i. 23 Erstes *tdnt täglich, aufetc L xx. und Feiertags. Beilagen: 4 tenerFomiliei, blätter tzetmat im Bild. l2nat»'Sez^,prel,: tlbmarfc u. 20 töold- ,nig für Tragerlohn, h bei 9lid)terjd)einen einzelnen Nummern >»g« höherer Gewalt, l »nfprech.'Anschlüste: ‘jatftleitung 112, Der cjUndDeschäftsstellebl. nßhrift für Drahtnach- feien: AnzeiaerOietze«. poftfchecklonto: itfurt a. M. 11686. Statt 175. Jahrgang Mittwoch, 23. Januar 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen VniS vnd Verlag: VrLHI'sche Univernlätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lanze in Sietzen. Zchriftleitung und Gefchäftrttelle: Zchulttratze 7. Annahme von Unzeiaeu für die lagesnummer vis zum 9iachmitlag vorher ohne jedeDcrbindlichkeit. Preis für I mm Höhe für Anzeigen von 2? mm ‘Breite örthd)8, auswätts 10 Goldpfennig; für Ne* Klame-Anzeigen v 70 nm 'Breite 35 Goldpfennig, ‘PlatjDorfd)rift2O1' .Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilletons vr.Friedr.Wilh Vonqc; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil. HansDeck. sämtlich m Gießen. Die deutsche Antwort. Die Voraussetzungen der Räumung erfüllt. — Deutschland besteht aus SuauSsehung für eine fristgemäße Räumung kver nördlichen Rheinlandzvne nicht erfüllt Berlin, 27.San, (WB) Die Antwort ReichSregierung auf die Äolkititmote in Räumungsfrage wurde heute Vorrnit- |j den alliierten Vertretern über- 1 (»en. Sic lautet: Herr Botschafter! Sn der dem Reichskanzler 1 26. Sanuar überreichten Bote erklären die Tl irrten Regierungen, daß sie einstweilen nicht Ü Absicht haben, die Frage der Räumung der -inlandzone mit der deutschen Regierung zu er . tem oder auf die Darlegungen der deutschen l c vom 6 Sanuar einzugehen. Sie ocr» fc leben die bereits In ihrer ersten Rote vom S. enuar angekündigle Mitteilung derjenigen B. r'tc, von deren Erledigung sie die Räumung Bt 3onc abhängig machen wollen, erneut Mf spätere Zeit, wobei sie ebenso wie fr)er die möglichste Beschleunigung »■er Mitteilung in Aussicht stellen. Sm übrt- Sn beschränken sie sich darauf, der deutschen lierung die Verkennung der Trag- ac'ttc der Artikel 428 und 429 des Versailler 3 traget entgegen zu halten und die Bchauv- lh U zu wiederholen, daß Deutschland die in 6iren Artikeln vorgesehene Erfüllung des Vertrags. meint, trotz der Echnelliqkett kann der Reichskanzler auch nicht den Beweis erbringen, daß Deutschland abgerüstet habe. Die interalliierte Mililär-Kontroll-Kommission habe unwiderlegbare (!) Feststellungen gemacht, die durch ein einfaches Dementi nicht entkräf- t e t werden könnten. Die linksstehende Presse enthäll sich vorläufig jeden Kommentars zu der deutschen Rote. Der nationalistische „G a u l o i s", der sich in Uebertreibungen nicht genug tun kann, nennt die deutsche Rote einen neuen Schlag ins Gesicht der Alliierten. Reichskanzler Dr. Luther vertausche die Rollen und fordere von den verbündeten Regierungen, das) sie den Beweis der Verfehlungen erbrächten, um ihre sonstige Urteilsfähigkeit zu rechtfertigen. England in her alliierten Front. ß o n b o n . 27. San. 'Wolff.) Das Reutersche Bureau ist ermächtigt, die Rachricht. das; Großbritannien die Räumung der Kölner Zone erwäge, nachdrücklich zu dementieren. Hinsichtlich der Gerüchte über Verhandlungen zwischen Deutschland und O r o fi Britannien in dieser Frage mutz erneut feftge- stellt werden, datz diese Frage nicht Groß- Britannien allein angc-ht, sondern eine interalliierte Angelegenheit ist. Die Britischen Truppen in dieser Jone sind dort nur als ein Teil der Be s a tzu n g s a r rne e. Die Deutschland überreichte üiotc macht es völlig klar, datz England hinsichtlich der Räumung der Kölner Zone n i d) 16 unternehmen werde, bis Deutschland die Bestimmungen des Versailler Vertrages erfüllt hat. Wcnn dies geschehen ist, wird die Räumung automatisch folgen. Staatssekretär Trsndelenburg nach Berlin berufen. Berlin, 28. San. ($. 11.) Aus der Sage«- orbnung der gestriaen Knbinettsfihung standen verschiedene Fragen über die schwebenden Handelsvertraqsverhandlungei' Das Äabinett beschloß, Slaatsselreiär Dr. Trendelenburg zur Berichter st atlun g nach Berlin zu berufen. ______________ Die Auswertung. lebe. Die deutsche Regierung muh zu ihren; L auern feststellen, dah die Ausführungen der Maschen Rote vom 6. Sanuar den alliierten -Liierungen lediglich zu einer forma- hn Erwiderung Anlab gegeben haben, die Hills für Deutschland und für die europäische Trftänbigun so bedeutungsvolle Angelegenhmt in feiner Weise fordert. Die alliierten 5 1 Irrungen halten die deutsche Regierung, wie a.r> die Oefsentlichkeit noch immer in iln- !ci n t n l 6 über das Tatsachenmaterial, 1 dem sie den von ihnen schon vor mehre e n Wochen gefaxten Beschluh 6c» •ff, nben wollen. DaS deutsche Volk wird wieder- ur: einer R i ch t e r f ü l l u n g des Vertrages b huldigt, ohne dah ihm die Möglichkeit gc- iflren wurde, sich gegen diese Beschuldigung zu txr,.dblgen. -i alliierte» Regierungen ziehen au« der ein- fdifcn Beurteilung de« Sachverhalts die schwer,- »rgcnbftcn folgen und lehnen e« in ihrer neuen Di« sogar bi« auf weiteres ausdrücklich ab, mit jtr deutschen Regierung in die Erörterung der Angelegenhell einzutreten. । t. deutsche Regierung vermag nicht zu ver» | l.bcn, inwiefern ihr Verkennung der $i (igtocite der Artikel 428 und 429 vor- e orfen werden könnte. Sie hat nicht Beitritten rj bestreitet nicht, dah diese Artikel die Räu- r.ng der Kölner Zone und nördlichen Rhcin- [rt^onc am 10. Sanuar 1925 von gewissen rauSfchungcn abhängig machen. Sh re 5 h»iuptung geht vielmehr dahin, dah diese Vor- t.n Seiten zahlreiche Verletzte gab. Starke Abteilungen der Schutzpolizei vermochten nach fast ein- stündiger Bemühung die Straße zu säubern und den völlig unterbundenen Verkehr wiederherzustellen. Wir erfahren hierüber folgende EinzRhe'ten. Die Polizei hat von vornherein mit Unruhen gerechnet und in den Settenstraßen ’.n der Umgebung des Sportpalastes standen zahlreiche Lastwagen mit Schupobeam'en. die die Ausgabe hatten. ernste Zusammenstöße zu verhirbrrn. Schon am Schluß der Versammlung kam es im Saal zu Reibereien, die schließlich Beim Verlassen des Saales In Tätlichkeiten auSarteten, Auf der gegenüberliegenden Selle oer Potsdamer Strafee hatten sich etwa 600—700 Kommu- 9lflw Hoch- Desteh' u. a. folgende wichtige Vorlagen: Errichtung vor! z e 1 .j Sportplätzen auf dem Trieb: Ausbau der Höhere-! Keses Hochnori Mädchenschule durch Errichtung einer Studien! lallender, als anstatt, Schulgeld an der Höheren und Erweüer- ertolntcrncc ten Mädchenschule. I l ' in diesem j:nn praktisch ist, nachdem die günstige Gelegenheit Ausgang 1918 verpaßt wurde, und Deutschland einen F i.- densvertrag unterzeichnen muhte, worin ihm Vie Angliederung D.utsch-Oesierr^ichS verboten wurde, der Zeitpunkt für eine Reuorientierung noch nicht gekommen. Er kann aber vielleicht nicht mehr allzu fern fein. Richt allein aus dem Grunde, weil es ein Ding der Llnmöglichkeit ist, daß dieselben Staaten, die das Wort von dem Selbstbestimmungsrecht der Völker im Mund.e führten, allein den Deutschen das Recht auf die eigene Bestimmung nehmen wollen, sondern auch, weil sie sich doch früher oder später davon überzeugen müssen, daß die Lösungsversuch?, die sie mit dem To so Deutsch-Oesterreich anstecken, alle vergeblich sind. Die Völkerbundsanleihe hat zwar, zusammen mit dem parlamentarischen und taktischen Geschick Dr. Seipels. da;u gesü:rt, daß Oesterreich in eine Zeit der Stabilität hin- einkam und zu gefunden schien, aber diese Wir- . kung gleicht doch verzweifelt der von Morphiumspritzen in einen kranken Körper, sie kann nicht von Dauer fein, wenn cs nicht gelingt, Deutsch-Oesterreich auch w i r t s ch a f t l i ch zu sanieren, Lind das ist ausgeschlossen. Was man von dem ehemaligen Oesterreich übrig ließ, ist viel zu wenig, als daß es sich s lbst am Leben erhalten könnte, zumal da alle fetten Brocken noch den Rachfolgestaaten zugeworfen wurden. Der Augenblick muß also einmal kommen, wo das moralische und finanzielle Kapital der Völkerbundsanleihe erschöpft ist, und dann folgt automatisch ein neuer Zusammenbruch, der in dem Wiederbeginn der Inflation seinen ersten Ausdruck findet. 3n einsi htigen deutsch- österreichischen Kreisen ist der Optimismus, mit öem man der Zukunft des eigenen Landes entgegensieht, denn auch nicht mehr so sonderlich groß. 3m Gegenteil, die Furcht bo f dem V a kuum, das entstehen muh, sobald die Anleihe zu Ende ist, wächst ständig. So wäre es an sich verständlich, wenn von drüben her neue Anregungen kämen in der Richtung, die Verhandlungen über den Anschluß wieder aufzunehmen. Aber man weiß auch in OBien gut genug, daß es zwecklos ist, zwischen Wien und Berlin über das Thema zu verhandeln, solange nicht auch Paris und London eingesehen haben, daß ein anderer Weg als der Anschluß, für Deutsch'-Oesterreich überhaupt nicht vorhanden ist. Blutige Deutschenhetze in Sübflawten. (£itt deutscher Politiker verwundet. — Untersuchung eingelektet. 6* Auch einmal etwas Schnee. So muß man in diesem merkwürdigen Winter schon sagen. Gestern nachmittag trat dieses Ereignis ein, allerdings nur in bescheidenem Maße. 3n den Verkchrsstrahen der Stadt konnten Frau Holles weiße Boten überhaupt nicht heimisch werden, hier war alles im Handumdrehen zum Straßen- schmutz geworden. Rur in den weniger begangenen Wohnstraßen konnte sich eine leichte weiße Deck bilden, &e allerdings heute früh auch schon wieder verschwunden war. Die Hoffnungen au* einen rechten Wintersport sind einstweilen wieder mal ins Wasser gefallen, denn die Wetterberichte kündigen jetzt leichtere Rlederschlägc in Form von Regen an. Vom Hoherodskopf wird uns heute vorm. 10 Uhr berichtet, daß es in der letzten Rächt bei 2 Grad Kälte ziemlich stark geschneit hat. Schneehöhe mindestens 15 Zenti' Meter. Heute früh gegen 8 Uhr traten bei 2 Grad B^arme Regen fälle ein, die in geringer Stärk«' bei Abgang des Berichts noch andauerten. Für die i Llei'nähme $ tamHinsdi w ,nnig--tet Frau E *'* Eine öffentliche Stadtverord«! netensihung findet am kommenden Freitag! nachmittag, 5 Llhr beginnend, im Stadthaus^ --------f Bergstraße statt. Auf der Tagesordnung stehen! «nem Marbui .. _ t-«—<■- - ~ *■ - — ■ rem bis M Colarheta MittMutM "fsinber bei F Belgrad, 27. 3an. Seit der Wiederverhaftung der kroatischen Dauernführer wieder- iolen sich in Agram die Straßendemon- t r a t i o n en und Zusammenstöße mit der Polini. Auch in den Wählerversammlungen geht es ehr heftig zu. 3n Agram erklärte der frühere Außenminister Trumbitsch in einer Ver- ammlung, es sei ein gesetzwidriger Eingriff gegen das Leben des kroatischen Volkes, wenn man es verhindere, sich am Wahlkampf zu beteiligen. Der Außenminister R i n t s ch i t s ch habe versucht, Europa mit der Rachricht zu alarmieren, daß Jugoslawien vom Bolschewismus bedroht s.i. R a d i t f ch werde auch vom Gefängnis aus der Führer seines Volkes bleiben. Rach der Der- ammlung wurden Kundgebungen für Ra- d i t s ch und für die Republik veranstaltet, wobei es zu blutigen Zusammen stoße n mit der Polizei kam, die von der Waffe Gebrauch machte. Dr. Kraft!, der Führer der deutschen Parlamentarier, und mehrere seiner Freunde wurde bei einer Wahlerdersammlung von einem serbischen Stoßtrupp überfallen, wobei Dr. Kraft schwer verletzt und diele Anwesende blutig geschlagen wurden. 3n Sernliir hat daraufhin die telegraphisch einberufene Sitzung des Hauptaus- schusseS ter deutschen Partei 3 ugo -- f/lawiens stattgesunden, der sich mit dem Liebersall auf die Parteiführer Kraft und G raffel beschäftigte. Der Hauptausschuß hat beschloßen, einen Ausruf an die Deutschen in Jugoslawien zu richten, in welchem vor der gmtzen zivilisierten Wckt gegen den Angriff auf die beiden Parteiführer schärfster Protest erhoben wird. Ferner hat der Hauptausschuß verlangt, daß die von der Regierung aufgestellte Behauptung, daß zwischen der deutschen Partei und der Raditsch-Partei ein Vertrag abgeschlossen worden sei, für unrichtig erklärt werde. ES wird betont, daß die deutsche Partei immer staatstreu und loyal gewesen sei. Die jugoslawischen Blätter bringen anläßlich des tätlichen Angriffs auf Dr. Kraft und die Abgeordneten Grassel und Karius ihr lebhaftes Bedauern über diesen Vorfall zum Ausdruck. Der Minister des Innern hat sofort die Ein- leitung einer Llntersuchung angeordnet und vie Behörden anaetolefen, Zwistigkeiten energisch SU verhindern und strenge gesetzliche Maßnahmen gegen die Urheber von Zusammenstößen cmzu- wenden. Bei der Fekr der heiligen Sava in der Belgrader Kathedrale erschienen der König, die Hönze Regierung und das diplomatische Korps mit Ausnahme des deutschen G c sandten, der wegen der ungenügenden Aus- kläruna des Lieberfalls auf Dr. Kraft der Feier fern blleb. AlS die Feier beginnen sollte, wurden von der Galerie der Kirche, wo sich die Stu- Universität befanden, ^bhofte Pfuirufe gegen den Innenminister P r i b i t s ch e w i t s ch laut, denen Hochrufe auf den König folgten. Der König verneigte — Vom Südwestdeutschen Radiv- klub wird uns geschrieben: Ein sehr aktuell^ Thmra soll diesmal behandelt werden, „r und Dlihgefahr." ^litzgefahr, wenn ich eine Hochantenne ziche, oder besser, wird die Dlitzgesahr durch Anbringung einer Antenne vergrößert? Das ist die 5tag?. die meist der Anschaffung eines Rundfunkappa- rats vorausgeht. Alle Hausbesitzer haben ein großes Interesse an der Beantwortung dieser Frage. Obwohl bei allen wirllichen Fachleuten nur eine Meinung herrschen kann, besteht dvä die grüßte Linklarheit über die tatsächliche Sach läge. Daher wird es allen Interessenten hoch willkommen fein, daß am 29. d. MtS. Gelegen- heit geboten ist, sich an Hand der Ausführung« mnes hiesigen wohlbekannten Fachmannes, des Herrn Ingenieurs Dreyer vom städt. Elektrizitätswerk, selbst ein Urteil hierüber zu bilden. Eine sich an den Vortrag anschließend» Aussprache soll helfen, etwaige Fragen und no^ bestehende Unklarheiten restlos zu klären. (Siebe gestrige Anzeige.) Kutis ers Schulden. Einreifemöqlichkeiten und Reqiernnqsbeamte. Berlin, 27. Jan. (WB.) Im Untersuchungsausschuß für die Darrnat-Kutisker-Ai- gelcgenheit seht nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit Finanzrat Drekenfeld feinen Bortrag über die Entwicklung des Hanauer Lagergeschäftes fort. Dabei erklärt er u. a., daß im Juli 1924 von Vertretern der rumänischen Regierung in Gegenwart von Dr. Hellwig in Hamburg ein Vertrag abgeschlossen wurde, in dem die Rumänen daS Lager zum Preise von 9,6 Millionen erworben hätten. Don diesem Vertrage fei jedoch die rumänische Regierung wieder zurückgetreten. Später hätten neue Verkaufsverhandlungen mit Rumänien in I Paris stattgefunden, aber zu keinem Ergebnis geführt. Zur Frage desAnwachsens derSchul- denlast Kutiskers von 4,5 Millionen auf 14,2 Millionen, erklärt Drekenfeld, daß die Schuldenlast sich namentlich dadurch vergrößert habe, daß die früher in Zahlung gegebenen Wechfei keine Deckung fanden, so daß er mit diesen Wechselbeträgen belastet werden mußte. Infolge weiterer ßontbarbierung von Wechseln, die durch Finanzrat Dr. Rühe vor- genvmmen worden war, stieg die Schuld Kutis- . ckers bis Ende Mai auf 12,4 Millionen, wozu t schließlich noch Wechsel in Höhe von 1,8 Millionen ; kamen. Aus die Frage, ob den Schiedsrichtern r für ihre Tätigkeit in den Streit Kutisker-Mtchael ein Honorar von 52000 Mk. tm ganzen gezahlt wurde und ob die Genehmigung zu dieser schiedsrichterlichen Tätigkeit gegeben worden sei, erklärt Präsident Schröder, daß Rühe und Hellwig von dem vormaligen Bankpräsidenten von Dombois die Genehmigung erhalten hätten, als Schiedsrichter tätig zu sein, und ein angemessenes Honorar dafür zu erhalten. Der Ausschuß be- ' schließt, die Fincrnzräte Rühe und Hellwig sowie Kutisker und General von L i v o n i u s sowie ferner alle diejenigen Personen zu laden und zu vernehmen, die über die früheren Schiebergeschäfte Kutiskers mit der All'.ederverwer- tungsstelle unterrichtet oder an ihnen beteiligt sind. Ein Vertreter des Innenministeriums erklärte, daß nach den bisherigen Ermittlungen Iwan K u t i s k e r mit Frau und Sohn am 1. Juni 1920 nach seiner eigenen 2lngabe aus Litauen ohne Pah und Sichtvermerk zugereist fei. Kutisker selbst habe im Oktober 1922 eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt, in der er als besondere Referenz, nachdem er inzwischen Inhaber der Firma Stein geworden war. eine Empfehlung des Beauftragten des deutschen Gesandten bei der Regierung Lettlands und Estlands beim Polizeipräsidium vorlegte. 2Ns trotzdem daS Polizeiamt Wilmersdorf die Ausweisung Kutiskers verfügte, erschien der Fabrikant Blau und erklärte, daß Kutisker als Mitinhaber her Firma von Stern unentbehrlich in Deutschland sei. Ein interessantes Licht auf die Einreisemöglichkeiten im Schatten gewisser deutscher Regierungsbeamten wirft eine Meldung aus Berlin in der es beißt: Auf die kürzlich vom Aba' S t e n d e l (D. Dp.) im preußischen Landtag eingebrachte kleine Anfrage, ob Minister Severin g seinerzeit der Familie D a r m a t bei ihrer Durchreise durch Deutschland behilflich gewesen fei, antwortet der Innenminister jetzt, daß der Familie Darmat in seinem Auftrage der Grenzübertritt erleichtert wvt> benseiDie Anaaben, daß Barmat zur holländischen Gesandtschaft gehöre, fei von vertrauens- würdigen Persönlichkeiten gemacht worden aber für die Entscheidung nicht von Erheblichkei't Um möglichst bald Stabilität und Klarheit in die verworrenen Geschäft-Verhältnisse zu bringen, ist jetzt die Bildung einer Treuhand-- Gesellschaft zur Liebernahme der Werte des Darmat-KvnzernS von den in Frage kommenden Parteien unterzeichnet worden. Treuhänder sind bekanntlich Iustizrat Dr. Waldfchmidt und Kommerzienrat Man ässe. Die Vertreter der als Gläubiger InterefTierten Behörden sowie der Gebrüder Barmat werden im Laufe des heutigen Tages bestimmt werden. Aufgabe der Treuhänder wird es zunächst sein, die Lebensfähigkeit der verschiedenen xum Darmat-Konzern gehörigen Betriebe zu prüfen und eine Gntfcheidung darüber zu treffen, welche Werke eventuell vbgc- stoßen werden sollen. Februarrrnete in Preusten. Der Amtliche Preußische Pressedienst Ln mit: Die preußische Staatsregierung hat vo, einer Erhöhung der Miete für Mona- Februar abgesehen. Demnach verbleibt « auch für den Februar bei dcm bisher geltet Mietssay. Gießener Wochenmarktvreise am 27. Januar. (Händlerpreise.) Es kostete das Pfund: Butter 180 bis Matte 35 bis 40, Käse 70, Wirsing 15. Weilt kraut 10, Rotkraut 20, gelbe Rüben 12. rot Rüben 12. Spinat 50. LInter-Kohlrabi 7. Grün' kohl 25, Rosenkohl 60, Feldsalat 100, Zwiebch 15, Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln Z6 Kartoffeln 5, Aepfel 12 bis 15, Birnen ß Endivien 100; das Stück: Eier 17, Blumenkob 120 bis 180, Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 bis 60 i Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadtth^acer, 63;,, Uhr: „Der Zigeunerbaron". - Liga zum Schuhe der deutschen^Kullur, 8 Llhr Saalbau Sauer: öffentlicher Dortrag. — Alters Vereinigung 1867—1917, 8’/2 Llhr, Eisenbahn. Hotel Hop seid: I ahreshaüptversammlung. - Rentnerbund. 8 Uhr, Singsaol des Realgym- nllsiums: Linier Haltungsabend. — Saar-Derein, Bayrischer Hof: Gründungsversammlung. sich dankeno gegen die Demonstranten. Pri- b i t s ch e w i t s ch ist der Führer der Demokraten, die zur Regierungskoalition gehören und in Kroatien den Kamps gegen die Raditsch, a.tei führen. Man sogt ihm nach, daß er aus ^»artei- rücksichten die Liebergriffe der Wahlbeh^rden veranlaßt habe. Der Polenskandal. Nene Schikane». — Die Angst vor der Wahrheit. W a r s ch a u, 27. Ian. (T. U.) Die General- bittttton der Post und des Telegraphenamtes hat alle ihr unterstellten Aemter angewiesen, den gesamten Schriftwechsel über Angelegenheiten, die sich auf die Post, die Telegraphie, das Fernsprechwesen und auf die Funkentelegraphie beziehen, mit den Danziger Behörden in polnischer Sprache zu führen. Auch auf alle deutsche Schreiben der Danziger Aemter soll in polnischer Sprache geantwortet werden. In Polen selbst wird durch eine heftigo Propaganda zum wirtschaftlichen Boykott Danzigs aufgefordert. Wie wir aus London hören, verbreitet d'r Londoner Rrutteragentur eine Warschauer Meldung, daß die deutsche Regierung einen Besuch ausländischer Journalisten in Danzig organisiert hab», ohne sich vorher mit der polnischen Regierung in Verbindung zu setzen. In politischen Kreisen Polens Halle man dieses Vorgehen der deutschen Regierung für einen Eingriff in die Rechte der polnischen Republik, die nach den Verträgen und Bestimmungen die ausländischen Angelegenheiten Danzigs zu kontrollieren hat. Wie die „Telegrabhen-Llnion" an hiesiger zuständiger Stelle erfährt, ist die Warschauer Meldung frei erfunden. Die deutsche Reichsregierung hat eine Reise ausländischer Journalisten nach Danzig nicht orgart fiert. Sie mühte allerdings, falls ausländische Journalisten eine solche Reisc unternehmen würden, was ihnen nicht verwehrt werden tarnt, pflichtgemäß die erforderlichen Reiseerleichterungen gewähren. Wenn man in politischen Kreisen Warschaus e iter solchen Reise mit Llnbehagen entgegensieht, und die deutsche Reichsregierung für sie verantwortlich machen will, dann g»schieht das wahrscheinlich, weil man glaubt .daß die Reise ausländischer Journalisten nach Danzig das Völkerrechts- widrigeVerhaltcn der Polen feststellen könnte. Zum deuLsch-französischen Sicherheitspakt. London, 28. Icm. (W.T.B. Funkspruch.) „Westminster Gazette" schreibt, der von der Luther-Regierung voraeschlagene deutsch-französische Eicherheitspakt forme keinesw egs a ls unwesentlich abgetan werden. Er habe vielmehr, da ec nicht von einer gemäßigteren Regierung ausgehe, erhöhte Bedeutung und weise auf eine weit aufgeklärtere Politik hin. als jeder der von den Mliierten unternommenen Schritte. Das Erstaunlichste fei, daß dieser deutsche Vorschlag zu einer Zeit erfolge, in der d i e A l l i i e r- ten in die zynische Stimmung 'n rück- gefallen zu fein schienen, denn aufgefordert, die zur Begründung der Richträumung aufgestellten Behauptungen zu beweisen, hätten die Alliierten ihre Zuflucht zu formalen Wendungen nehmen müssen, die die Tatsache zu verheimlichen versuchten, daß man das Beweismaterial noch nicht zusam- mengebracht hätte, das notwendig sei, um ihre Aktion rechtmäßig zu machen. Dies sei ein unerträglicher Zustand und liehe aus eine Leichtfertigkeit in der Behandlung eines Vertrages schlichen, der England ebenso binde, wie Deutschland. Dieser Zustand sei für England ebenso schimpflich, wie für Deutschland von übler Vorbedeutung. Auch in dem Vorgehen gegen Krupp sehe man dieselbe Willkür. 4 * F!r# je Lehrern KW« •* Die Sperrung der Kreis st raße Watzenborn —Schiff enberg ist laut kreisamtlicher Detonntmachung im neuesten Amt-- vcrkünLigungsblatt ausgehoben. •* Die Zuschläge für Steuerrück- tande find nach d^rn Vorbild des Deichs und des Landes nunmehr auch für die städll''che« ä &rt. Die 2 fein ^endlichen ' Adervollrag Ln in der ve L Redner no ßilder von o: ;Ln Menschen 'jy Jogelsrelh i 3i vergangen« i »aneltoart «ni ilungen des kn Herbst " ’ .urde bei 9" 'N jungck 8« BortDoaten MJ der Wfo lauert 6* 3 en, M deren V.c) bemul)«'. < i ti* W f erbenden An fcnntnte, vüö L estenheü gar f> erfreulicher -erbst in Kes Deutschlands 2 schossen Worben fälligen Fachmc ' ** Straßenbahn wünsche aus bei Bahnhofstraße. Wie man uns mit teilt, ift em mit 142 Llnterschriften versehener Antrag, de- Straßenbahnwünsche aus der Bahnhofstraße zuw Ausdruck bringt, der Stadtverwaltung unterbrei tet worden. Der Antrag lautet: „Die Lluterzeich. neten stellen den Antrag, daß die Straßenbahn! auch wieder vom Markt durch die Bahnhofstrahe zum Bahnhof fährt. Statt den einen Wagen cm Emgang zur Markt strahe als Verkehrs hi nvexM warten zu lassen, wird es als besser angeseyen. ihn zur Forderung des Verkehrs zu benutzen Der Betrieb dieser Strecke ist mit verhältnismäßig geringen Kosten aufrechtzuerhallen, da mir ein oder zwei Wagen mehr in Betrieb zu stellen sind Die Llnterzcichneten fühlen sich durch den Ausfall dieser Linie m jeder Hinsicht, besonders in geschäftlichen Betrieben, geschädigt, da die Bewohn« entfernterer Stadtteile systematisch auf anbei» Straßenzüge gewiesen werden. Dem Ansehen bei Stadt ist mehr gedient, wenn sie ihre Verkehrsbetriebe voll in den Dienst der Bewohner und de Fremden stellt. Als Geschäftsstraßen hab« Markt- und Bahnhofstraße wie auch die daraus» führende Reustadt ganz entschieden ein Anrecht auf dieses Beförderungsmittel. Die Llnterzeiv neten erwarten eine schnelle Inbetriebnahme." Aus der Gießener Bevölkerungsstatistik für 1924. Im Jahre 1921 p^en.bom Hiesigen Standesamt 223 Eheschließungen eingeschrieben, g>gen 290 ic 3al)rc 1923. Das Geburten-- Register für bcu ^elaulenc Jahr verzeichnet (die Ziffern vor 1923 smd in Klammern beigefügt) 964 (965) Geburten. Davon waren ehelich: Knaben 338 (404). Archen 357 (335), unehelich: Knaben 105 (128) Einheimische: Knaben 301 2?5 (244). Ortsfremde: Knaben 192 (224), Mädchen 196 (189); von den Llnehe» uchen waren Einheimische 63 (57), Ortsfremde 156 (167). 3m Stadtgebiet wurden 377, in der Frauenklinik 420, in Öen Schwesternhäusern 16? Minder int 3ahre 1924 geboren. Das Sterbefall - Realster weist für 1924 bzw. 1923 folgende Todesfälle aus. Ginheimische, männliche!! 167 (193), weibliche 183 (191), Ortsfremde: mänw nchr 185 (167), weibliche 149 (141). Gesamt- Aisfcr 684 (692). Totgeboren wurden: ehelich 35 (36). unehelich 3 (11), zusammen allo 38 (47) Kinder, davon ortsfremd 22 (36). 3m Stadtgebiet verstorben 229, in Öen Kliniken unö Pflcae- anstalten 455 Personen im 3ahre 1924. I reinen gung fiele be- beiter-Olympiadc. einer „Gntcrnationafe der M rbci kann man von sprechen, denn Juli d 3 in taffen" was in der Zell Dom 21. bis 28. i- rbft in ,«n Trieb: Ausbau der >rch Errichtung einer SlM an der Höheren und ßrtw: e. nbahnwünsche auS 1 de. Die man unS mltteill. Triften versehener Antrag1 che aus der Dahnhossimhr r der Stadtverwaltung unter:- Antrag lautet: „'Sic Unten.-. Antrag, dah die Straheal-: 2Z?arft durch die Dahnhoftzn 1 Statt dm einen t iftrafoe ali Jerkehrshindc: vird eS ali f* angd? y M TktW zu bCTß Strecke \\\ mit Verhältnis ausrechtzuerhal'en, da nm mehr in ‘Sdncb zu Rdlcn 'i en fühlen sich durch den 3ur er Hinsicht, besonders in M geschädigt, da die Detveb Mile systematisch auf aid lesen werden. Dem Sient, wenn sie ihre Lcrteh 7t Dienst der Dewohner und Als SeschäslSstrahen ha bosstraße wie auch die da« ganz entschieden cm Ann »erungsmittes. Die Unteiza inc schnelle Snbetriebnaha r Gtehener Devol für 1924. 3m * « igen Siandesamt rA Sh emaeschricben. 5^n »««Ä! 1923/ weibliche W chZlch Totgebott" ^^lso zz ( (in. 3m r^^äSen und M onen W » Schnee. - -n^ ttat dicl^S^ chvuttagUahe. J :s5$s& «Söfeusgs Rur in ^te W 4 .. sjch eine w 0 i$r ?%> & 2 Westens 6,1 SSB nun^' Die Nibelungen I. Teil, Siegfried von morsen, 29. Jenaer, bl» einschließlich 4. tebrenr, eine W oche lang, im Lichtspielhaus Aafftihrunren: 3.30, 5.48 und 8.20 Ihr. Um jeder nann GcleKtinhelt zu tzeben. dieses einzig da tenende Werk zu sehen, haben wir trotz hoher Anschaffungskosten d. ElntritUpr niedrig gehalten: III. PL 1.00. II PI 1.20, 1. PL 1.80, Loge 2.50. Schüler unter 14 Jahren nachmittags 0 60 u. 1.00. Desgleichen Ermäßigung zu dieser Zeit für Studierende und Militlr. Großes Orchester. 1 ** stf** '•."MX ' bis lo^N 100,' Lj lender i- dsLL MreshQuhä' ^senhÄ »r. .UMobend - p 'Weit' I eSj'« 9ef“5r" MW MB die latföB^ B ®n 29. d. QHt4®2, MEen FachmaL ’ 'M"** städttzl» ' ft ein Urteil hierüber m den Dortrag anschltch« sen, etwaige Fragen unb^ Hten restlos zu klären. MBtschl^- . . K offen worben Ist. Er wurde von einem zuvor- L ligen Fachmann, Dr. Henrlci (Rendel), in der $ i(b c le r Gegend beobachtet und genau er» Eint. Während eine In der Marburger Gegend x cchossene ägyptische Botengang wohl ein der 1 fangenschc st ent.lohenes Tier ist. verdient ein iolarseetaucher Erwähnung, der sich nach Mitteldeutschland verflogen hat und am 29. Sep° | iber bei Fronhausen an der Lahn von t cm Marburger Weidmann erlegt wurde. Bei |cn biS jetzt milden Winter ist daS Erscheinen Lses hochnordischen Schwimmvogels um so auf- seilender, als auch sonst bei unS regelmäßig 1 :rtolntcmbc V>g larten aus dem Rorden bis kit in diesem Winter sich nur spärlich eingestellt RDV. Die Ordnung undSauberkeit b den Zügen Die Deutsche Reichs bahn-Ge- -tlllchaft teilt der Reichszentrale für Deutsche L rkehrSwerbung mit: Die Reichsbahnverwaltung f andauernd bestrebt, die früher bei den deut- jd vn Reichsbahnen allgemein anerkannte Ordnung »rd Sauberkeit in den Zügen und auf den Bahn- fcen restlos wieder herzustellen. Hierzu gebärt i a. die glatte Abwicklung des Verkehrs auf den Äihnhösen. die 6auberf.it der A^ortanlagen, die 1? irtige Entfernung von A'schritten und Zeich- 8 tgen anstößigen oder politisch aufreizenden In- Halts an den Wanden uno iuren dreier Räume sowie der Abtelle, die Reinigung und Pfleg« der Perf onenwagen, die sorg ältige Du ch ü^rung der Bestimmungen über Frauen . Richirauccher- und Raucherabteile in den Zügen, die ordnungsmäßige Befchilderung der Wagen. DaS Sfsenbahnve-.-sonal ist daher nochmals zu größtem Eifer bei der Erreichung dieses wichtigen Ziel^ angeha'ten worden. Degen Eifenbahnbedienstete, bk sich hierbei Rachsäffigkelten zuschulden kommen kaffen, wird eingeschritten werden. Die Deutsche Reichsbahn hat den dringenden Wunsch, dem reisenden Publikum in jeder Beziehung wieder die Ainehmlich- keiten eines wohlgeordneten Eisenbahnbetriebes bieten zu können, und würde es dankbar anerkennen. wenn sie m diesem Bestreben auch von den Reisenden selbst durch wiliges und verständnisvolles B f ücn der all gerne ne n Der» kehrsvorschrlsten unterstützt würde. 3n diesem Zusammenhänge darf daran erinnert werden, daß von Reifenden, die sich grobe Verfehlungen gegen die SauberhaltunH der P rfonenwegen zuschul.cn kommen lassen, dte tarulichen Rcinlgungsgebüh- ren erhoben werden können. Bei Beschädigungen sind die höheren Deschädlgungsgebühren einzuziehen. E-S wäre wünfchenswert. wenn das reisende Publikum die Eis nbahnverwaltung soweit unterstützte, daß auf lässige Mitreisende von den Fahrgästen erzieherisch cingewlrkt wird. Dom VersorgungSamt wird unS geschrieben: Die den Offizieren und Beamten der früheren Wehrmacht und deren Hinterbliebenen für den Monat Februar zustehenden Pen- sions- ufw. Bezüge werden am Freitag. 30 3an., porm. 10 bis 12 Uhr. beim VersorgungSamt — Zimmer 44 — voll auSgezahlt. •• Personalien Verseht wurde Regie- rungSrat Dr. Rudolf P l o ch vom Finanzamt Lauterbach zum 1. Februar als Vorsteher an daS Finanzamt Schotten. Hochschulnachrichten. Von der Landes-Universität (Rieften. fi.lL Der ordentliche Professor für ReueS Testament an unserer Universität, Dr. Karl Ludwig Schmidt, hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Jena angenommen. den Geschäftsbericht, den Oer Vorsitzende Medenbach-Lollar erftatt.tc. Danach umfaßt der Bezirk gegenwärtig 50 Vereine mit 3500 Mit- ?[Hebern. Es sind noch große AuSdehnungSmög- ichkelten vorhanden, das kommende Jahr tnirb wohl, nachdem die Vereine wieder gefestigter dastehen, einen beachtenswerten Zuwachs bringen. Die Kafsenverhältnisfe sind gesunde. 2lach dem Bericht über das turnerische und sportllchefiebenim Bezirk konnte eine ausgezeichnete Entwicklung im Xurnbetrieb fest- gestellt werden. DaS Dezlrkstumfest in Krofdorf und auch da« Äinbcrturnfeft In DUßen hatten, rein turnerisch betrachtet, eine sehr gute Detelli- gung auf,uwei en. di g b t.nen Leistungen gingen über daS alltägliche weit hinaus. B^ide Veranstaltungen waren für die Arbeitersportbewe- laern petaBgefe^r wvrven. Siehe tjeutige De- tvrtmachu^. 4 Tom Vogelleben unserer He, - t it. S« wird uns geschrieben. Am SamStag | 11 der bekannte hessische Ornichologe Wer- Icr Sun kel (Marburg a. d. L.) auf Veranlas- f.tg der .Biologischen Vereinigung für Hessen" t- der Ernst-Ludwig-Schule zu Dad-Äau- . im und der Augustinerfchule zu Fried- I c r g Torträge über die Vögel unserer Heimat, v: von Lehrern und Schülern mit großem 3nter- verfolgt wurden. Der Redner behandelte crptsächlich die in unserer oberhessischen Hebnat •taten Vogelarten und empfahl deren Schutz. : viele von ihnen durch Abschuß und Ver- ! gung an Zahl leider immer mehr zurückgchen, !i7lche Arten sogar dem AuSsterben nahe sind. -i Lichtbild wurden diese SeltenheUcn vor- :'ihrt. Die Aufnahmen, alle in der Tatur her- ricllt, sind vorzüglich und geben einen trefflichen «blick in daS heimische Doaelleben. Mel en der ländlichen Zuhörer wird der fesselnde Licht- i bewert rag Anregung zu eigenen Beobachtung ii In ber Aetmatnatur fein. Anschließend AOigtc Redner noch eine Reihe äußerst belebter Licht- iber von d m Vögele dorado Mellum, jenem tr Menschen unbewohnten Aordseeelland. das !$ Vogelsreistätte gilt und wo Werner Sun fei i vergangenen Jahre fünf Monate lang alS i »gelwart im Dienste der Vogelbeobachtung und tS Vogelschutzes tätig fein konnte. — Rach Mit- langen deS Redners find in Hessen gerade i Herbst und Vorwinter 1924 eine 2lizaj)l itmer gefieberter Gäste beobachtet worden. So 'niebe bei Herbstanfana bei Argenstein an Lahn ein Fischadler geschossen: es war e junges weibliches Tier. So erfreulich daS L rtommen dieses so s.lten gewordenen Recken bet Vogelwelt in Hessen ist, ebenso muß es t tiuert werden, dah manchmal Tiere verschwin- | i um deren Schuh die ganxe weidgerechte t «e tu eit und die Freunde ber deutschen ’Hatur bemühen. Hand in Hand mit einer verstand- » ; vollen Dchörde, die die Schonung der auS- t rbenben Arten empfiehlt, in der richtigen Gr- Franksurt geboten wird, dürfte jedes Dorstel- lllngsvermö.ten übertr ffen. Don dem Umfange der Veranstaltungen kann man sich einen Begrifs machen, wenn man bedenkt, dah die in Frankfurt und der näheren Umgebung zur Verfügung stehenden 50 Sportplatzanlagen benötigt werden. Der erste Tag bringt den Beginn der Vorkämpfe, die am folgenden Tag fortgesetzt werden. Ar diesem Tage find auch Die feierlichen PegrühungSakte.' während sich abends in sämtlichen größeren Sälen Frankfurt« die Festkommerl'e anschließen. Den Höhevunkt bildet d^r Sonntag. Morgens 9 Uhr treten die Festzüae an. die aus drei verschiedenen Richtungen in 16er Reihen zum Treffpunkt am Hippodrom ziehen. Rach dem Etnzug ins Stadion folgen die Vlafsenübunden der Turner und Turnerinnen, die Sondervorfuh- rungen aller Sparten und Länder, ein Systsm- wetikampf, bei dem jedes Land mit seinen Besten sein System vorführt. Der Montag wieder ist ganz den Wettkämpfen aewidmet, ein grohangelegter Kinderlestzug und Kinderv ranstaltnngen sind für Dienstag vorgesehen, außerdem Malsenfreiübun- gen und Sondervorführungcn. Der in Aussicht stehende Besuch und die Beteiligung d:r ange* schlossenen Länder wird Rekordziffern bringen. Die Ausführungen wurden mit großem Interesse ausgenommen, überall in den 03?reinen wird daS Erscheinen in Frankfurt in Rechnung gestellt. Der Bundestag in Kassel schuf für den gesamten Bund eine Reuorganisation, oie auch im hiesigen Bezirk zur Einführung gelangte. Diese gipfelt in einer völligen Gleichberechtigung der einzelnen Sparten. Damit verbunden ist eine Reufinanzierung des gesamten Kassenwesens. Die dahingehenden Anträge fanden einstimmige Annahme. Diese Umgruppierung wirkt sich auch bei der Zusammensetzung des Vorstandes Infolge einer Operation verschied nach jahrelangem, in Kriegsgefangenschaft sich zugezogenem, schwerem Leiden am 24 Januar 1925 nachmittags 4 Uhr zu Göttingen mein einziger hoffnungsvoller Sohn, unser innigstgeliebter Bruder, Schwager und Onkel Herr Ludwig Lamberth stud. masch. Maskenkostüme werden schnell und vreismert an gefertigt. 0816 Fra» Aiua M Eteinstrake 75. Alter Blei i iBteiröbrem lauft Brühliche Druckerei \ 1 D Schulstr. 7!?. — Brenn Schwächliche Kinder holz seither 13-17 M. jetzt durchweg Franz Bette, Mäusburg 10 Das beste aller E Schuhpuizmiifel 769c kta-tal« Billigst! Billiget! 200 Stück Eiche-Wellen osiJ Der Vorstand. LWHU»! 20 Am. Kiefern-Stöcke 48,8 Fichte-Stöcke. vor i sucht 0812 ROSENHOF Bad-Nauheim 3 t] nnte. So t nationale Nationale od Löiezuden gehört. Denn rv In meinem Ausverkauf Restposten Stores Donnerstag, 29. 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KSN 8LS°l'en, ist: über die l'^üb t^uenein - mit ihrom eflfQuM Sß M, ^nieL? vie Wegange r "^QlU^nÄ M nutfr"« °öer der iS« fallen in kn genug S°birgch^. lt bet. der Kols^nbe vL°°b° drei ->2? ln Ob !Uc0 quLS de $°rd) ÄM 0 auä s, 'chvn r. Slfchx Vortrags-Vereinigung Gießen • im inn ui ■■ tum ii« iiii mit 1111111111111111,1,1 mHniit ii im in ntt in in in im in ii itiiiiu Donnerstag, 29. Januar abends 81/» Uhr in der Neuen Aula der Universität Lichtbilder-Vortrag des Herrn Prof. Dr. H. Ranke-Heidelberg Das KönigsgrabTut-anch-Amun Wie Rückgratverkrümmung ohne Berulsstörung bessern u.ev. heilen, zeigt unser Buch mit 50 Abbildungen, Zu beziehen geg. Emsendg. v. 2 M oder ».egen haohnahme von FRANZ MENZEL Dresden-Blasewitz. 995 lucht Beschäftigung. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des (Sieb. Anz. [0820 „ Stämme 6. „ 4,35 Fichte-Derbst. 1. „ 17,72 2. .. 14.60 „ Reisslängen 1,10 -M ®r' ( Lus der M Tausende w 2K xH S« m handelt st ialerelmgtoi 61 SS?“" Stenina taten, gegen Die MeMslSe o. 8. 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Telegraphenoauamt. 892D Intelligentes junges Mädchen mit guter Handschrift zur Bedienung der Haustelephonanlage eines lebhaften Geschäftsbetriebes in Giesien gesucht. Bewerbungen mit genauen Angaben über seitherige Betätigung, Alter und Gehaltsforderung unter 884D an den Gietz. Anzeiger erbeten. Schöner ar oster Laden in bester Geschäftslage Gtestentz zu ver- mieten. Schriftliche Angebote unter 0818 an den Giest. An- zeiger erbeten ^ Ust^Uhs j Möbliertes Zimmer zum l.Febr ges. [M,2 K evert, PU ckstr. 7. Gut auöfliitattetcö Zimmer mit elekir. Licht, mö stichst Televhon- anichlust, von Herrn gemchl. Schriirli.t.e Eil-Angebote unter 034D an den Giest. An eiger erbeten. Li. Bosenzweiff Gießen SelterSweg 58. | Empfehlüngen | Donnerstag frisch lintvvffejtb: ScheWsche s. 8. WO^rsch 0.8. graue tzeMge 181. sk.MllW H. Günther norm. R. Stuhl llgchf. Peustadt 21/23. ^el 374. [Mi;D für Buch-, Pavier- und Sckreil'waren- handlung sofort ges. 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Dieser fast tropische Farben tragende Bogel, den man auch den „fliegenden Edelstein" nennt, wird von den Fischcreibercchtigten oft mit Unrecht verfolgt, und trophäensüchtige „Schießer" stellen seinem farbenfrohen Gefieder nach. Zwei weitere, sehr seltene „Tropenvögel" sind Blaurake und Immenw 0 lf, auch Bienenfresser genannt. Sie passen eigentlich gar nicht in das deutsche Dogelbild, denn dieser Farbenreichtum, dessen Töne vom herrlichsten Lasurblau bis zum Smaragdgrün hinüberspielen, ist sonst nur den tropischen Papageien eigen. Don den „gefiederten Raubrittern" gelten als Naturdenkmals der Gabelweih oder rote M.lan, der schwarze Milan, der B a u m - fall und der Zwergfalk. Bon den Eulen der schon genannte hu, dann aber besonders Sperber - und Habichtseule. Als größere Jrrgäste zeigen sich noch zeitweise die große und die kleine Trappe, die Wiesenweihe, der Schwarz st orch und der Steinadler. Ein Eremplar dieser Art, das eine Flügelspannweite von 2,40 Meter hatte, wurde vor einigen Jahren bei Frischborn iBogelsberg) erlegt. Zum Schlüsse sind der Bollständigkeit wegen von kleineren Bögeln noch zu nennen Brachvogel, Rina- drossel, Grauwürger und Rotkopf- Würger. An einigen be »nders günstigen Orten finden wir noch Elster, Haselhuhn und Uferschwalbe verbreitet, während wir erfreulicherweise den nur vereinzelt vorkommenden Schwarzspecht, ferner auch die Wacholderdrossel und den Fichtenkreuzschna- b c l zunehmen sehen. 3n dem vorausgegangenen Abschnitt sind natürlich nur solche Bögel aufgezählt, die im ganzen hessischen Lande selten sind. Denn, daß es Dogeiarten gibt, die in der einen Gegend häufiger, in der anderen feltener sind, liegt in der Ratur der Landschaft. Ein neues Kommersbuch. Der Drei«-Masken-Derlag. Berlin N 24. plant die Herausgabe eines neuen großen Kommersbuches. Der Verlag l gt besonderen Weick auf Liebersendung neuer gehaltvoll er Liedertexte und Kompositionen, die im Falle der Drröffent-lichung honoriert werden. Deutsche Bücher in Spanien. Tie Deutsche Buchaus stellung in Barcelona. die vom Börsenverein der Deutschen Buchhändler in Leipzig veranstaltet wird und über 6000 Bücher umfaßt, wurde am Dienstag im Historischen Palacio de la Generaltdad nach Ansprachen des Vorsitzenden des Börsen- vercins, Reeder, den Generalkonsuls von H a s s e l l u. a. durch den Gouverneur von Barcelona. General Milano del Bosch im Beisein sämtlicher Spitzen der Behörden, des österreichischen Konsuls und zahlreicher Vertreter des Geisteslebens sowie der deutschen Kolonie eröffnet. Bei einem Rundgang durch die Ausstellung in den prachtvcllen Sälen des Palastes fand der Reichtum der Ausstellung und die Qualität der Bücher allgemeine Bewunderung. Daran anschließend gaben die Vertreter des Börsenvereins ein Frühstück, bei dem der deutsche Generallonlul ein Hoch aji den König von Spanien und der Generaltapitün von Eatalonien, Barrena ein Hoch auf Deutschland aus- brachten. Die gesamte Prelle widmet der Ausstellung eingehende Besprechungen. Die Raffen-Probleme in den Vereinigten Staaten. Bon Dr. Friedrich A. Whneken. AuS der Staatshauptstadt Kaliforniens Sacramento wird den ..Portland Orego- niaitt' gesch i brn: „Rach 26jährtgem Plo^siiereu ist eS Kalifornien endlich gelungen, die Japaner aus seiner Landwirtschaft zu vertretben, und jetzt sieht sich der Staat der Frage gegenüber, ob seine Bemühungen nicht von allzu großem Erfolge gekrönt worden sind. Die erste Wirkung der Ausschließung der Japaner von dem Landbau in Kalifornien, den sie dort nur noch als Tagelöhner betreiben dürlcn, macht sich bereit- an vielen Orten unangenehm bemerkbar. Tausende von Japanern sind entschlossen, im Osten und in den Mittelstaaten des Landes ihr Glück al« Gemüsegärtner zu versuchen und aus Kalifornien fortzugehen, da sie dort kein Land mehr besitzen dürfen und nicht geneigt find, gegen Tagelohn zu arbeiten." Die „Dallas Rews" bemerll hierzu: „Ohne Zweifel handelt es fich um einen Sieg der weißen Rasse in Kalifornien: aber die Tatsache bleibt bestehen, daß es in Kalifornien keine Weihen gibt, welche die Stelle der japanischen Farmer ein- nehmen formten. Tausende von weißen Farmern müssen infolgedessen nach Kalifornien gebracht werden zur Bearbeitung der verlassenen Farmen." ES handelt sich hier uni eine letzthin getroffene Entscheidung des Bundes-Oberge'-ichts der Vereinigten Staaten zur sogenannten „Anti- Alien-Dill", die schon vor Jahren von der gesetzgebenden Körperschaft des Goldenen Staats angenommen, aber schließlich auf den langwierigen Wegen der Berufung bis vor das Bundes-Ober- aericht gelangt war. Dieses Gesetz verbietet Richtbürgern der Vereinigten Staaten, in Kalifornien Land zu kaufen, und richtet sich in erster Linie gegen die Japaner, denen das amerikanische Bürgerrecht und somit der Erwerb von Land in Kalifornien versagt ist. Die Sachlage ändert sich aber sofort, wenn der Japaner in Amerika geboren und ausgewachsen ist. Einem solchen Mongolen steht natürlich da« amerikanische Bürgerrecht zu und damit das Recht, in Kalifornien Land zu taufen. Da nun ungefähr 400 bis 500 Japaner in Kalifornien geboren und dort ansässig sind, wird es mit der Abwanderung der Japaner aus Kalifornien nicht so gefährlich werden. Sämlliche Japaner, die kwrt jetzt Farmen besitzen, werden dieselben auf einige ihrer im Goldenen Staat wohnhaften und daS amerikanische Bürgerrecht besitzenden Landsleute Überschreiben. Auf diese Weise dürften es die schlauen Ostasiaten erreichen, daß nahezu 500 000 Acres deS reichsten Ackerlandes in ihren Händen bleiben. Man sieht, daß sogar im Westen der Vereinigten Staaten die Gesetze dazu da sind, um umgangen zu werden. Allein die Sache hat auch eine politische Seite. Die Abneigung der Kalifomier gegen die mongolische Rasse und namentlich gegen die Japaner bildet schon fett Jahren eine schwere Sorge für die Bundesregierung in Washington und zeitweise sogar einen Zankapfel zwischen Sacramento und Washington. Sehr unverbürgten Gerüchten zufolge hatte schon der impulsive Roosevelt als Präsident einmal gedroht, die Bundesarmee gegen Kalifornien marschieren zu lassen, wenn man sich dort nicht zu einem Kompromiß mit den Japanern herbeilassen wolle. Diese wahrscheinlich aus der Lust g-ariffone Geschichte zeigte schon damals deutlich die hochgradige Rervosität Washingtons der japanischkalifornischen Frage gegenüber, — und nun taucht diese abermals auf, der japanische Botschafter in Washington hat angeblich bereits gegen die oben au'g führte gerichtliche Entscheidung eine Art Protest eingelegt. Die Rervosität ist recht gut zu verstehen, wenn man bebenft, daß sowohl die Philippi- nen als auch die Sandw ich-J n sein fast in Schußweite von Japan liegen. Japan könnte gegebenenfalls, so folgert man, seine ganze Flotte zusammenziehen und damit einen Handstreich gegen Luzon und Hawai auszufuhren. Man glaubt zwar nicht an die Rlöglichkeit einer Landung ausreichend zahlreicher japanischer Truppen auf dem amerikanischen Kontinent, weiß aber zu gleicher Zeit nicht recht, wie der Cßanlee dem Japaner in befielt eigenen Lande beikommen könnte. So hat dieses mongolische Rassenproblem eine nationale und eine noch viel schlimmere international' oder, besser gesagt, transrazisische Seite, die zu den wundesten Punkten Uncle Sams gehört. Denn wenn der gute Herr auch noch so sehr von seinem schließlichen Sieg über Japan überzeugt ist, so hat er doch, wenigstens gegenwärtig, noch keine Lust, sich seiner Staaten wegen in einen neuen Krieg $u stürzen. Tas japanische ist 1 ebenfalls das allerbedenl- lichste Rassenprovlem der Vereinigten Staaten, denn ihrer Reger wegen droht ihnen von Atrila aus keinerlei Kriegsgefahr. Hingegen wird das Regerproblem Amerikas namentlich auch in Deutschland vielfach stark überschätzt. Obwohl es den Weihen in Amerika in einigen Großstädten manchmal buchstäblich schwarz vor den Augen wird, sind die Reger in den Vereinigten Staaten den Kaukasiern gegenüber derart in der Minderzahl, daß von einer Vergewaltigung der weihen Raffe durch die Airo-Amerckaner garnicht die Rede sein kann. Dennoch ist für die Vereinigten Staaten der amerikanische Reger ein Problem, das man tn Europa selten ganz versteht. Gleich nach meiner Rückkehr aus Amerika hatte ich Gelegenheit, in Eltern halten konnte. DaS Paar hatte zwei Töchter, von denen die ältere gänzlich weih auSsah. Wer aber die zweite Tochter näher an- blickte, wuhte auch, warum der betreffende Herr nicht in Boston wohnte. Er hatte sich in Oku- englanb gesettschastlich unmöglich gemacht, weil er eine Gattin besah, die Regerblut in sich hatte. Diese Tatsache war der Mutter zwar gar nicht anzusehen, trat aber bei der zweiten Tochter recht deutlich zutage. Daher also die Selbstver- bannung des Herrn aus Boston nach Kalifornien, wo man ihn nicht kannte, und wo überdies der geringen Regerbevölkerung wegen weniger 'Verurteile gegen Schwarze herrschen, als in anderen Teilen der Vereinigten Staaten. In Kalifornien werden nämlich die Reger durch Japaner und Chinesen verdrängt, — und hier ist besonders derjenige einfach deklassiert, der sich mit Japanern oder Chinesen auf gleichen Fuß stellt und wer mit ihnen eheliche Beziehungen eingeht. Diese Farbenlinie wird namentlich in den Die selbständige Einwohnerschaft Gießens wird gebeten, die Ausnahmearbeiten zur Erzielung eines genauen Aachschlagewerls durch sofortigen und sorgfältigen Eintrag in die Sausliflen und durch deren unverzügliche Weitergabe an die anderen Hausbewohner zu unterstützen. Sie Adreßbuch-Haus^ listen werden von den tievierpoltzeibeamten während der nächsten Tage eingesammelt und nachgeprüst. Verlag des Adreßbuches der Stadt Gießen. einem Berliner Kabarett eine Sängerin ein Lied vortragen zu hören, das von ihrem „lieben, kleinen Regerlein" Hand lte. In Amerika wäre die Dame mit einer solchen Künstlestung bei ihrem Publikum auf ben schärfsten Protest ober doch wenigstens auf eisiges Schweig rn gestoßen. Erst vor kurzer Zeit fiel mir in einer kleinen Stadt Mitteldeutschlands ein Mädchen von etwa 14 Jahren auf, das augenscheinlich Regerblul in sich hatte. Es sah aus wie eine echte Mulattin, deren ich so viele Tausende in Amerika gesehen hatte. „Armes Kind." dachte ich. „in Amerika wür- dest du dich in keinerlei Gesellschaft von Weihen befinden, — oder doch nur, um ihnen Aufwartung zu machen. Rur wer Amerika keimt und dort gelebt hat, wird eine solche Haltung der Amerikaner den Regem gegenüber verstehen und billigen. Unter der Annahme, daß in Deutschland vielleicht int ganzen hundert Afrikaner leben, versteht man es leicht, daß wir Deutschen nur geringe Vorurteile gegen die Reger haben, in Amerika jedoch, mit seinen Millionen von Schwarzen, handelt es sich um eine Lebensfrage, um den Selbsterhaltungstrieb der weihen Bewohner. Man stelle sich die Mischraste vor, die in Amerika entstehen würde, trtnn die Reger mit den Weißen gl iijgeftelt und Heiraten zwi- scheu Weißen und OLgern gestattet würden. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dih aus solchen Verbindungen minderw.r.ige Geschöpfe hervor- aehen, und diese Geschöpfe sehen immer wie Reger aus. Ich habe in Amerika, allerdings nur selten und hin un> wieder, blonde Männer mit weiher Gesichtsfarbe gesehen, die aber trotz» dem Reger waren. Das sah man ihnen auf den ersten Blick an. Das Regerblut behält auch immer wieder die Oberhand, und so kann es einer anscheinend gänzlich weihen Frau pas ieren, daß ihr aus der Ehe mit einem unzweifelhaft weihen Mann kohlschwarze Kinder geboren werden. In einer kleinen Stadt in der Rähe von San Francisco kannte ich einen Herrn von echt neuenglischer Abstammung aus Boston. Der Betreffende lebte als Rentier dort, anscheinend in sehr guten Verhältnissen. Vermahlt war der Mann mit einer Dame, die man ihres dunklen Haares und einigermaßen bräunlichen Gesichts- sarbe wegen für eine Tochter südeurvpäifcher Südstaaten auf das strengste durchgeführt. Dort, wo der Reger früher Sllave war, fährt er heute noch nicht mit dem Weihen in demselben Wagen der Eisen- oder Straßenbahnen. In dem ganzen Gebiet der Vereinigten Staaten aber darf kein Farbiger ein Restaurant betreten, in dem Weiße verkehren: kein weißer Barbier würde es wagen, einen Reger zu rasieren, wenn er nicht seine gesamte weihe Kundschaft los werden wollte. Dagegen findet man selbst in feinen Restaurants und Darbierläden Reger als Kellner und Hausknechte, und die Zugbediensteten und Kellner in den Speise- und Schlafwagen der amerikanischen Züge sind fast durchweg Schwarze, die Schaffner und Lokomotivführer aber immer Weiße. Im Theater darf der Reger nur auf der Galerie Platz nehmen: man nennt diese deshalb gern den Regerhimmel. In Detroit passierte vor Jahren folgende Geschichte: Ein Dollblutneger, der Rechtsanwalt war, hatte sich vorgenommen, einen Präzedenz- frll zu schaffen. Er besuchte eines der fein ft en Restaurant der Stadt, dessen Besitzer zufällig ein Deutscher war. Der letztere schickte sofort einen Kellner zu dem schwarzen Besucher, der ihm in höflichster Form mitteilte, dah ihm am Ort nicht serviert werden würde. Der Reger verließ das Lokal und verllagte den Wirt. Damit war die Angelegenheit erledigt, d. h. sie ruht heule noch unentschieden unter den ganz und gar verstaubten Akten des betreffenden Gerichts, und der farbige Advokat, wenn er noch am Leben ist, geht wieder in Restaurants, wo nur seinen Rassegenossen serviert wird, die natürlich auch kein Weiher betritt. Reinliche Scheidung und Einhaltung der Farbenlinie, — oder Untergang der weißen R a ssel Hier trifft der Amerikaner, übrigens nach englischem Vorbild, durchaus das Richtige, und irgend eine andere Auffassung der Angelegenheit würde für ihn und schließlich für uns Weihe alle den Selbstmord bedeuten. Damit ist nun nicht etwa gesagt, dah die Schwarzen oder anders farbige Menschen tn Amerika in der Regel ober durchweg schlecht behandelt werden. Dies ist feiten der Fall. Vereinzelt vorkommende Lynch-Gerichte in den Südstaaten find bei weitem nicht fo bezeichnend für die Sachlage, wie man in Europa anzun-hmen pflegt. — Aber, wie gesagt, reinliche Scheidung! Ganz unb gar kein Rallenproblem gibt der Indianer dem Dankee auf. Denn diese Ralle ist im AuSsterben begriffen. Von Lona Island sind die MontaukS bereits verschwunden. Im Jahre 1550 gab es 20 030 Huronen, 1850 nur noch 12 000. jetzt 800. Die Mo,ave-Jndianer zählen heute 1000 Clamnuemitgheber. von 63 Jahren waren es ihrer noch 4030. Die 150 000 kalifornischen Indianer vom Anfang des 19. Jahrhunderts schmolzen bis zur Geg-nwart auf etwa 15 000 zusammen, und ähnlich ging eS den zahlreichen anderen Stämmen auch. Es ist dem Weihen in Amerika gelungen, die roten Menschen im Verlaus von wenigen Jahrhunderten einfach attszurotten. provinzialausschuWzung am 24. Januar. (£tue wichtige Entscheidung für die Landwirte iin Streife (tz.etzen. Der Prvvinzialausschuß beschäftigte fich am Samstag u. a. mit der folgenden bedeutsamen DerwaltungSstreitsache: Berufung des Vorsitzenden deS KrciSaut- schusscs des KreiseS Gießer, gegen da- Urteil des Kreisausschusses deS Kreises Gießen vom 11. Oktober 1924 i.S. KlagederStadt Sich gegen das Kreisamt Gießen auf Aufhebung der Verfügung des Kreisamts (Sieben vom 16. Juni 1924. bclr. die Richtgenehmigung der Anschaffung eines jr iefcnbullcn durch die Stadt Lich. Der Gemeinderat zu Lich hatte am 22. Zebr. 1923 beschlossen, den in der Gemeinde bisher neben dem Bullen der Simmentaler Ralle gehaltenen Vogelsberger Bullen abzuschaffen und in Zukunft nur noch drei Bullen der Simmentaler Rasse zu halten. Das Kreisamt Gießen hatte dielen Gemeinderatsbeschluh auf Grund de« Artikels 4 des Gesetzes vom 20. August 1920, daS Faselwesen betr. nicht genehmigt. Die Körkom- mission hat danach auf Grund ihrer Feststellungen vom 30. Dai 1924 dem KreiSamt Gießen mitgeteilt, daß die Gemeinde Lich einen rotbunten ostfriesischen Butten angeschafft und in Dienst gestellt habe, ohne den Art. 4 deS Zasel- gesehes zu beachten, wonach ein Wechsel In der einmal sestgesehten Zuchtrichtung nur aus züchterischen oder wirtschaftlichen Gründen und nur mit Genehmigung des KreisamteS zulässig ist. Das Kreisamt Gießen hat am 16. Juni 1924 der Gemeinde Lich die Genehmigung zur Verwendung dieses Butten versagt. Gegen diesen Bescheid verfolgte der Gemeinderat in Lich im Derwaltungsstreckverf ähren Klage bei dem Kreisausschuß des '.reifes Gießen, mit dein Antrag, die kreisamtliche Verfüaung aufzuheben und die Genehmigung zur Aenberung in der Zuchtrichtung zu erteilen. Der KreisauSfchuh hat auf Grund der mündlichen Verhandlung vom 11.01t. 1924 der Klage der Gemeinde Lich stattgegeben und unter Aufhebung der Verfügung des Kreis- amts Gießen vom 16. Juni 1924 der Gemeinde Lich gestattet, neben der Simmentaler Zuchtrich- tung die des rvtfcheckigen RiederungSvieheS ein» zuführen. Gegen dieses Urteil verfolgte der Vorsitzende des Kreisausschusses von Amts wegen im öffentlichen Interesse Berufung an den Pro- vinzialauslchuh mit dem Antrag, daS angefochtene Urteil deS KreiSauSlchusses aufzuheben und der Gemeinde Lich die Aufstellung eines Friesen- butten zu Zuchtzwecken zu unterlagen. In der heutigen mündlichen Verhandlung wurden der General'ekretär des Landwirtschaftskamme.ausschusscs Oekonomierat Dr. Wagner, der Vorstand des Kreisveterinäramtes Gießen, Kreisveterinärrat Professor Dr. Kn eil und außerdem Universitätsprofessor Dr. Krämer. Gießen, als Sachverständige gehört. Die Sachverständigen sprahen sich übereinstimmend dahin aus, dah die Züchtung von schwarzbuntem oder schwarzrotem Riederungsvieh für kleinbäuerliche Verhältnisse ein unverzeihlicher, nie wieder gutzumachender Fehler fei. Alles, was durch die Einführung des KörgeseheS in den letzten Jahren Gutes und Ersprießliches auf dem Gebiete der Viehzucht in Hessen erreicht worden fei, gehe wieder verloren. Das Riede- rungsvieh sei zunächst ganz einseitig auf hohe Milchleistung gezüchtet. Dte Weideverhältnisse feien in Lich für kleinbäuerliche Betriebe gav nicht vorhanden. Das Riederungsvieh bleibe überwiegend in den Ställen, was dieses Vieh nicht vertragen könne, und es würden die Viehseuchen auf diese Weife nur gefördert. Auch das Klima und die Futterverhältnifse seien in Lich für das Riederungsvieh nicht so geeignet, wie in der Warschgegend. Das Riederungsvieh sei auch Wanderungen durch die hessische Dogelwelt. Seltene Vögel in Hessen. Don Karl Rudolf Fischer, Laubach. Durch die Entwicklung der deutschen Kultur» sanbfchafl hat die Vogelwelt unserer Heimat ein Gepräge erhalten, das für die gesamte Tierwelt des von Menschen bebauten Landes bezeichnend ist: Wir finden überall eine große Artenarmut, über die uns ein Reichtum an einzelnen Individuen hinwegtäuscht. Gerade in der Dogelwelt mit ihrem großen Reichtum an einzelnen Arten macht fich die Abnahme derselben am meisten bemerkbar, denn vtele Dogelarten find durch veränderte Lebensweise in erschreckendem Maße an Zahl zurückgegangen, andere konnten sich nicht mehr halten, weil ihre Lebensbedingungen vernichtet wurden: sie mußten auswandern, und führen nur hic und da noch im Verborgenen als ..Naturdenkmäler" ein verstecktes Leben, das aber auch nur so lange dauern wird, bis diese Stätte oder der Vogel leibst der Kultur zum Opfer gefallen ist, und die betreifende Vogelart in dieser Gegend ausstirbt. Hierfür haben wir Beweise genug. So ist der äl h u in den deutschen Mittelgebirgen zugrunde gegangen, auf diese Weise ist der Kolkrabe ausgestorben. Das letzte Paar dieser Art in Oberhessen nistete noch vor etwa drei Jahrzehnten in einem südwestlichen Ausläufer des Vogelsbergs und fiel auf einem feiner Streiszügc nach den Feldern des Klosters Arnsburg aufgelegtem Gift zum Opfer. Der W a 1 d - storch ist schon lange ausgewandert, sein Detter Hausstorch ist auf dem besten Wege dazu. Auch der Fischreiher steht auf den; Aussterbeetat. und die Tage seiner Brutkolonien iMain-Rheingebiet, ferner die Dorberge des Spessarts und die ausgedehnten Waldungen am großen See bei Gedern im Dogelsberg) werden gezählt fein. Ein recht seltener Dogel ist der Wiedehopf, der wegen feiner nicht gerade sauberen Kinderstube den Ramen „Stinkvogel" bei dem hessischen Landvolk erhalten hat. Er ist einer unserer schönsten Dögel. Auf dem Kopfe trägt er einen bunten Federsächer, den er auf» und zuklappen kann. Sem fröhliches „Hup. Hup", das er zur Zeit des ersten Kuckucksrufes erklingen läßt, ist einer der angenehmsten Raturlaute im großen Frühlingskonzert. Er besiedelt am liebsten Hutweiden, Triften und Wielen, auf denen sich Weidenstümpfe oder hohle Obstbäume zur Brut- gelegcnbcü befinden. Da die Kulturlandschaft diese nicht duldet, ist sein Schicksal besiegelt. Dort, wo er noch vereinzelt verkommt, sollte man ihn als Raturdenkmal schonen. Auch der Kiebitz, der früher in allen hessischen Riederungen regelmäßiger Brutvogel war, verdient diesen Schutz. Besonders aber sollte man das Sammeln von Kiebitzeiern verbieten, das um die Zeit einletzt, in der unser „eiserner Kanzler" sein Wiegenfest feierte. Don größeren Insektenfressern ist noch der Pirol zu nennen, dessen vrachtvoll-melo- disches „Gidleo" oder auch „Bülow" an unser Ohr tönt, wenn bunte Blumen die Moosteppiche durchsticken, und die R a ch t s ch w a l b c , bic, im Dolksmund den Ramen „Ziegenmelker" erkalten hat. Don kleineren bekannten Bögelchen kommt vor allen Dingen die Sängerkönigin Rachtigatt in Betracht, deren größter Feind die Hauskatze ist (Erdbrüter!), und das farbenprächtigste der kleinen Singvögel, das Blaukehlchen. Der einzige, mir in Hessen bekannt gewordene Brutplatz befindet sich im Lumdatal (t>gL „Mitteilungen über die Dogelwelt" 1923, Heft 1, Seite 86). rnfvlge leinet schwächeren unD gerinnet ent4 wickelten Dorhand nicht in der Lage, solche Zugleistungen zu volBrinaen, wie in der Gegend von Lich notwendig, wo doch von den Kleinbauern mindestens 60 Prozent darauf angewiesen seien, die Kühe auch beim Fuhrwerk oder für Äckergespanne zu verwenden. Anders sei es mit dem Simmentaler Rind, das für Zug-, Milch- und Fleischleistung gezüchtet werde. Das Simmentaler Di eh sei für die kleinbäuerlichen (Betriebe viel rentabler, als das Riederungsvieh. Außer- dem fei zu befürchten, dast das Riederungsvieh in Lich nie eine Reinzucht gäbe, dast vielmehr Degenerierung zu erwarten sei. Wenn in Interessentenkreisen Lichs der Wunsch bestehe, das Riederungsvieh zu züchten, so könnten sich ja die Landwirte, die diese Zucht betreiben wollen, zu einer Genossenschaft zusammen- schliessen, sie sollten aber nicht daraus drängen, Last die Gemeind e im öffentlichen Interesse und auf öffentlichen Mitteln zur Aenderung in der Zuchtrichtung schreite. Wenn auch im Kreise Friedberg in einzelnen Gemeinden infolge der Kriegs- und Rachkciegs- einwirkungen Ricd?rungsvieh eingeführt worden fei. so lägen die Verhältnisse hier etwas anders als in Lich. Dom Kreise Friedberg werde hauptsächlich die meiste Mllch nach Frankfurt, einer Grohstadt, geliefert Es wurde feine Zucht betrieben, sondern nur eine Milchwirtschaft, die Kälber würden fast überwiegend abgeschlachtet. Allerdings werde es, vom Stand der Viehzucht aus gesehen, aus prinzipiellen Gründen auch nicht begrübt, dast es zu derartigen Ausnahmen im Kreise Friedberg gekommen fei. Bürgermeister Völker. als Dertreter der Gemeinde Lich, widersprach in längeren Ausführungen den Gutachten der Sachverständigen, und teilte mit, dast in Lich an Muttertieren vorhanden seien: 99 Simmentaler, 136 Riederungsvieh l Friesen, davon ?/a schwarzbunt. 1 . rotbunt), 16 Dogelsberger und 83 Kreuzungstiere. Drei gröbere landwirtschaftliche Detrieöe. die nur Riederungsvieh züchteten, hätten für ihren Betrieb eigene Bullen dieser Rasse. Der Dogelsberger Dulle sei abgeschafft worden, weil bei dem geringen Mutterviehbestand eine Haltung nicht mehr notwendig fei. Jetzt seien drei Simmentaler Dullen im gemeindlichen Fafelstall. dazu läme der eine rotbunte Riedecungsbullr: bei dem hohen Destanb der Muttertiere bestehe sogar das Dedürfnis, dast noch ein zweiter Riede- rungsbulle. vielleicht ein schwarzbunter, eingestellt werde. Es sei dringendster Wunsch der Licher Landwirte, dast das Riederungsvieh gezüchtet werde, nachdem sich gegen Friedenszeijen die Derhältnisse völlig umgestellt hätten. Früher habe das Hofgut die Dewohner von Lich mit Milch versorgt, heute gehe die gesamte Milch nach Frankfurt. Die Licher Landwirte seien deshalb darauf angewiesen, die Licher Dewohner mit Milch zu versorgen und hätten austerdem günstige Absatzgebiete für ihre Milch in dem benachbarten Siesten und D:.d-Rauheim. Die Cr- trägnisse aus der Milchwirtschaft seien heute nur noch die einzig günstigen Einnahmen für die Landwirte, nachdem aus der Fleischwiri- schaft und der Getreidewirtschaft Ueberichüsse nicht mehr erzielt werden könnten. Die klimatischen Derhältnisse seien in Lich und Umgegenb auch nicht schlechter als in der Marschgegend, Wenn auch die Weideverhältnisse nicht so günstig lägen, so hätte sich das Riederungsvieh in Lich in den letzten Jahren auch an den Stallaufenthalt gewöhnt, und in Gespannen feien bis jetzt mit diesem Dieh keine schlechten Erfah^rngen gemacht worden. Im Kreise Friedberg sei einer Reihe von Gemeinden die Züchtung des Riede- rungsviehes erlaubt worden, aus den gleichen Rechten mühten auch die Landwirte Lichs in die Lage verseht werden, dieses Dieh zu züchten. ©£ beantragte, das ergangene Kreisausschuß- i Die rote Kaschgar. Roman von F e d o r von Zobeltih. 53 Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Das tonnte eine Weisheit des Konsutse fein. Aber sie gefiel Gert nicht. Er geriet in Wut. Er erklärte, der Mandarin sei eine ekelhafte gelbe Wanze, ein unverschämter Patron, ein Flegel, ein ganz gemeiner Gauner, Und ähnliches. ..Was sagt der Mann?" fragte der Chinese Bruder Dorotheus war diplomatischer. ,@t bittet um möglichste Beschleunigung feiner An- gel->genheit", erklärte er. „Ich schließe mich an. Wir sind freie Deutsche und können nicht grundlos in Gefangenschaft gehalten werden, ilnfre Regierung wird Rechenschaft verlangen." Der Mandarin strich mit der Hand durch die Lust, als sei ihm das gleichgültig. Aber er lenkte doch ein. „Man wird einen Kurier nach Peking senden", sagte er. ..Dank der Schuhgötter ist das schuftige Gesindel der Boxer unterdrückt worden. Untre erhabene Kaiserin sitzt wieder auf dem Drachenthron. Cs herrscht Frieden im Lande. Alle bestechlichen Beamten haben den Tod gefunden. Eine größere Ordnung als zu Peking gibt es nirgend in der Welt. Ihr werdet bald Antwort erhalten." Dann rief er Togol herbei. „Du bürgst mit deinem Kopse dafür", fuhr er fort, „daß die beiden fremden Männer nicht eher entweichen. eh' nicht die Erlaubnis zu ihrer Abreise cingetroffen ist.. --Run begann die neue Wartezeit. Der Sommer ging zur Rüste, die Sonne verlor an Wärmkraft und ihr Schein wurde Heller, die Schatten an den Bergen wuchsen, der Schnee ■auf den Gipfeln bildete weihe Türme. Bei Herbstbeginn erschienen vier chinesische Soldaten zu Pferde, noch von der alten Truppe der grünen Fahne, die hauptsächlich zu Polizei- und Gen- darmeriedienst verwendet wurde, mit Speeren und Gingals, den großkalibrigen Gewehren heimischen Ursprungs, und Dolchen im Gürtel, Sie waren vom Kommandanten in Dulunkul entsendet worden, um die Jurten der beiden gefährlichen Fremden zu bewachen, bis über sie ent- urtetl zu bestätigen und die Berufung des Dorsitzenden der KreisausschusseS zucückzuweissn. Der Dertreter des Kreisamts Gießen beantragte auf Grund der von den Sachverständigen erstatteten Gutachten als auch mit Rücksicht auf die Interessen der vielen Kleinbauern Lichs, die heute noch nicht übersehen könnten, welche Rachteile sie mit der Zeit durch die Einführung des Riederungsviehs noch erfahren, aus grundsätzlichen Erwägungen der Gemeinde Lich die Genehmigung zur Aenderung der Zuchtrichtung zu versagen und das Kreisausschusturteil aufzuheben. Der Provinzialausschuß entschied, dast der Berufung des Vorsitzenden des Äreis- ausschusses unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils stattzugeben und der Gemeinde Lich die Genehmigung, neben der Simmentaler Zuchtrichtung die des Riederungsviehes einzuführen, nicht zu erteilen ist. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. _L Allenborf a. Lahn, 27. Jan. Rach 38jähriger treuer Pflichterfüllung hat unser seitheriger Gemeinderechner Philipp A m e n d fein Amt niedergelegt. An seine Stelle tritt Friedrich Luh, Obergasse 7. welcher heute für seinen Posten vereidigt wurde. * Rödgen, 25. Ian. Einen seltenen Genuß bereiteten uns am Samstagabend im Dalsrrschen Saale unsere beiden Lehrer Koch und Schmalz durch die Märchen- und sonstigen Aufführungen unsever beiden Schulklassen. Wie flott und sicher sagten die Schüler der Unterklasse ihre, viel Heiterkeit hervorrufenden Sprüchlein auf. Wer von den zahlreichen Zuschauern hatte nicht feine Helle Freude an der Frische und Ratürlich- keit, mit welcher die Darsteller des Märcheri- spiels „Hänsel und Gretel" sich ihrer Ausgabe entledigten. Die unter der bewährten Leitung unseres Lehrers Koch vorzüglich vorgetragenen, zum Teil sehr schwierigen und selten gehörten Chöre, wie „Aus der Jugendzeit" und „Hebe deine Augen aus", machten auf die gespannt lauschenden Zuhörer einen tiefen Eindruck. Die flott gespielten Märsche der Schülerkapelle trugen wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Das Publikum lohnte die Mühe der Veranstalter und Darsteller durch reichen Beifall. Dg. G r o ß e n - B u s e ck, 27. Ian. Der hiesige Gern ein de rat beschloß, der Ehrung der im Weltkrieg Gefallenen nun endgültig näherzutreten. Bestimmte Entschlüsse wurden noch nicht gefaßt. Da in der Gemeinde lebhaftes Interesfe für diese Frage vorliegt mid verschiedene Wünsche bezüglich der Ausführung bestehen, entschließt man sich vielleicht dazu, in einer öffentlichen Versammlung Anregungen und Vorschläge für die Art der Ausführung entgegenzunehmen. V Londorf, 27. Ian. Am Sonntagabend hielt der Arbeiter-Gesangverein Londorf, welcher unter der Leitung des Musikers S ch o m b e r aus Beuern steht, sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Das Programm, welches aus schönen, volkstümlichen Liedern, einem Theaterstück, Couplets usw. bestand, wurde sehr gut ausgeführt und ernteten reichen Beifall. Ein gemütliches Tänzchen hieft die Besucher bis nach Mitternacht zusammen. — Am Montagabend hielt Ingenieur E r t e l von der Liga zum Schuhe der deutschen Kultur einen Vortrag über „Quer durch Rußland". An Hand zahlreicher Lichtbilder führte der Redner in verschiedene Gegenden Rußlands, seine Sehenswürdigkeiten. Gebräuche und verschiedene Dolksstämme. Gr erzählte von seinen Erlebnissen während seines langen Aufenthalts, besonders während der Kriegsjahre und von feiner Gefangenschaft. Das schieden worden war. Sie erzählten, daß tatsächlich ein kirgisischer Kurier nach Peking geschickt worden sei, und hatten auch den Austrag, dies den europäischen Herren zu berichten. Man schöpfte nun wieder Hoffnung Aber als nach den Stürmen des Herbstes über Rächt der Winter mit aller Gewalt einsetzte, die Schneewehen die Berge bis an den Fuß in glitzerndes Weiß hüllten und den einzigen Pfad auf die Paßhöhe unwegsam machten, da schien auch die letzte Hoffnung verloren. Dieser Winter war schrecklich. Die Temperatur fiel zuweilen auf vierzig Grad Celsius, in den Jurten gingen die Feuer nicht aus. und da das sommersüber gesammelte Tereskenholz immer weniger wurde, so mußte man mit getrocknetem Pakdung Heizen. Abwechslung brachte höchstens einmal ein Wolfseinbruch und die Jagd auf die Bestien, sonst kam man kaum aus den Fllzwänden heraus. Bruder Dorotheus spürte, daß Gert schwermütig zu werden begann, und um ihn wieder aufzu- frifchen, unterhielt er sich mit ihm über Fluchtpläne im Frühling. Ob diese Pläne sich je in die Wirklichkeit übertragen lassen konnten, war frellich zweifelhaft 2lber schon der Gedanke, endlich von hier fortzukommen .weckte die Lebensgeister in Gert. Die chinesischen Wachen waren am wenigsten zu furchten. Es waren gemütliche Kerle, die längst ihre alten Gewehre in die Iurie Toaols gestellt hatten und mit ihren Sperren höchstens die Hunde neckten. Von Poftenfteben war gar keine Rede mehr, dazu war es zu kalt. Am liebsten faß Gert über den Karten, die Bruder Dorotheus nvch besah, keine so genauen wie die verlorenen, aber immerhin zuverlässig in bezug auf den russischen Teil des Pamirgebiets. And dahin muhte man, das war klar. Man muhte Pamirskij Post zu erreichen suchen, daS russische Fort am Murghab. dann war man geborgen. And dazu war der Akbaital-Pah zu überschreiten, nach dem man in acht Tagemärschon kommen konnte, toenn das Wetter leidlich war — das hatte man von Togol durch geschicktes Ausfragen erfahren. Der alte Togo! versuchte in seiner Gutmütigkeit, feinen Gast-Gefangenen die Langeweile auf seine Art zu kürzen. Er lud sie häufig in seine, | Jurte, ließ seine jungen Leute tanzen und Gitarre Puottkum war ihm für feine Ausführungen banfbec. * Kes selb ach. 11. Jan. Während die meisten Gemeinden der Rabenau ihren im Weltkriege gefallenen Helden bereits ein Denkmal errichtet haben, ist man hier zu der gleichen Tat noch nicht gelangt. Es wäre verdienstvoll und begrüßenswert, wenn man diese Ehrung unserer teuren Toten nun auch hier mit vereinten Kräften ins Werk sehen würde. t Grünberg, 25. Jan. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl, bei der 1 Bewerber in Betracht kamen, ging es den ganzen Tag über sehr lebhaft in unserem Städtchen zu. Mehrere Wahlbureaus waren zum Kontrollieren her Wähler errichtet. Der Verkehr in den Straßen, ganz besonders aber auf dem Marktplatz, war sehr stark und steigerte sich im Laufe des Rachmittags außerordentlich. Vielfach wurde persönlich zur Ausübung des Wahlrechts aufgefordert. Sogar eine Droschke stand im Dienste der Wahl. In der letzten Stunde, von 5 bis 6 Ahr, nahm das Gedränge nahezu überhand: jeder wollte schnell das Ergebnis wissen, und niemand war imstande, über das Resultat irgendwelche Voraussagen zu machen. Beim Oeffnen der Umschläge und Sortieren der Stimmzettel hatte sich eine ganze Menge Reugieriger eingefunden, um die Stimmzettel-Häufchen abzuschäyen und ihre Schlüsse daraus zu ziehen. Das Ergebnis des Wahltages wurde überall mit tiefstem Ernste aufgenommen. Kreis Friedberg, Z; Dad-Rauheim, 26. Jan. Dec Bildungsverein hatte für heute abend Prof. Helmke (Gießen) zu einem Lichtbilderoortrag Über „RÖmer und Germanen b is zur Schlacht im Teutoburger Wald" gewonnen. Der Redner gab in fast zweistündigen fesselnden Ausführungen ein umfaßendes Bild der Kämpfe zwischen Römern und Germanen, mit ben 3eiteu Cäfars und Ariovists beginnend. Eingehende Darstellung fanden die Züge des Drusus und Tiberius und dann vor allem die Varusschlacht im Jahre 9 n. Ehr. Die in den Jahren 14 bis 16 n. Chr. erfolgten Züge des Gerrngnikus gaben Anlaß zu eingehender Besprechung der Chattenfrage. Die Hauptstadt der 1 6alten, das von Germanikus zerstörte Äkattium, läßt sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit feststellen. Von den verschiedenen Orten, die heute genannt werden, habe das Dorf Metze bei Fritzlar den größten Anspruch darauf, als das ulte Mattium angesprochcn zu werden. Die Lichtbilder erläuterten trefflich den lehrreichen Vortrag, dem eine zahlreiche Zuhörerschaft lebhaften Beifall spendete. ss. Friedberg. 26. Jan Die unter dem Vorsitze von Oberst S o l d a n stehenden militärischen Vereine Friedbergs versammelten sich am doivniagahenb im Saale des Hotel Trapp zu einem kameradschaftlichen Abend. Dec Erlös iß für das Kriegerdenkmal bestimmt, welches zu Ehren der Opfer des Weltkrieges errichtet werden soll. Eine für denselben Zweck vorgenommene Haussammlung hat den Betrag von annähernd 4000 Mark ergeben, eine Summe, welche zur Errichtung eines einigermaßen würdigen Denkmals noch lange nicht genügen dürfte. Der Abend verlief unter freundlicher Mitwirkung des Gesangvereins Liederkranz und des Turnvereins in schönster Weise: eine kernige Rede des Vorsitzenden eröffnete bas Programm. Liedervortrage, Darrenübungen, Musik- oor träge des Friedberger Salonorchester, Tom- bola uni) anschließender Tanz sorgten für reichliche Abwechslung und hielten dje überaus zahlreich versammelten Mitglieder bis zur späten Stunde zusammen. fpd. Vilbel, 27. Jan. In hiesigen interessierten Kreisen wird augenblicklich im Zusammenhang mit der in Aussicht genommenen i ii ....................................... spielen^ ließ die Mädel singen und die ..Sprecher" deklamieren und erzählte wohl auch selbst einmal irgendeine hübsche alte Sage ans dem Siddhi-Kür, der Märchensammlung der Kalmücken. Run hatte auch Gert einigermaßen die Sprache erlernt und konnte sich mit Derpa unterhalten, der jüngsten Tochter Togols, die hübscher war als ihre Ge- rrofflncn mit den Platten Rasen und den starken Wangenknochen. Er hatte sich auch eine Art Tagebuch angelegt und mit der Schilderung seiner Pamiireise begonnen, um sich die Zeit zu vertrriben. Am erfreulichsten waren ihm freilich die Plauderabende mit Bruder Dorotheus oder idem Grafen Auftien. wie Gert ihn nun zu nennen pflegte, nachdem der Misiionar selbst seinen Decknamen gelüftet hatte. Man sprach dabei fast nie mehr von vergangenen Dingen, auch vermied Auftien sichtlich, aus Freye zurück- zukcmmen. Dafür erzählte er gern von seinen vielfach recht abenteuerlichen Missionsfahrten, mrd zwar immer in höchst anschaulicher Art. Er war ein gründlich gebildeter Mann, in getoiffer Weise auch ein Philosoph auf der Grundlage einer geistigen Wirklichkeit und dem Boden sittlicher Erfahrung. Zuweilen konnte er lehrhaft werden und verfiel dann in einen leichten Predigt- Ion, aber was er sagte, ging doch immer über den flüchtigen Augenblick hinaus und blieb haften. — Der strenge Winter war diesmal gottlob nur turz. Früher als sonst setzte die Schneeschmelze ein, ein klingendes Tropfen begann, die Höhen färbten sich rosig, lau wehte der Frühlingswind. Auch auf dem B'rgpfade löste sich die Eisschicht, das braunrote Gestein kam zum Vorschein, und unter der leichten weißen Decke in den Gehegen begann schon daS Gras zu sprießen. Da setzte sich Gert wieder an die Karten und nahm seine Fluchtpläne von neuem auf. Doch ehe sie zu der Ausführung kamen, geschah etwas Anerwartetes. Eines Mittags starrten die Kalmücken m höchster Verwunderung auf die Berghohe. Dort schlängelte der FelSpfad sich eine geraume Strecke weit ziemlich d'cht am Abhange hin, und oben sah man eine seltsame Karawane: Bepackte Kamele voran, die in gemächlichem Pahschritt vorwärts Fortsuyruna der Stravenvayn vo» Frankfurt bts in den Frankfurter Dorvrt Dergersheim auch die Wetterführung diese« Linie nach Dilbel lebhaft erörtert. Berkersheim ist von Vilbel nur drei Kilometer entfernt. Ob die Stadt Frankfurt aber augenblicklich Ret» gung hat, unter erschwinglichen Kosten Vilbel in ihr Straßenbahnnctz einzuschließen, erscheint woht zweifelhaft, da erst genaue Berechnungen über die Rentabilität der Linie angeftellt werden muffen, Kreis Schotten. ß a u b a 25. Jan. Einen fcltenenÄunft- genuy bot gestern im vollbesetzten Festsaal des Gräflichen Schlosses die hiesige Konzert- und Vortragsvereinigung durch ihr fünftes Konzert, wozu das Darmstädter Bläser- Quintett gewonnen war: Martin Geisler (Flöte), Ernst Schäfer (Oboe), Fritz Heyn au (Klarinette), August Iaud (Horns, Emil Wische rt (Fagott), Gusti Beck (Klavier). Zum Vortrag tarnen: Quintett ts-dur von Beethoven: Sonate hbmoll von Bach: Sextett B-dur von Thuille. Die Künstler fanden begeisterten Beifall: besonders gefiel die Gavotte aus dem B-dur- Sextett. — Heute mittag hielt die hiesige Freiwillige Feuerwehr ihre ordentlicheHaupt- verfammlung im Saale des Gasthofs zur Traube ab. geleitet von Hauptmann S chan ib t. Die Mitglieder erschienen vollzählig. Der Hauptmann erstattete den Jahresbericht sowie denjenigen über den vorjährigen Kreisfeuerwehrtag in Laubach. Sodann wurden die Satzungen des Kreis- seuei wehrverbandes Schotten und der hiesigen Wehr bekanntgegebcn. Der erste Adjutant, Fabrikant Karl Michel berichtete hierauf ausführlich über den Verlauf des Landes) euerwehctages in Vilbel. Der Rechner erstattete fodann den Rechenschaftsbericht. Die Rechnung wurde geprüft und für richtig befunden, worauf Entlastung erteilt Wurde. Die Finanzlage ist günstig: der Beitrag wird auf eine Mari jährlich festgesetzt. Der Verein umfaßt 145 Mitglieder. Durch Zuruf wurde der bisherige Vorstand wiedergewähll. Außerdem wurde die Abhaltung eines Wintervergnügens beschlossen. Sehr dankenswert ist die Stiftung eines ansehnlichen Betrags durch den Grafen zu Solms-Laubach. Ebenso haben sich Bürgermeister Böhm und der Gemeinderat durch die tatkräftige Anterstützung der Wehr sehr verdient gemacht: ihre Teilnahme an der Versammlung bezeugte ihr besonderes Interesse an dein gemeinnützigen Verein. — Heute abend hielt der Laubacher Schütz enver ein im Festsaale des „Solmser Hoss" eine gesellige Vereinigung mit Theater und Tanz ab. Zur Aufführung kgm „Der Jagerfranzl von Ammergau". Großen Beifall errangen Lehre/ Moxter und Spenglermeister Döll. Auch die anderen Mitspieler verdienen volles Lob. Alle Teilnehmer am wohlgelungenen Abend wurden hochbefriedigt. Starkenburg Meirchcffen. ” Darmstadt, 26. Jan. (Eigener Bericht.) Die Benz-Werke in Mannheim nutzen durch ihre Automobile, namentlich durch die schnellen Probefahrten, die Kreis st raßen des südlichen Teiles des Kreises Heppenheim über Gebühr ab, weshalb sie der Kreisausschuh zur Zahlung einesÄostenbeitragssür die Instandhaltung der Straßen per- urteilte. Der Pr ovinzialauss ch uh hatte dieses Urteil bestätigt. Die hiergegen von den Benz- Werken beim Hess. Verwaltungsgericht angestrengte Klage ist jetzt kostenvflichlig abgewiesen worden. — Für ländliche Verhältnisse ist ein Fall von fahrlässiger Brandstiftung eine Mahnung zur Achtsamkeit. Dieser hatte sich in Büttelborn zugetragen, wo ein Schlosser, der eine Holzschneidemaschine mit einem Oel- motor bediente, diesen so dicht an die Scheuer herangestellt hatte, daß die Auspuffgase das uiiwin iiiinwiiilii^ifffwn>MMB|iww» hirrioiP^viiMwwganMMMii strebten, und dann ein Pikett Reiter, die Lanzen trugen, an denen Fähnchen wehten. Togol hatte die beiden Europäer herbeigeholt. Heine alten Augen hatten an Sehkraft verloren, er wußte nicht recht, waS er aus dem Zuge da oben machen sollte, der sich nun in einzelne Telle auslöste, um über den Bergweg hinabzusteigen. Graf Auftien hielt seinen Feldstecher vor die Augen unh reichte ihn dann Gert. „Ich lasse mich hängen, wenn das nicht Kosaken sind", sagte er. „Was wollen die hier?" Auch Gert äugte durch das Glas und stieß einen Freudenschrei aus. „Hurra", rief er, „nun sind wir gerettet! Die Russen kommen!" 13. So war es in her Tat: ein russisches Kvm» mando traf ein. um den erstaunten und anfänglich auch erschreckten Kalmücken zu verkünden, baß ihr Tal fortan nicht mehr Freiland, sondern infolge eines neuen Grenzabkommens mit China russisches Gebiet geworden sei. Zweifellos hatte dec Mandarin aus Dulunkul schon um die Vorverhandlungen zu diesem Tauschergebnis gewußt — jedenfalls ließ sich "nun erklären, warum man die beiden Europäer so lange in Ungewißheit und in Gefangenschaft gehalten hatte. Zwei Offiziere begleiteten das Kommando: ein Hauptmann Koroltow mit seinem viel älteren Adjutanten Sikzefs. einem schnauzbärtigen Turkestaner. der schon unter Skobcleff in Chiwa gefochten hatte Die Herren machten auß der Ueber- qabe keine Feierlichkeit. Der alt" Togol wurde herbeigerufen, sank zitternd in die Knie unb mußte wieder aufstehen, woraus ihm eine Urkunde vor- gelesen wurde, von der er kein Wort verstand Aber das Hoch auf Seine Majestät den Zaren und Selbfth'rrscher aller Reußen machte ihm klar daß ’er seine Gemütsverfassung nunmehr auf daS Russische einst eilen müsse - im übrigen war Hauptmann Korolkow sehr freundlich, sagte ihm. daß er mit den Seinen hier ruhig und ungestört weiter leben könne wie bisher und daß es sich vorläufig nur um eine Zählung der Häupter seiner Lieben handle. (Fortsetzung folgt) wer Du bist: Dein Aeutzeres verrät es! «Vornehmlich zeigt es die Pflege Deines Haares. Sie deutet gleichsam Dein inneres Ich, sie läßt Deine persönliche Eigenart erkennen. Nur auf einem gesunden, gut durchbluteten Haarboden, der frei von Schinnen und Schuppen, frei von allen Unreinheiten ist, kann schönes, volles, seidiges Haar wachsen und gedeihen! Tägliche Pflege des Haarbodsns und Haares mit dem Kräu- lerhaarwasser gavol wirkt nervenstärkend und zellbilbend auf die Haarwurzel. Haar- rtfniTBwiniiii «hbb mii i ........ in 'Miiiihiihuhvi gutzsall wird verhütet. Dem frühen Ergrauen wird vorgebeugt. — Strebe nach persönlicher Eigenatt und pflege Dein Haar mit Iavol! Iavol mit Fett, Iavol ohne Fett, l/9 Fl. 1,75, Vi Fl. 2,50, Doppel-Fl. 4,—, gavol-Gold (besonders wohl- duftend) 2,— und 4—,Iavol-Golb-Kopfwaschpulver, prachtvoll schäumend, Veutel 0,20. allen Fachgeschäften erhältlich. ExterikulttirG.m.b.H., Ostfeebad Solberg. Jcfi sage Sir Banknoten. wtr* Nur, Freitag, den 30. Januar IbUCHT 'ITYWi; Metzelsuppe Bahnhofswirtschaft Der Vorstand 8fi3c die der den vor Die ! 0(1 I I loO 10(1 3 240 Turnverein von 1846 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiini brachte uns am Samstag Vorträge über Fremdenlegion. Am Vachmittag sprach Redner, sind, forest. Echlern acht, vor Kindern der hiesigen Schule und am Abend einer leider nicht sehr groben Zuhörerschaft. a. Handetafacher. Anmeld natäglich fianöei&idiule „Hermes" Vohuhosslroße 60 toll mS voll LOil IDU it Leiter, die 2 HoBcftrfen...»..... s•/» IciOmutfan« ..... --'„2 ■ ®*,3 *&** markt liegt unverändert, ebenso der vaeroaKM nale Devisenmarkt. Devisenmarkt Berlin—Franks«rt «. M. Ohi 8tn tonen Warf aoSoedrdckl- tfueno*-Mtrti Bort. Japan, Siehnnac'bealnn am 8. ftebtutir.___7K.)id Der wieder erwachende Karneoal wird es mit sich blinnen, daß brimTanzen in überbiü« ten Talen und auf dem Heimweg Erkaltungen usw. nicht auSbletb. Zu deren raschen Behebung gebrauche inan fofort mir i)auS erfjie Lodener Ltineral Pastiu. Berliner Haude»aeklllchost Sommer»' und Prival-Bant larnift und -iattonaldauk - Deuttche Bank Tfuifaj.- ®crt(n6bon! . . . . LtSconto tiommanbit . • . . Mktalldaut........... Mnleldent ch« Lredilbanf CcfKirrldjiiie llredltarislaU Beftbanl i'ochumer ®n| ...... Buderu» 6aro . ......... . Lkuisch Luxemburg WciUntirditner ^rigwert» . . Borptiur ikcrgbau altoirte ?lirbrr<(ebe«. . . . flaltiwrf ' Jefteregeln. . . . . Eautabiittt........ . C < t bedarf . .. Tbonti Bergba» ...... RMüuiabl ........... Silkdc I ’.’ontan TeUuS Sergbau....... ^eu in Brand fetzten, ohne zum »lud größeren Schaben anzurichtew Der Schlosser und der Landwirt wurden unter Anklage gestellt: das Dc- zirktschössenger'chf verurteilte den Schlosser zu 30 Mf Geldstrafe, sprach aber den Landwirt frei, weil cs der Meinung war. er hätte sich aus die technischnr Erfahrungen des Schlossers verlassen können Kreitz Wetzlar. 1 Dutenhofen, 27. 3an. Gestern fand hier durch die W i e s e n s ch a u k o m rn i s s i o n im Beisein der Gemeindevorstehers sowie des Vorstandes der hiesigen Ortsgruppe des Bauers- Vereins die 2 b s ch ä h u n g d r durch daS ^ o ch- wasser der Lahn im vorigen Herbst ent- standenen Schäden statt Durch die lieber- schwemmung deS ganzen LahntalrS wurde damals der größte Teil der Kartoffel- und Drumme- ernte fowie die bereits ausgestellte Dintersaat ■>ernid)tet. Durch daS Reich sind nun größere Mittel für die Geschädigten zur Verfügung gestellt und als Vergütung für den ent- standenen Schaden vorgesehen für die ausgefallene Kartoffelernte auf 1 A. 3* > Ztr. Kartoffeln, für die vernichtete Wintersaat die Menge des ausgestellten Saatgutes sowie die dafür ausgewendete Arbeitszeit und für den Ausfall der Grummeternte auf 1 Morgen 12 Zentner Grummet. 4 Dehlar, 27. Jan Die Osterferien der Schulen in den Orten der Rheinprovinz dauern in diesem Jahre vorn Freitag, 3. April, bis zum Mittwoch, 22. April Hessen-Nassau. dH. Rodheim a. d. D., 27. Ian. Die Liga zum Schutze der deutschen Kultur DrrNner Börse. (Eigener Dr^htbericht des .Giehenec Anzeigers".) Berlin, 27. Ian. An der heutigen Börse machte sich eine gewisse Mißstimmung bemerkbar, besonders am Effektenmarkt. So liegt die Börse zumeist abgeschwächt, und am Mon- tan-Aktienmarkt können sich die Kurse gegenüber den gestrigen Schlußnotierungen nicht halten. Die Aussichtsratssitzung der Rhein-Elbe- llnion hemmte auch hier eine Aufwärtsbewegung, da man in Börsenkreisen mit einer Zusammenlegung der Konzernwerte im Verhältnis von 10: 7 rechnet. So eröffneten Harpener 2’ - Proz. niedriger, Gelsenkirchen verloren 3/4 Proz. und Rheinstahl ebenfalls 3/t Proz. Die gestrige Steigerung von Köln-Reuessen verringerte sich um 2 Droz. Deutsch-Luremburg etwas gebessert. Am Elektromarkt machte sich ebenfalls ein Rückgang bemerkbar, der zu leichten Abschwächungen führte. Felten verloren 1/2 Prozent. Der chemi-- s ch e Markt lag auch abgeschwächt. Der Danke n m a r k t setzte ebenfalls schwächer ein. Reichsbankanteile leicht abgeschwächt, Berliner Handelsgesellschaft minus 0,5. Am Sch i s f a h rt s - markte herrschte geringe Geschäftstätigkeit bei unveränderten Kursen. Don den Spezialwerten verloren Berlin-Karlsruhe 5 Proz., Ludwig Löwe 4 Proz. Der Markt der heimischen Renten zeigte eine starke Abwärtsbewegung. Der G e l d- "JutterVH friert. i’s? Äw d-, 8 □rWS ausführlich "uerwehrlages in ba.nn den Rechen. Sw und J Munjj erteilt 'N'- der Beitrag Sckdi.DerBerZ Zuruf wurde der ■ulinletDcrgnüaeitf ilt die Stiftung 'M den Grasen 1° haben sich Ur- iAemeinderat mg der Wehr sehr hme an der Rer- ercs Interesse an Heute abend hielt rerein im Fest- gesettigr Lneini- ab. V3uv AuM. dvn Ammergau". )vcc Wvstcr und 1 dir anderen M- Aile 7ulnchmer am en hvlybtsriedlgt, sthkiulitsseis. n. (EigenDencht) innheim nutzen durch durch die schMen ltraßen des süd- :s tzedvenheim .c der Krrisausschuh ienveitragSsür ev Straßen per» w hatte dieses [en von den Renz- [tunqägerW angt-’ ifli'chtig abgetotefen lerMnisse ist dn it. Dieser hatte sich m, too ein Schlosser, nr mit einem M- Ücht an die scheue, ir Auspussgate das AuSsührungen, welche durch eine große Reihe von Lichtbildern ergänzt wurden, waren hochinteressant. Man kann sich nur darüber wundern, daß man in Rodheim a. d. D. der Arbeit der Liga kein größeres Interesse entgegenbringt. Denn einer der hiesigen jungen Leute mal einem Agenten der französischen Regierung in die Hände fallen sollte, bann darf man sich nicht wundern, wenn er in der Fremdenlegion untertaucht, um seine Heimat vielleicht nie wieder zu sehen. Richt selten hat sich die manyelnde Beachtung geeigneter Belehrung bitter gerächt. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß bei nächster Gelegenheit auch jeder Staatsbürger Rodhcims beweist, daß es bei der Arbeit der Liga zum Schutze der deutschen Kultur um seine eigene Sache geht, an der auch er Interesse haben muh. bl. Dillenburg. 27. Jan Dir vom Kreis im vorigen Jahre veranstalteten Kurse für Säuglings-- und Kleinkinderpflege erwiesen sich so fruchtbar, daß sie in diesem Jahre noch weiter ausgebaut werden und zahlreichen anderen Orten zugute kommen sollen. Zu Beginn des FrühiahrS soll auch ein Handarbeits- kursuS für junge Mädchen und Frauen eröffnet werden. Gegenwäitig laufen Räh- und Flick krirse, die sich als sehr fördernd erwiesen. Zur Erschließung von neuem W 0 h - nunasbaugelände werden zur Zeit eine Anzahl Straßen unserer Stadt erweitert bzw. auSaedaut. spd. Frankfurt a. M., 27. Januar. Als Protest gegen die vom Konsistorium verfügte Suspendierung des Pfarrers Dr. VaconiuS von der Dreikönigsgemeinde ist die zahlreiche Anhängerschaft deS Pfarrers in eine schar-fe Gegenbewegung eingetreten, die sich bereits darin äußert, daß die Kindervom Konfir- >N andenunter r ich tzurrickgehalten wer- den, also streiken. Wenn das Konsistorium dem Verlangen der Gemeinde nicht nachgibt, wollen die meisten Familien aus der Frankfurter Landeskirche austreten und sich einer Seite angliedern. Die Landeskirchenversammlung wird sich, wie wir erfahren, schon am Mittwoch mit der aufsehenerregenden Sache beschäftigen. spd. Frankfurt a. 01?., 27. Jan. Der in den weitesten Kreisen als ausgezeichneter Dirigent und Musikschriststeller bekannte Musiker xarl Werner ist nach schwerem Leiden im Alter von 41 Jahren verstorben. Der Ver- fchiedene war besonders in Arbeiter-Gesangvereinen alS Dirigent hochgeschätzt und war auch lange Zeit Schriftleiter der „Arbeitersängerzeitung". - In den Liga-Gummiwerken explodierte bei der Reparatur eines undicht gewordenen Kesselrohres das Rohr in seiner Wirtschaft. • Anleihe des Siemens-Konzerns. Der Siemens-Konzern hat mit dem Bankhaus Dillon Read in Reuyork verhandelt über den Abschluß eines Kredits in der Gesamthöhe von zehn Millionen Dollar, eingeteilt in zwei Serien zu je 5 Mill Dollar. Die erste Serie soll eine Laufzeit von drei Jahren haben, die zweite eine solche von zehn Jahren. Beide sind zu 7 Pro; verzinslich und sollen während der Laufzeit teilweise amortisiert werden. Als Sicherheit wird ber Siemens-Konzern Rohmaterial und Waren teer- pfänden. Die Kontrolle bei" Warenvorräte liegt in den Händen der Deutschen Kredit-Dersiche- rungs-Aktiengesettschaft, welche gegründet wurde zur Sicherung der Kredite der Treuhandverwaltung für daS drutsch-nisderländische Finanzabkommen. Der Kredit ist zur Verstärkung der flüssigen Mittel der Grfelischafl bestimmt. “ Tellus A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb Frankfurt am Main. Die Generalversammlung genehmigte ohne Diskussion die Umstellung auf Reichsmark 2 99o 000 Stammattien (von 870 Mill.) und auf Reichsmark 75 000 Vorzugsaktien. Heber das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres 23/24 wurden Mitteilungen nicht gemacht. Sranffurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 27. Ian. (2.11.) 3m Anschluß an die gebesserten Schluhkurse verkehrte die Abendbörse in freundlicher Stimmung. Bei ruhigen,, aber zurückhaltendem Geschäft wiesen die meisten Werte Erholungen auf, ohne indeS einen größeren Umfang anzunehmen. Die Besserungen hielten sich meistens in dem Rahmen von 0,25- 0,50. Am Rentenmarkt setzten sich bei geringstem Geschäst die Abgaben fort. Für Kriegsanleihen, für die der amtliche Kurs mit 0,800 festgesetzt wurde, kam es im Verlaufe zu neuem Angebot, so daß im Freiverkehr ein Kurs von 0,780 zu hören war. Ausländische Renten ge- schäftSlos. Der Montan-. Chemie- und Elektro- marlt lagen ruhig bei gebesserten Kursen. Mans- felber und Felten standen etwas mehr im Vordergründe und zeichneten sich durch größere Kurssteigerungen aus. Am Bankenmarkt, der das übliche stille Aussehen hatte, waren Berliner Handelsgesellschaft mäßig gebessert. Für Hapag erhielt sich größeres Interesse. Größeres Geschäft entwickelte sich am Pfandbriefmarkt sowie für ötäbtcanleifcen; nennenswerte Kurssteigerungen waren damit nicht verbunden, doch tendierten die Märkte fest. Die Börse schloß bei ruhigem' Geschäft in fester Haltung. Deutsche Anleihen: 5prozent. Reichsanleihe 0,800—0,785, Zprozentige K.-Schätze von 1923 2, do. von 1924 3,2—3, 41, •> prozenlige K.-Schätze von 1924 0,55. Bankaktien: Allgemeine Deutsche Kreditanstalt 3,40, Berliner Handelsgesellschaft 174,50, Commerzbank 6,75, Darmstädter Bank 14,25, Deutsche Bank 13,55, DiSkontogesellschaft 19,20, Dresdner Bank 9,40, Metallbank 19,20, Mitteldeutsche Kreditbank 1,95, Reichsbank 82, Rheinische Kreditbank 3,50, Oester» reichische Kreditattien 10,60. Montanaktien: Bochumer 101,50. Buderus 21,87, Gelsenkirchen 106,75, Harpener 163, Mannesmann 72,64, Mansfeld 5,8, Oberbedars 15, Phönix 68,87, Rheinische Braunkohlen 58,50, Rheinstahl 63.75. Rombacher 36.5, Tellus 3,25, Westeregeln 22,50. Chemische Aktien: Badische Anilin 33,50, Griesheim 27,25, Elberfelder Farben 28,75, Th. Goldschmidt 25,75, höchster Farben 28,37, Holzverkohlung 10,20. Vdrf | 4,194 i 1 80 75,1 ü SC.V4 .2,10 686 17, 1 14,56 6.WP 8.2 US •'M» 11,4 (9,75 Ur,50 6,81 ölefrinattun: AEG. 13,o5, Fetten 47,25, Kal)- meher 15. SchtffahttSallien Hapag 325, Schon- tungbahn 3.50. Sonstige Industrieaktien Kleyer 3,90. 5-emcnt Heidelberg 101,5, Daimler 5.55, Dtzckerhoff 5.20, Iunghans 13. Rheinisches Metall 13, Chemisch« Mainz 11,75, Wayß Fretztag 4,20. Woldhof 14,5. Badischer Zucker 4,30. Frankenthalzucker 5,40, Pokorny 8.12, PrioritätSobli- gaiionen. U. Anatolier 9,75, Monastir 13,25. lörlenhirle. 6amburo-8lnurifa Datei. . . I tNorbbtutirtjer vioob.....| Lberamtlche Werte Blbts . . Zementwerk ®flbrfb«o . . Philipp Hr'limana ..... Uiiolo-Hont -Ouan» ..... Bodtsch, «utltu........ Cd-niiiche Mayer fitapta . . älolbidniilbt wrieSi eimcr Slectroa .... ßoehfitt ,tar*'tvcrfe ...... bostverkoylung...... . . Wütgertiurrle........ ^chejbeanftall ........ rill,-. Eiektrittlätt-Orfellschafl verauiann .......... QJiüii.frafironte ...... kchuckerl............ SirmcnS A HalSke -..... ßlblerwerfe fließet ..... Dctmler Motor«. ..... Vertretunfr und Fabriklajcer: l,öech A Trünkner. Gießen. Neuntndt 57. Telephon MSI, , 904D Frankfnrier Getreidebörse. (Eigener Diahtberichl deS .Gießener Anzeigers*.) Frankfurt a. M. 27. Ian. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 21,75 bis 26.50, Roggen, inl. 22,50 bis 26.25. Braugerste 26.50 bis 34,50, Hafer, inl. 18.50 bis 23, Mai» (gelb) 23 Ks 23,75. Weizenmehl, inl., wpezral 0 42 bi» 44,50, Roggenmehl 38 bis 42. Wrtzenkleie 15,25 bis 15,50, Roggenlleie 15 bis 15,25. Dendenz: fest. Berliner Produktenbörse. Berlin. 27. Ian Der Produktenmarkt hatte heute ruhiges Geschäft. Die Preise hielten sich aber ziemlich auf gestriger Höhe. Durch den gleichzeitig stattfindenden daatenmartt war das Geschäft beeinträchtigt. Es notierten; Weizen, märf. 269 bis 270. do. März 290. do. Mai 302 bis 303,50, Roggen märt. 261 bis 267. do. Sehr 284 50 l>is 285. do. März 290,50 bis 291. do. Mai 300,50 bis 301.75. Gerste, märt. 280 bis 310. Futtergerste 230 biS 252. Haler, marf 194 bis 203, do. pomm. 184 bis 192, do. Mai 223 bvfc 22A. Mai (loko Berlin) 225 bis 227. do. 01tat 218, 50 bis 219, Raps 405. Leinsaat 410 bi« 420; per 100 Kilo: Weizenmehl 35.75 bis 38.75, Rogge« mehl 35,50 bis 38.50, WeizenUcie 17,40 Rogg«" Reie 17,30 bis 17,50. Dlttoriacrbjen 29 bi« 35, kleine Erbsen 21 bis 23. Futtererbsen 20 biS 22 Peluschken 18 bi« 19. Ackerbohnen 20 bls 22. Wicken 18.50 bis 20. Lupinen, blau 13 bi« 14. do. gelb 16.50 bis 17. Serradelle neu 17,50 bi» 19. Rapskuchen 19 bis 19.20. Leinkuchen 20 bis 26 50. Lrockenschnitzel 9.90 bi« 10. SorfmctafTe 10 bis 10,20, Kartoffelflocken 21,20 bis 21,75, Zucker 19 bis 20. , Srantturter annoturtn ■ . onfrrwnfabrtf Braun . . w(«allarikll^chaft Frankfurt V'l Union A-.'tz....... edjubfabrit pcrz ...... eichet............. BtOiloil öailbof..... Zuckerfabrik Sranteatbel . Zuckerfabrik Nogbautel . . Das prachtvollste Schneeweiß z-iigt Jede Wische, die mH Sil behandelt ist CII Henkel’» beliebtes Bleich- und Waschmittel OIL ■! —!!■■■!■ HIT—• all Züsati rar Seilenlevge gebraucht, erselzl die umständliche Rasenbtefcbe. — OHNE CHLOR — An alle Hals- und Lungenleidende! Hören Sie das Urteil Ihrer Leidensgefährten: ..Meinen aufrichtigen Dank aussprechend, kann ich denNYMPHOSAN- SIRUP allen Lungenkranken empfehlen Ich leide seit 5 Jahren an offener Lungcn-Tuberkulosc und hatte chon alle Hoffnung ar. eine Besserung aufgegeben. Nach dem Verbrauch von 3 Flaschen Ihres Lungenbalsams , fühle ich mich bedrufend erleichtert. Der krampfhafte husten sowie Nachtschweiß ist verschwunden, der stärkende Schlaf hat sich wieder eingestellt und der Appetit hebt sich auch langsam. Ich kann Ihren Balsam jedem mit dieser tückiachen Krankheit betroffenen Mitmenschen nur bestens empfehlen. H. K. in P.“ So und ähnlich lauten die fast täglich bei uns eingehenden Dankschreiben. Best. Mvr. cps. 3: «,Na. benz.0,1’ .Na.br. 2 /c, Fcrr. pept. oz)d. iiqu. aa 5J ■, Lxtr. «Mail. 24° o. dach lo°.0 f. emuls Preis pro Flasche Mk. 3.—. Zu haben in Qießcn: Apothti:e ,,Zum goldenen Engel“. Allcinherstellet: Nymphoman A.-G., München 38. 900A Frrrtw. 27. Januar. nmrrtfanffttr iNetee . . . , . Uelaische Noten . ....... Tmn'cbe Noten « ffttflliffbr Noten V-r.uuö(ifrt}t t'iottw ...... Holt.tiibilche Noten...... vt ’rentfcfie Piotrn Nonvratzche Violen Tnitftt C?ftfrr..ilOOfltonai '-’lianäntx'.r .'loten...... Schwedische Noten . . . . . edmvHrr '.'loten Sow'tlche Violen....... Tlchcchsllowofische Nolett • . Unuartsch: '.'loten . . . *>. dai'Utn 11. Ianum Neva>6 28. itl. ■mthdte '. tlflD iotkrune sHrter Kim'iis dltlb oucr 111 « itl 1l9,1J «63.-1 164,1 I .1 6 > 9.1 . oll voy Nntw 71,M .1.63 41.7 ooll voll Cbrifti..nla 64,13 64,36 (4,?t 14,37 i’oQ voll flop-nhu-ev 7 SOI .4,16 •4 9> • 4.17 ?oD voll Stock tn ’.’3,0? 113,3: :i3.ut .4 voll voll bel'iitofors. 1..S7 10.61 lv. 7 lü.6> . 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