. Die Spareinlagen im August. Zum ersten Male seit mehreren Monaten weist die Zuwachsziffer der Spareinlagen eine, wenn auch geringe, Steigerung auf: die Einlagen bei den preußischen Sparkassen sind im August um 52 Will. Ml. gestiegen und betragen nunmehr 898.56 Will. Mk.. also fast 9 00 Mill. Mk. (Ende 1924 waren es bekanntlich 404.1 Mill. >. Diese langsame, aber stetige Zunahme der Spareinlagen der Bevölkerung ist ein sehr erireuliches Anzeichen für die Gesundung der wirrlchastiichen Verhältnisse und läßt die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß bei unridMig wiedergegeben ist Die Höchitzadl der benötigten Stimmittel stehl ohne weilcoe» fest Den Parteien wirb die Befchaffung Der Stimmzettel. Die sie seither belastele. abgcnpimnen. und Die Herstellung von mehr Sttrnmzetteln. als benötigt werden, wird vermieden ' Die Regierungsvorlage bat. aus dem Gc- fichispunkl heraus, daß die übergroße Zahl der Wahlen in weiten Kreisen Der Bevölkerung lästig empfunden wird und eine gewiße WadlMüdigkeit hervorruft, vorgcschlagen. die Dahl der Provinzialtagsmitglieder von den Dal'.en der Gem«rnder>ertreter und der Kreistagsmitgliede:- abjutrennen und den Provinzialiag Durch die Kreistage wählen zu laffen Zur Begründung dieser Maßnahme beißi es in Der Vorlage: .Dadurch wird l»ch Das Wablverfahren, Das unzweiselhas für zahlreiche Däbler zu per wickelt gewe'en ift. und Dee)halb auch zu vielen ungültigen Stimmen geführt hat. wesentlich vereinfachen. Deiterhin wird die Wahi D?r Pro- vinzialtagSmitglicDer durch hi« einzelnen Kreistage in weit höherem Maß als seither Dazu führen. Daß im Provinzialtag alle Kreise, insbesondere die kleineren, ausreichend vertreten find, und daß Personen gewählt werben. Die den örtlichen Verhältnissen der einzelnen Zkreise besonders nahe stehen; hieraus will der Gesetzentwurf mit allem Rachdruck Hinweise: Die Regierung legt nach der 'Begründung auch aus eine solch Dahl großen Wert und ist überzeugt. Daß Die Kreistage bei dem vorgesehenen Wahlversahren Den Wünschen der Bevölkerung nach örtlicher Vertretung Rechnung tragen müssen Ohne daß sich Durch Die politische Zusammensetzung Der Kreistage Diejenige Der Wählerschaft nnmütel* bar toihcrgibt, bringt Die neue Provinzialtags- wähl auch für die Parteien eine Erleichterung und ermöglicht ihnen, bic Gemeindeoettreter- un- Kreistagswahlen mit größerem Rachdruck zu betreiben." Für diese Regelung wird lich kaum eine Mehrheit im Landtag finden. Sozial - Demokratie unD Zentrum verlang. 38,13 Obcrbcdarf........... Phönix Bergbau ...... 52 52 51 2.75 72.0 73.25 72.10 73 25 Rheinstahl........... 58 58 1 57,9 57 5 Riebest Montan........ 75 Tellus Bergbau. ....... 60 60 - Hamburg.Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd .... 60.5 64,25 60 65,25 59.8 65 60,25 Chcranusche Werke Albin . . — Zementwerk Heidelberg . . . 65,25 65.2> — - Philipp Holzmann...... 55 56.1 56 57,25 Anglo-Cont.-Guüno .... 94 25 94,25 Badische Anilin........ 122 122.25 121.75 121,75 Chemische Mäher Alaptn . . i'iolbfdjmibt......... 70.5 70 70.25 69,5 Griesl eimec Electron .... 117,25 118.25 117.5 117.75 Höchster Farbwerke...... 118,'J0 119 117 7j 118,.'! Holzverkohlung........ 55,50 55,75 Rütgcrswcrke ......... 70 70 70 ^cheideanstalt ........ 92.4 93.25 Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 94 94.4 14,25 94.25 Bergmann . ......... <3,5 72,25 73 50 72,5 Mainkraftwerke...... . 78.5 78,5 Lchuckcrt......... . 62 62,5 63.5 62 Siemens & Halske ...... 78 <7 25 77.62 77,5 Ädlcrwerke Klcyer ...... 41 41,5 40 41,5 Daimler Motoren- ...... 38.75 39,65 40.50 40.3 Hcrfligenstaedr. . ....... Mcguin............ 28.5 29 — 36 36 6 36 Motorenwerke Mannheim . — - 48 48 Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . 1,36 — Metallgesewchaft Frankfurt. Pet. Union A.-G........ 98,75 62.5 99 ■12,5 62,25 62,25 Schuhfabrik Her; ... 30 31,5 34 34 Lichel.............. 5.5 5.5 5,5 5 Zellstoss Waldhof...... 88.13 88,25 88 87.5 Zuckerfabrik Frankenthal . . 59 60 — — Zuckerfabrik Waghäusel . . . 2 56.1 56,75 57,75 25 Septbr. 26 Sept er. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Amst.°Ron 168.69 169,11 168,67 169,09 Buen.-Aircs 1.699 1,703 1.699 1.703 Brss.-Antw 18 32 18,36 18,31 18.35 Ehristiania. 84,79 85.01 85,29 85,51 Kopenhagen 101,32 101.68 101,52 101,78 Stockholm • 112.58 112,86 112,60 112,8.8 Helsingfors 10.562 10.602 10.565 10.605 Italien. . 16,86 16.90 17.09 17.13 London. . 10,326 20,376 20,326 4,195 20,376 NetWork . - 4.195 1.205 1.215 Paris. . . Schweiz . 19,79 ’ 9.93 19.87 19,91 80.91 81.16 80,98 81,18 Spanien - 60.44 60.60 60,42 60,58 Japan . . . 1.714 1.718 1,714 1,718 0.591 'Hto de Jan Wien in D-- ') 585 1.587 1.589 £eft- abgest 59.18 59,32 59,20 59,31 Prag .... Belgrad . . 12.425 12,4t5 12,425 12,465 7.45 7,47 7,455 7,465 Budapest. . 5.875 5,895 >,875 5,895 Bulgarien 3,055 3,065 3,055 1,065 Lissabon 11 075 21,125 21,075 .0,125 Danzig. . . 80-65 80.85 80,65 80.83 fionftintin. 2,305 2,315 2,295 2,305 Athen. . 6 09 6.11 6.09 6.11 Canada. . . 4,193 4,205 4.195 4,205 Uruguay 4,185 1.195 4,181 4,195 Berlin, 2h. Septbr Geld Brief Amerikanische Noten ..... 4.205 4,225 Belgische Noten...... . 18,23 18,33 Dänische Noten ........ 101,30 101,80 Englische Noten...... . 20,294 20,394 Französische 'Noten ...... 19,85 19,9, Holländische Noten ...... 168,28 169.12 Italienische Noten...... 17,18 17,26 Norwegische Noten...... Deutsch-Ocsterr, 5100 Kronen 85,19 85,61 58.98 59,28 Rumänische Noten...... — — Schwedische Noten ...... Schweizer Noten...... 112,34 80,76 112,90 81,16 Spanische Noten....... 0.20 0.50 Tschechoslowakische Noten . . 12.387 12.447 Ungarische Noten....... 5.23 5,87 Von der Reise zurück Dr. Marie Gürtler prakt. Aerztin Wilhelmstraße 36. __ LkküedW non PWlMbciteii. Freitag, den 2. Oktober 1925, vormittags 11 ilfcr, sollen auf hiesiger Bürgermeisterei auf dem Wege der Submission folgende Arbeiten vergeben werden: 1. Ausfüllung eines vorhandenen Straßengrabens und Pflasterung einer Goffe, 2. Sötte Basaltsteine, zirka 65 qm. 2 Chaussierung herzustellen, zitta 78 qm, Lieferung des Materials. der Voranschlag und Bedingungen !oi. icn auf der Bürgermeisterei eingesehen werden. Allendorf a. d. L., den 25. September 1925. Bürgermeisterei Allendorf a. d. L. Volk. 9025D Postkeller Unseren verehelichen Gästen und Vereinen teile ich hierdurch ergebest mit, daß ich das Geschäft im Sinne meines verstorbenen Mannes mit meinen Kindern weiterführe, und ich bitte, auch mir das gleiche Vertrauen entgegenzubringen. Mit bester Empfehlung Frau L. Bastian. V • OT999 Drucksachen aller Art stattung Stilrein und preiswert die vrüdl'sche Universitäls-Driick-rci. R. kanae. Gießen. Scbulftr. 7 Achtung! 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