Dienstag, 28. Juli 1925 Blatt (75. Jahrgang Die internationale Kohlenkrisis Front der Bergarbeiter zu dur rechen. bei die des Des bevollmächtigt ift, mit eingesetzten Bergbauverhandeln, drangen darauf, ba& der Pre- Grubenbesitzer ersuche. Annahme von Nnzelarn sür di« Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichö, auswärts 10 Goldpfennig: für Re» klame-Anzeigen v 70mm Breit« 35 Goldpfennig, Platzvorfchrift 20°, Aufschlag - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilk Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HanvBech, sämtlich in Gießen bedauert, das; die Regierung der an den Steuervorlagen geübten Kritik kaum Folge gegeben habe. Die von der Reichsregierung zugesagte grundsätzliche Anpassung der Steuerlasten an die Leistungsfähigkeit sei nicht vorgenommen worden. Es sei 'bedenklich, wenn die Regierungsparteien eine Milderung der unerträglichen Steuerlasten nur von ausländischer Hilfe erwarten. 3m Ausschuß sei man an der entscheidenden Frage vorbeigegangen, wie ein dauerhaftes Ver- hältniszwischenBolkswirtschastund Steuern wiedcrhergestellt werden könne. Die gegenwärtige Finanzpolitik befindet sich auf indem sie erklären, mit den Belegschaften ihrer Zechen örtliche Lohnabkommen abzuschließen und b e en teilweise recht günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen an . Die meisten Verg- arbeiierge erlschaflen haben jedoch den Abschluß von örtlichen Lohnabkommen a b g e l e h n t. Die Unternehmer haben durch Anschlag an den Arbeitsstätten be annt gegeben, daß sie zum Abschluß von neuen Abkommen bereit seien. Ter Gewerkschastsverband Hai alle Tlnter- vecbände angewiesen, unter keinen Umständen Sondervereindarungen mit den Arbeitgebern zu treffen. Ein neuer Kuhhandel? Der englisch-französische Meinungsaustausch über die deutsche Note. pari», 28. Juli. (I1L) lieber den englischen Standpunkt zur deutschen Rote, der gestern dem Di- teflor des Quai d'Orsay, verlhelol, mündlich kongresses hatte, der dem von der Regierung Untersuchungsausschuß zu die Gewerkschaftsvertreter mierminister baldigst die in anderer Beziehung alle ihre früheren politischen Forderungen preisgegeben, um materielle Forderungen für den Großbesih damit zu erkaufen. Roch vor knapp einem 3ahre hat ein Vertreter der Deutschnationalen den Standpunkt vertreten, solange wir Reparationslasten tragen, dürfen die deutschen Steuerlasten nicht erhöht werden. 3eht wird aber die Massensteuer auf Bier und Tabak ohne Rot so erhöht, daß wir daraus freiwillig 500 Millionen Goldmart in den nächsten Monaten mehr an die Entente zahlen, als das Londoner Abkommen uns auf» erlegt. (Hört! Hörti links.) Diese freiwillige Mehrleistung an die Entente übernehmen öie Parteien der Rechten nur, um auf dem Wege einer unerträglichen Mehrbelastung der breiten Massen den Grohbesitz zu schonen. Von sozialem Geist ist in diesem Steuerwerk nichts zu finden. Die Lvhnsteuerpflichtigen müssen danach weit mehr zahlen als die Veranlagungspflichtigen. Ein Steuersystem, das mehr als vier Fünftel aller Lasten den besitzlosen und enteigneten Schichten des Volkes auferlegt, muß dauernd den heftigsten Widerstand aller leistungsschwachen Kreise Hervorrufen. Wir lehnen für dieses ®e- Am Montag ist der schon lange drohende Streik der saarländischen Bergarbeiter zum Ausbruch gefommen. Damit wird die Kohlenförderung Frankreichs biS auf weiteres um etwa zwanzig Prozent herabgedrückt. Die Folge davon wird sein, daß Frankreich erhöhten Bedarf an deuts chen Reparationskohlen, aber auch an englischen Kohlen haben wird. Wenn dann etwa noch der brobenbe Bergarbeiter streik in England Wirklichkeit werben sollte, so könnten mit einem Schlage die bisherigen ungünstigen Absatzverhältnisse für Kohlen in Europa gebessert werden. England nimmt nach wie vor den ersten Rang unter den Kohlen produzierenden Ländern Europas ein. Deutschland folgt nach dem Verlust Ost-Oberschlesiens und nach der zeitweiligen Hingabe der Saargruben an Frankreich erst in weitem Abstande hinter England. Trotzdem hat sich für die deutsche Kohle eine Absahnot herausgebildet, die zu einer Katastrophe auszuarten droht. Wenn — wie es bereits vor einigen Jahren einmal der Fall war, — die britischen Kohlenbergwerke auch nur für ein paar Wochen aussallen, so würde das bei einer Jahresproduktion der britischen Gruben von rund 273 Millionen Tonnen einen Ausfall von etwa zwanzig Millionen Tonnen machen. Genau so groß ist das jährliche Quantum deutscher Kohle, das bei den heutigen Verhältnissen keinen Absatz findet. Wir haben in den letzten 3ahren einen Umschwung In der Konjunktur für Kohle erlebt. Während des Krieges und kurz nach dem Kriege bestand schärfster Kohlenhunger. Rachdem bann die gewaltigen Heere mit ihren riesigen Vorräten an Waffen, Proviant und Ausrüstungsstücken in ihre Heimat zurücktransportiert worden waren, nahm die Schiffs- bewegung und damit der Kohlenverbrauch für Schiffahrtszwecke ab. Wider Erwarten schnell haben sich die Kohlenbergwerke der nordfranzösischen und belgischen Kriegszone fast wieder zu ihrer Vorkriegsproduktion aufgeschwungen. Die mitteleuropäische Braunkoh .enförderuna, die bereits im Kriege weitgehend den Ausfall der Steinkohle wettmachen mußte, erfuhr eine neue Steigerung. Ta die Welt etwa nur mit 75 oder 80 Prozent ihrer früheren Wirt- schaftsintenfität arbeitet und inzwischen auch auf dem Gebie.e der Energiegewinnung aus Wasserkräften Fortschritte gemacht hat, übersteigt die gegenwärtige Produktion erheblich den Bei ach, obwohl sie sogar noch um eine Kernigkeit geringer ist als die Vorkriegs- produkrion. Der Führer der britischen Bergkette Eook hat erklärt, seine Kollegen würden sich unter keinen Umständen eine Herabdrückang des Lohnniveaus unter den Vorkriegsstand oder eine Heraufschraubung der Arbeitszeit über den Vorkriegsstand gefallen lassen. Die britischer! Kohlengrube.-besiher fühlen sich außerstande, die Lohn- und Arbeitszeitforderungen ihrer Belegschaften zu erfüllen, werm sie nicht die eben erst mit großen Opfern eroberten Märrte toieb.r verlieren wollen. Schon die Aussicht eines bevorstehenden Dergarbeiter'streiks hat die Preise für britische Kohle indieHöhegetrieben und das Ausfuhrgeschäft erschwert. Es bleibt abzuwar.en, ob der drohende britische Streik bereits ein? Desse- rung der Absahaussichtenfürdeutsche seheswerk jede Verantwortung ab. (Beifall den Sozialisten!) Qlbg. Reubauer (Komm.) bekämpft Vorlage, die eine unerhörte Bevorzugung Belitzes und eine unerträgliche Belastung arbeitenden Volkes fei. Abg. Dr. Fischer (Dem ) ihre früheren Vorschläge zurückzuziehen, denn die Derzeute seien bereit, unter den gegenwärtigen Bedingungen solange toeitery-iarbcitcn, als die Verhandlungen anbauerten. Baldwin entschied sich für die per s önliche Uebe r- nahme der Leitung bei den kommens.'m Verhandlungen. Falls die am Mittwoch ftatt- findenden Derhan^l' ngen zwischen Grubenbesitzern und Bergan c fehlschlagen sollten, wird Baldwin ein eigenes Schema in Vorschlag bringen, nach dem die Kohlenindustrie, wie verlautet, vorübergehend aus Staatsmitteln unterstützt werden soll. Die Gruberrbesitzer versuchen, die geschlossene Nr. 174 (Elftes Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags Beilagen: EietzenerFamilienblättei Heimat im Bild. Monats-vezugspreis: 2 Goldmark u 20 Gold- Pfennig für Träger lohn, mich bei Nichterscheinen con einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. ^.ern sprech,Anschlüsse: schriftleitung 112, Der- 5,gundDeschästsstell«51. Anschrift für Drahtnach- achten: Anzeiger Eießen. Postscheckkonto: Sranffurt a. M. 11686. dringende Bitte um sofortige Hilfe aus. Gleichzeitig wird die Regierungskominission ersucht, anzuordnen, daß den Bergleuten im Saargebiet für alle die Feierschichten, die in den letzten Wochen vorgekommen sind, die Erwerbslosenunterstützung unter Verdoppelung der Sähe ohne Verzug ausgezahlt werben. Die gegenwärtige Streiklage der saarländischen Grubenarbeiter hat auch die Ange« stellten der Saargruben veranlaßt, mit der französischen Dergwerksdirektion in Lohnoerhand- lungen einzutreten. In einer Vertrauensmännerversammlung der im Gcsamtverbanb der deutschen Angestelltengewerkschaften vereinigten Angestelltenverbände wurde mitgeteilt, daß seil der Frankeneinführung das Sinken der Kaufkraft deS Franken eine biprozentige Verelendung der Gruben angestellten zur Folge gehabt habe. Dazu komme die vielfach schlechte und unwürdige, Behandlung und die Richtachtung der Berufsorganisationen, bereit Führer nicht einmal zu Lohnverhanblungen zugelassen würden. In einer unter starker Erregung diskutierten Entschließung wurde einstimmig gefordert, sofort alle Lohnver- handlungsmögllchkeiten zu erschöpfen und bei Ablehnung der berechtigten Gehaltserhöhung?- in Solidarität mit den Grubenarbeitern in den Streik zu treten. Die Krise im englischen Bergbau. Eine Vcrmittlungsaktion Baldwins. London, 27. Juli. (WB.) Bei einer Besprechung, die Premierminister Baldwin mit einem Sonderausschuß des Gewerkschasts- einem ganz falschen Wege, ~enn sie weit über den tatsächlichen Bedarf hinaus viel zu Hobe (Steuern auS der Wirtschaft zieh . Tie La e i b och e d • i e , Ire n sich zu bet ver e en überspannten S.euecpolitik noch eine versehlie überspannte Hochschutz- zollpolitik gesellt. Seitdem bie Deutsch- nationalen bie W rtschaftspolitik der Regierung führen, wird nicht mehr auf Preissenkung, sondern auf Preisheraufsetzung hingewirkt. (Sehr wahr links.) Die gegenwärtige Finanzlage würde einen durchgrcif: den wci e.en Steuerabbau durchaus gestatten. Wir können mit einem Tleberschuß von mehr als einer Milliarde rechnen. Reichsfinanzminister von Lchlteben: Ich habe schon im Ausschuß bie Behauptung widerlegt, daß wir fiskalische und Thesau- rierungsprlitik trieben. Bei der gegenwärtigen unsicheren Wirtschaftslage ist es aber notwendig, bei den Reichsfinanzen vorzusorgen. Mit den jetzt festgestellten Ueberschüssen müssen wir bis zum Ende des Jahres auskommen. Abg. Schröder -Mecklenburg (Dölk.) erklärt, er könne sich den Ausführungen des Abg. Fischer anschließen. iRufe rechts: Die neue Einheitsfront der Völkischen und Demokraten!) — „Wir entscheiden immer nach sachlichen Gesichtspunkten und sind in vielen Dingen demokratischer als sie." — Der Finanzminister sollte nicht einfach dekretieren, was die Wirtschaft an Steuern leisten müsse, sondern er sollte seine Ausgaben nach der steuerlichen Leistungsfähigkeit einrichten. Die unerijürie Lieberspannung der Steuern sei um fo verwerflicher, als der Ertrag über die Verpflichtungen des Dawesabkommens hinaus der Entente zum großen Teil freiwillig ausgeliefert werden solle. Abg. Höllein (Kom.) beantragt Vertagung der Aussprache über die Einkommensteuer. weil die Regierungsparteien die Oppositionsparteien mit einem neuen Antrag zur Lohnsteuer überrumpeln wollten. Der Veriagungsantrag wird gegen die Linke abgelehnt. le CanötDi tuL ' der SäitfK’ S til* . -"«Mim dw tu JLMV fianbtom. dir buri) acher. Abg. Höllein (Kom.) ruft dem Zentrum zu: „Da sind sie schon zusammen, bie Heiligen und bie Ritter!" Bei der (Sinfommenftcuerborlage wendet sich Abg. Eggerstedt (Soz.) gegen die Regierungsvorlage und die Ausschußbeschlüsse. Abg. Rebel (Kom.) beantragt wieder Vertagung mit dem Hinweis, daß die Abgeordneten, die vorher für Weiterberatung stimmten, nicht im Saale geblieben wären. Die Abstimmung erfolgt durch Hammelsprung. Dabei beteiligten sich Sozialdemokraten. Kommunisten und Demolralen mit Ausnahme ihrer Frakttonöfüh.er Müller, Koch und Höllein nicht. Es stellte sich Beschlußunsähigkett heraus, ba nur 169 mit nein und sechs Abgeordnete mit ja gestimmt haben. Die neue nach 7 Uhr eröffnete Sitzung beginnt mit der Weiterbcratttng bev Einkommensteuergesetze. Abg. Schneider» Berlin (Dem.) meint, es sei das erstemal in der gegenwärtigen Reichstags- sesfion, daß ein Gesetz in solcher Mongelhaftig- feit und Unfertigfeit aus den Ausschüssen vor das Plenum gekommen sei, wie das Einkommensteuergesetz. Namentlich der Lohnabzugs- Paragraph sei so schlecht formuliert, daß die Re- gierungsparteien sich veranlaßt gefühlt hätten, noch schnell eine neue Fassung dem Plenum zu unterbreiten. Das ganze Gc'etzgebungswerf, das der Reichstag morgen verabschieden werde, sei so reformbedürftig, daß sich der Reichstag schon in Bälde wiederum mit dem Steuerproblem beschäf. tigen müsse. (Zustimmung linfs.) Das sähen auch die Kompromißparteien ein, indem sie nicht nur eine neue Lohnsteuer, sondern auch noch andere Erleichterungsanträge anfündigen. (Beifall linfs.) Abg. Höllein (Komm.) wendet sich unter großer Unruhe des Hauses gegen die Regierungspar- teien, die hier einen großen Raubzug planten. Die Kommunisten würden mit allen Mitteln dem Raubzug der „Raffkeparteien" entgegentreten. Nachdem Abg. Höllein eine halbe Stunde geredet hat, sag» ■ im Nestbau jel. ermann. en Gegenden und von zelnesler, die durch ihre uchsinkennester, ideres aus einer Buche, iWen Tnpus, weisen r, den Nistbäumen am elieidung aus. Das eine es LekleidungMaterial. mit Kalkmilch bespritzten sonst üblichen Bausioss kry) verwendet. Nr. 4 be einer Wiese, auf der iufoen mH tBirfenbaft, liartonftüfen, im 3n. n und Wolle betteltet, e Erscheinung. Nr. 5, ppel, weist nutzer 'Baff t Papiechreisen aus. nsel aus einer Fichte, Fichtenreisig umkleidet, lest aus der Laube eines ein anderes von einem je derart ab, bah der >tz des sonst typischen n zugesprochen haben leerftraud) angelegter, meft, mehrere Selb« rschiedenartige Bauten Zweifel über ihre Der« eiten spricht wohl in agstrieb dzw. die Sorge menschast, sodann aber una. Aus der anderen weniger Sorgfalt an- menschlicher Wohnungen tz der Bogel dort, wo er iMauchMwemger ispielsweise ber MJml, oft fein M *'Wr. Martin. Änh' ■?.3»5re IW» ".'««ntr jnfrfcren bm? durch hort . rnoio-r lente entdeck Rhenium. •mft in »« MS . in Berlin nnttetm, jen Gelehrten, dem ^ oddack von,der V alt und Fraulem^ jäö's renb sie « m Platin unb - ^ t Quantitäten Schwert unh $inera- jU6 besi"""' chemischen Stenntm'S Jurrtl ein IRaÄfflSeS das im _ der SlcmeN j rhe, & tßi n esgs Kohle zur Folge hat. Die Verhandlungen, d.c kürzlich zwischen Vertretern des Ruhrbergbaus und den zuständigen Fachministern anderseits stattgefunden haben.'lassen keinen Zweifel an dem bitteren Emst, der die Lage des Kohlenbergbaus und der Schwerindustrie kennzeichnet. Auch bei uns drohen Forderungen der Bergarbeitervertretungen in bezug auf Arbeitslohn und Arbeitszeit die Lage weiter zu verschärfen. Reben Großbritannien, bas 1924 — wie bereits erwähnt — rund 273 Millionen Tonnen Steinkohlen, und neben Deutschland. das im gleichen Jahre rund 119 Millionen Tonnen förderte, kommen unter den europäischen Staaten nur noch Frankreich (58 Millionen). Polen (32 Millionen) und Belgien (23 Millionen) in Betracht. Trotz der sehr billigen überseeischen Frachtarten liegt eine Zufuhr amerikanischer Steinkohle kaum im Bereiche der Möglichkeit. Materiell wären die amerikanischen Kohlengruben durchaus in der Lage, größere mengen nach Europa zu liefern. Im Jahre 1924 produzierten bie Vereinigten Staaten von Amerika genau so viel wie bie erwähnten fünf größten europäischen Kohlenprobuzenten zusammen genommen. Wenn die gegenwärtige deutsche Kohlenkrise bie Folge haben sollte, baß wir zahlreiche Gruben st i liegen müssen, so würde das tatsächlich für die britische Kohle eine Art Monopol in denjenigen Ländern Europas schaffen, die über keine — ober doch nur ungenügende — Kohlenlagerstätten verfügen. Das Streben der Reichsregierung nach einer Verbesserung und Sicherung des deutschen Kohlenabsahes ist daher weit mehr als ein nationalwirtschaftliches Problem: es ist durchaus ein europäisches Problem, für das sich die im wesentlichen verbrauchenden Länder (Italien, Spanien, die skandinavischen Länder, Holland, die Schweiz usw.) mehr interessieren sollten, als dies bisher der Fall gewesen ist. Der Bergarbeiterstreik im Saargebiet. Drohender Ausstand der Berqban- anqestrllten. Saarbrücken, 27. Juli. (DU.) Der Ausstand der Bergarbeiter ist vollständig. Rund 99 Prozent ber Ve egschaften stehen im Ausstanb. Ve ass. e e Landjä er halten die Gruben beseht. Die Bergleute bewahren größte Disziplin. Hebe a l herrscht Ruhe. Die Gewerkschaftsführer Wei en in Paris, um mit dem französischen Ar- beilsminister über die Lohnfra,e zu verhandeln. Die großen Metallarbeiterverbände des Saar^eo.e.es haben sich mit den Bergarbeitern solidarisch erklärt. Der Landesrat des Saargeü'.e es wendet sich an das französische Qlrbci13minifte.ium mit einem Telegramm, in dem die große Rotlage ber Bergleute als die Tlrsache des Streikes bezeichnet wird und wegen der f. '• r.?n Folgen für die ganze Bevölkerung dringend ge e en wirb, ben Forberungen bet Bergleute weitestgehend gerecht zu werden. In einer Eingabe an die Re- gierungskomn.i^ion des Saargebieies sprechen ferner die Landesra sfräktionen des Zentrums und ber Deutsch-Saarländü en Dollspartei die GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühl'fche Univerfiläls-Vuch- und äleindruckerei H. Lauge in Sietzen. Schriftleimng und Seschäftrstelle: Zchulftratze L Die 5teuerooi\agen im Re chstag. Berlin, 27. Juli. Präsident Loebe widmet mmächst dem gestern verstorbenen fommunistifchen 2bg. Eichhorn einen Nachruf, der von den Abgeord^ Uten stehend angchört wird. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung lei Steuervorlagen. Im Namen der Regierungsparteien gibt Abg. Dr. Obersolireu (Du.) . -ine gemeinsame Erklärung ab des Inhalts, die Re- jierungspürteien hätten sich trotz fchwerer Bedenken lesen Einzelheiten der Gesetze entschlossen, den Bor- ugen zuzustimmen. Die Belastung der Wirt- ur Sparsamkeit richten vor allem an die Ge- iMinbeDertretungen. Auch da müssen bie Ausgaben )t n Einnahmen angepaßt werben. Das Reich müsse n ber Steuerpolitik ben Vorrang behalten. Trotz iler Debenken im einzelnen stimmten die Regie- mngsparteien ben Vorlagen zu in ber Erwartung, laß auch sie helfen werben zur wirtschaftlichen unb oktalen ©efunbung bes beukschen Volkes. Abg. Hertz (Soz.) Eine gesunde Steuerreform hätte davon aus° zehen müssen, daß zur Förderung der deutschen Dirtschaft vor allem die Stärkung der in« wen Kaufkraft der breiten Massen not- xnöig ist. Die Regierungsparteien haben aber M-gekehrt den Besitz geschont und die Massen trt Volles belastet. (Sehr wahr links!) Beim Z'inanzauSgleich sind dieselben Rechtsparteien, die 'rckher ausgesprochene Föderalisten waren, letzt 2bätzlich zu begeisterten TInitaristen geworden und Dionen immer wieder die Steuerhoheit des ^-nchs. Die Deutschnationalen haben aber auch Iütermlttelf wurde, glaubt „Journal“ mitteilcn zu rinnen, daß die englische Regierung vorläufig auf fine Konferenz verzichten wolle. Sie Mchtet der Auffassung bei, daß die Unterzeichnung bee Garantiepaktes ohne jeden Einfluß auf die vesehung des Rheinlandes bleiben iniiffe. Mebereinftimmenb besteht weiter über das Prinzip des (Eintritts Deutschlands In b tn Völkerbund und über die französische daß die Schiedssprüche obligatorisch sein müßten und keinen luristischen Eha- raftcr tragen würden, wobei die englische Regierung besonders Gewicht aus die Feststellung lege, daß dieses Prinzip auf die Auslegung strittiger V anfte des Versailler Vertrages voll zur Anwendung komme. Zu tiefergehenden Meinungverschie- ksnheiten gäbe dagegen bie Frage Anlaß, ob Sank- honen automatisch ergriffen werden könnten, ober ob für sie eine unparteiische Entscheidung erforderlich sei. Die Klärung dieser Frage' sei von besondrer Bebeutung, da es sich in erster Linie um bie 3«flfleUung ber Maßnahmen handle, die auf Grund tlees Verstoßes gegen die entmilitarisierte Rhein- laibjonc ergriffen werden sollen. Ein Gegensatz begehe ferner in der Frage der Garantie der Schiedsgerichtsverträge durch Frankreich. Auch „petlt parifien“ gibt zu, daß die fran- ,öfische Forderung der Garantierung der Sckzieds- ßerichtsverträge im Offen jur Zelt ben größten Sfrin des Anstoßes bilde. Der französische Bot- Irfjafter in London, be FIeurlau, hat nach dem .petlt parifien“ neue Instruktionen crtjal- lem, die sich auf die französische Auslegung der Jtage des Internationalen Rechts beziehen. „(Ere Rouvelle“ macht in einer Betrachtung über M« Wiederannäherung Frankreichs und Englands bl« Feststellung, daß die Engländer f ü r e l n (E n t - gegenkommen In der europäischen p o- llllf die Unter st ühung Frankreichs in Ufien fordern. Die Zugeständnisse Englands am Rhein und sogar an der Deichsel sollen durch eine Solidarität der englischen und französischen Politik in Lhina erkauft werden. „(Ere Rouvelle“ glaubt iu wissen, daß dementsprechende Instruktionen an )cn sranzösischen Botschafter in London ergangen inb und warnt Brianb vor allzu weitgehenden ver- Pi(ld)tungen. Das Watt macht auf die bedenklichen folgen ausmerksam, die ein allzu schros es vor- -rhen Frankreichs in Lhina nach sich ziehen würde. Vizepräsident Gräf, seine Redezeit sei um. Erregt ruft Abg. Höllein: Herr Präsident! Ich verbitte mir Ihre Methoden! Die Redezeit be- ragt eine Stunde. Ich lasse mich von Ihnen nicht schulmeistern! Diese Auseinandersetzungen werden von den Abgeordneten mit Lärm und Gelächter begleitet. Gelächter und Unruhe halten noch an, als Abg. Höllein nach einer weiteren halben Stunde seine Rede beendet. Paragraph 1 des Einkommensteuergesetzes wird dann mit großer Mehrheit angenommen. Reichstcrgsferien vor Erledigung derJoMorlcrge? Die Blätter messen der heutigen Sitzung des Aelle st enrates des Reichstags, in der das ArbeitsprOgramm bis zu den Parlamentsferien festgrlegt m rden soll, große Bedeutung bei, da die Sitzung Klarheit darüber schaffen soll, ob es noch möglich ist, vor den Fer ien die Z o l l- Vorlage zu verabschieden. Mehrere Blätter geben Informationen aus parlamentarischen Kreisen wieder, wonach der Aeltestenrat wahrscheinlich beschließen werde, die Reichstagsverhandlungen ohne Erledigung der Zvllvorlage am Samslag, dem 1. August abzubrechen und die Sommerpause eintrcten zu lassen, da es außerordentliche Schwierigkeiten biete, das Haus beschlußfähig zu erhalten. Die Zollvorlage soll erst im September in einer Sonder- tagung zur Beratung fomintm. Die „Tägliche Rundschau" erklärt demgegenüber, daß die Reichsregierung nach wie vor aus dem Wunsche bestehe, daß die Zvllvorlage noch v o r der Sommerpause erledigt werden soll. Die ..Deutsche Tageszeitung" bezeichnet es als a u s g e s ch l o s - s e n, daß die Regierungsmehrheit sich zu einem solchen Vorgehen bereit finden könnte. Aus den Reichstags- ausschüffen. Der Haushalturrgsansschirß beriet den Haushaltsplan der allgemeinen F i -- nanzverwaltung. Der Gesamtüberschuß im Haushalt 1925 der allgemeinen Finanzverwaltung beträgt 3513 Millionen Reichsmark gegenüber einem Gesamtüberschuß von 2238 Millionen Mark im Jahre 1924. An Einnahmen sind für Einkommensteuer -1,7 Milliarden Mark verzeichnet, für die allgemeine älmsahst e u e r und Luxus st euer IV, Milliarden, für Vermögenssteuer 500 Millionen Mk., für die Körperschafts st euer 300 Millionen Mark, für die Veförderungssteuer 282 Millionen Mark. Die Grunderwerbssteuer ergibt im Zähre 1925 nur 15 Millionen Mark gegenüber dem zehnfach höheren Ertrage im Jahre 1924. Die Börsen st euer, die 1924 vier Millionen Mark erbrachte, ist mit Ablauf des 31. Dezember 1924 außer Kraft getreten. Der Ertrag der Börsenumsahsteuer wurde von 150 Mill. Mark 1924 auf 95 Mill, im Jahre 1925 gesenkt. An Zöllen und Verbrauchssteuern ergibt sich im Jahre 1925 ein Ertrag von insgesamt 1514 Millionen Mark gegenüber 1990 Millionen Mark im Jahre 1924. Aus Steueraufkommen müssen an Lander 2172 Millionen Mark überwiesen werden. Der Rechtsausschuß setzte die Beratung des Amnestiegesetzes fort. Der deutschnationale Redner wandte sich gegen eine Erweiterung der Amnestie, weil die Regierungsvorlage der Mehrheit feiner Partei schon zu weit gehe. Ein Vertreter der preußischen Regierung erklärte, die preußische Regierung werde eine umfangreiche Vorlage für künftige Amnestien einbringen. Anträge der Sozialdemokraten, Kommunisten und Völkischen auf Ansehung höherer Strafen unter die Amnestie wurden abgelehnt. Der Handelspolitische Ausschuß setzte die Einzelberatung der Agrar zolle fort. Ministerialdirektor H o s f m a n n n hob hervor, daß die Zölle für Obst und Gemüse bei den Handelsvertragsverhandlungen eine große Rolle spielen. Der Regierungsvertreter bat den Vorlageplan beizubehalten, da die deutschen Untertäniger sonst in eine unmögliche Lage verseht würden. Sämtliche Abänderungsanträge der Opposition wurden abgelehnt. Annahme fanden nur einige Kompromißanträge, durch die der Zollsatz für Keltertrauben und Weinmaische von 45 auf 60 Mk., für Bananen von 15 auf 30 Mk., für Apfelsinen von 12 auf 20 Mk. erhöht wird. Billigung des Saarzollabkommens. B e r l i n, 27. Juli. (WTB.) Zur Besprechung das Zollabkommens für das Saargebiet, zu dessen Ratifizierung die beiden französischen Kammern bereits die Ermächtigung erteilt haben, fand heute eine gemeinsame Sitzung des handelspolitischen Ausschusses des Reichstages mit einer Abordnung des Saargebiets, die aus Vertretern der politischen Parteien, der drei Gewerkschaftsrichtungen, der saarländischen Wirtschaftskreife und der Handelskammer bestand, statt. Trotz schwerster Bedenken des handelspolitischen Ausschusses wurde eine Einigung dahin erzielt, daß das Saarabkom- men einstimmig gebilligt wurde. Einstimmigkeit herrschte auch darüber, daß bei Abschluß eines endgültigen Abkommens volle Gegenseitigkeit gewährt werden müsse und daß das gegenwärtige Abkommen nur deshalb tragbar sei, weil es nur auf vier Monate, als Uebergangsregelung gedacht sei. Emil Eichhorn 3m Alter von 62 Jahren ist der tommu- nistrsche Reichstagsabgeordnete Emil Erchhorn aus dem Leben geschieden. Fast in Vergessenheit geraten, war er doch immer noch einer der eifrigsten Parlamentarier, der stets zur Stelle war, gleichgültig ob im Plenum ober in den Ausschüssen verhandelt wurde. Die Kommunisten verlieren in ihm Zweifellos einen jener Männer, der es bis zum lebten Augenblick verstand, in der Partei selbst lugleichend und vermittelnd zu wirken. Die Zer en aber, da er an der Spitze der kommunistischen Revolutionäre aus dem Reiche einen Sowjetstaat machen wollte, sind für ihn längst vorüber gewesen; er war für die K. P. D. in der Hauptsache nur noch ein Prunkstück. Berlin kennt ihn aus den Tagen wilder Revolutionsstürme, als er im Polizeipräsidium mehrere Wochen hindurch die Geschäfte eines Polizeipräsidenten ausübte, sich aber gleichzeitig aus Spartakisten und Unabhängigen eine Revolutionsarmee schuf, deren Basis das Präsidium selbst war. Der von ihm angezetteltc Januaraufstand 19 19 wurde jedoch niedergeschlagen, Eichhorn mußte flüchten, kam erst wieder zum Vorschein, als er mit Hilfe der Unabhängigen in die Rationalversammlung hinein- gewählt wurde. Später trat er zu den Kommunisten über, denen er bis zu seinem Tode als Reichstagsabgeordneter treu blieb. Räumungsvorbereitungen in Duisburg. Duisburg, 28. Juli. (TU.) Auch in Duisburg machen sich die ersten Anzeichen der Räumung bemerkbar. In vielen Privatquartieren wird eifrig gepackt und das große Gepäck fortgeschafft. Schon in den nächsten Tagen werden verschiedene Truppenteile die Stadt verlassen. Die Lage in Marokko. Abd cl Krim wendet fid) qcßcn Spanien. Paris, 27. Juli. Die Lage bleibt an der gesamten Front weiter ruhig. Feindliche Angriffe, die auf Ain Bu Aissa und bei Tafrant nördlich von Fez auf El Bali gemeldet waren, scheinen an Stärke zu verlieren. Abd e l Krim unternimmt weitere Repressalien gegen die Stämme, die von unseren Truppen geschlagen find und Verhandlungen über ihre Unterwerfung eingeleitet haben. Andererseits setzt er seine Propaganda bei den vom Rifgebiet weit entfernt wohnenden Stämmen fort. Seme Abgesandten und Briefe gehen sogar in die südlichste Gegend von Marokko. Durch das energische Vorgehen der örtlichen Kommandostellen sind diese Versuche unterbunden worden. Man glaubt, daß die regulären Riftruppen, die aus der französischen Front gezogen worden sind, gegen d i e spanische Front eingesetzt werden. Hier hat Abd el Krim große Truppenmassen zusammen gezogen, und zwar soll es sich um seine besten Kampfeinheiten handeln. Mehrere aufständische Stämme sollen den Spaniern die rückwärtigen Verbindungen abschneiden. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß Ab el Krim einen großen Angriff gegen d i e Spanier vorbereitet. Rur im Zusammenhang mit dieser Bewegung sind wohl auch die französischen Erfolge zu crllären. Die Generalratswahlen in Frankreich. Paris, 27. 3uli. (WTB.) Das Jnnen-- ministerium veröffentlicht über das Ergebnis der an den beiden letzten Sonntagen stattgefundenen! Generalratswahlen folgende amtliche Statistik; nach der sich die 1495 gewählten Generalräte auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen: Konservative und Liberale 131 (Verlust 26), Republikaner (Demokratisch-Republikanische Vereinigung) 216 (Verlust 36), Linksrepublikaner 236 Verlust 81), rechtsstehende Radikale (radikale Dissidenten) 98 (Gewinn 37), Radikale (Herriot) 601 (Gewinn 72), sozialistische Republikaner (Partei Driand-Painleve) 72 (Gewinn 25), Sozialisten 135 (Gewinn 50), Kommunisten 6 (Verlust 11). Anter den Gewählten befinden sich 76 Senatoren und 142 Abgeordnete, während 6 Senatoren und 31 Abgeordnete unterlegen sind. Bryans letzte Pläne. Zum Tode Bryans erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Bryan starb wahrend des Mittagsschlafes. Als das Mädchen den Raum betrat, in dem sie Bryan schlafen glaubte, hörte sie ihn noch röcheln. Herbeigerufene ärztliche Hilfe konnte nur noch den Tod infolge Herzschlages feststellen. Die Nachricht von dem Tode Bryans rief große Sensation hervor, da Bryan im Begriffe stand, den Kampf um die Entwicklungstheorie auf den Höhepunkt zu treiben. Bryan hatte den Entwurf einer Rede beeenbet, die den Titel trug: „Was kann ich für Jesus tun?" Seine letzte Arbeit erschien in führenden amerikanischen Magazinen. Bryan, der in den letzten Jahren keinerlei Krankheitsanzeichen spürte, hatte den Plan, im ganzen Lande den Kampf gegen den Modernismus in der Religion zu entfachen. Am Freitag sprach er in Chatanöga und hielt zwei Reden in Winchester. Am Samstag kehrte er nach Dayton zurück und erörterte dort in einer öffentlichen Rede die Berufung im „Affenprozeß". Es wurde auch bekannt, daß Bryan den Plan für eine Pilgerfahrt nach Palästina ausarbeitet, wo er mit etwa 40 Anhängern die Spuren Christi verfolgen wollte. In Jerusalem, Bethlehem und anderen Orten wollte Bryan Ansprachen halten und schließlich auf dem Oelberg eine Osterbotschaft verkünden. Bryan sprach den Wunsch aus, auf dem Nationalsriedhos zu Arlington beigesetzt zu werden. Da er als Oberst an dem spanisch-amerikanischen Krieg teilnahm, hat er Anspruch auf ein Begräbnis mit militärischen Ehren. Auch die erbittertsten Gegner zollen der Offenheit und Ehrlichkeit des Verstorbenen warme Anerkennung. Die Berufung im Asfen-Prozeh abgelehnt. Der Washingtoner Gerichtshof hat die Berufung im Affenprozeß abgelehnt mit der Begründung, daß eine Mißachtung der Bibel durch die Darwinsche Theorie nicht gegeben sei. Mit diesem Urteil des Washingtoner Gerichtshofs dürften auch die Prozesse begraben werden, die nach dem Muster des Prozesses in Dayton gegen Lehrer angestrengt werden fällten, die gleichfalls die Evolutionstheorie lehrten. Es verlautet, daß die Washingtoner Regierung die durch den Affenprozeß geschaffene Sensation, die sich zu einem Kulturkampf auszuwachsen drohte, nach dem Tode Bryans endgültig zu beenden bestrebt sei. Kleine politische Nachrichten. Rachdem das Gesetz über die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen die Arteile der bayerischen Volksgerichte in Kraft getreten ist, hat F e ch c n b a ch , der Oktober 1922 vom Münchener Volksgericht zu 11 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt worden war, aber bann im Dezember 1924 Strafaufschub erhalten hatte, Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt. Die Verhandlungen zwischen den nach London zur Regelung der französischen Kriegsschulden an England gekommenen französischen Sachverständigen mit dem britischen Schatzamt haben begonnen. W.e verlautet, werden die Erörterungen sich in der Richtung bewegen, daß gleichzeitig mit den französischen Zahlungen an Amerika ebenfalls entsprechende Zahlungen an Großbritannien erfolgen werden. Das französische Strafgericht der zweiten Instanz hat das Versäumnisurteil, durch das die kommunistischen Abgeordneten Vaillant- Courturier und Marcel C a ch i n wegen Aufreizung von Militärpersonen zum Angehorsam zu sechs Monaten Gefängnis und 1000 Franken Geldstrafe belegt wurden, infolge abermaligen Richterscheinens der Angeklagten bestätigt. Dadurch ist das Urteil boll ft redbar geworden. Aus aller Welt. Zcppclittfeier in Friedrichshafen. Der Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen veranstaltet am 20. August anläßlich des 25jährigen Gedächtnistages des ersten Zep- Pekin-Aufstiegs eine Feier, an der Vertreter der Reichsregierung, der toürttembergi- schen Regierung, der Industrie, der Gewerkschaften und anderer Körperschaften teilnehmen werben. Dr. Eckener wird bei dieser Feier den bereits angeiünbigten Aufruf an das deutsche Volk erlassen zur O p s e r s p e n b e für den Bau eines Zeppelin-Luftschiffes, für den etwa 7 Millionen Mark erforderlich sind, von denen durch die Spende etwa 4 Millionen aufgebracht werden müssen. Zu gleicher Zeit soll mit Anterstühung ausländischer wissenschaftlicher Korporationen ein Ersuchen an die Botschafter-Konferenz gerichtet werden, den Bau eines 105 000 Kubikmeter großen Zeppelin-Luftschiffes zur Erforschung der Rordpolgebiete zu gestatten. Der Breslauer Schachkongreß. Gestern war Ruhetag. 3n her heutigen 6. Runde des Meisterturniers gewann Bogol- jubow, der sich in hervorragender Form befindet, eine Mac-Cutcheon--Partie gegen Reti bereits in 25 Zügen und fjat sich dadurch mit 41/2 Punkten an die Spitze gesetzt, von der er voraussichtlich sehr schwer zu verdrängen fein wird. Auch Blu- misch gelang es in einem Damengambit (Reti- system), feinen Gegner von Gottschall durch kräftige Angriffsführung zu überspielen. 3n einem gleichen Turm-Läufer-Bauernendspiel gelang es Sämisch, Moritz infolge seiner größeren Ent- spielstellung zu überwältigen. 3n einer Remis- stellung brachte es Prof. Decker noch fertig, gegen Riemzowitsch zu verlieren. Die Partie Rubinstein-Wagner wurde remis. Grünfeld und Dr. Tarrasch hängen, und zwar in besserer Position für Grünfeld. 3n der 6. Runde des Landes-Vorkämpfer- turniers gewann Schmitt gegen Kaltheuner, der remis erreichen konnte. Arbach gegen Schönmann durch sehr gutes Spiel, Gilg gegen Müller, Hussong gegen Fuchs, Holzhausen gegen Kühn, nachdem letzterer einen Fehler machte. Die Partie Orbach-Dergmann wurde in Gewinnstellung für Orbach abgebrochen. 3n der 7. Runde gewannen v. Holzhausen gegen Bergmann, nachdem derselbe in einer Gewinnpositron einen sofort entscheidenden Fehler machte; Kühn gegen Fuchs, Schmitt gegen Arbach und Orbach gegen Kaltheuner bereits nach 23 Zügen. Remis wurden die Partien Schön- mann-Müller, Gilg-Hussong. Weltkonferenz für praktisches Christentum. Die Weltkonferenz findet unter Leitung des Erzbischofs Dr. S ö d e r b l o m°Apsala in der Zeit vom 19. bis 30. August in Stockholm statt. Auf persönliche Einladung von Dr. <9ober« blom wird wahrscheinlich auch. Reichskanzler Dr. Luther an der Konferenz teilnehmen und zur Frage der internationalen Christentumsarbeit sprechen. Das französische Kunstgewerbe auf der Leiziger Messe. Wie die „Voss. Ztg." erfährt, hätten seit einiger Zeit Verhandlungen stattgefunden, die die Organisation einer französischen Abteilung in der kunstgewerblichen Musterausstellung der Leipziger Messe zum Ziele haben. Ob sich dieser von Paris her angeregte Plan schon bis zur bevorstehenden Herbstmesse verwirklichen lasse, ist noch nicht entschieden. Cs ist jedoch mit Sicherheit damit zu rechnen, daß spätestens bis zur Frühjahrsmesse kommenden Jahres französische Firmen in Leipzig vertreten fein werden. Ertrunken. Rach einer Blättermeldung aus Stockholm kenterte im Kalmer Sund ein Segelboot. Sämtliche Insassen, zehn Jugendliche im Alter von 17 bis 21 Jahren, ertranken. Aus Gotenburg wurden drei Schwestern, die eine Segelfahrt unternommen hatten, vom Gewitter überrascht. Das Boot schlug um und alle drei ertranken. Bei Mannheim ertranken die beiden Malergehilfen Emil Schau! aus Mainz und Hermann Schmitt aus Düsseldorf im Reckar unterhalb der Jungbuschbrücke. Die Beiden hatten in einem Ruderboot eine Spazierfahrt unternommen und fielen beim Platzwechsel ins Wasser. Die Leichen konnten noch nicht geborgen werben. Leichenräuber. In dem Dresdener städtischen Krematorium, bas in dem Dresdener Vorort Tolkewitz liegt, wurden seit Jahr und Tag den Leichen, die zur Verbrennung eingeliefert wurden, von Krematoriumsangestellten die Goldplomben ausgebrochen und bann verkauft. Weiter wurden die Toten ihrer Kleidung beraubt. Auch wurden je zwei Leichen in einen Sarg gelegt und die dadurch eingefbarten Särge verkauft. Vom Dresdener Polizeipräsidium wird mügeteilt, daß die Akten des Kriminalamts über die Vorgänge bereits der Staatsanwaltschaft zugeleitet wurden. Die Anklage ist wegen Diebstahls, Anterschlagung, Betruges und anderer Delikte gestellt. Außerdem wurde gegen eine Reihe von Angestellten Disziplinarverfahren eröffnet. Eine Schuhfabrik niedergebrannt. Am Montagaebnd entstand in der Schuhfabrik Ohr in Pirmasens aus bis jetzt unbekannter Ursache ein großes Feuer, dem sämtliche Gebäude zum Opfer fielen. Drei Feuerwehrleute mußten wegen Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Die Belegschaft von 300 Mann ist brotlos geworden. Hochschulnachrichten. Die politische Bildung der deutschen Studentenschaft. Der diesjährige Deutsche Studenten, t a g wird sich erstmalig in größerem Maßstabe mit der Möglichkeit politischer Bildungsarbeit inner- halb der deutschen Studentenschaft zu befassen Haden. Das Amt für politische Bildung der deutschen Studentenschaft ist auf eine Anregung des Vorstandes im Wintersemester 1924/25 entstanden und hat bisher nur propagandistisch und anregend in der deutschen Studentenschaft wirken können. Es hat sich gezeigt daß in den Einzelstudentenschaften starkes Interesse für politische Bil- dungsarbeit besteht, die besonders bei den Studentenschaften, die sich aus ihrer Grenzland- arbeit heraus stärker mit den politischen Fragen des Grenz- und Auslandsdeutsch, t u m 5 haben beschäftigen müssen, zum Ausdruck kommt. Eine klärende Aussprache in der gesamten deutschen Studentenschaft über die Art und Müg. lichkeit politi her Bildung hat aber bisher noch nicht stattgefunden; es ist deswegen Aufgabe des diesjährigen Studententages, sich eingehend damit zu beschäftigen. Verbandstagung der Vereine Deutscher Studenten. Vom 2. bis 5. August findet in Kelbra am Kyffhäuser die Verbandstagung des Kyffhäu- feroerbandes der Vereine Deutscher Studenten statt, die durch die Feier -des 40jährigen Bestehens des Verbandes besondere Bedeutung erhält. Seit über vier Jahrzehnten treten die V. V. D. St. ein für die Erziehung der akademischen Jugend zu bewußtem national- und sozialpolitischem Wollen. Eine große Anzahl bekannter Politiker und führender Männer aller Berufe sind dem V. D. 6t. entwachsen. Nach dem Kriege war es der Gedanke studentischer Grenzlandarbeit, der von den V. D. St. mit besonderem Eifer ausgenommen wurde. Nie eingestellt auf enge Parteilehren, und so ein Kampfplatz edlen Meinungsstreits um das Wohl von Volk und Vaterland, geht der Verband in sein fünftes Jahrzehnt. Auf der Verbandstagung werden die Alten Herren des Verbandes, Direktor N a d o l n y - Königsberg und Bürgermeister M o ft- Duisburg, über wirtschaftspolitische Fragen, sowie Landesrat H ü b l e r - Graz über die Anschlußftage sprechen. Genfer internationale Ferienkurse. Im September finden in Genf Ferienkurse statt, die von der Fädöration Universitaire Internationale Pour La Sociätä Des Nations veranstaltet werden. Die Kurse behandeln eine Reihe politischer und wirtschaftlicher Probleme. Es wird damit gerechnet, daß an den Kursen 10 000 Studierende feil« nehmen. Deutschland ist in der veranstaltenden Organisation durch die Zentralstelle für stud. Völker- bunbsarbeit vertreten, deren Leitung in Händen von Vertretern pazifistischer, sozialistischer, demokrati- kratischer und linkskatholischer Studenten liegt. Angeblich hat ein Vertreter dieser Zentralstelle auch im vorbereitenden Ausschuß für diese Kurse gesessen. Um so erstaunlicher ist es, daß unter den 31 Professoren und Politikern, die wahrend der Kurse Vorträge halten, nur ein einziger deutscher ist, ein in den weitesten Kreisen unbekannter Herr Roßmann aus Wiesbaden. Wenn die Föderation Universitaire Internationale Pour La Sociötä des Nations glaubt, auf diese Weise in Deutschland Freunde für den Völkerbund gewinnen zu können, irrt sie sich. Jedenfalls müssen alle deutschen Studierenden dringend davor gewarnt werden, an Kurien teilzunehmen, bei denen man anscheinend bestreut ist, Deutschland die Rolle eines Kleinstaates zuzuweisen. Die Zen- tralstelle für studentische Völkerbundsarbeit in Deutschland aber möge sich gesagt fein lassen, daß sie bei dieser Art, Deutschland im Ausland zu vertreten, zwar vielleicht gewisse Geldgeber, aber sicher nicht deutsche Studenten hinter sich hat. Vielleicht läßt sie sich vom Auslandsamt der Deutschen Studentenschaft einmal darüber belehren, wie man die Interessen der Deutschen Studentenschaft und des Deutschen Volkes dem Ausland gegenüber würdig und erfolgreich wahrnimmt. Ferienkurse in Venedig. Die Hochschule für Handelswissenschaft in Venedig veranstaltet in der Zeit vom 1. bis 30. September 1925 Ferienkurse für Ausländer mit folgendem Programm: 1. Italienische Sprache und Literatur. 2. Venedig in Geschichte und Kunst mit Führungen zu Denkmälern, Museen und Galerien. 3. Goldoni und seine Komödien. 4. Geschichte der venetianischen Musik mit Aufführungen im Salome del ßiceo Musicale. 5. Neuzeitliches Italien mit Führung zum Hafen und zu den Lagunen. Die Kursusgebühr beträgt 100 Lire (ca. 17 Mk.). Der Eintritt zu den Musen und Sammlungen ist frei. 60 Proz. Ermäßigung auf der Eisenbahn, so daß z. B. die Fahrt Bremen—Venedig und zurück sich auf 16 Mk. stellt. Volle Verpflegung in der Dornus civica für den ganzen Monat 60 Mk. Minderbemittelte erhalten in der Mensa Uniuerfi- taria für 70 Pf. ein gutes Essen. Nähere Auskunft erteilt das Auslandsamt der Deutschen Studentenschaft. Eine Warnung. Der Rektor der Thüringischen Landesuniver- sität hat eine öffentliche Kundgebung an die ata- deutsche Juged gerichtet, in der es heißt: Es ist in letzter Zeit mehrmals vorgekommen, daß deutsche Studenten ohne die unbedingt erforderlichen Mittel ins Ausland gereist sind, so daß sie nach kurzer Zeit die Mildtätigkeit Privater im Ausland in Anspruch nehmen mußten. Es ist vorgekommen, daß deutsche Studenten nichtdeutsche Besitzer öffentlicher Lokale in den betreffenden Ländern um kostenfreie Nahrung gebeten haben. Durch derartige Vorfälle, die in weiten Kreisen bekannt und besprochen worden sind, ist das deutsche Ansehen, namentlich aber die Achtung vor der deutschen Intelligenz geschädigt worden. Jeder, der gerade in unseren Zeiten in das Ausland reift, muß sich bewußt sein, daß er nicht nur als Privatperson, sondern als Vertreter seines Vaterlandes reift und als solcher gewertet wird. Wettervoraussage. Meist bedeckt, frische westliche Winde, kühler, vielfach Niederschläge. Die Lage des Tiefs ist heute nur wenig verändert, doch hat sich bereits ein Teil des Kerns abgelöst und zieht in nordöstlicher Richtung über Skandinavien ab. Der Hauptfeil dürfte im Laufe des Tages auf dieesr Bahn folgen. Immerhin liegen wir noch im Gebiete der Tiefdruckausläufer und werden morgen mit Niederschlägen rechnen dürfen. Uebermorgen wird dann langsames Aufklären und Nachlassen der Niederschläge erfolgen. 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Zweiter: Iaervi neu-Finnland. Dritter: Halön-Finnland. Hochsprung mit Anlauf, für Sportler: Korpi-Finnland und Aiemi-Finn- land 1,79 Meter: Hei nässen-Finnland, Dttlanen- Finnland und Lippert-Deutschland 1.71 Meter, Heinowitz-Deutschland und Wilde-Deutschland Am Mittwoch, dem 29. Juli, vormittags 10 Uhr, wird auf hiesigem Bahn- hof 1 Wagen mit Backofenteilen (cm vollständiger Kohlenofen mit glasierter Front und Kipprosten) öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Güterabsertigung Laubach (Oberheffem. 3.2.: Koch. 72O9D Bekanntmachung. Durch Beschluß der Stadwerordneten- Versammlung vom 20. d. Mts. ist für die Brandgasie zwischen der Lindengasse und dem Brandplah ein Fluchtlinienplan neu aufgestellt worden. Der Fluchtlinienplan liegt auf dem Stadtbauamt, Gießen. Aster- weg 9, in der Feit oom 29. Juli bis zum 12 August 192, während der üblichen Dienststunden zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen dagegen sind binnen der gleichen Frist bei Meldung des Ausschluffes bei mir oorzubringen. Gießen, den 24. Juli 1925. 7226B Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Seid. SchuhhausHerbert Gießen, Marktplatz 2 7216a kmb in 4.7.1 Minuten vor Butanen-Finnland unb Wagner-Deutschland. 110 Meter - Hürden! aus: Erster: Mattila-Finnland in 16.4 Set vor Käärinäuen» Finnland und WÄS-Deutschland. 3m Länberkampf der Schwerathleten siegte Deutschland vor Oesterreich und Schweiz. Die Sieger im (Boten sind: a) Fliegengewicht : Mutikalnen-Finnland, b) Federgewicht: Berger-Deutschland, c) Weltergewicht: Ander- sin-Finnland, d) Halbschwergewicht. BigusiuS- Lettland. c) Bantamgewicht. Aautianen-Finnland, f) Leichtgewicht: Scherm-^Deutschland. r) Mittelgewicht: Bauer-Deutschland, h) Schwergewicht: IoSberg-Deutschland. 50 Kilometer internationale» Mannschaftsfahren: Oesterreich in 1,25,27 Stunden vor Frankreich und Deutschland. 20 Kilometer internationaler Strastenwettbewerb: Seguet-Delgien in 32.1,4 Minuten vor Fisch-Deutschland und Hana- kam-Oesterreich 10 Kilometer internationaler Strahenwettbewerb: Stoll-Oesterreich in 15.12,5 Minuten vor Mäkäle-Finnland undDeam- sortd-England. An Ergebnissen irn Radfahren vom Sonntag mittag sind nadelt tragen: Entscheidung im 1 - Kilometer- Bahnfahren: Erster: Durand-Frankreich: Zweiter: Imman-England. 2-Kilometer-Bahnfahren: Erster: Durand-Frankreich: Zweiter 3mm.in-England 10-Kilvmeter-Dahnf ähren: Erster: Frvt-Frankreich: Zweiter: Stoll-Oesterreich. Ai Grundbesitz, über die zu gewerblichen Zwecken verwendeten Räume usw. gelten aucy weiterhin. In Preußen. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Di- gesetzliche Miete wird für August von 76 auf 8 2 Prozent der r e_i ne n Friede n s m i e t e e r h ö h t Inden <5ollen. nbmm der Mieter Schönheitsreparaturen selbst über nimmt, ermäßigt sich der Sah um 4 Prozent. Die Blnmenichan des Derkehrs- vereins, die am Samstag mit dem Ergebnis oorgenommen wurde, daß über hundert Besitzer von Blumenschmuck und Vorgarten zur P ramiic- r u n g voraeschlagen werden konnten, hat erneut ge- cigt daß von breiten Streifen unserer Einwohner- schott auf dem Gebiete des Blumenschmucks bisher Leistungen vollbracht wurden, die als vorbildlich bezeichnet werden können. Andererseits darf aber nicht verschwiegen werden, daß ebenfalls große Streife unserer Mitbürger, darunter auch recht wohlhabende, in bezug auf Blumenschmuck noch vieles, ja zum Teil sogar alles zu wünschen übrig lassen. Namentlich in der Ausschmückung der t f entliehen Gebäude und der Hauptverkehrsstraßen, wie Seltersweg. Bahnhofstraße, Frankfurter Straße, Markt- und Ludwigstraße steht unsere Stadt im Vergleich zu anderen gleicher Große und Bedeutung noch sehr zurück. Einige Vorgar- ten, welche Berücksichtigung hätten finden können, mußten bei der Bewertung ausscheiden, weil sie nebenbei zur Gemüsezucht benützt werden. Es sollte als selbstverständlich gelten, daß im Jor< garten der Villa, von der Straße aus sichtbar, Gemüsebeete nicht am Platze sind. Die in den letzten Wochen nod) nachträglich bepflanzten ,zensier konnten vielfach nur deshalb mit Preisen nicht bedacht werden, weil das Wachstum unentwickelt geblieben war. Die besten Leistungen werden spater bekanntgegeben werden. gum Kreisturnfest in Giehen. Bis jetzt sind zum 32. M i 11 e l r h e i n. K r e i s - t u r n f e ft vom 31. Juli bis 4. August inGie h e n rund 16 000 Turner und Turnerinnen aus allen Teilen des Mittelrheinkreises gemeldet. Täglich gehen noch weitere Meldungen in großer Zahl ein. Am Freitagnachmittag werden die ersten Gaste hier eintreffen, die in der Hauptsache aus dem besetzten Gebiet kommen werden. Ebenfalls am Frei- tagnadjmittag gegen 5 Uhr trifft der Sonder z u g der Saarturner hier ein, mit dem etwa 1200 Turner und Turnerinnen aus dem Saargebiet an- kommen. Am Bahnhof findet zu Ehren ber <9aftc ein feierlicher Empfang statt, hieran anschließend wird der Einmarsch in die Stadt unter Vorantritt Hausrat Gießen Lindenplatz 1 Lindenplatz 1 * Auf Teilzahlung! * ßorutM- 2ondesuni°t-' hurmg'schen^" ^ndgebung ° n b $ '"vorgekommen, k irmQl die unbr >n ohne o en Mitte daß lie Ausland « üeulsche Be^e (rtenh» en Ländeln um Durch derawS °nnt und b« M -utschen tzn • unsere ;r, d-- i'Ä l- reift, muß r Indern ® :d. * 9 nur rorn'S 1 rreitse'N^ Dichtung * Pneumette hat mich von meinen qualvollen Fußschmerzen geheilt. Ihre Pneumette hat mich von qualvollen Futz- und Bein- jschmerzen vollständig gehellt und habe dadurch die Halste meiner Lebenskraft zurückerhatten. Die in den Inseraten genannten Bor« züge entsprechen in jeder Hinsicht meinen Erfahrungen mit der Pneumette und sollten Ihre Anzeigen in der Presse für jedermann ein Ansporn sein, es doch mal mit der Pneumette zu probieren. Frau Schw., Mainz-Rüsselsheim. "S1Ä1 "ift ÄÄ: yraflfn deswegen . lschland Freunde für de können, irrt sie sich. Jede> n Studierenden bringet! an Men te/hunehlner 1 beftreot ift, Deutfälaiv. 19 MUMisen. Dir : Mkerdundsardrit c ch Matzt sein lassen, bä ,land im Ausland zu ixr oisse Geldgeber, ober sch hinter sich hat. Aielleiä dsamt der Deutschen cb )er belchren, wie man ii Studentenschast und k lusland gegenüber irürdi- mt. in Venedig, ndelswissenschast in Lei» leit oom 1. bis 30. ve? nfe für Ausländer mi und Literatur. hie und Kunst mü Mseen und Galerien. 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Der unerbittliche Tod nahm uns heute nacht meine inniggeliebte Frau und getreuen Lebenskameraden, mein herzliebes Mütterlein, mein geliebtes, letztes Kind, unsere liebe Schwiegertochter, Schwägerin, Nichte und Tante Frau Margarethe Wetter geb. Marx 32. Mittelrheimsches Kreisturnfest in Gießen. Iu dem am 3. August d. I., nachmittags 1 Uhr, in der Festhalls stattfindenden Festessen (trockene Gedecke Mk. 2.50) laden wir hiermit die gesamte Bürgerschaft ein. — Einzeichnungslisten liegen bis zum Freitag, mittags 12 Uhr, bei C. Lang, Marktstr. 4, und R. Grünewald, Bahnhofstr. 27, auf. W lOo Nähr®die Nerven Ihr Leben bringt ftändig Aufregungen mit «ich Spüren Sie den Zerfall ihres Nerveüsyftcms ? E« rächt »Ich, wenn Sie dem Gehirn die Nahrung, die e» braucht, länger versagen. »Doppclhcrz» ift einzig bewährt und anerkannt gegen Schwächere ftändo aller Art,bei Nervenschwäche und zurBlut- rcgoneration, bei Schlaflosigkeit, Blutarmut und Bleichsucht, bei nervösen Magcnlc idcn, Kopfschiu Lungenleiden und Lungenentzündung, nach den Wochenbett, für ältere Personen, wie für alle,di »ich »chwach und elend fühlen. Probeflasche M. 1.80, Origmalflascbe M.2.— u. 3.50 Auf Reisen oder wo man Doppelberz flüssig nich- nehmen kann, verwende men Doppelherz Leci thin-Dragees, welche die wirksamen Bestandteile von Doppelherz in konzentrierter Form enthalten Dose ><• ark 1.50. Zu haben in Apotheken u.Drogerien bestimmt bei Karn, Schuisiraße; Neustadt-Drogerie Noll, Neustadt 28; Seibel, Frankfurter Straße 38; Wlnterhoff, Kreuzplatz 9/10. 6144D 7236c Der WirtschnstseAusschuH. V. f. B. ZenfterWen! 06267 Sie erkennen daran die Güte meiner Blumendünger! Donnerstag, den 30. 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Juli 1925, nachmittags 3 Uhr versteigere ich im „Löwen", Neuenweg, in Gießen, aus einem Nachlaß im Auftrage des Herrn Rechtsanwalts Luley in Gießen gegen Barzahlung folgende Silber-, Gold- und Wertgegenstände: a) 12 silberne Eßlöffel im Etui, 12 silberne Kaffeelöffel im (Etui, je einzelne silberne Eßlöffel, Kaffeelöffel, Gabeln, Suppenlöffel, Salatbesteck, Zuckerstreuer, Teesiebe, je 6 silberne Dessertgabeln und -rneffer, 2 silberne Fleischgabeln. b) versilbert: 1 Kaffeekanne, 1 Milchkanne, 1 Zuckerdose, 1 Salzgestell, 1 Körbchen mit Glaseinsatz, 5 Messer, 2 Gabeln. c) 1 goldene Damenuhr, 1 goldene Uhrkette, 1 Doppelnadel - Amethyst -, ein Amnethystkreuz mit Kette, 1 Ring mit 2 Perlen, 1 Brosche versilbert, 1 Onyx- Ring, 2 schmale Nadeln mit Korallen, 2 Broschen-Kamee, 1 fünfteilige Granatkette mit goldenem Schloß, 1 goldene Brosche mit echten Perlen, 1 goldene Brosche ohne Steine, 1 Bernsteinbrosche, 1 Granatbrosche, 1 Hornbrosche, 1 Korallenkreuz, 1 schwarzes Armband. Dern Gerichtsvollzieher in Gießen _____________Steinstraße 13.__ Redegewandte Damen und Herren mit bester Garderobe für leichten Reisedienft Provision gesucht. Zu melden om DienStaa, dem 28. Juli. abends ab, im Restaurant „Tann bauser", Frankfurter Str. 83. 06257 32. Wime«« AeiÄM Für den Ausfall des Schwimmens am vergangenen Samstag infolge schlechter Witterung findet das MArMiisifl M Mitllvos, 29. jaii 1925, MÄlkW 9 Hör, in her Bfioerlöjeti Büöeanltalt statt. Für Wettkämpfer Eintritt frei. Abschwimmen aus der Wasserlage 50 Meter beliebig. Meldungen werden dortfelbst noch angenommen. 7206c Der Turnausschuh. 32. liltwitts SrtWL EmpsangderTurner und Festzug ß Alle Schüler, die sich als Aerz flick Genau passende elegarxle Stiefel. Gesunde Füße, verbürgt smd die gesundheit- Ifctxerx Vorzüge des _ ,Chaoa6a* rm Maßsystems D.R.P. KSXfl Niederlage: Schuhhaus Herbert Gießen, Marktplatz 2 neben der Engelapotheke, 7215a Ihre Verlobung geben bekannt Liesel Franz Otto Schneider stud. forest. Leutnant a. D. Gießen Juli 1925 Lauenburg ((Elbe) betätigen wollen, werden hiermit aufgefordert, am Donnerstag, nachmittags 6 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten sich einzufinden. M.T.B.undT.V.1846 Heute Dienstag und morgen Mittwoch MIHolM Polaks Holland. Puddinge wie Kerst, Cumberland, Mocca usw. Ich lade zur Kostprobe fcöfL ein und empfehle die Ortginalpäckchen zu 15, 20, 25, 30 und 40 Pfennta. [06278 Georg Wall nfeis gegenüber der 6c«orf ivotbeFe. Bauerscher Gesangverein lE’v’> Heute abend Singsiillide vliS MigeBespreAng Suche für sofort 2 tüchtige junge Herren zum Besuche von Privatkundschaft gegen hohe Provision. Schriftliche Angeb. u. 06251 an d. Gieß. Anz. Em tüdjt, selbsland. gOBOIlOt- BBÖ öVelgehllse gesucht. 72070 Carl Haas, Bleichstr. 21. Wir suchen zum Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften an den Festtagen einige zuverl. gewissenhafte Leute. 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Neueröffnung! Cafe Hebstreit Frankfurter Straße Mittwoch, den 29. Juli 1925: Abend-Konzert Gleichzeitig gehe ich meiner werten Kundschaft bekannt, daß ich mehre Konditorei wie seither weiterführe. Emst Hebstreit. Die Restbeslände «MiM Herren-Kragen Dauerwäsohe Sport-Vorhemden Oberhemden Krawatten Strumpfwaren Kinder-Socken Kinder-Wäsche Handschuhe Gamaschen Kinder-Schürzen Seidene Unterkleider Turner-Hosenjacken Kinder-Kleider um vollständig schnell zu räumen spoilbillig. Günstig für Wiederverkäufen S. Katz früher Kaufhaus Katz Seltersweg 81 Hinterhaus v. Schuhhaus Magnus,Eingang durch den Hausgang. Verkauf 4—7 Uhr nachmittags. Eine Komb. Fräsmaschine billig zu verkauf. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 06269 Kill ElvkMMll u. leichter zweirädriger Karren zu verkaufen 06274 Heuchelheim. 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Mts., vorm. v. 8—12 Uhr statt ' Vereine ack bei ii?e «fcitoP es auf Ille- lee m a» Hier eS 69 Aus der Provinz Landkreis Gießen. , freiten, und die vor allen Dingen Den 4>cranltai- itm des Iugendfestes dankte, fanden noch Spiele in Freien statt, an denen jung und alt sich 'reute. Unter Musikbegleitung zog man dann i.in Dorse, too sich der Zug auflöste. iu aber Die« -lob' iliel KrciS Friedberg. sf. Friedberg, 27. Juli. Die Studierenden 5hi hiesigen Polytechnikums haben vor Be- < m der Herbstserien unter Führung des Direktors irt» der Dozenten noch zwei größere wiss e n- !ü> östliche Exkursionen angetreten. Die nie, an der nahezu hundert Studierende teilnahmen, ii nach Hamburg und Kiel gegangen, dort feilen hauptsächlich die Werftanlagen und sonstige i.d)iii|d)c Werke besichtigt werden. Die andere mit nzefahr 60 Teilnehmern geht nach dem Süden, hier k'Idm die Besichtigung des Walchenseewerkes und ks deutsche Museum in München die Haupisehens- iibigfcit. L Butzbach, 26. Juli. Die Beisetzung des so . Hlich aus dem Leben abberufenen Rektors >:1 3 r d) legte Zeugnis ab von der Anhänglichkeit, ^Kundschaft und Anerkennung, deren sich der Ber- ' nbenc in allen Kreisen der Stadt Butzbach sowohl Sda auch der näheren und weiteren Umgebung er- •icute. Ein Trauerzug von einer Länge, wie er b ter nur ganz selten in Butzbach gesehen ward, aib» dem Berstorbenen das Geleit zu seiner letzten '.hleftältc. Leider brach kurz nach der Ankunft auf Salzhausen geplant. Die neue Autolinie soll über Gonterskirchen und Ulfa gehen. Der Plan findet hier viel Sympathie. Kreis -Ilsfeld. m. Flensungen, 26 Juli. Das für heule vorgesehene Jugendsest konnte infolge bet niedergehenden Gewitter nicht, wie geplant war. aus dem Flensunger Kops abgehalten, sondern mußte in den Reitzschen Saal verlegt werden. Die Beteiligung der Erwachsenen an dem Fest war eine gute. Aach dem Schülergesang: „Geh aus mein Hetz und suche Freud', hielt Lehret Fischer eine Ansprache, in der et auf die doppelte Bedeutung des diesjährigen Jugend- fesieS näher einging, das auch nach dem Ausschreiben der obersten Schulbehörde zu einet Jubiläumsfeier der Rheinland« aus- gestaltet werden solle. Aach der Ansprache lang die Bersammlung stehend daS Deutschlandlied. Es folgten noch Gesänge und Gedichtvorträge der Kinder. Spiele und Spiellieder derselben trugen sehr zur Unterhaltung bei. Zum Schluß dankte Lehrer Bach allen, die zum guten Gelingen der Feier beigetragen hatten und brachte ein Hoch aus auf den deutschen Rhein und daS deutsche Balerland. m. Ilsdorf, 26. Juli . Mehrere Gewitter gingen am heutigen Sonntagnachmittag über unser Dörfchen nieder, die heftige elektrische Entladungen und Harle Regengüsse brachten. Der B l i h schlug in daS Transformatorenhäuschen der Erzwäscherei und entzündete daS Dachwerk. Kreis 2Sctzlar. e. Dornholzhausen, 26 Juli. Gin Au 1 ounfall ereignete sich am hiesigen Dorsausgange nach Rieberklee n Die Althändlerin Witwe Steinbach von hier passierte mit ihrem mit drei Personen belehren Pserde- suhrlvcrk die Straße nach Aiederkleen, als ans der entgegengesetzten Richtun ein Bersonei.aato gefahren kam. Dadurch, da') der Wagenführer an der unübersichtli en Strostenbiegung fein Warnungssignal gegeben haben soll, konnte das Pferdefuhrwerk beim Erblicken des Autos nicht mehr genügend ausweichen, so daß das letztere von der Seite in den Wagen hineinfuhr. Der eigenem Wege vorwärtsschreitend, hat sie hier wie auch anderwärts im letzten Konzertwinter ihrem Aamen neuen, reichen Klang erworben. Sie steht als Schulgeigerin vermittelnd zwischen älterer Tradition und neuer Zeit. Hnö bann Szigeti. der Größten einer; wenn es auch damals nicht gelungen war, Serkins Partner für Gießen zu gewinnen, so sprach doch hier ein Gleicher zu uns, vielleicht an manchen Stellen Adolf Busch überragend. — Mochte auch das Westdeutsche Trio an sich nicht jeden voll befriedigen, so brachte es uns doch die Bekanntschaft mit Hugo Kauns klangschönem c-moll-Trio Das Konzert des Arnar-Quartetts stand im Zeichen der Moderne und gab Gelegenheit, sich mit ihr auselnanderzuseyen. Da zeigte sich schon bei Hindemith in dem Betonen der strengen Form ein Weg zur Gesundung. ein Lösen von den Einflüssen der letz- len Jahre. Daß Debussys x-moll-Quartett so starken Eindruck hinterließ, beweist, daß die Ereignisse von Jahrzehnten einem Werke den Weg bereiten können. Rudolf Serkin ist unter den jüngeren Pianisten mit der bedeutendste. Die letzte Kon- zertsaison wurde ein Siegeszug für ihn. überall, wohin er tarn, wurde er bejubelt Er steht in völligem Kontakt mit dem Schaffen der letzten Vergangenheit, weiß aber auch klassischen Werken bet aller Stilgemähheit em neues Licht zu geben, in allem ist er groß; alle« liegt ihm; alles wird ihm zur Musik. Selten gehörte Kammermusikwerke in erlesenster Ausführung brachte die Darm- städter Bläservereinigung; eine Veranstaltung. die weniger vor neue Probleme stellte, ati daß sie gute Musik erleben und zur Freude werden ließ. Das Auftreten von Frau Pos-Carlo- forti stand unter dem Einfluß der Entwich- efl: 'm- selbst gebt in der Besserung der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse Hand in Hand. Allerdings haben sich hier und da die Maßstäbe geändert. Mehr denn je fällt der Kontrast gegen früher in die Augen, und mancher wird Enttäuschungen erleben. Die Künstler haben sich auch toeitcrenttoidelt, vielleicht aber zu einseitig, ein Zwiespalt zwischen Wollen und Können tritt schärfer hervor und führt für einzelne zum Verhängnis. Vor wenigen Wochen erlebte ich einen solchen Fall bei einer Jnstrumentalsolistin, die, einst von internationalem Rus, jetzt nur noch ein schwacher Abglanz von dem war. was sie einst galt. Titta Ruffo, Earusos einstiger Partner, enttäuschte aUe bei seinem letzten Auftreten in Berlin. Zudem kam durch die Inflation eine iln- stetheit der Konzertverhältnisse dazu. Die Prominenten waren nur an bestimmte Orte gebunden; eine Verpflichtung für bestimmte Termine war schlechthin unmöglich, oder nur bei günstigem Zufall durchführbar. Unter den Künstlern aber, die wirklich kamen, waren oft solche, die die Konjunktur auszunuhen wußten, — und von der Kriegszeit her an Ersah gewöhnt. war man es zufrieden. Aber die Festigung der wirtschaftlichen Verhältnisse hat auch da Wandel geschaffen. In der Reichshauptstadt war es so. daß die Aachsaison dieses Jahres die größten Ereignisse brachte. Von diesen Gesichtspunkten aus gefehen. bc- toegten sich die Darbietungen des Konzertvereins in einer aufsteigenden Linie. Wo nicht ganz den Anforderungen entsprochen wurde, erklärt es sich aus den Erfahrungen der letzten Jahre. Kammermusikveranstaltungen werden meistens in den Mittelstädten den Hauptanteil davontragen. Was hier davon geboten wurde, war erlesen. Riel« Queling, eine Werdende, die aber schon viel zu sagen bat; auf les. Wilton ^Minder, Sammldna M) die $olt- nfiS!ationen ■ Moribund in 7ltun9 der He- 'n Amsln- ^ldspenden bei ^^beschreiben, beauftragte des ,etf: Geldlotterie Vertriebs- E 1925, 2lug. Etriebsgebiei. wrkl?°Al>M^ KseloW *; Je! len i3. i en: st***' ÄS M JjRsftj wä «rn/ ^SÄnnefJ «ödet N»" 'K stati- “ 31. «Alid- Gießener Konzertverein. Rückblick auf die Kouzertsaisvu 1924/25. IDie in der Politik, brachte der Rovember- imlturz von 1918 auch für die Kunst einen sihrn Wechsel mit sich. Wie man sich im po- llii'chen Geben nur von Theorien leiten ließ, ihre Fühlung mit den realen Verhältnissen rart wollde sich eben durchsetzen —, so gab es tu«ch in dem Gebiet der Musik ein Konstruieren, ii» gewaltsames Erzwingen von Idealen, wenn • an von solchen sprechen kann. Man tooUte ch.ifsen. — aber unterschiedlich von dem 33er* jj-genen, man wollte geistvoll, ausdrucksvoll Un und kam zur völligen Abstraktion von illlnn Realen und nahm so dem Kunstwerk das, bai8 ihm die Wirkung verleiht, — das Leben. 61 att daß man im Erleben des Künstlers daS i't ben als solches in gesteigerter Form erblickte, bn die große Trennung zwischen Kunst und le ben — und jetzt, nach einer Reihe von Jah- k-r, zeigt sich von selbst die Wirkung: Die ,ifl, das in erster Linie unseren Kindern und trtn Eltern gehörte, einen sehr schönen Verlauf. i. Ettingshausen, 27. Juli. Heute fand ft unserer Gemeinde ein Iugendfest, ber» Y nben mit Rheinlandfeier, statt. Um • ilfrr zogen die Schüler und die Vereine nach ten an der Hardt gelegenen Gemeindevlahe. fr Vorsitzende des Schulvorstands, Lehrer Möll. begrüßte nach einem Liede der Schulst der die Erschienenen und zeigte mit Hinweis flj die Geschichte, wie der Rhein der deutsch? k:rc>m war. und wie er es bleiben müsse. Der 51 tmer gedachte des Loses der AuSlanddeutschrn, t. jetzt, ohne den Schutz eines starken Heimat- siides hinter sch zu haben, viel leiden mühten, fie Ausführungen klangen aus in Ermahnungen i.r Einigkeit und Treue gegenüber dem Dater- Lite. Begeistert stimmten die Hörer in das f^d> ein. das dem deutschen Vaterlande galt, jvr Gesang des Deutschlandliedes schloß sich an liefe Rede an und leitete über zur weiteren iP-icr. die einen Wechsel bot von Chören des • ;bringnereinö ..Konkordia", Liedern und Dor- niflcn der Schüler, unter denen besonders das Tc5rchenstück „Schneewittchen und die sieben i-ftgc“ gefiel, das von Lehrer Simon gut i ifleübt war und von den Kindern flott gespielt ,5jTbe. Rach einer Schlußansprache des Orts- jf^rrer«. der den Wunsch aussprach, daß h.dfre sinnige Feiern der Festseuche, unter der jetzt ukr Volk vielfach leide, entgegenwirken möge. <Ä> 4 S c Banknoten. (Nachdruck verboten.) Sortierung. £ c r. d «e itM € A 4 H* 6 Berliner (Eigener Drahtbericht des Schwurgericht Gießen. ' Gießen, 27. 3uli. Unter Ausschluß der Oeffenttichkcit wurde gegen das Dienstmädchen H. 6t. von Straßebersbach wegen Kindesmords verhandelt. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirek- tor ® r a m e r; die Anklage vertrat Staatsanwalt Fischer, als Verteidiger war Rechts- anwalt Schneider erschienen. Die St. wurde mangels ausreichenden Beweises fretgefpro- chen, da die Todesursache und damit ein strafbares Verschulden der Angeklagten nicht mit Sicherheit festzustellen war. so wenig als möglich Zuhörer verträgt. Es war nun gerade nicht ihr Gewissen, mit dem Gabby zu sprechen wünschte, aber sie hatte andere, schwerwiegende Gründe, um eine Weile ungestört zu sein. Wie sie da auf der Gartenbank im langgestreckten Schatten des östlichen Schlohflügels sah, sah sie sehr energisch aus, aber auch schon etwas optimistischer, als an jenem Tage, da sie ihre lange und bisher recht undankbare Expedition begonnen und ihr erhitztes Gesicht in einem Konditoreispiegel erblickt hatte. Gabby resümierte die Ergebnisse ihrer Untersuchungen: Erstens: Fob befand sich zwar noch immer in einem Zustand nervöser Erregung, aber ein empfindliches Instrument hätte schon ein langsames Steigen zu einer ruhigeren Stimmung registrieren können. Dies war Rümmer eins, ein wenig ermunternd, an und für sich, aber ohne größere Bedeutung. Zweitens: Gabbhs und Fobs unvermutetes Zusammentreffen mit Horace Milltorp am gestrigen Tag. Dies hingegen war nach Gabbys Meinung das Bedeutungsvollste, was sich ereignet hatte, seit sie ungebeten und ohne Dank ihre Person in den Vordergrund jener Bühne gestellt, hinter deren Kulissen vermutlich Verschiedenes vor sich ging. Sie und Fob waren aufö Geratewohl auf die Felder hinausgewandert und gingen den kleinen Weg, der sich wie ein Bächlein von der breiten Straße weg nördlich um den Schloßgraben schlängelte. Fob war übelgelaunt und verschlossen, Fräulein Fob Roman von Anders Eie. Turnen, Sport und Spiel. Lahn-Dünsderg-Gau. )( Mainzlar, 27. Juli. Anläßlich des 20 = jährigen Bestehens des hiesigen Turnvereins fand hier gestern das S ch ii l e r w e t t- turnen des Lahn-Dünsberg-Gaues statt. Um 8 Uhr morgens begab sich der Turnverein mit einigen Schillerriegen zum Friedhof, wo am Denkmal für die Gefallenen nach einer Ge- bäu .aisrede ein Kranz niedergelegt wurde. Zum darauffolgenden Wetturnen traten 260 Schüler an. Geturnt wurde an Reck, Barren, Pferd sowie Weit- und chochsprung. Die schönen Leistungen bewiesen, daß recht fleißig zu diesem Wettstreit geübt worden mar. Die ersten Preisträger waren: 1. Preis W. Wagner, Allendorf a.d. Lda., 117 Punkte: 2. W. Grote, Lollar, 114 P.; 3. W. Schwarz, Allendorf a.d.Lda., 111 P.: 4. Erich Seipp, Lollar und W. Brückei, Haufen, 110 P.: 5. Ludw. Hofmann, Dau- bringen, Karl Klein, Lollar und Adolf Rolshaufen, Launsbach, 109 P.: 6. Otto Speier, Wißmar und Oskar Bauer, Allendorf a. d. Lda., 108 P.: 7. Hch. Klein, Lollar, W. Düll, Alten-Bufeck und R. Hahn, Kroßen-Bufeck, 107 P.: 8. Rolf Grieb, Rodheim. 106 P.: 9. Waldemar Kuhl, Kinzenbach und Erich Scheid, Großen-Bufeck, 105 P.; 10. Ehr. Schwarz, Allendorf a. d. Lda. und Deibel, Lollar, 104 P. Den Wanderpreis im Stafettenlauf (600 Meter) gewann Großen-Bufeck. In einer Ansprache des Gauoorfitzenden, Säubert (Wiefeck), ermahnte dieser die Schuljugend, immer fleißig weiter zu turnen, Eltern und Lehrern zu gehorchen. Zur Verfchönerung des Schüler- turnfestes trugen bei: die Damenriege Wiefeck, die durch ihre geradezu glänzenden Leistungen an Sorten und Pferd sowie durch ihre prächtigen Reigen aufrichtige Bewunderung bei den zahlreichen Zuschauern hervorrief. Der Gesangverein Mainzlar erfreute die Anwesenden durch einige schöne Ehöre, lind der Radfahreroerein Mainzlar durch Reigenfahren. Den Schluß bildete das Wurstschnappen der Schüler auf der geräumigen Festwiese. Berlin. 27. Iuli. Dre Börse eröffnete zunächst in zögernder Haltung bei freundlicher Stimmung. Bald trat jedoch ein Tendenz-Um- schwung ein, da allgemein bei der Dörsen- Spekulation Deckungsbedürfnis bestand und da ferner mit Rücksicht auf gewisse Erwartungen in der Frage der Hilfsmaßnahmen für den Ruhrbergbau von, außen her einige Kauf- orders f ü r Montan werte vorlagen. Von diesem Marktgebiet nahm die Befestigung chren Ausgang, was dadurch zu erklären ist, daß gerade diese Kurse seit Monaten die stärksten Rückgänge aufzuweisen hatten. Man hat wohl auch Hoffnungen auf eine eventuelle vorübergehende Absahbelebung derKohlen- zechen infolge des angeiünöigten englischen Bergarbciterstreikes. Für einzelne Montan- werte sah man seit langer Zeit zum ersten Male wieder Pluszeichen. Die Tendenz der habe, Und eines schönen aTges werden sich meine Ideenaiioziaiionen klären, und da werden Sie über Ihre falsche Bescheidenheit und Ihren Mangel an Erinnerung erröten.“ Die Frage fand also bis auf weiteres keine Losung, aber das war gleichgültig. Die Hauptsache war, daß Fobs Humor in Milltorps Anwesenheit um einige Grade gestiegen war und daß dieser — das erkannte Sabbd ohne größere Zeichen und Wun er — vom lebhaftesten Verlangen beseelt war, Fob zu helfen. Hier wurden Gabbys Gedanken an das Vor- gefallene durch einen Laut unterbrochen, der die Vormittagsstille schrill durchbrach. Es war das grelle Tuten eines Autos. Gabby erhob sich und sah es in ratender Fahrt gegen das Schloß fahren. Was war der Grund dieser un° erhörien Eile? Jetzt kommt Fob gelaufen. Sie ist blaß und voll böser Ahnungen. Sie beherrscht sich aber und sagt ruhig zu Gabby: „Ich fühle es, das kann niemand anderer sein als Harrys" Fob halte recht behalten. Als das elegante Auto in einer Wolle von Staub und Rauch in den Schloßhof sauste, sprangen zwei Passagiere heraus: es war niemand anderer als der Herr Bankier Fellips selbst und sein liebenswürdiges Werkzeug, Herr Iames Keyler. Beim Anblick des Letztgenannten erlitt Gabby nahezu einen Chok. Es gab keinen Zweifel, — sofort hatte sie ihn wiedererkannt, diese dunklen Augen, dieser kohlschwarze Schnurrbart, diese südländische Fassade gehörte dem Herrn, 3der sie eines denkwürdigen Tages auf der Hotelavenue belästigt hatte. Herr Fellips stellte vor. Er selbst war überlegen und verriet nicht mit einer Miene, was er über die Anwesenheit Fräulein Dnlerofts auf Warminge dachte. Viel weniger konnte aber Keyler Herr der Situation genannt werden. Unbarmherzig feuerte Gabby einen giftigen Pfeil nach dem anderen ab. Sie tat das so geschickt, daß fein anderer als nur Kehler die Anspielungen auf ihre frühere, von ihm jetzt bitter bereute Begegnung verstehen konnte. Es war ihm daher eine große Erleichterung, als ! Herr Fellips seine Gäste zu einem kleinen, rasch I improvisierten Lunch in das Haus bat. Börse. „Gießener Anzeigers".) was Gabby veranlaßte, von ihren größeren Aufgaben abzusehen und sich darauf zu konzentrieren, Fob ein wenig auszumuntern und zu unterhalten. Es ging ganz gut, und gerade da führte ein glücklicher Zufall ihr nachmals Horace Milltorp in den Weg. Er grüßte und zögerte, an ihnen vorbeizugehen. Gabby sah, daß er im Zweifel darüber war, was die Situation erforderte. Schließlich wartete er aber gar keine weitere Einladung ab und begleitete die Damen. Und jetzt traf aber etwas ein, das — wie sie jetzt y ‘o fWS K '5 C._S Hl । auf der Gartenbau! saß und nachsann, — immer noch als ein ganz großes Fragezeichen vor ihr stand. Die sonst so zurückhaltende und zugeknöpfte Fob verlor auf einmal ihre schlechte Laune, die Gabby einen ganzen Vormittag zu verscheuchen versucht hakte, irgendwas ganz Deues ergriff von ihr Besitz, das Gabby nicht gesehen, feit sie ihre verlorene Freundin toieöer>efunöen, und ihre Stimme befant einen anderen, viel lebhafteren Tonfall. Es mußte mehr fein, als der plötzliche Zwang, mit einem Herrn ein höfliches Gespräch zu führen. Derlei wäre Fob sonst vollständig gleichgültig gemeßen. Horace sprach gewandt von allem möglichen, und Fob war tatsächlich für einige Minuten wieder das fröhliche, spöttische Mädchen von ehedem geworden. Gabby wurde natürlich von neuen Hoffnungen erfüllt. Da blieb Fob mitten im Gespräch stehen, legte die Hand auf Milltorps Arm und sagte: „Ieht muß ich es aber endlich heraussagen. Wir haben uns doch früher einmal schon getroffen, Sie und ich, aber wo war dies nur und wann?" Horace überlegte einen Augenblick. Die Frage kam ihm nicht ganz unerwartet, da er aber Fob unter keinen Bevingungen verraten wollte, spielte er ein wenig Komödie. Man begegne so vielen Gesichtern. Das eine oder andere bleibt in der Erinnerung haften, und wenn man es bann wieder sieht, beginnt man nach Ideenafsoziationen zu suchen. Wenn jetzt Frau Fellips seiner Wenigkeit so schmeichelhaft gedenke, so rühre dies sicher nur von irgend einem Erinnerungsbild her, das in einem Straßenbahnwagen, einem Restaurant oder irgendwo entstanden sei. übrigen Gebiete wurde von dieser Lage des Montanmarktes in günstigem Sinne beeinflußt, so daß das Bild bei Beginn der neuen Woche insgesamt freundlich toar. Schwächer lagen eingangs nur einzelne Montanwerte und Spezialwerte, namentlich Kohlenwerte infolge ungünstiger Blättermeldungen über die Lage der betreffenden Werke und die weiteren Aussichten dieser Unternehmen. Die Lage des Geldmarktes zeigte trotz des herannahenden Ultimos feine erkennbare Veränderung. Man verlangte für tägliches Geld 8 bis 9’/2 Prozent, für Monatsgeld 10 bis 11 Vs Prozent, Geld einige Tage über den Ultimo hinaus .11 bis 12 Prozent. Am Devisenmarkt trat bereits am Samstag entsprechend den schwächeren Reuyorker Meldungen eine Abschwächung des Pfundkurses ein. Der Kurs bewegte sich heute auf der Samstag-Basis und stellte sich gegen Kabel etwa auf 4,853/.i- Die Mark war dem- entsprech-end in London etwas befestigt mit 20,40. Amsterdam 59,30, Paris 5,04' '_>. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers.) Frankfurt a. M., 27. Iuli. Es notierten: Weizen (Wetterauer) 24 bis 24,75, Roggen (inländischer 21,50 bis 22, Hafer (inländischer) 20,50 bis 23,50, Mais (gelb) 21,50 bis 22, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0). 37,75 bis 38,25, Roggenmehl 30,50 bis 31,50, WÄzenkleie 11,90 bis 12,25, Roggenkleie 12,50 bis 12,75, Erbsen 27 bis 32, Heu (süddeutsches, gut trocken, neue Ernte) 8,50, Weizen und Roggenstroh 4,50 bi- 5, Treber (getrocknet) 19 bis 20. Tendenz? Eher fester. Frankfurter Schlachtdiehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Iuli. Auftri^: 1363 Stück Rinder, darunter 475 Ochsen, 52 Dullen, 841 Färsen und Kühe; 387 Kälber. 135 Schafe. 3035 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen.' Dollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 58 bis 65. mäßig genährte junge und gut genährte ältere 48 bis 57; Dullen: Dollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 55, vollfleischige jüngere 43 bis 48, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 38 bis 42; Färsen und Kühe: Dollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 56 bis 63, vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts biS zu 7 Iahren 50 bis 58, wenig gut entwickelte Färsen 46 bis 55. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 39 bis 49, mäßig genährte Kühe und Färsen 26 bis 38, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 25. K älber: Feinste Mastkälber 72 bis 78, mittlere Mast- und beste Saugkälber 60 bis 70, geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 58. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 56 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 36 bis 40, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) bis bis 30. Schweine: Dollfl. von 80 bis 100 Kg. 88 bi» 90, unter 80 Kg. 82 bis 87, von 100 bis 120 Kg., von 120 bis 150 Kg. und Fettschweine übet 150 Kg. 88 bis 90. unreine Sauen und geschnittene Eber 75 bis 82 Mk. Markt verlauf: Langsamer Handel, geringer Ueberstand. Berliner Produktenbörse. D e r l i n, 27. Iuli. Der Produktenmarkt hatte weiter ruhiges Geschäft, ohne nennenswerte Umsätze. Es notierten für je 1000 Kg.: Weizen (märf.) 245 bis 245.50, Weizen (Iuli) 267.50 bii 266, Weizen (September) 253, Weizen (Oftobp.-/ 255 bis 254.50, Roggen (märf.) 198 bis 202, Roggen (Iuli) 212 bis 210.50, Roggen (September) 204 bis 202, Roggen (Oktober) 208.50 bis 207.50, Futtergerste 198 bis 212, neue Wintergerste 187 bis 195, Hafer (Juli) 188, Hafer (September) 191.50 bis 191, Hafer (Oktober) 194.50, Mais lloko Derlin) 215 bis 216, Raps 345 bis 350; für je 100 Kg.: Weizenmehl 33.00 bis 35.25, Roggenmehl 27.50 bis 29.50, Weizen- fleie 13.50, Roggenkleie 13.60 bis 13.70, Viktoria- erbsen 27.00 bis 33.00, kleine Erbsen 25.00 bis 26.50, Futtererbsen 23.00 bis 26.50, Peluschken 23.00 bis 26.50, Ackerbvhnen 24.00 bis 26.00, Wicken 26.00 bis 28.00, Lupinen (blau) 12.00 bti 13.50, Lupinen (gelb) 15.00 bis 16.50. Rapskuchen 16.80 bis 16:90, Leinkuchen 23.20 bis 23.40, Trockenschnihel 12.00 bis 12.20, Torfmelasse 9.75, Kartoffelflocken 26.00 bis 26.20, Zucker 21.80 bis 22.00. aktien. Der Strombezug ist im letzten Iahr um Hi/. Proz. gestiegen, die Tarife konnten ermäßigt werden. • Barmer Bankverein. Wie die „Kölnische Zeitung" aus sicherer Quelle erfährt, haben 6em Barmer Bankverein nahestehende Geschäftsfreunde und Aktionäre ein Restpaket von rund nom. 3,8 Millionen Mark Aktien dieser Bank, das sich im Besitz der Firma Hugo Stinnes befand, angekauft. Damit sind sämtliche Aktien des Barmer Bankvereins, die seinerzeit von der Firma Stinnes erworben worden waren, wieder in die Hände des allen Aktionärkreifes der Bank übergegangen, die in jeder Richtung ihre Selbständigkeit wieder erlangte. Wie die „Kölnische Zeitung weiter hört, ist der derzeitige Geschäftsgang bei der Dank zufriedenstellend. Es wird mit einem ähnlichen Ergebnis wie im Vorjahr, wo 8 Prozent Dividende verteilt wurden, gerechnet. * Italien übernimmt 500 000 T. polnische Draunkvhle. Wie der DHD- erfährt, sind zwischen Italien und Polen Verhandlungen im Gange wegen Lieferung von jährlich 500 000 T. Braunkohlen aus den polnischen Gruben. Die polnische Regierung hat bon der österreichischen Ausnahmetarife für diese Lieferungen auf den österreichischen Dahnen erbeten, die aber zunächst abgelehnt wurden. Polen soll daher beabsichtigen, die Transporte über Danzig auf dem Seewege nach Genua zu leiten. Börsenkurse. Als Gabby und Kehler einige Schritte hinter den an-e en die Treppe zum großen Tor hinauf- ginget, sagte Gabby zu Keyler: „Sie verfolgen wenigstens Ihr Opfer mit Konsequenz, mein Herr." 1 Dann schritt sie hastig an ihm vorbei in die Halle. Jetzt sind Sie mir überlegen, Mademoiselle," sagte Keyler zu sich selbst, „aber — wir haben das Ende noch nihi gesehen!" Der Lunch im altertümlid en Speisesaal verlief ganz spannend. Alle spielten einander mehr ober r. eniger Komödie vor Und jeder war davon überzeugt, daß der andere wußte, er spiele .Komödie. Herrn Keyler fiel die unbedeutendste Rolle zu, obwohl es dem außenstehenden Betrauter erschien, als ob das Gegenteil ber_ Fall wäre Er saß da, sehr mit de;i Essen beschäftig!» und dachte o gründlich über die Antworten nach» mit denen er Gabbys Hie e parieren sollte, M- er bis auf weiteres überhaupt nicht dazu kair^ etwas zu sagen. Die Hauptrolle spielte dec elegante und liebenswürdige Wirt selbst, Hew Fellips. Er gab einen gewandten Lustspiel«' raifonneur, vollkommen denen bewußt, daß ec alle Drähte in der Hand hielt, das Tempo dev Dialoges und den '.n'gang des Ganzen ,-,u bestimmen haste. Während Herr Keyler Inspira- tion in einer !.,anz beträchtlichen Anzahl voi Gläsern Cyampagner suchte, tränt Herr Fettig in ausgesuchter, aber eiskalter Höflichkeit na» rechts und links u. Mit ganz besonderer Boi" beit wählte er die Worte, die er über den Tisl hinweg an Fob richtete. Sie zitterte vor bei Akt, zu dem Fellips plötzlich den Vorhang au* ziehen würde. Sie gibt auf die Bosheiten müte und resignierte Antworten. Gabby ist wütend über ihre Machtlosigkeit und leiit bald mit Herrn Keyler die Rolle des stummen Mitspielens. Dst- mand spricht mehr als Fellips selbst. Es beginnt sich eine düstere Stimmung über die Tisa-' gefellschaft zu breiten, in der so feindliche 3nter* essen einander gegenüberstehen und jeder au« Aeußerste gespannt ist, so daß jeden Augenblo ein Krach befürchtet werden muh. Fellips hat IM Situation in der Hand, und es macht ihm e® Vergnügen sie auf die Spitze zu treiben. erhebt sein Glas und heißt Gabby in einer Heina Rede willkommen, die von unterdrücktem Hohs trieft. (Fortsetzung W-i „Rein," antwortete Fob bestimmt, „ich weih, daß ich Sie getroffen und nicht nur gesehen I Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M.. 27. Iuli. Im heutigen Abendverkehr war die Geschäftslosigkeit scharf ausgeprägt, denn die Umsatztätigkeit war belanglos. Die Stimmung blieb freundlich und das Kursniveau formte sich für die zur Dotierung gekommenen Werte im allgemeinen behaupten. Montanwerke geschäftslos. Don Kaliwerten setzten Westeregeln die Steigerung um ’/2 Proz. fort. Chemische Aktien lagen weiter fest. Am Elektro- marft waren kleine Kurssteigerungen zu verzeichnen. Bankaktien ruhig. Don Anleihen wurden Kriegsanleihen zu 0,2421 2 gehandelt. Die Abendbörse schloß in gut behaupteter Haltung. Deutsche Anleihen: 4prozentige Preußische Konsols 0,290. 3V-Proz. do. 0,307,37. Bankaktien: Commerzbank 96, Darmstädter Bank 116,75, Discontogesellschaft 105, Dresdner Bank 100, Mitteldeutsche Credit- banf 96, Oesterreich!sche Kreditaktien 7,85. Montanaktien: Deutsch Luxemburg 63,50, Kali Aschersleben 124, Kali Westeregeln 137,50. Chemische Aktien: Elberfelder Farben 115, Höchster Farben 115, Holzverkohlung 5,85. Industrieaktien: Adlerwerke Kleher 57, AEG. 97,75. Bingwerke 54, Dyckerhoff & Widmann 38,50, Eßlinger 52, Fuchs Waggon 0,65, Elektrisch Licht und Kraft 97, Inag 0,51, Rheinmetall 30, Siemens & Halske 77, Sichel 30, Wahß & Freytag 75.50. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (An Billionen Mark miSfltbrndt. BuenoS-AireS, London, !Rtu- borf, Japan. Rio de Janeiro fär eine Einheit, Wien und Budapest (iir 100000 Einheiten. allcS übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.)_______________ *■ 3 *» ? -s k'.H Ca 5 cä 5's', ii M Wirtschaft. * Die Vorzugsaktien des Baroper Walzwerkes. Zu der Meldung eines westdeutschen Blattes über die zwischen der Stinnes-Eisen- A.-G. und Wolf, Retter und Jakobi beschlossene Einziehung der Vorzugsaktien des Baroper Walzwerkes erfährt der DHD. aus zuverlässiger Quelle, daß eine derartige Einziehung nach den Statuten nie erfolgen kann, da die Vorzugsaktien seinerzeit auf 20 Jahre fest ausgegeben worden sind. * Großkraftwerk Franken 21.«®., Dürnberg. Die ordentliche Hauptversammlung genehmigte die Verteilung von 9 Pröz. Dividende auf die Stamm- und 6 Proz. auf die Vorzugs» einer Dienstfahrt auf dem Rad ein Bad nahm, muß ein Unfall zugestvhen sein. Die Leiche wurde bereits gelänget. Hessrn-Nassau. Marburg, 27. Juli. Der Kreis M a r - bürg hat nach der neuesten Zählung 29 471 männliche und 32 041 weibliche, zusammen 61 512 Einwohner. Auf die Stadt Marburg entfallen hiervon 11 202 männliche und 12 329 weibliche, zusammen 23 531 Einwohner. Bei der Volkszählung im Jahre 1919 wurden insgesamt im Kreise Marburg 58 521 Einwohner, davon 22 216 in Marburg, gezählt. XI. ZweiGespräche. Es waren zwei Tage vergangen. Vormistagöstill und einsam lag der Schloßhof da. Mitten in der Sonne, auf seinem gewohnten Platze, streckte Signor seinen vierbeinigen Leib, in einem so wohllüstigen, pflichtvergessenen Dir- tvana aus, daß jeder einsehen mußte, dies sei ein ausgesuchter Platz des Friedens, für einen, der ungestört sein und mit seinem Gewissen reden will oder mit irgendwas anderem, das YM W“ «5£ Ö I.H'd ö o — ö M4:: WC «kl'W Mß k.5 । Frankfurt a-M- Berlin Schluh- fiurs StMubh. Alxnd- bürte Schluh. flut» ScNuftft MiNoq bdtie Datum: 24. 7. 27 7. 24. 7. 27.7. 5% Teuft (De MetchSanlelhe 0.2125 0.2425 0.2475 0.2475 4% Deutsche ReichSanleihe 0,35 — 0,33 0,32 SDeutsche Rcichsanlethe — 0,28 0.31 0,29 3°/o Deutsche RetchSanlcihe ■ Deutsche Sparpramieuanleihe 0,57 0.175 0.57 0.175 0.585 0,1875 0.575 0.17 4% Preußische ÄonfolS • • ■ 0.20 0,29 0,292> 0.285 4% Hesse» ........ — —- 0,45 0.38 gi/.o/. Atfien......... ___ _ 0,325 89.75 0.2.3 91,75 0,29 91,75 Deutsche Werft». Dollar-Anl. 89.75 bto- Doll.-Schatz-Antreisag.st 93.75 93.8 93,85 93,85 4»/« Zolltürkeu......... 6®/, Goldmertkauer ... • 6.90 6.75 > ,7 9,5 32 — — — Berliner HandelSacsellschay. 125 124 125,25 125,25 Commerz- und Prtvop-Bank 96 96 96 96 Darmft. und Nationalbank 115 116.75 115.25 115.25 Deutsche Bank........ 116.62 116,63 117 117 Deutsche LeremSdaok .... 63 —- — DiSronto Lommandit ■ . . 105 105 105,50 105,60 82 82.5 96 _ _ Mitteldeutsche Kreditbank. . 96 95,5 95,5 Oesterrrichische ttrebitaiutalt. 7.9 7.85 7.9 7,75 Wesibank ......... 0.085 0,085 0,125 0,1 Bock inner ffinB ■ ...... 02,5 _ 63 63,75 vnderuS...... .. . . 46.50 47,5 46,90 47 13 43 43 43,25 60 63,50 53 5 60,25 19.25 62,9 53 (Selsentirchener Äergwerte. . 49 harpener Bergbau ..... 100 102 100 103 Kaliwerke Asctierölebeu. . . . 133,5 124 123,25 125 Kaliwerk öeftercgeln..... 134 137.5 20.40 20,80 vaurabuttr ...... 41 43 40,40 40.40 tObrrb^dars , . ..... 50 49 79 55,5 ,6.4 60.80 49.5 79 61,60 ybönlr ^Oeroba® . 75,75 60,k2 Khetustahl........... Sitebeek MayNM. ....... 12,25 72 74 70,75 ■r > lelluS Bergbau........ 54 53 Hamburg Amerika Paket. • t Norddeutscher Llovd ... 52,75 53 52,40 52.5 53,5 54,25 64 54,13 kheramische Werke SlbtU . . —- — Zementwerk Heidelberg . . . 72 71,75 — * Philipp Holzmano ..... 58.25 58.5 68 58,26 95 124 Lualo^Eout-Gaauo ..... Badische Aniltu........ khemische Maver Slavt» . . 124,25 123.75 92 124 0.45 — — — Goldschmidt ...... 79,5 79,50 79 78,1 GrieSbeimer EIccrrou .... 113,4 113,90 112.25 118.5 Höchster Farbwerke...... 113,9 115 114 114,5 Holzverkobluug . ....... 5.85 5,85 NütgerSwerke . ....... 68 69 .68 67,8 Scheideaustalt ........ 100,50 96.5 100 97,75 Sag «IcrtrtHtfitf-OefcOfÄaft 96.62 98 Berauumn ....... Main kra stwerke . ....... — 73.75 74.13 73,75 83,50 83,5 — — Schuckert ...... .18 58.5 57,90 58,75 Siemens 4 HalSki .••••« 71.50 77 73.75 77,5 Adlcrwerle Kieper ...... 56 57 56.5 .6,5 Dabuler Motor«. ...... 50.75 50, <5 50 50,9 Hepligcnstaedt . . ....... 38 37 — —- 'lrguin..... . 4-1 — 44.5 41 Motorenwerke Mannheim . — — 65 65 g-ranthmet Armaturen Koiiserveusabrik Braun . . 0,4 0.78 0,4 0,78 — 0,75 Metallgeselllchosi Frankfurt. Be, Union A-.G . . . 100 72 100 73.5 71.5 72.-5 Schub'abrik Her,...... 2.6 43,5 40 39 Sichel ......... .32.5 30 33 32 .-seilflott Waldbof...... 9,65 « 75 '.70 9.6 -iucierfabrik ssrankcntdal . . — 0.25 — — -Zuckerfabrik Waolmulel 62 62,2.5 61.25 61.75 24 Irli 27. Juli Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld Bricr VImst.-Non. 168.54 168,96 168.44 168,86 Biien-AircS 1.69.3 1.697 1.691 1.69.) Brss.-Antw- 19 43 19,47 19,41 19,45 Christiania. 76,70 7 ,90 77,20 77,40 .flopenbagen 93,13 93,37 95,63 95,87 Stockholm - 112,74 113,02 112.66 112.94 HelsingforS. 10.577 10,677 10,573 10,613 Italien. . . 15.31 15.36 15,415 15,45 London. . -0.398 20,443 20,373 20,422 Neuhork . . 4.195 4,205 4.195 4,205 Paris. . . 19,8- 19,86 19,82 19,86 Schwei, - - 81 44 61,61 81,43 81,63 Spaiiieu - 60.57 60,73 60,65 60.81 Yapan . . . Rio de Jan- 1.728 0 495 1.732 1.497 I.7H 9.401 1,722 0.495 Wien in D - Ceft. abgest 59.067 59,207 59,06 »9,202 Prag ... 12,43 12,47 12.484 12.474 Belgrad . . 7.36 7,38 7,38 7.40 Budapest. . Bulaarien 3.895 3,03 5.915 3.04 5,81'5 3,0=5 6,915 3,045 Lissabon 20 475 .0,925 20,825 '0,875 Danzig. . . flonstantiu- 80.81 -1.01 80,77 80.97 2.243 2,352 2.335 2,345 Athen. . Ii 69 6.71 6.69 6,71 Berlin, 27. Muli. Geld Bries Amerikanische Nota» ..... 4,17 < ' 4.198 Belgische Noten 19,38 19,48 Dänische Noten ....... 95,38 ■6.02 Englische Noten. 20,340 20,440 Französische Note« ...... »olläudische Note« ...... 19,80 167,98 19 90 168.82 Italienische Noten...... 15,56 15,64 Norwegische Noten ...... 77.11 77,49 Deutsrh-Oesterr., ä 100 Aron« 59.13 59,43 Numäntsche Noten...... Schwedische Note» ...... 112,® 112,88 Schweizer Noten..... . 81,55 81,95 Spanische Noten ....... 60,43 60.71 Tschechoslowakische Notar . . 12,41 12,47 Ungarische Sloten . ... 5,83 5.87