irnoie *in "ung 4Ut bon £ 6h• 3tto '31 k Burger ,Iq9 und 3a4t o^nen^^Ut Sä‘j Ä"sj Äfes , kmschrrlten? jji«, le Angelegenheit nicht Ä'K" i'tst und _ JJ” nur -Mfst. °fen verpeft.. S* 'S mit ihrem ?b lhwer fdrahii*^^ Ä oWatte bon Mn an 6« Lahns t die Postkarte an °lnen Posibrieskastn, ■r nicht weih, haft leert wurde, tonunt a g aus dem Raffe, 4 Men ihre Aeis, •e Tamsiaas an em'Lknd-n beordert, rifft Sa in Riet» kßeilimg vvrgemm» am Montag nach e Antwort auf Nt Ifo: Sine Postkarte bon Duterchoien it bet Lohn sW«) rogramm • TenderS. Umschau*.) * Ingtrft igen. 4H6r Detter, rvienstsiem 4 Ilhri > yjjr: Aachrichtrn. anMfllamme’t ^tan« ix . ItaiMtendienst. E. Äs 8 Mr: W 6.30 Uhr: Sie r Weltliteratur): Aus mtes). 7 Uhr: Wirt« 15 Uhr: Dir Despre. rtrag von Z. v. LtuS: rbenbe Tiere'. 8 bis iu, Dorttag von M' i 9.30 Uhr Tanz« leinmetz. 9.30 llfn elöuna. 9.35 HW rrlich! SlloaS dunkü jt wunderbarI -Sr» *ss?is &*■ ,g f*1 n totalen Teil: > S!lnnaiobl«6«* müßten ,en sich daß noch ,»yr.s :sW e Kapitel feines Leden-, ■, hn6 ffrürotD nicht fc&fes ttSw-6 6„'S»^ ■l »»*Ää »; Guben. ’ ..s nrtlti Hr. 201 Erster Blatt 175. Jahrgang Sreüafl, 28. August (925 GicheimAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Cnirf nnt> Dcrlag: vrW'sche Unioerfitäl-vuch^ und Stcinöruderei K lange in Sieben. Sdgriftleitnng und SefdtäftsfteHe: Sdjnlftrabe 1. Annahme von Anzeigen für Die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jcbt’BetbinbltdikeiL Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette orttich8, auswärts 10 ©olbpfcnniq; für Re. Klame-Anzeigen o 70mm Brette 35 (bolbpftnnig, Platzvorschrift 20°, Aufschlag. - Teranlwortlid) für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Gange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für bon Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dießen. Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags Beilagen: Gießen er£a mitten blätter Heimat im Bild. Monats-Bezngsprels: 2 Goldmark u. 20 Gold. Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der. lagundGeschästsstelleSl. Anschrift für Drahtnach. richten:LnzeigerSietzen. poßscheckfonto: Frankfurt a. DL 11686. Die Preissenkungsaktion. Die Reichsregierung hat sich in ihren Kabinett- s'tzungen in der ersten Wochenhälfte sehr eingehend mit der Frage Des Preisabbaus beschäftigt und Lefchlüssc gefaßt, die erkennen lassen, daß sic selbst dot scharfen Maßnahmen nicht zurückschreckcu wird, um der unerträglichen Lage ein Ende zu be- leiten. In dem jetzt veröffentlichten Kabinett- b e s ch I u ß macht die Regierung daraus aufmerf- jam, daß sie alle Machtmittel Der Verordnungen gegen Mißbrauch wirtschastlicher M a ch t st e I l u n g e n , vor allem gegen B e - Dingungen und Abreden, die unmittelbar zu einer Steigerung der Preise führen, anwenden will, daß sie weiter den gesetzgebenden Körperschaften eine entsprechende Verschärfung der Kartellverordnung und einen Gesetzentwurf zur Aushebung der Geschästsauf- sicht in Vorschlag zu bringen gedenkt. Des weiteren will sie von sich aus bei der Vergebung von öffentlichen Aufträgen darauf bringen, daß die freie Konkurrenz in vollem Umfange wieder xur Geltung kommt, außerdem soll die De- wirtschaftung der öffentlichen Gelder des Reiches auf eine neue Basis gestellt werden, damit ein Antrieb für d i e Senkung der privaten G e l d s ä tz e gegeben werde. Gleichzeitig fordert die Reichsregierung die gesamte Bevölkerung auf, die von ihr eingeleitete Aktion zur Verbilligung der Lebensmittel zu unterstützen. Dieser Beschluß richtet sich in erster Linie gegen die Preisdiktatur der Kartelle und Organisationen, es ist zu erwarten, daß schon die Ankündigung der bevorstehenden Maßnahmen der Regierung ihre g ü n st i g c Wirkung auf de Preisbildung nicht verfehlen werde. Es ist natürlich Pflicht der Bevölkerung, sich gegen ungerechtfertigte Preise zu wehren und mit den Behörden Hand in Hand zu arbeiten. Auf der anderen Seite darf erwartet werden, daß fene kreise des Handels, die sich bisher nur widerwillig der Preisdiktatur der Kartelle beugten, die ihnen gewiesenen Wege beschreiten werden, um das alte Verhältnis zur Der- braucherschaft wieder herzu st eilen. Schon die nächsten Wochen werden zeigen, ob allein die Veröffentlichung des Kabinettsbeschlusses genug!, um eine 'Öerringerimg Der Preisspanne herbeizuführen oder ob mit schärferen Mitteln durchgegriffen werden muß. Das Programm der Reichsregierung. Berlin. 27. Aug. C©olff.) Die Reichs- regieruug hat gestern unter Mitwirkung des Reichsbankpräsidenten hinsichtlich der allgemeinen Preisbildung einstimmig folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Gegen alle Bedingungen und Abreden, die unmittelbar oder mittelbar zur Steigerung der Preise oder zur Aufrechterhaltung ii b e r st e i g e r t e r Preise fuhren, die non Kartellen, Syndikaten und gleichartigen Zusammenschlüssen oder r»on einflußreichen Einzelunter- nehmungcn ausgehen, werden lünftig alle Machtmittel der Verordnung gegen den Mißbrauch wirtschaftlicherMachtstellun- gen vom 2 Rovember i923 iKartellverordnung) in Anwendung gebracht, und zwar auch dann, wenn diese Kartelle usw sich nur auf Teile des Reichsgebiets, z B. nur einzelne Länder oder Gemeinden, erftrerfen. Dabei soll dieses behördliche Ginschreiten nicht nur im Verwaltungswege, sondern auch im weiteren Umfange, als dies bei der bisherigen Wirtschaftslage notwendig war. durch eine Klage vor dem Kartellgericht erfolgen. Klauseln, die eine preissteigernde Wirkung haben können oder au5 anderen Gründen wirtschaftlich schädlich sind, werden künftig im Sinne des § 4 der genannten Verordnung als die Gesamtwirtschaft und daS Gemeinwohl gefährdend angesehen werden. Hierzu gehören u. a. die Repartierungsllauseln, Goldklauseln, G:ldentwertungsk!auseln und Klauseln, die emo gleitende oder f reiblei- bende Preisbewegung zum Ziele haben. Falls die Durchführung dieser Maßnahmen zeigt, daß kern genügeirder Erfolg eintritt, wird die Reichsregierung den geseygebenden Körperschaften eine entsprechende Vers chä r f un g der Kartellverordnung Vorschlägen, insbesondere wird dazu eine Abänderung der genannten Verordnung Derart in Aussicht genommen, baß im Verkehr mit Lebensmitteln Verträge oder Beschlüsse der in § 1 genannten Verordnung bezeichneten Art von jedem Beteiligten auch ohne wichtigen Grund fristlos gekündigt werden können. 2. Das Reich wird in Anknüpfung an die bereits ergriffenen Maßnahmen innerhalb der Reichsressorts mit den Ländern und ®e- meindeverbanden in Verbindung treten, damit bei Vergebung von öffentlichen Aufträgen die freie Konkurrenz wieder zur Geltung kommt. Die Ein- führung der Pflicht zur Bekanntgabe aller bei Abgabe der Offerten eingegangenen Preisbindungen wird dazu erforderlich werden. Vereinbarungen. die die freie Konkurrenz bei öffentlichen Versteigerungen und öffentlichen Ausschreibung gen zu beeinträchtigen geeignet sind, sollen gesetzlich unter Strafe gestellt werden. 3. Den gesetzgebenden Körperschaften wird ein Gesetzentwurf zur Aufhebung der Geschäft s a u f s i ch l , die mit der Bekanntmachung vom 14. Dezember 1916 zur Abwendung des Konkurses eingeführt worden war, unter gleichzeitiger Abänderung der Konkursordnung vorgelegt werden. 4. Die öffcntliqjen Gelde r des Reiche s werden so bewirtschaftet, daß nicht nur keine Gefahr einer Steigerung der privaten Geld- fätze entsteht, vielmehr der Antrieb für ihre C en- k u n g gegeben wird. Mit den anderen öffentlichen Geldgebern, insbesondere den Ländern und LGemeinden wird das Reich in Verbindung treten, um die gleichen Grundsätze bei der Ausleihung öffentlicher Gelder an diesen Stellen zu gewährleisten. Die Reichsregierung fordert die gesamte Bevölkerung — Produzenten und Konsumenten — auf, im eingensten Interesse die eingeleitete Gesamtaktion zur DcrbMgung der Lebenshaltung der Bevölkerung zu unterstützen. Die Spitzen- Organisationen der Wirtschaft haben bereits -ugefagt, ihren ganzen Ein- slnh dafür eiazusehen, daß die A n s w i r. kung der Steuerermäßigung, insbesondere der Ermäßigung der Amsechsteuer auf 1 Prozent, in den Preisen zum Ausdruck kommt. Don den Ländern und Gemeinden erwartet die Reichsregierung weitgehendste Unterstützung. D'e zuständigen Ressorts werden die Derhandlun» gen in diesem Sinne aufnehmen. Das Reichsbankdirettorium hat dazu heute folgenden Beschluß gefaßt: Das Reichsbankdirettorium ist den Maßnahmen und Absichten der Reichsregierung in der Richtung eines Preisabbaues in vollem Umfange beigetreten und wird ihrer Durchführung in seinem Dienstbereich jede nur nwgliche Unterstützung leisten. Insbesondere wirb die Reichsbank bei ihrer Kreditpolitik aus die Auswüchse der Kartelle und Preiskonventionen shstematisch achtgegen und erforderlichenfalls entsprechende Maßnahmen ergreifen. Preissenkung un- Einzelhandel. -d e r l i ii, 28. Aug. (5U.) Di? Hauptgc^ein- schasl des Deutschen Einzelhandels hatte am Donnerstagabend zu einer Besprechung mit Vertretern der Presse geladen, um diesen über die Stellungnahme des Einzelhandels zur Frage der Preissenkungsaktion Mitteilung zu machen. Es wurde darauf hingewiesen, daß der Einzelhandel die Absicht der Reichsregierung, eine Verbilligung des Preisniveaus herbeizu- sühren, restlos unterstützen werde, soweit dies in seinen Kräften stehe. Leider hänge der Einzelhandel aber bei der Festsetzung seiner Preise von den Einstandskosten ab. Der Einzelhandel stelle im Güterverteikungsprozeß d i e letzte Etappe dar. der mehrere andere vorausgegangen seien. Die Ermäßigung der Umsatzsteuer ab 1. Oktober werde vom Einzelhandel, dem von seinen Verbänden kürzlich noch einmal die allergenaue st e Preiskalkulation zur Pflicht gemacht wurde, bei der Festsetzung der Verkaufspreise von diesem Termin ab voll berücksichügen. könne sich aber erst dann auswirken, wenn die Senkung der Umsatzsteuer vom Urprodukt an bis zum Einzel- bzw. Kleinhandel in Abrechnung gebracht sei. Aus den am 1. Oktober vorhandenen Warenbeständen ruhe noch die alte Umsatzsteuer, so dnß nicht enpirtet werden dürfe, daß mit einem Schlage von diesem Tage ab bereits die volle Umsatzsteuererrnäßi- gung in den Kleinverkaufspreisen zum Ausdruck komme. Sinken der Grotzhandelsindexziffer. B c r.l i n. 28. Aug. (TU.) Die auf den Stichtag des 26. August berechnete Großhandels« rnderziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stand vom 19 August (131,6) u in 3.3 Proz. a u f 1 27.34 zurückgegangen. Gesunken sind u. a. die Preise für Zucker, Heringe, Rindfleisch, Schuhe, Baumwolle und Garne. Don den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse von 129,8 auf 123,2 oder 5,1 Proz. nachgegeben, während die Induftriestosse mit 134,8 unverändert blieben. (Einigung im Baugewerbe Berlin, 28. Aug. (1BXB. Funkspruch.) Die vom Arbeitsministerium eingeleitefen verhanDlun- gen zur verbinDlichkeitserkläruug Des am 14. August gefällten Schiedsspruches haben nach außer- orDootlich schwierigen, während der ganzen Rocht Durchgeführten Verhandlungen am heutigen morgen zu einer (Einigung geführt. Hierdurch roitD Die angekündigte Generalaussperrung aufgehoben. Diese (Einigung ist Durch Die Ar- beitgebet unter schweren Dpicrn erkauft worden. Da nicht nur Die Bezüge der Jachbauarbeiter, sondern auch Die Löhne Der Hilfsarbeiter eine Erhöhung erfahren hoben. Der ReidjsoerbanD Des Deutschen Tiesbaugewerbes Hot für Die Ties- ba uarbe ter jebe Lohnerhöhung abgelehnt. Jüt Die Tiefbauarbeiter ist Deshalb eine tarifliche Vereinbarung nicht zustande gekommen. Diese Tatsache dürfte jedoch keinerlei Schwierigkeiten nach sich ziehen. Die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern unter dem Vorsitz des Ministerialrats Moves verliefen außerordentlich wechselreich. Beide Parteien waren durchaus bemüht. noch in letzter Stande den drohenden Riefenstreik zu vermeiden, um so mehr, als der bevorstehende Herbst eine ausgedehnte Dautätig- k-'.t ohnehin nicht mehr gestatten Dürfte. Man entschloß sich, die schwierigste Frage, nämlich die Lohnforderungen der Bauhilfsarbeiter,an den Schluß her Verhandlungen zu setzen. Zunächst tcurben noch einmal die Löhne der Facharbeiter in den einzelnen Wirtschaftsgebieten eingehend geprüft. Die Arbeftgeber betonten dabei, daß mit Rücksicht auf die letzten Erklärungen der Reichsvegierung, eine Lohn- steig erung vermieden werden müsse, die eine Schädigung der Allgemeinheit, namentlich der zahllosen Siedler und Erbauer von Eigenheimen und Kleinwohnungen bedeuten würde. Aber auch die großen Kommunen seien, wie die Städte vielfach bereits mitgeteilt hätten, nicht imstande, ihr Wohnungsbauprogramm durchzuführen, wenn jetzt plötzlich eine Erhöhung der Baukosten oorgenommen würde, die den Etat der Städte und Gemeinden in empfindlicher Weise belasten müßte. Trotz alledem entschloß man sich auf Arbeitgeberseite, den Bauhilfsarbeitern Zulagen zu gewähren. Beide Parteien zogen sich gegen s/410 Uhr abends zu einer letzten Beschlußfassung zurück» als deren Ergebnis dann heute früh eine Einigung der Parteien gebucht werden konnte. Der Lohnkonflikt bei der Reichsbahn. Abbruch des Schlichtungsverfahrens. Berlin. 27. Aug iWTD.) Die Schlich- lungskammer tagte heute unter dem Vorsitz des Oberbürgermcitterö a. D. Dr. Ziethen von 11 Uhr vormittags bis nach 10 Uhr abends. Als die Arbeitsnehmer erkannten, daß ihrer Forderung auf eine allgemeine Lohnerhöhung in dem Schiedsspruch nicht entsprochen würde, sondern daß die von der Reichsbahn vorgeschlagene örtliche Angliederung der Löhne an die Qbiine der vergleichbarer Industrie Aussicht auf Annahme hatte, verließen ihre Vertreter in der Schl i ch t u n g s k a m mer kurz vor der Abstimmung die Sitzung. Sie erklärten, daß sie in dem Verlauf ber Verhandlungen keinen regulären Gang erblickten, wie er sonst üblich sei: daher fömrten sie nicht annehmen. daß ein Schiedsspruch zustande käme, der den Verhältnissen der wirtschaftlichen Lage Rechnung trage. Die Arbeitnehmerbeisiher mühten daher ihre Mitarbeit an dieser Spruchkammer einstellen. Durch dieses Verhalten der Arbeitnehmerbeisiher wurde das Schiedsgericht gesprengt, bevor es den Schiedsspruch gefällt hatte. Schiedsspruch im Bankgewerbe. Berlin. 27. Aug. (Wolfs.) 3m Reichs« arbeitsministerium haben unter dem Vorsitz von Oberregierungsrat Küttig Derhandlungen für das Bankgewerbe stattgcfundcn. Rach längeren Beratungen kam gegen die Stimmen der Ar- beitgeberbeisiher ein Schiedsspruch zustande, nach welchem die gegenwärtigen Gehälter der Bankbeamten bis zum 31. Oktober in K r a f t bleiben sollen. — Zur Begründung für diesen Schiedsspruch führte der Schlichter aus. daß eine Teuerung in der Xat vorliege und daß es einem Gebote der Gerechtigkeit entsprechen würde, einen Ausgleich zu schaffen, daß aber im Augenblick im Hinblick auf die bevorstehende Preissenkungsaktion der Regierung die weitere Preisentwicklung abzuwarten sei. Der Schiedsspruch verlange von den Bankangestellten weitere Opfer und cs mühten sich auch die Bankleitungen darüber klar sein, daß eine Erhöhung der Gehaltsbezüge einzutreten habe, falls die derzeitige Teuerung anhalte oder sich gar fortsehe. Der Reichskanzler in Urlaub. Berlin, 27. Aug. Wie Die TU. von amtlicher Seite erfährt, begibt sich Reichskanzler Dr. Luther heute auf einen längeren Urlaub nach Der NorDsee Zu feinem Vertreter ist Dec Reichswehrminister Dr. Gehler ernannt worden. Konflikt zwischen Reichsrat und Reichstag. Berlin, 27. Aug. lWB) Der Reichsrat genehmigte das sofortige 3nfrafttreten der vom Reichstag beschlossenen Gehaltserhöhung für den Reichspräsidenten. Richt einverstanden aber erklärte sich der Reichsrat mit -er Gewährung eines Dispositionsfonds von 30 003 Mark für den Reichsbankpräsiden- t e n und mit der Beschaffung von Dienstkraft- wagen für die Landesfinanzämter. Schließlich beschäftigte sich der Reichsrat mit dem Beschluß des Reichstages, durch den der Einspruch des Reichsrates zu der Reuregelung der Fürsorgepflicht zurückgewiesen wurde. Auf Vorschlag des Geschäftsordnungs- ausschusscs wurde eine Entschließung angenommen, in der entschieden Verwahrung eingelegt wird gegen das Verfahren des Reichstages bei der Behandlung des Einspruchs des Rmchsrats. weil durch die überstürzte Erledigung der Angelegenheft am 12. August sowohl die Verfassung wie die Geschäftsoämung des Reichstages verletzt worden ist. Es hätten drei Lesungen stattfinden müssen. Der Reichs- rai ersucht deshalb die Reichsregterung. dem Tierchspräsidenten den Geietzenlwurf nicht zur Verkündiaung oonuleacn, ehe eine geschäfttsord- rrungsmäßige Beschlußfassung des Reichstage- über den Einspruch statt gesunden hat. (Ein Hubeltag Des Deutschen Han Drverks. Der Reichspräsident an den Obermeister Plate. B e r l i n , 27. 2fug. (WTB.) Der Deutsche HanD- werkS' und (Bcroerbelainmcrtag, Dem als Spitzen- törperschaft sämtliche Deutschen HanDwerks und Gewerbekammern angehören, begeht am 28. August m Lübeck die Feier Des 2äjahrigen Bestehens, an welcher Der R ichswirtschaftsminister und Der Reichskommisjar für Das HanDwerk und für Das Kleingewerbe, Dr. Hoppe teilnehmeu. Zugleich feiert Obermeister Plate, einer Der beiden Chrenmeister Des Deutschen chanDwerts, sein 25jäi). riges Jubiläum als BorfiyenDer Dieser Körperschaft. Wegen seiner außergewöhnlichen LerDienste um Das Deutsche Handwerk verlieh ihm Der Reichspräsident in Anknüpfung an einige seltene frühere Fälle, in Denen führende deutsche Männer in ähnlicher Weise geehrt worden sind, die bronzene Adlerplakette, welche die Jnschrist trägt: ,J)arri) Plate, dem Borkämpfer und Führer Des dlutschen HanDwerks 1900—1925". Zugleich richtete Der ReichspräsiDent an Obermeister Plate ein Handschreiben folgenden Inhalte „Mein lieber verehrter Herr Plate! Mn mariner Dankbarkeit und herzlichen Wünschen gedenkt Ihrer an dem heutigen Festtage das deutsche Handwerk. Während der ganzen 25 Jahre erfolgreicher Tätig- keil, auf die der Deutsche Handwerks- und Gewerbe- kammertag zuruckblickt, sind Sie dem d e u t j ch e n H a n d w e r k e i n e ch t d e u t s ch e r F ii h r e r ge> wesen. Sie haben in heißer Liebe zu ihrem Berufsstand und zum deutschen Baterlande alle die reicher. Kräfte Ihrer Persönlichkeit für Ihre Aufgabe eingesetzt und das Amt des Vorsitzenden, auf das Sie durch das Vertrauen Ihrer Berufsgenol- sen gestellt sind, mit Geist und Leben erfüllt. Dem deutschen Handwerk war Ihr Wirken eine Quelle ber Kraft. Das berufsftänbige Gefüge und die staalsbürgerliche Geltung des Handwett flehen nicht zumindest dank Ihrer Tätigten ge festigt da. Reben den wirtschaftlichen Interessen haben Sie die sittlichen Werte nie vergotten und über die Sorge für Den Berufsstand stets d i c Sorge für das deutsche Vaterland ge- stellt. Es ist mir eine besondere Freude und ein Bedürfnis, als Reichspräsident und zu- gleich als Ehrenmeister des deutschen Handwerks Ihnen für Ihr segensreiches Wir- len Dank zu sagen. Als äußeres Zeichen btr An- erkennung verleihe ich Ihnen die A d l e r p l a - kette, die Ihnen der Reichswirtschaftsminister in meinem Namen überreichen wird. Möge Ihnen noch lange Zeit ein tatkräftiges Wirken zum Wohle des Handwerks und des Vaterlandes befchieden sein!" Die rumänische „Agrarreform". Der Kampf gegen das Dentschtnm im Banat nnd Siebenbürgen. rcmesvar. 27. Aug lTLk.) Die „Banater Deutsche 3älung" hier besaßt sich anläßlich Der Rachricht, daß Die rumänische Regierung Die Agrarreform gegenüber Den von siebenbürgisch- ungarischer Seite eingereichten BefchwerDen vor Dem VölkerbuirDe »tu rechtfertigen wünscht, mit Den älngeheuerlichleften Der rumänischen BoDen- enteignung. Das Blatt betont. Daß das Vorgehen Der Behörden im AuslanD nur Deshalb „verteidigt" werden könne, weil man Dort Die rumänischen Verhältnisse nicht zu übersehen vermöge. Die Wahrheit sei. Daß man im alten Königreich selbst Besitztümer über 1000 Hektar- unberührt gelassen habe, währerrd in Siebenbürgen unD im Banat selbst die von chren (Eigentümern eigenhändig bebauten kleinen Besitzungen von 100 Hektar verstümmel t wurden. Aus dem enteigneten Boden wurden höchstens 10 bis 20 Prozent der anspruchö- berechtigten deuffchen Bevölkerung beteilig', doch wurden Demgegenüber selbst Die Felder Der im "Banat wohnenden deutschen und ungarischen Kolonisten beschlagnahmt Roch greller w'.rtt die „Gerechtigkeit" der rmnämschen DoDenreform, wenn man die Sagen Der Kirchen betrachtet. So wurde dem römi'ch-katholischen Kloster von Perjamos sein ganzer Bodenbesitz geraubt, von welchem 40 Joch für DaS noch zu errichtende Perjamoser griechisch-orthoDore Psair- amt reserviert wurden, bas römisch-katholische Pfarramt aber gar nicht beteiligt wurde Von dem 500 Joch großen Besitz des Grasen 3feie n f f D in TemesneuDorf wurden 400 Joch enteignet, doch erb eften die schwäbischen Bauern der Gemeinde nur 58 Joch, während 132 Jloch in großer Entfernung wohnende rumänische Bauern. 200 Joch aber die orthodoxe K-rche einer Rach- bargenteinbe erh elt. Die Unterdrückung der deutschen Schule in Böhmen. Nene tfdjedi sche (Gewaltakte. Prag, 27. Aug. (WTB.) Nach den letzten Nachrichten aus Den deutschsprachlichen Gebieten häufen sich Die tschechoslowakischen Gewaltakte gegen das Deuische Schulwesen von Tag zu Tag. So mürben in Den Gebieten von Olmütz, Tetichen, Gablonz und Tannwald neue Schließungen deutscher Schulen verfügt. Die „Prager Abendztg." die erschienen sei. Man versichere, daß dieser folgende ren statt. •* Kein elektrisch Licht am Sonn dem Bolschewismus, der mir einen Traum von Llmder Zerstörung träumt, den Aufbau- willen des Sozialismus entgegensetzen. in ganz Palast-na für die englischen Trupepn den Alarmzustand befohlen. D»e Nordgrenze Pa- Ueberreichung der deutschen Antwortnote tn Paris. «Paris, 27. Aug. (WB.) Der deutsche Botschafter von Hoesch hat heute nac^tittag 5,30 Llhr dem französischen Minister für Auswärtige Angelegenheiten Driand die deutsche Amwvrt auf die kürzliche französische Demarche ui Berlin überreicht. Die Antwort, die sehr kurz ist und nur eine knappe Seite umfaßt, wird S a rn s t a g früh in Paris und Berlin zur Veröffentlichung gelangen. sprach außerdem Prinz Karl. B"! schwedischem Königs und Vorsitzender Druse verbleiben, 3. würde er sich dazu verstehen, einen französischen Delegierten in seiner Umgebung zuzulassen. Gespannte Lage in Palästina. Forderungen oufgestellt habe: 1. Seine Anerkennung als lebenslänglicher Gouverneur des Dschebel Druse: 2. keine französische Garnison dürfe im Dschebel lüftinas und Transjordaniens wurden mit Trup- j heil kommen können. 3n berselb in ' pcn verstärkt, um so ein Uebergrcifen dos syrischen Aufstandes aufhalten zu können. Die nördliche jüdische Kolonie Matulla wird jetzt als Stützpunkt ausgebaut. Die Stimmung in der arabischen Bevölkerung Palästinas und Transjordaniens ist ä u ß e r st erregt. bester Ersatz für «Ottu";arbeit unter Garantie für (Säte und Haltbarkeit. — Heilt ocrftv.it: Schuhhaus Senner. Aus Stadl und Land. Gießen, den 28. August 1925. 1 * Fahrplanänderung. Born 1. September 1925 an fällt der Personenzug 2519 (D.) Bad Salzschlirf ab 8.42, Schlitz an 9.04 nachmittags aus und der Personenzug 2519 (6.) Bad Salzschlirf ab 10.30, Schlitz an 10,52 nachmittags, wird täglich befördert. • * Die beiden hiesigen freiwilligen Feuerwehren begehen, wie bereits schon an dieser Stelle erwähnt, morgen, Samstag, und am Sonntag den 70. Gründungstag. Am Samstagabend 8 Tlhr findet ein Fackel-- z u g statt, welcher vom Landgraf-Philipp-Platz aus durch folgende Straßen geht: Ostanlage, Walltorstrahe. Lindenplatz, Kirchenplatz. Schul- Deulsche Abwehrfront in der Tschechoslowakei. Prag, 28. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der Deutsche Bund der Landwirte hat an sämtliche deutsche Parteien ein Schreiben gerichtet, das zur Schaffung einer gemeinsamen deutschen Abwehrfront einlädt. Das Schreiben führt zur Be- grün düng an, daß das von der tschechischen Regierung vorbereitete neue Wahlgesetz jeder Demokratie widerspreche und erwarten lasse, daß das deutsche Volk im kommenden Wahl kämpfe weiteren Abbruch erleiden werde. Dem geeinigten Vernichtungswillen der tschechischen Gegner müßte die geeinigte Abwehrfront aller deutschen Parteien entgegengestellt werden. Ministerbesuch imOptantenlager Schneidemühl. Schneidemühl, 27. 2Iug^ (WD.) Heute nachmittag ist der preußische Minister des Innern, Severin g, zum Besuche deS Op- tantenlagers hier eingetroffen. Er besichtigte das Lager eingehend und überzeugte sich von der wesentlich verbesserten Unterbringung der Flüchtlinge. Die Besetzung be- trägt zur Zeit 2942 Personen, darunter über 700 Verdrängte, so daß insgesamt nur 2203 Optanten verbleiben. Minister Devering erklärte, es bestehe die berechtigte Erwartung, daß bis Mitte des nächsten Monats weitere tausend Flüchtlinge weitergeleitet werden können. Er hoffe auch daß das Lager nicht bis in den Wi:Uer hinein beibehalten werden müsse. Die Unterbringung derer, die am 1. November aus Polen angewiesen werden, sei eine Siedlungsfrage, da es sich hier ja nur um Grundbesitzer handle. Heber die Verpflegung und die Wohlfahrtseinrichtungen des Lagers, sowie über die Tätigkeit der lokalen Behörden und der Lag'.rleitung sprach sich der Minister anerkennend aus. Dölkerbund und Saargebiet. Saarbrücken, 27. Aug. (TU.) Die Sozialdemokratische Partei des Saargebietes hat an den Internationalen Sozialistenkongreß folgendes eu)reiben gerichtet: „Die saarländische Sozialdemokratie lenkt die Aufmerksamkeit des Kongresses auf das von dem Völkerbund verwaltete Saargebiet. Hier herrscht ein von der Regierungskommission im Einverneh- men mit dem Völkerbund verordnetes Wahlrecht, das einem großen Teil der Beoölke- rung die Wählbarkeit zum Saarparlament oorent- hält. Das Parlamentswahlrecht ist zu einem Privileg der im Saargebiet Geborenen geworden. Der Landesrat hat nur das Recht der De.g u t a ch t u n g. Die Abgeordneten genießen feine I m muni - t ä t. Wir bitten dahin zu wirken, daß diesem e i n- zigen Derwaltungsgebiet des Völkerbundes ein wirkliches, demokratisches Regime gegeben wird." dischen Roten Kreuzes. Aus aller Welt. Die IahlungssteLen für geppelin-Eckener-Spende. Berlin, 27. Aug. (WTB.) Der vor- bereitende Ausschuß für die Zeppelin-Eckener- EPende teilt mit: Für die Zeppelin-Eckrnrr» Spende des deutschen Dolles wurde e'n Giro- lonto bei der Reichshauptoank eingerichtet. Sämtliche Bei chsbankan st alten und Dienststellen der Reichshauptbank sind vom Reichsbankdirektorium angewiesen worden, Einzahlungen für die Zeppelin-Eckener-Spende gebührenfrei anzunehmen und weiterzuleiten. Austausch der Moskauer Verurteilten. Berlin, 28. Aug. Rach einer Meldung der „Voss. Ztg." sollen die drei im Tschekaprozeß vorn Sl.u tsgerchtshof in Leipzig zum Tode verurteilten Kommunisten Neumann, Pöge und C a o b ■ lewski gegen die von dem Moskauer Tribunal zum Tode verurteilten drei deutschen Studenten angeblich ausgetauscht werden. Amundsen verkauft sein Aordpolflugzeug. Wie eine Pariser Sportzeitung berichtet, hat Amundsen daS Dornier-Wal-Flugzeug L 2 5, mit dem er seine Reise nach dem RoiLpol ausgeführt hat, an den englischen Rvr b- polfvrscher Wilkins verkauft. Die Maschine soll durch die Luft nach London überführt werden. Die Erwerbung des Rord- polfluazeuges durch einen Engländer ist wieder einmal ein Beweis dafür, wie hoch man im Ausland den immer mxh durch die Degriftsbe- stimmungen der Entente geknebelten deutschen Flugzeugbau einschätzt. Zwei Streckenarbeiter tot. Karlsruhe, 27. Aug. (TU.) Als gestern nachmittag zwei Streckenarbeiter aus Weingarten im Rangierbahnhof mit dem Anziehen von Stoß- schrauben beschäftigt waren, fuhr ein Güterwagen über die beiden hinweg. Der eine war sofort tot, während dem andern Arme und ein Fuß abgefahren wurden. 3n lebensgefährlichem Zustande wurde er in das Krankenhaus gebracht, wo er am Rachmittag seinen Verletzungen erlegen ist. 40 000 Häuser in Japan ein Raub der Fluten. London, 28. Aug. (TU.) Die Riesenüber- sckwemmunaen in Tokio und Yokohama ha/ien in Tokio 40 000 Häuser unter Wasser gesetzt. Die Flüsse sind noch weiter m Steigen und die Bevölkerung, die sich in größter Eile aus den Häusern zu retten sucht, befindet sich tn größter Verzweiflung. London, 22. Aug. (T. U.) Der erst vor einigen Tagen in Palästina eingetroffene neue britische Dberfommiffar Feldmarschall Lord Plumer hat Vie Beisetzung 8eldmarschall§ von hötzendorff. Die Ueberführung nach Wien. — Ein Ehrengrab derösterreichischenRepublik Merdentheim, 27. Aug. (WTB.) Heute nachmittag fand die feierliche U c b e r f ü h r u n g der Leiche Conrad von Hotzendorffs nach Wien statt. Kurz vor 1 Uhr versammelten sich vor der mit Blumen geschmückten Leichenhalle auf dem Friedhof, wo die Leiche aufgebahrt war, die von auswärts eingetroffenen Offiziere, an ihrer Spitze der Wehrkeiskommandeur, Generalleutnant Hasse, ferner der Vorsitzende des württembergischen Offizierbundes, Generalleutnant T e i ch nt a n n und als Vertreter des Königs Ferdinand von Bulgarien General Gantfchew. Mannschaften der hiesigen Polizei hatten vor der Leichenhalle Aufftellung genommen. Nach Eintreffen der Familienangehörigen des Entschlafenen begann die Trauerseier, an die sich die Einsegnung der Leiche durch einen mit dem Verstorbenen eng befreundeten Jesuitenpater anschloß. Hierauf wurden am Sarge Kränze nieder- aelcgt von dem Wehrkeiskommandeur namens des Chefs der Heeresleitung, von Oberamtmann Schloehr namens der württembergi- fchen Staatsregierung und ferner von General Gantfchew und General T e i ch m a n n. Namens der österreichischen Regierung wurde von dem Verweser des österreichischen Konsulats in Stuttgart, Major Butula, ein Kranz niedergelegt. Ansprachen wurden auf Wunsch des Verstorbenen nicht gehalten. Nach der Feier wurde der Sarg auf einen mit vier Pferden bespannten Wagen gehoben, worauf sich der Zug unter dem Geläute aller Glocken und unter den Klängen des Beethovenschen Trauermarsches sowie des alten österreichischen Soldatenliedes „Prinz Eugen, der edle Ritter" durch die von Menschen dicht umsäumten Straßen der Stadt zum Bahnhof bewegte. An der Spitze marschierte Polizei, dann folgte die Regimentskapelle des Infanterie- ' regiments 13 aus Ludwigsburg. Hinter dem Sarge I schritten die Familienangehörigen und Abordnun- (Sauer. Sonntagvormittag 11 Ufjr Aufstellung der beiden Wehren auf Oswaldsg arten. Schulübung mit darauffolgendem Dranoangriff. Am Rachmittag findet im Philosophenwald Familienzusammenkunft der Kameraden beider Weh- - ilit fest, daß seit der Gründung des tschecho jiowaklschen Staates ein volles Drittel des deutschen Schulwesens vernichtet wurde. Im Bezirk Tetschen wurden jetzt 37 deutsche Schulklassen aufgelassen, wodurch die Gesamtzahl der dort aufgelösten Schulklassen 100, also 32 Proz. des früheren Standes erreichte. Im Gablonzer Bezirk wurden 30 deutsche Klassen aufgelassen, so daß jetzt die Verhältnisse herrschen wie vor 50 Jahren. Auch in diesem Bezirk erreicht die Ge- saintzahl der bisher aufgelösten deutschen Schul' klassen 100. In Gablonz, einer deutschen Stadt mit 30 000 Einwohnern, gibt es nur noch dreiklassige deutsche Volksschulen. In Jensbach wurde die zweite Klasse einer seit 200 Jahren bestehenden Volksschule deshalb geschlossen, weil sie statt der vorgeschrie- benen Zahl von 60 Kindern nur von 59 besucht war. straße, Reuen Baue, Reuenwea, Seltersweg, Westanlage, Bahnhofstraße, Reustadt, Oswalds- garten. Anschließend Kommers im Saalbau Krifis in Spanien. Generalität und Bevölkerung. Madrid, 27. Aug. (TU.) 3it der spanischen Generalität hat fich hinsichtlich der Ma» roüopvlitik eine ernste Wandlung vollzogen. Es scheint, als ob General Primo de Rivera, ohne seine Kollegen aus dem Direktorium zu fragen, Marschall Petain gegenüber Verpflichtungen übernommen hat, die der vorgezeichnelen Zurückhaltung Spaniens im Ma- roikofeldzug nicht entsprechen. Spanien von neuem in ein kriegerisches Abenteuer ver- wickeln können und auf ernsten Widerspruch bei mehreren leitenden Generälen stoßen. Die Verstärkungen, die Primo de Rivera einschiffen ließ, waren für rein defensive Ziele bestimmt. Sie erregen im Lande Beunruhigung und Protest, da die öffentliche Mei» I nung es nach wie vor nicht zulassen will, daß sich Spanien für französische Ziele einsetzt. Man hofft, daß es dem Kronrat gelingen wird, Spa- | men vor einem gefährlichen Abenteuer zu be- wharen. Die Beschießung von Alhuce- mas durch Abd el Krim, die ernste Verluste gebracht hat, beweist, daß der Kabylenführer vor einer Erneuerung des Rifkrieges nicht zunick- schreckt, daß er vielmehr beabsichtigt, einen Vorstoß seiner Feinde in das Rifmassiv zu provozieren, auf den er vorbereitet ist. Französische Erfolge in Marokko. Paris, 27. Aug. (WB.) Havas berichtet | Einzelheiten über die erfolgreichen Kämpfe des Generals Boichui im Gebiete der Dranes. Die französischen Truppen hätten den Djebel Arnes- sef überschritten, wo sie nur einen Neinen Beobachtungsposten zurückgelassen hätten und sodann die Ausläufer des Djebel En Rehi erreicht, wo sie einen Po st en eingerichtet hätten, während eine andere Gruppe bis nach Suk el Arak vorgedrungen sei, sodann den dort liegenden Gebirgszug überschritten und schließlich in Dahar anlangte, um von dort in das Tal des Ued Hartischa vorzudringen. Ueberalt sei es zu heftigen Kämpfen gekommen, jedoch habe das tapfere Verhalten der französischen Truppen überall den Sieg davongetragen. Beträchtliche Truppen der Rif- leute hätten sich in der Gegend von Cherka und hon Maala zusammengezogen. Sie hätten die Absicht, sich gegen Rorben durch die Täler des Zair und Haddu nordwärts zurückzuziehen. Man nimmt an, daß die feindlichen Verluste teilweise äußerst schwer sind. Diese militärische Operation hat mit einem Schlage es den französischen Truppen ermöglicht, die früheren Po st en in der Gegend der Branes wieder zu besehen. Auch ist es dadurch möglich geworden, verschiedene P a ß w e g e, besonders bei Dab el Kobul unb bei Dab Asch- bour zu besetzen, die das Tal des Ued Haddar beherrschen. Die Lage in Syrien. DieVorgeschichte desDrusenaufftandes Paris, 27. Aug. (WTB.) Die Havasagentur erhielt aus Beirut eine eingehende Schilderung des Vorgehens im Dschebel Druse. In hiesigen Zeitungen, so heißt es darin, hat man behauptet, der Aus- stand der Drusen sei durch die Weigerung des Generals S a r r a i I, den Gouverneur des Dschebel gen. Als der Sarg in die Bahnhofshalle getragen wurde, spielte die Musik „Ich halt' einen Kameraden". Während der Abfahrt ertönten die Klänge des Deutschlandliedes. Aus Wien wird amtlich gemeldet. daß die Beisetzung des Feldmarschalls zu Ehren des toten Heerführers durch seine Heimat, die Republik Oesterreich, auf Kosten des Bundes und der Bundesregierung erfolgt. Die Durchführung der Leichenfeierlichkeiten ist dem Bundesministerium für das Heerwesen Übertragen. Die Leiche des Feldmarschalls wird um Mittemacht in Passau von einem Ehrengeleit der Bundestruppen übernommen und noch Wien geleitet. Der Tag des Begräbnisses ist noch nicht festgesetzt. Beim Sarge des Feldmarschalls werden Offiziere die Ehre n- w a ch e halten. Beim Begräbnis wird die Garnison von Wien den Kondukt stellen. Die Beisetzung erfolgt auf dem Hietzinger Friedhof. Das Beileid des Reichspräsidenten. - - -mit,- einer ^(mntmad)ung Berlin. 27. Aua. (WTB.) Der Reichs- der Städtischen Elektrizitätswerke wird am Sonn- präsid ent hat an die Witwe v. Hötzendorfts tag, dem 30. August, die Stromversorgung im folgendes Beileidstelegramm gerichtet: Ew Ex- Stadtgebiet für die Zeit von 5.30 bis 9.30 Uhr zellens sende ich tiefbewegt den Ausdruck meiner vormittags, eingestellt. (Siehe Anzeige.) treuen Teilnahme. Der Entschlafene war “ Straßensperre. Wegen Vornahme mir ein lieber Kamerad, dem ich stets von Kanal- und Walzarbeiten in der Liebigs eine dankbare Erinnerung bewahren werde. Er straße wird diese zwischen der Ebelstrahe unb ruhe in Frieden. dem Aulweg vom 26. August ab bis auf weiteres c- i ■: -g ubev >a3 ► 13 sch'01- Drufe, Hauptmann Charbillet, abzusetzen, ver. ursacht worden. Es fei keine Abordnung der Drusen nach Beirut gekommen, um das zu verlangen. Das fei nur ein Vorwand gewesen. Die Wahrheit sei, daß ein Mitglied der Familie des Sultans A t r a s ch , unzufrieden, daß er nicht mehr w i e sonst das Drusengebirge wie sein Pri- oateigentum ausbeuten konnte, den Auf- ' stund entfacht habe. Sultan Atrasch habe übrigens ver S9O3lUU|ierlRungre^» schon unter General Gouraud einen Aufstand ver. Paris, 27. Aug. (WTB.) Sn der Heuti- sucht. Man habe damals einen Preis auff feigen Rachmittagssitzung wird man über die Ent- n e n Kopf ausgesetzt. Schließlich habe er um Schließung der Friebenskornmission sich aus- Gnade gebeten und sie erhalten Trotzdem habe er sprechen, die sich schließlich sowohl über den aber immer weiter gegen Frankreich intrigiert Garantiepakt als auch über die Frage der Sach- .. /^uptmann C h o rb ill e t werde übrigens als [ieferungen unb die der Schulden geeinigt hat äußerst tüchtiger Arbeiter und Organisator geschätzt- Die vorliegende Fassung der Friedenskommission Er habe sich um die serversorgung tn Sueida besagt tn der Hauptsache folgendes: Der Kon- Ebient gemacht. Gr bekleide seine SteUung letzt greß der sozialistischen Arbeiterinternationale er- schon 2s Jahre. Man habe behauptet, bafc me innert daran, daß durch die Wirtschafts. Drusen über 60000 Mann verfugten. In Wirklich- konkurrenz die Kapitalismen der einzelnen feit zählten sie einschließlich grauen unb Kinder I Länder zu einander in Gegensatz gebracht wer- höchstens 40 000 unb besaßen nicht mehr als 10 000 | den. wenn sie Rohstoffe ober Absatzmärkte suchen. Gewehre. Allerdings halten sie bei ihren Streif- Ein derartiges Regime sei und bleibe die züaen 2 0 0 0 weitere Gew ehr e erbeutet, Hauptursache für Kriegsgefahren, außerdem 35 Gebirgsges ch u tz e und zwölf Allein der Sozialismus sei dazu fähig, einem Maschinengewehre, die sie bet der Meder- derartigen Zustande ein Ende zu bereiten. Der läge der Madagassischen Abteilung erobert hatten, politische Sieg der Arbeiterklasse in allen Lan- die sie aber freilich nicht zu bedienen verstanden, dem oder zum mindesten in den hauptsächlichsten Man müsse zugeben, baß sie sich mit hervor- Länbern würde die beste Garantie für einen ragender Tapferkeit schlugen, was ihre dauerhaften Weltfrieden sein. Die Arbeiter bebeutenben Verluste erkläre. Der Kampf bet Esra | wüßten sehr wohl, daß die Ursachen für die wäre ohne bas heldenhafte Verhalten bet Spahis Kriegsgefahren durch gewisse Bestimmungen der zu einer Katastrophe geworben. Die Haupt- Friedensverträgc verschärft worden sind, I Ursache dieses Mißerfolges fei außer der überstürz, die nationale Probleme betreffen, die schlecht ten Flucht der syrischen madagassischen Soldaten ober in ungenügenber Weise gelöst wurden. Be- auch der übertriebene Einmarsch gewesen, den die sonders kämen hier gewisse Bestimmungen in I 3500 Mann starke Kolonne burchgeführt habe, um Frage, durch die das Schicksal der Minder- die Garnison von Sueida zu entsetzen, während beiten nicht in gerechter Weise geregelt wor- 45 Grab Wärme im Schatten herrschte unb die den sei. Die Arbeiter wüßten auch sehr wohl, Wasserversorgung viel zu wünschen übrig ließ. Da- bah das Völkerbunds st atut die Sou- mals habe Damaskus einen feiner kri - heränität der einzelnen Rationen nicht in der ! tisch st en Tage erlebt. Da die Stabt ohne Weise beschränkt habe, wie dies die Solidarität Garnison war, habe unter den Fremden leb^ der modernen Völler nötig mache. Die Arbeiter hafte Beängstigung geherrscht. Aber bas Unvorher- wollten daher den Völkerbund allgemeiner ge- gesehene des französischen Mißerfolges habe den stallen unb benwtratifieren. I Agitatoren nicht die nötige Zeit gelassen, um einen Die Arbeiter verlangten, baß jeder Staat. Umsturz herbeizuführen. Heute fei Damaskus der unter Zurückweisung eines Schiebsge- fest in der Hand der Franzosen, richtsverfahrens ober eines Schiedsspruchs Die Grenze Syriens sei zu ausgedehnt, um von unter irgendeinem Vorwand einen Krieg an- etwa 10 000 Mann, wie sie sich zur Zeit in Syrien fange, als der angreifende Staat unb als der befanden, hinreichend geschützt werben zu können. Feinb seines eigenen Volkes und der Menschheit Zum Schluß wirb mitgeteilt, baß eine Aborbnong angesehen werde. Feindseligkeiten dürften lebig- | ber Libanonbrusen bei bem Sultan A t rasch lich in bem Falle zugelafsen werden, in bem es sich barum handele, einem Angriff zu begegnen, oder wenn der Völlerbunbsrat eine diesbezügliche Entscheidung gestellt hat. Der Völkerbund wird nach Ansicht des Kongresses die ihm zustehende Rolle nicht spielen können, solange Deutschland und Rußland außerhalb stehen. Die Internationale fordert deshalb alle ihr nahestehenden Arbeiter auf. auf die Regierungen von Deutschlarck» und Rußland, die daran am meisten interessiert sind, einen Druck auszu- üben, daß sie gleichzeitig tn den Völkerbund eintreten. Die Dwtreter der Internationale müssen ---------- für jeglichen Verkehr gesperrt. VieStockholmerttirchenkonferenz haus Trinkaus findet am Samstag- und Sonntag- Stockholm, 27. Aug. (TU.) Zum Schluß abenb ein Sensationsgastspiel des bekannten der gestrigen Rachmittagssihung richtete Lord- Unterhallungsgenies Freby Lux statt. Rach bischof von Winchester an die deutschen und den uns vorgelegten Zeitungskritiken wirb Gießen amerikanischen Delegierten ben bringenben Ap- mit wirklich hervorragenben Leistungen über- pell, die Mitarbeit im Völkerbund in Erwä- rascht werden. gung zu ziehen, weil hierdurch die Möglich- ~ gcÄfalcnbc r für Freitag, reit zur praktischen Arbeit gegeben würde. Zu I Lichtspielhaus Acchnhofstraße: ,.Rur nut Frauen bem Thema „Das Recht, nicht bic Gewalt als M» das Leben schon : -Lottchens Hochzei^relse . bie von Gott gewollte Grunblage ber Völler- l Astoria-Lichtspiele ,,-oom BUx, ber Samen- beziehungen" sprach Freiherr Mark von ^eunb". Württemberg, ber ehemalige schwebische n V Minister bes Auswärtigen. Eine kräftigere Frie- den: Der Lehrer Wilhelm Sch aaba b benspredigt, so führte er aus, als bie. bic ber Volksschule “ n g c n, Äreiä ®teften. d Weltkrieg hielt, lasse sich schwerlich denken. Zektor an dieser Schule der Lehrer W tzelm Die unerhörte Vernichtung materieller unb gei- ! Meininger zu ^/?"dorn, K stiaer Güter, ber Riebergang ber Kultur, bic sum Lehrer an ber 3Mb Schäben für Europa, bies alles müßte geeignet Ärctß Friebberg der ß - K sein, bem Gebanken einer effektives Or- ™ bcr Universität Syburg i. ^vr. Alfred ganif ation bes Stieben« auf bem G o tz e auS Freiburgs B.mit Wirkung»vom Grund bes Rechts ben Boben zu bereiten. J- Oktober 1925 an zum ordentlichen ProftÄ^ Wie weit allerdings dieser Gedanke verwirklicht ^t deutsche Philologie insbesondere für Sprach werben könne, darüber herrschten tiefgehende geschachte und altere Literatur ^ ^'1 Landes Meinungsverschiedenheiten. Die Zukunft werde umverftta. G i e ß e n, der Privatdozent vr. Karl internationale Schwierigkeiten bringen, für deren H 1995 nn rtniA^infunt-n nuficr? Ausgleich weder der Völkerbund noch ein Inter- vom 1. Wai 1925 an zum ctatäma^gen außer nationaler Gerichtshof eine volle unb sichere n l eS renvA«*;» Lanbesuniversitai Gießen. Ferner würben er- ■Yti - n f f » n t r i *» rlornnt’ nannt burch Entschließung bes (^cfalntmini^te» I u am to« ei^e riums vom 11. August 1925: Landgerichtsbirek- bet bisher am stärksten besuchte Veranstaltung v.",9 Lu; Canb- SÄ ström von ihren Eickahmingen in ihrer Liebe«- I 3um stellvertretenden Mitglied der D.sziplinar- tätigkeit. Rach ißt nahm Selma Lag erlös da« Wort zu einer längeren Rede. Sie ging zunächst auf bas Schicksal ber burch bie Amerikanerin Anne Svafforb gegründeten Siedlung einer christlichen Gemeinde tn Jerusalem ein. An dem Beispiel öreTcr Gemeinde zeigte die Dichterin, auf welchem Wege auch heute noch die auf der Konferenz versammelten Kirchen zur Ein- fammet bti bem Landgericht der Provinz Ober- helfen. 3 n den Ruhiestand versetzt wurde der ordentliche Professor in der Philosophischen Fa- kultdr der LandeSunivcrsttät ®ic6cn, Dcheimerat Professor Dr. Otto Dehaghel zu Gießen auf sein Vachsuchen mit Wirkung vom I. Oktober 1925 ab. — Dem Oberpsarrer Ernst AmanduS Wäller zu Lauterbach wurde die evangelische Psarrftelle an den Kranken- und Pslegeanstaltcn zu Gießen, Dekanat Gießen, übertragen Landkreis Gießen. t Grünberg, 26. Aua. In den letzten Togen hat die Deutsche Bau- und Sieb* lungsgemeinschaft in Darmstadt hier im ..Gaslhause -um Rappen" in zwei gut besuchten Versammlungen ihre Ziele dargelegt und in kurzer Seit auch über 20 Mitglieder gewonnen, die sich zu einer Ortsgruppe Grunberg zusammengeschlossen und Herrn Finanzsekretor Heinrich Lang zum Obmann gewählt haben. Die Gemeinschaft betreibt bekanntlich für ihre Mitglieder den Lau von Woh. nungen mit vollkommen zinsfreiem Geld, dos durch die Mitglieder aufgebracht wird. Die zu erbauenden Häuser werden ausgelost. Das erste Haus dieser Art in hiesiger Gegend wird jetzt für den Arbeiter Heinrich Wäscher in Göbelnrod gebaut. Kreis Friedberg. ss. Friedberg, 27. Aug. Bei Beginn der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde cn Stelle des ausgeschiedenen Stadtverordneten Holler Herr Hohmann in sein Amt eingeführt und verpflichtet. Punkt 2 betrifft Vergebung der Arbeit für das zu erbauende Wohnhaus für die Beamten der technischen Betriebe. Gegen die Der* gebuna der Maurerarbeiten, welche der Firma Ph. Mörschel zum Betrage von 23 000 Mk. übertragen werden sollten, wird Einspruch erhoben, da bei Aenderung der Bestimmung, die den Interessenten am Tage zuvor telephonisch oder mündlich übermittelt wurde, eine Firma versehentlich nicht be- rücksiHtigt wurde. Man ist allgemein der Ansicht, daß eine solche Mitteilung schriftlich batte erfolgen muffen. Es wird deshalb beschlossen, daß alle Fir* men, die eingelegt haben, nochmals zur Abgabe eines Angebots ausgefordert werden. Die übrigen Arbeiten werden nach den Vorschlägen des Bau* ausschusses vergeben. 3. Punkt: Erhöhung der Son* dersleuer für den bebauten Besitz von 60 auf 70 Pf. Die Miete soll, nach einem Vorschlag der Regierung, von 84 auf 88 Proz. erhöht werden, damit aber zugleich die obige Erhöhung der Sondersteuer verbunden sein. Man ist allgemein davon überzeugt, daß in dieser Vorlage keine Besserung, sondern nur eine Verschlechterung enthalten sei, welche dem Hausbesitzer nichts einbringe und nur den Mieter belaste. Rach längeren Ausführungen wurde die oorgeschlagene Erhöhung e i n st i m m i g abgelehnt. Der Bürgermeister betonte bei dieser Gelegenheit, daß die Beschaffung von Geld für die nötigen Ausgaben. so z. D. für den bewilligten Zuschuß für die Dohnungsbauten, zur Zeit auf die größten 5(bwieriefelten stoße. — Die vorgeschlagene Ge* bührenordnung für die Begräbnisse, die eine Sias- feluna nach dem Einkommen oorsieht, ist vom Ministerium nicht genehmigt worden, da eine derartige Staffelung von Gebühren gesetzlich nicht zulässig sei. Es wird deshalb eine neue Gebührenordnung oorgeschlagen, und zwar 50 Mk. für eine Beerdigung und dabei eine weitgehende Berücksichtigung von Unbemittelten durch Stundung und Erlaß vorgesehen: dieser neue Vorschlag wird mit 12 gegen 8 Stimmen angenonfhien. — Für das Krematorium wird die Anschaffung eines Harmoniums zum Preise von 1750 Mk. oorgeschlagen. Das seither benutzte Instrument ist Eigentum der evangelischen Gemeinde und in einem sehr schlechten Zustande. Für Benutzung soll eine Gebühr von 5 Mk. erhoben werden, wodurch die Kosten in einigen Jahren amortisiert sind. Die Anschaffung wird genehmigt. — Verschiedene vorliegende Bau- aesuche werden nicht beanstandet: die Wetterauer Dolksdank will Ecke der Wilhelms- und Bismarck- ftraße ein Dankgebäude mit sechs Beamtenwoh- nungen errichten Für die Mädchenfortbildungs- schule sollen entsprechende Räume mit Kochgelegenheit im Deutschordenshaus in der Burg hergerichtet werden. Die Kosten belaufen sich auf 1500 Mk. — Rach einer vorliegenden Mitteilung will die „Win- terhilfe* auch in diesem Winter wieder ihre segensreiche Tätigkeit eröffnen. — Die Erledigung von Steuerreklamationen, die seither durch den Finanzausschuß erfolgte, soll in Zukunft durch eine Kommission, bestehend au» dem Beigeordneten Langsdorf. dem Stadtverordneten Ehemann, dem Stadt- rechncr und einem Beamten des Finanzamtes erfolgen. — Zur Alarmierung bei ausbrechendeo Bränden soll eine Sirene angeschafft und auf dem Turme der Stadtkirche angebracht werden: für die Lieferung foll ein Ausschreiben erfolgen, die Kosten sind mit zirka 2000 Mk. im Voranschlag vorgesehen. Oteinfurt. 26. August Eine große Saalanlage, wie sie in den Dörfern der Wetterau nicht mehr zu finden sein dürfte, hat der Gastwirt Hengst ersteben lassen, sie umsaht 600 Quadratmeter Bodenfläche, dazu kommen noch 200 Quadratmeter Empore. Der Turnverein hat auf diese Weise einen schönen Turnraum erhalten, auch die anderen Vereine und der allgemeinen DolkSbilbungSarbeit ist nun Gelegenheit geboten, größere Veranstaltungen abzuhalten. An der GinweihungSseier nahm daS ganze Dorf teil. Lehrer F. Veck. Vtdda, hielt bei der Gelegenheit einen Vortrag über Jugendpflege. dabei die Vedeutung hcrvorhebend, die ein w schöner Saal für die getarnte Dorfbevölkerung haben kann. Mrcie Büdingen. X Ortenberg, 25. Aug. Zum Kontrolleur und Vorstandsmitglied de» hiesigen Vorschuß- und Kreditoereins wurde an Stelle des verstorbenen Herrn Philipp Winter Herr Wilhelm Schember gewählt. Der Gewählte war vorher bei der Bezirkskaffe Friedberg mehrere Jahre tätig und ist zur Zeit stellvertretender Stadtrechner — Am Samstagnachmittag wurde unter großer Be- teiliguna der noch langem, schwerem beiden leider zu früh verstorbene fürstliche Försier II l l e n - berger zu Grabe getragen. Rach der eindrucks- vollen Grabrede legte Rentmeister Vogel für den Fürsten Christoph Martin zu Slolberg-Roßla und die fürstlichen Beamten und Bauführer Armbruster für den Turnverein Ortenberg, dessen Vorstandsmitglied der Verstorbene war, prachtvolle Kränze nieder. Förster Ullenbcrger war ein treuer und gewissenhafter Beamter, besonders um die Pflege der ausgedehnten Baumanlagen hat er sich große Verdienste erworben, die auch allseitige Anerkennung fanden. Kreis Schotten. □ Laubach, 26. Aug Schon feit Jahrzehnten beschäftigt man sich hier mit der Anlage eines Schwimmbades, sowie eines 2uf t • und Sonnenbades. Mannigfache Vorschläge sind schon gemacht worden. Man hat kurz vor denn Kriege am Schöllenbach an der Kreuzung der Straßen Laubach—Schotten und Laubach— Freienseen ein auS Zement gemauertes Decken hergerichtet, daS auch schon benutzt wurde. Durch den Krieg wurde die Vollendung der Anlage und die Bildung einer Dadevereinigung gehindert. Die Anlage wurde vernachlässigt. Herr Bau- rat Schuhmacher erklärte, daß mitverhältnis- mäßig geringen Kosten die bereits vorhandene, sorgfältig auSgeführte Anlage sich ausbauen ließe. Wasser ist reichlich vorhanden, und zwar in völliger Reinheit. Dieser Plan hat am meisten Aussicht. Man hat außerdem an die Wetter oberhalb der Molkerei und an eine Ausschachtung deS .OberseeS" gedacht. Hier sind indessen die Wasscrverhältnisse durchaus nicht so günstig wie an der Schällenbach. Ig. Gedern, 27. Aug. In den nächsten Tagen wird der MarkierungsauSschuh deS hiesigen D. H. E. - Z w e i g v e r e in S eine neue Route von hier nach Dirstcin sestlegen und so eine seither etwas stiefmütterlich hinsichtlich deS Touristenverkehrs bedachte Gegend, die genügend Schönheiten aufzuweifen hat. dem Wanderverkehr erschließen. Damit dürfte unser Ort auch aus östlicher Dichtung mehr als bisher von Touristen besucht werden. Eine besonders rührige Tätigkeit auf dem Gebiete des Markie- rungSwesens entfalten innerhalb unseres B.H.T.- ZweigvereinS die V. H. E.-Brüder Veesenmeyer, Häusel und FerngeS. Ihnen gebührt für ihre Mühewaltung besonderer Dank. — Die von S. D. dem Fürsten Ernst Christian zu Stolberg- Wernigerode gestiftete Hindenburg- Plakette stellt sich alS ein hervorragendes Kunstwerk der Stolberg-Hütte in Ilsenburg dar, das in besonders ausdrucksvoller Weise die ®c- sichtSzüpe des jetzigen AeichSpräsidenten zur Geltung bringt Die Plakette ist etwa 30x40 Zentimeter groß und mit einem Gichenrahmen versehen, der die Widmung deS Fürsten trägt Das Dild wurde an geeigneter Stelle deS Schul- hauseS aufgehängt. Ig. Gedern, 26. Aug. Der Versuch der Gemeindeverwaltung. den gestern stattgchabten A u g u st m a r k t wieder auf seine frühere Höhe zu bringen, darf alS recht gelungen bezeichnet werden. Die ungünstige Witterung deS Tages konnte im großen und ganzen dem Markte wenig Abtrag tun. Der Auftrieb an Schweinen betrug 425 Stück, dagegen nur 6 Stück Rind- vieh, die zum Teil ihre Käufer fanden. Entsprechend der herrschenden Geldknappheit war die Kauflust nicht allzu groß: immerhin wechselte eine stattliche Anzahl von Tieren ihre Be- sther. ES wurden bezahlt für Ferkel im Alter von 6 bis 8 Wochen 30 bis 40 Mk. pro Kopf, während für Läufer ein Preis von 70 bis 80 Mk. pro Stück erzielt wurde. Auch mit der Beschickung deS Krämermarktcs konnte man zufrieden fein. Doch sollte es die einheimische Geschäftswelt nicht nur auswärtigen Händlern überlassen, ihre Waren auSzustellen. sofern sie ein Interesse daran hat, daß der Markt wieder seine einstige Bedeutung erreicht. Der Vachmittag stand bei etwas günstigerem Wetter im Zeichen deS Volksfestes. Den Schulkindern machte man eine Freude dadurch, daß man sie unter Führung threr Lehrer und Begleitung der Fcucrwehrkapelle in festlichem Zuge zum neuen Marktplatz brachte, wo sich nunmehr ein regeS Treiben entwickelte, dem ab und zu ein Regenschauer einen Dampfer aufsetzte. Abends 8 Tlhr setzte sich unter Beteiligung der Vereine, der Gemeindevertretung und zahlreicher Einwohner ein ansehnlicher Festzug vom Bahnhof auS nach dem Festplatz in Marsch. Dem Zuge voran fuhren zwei festlich geschmückte Wagen, die in sinniger Weise die deutsche Arbeit verherrlichten. Wahrend der erste Wagen eine Gruppe von Schnittern und Schnitterinnen zur Terfinn- bildlichung der Bedeutung deS Bauernstandes mit lich führte, trieben auf dem zweiten Wagen bei brennendem Herdfeuer Schmiede ihr ehriameS und gerade für die Landwirtschaft bedeutungsvolles Handwerk. Aach Ankunft des ZugeS auf dem Feftplatz begrüßte Herr Bürgermeister Muller die festlich gestimmte Menge. Er dankte allen Teilnehmern am Festzuge, besonders den Vereinen und der Feuerwehrkapelle, für ihre tätige Mitwirkung Herrn Steinbruchbesitzer V u 11 r i e d c dankte er für die in so anerkennenswerter Weise kostenlos der Gemeinde zur Verfügung gestellten FeuerwerkSkorper. Weiterhin sprach Herr Müller die Hoffnung auS. daß der Augustmarkt wieder Allgemetngut der Gemeinde Gedern und auch der Umgebung werde, wie dies in der Vorkriegszeit der Fall gewesen sei. Da der frühere Marktplatz mehr und mehr ein Opfer der Wohnungsnot geworden sei. und so seinem Zwecke nicht mehr genügt habe, sei man genötigt gewesen, sich nach einem geeigneteren Platze umzusehen, der hiermit seiner Bestimmung übergeben werde. Vach zwei Chören Gesangvereins „Liederkra nunmehr auf der Höhe deS benachbarten Gal- genbergeS das Abbrennen des Feuerwerks. Die Feuerwehrkapelle unter der sicheren Leitung deS Herrn Sodemann lieh noch manche flotte Weise zur Unterhaltung der Festbesucher erklingen und spielte noch zu manchem Tänzchen auf. so daß erst in früher Morgenstunde daS festliche Treiben seinen Abschluß fand. Die Gemeindeverwaltung sucht durch den Erwerb benachbarten Geländes den Marktplatz noch wesentlich zu vergrößern. was zu günstiger Weiterentwicklung sämtlicher Märkte unsere- OrteS beitragen dürste. I Ober-La iS. 25. Aug Am 22 d Mts. konnten die Eheleute Friedrich G ö tz zu ilnler- LaiS in vollster geistiger und körperlicher Rüstigkeit daS seltene Fest der goldenen Hochzeit begehen. Am Vachmittage vereinte eine von Herrn Pfarrer Weidner veranstaltete würdige kirchliche Feier das Jubelpaar, Verwandte und Freunde, den Kirchenvorstand und viele Gemeindeglieder im alten Kirchlein zu älnter-LaiS, an der gleichen Stätte, an der vor 50 Jahren das Jubelpaar zum Lebensvunde eingesegnet worden war. Lieder deS Gesangvereins und der Schulkinder verschönten die Feier. Sine Vachfeier im Haufe Götz hielt Kinder Lnkek, Verwandte und Freunde noch lange mit dem Jubelpaar vereint. Glückauf zur diamantenen. — Hafer Iugendfest, das wir am Sonntag, dem 23. d. Wts., vom Welter äußerst begünstigt, feierten, ist in den fünf Jahren feines Bestehens sest inS Dorfleben hinein verwachsen und zu einem rechten DolkSseste geworden. Das zeigte der äußerst starke Befuch unseres FcsteS. Die Feier auf unterem prachtvoll gelegenen, von alten Buchen beschatteten Festplaye stand im Zeichen der Iahrtausendfeier der Vheinlande. Wie alljährlich, so hatten sich auch diesmal wieder die Musikkapelle und der Gesangverein in den Dienst der Sache gestellt: die Eltern der Äonfirmanben hatten aus im Sorte gesammelten Zutaten Brezeln in großer Zahl gebacken, die an die Kinder verteilt wurden. — Gedichtvorträge der Schüler, Lieder der Schulklassen und deS Gesangvereins, Musikvorträge der Musikkapelle, Reigen der Schülerinnen und der Foribildunas- fchülerinnen bildeten ein abwechslungSreiche- Programm. Die Festrede hielt Herr Lehrer Strößinger über den deutschen Vhein. Den Abschluß der Vachmittagsfeier bildete ein Ausstieg eines Heißluftballons. Am Abend wurden durch Schüler der Oberklasse vor überfülltem Saale zwei prächtige Theaterstückchen gespielt, daS ..Klinghäusel' und das Märchenspiel „Schneewittchen". — Die hiesige Gemeinde hat eine Dreschmaschine mit elektrischem Antriebe beschafft, um von den Dreschmaschinenbesitzern, die meist sehr spät in unser Dors kamen, unabhängig zu sein. □ 111 r i ft e i n, 26. Aug. Am 6. September wird die Hauptversammlung des Ulrichsteiner Schloßberg-DereinS unter dem Vorsitz des Postmeisters Mei Ski dahier abgehallen werden. Dieser Verein ist im Jahre 1902 begründet worden und bezweckt die Erhaltung unserer altehrwürdigen Burgruine, deren Geschichte biS in bai dreizehnte Jahrhundert zurückgcht. Schon im Jahre 1890 hatten sich eine Anzahl von Bewohnern von Ulrichstein zu dem Zwecke der Erhaltung der Ruine vereinigt. Der Historische Verein regte beim Staat die Ausgrabung der Grundmauern an, die 1905 bis 1906 erfolgte Am 6. September wird unser Ehrenbürger Professor Dr. Roes- ch e n - Laubach auf dem Schloßberg einen Vortrag über die Geschichte der Burg hallen, wozu alle Gefchichtsfreunde eingeladen sind. Zahlreicher Besuch steht in Au-sicht. B Burkhards, 27. Aug. Die hiesige Bürgermeisterwahl, in der der bisherige Bürgermeister Heinrich Kneipp 141 und fein Gegenkandidat Wilhelm Kunkel 140 Stimmen erhielt, war vom Kreisausschuh in Schotten für ungültig erklärt worden, weil Vorgänge erwiesen waren, die geeignet waren, das Ergebnis in unlauterer Weise zu beeinflussen. Vun kann eine Veuwahl vorerst nicht erfolgen, da aus Burkhards Berufung gegen das Urteil deS KreiSauSfchusseS eingelegt wurde und der endgültige Enttchrid deS ProvinzialauSfchuffes an- gerufen werden muß. Damit ist die Erregung. Die seit der Wahl und längst vorher die Gemüter hier befeelt, und ein ständiger Anlaß zu Unfrieden und Gehässigkeiten war. noch immer nicht abgeebbt Voch immer steht die Frage der Veuwahl im Mittelpunkt deS dörflichen Interesses und Gespräches. ES ist zu erwarten, daß bet einem etwaigen zweiten Wahlgang noch Mber um den Endfiog gerungen wird alS bet Dem ersten no. Ober-Seemen, 25. 2lup. Hier fand in der Gastwirtschaft her Ioh». Schmidt II. '2'3tue. die Reuverpachtung eines Teiles des hie* sigen Pfarrgutes statt. Wie sehr Grundstücke auch in unserer Gegend begehrt sind, dürfte au» dein Umstande bervorgehen, daß die Grundstück», die in Friedensjahren einen jährlichen Pachtertrag von 225,20 Mark ergaben, nunmehr einen jährlichen Pachterlös von 499,80 Mark — also über das Doppelte des Friedenspreise» — abwerfen. n Freienseen. 26 Aug. Gestern be- suchte^ ein Redakteur der Berliner .Telegraphen -11 nion", Leiter des Ost- Referates. namenS Georg Ldbsack unseren Marktslecken. 2r ist der Vachkomme einet ® m a- nuel Löbsack. der 1764 aut Freienseen auS- wanderie und sich in der deutschen Kolonie Frank bei Saratow an der Wolga anfiedelte. Verfchiedene Linien der Familie Löbfack sind noch hier: eine Mühle im Seengrund ist nach ihr benannt. Redakteur Löbfack flüchtete in den furchtbaren Kämpfen der deutschen Kolonisten gegen die Bolschewisten, wodurch die beut täte Bevölkerung, die im Gebiete von Saratow eine halbe Million betrug, um die Hälfte vermindert wurde. Wie Redakteur Löbfack sagte, sprechen die deutschrussischen Kolonisten genau wie die Landleute unterer Gegend. Er kann sich mit ihnen sehr gut in der oberhessischen Mundart unterhalten. B. K a u l st oh, 27. Aug. Die Arbeiten an dem hiesigen neuen Friedhof finb soweit gediehen, daß seine feterliche Einweihung nunmehr für den 13 September in Aussicht genommen ist. Der Friedhof, der nach Plänen txm Baurat Vvdnagel in Schotten angelegt ist. erhebt sich gegenüber dem seitherigen auf der linken Seile her Landstraße, die von Burkhards nach Kaulstoß führt. Von der ursprünglich geplanten Erweiterung deS alten FrtedhofS mußte abgesehen werden, da dieser sich für hie nötigen durchgreifenden Veränderungen alS ungeeignet erwieS. Mrcio Wetzlar. rtr. Dorlar, 26. Aua. Sine aufregend« Szene spielte sich gestern aus bet Blockstelle der Strecke Dießen- Wetzlar ab. Sin Auto. "caS einen Sarg trug, wollte den Bahnübergang überqueren. Auf den Schienen blieb es plötzlich stehen, da scheinbar die Bremse versagte Zu gleicher Zeit nahte ein Güte^zug auS der Richtung Wetzlar. Vur mit größter Anstrengung gelang cS den Begleitern deS Wagens, diesen durch Schieben von den Schienen zu entfernen. Kaum war dieS gelungen, als der Zug vorübersauste. — Die Brombeerernte ist in diesem Jahre ganz besonders reichlich Alle Hecken im Feld und am Waldes rande sind voll von schwarzen Beeren. Täglich sieht man große Scharen unserer Einwohner mit Gesäßen hinaus- wandern. um sw zu sammeln. GS ist dies ein schöner Verdienst für die Sammler, da der Preis ziemlich hoch ist. Für daS Pfund werden 45 biS 50 Pfennig bezahlt. — Heute nachmittag herrschte hier ein starker Sturm, der große Mengen von Aepfeln, Zwetschen und anderem Obst herunterschüttelte. d. Volpertshausen, 26. Aug. Der Haus- halt »plan der hiesigen Gemeinde für das Rechnungsjahr 1925/26 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 19 000 Mark ab. — Zur Deckung ber laufenden Gemeindebedürfnisse wird ein Zuschlag von 100 Prozent auf die staatliche Steuer vom Grundvermögen erhoben. Henen-Naffau. bL Dillenburg, 26 Aug. Von jung und alt begleitet, traf am DienStagnachmittag die 14. Kompagnie deS Inf.-Regts. 15-Marburg in unserer Stadt ein. Im Marsche ging es ,\um Wilhelmsplay, wo sich die Truppen aufIöfter und in ihre Quartiere begaben. — Am Abend fand in her überfüllten Reithalle des Hesf.-Vasf. Landaestüts ein M l litärkonzert zum Besten deS Kriegerdenkmals statt. — Früh erschallte am Mittwoch der Weckruf. 3m Marschteinpo ging es zu der vorgesehenen Gefechtsübung in der Vähe von DonSbach. die bis gegen Mittag währte. — Auf dem Wilhelmsplay konzertierte am Vachmiltag abermals die Kapelle und lockte als Entschädigung für die trielen, die am Dienseine zahlreiche Zuhörerschar an. Gewissermaßen tagabend in der Reithalle keinen Platz mehr fanden, fand am Abend im Kurhaus ein neues Konzert statt. Die vorgesehene ilebunq in der Vähe von Herborn konnte nicht abgebalten werden. Wie verlautet, verläßt die Kolonne am DonnerStagmorgen unsere Stadt Diele weichen noch gerne an die Tage zurückdenken. Verantwortlich für den lokalen Teil: i. V. Ehrhard Evers. Gute Schuhe! Billige Preise! Verkauf der Dr, Stein-Stiefel | Besondere Vorteile fflr WiederverltÄufer | Große Auswahl: 8043a Wir bitten um Besichtigung unserer Fenster! Arbeitsstiefel, Tourenstiefel Ledergamaschen, Ledersandalen Hausschuhe, Turnschuhe Gelegenheitskauf! Kraft Stranajioretiofol prakt Schuletiefei mit holzgen. O» nraii. oirapaziersiieiei Boden, m 30 i.w, n n i ss r Schwarze Derbystiefel blTx Zu™*“0™'Gröeä§ 37‘ Braune Fahlleder-Stiefel b?«t3A* lerbrUT’B Grö3£»* 5“ Rindbox-Derbystiefel KtÄS!* 7” Damen-Lack-Spangenschuhe 12° Damen-Boxkalf-Spangenschuhe moderne Form . 8" Damen-Spangenschuhe KÄÄ Stoff-Morgenschuhe Knrdel‘ohle- tM, 1" Imit. Kamelhaarniedertreter ri,&«e 2” Herren - Halbschuhe aebwarzu. braun Q95 elegante Formen. . 14.90, 13.90, 11.50, U Herren-Rindboxstiefel 405o Derbyschnitt, gutes Fabrikat......■ ■ Herren-Rindboxderbystiefel .ö50 Zwischensohle, bequeme Form, sehr rrutes 1X Fabrikat ...........14.50, IM Herr.-Rindboxtourenstiefel, braun 4 CM mit geschlossener Lasche, ohne Kappe IU nt.201 Kaffee 2.40 2.80 3.20 3.80 4.- 4.40 4.60 4.80 W Tee 0.45 0.60 0.75 0.80 0.85 zu Bettenhausen im Alter von 69 Jahren. Kakao 0.30 0.45 0.50 0.55 Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. August, nachmittags 3 Uhr, statt. 8062V Emmericher Waran-Expedition Lindenplatz 1 8058V Der Vorstand. 8061D Jahrelange sofort lieferbar 8056A K.z.3 3.S.Z Gießen, den 28. August 1925. 07031 zugeben 07032 8045c Die Dorstände. 07042 a. d. Giesi. Anz. 75 3( und an der Kasse. 7908V Eröffnung von laufenden Rechnungen 0T064 Verwaltung von offenen u. geschlossenen Depots äußerst billig. 07038 Eröffnung v.provisionsfreien Scheck-Rechnungen Annahme von Geldeinlagen O/O Provision erhält jeder, der den Verkauf m. Neu für Giehen Neu für Gießen Brennatoff Gewinmmge- n. Veredlnngs-Gea. tn. b. H„ Frankfart a. BI., SavlgnyatraBe 25. An- und Verkauf von Wertpapieren an allen in- und ausländischen Börsen Ankauf von Wechseln auf Inland u. Ausland statt, wozu erg. einladen die Burschen nebst Festwir.t Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt! Schulsiieffei in kräftigster Ausführung Tourenstiefe! in enormer Auswahl Vorschüsse auf Wertpapiere unter günstigen Bedingungen Nur ! 2 Tage! Nur ! 2 Tage! 9 Hühner zweijährig,billig ab< Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N.: Karl Lindenstruth. L. Rosenzweig Gießen, Seltersweg 58 I. Eing.EckeVolkSbad. KeinLaden. Sonntag, 30., und Montag, 31. August, findet in Klein-Linden in der Wirtschaft zur Burg Aluminium - Tür u. Wagenschilder übernimmt. Otto Siebrecht, Barmen. 07047 ■3 M Ausstellung von Kreditbriefen auf alle größeren Plätze des In- und Auslandes Die trauernden Hinterbliebenen: Elise Sames geb. Ri ekel Familie Eduard Sames. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres guten unvergeßlichen Vaters sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Kohlenschlacken Sein- und Grobkörnung für Betonbau. Wegebau und Steinfabrlkalion laufend ab Werk Wetzlar a. d. L., Mühlheim a.M.n. a. abzugeben. Auch Sevarationskokö stets Zagdverpachtung. Die Jagdnutzung des gemeinschaftlichen Jagdbezirkes Lützellinden soll am Sams- tag, dem 12. September 1925, nachmittags 4 Uhr, auf dem hiesigen Rat- hause für die Zeit vom 1. 4. 1925 bis zum 31. 3. 1934 in 2 Bezirken öffentlich meistbietend verpachtet werden. Bezirk I umfaßt 513 ha Feld und 115 ha Wald und Bezirk II 275 ha Feld mit einigen Holzungen. Die beiden Bezirke werden zunächst einzeln und dann zusammen ausgeboten. In demselben Termin gelangt auch die an den gemeinschaftlichen Jagdbezirk unmittelbar angrenzende, auf hessischem Gebiete - in der Gemarkung Großen- Linden - belegens Markwaldjagd der hiesigen Gemeinde in Gröhe von 126 ha auf die gleiche Zeitdauer öffentlich meistbietend zur Verpachtung. Es handelt sich um gute Reh-, Hafen- und Hühnerjagden. Die Pachtbedingungen werden im Verpachtungstermin bekanntgegeben. Aähere Auskunft erteilt der unterzeichnete Jagdvorsteher. Lützellinden (Str. Wetzlar), 26. August 1925. Der Jagdvorsteher: Äorsch. 8051D 70. Stiftungsfest Samstag, den 29. August: Fackelzug. Antreten der beiden Wehren püntt lich 77a Uhr am Turmhaus am Brand. Anfchliehend Kommers im Saalbau Sauer. Uniform: 1. Rock und Helm. Sonntag, den 30. August: Hauptübung. Antreten pünktlich 10x/4 Uhr vorm. an den Gerätehäusern. Uniform: Arbeitsanzug. Dach mittags 3 Llhr: Familienausflug nach dem Philosophenwald. Jüngere laglöteriii für leichte Arbeiten auf dauernd gesucht. 07»., Sigarienfabrlf (Beotgi Dammstrahe 40. Schokoladen von 0.30 bis 0.70 1862—1912 Am 27. August starb unser guter Altersgenosse Christian Gott!. Zimmer Telegraphen-Obersekretär a. D. Wir betrauern den Heimgang eines treuen Altersgenossen, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Die Einäscherung findet in der Stille statt. Stahlkammer mit Schrankfächern unter Selbstverschluß der Mieter tmid Fräulein mit mehrjähr. Büro- tätigfeit sucht, gestützt auf gute Zeug- nifie, Stellung auf Büro, am liebst, für halbe Tage. Schrtftl Angeb. unter 07050 a. d. Gietz. Anz. erb. Leistungsfähiges Kakao- und Schokoladenwerk in Sachsen sucht für den Bezirk Giehen einen tüchtigen 8054ss Skml-veklM Berücksicht, können nur solche Herren tu., d. üb. gr. Erfolge i. d. Schok.-Branche etn- WQflhfr. Unterlag erbring, u. gute Sicher- tiekMt f. ein evt.^abriklager stellen k. Off. it.L.P.847a. Nndolf Moffe, Planen i.V. Herz & Co. Bankgeschäft Neuen Baue 23 Gießen Tel. 1303 u. 1304 ! , ■f» W ™L unter Bucurs platz M Hauptstadt Mtten 'N, unb breit-; bie men!^ zirken erm und dos $ draußen 'N vergnüg^ Sie s'n Ebene. N'ch Landstnb SlanE ^untrgui iw großem 2eh Miliagsniah Missterz. I mit einem > Das Ge- wie Kultur Europa und die S ausgegl'che einem, gro Orientalen es ist nicht die etabt umhüllt ste Nomantik Senborn h und die 2 Kapellen u Nicht 3i länbildjen, platte Land manien näh Walachei, dc Ml unb do' aber offene! Land jum scheiben ze Äroh obei risch" als Aber bi hier so me ganz unter cingeföräni laaigrün; g. Men trag, ifbenc westli teren Oltslutz förmig und senken, dm gestreckte f) der Wölfe i Auge nur linien der S ebenen Flö und Tobak auf See, vk von Eichen, bäume ach Himmels. Groß u. Eben war n ganze himn Morgen un Laden mit angrenzendem Zimmer gesucht. Karl Geismar, Uhrmacher. Ein in Oberhess. seit viel. Jahr. best. etn- geführter, repräien- tabler Kmfm. sucht ab 1. Okt. ob. früher Ltsllungingut.Hause f. tHetfe ob. Bureau- tätigkett. laZeuan. u. Referenz, st. z.Dienst. Schr. Angeb.u.8053v anben'Aesi.Anz erb. Bess. jung. Mädel sucht baldigst Stelle zu Kind. Erfahren in Säuglingspflege, Nähen u. Servieren. Gute Behandlung Bedingung. Schristl. An geb. unter 8052V a. b. Giesi. Anz. erb. SerA S- W*61 s Eil Heute nacht entschlief nach schwerem Leiden das Kreistagsmitglied Gilbert Sames Schuhhaus HERBERT Gießen, Marktplatz 2, neben der Engel-Apotheke 8059a fjerba-Seife beseitigt, nachdem vis dahin alle anderen »r's’te’Ä’gÄ Drogechn mit) Darfümerlen _,Lor 7.5 feg 8s* Diel uni 'n den s M 182.5 bi ?*•» eti| I» »eit Ai* 1 bis g Drells i °«hi< %6eren ; glichst, Sechen "8 an'b >ten u 2nunqen N^-chlick Siefen <= ch K- Bekannte Markenartikel-Fabttk sucht zum Aasschank von Kostproben in Lebensmittelgeschäften bcstempfohlene, repräsentive, gewandte Propagandisiinnen Schriftliche Angebote unter 07040 an den (Siebener Anzeiger. W' Lehnsük 2as Pc Jetzt pst Verwani DKW verschied. Modelle, gebr. und fabrikneu, stets a. Lager bet 7,37c Schilling, Gießen, Frankfurter Str. 23. WechmsMsW Samstag, 29. August, und 070 Mbl. 31« zu vermieten Or«a Neustadt 57. j Verkäufe | Einsprungsähiger, 7 Monate alter Eber steht z. Verkaufe in Reiskirchen bei Gießen, Garten- straße 16. 8046V fllllllllllllHlllllllllllllllllllU Deutsche Dogge IV, Jahr alt, mit la Stammbaum (unter zweien die Wahl» zu verkauf. Londorf, Marburger Str. 34. 9,S0D (1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIB Ein noch neuer Apparat zum Einkochen nebst Gläsern billig zu vcrk. 070,9 Ederttrake 2. Stellenangebote} ANSTÄNDIGER Nebenerwerb für Damen besserer Stände durch Ueber- nähme unf.H^rtr. in Strumpfwaren unter vorteilh. Bedingungen, b. Sicherheit ob. aenügenden Reser übergeb, wir Kommissionslager 5öd)f.ötrunwföettrieö A. J. Growald Berlin W 30. Starnbergerstr. 1. Aeltere, saubere unb ehrliche ^-rau od. Mädchen baß schon in gutem Haushalt tätig war, für tagsüber bei gutem Kobn zum 1 September gesucht. Vorzust. mit Zeugnissen nur Samstag, den 29. 8. 25, vorm. 11 Ubr, Sel- teröweg 35 I I. Gül möbl. Zimmer IN. el. Licht v. Kaufm. I Jy ges. Schr. Angeb. u.' Zement-Schwemmsteine (25 X 10 X 12V, cm) sehr günstig abzugebeu. Anfragen unter C 3574 an Annoucenmatzer, Frankfurt a. Main. [8055c Kr. 201 oweues vlau Äiegener Anzeiger (^Lacccti-ÄNze>ger |ut üivetyegeitz Am Rande Europas. Aon (£. O. Wognc! (Nochdn ck, auch mit Quellenangabe, ocrbotcn ) Bukarest, Mitte August 1925. Der Bucur, der vor fo etwa lausend Jahren Bucurcjchti «Bukarest) aegründet haben Hal von Etädiebaukunst keine Ahnung gehabt, natürlich. Er ging gelegentlich die Dimbooiza entlang durch den Urwald, sand an dieser Stelle vermutlich guten Lehm und machte es so, wie cs in der Walachei noch heute gemacht mirb: schlug vier Pfähle in die Erde, setzte ein Schilfdach draus und klebte aus Schilf und Lehm und Mist eine Mauer zwischen die Pfähle. Uebritzens eine beinahe kosten lose Bauweise, Sochoerstandigenstudiums würdig j Hält unter Umstanden lebenslänglich. Bucurs Weller wurde zur Siedlung, ein Krieg»- platz fchlleßlich und im Lause der Zeil eine Stadt, Hauptstadt der Walachei, endlich Landeshauptstadt. Misten in völlig reizloser Ebene liegt sic nun groß und breit. Reine Spur mehr vom alten Urwald. Nur die menschlichen Behausungen in den äußeren Bezirken erinnern vielleicht noch an Bucurs Zeiten, und das sehr urwüchsige, primitiv-ländliche Wesen da draußen in der Mahala, wo die kleinen Schweinchen vergnügt im dicken Straßenkot sich tummeln Die Stadt verstießt säst ohne Grenze in die Ebene. Nicht Großstadt: eine riesige große L a n d st a d t. Verblüffend vielfältig in chrer Gestalt. Glänzendstem Palast nicht sern ist die armseligste Zigeunerhüste. Rassiniertester Luxus, erschütterndste Anspruchslosigkeit. Ich sah ein Zigeunerweib mit großem Behagen norm Tore eines Palaisgarlens Millagsmahl halten: drei Zwiebeln, eine Handvoll Maissterz. Und in der Birch fuhren stolze Kokotten mit einem geschminkten Offizier vorbei. Das Gegensätzliche erschöpft sich nicht in Betzrissen wie Kultur und Unkultur, arm und reich. Hier ist Europa und Orient zusammengeprallt, und die Stadt ist voll der Späne und voller nicht ausgeglichener Spannungen. Schön und häßlich in einem, großartig und bedrückend ärmlich. Dem Orientalen so befremdlich wie dem Europäer. Aber es ist nicht nur der Zauber der Fremde, der uns die Stadt interessant macht: Seltsame Romantik umhüllt sic, umhüllt ihr doppeltes Antlitz. Nicht die Romani! l unserer alten burgengefrönten Städte. Sondern hier leuchtet noch ein Schimmer von Byzanz, und die Doppelkreuze der unzähligen Kirchen und Kapellen umspielt ein leiser Schein vom alten Rom. Nicht Bukarest, die Stadt mit dem halb morgen- ländischen, halb abendländischen Wesen — das platte Land, die Walachei, bringt einem Rumänien näher. Es gibt ein Spottlied aus die „wilde Walachei, das von zerbrochenen Fensterscheiben handelt und von Strohdächern. Wenig verheißend. Wer aber offenen Sinnes hier Gast ist, dem wird dieses Land zum Erlebnis, obgleich sehr viele Fenster- scheiben zerbrochen, obgleich viele Häuser nur mit Stroh ober Schilf gedeckt sind, manches mehr „malerisch" als vollkommen ist. Aber diese Weiten! Das ist, was uns Mittelländer hier fo merkwürdig beruhigt, was die Landschaft so ganz unterscheidet von der unfrigen: Horizonte, uneingeschränkte Horizonte. Dies Land ist ein Meer, saatgrün: golden zur Zeit der Reife. Auf leichten Wellen trägt 5 dich ins Ungeineffenc. Diese große Ebene westlich von Bukarest, im Argesch, am unteren Oltfluß, ist nicht wie die ungarische Steppe einförmig und ohne Schwung, hier sind überraschende Senken, durch die kleine Gewässer rinnen, weithin gestreckte Haine, die flache Taler füllen, Zuflucht der Wölfe und Füchse. Aber vom Plateau sieht das Auge nur die großen, kaum durch die Schatten- liniert der Luncc, der fruchtbaren Auen, ununterbro- chenen Flächen wogenden Korns, tiefgrüne Mais- und Tabatfelber dazwischen. Manchmal wie Schiffe auf See, verdämmernd im Blauen, schmale Gruppen non Eichen, über die wie die Segel hohe Akazien- bäumc au fragen zur iingeheuer weiten Kuppel des Himmels. Groß und mächtig geht hier die Sonne auf. Eben war noch tiefe Nacht, und nun ist plötzlich der ganze Himmel hell und tief roter Schein im Osten. Morgen und Aoend haben fast keine Dämmerung. 75 Jahre Main-wefer-vahn. Don Dr. Paul Schüler. Sehnsüchtig schlug das Herz, wenn seine Weisen Das Posthorn sang im nächt'gen Waldrevier — Jetzt pfeift der Dampf und läßt im Sturm uns reifen. Verwandelt ward die Zeit und wir mit ihr. Emanuel (Seibel. Bor 75 Zähren, Ende August 1850, wurde die Eisenbahnstrecke Lollar—Gießen dem öffentlichen "Verkehr übergeben. Hiermit war die Main-Weser- Bahn (Kassel—Frankfurt a. M.) mit Ausnahme der Strecke Gießen—Friedberg vollendet. Ihre Bcdeu- tung rechtfertigt einen kurzen Rückblick auf ihre Geschichte. Noch viel mehr als heute standen vor hundert und in den folgenden Jahrzehnten die Eisenbahnen im Brennpunkt des öffentlichen Interesses, war doch 1825 die erste Dampfeisenbahn der Welt in England eröffnet worden. Da jedoch in Deutschland die Industrialisierung und Kapitalbildung noch nicht so weit fortgeschritten war wie dort, dauerte es trotz vieler Projekte noch länger als ein Jahrzehnt, bis auch hier die ersten Eisenbahnen im 2ohre 1838 verwirklicht wurden. Bereits im Jahre 1832 plante das Kurfürsten- tum Hessen-Kassel den Bau einer Eisenbahn von Hamburg und Bremen über Kassel und Frankfurt a. M. nach Lüddeutschlanb. Aber die Vielgestaltigkeit des polüischen Deutschland und Kapitalmangel verhinderten seine Verwirklichung. Immerhin gehört hiermit die Main-Weser-Bahn zu den ersten größeren deutschen Eisenbahnprojekten. Es muß rühmlichst anerkannt werden, daß, im Gegensatz zu Preußen, die meisten deutschen Staaten von An- fang an die große Bedeutung der Eisenbahnen erkannten und bestrebt waren, ihren Ländern die Segnungen dieses neuesten Verkehrsmittels so schnell und reichlich wie möglich zuteil werden zu lasten. Zu dielen Staaten gehörten auch die an der Main- Weser-Bahn beteiligten, nämlich das Großherzogtum Hesten. das Kurfürstentum Hessen-Kassel und die freie Reichsstadt Frankfurt a. M. Da, wie erwähnt, Prioatkapital nur in geringem Maße zur Verfügung stand, den meisten Privat- fapitaliften auch das Risiko, ihr Kapital in Eisenbahnen anzulegen, zu groß erschien, schlosten diese Staaten am 6. Februiar 1845 einen Vertrag über die Erbauung einer Eisenbahn von Kastel über Treysa, Marburg, Gießen, Friedberg nach Frankfurt a. M. auf Staatskosten derartig, daß jeder der beteiligten Staaten die Kosten der auf sein Gebiet entfallenden Strecke zu tragen habe, und daß die späteren Ueberschüsse bzw. Fehlbeträge Verhältnis- mäßig unter die drei Staaten geteilt werden sollten. Für Bau, Verwaltung und ^Betrieb der Bahn wurde eine gemeinschaftliche Direktion in Kassel eingesetzt. Der Bau begann am 6. August 1846. Die erste Teilstrecke Kassel—Wabern wurde am 19. Dezember 1849 in Betrieb genommen. Am 2. Januar 1850 folgte Wabern-Treysa, am 4. März 1850 Treysa—Kirchhain, am 3. April 1850 Kirchhain—Marburg, am 10. Mai 1850 Friedberg-Frankfurt, am 25. Juli 1850 Marburg- Lollar, am 25. August 1850 Lollar—Gießen, am 9. November 1850 Butzbach—Friedberg, am 1. Mai 1851 Langgöns—Butzbach und am 15. Mai 1852 als letzte Gießen—Langgöns. Die Gesamtstrecke war 199 Kilometer lang mit einer Maximalsteigung von 1:125 auf der Strecke Kassel—Treysa und von 1:150 auf der Strecke Treysa-Frankfurt a. M. Der Bau kostete 46 284 000 Mark. Außer dem eigenen lebhaften Lokalverkehr fiel der Lahn von Anfang an auch der Berlin—Frankfurter Durchgangsverkehr zu, da die Strecke Ber- lin—Bebra—Kassel bereits seit 1849 im Betriebe war. Hierzu kam ferner 1856 nach (Eröffnung der hannoverschen Staatsbahnstrecke Hannover—Kastel der Durchgangsverkehr von Hamburg, Bremen, Hannover und Magdeburg nach Frankfurt a. M. und darüber hinaus. Aber jetzt begann Preußen, seine eisernen yangarme vorzustrecken. 1868 eröffnete es die Bedra—Hanauer Bahn und entzog der Main-Weser-Bahn den Berliner Durchgangsver- kehr. 1876 verminderte sich durch Eröffnung der Strecke Bedra—Friedland auch der Nord—Süd- durchgangsoerkehr erheblich. Die anderen in ihrem Verkehrsgebiet gebauten Linien, wie Deuy—Gießen und Koblenz—Wetzlar sind nicht von durchgreifen, dem Einfluß für ihren Verkehr geworden, da sie ihr teils Zuwachs des Verkehrs brachten, teils folgen entzogen. Troydem ist die Rentabllität dieser Bahn im Vergleich zu den meisten anderen immer eine verhältnismäßig gute gewesen, und zwar erhielte sie eine durchschnittliche Verzinsung von 6 Prozent. Durch die politischen Veränderungen des Jahres 1866 fiel der Anteil des Kurfürstentums Hesten- Kastel und Frankfurt an Preußen, das gleichzeitig den übrigen Teil vertraglich in Verwaltung und Betrieb nahm. Am 1. April 1880 ging auch dieser käuflich in das Eigentum Preußens über. Wild, maßlos fmd die Gewitter, die über die riesige Ebene hinbrausen, ungeheuer der Sturm der nirgends Hemmnisse findet. Wild und schon ist die Natur, einfach das Leben. Wer sich von der Zivilisation erholen will, gehe In die Walache ' Hier qibl'o keine Komplikationen, keine grausamen Zusammenstöße mit mechanisierter Umwelt. Dieter Ziehbrunnen mit seinem Himmel- ragenden Balken, seinem schlichten Mechanismus stand wohl schon vor Jahrhunderten. Vor Iahrhun- denen schon iahen die Häuser so aus. klein, wind- geduckt, primitiv, Handgemach!, sauber aeweißt all- jährlich. Aus ganz alttestamentarische Weise, noch mit der Sichel sicht man den Landmann muhjarn fein Getreide schneiden, mit dem felbftgeiertigten Pflug nomcE, der doch in Paris studiert hat. ist lacutu durchcus gewachsen Deamna — schreibt er eine: Tages an die Gutsherrn —, der Teppich meines Ledens wäre schlimm aemebt, wenn ich nicht "Marte fände, zu danken . . 0. Tacutu hat Stil. Lebensart, ötol < Seine Kleider sind ja arg gestickt, aber feiertags leuchtet fein weißes, kunstvoll gesticktes Hemd, und mit neuen bunten Riemen sind die Opanken am Fußgelenk de festigt Sonntags gegen Abend iahen wir im kleinen iepp'chgejchmuckten Honorauorenstübchen des Dori- gaskhaufes. Tranken Dragafchanierwein. Ein Roen- garten glühte vor der offenen Tür. Auf dem Platz Das große Heimatblatt der eingesessenen. Bevölkerung (Büßens, der ganzen Provinz Oberhessen und des benachbarten preußischen Lahngebiets ist der im 176. Jahrgang erscheinende Gießener Anzeiger mit seinen drei in eigener Redaktion bearbeiteten und in eigenem Betriebe gedruckten regelmäßigen Beilagen Gießener Familienblätter der Unterhaltung und Belehrung dienend durch sorgfältig ausgewählten, gediegenen literarischen Lesestoff Heimat im Bild der heimatlichen Landschaft, ihren besonderen Eigentümlichkeiten und ihrer Kultur in Bild und Wort gewidmet Die Scholle von Fachleuten und Kennern der Heimaterde für die Land, wirtschaft und Gartenbau treibende Leserschaft bearbeitet Für die Geschäftswelt, Behörde und Familie, für Wirtschaft, Handel und Verkehr ist der Gießener Anzeiger Das große Anzeigenblatt den Acker aufritzen, wenige Zentimeter tief. Und es wächst, wächst ungeheuer. Zweimal erntet ber Eifrige in der ßunce. Der Cioban Radu lacutu ist mein Freund geworden. Er hütet die Schafe der Moschie. Oft war ich draußen am Wald in feiner Sommerwohnung, die ganz aus Schilf ist. Wir verstehen uns nicht mit Worten, aber mit Augen und Mienen. Seinem Namen entsprechend ist lacutu wirklich ein sehr schweigsamer Mann. Er kann stundenlang stehen, auf seinen Stab gestützt, in die unendlichen Weiten des Argesch schauen und träumen. Seine großen schönen dunklen Augen sind bann umflort. Aber man muß diesen Vetter des Tacltus dann in der Gemeinde Versammlung sehen, etwa wenn von der großen Landverteilung die Rede ist. Davon retien sie jetzt alle. Die Landlosen sitzen mit gekreuzten Beinen im Gras vor dem Rathaus, dem kleinen Hause des Prirnars. Und Tacutu redet, redet lebendig, aufgeregt, in farbenreichen Bädern, trefflichen Vergleichen. Eine fabelhafte Dialettif. Dem Agro- Dorrn Haus tanzte die Jugend Hora und Sarba, die alten nationalen Reigentänze, zum raschen Syn- kobenfpiel der ßautari. Jemand hatte die tragische Geschichte vom Pan- burenffirften Tudor Vsabimirescu erzählt, von den ersten schüchternen Anfängen rumänischer 'Nationalpolitik vor hundert Jahren. Hinter uns an ber Wand, zwischen den Heiligenbildern, starrten die steifen grellbunten Bildnisse der alten Walachenfürsten, von Vlad Zepesch bis Eusa. Ein junges Zigeunerpaar, ionntäglid) ausgeputzt, rote Blumen hinterm Ohr, lang uns zur Laute ein jchwermütig-monotones Lied vom Herrn Tudor, fang vom vielgeliebten Mädchenräuber Terente, den alten Sang von Man- druliza de la Munt dem Liebchen vom Berg. Ich fuhr in die Berge. In die Karpathen. Der Hauptteil der kleinen Walachei ist erfüllt von den Ausläufern ber Karpathen. Weite Maisfelder, dann plötzlich reiches Weinland, auf nieder» Hügeln große Rebkulturen. Ganz fern, im Blauen, liegen Die Main-Wefer-Bahn führt durch eine ber schönsten Gegenben Deutschlands. Sie hat Handel und Wandel gehoben und zur wirtschaftlichen Entwicklung ihres Verkehrsgebietes erheblich beigetragen. Darum ein ehrendes Andenken allen denjenigen, welche die Anregung zu ihrem Bau gegeben und den Mut zu seiner Durchführung gefunden haben. Lin oberhessischer Prähiftonker. Zum 8 0. Geburtstag Professor Dr. Wolffs. Georg Wolff, ber hervorragende Erforscher der heimischen Ur- und Frühgeschichte, feiert heute feinen 80. Geburtstag. Prof. Wolff, ein geborener Kurhesse, war bis 1890 in Hanau und bann am Frankfurter Kaiser-Friedrich-Gymnasium als Ober- lehret tätig. Schon währenb feiner Lehrtätigkeit in Hanau beschäftigte er sich mit ausgedehnten archäologischen Studien, in erster Linie mit ber Er- kunbung der reichen römischen Siedlungen und Kastelle in Hanaus Umgebung: Kesselstadt, Groß- Krogenburg, Heldenbergen, Okarben, Rückingen usw. Rach seiner Ueberpeblung nach Frankfurt wandte er sich feiner eigentlichen Lebensaufgabe zu, ber Durchforschung und Ausgrabung der Römerstadt Nida bei Heddernheim, einem Vorort Frankfurts. Jahrzehntelang ging er hier mit nie erlahmender Liebe ben Spuren römischer Kultur nach. Eine unübersehbare Fülle von Kunstschägen förberte er aus tausendjährigem Schlaf ans Tageslicht: er stellten den Grundriß ber gewaltigen Römerstadt fest und legte die hervorragendsten Gebäude Nidas frei. Die vielen Einzelstudien, die Wolff darüber ver- faßte, finden in dem Buch der Reichslimeskommission krönenden Abschluß. In demselben monumentalen Werk deutscher Forschung hat ber greife (Belehrte auch die Kastelle Groß-Krotzenburg, Helden- bergen, Hofheim, Kesselstadt, Marköbel, Okarben und Rückingen bearbeitet. Neben diesen mit peinlicher Gewissenhaftigkeit ausgefuhrten Studien fand aber Wolff noch hinreichend Zeit zu ausgedehnten Forschungen über die Siedlungen und Kultur ber Ur- und Vorbewoh- ner Nassaus und vor allem Oberhessens. In langen Monaten und Jahren folgte der schlichte Mann ben Spuren ber stein glichen Siedlungen big zu der fränkischen Periode. Zehn Jahre widmete Wolff im Auftrage ber Reichslimeskommission dem süblichen Teil Oberhestens, der Wetterau, ferne ForscherSteädg, 28. August (925 weil hüiflebreitet die Fogarascher Berge. Wolken ballen sich davor, sie vergehen. Im Naherkommen sieht man: Wald, mächtige Flachen dunklen Walde». Sie decken das ganje Gebirge. Doch aus Sthrunben leuchtet cs in dünnen Streifen weiß von Schnee. Run treten Gipfel bervor, nackt, aber gleich wieder von Wolken überhüllt. Der reißende Olt uns zur Seite. Mitten im Ge- birge. Steil steigt der Wald neben uns auf, ganz breit ist das gelbe Wasser de: Stromes Ein grandioser Gebirgspaß. Immer wieder sind neue läler tief klaffend aufgerissen, ungeheure Kulissen inein- andergefchoben. Kulissen . . Wohl das sind Kulifsen, da» ist die Bühne, die dem Riefenausmaß der historifchen Dramen entspricht, die da» Land erlebte. Als sich Dazier und Trazier und Romer zuerst begegneten, zur Zeit ber Völkerwanderung, bei ben vielen Türkeneinfällen — immer kam diese Strafte das Schicksal geschritten, war dieser Paft letzte Hossnung. Zwischen Rimnic und Turnu Roschu, der Grenz- befeftigung am Roten Turm, die die Rumänen nun nicht mehr zu brauchen hoffen. Hier bei Rimnicul erfüllte sich vor hundert Jahren bas Schicksal des mehr ..mufenfrcunblid)en“ ab und militärisch Alerander Hypsilantis und seiner „heiligen Schar". Furchtbares Drama von Verrat, List und Schicksalsverstrickung birgt sich in dieser Geschichte, in der Geschichte dieses Freiheitsmannes, den deutsche Ro- manffk fo töricht verklärte. * Aber das ist cs ja: Es leuchtet hier alles so von Romantik, hier am Rand Europas, wo außer Bären und Wolfen noch heute Räuber wohnen Die liebenswürdigsten und höflichsten Räuber der Welt. Laßt euch die Geschichten vorsingen von den Zigeunern. Beim Wein von Dragaschani, dessen Reben vom Rhein stammen und dessen Trauben in der Hitze des langen walachischen Sommers gereift sind. Da ist das heimatlich Herbe aufs Wunderbarste gemischt mit der süßen Ucppigfcit des Süden: Aus rumänisch singen diese Zigeuner die Romanzen, auf ungarisch. Und wenn man will, in ihrer seltsamen Sprache, die höchstwahrscheinlich ein korrumpiertes Sanskrit ist. Alles das gehört zur Romantik vom Rande Europas. Wie die rote Blume hinterm Ohr ber Zigeunerin .... Wozu deutsche Landwirte gut sind. Von unserem südafrikanischen Verichterstotter. Es besteht in Südafrika die Absicht, fünfzig deutsche B a u e r n f a in i i i c n aus dem Rheinland als Musterfiedlcr auf den Kendrewformen im Bezirk Graaff-Reinet anzufehen: Ein Vertreter der Gesellschaft befindet sich bereits in Deutschland, um die Auswanderung vorzubereiten und dafür zu sorgen, daß nur „bestbefähigte Bauern ausgewählt werden, die berühmt sind wetzen ihres Fleißes und ihrer Tatkraft." Man nimmt an, daß der im September erwartete erste Trupp von 50 Familien vorbildliche Sachverständige auf dem Gebiete des Molkereiwesens des Weinbaus und der Schweinezucht mitbriugt. Sollte dies zutreffen, so werden weitere deutsche Ansiedler für den Nordwestteil von Kendrew „angenommen" werden, bis es insgesamt 200 sind. Der Leitgedanke des Ken- drewer Ansiedlungsplaues ist die Schaffung eines zum Wetteifer ansporneu- den Vorbildes: und zwar soll den Afrikanern der Nordteil, und die Mitte der Niederlassung einschließlich des Ortes behalten sein. Später sollen die unteren Teile von Kendrew für Norweger und Dänen freigegeben werden. Auf die Art hofft man die Möglichkeit zu schaffen, daß mit einem Blick die Arbeit jedes Ansiedlertrupps verglichen werden und ein gesunder Wetttätigfeit. In jedes Wetteraudors ist er gekommen, und in jedem Dorf war „Wolff aus Frankfurt" ein geschätzter lieber Gast, dem man willig und gern bei seinen Entdeckungsfahrten hals. Hunderte von Grabstätten legte er mit Hilse freunbroilliger Hände frei und barg ihren Inhalt für die hessischen und nassauischen Museen. Seine ganz besondere Aufmerksamkeit wandte der Forscher dem in früheren Zeiten so vernachlässigten Nidder- und Niddatal zu, warm und sachkundig unterstützt von den hessischen Forschern An Ihrs, Helmke und Müller. Mit meisterhafter Klarheit stellte er die Heerwege fest, die in Urzeiten die Wetterau und das Nassauer Land schnitten und kreuzten: die vorrömischen Straften ber Main—Nidda—Wetter- Linie, des Niddertales, des Kinzigtales, bann das römische Straßennetz des 2. und 3. Jahrhunderts: die Elisabethenstrafte von Kastell über Hofheim nach dem Vogelsberg, die Straften nach der Saal- bürg, über ben Feldberg und die Limesstraßen mit ihren ungezählten Verästelungen. Neben der Stra- ßensorschung spürte Wolfs den römischen Sieblungen Oberhessen nach, überall fanb er Unentdecktes, hob er neue Schätze aus und fanb feine auf- gestellten Theorien glänzend bestätigt. Es fei an dieser Stelle nur an die Fundstätten von Hosheim, Altenstadt, Höchst a. M., Nied a. M., Kaichen, Hel- benbergen, Vilbel und Okarben erinnert. Die Ergebnisse dieser großartigen Arbeiten legte Wolff 1913 in dem Monumentalwerk „Die südliche We tterau in vor- und früh- geschichtlicher Zeit" nieder, einer Arbeit voll einer Unsumme Fleißes und bisher nicht erreichten Klarheit der Darstellung. Das Werk bildet in der archäologischen Forschung einen Markstein. Vor elf Jahren wurde dem greifen Gelehrten von ber Berliner Akabemie ber Wissenschaften die goldene Leibnitzmedaille verliehen, vor wenigen Monaten ernannte ihn die Darmstädter Technische Hochschule zum Dr.-Ing. b. c. Fast alle historischen Gesellschaften nennen Wolff mit Stolz ihr Ehrenmitglied. In ben Kreisen der archäologischen Wissenschaft gilt Wolff als ein Bahnbrecher und Forscher, dessen Arbeiten als Meisterwerke geschätzt und gewürdigt werben. Und noch heute arbeitet der greife Gelehrte unablässig an der Lösung neuer archäologischer Probleme. An dem achtzigsten Geburtstag dieses seltenen Mannes aber nehmen weite Beoölkerungs- treffe, mit denen er in vielen Jahrzehnten als Forscher in Berührung kam, und vor allem die reiche Zahl feiner Freunde und Schüler herzlichen Anteil, eifer sich entwickeln kann. Die Begründer von Kendrew erwarten, daß binnen 3 Jahren die 117 000 ocres, wovon 17 000 durch den soeben fertiggestellten Damm berieselt werden können, gründlich bearbeitet sein werden. Die Metamorphose des Bolschewismus. Don Otto C v r b a ch. Gewisse Tiere, besonders geflügelte Insekten, haben noch in ihrer postembrhonalen Entwicklung eine so starke Umgestaltung durchzumachen, daß sich ihr Körper vorübergehend in einen Gewebsbrei auflösen muh. Die alte Organisation wird eingeschmolzen, um als Material zur Bildung völlig neuer Organe zu dienen. Man kann eine Revolution, wie die bolschewistische, die mit einer alten Staatsordnung wirklich aufräumt, nach Analogie einer solchen Metamorphose auffassen. Rur unter völliger Absonderung von der Außenwelt, unter Aussetzung normaler Funktionen, im Zustande fast völliger Auflösung des ursprünglichen Körperbaues kann sich das Wunder der Verwandlung einer Raupe in einen Schmetterling vollziehen. Richt jeder Schmetterling ist ein Wunder an Schönheit, aber kein moderner Mensch wird leugnen, daß das^ alte Zarenreich eine Raupe von erschreckender Häßlichkeit war, so daß nicht viel Optimismus dazu gehört, zu erwarten, daß aus seinem Gewebsbrei innerhalb der auch nichts weniger als ästhetisch reizvollen bolschewistischen Puppe schließlich ein Organismus mit gefälligeren Formen hervorgehen werde. Auf jeden Fall aber ist es Zeit, aufzuhüren, sich immer aufs neue zu wiederholen, was der Bolschewismus an vandalistischer Zerstörung geleistet habe, um mit gespannter Aufmerksamkeit zu verfolgen, was für ein neuartiger Organismus aus dem Gewebsbrei des alten Regimes nun wirklich zu entstehen begonnen hat. Siner unbefangenen Betrachtung enthüllt sich dabei deutlich, wie wenig dieser neue Organismus den ursprünglichen Absichten seiner kommunistischen Geburtshelfer gerecht zu werden ver- lpricht. Die russische Ratur scheint sich vielmehr des kommunistischen Programms der- Bolschewisten als einer List zu bedienen, um die Außenwelt abzufchrecken und desto unabhängiger eigen e Wege in der Durchführung individualistischer Wirtschaftsprinzipien gehen zu können. Was im alten Zarenreiche an moderner Wirtschaft entstanden war, hatte sich nicht recht akklimatisieren können. Es war zu sehr das Erzeugnis west- euT-oväischer verlchte erter Kolonialvolitik, als daß sich der starke 1.lnabhänqigkeitsinstinkt des russischen DolkeS damit abfinden mochte. Gerade deshalb aber braucht der Radikalismus, womit es dem Bolschewismus zunächst verstattet war, alles zu zerstören, was auf russischer Erde an kapitalistischer Wirtschaft entstanden war, noch nicht zu bedeuten, daß sich unter bolschewistischer Herrschaft ein Saltomortake aus einer mittelailterlich- patriarchalischen in eine ideale sozialistische Wirt- schaftsversassung vollziehen könne. Wer sich durch bloße Worte nicht irre machen läßt, wird vielmehr durch den bisherigen Verlauf der bolschewistischen Metamorphose an den Prozeß erinnert, durch den sich in Westeuropa einst aus dem Merkantilismus der wirtschaftliche Liberalismus, das „taiffer faire, laisfer Passer" herausschälte. Auch die Merkantisiten waren „Staatskapitalisten". die im privaten Unternehmungsgeist das böse Prinzip sahen, dem sie nur unfreiwillig Konzessionen machten, ohne dadurch verhindern zu können, ihm schließlich völlig das Feld räumen zu müssen. Wie dem auch sei. jedenfalls lehren die jüngsten Vorgänge in Sowjetrußland, daß die Bolschewisten nur dann hoffen können, das Heft in der Hand zu behalten, wenn sie dem privaten Unternehmungsgeist im Rahmen ihres „Staatskapitalismus" noch viel mehr freien Spielraum gewähren, als eS bisher der Fall war. Man hat sich im vorigen Jahre umsonst bemüht, diesen durch die kräftigste und nachdrücklichste Bevorzugung des Genossenschaftswesens zu erdrosseln. Als private Händler und Gewerbetreibende immer höher besteuert wurden, als die staatlichen Fabriken sich weigerten, an private Geschäftsleute Ware abzugeben und diese im günstigsten Falle mit dem fürlieb nehmen mußten, was übrig blieb, nachdem die Kooperativen den Rahm abgeschöpft hatten, von denen nicht, wie von ihnen bare Bezahlung verlangt, denen vielmehr auf langfristige Kredite geliefert wurde — da ichien das Ende des „Rep" gekommen. Rachdem dieser Kreuzzug gegen 200 000 Opfer gefordert hatte, konnten die Kooperativen ungehindert ver- suchen, die Warenverteilung zu monopolisieren. Es zeigte sich aber, daß sie dieser Aufgabe nicht gewachsen waren. So langfristig die Kredite waren, die ihnen bewilligt wurden, einmal mußte der Zeitpunkt eintreten, wo die aufgelaufenen Rechnungen bezahlt werden mußten, und nun ergab sich, daß sehr viele Kooperative ihre Kräfte überschätzt und viel mehr Kredit in Anspruch genommen hatten, wie sie verantworten konnten. Die Staatstruste, die selbst unter chronischem Kapitalmangel schwer zu leiden hatten, erklärten, außerstande zu fein, zahlungsunfähige Kooperative über Wasser zu halten. Die allgemeine Stockung, die dadurch im Wirtschaftsleben Rußlands hervorgerusen wurde, hatte zur Folge, daß die Sowjetregierung das Steuer wiederum in der Richtung der neuen ökonomischen Politik umwars. Seit März dieses Jahres sind eine ganze Anzahl Dekrete in Kraft getreten, die bestimmt und geeignet find, den privaten Handel neu zu beleben und auch dem Handwerk wieder auf die Füße zu helfen. Gleichzeitig hat man auch den strebsamen Bauern von allen Fesseln befreit, die seine Initiative noch lähmten. Er kann wieder fremde Arbeitskräfte beschäftigen, ohne als ..Kulak" , gebrandmarkt zu werden und dabei Schliche wie die einer Scheinehe mit einer Magd oder der „Adoption" eines Knechtes anwenden zu müssen. Er kann auch Land zupachten, am fein Besitztum feinen Betriebsmitteln anzupassen. Ganz anders wie im Jahre 1921, wo ein rapider Verfall der landwirtschaftlichen und industriellen Produktivkräfte den tiebergang vom Kriegskommunismus zur neuen ökonomischen Politik notwendig machte, handelt eS sich bei den neuesten wirtschaftspolitischen Maßnahmen um Bemühungen, eine W a ch s t um skr i se zu überwinden. Die Wiederausbaukräfte find so erstarkt, daß sie die Fesseln zu sprengen vermögen, in die sie engherzige staatssozialistische Prinzipien schlugen. Den Kooperativen fehlt es an Kapital und anderen Hilfskräften, um die wachsende Produktion der Staotsindustrien zu verteilen. Das erheischte weitgehende Zugeständnisse Jur Förderung in des! W Heffen ohnungsbaues (Don unserer Darmstädter Redaktion.) In Hessen ist mit beschränkten staatlichen Mitteln verhältnismäßig viel zur Förderung des Wohnungsbaues geschehen. Diese Erfolge sind zum Teil dem Umstand zuzuschreiben, daß die Baustoffe für die Mehrzahl der Bauten bereits in der Inflationszeit beschafft worden waren. Zur Förderung des Wohnungsbaues im Jahre 1924 hatte die hessische Regierung aus dem Ertrag der staatlichen Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz-, insgesamt 2 230 000 Mk. einschließlich eines vorlagsweise gewährten Betrages von '450 000 Mk. zur Verfügung gestellt. Im Verhältnis zu dem gesamten Reinaufkommen der Sondersteuer von 11,3 Millionen Mark beträgt der auf den Wohnungsbau im Jahre 1924 entfallene Anteil an der Steuer rund 16 bzw. 19 v. H. Mit Hilfe dieser staatlichen Mittel konnten im Jahre 1924 runb 2500 Wohnungen durch Hingabe von Baudarlehen gefördert werden. Reben diesen staatlichen Darlehen hatten sich die Gemeinden mindestens mit dem gleichen, zumeist aber mit einem höheren Dac- lehensbetrage an der Förderung des Wohnungsbaues beteiligt. Von diesem Monat ab können nun neue Geldmittel bereitgestellt werden, die aus einet Erhöhung der Sondersteuer für den bebauten Grundbesitz gewonnen werden. Die vor furxem erschienene Denkschrift der hessischen Regierung über Wohnungsnot und Wohnungsneubau in Hessen erklärt hierzu: „Die veränderten wirtschaftlichen Derhältnisse und die auf dem Baumarkt zutage getretenen Erscheinungen ließen frühzeitig erkennen, daß für das Baujahr 1925 mit einem höheren Darlehensbetrag gerechnet und demgemäß auch ein größerer Betrag aus dem Aufkommen der Sondersteuer bereitgestellt werden müsse. Der Ausschlagssatz der Sondersteuer für das Jahr 1924 von 60 Pfg. vom Hundert des Gebäudewertes soll in dieser Höhe bis 1. August d. 2s. bestehen bleiben. Von dem genannten Zeitpunkt ab ist eine Erhöhung des Ausschlagsahes von 60 Pfg. auf 80 Pfg. vorgesehen, was eine Steuermehreinnahme von voraussichtlich 2 512 000 Mk. bringen wird, so daß unter Aufrechnung von 1780 000 Mk. aus dem Steueraufkommen von 1924 ein Gesamtbetrag von 4 292 000 Mk. für den Wohnungsbau im Jahre 1925 aufgewendet werden kann. Mit Hilfe dieser Mittel würden unter Annahme eines Darlehensbetrages von durchschnittlich 3000 Mk. je Wohnung runb 1430 Wohnungen und von durchschnittlich 2500 Mk. je Wohnung runb 1700 gefördert werben können, was gegenüber einem jährlichen Bedarf von wenigstens 3000 Wohnungen außerordentlich gering erscheint." In den folgenden Ausführungen bespricht die amtliche Denkschrift die jetzt in Kraft getretenen Dedin gungen für b ie Gewährung von Baudarlehen, die im wesentlichen mit denen des Vorjahres übereinstimmen. Die Rotwendig- feit der tinterstühung des Wohnungsbaues aus öffentlichen Mitteln wird durch die nachstehenden Bemerkungen bargetan: „Es fehlt an dem notwendigen Baukapttal und an der Möglichkeit, Darlehen zu erträgllchem Zinsfuß zu erhalten. Langfristige Hypothekendarlehen fehlen noch vollständig. Der Zinsfuß für kurzfristige Darlehen beträgt zur Zeit 11 v. H., mithin das zwei- bis zweieinhalbfache gegenüber der Friedenszeit. Da die Baukosten heute fast bas Zweifache der Friede n S z e i t betragen, so muß man als rentier* liche Miete für die 1925 zu erstellenden Bauten wenigstens die dreifache FrtebeaSmiete an den privaten Handel. Einzelne Industrien, besonders der Metallbranche, gerieten pllrtzlich aus einem Zustande chronischer Verkaufsschwierigkeiten in einen solchen, wo sie die Menge der einlauf enden Aufträge nicht zu bewältigen vermochten. Das brachte für die Sowjetregierung den Zwang mit sich, das Handwerk zu begünstigen, um es wirksam für die Produktion heran- zuziehen. Das Verlangen, die tieberschüsse der landwirtschaftlichen Erzeugung zu steigern und den Großbauern kaufkräftiger für den Absatz industrieller Erzeugnisse zu machen, bedingte eine veränderte Agrarpolitik. Hand in Hand mit diesen Reformen geht die Tendenz, dem ausländischen Kapital in der Konzessionspolitik weit- gehendst entgegenzukommen. Das hängt damit zusammen, daß die Hebung der industriellen Produktion eine starke Rachfrage nach den Erzeugnissen der russischen Montanindustrie hervorrief, ohne daß es möglich war, deren Entwicklung damit Schritt halten zu lassen. Wenn nicht alle Zeichen trügen, so sind die Verhällnisse, die die jüngsten wirtschaftlichen Maßnahmen der Sowjetregierung notwendig machten, so dauerhafter Ratur, daß man mit einer endgültigen Reu Orientierung rechnen kann. Vorläufig kann sich freilich die Sowjetregierung bei ihren kaum ganz freiwilligen Zu- geftänbntifen an das individualistische Prinzip damit trösten, daß sie es verstanden hat, die Kontrolle über die Großindustrie, die Banken und den gesamten Außenhandel zu behaupten. Der DarmstädterMord ausgeklärt Die Kriminalpolizei in Darmstadt teilt mit: Durch die eingehenden Ermitte- lungen der hiesigen Kriminalpolizei ist festgestellt worden, daß der Mord in Darmstadt begangen worden ist. Als Täter kommt zweifellos der Student Josef M e o u, geboren am 31. März 1899 zu Bensheim a. d. D., zuletzt wohnhaft in Darmstadt, Aucestratze 18, parterre, in Betracht. Die Tat wurde in der Wohnung deS M e o n in der Olacht vom Donnerstag auf Freitag voriger Woche (20./21. August 1925) ausgeführt. Meon konnte die Tat ungestört in seiner Wohnung begehen, da die Wohnungsinhaberin sich seit langer Zeit infolge eines Leibens im StadtkrantenhauS befindet und er deshalb die Wohnung allein inne hatte. Der Mörder ist seit Montag, den 24. Aug. 1925, nachmittags, von Darmstadt flüchtig. Er hat vornehmes Auftreten, ist etwa 1,80 Meter groß, bartlos, schlank, trägt blondeS, dorn gescheiteltes Haar und Kneifer. Bekleidet war er annehmcn. Eine solche Miete ist für die Masse der Wohnungsbedürstigen nicht tragbar. Infolgedessen ist auch die Errichtung von Wohnungsbauten auf rein wirtschaftlicherG runb- lage unb ohne Unterstützung aus öffentlichen Mitteln in bem bringcnbft erforderlichen Umfange vollständig ausgeschlosse n." Zu ber vielumstrittenen Frage bet Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft nimmt die Denkschrift wie folgt Stellung: „Immer noch wirb bic Forderung auf Beseitigung der Wohnungszwangswirtschaft mit dem Hinweis erhoben, baß sich bei freier Wirtschaft die Bautätigkeit rascher entwickeln werde und die Wohnungsnot rascher überwinden lasse. Es wird dabei übersehen, baß bei Aufhebung der bestehenden Vorschriften über Mietpreisbildung, Mieterschutz und Wohnungsmangel die Miete sofort stark st eigen würde, weil das Wohnungsangebot für die Unterbringung der Wohnungsbedürftigen viel zu gering ist. Die finanziell Leistungsfähigen würben ben Uebergang ertragen können, während die Leistungsschwachen dem schlimmsten Wohnungselend ausgesetzt wären. Die erhoffte Belebung berBautätigkeit wirb aber auch bei Aufhebung ber Zwangswirtschaft aus den schon angeführten Gründen schwerlich eintreten. Die Einführung ber freien Miete würbe nur für einzelne Kreise von Vorteil fein. Der weitaus größte Teil ber Bevölkerung müßte schwer darunter leiden. Es ist selbstverständlich, daß die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen nicht verewigt werden darf, vielmehr muß auch hier das Ziel die Einführung freier Wirtschaft bleiben. Dies hat aber zur Voraussetzung, daß Angebot unb Rachfrage sich ungefähr ausgleichen. Solange aber die große Spannung zwischen Angebot und Rachfrage besteht und die Schwierigkeiten bei ber Beschaffung von billigem Baugeld anhalten, fehlen die notwendigen Voraussetzungen zur Einführung ber freien Wirtschaft im Wohnungswesen und zur Entfaltung ber privaten Bautätigkeit. Eine Lockerung der Zwangswirtschaft wird von ber Gestaltung des Baumarktes unb von ber Entwicklung der wirtschaftlichen unb politischen Lage abhängen unb nur in engster Anlehnung hieran erfolgen können." Die Denkschrift gibt zwar zu, daß die Wohnungszwangswirtschaft nicht verewigt werden darf, aber man kann aus ihr doch eine gewisse Reigung, das Wohnungswesen möglichst lange behördlich zu bevormunden, herauslesen. Eine sofortige Aufhebung ber Wohnungszwangswirtschaft, wie sie die Denkschrift als eine Annahme hinstellt, um bann gegen sie anzukämpfen, wirb in Hessen niemand wollen und auch in Kreisen der Hausbesitzer ist man darüber klar, daß sie nie eintreten würde. Was dieser unter Aushebung der Zwangswirtschaft verstehen, ist doch in erster Linie die Erhöhung ber Mieten auf ben Friebensstand. An eine sofortige Aufhebung ber Bestimmungen, die zum Schutze ber Mieter erlassen sind, benft ebenfalls niemand, so daß die Erklärungen der Denkschrift über die Folgen der Aushebung des Mieterschutzes in der Lust schweben bleiben und sich kaum je verwirklichen dürsten. Was aber auf dem Gebiete des Wohnungswesens von jedem rechtlich Denkenden verlangt werden kann, der einen Ausgleich der Interessen des Mieters und des Hausbesitzers wünscht, ist ein allmählicher Abbau der Zwangswirtschaft, tote es die Zeitumstände erfordern. Der Schlußsatz ber Denkschrift sagt das zwar auch, jeboch der Gedanke des allmählichen Abbaues hätte schärfer betont werben können. bei seinem Weggang mit blauem Anzug, titn eifrige Mitfahndung unb Aachricht an die Kriminalpolizei in Darmstadt wirb gebeten. Die Persönlichkeit ber Ermordeten steht noch nicht fest. Zu der Morbtat erfahren wir noch, daß Meon der Sohn eines Bäckermeisters aus Bensheim ist. Gr hatte immer viele Damen» bekanntschaften: auffallend ist, baß er sich Telephon in feine Wohnung hatte legen lassen Die Decke, in der die Leiche eingetragen war. hatte er sich wahrscheinlich erst am Sonntag au« der elterlichen Wohnung bei einem Besuch mitgenommen. Als seine Mutter ihn hier besuchen wollte unb ber Sohn nicht in seiner Wohnung war und auch nicht zurückkehrte, meldete sie ihn als vermißt bei der Polizei. Da die Anfangsbuchstaben seines RamenS, I. M., mit den Buchstaben übereinstimmten, mit denen die.Decke gezeichnet war, so war der Zusammenhang gleich gegeben. Die Ermittelungen in seiner Wohnung ließen dann keinen Zweifel mehr, daß Meon der Mörder sei. Allen Anzeichen nach kommt ein Lustmord in Frage. Die Leiche dos Mädchens hat ber Mörder vermutlich zuerst im Kleiberschrank verborgen und sie dann in der Dunkelheit auf dem Fahrrad in den Wald befördert, toahrscheinlich erst in bet Rächt auf Sonntag. Eine Eifersuchtstragödie. fpd. Frankfurt a. Olt., 27. Aug. Iu ber Wohnung des Telegraphensekretärs Aeeh, Bvrgstraße 49, spielte sich heute abend ein furchtbares Blutbad ab. Die Tochter des Reeh hatte ihr Verlöbnis mit dem Kaufmann Friedrich Dornbusch gelöst unb sich mit einem gewissen Schmidt verlobt. Aus blindwütiger Eifersucht drang nun heute abend, kurz vor 8 Uhr, der Dornbusch in die Wohnung ber Reeh unb tötete biete durch mehrere Revolverschüsse, bann knallte er den jetzigen Verlobten gleichfalls nieder unb richtete schließlich bie Waffe gegen sich selbst. Beide jungen Männer wurden in hoffnungslosem Zustande bem Krantenhause rüge- führt. Kirche und Schule. c Krofdorf, 28. Aug. Seitdem unser seit, heciger Rektor Hoffmann durch Abbau seine Stelle an ber hiesigen Volksschule im vorigen Jahre aufgeben mußte unb auch Konrektor Bechtold durch Abbau ousschied, ist bie hiesige Rektorstelle verwaist. Rektor Hoffmann trat seine Stelle am 1. Juni 1885 als Lehramtskandidat hier an. Am 1. November 1921 wurde er zum Rektor ernannt. Nachdem er fast vierzig Jahre zur vollen Zufrie» benheit der Gemeinde hier gewirkt, verfiel er im vorigen Jahr ber Abbaiiverorbmmg. Da auch die Wohnungsverhältnisse hier schlecht waren, so hat sich Rektor Hoffmann ein neues Heim hier erbauen lassen, um die Lehrerwohnung frei zu bekommen. Konrektor Bechtold trat seine Stelle als Lehrer am 1. April hier an. Am 1. Dezember 1922 wurde er zum Konrektor ernannt. Gegenwärtig wirken hier an der Volksschule vier Lehrer unb ein Lehramts» fanbibat. Da auch Gleiberg seine Kinder nach Kroß borf schickt, so ist bie Schülerzahl berart groß, daß der Wunsch laut geworden ist, außer der freigeworbenen Rektorstelle eine Lehrerstelle zu besetzen, damit ber Unterricht besser gehoben werben kann. Leiber fehlen aber hier die notmenbigen Wohnungen. rs. Rainrob b. Schotten, 26. Aug. Am Sonntag, 23. Aug., feierte hier ber Zweigverein Schotten sein letztes G u st a v - A d o l f - F e st in biesem Jahre. Um 1 Uhr begann ber Gottesdienst in ber dicht besetzten, schon geschmückten Kirche. Die Fest- predigt hielt Herr Pfarrer Köhler-Nidda. Der Gottesdienst wurde festlich ausgestaltet durch die Mitwirkung des Gesangvereins und des Schuler- chors, bie sich auch bei ber Nachfeier im Freien nebst bem neugegrünbeten Mustkoerein in ben Dienst ber guten Sache stellten. Hier sprach Pfarrer E ck a r b von Wallborf zunächst üde^die Not und bie treue ber Glaubensgenossen in Siebenbürgen unb schilderte bann nach einem Zwischengesang bie furchtbaren Leiden unb Kämpfe ber Balten unter ber Bolschewistenherrfchaft. Pfarrer Römer- Schotten erstattete sodann den Rechenschaftsbericht, erstattete von ber Not ber Evangelischen in ben abgetrennten deutschen Gebieten unb lub ein zum großen Deutschen Gustav-Abols-Fest in Gießen am 20. September. Das Schlußwort unb ben Dank sprach Altbürgermeister Biehl- Rainrod aus. An Kollekte gingen ein 80 Mark, bie bem HaupWerein als Beitrag zur Festgabe Überwiesen würben. Wh. Herchenhain, 27. Aug. Bergangenen Sonntag sand im Garten des Gasthauses „Zur schönen Aussicht" das diesjährige Ingen d s e st statt. Der Wettergott hatte ein Einsehen mit unserer Jugend und ließ die Sonne recht toarm scheinen, so daß das Fest schon rein äußerlich einen schönen Berkaus nehmen konnte. Rachdem Herr Lehrer Weimer in einer kurzen, kernigen Ansprache auf die Bedeutung des Jugendfestes hingewiesen hatte, begannen die Kinder mit ihren Darbietungen. Besonderen Beifall erregten die von den Mädchen getanzten Reigen Spiele, Lieder und Gedichtvorträge ernster und heiterer Art wechselten ab. Den Höhepunkt der Feier bildete ein von den Kindern gespieltes Theaterstück „Waldmärchen" das von Lehrer Weimer verfaßt worden war. Herr Fortbildungsschullehrer Sleinmann dankte im Ramen der Gemeinde den Kindern und dem Lehrer für die schönen Stunden und drückte den Wunsch aus — da diese Feier das erste Ju- gendsest in Herchenhain darstellt — daß die schöne Sitte, die Schule und Elternhaus einander näher brächten, immer hier gepflegt werden möge. — Mit Brezeln beglückt, zog die Jugend stolz und freudestrahlend mit Sang und Klang nach Hause. Turnen, Sport und Spiel. Siegesfeier des Turnvereins 1846 (Sieben. Der Turnverein 1846 feiert am morgigen SamStag feine Sieger. Aus diesem Anlaß will es erlaubt scheinen, nachdem sonst die Ver- öfsentkichung von Erfolgen beim Kreisturnfest geschlossen wurde, noch einmal In Kürze sich der Preisträger zu erinnern. Die ersten Erfolge wurden bereits am Festsamstag bei den Schwimmwettkämpfen erzielt. Hier wurde im Brustschwimmen 10O Meter für Turner Mittelstufe mit 1,20- 5 Min. Ehr. Ziegler 1. Sieger, Hans Geismar im Hauptschwimmen für Turner Mittelstufe 2. und im Wehrkampf für Turner Mittelstufe 4. Sieger. Die Turnerinnen gingen bei der Bruststaffel 4x50 Meter Mittelstufe mit 3,47 Minuten als Sieger hervor. Im Reun- kämpf der Aelteren über 45 Jahre wurde E. Jung mit 131 Punkten 25. und Hch. Schmidt mit 129 Punkten 27. Sieger. 2m Reunkampf der Aelteren von 38 bis 45 Jahren Hch. Hamel mit 132 Punkten 26. Sieger. Im volkstümlichen Dreikampf der Aelteren sah man den früheren 1. Feldbergsieger Heinrich Roll mit 68 Punkten als 3. Sieger und den 50jährigen Emil Mar? als 23. Sieger. Am Sonntag früh traten die Altersturner, Turner und Jugendtumer in zwei Riegen in Stärke von 31 und 34 Mann zum Dereinswett- turnen an. Die Altersriege unter Leitung des Oberturnwarts Erb erhielt mit 56 von 60 erreichbaren Punkten die Rote „Sehr g u t", ein um so höher einzuschätzender Erfolg, als in der Riege eine Anzahl Turner im Alter von 50 bis 68 Jahren turnten. Die Riege b e r Turner und Jugendturner unter Leitung des Turnwarts Müller erreichte mit 43 Punkten die Rote „Gut". Aus dem gleichzeitigen Wetturnen der Frauen gingen im Sechskampf Elfriede Münn ich mit 102 Punkten als 9., Gretel Birkenstock mit 90 Punkten als 21., Käthe Ziegler und Johanna Kröck mit 84 Punkten als 27. Siegerin unb im Dreikampf Lina Haubach als 14. Siegerin hervor. Waren bies alles schon sehr erfreuliche Erfolge für den Verein, so sollten sie am Montag aber noch gekrönt werden durch ben schönen Sieg seines jugendlichen Turners Karl Reuter im Zwölfkampf der Männer-Oberstufe, der Krone aller turnerischen Wettkämpse. Reuter als 2. Sieger blieb mit 208 Punkten nur 3 Punkte hinter dem 1. Sieger des Festes zurück, ein Sieg, auf den der Verein besonders stolz sein kann, hat doch Reuter sein ganzes turnerisches Können im Verein selbst — zunächst in ber Schüler- und bann in ber Männerabtellung — erworben. Reuter kann bamit schon im jugenblichen Alter von 22 Jahren zu ben Größen des 9. Kreises unb ber D. T. gezahlt werben. Als weitere schöne Siege sind vom Montag noch zu verzeichnen: Im Zwölfkampf der Männer- tinterftufe: 22. W. Gartenscyläger. Im Zehnkampf der Männer-tinterstufe: 26. Karl 0t ob?, 30. A. Ho f mann , 37. Otto Heinst a b t, 40. H. Wulkau. Im vollStümlichen Dreikampf bet Männer 15. W. Loh, 18. W. Gartenschläger, 19. Erich DilgeS. So kann ber Turnverein 1846 auch mit ben Erfolgen feiner Mitglieder beim Gießener Kreis- turnfest 1925 sehr zufrieden fein, um so mehr» Ktzr Anung. > er KO ■lnber 19?? mt Sr°j. L'jL St ’&i6”™- ^■«<7 Vj.0«« « Ntti b"l|» 'LM * i oÜJu,b -em 3a)ifMfl.( bOrfl,n «ten unb Sh *’ unb be! #S . ^.'7'"^ aus. in KLS lieft bic Sonnt 1 5? '»an reut ?uau> nehmen (onnte. ielmer in einer lut, iul bit Bedeutung be« hatte, begannen bit 'elMgen. Mnbtrtt ben Mädchen gtlaiu- er unb Tebichtvorträge [ wechselten ab. «te ein von den Ain. i ..Daldmörchen" dÄ ßt worben toat. tzm teinmann bankte m n Kindern unb bm lnben unb brutto -en Feier da- erst, > baritellt - bah bit d Glternbaui ein ander r gesiegt Verden möge. , zog dir fugend M Sang und Klang nach 1 unb Spiel feier 1846 ®Wn. > leiert am rnvrgigm lut Wern ItM will d)btm lvnst die Ikt- gen beim KreiSturniesi inmal in Kürz« M btt ourben bereits am Feit« oimmtocttkämpsen n Brustschwimmen iw elslufe mit iXs ®w. ier: Hans Seismar Turner TliUtM £• ir Turner Wh* -rinnen gin^tn btt g Meter W>* ger hervor. 3m t 45 Jahre wbt •• 25. und H iS Jahren $&■ 80 .„ Im vvllstumitchen !% m. i». Ä Whiis<« *”« rn.t Mtti M« Ä ='*** '»Bf.»'.?-* dir, İtr gl- in schähenber J*[|cr M il rurner « h(I * E-i- d-m «* gr«"*"rt ®«’*5 'ich ^ go fflunflt" 6tf forf mit ^rj(f nut ab ^ >ikamvi jerin rt'Üt. AiegrlM " . 6uii t-itttttiim pObct» tet a •fiÄkfS Ichrs SSL%» rffcs»’8 Aröhrn M 1-. •!» * ai6 doch die Leiter der cinulncn Abteilungen i nieder prasselnden Hagcl vernahm, horte unb auch 6it Turner selbst bei bet Dordereitung der Ferne noch bas beulen des Orkan» t man aus O 190 Ringe, 2 ftrrm Sauer, Dietzen, 507 Qtinge; h) Lausend Wild 1. ft. Mangelsdorff, Dietzen, 116 Ringe, 2 Aug. PaSkoe. Dutenhofen, 108 «9.8 !. ftch. Appel. ;, Dietzen, 52 93.3 Anzeigers".) (Eigener Drahtbericht deS .Gießener Gründe <4eld Briet 4.22 1 Universitäts-Restaurant 3QQ 5513a Fernsprecher 198 Plockstraße S Inh.: F. C. Günther - 64 34,5 M 53,fc 55 M Saal und Räume für private und gesellschaftliche Veranstaltungen Mittag-u. Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine »7 69,25 124 75 70.3 130 64 en. a) 300. 175 »del. Dietzen, 595 6.25 38 66 57 Appel. Jun 'Bantnoten. (Ohne Gewähr.) folgende Resultate: Meisterschc -und 100 Meter. ti 5 90.13 123,75’ 69 55 118,5 119.5 62,25 Meisterschaft.------ .--------- liegend, fnieenb und stehend freihänoig: 1. Ttatt» mann. 2. Drünning. 3. Fischbach. SinlacheS Schieben, liegenb: I. Sch.r- m?r, 2 Raltmann^ fnieenb: 1. Duttz, 2 Walter: stehend 1. Duth, 2. Aottmann, beste Desamt- leistung: 1 Aartmann, 2 Guth. Probodoee und illuitrlerto Broschüre über S&ug- llngepfleRe kostenloe und unverbindlich durch „Linds'-GeseUsch. m.b. H-.BerlinW 57,Bülowatr. 56. 0.4 0,755 lun 63.25 37 17 9 L5 59,1 ,6 Börse. 31 Ringe. Festschelbe. 175 Meter. 1 Th. Rau- Heimer. Dietzen. 2. Wisti Devrg. Dietzen, 3. ftch 0.U5 0 ZM 0,27 63.75 9,13 56 l«,H 104,50 .0.44.5 16,7V 169.39 15,91 83,46 59,365 113,9" 81,60 60.33 12,46 5.88 63,5 86.75 17 9.5 56 J.1875 । 0.305 I 0 800 O.59'.'> 0 122.5 0.245 0.26 1 0.2.3 ' 0.22 90,33 94.65 0.4 0,7.1 99,75 32.9 15,50 9.75 69.5 56,25 «.20 18,85 104.04 -0.343 19,66 16841 15,84 83.04 19.035 112,42 81,2V 60,03 12,40 5.84 96 4 74 57.63 18.6 50,5 39 5 36 52 75 Spezialität: Rahmeis in Portionen • Schlemmerbecher Lieferung von Torten und Gebäck außer dem Hause 39,75 126.2.) 95.5 113 113 103.25 7.4 0,05 62.25 38,75 35,25 61.2.5 48.62 93.1 119,4 30.5 3V 36.13 67,5 53 73,5 70,5 55 75,5 48 39 36 54 ! 127,5 95. a 113,6 113.5 103,75 93 r.4 0.05 66 38.25 35.5 66.25 51.9 97,75 I 1Z0.9 21 12 33.75 70,9 1 56 74 0,28 0.27 Ü.W 0,125 0.28 0.845 •9.8 94.6 1,45 38 12 i 95.5 | 11 103.23 । 80,5 ! 93,5 7.4 | 0 08 62 38.5 , 35 63 i 51 86 120 138,5 , 33,6 1 36.8 69.25 54,75 73 , 46 64.25 51.5 | «5,5 113.9 114 103.13 80.5 93 7.55 0,06 68 35.5 67.25 52,5 99,5 142 37 70.25 58.13 46 U,5 56 Wirtschaft. Devisenmarkt Derlia—Frankfurt a. M. On Btllionrn Stert erteebrütft. Bu«o6.StrrS, Cunben, Nea« nort. Japan. Rt» be Seattro für eine «fabelt, Wien nnb Buboörft für 103060 Un betten, alles übrige für 10O betten.) Telegraphische Auszahlung. __________(Ohne Gewähr.)______________ 125.13 0.4 72 119,25 121.25 57 64 96,12 97.5 73 ä 79,5 49.25 39.6 27 57 g s chü tzen schieben ^unasckützen- ist: Seid. Dietzen. Kombinierter Schietzen. Orkan» im östlichen Deiner von Lorcuio. „Al» wir au» unserem ftause slüchteten", erzählt ein vewohner von Borculo, „sahen wir bereu» den Kirchturm mit zersptuterien Lotten unb Steinen auf dem Boden liegen, wahrend Dachziegel und Steine der einstürLenden tzauser uns um die Ohren flogen. Alle» mutz sich ,n wenigen Sekunden abgespielt haben." Biele Bewohner de» Städtchens smd noch jetzt durch den ausgesiandenen Schrecken verwirrt. Sie aniwonen aus die an sie gerichleien fragen mit wesenlosem Ausdruck im Gesicht und wissen immer wieder nur zu berichten, dah die Strotzen bereit» mit Schutt besät waren, al» sie au» ihren Wohnungen flüchteten. Sehr entlchlosien benahm sich der Bürgermeister Ionkheer d, Murolt. Qr weilte zur Zeil, al» die Katastrophe emtro«, in des Fetze- lehr in Anspruch genommen waren und sich nicht so der Audbilduag widmen konnten, wie dies sonst der Fall gewesen wäre. KidchNche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. ReNgionSgemeinbe. Dottedd.i. d. Synagoge (Südanlage), öambtag, d. 29. August. Dorabd. 7.00, morg. 8-30, abdS. 7.25 u. 8.05. Gottesdienst der ifr. Aeligtonsaesellfchaft. Sabbatseier den 29. August 1925. Freitag abend 6.50, Samstag norm. 8.00, nachm. 4.30, Sabbatausgana 8.05, Wochengottesdienst morgens 6.30, abends 6.30. 0.1725 0,9025 0.89 0.61 0.12-5 0.25 0 29 0,35 91.75 94 6 Die Rhönfeqelflüge. Waslerkuppe, 27. Aug (W2.) 2on unserem Sonderberichterstatter. Heute Aochmit- tag sand in DerSfelb eine Trauerfeier für die infolge eine» AutounsalleS verunglückten Flieger Seiler und Weber unter grotzer 2e- teiligung der Bevölkerung und des Flieger- lager» statt. Don DerSscld auS erfolgt die Lleberführung der Leichen in ihre Heimat. Sin russischer Segelflieger stellte heute mit einem 71 Minuten währenden Segelflug eine neue Höchstleistung im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbes auf. Mercedes gewinnt den MannfchaftSPreiS im Alausenpahrennen. po. Bei dem internationalen Klausen- patzrenncn gelang es der Mercedes- Mannschaft mit Werner, Merz und Tarac- ciola den Tcam-^SreiS zu gewinnen. 2llle anderen Firmen — Alfa Romeo, Seine und An- saldo — hatten das Ausscheiden eine« Wagens zu verzeichnen. Buntes Allerlei. Die Trümmerftätte. Das Städtchen Borculo in Holland ist bekanntlich in der vorigen Woche von einem Zyklon heimgcsucht worden, der den Ort in wenigen Sekunden in einen Trümmerhaufen ver« wandelte. Jetzt liegen genaue Berichte in den holländischen Blattern vor, au» denen ersichtlich ist, wie die Unwetterkatastrophe vor sich ging. Nach einem drückend heißen Tag trat knopo vor 7 Uhr abends plötzlich eine beängstigende Windstille ein Schwere Wolken zogen herauf und färbten sich tiefschwarz. Es wurde entsetzlich schwül, so daß man kaum atmen konnte, und mit einem Schlag war es Nacht. Im Westen de» Städtchen» erhob sich ein heftiger Wirbelwind. Es entstand ein fürchterliche» Geheul und Gebrüll, darauf folgte ein schreckliches Krachen, da» durch herabsauiende Dachziegel, stürzende Bäume und zusammcnbrechev.de Mauern verursacht wurde. Der Zyklon sauste durch die enge Hauptstraße, alles in östlicher Richtung mit sich rei- ßend unb wegfegend, was ihm im Weg stand. Al» man im westlichen Teil des Ortes nur mehr den nun in Strömen sich ergießenden Regen und den feiner Wohnung. Er wachte am Bett feiner (Baltin, die krank darmederlag. Wenn man die Verwüstung an feinem Hause und in dessen Umgebung sieht, begreift man, welche Angst man auch da ausgestanden haben muß. Aber der Bürgermeifter hatte die Der- ängftigung bald überwunden und mit rühmenswerter Energie machte er sich sofort an do» Hilf,werk Er telegraphierte sofort an die Regierung, forderte 500 Soldaten an, um zu retten, was noch zu reiten war, und requirierte Brot unb andere Rührung»- mittel für seine Leute, denen die Katastrophe alle» geraubt hatte. Die Straßen bieten einen fürchterlichen Anblick. In der Hauptstraße reiht sich Ruine an Ruine, tzaii» für Haus sind die Dächer weggeschleuden unb die oberen Stockwerke ein gestürzt. Die Maste der elek- trifchen Lichtleitung sind verbogen ober geknickt. Aus dachlosen Stockwerken hangen Bettzeug ober Mo- trotzen herau», in einem Herrenkleibergeschaft ist alles zu einem unentwirrbaren Chaos durcheinander- gemengt unb nur ein paar Seibenhemben sind dem Wüten des Elementes entgangen unb zeigen sich wie zum Hohn unversehrt bem Betrachter der Verwüstungen. Die arg der Zyklon war, geht au» der Tatsache hervor, baß man in einem Groben silberne Teekannen fanb, die au» einem vierzig Meter von der Fundstelle entfernten Silberwarengefchäft stammten. Schwere Bäume sind entwurzelt unb ver- sperren überall ben Weg, die Geleise der Bahnlinie sind vom Damm weggetragen worben, ein vorbei- fahrender Zug wurde von den Schienen geschleudert, ohne baß jemanb verletzt wurde. Die Hilfsaktion ist m vollem Gang. Für die obdachlosen Bewohner werden Notunterkünfte zur Verfügung gestellt, und gleichzeitig wird an den Wiederaufbau geschritten. Der durch den Zyklon ver- ursachte Schaden wirb auf 4 Millionen hollänbifche Gulden geschätzt. Die alt ist die »rille? Als die älteste Brillendarstellung ist ein Bild be» Thomas von Mobena von 1552 nachgewiesen, das sich in der Sakristei der Nikolaus-Kirche von Treviso befindet. Daß aber Brillen schon früher bekannt waren, beweist eine Stelle au» einer Florentiner Handschrift von 1299. In diesem „Trattato bei go- Demo bella somiglia" schreibt ber Verfasser: „Ich bin jetzt bereit» |o alt geworden, baß ich roeber lesen noch schreiben könnte ohne bie „occhioli' genannten Gläser, bie kürzlich zum Segen ber armen Greise erfunden worben sinb, deren Sehkraft schwach ift/ Man hat also schon im 13. Jahrhundert Brillen, wahrscheinlich zuerst in Venedig, hergestellt. 5 Milliarden Mark für Anzeigen. Amerika ist bekanntlich da» Land ber Reklame, und die Alte Welt beginnt erst allmählich die Formen der Werbung nachzuahmen, die man in den Bereinigten Staaten ausgebildet hat. Unter diesen Mitteln steht bie Anzeige noch wie vor an erster Stelle, wirb aber in einem Umfang unb mit einem Rach- brud verwertet, bie bei un» ganz unbekannt sind. Nad) ben neuesten Berechnungen, die Neuyorker Blätter veröffentlichen, schätzt man die jährliche Anzeigenrechnung der Vereinigten Staaten auf li Milliarde Dollar, also auf mehr als 5 Milliarden Mark. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Qtabio-llmfäau".) SamStag, 29. August. 3ilfjr: Wirtschaftsmeldungen. 4Ubr: Wetterbericht der (Siebener Wetterdienststelle. 4 Uhr: Wirtfchaftsmeldunaeii. 1.20 üfjt: Nachrichtendienst. 4 25 Uhr- WirtschaftSmeldungen. 4.30 bis b Uhr: Rachmittagskon.zert des HausorchesterS: Derdi. 6 Uhr: Wirtfchaftsmeldungen. 6 bis 6 30 Hf)r: Die Jugendstunde Aus .Gockel, Hinkel und Dackeleia" von Clemens Brentano. C'.3O bis 7 Uhr: Der Briefkasten. 7 bis 7.30 Uhr Au« Historie und Fantasie (Anekdoten und Rätsel). 7.30 bis 8 Uhr: Stenographischer Fortbildungskurs für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts« 8 bis 830 Uhr: Stunde deS Franklurter Rundes für Volksbildung (Vortrag von Dr. Milch: ..Das TaunuSobfcrvatorium auf i?cm kleinen Feldberg"). 8.30 bis 9.30 Uhr: Die Entwicklung der Diolinsonate (ein Zyklus, vierter Abend). Aussührende: Konzertmeister Gustav Lezenwfki (Dioline): am Steinway-Flügel: Dr. R"inhold Merten vom Frankfurter Opernhaus. 9.30 Uhr: Aachrichlcndienst, Wettermeldung. 9.35 Uhr: Die Spätankündigung. „Gedanken find zollfrei!". 9.45 Uhr: Sportfunkdienst. 10 bis 11 Uhr: Detlev von Liliencron, Gedichte und Lieder Berlin, 27. Aug. Die Stimmung der Börse war bet Beginn des Verkehrs im Einklang mit bem angeregten Verlauf ber Frankfurter Äbenbbörse freunblid). Die Schlußkurse bes Vortages behaupteten sich unb konnten vielfach noch weitere Erhöhungen erfahren. Dies kam namentlich in ben führenden Spekulationspapieren zum Aus- brud, bei benen noch befonbere börsentechnische ür bie Kursbesserungen Vorlagen. Bis Ringe. 3 0 0-Meler-Feldfchetb«. 1 Dießen, 53 Ringe, 2. PH RicolauS, Ringe, 3. Herrn Sauer. Dießen, 46 Ringe. 175-Meter-Standfchcibe. 1. Aug. Poskve. Dutenhofen, 53 Ringe. 2. O. Hahn, Lich, 52 Ringe. 3 L Wiegandt. Dießen, 51 Ringe. 100-Meter-Auflagefcheibe. 1. ftd). Appel. Dießen. 35 Ringe, 2. Dg. Meidhof, Lich, 35 Ringe, 3. Dg Rühl. Laubach. 35 Ringe. Laufendes Wild. 60 Meter. 1. Aug. PaSkoe, Dutenhofen. 32 Ringe. 2. Fr Paskoe, Dießen. 31 Ringe, 3. Ph RicolauS. Dießen, heute mittag waren bie Prämienerklärungen ab- zugeben, o baß in diesem Zusammenhang sicherlich eine Reihe von Dcdungsfäufen erfolgt sinb. Diese gaben bann ben übrigen Gebieten einige Anregung, so baß ber Gelamteindruck der ersten Börsenstunde recht freunblid) war. Politische Momente traten dabei völlig in den Hintergrund, auch die Zuspitzung der zahlreichen Lohnbewegungen im Reiche war man geneigt zu übersehen. Am Geldmärkte zeigte sich schon gestern mittag angesichts bes herannahenben Ustimos eine Steigerung ber Nachfrage, bie heute nunmehr auch zu einem Anziehen ber Sätze führte, unb zwar für tägliches Gelb auf 8 bis 9* Proz. Gelb wenige Tage über ben Ultimo hinaus erfordert 10} bis 11 Prozent, während sich Monatsgelb bei verhältnismäßig geringen Abschlüssen auf 10j bis llj Proz. stellt. Staallurict Ad-Lbu-:,e. 8 r a n M u r t a. M . 27. Aug. SHc Abend- borse eröffnete bei lebhaftem Geschäft in lest er Drundstimmung. 3m Verlaufe hatten weitere Meinungskäufe, die sich ziemlich au-breiteten. neue seichte Kurssteigerungen zur Zolge. Am Montamnarft regten einige rheinisch: Käufe daS Geschäft merklich an und bewirkten neue Kurs- avancen. Am Dankenm^rkt gewannen Berliner ftandelSgefellfchaft 2 Proz ReichSdankanteile gaben dagegen leicht nach Schiffahrtsaftien um- fatzloS. Deutsche Anleihen ohne Int ereile. Kriegsanleihen wurden im freien Berkeh zu 0,188 diS 0,190 gechandelt. Dl« Abendbörle schloß in ruhiger, fester Haltung. Deutsche Anleihen 4proz. Schutz- gebietSanleibe von 1913 3.90). 4pro^. d von 1914 3.900. 3proz. Preußische Ronsols 0.310. Bankaktien: Bank für Drauind.istrie 77, Berliner Handelsgesellschaft 129. Darmstädter Bank 113.87, Deutsche Dank 114. Discontogefellschait 103.12, Dresdner Bank 101. Mitteldeutsche Tredltl>ank 93. Reichsbank 125,75. Oesterreichische Kreditaktien 7,55. DransporNverte: Monastir 9.50 Montanaktien Bochumer 68. BuderuS 40, Deutsch-Lurem- bürg 6725. Dettenkirchen 52,50, Harpen er 99,50. Mannesmann 67,75. Manslelder 67. Rheinstahl 5812. Kali Aschersleben 122. Kali Westeregeln 142. Chemische Aktien Badische Anilin 125.12. Th Doldlchmidt 72. Höchster Farbwerk? 121.25. Holzverkohlung 57. 3nbuflrieaftien: ADD 9750. Lßlinger Maschinen 33, Eleftrisch Licht und Kraft 99,50, Holtmann 57. Felten 121. 3nag ?.='!. Debr. ^unghans 65.75, Qabmcber 72. MoenuS 43,62, Reckarwerke Stammakiien 74,25, Schuckert 60, Julius Sichel 15.50, Siemens HalSke 79^0, Ber. Chem Industrie Frankfurt 54. Wayft unb Freytag 69,50, Zellstoff Daldhof 9,75, Bardischer Zucker 56.25. Ausländische Renten Zolltürken 6.25. Bagdad II 6, 5proz. Doldme,ikaner (abge- st em Pelt) 38,25. öBrfewhirfe. ____ 5* ^kuttch« Nctchöantcid« . 4«, Trutschc RcichSanleitic . 2',°,. Deutsch« 'jiiitD-Qiiltibc *i. Deutsch« ReichSaiilei»« - Teuikchc Svarpr^miciiaiileihe 4°,0 'preußische KonsolS . . . 4° r Hesjtn...... 3' ? i Hessen 3% Hessen Tcutidic Dertd- Dollar-Anl. bio- Toll -2chay-Amrcifaa') ♦!» /joNtürten......... 5‘ e Sclbmtnfaner ... • Verliner Handelsgesellschaft. äonunerv und Pnvat-Bank Iannfi. und Rationalbank . Deutsche Bank......... I «Nische BcreinSdank .... TiSconto Lommandit Metall bank 'Mtteldeutsche Creditbank. . Oesterreichische Kreditanstalt. Westbank Bochumer ®u8 . BuderuS............ Caro . ........... Deuksch-Luremburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvcncr Bergbau...... «alimerke AscherSlebrn.... Kaliwerk Westeregeln..... Eouratjüll«........... Oberdedars........... Phenir Bergbau ...... Nncinstabl . Riebcck Montan TclluS Bergbau . jbanbuig-Hnurifa Paket. . . Vtorddeuischer Lloyd Td-ramischc Werke 8fbüt . . I Zementwerk Heidelberg . . . I Philipp Hostmann......| «nglo-ilonk.«uono..... Badische flnitfa Chemische Maver Alaptn . . Sioldschmidr «KrieS leimer Slecwon .... Höchster Farbwerke oolj Verkohlung........ RütgerSwerkc......... Scheideanstalt......... «llg. ElektrijitülS-Sesellschafl Bergmann........... Matnkraktwerke Schuckrtt........... Siemens k Hallte ..... Sldlerwerll Tatmlcr Motoren. ..... Heyligenstaedt......... Meguin............. Motorenwerke Mannheim ■ Frankfurter Armotnrrn . . . Konserveniabrik Braun . . . Metollgesell'chost Frankfurt. Pct. Union Ä.-(4 Schuhfabrik Hcri Sichel Stffftoff Aaldhos....... Zulkcriabnk zrankentbal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Berliner 0,4 70,5 , 120,5 50 5 96,13 | »4.25 74 58 75.6 48 I 38 . 37 I Jugendtreffen im Turngau Hessen. < Der diesjährige ®auturntag in Dießen halt« ben Beschluß gefaßt, in diesem 3ahre nach Srlediaung ber turnerischen Arbeit erstmalig ein Jugendtreffen zu veranstalten. Als Ort des Treffens wurde Wunzenberg bestimmt, woselbst die Deranstaltung nun am 13. September ftattfindet. Die neue Turner- Iugend-Beweguna ist im Dau noch in den Ansängen. Die Munzenberger Zusammenkunft soll Wegweiser für alle Dereine fein, die die wichtige Aufgabe der Jugendpflege mehr all seither in ihrem Arbeitlproaromm hervor- heben wollen. Deshalb wird mit reger Teilnahme aller Douoereine gerechnet. Lahn'Hcrbskreqatta. Die Labnberbstregatta in Wetzlar brachte folgende Ergevnisfe: Iungmanneiner: 1. Gießener R.- G (Müller), 2 Wetzlaerer R -C. — Zweiter Bierer: 1. l'imburger R.-v., 2. V. Rudersport Gießen. — Iunamannoierer 1. Wetzlarer R -C, 2. Gießener R. G — Unfängeroierer: 1. Wetzlarer R.-E., 2. Limburger R.-L. — Gastoterer: 1. «asteler R.- G., 2 Limburger R.-E. — Iuniorolerer 1. Lim- burger R.-V, 2. Limburger R.-C. — Iungmann- vierer: 1. Limburger R.-E., 2. B. Rudersport Gie- ßen. — Iunioroierer: 1. Wetzlarer R. S., 2. Limburger R.-G. — Lahneiner Gießener R.-G. (Georgi). — Ermunterungsoierer: 1. Wetzlarer R.- a. — Großer Vierer: 1. Gießener R.-G. 77, 2. Kastrier R.-G. •• Die Dießener Ruder-DefeH- schäft teilt uns mii, daß die bei der 5. Herbst- Regatta des Lahn-Regatta-BerbandeS. sowie die übrigen In diesem Jahre erkämpften ©reife im Schaufenster der Firma F. R e n n ft t e I. Bu- reaubebarf, auf bem Seltersweg ausgestellt find. Lchützcn-Veretn (vteften. Das am Sonntag und Monta g aogebal- tent Preisschießen dcs hiesig en Schützenvereins war von Schützen aus Rassel. Laubach. Lich. Wetzlar und Weiwurg besucht und erbrachte Einen günstigen Eindruck machte bic weitere Entlastung be» Zentralnoiemnstttutcs, bie burch ben heute veröffentlichten Reich»bankau»wei» dokumentiert wird, Im internationalen Devise n verte h r letzte sich die spekulative Aufwärts« beroegunfl ber nordischen Devisen fort. London gegen Oslo konnte sich auf 25,65, Uonbon gegen Kopenhagen auf 19,70 heben. Auch 9)hnlanb befestigte sich gegen London auf 129,25. Paris war mit 103,30 eine Kleinigkeit gebeffert. Im übrigen. traten nur unroelcntlidie Schwankungen auf. Die ' Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20.41, Paris 5,06, Amsterdam 50,06. Frankfurter Getreidebörse. (eigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeigers".) Frankfurt a M , 27. Aug. Gs wurden notiert Weizen (Wenerauer. neuer Ernte» 23 bis 23.25, Roggen (inländifcher neuer Ornte) 18.75 bis 19. Sommergerste (für Brauz.vecke, neuer Smte> 26 bis 27. Hafer (inländi'ckcr. neuer Smte' 20 bi# 20.50. Mais (gelbi 21 bi# 21.50, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 39,25 dis 39.75. Roggenmehl 27.50, Weizenkleie 11,25, Roggenkle'.e 11,75. Tendenz Ruhig Sranlfurter Schlachtdiehmarkt. (ötgener Drahtbericht des »Gießener Anzeigers'.) Frankfu rt a. M.. 27 Aug Austrieb: 17 Rinder (darunter 8 Ochsen. 2 Bullen. 7 <~3rfcn und Kühei, 1110 Kälter. 443 Lcha'e. 551 eine Kälber: feinste Mast kalber 84 biS 90, mittlere Mast- unb beste Saugkälber 75 bis 83. geringere Mast- und gute Saugkälber 65 biö 74. geringe Saugkälber 50 biS 58 Schafe: Mastlämmer unb Mafthämmei 48 biS 52, geringere Masthämmel unb Schafe 39 bis 47, mäßig genährte Hammel und <3d)afe tMerzichase) 30 bl» 35. Schwede Bollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 90 bis 92. vollfleischige unter 80 Kilogramm 82 bic* 89. bottfleischige bon 100 bis 120 Kilogramm 90 bis 92. oottfleischige von 120 bis 150 Kilogramm 90 bis 93 Marktverlauf Ruhiger Handel, in Schweinen ilebcrftanb, leichte Schweine schwer verkäuflich. 'Lsrli..er ^»rodukieibörse. Berlin, 27. Aug. Am Prvduftcnmarkt macht die Erholung heute weitere Fortschritte. Das Angebot auS der Provin,; hat merklich nadigelaffen Ebenso die Ginsuhr aus Polen, da daS Steigen der Zloty die Ware um last 10 Prozent verteuert. ES notierten pro 1000Kg.: Weizen (mark.) 220 biS 225, Weizen rRTji 169.02 169,41 Buen-Aire, t.490 1.494 1 690 1.691 Brss-.-lntw 16,9i l»,03 19 02 19.06 (Thrifhanfa 8I,4<> 81. M 83.15 83.35 .gopenhagev 101,87 111,64 102,13 104. N 194.5* etolbolm 112,94 112.63 112.91 Helsingfor« 10,67 10,61 10,675 10,605 Italien. . I5.6.S 15.69 15,725 15,7« 20,4» London - . ro.37. 20,431 40,371 Network . 4.194 4.ÄL1 4.195 4.205 Pari» - - . 19.635 19,675 19.73 10,77 Schwri, - 61. r« 51,46 81.30 81,50 Lpan'eu . 60.58 80.54 60.32 60.4* 1.711 1,714 1,712 1.716 Wfa de Jan 3.618 0.520 0 525 1.527 Dirn in D-- r«f|. adgesl >«.12 Ml.» 50.13 m> Prag . . 12.43 • 2,47 12.43 12.47 Belgrad . . 7.605 7.525 7,505 7,525 Dudao-si. a.895 4.915 5 K>5 5.915 3,04 Bnkgarren 1.03 1.04 3.03 Lissabon .'0.8/5 20.875 40 825 20.875 Daniig - - dh,w 81.00 80.80 81,00 äonskannn. 2.4'4 1,43 2.43 2,44 Alben. . 4.415 8.435 6.38 6.40 Frei geworden. Erzählung von Klara Prieß. 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) So hatte er vor vierzehn Tagen an Anna geschrieben: Liebes Kind! Verzeihe, daß nun wieder, natürlich durch meine Schuld, einige Stockungen in unsrer Korrespondenz eingetreten sind. Du in Deinem mußereichen, stillen Dasein hast keine Idee, wie es so einem mit allen Hunden gehetzten Preßmenschen zumute ist, wie einem abends alles Gedruckte und Geschriebene so ividerwärtig wird, daß man keinen Prioatbrief mehr lesen oder schreiben mag. Dafür ist cs denn auch ganz gut, wenn wir uns nun heiraten, dann hört diese Schreiberei wenigstens auf. Und nicht wahr, Schatz, Du hast dann abends für einen müden Mann ein helles, warmes Zimmer und ein freundliches Gesicht. Darauf kann ich mich manchmal herzlich freuen, sonst ist ja nicht allzuviel Erfreuliches an diesen Berliner Aussichten — die Bedingungen hab' ich dir schon kurz "e-chrieben. Das Gehalt ist ja bedeutend besser Js hier, dafür wird die Plackerei aber auch um so größer fein. Es ist freilich nicht, was ich mir früher so für Dich und mich geträumt. Das schlimmste ist, daß diese Fronarbeit einem das eigne Schaffen so ganz lähmt und nimmt. Öder ist das stumpfe Leben in diesem Nest schuld daran, und wird es besser, wenn ich erst Berlin und Dich habe? Laß mich es hoffen! Denn Jahr um Jahr diees Leben — für den Tag in Hetze schreiben — scheint mir ein Unding, ein Sichselbstverlreren. Aber ich wollte Dir nichts vorjarnrnern. Du armes Kind hast lange genug Geduld haben müssen. Spätestens'in acht Tagen bin ich bei Dir. Ich will noch ein paar Tage nach München und nachsehen, was aus meinem alten Kreise dort geworden ist und ob wir noch einmal lustig zusammen sein können. Du wirst mir die paar Tage dort gönnen. Dann komme ich gleich zu Dir! Das Nähere besprechen wir dann in Muße miteinander. Wenn cs auf mit allein ankärne, könnte die Hochzeit schon nächste Woche sein. Nicht wahr, Anna, mit Verlobungsanzeigen und Besuchefahren und ähnlichem quälst Du mich nicht. Die paar Menschen, die sich da oben für uns interessieren, wissen ohnehin Bescheid, und hier unten geht es keinen etwas an, was weiter aus mir wird. Das Kapitel ist zu Ende. Heiraten können wir also, sobald Ihr drei es für richtig haltet, mein Wunsch ist nur: möglichst bald und unbemerkt. Du kommst dann gleich mit mir nach Bersin, und wir mieten zusammen eine Wohnung und richten das Nest miteinander ein. Allzu üppig wird es nicht werden. Die letzten Nachrichten aus Krüxow sind miserabel. Ich glaube, der alte Inspektor wird unbrauchbar und wirtschaftet mir das Gut langsam aber sicher ganz zugrunde. Und ihn heraussetzen geht auch nicht, er hat sich sein Leben lang auf seine Art für uns und Krüxow geplagt. Ich müßte ihm sonst anständigerweife eine Pension zahlen, da er feinen eigenen Groschen hat. Aber mit dem Bargeld hapert es sehr auf Krüxow. Und irgendeinen wildfremden Mann da zum Wirtschaften einfetzen? Oder verkaufen? Aber damit würden augenblicklich kaum die Hypotheken gedeckt, und dann ist Krüxow doch auch drei Generationen in unsrer Familie, und ich kann mich nicht davon trennen. Jedenfalls will ich gleich, wenn wir uns ausgesprochen haben und über die nächsten Zukunftspläne einig sind, nach dort und die Sache mal gründlich untersuchen. Liebes Kind, halte den Kopf hoch, und wenn Du kannst, dann freue Dich ein bißchen auf mich und diese Zukunftsmusik. Du hast es schlimm genug gehabt in diesen sieben Jahren. Vielleicht ist es auch meine Schuld gewesen. Aber im Grunde habe ich Dich, das weiß Gott, immer sehr liebgehabt und bin für Dich ein „anständiger Kerl" geblieben. Und nun Schluß. Also ich komme, und Du kannst mich als „öffentlichen Bräutigam" betrachten und demgemäß über mich disponieren. Der Deine! Max Brakcn. Das war sein Brief. Anna halte viel Zeit gehabt, ihn zu lesen, seit sie ihn vor vierzehn Tagen mit einem Aufleuchten der alten Liebe und Freude in Empfang genommen. Und je öfter sie ihn gelesen hatte, je kühler und karger waren ihr seine Worte erschienen und was er ihr an Liebe und Zunkunstsglück bot. Nun wartete sie seit acht Tagen, daß Max Braten selbst kommen sollte. Cs ist ein schlimmes Ding um solch Warten. Es macht so rastlos und schreckhaft, dies Aufhorchen auf jeden Schritt da draußen, auf jeden vorüber- rollenben Wagen — dies Harren, ob der Briefträger zur Haustür kommt oder ob er auch diesmal wieder vorüberzieht! Es macht so müde, die Nächte schlaflos liegen und bann bie Tränen ber Enttäuschung unb bes verletzten Stolzes meinen, bic man am Tage vor den andern verbergen muß. Und gerade jetzt, in diesem Herbstabenddämmern, als Anna gar nicht mehr an sein Kommen denken konnte, als sie nichts andres fühlte, als ihres Lebens Armut und Müdigkeit — da kam Max Braken durch den alten Torweg drüben und ging schnell über den Stiftshof auf ihre Haustür zu. Sein Gesicht schien blaß und schmal unter dem weilen, dunklen Lodenmantel, dessen Umhang der Herbstwind ihm um bie Schultern wehte. Er schien Anna seltsam fremd, nicht wie ein altes Glück, ein neues, fremdes Schicksal. Und sie fand weder Kraft noch Mut, ihm entgegenzugehen oder Tante Lotte nebenan Bescheid zu sagen. Ganz still blieb sie am Fenster sitzen. Er hatte sie von draußen gesehen und wunderte sich, daß sie ihm nicht auf dem kleinen Flur entgegenkam. Als er dann rasch ins Zimmer trat, rührte sie sich immer noch nicht, nur ihr blasses Gesicht mit den müden, fragenden Augen wandte sie ihm zu. Er begrüßte sie laut und herzlich und küßte sie auf den Mund. Wer seine Art schien -ihr erzwungen unb löste sie nicht aus ihrer Starrheit. Er merkte bas rasch unb fühlte sich von ihrer Kalte ab- gestoßen unb verletzt. „Deine Freube, mich wieberzusehen, scheint sehr mäßig, Anna. Natürlich hast du es mir wieder übelgenommen, daß ich ein paar Tage länger in München blieb. Du weißt eben nicht, wie das tut, wenn man so zum allerletzten Male in Freiheit losgelassen ist. Ich wollte jeden Tag abreifen und schrieb deshalb gar nicht erst an dich. Aber sie ließen mich nicht los. Und es tat so gut, einmal wieder ein bißchen froh und leichtsinnig zu sein. Aber jetzt hast du mich ja sicher und könntest getrost ein paar Grad wärmer und liebenswürdiger fein." Die Worte unb ihr Tonfall reizten Anna, vielleicht nur, weil ihre Seele so roinfll war, baß alles sie verletzen mußte. „Ich habe dich nicht hergebeten," sagte sie herb. „Meinetwegen hättest du noch länger bei beinert amüsanten Leuten ba unten bleiben können. 23er- giß nicht, baß bu aus beinern eignen freien Willen zurückgekommen bist." Er lachte auf. „Kind, den Willen haben wir uns vor sieben Jahren hübsch an bie Kette gelegt, ober vielmehr bein Vater hat das wohlweislich für uns besorgt. Nach der berühmten Jgelgeschichte war eben nichts anbres mehr für mich zu wollen. Im übrigen habe ich mich auf dich gefreut, Anna, und etwas andres verdient, wie diesen eiskalten Empfang." „Ich kann nicht anders sein," sagte sie. „Warte du einmal sieben Jahre, warte nut sieben Tage, wie ich sie eben hinter mir habe — all die Stunden unb die sieben langen Nächte —, bann hast du auch nichts mehr, gar nichts mehr an Kraft und Wärme und Freude." „Natürlich hast du es nicht leicht gehabt, Anna; aber es ist doch weiß Gott nicht meine Schuld allein.Die Hauptschuld liegt eben in den Verhältnissen, in unsrer jungen Verloberei und eurem Fa- milienelenb hier. Aber das liegt doch jetzt alles hinter dir, Anna, und ich bin mit jeder guten Absicht zu dir heimgekommen. Ich sag es dir noch einmal, Anna, ich freue mich auf dich, auf flnfer Zusammenleben. Wenn das nicht wäre, meinst du, ich hätte diese Berliner Stellung angenommen und mein Leben und meine Freiheit diesen Zeitungsmenschen verkauft? — Du weißt auch nicht, was ich durchgemacht habe, was ich aufgebe," fuhr er heftiger fort, als sie noch immer schwieg. Sie hatte den Kopf von ihm roeggemanbt und sah aus dem Fenster. Scharf hob sich ihr Profil von dem grauen Abendhimmel ab. Die Hände lagen noch immer im Schoß, und er sah auf einmal, wie diese Hände sich verändert hatten. Das waren keine weichen, rosigen Kinderhände mehr — Frauenhände waren es, müde, magere, linienreiche Frauenhände, bie sich oft im bitteren Leib gefaltet unb um Frieden gerungen hatten. Wie ein stummer Vorwurf sprach es aus den Händen zu ihm, und wie gegen eine Anklage suchte er sich zu verteidigen. i Fortsetzung folgt.) Bekanntmachung. Am Sonntag, dem 30. August 1925, wird bie Stromversorgung im Stadtgebiet für die Zeit von 5.30 bis 9.30 Llhr vormittags wegen Vornahme von Arbeiten eingestellt. Gießen, den 27. August 1925. Die Direktton der Stadt. Elektrizitätswerke. Stolle. 8044c für Herbstsaat Friedrichswerther Bergmntergttfte Strubes Dickkopfweizen Mut UW, $oii BeMt Wtts.j Die Verlobung ihrer Tochter Marianne mit Herrn Dr. med. Hermann Anbei geben hierdurch bekannt Kommerzienrat (Eugen Rau und Frau Maria geb. Braunmüller Meine Verlobung mit Fräulein Marianne Rau zeige ich an Dr. med. Hermann Aubel prakt. Arzt Gießen Stuttgart August 1925 II Rest- Einzelpaare! Um für die eintreffenden Herbst-Neuheiten Platz zu schaffen, haben wir uns entschlossen, die Restbestände sämtlicher Sommer-Artikel im Preise bedeutenil herabzMsetzen I« I................. Benützen Sie diese seltene Gelegenheit! Hier nur einige Beispiele: Damen welle Lelnenschuhe Schnür und Spange, gute Sohlen tadel- _ Ä — lose Ausführung CSRI 3,90, 2.90 und ■■WW Echte leert. Damensttol z. T. mit Lackbesatz ß AA feinste Rahmenarbeit 7.50 und VivV Bamen-Halbschuhe schwarz und braun, Schnür u. Spange _ Ä _ frühere Preise bis 12.50 jetzt nur 6.90, 5.90 und Herren-Halbschuhe braun und schwarz A ÖA z. T. weiB gedoppelt 10.90 und vpOV Braune Sandalen genäht und genagelt, z. T. randgenäht 43-46 36-42 31-35 0 QA 4.90 3.90 3.40 27-30 ÄeöV Braune Spangenschuhe mit echtem L. XV-Absatz elegante 0 Ausführung...................... ■ ** Braune Kinderstiefel nur solange Vorrat < 20 - 22 1.85, 18 - 20 ■■ÄleW Turnschuhe mit Chromsohle 43-46 36-42 31-35 27-30 -S 4*A 3.25 2.25 1.95 1.75 23-26 ShÖV Riesen-Auswahl in Strümpfens neueste Modefarben......von 75 Pf. an Spezialitäti Dauerseide in vielen modernen Farben...........Mk. 3.90 GIESSEN Seltersweg 91 ___________________________8042a Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorn. Hermes Täglich Aufnahme SNm beste Qualität, sehr preiswert. Revar. u. Neubezieben in etg. Werkst, m. eleltr. Betrieb. M1‘D Fr. P. Sack 17 Neuen Baue 17 I Ullslßio-Sclmille lalle Größen la- jgernd im 846a | Modehaus Salomon. Tel.240auchnackt8 Pickel u. Pusteln entstellen das schönste Gesicht. Ein wunder- volles Mittel bageg. ist Cebafin - Teint- wasser. öffnet bie Poren, desinfiziert u. konserviert. Er- bältl. i.d.Drogerien: Angus! Noll, Kreuz- Drog., Erne! Noll, Kaiser - Drog., Emil Karn, Central-Drog., E. ßntb. Viktoria- Drog., H. Plank Ww., Parfümerie. Jabr.: Carl Figge, Chem. Fabr., Nürnberg. Sühe Trauben ä. Pfund 40 e} ital. Tomaten Psd. 22 A, 3 Psd. 60 4 Bananen V empfiehlt 07044 Triumph- MensniikkelWlg. Klrchenvlav 10. Gießener Vogelhaus wottengaffe 17 alle Sorten Vögel, sowie große Sendung Goldfische, Netz- und Laub- fr öscheeingetroffen. Tafelbirnen u. Aepfel empfiehlt 07033 Pfeiffer, Schiffend. Weg 30. KammerjägerHer- mann Lobinat, erfahrener Fachmann, kommt wieder nach Gießen und Umgebung unb vertilgt rabikal unter schriftlicher Garantie Ratten, Mäuse, Schwaben, Wanzen und sämtltches Ungeziefer, auch bet gefüllten Scheunen. Bestellungen erbitte nurunterKammer» jäger Lobinat iuT0S5> lost an den G. Anz. ?Hefercnaenau6gans Deutschland. A viEsS&VMEaIS» I i M TDie ein Qebild aus Himmelsbahn Jst hier der blanke Hand zu sehn. 'Der ATA-Gngel lachrt dabei: Mit ATA wird er stets wie neu! iMU putst und reini&t affes Knorr Suppemvurst gibt nur mit Wasser 20 Minuten lang gekocht, 6 Teller hochfeine Suppe. 3875ss Drucksachen MerArt hie vrvhl'sche Universitäts-Druckerei. R. Lange, Giehen, Schulftr. 7. Lichtspielhaus 34 Bahnhofstraße 34 Bis einschließlich Sonntag: Nur mit Frauen ist das Leben schön Gesellschaftsdrama in 6 Akten. — Ferner: Lottchens Hochzeitsreise Lustspiel in 2 Akten In den Astoria- Lichtspielen bis einschließlich Sonntag: Amerikas bester und beliebtester Wildwest- und Cowboy-Darsteller Tom Mix in dem großen Sensations- und Wildwestschlager: Tom Mix, der Oamentnund 7 große Akte. — Ferner: Zwei köstliche Grotesken Jazxbandmnsik. 8049c