Er. 98 Erstes Blatt JZ5. Jahrgang Dienstag, 28. April 1925 frd)eint täglich, außer $omtj und Feiertags. Beilagen: I ebener^omilienblätter ; Heimat im Bild. i' «natr Lczuosprrir: VGoldmarK u. 20 (Bolb- Kennig für Trägerlohn, t-f) bei Nichterscheinen ’jii einzelnen Nummern ■ Kfölge höherer Gewalt. Wetuspre ch-Anschlüsse: Dchriftlcitung 112, Der« | m undGeschästsstellebl. i'jrfdjrift für Drahtnach- 1 «»enLnzeiger-ichen. PoUfdiedfonto: fanffurt a. HI. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universilälr-Vuch- und ZLeindruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Seschäftrttelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichS, auswärts 10 Goldpsenrng; für Re- Klame-Anzkigen v 70mm Breite 35 Doldpfennig, Platzvorschrift20^ .Aufschlag. - Verantwortlich ^r Politik n. Feuilleton: vr. Fnedr. Wilh Lange: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein:für den Anzeigenteil: Hans De Df auS einen 1,1»* ^-ndnelnnd- l^ehuog || ^schnationalen an das Programm der bür- OHl «Herr Mitte. Deutschnationale unb »ritfche Volksvartei hatten nach dem EWdidatenwechset eine Rechnung miteinander Erwachen, deren Begleichung zu scharfen Aus- ^i:n>ersehungen hätte führen können; nachdem IM Herr von Hindenburg gewählt ist, wird Jin r.tlich bei ine i der beiden Pa.teien die Tarnung bestehen, bas Kantpfbeil auszugraben, 'i1» vß von hier her wohl keine Gefahr mehr Mil Schwenkt dagegen das Zentrum end- 401'4 nach links ab. indem es dem Kabinett Ä.«r jede Gefolgschaft kündigt, bann kommen »t w eine neue Periode der Krisen hinein, M 1:ch in Reichstagsauslösungen und QBabb» Mtvfen auslöst. An Wahlkämpfen aber haben NH: mehr als genug, und die Stimme des Volkes W Zubern deutlich genug g»zeigt, welchen Weg «cinzuschlagen wünscht. Ist das Zentrum gut Witen, bann wird es sich aus sich selbst x ||-. NN en und die Ricderlage verschmerzen. Mr uns liegt eine ungeheuerlich? Fülle von «Mähen, die gelöst werden müsse.'.. Das Reichs- -‘ilinent hat in den teilten Monaten fo gut ib rus Pausen bestanden. Soll nicht un» >si:cbringli«her Schade eintretrn, bann muß im ",c"et Tempo der Etat verabschiedet V®:Den, bann muß die Steuerreform durch- und durch den Aufbau eines Zoll» ;■ ^11*8 der Reichsregierung die nötigen Unter» ■’Öjt für günstigere Ha ndelsverträge ge- ■3l ) d l b ist unb nur die Duhnen einer frieb- ‘Ot n Entwicklung verfolgen will, außenpolitisch 5 o r t f c tj u ng des bisherigen Kur- Un, innenpolitisch durch Reinigung un> " «res öffentlichen Lebens Das ift ^?in •Stramm, wie es das Zentrunr sehr gut mit- rmchcn kann und mitrnachen müßte, wenn es sich Ibt objektiven Blick gewahrt hätte. Man kann 'p c noch einen Schritt weiter gehen und darauf IHw cifen, baß gerade die Wahl des Feldmar- ßch^ls vermutlich auf die Deutschnationalen und -fr rechte Gruppe einen mäßigenden E i n- ss h F ausüben wird. Herr v. Hindenburg wird tftt b:r Gruppe Frehtag-Lorringhoven ganz sicher m.fc zusannnengehen. dazu denkt er zu klar und iciftcm. Gegen ihn und die Politik, die er tn<1 >lgcn will, aber zu polemisieren, ist für den |Ä:cn Flügel bet Deutschnationalen eine Un- .tchkeit; bas praktische Ergebnis dieses Dahl- otPgonges sehen wir daher in erster Linie darin, |ff= die Mitte der D e u t schna t i o n a len, t| ic Führung des Innenministers Schiele das || 't ganz in die Hand bekommt unb ©eiten- | ingc zu verhindern wissen wird, die unter i I ren Umständen den Bestand des Kabinetts Das Echo des Auslandes. Es ist eigentlich müßig, Die ersten Kommentare der ausländischen Presse zu dem Wahlsieg Hindenburgs als bas eigentliche Echo bes Auslandes ansehen zu wollen. Es handelt sich hier meistens um redaktionelle Arbeiten, denen jede tatsächliche politische Bedeutung abgeht. Unsere demokratische Presse jedoch kann sich nicht enthalten, aus di-sen Presfeäuherungen wieder jene fein säuberlich herauszusuchen, die sich über den Wahlausgang abfällig ausfptechen unb von neuem Deutschland jedes nur ausdenkbare Ungemach Voraussagen. Ganz so schlimm sieht es aber doch nicht aus, die Presse des Auslandes übt vielmehr allergrößte Zurückhaltung, sie will erst einmal abwarten, wie die Dinge unter Hindenburg laufen werden. Man wird also gut tun, erst einige Wochen der A nts- zett des neuen Reichspräsidenten ins Land gehen zu lassen, um dann aus der ausländischen Presse festzustellen, welchen Eindruck der alte Generalfeldmarschall als Präsident im Ausland hervorgerufen hat. Will man jedoch den Gepflogenheiten unserer demokratischen Presse folgen, bann kann man abschließend sagen, daß er zwar in Frankreich eine nicht weiter tragisch zu nehmende Schimpfkanonade ausgelöst hat, daß sich dagegen die Presse Englands. Amerikas und beS neutralen Auslandes durchaus wohlwollend ausspricht. Amerikanische Staatsmänner zur Wahl Hindenburgs. R e u 0 o r 1, 27. April. (TU. Kabeldienst.) Der frühere Staatssekretär Robert Lansing erklärt, er habe volles Vertrauen zu Deutschlands Geist. Er glaube nicht, daß bas Wahl» ergtbnis eine reaktionäre Bewegung barftelle. Wohl möge es eine konservative Bewegung fein. Senator Borah glaubt nicht, daß die beutfche Wahl banach angetan fei, um sich Darüber aufzuregen. Er habe keinen Zweifel, bah das nationale Gefühl unb der nationale Geist reicher geboren seien. Aber wenn sie in richtige Bahnen gelenkt würben, würden sie helfend wirken, unb er fühle, baß fie in die richtigen Wege geleitet würden. Eö tok.rbe wahrscheinlich wieder viel über Deutschlands Rüstungen geredet werben. Er glaube aber nicht, bah Deutschland dazu jemals wieder fähig werde. Deutschland sei abgerüstet unb könne nicht rüsten, selbst wenn es bas wollte. Er fei aber bet Meinung, bah es bas überhaupt nicht wünsche. Er denke, bas Auslanb täte besser, sich klarzumachen, bah das deutsche Volk bas Recht habe, ben Mann zu wählen, den es wünsche, und wenn die Tatsachen dagegen sprächen, niemand das Recht habe zu bezweifeln, daß bas Deutsche Reich richtigen Prinzipien biene. — Hamilton. bisher führenbes Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, ist der Ansicht, daß Hindenburgs Wahl nicht viel ausmache. Er sei absolut davon überzeugt, daß, soweit Die amerikanische Politik und Ernstestung in Frage komme, diese Wahl nicht ein Jota ändere. Er sei ferner davon überzeugt, daß die Wahl Hindenburgs auf Deutschlands republikanische Regierungssorm ohne den geringsten Einfluß sein werde. England und Hindenburg. London. 28. April. (WTB- Funk'pruch.) Die gesamte Presse verkündet in Sperrdrulf die Wohl Hindenblirgs zum Präsidenten des Deutschen Reiches. Die Bläter betonen, daß er in fast jedem Wahlkreis die Stimmenmehrheit erhielt. Eine Berliner Pressestimme, die besagt, daß Hindenburg der „erste vom deutschen Volke gewählte Präsident ist". Der Berliner Berichierstatcr der „Daily New 2" gibt feinem Blatte eine sympuchische Charatter-Skizze des neuen Reichspräsidenten, die mit den Worten schließt: Die Wahl muh als ungünstig bezeichnet werden, aber ihre Folgen wenrden wahrscheinlich nicht weitgehend sein. Hindenburgs Sieg sei kein Sieg der Reaktion, sondern seiner Persönlichkeit. Man müsse Deutschland Vertrauen entgegenbringen. „W e ft m i n ft e r © a • zette" führt aus. die Wahl Hindenburgs fei zwar unerfreulich, aber nicht nunatürlid) und brauche sich auch nicht als Katastrophe zu erweisen, wenn die Regierung klaren Kops behalte und darauf verachte. den deutschen Nionarchisten in die Karten zu spielen. Das Blatt weist auf die persönlichen Eigenschaften des „ehrenhaften und aufrichtigen Mannes, der seine Pflicht tat, als andere entflohen, hin. Es bestehe kein Grund allzu p e f f i m i ft i f ch zu fein. Die britische Regierung betrachte die Wahl mit Gelassenheit und ihre Haltung gegenüber den Sicher- heitsplänen bleibe unverändert. Das Matt Lloyd Georges, die „Daily E h r o- n i c I c", schreibt, England habe keinen Grund, gegen die Wahl Hindenburgs Einspruch zuerheben, solange Deutschland seine übernommenen Perpslichttingen erfülle. Das Blatt hebt auch die Rückwirkung der Ruhrbefetzung auf die Wahl Hindenburgs hervor und betont, dieser sei kein Heißsporn und Politiker vom Schlage Ludendarfss. Die Durchführung des Dawesplanes sei ncht gefährdet und es bestünde kein Hindernis für eine weitere Erörterung des ^icher- heitspaktes. Das deutsche Volk habe schon viel schlimmere Fehler begangen, als bei der Wahl Hindenburgs. fjinbenburg sei der Mann, der sich geweigert habe, die Umfturzpläne iber Monarchisten zu ermutigen. „Daily Graphic" schreibt, Hindenburgs Persönlichkeit zeige in ihrer Offenbet, Entschiedenheit und Wucht einige Eigenschaften Cromwells. Pariser Blätterstimmen. Paris. 28. April. (TU.) Alle Blätter beschäftigen «ich weiter mit den außenpolitischen Wikungenr der Wa hl Hindenburgs. Die nationalistischen und rechlsstehenDen Blätter sind von ihren ilc6eitrci6ungen immer noch nicht ab- gefnmmcn. Mati u" meint die Alliierten und Frankreich mußten die neue, durch die Präsidentschaft Hindenburgs geschaffene Lage aufmerksam, doch ohne Voreingenommenheit, verfolgen. Es fei anzunehmen, daß die Sicherungsverhardlungen in einer Atmosphäre des Mißtrauens fortgesetzt werden. Hindenburg und seine Minister müßten sich in Bälde über ihre Haltung schlüssig werden. „Journal' stellt mit wrverkennbarer Genugtuung fest, daß die französische Regierung sich künftig Deutschland gegenüber nicht Iän'ne, wisse, daß er sein Wort halte. Alle Reden -Hindenburgs seien getragen 00m Wunsche nach Einigkeit seines Volkes und nach dem Wiederaufbau seines Vaterlandes. Von dem siegreichen Pa- triotismus Hindenburgs sei zu erwarten, das her Frieden erhalten werde. Manche, de gestern noch ihre Stimme demwürdigen Führer des Zen- mims gegeben hätten, würden morgen Hindenburg helfen, (ein hohes Ziel zu erreichen. geben werden. Die nächsten Monate allo können nur im Zeichen ter Arbeit stehen, eine Arbeit, bei der fachlich das Zentrum — unb auch die D e mo traten — den Parteien des Reichsblocks nähe, steht, als den Sozialdemo- hater. Finden sich die Parteien hier zufammen, bann bringt sie das Gefundungswerk um einen großen Schritt vorwärts, denn dann ist die Zeit zermürbender, aber unfruchtbarer Parlaments- frifen zu Ende, und wir kommen in einen neuen Abschnitt hinein, in dem der Zwang zur Arbeit auf der Grundlage bes gemeinsamen nationalen Wollens uns vorwärts bringt. Vie staatsrechtliche Stellung des Reichspräsidenten. Wie der deutsche Parlamentar smus an (ich eine starke Anlehnung an die Vorbilder der westlichen Demokratie erkennen läßt, fo bat die deutsch: Nationalversammlung auch bei der Festlegung der Rechte unb Pflichten des deutschen Reichspräsidenten die Grundideen aus anberen Staatsver'a'sungen entlehnt. 3n der Zulässigkeit zweier Wahlgänge (Gesetz vom 4. Mai 1920) finden wir das sog. romanische System (wie bei den Wahlen zur französischen DeputicAttenkammer) und in den Bestimmungen der Reichseerfassung. soweit sie den Reichspräsideitten betreffen, finden wir starke Anklänge an das amerikanische Derfassungsrecht. Gewiß, das Parlament ist zum stärksten Faktor des modernen Staates geworden. Daraus darf aber noch lange nicht geschlossen werden, daß das Staatsoberhaupt zu einem mehr ober weniger dekorativen Schattendasein verurteilt ist. Ein kurzer ckleberblick über die staatsrrchtllchen Befugnisse des Reichspräsidenten mag das erhärten: 1. hat der Präsident die verfassungsmäßig zustande gekommenen Gesetze auszufertigen und im R .ichsgesetzblatt zu oetiür.bcn (Art. 70 RD.). Der Reichstag kann den Präsidenten jedoch jederzeit vor dem Staatsgerichtshof an« klagen und sogar seine Absetzung beantragen (Art. 59 RV.), wenn er ein Gesetz unterzeichnet "Hat, das nicht verfassungsmäßig zustande gekommen ist. Er kann privatrechtlich, sttafrechtlich und staalsrechtllch zur Verantwortung gezogen werden. Dem Präsidenten steht andererseits gegen jedes vom Reichstag beschlossene Gesetz (gemäß Art. 73 RV.) der Appell an das Volk zu IVolks- entscheid). 2. hat der Präsident gemäß Art. 25 das Recht der Reichstagsauflösung. Diese Befugnis geht weit über die Vollmachten des ehemaligen Kaisers hinaus, denn nach Art. 24 der RV. von 1871 war früher hierzu ein Beschluß des Bundesrats unter Zustimmung des Kaisers ersorder.ich. 3. weist Art. 48 RV. dem Präsidenten, wenn Gefahr ün Verzüge ist, für begrenzte Zeit diktatorische Gewalt zu lRotverordnungsrecht». Auch hat der Präsident das Recht der Reichs- exekutive gegenüber verfassungsbrüchigen Ländern. Hier gehen seine Befugnisse weit über das hinaus, was früher der Kaiser unternehmen tonnte. Mit der Anordnung der Reichsexekutive vollstreckt der Präsident nicht einen Reichsbeschluß, wie nach altem Recht der Kaiser einen Beschluß des Bundesrats, sondern es steht ganz in seinem Ermessen, ob er von der Möglichkeit der Reichsexekution Gebrauch machen will. Er barf aus den Vollmachten des Artikels 48 heraus selbst Grundrechte der deullchen Staatsbürger ganz oder tellweise außer Kraft setzen, wie z. D. die persönliche Freiheit, die älnverletzlich.'eit der Wohnung unb die Versammlungs'reiheit. 4. Aus dem Gebiete der Justiz üvt der Reichspräsident das Begnadigungsrecht, soweit die Derurtellung durch Gerichte des Re chs erfolgt ist. Er hat das Begnadigungsrecht in demselben Maße, wie es früher bem Kaiser zu- stand. 5. Obliegen dem Reichspräsidenten Ernennungen und Entlassungen der Reichsbeamten unb der Offiziere. In der Praxis wird er ja dieses Recht jedoch durch andere Behörden ausüben lassen. 6. Führt der Reichspräsident im F.ieden unb im Kriege die Kommandogewall über die gesamte Wehrmacht, doch ist durch eine Verordnung vom 20. August 1919 die Ausübung des Oberbefehls dem Reichswehrministet übertragen. 7. Liegt die völlerrechlliche Vertretung oes Reiches nach außen gemäß Artikel 45 der RV. m den Händen des Präsidenten. Der Artikel 45 deckt sich fast wörtlich mit dem Artikel 11 der früheren Kaiferversaffung. 8. Ernennt der Reichspräfident Reichskanzler und Minister, 2lus dieser kurzen Zusammenstellung erhellt, daß der Reichspräsident eine wahrhaft ftaateober« hauplliche Stellung innehat. De facto verfügt er über die Machtmittel des Reiches. Er ist rechtlich und tallöchllch nach innen und nach außen der Reichsrcpräfentant der Größe, Einheit unb Unteilbarkeit des Vaterlandes. Die Machtbefugnisse, die Hindenburg nunmehr in der Hand hat, sind non >o großer Bedeutung, daß sie zweifellos ausschlaggebend werden können für die zukünftige Führung der deutschen Polittk. Der Reichskanzler bei Hindenburg. Berlin. 28. April. (Sil.) Reichskanzler Dr. Luther hat an den Geaeralfelbmarschall von Hindenburg folgendes Telegramm gesandt: „AlS Erwählter für das höchste Amt, das daS deutsche Doll zu vergeben hat, Sie zu begrüßen ist mir als Reichskanzler eine besondere Ehre. Doll Dankbarkeit und Verehrung gedenke ich all dessen, was 2hre Person und Ihr Dame für unser Dater- I land in Zeiten höchster Kroftanspannung und tiefster Rot bedeutet hat. Ich gebe der auf* richt'g.'n Hoffnung Ausdruck, daß unter Ihrer Reichspräs'.dentfchaft das deutsche Doll durch wachsende Einigkeit im Innern erstarken und daß auch sein Wiederaufstieg im Kreise der anderen Völker auf den Dahnen friedlicher und gerechter Entwicklung andauernd Fortschritte machen werde. Reichskanzler Dr. Luthe r." Der Reichskanzler hat sich gestern nach Hannover begeben, wo er heute eine Zusammenkunft mit dem Reichspräsi- denten von Hindenburg haben wird. Es handelt fich dabei sowohl um einen HöflichkeitS- und Degrützungsbesuch als auch um eine vorläufige erste Aussprache über die politische Lage, insbesondere über die schwebenden Probleme der Außenpolitik. Die amtliche Feststellung der Reichspräfidentschaft. Berlin, 27. April. (T. U.) Das amtliche endgültige Wahlergebnis wird erst in etwa 14 Tagen vorliegen. Die Sitzungen der Äreiswahlleiter, in denen die Ergebnisse endgültig sestgestellt werden, sind teilweise schon für den zweiten, zum Teil erst für den 6. Mai ongekündigt. Die Feststellung der Äreiswahlleiier wird beim Reichswahlleiter sofort zusammengestellt. Von einem besonderen Prü- fungsgericht, bestehend aus Mitgliedern des Reichstages und des Reichsgerichts, wird das endgültige amtliche Wahlergebnis festgestellt und im "Re'Hsm'äeiger" veröffentlicht werden. Mit dieser Veröffentlichung ist die Präsidentschaft des siegreichen Kandidaten amtlich f e st g e st e l l r. Die Amts- Übernahme datiert erst vom Augenblick der E i d e s l e i st u n g des Präsidenten im Reichstage. Der Wiedsrzusammentritt der Parlamente. Berlin, 28. April. (Wolff.) Rach einer längeren Pause treten heute nachmittag der Reichstag und der Preußische Landtag wieder zusammen. Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die F o r t s e tz u n g d e r E t a ts- b c v a t u n g. Die Tagesordnung des Landtags enthält als einzigen Punkt die Entgegennahme einer Erklärung der Regierung. Wie mehrere Blätter melden, wird Ministerpräsident Braun nach der Vorstellung seines Kabinetts eine kurze programmatische Erklärung abgeben, die inhalllich kaum von derjenigen abweichen wird, die er nach feiner ersten Wiederwahl verlesen hat. GS ist vereinbart worden, daß nach der Regierungserklärung die Sitzung abgebrochen wird. Die Aussprache über die Regierungserklärung soll am Mittwoch beginnen. Dem „Berl. Tagebl." zufolge hat bereits gestern vormittag im Landtag eine interfraktionelle Besprechung der drei Regierungsparteien stattgefunden, die der Erörterung der durch die Präsidentenwahl aufgeworfenen Fragen gegolten hat. Kein Wechsel im Personal des Reichsprüsidiums. Berlin. 27. April. (TU.) Die .Dtsch. Allg. Ztg." berichtet: Wie wir zuverlässig mit* teilen zu können glauben, liegt es dem Reichspräsidenten von Hindenburg völlig fern, einen Wechsel im Stabe seiner Mitarbeiter herbeizuführen. Er wird im Gegenteil Wert darauf legen, sich der Mitwirkung des altbewährten Personals, mit dem Staatssekretär Meißner an der Spitze, zu versichern. Dank des Reichsblocks an Hindenburq. Berlin, 27. April. (WTB.) Der Vorsitzende des Reichsblocks, Staatsminisler v. L o e b e l l, oen öfsentlicht anläßlich der Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten eine Erklärung, in der es heißt: Der Reichsblock dankt Hindenburg für das große Opfer, dos er mit der Kandidatur und der lieber nähme des höchsten Amtes des Deutschen Reiches dem deutschen Volke brachte. Mit dem Ruf „T reue um Treue"hat Feldmarfchall von Hindenburg die Kandidatur angenommen. Heute können ihm alle Angehörigen des Reichsblocks nicht besser danken, als wenn sie unermüdlich in der Arbeit für die überparteiliche Einigung fortsahren und die Ziele und Gedanken, die uns leiteten, auch in den Reihen derer verbreiten, die sich im Wahlkampf noch nicht zu dem Gedanken einer allumfassenden staats- politischen Einigung bekennen konnten. Mit Hindenburgs Sieg hat das deutsche Volk den Staatsge- danken z u r ü ck e r o b e r t. Ehrt unseren Reichspräsidenten! Flaggen heraus' Der VokksbSock an Marx. Berlin, 21. April. (Wolff.) Der Dollsblock richtete heute nachmittag folgendes Telegramm an den Präsidentschaftskandid'len Reichskanzler cr. D. Dr. Marx in Sigmaringen: Der Volksblock Lenkt in Treue seines Führers in großer aufopfernder vaterländischer Arbeit Wir hoben die Schlacht verloren, aber der Kamps war nicht vergeblich, -denn Ihre Persönlichkeit hat in diesem Kampfe den endgültigen Sieg unserer demokratischen und republikanischen Sache gewährleistet. In Dieter Ueberzeugunq entbieten wir schon heute herzlichen Grub und Handschlag. Der Ausschuß Dittmann, Fischer, Spiecke Ei telenz, Stephan, Docke. Die bayrische Presse. München, 21. A ril. (WB.) Der „Bah- rische Kurier' er. au in ei i Wählt» t a . tung, daß H n e b cg seinen Sieg l hl n Endes der Bayer sch eu V'iis'arte ai. ■ Stellungnahme habe zwr f llo^ bi i Ausscch.uo gegeben. Dem Zentrum mög> der Aussa'i der Wohl eine Mahnung fein tmb elnnul ernstlich darüber Nachdenken, ob seine tische Taktik, die es i mm er w i ii n a ch links führte, die richtige ist. Die „OH ünchener Reuest en Nachrich- t e n" schreiben, Hindenburg werde niemals ein Vertreter oder Diener einer bestimmten Partei sein. Dor allem dürfe man der Bayerischen Vollspartei nicht vergessen, daß sie für Hindenburg eingetreten sei. Das sei ein Bekenntnis zum konfessionellen Frieden und gegen die konfessionelle Heye gewesen, aus der das Voll herausgeführt werden müsse. Mit de r'Dahl herausgeführt werden müsse. Mit der Wahl Hindenburgs sei die Bahn frei gemacht worden für das Wiederzusammenfinden aller Deutschen und damit für eine große schöne Zukunft. Die sozialdemokratische „Münchner Po st" beschränkt sich nur auf einen ganz kurzen Kommentar. Sie schreibt: Ob Hindenburg die Erwartungen erfüllt, die seine Wähler aus ihn setzten, wird sich ja bald zeigen. Rach unserer Aeberzeugung war bei- 26. April 1925 ein verhängnisvoller Tag für das deutsche Volk. Aus dem Hessischen Landtag. D a r m st adt, 2c. April. Der Finanzausschuß des Landtags nahm heute nach längerer Pause seine Beratungen wieder auf. Der Ausschuß wird deshalb am 2. Mai eine Desich - t igu n g des staatlichen Wertes Wölfers- l) e i m vornehmen und im Kurhotel in Bad- Rauheim hn Anschluß daran eine Sitzung abhallen. um über die Vorlage schlüssig zu werden. Zu einem Antrag der Zentrumsabgeordneten Knoll und Hofmann wegen Kreditgewährung an das Handwerk wurde ein Antrag des dcutschvolkspactellichen Abgeordneten Haury angenommen, der eine Kreditgewährung an das Handwerk ähnlich wie für die Landwirtschaft bezweckt, und zwar die Zuteilung langfristiger Kredite. Der Antrag Knoll und Hofmann wurde damit für erledigt erklärt. Hierauf nahm der Ausschuß die Vera tung des Staatsvoranschlags bei Kapitel 1 (Staatsgüter) wieder aus. Abgeordneter Leuchtgens (Bbd.) hat hierzu einen Antrag eingebrach!, daß die Zahl der F o r st b e a ni t c n des Staates wieder auf die von 1914 zurückgeführt werde. Auch soll ein Teil der Förster wieder der Gemeindeverwaltung zugeführt werden. Da die Forderungen dieser Anträge sehr weittragend sind, war der Ausschuß der Meinung, daß erst die Regierung über diese Maßnahmen gehört werden müsse. Die Angelegenheit wurde deshalb bis zum Vorliegen einer Regierungserklärung zurück- gestellt. Kap. 2 (S i e d l u ng en) des Voranschlags wurde angenommen: Kap. 3 (Kameralgüter unter Bauverwaltung) wurde zurückgestellt. Kap. 4 lWeinbau) wurde angenommen. Zu Kap.5 hatte der Avg. Leuchtgens einen Antrag ein« gebracht, daß die Zahl der Beamten bei dem Elektrizitätswerk WölfersheilM und bei der Grube Ludwigsboffnung auf den Stand von 1914 zurückgeführt werden solle. In einem weiteren Antrag wird gefordert, daß Kraftwerk und Grube je 1OOOOO Mk. vom Ertrag an den Staat cbltcfem müßten. Die Anträge Leuchtgens wurden abgelehnt und bas Kapitel dann am Schluß der Beratungen angenommen. Tariferhöhung bei der Reichsbahn. Zehnvrozentige (Erhöhung der Personentarife. Berlin, 21. April. (Wolff.) Schon in ihrem letzten Monatsbericht hat die Deutsche Reichsbahngesellschaft aus Grund des Verlaufs Der ersten fünf Monate ihres Betriebes darauf hingewiesen, daß sich zwar ihre Einnahmen seither in der erwarteten Höhe gehalten haben, daß aber innerhalb der Ausgaben die Personalaus- gaben nicht unerheblich höher gewesen feien, als bei Beginn des Geschäftsjahres vor Rückgabe der RheinlandMuhr- bahnen — veranschlagt worden war. Die Mehraufwendungen auf persönlichem Gebiet wurden bisher durch Einsparung an sachlichen Ä o ft c n ausgeglichen. Eine weitere Beschränkung der sachlichen Ausgaben ist ohne Schädigung der Reichsbahnanlagen nicht möglich. Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat in seiner Sitzung vom 21. April die von der Hauptverwaltung vorgeschlagenen Richtlinien für die Bedarfsdeckung genehmigt Der Teil des Mehrbedarfs für das am 21. Dezember 1925 endigende Geschäftsjahr, her nicht durch sonstige Maßnahmen gedeckt werden kann, beträgt etwa 80 Millionen Mark. Bei ihrer gespannten Finanzlage muß die Reichsbahn unbedingt für Mehreinnahmen in dieser Höhe sorgen. Der einzige Weg ist eine Tariferhöhung: Die Reichsbahn verkennt nicht, daß durch jede Tariferhöhung die Kosten Der Lebenshaltung beeinflußt werden. Im besonderen Maße aber ist dies bei den Gütertarifen der Fall, die deshalb solange wie möglich geschont werden müssen. Die Reichsbahn hatte sich also zu einer Erhöhung der Perfoirentarise zu entschließen, die zur Deckung der genannten Bedarfssumine rund 10 Prozent betragen muß. Die Tarifänderung tritt am 1. DBai in Kraft. Die Mehraufwendungen für die Personalausgaben erklären sich wie folgt. Die Auswendungen der Reichsbahn für einen Kop, ihres Personals sind nicht wie im Voranschlag ange-1 nominen, 41 Proz., sonde, n heute 5 2 Pr ozent höher als im Frieden, während die neue Aeichsindexzisser lüi die Leben2haltungskpsten nur 35,6 Prozent Erhöhung angibt. Dieses starke Anwachsen erklärt sich da.aus. daß die Bezüge der für die Reichsbahn ausschlaggebenden Personalflruppen in den letz!en Jahren erhöht, oaß danccen zahlreiche Arbeiter ins Beamte n v e r h ä l t n i s ü b e r f ü h r t und Beamte in höhere Gruppen versetzt wurden Ebenso ist die Belastung her Reichsbahn durch die Ruhegehälter, Warteg.ldtr und Hinter- bliebenenbezüge bolrr als bei Beginn des Geschäftsjahre^ veranschlagt. Diese Aufgaben sind von 114 Millionen Mark im Jahre 1913 auf über 380 Millionen Marr für das Kalenderjahr 1925 angewachsen Die Steigerung hat ihren Grund in der mehrmaligen Erhöhung der Bc- KÜfle bet Pensionäre uni in dem starken Per- j o n a l a b b a ü. Auf die 770 000 Kopse dsS iLejamtpersonals lommetr heule 325 000 Pensionäre, Rentenempfänger. Witwen unu Waisen. Di. Aufwendungen der Reichsbahn sind in l.tzter Zeit noch L ibuidi gelt leg-bah die Reichs-- die Er Höhung Dee Wohn un gsgcldzu - f (buffe* für Die RerchS beamt en von 85 auf 95 Prozent genehmigt hat, die den Reichsbahnbeamten nicht vorentholten werden kann. Trotz des starten Rückganges des Güterverkehrs gegenüber der Vorkriegszeit ist eine schnelle weitere Einschränkung der Kopfzahl (zur Zeit etwa 744 000 Köpfe gegenüber 693 000 auf dem jetzigen Reichsgebiet im Jahre 1913) bei den heute geltenden Arbeitsbestimmungen nicht möglich. Organisatorische Aenderungen, insbesondere im Werkstättenwesen und sonstige Sparmaßnahmen können sich erst langsam finanziell auswirien. Die vielbesprochenen Leistungs- z u la g e n verändern das finanzielle Bild nur unwesentlich. Sie werden in dem laufenden Geschäftsjahre 7wch nicht 1 _> Prozent der Gesamtausgaben des Kalenderjahres erreichen. Da die Reichsbahngesellschoft vorläufig über keine irgendwie nennenswerten Reserven vmckügt und die Zahlung der Gehälter. Löhne und Sachaufwendungen, sowie die ihr auferlcgten Reparatlonslasien unbedingt sicherftellen muß, würde icbe toeltere Erhöhung her Personalaus-- gaben neue Tariferhöhungen nötig machen, bei denen trotz der oben dargelegten wirtschaftlichen Bedenken auch die Gütertarife kaum geschont werden konnten. Die Untersuchung des Attentats in Sofia. S o f i a , 28. April. (Sil.) Die Untersuchung des Attentats in der Kathedrale hat nun auch ergeben, woher die ograrkommunistischen Verschwörer das Geld zur Ausführung ihres Planes bekamen. ?Der Direktor ocr Banca Generale, Cordovi. der Direktor Der Banca Dulgaria, Leger, und der Fabrikdirektor F i n z i wurden verhaftet. Die verhafteten Personen sollen die Mittelsmänner der russischen Geldgeber gewesen fein. Neues französisches Kontumazialurteil. Berlin, 27. April. (WTB.) Das französische Kriegsgericht in Rancy verurteilte am 7. April den srüheren Oberstabsarzt vom 13. Infanterieregiment Dr. Bartholomäus M a n- g e r in Inflvlstadt tut Abwesenheitsverfahren wegen angeblich am 25. August 1914 in Chanteheux, einem Dorfe bei Lunevllle, begangener Dranb- ftiftungen lunb Plünderungen zu 20 Jahren Zuchthaus und Aufenthaltsverbot in Frankreich für den gleichen Zeitraum. Demgegenüber wird sestgestellt, daß das Reichsgericht wegen derselben französischem Beschuldigungen bereits em im Jahre 1923 gegen Dr. Manger eingeleitet eä Unterfuchungsvsrfahren eingestellt hat, weil nicht der g e° r i n g st e Anhalt hafür besteht, daß Der Beschuldigte im August 1914 in Chanteheux in ein Haus eingedrungen ist, dort geplündert und das Haus in Brand gesteckt hat, ebenso wenig dafür, daß er dort französische Zivilpersonen getötet oder deren Lötung veranlaßt oder sich Daran beteiligt hatte. Aus aller Welt. Das Baden-Badener Schachturnier. Die neunte Runde des Internationalen Schachmeisterturnicrs brachte fo(f enbed Ergebnis: Tartakower (Oesterreich) gcmau i eine englische Partie gegen Aoselli (Italien) in 30 Zügen. Torre (Mexiko) gewann eine holländische Partie gegen Mieses (Deutschland) in 54 Zugen. Te Kolste verlor gegen Rett (Oesterreich) in 40 Zügen. Aljechin (Frankreich) gewann gegen Treybal (Tschechoslowakei) ein Damengambit in 54 Zügen. Tarrasch (Deutschland) gewann eine französische Partie gegen Spielmann (Oesterreich) in 40 Zügen. Grün seid (Oesterreich) gewann ein Damen- bauernspicl gegen Carl (Deutschland) in 35 Zügen. Colle (Belgien) verlor gegen Rabinowitsch (Rußland) ein •Samengambit in 30 Zügen. Remis wurden die Partien Rubinstein (Polen) gegen Marshall (Amerika) sowie Ricmzowitsch (Dänemark) gegen Thomas (England). Abgebrochen wurde die Partie Pates (England) gegen Kae- misch (Deutschland). Spielfrei war Bogoljugobotp (Mfrainc). Marx' Reffe und sein Onkel. Ain Samstagabend gegen 10 Uhr wurde in Mannheim int Parkhotel der Reffe des Volks' blockkandidnten Marx, Dr. jur. Ve rkeuc n ans Ludwigshafen, als er sich zu seinem Ontel begeben wollte, verhaftet. Seine Freilassung erfolgte erst wieder, nachdem Marx nach Beuron ab; gereist war. Da verschiedene hiesige Zeitungen gegen diese Verhaftung, da sie ohne Grund erfolgt fei, protestierte, wird von amtlicher Stelle initgeteilt, daß Dr. Verkeuen in polizeilichen Gewahrsam genommen wurde, weil nach seinem ganzen Ga bahren und Auftreten zu befürchten war, daß er den hier anwesenden Präsidentschaftskandidaten Marr b c I ä ft i g e n würde. Die Festnahme erfolgte nach den gesetzlichen Bestimmungen und war durchaus gerechtfertigt. Zur Zeit der S e p a r a t i st e n b e - meguna soll Dr. Verkeuen eine sehr bedenlliche Rolle gespielt haben. Flugverkehr Dortmund—Frankfurt a. M. Am Montag wurde hie Stadt Dortmund als erste her von den Franzosen geräumten Großstädte des Westens in beit deutschen und internationalen Flugverkehr e'mgeschalrit. Dortmund ist Landungsstelle Der Linie Kopenhagen — Zürich. Vertreter Der D erleb rsdeputallon unD der Presse stiegen auf einem vom Aero-Lloyd zur Verfügung gefteUtcn modernen Dornier- Eindecker wiederholt zu Flügen auf. Sie hatten Gelegenheit, hie mustergültige A läge bes 62 Hektar großen Flugplatzes zu sehen. Der e r ft e Flieger, der von Hamburg aus mit einer durch Gew Zerstörungen verursachten Verzögerung ein traf, wurde von der anwesenden Menge lebhaft begrüßt und trat bilö darauf die Weiterfahrt nach Frankfurt a. M. an. Ein Schift gekentert. Wir hören aus Bremen Als Der Dampfer Greta, der, von beut Schlepper Midgard Nordenham II assistiert, in Der Rächt vom Samstag zum Sonntag Den Hosen l! m Bremen verlassen wollte, ereignete sich beim Herumschleppea des Dampfers in der Weser ein schwerer Unfall, bei dem drei Mann von der Besatzung des Sch'e' Herren Carl und Hugo Straßburger in glön-endb Form vorgeführt. Eine Elefanten- und 5lainrf gruppe sand besonderen Beifall durch die qlän Zende Dressur, die sich bei der Arbeit im Ri« .geigte. Insbesondere die llamele gefielen durch flUÜ Form Oie Arabertruppc baute Pyramiden b1’ 5 Stockwerke hoch, an Ktaftletstiingen wurde ebe^ so Erfla.mlicheo geboten wie nn Gesä icklichkeiteakt«! Reben den btt Uürfünft« Derbtüüfte Iftfing Arr Hoi durch unglaubliche 0* (enflgfeit und G.'schmeibix - lt auf den Seil und i' der Luft. 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Cs i W W?l in '«'chrr 16 N ®iejjei Lindk n i e 4:0 zugunsten o o n Blau. da» voller Arbeit Zkirbr't war für di - Besucher der 3ut>finftrumentenmulif zu bieten, außernrDenl lidb ernst meinen. "2teben der Orchestermusik ent- Quitos üzrsdwiundai i'.ssat fiödiblob farfi/rnämü 'KönTte/ru 3ß.dsb'Paah ihi ein 11 Fichtenst. 2. ÄL m. 1,37) Fm. 5| . 3. --- 5a» u. 5>b . — 61 16 Land. le6en? Zommersprossendildung im 5rühling. Besteht bei Ihnen Neigung zur vommerfproffeu. dildung. so muffen Sie gerade in den Frühlings- monaten etwa- ordentliches dagegen tun. Wir raten Ihnen, in derApotheke wcihcS Sitalbol-Wach». 50 oder 25 Gramm, zu kaufen, um sofort mit der Behandlung der befallenen Stellen zu beginnen Sicher erhält!.: Univers.-Apoiheke.Zum gold. Engel." Geschäftliches. Die iveitau» nie- sehr Iciftunn*fäbifl bekannte ftirma Bottina Schuh G. in. b. In Gießen. SelterS- wtß 91, ücrnnitaltei ab 89. 4. 10 Reklame-Tage. 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Schneider unb Obtrgrenabiti Schäfer, die durch raffiniert sicheres Spiel unb gewandte »liniert nid zur Crbvitcrung des zahlreich erschienenen t?ublifum. beitrugen. 3JO Uht endete das intcrcfiante Spiel mit dem C' r fl e b Ulartchrcisk. ^ndlerpreste). t Hatte * Allram l 11 JO, Sputat 25-3 Elen 150, 3th ^toarjicurwin j .5, 2^)fe( ($._2 l8 40, junge Vw ■ L stick 10. Bütt» ’• ^flurien |l > Aadterchen jtz. । cn. c für Sicnitt everbchouS ©Mut > - 3irfu< Straf Lichstpielha, tfliawt eine- Äaüt bjett das Programm noch solistische Darbietungen. Richard Hinz, Darmstadt, dessen Mitwirkung 'ich der Beretn für diese Veranstaltung gesichert bette, zeigte sich zunächst al» Meister auf der Starre. Bei feinen Darbietungen „Andante und äl'legro" von tlaruUi, .Menuett1 von Sor und dncin Volk»! .d mit Variationen, von ihm selbst lomponiert, fielen technische Vollkommenheit und lqelenvolles Spiel besonder« angenehm auf. Auch iU Sänger eroberte Richard Hinz sich schnell die Herßen Ext Zuhdrer Seine Lieder zur Laute .Schaierlied1 und Das Sche den" von Brück- nwnn, sowie ..Spieluianiislied". Dollswcise, ge- Helai e(wlo wie die als Einlagen gebotenen beiden Lieder mit Orchesterbegleitung auffet- nedentlich DaS Publikum spendete nach jeder Darbietung reichen Beifall, so daß sich Solist unb Orchester wiederholt zu Zugaben entschließen mußten. ddefie Anlagen dadurch erweitert, daß die Stadt- »erorbnctci! in der letzten Sitzung beschlossen, ung, mibig toarm 750000 Mark als erste Äaie zu bewilligen zwecks ^Aufschließung eine« etwa 160 Morsen großen Industriegeländes am ^üterbahnhof. 70 bi« k0 Morgen sind bereit« Ciaentuni der Stadt, während der angrenzende letl Domänen besitz tft, also leicht noch später c LeerunzüzM alten. Tarn |. J die Leenmgvt I Zeit »n 5 30 M m bis 10.30 vor int, 5.15 nachm. ichm. bis 830 n« ,M' n, lind au» kn U ungslasein ciltV iei Leerungen w • * 6.45 vorm. uno II statt Stic ff oii 1 roll« 3ur Äermeikiung l : WW\. IUJJ jtänölfltr öuUc 1 Bahnhvstposta^ „g der ■Dt.enenM Hürden ItaftfinM- ÄÄ VtllM» ®' M.. !L-tz Land ijts e^nü^ang^ ' Igel El HB P«ul« J8” imm«» itung j>o i sirr. «55kl Stzi bei lamtl fi .-prfliMl bau , oii-G 1 SM . 3371 , Lchnitthol; 1 ihre r bltb. £ JCirer O» unrein» vuniiiuu nm iiuicc xader iiAor h«r btb«u4 Sii'T V'. SM bie übrigen Darbietungen deS Brreins, Paraphrase über das Lied .An der Weser" von ÄdII- maneck-Prcssrl. „ftünftkrkben ‘. Walzer von Tagung Der Deutschen Röntgen- gesellschast. Bad-Aauheim. 26. April. h Gießen. Sauerkraut Pfund 15 Pf. RM Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34 Bis einschließlich Donnerstag: 36JSS4 Mietgesuche Wie ein unheimHches Fana’! 4362c E. H. Müller, Schillerstraße 26. 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Die Wichtigkeit der Zahnpflege bei Kindern hat man erkannt und cs finden in den Schulen regelmäßig Zahnuntersuchungen statt Die Fußpflege ist aber noch viel wichtiger, denn mit künstlichen Zähnen kann man sich schließlich leichter abfinden als mit künstlichen Füßen. Versuchen Sie es bitte einmal an sich selbst- Kaufen Sie sich In der nächsten Apotheke oder Drogene für 2 Mark eine vollständige Kuklrol- kur Zunächst nehmen Sie ein Kukirol-Fußbad Sie müssen in Ihrem Berufe so viel stehen und umhergehen, daß ihnen diese Wohltat aufrichtig zu gönnen ist Sie werden dann nicht mehr über Schmerzen und Brennen der Füße zu klagen haben, aber auch nicht über Fußschweiß und kalte Füße. Das Gehen und Stehen wird Sie viel weniger anstrengen, denn das Kukirol-Fußbad kräftigt die Sehnen, die Gelenke und die Nerven. Nach dein Fußbade und ferner jeden Morgen pudern Sie die Füße mit Kukirol-Streupuder ein. 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Dem riucrüch ben, wenn 0 dein deutsch' lausen von an Steile vo gier, der des fron, den Weife (Es wird das eigcnllick i r a n 3 ö i i 11 siaaispolilisl^ verbunden ist französischen' seine drei 2e< t-utd) je einer durch je zwe Lüdbezirke, einem Mi Äerwaltung. wirtschostlich Frankreichs, üingeborenei Europäer, v jiijcii, 120 (X ralifierte 3ub entfällt auf zu Uruguay, trelungen, 6 besitzen — m Der slllchtbai Merle von U Ächascn, Geir pholen, häute Frankreich aus Milliarden Fr größere Teil stände an jm von Mmeriiu / ?a$ fran,ji achnst Mädigi sür einen Äns genllich svW wurde also 1 Gelegenheit Reiche; tenr so aus die ' ihren 150 001 iomlbewohne europäische c viel zu saube das Eingebor 'eil herber Besucher laust -roßdem Io weni gönnt genügte r,n'flem Crftau 'm Lande ihr Men, und da nanzosischen^ Feue ^echnisch-pg^ Don A 2?1 öoriietzui öurdl bas Groh «I «■’? eraießt- i‘c ilg-nd-'Z ewigen --ta zahl nur währe'sd d der schl'Z mibten.®0 seine öy'npa'h'' (gründen d - West lei See zu -n Ilalien. und asr'K»"s nur^,£ was gör fin laue der » '-3 am 1 nh %9eI'öe ° er einen ( Doch je! ^°k'en raschei rK kn SM tlDn ?l«f ^5^ Lehmen S °uble. 9'uD)11 Herons xU,Q Sfenhn 0)11 Ä61 MM MvrarnMitlwoj abend 8 Uhr: Schiller {jtnuenlttitn rnitr und beuie Acrzilikw Senfe. lAorlesiina an« Universliall Lborsinaen « L-orbespretuna \< Gimnastlklur grauen u. 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Die Rompilger aber, die zrhlreicher als au: iiqcnoeinem anderen Londe zum anno fanto der caiigen Stabr luflrcbcn sehen weitaus in der lieber« Zahl nur dieses eine romanische Land, das den wahrend der Kriegszeit und großenteils wahrend der schlimmsten deutschen Inflation schmerzlich oer« mißten Gästen aus dem Deutschland gern wieder seine Psorten öffnet. Richt aus Gründen politischer Sympathie. sondern selbstverständlich aus triftigen Gründen des eigenen fflelbbeuiels. Weit lehrreicher ist es, die ganze Romanische See zu umrunden und neue Eindrücke nicht nur in Italien, sondern auch an der französischen, spanischen und afrikanischen Küste zu sammeln. Lehrreich nicht nur dos, was man zu sehen bekommt, sondern auch was dem Deutschen noch heute verschlossen bleibt Für eine seiner diesjährigen Mittelmeerreisen haue der Dampfer „Peer Gynt" unter anderem einen Anlauf von Tunis mit Ausflug nach den Ruinen von Karthago vorgesehen Wie wunderbar ist doch das französische Zartgefühl, daß es dem Deutschen ersparen möchte, auf den Trümmern von Karthago geschichtliche Deraleiche anzustellen und der einstmaligen Weltmachtstellung des eigenen Reiches zu gebenfen! Selbstverständlich bart man cs nur dem ritterlichen Geist ber „gründe Nation" zuschrei« ben, wenn Frankreich aus diesem Zartgefühl heraus dem deutschen Dampfer ohne weiteres das Anlaufen von Tunis verbot. . . . So wurde denn an Stelle von Tunis, der französischen Kolonie, A l - gier, der nordafrikanische Bestandteil des französischen Staatswesens, in den Reifesilan ausgenommen Es wird in Deutschland meistens übersehen, daß das eigentlich» Algerien nicht mehr den französischen K o l o n i en zuzählt, sondern staatspolitisch auf das engste mit dem Mutterlande verbunden ist. Algerien untersteht nicht nur dem 'ranzösischen Ministerium des Innern, sondern seine drei Departements sind auch im Pariser Senat futch je einen Senator, in der Abgeordnetenkammer durch je zwei Abgeordnete vertreten. Rur die sag. Südbezirke, die zur Sahara gehören, unterstehen einem Militärkommandanten der kolonialen Vermattung. Das eigentliche Algerien hübet einen wirtschaftlich außerordentlich wichtigen Bestandteil Frankreichs. Es zahtt neben etwa 4,5 Millionen Eingeborenen verschiedener Stämme einige 820 000 Europäer, von denen annähernd die f)äifte Fran- zchc.i, 120 000 naturalisierte Fremde, 74 000 natu« rulifierte Juden und 144 00t) Spanier sind. Der Rest entfällt auf andere Ausländer, die alle bis herab zu Uruguay, Paraguay. Panama ufw. eigene Vertretungen, Generalkonsuln. Konsuln, Vizekonsuln hefigen -- mit Ausnah m e Deutschland-... Der fruchtbare Worben liefert für die Ausfuhr Werte von 1,5 Milliarden Francs an Wein, Tabak, Schafen, Getreide, Südfrüchten, Eisenerzen, Phos- Pholen, f)aulen, Fellen und Kork, die fast ganz von Frankreich aufgenommen werden. Auch von ber zwei Milliarden Francs bekragenden Einfuhr kommt der größere Teil aus Frankreich, dein in weitem Ab. ftande an zweiter Steife die Bereinigten Staaten von Alters tu folgen. Das französische Koniulal in Berlin hatte die äußerst gnädige Geu-ogenheit, den deutschen „Peer- Gynt -Reisenden ein Paßvisum auszustellen, das für einen Aufenthalt von einem ganzen Tag, gele» gentlid) sogar zwei lagen in Algier berechtigte. Es wurde alsv den Deutschen eine fabelhaft ergiebige Gelegenheit geboten, diesen Teil des französischen Reiches kennen zu lernen. Der Besuch mußte sich so auf die Hauptstadt Algier beschränken, die mit ihren 150 000 Europäern unter kaum 210 000 Gesamtbewohnern nicht Fisch, nicht Bogel ist, für eine europäische Stadt zu schmutzig, für eine orientalische viel zu sauber, selbst in dem Araberviertel, in dem das Eingeborenenleben gewissermaßen als Bestand- teil der Fremdenmdustrie für die ausländischen Besucher konserviert erscheint. Trotzdem die französische Regierung dem Deut« id)cn fo wenig wie möglich Einblick in Algerien gönnt, genügte selbst der kurze Aufenthalt dazu, mit einigem Erstaunen zu beobachten, daß die Berber im Lande ihr Auge scharf auf Angora gerichtet haben, und daß Deutsche, die zufällig in einen französischen Studentenball hineingerielen, von diesen norbasrikanischen Stubcmcn mit a gesuchter Höflichkeit als „bons amis" empfangen und gebeten mürben, dem Balle möglichst lange bcizuwohnen. Auch bas häufige An stauchen bcs Bildes Musta - p h a Kemal Paschas möchte zu denken geben. Im übrigen iah man Algerien im sichtbaren Zci eben der Inflations pertode, das natürlich noch stärker in Italien zu oeobachten ist- allerdings nur dort, wo ber auslairdi'che Frembenzustrom zum anno fanto nicht allzu stark ist. Bon ihm bekam man schon in Berlin einen Vorgeschmack durch ben Ausverlauf der Lire selbst bei großen Banken und in ben Wechselstuben ber Mitropa, mehr noch in Genua burch bie stänbige UeberfüUung ber Hotels. Schon auf ber Fahrt nach Genua fallen als Kriegshinterlassenschaft riesige Fabrikanlagen auf. Mit Reib beobachtet ber Deutsche hier in Dberilalien, wie in den anderen romanischen Ländern rund um das Mittelmeer, besonders auch an der Riviera, die überaus eifrige Bautätigkeit. Keine technische Schwierigkeit ist groß genug, ap landschaftlich bevorzugten Plätzen ber französischen Rivera riesige Hotelneubauten entstehen zu lassen. Aber auch die italienischen, französischen und spanischen Groß- stäbte sind im Begriff, sich durch den Bau neuer Wohnviertel wesentlich zu erweitern. Eine außer« ordentliche Wohltat stellt angesichts ber zahllosen Tunnel bie Elektrisierung ber Eisenbahnen bar, an bie man mit einer gewissen Weh« mut ,)urüdbenft, wenn man auf ber Rückreise burch Thüringen hinter der langsam keuchenben unb schnaufenben, bie Tunnel tief verrußenden Dampflokomotive sitzt. Der erste Anlaushasen auf unserer „Peer Gynt"-Reise war Monaco, das sich ganz unb gar ber Oberhoheit Frankreichs unterstellt hat unb die Paßkontrolle nach dem Diktat französischer Beamter mit der größten Willkür betreibt. Die Herren Franzosen hatten es nicht für zweckmäßig gehalten, ben beutschen Reisenden schon in Deutschland ein Paßvisum für Monaco zuteil werben zu lassen. Erst auf ber iRcebe von Monaco kamen nicht weniger als 6 französische De amte an Bord, bie sich drei Stunden lang damit beschäftigten, den etwa 300 „Peer Gynt'-Reisenden ein Bisum für 48 Stunden ausznstellen, das aus- gerechnet bis Beausoleit gatt, d. h. dem unmittelbar am Hasen liegenden Flecken zwilchen Monte Carlo und der Residenz Monaco. Da ein Ausflug über die Grande Eorniche nach Nizza vorgesehen war hätte es also auf Grund diese: Pahoisums im Belieben ber französischen Behörden gelegen, die Deutschen in Nizza mit den äußersten Schikanen ’.u bedenken. Nicht etwa Ehrgefühl, sondern nur der Wettergott ersparte den deutschen Reifenden diese etwaige Blamage. . Die Franzosen hätten es dem kleinen Monaco denn doch nicht antun können, die Deutschen wenigstens schon am Abend des Ankunftstages daran zu verhindern, ihr Gelb an ber Bank von Monte los zu werben — die übrigens immer noch als Mindestsatz 5 Frank, b. h. etwa eine Mark, nimmt, infolgedessen von der einstmaligen Eleganz des Publikums zu einer ganz ausgesprochenen Kaschemme herabgesunken ist. Die befrackte unb bril- lantbehängtc Welt hat sich von dem öffentlichen Kasino oollstänbig zurückgezogen in den wesentlich erweiterten Cercle des ctrangers. Am nächsten Mor- gen aber bemühte sich infolge aufgekommener See der Tender „Nymphe", ein ehemaliges deutsches Minensuchboot, vergebens um die Ausbootung, so daß Kapitän Dempwolf sich endlich entschloß, die für Deutsche so ungastliche Stätte zu verlassen und den Passagieren zu versichern: .Hierher komme ich nicht wieder!" In ber Tat, es wäre drin- genb erwünscht, daß deutsche Vergnüg u n g s r e i s e n d e französische unb unter unmittelbarem französischen Einfluß stehenbe Orte für absehbare Zeit gänzlich mieben. Diese eine Reise bcs „Peer Gynt", ber als erster beutscher Dampfer seit Kriegsausbruch wieder Monaco besuchte unb Tunis besuchen wollte, hat in dieser Beziehung äußerst lehrreich gewirkt. Wie anders die Aufnahme in Barcelona, wo uns nicht nur keinerlei Schwierigkeiten gemacht wurden, sondern die ganze Aufnahme einen durchaus freundlichen Charakter trug, trotzdem gerade Barcelona den Hauptsitz der frankophilen fatale» nHhen Opposition gegen bie Madrider Regierung bildet. Wie verbreitet bie frankophile Stimmung in Katalonien ist, konnte man bei kurzem Ausent- halt am klarsten ersehen aus ber Tatsache, baß in Feuer am Nordpol» Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Von Karl-August von Lassert. 27. Fortlctzung (Nachdruck verboten.) „I am Dr. Frederick Cook. How do you do?" Nagel, ber kein Englisch verstand, wußte nicht, ob er einen Europäer ober (Eingeborenen vor sich hatte. Doch jetzt kam Sanders zu Hilfe. In wenigen Worten rascher Fragen und Gegenrufe erfuhr man das Wichtigste, bas Sanbers sofort Nagel übersetzte. Die verschlagenen Norbpolfahrer waren Kapitän Cook, ber vermeintliche erste Entdecker des Nordpols, und vier Begleiter. Mit ihrem Schiff, ber „Bradley", brangen sie vor über einem Jahr durch die Beringstraße nach Norden vor, ließen sich später sechs Wochen cinsriercn und gelangten in zwölf Monate langer (Eistrift bis hierher. Bei einem Versuche, den Pol im Schlitten zu erreichen, kamen drei ber Teilnehmer um, während Cook mit dem einzigen lleberlebenben nach ungeheuren Entbehrungen unb Anstrengungen bie „Bradley" wieder erreichte. Die Freude über bas fast unglaubliche Eintreffen ber Luftjchiffer war ungeheurer. Jetzt schien es möglich, Kunde über ihr Verbleiben nach Amerika kommen zu lasten, um ihnen eine Rettungsexpedition entgegenzuschicken, falls sie^auch im nächsten Jahre noch vom Eise eingeschlossen sein sollten. Cook lud die Nordpolfahrer ein, sich fein Schiff anzusehen unb eine einfache Mahlzeit bei ihnen ein- zunehmen, wie es der Küchenzettel des Poles erlaubte. Zu allgemeiner Ueberrafdjung stellte sich heraus, baß Cook, besten Vater noch Koch hieß, rein beutscher Abstammung war unb seinen süddeutschen Dialekt völlig beherrschte. Während die Besatzung der Fahrzeuge zurück- blieb, zogen die vier Führer des Unternehmens sich rasch winterliche Kleidung an. Denn obgleich es in der Sonne ganz gemütlich war, zeigte das Thermometer doch 15 Grad Ställe. (Eine Viertelstunde später faßen alle in der engen, aber warmen Kabine Cooks bei einem Glase dampfenden Grogs beisammen. Zunächst berichtete Sanders in großen Zügen über ben Zweck ihrer ffraehihon. bi» ber Entdechmg des Dermuteten unbekannten Erbteils galt, verschwieg aber bie daraus gegründeten Pläne. Dann erzählte er, was seit einem Jahre in der Welt geschehen war. Daß von Frieden und Erlösung immer noch die Rede sei, daß die Franzosen bas machtlose Deutschland nach wie vor drangsalieren und daß Amerika mehr ober weniger uninteressiert biesem Treiben zusähe. „Ich wunberc mich keinen Augenblick, daß meine Lanbsleute ihren früher so stark entwickelten Sinn für Gerechtigkeit verloren haben", sagte ber Amerikaner. „Leider wird unsere öffentliche Meinung noch mehr wie in anderen Ländern von einer skrupellosen Presse beherrscht. Mein eigenes Schicksal ist der beste Beweis dafür. Sie werden sich erinnern, wie auf Betreiben meines Konkurrenten Peary ein schamloser Lügenfeldzug gegen mich einsetzte, der mich schließlich als Schwindler, Betrüger und Verbrecher brandmarkte. Ich sollte die ganze Zeit, während ich am Pol weilte, nur wenige Kilometer von Annoatok entfernt geblieben fein. Alle meine Auszeichnungen, meine täglichen Beobachtungen, meine Notizen wurden als gefälscht hingestellt. Ich hatte ja keinen Weißen als Zeugen, nur zwei arme Eskimos, deren Aussagen man nicht glaubte. Meine (Entgegnungen nahmen die bestochenen Blätter einfach nicht auf ober versahen sie mit hämischen Glossen. Da brach ich mit ben Nerven zusammen. Ich erroieberte auf keine Angriffe mehr unb zog mich von jeber Berührung mit ben Menschen zurück. Allmählich erst erholte ich mich wieber unb veröffentlichte zwei Jahre später auf Anraten meiner Freunbe mein Buch über bie (Eroberung bes Nordpols, in welchem ich alle Aufzeichnungen unb Daten aufs genaueste angab. Wer biefes Buch lieft, muß bie Ueberzeugung gewinnen, daß ich allein ber erste unb wahre Entdecker des Pols bin, und die Zeit wird mich vielleicht glänzend rechtfertigen." 2. Cooks Zuhörer waren von ber Tragik dieses Forscherschicksals ergriffen. Mochte er sich vielleicht geirrt haben, ein Schwindler schien dieser Mann sicher nicht. Stratoff allein faß mit spöttischem Gesicht da und wandte sich als erster an den Amerikaner. „Verzeihen eie, Herr Cook, wenn ich als Rüste unb Bolschewist ein wenig offener bin, als es ber Ton ber sogenannten guten Gesellschaft vorschreibt. Ich möchte Sie um eine kurze Erklärung bitten; einer Hauptstraße eine Buchliandlung sich ausdrück- lich als Jibraine ejpagnole" bezeichnete im Gegen- faß zu der dreifachen französischen Konkurrenz der lidrairies francaifes zur Rechten, zur Linken unb gegenüber. Nichtsbestoweniger lief in Barcelona schon feit längerer Zeit mit sichtbarem Erfolg der beutlet)« Nibeluugenfilm Das Deutschtum ist in Barcelona gut vertreten durch ben Generalkonsul von Hassels einem Schwiegersohn bes Großabmirols von Tirpitz. der mit geradezu winzigen Mitteln so aut für bie deutsche Sache arbeitet, daß bie französisch« Kammer sich unter lustigen Angriffen aus ihn unlängst entschlossen hat, bie Summe von 3 einhalb 'Millionen Frank öffentlicher Gelder für französische Propaganda nach Barcelona zu werfen, was wohl das Tausendfache der Beträge an Privat geldern ist, die bert für bie beutfaje Sache wirken. Aus wirtschaftlichem Gebiet herrfchte zur Zeit unseres Aufenthaltes in Bvrcc Iona eine nervöse Stimmung, ba bie Unsicherheit über das Schicksal des deutsch.spanischen Handelsvertrages alle geschäftlichen Beziehungen zu Deutsch- land hemmte. Peinliche Eindrücke blieben uns nach dem Anlaufen von Algier, wo übrigens die Hafenbehörde keine Schwierigkeiten bereitete, auch auf der Weiterreise in s ü d i t a l i e n i s ch e n Häfen nicht ganz erspart. In Palermo lag unmittelbar neben uns der gute, alte, deutsche Vergnügungsdainpser „Meteor", ber noch seinen alten Namen, aber bie norwegische Flagge trug unb ber seine Reifenden mit der eigenen Motorpinaste schnell an Land befördern durfte, während wir an dieser Beförderungsart durch die Hafenbehörde verhindert waren und uns italienischer Barken zu bedienen hatten. Freilich, neben dem Nebeneinanderliegen der beiden Dampfer wurden wir fo recht gewahr, wie beengt die Passagiere des kleinen „Meteor" leben unb welch breite Bequemlichkeit ber „Peer Gynt" seinen Fahrgästen bietet Die älteren Italiener haben ihre beutschen Sprachkenntniffe nach Möglichkeit wieder ausgegraben, unb die Jungen beginnen es im Interesse des Verdienstes von den zahlreichen deutschen Frem den zu lernen. Auf dem stolzen Monte Pelegrino waren deutsche Wandervogel, bie mtt wenig Gro- scheu in ber Tasche ganz Italien burdjpilgertcn, bie einzigen Besucher, bie wir antrafen. Wieber ging uns ein Stich durchs Herz, als wir in Neapel plötzlich neben uns bie herrliche, einst von unserem ausgezeichneten Kapitän Dempwolf geleitete .Kaiserin Auguste Viktoria" unter englischer Flagge unb bem sinnlosen Namen „(Emprcß os Scottland" sahen. Bestenfalls konnte uns bie Schadenfreube über bie grünblich hereingefallene englische Reeberei trösten, bie für ihre Mittelmeer- reife mit dem 25 000 Donnen-Dampfer ganze 450 Passagiere aufgebracht hatte. Unvergleichliche Stunben auf Capri aber zeigten uns dieses Juwel des Mittestneeres wieder als das alte Idol unb Idyll der Deutschen. Deutsche Maler, deutschsprechende Kutscher unb Gasthaus- angcfteUte, blonde Haare und blaue Augen und die gute, alte deutsche Flagge auf so mancher Gaststätte. Alles wie einst in besseren Zeiten. Dann schließlich ober, nachdem wir von unserem braven „Peer (9nnr in Erinnerung an stürmische Nächte und herrliche Sonnentage Abschied genommen, noch einmal auf der Rückreise ber Ein burck oer (Entente rancunc gegenüber Deutschland: auf dem Mailänder Bahnhof eine Unzahl ber oer- schiedensten Expreßzugwagen, bie ben Verkehr zwischen Sübofteurapa einerseits, Paris unb Lonbon anderseits von Deutschland ablenken. So reich die Reise rund um die Romanische See an landschaftlichen Eindrücken ist, so wenig er. ingelt sie für ben politischen Betrachter der Wermuthstropsen, bie so lange nach Kriegsende bem Deutschen in den Becher der Freude über den sonnigen Süden gegojfen werden. Mistiges Bestehen der Preisprüsnngsstelle Oberhessen. Dor einigen Sagen tonnte die Preis- prüfungsstelle für Oberhessen auf eine zehniährige Tätigkeit zurückblickrn. Wohl manchen wird es intcrcffieren, einige (Srinne- tu gan aus der Gründungszeit und ber zehnjährigen Tätigkeit dieser Stelle zu hören. Sie wurden vor einiger Zeit von einem amerikanischen Gericht wegen Betrugs zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Hängt diese Strafe auch mit Ihrer vermeintlichen Entdeckung des Nordpols zusammen?" Diese unvermittelt« Frage schlug wie eine Bombe ein. Alles blickte starr auf ben Amerikaner, der seinerseits keine Mine verzog. Schließlich antwortete er: „Sie haben ein Recht zu bieler Frage unb sollen auch bie volle Auskunft erhalten." (Er richtete sich auf unb sah Stratoff fest an. Dann fuhr er fort: „Jawohl, meine Herrschaften, Sie sehen in mir einen entflohenen Zuchthäusler, einen Menschen, von bem fein anständig Gesinnter 'mehr ein Stück Brot annehmen würde." Stratoff nickte befriedigt und blickte auf Linda, bie vor Verlegenheit kaum auszusehen wagte. Keiner ber Anwesenden 'sprach ein Wort lieber allen lastete das Gefühl einer tiefen Beklemmung. Cook fuhr fort: ,Lch reifte in ben Staaten umher und suchte Gelder für ein Erdölunternehmen zusammenzubringen. Viele Kapitalien flössen mir zu. Hätte man mich gewähren lassen, fo wäre alles gut gegangen. Aber meine Feinde ruhten nicht Offen bezeichnete man mein Unternehmen als Schwindel und erreichte es schließlich, daß eine Anzahl meiner Geldgeber die Anklage gegen mich erhob. Da ich feine Auskunft zu geben vermochte, wo die von mir vermuteten Petroleumlager sein sollten, wurde ich zu langjähriger Freiheitsstrafe verurteilt." „In welcher Gegend beabsichtigen Sie, auf Petroleum zu bohren?" fragte Nagel. ,Z)ier am Nordpol." Der junge Ingenieur fuhr auf. „Bitte, erklären Sie sich näher!" rief er eifrig. „Was brachte Sie auf den Gedanken, baß hier im arktischen Ozean ein Gebiet sein könnte, auf bem sich Erdöllager befänben?" Auf meiner Cntbeckangsfahrt jum Pol im Jahre 1907 beobachtete ich an brei Stellen weit im Weiten bie Konturen eines ausgedehnten Landes, das zu erforschen mir die Zeit verbot. Bereits auf früheren Reifen hatte ich die Ueberzeugung gewonnen. baß sich in der«Arktis ein großer, unbekannter Kontinent befinden müße, der möglicherweise große Schätze an Kohlen, Vinerasien und vielleicht ötenstay, 28. April 1925 Dav zweite Krieasjadr. 1915. batte sich in» Westen wenig glücklich angelassen. Der Aazrisss- Irieg war auf der ganzen Linie zum Stttt.mgs- (tieg geworden. Auch im Innen, mehrten sich bie Schwierigkeiten. Die mangelnde Zufuhr an Brotgetreide. Fei' Kolonialwaren Terütten ufw. drohte die Preise inS Unendliche -u steigern. TDcnn auch manche dieser Preise, verglichen mit den heutigen, als niedrig an zusetz m swd. io erscheinen sie doch im Vergleich mit b-n früheren Frieder-Preisen unerschwingl ch Schlimm c aber als die durch den Mangel bedingten Preissteiae- rungrn war der,Wucher, ber Ketten- unb Ser Schleichhandel, gegen ben jede gesetzliche Bestimmung übet die normale Derd-ienstspaniw usw. machtlos uxu Man mußte eine gewisse Wirt- schastspolizei fchaffen. eine Stelle die an Hand von Sachverständigen alle Ausschreitungen auf dem Gebiete der Wirtschaft seslftellte und. soweit notwendig, ben Gerichten zur Weiterverfolgui g übergab. Es ist ein Beweis für den wirtsck-aft- ließen Scharfblick und bie richtige Erkenntnis wirtschaftlicher Zufarnmenhänge. baß einer ber ersten, ber auf diesem Gebt ste organisalvrisckx: Maßnahmen ergriff, ber frühere Provinzialdirektor der Provinz Oberhefier. der jetzt iit Rheinhessen wirtende Gemeimerat Di 11 f i n g e r war. Aus Anregung des bamaligea Regierungs- Assessors Walter in Friedberg mürben die ersten Verhandlungen über die Schaffung einer Preisprüfungsstelle für die Provinz Obcth?ffeu eingeleitet, die bann im Laufe des Herbstes zur Schaffung einer solchen Stelle führten. Gs liegt in der Qlatur der Sache, daß die Tätigkeit einer solchen Stelle in erster Linie von der Fähigkeit der Leiter und der Auswahl ber Mitarbeiter abhängt. Auch üi dieser Hinsicht zeigte der frühere Provinzialdirektor feine glückliche Hand. Er berief sich als juristischen Vorsitzenden den Regierungs-Assessor Walter, als wirtschaftlichen Vorsitzenden ben Pros. 'Tc. Klebe r ge r und ließ aus Grund der Dorschstige der Kreisausschüsse der Kreise der Provinz 12 Unterausschüsse bilden, die als sachverständige Gremien die Emzelfragen bearbeiteten Trager ber Geschäftsführung war neben ben geschästssaärrn- den Vorsitzenden ber geschäftsführende Ausschuß. der aus 6 Mitgliedern bestand, von denen die Herren Oekonomierat Heck- Alsfeld. Rentner Koch-Alsfeld, Oberbü.germc'.'ter Keller- Gießen, in Vertretung ©tabtbaurat Braubach, Bürgermeister Dr. K a tz s e r - Bad-Rauheim. In Vertretung Beigeordneter Kling und b^r Unterzeichnete heute noch tätig sind. Reben der später geschaffenen Ersahmittcl- stelle der Provinz und dem ViehhaTrdelstt rband der Provinz war die Preisp-ü!ungsstelle ber Provinz eine ber wenigen Stellen m deutschen Reiche, die wirklich positive Arbeit geleistet hat und noch bis heute eine recht schwere und oft wenig anerkannte Ar bett in aller Stille leistet. Man hat oft gegen die Preisprüfungsstelle>i un allgemeinen und auch gegen unser Preis- prüfnngsstelle ben Vorwurf erhoben, sie hätten ja bie Preissteigerungen nicht ucrbinbcif. seien also zwecklos gewesen. Gin solcher Vorwurf, wie er sogar von manchem gcbUbeten Mensch, und selbst Vertretern mancher- Verwalkungsbebörk r erhoben worden ist. zeigt unS. tote wenig Verständnis für wirtschaftlich; ^fragen in unserer Bevölkerung, selbst in gebildeten Kreisen, vorhanden ist. Die Preisprüfungsstellen konnten und Irinnen Preissteigerungen, die aus wirtschaftlich r Rotwenbigkett unb Gesetzmäßigkeit erfolg . nicht verhindern, dies war selbst zur Zeit b?r ö'f it- lichen Bewirtschaftung ber Gegenstände b > täglichen Bedarfes unmöglich und ist auch heute noch so. «Beweis: bie Preissteigerun ze.n Li land.) Die Aufgabe der Preisp "üiurg^stellen konnte es nur sein, die Berechtigung von P. 'is- bildungen unb evtl. Preissteigerungen rach -u- prüfen und Auswüchse zu verfolgen. Gcrai" auf diesem Gebiete aber hat sich bie PreiSprü u.'.gS- stelle Ober Hessen bbibenbe Verdienste eTmorcen, und ihre KalkulationSentwürfe und O'-gani- sationen sind nicht allein in Hessen, sondern auch im ganzen Reiche vorbildlich geworden. 2s Mg in der Aatur der Sache, baß Handel und Gewerbe sowie Landwirtschaft ber neuen S' !’.e zunächst abwartend, oft sogar feindlich gege überstanden. Das änderte sich aber bald. Man erkannte zuerst wohl in den Kreisen des Handels, daß von dieser Stelle für den reellen Kaufmann auch an Erdöl enthielte. Am äußersten Nordmnde von Heibergland fand ich fossile Stümpfe großer Bäume und verkohlte Ueberrefte einer einst reicyen Flora. Dasselbe ist in Alaska der Fall, wo es bekanntlich die großartigsten Mineralschätze gibt. Dann erinnere ich an die Kohlenfelder in Spitzbergen, das in gleicher geographischer Breite liegt wie das von mir vermutete Land " „Und auf derartig vage Vermutungen hin gründeten Sie eine Gesellschaft zur Gewinnung von Erdöl?" fragte Stratoff lachend. „Ich gestehe zu, höchst unvorsichtig gehandelt zu haben", antwortete Cook. „Doch sah ich keinen anderen Weg, um die nötigen Gelder aufzubringen. Zur Erforschung des neuen .Kontinents allein hätte ich niemals die erforderlichen Mittel erhalten. Ich benutzte die damals in Amerika herrschende Stimmung, die durch einige neue Oelsunde erregt war. Niemals habe ich behauptet, daß die Petroleum- lager bereits crbohrt wären, sondern nur bre große Wahrscheinlichkeit eines reichen Vorkommens betont. Ebenso mußte ich meine Geldgeber über den Ort der vermuteten Erdschätze im unklaren lassen, weil mir sonst niemand geglaubt hätte." „Man sah dann wohl bald das Unrecht Ihrer Verurteilung ein und entließ Sie?* fragte Linda. Der Amerikaner lachte bitter. „Mit Hilfe einiger Freunde, die trotz allem an mich glaubten, entfloh ich dem Zuchthause und begab mich, mit falschen Papieren versehen, nach Mexiko. Dort rüstete ich mit den mir noch zur Vertilgung stehenden Mitteln die jetzige Expedition aus. Ich wollte versuchen, das Polargebiet diesmal von der anderen Seite zu bezwingen, um möglichst das von mir oermuteie Neuland aufzufinden und die dort erwarteten Bodenschätze fest zustellen. Aus diese Weife hoffte ich mich zu rehabilitieren. Tatsächlich trieb uns die Trist nach Verlauf von zehn Monaten in nur 200 Kilometer (Entfernung an der Stelle des vermuteten Neulandes vorbei Ende^Mai unternahmen wir einen Vorstoß mit unserem Schlitten. Aber das Glück mied uns. Als wir die halbe Strecke zurückgelegt hatten, geriet der Schlitten in eine unsichtbare Eisspalte und versank. Drei meiner wackeren Begleiter ertranken, während wir beiden Ueberlebcnben uns nur mit Mühe zu retten oer- mochten." (Fortsetzung folgt.) eenem WW! F LC * 6J>i*z "^®C **ew***—— &£&V i«Ä ■>>;• £•*»&<£ ft.s gtei »% &!"« öl' S »•tf«! S',5 spb-/ Wk l>d flevW «ein-old lch>°'' war 5< £ DereheM Äl« setne furt, _amh U f«"6, Urgen .*' mit »>n siniment t ii»i?'. möiM I n.ori »«' Mleft,1 fcjrliM ajirt w" - Ton de zehn %ü der größte Mulme o im aUgrm« der ich°n »er Mal« i|t in crftc der beutld) Sie 5t noch nmb säße. 2fuf gerechnet m Zöllen von artig starke lande mit I« Konkurrenzm Las beweis Ingaben bei daß die 2lw aus 52 Prc auf 42 Prl gegangen lf Wer Io Id M hauptsi zu hoben schmensrach liegenden, Betracht U die auägeft den. Die m lOTonnr fcrnung in bei unberüc nen im Qlui genießen: Einte Jeulschland Italien Mechoslow Belgien Tccmlreich Qeitmeich Ä uM üiektungm Mchinen'^ geren Fra vor einer Drson sähe öunh Tiäenschafi i'wufiric u feilung üb Es M n, iichtigi, da das Fertig den Preis dort der 1 Ölen (f tilgen Mitren, Hi K, Dinge Umsatzsteuer w Hera, liit bi *°)u tomnt cmem ort« der C lanöi toeiti jungen, sowohl “für auch beim „„.Die A uuch von polltjk kurz w M«r Mu &nfl W Haber I>r, meeiiifbc! o , (S. iu • • •« < \ .-<•, • ,i bet --r- ■:a ■. ,r r» Bauer, frankfurter Ltr 1; Viktoria-Troger«. -wln-: . .'>. . uivcrsiläts Slpvthrke zum golheueu Engel, A.Habrik. Marktplan ivtniral.-Trooerfc Emil ttarn, w.-fnilftn; KlreuA-Trogertr Augutt 'HoU, Bahn bösst v. Sl, .'irußgd^Tvpsevic 9i olL Ncullaßt L^- Slarkeuburg iv;'> ULH. Der Don-KosaKen-Chor naturverbundene Geben wertet werden kann. —ui— zu wie der als ixtoang den Hörer >s des Kosakenvot.es leiht bei Aus der Provinz Landkreis Gießen. Im grollen Saal der „Philharmonie" C&erlin. Laufende von Menschen lauschen. ihnen ein starkes Ratur- und Heimatgefühl erwachsen. Raturge.vallen, QIaturfräfte, von denen sie abhängig sind, werden für sie zum Symbol („Mutter Wolga"), eine ständige Erscheinung bei Naturvölkern. D e Weite der Ebene lässt den Gedanken des Verbundenseins wach werden im religiösen Erlebnis, als dem Inbegriff höchster Fülle. Dieses Er.chauern, die'e Andacht, s'e prägt sich aus in den kirchlichen Gesängen Das ist Gottesdienst im idealsten Sinne, denn e?> ist rell- giöses Erleben, getragen von höchster ©armr.l’iiig und gläubiger Einsalt und Hingabe. „Großer Gott, wir loben dich." Mußte das nicht jeden er- wieder schweben zarte Töne durch das Klang- gewölbe, wie Wellen schwingt es sich weiter bis In den fernsten Winkel des gewaltigen Raumes. Des Textes sind nur wenige Hörer kundig, aber dennoch sind alle gebannt durch das, was gesungen wird. Eine große weihevolle Stimmung belebt alle, — da werden Wellen geoncnbarL Kosaken singen —! Kosaken!? — Denkt man nicht an jene Augusttage vor einem Jahrzehnt? Doch nein, man kann an nichts anderes denken -- man ist ergriffen — die Kunst adelt Alle die Eindrücke, die ich vor Monaten erlebte, wurden wieder im Konzert drs Don-Kosaken- 1 Chors wach, und das Erdgeborene, Elementar- Bei jungen Modellen speciell in dei Entwickiungsjahren zeigt das ßlut oft einen Mangel an roten Blutkörperchen, es ist daher notwendig, daß ein normaler Blutzu- stanc geschaffen wird und die weiblichen Funktionen befördert werden; durch den Gebrauch voe Wilhelm Rühl war gedrängt voll an Mtt- gliedern und Gästen. Die musikalische Leitung lag in den Händen von D. Pfeiffer (Wieseck). Unter den Leistungen verdient besonders die Kindergruppe W'cseck lobende Erwähnung. Auch alle anderen Gruppen boten ihr Bestes im Einzel- und Zusammenspiel. Stuf den Vorschlag des Wanderwartes Faber (Reiskirchen) unternimmt der Bund in diesem Jahre eine dreitägige Wanderung nach der Wasserkuppe zu den Segelflügen und noch zwei Tagesausflüge nach Braunfels und Greifenstein. Um 6 Llhr schloß bet Vorsitzende die wohlgelungcne Tagung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie der guten Sache Merkwürdige Abneigungen. Die Rervcnheilkunde kennt eine Fülle von merkwürdigen Abneigungen und Beängstigungen, die sich bei einzelnen Menschen auSbtlden und ins Krankhafte übergreifen können. Aber aud> bei gesunde Mensch hat seine „Anfechtungen" und mag häufig irgend etwas ganz Harmloses nicht tun, Vas der Durchschnittsmensch ohne jede Hemmung vollbringt. So erklärt z. B. ein be- meiften in der Welt hasse, find: mir die Haare schneiden zu lassen und eine P a k e t a d r e s s e tannter Dichter: „Die beiden Dinge, die ich aui auszusch reibe n." Die -Zahl derer, denen bas Haaieschneiden eine fast unerträgliche Prozedur ist, fd)eint überhaupt viel größer zu sein, alö man gemeinhin ünniinmt. Ebenso gehört zu den verbrei^ten Abneigungen unter den Männern die, sich beim Schneider Maßneh m e n zu lassen und neue Sachen anzuprobieren. Es gibt Leute, die sich nur aus dem Grunde fertige Kleider kaufen, weil sie das Maßnehmen durchaus nicht ertragen können. Andere wieder bringen es nicht fertig, sich neue Äch n ür - senke! in die Stiefel zu ziehen: sie sind fleißige Menschen, die vor der Arbeit an sich nicht die ac-- ringste Scheu haben, aber sie möchten sich lieber jeder anstrengenden Tätigkeit unterwerfen, als grabe die Schnürsenkel einzuziehen. Daß jemand nicht gerne Briese schreibt, ist eine weit verbreitete Abneigung, aber es gibt Menschen, die gern viele Briefe schreiben möchten, wenn sie nui nicht diese Briese In em Kuvert stecken, sie schließen und mit einer Marke bekleben müßten. Frauen tragen deshalb so selten Füllfederhalter, weil es ihnen unangenehm ist, die Tinte einzufüllen. Häufig findet man bet sensiblen Menschen die Abneigung, über Samt zu streichen oder irgendwelche Metalle anzu, fassen. nichts zu fürchten sei, daß daher eine Spannung zwischen anständiger Geschäftswelt und Preis- prü.ungsstelle nicht zu bestehen brauche, ja. im Gegenteil, je länger man nebeneinander arbeitete, um so öfter wurde der Schuh der P. P. gesucht und oft wohltuend empfunden. Aehalich so ging es auch mit dem Handwerk, das vielfach erst von der P. P. zur Kalkulation erzogen werden muhte und nach einer oft erbitterten Feindschaft heute den Wert und die Mitarbeit der P. P. wohltuend erfarnü hat. Auch die Landwirtschaft, die sich wohl am längsten ablehnend gegen die P. P. verhalten hat. ist allmählich inne geworden, wie groß gerade für sie und ihren Futtermittel- und sonstigen Handel der Wert der P. P. sein kann, unb gerade die Vorgänge auf dein Geld- und Zinsenmarkt haben in her letzten Zeit allen Eingeweihten die Bedeutung der P. P. im hellsten Lichte gezeigt. Wie schon gesagt, ist die Arbeit aller solcher Stellen und in erster Linie die der P. P. eine mehr ober weniger von den Persönlichkeiten abhängige Sache. Das Verständnis sirr wirtschaftliche Vorgänge, der persönliche Takt des einzelnen Mitgliedes und der Leiter, sie sind in der Regel die maßgebenden Momente für den Erfolg und weit bedeutsamer als alle gesetzlichen Bestimmungen. Man bedenke die Dielseitigteit der Arbeit, die sich vom Getreide- und Brotpreise bis zur fertigen Mahlzeit im Gasthaus, vom Garnpreis bis zum fertigen Anzug, vom Windelpreise bis zum Preise für den Beer- Digungsplah, den Sarg und das Grabdenkmal erstreckte, dann wird man verstehen, daß nur Personen von größtem wirtschaftlichen Verständnis und von großer Vielseitigkeit und Arbeitsfreude hier Mitarbeiten konnten. Der gefchästssührende juristische Vorsitzende, Regierungs-Assessor Walter schied bald auS, um als Kreisamtmann nach Dieburg zu gehen, er hat sich um die Organisation her P. P. große Verdienste erworben. Auch her wirtschaftliche Vorsitzende. Prof. Dr K l e b c r g e r, ist mit dem 1. April 1925 ausgeschieden, da er bei der bevorstehenden LlmsteÜung feiner Tätigkeit nicht mehr in der Lage ist. die Geschäfte in der seitherigen Weise fortzufustren. Dieser Abschied bedeutet für die P.P. wohl den schwersten Verlust, der sie treffen konnte. Was Prof. Meberger in dieser seiner Stellung für ba£ Wirtschaftsleben der Provinz gewesen ist. läßt sich hier mit wenigen kurzen Worten kaum ausdrücken. aber sagt nicht zuviel, wenn man behauptet, daß ihm wohl bei weitem der Löwenanteil an den Erfolgen zu- iDmmc, die die Preisprüsungsstelle Oberhessen in diesen 10 Jahren erringen durfte. Sein eiserner Fleiß, seine unbestechliche Persönl chkeit, verbunden mit einer schnellen, klaren Auffassungsgabe, ließen ihn, wie ilfinger sich ausdrückte, als den besten Hauptmann erscheinen. Sein Ausscheiden wird in weiten Kreisen des oberhessischen Wirtschaftslebens tief bedauert werden, und auch mancher Privatmann, der in seinen Röten das verschwiegene, graue Haus in der Löberstrahe aufgesucht hat. wird begreifen, daß hier eine Lücke entsteht, die nur wieder schwer zu schließen ist. 3m Interesse der oberhessischen Wirtschaft wäre zu wünschen, daß es den verantwortlichen Regierungsstellen in Darmstadt recht bald gelingen möchte, einen Ersah für diesen Posten zu schäften, der geeignet ist, die Stelle in demselben Geiste und mit demselben Erfolge weiterzuführen. Möchteir diese Stellen nicht vergessen, daß die Zahl der opferwilligen und leistungs- Jfäbigcn Leute für einen solchen verantwortungsvollen Posten in der heutigen Zeit recht gering t ist, und daß die Preisprüfungsstellen vielleicht j noch einmal berufen sein können, eine bedeutende < Rolle zu spielen. v S. Ärumm. Mitglied des Geschästssuhrenden Ausschusses der staatlichen Preisprüfungsstelle Oberhessen. D a r in ft ü b i, 27. April. Kürzlid) ist mit den Crburbeiten für die Hessische Gartenbau- a u sst e l l u n g, die während des Sommers hier ftattfinher. begonnen worden. Das Ausstellung^ gclänbc ist der große Drangericgarteu im südlichen Stadtteil. — Der Plan etnerc Postautover. binbung Darmstadt — Eberstadt — See- h e i m—I ugenheim wurde von den betreffenden Gemeinden abaelehnt, weil die Post, abgesehen von Zinsgrirantten und den Laukoften einer Wagens Halle, Fahrpreise verlangte, die nur wenigen wohlhabenden Kreisen erschwinglich gewesen waren. " D a r m st a d t, 27. April. In den letzten Rächten wurde in zwei verschiedenen Stadtteilen in Wohnungen, deren Inhaber ver- r e i ft waren, ein gebrochen und Wertsachen sowie Kleidungsstücke in beträchtlichen Mengen und von bedeutendem Wert gestohlen. Die Diebe sind wahrscheinlich auf die Wohnungen auf- der Streit um die Schönheit des Gesangstones, der oft die Gemüter der Fachleute erhitzt, hier an den Raturstimmen sand das Problem der Stimmschönheit seine Erfüllung. Dieses . Schwingeirüe, Schwebende unb darum ßeben'Oc; dieses Spiel der stark mitklingenden Partialtöne, im Forte einer Orgel mit vollen Mixturen gleich, über dem bei* füngenben Pianissimoeinzelton wie ein Lichtschein schwebend. Im großen Raum ist die Wirkung derart, daß man einen gemischten Ehor- zu böryi vermeint' denn dort erst kann sich der Klang In seiner Intensität und Schönhllt auswachsen. _5)ie Ausdruckskraft solcher Stimmen läßt den Tert vergessen, man braucht ihn nicht zu kennen; man nimmt nur den Klang wahr, erlebt ihn, denn olics ist ja musikallsche Aeußerung, mus.lalisches Erleben realer Begebenbeiteir. Die inftri-mcntdlc Wirkung der Stimmen findet ihre Auswertung in der Verwendung der Brummstimmen, im Glockenschwingen, und auf diesem klanglichen Untergrund heben sich die Solostimmen ausdrucksvoll ab. Unb her geistige Führer dieses organifd>en Ehmckörpcrs, der ihn ins Leben gerufen, ihm die Wege gewiesen und ihn zu dem erzogen hat, was er heute barstellt: Serge Iaroff. Ein Wink feiner Hand läßt die Klangwogen plötzlich verebben und wieder wachsen, innerste Gespanntheit bei ihm und bei seiner äußerlich fo unbeweglichen Schar: jedes Auge hängt an ihm und fötal ihm zur innigsten Verftäumthcit, zur höchsten Klang- ertegung zur überwallendsn Ausgelassenheit in den Reitecliedern. Da schäumt alles über; des Chores Fundament (aud) beim Aufstellen!» als Solist mit elementarem Erwuchs seines Basses, Huillegebeli, Pfeifen — ein Bild aus Dem fernen Osten ersteht vor uns, lebendig gewordenes Volkstum ! Daß dieses Erlebnis für Gießen möglich war, ein Beweis für die Großzügigkeit des Konzert- Vereins: ein Verdienst, das nicht hoch genug ge- liche (spätere rlnholden) und Phaiüasten (Hochstapler). Vorzügliche Präparate zeigten die verschiedenen Gebilde des Gehirns. Das Ziel der Erzi hung und ärztlichen Behandlung dieser unglücklichen Kinder sei, die Hemmungen und Hindernisse zu beseitigen. So darf beftprelsweise die Phantasie nie zur Lügenhaft.gleit ausarten, die leider sich fo oft in Kinderaussagen bei Kri- minalfällcn zeigt. Die Behandlung der psychisch Anormalen erfordere verständnisvolles Eingehen auf die Individualität der kranken Kinder, große Geduld mit ihren Unarten, ständiges Ermahnen zum Richtigen, Anerkennung des guten Willens und Stärkung der Muskel durch Leibesübungen. Schließlich gab der Redner noch für olle Lehrer ungemein wichtige und lehrreiche Ausschlüsse über den bei Schülern zeitweise auftretenden Deftstanz. über Ohnmächten. Krämpfe, Epilepsie und hysterische Anfälle, und wies nach, daß derartige kranke Kinder nicht in Rormalfchulen. sondern in Hilfsklassen den geeigneten Unterricht und die zweckmäßige Erziehung erhalten können, da ihnen ganz besondere liebevolle Behandlung zuteil werden muß, damit auch sie zu brauchbaren Gliedern der menschliHen Gesellschaft herangebildet werden. Reicher Beifall der Zuhörer wurde dem Redner gezollt. KreiSschulrat Gockel sprach ihm in herzlichsten Worten den Dank der Versammlung aus. Er und einige Lehrer führten noch 'Beispiele von Beobachtungen an psychisch anormalen Kindern aus ihrer Amtstätigleit an. zrrcis Schotten. ) ( Ruppertsburg, 26. April. Gelegentlich der Feuerwehrübung am letzten Mittwoch wurde dahier eine freiwillige Feue r- w e h r gegründet. Fast alle Mitglieder der Pflichtfeusrwehr traten ihr sofort bei. Kommandant ist Friedrich Geiß II. B. Burkhards, 27. April. Hier haben sich s ä m t l i ch e W ä h l e r (280) für Hindenburg entschieden: im benachbarten Kaulstoß wählten ebenfalls alle Wähler (81) den General- seldmar schall bis auf eine Stimme, die für Marx abgegeben wurde Kreis Alsfeld. Alsfeld, 27. April. Im gestrigen Gottesdienst wurden hier 64 Knaben und 42 Mädchen konfirmiert. Llreis Lauterbach. rr. Schlitz, 27. April. Unter außerordentlich starker Beteiligung bei der Reichspräsiden t e n w a h l, die sich in unserer Stadt auf 85 Prozent und in den 16 Schlitzerländer Dörfern durchweg auf über 90 Prozent belief, erlitt der Vollsblock eine schwere Riekftrlage. In Schlitz erhielt Hindenburg 884 Stimmen gegen 525 bei der ersten Wahl: Marx 400 gegen 471. In den Schlitzerländer Ortschaften wurden ff.e Hindenburg abgegeben: 1835 Stimmen gegen 1304, für Marx 83 gegen 207. recht viele Freunde gewinnen möchte. Kreis Friedberg. Bad-Rauheim, 28. Avril. Gestern abend 9'Uhr brach in dem in der Fürstonstraße gelegenen Hotelrestaurant „Schützen- b 0 r Feuer aus. ES nahm feinen Ausgang vom Dachtest des KaininS und hatte bereits auf den Speicher und den Dachsruhl übergegriffen. Die Feuerwehr war äußerst rasch zur Stelle und hatte durch ihr umsichtiges Eingreifen bereits kurz nach 10 Uhr den Brand gelöscht, ohne daß bedeutender Schaden entstanden ist. In späterer Rachtstunde hätte her Brand gefährlicher werden können, zumal es sich um einen Lehmfachwerkbau mit Holz handelt. Kreis Btiorrrgerr. Riüda, 27. April. Der hiesige Gesangverein „Säng e r kr a n z 1 8 39" hatte bei seinem Konzert vor acht Tagen mit der Aufführung der Operette „Die Winzerllesel" von Wielke fo großen Beifall gefunden, daß ein großer Teil der Bürgerschaft die nochmalige Aufführung, zu der jedermann gegen entsprechendes Eintrittsgeld Zutritt hatte, wünschte. Deshalb sand gestern abend die Wiederholung des Konzerts statt. Der große Saal im „Garn- brinus" war wieder völlig besetzt. Der Verein erzielte nicht nur wie bei der ersten Ausführung einen großen künstlerischen Erfolg, sondern hatte auch eine beträchtliche Summe an Eintrittsgeldern erworben. y. Stockheim, 25. April. Heute nachmittag tagte im Weitzelschen Saale hier eine außer- amtliche Kreislehrer Versammlung des KreifeS Büdingen, die von über 100 Lehrern und Lehrerinnen besucht war. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildete ein Vortrag des blnivcrsitätsprofessors Dr. Aaecke aus Frankfurt a. M. über „Psychisch anormale Kinder" Rachdem Kreissahulrat Gockel von Büdingen den Redner herzlichst begrüßt hatte, schlldrrte der Vortragende zunächst die gewaltigen ^Interschiedc zwischen dem Gehirn dcs Menschen und dem eines hochstehenden Tieres, und erklärte dann in recht saßlicher Weise den normalen Ausbau deS Gehirns eines gesunden Menschen. Hierauf ging er auf die älrsachen der anormalen Bildung und Entwicklung des Gehirns über und führte die daraus folgenden krankhaften Erscheinungen und Zeichen des Schwachsinns solcher Kinder an. die er in 4 Hauptgruppen einteilte, in ileEererregbare, Haltlose, moralisch Llnempfind- s. Altenbuseck, 27. April. Am Sonntag veranstal e-e der L a h n h ö h e n b u n ö (Vereinigung der Mandolinen-Wandervereine eine Bundesfahrt nach Altenbuseck. Leider hielt das regnerische Wetter eine Anzahl Vereine vom Kommen ab. Erschienen waren die Ortsgruppen Altenbuseck, Reiskirchen. Rodheim a. d. B., Trohe, Wiescck und Wismar. Der Tagung ging ein Umzug durchs Dorf voraus, bei dem etwa 30 Mitglieder spielten, und der die ganze Gemeinde auf die Beine brachte. Der Saal bei Gastwirt war gedrängt voll an Mitten. Die musikalische Geltung merksam geworden, weil die Rolladen ft an* big heruntergelassen waren. — Der Bäcker Aloys Dielweber, der kürzlich wegen Brandstiftung vom Schwurgericht zu e l f Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, bat gegen das Urteil Revision beim Reichsgericht eingelegt. (Er hatte den großen Brand in Babenhausen verursacht, bei dem über 20 Gebäude vernichtet wurden.) Kreis BLetzlar. G. Krofdorf. 25. April. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde u. a. auch über eine Autopersonenbeförderung zwischen Krofdorf unb Gießen beraten. End ültige Beschlüsse konnten hierüber noch nicht gesaßt werden, jcdoch stand man einem solchen Projekt sympathisch gegenüber. Sehr zu begrüßen wäre es, wenn die durch den Krieg unterbrochenen Verhandlungen betr. einer elektrischen Bahnverbindung von Gießen nach Krofdorf wieder aufgenommen würden. Unser Ort würde heute wie damals vollauf zu haben fein. Man könnte sich gewiß für beide Teile großen Vorteil versprechen. " G. Krofdorf, 27. April. Bürgermeister Braun ist seit dem 1. April aus seinem D i e n st geschieden. Seit 'Jlooember 1906 hat er hier als Bürgermeister gewirkt. Unter seiner Amtszeit sind zwei für Krofdorf segensreiche Werke erstanden, nämlid) die Wasserleitung und das elektrische Licht, letzteres im Anschluß an das Gießener Elektrizitätswerk. Daß er für beide Werte alles daransetzte, wird der ermeßen können, der mit ihm zu tun hatte. Aud) für eine elektrische Bahnverbindung mit Gießen hat er alles darangesetzt. Diese wäre auch, wenn nicht der Krieg dazwischen gekommen wäre, gebaut worden. Leider hört man eben wenig davon. Bürgermeister B r au n war schon längere Zeit wegen Krankheit beurlaubt. — Am letzten Montag wurde der neuernannte Bürgermeister Brokmeier, welcher die Stelle kom inissarisch vertritt, in fein Amt eingeführt und dem Gemeinderat vorgestellt. Hc i-Nadsau. bl. Herborn, 27. April. Die Stadtve r ordneten beschlossen in ihrer jüngsten Sitzung die Anschaffung einer Motorseue r s p r t M für die Stadt. Der Kostenbetrag stellt fid) auf 8000 Mark, wovon die Stadt 4000 Mark §u zahlen hat. Mit dieser schon lange ersehnten Einrichtung gedenkt man, Lio freiwillige Feuerwehr bedeutend zu vermindern liio die >Ls 1 ichtseverwehr gänzlich a uh ?, u l o ! e n. bl. Dillenburg, 27. April. Der K.reio - a n o s ch u ß des Dillf reif es hat in feiner letzten Sltznna beschlossen, bei der Negierung in Wics- schüttern? Oder die überirdischen Klänge aus der Panichida (Trauermcsse)? — Unb so schwingt sich alles, was das Volt erlebt, in seinen Gesängen aus: Das Volk in seiner mühseligen Arbeit (die Barkenschlepper), die Ratur in ihrer Gewalt und Symbolit, der Beruf des Soldatenvolkes (das Reiterleben). Alles fast von jedem einzelnen int Volke wieder erfahren, darum von jedem wahr wiedergegeben: frei von allem An- gepfropsten, daher die Urkraft in ihrer Elementargewalt. Jahrhundertelange Tradition ließ dies Erlebnisgut anwahsen, unverfälscht durck) fremde Einflüsse. Oft ist der Rame dessen verschollen, der die Werke schuf — aber das Werk selbst lebt als Träger allgemeinen Empfindens und Erlebens: denn nur das wird vom Volke erhalten, was ihm zusagt und ihm gemäß ist. Aus seinem Erleben heraus bat sich das Volk einen eigenen Stil geschasfen. Das Gemein-' fchaftsleben ließ alle sich der einen Empfindung unterordnen: Gemeinschaftsgesänge, Wechsel- gefängc. In ihrem Ausbau und in ihrer Form weichen sie oft von dem ab, was bei uns llZrauch ist: fast könnte man den Stil als symphonisch bezeichnen. Jede einzelne Stimme crfd)e ut als wichtiger Faktor in der Gesamtgestaltung: ja. man ist geneigt, von einer Instrumentierung in Ettm- men Hu fpred)en. Und das ist eben nur möglich, weil lebe Stimme ein ausgeprägtes Individuum barst eilt: rein, unverfälscht, in feiner Eigenheit den Charakter offenbarend: jedes ©piD je nach Eigenart verteilt, ilnb obwohl es alle Ratur- fanger sind, beherrschen sie dkle A.'sdrucksmög- lichkeiten, fast instinktiv dem Innersten nachgebend. Ein Crescendo toi? in dem Chor aus der Panichida ft ht geradezu einzig da. Die Höhe In strahlender sieghafter Kraft und glcidi barauf wieder Töne unglaublichster Zartheit, aber nie weibisch, weichlich: -art im Berklingen. Und die Bässe, in g loden baffer Fülle fchwmgend, mit schier unergründlicher Tiefe, Stontratönc, wie man sie bisher Wohl nur von Russen gehört hat. Unb Da klingt etwas durch den weiten Raum Das Fernwerk einer Orgel. Roch täuscht Klang. Männerstimmen? — Ist e6 nicht, sängen zarte Knabenstimmen mit? So sein liegt ein silberner Glanz über dem Ganzen. Die Ton-- woge wächst, immer stärker hallt e§ heran, und nun braust es wie eine große Orgel mit vollem Werk durch den Saal. Dec Klang bricht ab, wird dar Aussehen frischer und rosige I Wangen zieren das Gesicht. Preis Hi Fl. Mk. 3.-, Vi FL Mk. 1.75 Lccltcrrlndragfies Sduditei Mk. 2-50 Zu haben in Apotheken end Drogerien Galenus Chem. Industrie. G.m.b.K. Frankfurt a M. LVerlianfsetelleo in Gießen: Cialra -Braaerle, SchslitritBe; Germania-Drog., Frankfarter St..39 3634V baden btt Einrichtung einer Sutobmoerbin» düng Laasphe —Dillenburg zu beantragen. Weitere Äutoverbindungen von und nach dem Dill- freit sollen cbenfaUe in Erwägung gezogen werden, sobald die Verhältnisse dies geboten erscheinen lassen. fpd. Ä o n l Q ft c t n . 27. April. An dem Q5c- fiber bei einsam zwischen Königstein und Aeuenhatn im Walde belegcnen Gasthauses Reinhold Bartsch wurde vermutlich schon am letzten Freitag ein Mord vollführt. Borlsch war 57 Jahre alt und starb vor seiner dritten Verehelichung. Sr lebte allein in dem Hause. Als seine Braut, eine ältere Frau aus Frank- furt, am Lamitagvormit.ag die Behausung betrat, sand sie den Mann tot in einer Blutlache liegen Dem Wann war die Schädeldecke mit einem Beil ober einem ähnlichen Instrument gespalten, so dah der Tob sofort eingetreten sein muh. Bon dem Täter feMt bis jetzt jede Spur. Auch ist es bis zur Stunde nicht möglich gewesen, sesizustel'en, ob etwa ein Raub- mord hotliegt. Die zweite Frau deS Bortsch suchte vor vier Jahren^ da sie von ihrem Manne sehr schlecht behandelt wurde, mit ihrer 17jährigen Tochter den Tod im Main. Wirtschaft. Eisenbahntarife und Exportfähigkeit. Von der deutschen Gelamtaussuhr tarn In den zehn QHonatcn des Jahres 1924 mit 13 Prozent der aröhle Anteil von allen (Zweigen der Fcrlta- inöuflrie auf den Maschinenbau. Es liegt also im allgemeinen Interesse. alles auszubieten, um der schon lange dauernden schlechten Lage in der Maschtneninduslrie Einhalt zu tun. Hierzu ist in erster Linie eine grundlegende Aenderung der deutschen Tarifpolitik erforderlich. Di« Frachtsätze illr Maschinen betragen heute noch rund bas 2- bis 23/1.35 epanten . 60,07 t>0,23 60.07 60 <3 Javan . . • l 7i> 1.76- 1,753 1 71 'Hio bc ft an .439 '.Kl n 141 I.44F Wlrn In D-> Cefl. abfjclt »9.0« 53.21 59,07 59,5*1 Prag ... »3,43 ü 12,175 12,4- 12,46 Belgrad . . Ü.72 6 7- 6 7: 6.7. Vudai'-st. . 81 ,865 .85' ..8:5 Oiücaden 1,072 1.082 .1,065 3,07 V'fiabon :0,1.5 «:i,62 20. 25 20.475 Dansta. . SU, 13 8 ,35 SO 30 oUfl. von 120—150 ftg. 54—57, unreine Gauen und geschallene Eber 45—52. Marktoerlauf Grotzoieh rege und ausocrkauft. Kleinvieh und Schweine gedrückt. Bet Schweinen llcberftanb. Berliner Vrodukienbörse. Berlin. 27. Apnl. Am Produltenmartt traten bei sehr Hauern Geschäft Preisrückgänge ein infolge schwächerer AuSlandmeloungen. Drau- und Futtergerste halten rege Aachsragr. Futter- «i titel unverändert As wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizetr, tnärf. 247 bis 250. do. Mai 260.50 bis 257-0. do Juli 255 bis 252,50, Roggen, märt. 220 bis 224 do Mai 209 biS 208. do. Iuli 214 bis 213. Gerste, mäit. 215 bis 233. Futtergerste 192 dis 205. Hafer, märf. 202 biß 211. bo. Mai 184,50, Mais. Mai 184. Raps 395 biS 400. Leinsaat 385 bis 390; für je 100 Kilo: Weizenmehl 31,75 bis 34.25. Roggen- mehl 29 bis 31,25. Weizenkleie 15 bis 15.25, Roggenkleie 16, Diktoriaerbsen 22 bis 27. kleine Trl4i'n 20 bis 22, Suttcrerbfen 19 bis 20. Peluschken 19 biS 21. Ackerbohnen 19 bis 20. Wicken 19 bis 21. Lupinen, blau 10 bis 12. do. gelb 11,50 bis 14,50, Serradelle 14 bis 16. Rapskuchen 15 bis 15,50, Leinluchen 22 bis 23, Tors- mclassc 9,50. Kartosielslockc.i 19.40 biS 19,80, Zucker 17,75 bis 13.50. Buntes Allerler. Gcd/ickituiSfckuluttll durch Luqqeftion. Man glaubte früher an ein besonderes Gedächtnis im yypnotischkii Schlaf, aber nähere Untersuchungen, die das Gedächtnis im wachen und suggestiven Zustand verglichen, waren bisher kaum gemacht worden. Dr. E. L e n k hat nun eine Reihe von versuchen vorgenommen, über die er in der Frankfurter Wochenschrift „$ie Umschau" bendjui. Es wurden im wachen Zustande je lö Silben, 8u* stoben. Zahlen oder auch Gedichte nörgelet en. worauf die Versuch»persan die Reibe zu wiederholen versuchte. Dann wurde Ne Reche wieder norgelesen und das so lange wiederholt, bis die ’lWr1uatt« die Der iuch«person die Reitz. "r erlernt so ei folgten alle anderen Versuche im wachen Zustande Da Schlafhvpnose dieselben Ergebnisse zügte wie Wachsuggestion, tarn in vielen Fällen das letztere '^erfahren in Anwendung. Es ergab sich, dost bat? m suggestiven Instand einmal erlernte Material Diel besser behalten wird als das im wachen erlernte Undewnstt eriatzte Vorgänge werden besser festgehal ten als bewutzic Uent jucht das daraus zu erklären dast bei der Suggestion eine stärkere Konzentrienlng beroorgerufen ivird url^ leelildje .Kräste ausgelöst werden, die bat« Gedächtnis schnlen Andere Methoden der Gedächmieschulung sind die .aeistllcheii Uebnngen" des Dgnatiu» von Loyola und bk durch die indische Poga-Methode hervor gerufene Konzern tratlonssähigkeil. Auch die Suggestion regt da» Kon zentrationsvermögcn an. „Unsere versuche^, sagt der Aersasier zum Schluh, .zeigten die Möglichkeit, im Mens jen Kräfte zu erwecken, die nicht da zu sein scheinen, die sich jedoch durch eine etnsache Methodik betätigen lassen. Diese Expertmentalunletlucunng sollte nur dem Zwecke bienen, die in ,edem schlnni mcrnöcn, grösstenteils unbenutzten Kräfte nachzu weifen. Dio Aufgabe iedes Mcnfch«, ist e» aber, diese schlasende, unbewntztc (fncroie zu wecken, sie in be mutzte umzuwandeln, frei jeden Dogmas, frei van Zwang, in der Freude des eigenen geistigen, fchöpse rischen Gestaltens." Ein Ricsenlcurlitturm bei Dijon. Der erste einer Reihe non Leuchttürmen, die zur Orientierung für den Luftweg doh Paris nach Algier dienen sollen, ist jetzt bei Dijon in Betrieb genommen worden. Er bc findet sich auf dem Gipfel des Mont Afrtquc, der etwa 1800 Meter hoch ist. Das Licht hat eine Stärke von 8 7 4 Millionen Kerzen. und der Lcuchttunn sendet jede 5 Se künden einen Strahl aus, der in klaren Räch ten 500 Kilometer und bei trübem Detter wenigstens 150 Kilometer weit sichtbar fein soll Ein ähnlicher Leuchtturm wird jetzt in her Umgegend von Parts gebaut. Rundfunk-Programm deck Frankfurter Tenders. (2!i<’ bet »Radio-Umfchaa^.t Mittwoch, 29. April. 12 Ahr Nachrichtendienst. 3 und 4 Uhr Win- fchafts Meldungen. 4 bis 5,30 llljr Kinder stunde 5.30 bis 7 Uhr Lanznachmittag des HauSorchr- sters. 7 Llhr Wirtschastsmeldüngen 7 bis 7,30 Uhr Vortrag von Paul Freye über ^Duddhistifche unb brahmanische Märchen" 7,30 biS 8 111)' Funkhochschule. Vortrag von Paul Bckker »Musik- geschichtlichie Wandlungen. 2lcue Wege". 8 bis 8.30 Uhr Vortrag von Architekt Fritz Epstein .Daulict?^ Schaffen und Kunst". 8,30 llhr Ope rette „$>ie Kaiserin", kouzertmätztge Ausführun., durch das Ensemble deS Offenbacher Stadtthc^ter v. • .Trinkt Groscb ire c- Vertreter und lager: jlarih i Co, GteBen, Indi^tralle 57. gur Frühlings-Blutreinigung ist her Gebrauch von Herber-Kernen zu empfehlen Die echten Herber-Kerne erhalten Sie zu 60 ober 30 Gramm nur in Apotheken. Sicher: Universttäts- Apotheke »Zum goldenen Engel". Di« Bestandteile sind auf dec Packung angegeben. 2992A Asthma sofort gelindert unter Garantie! 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