ar. Erster Blatt (75. Jahrgang Samstag, 28. März 1925 Erscheint täglich, aufcer Seen* und feiertags. Beilagen: ® iefjener^ a m i li eti b lätter Heimat im Bild. IHeiaisiEtirgiprel«: 2 Goldmark u. 2u Goldpfennig ffir Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fern sprech-Anschlüsse: SchriftleitNng 112, Der» lagundGeschästsstellebl. Anschrist für Drahtnachrichten. rlnzelaerElesse». poRschrälont«: Zranlfun a. M. 111*. SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn>»,«d Verlag: vrShI'sch« Unlverllliu.vvchr „d $itlit6rederei R. rgisch genug war. Ver- iprechungen zu machen. deren Erfüllung nicht in feiner Macht liegt ? Rein, fort nut aller noch so begreiflichen Verbitterung! Kühle, nüchterne Erwägungen, realpolitische Zweckmäh gkeitsgründe müssen jeden zur Wahlurne führen, der nicht den letzten Rest von Selbstbestimmung über fein Geschick satalist sch aufgegeben hat. Der amtliche Wahlzettel gibt mit seinen sieben 7t am en leider auch diesmal toieber ein getreulich^ Spiegelbild der pol tischen Zerrisfen- beit des deutschen Volkes und der Mnbelebrbarfeit seines Bürgertums. Fünf der ausgestellten.Kandidaten entpuvpen sich bei näherer Betrachtung als reine Zählkandidaturen. Für Thälmann erstrebt die Kommunistische Partei die höchste Würde des Staates, dessen (Stiftens sie mit den gesetzwidrigsten Mitteln wütend bekämpft. Seine Wahl wäre eine Ironie der Weltgeschichte, vor der uns die parallel mit Die Sicherheitsdebatte. Beneschs Vorschläge. Keine getrennten TicherheitSvorschläge (Segen den Anschluß Oesterreichs. Warschau, 27. März. (XU.) der tschechische Außenminister B e n e s ch, der seinen Besuch in Warschau für die nächste Zeit an- aefünbiat hatte, wird nun erst nach Abschluß deS polnisch-tschechischen Aanbeteoertrages h.er- f>er kommen. Von besonderer Seite wird entschieden dementiert, dah Benesch vorge- schlagen habe, einen Garantiepakt getrennt für die zwei D ö l k e r g r u p p en deS Osten- und Westens zu schaffen. De- nesch stehe auf dem Standpunkt, dah nur ein gemeinschaftlicher Pakt von Ruhen sein könnte, ohne sich hierbei auf das Genfer Protokoll oder auf die Zahl der Staaten festzulegen, die einen solchen Pakt zeichnen. Das »Prager Taaeblatt" veröffentlicht die Stellungnahme Beneschs zu der Anschluh- frage. Denesch erklärte, es werde notwe. d:g sein, in dem mit Deutschland abzuschliehendrn Garantiepakt eine Formel auszuneh nen, nach der dje den Anschluh Oesterreichs b e t r. Best immunsten des Friedensv ertt'- 6 es aufrechterhalten werden. S. bald Deutfchlmd in das wirtschaftliche und politische Leben Europas eintritt und Mitglied des Vxk.r- bundes ist, wird es mit seiner 65 Millionen Einwohnern und seiner wirtschaftlichen M cht ein so starker Faktor im wirtschaftlichen Leben Europas werden, dah seine Rachbarn seinen Druck verspüren werden. Mit Oesterreich zusammen würde dieser Druck noch verstärkt werden. Diese Tatsache fei so aurichlag- gebend, dah der Anschluh Oesterreichs an Deutschland auher Polen als den gegenwärtig n Gegnern Deutschlands auch die Tsc^choslowrrk i. Rumänien, Jugoslavien, Italien. Frankreich und Belgien als Gegner finden muh. Die Abrüstungskonferenz Senator Norahs Bedenken. 2 >.i n b o n , 27. März. (TU.) Wie der üöashing- toner „Times"-Korrefponbent berichtet, erörterte gestern der Vorsitzende des Auswärtigen Ausfchustes des amerikanischen Senats, Senator B o r a h , mit dem Präsidenten Coolidge die Vorschläge des Präsidenten für eine Abrüstungskonferenz. Borah erklärte sich mit den Absichten des Präsidenten einverstanden, obwohl er selbst noch skeptisch sei. (fr glaube, daß nur eine organisierte öffent - (idle Meinung eine allgemeine Abrüstung erzwingen könne, und dah eine derartige öffentliche Meinung in Europa nicht existiere. Rußland hätte nach seiner Meinung den Schlüssel für die Weltabrüstung in der 5)anb. Eine weitere Schwierigkeit fei die französische Forderung aus Sicherung sowohl für sich selbst als ckuch für seine östlichen Alliierten, wodurch die Franzosen von jeder Qlb.üftung zu Wasser und zu Lande gegenwärtig abg halten wü.den. Unter diesen Tim ständen dürfe Großbritannien sich schwerlich weiter mit Flottenabrüstungen einverstanden erklären, die England tn eine unterlegene Stellung gegenüber der überwältigenden französischen Militärmacht bringen würden. Rur auf dem Wege der Erörterungen werde es möglich sein, de vorhandenen Widerstande zu beseitigen. Es werde in Washington beweisest, ob bei einer Flotten- konserenz die Begrenzung der Rüstungen erörtert werden könne infolge des engen Zu- sammenhangcS von Flugs! reitkrästen mit der Landmacht und infolge der Schwierigkeiten der Mntcrscherdung zw.schen Militär- und Handelsflugzeugen. Amerika werde es nicht zulassen, dah ole Erörterungen über die Schulde n s r a g e mit der Abr-üstungsfrage verbunden werde, da der Präsident wünsche, dah die zu diesem Zwecke eingesetzte Schuldenfundierungs- kommilfion allein sich mit dieser Angelegenheit befasse. französische ttriegspsychose. Phantasien des „Petit Journal" über bruffrfic Rüstungen. Berlin, 28. März. (TU.) Halbamtlich wird mitgeteilt: In einem Artikel des „Petit Journal" wird von der angeblichen Mobilisierung der deutschen Industrie und Wissenschaft gesprochen. Die allgemeinen Behauptungen find nicht durch Anführung von Tatsachen begründet, so dah eine Widerlegung im einzelnen nicht möglich ist. Rur in einem Fall werden nähere Angtben gemacht: In Goslar soll ein Professor Sch ... g zusammen mit feinem Hil sarbeiter. einem H>rrn Wi ck. Sui • 'turen von Cholerabazillen züchten, die durch F l ug z e u g b om b e n in Feindesland getragen werden können. Wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, haben sofort angestellte Ermittlungen ergeben, dah in Goslar überhaupt kein Professor Sch... g seinen Wohnsitz hat und daher natürlich auch kein Herr Wink, der als fein Assistent tätig ist. Laboratorien befinden sich in Gaslar ebenfalls nicht. Das Ergebnis der Rachprrllung dieses Einzelfalles, in dem wenigstens die Anfangsbuchstaben von Ramen genannt sind, läht auf die Z u v erlässigkeiL der andern Informationen des „Petit Journal" schliehen. So behauptet das Blatt ferner, Deutschland stelle trotz strenger Meberwachung und deS Vm> botest M n I erst rbo ote her. Suin Beweis führt es folgende angeblich aus-dem Rach - richtenbureau deS Marineministe- riumS bezogenen Feststellung an: 1. Die interalliierte Marine-Meberwachungs-Konrmission ist bei ihren Rachforschungen stets aus heftigsten Widerstand und sogar auf Gewalttätigkeiten gestehen, was nur die Absicht haben formte, maritime Kontrollen zu verhindern; 2. Mofore für Mnterfeeboote werden von den Filialen der Kruppwerke in Rußland, Spanien und Holland her- gestellt. Es bedarf keines Hinweises, dah dieses Märchen auf dem gleichen B->den gewachsen ist, wie die Goslarer Cholerabazillenlulturen zu dem sehr durchsichtigen Zweck, für die W eber oeginnenden Kontrottverhandlungen des Militärkomitces ben nötigen Resonanzboden zu schaffen. Die gefährdeten Desatzungstruppen. Düsseldorf, 27. März. (TU.) Die von der Rheinbahn-Gesellschaft geplante Erweiterung der D ücke zwischen Düsseldorf und Oberfaffcl ist aufgehoben worden. Wie verlautet, liegt der Verzögerung der Bericht eines französischen Generals zugrunde, der behauptet, dah die Brücken- ertDciterung die Sicherheit der Besatzungstcuppen gefährden würde. Reichsregierung und Sicherheitsfrage. Berlin, 27. März. (WB.) In den bet*, schjedenen Pressemeldungen ist von einem neuen Memorandum der Reichsregierung in der Sicherheitsfrage die Rede. Wie wir von unterrichteter Seite hören, sind diese Meldungen u n - zutreffend. Den alliierten Regierungen wurde ein neue« deutsche- Memorandum in dieser Angelegenheit nicht überreicht. Auch beabsichtigt die Reichsregierung die Ueberreichung eine* solchen Memorandum« zur Zeit nicht. Die neue Aufwertung. Die Reichsregierung hat mit ihrem Gesetzentwurf über di« Verbesserung der Auswertung ein überraschend gutes Echo in der Presse gefunden — wenn man von den Sozialdemokraten ab- sieht. Aber auch schon die Demokraten erkennen an, dah hier das ehrliche Bestreben vorliegt, einen gerechten Ausgleich der einander widerstreitenden Interessen herbeizuführen. Ob das vorhält, bleibt freilich ab- zuwarten, denn die Aufwertung ist ein Problem, bas so tief in jede einzelne Wirtschaft hinein» streift, daß jeder Staatsbürger sich mit dem Stift in der Hand ausrechnen wird, ob er nach der Reuregelung mehr bekommt oder mehr zu zahlen hat, und danach Stellung nimmt. Es ist deshalb auch noch keineswegs gesagt, dah der Reichstag 'den Vorschlägen der Regierung zu stimmt, da kann nach beiden Seiten noch viel geändert werden, obwohl grundsätzlich zu sagen ist. dah jede Regelung im besten Falle eine Verschiebung der unverme blichen Mngered> tigfeiien bedeutet. Treu und Glauben lassen sich nun einmal nach Prozentsätzen nicht au hürnen; man kann sich bemühen, der tragbaren Grenze möglichst nahezukommen aber et ist unvermeidlich, dah rechts und links Millionen Opfer bleiben, die nicht einfehen wollen, weshalb der Zusammenbruch unserer Finanzen nun gerade auf Ihren schwachen Schultern hängen bleiben sofl. Es ist zwar richtig, dah der S ta a t unter dem Druck der Reparationslasten die gerinfte Leistungsfähigkeit besitzt, ab r es bleibt doch für alle Zukunft etwas sehr Trauriges, dah derselbe Staat, der mit mehr oder minder leichtem Zwang alle verfügbaren Gelder für die Kriegsanleihe aufsaugte, jetzt mit einem bedauernden Achselzucken feststellt, er könne nicht zahlen und so seine ganzen Schulden mit einem Federstrich zu beseitigen sucht, auch diejenigen, die vor dem Kriege und während des Krieges mit vollwertigem Goldgeld ein gezahlt wäret. Die Folge kann nur fein, dah künftighin gegen alle öffentlichen Anleihen ein starkes M , h - trauen besteht, und dah der Staat, wenn er einmal wieder den Versuch macht, an den Anleihemarkt heranzutreten, ganz andere Sicherheiten bieten muh, als daS früher notwendig war. Zumal, da die s ch e rn a t i I ch e Aufwertung beib halten wird, obwohl einzelne Länder und Gemeinden erheblich gröbere Aufwertungen zahlen könnten, well fte infolge der Inflation ihre Schulden losgeworden der wirlschattlichen Konsolidierung rasch zunehmende Bedeutungslosigkeit des Kommunismus in Deutschland bewahrck. Richt minder bedeutungslos ist die Kandidatur General L u d e n d o r s f s. Es ist bedauerlich, dah der schrankenlose Ehrgeiz Adolf Hitlers den General vermocht hat, eme Kandidatur an» zunchmen, die ihn von fernem alten □Baffen» geführten Hindenburg, von den breiten nationalen Schichten des deutschen Volkes trennt und ihn um den letzten Rest seines ohnehin arg zusammengeschrumpften politischen Kredits gebracht hat. Für Hitler bedeutet die Sonderkandidatur wohl lediglich einen Generalappell über seine Anhänger. Aehnlich zu werten ist die Kandidatur des bayrisch ?n Ministerpräsidenten Held von der Bayrischen Volkspartei, die sich für den ersten Wahlgang nicht entschliehen konnte, ob sie mehr ihrer nationalen ober ihrer konfessionellen Einstellung folgen sollte. Die beiden bürgerlichen Parteien der allen Weimarer Koalition haben sich nicht aufraffen können, den Anschluß an das Bürgertum zu vollziehen, nachdem ihnen die Sozialdemokratie mit ihrer Kandidatur Braun recht unsanft den Stuhl vor die Tür gesetzt hat. Die Aufstellung der Zentrumskandidatur Marx ist ein neuer Beweis dafür, dah das Zentrum, das zu anderen Zeiten mit großer Entschiedenheit die Bezeichnung ..konfessionelle Partei" ablehnt, sogar bei der Wahl des Reichsoberhauptes gewillt ist. die konfessionelle Einstellung des Volkes in den Dienst einer politischen Idee zu stellen. Bedeutung hat die Zentrumskandidatur für den ersten Wahlgang nur insofern, als die Parteileitung ihre Schällein zählt, die sie im zweiten Wahlgang einem ihr genehmen Kandidaten zuführen will. Ob dies auch noch Marx fein wird, ist mehr als fraglich, so sehr man Herrn Marx als Mensch und Charakter schätzen mag, so sehr hat er durch feine haltlose Linksorientierung in der Dezemberkrisis und durch die klägliche Rolle, die er als preußischer Ministerpräsident gespiell hat. fein Renommee als Staatsmann verwirtschaftet. Die Demokraten sind in einige Verlegenheit g kommen, als die Haltung von Zentrum und Sozialdemokraten auch von ihnen die Aufstellung einer Splitterkandidatur verlangte. In Herrn H e 11 p a ch haben sie einen Kand baten für das Rrichspräsidentenamt nominiert, der als Arzt und Wissenschaftler m Fachkreisen sich einen Ramen gemacht hat, der aber trotz aller Dorsch hkorbeeren einer vielgewandten Presse als Politiker ein unbeschriebenes Blatt ist, als Staatsmann gar, auch von feinen Freunden schwerlich, angesprochen werden kann. Jeder dieser Kandidaten ist ausgestellt von einer einzelnen Partei, die mit ihrem Werben für eine Sonderkandidatur die Präsidentschaftswahl zur Parteisache degradiert hat, ihre Kandidaten sind Parteimänner, auf Parteiprogramme eingeschworen, mit tausend Fesseln an die Partei und ihre Interessen gebunden, unfrei und abhängig von den Beschlüssen eines allmächtigen Parteivorstands. der nach der Wahl schwerlich auf seinen Einfluß verzichten würde, schwerlich die Bindungen lockern würde, bi? das aus der Partei hervorgegangene Staatsoberhaupt bei allem guten Willen seinerseits unlösbar an die Partei fetten. Damit ist auch schon die ssz'aldemokratllche Kandidatur Braun vollauf gekennzeichnet. Ein Sieg Brauns bedeutet eine Arra sozial stischer Klassenherrschaft, bedeutet Durchfall ii eben erst müksiam überwundene Zeiten der Vllksverhetzung und des KlalfenkamvfeS. bedeutet eine neue Cp'che sozialistischer Günstllngswirllchaft. in die erst die Slandalafsären der letzten Monate langsam Licht bringen. Der sozial stifche Präsidentschaftskandidat kann nur siegen mit Hilfe des Bürgertums, mit Hilfe der bürgerlichen Splitterkandidaturen. Mm Jarres ober Braun geht es am Sonntag, wird es auch im zweiten Wahlgang gehen. In Jarres, den Duisburger Oberbürgermeister, hat das Bürgertum den Anwärter auf die Präsidentschaft, der ohne parteiliche Bindung, nicht der gewählte Vertreter einer Klasse, nicht der Exponerü eines Parteiprogramms, die feste Gewähr gibt, dah er als nationaler, deutscher Bürger und sonst nichts fein hohes Amt verwalten wird über alle Parteien, alle Derufsschichten und Interessengruppen hinweg zum Wohle des ganzen Volkes. Paris zu den deutschen Neichspräsidentenwahlen Paris, 27. März. (TM.) Ganz Paris er» wartet gespannt den Ausgang der deutschen Prä- sidentenwahl. Man ist der Meber^eugung, dah Dr. Jarres im ersten Wahlgang d i e meisten Stimmen erhalten wird. Die endgültige Entscheidung werde. wie der ,Temps" glaubt, erst tm zweiten Wahlgang fallen, wo sich aller Wahrscheinlichkeit nach nur zwei Kandidaten gegenüber fteben werden. Zu den 10 Millionen Stimmen, die für Jarres sicher seien, Kimen dann noch 2—3 Millionen der Rationalfozialiften und der Bayerischen Dolkspartei hinzu. Der Rechtsblock werde also automatisch verwirllicht, während der Linksblock immer mehr problematisch erscheine, da die Sozialisten. die für Braun 8 Millionen Stimmen erwarten, fich einer Sammelkandida- tur nicht unterwerfen wollen. Das Blatt richtet heftige Angriffe gegen die deutschen Sozialisten. die die Hauptschuld an der Zersplitterung der republikanischen Kräfte tritten. Sie nehmen hartttäckrg einen der ihren als Erben Eberts in Anspruch und übersähen dabei, dah sich die innerpolitische Lage in Deutschland fett 1919 von Grund auf geändert hab«. Der .Temps" verübest Dr. Jarres die Aeuherung, dah die Zeiten Bismarcks zurückkehren mühten. Jarres überträfe also Streseinann, der es dabei bewenden lassen wolle, zwischm Vergangenheit und Gegenwart eine moralische Drücke zu schlagen. srnd unö durch billige Aufkäufe werbender Anlagen chr TermSgcn vermehrten. Am besten kommen noch die Hhpvtheken- gkäubiger weg, obwohl die Zusatz-aufweriung von zehn Prozent, die ihnen zugebilligt wird, einigermaßen im Schornstein hängt, weil sie erst innerhalb der zweiten Hälfte des GrmMtück» wertes mmetragen ist und infolgedessen bei Zwangsversteigerungen sehr leicht ausfallen kann. ZImmerhin ist dadurch eine Form geschaffen, die Zdem Hausbesitz und der Landwirtschaft die ZGrhöhung der Aufwertung tragbar macht. Bedauerlich bleibt, daß die rückwirkende Kraft für das Jahr 1923 nur halb zugestanden ist. weil schließlich doch damals die Löschungen nur erteilt wurden, nachdem von Amts wegen iebe Aufwertung abgelehnt war. Aber, wie dem auch sein mag. das entscheidende bleibt. Last jetzt der Reichstag möglichst rasche Arbeit leistet, damit wir endlich unter das traurige Kapitel der Aufwertung einen Strich machen und von vorne ansangen Binnen. Vie Opposition gegen Marx. Der Kampf mt preußischen Landtaqsausschuß. Derli n. 27. März. (Wolff.) Der Ständige Ausschuß des Preußischen Landtags trat heute nachmittag unter dem Dorsitz des Landtags Präsident en D a r t e l S zu einer Sitzung zusammen. Auch die Dertreter ber Rechtsparteien waren erschienen. DerVolks- parteiliche Abg. G a r n i ch erklärte, die Rechtsparteien würden auch heute den sachlichen Deratungefn fernbleiben. Marx äußerte sodann fein Bedauern darüber, daß er gestern verhindert gewesen sei, an der Sitzung teilzun^men. Die Grünbe seien rein bürgerlicher *3Lrt. St habe seinerzeit auS dienstlichen Gründen nicht an der Hochzeit seiner Tochter teilnehmen können und habe nun bei der Taufe nicht fehlen wollen. Der Ministerpräsident warf dann die Frage auf. was man eigentlich unter ^laufenden Geschäften" verstehe. Rach seiner Auffassung habe ein zurückgetretenes Ministerium die Geschäfte zu erledigen, die im wohlverstandenen Sinne des Staatswohls erledigt werden müßten. Don diesem Standpunkt lasse er sich nicht abbringen, selbst wenn ein Deschluh gefaßt werden sollte, ihn vor den Staatsgerichtshof zu stellen. Gr würde einem solchen Beschluß mit großer Ruhe entgegensehen und mit reiner Seele die Verantwortung für seine auf Grund reiflicher Aeberlegung gefaßte Auffassung tragen. Wenn der Ständige Ausschuß, der ein Glied der Derfasfung sei. im Sinne der Verfassung berufen werde, dann bewege man sich auf dem Doden der Verfassung. Wenn jemals die Rotwendigkeit bestanden habe, den Ständigen Ausschuß eirrzuberufen, darrn — jetzt. Die Regierung habe eine schwere Derant- wvrtung gegenüber dem Lcrnde und könne nicht zulassen, daß die Steuergesetzgebung nicht über den 1. April hinaus verlängert werde. Man firme nicht warten, bis die normale Geseh- getnrng In Gang gerächt werde. Er wolle die Schuldfroge nicht erörtern; doch fei eS Tatsache, daß der Präsident des Landtags selbst die nächste Sitzung für den 31. März anberaumt habe. Die Regierung habe aber nicht zulassen firmen, daß am 1. April die Gesetze, deren Fortdauer fte für leber^notwendig halte, außer Kraft treten. Don einer vorgefaßten Absicht, diesen Weg zu gehen, könne keine Rede fein Dor der Laicht agsvertcignng habe sich das Slaettsministe- rium gar nicht über diese Angelegenheit ge= Ärß-ert und dis Frage gar nicht g rrüft. Der deutschnotionale Abg ordrete von der Osten erklärte sodarm. die Dorlagen gingen über den Rahmen der laufenden Geschäfte in rechtlichem Sinne weit hinaus. Der Finanzminister habe gestern zugegeben, daß verschiedene Rotverordnungen bereits vor b?r letzten Dertaguug des Landtages vorbereitet gewesen seien. Die Weimarer Koal't'on habe eine Vertagung lediglich herbeigeführt, um Raum für die Verhandlungen deS Ständigen Ausschusses zu schaffen, in welchem die Weimarer Koalition im Gegensatz zum Landtagsplenum die Mehrheit habe. Die Seutf-‘'nationale Dolkspartei werde Me Rechtkgiil ig e t aller Rotverordnungen beim Etaatsgerichtshof ansechten. Don der Osten stellte den Antrag, die Der- Handlungen abzubrechen, weil die Tagung des Stärrdigen Ausschusses verfassungs- widrig sei. ®t. Marx betonte nochmals, daß die vorliegenden Derordnungen unbedingt verlängert werden müßten. Der sozialistische Abgeordnete Grzesinski richtet scharfe Angriffe gegen die Deutschnationalen. Diese wollten lediglich die Weimarer Koalition sprengen. Der Demokrat Riedel erklärte, die Drohungen mit dem Staatsgerich shof konnten nicht verfangen, da zu einer Ministeranklage Zweidrittelmehrheit gehöre. Der volkSpar e lich_> Abgeordnete v Richter erklärte, d>c Ausschuß würde Beschlüsse fassen, die der Landtag selbst nicht fassen würde. Das sei unhaltbar. Der Ständige Ausschuß habe damit seine Daseinsberechtigung verloren. Aus diese Situation sei der Mi.risterp.äsi. mt gar nicht eingegangen. Dr. Marx erwiderte, daß s.ch sein Standpunkt auf den Artikel 55 der Verfassung stütze. Die Mehrheitsverhältnis, e spielten hiernach keine Rolle. Dem Landtag stehe es frei, die erlassenen Notverordnungen später nad>ju = prüfen. Der Ausschuß lehnte schließlich mit 15 gegen 12 Stimmen den Antrag von der Ostens ab, die Verhandlungen abzubrechen. Die Vertreter der Rechten und Kommunisten erklärten hierauf, daß sie sich an diesen verfassungswidrr- gen Beratungen nicht beteiligen könnten und verliehen den Ausschuß, der alsdann in die sachliche Beratung (Dritte preußische Steuernstvecordnung) eintrat. Der Ausschuß stimmte ohne erhebliche Aussprache der Aende- rung des prcußischm Ausführungsgesetzes zum Finanzausgleich, damit zugleich der preußischen Steuernotverordnung und der Ausführungsverordnung zur Fürsorgepflichtverordnung zu. Damit war ßie Tagesordnung erschöpft. Die Anberaumung einer neuen Sitzung des Ausschusses kam nicht in Frage. Der Rothardt-Prozetz. Magdeburg, 27. März. (WTB) Im Rot- ßardt-Prozeß wird heute als Sachverständiger der «asfeler Kreisarzt Wagner oemommen. der ausfagt, daß eine Vernehmung Scheide« Das Grubenunglück in Merlenbach. 51 Tote. — Ueberlaftung 150 000 Franken für DariS, 27. März. (TA.) Zu dem Grubenunglück in Merlenbach wird gemeldet, daß der Förderkorb, in dem 80 Grubenarbeiter Platz genommen hatten, zum erstemal benutzt worden war. Aach Aussagen von Augenzeugen hatte sich dieser bereits auf 35 IH/eiet btt Erdoberfläche genähert, als er pwhlich durch Zerreißen des Seiles, wahrshetnlich infolge zu starker Belastung, in den Schacht abstürzte, der eine Tiefe von 320 Meter hat. Für die Aeberlastung der Förderschalen spricht der Bericht von Augenzeugen, in dem es hecht, daß verschiedene Bergleute, die bereits auf der Schale Platz genommen hatten, von den Steigern wieder zum Absteigen genötigt worden waren. Die Neberlebenden hatten sich zum größten Teil in der oberen Abteilung befunden und verdanken diesem Umstand ihre Rettung. Doch haben die meisten derartig schwere Verletzungen davongetragen, daß sie kaum wieder arbeitsfähig werden dürften. Das Anglück passierte am Donnerstag gegen 2 Ahr nachmittags. Die anwesenden Bergarbeiter nahmen sofort die Rettungsarbeiten auf. die bis in die späte Rächt hinein andauerten. Rach einem Havas-- bericht gelang es. bis gegen Avend ungefähr 30 Arbeiter zu bergen, die sich alle schwere D.üche zugezogen hatten. Am Freitagnachmittag 2 Ahr sind die letzten toten Grubenarbeiter, sieben an der Zahl, gebot" gen worden. 3m ganzen hat das Anglück 51 Tote und 99 Verletzte gefordert. Anter den Opfern befinden sich 20 Saarländer. von denen neun auch tatsächlich ihren Wohnsitz im Saargebiet haben, während die anderen in Lothringen wohnen. Anter den übrigen Opfern sind unter anderem vier Pfalzer 33 Lothringer, fünf Polen, vier (Serben, drei Oesterreicher, zwei Italiener, ein Böhme, ein Tscheche und ein Russe. . Die Ramen der Opfer konnten meist nur an den Erkennungsmarken, die jeder Bergmann bei sich führen muh, und an den Rummem der Grubenlampen festgestellt werden. Ein Toter ist noch nicht ermittelt, da er eine blutige Masse ist. des neuen Förderkorbes, die Hinterbliebenen. Die Leichen sind In der Grubcnhall« aufgebahrt. Sie sind sämtlich verstümmell. Die meisten Opfer sind junge ledige Leute, oder jung verheiratete Männer. Sofort nach Bekanntwerden des Anglücks sind von Saarbrücken aus Berghauptmann V a r> d e r v i l l e und der Direktor der Saargruben, D e f l i n e. an Ort und Stelle gefahren, um sich nach den Opfern, vor allem den saarländischen, umzusehen, und die Teilnahme der Regierungskommission und der Dergverwaltung auszusprechen. Die Beerdigung findet am kommenden Montag statt. Die gesamte Regierungskommission des Saargebietes wird daran teilnehmen. Arn Freitag vormittag hat in Paris ein Ministerrat stattgefunden, in dessen Verlaus Ministerpräsident H e r r i o t über die Bergwerks- kataflrophe in Merlenbach Bericht erstattete. Der Ministerrat hat beschlossen, heute in der Kammer 1 50000 Franken Kredite zu fordern, di« als erste Anterstühung an die Familien der verunglückten Bergleute zur Verteilung kommen sollen. Die Regierung hat den Minister für öffentliche Arbeiten, P e y t r a l. und den Arbeitsminister, Go dard. mit der Untersuchung ürer die Arfachen des Anglüks beauftragt. Die beiden Minister werde ngleichtzeitig dm Hinterbliebenen und Verunglü.ften die Anter stützungen überbringen. Sie haben bereits Paris verlassen, um sich nach Meilenbach zu begeben. Sie Verbringen namens des Präsidenten der Republik 5000 Franken und namens der Regierung 10 000 Franken. 3n der Kammer sihung hat aus Anlaß der Beratung über die Interpellation des Abg. S e r o b über die Grubenkatastrophe in Merlenbach Ministerpräsident Herriot namens der Regierung den Hinterbliebenen der Opfer das Beileid der französischen Regierung und des französischen Volkes zum Ausdruck gebracht. Der geforderte Kredit von 150 000 Franken für die Hinterbliebenen w.rd in das Budgetzwölftel für April eingesetzt werden. Dieses Bui'getzwölftel wurde alsdann zur Beratung gestellt und nach kurzer Diskussion einstimmig angenommen. manns kaum vor Ablauf von drei Monaten möglich sei. In Kassel wäre eine solche Vernehmung in gewissen Abständen möglich. Das Thema würde für Schcidemann allerdings sehr aufregend fein. Die Verteidigung empfiehlt, eine Vernehmung in Kassel gleich vorzunehmen.Nach kurzer Beratung ergeht ein Gerichtsbeschluß dahin, daß es nicht nötig sei, den Berliner Arzt Scheidemanns zu hören, da das Gutachten des Sachverständigen Wagner ausreiche. Bon einer Vertagung des Prozesses wird ebenfalls abgesehen. Der sozialdemokratische Abg. Keil, der 1918 afs Vertreter Württembergs Mitglied des Parteiausschusses war, sagt aus: Wir haben im Parteiausschuß unsere Stellung dahin festgelegt, deß die Partei sich ablehnend verhält gegen Rüstungsstreiks und solche Streiks, die einen Einfluß auf die Kriegspolotik ausübten. Bei dem Abbruch des Ja- nuarftreifs war eine außerordentliche Parteious- fchußfitzung nach Berlin einberufen worden. Jede Schwächung der deutschen Kriegsmacht sollte verhindert werden. Ebert hat die Sitzung geleitet. Der nächste Zeuge ist her Magdeburger Oberbüroermei- ster Beiß, der 1918 auch dem Parteiausschuß der SPD. angehörte und an den Sitzungen währen be^ Januarstreiks teilcenommen hat. Ebert habe bei dieser Sitzung den Standpunkt vertreten, daß Streiks, um den Krieg zu beenden oder um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erzielen, abzulehnen seien. hierauf wird die Verhandlung auf Dienstag vormittag 9 Uhr vertagt. Aus aller Welt. Ein neuer Tornado in AraenLrn en. Paris, 28. März. (TA.) Aus Buenos Aires wird gemeldet, daß de Stadt« Claffon, San Iarac, Diaz, Darranvas. Car-’hara der Provinz Santa e z durch «inen Wirbelsturm von ungeheurer Heftigkeit zerstört wurden. Da sämtlicher Telephon-» und Telegrav^enderkehr unterbrochen ist, fehlen noch Einzelheiten. Schießerei auf einem Derllner Bahnhof. Berlin, 28. März. (WTB. Funkspruch.) Heute nacht mußte aus einem auf dem Dahn- hof Westend einlaufenden Stadtbahnzug ein angetrunkener Reisender hrrausgewiefen werden. Etwa 10 Minuten sVäter schoß der Reisende blindlings auf den E senbahnafsistenten Zastrow, der tödlich getroffen zusammenbrach und verletzte noch zwei weitere Beamte. Darauf versuchte er zu flüchten, wöbe: er drei der Verfolger schwer verletzte. Schließlich wurde er in einem zur Abfahrt bereitstehenden Zug nach heftiger Gegenwehr. nachdem er noch einen Eisenbcchn- beamten erheblich verletzt hatte, überwältigt. Mit Seuer spielend« Kinder. 3n einem Haufe hr der Georgen-Kirchstrahe in Berlin spielten die vier und drei Jahre alten Sohne des Möbelpolierers Reichard die in der Wohnung allein zurückgelassen worden Tr£!’ ^r^böl zern. Es entstand em ölubenbranb und die beiden Kinder erstickten in dem sich entwickelnden Rauch. Wieder- b l bungsrersuche auf der nächsten Rettungswache blühen ohne Erfolg. Don Ratten zu Tob« gebissen! Rach einer Dlättermelbung aus Halle wurde in Gräfenroda ein Kammerjäger auf einem Gehöft, wo er Rattengift legte, von zahlreichen Ratten angegriffen und so schwer durch Bisse verletzt, daß er bald starb. Beendigung eines kommunistischen Hungerstreiks. Die kommunistischen Gefangenen in Fuhlsbüttel bei Hamburg, die seit 13 Tagen die Nahrungsaufnahme verweigerten, und deren Hungccstreik die hamburaer Bürgerschaft be- ' Ichöftigte, haben wieder Nahrung zu sich ge. ! nommen. Drei von den 72 Gefangenen waren fo erschöpft, daß sie ,n» Lazarett gebracht werden l mutzten, wo ihnen flüssige Nahrung zugeführt Folgens -we er Dampfrohrbruch. Aus Mainz wird gemeldet: Im Zementwerk Weisenau platzte in einem an der Straße g^l g nen Werk eil ein Dampfrohr. Durch den Luftdruck stürzte ein eiserner Träger um. der den aus einem vorbeifahrenden Fuhrwerk fitzenden 25 Jahre alten L. Daye r aus Mainz traf und umrih. Bon dem ausströmenden Dampf wurde Bayer am Körper so stark verbrüht, daß et im Laufe der heutigen Rächt im Krankenhaus verstarb. General von Plüskow f. In Kassel ist am 26. März General der Infanterie a. D. v. Plüskow. weiland größter Offizier im preußischen Heer, verschieden. Aus Stabt und Land. Gießen, den 28. März 1925. D's A rtt-Miete. In Hessen 80 Prozent der Friedensmiete einschließlich Sondersteuer. Vom Pres eamt des Staatsministeriums wird (zugleich mit der amtlichen Veröffentlichung in der „Darmstädter Zeitung") mitge.eilt: Die Miete für den Monat April 1925 ist von der Landesregierung für sämtliche Gemeinden des Landes auf 8 0 v. H der F r irden s m i e t e festgeieht worden. In diesem Sah ist auch die Sonderst euer vom bebauten Grundbesitz enthalten, die bisher auf die Ruhungsberechtig'.en umgelegt werden konnte, so daß also der Mieter keinerlei Steuern und Abgaben an den Vermieter zu entrichten hat. Lcdigllch für den Wasserverbrauch bleibt es bei der seitherigen Regelung, so daß also der Vermieter einen Verbrauch, der an Ankosten 2' .. v. H. der Friedensmiete übersteigt, auf die Mieter in einem angemessenen Verhältnis umlegen kann. Ebenso sind die Vorschriften über die Tragung der Kosten einer Abortgrubenentleerung, die ja nur für einzelne Gemeinden des Landes in Betracht kommt, unverändert geblieben. Don einer Spezialisierung der einzelnen Posten, aus denen sich die gesetzliche M e e zusammensetzt, wurde abge'ehen. Mit Rücksicht darauf, daß die meisten Mieten für gewerbliche Rä ume in freier Vereinbarung zwischen Vermieter und Mieter bereits die Friedenshöhe erreicht haben, und auch aus anderen Gesichtspunk: en hat sich die Landesregierung veranlaßt gesehen, zu der gesetzlichen Miete für gewerbliche Räume mit einer Friedensmiete von 601—1800 Rink, einschließlich einen Zuschlag von 1 0 v. H., über 1800 Rmk. hinaus von 15 v. H. der Friedensmieie zu gewähren. Für gewerbliche Räume mit einer Friedensmiete unter 600 Rmk. einschließlich darf ein Zuschlag nicht verlangt werden. Wird für ge ^erbliche Raume und Wohnräume eine einheitliche Friedensmiete geduldet, so hat im Streitfälle das Mieteinigunasamt den aus den gewerblichen Raum entfallenden Teilbetrag der Friedensmiete auf Antrag festzustellen. Voraussichtlich 73 Prozent in Preußen. Die Miete für April dürste, dem „Derliner Lokalanzeiger" zufolge, in Preußen eine Erhöhung erfahren, über deren Ausmaß zur Zeit im Wohlfahrtsministerium noch verhandelt wird. .Die Erhöhung dürfte sich auf etwa 7 Prozent belaufen, so daß man ungefähr mit 73 Prozent der Friedensmiete zu rechnen hätte. fc>‘-ü-... cetse am 28. März (Händlerpreise). Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund Dutler 220, Matte 40, Käse 70, Wirsing 30, Weißkraut 20, Rotkraut 30, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 45 bis 50 Anterkohlrabi 8. Mischgemüse 20, Grünkohl 20, Rosenkohl 60 bi« 85. gcib'alat 100. Enririen 80, Tomaten 150, Zwiebeln 30. Meerrettich 60 bis 100, Schwarzwurzeln 70, Kartoffeln 5, Aepfel 15 biß 20, Dirnen 12, Dörrobst 40, Honig 40 lunge Hahnen 100, Suppenhühner 120 Ganje 80. das Stück Eier 12. Blumenkohl 50 bis 100, Oalat 30, Scfatgurtcn 150, Lauch 5 bis 10 Öelterie 20 biß 50; ba6 Durch Radieschen 20. Wahltag! Die Wahl Reichspräsidenten ist eine Angelegenheit von größter staatspolitischer Tragweite. Darum wähle auch Du! Der Reichspräsident ist der am wel- testen stchlbare Vertreter des Willensausdruckes des gesamten deutschen Volkes, auch des Deinen. Darum wähle auch Du! Das neue Staatsoberhaupt wird in direkter und geheimer Wahl von jedem einzelnen deutschen Volksgenossen gewählt, also auch von Dir. Darum wähle auch Du! *• Die Ergebnisse der Reichspräsidentenwahl werden wir morgen abend durch Aushang an den Schaufenstern unseres Geschäfts! lals befanmg b.n. Voraussichtlich dürften gegen 7 Ahr die ersten Teilresultale zu erwarten sein. - Kurze Winke für die Wahl. Die Abstimmung bei der morgigen Reichspräsidenten- wähl findet in der Zeit von 9 Ahr vormittags bis 6 Ahr nachmittags statt. Für einige Straßen und Plätze ist eine Aenderung hinsichtlich der Wahllokale eingetreten, die im heutigen Anzeigenteil von der Stadtverwaltung belannb» gegeben wird. Zur Stimmabgabe dürfen nut amtlich hergestellte Stimmz « tle l. die alle zugetassenen Wahlvorschläge enthalten, verwandt werden. Die Stimmabgabe geschieht in der Weise, daß der Stimmberechtigte durch ein Kreuz, das er in den auf dem Stimmzettel aufgedruckten kleinen Kreis hinter dem Ramen des genehmen Kandidaten setzt oder durch Anterstreichen oder in sonst erkennbarer Weise kenntlich macht, daß er diesem Anwärter seine Stimme geben will. Die amtlichen S.immzettel erhalten ferner ein freies Feld, in das der S.immberechligte einen anderen Anwärter einlragcn kann, wenn er keinem der Vo.g.s^lageuen leine <5.i nme ge' en will. Stimmzettel. die mit sonstigen Vernier.en oder mit Vorbehalten versehen sind, sowie nicht amtlich her- gewellte S.iuamzet e.' sind ungül.ig. Die Ausgabe der -amtlichen Stimmzettel erfolgt im Abstirn» mungsraum unter gleichzeitiger Aushändigung eines amtlichen Wahlumschiags. Schließlich sei noch betont, daß es empfehlenswert ist, früh' zeitig zur Wahl zu gehen. ** Fünfundsiebzig st er Geburtstag des Geheimrats Prof. Dr. Jentzfch. Der Geheime Bergrat Prof. Dr. phil. und Dr.-Jng. h. c. Alfred Ientzfch in Gießen vollendete am 29.3. fein 75. Lebensja r. Er wurde als Sohn eines Sparkassenbuchhalters am 29. Marz 1850 in Dresden geboren, besuchte dort die Technische Hochschule, studierte in Leipzig Geologie und die verwandten Lehrfächer und war 1872—1875 Königlich säfsischer Landesgeolog. Sodann kam er als Provinzialgeolog nach Königsberg i. Pr., wo er sich zugleich in der philosophischen Fakultät für Geologie habilitierte, nachdem er sich mit einer Dissertation über „Das Quartier in der Gegend von Dresden" 1872 den philosophischen Doktorgrad und durch zwei größere Publitationen über „Die Ursachen der Eiszeit" und „Schwanken des festen Landes" einen wissenschaftlichen Ruf erworben hatte. Gemeinsam mit Berendt gab er 1878 die erste geologische Karte der Provinz Preußen heraus, nachdem kurz vorher von ihm eine größere Arbeit über „Die Moore der Provinz Preußen" erschienen war. Mit größtem Eifer und hervorragenden Erfolgeii widmete er sich in der Folgezeit der geolovifchen Durchfoschung der Provinzen Ost- und Westpreußen, des Königreichs Sachsen und des norddeutschen Flachlandes, als deren Fruchte neben zahlreichen bedeutsamen Abhandlungen in wissenschaftlichen Zeitschriften mehrere Schriften in Buchform erschienen, von denen hier genannt feien. „Die Zusammensetzung des ostpreußischen Bodens", der zweibändige „Berich! über die geologische Durchforschung der Provinz Preußen", der „Bericht über die geologische Erforschung des nordde-.tsche Flachlandes", „Höhenschichtenkarten von Ost- und Westpreußen", „Das norddeutsche Tertiär und sein Untergrund", „Geologie der Braunkohlenablagerungen im östlichen Deutschland", eine Neil e geologischer Karten Sach» sens und Preußens, seine umfassenden „Beitrag zur Seenkunde", die in den Jahren 1909—1922 erschienen, ferner feine phänomenologischen Beobachtungen, die er auch in Livland, Kurland und Estland fortsctzte. 1875—1899 war er außerdem Direktor des Prooinzialmuseums in Königsberg. 1899 siedelte er als Landesgeolog nach Berlin über, trat 1922 in den Ruhestand und nahm seinen Wohnsitz in Gießen. Geheimrat Jentzsch gab s. Z. die erste Anregung zur Errichtung der Technischen Hochschule in Danzig, deren Ehrendoktor er ist. *• Personalien. Aus dem Staatsdienst entlassen würbe ber planmäßige außerordentlich« Professor der medizinischen Fakultät unb Prosektor am anatomischen Institut der Lanbes- universität G.eßen. Dr. Hans Albert Petersen, aus fein Rachsuchen mit Wirkung vom 1. April 1925 ab. — In ben Ruhestanb verseht würbe: die Lehrerin an bet Höheren unb Erweiterten Mädchenschule zu Gießen, Maria Zimmermann, auf ihr Rachsuchen vom 1. 4. 1925 ab. Aus Grund des Gesetzes über bic Altersgrenze der Staatsbeamten tritt am 1. April 1925 in ben bauernden Ruhestand: der Lehrer im einstweiligen Ruhestand Heinrich R ee b zu Gr- Felda, Kr. Alsfeld. •* D i e nächsten Viehmärkte in Gie» h e n finden am 31. März unb 1. Avril statt. Am 31. März ist Rinbviehmarkt. am 1. April Pferde-, Schw.ine- und Schlachtoiehmartt. Rähe° res in der heutigen Bekanntmachung. ** Reue Krastpoftlinie in Ober- Hessen Auf bem Kurse Grebenhain Bhf.— Freiensteinau—Steinau (Kr. Schlüchtern) wird am 29. QUata eine neue Kraftpostlinie eröffnet, für die nachstehender Fahrplan festgesetzt ist: Freiensteinau ab 4,50 Ahr vorm.. Grebenhain Bhf. an 5.25 Ahr, Grebenhain Bhf. ab 6.40 Ahr vorm., Steinau (Kr. Schlüchtern) an 8,10 Ahr, Steinau ab 8,40 Ahr, Freiensteinau an 9,56 Ahr. Hier Wiebe: ab 3,25 Ahr nachm.. Grebenhain Bhf. an 4 Ahr, hier ab 4,25 Ahr. Steinau an 7,40 Ahr abenbs, ab 7,55 Ahr, an Freiensteinau 9,21 Ahr. Durch die neue Kraftpost wird eine Verbindung ^sptanbent »5 jf« wird Wtt $olfts °ud) von Dir, wch Dut '/^ichgprz. ÄÄ ’ W vormittags ML W* Mtfai nut ‘llnm8ttit I, die age enthalten, btt» ogobe geschieht in «We durch ein to». Stimmzettel 1 ^'"ter dem n ^an didaten '°der in sonst er- < daß er diesem will. Die amt- cner ein freie« Feld, einen anderen 2n« 'n er (einem der ge'-en tollt Glimm» er.en oder mit Tor- : nicht amtlich her» pit.ifl. Dir Legats erio'.gt im Abstim- Mr Aushändigung 'ags. Schließlich sei leMerl ist, srith. fter Geburtstag . fr. Den Bl 4. Der 'hil. und Lr^ng. h. c. n vollendete am 29.3. iröe als Cahn ein« .März 1850 in frts- ; Technische Hochschule, 1 und die verwandt« 75 Königlich Mischel rais WrovinjialgtolOQ ■ sich zugleich in btt Tevlogie t)abiliMxU, iWertalion über „Da» n Dresden" 1872 den nd durch zwei größere achen der Eiszeit" und ies" einen wissenschait- lemein[am mit Derendt (d)e Karte der Provinz furz vorher von ihm j? Moore der Provinz !it qrölilem Eijer und ibmele er sich in her urchsoschung der Pr^ 6cn, des Königreichs Ja Fd-GM-, * ton bedeutsamen Ad» ien Zeitschristen meh- er(d)ienen, von denen Flachlandes'. -SS;* UmnKenii-1922 stz- |fum Ja «Berlin über, 'M stinel! rh und naqni I - -b Ehrendottor ' « un» t? i ggndes- über die (A E^71 | ÄprU •Ä«- ' x ro rö am fe'S »yfagZ W’- Rio -irr *■ 958 * M 4 %i«»“ antil» & «"* jlUtRim vnt WTTerrwnmnwten tfirrnTTiirt fTtatn)— 8uß>a imb Lauterbach—Stockheim Vilbel her» »ch«Nt fpd Prvzefe QI ng e r ft et n. Wie der fpd.- Aachrichterrdienft erfährt, ftnbet der Prvzefe gegen den Massenmörder Fritz Angerftein au« Haiger schon nn Mai statt. Die Beobachtung de« Angerstein in der Marburger Klinik dauerte mir vierzehn Tage und hat für den Mörder keine Entlastungsmomente ergeben. — Wählerversammlung. 3n der Turnhalle sprach gestern abend auf Einladung der Demokratischen Partei Oberstudiendirektor F r i e d r i ch - Kassel über die bevorstehende Reichspräsidentenwahl. Aach der Degrühung durch den DersammlungSlcitcr schilderte der Redner zunächst die Persönlichkeit de« demokratischen Kandidaten als eine« Manne«, der, au« dem Osten gebürtig, in Mitteldeutschland auf- gewachten und -um Manne gereift, in Süd- deutschlanb Fuh gefast! habe und hier dank seiner Fähiakttlen und Kenntnisse in da« badische Kultusministerium , und Aum Staatspräsidenten sich hinaufgearbeitet habe. Sein auf breiter Grundlage erlangte«, tiesgegründete« Missen mache ihn zu einem Manne, dem jeder geistig Gerichtete sein Vertrauen schenken könne Fried- rich Ebert. sein groster Vorgänger auf dem Stuhle de« Reichspräsidenten, sei das Fldeal eint« unparteiischen, überparteilichen Staat«- hnfer« gewesen, und es halte schwer, einen würdigen, gleich orientierten Mann zu finden, der die Führertugenden eine« Volksvertreters im gleichen Maste besitze. Die Mahl des Präsidenten bedeute Derantwr.rtung gegenüber der Zukunft. Verschiedene Kabinette von links nach rechts hätten unter Sbert« Präsidentschaft gearbeitet, alle habe der verstorvene Präsident zu leiten gewustt im 6bme der Einigkeit und de« Ausgleiches Denn ihre Ziele, so verschieden sie auch scheinen mochten, waren im Grunde die gleichen. Der Weg. der vor uns liegt, fei schwer. KarfrettagSstimmung liege über den nächsten Tagen. Die Pflicht aber rufe zur Wahlurne und es gelte, die Entscheidung zu suchen, den Weg zu bestimmen, den das deutsche Volk die nächsten Fahre zu sehen habe. Schwer sei di« Verantwortung, grvst das Ziel. Deshalb solle niemand fehlen, auch wenn im ersten Wahlgang das endgültige Wort noch nicht gesprochen werden sollte ~ 3m Lichtspielhaus. Dahnhofstr., rollt gegenwärtig da« Film-Drama „Lotosblume" ’/< di' !t‘ ttjr: Die Kaiserin. Overeue in 3 ?lkten von Leo Fall. Donncrst.2.Avril, 24. Donierstaq- MonnemeiUs-Dorft von n'« dis !>' v ubr stein aittr steinen. Schauspiel int Akten von Sudermann. Freitag. 3. 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Solche Koloi den Mutterstädten Ariechenstädten in gegründet: Trabant ‘Bortes; man denk Monde oder an ( ganz ähnliche 6d «ird jetzt für Pa Auslockerung der 'Ringes von berusi folgen, so z. B. e, Sport-, Wofrigemei und Äolüslachen deh und ihren Tochierg begrenzte ortVity 0 den hauptsächttGr steuerlich, von der sollen. 3n Neuyork Mdsten einer Lösu Ms ein Zonens nen Wolkenkratzern Renschenmassen in J«r beängstigenden iram= und Autooert w modernen Trotz- Urteln, datz es so gern noch um W unb breite § 0*n9 des TM * Summen; besl ue Einwohnerschosj Iberisch Dohnsie l Ä?al)nen 'trah finden. Eine solck Ar ^'8 5? mLftleree |jr Gip^onger L6tfQ6enba6ner (in?9e in Lusi n! ttttehr qm -V un unh «^nnels 1 Bit btn"Srain}flata «ft"'" rigsten- , °'°>er hi Ntt,'**-" fe Ä 'Uft unh c >n< DM 3cÄJa’n Deutsch, L K" * für' ein 5 n bieten, 1 ?Qbe £/U?em s ßtifd) ^,erh Stab.' bb Cr 2nte J^lfnien eJe,n *N iflsSs SM tSl mthrf Nr. Swettes Blatt ^mstnrth öle Forderung tum der ©rofeft m^ez. Kassel) U'Ä 1 0cMflnnfl ■ *ssS*! i n tt 9 Das Problem einer zweckmäßigen Gestaltung der zukünftigen Großstädte beschäftigt darum nicht nur amerikanische und englische, sondern auch deutsche Städtebauer, nur mit dem Unterschiede, daß dort Abwehrmoßnahmen bereits Sinterung des Tages sind, während man in Deutschland erst oorzubeugen sucht. Der Londoner Chefarchitekt Unwin hat denn auch, nachdem dort schon der Grohstadtgedanke festen Fuß gefaßt hatte, die Forderung aufgestellt: dem hydraartigen Wachse tum der Großstädte dadurch ein Ende zu bereiten, daß für die überflüssige Bevölkerung Traban- ten-Städte gebaut werden. Die Ausdehnung der Großstadt muß nach Unwin begrenzt, ihre ungesunde Expansion unterbrochen werden- die Mutterschaft soll ihr ähnliche Tochterstädte in angemessener Entfernung gründen oder benachbarte Zweckoerbände von enormer Ausdehnung sind da. für zu organisieren. So modern dieser Gedanke er- scheinen mag, so alt ist er, denn bereits die alten lOWClÄ nxaxaxreanxM Ich warnt hiermit sedermam meinem Codn Hem» rieb Poti uwas »tl leihen o)fr zu bot' arn-daichsarMj» niif.'onuiie. Konrad Vott Saasen. ÄS Stadttheater »«*& ...n fllabuni ’SÄg * von i i „.ffliH* n mehrere W )aft lein eüljtn. Sir mit seldstMckbam seifiglig der Irrten 3J33D peripherisch Wohnsiedlungen anlegen und diese durch Bahnen strahlenförmig mit dem Zentrum verbinden. Eine solche Dezentralisation hat übrigens der Autokönig Ford bereits für feine Industrie in die Tat umgeseß«, indem er seine Auto- sabriken überhaupt völlig getrennt von einer Stadt errichtete. Echt amerikanisch ist der Gedanke, mehr- stockige Straßen zu bauen, die unterste für Autos, das mittlere Stockwerk für die rollende Straße (Fußgänger gibt's dort nicht!), dann eines für Straßenbahnen und das oberste, das einzige in Luft und Licht, für den Personen- verkehr. Im übrigen sollen unterirdisch die oer- Siebenen Tunnels für Fernbahnen, Stadtbahnen und Untergrundbahnen liegen, untereinander und mit den verschiedenen Straßenstockwerken durch Aufzüge verbunden: vom Luftverkehr dabei ganz zu schweigen. Diese Utopien werden selbst in Ame- rika nicht Wirklichkeit werden, es könnte kein Mensch in dieser Höllenmaschinerie existieren, we- snkgstens kenen Menschen, wie sie setzt sind. Dafür errichten die neuzeitlichen Städtebauer eben neue Wege ins Freie, auf weite Räume, in Lust und Sonne: das gebietet schon der reine Selbsterhaltungstrieb, denn das Lebewesen Mensch lärm schlechterdings nicht auch noch mechanisiert werben. Auch in Deutschlanb muß ber Gedanke einer Begrenzung des Wachstums von Städten immer mehr Boden gewinnen, vor allem in den dichtbevölkerten Industriegegenden, im Westen, in Sach- !• jen, um Berlin, in Schlesien. Hierzu bebarf es aber nicht nur ber Ortsbebauungspläne, die eigenbrö- bänben Tendenzen zuviel Spielraum lassen, ionbem eines Laubes- und Sieblungsplanes fe- weils für ein großes Verkehrs- und Wirtschasts- qebiet. Die Grenzen unserer immer noch zahlreichen Lander und Ländchen dürfen hier keine Hemmungen bieten! Binnen kurzem soll in Reuyork — die Dahl gerade dieser Stadt als Tagungsort ist fympto- moftsch — ber Internationale Stäbtebaukongreß sich mit diesen wohl für alle Staaten vitalen Problemen beschäftigen. Er wird die Grundsätze noch weiter auszubauen und zu spezialisieren haben, bie auf dem 1924er Kongreß zu Amsterdam auf- gestellt worden sind. Diese lauten: „Ein unbeschränktes An wachse der Großstädte ist unerwünscht. Die Zustände in den allergrößten Städten sind eine Warnung für die kleineren Großstädte. Dezentralifatton durch Trabantenstädte WMMM'ilbt von -u )|t>riL Die künftigen Großstädte Bon Stadlrat Dr. Merkel, Leipzig. In der übermäßigen Konzentrierung von Einwohnern in den Großstädten erblickt nicht nur Spengler einen Grund und ein Anzeichen des Unterganges des Abendlandes. Daß diese Reservoire von Menschenmassen für Leib und Leben ihrer Bewohner — der Vergleich mit riesigen steinernen Gefängnissen liegt nahe — ganz erhebliche Gefahren bergen, daß diese „Nervenmühlen" rasch die Lebenskraft von Generationen zermürben, die Fort- pflanzungssähigkeit schon im dritten und vierten Gliebe vernichten, ist erwiesene Tatsache. Sollen zumal wir Deutsche selbst an uns das haßerfüllte Wort Clemenceaus wahrmachen helfen, daß zwanzig Millionen Deutsche zu viel feien? In den Welt- ftäbten bes Altertums, Babylon, Ninive, Karthago, Rom ist bie Blüte unb die 'Straft von Weltreichen verdorrt: ber tiefe Mythos vom Riefen Antäos, ber feine Kraft verliert, sobald ihm der Erdboden unter den Hüßen schwindet, bewahrheitet sich in ewiger Wiederholung durch Jahrtausende. — Unb setzt? Die Riesensläbte bes 20. Jahrhunderts fteilen die Großftadtbegriffe versunkener Iahrlau. jenbe in ben odjatten: Neuyork mit achteinhalb, Lonbon mit siebeneinhalb, Paris mit viereinhalb unb Berlin mit 4 Millionen Einwohnern übertreffen bie Stabte ber Antike über bas Doppelte: von Wien mit 2 und Hambura mit eineinhalb Mil- Honen, begleichen den russischen und asiatischen Millionenstädten zu schweigen. Griechen vergrößerten ihre Städte nicht übermäßig, sondern sandten ihren jungen Nachwuchs aus, um Kolonien zu gründen Die Phönizier haben es ihnen oorgemacht und die Karthager das gleiche getan. Solche Kolonien wurden nicht nur weit von den Mutterstädten entfernt, sondern z. B. von den Griechenstädten in Unteritalien auch nahe bei ihnen gegründet. Trabantenstädte im wahrsten Sinne des Dörtes; man denke an einen Planeten und (eine Monde oder an Saturn und feine Ringe. Eine ganz ähnliche Schöpfung von Tochtergemeinden wird jetzt für Paris geplant, nur soll hier die Auflockerung der Großstadt durch Bildung eines Ringes von beruflich gegliederten Gemeinden er- folgen, so z. B. einer Schul-, Kranken-, Fabrik-, Sport-, Wohngemeinbe u. a. m. Park, Wiesen- und Waldslachen dehnen sich zwischen ber Großstabt unb ihren lodjtergemeinben aus, bie zwar eine begrenzte örtliche Verwaltung haben, inbefjen in den hauptsächlichsten Funktionen, namentlich auch steuerlich, o»n ber großen Zentrale abhängig sein sollen. In N e u y o r k, wo bas Problem am brin- genbften einer Lösung bebarf, wünscht man gleichfalls ein Zonenfystem. Neuyork hat mit seinen Wolkenkratzern, den als Zubringewegen für die Menschenmafsen in diesen viel zu engen Straßen, ber beängstigenden Intensität feines Elektro-, Tram- und Autoverkehrs bereits alle Möglichkeiten ber modernen Großzentrale erschöpft und man sieht dort ein, daß es s o nicht weiter gehen kann. Man möchte gern noch um die Wolkenkratzer herum freie Plätze und breite Straßen haben, allein die Beschaffung des Geländes dafür erfordert phantastische Summen: deshalb will man in erster Linie bie Einwohnerschaft auf weiteste Flächen verteilen. luMU- UM i M und nach dr« Wat« wann« w» W* Lvristn 1 Züchenberg-Dü* 02664 31760 ) Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderhessen) kann in vielen Fällen ein Mittel sein, um ben Entstehen allzugroßer Siedlungskörper vorzubeugen. Es wäre erwünscht, baß unsere Großstäbte abgeschlossen würben von grünen Gürteln, bie bauernb für Ackerbau, Gartenbau usw. oerroenbet werben. Die kommunale unb interkommunale Derkehrsfrage soll tünfrig mehr als bisher bie Aufmerksamkeit des Städtebauers auf sich ziehen. Das Aufstellen von Landes Siedlungsptänen ist unbedingt notwendig für die Entwicklung ber Großstäbte, be- fonbers wo biefe in kurzer Entfernung von ein- anbere liegen ober zahlreiche kleinere ctäbte sich in ber Nähe ber Großstabt beftnben. Diefe Pläne sind nicht Bebauungspläne, sollen vielmehr verhindern, daß ganze Bezirke mit aneinanderschließen- ben Bebauungsplänen bebetft werben, sobald bie Zustänbe sich änbern. Diese regionalen Nutzungspläne sollen burd) Gesetz eine Rechtskraft erhalten, bie es ermöglicht, den Bode» ben burd) ben Plan bestimmten Zwecken zuzuführen. Kirche unb Schule. Friedberger Kreis-Lehrcrkonferenz. I- Friedberg. 26. März. Ebne amtliche Kreislehrerkonferenz sämtlicher hauptamtlich an den Volks- unb Fortbildungsschulen tätigen Lehrpersonen fand heute in ber Aula der Augustinerschule unter dem Vorsitz von KreiSdireklor Gebhardt statt, der sich der rung seelischer Vertiefung unb Vertaner! ichmrz kann nur die Heimatgeschichte gerecht merben, bie von ber Heimatflur aus ben Vlick weidet für bie Geschichte des Staates unb Vaterlandes. WaS bie Vor- unb Frühgeschichte an- bet rifft, kann es sich nicht darum handeln, paragraphenweise den Stofs in systematischem Ausbau durchzunehmen, sondern in geschickter Auswahl bei allen sich bietenden Oel egen beiten auf die urgeschichtlichen Stosse einzugehen. Aufgabe ber Vorgeschichte wird es fein, aus bet Buntheit der Sagengeschichte hinüberzuleiten zur eigentlichen Geschichte. An einer Reihe von Beispielen zeigte ber Aebner in fesselnder Weise, wie lehrreich sich bie vorgeschichtlichen Funde der Heimat im Unterricht auswerten lassen, vor allem, wenn sie unter dem Gesichtspunkt ber kulturgeschichtlichen Entwicklung betrachtet werden. Daraus erfolgte bie Wahl der Lehrervertreter im Kreisschulamt. Gewählt wurden: Rektor S p i e l m a n n l Heldenbergen). Rektor Weyer (Friedberg), Lehrer Jakobi (Münzenberg). Als Ersatzmänner wurden bestimmt: Lehrer Burk (Vilbel), L.hrer Schneider (Butzbach), Lehrer Roddewig (Münster). Heber die Einrichtung von Schulspar» lassen referierte sodann Herr Sibert von der Bezirkssparkasse oMathildenstift". Empfohlen wurde die Einführung einer wöchentlichen Spar- stunde unter Verwendung bes Schulsparkasseid- systemS von Rektor Reineckens (Essen). 3n zehn WB UDO MW Oberhessens und des Lahngebiets, Kultur und Politik der eingesessenen Bevölkerung spiegeln sich in ihrem Heimatblatt, dem Gießener Anzeiger und in seinen Beilagen. In jeder einzelnen Texlabteilung den hohen Anforderungen entsprechend, die sich eine moderne Tageszeitung von Bedeutung selbst stellen muh, ist für den Giehener Anzeiger richtunggebend die Pflege des Heimalgedankens. Sie • kommt besonders wirksam zum Ausdruck in den Beilagen Gießener Familienblütter Dienstags und Samstags Heimat im Bild Donnerstags Die Scholle Freitags Gewidmet der Belehrung und Unterhaltung in der Familie, der heimatlichen Landschaft und ihren Eigentümlichkeiten in Bild und Wort, der Garten- und Hauswirtschaft, sowie der Bebauung der Heimaterde, bieten diese drei Beigaben Eigenes, auf die Leserschaft besonders Abgestimmtes, nur hier mit Liebe und SorgfaltJusammengetragenes.also Kultur im estenSinne. So werden diese Beilagen ausschließlich in eigener Redaktion bearbeitet und im Betrieb des Giehener Anzeigers gedruckt. Der Dierteljahreswechsel und die damit verbundene Bezugserneuerung geben Anlah, an das Wesen der Zeitung zu erinnern, die jedem ein willkommener täglicher Gast sein will. Lehrerschaft beS Kreises er Kreisschulrat Feuerbach g-d i . anschau- lieben Bericht über ben Stand des Volts- u. Fortbildungsschulwesens am I. Dezember 1924. Danach waren zu diesem Zeitpunkt in ben 250 Volksschulklassen (im Vorjahre 272) 230 Lehrer und 20 Lehrerinnen tätig, außerdem 7 hauptamtlich verwandte Handarbeitslehrerinnen. Die Geiamtzahl der Volksichüler betrug 9254 (gegen 10 163 im Vorjahre), davon 4582 Knaben und 4572 Mädchen. Der Konfession nach sind 6775 Schüler evangelisch, 2223 katholisch, 76 israelitisch und 110 sonstigen Bekenntnisses Schulrekruten wurden Ostern 1924 zusammen 804 ausgenommen. Von den Schulstellen sollen 212 definitiv besetzt, 38 verwal'et w rben. F rtbildungLschulllassen bestanden am 1. Dezember 191, darunter 117 für die männliche Jugend, die wieder in 51 gewerbliche, 19 kaufmännische, 3 rein landwirtschaftliche und 44 gemischte Klassen zerfallen. Die 74 Mädchen- fortbilbungsschulen sind, zwei rein landwirtschaft- llche Klassen ausgenommen, ihrer Zusammensetzung nach alle gemischt. Die Zahl ber Fvrt- blldunKsfchüler beläuft sich auf 8121, die der Schülerinnen auf 1218. Reben zahlreichen nebenamtlich tätigen Lehrkräften wirken an der Fortbildungsschule 25 hauptamtliche Fortbllbungs- schullehorr, darunter 9 Lehrer, 1 Lehrerin, 10 Gewerbelehrer, 1 Diplom-Hanbelslehrer und 4 hauptamtliche technische Lehrerinnen. Heber bie Verwendung ber Vorgeschichte im Hnterricht hielt darauf Pros. Dr. D l e - eher, der Konservator am hiesigen Museum der im Laufe dieses Winters einen großen Teil der Lehrerschaft in seinen Museumskurfen mit der Vorgeschichte der Wetterau vertraut gemacht hat, einen sehr interessanten Vortrag, ber in lebhaftem Beifall den Dank der Konferenz sand. Der Redner sprach als erfahrener Praktiker, ber den Hauptwert im Geschichtsunterricht darauf gelegt haben will, daß ber Stoss nicht nur verstandesmäßig erfaßt wird, sondern daß die Seele des Kindes mitschwingl, wenn man mit geschichtlichen Betrachtungen, vor allem kulturgeschichtlicher Art an es hevanaeht. Dieser Fvrdo- bes Kreises ftnb Schulsparfassen etn- g .übtet, bie in der Zett von drei Monaten bereits 3000 Mk. abgeliefert haben. Kreisdirektor Gebhardt bat die Lehrerschaft, ben Gedanken der Schulsparlassen nach Kräften fördern zu helfen. Den Beschluß der arbeitsreichen Tagung 6:1- bete ein Vortrag von Prioatdvzeitt Dr. Raab (Gießen) über .Aufgaben ber deutschen Politik unter ber Herrschaft b r Londoner Vereinbarungen" Trotz ber recht schwierigen Materie verstand eS der Redner, in anschaulicher Darstellung alle Zuhörer btS zum letzten 2luqenb(id an seine 1 Vsffü bgen A sführungm zu fesseln. Mit herzlichen Dankesworten an alle Redner beschloß Kreisbirektor Gebhardt die anregend verlaufene Versammlung. Die Timuftanschnle. * Darmstadt. 26. März. Eine vom Darmstädter Lehrerverein veranstaltete Versammlung im stäbt. Saalbau beschäftigte sich mit dem Thema: „6 i m u 11 a n f d) u I e“. Es wurde eine Entschließung angenommen, in ber ausgeführt wird, daß die von Eltern. Angehörigen unb Lehrern aller Darmstädter Schulen besuchte Versammlung in ber Simultanschule nicht nur durch ihre bessere Gliederung leistungsfähigste Schule erblicken, sondern auch die Schulform, die allgemein geeignet ist, an der Uebertoinbung ber mannigfachen Gegensätze in unserem Volke etfolg- reich mitzuarbeiten und so eine wahre Volks« gemeinschaft zu schaffen unb zu erhallen. Turnen, Sport und Spiel. Vom Turngatt Hessen (D. T.) -^Gießen, 24. März. Am Sonntag sand in der Turnhalle bes MännerturnVereins eine Versammlung ber Bezirks- unb Der- einsroarte für bas Dolksturnen unter Leitung bes Gauwartes für bas Dolksturnen, Luck- harbt (Marburg) statt. Eiine stattliche Zahl von @auoer einen war vertreten, merkwürdigerweise fehlten gerade einige ber größeren Vereine. Ge- Samstag, 28. März 1925 Schöffengericht Wetzlar. O Wetzlar, 27. März. Der Ehefrau dcS Oberlandjägers H. aus Straßebersbach lag die Anklage fahrlässiger Tötung zur Last, und zwar soll sie in Dillenburg am 9. Dezember 1924 durch Fahrlässigkeit den Tod ihrer Schwiegermutter Frau Elise H. verursacht haben. Die Angellagte schilderte den Vorgang etwa in folgender Weise: Am genannten Tage habe sie ihren Ehemann, der sich in Dillenburg seine Gehaltszulage holen wollte, dorthin begleitet. 3br Ehemann habe an diesem Sage gerade seinen Geburtstag gehabt unb diesen mit ihrem Schwager unb Schwiegervater in einer Wirtschaft gefeiert, während sie selbst im Hause ber Getöteten auf bie Rückkunft ihres Mannes gewartet habe. Die Angellagte will darüber, daß ihr ©bemann zu der vereinbarten Zeit noch nicht zurückgekehrt war, ärgerlich geworden fein. AIS nun alS erster ihr Schwager Willi zutückgekehrt war. sei sie mit diesem in einem Wortwechsel geraten, in dessen Verlaufe sie ihn und auch ihren Schwiegervater .Säufer" genannt habe. Darüber beleidigt, entfernte sich ihr Schwager und erzählle den Vorfall seinem Vater unb bem Ehemann ber Angeklagten. Kurze Zeit daraus sei ihr Ehemann mit ihrem Schwager zurückgekehrt unb habe sie zur Rede gestellt. Aus ihre Erwiderung, sie habe bas Wort .Säufer" nur im Scherz gefügt, schrie ihr Ehemann sie an, sie hätte ihren Mund hallen sollen. Als die Angellagte hierauf wieder erwiderte, habe ihr Ehemann sie zurückgestohen 3br Schwager Willi habe sich darauf auf ihren Ehemann gestürzt und es kam nunmehr zwischen diesen beiden zu einer regelrechten Keilerei Während dieses Vorganges stand die Getötete am Küchenschrank und versuchte, den Streit zu schlichten. Die Angellagte sah nun, wie ber Säbel ihres Mannes, an dem auch die Pistolentasche hing und der in einer Ecke des anstoßenden Zimmers gestanden hatte, plötzlich umfiel. Hierbei tarn ihr ber Gedanke, die Streitenden könnten in ihrer Aufregung zur Waffe greifen, und um das zu verhindern, habe sie versucht, die Pistolentasche vom Säbel abzureihen, was ihr aber nicht gelang. Daraufhin habe sie versucht, wenigstens die Pistole aus ber Tasche zu bekommen. Als ihr dies nach einigen Anstrengungen gelungen war, wollte sie die Wafte aus dem Zimmer tragen. Aus den Rus ihrer Schwiegermutter: .Rus schnell ben Vater" brehte sie sich um und sah ihrer Schwiegermutter ins Gesicht Die Pistole hatte sie hierbei in ber rechten Hand. Mit ber linken Hand habe sie nun versucht, ihren Schwager Willi von ihrem Manne zurückzureißen. 3n diesem Augenblicke krachte ein Schuß unb bie Schwiegermutter sank tödlich getroffen zu Boben. Die Angellagte sei bann in ihrer Verzweiflung fortgelaufen and erst später zurückgekehrt. Sie will mit ihren Verwandten stets im besten Einvernehmen gelebt haben. Durch die Zeugenvernehmung werden die Angaben der Angeklagten im wesentllchen bestätigt. Der Vertreter der Staatsanwallschast beantragte eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten. Der Verteidiger betonte, bah hier lediglich ein unglücklicher Zufall vorliege und bat um Freisprechung dec Angeklagten, die durch das angerichtete Anglück schon genug bestraft sei. Das Gericht erblickte in ber ganzen Handlungsweise eine grobe Fahrlässigkeit und erkannte auf eine Geldstrafe von 300 Mark an Stelle einer Gefängnisstrafe von 2 Monaten. Wegen schweren Diebstahls und Betrugs hatten sich ber Arbeiter Heinrich W. aus Burgsolms und ber Fuhrknecht Anton D., welcher sich zur Zeit in Untersuchungshaft befindet, zu verantworten. Die bereits erheblich vorbesttasten Angeklagten entwichen am 24. Dezember 1922 aus dem Wetzlarer Gerichtsgefängnis, wo beide eine Strafe verbüßten, indem sie mit Rachschlüsseln — ohne eine Sach- turnt unb eingehend besprochen wurden bie Freiübungen ber Dalksturner für bas K re i s f cft in Gießen, bie auch schon bei den Ausscheidungskämpfen im Gau geturnt werben. Eine weitere Uebungsftunbc für bas Volksturnen wirb im Mai abgehoben werben. Bis bahin sollen bie Vereine bie volkstümlichen Freiübungen schon gründlich geübt J)abcn. Auch volkstümliche Hebungen, wie Lauf, Stoß, Wurs unb andere sollen bann Teg«istand eingehender Belehrung sein. An der sich an bie llebungsstunde anschließenben Besprechung nahm auch Gauodetturnwart Will (Gießen), brr herzlichst begrüßt wurde, teil. Es würbe mikgeteist, baß am 19. April zu Ehren des langjährigen Kreis- vettreters, Schulrat Schmuck, ein Staffel’ lauf nach D a r m st a b t führen soll. Der Lau beginnt in Gießen. Die „Will-Staffel" wirb m Verbindung mit bem Hermannslaus ber D. T. im August durchgeführt. Wie der „Gieß. Anz." schon mitteilte, wirb bas Gebiet bes (Baues Hessen von mehreren Läufen berührt. Durch Gießen werben zwei Hauplläufe führen. Der Herbstwalblauf wird in biesem Jahre im Oktober nochmals von den B c - flirten veranstaltet. Vom nächsten Jahre ab gilt ber Herbstwaldlauf als Gauoeranstaltung, ber Frühjahr-waldlauf in den Bezirken ist gleid)fleiri feere turnsporlliche Veranstaltung finden am 14. (i in Marburg die G a u s p o r t k ä in p f e (Gan> Meisterschaften) statt. Ausscheidungskämpfe dazu in den Bezirken waren geplant, werden nun aber doch nicht durchgeführt. Die Gauspottkämpfe gelten aber als Ausscheibungskämpfe für bas Kreisturnfest in Gießen. Es wurden folgende Hebungen bestimmt. Oberstufe (offen), gleichzeitig Gaumeisterschaf, ten: Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen 7,25 Kilo aus dem Kreis, oteinftofecn 30 Pfund, Diskus, Speer, vchlagballweitwurf, Schleuderball, dazu an Läufe,, 100, 200, 400, 800, 1500, 5000 Mete, Gaffeln: Imal 100 Meter, 3ma( 1000 Meter: Olympische Staffel (800, 200, 200, 400 Meter,. Dreikampf: 100 - Meter Lauf, Weitsprung, Speerwurf. U n t e r ft u f e: 100 Meter, 400 Meter, 1500 Meter, Weitsprung, Speerwurf, Schleuder ball, Kugelstoßen 7,25 Kg. Anfänger: 100 Meter, Hochsprung, Kugelstoßen. 2111 e r s ft u f e: Dreikampf in zwei Klassen mit folgenden Uebungsarten: 50 Meter-Laus, Kugelstoßen 20 Pfund, Weitsprung. Frauen (Gaumeisterschaften): 75-Meter-Lauf, Hochsprung, Weitsprung, Speerwurf, Schlagballweitwurf. Kugelstoßen 8 Pfund aus dem Kreis, 4mal 75-Mcter-Staffel. Es kann ein Turner nur an höchstens 4 Einzelwettbewerben ieilnehmen. Begrüßt wurde allgemein, daß bas Kugel- und Steinstoßen deid- unb beftarmig ausgeführt wirb. li xw^a^oeiv.^s*. 1 ■i kM M W I bejdfräötgurtg zu verüben — die Türen öffneten und die Hofmauer überkletterten. Auf der Flucht nahmen sie 45 neue Bettücher und 13 Bettbezüge mit, die in der Kleiderkommer auf dem Speicher des Gefängnisses ausbewahrt waren. Da der Speicher ebenfalls verschlossen war, können die Angeklagten auch hier nur Nachschlüssel benutzt haben, ihn sich für die Flucht die nötigen Kleidungsstücke zu beschaffen, ging der Angell. W. einige Stunden vorher an die Zellentür des damaligen üntersuchungSgefangenen Sch., klopfte an diese und sagte zu Sch-, er (W.) habe einen Tag Urlaub und gebrauche zum AuSgehen Kleidungsstücke. Auf die Versicherung des W. hin, er komme am anderen Lage bestimmt wieder und bringe auch Tabak mit, reichte Sch. dem W. durch das Luftloch über der Zellen- tür einen Hellen Gummimantel, ein Paar gelbe Schuhe, einen Hut, ein Paar Hosenträger, ein Paar Handschuhe und eine Aragennadel und verschwand mit D. damit. Den Angeklagten war die Flucht, die abends zwischen 10 und 11 Uhr erfolgte, insofern erleichtert, als beide im Gefängnis Vertrauensposten innehatten, sich innerhalb der Anstalt auch freibewegen und außerdem eS gerade der Christabend war. Die Angeklagten waren geftänOig, die Flucht ausgeführt zu haben. Bezüglich der Diebstähle und des Betrugs belasteten sie sich gegenseitig. V). sagte, D. habe die Sachen entwendet und habe überhaupt die Anregung zur Flucht gegeben. D. sagte wieder, W. habe dies getan. Wo die Sachen geblieben und an wen sie Verkaufs sind, konnte das Gericht nicht feststellen, da die An- geflagten dies nicht mehr wissen wollen. Das Urteil lautet gegen W. auf 21/» 3a 6re Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, gegen D. auf 1 Jahr Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust und sofortige Verhaftung. Die Angellagten verzichten auf Rechtsmittel. Buntes Allerlei. Auf der Jagd nach Seltenheiten für den goo. Die Iterjäger, die die ganze Welt nach Seltenheiten burfftreifen, um sie lebendig in die Zoologischen Gärten zu liefern, sehen ihren höchsten Ehrgeiz darin, zwei Raritäten der Tierwelt aufoufinben, deren Gewicht ihnen vielfach mit Golb bezahlt werben würbe. Das sinb der geheimnisvolle N a n b i - B ä r, der jetzt wieder an der abessinischen Grenze gesehen worben sein soll, aber ben noch nie ein Naturforscher richtig beaugenscheinigen konnte, und bann bas Okapi, das in ben Urwäldern bes belgischen Kongo lebt. Nur ein einziges Mal ist ein Okapi gefangen und nach Europa gebracht worben. ,,9d) jage bissen beiden Wundertieren seit mehr als 20 Jahren nach, ohne baß ich sie finden konnte", schreibt der bekannte englische Tiersammler G. Druce Shap -- man in einem Aufsatz, in dem er feine Erfahrungen mtebergibt. „Die meisten Tiere, die ich bekomme, (liefere ich an die grofjen Zoologischen Gärten. Um chre Nachfrage befriedigen zu können, habe ich er- liahrene Jäger in der ganzen Welt, die häufig chr Leben aufs Spiel setzen und jährlich viele fjunberte von wilden Bestien liefern. Kleine Leoparden werben vielfach wie Hunde aufgezogen, vevor |te in ben Zoo kommen, und bie winzigen malaiischen Bären werben sogar von ben Damen als Schoh- hunbe begehrt. In der vergangenen Saison erhielt ich von Walfischfängern 41 kleine Polarbären, bie von ihren vor den Menschen fliehenden Eltern verlassen worden waren. Sie werben bei mir aufgezogen, bis sie etwas größer sind, um bann bie Freude der Kinder im Zoo zu bilden. Eine andere eigenartige Ladung, die ich erhielt, bestand in vierzig Zebras und 38 Lamas. Die Zollbehörden von Marseille, wo bie Tiere ausgeschifft würben, erklärten nun, daß sie nur „.versiegelte Waren" durchlassen könnten. Es blieb also nichts weiter übrig, als jebem ber Tiere ein kleines Siegel um ben Hals zu legen, unb damit waren bie Beamten zufrieden. Die besten Löwen findet man in Abessinien. Sie werben als kleine Tiere gefangen und find sehr zutraulich, bis sie Hähne bekommen. Die älteren Löwen werden in hölzernen Käfigen gefangen, die so konstruiert sind, daß sie von selbst sich schließen, wenn der Löwe drin ist. Als Köder wird gewöhnlich eine Antilope in dem Käsig festgebunden. Das herrlichste Jagdgebet für den Tiersammler aber ist Südamerika. Bon dort kommen die Jaguare, bie Pumas, Ameisenfresser, bie bunten Papageien, unb vor allem die Riesenschlangen. Mit einer solchen Riesenschlange hatten wir einmal ein gefährliches Abenteuer. Sie machte die Reise in einem großen Sack. Nun weiß man gewöhnlich nicht, daß Schlangen nur schlafen und sich ruhig verhalten, wenn sie sich in Kälte befinden. Unglücklicherweise wurde der oarf mit ber Schlange in die Nähe eines Ofens gestellt, und daneben ein anderer Sack mit Futter. Als man ben Futtersack öffnen wollte, machte man aus Versehen den Sack mit ber Schlange auf, unb sofort schoß das unheimliche Riesentier heraus. Aber der Fänger wußte glücklicherweise, wie man mit diesen* Ungeheuern umgeht. Es gibt unter ben Eingeborenen einen sorgfältig bewahrten Geheimtrick, mit dem man die Schlange so packt, baß sie kraftlos wirb. Ein Stromerzeuger dvn 600 000 Volt. Um die von Mi et he entdeckte Umwandlung des Quecksilbers in Gold in großem Maßstabe aus- zufuhren, wird jetzt für die Laboratorien ber Universität Paris ein Generator gebaut, der einen direkten Strom von 600 000 Volt erzeugt unb damit bie höchste Spannung hervorbringt, die jemals durch direkte Ströme heroorgerufen mürben ist. Zwar ist eine Spannung von 2 Millionen Volt durch Wechselströme erreicht worden, aber diese Form der elektrischen Kraft ist für die Zertrümmerung ber Atome durch Bombardement nicht verwendbar. Der neue Riesengenerator soll aber hauptsächlich zur Atomzertrümmerung verwendet werden. Sodann will man ihn auch zur Erzeugung von kurzwelligen Radiostrahlen für die Behandlung des Krebses verwerten. Die humorvollen Stadtverordneten von Neunkirchen. Cs wurde über die Benennung und Ilm« Benennung von Straßen debattiert. Man einigt» sich schließlich, einen Straßenzug „3nf lation^ (trabe“ zu nennen, während ein Platz, dessen Herstellung der Stadtverwaltung schweres Geld gekostet, den (Hamen „Dukatenplatz" erhalten soll. Kapokmatratzen | mit la Java- Kapok sowie ! N PolstsrmShel l— aller Art i’""1" kaufen Sie am besten und billigsten ■!■■■! ml im RlöbeShaüs C. Leisler Meuenweg Z3 32o7d SMUKW Bebr. Dippes „Ueberwinder" (Lingetr. D. L G.-Hochzucht). Tine we- sentllche Verbesserung von Soalöfs Sieges» Hafer; auf größereLagerfestigkcit, helleres Korn unb feinere Spelzen gezüchtet,- für alle Bodenarten geeignet. SflWMrW Gebe. Dippes „Hanna" Korn von mittellanger, aber voller Form - fein gekräuselt. Sehr widerstandsfähig gegen Lager, hohe (Erträge bringend empfiehlt unter Garantie höchster Keimkraft und zu äußerst vorteilhaften Preisen Bahnhofstr. Ecke Wolkengasse __Telephon 1403. c miiiiiiimiNiiw Eiei kleines Wander! DleSlyreitzniMillefüMrn. 1 Jahr Garantie. 6Durch- scbläae. Lichtd ireSdtrih «ein Tvielzetm. 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Beiträge zu ihrer Entstehungsgeschichte. Von Friedrich Thimme. (Einzelschriften zur Politik unb Geschichte, herausgegeben von Dr. Hans Roeseler. 8. Schrift.) Preis: 1,50 Mark. Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik unb Geschichte m. b. H. in Berlin W. 8. — Prof. D x. GerhardRitter. Bismarcks Verhältnis zu England und die Politik des „Reuen Kurses". (Einzelschriften zur Politik und Geschichte, fjerau3; gegeben von Dr. Hans Roeseler. 7. Schrift.) Preis 1,50 Mk. Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte m. b. H. tn Berlin W 8. Durch eine eindringende Einzelanalyse des gesamten neuen Quellenmaterials versucht der Verfasser, das Verhältnis Bismarcks zu England klarzulegen und von dort aus an eine Kritik der auswärtigen Politik des neuen Kurses heranzutreten. — Die nationalen Kulturaufgaben bes R e i ch s a r ch i v s. Don Dr. Ernst Müsebeck, Direktor am Reichsarchio. (Einzelschriften zur Politik unb Geschichte, herausgegeben von Dr. Hans Roeseler. 9. Schrift.) Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik unb Geschichte m. b. H. in Berlin W. 8. ’ Adolf Bartels. Die deutsche Dichtung von Hebbel bis zur Gegenwart (in drei Bänden bei H. Haessel in Leipzig) ist durch die einseitig antisemitische Einstellung feines Verfassers nur bedingt zu verwenden. Eine außerordentliche Fülle von Ramen (Autoren wie Büchern) ist shstematisch geordnet und mit biographischen wie kritischen Anmerkungen versehen. Große Richtlinien werden kaum aufgezeigt. 1449 — Von Georg Hermann erscheint in wenigen Tagen ein neuer Roman „D e r kleine G a ft". (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart-Berlin.) Nach längerer Pause ist es wieder die erste größere Arbeit, bie ber Dichter von „Jettchen Gebert" seinem großen Freundeskreise barbietet. Die Verehrer seiner stillen gütig-humorvollen Er- zählungskunst werden auch in dem neuen Werk den feinen Menschenkenner, den tiefeinbringenden Schil- derer typischer Zeitbilder roieberfinben. Paul Langenscheidt. „Prinzessin The a"*. (Verlag Dr. P. Langenscheidt, Berlin W. 35.) Diesem neuen Roman des oielgelesenen Autors gibt die aktuelle, wohl nach eigener Anschauung gezeichnete Schilderung des Lebens und der Stimmung am gegenwärtigen Wohnsitz eines 2 ljMMllge etWte Wilder MAM. 1 fßroeten und 1 leisten D«, 1 SnllmafHine mit allem duöehot. 1 MWMI-ie mH Sßjere u. Wiel. 1 ©ißdber. 1 Senlrilsge. C0. 30 3fr. MMN wegen Aufgabe der Landwirtschaft zu verkaufen Heinrich Krdd v. Heuchelheim, Rodheimerstr. 2 [0M87 »kM SWWM MWWWWil WMSSsl aner Ar! ßlnWl in Stoff a.£eOet MMS, WiWWLkS WS ZWlttstzt' MS wm- M kSWletle Mea Beste Qualität - Niedrigste Preise. Auch ans Teilzahlung. WM,'S- 3202a Walltorttraße 37. MKSIUU.WU Neueste Konstruktion 2 D. R. P. und D. R. ®. M. Schwengelstütze aus Schmiedeeisen. 'Bcibe Ventile zusammenhängend unb mit einem Griff herausnehmbar Kolben nur an dauernd eingefetteter Abdichtung reibend, dadurch spielend leichter Gang. (Einfrieren, Einrosten unb Verstopfen vollständig aus» Oeschloffen. Ohne jede Reparatur. 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Der Verfasser zeigt, wie Wissenschaft, Moral, Kunst und soziales Leben mit der Religion eng verwachsen sind. Er untersucht das Verhältnis von Religion und Kirche und beleuchtet das Schicksalhafte der Frage für unsere Zukunft. Er kommt zu dem Ergebnis, daß die Idee der Religion vom modernen Kulturgewissen zwar manche Reinigung und Klärung ■„ empfangen habe, ohne daß ihre Vristenzberech- tigung bedroht worden fei. Es ist das Schicksal der Religion wie aller Dinge unseres beweglichen ; Daseins, der Entwicklung Tribut zu zollen und aus unvollkommeneren Anfängen zu reineren Formen emporzustreben. 1498 SonntanSvienst h.'Aerzte n. Apotheken am 29.3.2'.. Dr. Klewitz. Prof. Dr. Honisiinanu. Ennelnvothekc Zahnarzt: Dr. Aeriheim, Seltersweg. Eintritt fr W w. van irt’s Ei-SctenSS ■ ras van Baerlo 4 Co., Worms a. 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Nach dem berühmten Roman von Frances Marion In 5 Akten — In derTitelrolledie junge japanische Künstlerin Anna May-Wong. Aas den Pressestimmen: DIoSinnetauchen buchstäblich in einMeer von Farbenrausrh u. Krdenherrlichkeit soviel greif' bare, berückend unmittelb. Schönheit hat die Lichtbildb. noch selten verschenkt.. . . Ganz hervorrag1, die junge, ungemein sympathische Anna May Won-r. • -. Im Ausdrucke der Innigk., hingebungsvoller Liebe und überquellender Zärtlichkeit fesselt sie ganz besonders ... ihr Gesicht hnt viel Madonnenhaftes . . . Um dieser Darstellerin willen lohnt es sich allein schon, den Film anzusehen . . Jeder muß diesem äußerst bemerkens wert Filnerzeugnis sein Augenmerk zuwenden . . . Ferner: Baby Peggy als Geschäftsführerin Lustspiel in 2 Akten Dazu: Harry und sein Esel Groteske in 2 Akt Achtung! 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Wilhelm Hellpach, im Osten unseres Vaterlandes geboren und erzogen, mit dem Süd» westen durch jahrelange fruchtbare Arbeit aufs engste verwachsen, hat für die verschiedenen Wurzeln deutschen Volkstums das tiefste Verständnis. In vielseitiger, immer zu neuen .Horizonten sich erweiternder Tätigkeit als Arzt, als psychologischer Forscher, als Politiker und in den höchsten Staatsämtern, hat er überall die Spuren tiefgründigen, selbständigen Schaffens zurückgelaffen. Für Wilhelm Hellpach, der seit Jahren dem freiheitlichen Gedanken in Wort, Schrift und Tat neuen bedeutungsvollen Ausdruck verliehen, sind Demokratie und Republik keine starren politischen Begriffe, keine leeren Formen verbrauchter Parteischablonen. Sie bedeuten für ihn verantwortungsvolle Mitarbeit eines jeden Bürgers an den wirtschaftlichen und politischen Aufgaben des Staats, an der Erhaltung und Weiterführung deutscher Kulturgüter, an dem Ausbau sozialer Gerechtigkeit, an der Freiheit und Größe seines Volks. Einengung in parteipolitische Bindungen sind seinem Wesen, das seit Jahren der Oeffeni lichkeit bekannt ist, völlig fremd. Seine Eignung, ein Staatswesen zu leiten, hat er als höchster Beamter Badens unter den schwierigen Bedingungen politischer, wirtschaftlicher und konfessioneller Gegen • sähe überzeugend erwiesen. Unbelastet von romantischen Stimmungen und politischen Irrtümern und doch im innersten Zusammenhang mit der Vergangenheit des Vaterlandes, in deutschem Dichten und Denken ebenso tief verwurzelt wie den großen praktischen, politischen und wirtschaftlich' sozialen Zielen der neuen deutschen Republik hingegeben, eine große, reine und verheißungsvolle Persönlichkeit, ist er wie kein zweiter berufen, als Vertrauensmann des ganzen Volkes an der Spitze des Staates zu stehen und ihm das Gepräge seines Geistes, die Struktur seines Wollens aufzudrückeii. Jeder Volksgenosse, der vom Lauche neuen deutschen Geistes berührt ist, kann einem Manne wie Wilhelm Hellpach das größte Vertrauen entgegenbringen und ihm aus vollem Herzen freudig seine Stimme geben. Mitbürger, Mitbürgerinnen, wählt am 29. März zum Staatsoberhaupt der deutschen Republik. — Liste 4 — 3223D Seht es darum? Nur Toren glauben das! Ts geht um Grdnuug oderUnordnung, Reinlichkeit oder Korruptio n,Deutsche Art oderInternationale.Aufstieg oder Niedergang. Sibt es da noch eine Wahl? Monarchie oderRepublik? iiiiiiiiiiirimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiui iiiniiiiiiiitiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiMiiiiMiiiiitfiiiiimriiiiiii Wähle Jarres! iiimiiiiiitiiimiiiiiiiiiiiiniiiiiiuiiiiuimuiinuiiiiiiiiiminHtiiitiiiiiiintiiiii Lehrerin Anna Albrecht. Regierungsbaurat Ltto Berth. Professor Dr. Paul Termak. Direktor der Uni» versitätsbibliothck Professor Dr. Karl Ebel. Kreisschulrat Martin Mischer. Lehrerin Luise Jlick. Professor Dr. D. Heinrich Jrick. Lberbibliothekar Professor Dr. Robert Fritzsche. Geh. Sanitätsrat Dr. Gerster, Braun- * fei«. Lehrerin Pauline Grosjart. Iustizrat Dr. h. c. Wilhelm Grünewald. Landgerichtspräsiüent a. T. Geheimrat Dr. Gustav Güngerich. Dr. med. Rosa Gürtler. Oberbibliothekar Professor Dr. Hugo Hepdiug. ! Professor Dr. -ermann Hirt. Privatdozent Dr. Leonhard Hock. Professor Dr. Georg .Honigmann. Professor Dr. Karl Kalbfleisch. Rechtsanwalt Dr. Leopold Katz. Professor Dr. -ritz Klute. Elisabeth Klute. Biblio- j thekar Professor Dr. Georg Koch. Professor Dr. Walter König. Professor Dr. Ernst Küster. Rektor Wilhelm 1 Loos. Dr. med. Else Marr. Professor Dr. Wilhelm «eigen. Dr. med. Julius Meyerhofs. Professor Dr. 1 Wolfgang Mittcrmaier. Privatdozent Dr. Wolfgang Panzer. Professor Dr. Moritz Pasch. Rektor Johannes Reul. Provinzialrabbiner Dr. David Sander. Professor Dr. Karl Schaum. Studienassessorin Dr. Else Schlicht. Geh. Mcdizinalrat Professor Dr. Robert Sommer. Studienrat Professor Ludwig Weber. 18er- messungs-Jnspektor Karl Weith. Pr.-ritz Wolfs. Studienrat Pr. Appel.___________3218c Vogelkäfige Sechrohr*’verzinnte v U 0WiS empfiehlt in reich h alt ig er Aus wähl preiswert SamenhandlQDgBöll, Neustädte, Tel. 314 Leibwäsche: mit Stickerei und schmalem Mk. Träger Kissenbezüge 3.70, Stickerei Mk. kräftiger Stoff, mit Hohl» säum Mk. Spannstoffe la Qualitäten, 130 cm Mk. von 3216a Vr. mit feinen Stickereien, beste Konfektion Mk. 4.50, 3.50, rein Macco mit eleganter Taghemden Taghemden Taghemden Beinkleider Beinkleider Beinkleider 5.90 6.50 1.95 2.50 3.85 1.95 3.90 4.35 3.95 5.60 3.30 2.95 Frottierhandtücher. 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Große Bedeutung für bic Gegenwart, ober «uch für die Zukunft unsere« Gemeinwesen- ist den Da h n ve r k e h r S - A n g e leg e n hei t e n betjumeflen. <36 handelt sich hierbei nicht nur um Die elektrische Straßenbahn. fonbern auch um die Reichsbahn. Beschäftigen wir unS zunächst wieder einmal mit der elektrischen Straßenbahn. Daß diese nicht nur betriebliche Gegenwart-- funktionen erfüllen soll, sondern auch als ein nerkehrs- und Wirtschafts p o l i t i s ch e s Instrument in der Hand der Stadtverwaltung angesehen werden muh. steht wohl für jedermann nutzer Zweifel. Mit der Erfüllung der betrieblichen Gegenwartsausgaben kann man aber nur zum Tell zufrieden sein, aus dem Gebiete brr anderen Ausgaben bleibt sogar noch alles zu wünschen übrig. In der jüngsten Zeit ist nun eine Bewegung in Fluß gekommen, die aus die Beseitigung der gegenwärtigen Verkehrs« einschränkung bei der Elektrischen hinzielt. Es handelt sich hier um die Straßenbahn- wünsche der Bahnhof st rahe. Die An» tvohner dieser und der angrenzenden Etrahen haben an die Stadtverwaltung das Ersuchen ge- । ichlet, die Elektrische jetzt auch wieder durch die Bahnhofstrah« fahren zu lassen. Zur Begründung ihrer Forderung machen die Gesuchsteller namentlich wirtschaftliche Gesichtspunkte geltend, die unS sehr beachtenswert erscheinen. Dir betonen, durch den gegenwärtigen Fahrdienst der Strahenbahn werde der Verkehr des Publikum- vom Bahnhof und von den Auhenoierteln her systematisch, wenn auch nicht gewollt, nur dem Selter-weg-Bezirk zugesührt, dem Bahnhofstraße- Dezirk mit den zahlreichen dort ansässigen Geschäften werde dadurch das kaufende Publikum in sehr empsindlicher Weise entzogen, well eben die Käufer sich in den Geschäften in unmittelbarer Rähe der Strahenbahm versorgten. Wenn wir die Stichhaltigkeit dieser Behauptung natürlich auch nicht bis ins Kleinste nachprüfen können, so möchten wir aber doch sagen, dah sehr vieles für die Richtigkeit jener Begründung spricht. Die Detriebsdcpulation der städtischen Körper- schasten hat die Erfüllung des Wunsches der Gesuchsteller abgelehnt; sie soll sich dabei aus eine Berechnung stützen. nach der das heutiae betriebswirtschaftliche Erg b..is der Strahenbahn erheblich beeinträchtigt würde, wenn man die Bahnhofstrahe-Linie wieder in Betrieb fetzen wollte. Diese Berechnung ist der Oesfentllch^eit bi- jetzt nicht bekannt geworden, man kann also auch nicht annähernd ermitteln, ob die Defürch- tu7-gen jener B.rechnungsstelle berechtigt sind. Die Dahuh.fstraße-Anwchner haben mittlerweile einen neuen Schritt aui Erfüllung ihres Gesuches getan, und sie sind in diesen Tagen nun auch durch eine Eingabe kräftig unterstützt toor- Den, die der Dorstand des Verkehrs Vereins durch seine Mitglieder, die im Stadtparlament fitzen, an die Stadtverwaltung gerichtet hat. Wir Ginnen die Dorsichl der slädttfchen Betriebsdeputa- tion begreifen, denn frühere Zuschuberfahrungen auf dem Gebiete de- SlrabenbahnwesenS schrek» ten unter den heutigen Verhältnissen gar sehr. Auf der anderen Seile ist aber doch auch zu beachten, dah der Weisheit bester Schluh nicht immer der einer allzu ängstlichen Dorsicht ist, bei der dann schlietzlich wichtige wirtschaftliche Belange zahlreicher steuerzählen der Bürger unter die Räder kommen. Wir wissen nicht, ob die städtische Detriebsdeputation Die Frage auch unter diesem Gesichtspunkt betrachtet bat; sollte sie da« noch nicht getan haben, so möchten wir ihr empfehlen, umgebenb in eine nochmalige, aber beschleunigte Prüfung der Angelegenheit einzutreten. Wenn Dte Stadtverwaltung glaubt, die bisherigen Bedenken gegen den Wunsch der Bahnhof st ratze nicht ganz auf geben zu können, so möchten wir hiermit als Kompromiß« l ö s u n g eine e i n st w e i l i g e Regelung derart Vorschlägen, dah man die Elektrische wenigstens in den Hauptverkehrs st unden des Tages, vormittags und nachmittags, auch wieder in vollem Umfange durch Die Dahn- Hofstrabe fahren läßt. Wenn dadurch auch nicht alle Wünsche der Gesuchsteller auf einmal erfüllt werden, so Ginnten sie sich doch sagen, dah sie zunächst mal einen sehr beachtenswerten Teilerfolg errungen haben, Der dann im Laufe Der Zeit im Gleichschritt mit der von uns allen erhofften Besserung Der Wirtschaftslage aus- gebaut werden könnte. Und die Stadtverwaltung hätte erreicht, dab dem Strahenbahnbetrieb wenigstens für die ganz verkehrsschwachen Stunden ein« Mehrbelastung erspart bliebe, Deren Verantwortung man jetzt noch nicht glaubt übernehmen zu können. Wir meinen, dah mit dieser Zwischenlösung beiden Parteien zunächst mal gedient wäre. Selbstverständlich mühte bei der Regelung der Einzelheiten auf beiden Seiten der Wille zu einer weitherzigen Verständigung vorherrschend sein, und ebenso selbstredend mühte sich die DetricbsDeputation sagen, dah die Stadt auch vor einem noch einigermahen erträglichen weiteren Gcldopfer nicht zurückschrecken darf in einer Sache, bei der viel Höheres In Frage kommt al- eine sehr angenehme Betrlebsb lanz, nämlich da- höhere Ziel Der Derkehrsentwicllung. Lenken wir unsere Blick« von Der eben besprochenen Gegenwartsaufgabe ab und schauen auf das in gröberer Weit« vor uns liegende Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fiir Gberhefsen) Tätigkeitsgebiet, so erkennen wir, dah unsere Stadt durch Die Strahenbahn auch Dort Expansion-Möglichkeiten nützcn kann, die verhelhungsvoll sittd — wenn man mit Wagemut und a roHzügig an ihre Erfassung Herangeht. Wir fmb im vorigen Jahre (Ar. 222. 285 des Gteh A.iz.) sürdenAu-bau deS Straßenbahnnetzes nach Wieseck eingetreten. Seit einiger Zett sind Derhandlungen zwischen Vertretern des Wies eck er Geme.nderats einerseits unD Der Gießener Stadtverwallung anderseits im Gang«. D.e selbstverständlich im Augenblick nicht geeignet sind zur öffentlichen Erörterung. Vielleicht ist aber Der Tag nicht mehr fern, an Dem über diese Angelegenheit Mitteilungen gemacht werden können. Wünschen muh man nur nach wie vor, dah au, beiden Seiten Großzügigkeit obwalte. Die Die Zukunft nicht Durch Gege.lwartsschw.er gk.iten ve.schül.en läht. Eine großzügige Dertehrspolitik unserer Stadt muh sich aber noch weitergre.fendere Ziele als nur Den Abschnitt Gießen-Wieseck stecken, unD sie muh schon jetzt. Da wir doch allenthalben am Wiederaufbau tätig sind. Die Erreichung dieser Ziele m,t Kraft und Eifer anstreben. Wir denken da z. D. an Den Ausbau unserer Strahenbahn zu elektrischen Lieber« landbahnen nach Alten Buseck— Beuern— DerSrod einerseits, nach KrosDorf—Fellingshausen—Erumbach—Derstal auf Der a D m Seite, oder nach Klein-Linden (ab Frankfurter Strahe) — Allendors (Lahn) — Lützellinden — Rechtenbach—Dornholzhausen. Wenn man sich vergegenwärtigt, dah aus di.-sen Gegenden starker Personen- und Warenverkehr nach (Sieben herüber und hinüber besteht, ein Verkehr. Der unter Den heutigen ilmftänben für die Bevölkerung dieser von der Eisenbahn abgelegenen Orte häufig sehr beschwerlich und unangenehm ist (z. D. bei nassem Wetter oder im Winter), so Darf man wohl Der Zuversicht fein, dah D e Schaffung solcher Dahnen auch von Der in Betracht kommenden LanDbevölke« rung begrübt werden würde. Günstige Fahrpläne und eine geschickte Tarifpolitik Dürften diese neuen Verkehrsmittel im Handumdrehen populär machen, und wenn man es dann noch ermöglichen könnte, auch Güter- und Postbeförderung auf diesen Linien mit einzurichten, so Dürfte die Rentabilität Der Dahnen wohl anher allem Zweifel stehen. Selbstverständ'ich mühten Die bete I.gten Gemein- Den anteilmäbig mit zu Den Baukosten beitrogen. Dah Derartige Anlagen auch unserer Geschäftswelt zugute kämen, ist einleuchtend; ihr würde Dann wohl mancher Käufer aus Dem weiteren Hinterland (nicht nur dem sog. Hinterland im Kreise Bied:nlopf. sondern ganz allgemem) zu- geführt werden, der seine Waren bis heute noch vom Hausierer oder Dergl. bezieht, bei diesen Käufen aber oft nicht so zufrieden gestellt wird wie In der Stadt, wo ihm doch viel mehr Quellen für Auswahl zur Verfügung stehen. Natürlich ind diese Gedanken, denen wir hier nur in grohen Strichen Raum geben, nicht im Handumdrehen in die Tat umzusetzen, obwohl manch« Orte schon lange für eine solche, beiden Tellen Rechnung tragende Lösung „reif“ erscheinen; man denke z. D. nur an den regen Arbeiterverkehr von Beuern und Alten-Busell. ebenso von Krofdorf her. Aber man sollte dieses Ziel doch mal sehr ernstlich in- Auge fassen und nach Mitteln und Wegen suchen, es baldmöglichst zu erreichen. Vielleicht konnten alS Vorläufer und Schrittmacher für den Gedanken in Bälde Auto- mobillinien geschaffen werden, sei es im Zusammenwirken von Stadt unD Post, oder mit Hilfe eines Privatunternehmens, dem Die Stadt einen bestimmten Zuschuh gewähren würde. LIeberall versucht man in dieser Zeit, die weit abseits der Cisen-bahnstrahm gelegenen Orte mittels Autoverbindung m t Dem nachstg leqenen groh wen Wirtschaftspunkt in eng wen Verkehr zu bringen. Was in anderen Gegenden unserer Provinz gut und richtig ist, dürfte wohl auch für unsw (Siebener Wirtschaftsleben nicht falsch ober schädlich fein. Jedenfalls selten sch Die städtischen Stellen, aber auch Der DerkebrSverein und Die wirtschaftlichen Vereine unD Körperschaften unswcw Stadt (Dergin der EiTrzeshändl^, OrtS- gewerbeverein, die Innungen, die Handelskammer usw ) bald mal ei"gche d mit diesen Vv7schlägen befassen und auf ihre Verwirklichung hinarbeiten. Gin Kapitel für sich — daS in einer noch nicht allzu weit zurückliegenden Zeit gewih kein angenehmes war — ist die Biebertal- bahn. Es ist b bäuerlich. dih man friiher. als nach dem Konzessionsvertrag Die Möglichkeit vorlag. Die Dahn glatt auf die Stadt zu übernehmen, nicht 8’iqegriffen hat. Dah Der jctj'ge Zustand in absehbarer Zeit auch mal einer Revision bedarf mit dem Ziele, diese Dahn in städtischen Besitz zu bringen, dürfte jedem Weitblickenden Kommunalpolifker Har f in An einer R-nwrdnung dieser- ganzen Verhältnisse. Die natürlich auch erhebliche Dttr ebs^erbellerungen mit sich bringen muh. ist das Biebertal zweifellos genau so wie Die Stadt Gietzen in starkem Mähe interessiert. D elleicht könnte aus befer Gern--in- samkeit der Interellen eine ebenso qeme'nfchaft- liche Handlung hervorgehen. Die bei De Trile zu einem lana«rstrebten Ziele fuhrt, ohne die Last für Die eine odw die andere Seite allzu drückend zu machen. Auch nach DWer Richtung hin heiht es. ständig scharf Ausguck halten und in c nem günstigen Augenblick mit beiden Händen kraftvoll zugreifen. Dom Standpunkt der städtischen Interessen aus sind auch gegen die Reichsbahn Klagen DOQubringen. Es ist z. B. doch recht übel, dah die Bewohner der nächst benachbarten Städte und Dörfer auf Die Teilnahme an vielen kulturellen und unterhaltenden Deranstal- tungen in Drehen (z. B Theater, Konzerte, '!)ertrage, gesellige Darbietungen usw.) verzichten müssen, nur weil Die Spätfahrgelegen- heit ab (Sieben fehlt, üleber diesen Mangel ist von den Bewohnern der Mmgegenb schon oft geflagt worden, und auch in (Sieben kam' man in Der am Deriehr interessierten Geschäftswelt allerlei Beschwerden hören. Diesen unleidftchen Zustand sollte die Stadtverwaltung mit aller Energie zu beseitigen versuchcm, Denn an einer Berke hrs steig er ung ist z. D das Stadt« theater, sind Konzert« unD Dortragsveranstal- tungen und schliehlich auch Die (Saftftätten stark interefTlert, noch dazu in einer Zeit, in Der jede Einnahmemöglichkelt begrübt wirb. Auch DerDerkehrsverein mühte sich dieser Frage nachbrücklich annehmen. Es wäre vielleicht gar nicht mal notwendig, Züge einzulegen; wir meinen, Dah Triebwagen hier vollkommen ausreichend sein dürften. (Sine andere Eisenbahnverkehrs frage, die ebenfalls recht bald befriedigend gelöst werden follte, ist die unserer Bahnverbindung nachMitteldeutsch- land über Fulda Dah auf dieser Strecke keine _D • 3 ü g e fahren, etwa von Trier, Koblenz über (Sieben nach Fulda und weiter, wollen wir schon hinnehmen, da, wie behauptet wird, Der Ötredcnunterbau, namentlich Der Dau Der Druden nicht stark genug sei. Ganz unverständlich ist es uns aber, Dab auf Der Strecke (Sieben— FuIDa auch keine Eilzüge, ja noch nicht einmal ein beschleunigtes Personenzugpaar verkehrt. Diesen Zustand finden wir geradezu jämmerlich und für untere (Siebener Derkehrsbelange einfach unerträglich. Man frage einmal Die Geschäftswelt, die gezwungen ist, oft auf dieser Strecke zu reifen, und man wird finden, dah sie unferc Meinung teilt. Auch in Dieser Angelegenheit sollten die Stadtverwaltung und der Derkehrs- verein es nicht bei einem gelegentlichen Einspruch bewenden lassen, sondern sie sollten immer und immer wieder gegen diesen UebcIftanD vorgehen, bis er beseitigt ist. Man sorge mit allen geeigneten Mitteln Dafür, Dab unsere StaDt und ihr Wirtschaftsbezirk im Zeitalter des Derkehrs nicht in einer Lage stehen bleiben. Die in Den schwierigsten Aachkriegszeden wohl verständllch und annehmbar war. Die aber je länger je mehr unhaltbar geworden ist und eigentlich schon längst hätte beseitigt werden müssen. Aus der Provinz. Landkreis (Bietzen. L. Wies eck, 26. März. In feiner Sitzung vom 19 März beschäftigt« sich Der s e s. Zweck der Errichtung soll sein, den Ortsoberhäuptern in allen Fragen der Gesetzgebung zur Seite zu stehen. Bei den Bürgermeistern findet der Plan ein freudiges Echo. Stichtag des 1. Juli 1920. Die Donnerstagbörse schien schoil ähnliche Vermutungen zu haben, denn die bevorzugten Staatsanleihen gingen im Verlauf des Verkehrs außerordentlich stark zurück, da jeder seinen Besitz loswerden wollte und verständlicherweise auf wenig Gegenliebe stieß. 3m übrigen steht die Börse unter dem Zeichen des unmittelbar bevorstehenden Quar- talultimos. Ein unmit elbarer Grund zu Besorgnissen über seine Abwicklung scheint nach der gegenwärtigen Situation des Börsengeldmarktes zwar nicht zu bestehen, doch ist nach den Erfahrungen der letzten Monate nicht ausgeschlossen, dah noch irgendwelche Überraschungen hervortreten. Jedenfalls haben sich die maßgebenden Bankinstitute diesmal zum MonatsweZsel angesichts der zu erwartenden großen Ansprüche aus der Wirtschaft mit liquiden Mitteln so reichlich versehen, dah man verschiedentlich sogar von Ueberdispositionen spricht. Namentlich die Seehandlung ist gegenwärtig außerordentlich flüssig, alles Umstände, die eine reichliche Versorgung des Börsengeldmarktes ermöglichen. Dieser liegt in der Tat wider Erwarten ungemein leicht, da eben kurzfristige Ausgleichungen von Grohbankseite reichlich zu haben sind. Ob die Abwicklung des Ultimoengagements jetzt noch erhebliche Mittel beanspruchen wird, erscheint zweifelhaft, da die Spekulation in diesem Monat bereits sehr früh für den Monatswechsel vorgesorgt hatte und Eindeckungen größeren Umfangs voraussichtlich nicht mehr zu erwarten sind. Dah die reichliche Versorgung des Geldmarktes keine allgemeine Geschäftsbelebung der Börse zur Folge hat, liegt nicht an dieser selbst, sondern an dem Ausbleiben jeglichen Interesses des Publikums am Geschäft. Ob hierin in absehbarer Zeit eine Aenderung eintreten wird, erscheint bei der Kapitalarmut in Deutschland fraglich- immerhin ist aber möglich, dah das ermäßigte Kursniveau Anlaß zu Eindeckungen geben wird öie dann ihrerseits eine freundlichere Verfassung der Börse im Gefolge hätten. Der deutsche Autzenharidel im Februar. Der deutsche Außenhandel ist auch im Februar passiv geblieben und weist gegenüber dem Vormonat als Spiegel des starken Rückganges der Konjunktur einen beträchtlichen Rückgang auf. Es betrug im Februar die Einfuhr 1 124 700 000 Mk.. gegen 1372 075 000 Mk. im 3anuar und die Ausfuhr 631 417 000 Mk. gegen 697 445 000 Mk. im Dergleichsmonat. Die Einfuhr ist also im Fsbruar gegenüber dem Vormonat um 247 Millionen zurückgegangen, gleichzeitig zeigt auch die Ausfuhr eine Verminderung um 66 Millionen Mk. Die Passivität der Handelsbilanz ist also auch im Februar mit 493 "Mill. Mk. sehr gro6. Die Einfuhr-Verminderung gegenüber dem Vormonat entfällt hauptsächlich auf folgende Gruppen: Lebensmittel und Getränke iBe'nnin- derung um 26 Mill.) Rohstoffe und halbseitige Waren fVerminderung um 92 Mill.) ryertia^ waren lVerminderung um 92 Mill.) Der Aus- mayl) erstatten- ^orf^enbe ein interessantes Referat über „Die politische Lage inHessen". Außerdem gab noch die bevorstehende Wahl des Reichspräsidenten Stof zu einer anregenden Aussprache. ^lDad-Aauheim, 27. März. Die heutige Sthung der Stadtverordneten behandelte folgende wichtigen Gegenstände: Für den in Aussicht genommenen Neubau eines ftä dti- schen Kra nkenhau ses ist als Baugelände die Ziegenweide an der Hochwaldftrcrhe vorgesehen. Das Hochbauamt soll in Fühlungnahme mit einem namhaften Archlekten de Pläne ausarbeiten. Der Reubau an sich ist noch nicht beschlossen. lieber ein wiederholtes Gesuch der Ho- tina um Aufhebung der Fremdenab» gäbe wird nach längerer Aussprache zur Tagesordnung übergegangen. Für die Vergebung von städtischen Arbeiten werden Richtümen beschlossen, die vorsehen, dah die Arbeiten an hiesige Unternehmer vergeben werden, sofern ihr Angebot auswärtige Angebote nicht um mehr als 10 Prozent Übersteigt. 3n der nichtöffentlichen Sitzung wurde der Ankauf von verschiedenen Dauvlätzen beschlossen, ebenso der Erwerb von zwei Villen, die im Interesse der Wohnungsfürsorge zu Wohnzwecken Verwendung finden sollen. Die fertiggestellten Wohnungen deS städtischen Reubaues. Lutherstraße 5, werden an sechs vom Bauausschuh vorgrschlagene Bewerber vermietet. Dann wurden zwei Gesuche um erweiterte Dau- beihilfedarlehen genehmigt, ein drittes abgelehnt. Die festen Marktlauben werden an die seitherigen Inhaber zu etwas höheren Preisen vermietet. Kreis Büdinqrn. !! Büdingen. 26. März. 3m oberen Saal des hiesigen Rathauses fand heute die recht zahlreich besuchte Hauptversammlung deS landwirtschaftlichen Dezirks- vereins statt. Der stellvertretende Dorsi-ende, Beigeordneter Schick- Diebach a. H.. eröffnete die Versammlung. Man schritt zuerst zur Wahl eines ersten Vorsitzenden. Oberamtmann Gänge- rich aus Engelthal schlug hierfür Kreis ° direktor D r. Gähner vor. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Dr. Gähner nahm die Wahl an und sprach die Hoffnung aus. daß das innige Verhältnis zwischen der Kreisverwaltung und der Landwirtscha't auch weiterhin bestehen möge. Für fc-n du"ch Versetzung nach Alzey ausgeschiedmm Q3c*c-inä’-- tat Oe hl wurde dessen Rachsolger, Bckennärrat Dr. Walther in den Ausschuß gewählt. Reu hinAugewählt wurde ferner noch La'idwi tscha^t?- sch-uldireklor Grimm von dem hiesigen Land- wtrtscha tsamt Die Rechnung für 1924 Ri. wurde glatt genehmigt und dem Rechner E itlaüung erteilt. Ebenso wurde der Voranschlag für 1925. der mit 477 Mk. in Einnahme und Ausgabe ba- lancteit, einstimmig genehmigt. Hierauf hielt De- tciinätrat Dr. Walther einen Vortrag über „Die De kampfung de i Leber egel- teudjc“. Anschließend daran sprach Landwirtschaftsschuldirektor Grimm über die neuzeitlichsten Maßnahmen zur Steigerung derlandwirtschaftlichenVroduktion. 3m Anschluß an diesen Vortrag kam Gutsbesitzer Mogk aus Grund-Schwalheim auf die Rot - standskredite für öie Landwirtschaft zu sprechen. Hierzu faßte die Veickammlung nadj- stehende Entschließung, die der hessischen Regierung durch den Vorstand zugeleitet werden soll: „Die aus allen Teilen des KreiseS Büdingen stark besuchte Hauptversammlung deS landw. Dezirksvereins Büdingen kommt nach eingehender, lebhafter Beratung zu der Ueberzeugung, daß es unmöglich ist. die am 1. Of» tÄ>er d. Is. fälligen Rolstandskredite in ihrer vollen Höhe zurü Anzahlen. Sie hält eS für ihre Pkslicht, heute schon die Hess. Regierung darauf aufmerksam zu machen, damit bis dahsn entsprechende Maßnahmen getroffen werden können. Als solche glaubt sie empfehlen und Vorschlägen zu sollen: Umwandlung der kurzfristigen Kredite in langfristige zu e'nem tragbaren Zinsfuß, zum mindester, aber Verlängerung des Rückzahlungstermins bis zum 1. April 1926. Gerade der KreiS Büdingen ist derjenige Teil des Landes, der durch Unwetter und Hochwasser mit am härtesten getroffen wurde. Die Zahlungsverpflichtungen der Landwirte sind so groß, daß trotz größter Spa somkeit und Einschränkungen die Einkünfte aus der zerstörten Ernte nicht ausreichen, die laufenden notwendigen Ausgaben zu bestreiten. Dazu kommt die Schwier gleit der Geldbeschaffung zu Zinssätzen, die urrsere Zah- lungs'ähigkeiten bei weitem übrrstrigen. Wenn hier Regierung und (Sefebg'bung nicht h lft, ist der Ruin der Landwirtschaft mit Sicherheit zu erwarten." Unter Derschie'', nrs sprach Landwirck Schönhals- Lindheim sich gegen die geplante Verlegung der landwirtschaftlichen Haushaltungsschule Lindheim nach Friedberg aus. Pächter Dihel pflichtete ihm bei, da er eine solche Verlegung, die hohe Summen verschlinge, zur Zeit nicht für notwendig halte. GutsbÄiher M og k, der dem Landwirtschas siamme,ausschuß Gie'en angefjö t. teilt die Gründe der Landwi tschaftskammer mit, die zu den Verlegungen ö>r büden Schulen Langen und Lindheim ge'ührt hätten. Anges ich: s der öorgerü fte i Zeit mußte alsdann die Versammlung geschlossen werden. srrcls Lchotten. X Schotten, 26. März. Am Sonntag nachmittag hielt die hiesige Realschule in der Turnhalle eine öffentliche Schulfeier ab, die von der Schülern. Eltern und Freunden der Anstalt außerordentlich start besucht war. Die Darbietungen waren sehr abwechslungsreich und wurden mit allgemeinem B ifall ausgenommen. Die Vorträge von Musikstücken und Gedichten. Thor- und Einzelgesänge, ein Mädchenreigen und die Aufführung eines kleinen Theaterstückes zeugten von guter Auffassungsgabe und treffliche«. Schulung. 3n dem lustigen Märchenspiel „Der Zauberspiegel" wurden die schauspielerischen Cct- stungen der kleinen Künstler und Künstlerinnen wirksam unterstützt von geschmackvollen, der Szenerie gut angepahten Kostümen. Studiendirektor Hertsch kennzeichnete in knappen Umrissen die Aufgaben der höheren Schule und hob besonders die vaterländische Erziehung her,-. Den in den nächsten Tagen aus tretenden Schülern gab er herzlich' Segenswünsche und Ratschläge mit auf den Lebensweg. Die Schule sieht ihren schönsten Lohn darin, daß ihre Schüler später auf Grund ihrer Ausbildung und Erziehung brauchbare Staatsbürger werden, die mitarbeiten Dnnen an dem Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Trotzdem die Darbietungen beinahe drei Stunden in Anspruch nahmen, war jeder Besucher tiefbefriebigt von den Eindrücken, bie er erhalten Tttan darf Wohl den Wunsch anLsprechen vay die Realschule alljährlich eine derartige Schul- und Abschieds feier veranstalten möge — Die Ortsgruppe Schotten des ReichsblockeS hatte für heute abend bie Freunde der Kandidatur Zarres zu einem Deutsche n A b e n d in die hiesige Turnhalle eingeladen. Der Saal war gut beseht. An Stelle des vorgesehenen, aber infolge Erkrankung am Erscheinen verhinderten Herrn Pfarrer Berck-Roßdorf trat als Redner Dr. R o h berg ° Gießen auf Seine Ausführungen waren umrahmt von Musikstücken, die die Kapelle Faust-Feldkrücken wirkungsvoll spielte, von dem Vortrag vaterländischer Gedichte, die die Herren Wckhelm Ze schky und Rühl stimmungsvoll zu Gehör brachten, und von der Allgemeinheit gesungenen vaterländischen Liedern, ©tubienbireftor Herrsch gab als Letter der Veranstaltung der Hoffnung Ausdruck, daß auch bei anderen Anlässen der Reichsblock gemeinsame Sache machen möge. Mit einem stur- misch aufgenommenen Hoch auf die Zukunft bes deutschen Volkes schloß bie erhebende Feier. „ ?" Ober-Schmitten, 21. März. Rach einem Beschluß des Gemeinderats soll die von dem Deutschamerikaner Solp, der vor Jahresfrist während seines hiesigen Aufenthalts verstarb, überwiesene Dollarspende zur E i n= friebtgung des Friedhofs Verwendung finden 9 63 ankn oten. "6.13 9 ,2 86 50 93 50 92 5 5 70 1 0 9 6". ■ 8 Die ©tim» zuverficht- ohne An 89 64.5 73 5 65 5,7 3 3 8,3 0 6 "- 1 1 131 2) 2 2"> 3 7 2 6 1 5 7 3.42, 91.3 ■> 70 83,25 156 >5 46,5 '13.50 62 138,5 16 50 113 2 37 14 1«8 6,20 3,5 2.6 12,4' <.196 21 61 76 93 20 14 22 35 167 99 17 33 ifi 3» b'j 32 113 « 20 60,30 i65 5,805 0 483 111, 2 ,5 137 6i 8 l 15 9 14i 3") 18 25 8 72.5 6; 5.70 3.3‘> 8 O1 137 1 4 0 3 126 75 116,75 8 8 0,11 59,5 1 9 8 34,50 127 1 0 8 75 0 2 81,9 17 10 50 «2,4 •3 140.5 18,25 2.75 6 9l 11 40 8 25 13.13 73,5 3 62 5,70 8 1 102 5 6' 5 10 lus.te 146 0 49 l r ,9 7 5 138 8 16 0 25 1 50 16 75 10.1 2 2.5 2 138.5 18 25 2 i 6 55 10.5 61,5' 54 5 01. 0 3 4 >6,5 93,63 1,12 2/5 3.6 2,5 1«:,4 Frankfurter Abendborse. Frankfurt a. M., 27. März, mung an der Abendbörse war etwas sicher, der Verkehr vollzog sich aber 1 50 13.25 3/0 73 5 3.63 5.63 8 1 102,75 0,62 1 131 25 2 2 3.7 6 12 3 4 55 158 ■u 137 5 134 i 6.62 100 8.75 0 3 | 81.95 i 6 »0 10 40 73,3 «1 75 138.75 18.40 -3,75 7 10 60 61 10 54 5 103 suhrrückgang betrifft hauptsdchLtch Rohstoffe und halbsertige Waren (Verminderung um 30 Mill. Rm.) und Fertigwaren (Verminderung um 35 Mill.). Gold und Silber sind in der Einfuhr mit 53 541 000 Mk. gegenüber der Januar-Einfuhr mit 89 611000 Mk. und in der Ausfuhr mit 1 574 000 Mk. gegenüber 1 783 000 Mk. enthalten. Die Einfuhrverminderuna stellt sich also in Gold und Silber auf 36 Milr Mk. • Senkung der Erwerbs losen zrf- fer. 3n der Zett vom 1. bis 15. März verminderte sich bie Zahl bet Hauptunterstützungsempfänger in der Erwerbslosenfürsorge von 540 000 auf 515 000, b. h. um rund 5 Prozent. 3m einzelnen senkte sich die Zahl der männlichen Hauptunterstühungsempfänger von 501000 auf 475 000, die ber weiblichen ist annähernd gleich geblieben. Die Zahl ber Zuschlagsempfänger (unterstützungsberechtigte Angehörige von Haupt- Unterstützungsempfängern) ist von 752 000 auf 727 000 zurückgegangen. • Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten A. G Wie der DHD. erfahrt, verhandelt die Gesellschaft in Reuyork über die Aufnahme einer Anleihe in Höhe von 15 Mill. Rm., die vor dem Abschluß stehen soll. Einzelheiten über diese Anleihe waren bisher nicht in Erfahrung zu bringen. • Hansa-Lloyd-Werke A. G. in Bremen. Der Aufsichtsrat der Hansa-Lloyd- Werke A. G. in Bremen hat beschlossen, der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 8 Prozent für das wufende Geschäftsjahr 1924 in Vorschlag zu bringen. Der Geschäftsgang im laufenden Jahre sei in jeder Beziehung zufriedenstellend. Börsenkurse. 4*/fl Zollnirken........ 5*'t lömciifaner ... berliner Hauk>rl»qrseN1chaf1 lioninttri- und Vnvnt.^flitt i armft uuo Jia lonaluan! 5?fundic 'Pauk Xrtnfdir BereinSbauk Tisconio teommanöit Metalidaut . ...... Muteldeutche Treditdank. . Cefte rcichitche ttrebüauftalt Wcsibauk .......... Bochumer Guh ...... Buder.,6 , . dato Demsch-^nxembary...... Gelsenkirchener Berfltoerfe . . Harve.-er Bergbuu Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westcregetu Laurahüeie....... ... £ derbedarf Phöiüs Berg dem ...... Rheimmbl........... Rteveck Montau ....... TrUuS Bergbau. . Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo ... Cheramische Wrrkr Ü bt» . . Bem--unvett HeideUxrg . . VOtiiDD H^>l»manu...... Jingle Cent -Guan* . . . . , Badische Anilin ....... Cdcmiichk Muher Shajrta . Goldi rmtdi O'ritS cimer Electron . . . . Höchster R r werke...... voljvcrkodlung..... . . NürgerSwcrke......... Echcideanstalt Jin« ElektrUiwtS'yesellschaft Bergmann ........ Mainkraitwerk« . ...... Lchu.lerk ......... Siemens <6 Halske - Adlerwerke flirner ..... Daimler Motoren..... . Hevligenstaedt. . ...... egutn ........ Motorenwerke Monnbetm . Frun'surter Armaturen stoulervonfabrik Braun . Metall gesell choft Frankfurt Tft Unten A G Schr'b'abrtk He« . , .... Sichel ......... ZeUsto' Daldbes ..... Zu.ker'obrik Irankenthnl . . Hudfrrabrit VBnobäulel - . 9/5 I 3S .5 | 159 108 > 1 7,5 131 .5 0 3 ". 126 -"5 11 100 8 ' 0 11 81 I 17 20; 10 73 K3 139 1%25 22.5 6 0 IV 1 75 5 2» 103 13 3 5 88 93 85 152 13 6 Berkin, 27 Mär^ Amerlkanllchr 'Soten..... Belgische Nekea ...... Dmistche Nenn ...... Englische Noten..... . . ^rou;cisische Note« ...... vellandische Neken ..... Ui Uenische Nelen Nerwem'schc Noten . . . . T-un'ch O.'sterr.b ioozkronen RumÜnische Noten Schwedische Noten . Cchir)^l<.-r Noten ...... Spanisch-- Neien ...... Tkchechellewakische Note« - . Ungarische Noten . . . Devisenmarkt Berlin—-Frankfurt a. M. (In BtNwnen Mark auSaedruckt. BuenoS'AireS. London. Reu» York, (>apan, Rio de Qanetro für fine Einheit. Wien und Budapest ftir 100000 Ein Veiten, alle* übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. 4.'76 21 53 76 1 20 04 2 23 1'7 13 17 25 <6 03 o9 02 11° 81 *•' 80 60 00 - 405 5,785 5d)luf). R.re Sd-lui; ■ Adens» bö fe PAtu«!. du » Sdiluh» V Moq ' rl« Tflhmi: 36. X 27 3. -6. 3. 27 3 5*/ Trutfd)c Nf1ch?an!f1hr U 705 n 69 69 ' 69 4•/« DeuÜchf Nflcvsanlfide —— ".8 (' 72 B'/g0/« Dculfchf N-'Ä anletür 0 81 0 79 1 0 795 64 3°/ Deutsche NcichSnilclh« 1 05 0 825 i orz 0 805 Dfuilche Svarpramienanleihe O.ViO — 0 46 0 4*1,. Prcußüchr «onsois . . . 0.530 0 85' 0,9 " 73 4°, vcss. n ... . ..... —— — 0 % 0 98 3*/ie/n Hessen.......... I 10 0,8 .0 6 1 15 I 1 3°/., Hcis. ii.......... 0. i> 0 825 91 75 Deutsche Wertb Dollar 2nt. 94/-. dio Doll Sch-u»-Auiretmg/) 1.75 91 6> 1 75 1 ?> ?■-. Mcir; 7 Mnr; Annllch, NoNeruni Sinn.» i3* <»>?t > io 1 T t 11 1 -f c 4 113. 2 HelnngiorS 10,.-ns 1'' 605 10 568 10 668 Italien. . 17.0<5 17 1 5 17 20 17 4 London 20 067 20,11? 20,077 20 12? Neupork . . 4,145 21 99 4, "Mi 4.115 4,205 PniS. . . 22 0 - 72 26 22 31 Schwei; . 80 91 81 n 80 ?4 81 14 Sva kn . l>3 75 69,89 t>3 83 59 97 Japan . . - ) 638 1.742 1.738 1.742 0,463 h fo de Jan Wien in D-- Mol 0.163 0,461 Ceft. abgeft 69,045 59.185 69.10 69,24 Prag ... Vi il le.18 12 13 1237 BeUrad . . 6 61 6,63 C 65 6 67 Dudapeft. - Bul arten 6 81 6.83 6.815 6,8'5 7.05» k.Oki 1,055 1 ,<"65 L'ssabon 19,975 20 02' 19 97» 20 02 Danüg. . . Konst ntin- 79 71 2.181 79 93 Mitt 79.80 2 185 80 ('0 2,195 Silben. . • 69 1 0.69 0-71 regung und lustlos. Der Aktienmarkt lag veröde^ soweit Kursnotizen zustanbekamen, bewegten sia sich um die Schlußkurse der Mittagsbörse. Spro» zentige Reichsanleihen auf geringe Rückkäufe leicht erholt. Die Schluhnotiz lautete 0,690. Dagegen sanden sich keine Abnehmer für bie weit« angebotenen Vorkriegsanleihen. Ramentlich füt Kommunen- und Länderanleihen, sowie K-Schätz« und SchuhgebietSanleihen, für letztere hörte man einen Kurs von 4000. Arn Psandbriefmarti wickette sich das Geschäft ruhiger ab. Die Um« sätze haben an Umfang bedeutend eingebüßt, so daß auch dieses Gebiet unter das Zeicheo einer gewissen Geschäftslosigkeit geriet. Ss wurden genannt: Fraickfurter Hypothekenbank 7,30 bis 7,35, Rheinische Hypothekenbank 7,20, QHeintn* ° ger Hypothekenbank 6.82'/z. Preußische Zentrat- ooden 7,25. Die Börse schloß g.schäftslos bei gehaltenen Kursen. Deutsche Anleihen: 5prozen-- tige Reichsauleihe 0,693, 4,5prozentige K-Schätze von 1924 0,625, 3,5prvzentige Bayern 1025. Bankaktien: Commerzbank 109, Darmstädter Dank 137,50, Deutsche Bank 134, Diskontogesellschaft 126,75, Dresdner Bank 114 50, Metallbau! 116,75, Mitteldeuische Kredttbank 10D, AU3)sbank 142,50. Oesterreichische ÄreMlaftien 6,80. McsUanaktien Buderus 16,75, Manshrlder 4.25, Phönix 61,50 Kali Aschersleben 18.25, Kali Westeregeln 22.50 Chemische Aktien: Badische Anilin 145,15, Elberfelder Farben 27,75, Th. Goldschmidt 113,75, RütgersWerke 15,87. Trcrnsportaktien: Rordd. Lloyd 92,62. 3ni)uftrieattien. Adlerwerke 3,62, AEG. 11,30, Dyckerhofs 4,70, Holz mann 5,70 Gebr. Iunghans 12, Rheinisch^ Metall 66 Wayß & Freylag 3,45, Frankenrhalzucker 4,7-, Heilbronnzucker 3,40. Berliner D3rse. (Eigener Drahtbericht beS „Gießener Anzeiger»".) Berlin. 27. März. Die jetzt zur Deröfsenl- lichung gelangten neuen Aufwertungsvorschläge ber Reichsregierung gaben ber Börse bei 'Beginn des Verkehrs das Gepräge. Kursmäßig kam das Dekanntwerden des Aufwertungs-Gesetzentwurfes am Kriegsanleihe-Markt weniger zum Ausdruck, da man gestern bereits hartnäckig behauptete, daß eine Trennung zwischen altem und neuem Besitz bei der Behandlung bet Aufwertungsfrage erfolgen werde und der Kur» der 5proz. Reichsanleihe bereits gestern eine Korrektur nach unten erfahren hatte. Zu einem scharfen Kurseinbruch kam es jedoch m K-Schähen, lüt die bekanntlich eine Anleih-e-Ablösungsschulb im Betrag von 5 Prvz. des Geldwertes gewährt wird. Damit sind diese Papiere nunmehr zum größten Teil ihres bisherigen Wertes ledig. Schuhgebietanleihen eröffneten mit 4.75, senkten sich aber bald auf 3. Demgegenüber trat das Angebot in den festverzinslichen Reichsanleihen zunächst nicht so stark hervor. Die höhere Bewertung der Hypotheken und hypothekarisch gesicherten Forderungen düefte sich für Hypothekenpfandbriefe zunächst nicht halten, die ersten Umsätze erfolgten vielmehr zu leicht ermäßigten Kursen, doch wurde die Tendenz für diese Werte später freundlicher. Rv . den Aktienmärkten waren bie Umsätze unverändert klein und die Tendenz neigte zur Unsicherheit. 3m allgemeinen erfuhren aber die Kurse keine allzugrohen Veränderungen. Bemerkenswert ist, daß am Geldmarkt eine leicht« Erhöhung der Sähe für tägliches Geld auf 7*A bis 9Vo Prozent erfolgte, obwohl damit bisher noch keine irgendwie erkennbare Berste fung des Geldmarktes verbunden ist. Monatsgeld 10 bis 12 Prozent. PrivatdiSkvnt 8 Prvzen . 3m internationalen Devisenverkehr fand die Befestigung des französischen Franken eine bemerkenswerte Forisehung, daneben zeigten auch die nordischen Devisen eine größere Festigkeit. Berliner Produktenbörse. Berlin, 27. März. Der Produkten» markt war trotz flauer amerikanischer Märkte nicht befestigt. Einen stärkeren Preisrückgang verhinderte auch die Knappheit des 3nlandsgebietes, besonders |ür Roggen. Man spricht, daß Rußland russUchrn Roggen vermehrt anbietet. Mehl wenig umgrseht. Hafer behauptet und Futterartikel wenig beachtet. Es notierten pro 1000 Kg: Weizen (mark.) 248 biS 251. Weizen (Mai) 275 bis 273.50, Weizen (3uli) 270 bis 268. Tendenz ruhig. Roggen (märt) 234 bis 238, Roggen (Mecklenburger) 230, Roggen (3uli) 236. bis 235, Tendenz still. Gerste (mark.) 225 bis 246, Futtergerste 205 bis 224, Tendenz still. Hctter (mirt.) IN biS 193, Haler (3uü) 188, Tendenz Ml Mais (Mai) ISO, Tendenz still. Raps 395 bis 400, Tendenz still. Leinsaat 390 bis 400. Weizenmehl 33.25 bis 36.00. Tendenz still. Roggenmcbl 31.75 bis 34.25, Tendenz ruhig. WeizenNcie 14.10 bis 14.20, Tendenz fester. Rogqenllri^ 14.50, Tendenz behauptet. Viktoriaorbsen 22.00 bis 29.00. Kleine Erbsen 18 00 bis 20.00. Futtererbsen 18.00 bis 19.00 Peluschken 18.00 bis 19.00. Ackerbohnen 19.00 bis 20.00. Wicken 18.50 bis 20 00. Lupinen (blau) 10.50 bis 12.00. Lupinen (gelb) 12.50 bis 15.00. Serradelle (neu) 13.00 bis 15.50. Rapskuchen 15.30 bis 15.60, Leinkuchen 21.00 bis 21.50. Trockenschnitzel 10.00 bis 10.20. Torsmelasse 9J0. Kartoffelflocken 19.00 bis 19.30. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 19 50 bis 25, Roggen, inländischer, 19.50 bis 23.50, Sommergerste für Drauzwecke 23 bis 30, Hafer, inländischer. 17 bis 22.25. Mais (gelb) 20, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 39 bis 40, Roggemnehl 32.50 bis 33.50, Weizenkleie 13 bis 13.25, Roggenkleie 14.25 bis 14.50. Tendenz: Abgeschwächt. nicht TORPEDO ^ahxtactel foeh/ tau/endo/oM, i t*defl/ttXMeei*fajug a j==>K :t_w fab» M Verlangen Sie kostenlos SKd). CKümmel 3n§.: Cldolf 3i ümmel 1Wieset3183D bequeme Teilzahlung auch für zNä/jmafdjinen :: Jxind.Twagen, Promenaden wagen, 3x lapp wag en Auf Obiges bezugnehmend, bitte ich die geehrte Kundschaft, das Vertrauen, welches Sie mir erwiesen haben, auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen. Hochachtungsvoll Carl Hohmeier Paliafiönä- Puder reinigt und entfettet das Haar auf trockenem Wege, macht er locker und leicht ru frisieren, verleiht feinen Duft. Zu haben in Friseurgeschäften. Parfüme rien, Drogerien u. Apotheken. 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April dieses Jahres übernehme Ich die Schlosserei des Henn Carl Hohmeier und empfehle mich in allen vorkommenden Schlosserarbeiten, gleichzeitig bitte ich die geehrte Kundschaft, das Vertrauen, welches Sie meinem Vorgänger erwiesen haben, auf mich übertragen zu wollen. Hochachtungsvoll Heinrich Scheid Schlosserei, Sonnenstr. 11 Darmstädter und Nationalbank KamaandUieaellachaft auf Aktien. Einladung m dar am Mittwoch, den 22. April 1925, vormittags 11 Uhr, ta unserem Gebäude Berlin, Behrenetrsße 8Mfl, statt findenden ordentlichen Generalversammlung. Tagesordnung: L Erstattung* des Geschäftsberichts für 1921 2. Beschlussfassung über die Genehmigung der Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für 1924 und die Gewinnverteilung. 3. Beseh Umfassung über die Entlastung der persönlich haftenden Gesellschafter und des Aufsichtsrats. 1 Aufsichtsratswahlen. Zur Stimmenabgabe sind diejenigen Kommanditisten berechtigt, welche ihre Aktien oder den von einem Notar oder von der Reichsbank oder von dem Giro-Effekten-1>epot der Bank des Berliner Kassen Vereins über dieselben aus gestellten Hlnterlogungssc'ieln spätestens drei Werktage vor der Generalversammlung bei einer der nachbezeichneten Stellen deponieren, und zwar L bei »seren I1anntnlederl»son leib । von d- liebel befreien Geben Sie kein G Id für luenl.Shirle aus, land, verlang. 2>ie los foitrnlod mein Bii' lein ti. LZarnede. Hanuoo.r. Dchlieszfach |ti3. Jubiiftums-Kataiog kp. 124 »Ana“ Heeres- e. Uamenlot ulCa Frachtfrei. 5 Jahre GarantieI Lau'decken Mk. 2.85. 3.25; mit Garantie Mk. 3.50, 4.-. 5.— tferhe yen G m. Ö H. Frank urt a. M. Spezialhaus fOr Fahrräder und Zubehö hleiritMugH jeder Art cm» -------Großes ■ Lager aller Wasch- und Toiletten -Gegenstände bei Rudolf Rödiger Walltorstraße 35 MWiMlioMI-ßoillMIM Taschenuhren u. 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Merarbeerunflen an Deutschland erlauft. Aber diesen Weg konnte Deutschland nicht betreten. Denn die deutsche Regierung hatte soeben öffentlich die Unabfjärgigfeit und ^lnverlehlichkeit Marokkos anerfoTmt und sich für die Erhaltung des geltenden Rechtszustanbes eingesetzt! wie konnte es jetzt diesen Standpunkt um eigener Vorteile willen kurzer Hand preisgeben, ohne sein Ansehen durch solchen Wankelmut aufs schwerste zu schädigen? Unb überdies war fraglich, cb für Deutschland wirklich dabei ein Ruhen heraus- sprang. Denn in einem sranzosischrn Protektorats lande blühte nach allen Erfahrungen für fremde Kaufleute kein Weizen; mindesteirs bei allen staatlichen Konzessionen unb Lieferungen wären die Deutschen ausgeschaltet worden. Endlich sprach gegen Rouviers Vorschlag, dah Deutschland sein gutes Verhältnis zu den Mohammedanern hn Orient schwer gefährdete wenn es einen selbständigen islamitischen Staat den Franzosen übetanttoorteete. So beharrte Bülow auf seiner Forderung der Konferenz, und Rouvier muhte sie schließ- lich annehmen (3ull 1905), was man im AuS» wärttgen Amt als großen Erfolg betrachtete. Frerlich muhte man eine Enttäuschung erleben, als sie ein halbes 3ahr später (16. Januar bis 1. April 9106) in Algeciras (Südspanien) zusammen trat. Die meisten Staaten hielten sich reserviert, während England, Italien, Spanien unb Rußland eine bevorzugte Stellung für Frankreich in Marokko verlangten, so daß Deutschland, allein von Oesterreich-.Ungarn unterstützt, in wesentlichen Stücken nachgeben mutzte. Zwar wurde die Llnabhängigkeit Marokkos und die allgemeinen komm rzielle Gleichberechtigung thw- retisch gewährt, Polizei, Militär und Finanzen einer internationalen VerwaltunA unterstellt, aber in wichtigen Punkten wurde Frankreich, als dem nächstinteressierten Rachbarstaate ein Vorzugsrecht eingeräumt, so datz es zwar noch nicht rald" oorlefen, die mich zuerst auf meinen Gedanken brachte?" „Lesen Sie, bitte." Nagel entfernte ein Blatt Papier und begann: „Gelegentlich der Nachrichteit über Amund- sens Nordpolflug halten wir es für angebracht, die Aufmerksamkeit unserer Regierung auf das große, bisher gänzlich unbekannte Gebiet hinzulenken, das sich zwischen Alaska und dem Pol befindet. Hier soll nach Ansicht vieler Nordpolfahrer ein größeres Festland liegen, das allerdings wohl völlig von Eis bedeckt ist. Betreten hat es aber bisher noch niemand. Namhafte Geologen sind der Meinung, daß dieses Land eine Fülle von Bodenschätzen enthält, besonders Kohle und Oel, wahrscheinlich aber auch Gold und andere wichtige Mineralien. Die landläufige Ansicht, daß die nördlichen Breiten eine gewinnbringende Ausnutzung unmöglich machen, dürste als veraltet gelten. Der fünf bis sechs Mo- nate dauernde Sommer bewirkt in den Polargegenden durch das ununterbrochene Scheinen der Sonne eine verhältnismäßig warme Temperatur, die derjenigen DDön Spitzbergen und Nordalaska, wo bereits gutgehende Kohlenbergwerke erschlossen sind, keineswegs nachsteht. Das unerforschte Nordland besitzt die Größe von Grönland, mißt also mehr als die Hälfte der United States. Herrenloses Neuland gibt es nicht viel mehr auf der Erde. Wer zuerst kommt, dieses ungeheure Gebiet betritt und es als annektiert erklärt, dem gehört es mitsamt seinen vielleicht unerwartet großen Reichtümern. Dürfen die Uniteb States, wie so häufig, auch hier ihre Uninteressiertheit erklären:' Sollen wir Kanada, Norwegen ober gar bem bolschewistischen Rußlanb bie Vorhand lasten? Wir erwarten von der Regierung in Washington eine ernstliche Prüfung dieser durchaus nicht unwichtigen Frage." Der junge Ingenieur machte eine Pause und blickte Sanders an. „Wollen Sie mit mir zusammen den Nordpol ausbeuten?" lachte dieser. „Entweder mit Ihnen ober mit anderen", erklärte Nagel bestimmt. Seine Sicherheit belustigte Sanders. „Also entwickeln Sie Ihre Pläne. Aber zunächst erklären Sie mir, wo denn eigentlich dieses Rordpolland liegt, bas halb fo groß jein soll wie Samstag, 28. März 1925 baS Protektorat, aber dock eine Etappe zu diesem Ziele errcidjt hatte Deutschland hatte mit seinem Widerstand gegen die französische AnnerivnSlust nicht bas erreicht, waS eS erhofft hatte, ja. eS muhte erwarten, daß Fratrkreich nun seine De- fugnisie hx Marokko zum Kamps gegen den deutschen Handel und die deutsche Arbeit in QHaroRr benutzen werde. Aber ganz umsonst war der deutsche Kampf xuiie Recht doch nicht gewesen Zunächst war die sofortige Tunisilation Marokko- verhindert, so- bann hatte sich in den diplomatischen Kämpfen Klarheit darüber ergeben, daß England eine feindselige Haltung gegen Deutschland einzu- nehmen begonnen hatte, denn in allen Phasen des wechselvollen diplomatischen Streites hatte sich England als treibende Kraft gezeigt, sobald die Situation gespaxmter wurde. Unb endlich wurde Deutschland auf dem Wege über die Konferenz seinen bisherigen moralischen und politischen Fesseln ledig Da die Unterzeichner der Madrider .Konvention sich mit der neuen Regelung einverstanden erklärten und auch der Sultan von Marotto allmählich In- die französische Botmäßigkeit überging, so hatte Deutschland keinen Grund mehr, die Rechte des SultanS und der anderen Staaten zu verfechten. Die deutsche Regierung getoarm jetzt die Möglichkeit, mit Frankreich über den Verzicht auf ihre alten Rechte in Marokko gegen Konzessionen auf anderem Gebiete isoliert zu verhandeln — ungehemmt durch Rücksichten auf den bisherigen, allgemein auf gegebenen Rechtszustand. Roch war eS nicht so weit, noch ergaben sich in den nächsten Jahren manche Mißhelligkeiten über die deutschen und fron- zösischen Rechte in Marotto, die sich bei dem Eharatter der französischen Politik von selbst erklären. Schließlich aber hat die Entwicklung jenen Weg genommen (1911) Hierüber werden uns spätere Bände im einzelnen unterrichten. Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS. (AuS der „Radio-Umschau*.) Sonntag, 29. März: 8.30 Uhr- Morgenfeier veranstaltet vom Dartburgverein Frankfurt a. M mit Ansprache von 3ugendpsarrer Munk-Offenbach. 4—5 Uhr: Kinderstunde. 5—6 Uhr Sonntag-Nachmittags- Konzert des Hausorchestevs: Ouvertüren. 1. Di« verkaufte Braut von Smetana, 2. Cosi fan tutte von Mozart. 3. Hans Helling von Marschner, 4. Das Leben für den Zaren von Glinka, 5. San» cred von Rossini. 6—7 Uhr: Stunde des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung: .Der Totengräber vom Feldberg", ein dramatisches Spiel von 3ustin.is Kerner aus den „Reise- schatten", vvrgetragen voit Mitgliedern des Frankfurter Künstlectheaters für Rhein uni Main 8,30—9,30 Uhr: Ouvertüre, Arie unfl Finale. Ein Zyklus. Programm u. a.: Ouvertüre zur Oper „Die Belagerung von Eorinth. Ouvertüre zur Oper »Wilhelm Teil", Arien aus den Opern „Cenerenwla". »Sernttamis". »Wilhelm Teil", »Othello" und „MoseS". Ausführende: Frau Gertrud Hindemtth (Hopran) und Walter Schneider (Baß) vom 5ranfrarter Opernhaus. — Am Flügel: Dr. Reinhold Merten vorn Frankfurter Opernhaus. — ®tn Kammervrchester. 9,30 Uhr: Rachrichten, Welternteldung, Sportbericht. 10—11 Uhr: Vortragsabend Robert Laude Dom StaatSthcater Berlin. Programm: Ballade« von Goethe und Schiller, u. a.: .Die Glocke". die Vereinigten Staaten? Soviel ich weiß, stimmen alle Polarforscher darin überein, daß sich am Nordpol ein großer Ozean, aber kein Land befindet." „Unmittelbar am Nordpol ist tatsächlich ein tiefes Meer vorhanden. Ein ungeheures, bisher «unerfoschtes Gebiet erstreckt sich aber von gend nördlich Alaskas bis nördlich Grönland. Dieses besitzt eine Längenausdehnung von über 1500 und eine Breite von über 1000 Kilometer. Und hier vermuten viele Nordpolfahrer einen großen Kontinent. Die einzigen bisher bekannten Küsten dieses Festlandes sind das Kennanland, etwa 200 Kilometer nördlich von Alaska, und das Brad- lei)- und Crockerland, halbwegs zwischen Orant* land und dem Pol. Dieses ungeheure Gebiet ist bislang herrenlos, kein Staat kann Ansprüche darauf erheben, denn es ist noch kein Mensch da ge> roefen. Wer zuerst dorthin kommt und es mit Be- schlag belegt, dem gehört es." Sanders lächelte. „Ein nicht gerade wertvallee Besitz", meinte er. „Ich hege die begründete Vermutung, daß es einst sehr wertvoll werden wird." „Sie glauben durch Erschließung der dort erwarteten großen Bodenschätze? — Aber wie wollen Sie die heben? Das Land liegt doch sicher untei einer viele hundert Meter dicken Eisdecke/ „Dazu sollen Sie uns verhelfen, Herr Sanders/ „Ich?" „Ja. Gestatten Sie mir eine Frage. Vermögen Sie auch vom Luftschiff oder einem Flugzeug aus mit der Wünschelrute festzustellen, welche Bestandteile der darunterliegende Boden enthält?" „3d) versuchte es mehrfach mit guten Ergeb- nisten." „Das vereinfacht die Sache sehr", rief Nagel. „2)ann brauchen wir gar nicht erst zu landen. — Mein Plan ist furx gesagt folgender- Die Strecke von den norwegischen Bergwerken In Spitzbergen bis zum Kohlenbergwerk Thetis und Corwin in Maska ist etwa 3400 Kilometer lang. Mit einem modernen Flugzeug von 200 Kilometer Stundengeschwindigkeit vermögen wir gut 24 Stunden in der Luft zu bleiben, was einem Aktionsradius von 4800 Kilometer entspricht. Em Kriegskamerad von mir, jetzt Besitzer einer Flugzeugfabrik, hat mit feinen Fahrzeugen bereits ununterbrochene Flüge von 36 Stunden Dauer unternommen. Er würde uns eine seiner Maschinen zur Verfügung ftellen/ (Fortsetzung folgt.) FAHRRÄDER QvaMöomorta« „o^ Weltruf Elegante neue Modelle unjere fa/vrad-CJfandJtr Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten Elegante Damenhalbschuhe mod. ß bpi tze u. br.Form, M osterpaare z. Aussuch. V 80 Bahnhofstraße 58 3155a Telephon 314 0111* Neustadt 46 C. Röhr L Co Bahnhofstraße 44 ♦ Beachten Sie unsere Schaufenster! S«l WWM 2179id 7 Konfirmandenstiefel 280838 In fast allen einechiasri^on fieachäffen känfllch. 7» von M. 45.00an Kinderwagen 2247V 10/50 P.S ® 9/32 P.S. 12/45 P.S. 10/50 P.S. 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Dun hat Chamberlain in der großen Rede vor dem Unterhaus am 24 März die Frage weiter- gestellt. ES gilt auch für uns. sie ganz klar ins Auge zu fassen Worauf liegt England fest imb worauf legt es sich fest? Zunächst- Trotz aller Klagen der Arbeiterpartei ist das Genfer Protokoll, von dem auch die Bereinigten Staaten gesagt haben. daß cs, anstatt den Frieden zu fördern, geeignet sei. neu? Ursachen zum Kriege zu schaffen erledigt. Dann: England fühlt sich verpflichtet, dafür Frankreich einen Ersah zu leisten. Es will die Verpflichtungen als Mitglied des Völkerbundes 'M Interesse der Friedenssicherung erfüllen. Es sieht — was eine weitere wichtige Erklärung Chamberlain- ist —. sich iden mit den Verhältnissen am Rhein, i f ?un die Artikel <2 bis 44 des Versailler 'Berit«. jeden Verstoß gegen die Entmilitarisierung des linken Rheinufers alS feindselige Handlung gegen alle Alliierten feststellen. Darüber hinaus will es also Frankreich Sicherheit gewährleisten, und was ja auch unausgesprochen gilt, sich selb er Sicherheit, aus dem Grunde, daß eben England seinen Eharakter alS Insel verloren hat. Wie soll das weitergehen? Chamberlain lehnt unter stärkster Zustimmung des ganzen Hauses ein einseitig gegen Deutschland gerichtetes Militärbündnis mit Frankreich oder Belgien ab. Und er sieht nun in den, wie er erneut sagt: deutschen Vorschlägen" einen Weg, weiter zu kommen zu dem, was ihm vorschwebt: dem Garantiepakt zu Dritt und zu Fünft, jedenfalls einschließlich Deutschlands. Was er in dieser Rede weiter über die .deutschen Vorschläge" gesagt hat. ist geeignet, die Lage Deutschlands und die Erörterung dieser Dinge in Deutschsand allmählich unerträglich zu gestalten. Die deutschen Anregungen sind nicht veröffentlicht. Auster einem ganz engen Kreise der Regierung und des Außemnini- steriums kennt sie niemand im Wortlaut. Man ficht gewissermasten mit der Stange im Rebel, während das Ausland Schritt für Schritt weitere Mitteilungen macht, ohne dast wir kontrollieren können, ob sie richtig sind oder nicht. Ist es nun richtig, dast Deutschland, wie Chamberlain sagt, tatsächlich bereit ist. auf das Mittel des Krieges zur Abänderung der vertragsmäßigen Grsnzen Europas zu verzichten? Zitiert Chamberlain hier wörllich oder stutzt er die deutsche Riederschrift, die ihm vorliegt, in seinem Interesse zurecht? Denn in feinem, in Englands Interesse. ist es, dast die Erörterung, die in der Stickgasse war und eigentlich noch ist, w e i t erführt, dast man auf ihr weiter kommen müsse. Aber in einer für Deutschland sehr gefährlichen Weisel Schon in Chamberlains Rede verflöchtet sich ungemein das, woraus es Deutschland an- kommt und was man in England auch als notwendig bezeichnet, namentlich die Frage der Revision der Ostgrenze. Dafür wird es bereits auf eine Verzichtleistung in bezug auf den Westen festgelegt. Wie und wo hat eS das ausgesprochen? Ist eine solche deutsche Riederschrift eine Bindung Deutschlands in aller Form? Doch ganz bestimmt nicht! Darüber haben doch auch andere Faktoren noch mitzureden! Jedenfalls: das englische Programm und die englische Methode liegen ganz klar. Man wird sich deutscherseits nicht darüber bellagen können, dast man von England getäuscht worden sei. Die Vorteile dieser Methode für England liegen auch auf der Hand Wo sind aber d i c Vorteile für Deutschland? Immer mehr wird es in den Mittelpuntt der Erörterung gedrängt und geschoben, als intcreffiert am Abschluß Kreuzworträtsel. io 36 16 ;37 IS 19 S 13 33, .'n tt, 1 Ml 3'»; 38 | Es bedeuten die Zahlen von links nach rechts: 1. Insel im Mittelmeer, 2. Luftkurort in den Alpen. 3. Berühmter Inder. 4. Raturkraft, 5. Bauwerk. 6. Marschall Rapoleons. 7. Fremdsprachlicher Artikel, 8. Figur der deutschen Heldensage, 9. Oberster Kosakenführer. 10. Militär- Person, 11. Schisser, 12. Gebirge, 13. Ramhaster Gegner der Reformation. 14 Viereck. 15. Sektierer, 16. Rordspanisches Städtchen unweit des Ebros, 17. Handelsart, 18. Chinesisches Mast, 19. Sohn Roahs, 20. deutscher Gelehrter. 21. Aegtzptischer Sonnengott. 22. Zugtier. 23. Stadt in Japan, 24 Insel im indischen Ozean. Von oben nach unten: 25. Richter, 26. Geometrische Bezeichnung. 27 Römischrechtl, Ver- wandtfchaftsbegriss. 28. Römische Provinz, 29. Asiatischer Herrschertitel. 30. Altitalische Gottheit. 31. Lurch, 32. Teil eines Dramas, 33. Männlicher Vorname, 34. Residenz der mazedonischen Könige, 35. Stadt in Süditalien, 36. Vorname eines deutschen Prinzen, 37. Banktechnischer Begriff. 38. Asiatisches Hochland. 39. Holländischer Maler. Rätsel. Zweisilbig. Schon in altersgrauen Zeiten Ward Verehrung ihm getan. Einen andren Kopf geschw nde Preist es sich gar weidlich an Ganz modern und sehr gesund Für die Zahne und den Mund. Dreisilbig. Tie ersten fliegen hin und her. Sie haben viel zu tun, Die dritte entzückt das Auge sehr, Siehst du's in Tale ruh'n. Das Ganze hat ein Äünftter erdacht Und zum Titel einer Rovelle gemacht Rätsel-Ecke. Charade. Wenn du den richt'gen 1 nicht weiht, Kein 2 3 dir zur Seite steht — Der richtig dich zu gehen heißt —, Dann hilft dir nur der 12 3. Silben'Rätsel. Aus den Silben a — and — dach — bei — cha — del — del — do — drük — du — e — e — ein — cd — er — er — fen — hi ter — la — le — heg — list — mil — na nee — nes — m — mH — nung — of — rie ro — schit — fe — fe — fee — feg — stra — strich teau — len — the — them — u — wer — Win — ze — bilde man 19 Wörter, deren Anfangsund dritte Buchstaben, beide von oben nach unten gelesen, einen berühmten Ausspruch ergeben. 1. Baum. 2. Stadt in Schlesien. 3 Kirchliche Handlung. 4. Sehneiderwerkzeug. 5. Zweikampf. 6. Historienmaler. 7. Männername. 8 Märchen- figur, 9. Frauemrame. 10. Männername, 11. Umstürzler, 12. Flust in Nordamerika. 13. Hessische Stadl, 14. Türgriff, 15. Ober von Flotow, 16. Serbische Stadt. 17. Französischer Schriftsteller, 18. Englischer Fluh. 19. Fuhboden, Pyramide. Richtige Verwendung der Ziftern in Buchstaben ergibt: 2 9 3 4 4 2 7 7 2 4 5 7 9 3 749946 9347826 26312345 123456278 römisches Zahlzeichen Spielkartenblatt Getränk weibl. Vorname männl. Vorname Pflanzengaltung Stadt in der Prov. Sachsen Höchste Spitze der Sudeten Heimatland Auflösungen. Silbenrätsel. Winterthur. Elemente. Regeldetri. Dander- bilt. Imitation, Ehrenbreltstein. Labrador. Eus- llrchen, Shalde, Diwat, Rotbart. Iser, Numismatik, Gletscher. Tahiti. Woche, Innozenz, Realismus, Domino. — Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen. SigurcnrätfeL Desuchskartcnrätsek. Dchuhwarenfabrikant. 3 U -Eh Rätsel. Qleger — Reger Zweisilbig: Schnee — Ball — Schneeball. Dreisilbig, Liebermann. Ramenrätfel. Margarete. Elisabeth. Ludmilla. Pauline. Ottilie. Magdalene. Erika. Natalie. Sveline — Melpomenc Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom NedakttonSttsch. Anekdote. Friedrich der Große, der die Damen an sich ungern empfing und meist schlechter Laune war, menn .r bei irgendeinem Fest im Cercle mit chncn sprechen mußte, trat einmal lebhaft in seiner kurz angebundenen Art auf die schone, immer noch schöne Frau v. B. zu, deren er sich aus der eigenen Jugend erinnerte. Er wunderte sich über ihr jugendliches Aussehen und fragte nnvermittelt: „Wie alt sind Sie eigentlich, meine Liebe?" Innerlich empört, zeigte die Frau ihr süßestes Lächeln unh antwortete mit äußerster Sicherheit: „Fünfunddreißig Jahre, Mose st ä t." Frau o. B. hatte nicht bemerlt, daß in diesem Augenblick zusällig ihr Sohn, ein stattlicher ftüraf- sier Nitmeister, hinter ihr stand. „So, so," meinte der König und rief den Rittmeister an: „Und Sie?" Dieser wußte, dast Friedrich II. Unwahrhellen nicht leiden mochte, aber stets empfänglich war für ein geschickt angebrachtes Wort, und sagte schlagfertig „Ein Jahr älter als meine Mutte r." Der König brach in ein schallendes Gelächter aus, Frau v. L. aber, die reichlich Mille Fünfzig war, trug seit diesem Tag eine gewisse Feindschaft gegen ihren Sohn im Herzen. Mas ist Wahrheit? Sie nahmen gerührt voneinander Abschied, denn sie waren verlobt und er sollte eine lange Geschäftsreise durch viele Länder antreten. Tränen? überströmt umschlang sie ihn und bat: „Mein Liebling, damit ich weist, daß du mir immer treu bleibst, versprich mir, daß du mir aus jeder Stadt, die du besuchst, schreiben wirst." Er zog sie fester an sich und flüsterte: „Ada, liebst du mich wirklich so sehr oder — sammelst du auch Briefmarken?" Letzte Zuflucht. „Armer Kerl, der Müller!" sagt Schulze traurig. ..Was ist denn mit ihm los? „Er ist seine Miete solange schuldig geblieben, daß er jetzt seine Wirtin heiraten mußte!" „Ach mein Liebling", bittet sie tm füfjeffretr Ton. „gib mir doch 100 Mark für ein neue» Kleid Aber es muh gleich sein: wer schnell gibt, gibt doppelt". Er, rasch einfaHenb: „Also hier sind 50". des Lwndcrpaktes und eines umfassenden Dchieds- gerichtSvertrages. Es ist wirklich kein Wunder, wenn bei diesem Gange der Verhandlungen eine immer stärkere Beunruhigung rn den nationalen Kreisen Deutschlands entsteht! Die deutsche Politik geht hier auf einem schmalen und gefährlichen Pfade. Sie kann unseres Erachtens sich jetzt gar nicht mehr dem entziehen, dast sie veröffentlicht, was sie im Februar in Paris und London angeregt oder, wenn der Arrsdruck der anderen Seite richtig sein sollte, vorgeschlagen Hat. Die deutsche Oefsent- lichkeit, der Reichstag, die Parteien, müssen wissen, worüber oder wogegen man redet. Wir mahnen erneut zu der äuhersten Zurückhaltung und Vorsicht der deutschen Politik. Wir mahnen erneut vor den austenvvlitischen und innenpolitischen Folgen, de ein Straucheln und Gleiten auf diesem steilen und gefährlichen Pfade nach sich ziehen kann. Und immer toieber ist zu sagen, day, wie die Rede Chamberlains erneut zeigt, man uns haben will. Die englische Politik braucht die Mitarbeit Deutschlands. weil sonst etn Garantiepakt nichts anderes ist als ein Bündnis wieder mit Frankreich und Belgien, das man nicht schließen kann und nicht schließen will. Sie braucht, deshalb auch Deutschland im Völkerbund, und wer der englischen Politik sekundiert, wie das wohl Italien, zu einem Tell auch Belgien tun, brauchen eben den Anschluß Deutschlands auch. Soll für uns die Frage überhaupt dis- kussionsfähig sein, so muh die andere Seite — wir finden keinen anderen Ausdruck — den Lebensnotwendigkeiten Deutschlands und seinen Lebensinteressen Rechnung tragen. Den Willen dazu sehen wir auch in dieser Chamberlain-Rede, die das wichtigste außenpolitische Ereigms der letzten Woche war, nicht. Deutschland wird festgelegl, Deutschland verpflichtet sich, verzichtet. crHärt sich bereit usw. Was hat aber Deutschland davon, wenn die englische Polltik den von Chamberlain gezeichneten Gang mit Erfolg bis au Ende gehen kann, nämlich zu dem Ziele, daß bei Sicherheitspakt im September vor Zusammentritt der Völk^rbulidsversammlung unterzeichnet würde und Deutschland dann gewissermaßen Zug um Zug in den Völkerbund einträte'? Dieses Programm, diese Zeiteinstel- lung stellt ein ernsthaftes Blatt, wie die „Westminster Gazette", auf. W o i st , wasDeutsch- land dafür erhält? und wie wird Deutschlands Sicherheit gewährleistet? Ium Tode Charlottens von Mexiko. Kaiserin Charlotte von Mexiko, die setzt auf Schloß Boutouche bei Brüssel im Alter von 84 Jahren gestorben ist, war, als sie 1857 siebzehnjährig mit Erzherzog Maximilian von Oesterreich verheiratet rourße, eine der geistvollsten und liebenswürdigsten Prinzessinnen Europas. Als sie jetzt starb, war sie eine Kranke, deren Geist in der Welt einer fernen und glücklichen Vergangenheit weille: man würde sich heute vielleicht ihrer kaum mehr erinnern, wenn sich nicht an sie und an den Erzherzog Maximilian die Erinnerung an jene unglückliche mexikanische Unternehmung knüpfte, ein unheilvolles Abenteuer .dessen Ironischer Ausgang auf den weiteren Lebensoerlauf der Fürstin düstere Schatten geworfen hat. Napoleon war es, der einen vagen Traum von der „Einigung der lateinischen Rassen" verwirklichen wollte, und Maximilian die Kaiserkrone von Mexiko antragen ließ: ein romantisches Unternehmen, dem aber der etwas schwärmerisch- weiche Geist des Herzogs ebenso zuneigte, wie das feurig-expansive Temperament Charlottens. Unter dem Schutze der französischen Truppen des Generals Baziane unter der Aegide Frankreichs hielt das junge Kaiserpaar am 12. Juni 1864 feierlichen Einzug in Veracruz. SLber traurig endete dieser mit so viel Begeisterung und Hoffnung begonnene Zug ins fremde Land, in dessen reale Möglichkeiten sich ein Geist wie der Maximilians nicht zu fügen wußte. Während der neue Kaiser noch schwankte, für welche der mexikanischen Parteien er sich ent- scheiden sollte, während der eingeborene Kron- prätentent Juarez einen verderblichen Bandenkrieg vorbereitete, hallen de Franzosen bereits die Hoffnungslosigkeit der Lage eingesehen und begannen, sich zurückzuziehen. Das Ende Maximilian, in die Enge gedrängt, wurde gefangen genommen und 1867 standrechtlich erschossen. Charlotte hat dieses furchtbare Ende ihres Gatten nicht mehr bei voller Besinnung erlebt. Schon vorher war sie bei den europäischen Höfen berumgereist, für den verlassenen Kaiser den Beistand der Monarchen zu erflehen. Den Anstrengungen und Erregungen dieser Fahrten war der xarte Geist Charlottens nicht gewachsen: Sie sank in die Nacht eines wohltätigen Wahnsinns, in der sie nicht mehr die Schüsse vernahm, die ihren Gemahl bei Queretaro niederstreckten, nicht mehr das Geräusch aller jener welterregenden Ereignisse, die noch wahrend ihres verdunkelten Lebens hereinbrachen. Dor ihrer Heimstatt bei Brüssel machte auch das Toben des Weltkrieges Halt: auf die Mauern des Schlosses Boutouche hißte man die ostereichische Flagge, ungestört, keinen ihrer Verwandten und Vertrauten erkennend, konnte ihr müder Geist von alter Herrlichkeit träumen, von der Poesie des meerumrauschten Schlosses Miramar, wo sie einst mit Maximilian ein stilles Liebesglück fand, durfte alte, längst zersprengte Hoffnungen weiterspinnen, bis jetzt ihre abwesende Seele die ewige Ruhe gefunden. Mmertlianerreben im Pfälzer Weinbau^ebiet. Aus der bayrischen Rheinpfalz wird uns geschrieben: Kurz und sachlich haben es die rheinischen Tageszeitungen gemeldet: „Die Umstellung des Pfälzer Weinbaues auf die Amerikaner Rebe ist im Gange." Nur wer mit Weinbauverhältnisfen und im blonderen mit denen der Pfalz näher Bescheid we ß. wer die rührende Anhänglichkeit der rheinischen Winzer an die Methoden ihrer Väter und Großväter kennt, kann ermessen, was es bedeutet, wenn man am Rhein, an der Mosel, in der Pfalz jetzt dazu übergeht, amerikanische Unter« lagsreben heranzuzüchten. Und erst gar in der Rheinpfalz! In keinem andern dmttschen Weinbauged.ete ist der Winzer so beharrlich und zäh bei dem geblieben, was die Altvorderen für recht hielten, wie grade in der sonnigen Pfalz am Rhein, jenem gottgesegneten deutschen Land- strich, der trotz der Verwüstungen eines Melac Deutschlands üppigster, pa adies scher Galten geblieben ist. D e Hauptrebsorte in dem kleineren rheinpfälzifchen Qigen war fett alters her die Oesterre.cher Rebe, doch w rd sie vielfach, namentlich in den mittleren Lagen, untermischt mit R esling und Traminer angebaut. Für die feinsten Lagen hält man seit Jahrzehnten, wie überall in deutschen Qualitätsbaugebieten, auf reinen Rieslingsatz. Die weltberühmten Lagen von Forst, Deidesheim, Ruppertsberg. Wachenheim usw. sind reine R eslinglagrn. Als Spezialität einzelner Gegenden gilt der Gewürztraminer, der zwar nicht sehr ertragreich ist, aber hocharomatische Weine liefert. In den Rotweingemarkungen behauptet die blaue Portugiesertraube das Feld. Im allgemeinen kann man sagen, daß es das leidenschaftliche Bestreben der führenden Persönlichkeiten des pfälzischen Weinbau gewesen ist, den Rieslingbau in allen besseren Weißwein- gemarkungen nach Kräften zu sördrrn und zur Norm zu machen. Damit näherte sich der pfälzische Weinbau immer mehr den Rheingauer Verhältnissen. Es ist die Hochkultur der Ries- lingrebe, die de Rheingauer Weine zur Weltberühmtheit g bracht Hal. Dieselbe Hochkullur hat Deidesheim und Forst In eine Reihe mit Rüdesheim und Schloß Johannisberg gestellt. Hier wie dort erreichen die Deerenauslesen erster Rieslinglagen höchste Preise, besonders in guten Jahrgängen und wenn sie durch altbewährte Kellerkultur gegangen sind. Man kann sich denken, wie der Pfälzer Winzer sich zuerst gegen den Gedanken sperrte, mit amerikanischen Unterlagsreben zu arbeiten. Aber alle Abneigung nützte mchts, als die Zahl der Reblausherde, dieser schlimmsten Pest der Weinberge, größer wurde und die reblausgefeite Amerikanerrebe Rettung vor gänz- lichem Untergang des Wembaues gewährleistete. Da schmolz denn schließlich jeder Widerstand dahin, denn der „Pälzer Winzer" ist nicht nur dicWpfig. wie vor dem Kriege der „Abreibekrieg" von Edenkoben bewiesen hat. sondern auch pfiffig und intelligent. Und zu seiner Rechtfertigung muß gesagt sein, daß auch die hochgebildeten „Winzerfürsten^ an der M.ttelhardt zunächst nur sehr zögernd zur Amerikanerr-ebe gegriffen haben, weil man befürchtete, mit dieser Unter- lagsrebe werde man die viel gerühmte Eigenart der Pfalzweine, deren wesentlichstes Merkmal das selbst den Rheingau übertreffen be wundervolle „Boukett" ist. vernichten. Aber diese Sorge hat sich ja inzwischen als grundlos erwiesen. Nachdem erst kürzlich an der Unterbarbt etn größeres Gelände zur Heranzucht amerikanischer Unterlagsreben zum Pfropfen mit finanzieller Unterstützung der bayerischen Regierung ange- Tauft und hergerichtet wurde, ist nun für die Oberhardl bei Bergzabern ebenfalls eine größere Weinbergsfläche zu gleichem Zwecke erworben worden. 2t. 6t Weihnachtsausftellung Künftlerhilfe 1924. Die im Gebäude des Landesamts für das Dildungswesen in Darmstadt eingerichtete Ausstellung konnte mit einem sehr günstigen Ergebnis abschliehen. Cs wurden insgesamt 310 Kunstwerke verkauft. Der Erlös betrug 8400 Mk. 860 Besuche waren zu verzeichnen. Die weitaus größte Anzahl der verkauften Kunstwerke kamen in Privatbesitz. Von öffentlichen Stellen kauften an, außer dem hessischen Staat und der Bade- und Kurverwaltung Bad-Nauheim, die Städte Mainz, Darmstadt, Gießen, Bad-Nauheim, Büdingen. Michelstadt und Groß-Umstadt und die Girozentrale in Darmstadt. Neben dem materiellen Erfolg ist der ideelle nicht geringer zu veranschlagen. Dieser erste Versuch, Publikum und Künstlerschaft in näheren Kontakt zu bringen und das Verkaufs- ?eschäft so persönlich wie möglich zu gestalten, ann als wohlgelungen bezeichnet werden, dank der verständnisvollen und opferfreudigen Mitwirkung von Samen. Den Mitwirken den wurde zur Errnnerung als Zeichen dankbarer Anerkennung eine Kaltnadelradierung von Alexander Posch, Darmstadt, überrreicht. Auch eine Reihe von Künstlern hat sich um die Ausstellung, besonders bei der 3urierung und bei der Ausstattung der Räume sehr verdient gemacht. Carl Gaerte sWaizlar fentsprechet 442 und 443 3185a Drahtanschrift: Cegewe D rähtmatratzen-S cho ne rde cken - 3teillge Auflegematratzen• Club- u. Polstermöbel * Lieferung nur an Wiederverkäufor W <: 3 n.l Q8W.P lich der Streif die Sinfühnmg AllrrdmgS tenmfl damit b durch zahlreich« sondere la! werden. Wil zuwatten. Di Kammer ho zum Ausdruck zeigt, dah die Forderungen i -ugeben. Mm sieh Kulturkamps ‘c Kaisers BruSl- Caramellen