&nb» «4, s. ,80.Xl ‘12,73 18,52 15.81 1.114 11.1t O iU '. 5»,12 l 12,43 7.50 6,89 52) <.26 ll.fl 4 81.00 6.« 8tui 19,11 101,0$ •0,455 19,83 169.42 15,94 «,8J 59,42$ IU.5 81,5» W.W 12.44 5.Ä Md 1.215 IM UX),5ö 10,3« 19.23 168,58 15,86 80.40 59,12$ 113,4*7 81,19 60,10 12,38 5,84 eidebörse. 3.03 31 te W1O-. 2.425 1 6 53 n. 81,41 1*' ftg ’ießener Anzeigers'.z ^u9i ®9 mürben no» « Ernte 23,15, Roa. 19,25 bk 19,50, Som- !uer Ernte 26,00 bis irr Ernte 20 bis 21, Spezial Ö M Weizenlleie 11,25 5 W Tendenz: Mhjg, teauftion. , 25. Äug. Aus der li 25. August tarnen iti> 9700 Kalbfelle, iflebot Der Ttfui) xt m ftto^eix unb ct mb bchaßM in ct durchschnittlich ca. leben werden als im Kops tonnten durch- lormonats behaupten, ! drei Prozent höhere Me ohne Kops bis ichter Preisrüchang. schweren Gwsioich- mgspreisen ein Zu« flenoorft Am Produltenmarlt mverändert an, Das [ngebol, sowie Ware te wirkten bei dieser hl blieb still, ebenso pro Tonne: Deizen i (medknbg.) 210 bis 167, Loggen (pommJ 230 bis 258, Autle" (matt) 165 bis 12. j MiS (lob Derlei' is 360; pro Doppel' , bis M Loggen' mfiele 13, Loggen de bis 34, FuttereAm 28 Lupinen iwi 510 bis 16,30, Lew« 12 bis IWO, Stoffen 22 bis 22.25, er Anna gestattet stin Hfte zu wohnen. Tante aß sie das yerz aus dem . Whis''ube na» dem ie ulte Pracht hme'n. M und Nähtisch der l-e-M>estch.dast^ alten Sachen Ueare ,- Frauen miteinander, 5 schwere, wenn oi«d ? erträglich- -d° Tante Lotte 5, daß sann« wehr auM^sit oe' so viel vor.“' r W. und l! Kind FÄLttJ jäten boni fbrig w-r«"- iw «“f ff«? SO i/rt» Nr. 200 Erstes Blatt 175. Jahrgang Donnerstag, 27. August (925 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Unioersitälr-Vuch- und Stcinörudcrei R. Lange in Sieben. 5chnslleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Erscheint täglich, a»he> Sonn, und Feiertags Beilagen: GießenerFamilienblättn Heimat im Bild. moncts:Be}egsprei$: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch-Anschlüsse: schriftleitung 112, Der- lagundGeschäflssiclleSl. Anschrift für Drabtnad). richten: AnzeiaerEieße». psftscheckkonto: Zraaftnrt q. M. 11686. 3nnahnu von Anzeigen für die lagcsnummetbis zum Nachmittag vorher ohne ledeDerdindlichkkit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 nun Brette ortlichS, auswärts 10 Goldpfennig: für Reklame-Anzeigen v 70 i nr Breite 55 Goldpfennig, *. dlayvorschrift 20l. Auf» chlaq. - Verantwortlich ür‘Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Wild Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Dlumschem; für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gieren Frankreichs Note zum Sicherheitspakt. Vriand weicht aus. — Der Weg mündlicher Verhandlungen. Berlin. 26. August (Wolff.) Die dem Reichsaußenrninister vom franzönschen Botschafter am Wontag überreichte Rote lautet in Lieber- setzung wie folgt Indem die französische Regierung von der deutschen Rote vom 20. Juli 1925 Kenntnis nimmt, stellt sie gern die llebcrcin ft immun g der Anschauungen zwischen den beiden Ländern fest, die in gleicher Weise bestrebt sind, den Frieden Europas auf eine B e r- ständigung gestützt zu sehen, die den Böllern ergänzende Sicherheitsgarantien verschosst. Die französische Regierung sieht mit Genugtuung, das) die deutsche Regierung nach aufmerksamer Prüfung der französischen Rote vom 16. 3uni ihrer Ueberzeugung Ausdruck gibt, daß eine Einigung möglich ist. In dem Wunsche, die Stunde der Einigung nicht hinauSzuschieben. hat sich die französische Re- rung auf die Darlegung derjenigen Bemerkungen beschränkt, zu denen sie in Uebereinstimmung mit ihren Alliierten durch die Prüfung der drei wesentlichen Punkte der deutschen Rote veranlaßt wird Da diese Rote zu gewissen, in der französischen Antwort vom 16. 3uni aufgeworfene Fragen sich nicht äußert, will sie anscheinend zu erkennen geben, daß die deutsche Regierung insoweit keine Bedenken hegt und sich nur Die Erörterung von Cinzelpunkten vorbehält. I. Mit Befriedigung hat die französische Te» qierung festgestellt, daß die deutsche Regierung nicht beabsichtigt, den Abschluß eineS Sicherheit-Paktes von einer Aenderung der Bestimmungen deS Friedensvertroge« abhängig zu machen. jedoch lenkt die deutsche Regierung zweimal die Aufmerksamkeit darauf, daß die Möglichkeit gegeben sei. die bestehenden Verträge auf dem Wege der Vereinbarung neuen Verhältnissen anzupaffen. wobei sie auch auf gewisse Teftii rnungen der Bölkerbnndssa-ung hinweist. Ebenso bringt sie den Gedanken einer Aenderung deS Okk upationsregimes in den Rheinlanden in Anregung. Frankreich ist sich bei seiner Achtung vor den internationalen Verpflichtungen der Dertragsbestimmungen, auf welche die deutsche Rote anspielt, durchaus bewußt und hat nicht die Absicht, sich irgendeiner Bestimmung Der BölkerbundSsahung zu entziehen. ES erinnert aber Daran, daß diese Satzung in erster Linie auf Der gewissenhaften Achtung vor Den Verträgen beruht. Die die Grundlage des öffentlichen Rechts in Europa bilden, und daß sie für den Eintritt eines Staates in den Völkerbund Die aufrichtige Absicht der Inne- haltungseinerinternationalenDer- v s l i ch t n n g e n zur ersten Bedingung macht. Sn Mcbercinftünnxunfl mit ihren Alliierten ist Die französische Regierung Der Ansicht, daß weder der Friedensvertrag, noch Di e Rechte Die nach diesem Vertrag Deutschland und den Alliierten zu- stehen. beeinträchtigt werden Dürfen. Ebensowenig wie Der Vertrag Dürfen auch die Garantien für seine Durchführung oder Die Bestimmungen. welche d e AnwenDung dieser Garantien regeln und in gewissen Fällen ihre Erleichterung vorsehen. durch die in Aussicht genommenen Abmachungen geändert werden. Wenn die 'Rote vom 16. Juni hervorgehoben hat, daß der Sicherheitspakt weder Die Bestimmungen des Vertrags über Die Besetzung des linken Rheinufers noch Die Erfüllung Der in dieser Hinsicht im Rbcinlondabkommen festgesetzten Bedingungen berühren Darf, -fo besagt DaS. daß Frankreich so sehr eS auch bereit ist. Die schwebrnDen Verhandlungen in liberalem Geiste und friedlichen Absichten sortzusehen. nicht auf DieseRechte verzichten kann. 3m übrigen wiederholt Frankreich für seinen Teil Die bereits von den Alliierten abgegebene Erklärung, daß es die Absicht habe, sich gewissenhaft an seine Verpflichtungen zu halten. II. Die Alliierten sind nach wie vor überzeugt, daß die Zugehörigkeit zum Völkerbund für Deutschland, nachdem et seinen Eintritt vollzogen hat, dos sicherste Wittel sein würde, seine Dünsche zur Geltung zu bringen, wie dies andere Staaten ihrerseits getan haben. Der (Eintritt Deutschlands in Den Völkerbund ist die einzig Dauerhafte Grundlage einer gegenseitigen (ßaraetie und eines europäischen Abkommens. 3n Der Tat kann ein Staat Vorbehalte nicht von außen her wirksam zum Ausdruck bringen, da sie dadurch den Charakter von Bebingungen annehmen würden. Erst innerhalb Des Lundes kann er seine wünsche dem Rate unterbreiten: indem er von einem Recht Gebrauch macht, das allen dem Lunde angehörenden Staaten Zosteht. '21 us diesem Grunde haben mir mit Bedauern die Vorbehalte der deutschen Rote gelesen, wonach die Frage des Eintritts Deutschlands in den Völ- ferbimb noch der Klärung bedürfe, da das Schreiben des Völkerbundsrats vom 13. Mär; 1Q25 nach Ansicht Der deutschen Negierung ihre Bedenken nicht ousgeränmt hat. Die französische Regierung ist nicht berechtigt, im Romen des Völkerbundes zu sprechen. Der Rat, der mit dem von Deutschland vorgebrachten Vorbehalt befaßt worden ist, hat der deutschen Regierung seine Entscheidung mitge- teilt, die sich auf den Grundsatz der Gleichheit Der Rationen stützt, ein Grundsatz, der für keinen von ihnen eine Ausnahme oder ein Vorrecht zuläßt. Die alliierten Regierungen können sich, was sie angeht, nur auf ihre früheren Er- flärungen beziehen und nur wiederholen, daß nach ihrer Auffassung Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund nach Maßgabe des allgemeinen Rechts Die Grundlage für jede Verständigung über die Sicherheit bleibt. Es ist gerade das Fehlen dieser Sicherheit, die bis jetzt die allgemeine Abrüstung verhindert hat, die in der Völker- bundssatzung vorgesehen ist und auf die die deutsche Rote anspielt. HI. Die deutsche Regierung hat hinsichtlich der Art unb Der Tragweite bet Schiedsverträge, Die zwischen Deutschland einerseits und Frankreich und Belgien al- Signatarmächte, deS Rheinpaktes sowie Den anderen Deutschland benachbarten Signatarmächten des Versailler Vertrags andererseits abzuschliehen sein würden, Vorbehalte gemacht, die dem obligatorischen Charakter dieser SchiedSver- trage nach dem Muster der von Deutschland bereits mit einem feiner Rachbarn abgeschlossenen Schiedsverträge einschränken würden. Diese letzteren Verträge sehen in allen Fällen Die Anrufung einer ständigen Vergleichskommission vor. Aber Die schiedsgerichtliche Regelung im eigentlichen Sinne erstreckt sich, wenn sie auch auf die meisten Fälle Anwendung findet, nicht auf die wichtigsten Fälle, nämlich die politischen Fälle, also gerade diejenigen, die zum Kriege führen könnten. Dadurch würden die im ersten deutschen Memorandum vom 9. Februar 1925 ins Auge gefaßten Bestimmungen, die den Abschluß von Schieds- verträgen zur Sicherstellung einer friedlichen Losung der politischen sowie der rechtlichen Konflikte ins Auge fassen, fast in bedenklicher Weise eingeschränkt werden. Rach Ansicht der Alliierfen wäre ein auf diese Weise eingeschränkter Schiedsvertrag, der sich nicht auf alle Streitigkeiten zwischen den einander benachbarten Ländern erstreckt, als Friedensgarantie ohne hinreichenden Wert, da er für Kriegsgefahren Raum lassen würde. Was wir vor allem wollen, ist, daß unter Den in Der Rote vom 16. 3uni angegebenen Voraussetzungen eine Anwen düng von Gewalt durch eine für alle Fälle obligatorische friedliche Regelung unmöglich gemacht wird. Die Schaffung eines derartigen Schiedsgerichtsobligatoriums ist nach unserer Ansicht die unerläßliche Bedingung für einen Pakt, wie ihn die deutsche Regierung in ihrer Rote vom 9. Februar vorgeschlagen hat. Die von der deutschen Regierung hinsichtlich der Garantierung eines Schiedsvertrages hervorgehobenen Befürchtungen können einer objektiven Prüfung nicht standhalten. Rach dem in Aussicht genommenen System entscheidet Der Garant nicht frei und einseitig darüber, wer der Angreifer ist. Der Angreifer bezeichnet sich selbst Durch Die bloße Tatsache, Daß er, anstatt sich auf eine frieDNche Lösung einzulassen, zu Den Waffen greift oDer eine Verletzung Der Grenzen oDer Der am Rhein Demilitarisierten Zone begeht. Es liegt auf Der Hand, Daß Der Garant Das größte Interesse Daran hat. Derartige Verletzungen von Der einen wie von Der anderen Seite zu verhinDern, unD bei Den ersten Anzeichen einer Gefahr nicht unterlassen wirD, zu Diesem Zwecke seinen ganzen Einfluß geltenD zu machen. Im übrigen wirb es nur von Der einen Der benachbarten Rationen ad- hängen, Daß Dieses Garantiesystem, Das zu ihrem gegenseitigen Schutze geschossen ist, nicht zu ihrem Nachteil in Funktion tritt. Was Dos Prinzip Der Garantierung eines SchieDsvertrages anlangt, so geht cs unmittelbar von einem GeDanken aus. Der von Der VölkerbunDsoersommlung auf ihrer letzten Tagung in Genf als mit Dem Geist Der Versöhnung übercinftimmenb anerkannt ist. Es erscheint nicht unmöglich, Bestimmungen zu formulieren. Die Das Funktionieren Der Garantie, gleichviel wer Der Garant ist, unD gleichviel, ob sich Die Garantie auf Die Grenze oDer auf Die SchieDsverträgc bezieht. Dem GroD Der Verletzung, Den UmftänDen Des Falles unD Den Durch Die unmittelbare AnwenDung Der Garantie erforbernben Grade Der Schnelligkeit anpaffen. Fn Diesem Sinne könnte man untersuchen, ob es nicht möglich wäre, Mittel und Wege in Aussicht zu nehmen, um Die Unparteilich- feit Der Entschließungen sicherzustellen, ohne Der Unmittelbarfeit und Wirksamkeit Der Garantie zu schoben. Die französische Regierung ist sich in lieberem- stimmung mit ihren Alliierten Der Schwierigkeiten unD Der Verzögerungen bewußt, Die Die Fortsetzung einer VerhanDlung über so Delikate Fragen auf Dem Wege Des Notenwechsels mit sich bringt. Aus Diesem Grunbe beschränkt sie sich unter Hinweis auf ihre Rote vom 16. Juni auf Diese allgemeinen Bemerkungen, ohne auf wei- tere Einzelheiten einzugehen, ^adj Diesen in Auf- ndjtigfeit Dargelegten oorbereitenDen Ausführungen, Die zur Vermeidung leben Mißverständnisses bestimmt sind, labet bie französische Regierung in Uebereinftimmung mit ihren Alliierten bie deutsche Regierung ein, auf diesen Grundlagen in eine Verhandlung einzutreten mit dem Willen, zu einem Vertrage zu gelangen, dessen Ab- schluß Frankreich zu seinem Teil lebhaft wünscht. Die Konferenzen. Mündliche (Erklärung des französischen Botschafters. Berlin, 27. Aug. (1DB.) wie wir ersahren, hat Der französische volschaster Die Uebergabe Der Antwortnote In Der Slcherheltssrage durch Die beiden folgenden Erklärungen ergänzt, die durch gleichlautende Erklärungen des englischen Botschafters und des belgischen Gesandten bestätigt worden sind: 1. Frankreich und seine Alliierten würden cs für zweckmäßig halten, wenn die j u r l st i f ch e n Sachverständigen der Außenministerien von Deutschland. Belgien, Frankreich und Großbritannien so bald als möglich zusammen- treten, um dem Vertreter des Deutschen Reichs die Möglichkeit zu geben, die Ansichten der alliierten Regierungen über die juristische und technische Seite der zur Erörterung stehenden Frage kennenzulernen. 2. Nachdem diese Vorarbeit erledigt ist, können die Außenminister Deutschlands, Belgiens, Frankreichs und Großbritanniens eine Zusammenkunft verabreden, von der die alliierten Mächte eine Beschleunigung der endgültigen Lösung der vorliegenden Frage erhoffen. Vas Reithsf abinett hat beschlossen, die Einladung zu oer juristischen Besprechung anzu - nehmen und als Sachverständigen Herrn Ministerialdirektor Dr. Gauß zu der Besprechung zu entsenden. Die Konferenz nimmt voraussichtlich bereits am Montag ihren Anfang. Der englische Sachwalter wird seine Reise nach Gens aufgeben, um an dieser Konferenz teilzunehmen. Die An t- roort auf die Einladung z u r Konferenz der Außenminister hat die Reichsregierung sich bis noch dem Vorliegen des Ergebnisses Der Jurlflcnfonieren) Vorbehalten. Die deutsche Antwort, die den Eingang der französischen Rote bestätigt, ist gestern abend an die alliierten Mächte abgegangen. Der Reichskanzler tritt heute einen längeren Urlaub an. Der Standpunkt der Reichsregierung. Berlin. 26. Aug. (TU.) Heber Die Auf. faffung maßgebender deutscher Stellen zur heute veröffentlichten französischen Antwortnote erfährt die Telunion folgendes: Die am Schluß der französischen Rote vertretene Auffassung, daß es nicht zweckmäßig sei, den Rotenwechsel fortzu- sehen, wird auch von der deutschen Regierung geteilt. Die Regierung wird deshalb vorläufig davon absehen, den in der deutschen Rote vom 20. Juli dargelegten Standpunkt noch weiter zu erläutern. Cs erübrigt sich, bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge den ganzen Komplex der verhandelten Fragen noch einmal aufzurollen, zumal für einen wesentlichen Teil der zu behandelnden Fragen Die endgültige Stellungnahme der alliierten Regierungen noch nicht bekannt ist. Es handelt sich hierbei um Form und Art des abzuschliehenden Sicherheitspaktes im Westen. Das deutsche Memorandum hat für diesen im Westen abzuschliehenden Sicherheitspakt nicht etwa eine bestimmte deutsche Lösung vorgeschlagen, sondern hat verschiedene Lösungsmöglichkeiten zur Erwägung gestellt. Die französische Antwortnote vom 16. Juli hat zwar Die deutschen Vorschläge wiederholt, ohne aber erkennen zu lassen, welche Der verschiedenen Lösungsmöglichkeiten bei den Alliierten selbst als ihrer Anschauung entsprechend in De- tracht kommen. Damit hängt die von alliierter Seite der deutschen Regierung übermittelte Anregung zusammen, einen deutschen Rechtssachverständigen zu informatorischen Besprechungen zu entsenden, in denen insbesondere Die Anschauungen Der Alliierten in Dieser Frage darzulegen wären. Man hat früher von dem Gedanken einer Zuristen-Konferenz gesprochen. Diese Anregung muhte nach Den ersten Äeuherungen in Der Presse so auf gefaßt ?rDen, als ob sie Dazu bestimmt sei, einen förmlichen Bert r a gsen twurf auszuarbeiten. Einem solchen Gedanken hätte Die deutsche Regierung nicht zu stimmen können, denn die Feststellung eines Vertragsentwurfes berührt alle hierfür in Betracht kommenden politischen Fragen und könnte ohne Die entscheidende Mitwirkung Der Die politische Verantwortung tragenden Instanzen nicht beraten werden. Dagegen hat dir deutsche Regierung keinen Anlah, eine Einladung abzulehnen, die sich Darauf beschränkt, sich über Die Einzelheiten des Vertragswerkes zu informieren, schon um für etwaige spätere mündliche Verhandlungen die Möglichkeit zu haben, diese Informationen als Grundlage für ihre eigene Stellungnahme zu verwerten. Die deutsche Regierung. Die grundsätzlich dem Gedanken zustimmt, dah Der Rotenwechsel jetzt abgeschlossen sein soll, muh sich geraDe für ihre Stellungnahme für künftige Verhandlungen in den Belitz des gesamten tatsächlichen Materials setzen, weil sie erst von diesem Gesichtspunkt aus ihre eigene endgültige Stellungnahme formulieren farm. WaS Die französijche Rote im allgemeinen anbetrifft, so Darf man lagen, daß Die Darin vertretene Anschauung in einer traniger starr:n Form zum AuSdruck kommt, als eS in Der ersten französischen Rote der Fall war. Auf zwei Punkte der künftigen Erörterungen sei heute bereits bin- gewiesen. Die französische Rote erklärt Deuts ch- lands Eintritt in den Völkerbund erneut als die Grundlage jedes Sichcrhcttspaltcs. Sie nimmt auch Stellung zu Der von Deutschland angeregten 3 Dec Der allgemeinen 21 b - rüftung. Die Der Frtedensoenrag Vorsicht unD bekennt sich erneut zu dieser Idee des Völler- bundes. Deutscherseits kann nicht anerkannt werben, daß Deutschlands bisherige Richtzugehörigkeit zum Völkerbund einen Grund gegeben hätte, die allgemeine Abrüstung nicht oorzunehmen, zumal Deutschland schon in Versailles das Ersuchen gestellt hat, dem Völkerbund beizutreten, ein Ersuchen, das; damals von den Alliierten abgelehnt worden ist, womit sich die Alliierten also nach ihrer eigenen Ansicht selbst der Grundlage beraubten, durch die Zugehörigkeit Deutschlands die Idee der allgemeinen Abrüstung praktisch durchzuführen. Grunbsätzllch darf aber fest- gestellt werden, daß die Alliierten für den Fall der Zugehörigkeit Deutschland«, zum Völkerbund die Frage der allgemeinen Abrüstung als nunmehr aktuelle Ausgabe des Völkerbundes anerkennen. Die französische Rote verweist Deutschland bezüglich Der von ihm wegen seines Eintrittes in Den Bölkerbund gemachten Borhalte a n D c n Völkerbund selbst und in bezug ,uf den in Dieser Frage stattgehabten Schriflwechsil zwischen Den BölkerbundSulstanzen unD Deutschland. Formell ist es gewih richtig, Daß Diese Frage noch zwischen Dem Bölkerbund und Deutschland gelöst werden müsse, aber Frankreich und seine Alliierten verfügen über einen ent- scheiDenDen Einfluh im Böllervu'iD. Deutschland glaubt erwarten zu können, d.iß Dieser Einfluh auch Doau benutzt werden wird, um bezüglich des deutschen Standpunktes in der Frage der tatsächlichen Gleichberechtigung Deutschlands dessen berechtigten Wünschen zu entsprechen Deutschland fordert keine Sonderrechte für sich, sondern wünscht, dah für alle Völker, die in der gleichen Lage sind wie Deutschland, der Gesichtspunkt ihrer allgemeinen Entwaffnung oder der Gesichtspunkt der geographischen und wirtschast- lichen Lage bei Fragen der Völkerbundsexekutive entscheidend berücksichtigt werden. Deutschland hat nicht die Absicht, die formellen Bestimmungen des Völkerbundes zu verletzen, roa nach der Eintritt jeder Nation ohne Bedingung erfolgen muß, aber ebenso wie die im Völkerbunds- rat vertretenen Mächte sich bereit erklärt haben, für den Fall des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund für seine Vertretung i m Völker- b u n b s r a t und Sekretariat einzutreten, ist es auch in ihrer Macht, sich dafür verbindlich zu machen, daß die für Deutschland in dem Artikel 16 der Völkerbundsjatzung liegenden Bedenken aufgeräumt werden. Daß der Versuch einer ungleichen Behandlung der im Kriege unterlegenen Staaten, wie er sich beispielsweise in der vorbereiteten Regelung der $n o e ft i g o t i o n s f r a g e (Entwaffnung) bemerkbar macht, aufrecht zu erhalten ist, darf wohl als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Ebenso darf nochmals verwiesen wer- den auf die Zurückweisung irgendeiner Anerkennung einer moralischen Schuld wie auf die weitere Erklärung, daß Deutschland zu Kolonialman- baten in berfelben Weise zugelassen werben müße, wie anbere Nationen, bie biefes Recht für sich in Anspruch genommen haben. Die Verhandlungen über Das Zustande- kornmen Des Sicherheitspaktes stehen unter Deut Gesichtspunkt Der Versöhnung und VerstänDigung und Der Daraus sich ergebenden endlichen Be- frteDung Der Verhältnisse in Europa. Daß Damit eine weitere Aufrechterhaltung Der nach deutscher Ansicht vertragswidrig besetzten ersten rheinischen Zone nicht vereinbar ist, braucht nicht betont zu werden. Deutschland hat seinerseits olles getan, um den in den bestehenden Verträgen niedergelegten Entwaffnungsbedingungen der Alliierten sich nicht zu entgehen. Riemais ist in Des Weltgeschichte die Abrüstung eines Volkes weiter Durchgeführt worden, als es gegenüber Deutschland und durch die deu'.sche Erfüllung des Vertrages geschehen ist. so schwer sie für das deutsche Volk seelisch und materiell war. Die wenigen R e st p u n k t e . welche in dieser Frage bestehen, dürfen nicht Anlaß fein, die nördliche Rhein- landzone weiter besetzt zu halten. Von Seiten der Alliierten, wie von deutscher Seite, wird Wert darauf gelegt, das Zustandekommen eines auf Gegenseitigkeit beruhenden Sicherheitspaktes herbeizuführen. Daß das Zustandekommen des Paktes nicht möglich ist, wenn t>iefe Fragen nicht gleichzeitig' damit gelöst werden, ist von maßgebender deutscher Seite wiederholt und unm-ißver st Südlich zum Ausdruck gebracht worden. 3e früher dieses Hindernis einer gütlichen Der- ftänDigung beseitigt ist, um so eher wird dadurch auch diejenige Einstellung des Deutschen Volkes gewonnen werden können, Die Die rot« jfiy Höhendorffs .<5 der aber- In der Stellung Conrad von zum Thronfvlg maligen Uebernayi trat aber n .mw K ; un W " ! LÄ einem beten ließt unlq Zum J in her £ linfl" %u. ii-hen De nung aus der W ssleihe oi der 3° und die häusliche ienllichie^ 9n e Aheinproi kürzlich di oeriahrea unter alle, mit i merbe und Isrgezöglin einzelne gleichen 3' Staaismin u. a. sür Bezeichnui iühri. Da Iuyendwl in der P ruhe hervorgerufen. Außerdem beweise die Tatsache, daß der Führer des französischen Luft- geschwaders von den Drusen abgeschossen worden sei, daß die Lage in der Gegend von Sueida e r n st e r sei als man eingestehe. Die verschiedensten Gerüchte seien über die Aufstandsbewegung in der Gegend von Aleppo in Umlauf, ohne daß man darüber Einzelheiten erfahren könne. Im nördlichen Teil von Syrien sei die Lage ebenfalls unsicher. Der internationale Sozialisten- kongreh. Der Internationale Sozialistenkongreh beschäftigte sich mit der Streikfrage, zu der der belgische Abgeordnete Drouckere eine Resolution vorlegte, in der es für notwendig erklärt wird, eine Entschädigung für die Arbeitslosen sicherzustellen. Auch mühten Arbeits- b ö r s e n geschaffen werden, die jedoch für den Fall von Streiks oder Aussperrungen keine Arbeit nachweisen dürften. Die Gntschliehung spricht sich sehr scharf gegen die Absichten aus, die Wirtschaftskrise durch Senkung der Löhne und Verlängerung der Arbeitszeit zu lösen. Zur Bekämpfung der Saisonarbeitslosigkeit mühten Mahnahmen getroffen werden. Auch sei eine Lösung des Arbeitsproblems unmöglich, wenn der Aus - und Einwanderung zu große Schwierigkeiten bereitet würden. Sic sei unmöglich, wenn gewisse reiche und gute Arbeitsmöglichkeiten bietende Länder gegen die Einwanderung abgesperrt würden. Alle diese Fragen müßten eine internationale Regelung erfahren, da sie sonst eine neue und schreckliche Kriegsgefahr bedeuteten. Der Ausführung öffentlicher Arbeiten durch Arbeitslose steht die Entschließung günstig gegenüber, doch mühte die Leitung solcher Unter- nehmungen nicht in den Händen der Kapitalisten, sondern der proletarischen Parteien liefen. Im Ramen der englischen Delegation erklärte der Delegierte D o l l a n, es sei notwendig, eine internationale sozialistische-Aktion zu unternehmen. — auf der Grundlage der Frankfurter Konferenz —, um die interalliierten Schulden gegenseitig zu annulieren und die Revision des Friedensvertrages im Hinblick auf die Beschränkung der deutschen Reparationszahlungen auf die Wiederherstellung der verwüsteten Gebiete Frankreichs und Belgiens herbeizuführen. Die englische Arbeiterschaft könne nicht vergessen, dah die starke Arbeitslosigkeit besonders auf die Reparationsleistungen und auf das Problem der Kriegsschulden zurückzuführen sei. Es gebe 300 000 Arbeitslose in den englischen Kohlenbetrieben, und die Arbeitslosigkeit werde weiter auch auf die französischen und belgischen Bergwerke überareifen. Es sei unmöglich, den Da wes plan anzunehmen, der keine endgültige Lösung darstelle. VieZtoüholmer Mrchenkonserenz Deutschland und der Völkerbund. Stockholm, 26. Aug. (WTD.) Die Welt- kirchenkonferenz setzte heute unter dem Vorsitz des Lordbischofs von Winchester nach dem von Prof. Bärtles - Oxford gesprochenen Gebet ihre Beratungen fort. Der erste Beratungsgegenstand behandelte das Thema: „Weltbund zur Förderung des internationalen Verständnisses durch die Kirchen." Prof. Julius Richter- Berlin sprach die Hoffnung aus, dah der Völkerbund das richtige Institut für das Völkerrecht sein werde. Er stellte fest, dah die meisten der vom Völkerbund mit Bezug auf Deutschland getroffenen Entscheidungen über den Versailler Vertrag hinaus ungerecht gewesen seien und erklärte, viele Freunde des Weltbundes für Freundschaftsarbeit der Kirchen hoffen, dah durch den Eintritt Deutschlands und Amerikas das Ideal der Verwirklichung bald näher gebracht sein und der Völkerbund zu einem Instrument internationaler Gerechtigkeit ausgebildet wird. Das unselige Verhängnis der Friedensverträge ist es, dah sie überall Minderheiten geschaffen haben, und zwar in den meisten Fällen jenseits der deutschen Ost- und West grenze. Diese Minderheitsfragen bedeuten ständig offene Wunden. Der Weltbund hat unermüdlich an der Lösung dieser Fragen mit- gearbeitet. Rach diesen mit lebhaftem Beifall, insbesondere der Amerikaner, aufgenommenen Ausführungen ergriff Kirchenpräsident T i l e - mann-Oldenburg das Wort und forderte mehr Verständnis für die seelische Individualität, die Eigenart und Geschichte der einzelnen Völker. Große Worte, wie Friede, Brüderlichkeit und Gottesherrschaft, gehen den Deutschen nicht so leicht vom Munde. Der sogenannte Pessimismus der Deutschen ist ein scharfes Erfassen der Wirklichkeit. Bischof Raffey-Budapest regte an, dah alle Kirchen sich zusammenschließen mühten. Das Exekutivkomitee mühte eine diesbezügliche Entschliehung verbreiten. Nach weiteren Reden wurde die Aussprache über dieses Thema und die Beratung über den Gegenstand: „Die Kirche und die internationalen Beziehungen" durch den Vorsitzenden geschlossen. In seinen Schlußworten sagte der Bischof dem Sprecher der deutschen Delegation besonderen Dank, weil diese durch ihre tiefgründigen und wahrheitsliebenden Ausführungen eine oberflächliche und nur optimistische Behandlung der überaus schwierigen Fragen verhindert habe. Der Bischof richtete an die deutschen und amerikanischen Vertreter die eindringliche Bitte, dem Gedanken des Völkerbundes ihre Sympathie zu schenken, da hier der Boden für eine praktische Wirksamkeit wahrer Internationalität sei. In der Nachmittagssitzung sprachen Bischof Gummeres (Finnland), Generalsuperintendent Blau (Posen), Professor Bachmann (Erlangen) und Präsident W e y l a n d (Holland) in deutscher Sprache über das Thema: „Die P f l i ch t der Christen gegen Volk und Staat". Abends sprachen Präsident Wolff (Aachen) und andere Redner über das Thema „Recht und G e w a l t". Dr. Kapler an Elsa Brandström. Srockholm. 26. Aug. (TU.) Im Ramen der deutschen Delegation hat Dr. Kapler an Elsa Drandström eine Blumenspende mit folgendem Geleitbrief gerichtet: „Wir bitten Sie, in diesem bescheidenen Blumengruß den Ausdruck unseres und u n se - resVvlkeslebhaftenund tiefe nDan- kes anzunehmen und dessen gewiß zu sein, daß wir Sie aus Ihrem Lebensweg nut herzlichen Franz Conrad von Höhendorff wurde 1852 in Penzing bei Wien als Sohn eines Obersten geboren. Im Jahre 1871 wurde er Leutnant, 1878 machte er den Feldzug in Bosnien-Herzegowina mit, 1882 stand er im Felde gegen die Insurrekten in Süd-Dalmatien und wurde darauf in den Generalstab kommandiert. 1888 kam er als Lehrer der Taktik zur Kriegsschule. 1903 wurde er Feldmarschall-Leutnant und Kommandeur der 8. Infanterie-Truppendivision in Innsbruck und 1906 Chef des General st abes. Als solcher hatte er für den.Kriegsfall mit einer doppelten Front gegen Ruhlaild und die slawischen Balkanstaaten, vor allein Serbien und Montenegro, zu rechnen, sah sich außerdem aber noch im Hinblick auf die zunehmende irre« dentische Bewegung in den österreichischen Grenzgebieten italienischer Rationalität genötigt, auch die Abwehr eines etwaigen italienischen An- ariffs in Erwägung zu ziehen. Diese militärische Rotwendigkeit fand auch Verständnis beim Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, der ohnehin den Generalstabschef hochschähte, und ferner infolge seiner kirchlichen Gesinnung der italienischen Politik eine schon gefühlsmäßige Abneigung entgegenbrachte. Im Jahre 1911 vertrat Conrad von Höhendorff, wie man mutmaßt, den Standpunkt, daß Oesterreich-Ungarn die Verlegenheit Italiens durch das tripolitanische Unternehmen ausnühen und seinen Rachbar genügend schwächen müsse, um nach Beendigung des italienisch-türkischen Krieges vor einem Vorstoß Italiens sicher zu sein. Er trat daher mit Rachdruck für eine Verstärkung der Rüstungen an der italienischen Grenze ein. Dem Minister des Aeuheren Graf Aehrenthal gelang es, diese Störung feiner Versöhnungspolitik gegenüber Italien abzuwenden, und am 30. Rovember 1911 trat Freiherr Conrad von Hötzendorsf von seinem Amt zurück. Doch Höhendorff hatte keineswegs die Gewogenheit des Kaisers und des Thronfolgers eingebüht, wie aus seiner Ernennung zum Armee-Inspektor hervorging. Am 12. Dezember 1912 wurde er dann wieder Chef des Generalstabes. Drohende Generalaussperrung im Baugewerbe. Berlin, 26. Aug. (WTB.) Die heutige außerordentliche Hauptversammlung des B e t o n - u n d Tiefbauarbeitgeber - Verbandes für Deutschland hat sich grundsätzlich auf den Boden der Generalaussperrung gestellt. Das Präsi- dium des Verbandes ist ermächtigt, im Einvernehmen mit den beiden übrigen Bauarbeitgeberoerbänden die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Der Reichsverband des deutschen Tiefbaugewerbes hat heute mit überwältigender Mehrheit beschlossen, .die bei ihm beschäftigten gewerblichen Arbeiter mit dem Tagesschluß des 2. September zur Unterstützung des Arbeitskampfes im Hochbau zu entlassen. Falls es nicht in letzter Stunde noch zu einer Einigung kommt, werden am Freitag etwa 60 000 Bauarbeiter in Deutschland entlassen werden. Im Reichsarbeitsmini st e- rium fanden gestern Vormittag Besprechungen statt, in denen eingehend zu der Lage Stellung genommen wurde, die in Verbindung mit dem Lohn- fampf bei der Reichsbahn und im engsten Zusammenhänge mit der von der Reichsregierung angeftrebten P r e i s f e n k u n g s a k t i o n betrachtet werden muß. Die Bergarbeiterverbände fordern einen neuen Schiedsspruch. Dortmund, 27. Aug. (TU.) Die Bergarbeiterverbände haben ein gemeinsames Schreiben an den Reichsarbeitsminister gerichtet, in dem sie gegen den am 19. August gefällten Dom Zechenverband angenommenen Schiedsspruch protestieren und unter Hinweis auf den großen Gegensatz zwischen den Bergarbeiterlöhnen und denen anderer Gruppen die Erwartung aussprechen, daß der Reichsarbeitsminister diesen Spruch nicht für verbindlich erklärt, vielmehr durch ein neuesSchieds- verfahren der Rvtlage der Bergarbeiterschaft Rechnung trägt. Das interalliierte Schnlden- problem. Amerika und die englisch-französischen Verhandlungen. London, 27. Aug. TU.) In politischen Kreisen Londons hieß es am späten Nachmittag, daß zwischen Caillaux und Churchill ein , & f Duimen vorbehaltlich der Zustimmung der britischen und der französischen Regierung erreicht worden sei. Vor der Kabinettssitzung hatte Chamberlain eine einstündige Unterredung mit dem amerikanischen Botschafter H o u g h t o n. Ueber die Ratur dieser Begegnung wird in amtlichen Kreisen vollständiges Stillschweigen bewahrt. Man glaubt jedoch allgemein, dah sich die Unterhaltung nicht nur auf die Schuldenfrage bezog, sondern auch auf den Sicherheitspakt und die Lage in China. Vom deutschen Standpunkt aus gesehen war der interessanteste Punkt der Ministerbesprechungen zwei- fellos das unverhohlene Mißtrauen beider Parteien gegen die wirtschaftlichen LeistungenDeutschlands unter dem Dawesplan und damit gegen den Dawesplan selbst. Die Beeverbrok-Presse, die in Englands Oeffentlichkeit zwar keine ausschlaggebende Rolle spielt, deren Einfluß indessen nicht unterschätzt werden darf, toenbet sich in recht scharfen Worten gegen Amerika wegen seiner intoleranten Behandlung des gesamten interalliierten Schuldenproblems. Nach Ansicht des Präsidenten Coolidge sei in der Politik Amerikas ein Prinzip aufgestellt worden, wonach die Basis aller übrigen Fundierungen d i e Zahlungsfähigkeit des Schuldners fei, d. h. in weniger amtlicher Sprache, daß Amerika jeden rw t e n Heller aus Europa heran sprefsen wolle, den es erhalten könne. Es sei ein günstiges Argument aller französischen Staatsmänner, daß die Entente c o r d i a l e g e-, fäßrbet werden würde, wenn Engkmd zur Befriedigung feiner Ansprüche auf mehr als einen Nominalbetrag bestehe. Britische Staatsmänner begünstigten auf der andern Seite das Argument, daß man dem Umstand Rechnung tragen müsse, daß Frankreich ein früherer Alliierter und ein künftiger Gehilfe sei. Keines dieser Argumente, so schreibt das Blatt, könne angenommen werden. Aus einer flagranten Ungerechtigkeit könne nichts Gutes entstehen. Je mehr England Frankreich zugestehe, umso mehr könne Amerika aus Frankreich herauspressen. Gespannte Lage in Syrien. Paris, 26. Aug. (WTD.) Dem „TempS' werden aus Beirut Einzelheiten über den Vormarsch der Drusen auf D amaskus gemeldet, Mehrere Tausend Drusen seien am 23. August an» äcrückt. um sichderStadtzubemächtigen. Sie seien östlich von Bahret-el-2isjane, ganz in der Nähe vom Dschebel Mama zum Stehen gebracht worden, wo seit etwa 10 Tagen feindliche Abteilungen gesichtet wurden. Dieser ganze Vorgang habe in Beirut, nachdem der Oberkom- mandierende wiederholt erklärt hatte, daß in Dschebel Druse Ruhe herrsche lebhafte Un- , " 5' 1- Septem der folger bis LW/s bü 3,18 nach mittags. » t öie&cj zur Ärar versichern noch bis bezahlt t XX ( AbÄigun Obstzuchts nun noch >n solcher bilden. Ti M) nichts wendige Voraussetzung dafür ist, daß die Bemühungen der deutschen Reichsregierung in dieser Frage auch von dem Willen der überwältigenden Mehrheit desdeutschen Volkes getragen werden. Die Berliner Presse. Berlin, 27. Aug. (TU.) Die Berliner Morgenblätter beschäftigen sich eingehend mit der französischen Antwortnote. Die Rechtspresse ist im all- meinen pessimistisch. Der „Lokalan z e i - g e r" weist darauf hin, daß die Note keine Rücksicht auf die Voraussetzungen nehme, von denen Deutschland seinen Eintritt in den Völkerbund abhängig gemacht habe. Das deutsche Volk könne den kommenden Verhandlungen nur mit ausgesprochenem Pessimismus entgegensehen. Der „T a g" schreibt, daß durch die Note die Verhandlungen um keinen Schritt n ä her g e - kommen seien. Die französische Regierung hüte sich, auch nur in einem einzigen Punkt ihren bisherigen Standpunkt preiszugeben, auf deutsche Einwände und Wünsche einzugehen ober sich gar zu binden. Die „Deutsche Tageszeitung sieht in der Note viele Fallstricke und u 6 angeln und sagt, es handle sich diesmal darum, daß Frankreich die deutsche Anregung für einen Sicherheitspakt so zu gestalten versucht, daß Deutsch, land für immer d i e Hände gebunden werden, Frankreich jedoch ein auslegbares Ver- tragsin trument in die Hand bekommt, das ihm bet günstiger Gesamtkonjunktur als wertvolle Waffe gegen das östliche Nachbarland dienen könne. Die „Tägliche Rundschau", tue bem Reichsaußenminister nahe steht, i^eibt, bafe mit der Veröffentlichung ber Note bte bunlelften Wol- fen des Pessimismus verschwunben feien, ber es (o bargestellt habe, als seien alle Emwänbe ber deutschen Note gegenüber ben Ausführungen Br\* anb5 vom 16. Juli runbroeg abgelehnt worben. Wenn aber bie französische Mntroortnote durch- btiden tafle, dafl gerade thre Musfufjrungen die Grunblage für bie weitere Behandlung ber Singe» legenheit bes Sicherheitspaktes fern konnte, so müsse dem entgegengehalten werben, daß m gleichem Maße auch bie deutsche Note vom 20. Juli und die in ihr entwickelten Gedanken für die kommenden Verhandlungen grundlegend fein können. Die „® e r m a ni a" stellt fest, daß die Tonart der Note freundlich sei und eine gewisse lieber» redungskunst zeige. Die Note gebe noch keine Grundlage für die Verhandlungen auf der Sicherheitskonferenz. Man habe ten Eindruck, daß es höchste Zeit gewesen sei, den Notenwechsel zu beendigen, wenn man nicht aneinander vorbeischreiten wollte. Das „Berliner Tageblatt" hat von der Note ben Gesamteindruck, daß sie wenigstens keinen Schritt zurück darstelle. Wenn sie aber einen Schritt nach vorwärts bedeute, so erfolge dieser Schritt nur recht zögernd. Wer dieses Werk fördern wolle, müsse darum viel Geduld haben. Die bisherigen Erörterungen hatten nur einige ber vielen Fragen berührt, unb über ben Rest bestehe entgegen ber französischen Auffassung durchaus noch keine Einmütigkeit. Der „Vorwärts" schreibt, ber sachliche Inhalt ber Note zeige Fortschritte und Verbesserungen Gegenüber ben früheren Noten. Die deutsche Re- qierung habe jetzt ben Eintritt D e u t s ch - ianj)s in ben Völkerbunb fester ms Auge ZU fassen. Briand über die französische Antwortnote. P a r i s. 27. Aug. (WTD. Funkspruch-) Der . Minister für auswärtige Angelegenheiten. Briand bat oesiem abend die Pressevertreter empfangen und sich über bie Rote geäußert Die Berzoge- tuna in der Ueberreichung der Rote sei durch ünige leichtere formelle Abänderungen verursacht, die d.e Alliierten Frankreichs ms- rsondere Belgien, erbeten hätten. Briand ob bann hervor, daß Frankreich in ferner Vnt- -ort bezüglich der drei Punkte, die es für wesent- • halte, nicht nachgäbe, nämlich: 1. Garantie-Pakt. 2. Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ohne Ausnahmen und Vorrechte^ 3. Unversehrtheit der bestehenden Vertrage. Rach Briand ist es so gut wie sicher, daß nach der Dölkerbundsversammlung keine Konfe- renzderAlliierten stattfinden werde. Das allzulange Verfahren einer Konferenz werde wahrscheinlich durch Unterhaltung en z w t- schendenAußenministernderall 11 e r- t en Länd er ersetzt werden. Bei dieser Ge- legrnheit würde die Entscheidung der juristischen Sachverständigen sowie die Einwände, bte Deutschland machen könnte, besprochen werden. Londoner Pressestimmen. London, 27. Aua. (TU.) Obwohl die englischen Schuldenverhandlungen im Vordergründe der Erörterungen stehen, sind die Morgenblätter in ber Betrachtung der Sicherheitsnote mehr als zurückhaltend. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" weist besonders auf den versöhnlichen Ton der französischen Rote hin. Deutschland könne mit der Erklärung 5ufrieben sein, daß unter den vorgesehenen Bedingungen nicht einseitig entschieden werden könne, wer der böswillige Angreifer sei. „Daily Rews" betont ebenfalls den versöhnlichen Ton der Rote. Es sei war, daß sie eher um die deutschen Einwände herurnaehe, als auf sie eingehe, aber es sei eine schwache Andeutung vorhanden, daß n a ch bem Eintritt Deutschlands in den Völ- l’erbunb Mittel gefunden werden, die die Desorg- nisse Deutschlands wegen des Artikels 16 beseitigen. Der französische Standpunkt in dieser Angelegenheit könne als vernünftig bezeichnet werden. Deutschland sei viel eher in der Lage, gegen einen französischen Durchmarsch durch fein Gebiet Einspruch zu erheben, wenn es Mitglied p£s Völkerbundes fei. Auch die anderen Streitpunkte dürften weniger große Schwierigkeiten bereiten und feien leichter zu erledigen. oenn Deutschland erst einmal Mitglied des Völkerbundes fei. Düsseldorfs Gruh an Hindenburg und Dr. Luther. Düsseldorf. 27. Aug. (TU.) Die Stadt .Düsseldorf hat anläßlich ihrer Befreiung an den Reichspräsidenten ein Telegramm gerichtet, in dem es heißt: „Das befreite rechts- rheinische Düsseldorf grüßt in dem Reichsoberhaupt das deutsche Vaterland, dem es nach langen Jahren der 2ll»scynürung und Bedrückung ■M :• 1 wiedergegeben wurde. Richt durch laute Freu- benhmbgebungen begehen wir den Tag ber Befreiung, sondern wir wenden uns mit dem Gelöbnis unermüdlicher Pflichter füll- lung, verdoppelter Anstrengung, tätiger Treue dem Wiederaufbau unserer schwer geprüften Stadt zu." In einem weiteren Telegramm an den Reichskanzler heißt es: „Viel hat Düsseldorf in diesen Jahren verloren. Siegreich aber hat es fein Deutschtum behauptet und auch in tiefster Rot hat bie Stabt ben Glauben an ihre und Deutschlands Zukunst bewahrt. Möge bie Stunde der Befreiung aüäj bald ben andern rheinischen Gebie - t e n schlagen, bie mit uns litten." Die „Befreiten" in Duisburg. Duisburg. 26. Aug. (WTD.) Heute nacht ereigneten sich heftige Zusammenstöße zwischen Angehörigen des Roten Frontkämpferbundes. Deutschnationalen ainb Völkischen, wobei die Mitglieder des Frontkämpferbundes von Gummiknüppeln. Eisenstangen und Spazierstöcken Gebrauch machten. Mehrere Personen wurden verletzt. Die Polizei schritt wiederholt ein und machte schließlich bie Straße frei. Ein Mitglied des Frontkämpferbundes wurde festgenommen. nand legte gegen früher eine größere Selbständigkeit an ben Tag und zeigte besonders’ feit feiner am 17. August 1913 erfolgten Ernennung zum Generalinspekteur ber österreichisch- ungarischen Armee eine große Unabhängigkeit von ben Anschauungen Höhendoiffs. Es tauchten daher von nun an öfter Gerüchte auf, daß Conrad von Höhendorff abermals zurücktreten wolle. Doch fam es dazu nicht, und so war Conrad von Hötzendorsf dazu berufen, ben letzten Kampf des alten Oesterreich in den ersten Jahren zu leiten. Der Erfolg ist bekannt. Inwieweit etwa der für unfehlbar gehaltene Generalstabschef selbst versagt hat, muß erst eine spätere militärische Geschichtsschreibung feftftellen. Im Jahre 1917 trat er, inzwischen zum Generalfeldmarschall ernannt, als Chef des Generalstabes zurück und übernahm bas Kommanbo über die Heeresgruppe an ber Sübtiroler Front. Es gelang ihm im Spätherbst 1917 nicht, aus dem Gebirge in bie italienische Ebene vrr- zubrechen, ebenso nicht im Juni 1913. Dies war der Grund, warum er bann im Juli 1918 vom aktiven Dienst zurücktrat. Kaiser Karl erhob ihn bei dieser Gelegenheit in den erblichen Grafenstand und ernannte ihn zum Oberst aller Leibgarden. Rach der Revolution und dem Kriegsende traf den einst so hvchberühmten Mann das traurige Los so vieler alten Generale der österreichischen Armee. In ärmlichen Verhältnissen Id)te er zurückgezogen in Innsbruck. Blutige Unruhen in Schanghai. London, 27.Aug. (TU.) In Schanghai sind neue blutige Unruhen entstanden. Eine große Menge Demonstranten hatte sich vor der Polizei st ation eingefunden, um durch Lärmen und Drohungen die Herausgabe von vier ver- hafteten Arbeitern zu erzwingen. Die Polizei versuchte mit allen Mitteln, die Mentze zu zerstreuen. Aus allen Teilen der Stadt strömten jebod) neue Demonstranten hinzu, so daß die Polizei zur Waffe greifen mußte. Es blieben zwei Tote und mehrere Schwerverletzte auf der Straße liegen. In der Stadt herrscht große Auf- regung. Entdeckung von Eishöhlen in Südtirol. Innsbruck, 26. Aug. (WB.) Wie die „Innsbrucker Rachrichten" melden, wurden i n ben Südtiroler Dolomiten riesige Eishöhlen entdeckt. Die Forscher drangen bisher 6 Kilometer in ben Berg ein und entdeckten zwei Eisdome und unterirdifche Seen von 160 Meter Durchmesser, die in phos- phorifierendem Lichte leuchten. Die Höhle dürfte früher auch Menschen zum Aufenthalte gedient haben, woraus verschiedene Funde schließen lassen. Die Forschungen werden fortgesetzt. Wettervoraussage. Etwas wärmer, halb bis ganz bedeckt, südliche bis westliche Winde, Regenneigung. Die auf ber Rückseite des kontinentalen Regengebietes einströmende kältere Luft hat daS Tagesmittel für Gießen um 2,2 Grab Celsius gegenüber den Vortagen sinken lassen. Die Winde haben inzwischen auf westliche Richtung zurückgebreht, ba Ausläufer einer zwischen Island und Irland liegenden Zyklone Rord- und Rordwestdeutschland berühren. Das Dorrücken ber Ausläufer nach Osten wird burch bie westlich von uns liegende kältere 2uft erschwert, doch sind morgen einzelne Regenfälle nicht ausgeschlossen. Aus Stadt und Land. Sichen, den 27. August 1925 Fürsorgeerziehung und öffentliche Meinung. z*on den in der Fürsorgeerziehung tätigen Kreisen wird öfters Klage darüber geführt, daß d,e Arbeit der Fürsorgeerziehungsanstolten nicht unwesentlich durch die Vorurteile erschwert werde, die vielfach noch in der Oeffentlichkeit mit dem Dort ..Fürforgezogling" verbunden sind. So falle es gerade aus diesem Grund« mitunter nicht leicht, auch einen in der Anstalt zu einem tüchtigen, brauchbaren Menschen herangebil- deten Fürsorgezögling in eine Arbeits oder Lehrstelle unterzubringen. Zum Teil trägt hieran die Tatsache schuld, dost in der Oesfentlichkeit der Begriff „Fürforge^ög- ling" häufig in Verbindung mit einem ftrafgeridjt- lichen Verfahren gebracht wird, so daß die Meinung auflommen muh. ein Fürsorgezögling sei in der Regel ein minderwertiger Mensch, der eine Reihe Straftaten begangen habe. Dah etwa 30 "/■ de r Zöglinge völlig einwandfrei sind und die Ueberweisung häufig aus ungünstigen häuslichen Verhältnissen beruht, erfährt die Def- fentlichkeit oftmals nicht. Zn einem in der ..Wohlfahrtspflege in der Rheinprovinz" veröffentlichten Aufsatz ist daher kürzlich die Bitte ausgesprochen worden, bei Straf, verfahren das Wort „Fürsorgezögling" unter allen Umständen zu vermeiden, weil da- mit die Fürsorgeerziehung allgemein diskreditiert werde und die einwandfreien und gebesserten Für- forgezöglinge mit darunter leiden mühten, dah einzelne auch noch später bestraft werden. Dem gleichen Ziele soll auch ein Erlaß des Preußischen Stootsministeriums vom 18. Mai 1925 dienen, der u. n. für die staatlichen Erziehungsanstalten die Bezeichnung „Staatliches Erziehungsheim" ein- führt. Dah das bereits durch das Reichsgeseh für Iugendwohlfahrt beseitigte Wort „Zwangszögling" in der Praxis nicht mehr verwendet wird, darf als selbftverstandllch angenommen werden. (HescllschaftSsonderzügc. 3n den nächsten Tagen verkehren folgende GesellschastSfonderzügc Am 29. August 1925 Sonderzug der Oberreal- schule von Vieh en bis Mainz-Ra st el und zurück vierter Klasse. Gießen ab 7 Uhr vorm. Rückfahrt Gießen an 9.33 Uhr nachm. Am 29 August 1925 Messesonderzug Mainz- Koblenz nach Leipzig über Dietzen — Marburg. 3n Dietzen ab 12,29 Uhr nachm. 2. und 3 Klasse. Am 30 August 1925 Sonderzug deS Hess. LandjugendbundcS Oberhessen von G i e h e n— Mainz Hauptbahnhof. Dietzen ab 2 Uhr form. Rückfahrt von Koblenz nach Dietzen. Dietzen an 9 29 Uhr nachm 4. Klasse. 2tme31. August und 1. September 1925: 3c ein Sondcrzug der Gietzener Volksschule nach Mainz-Kastel und zurück Dietzen ab an beiden Tagen um 6,46 Uhr vorm Rückfahrt Dietzen cm 9 40 Uhr nachm 4 Klasse. (tziestener Wochenmarktpreise. am 27. August sHänblerpreise). ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt faA Pfund Butter 210 bis 230 Pfennig. Matte 35 bis 40, Käse 70. Wirsing 20, Weißkraut 15, Rotkraut 20, rote Ruben 10, Spinat 25 biS 30, Römifchkohl 10, Bohnen 35 bis 40, Mischgemüfe 15, Tomaten 30, Zwiebeln 20, Rhabarber 20, KürbiS 10, Pilze 40, Kartoffeln 5 bis 6, Frühäpfel 15 bis 25, Falläpfel 5 bis 8, Birnen 40 bi- 50, Zwetschen 30, Mirabellen 50, Reineclauden 30, Weintrauben 50, Brombeeren 40 bis 50; das Stück: Suppenhühner 90, junge Hahnen 100, Sier 15 bis 16. Blumenkohl 60 bis 140, Salat 10 bis 20, Solalgurkcn 30 bis 60, Einmachgurlen 3 bis 4, Endivien 20, Obeclohlrabi 5 bis 15, Rettich 15 bis 20; das Bund: Radieschen 20, gelbe Rüben 15 Pfennig. « •• Jahrplanänderuna Ab Dienstag, 1. September, halten auf Bahnhof Merten wieder folgende Personenzüge. Pz. 1603 (werktags) 5.32' , bis 33* . vormittags. Pz. 1607 (werktags) 7.16'/, bis 17' , vormittags. Pz. 1637 3.17'/, bis 3.18 nachmittags. Pz. 1640 6,08> ? bis 6,09 nachmittags. Allgemeine Ortskran kenkasse Dießen-Stadt. Die rückständigen Beiträge zur Krankenkasse. 3nvaliden- und Ertrcrbslo'cn- versicherung für den Monat 3uli 1925 können noch bis zum 1. September d. 3. ohne Kosten bezahlt werden. (Siehe Anzeige.) XX ®in Wespenjayr! Zu den vielen Schädigungen, die Frühjahr und Sommer den Obstzüchtern ohnehin schon gebracht haben, sind nun noch die Wespen gekommen. Sic treten in solcher Wenge auf. daß sie eine wahre Plage bilden Sie höhlen die Früchte so gründlich auS. daß nichts anderes als die Schalen mehr übrig bleiben. Die Züchter sind oft gezwungen, das Obst halb reif abzunehmen, um wenigstens etwas zu retten. Seit dem Jahre 1918 war die Wespenplage nicht mehr so groß, wie in diesem Sommer. " Fahrraddiebstahl. Am Sonntag, dem 25. August 1925, wurde in Dorlar Kr Weylar) ein Fahrrad 'Mark.? Torpedo. Modell 41. Fobrik-Rummer 316 298) gestohlen. DaS Rod ist mit einer elektrischen Laterne versehen. ES wird vermutet, daß der Täter versuchen wird, das Rad in Dietzen oder in Wetzlar zu verkaufen. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminal-Abteilung. Weidengasse 5. entgegen. R. D. D. Mahnung an ungeduldige Reisende. Klagen über Unzuträglichkeiten beim 'S e ft eigen und Verlassen der O-Zug- wagen werden namentlich jetzt in Zeiten gröberen Reiseverkehrs erhoben. Diesen Beschwerden gegenüber muh daraus hingewiesen werden, daß zunächst die aussteigenden Reisenden den Wagen verlassen, bevor die neu hinzukommenden einsteigen. Gleichwohl versucht regelmäßig ein gro- feer Teil der Abreisenden, in dem Bestreben, sich einen möglichst guten Platz zu sichern, in den Seitengang der l>Zugwagcn einzudringen, bevor die ausfteigenben Reisenden ihn verlassen haben. Da oft und zudem unzulässigerweise größere Gepäckstücke mitgeführl werden, ah in dem Raum über ober unter dem bezahlten Sitzplatze untergebracht werden können, entsteht auf den Gängen ein Gedränge, das die Verteilung der Reisenden noch mehr verlangsamt. Das Sta- tions- und Zugbegleitungspersonal ist bei starkem Verkehr nicht immer in der Lage, überall die Ungeduldigen zurückzuhalten, vielmehr muß darauf gerechnet werden, daß das Publikum auch selbst die nötige Ruhe und Zurückhaltung übt. zumal die Schaffner nach Möglichkeit dafür zu sorgen haben, daß die Reisenden, die keinen Platz gesunden haben, einen solchen erholten. Landkreis (ließen. • Annero d, 26. Aug. Am vergangenen Sonntag fand die diesjährige Inspektion der Feuerwehr durch KreiSfeuerwehr-In- spektor Dickorö statt, wobei den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Ludwig Becker III., Philipp Brück, Philipp Dörr und Heinrich Fenster II. die von der Regierung verliehenen Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit durch den Kreisfeuerwehrinspektor überreicht wurden. zS Trais-Horloff, 26. Aug. Bei der Deigeordnetenwohl siegte der Mrtzger- meister Otto Raab II. mit 109 Stimmen, der seitherige Beigeordnete Gustav Hublitz erhielt 92 Stimmen. Kreis Aricdbcrg. !'! Friedberg, 25. Aug. Große Schwierigkeiten lind bei dem im Bau begriffenen römischen W a r t t u r m auf dem Gaulskopf entstanden. Die Arbeiten muhten schon im Früh- lahr vorigen Jahre- eingestellt werden, do die vorhandenen Geldmittel aufgebraucht waren. 3n der Inflationszeit hatte ein Deutsch-Amerikaner Geld zum Bau des Turmes gestiftet, und der Bau wurde biS zu einer Höhe von 12 Meter bei einer Dosis von 9x9 Meter gebaut. Do die Geldmittel leitens des ersten Spenders ausblieben, nahm sich der hessische Staat der Sache an und trat an die Städte Friedberg und Dad-Rouheim zwecks Bewilligung der zur Bollendung nötigen Mittel heran. Mit Rücksicht auf ihre schlechte Finanzlage lehnten die Städte die Zuschüsse ab. 2. Dad-Rouheim, 24. August Der Kriegerverein 1870 7 1. der neben dem Krieger- und Militärverein ..Hafsia" feit Jahrzehnten im Dienste der KomerodschaftSpflege stond, hat sich am 5. August d. IS. aufgelöst, da er sich nicht mehr für lebensfähig hielt. Die Gewehre deS DereinS und feine wertvolle Fahne, die feit 1874 in Freud und Leid den Kampfgenoffen von 1870/71 vorangetragen worden ist, gingen in den Delitz der Bereinigung ehemaliger 116er über, die sich als neuer Militärverein nach dem Weltkriege gebildet bat und unter rühriger Leitung eine aufblühende Pflegestätte des kameradschaftlichen Geistes geworden ist. In feierlicher Handlung fand dieser Tage die Uebergabe der Fahne an die 116er statt, deren Borfitzender. Studienrat Dr. Äni erlern, die gebanfentiefe Weiherede hielt. Die anderen militärischen Dereine liehen durch Abordnungen Glückwünsche überbringen. Für den Krieger- und Militärverein „Hossio" sprach Stadtverordneter Thr. Schäfer, für die Bereinigung ehemaliger 61er Artilleristen Gewerbelehrer Welkoborfvfki, für de Angehörigen des ehemaligen Landsturm-Dataillons Friedberg Amtsgerichtsdirektor Dr. Fuhr. Die dem aufgelösten Kriegerverein 1870/71 zuletzt noch angehörenden Beteranen, 9 an der Zahl, wurden der älebergabesatzung gemäß zu Ehrenmitgliedern der Vereinigung ehemaliger 116er ernannt. Der sehr erhebend verlaufene Festabend wurde durch musikalische und deklamatorische Darbietungen verschönt, besonders eindrucksvoll war der Weihespruch, den Oberst a. D. Ä o c 11 i a u für die Ucbergobe der Fahne gedichtet hatte Lebhaften Beifall löste auch die Mitteilung auS. dah die hiesige 116er-Derrinigung an der Gießener Feier mit rund 100 Kameraden teilnehmen werde. * Münster, 26. Lug. Großen Schaden richtete gestern abend 6f Uhr ein starker Wirbelwind in unserer Gemarkung an. Er regle etwa in Breite von 100 Meter am Oftranö unseres Dorfes entlang und verwandelte die reiditragcnhcn Obstgarten innerhalb fünf Minuten m eine Wüstenei. Dutzende von Bäumen find ent- wurzelt, Aeste mehrere Hunden Meter wen in eine Wiese geschleudert worden. Man schätzt nicht zu hoch, wenn man sogt, daß heute morgen über 100 Zentner heruntergesollene Aevjel von den Leuten aufgelesen worden sind. Am schlimmsten aber wurde ein einzelstehendes, voriges Jahr neu erbautes Haus betroffen. Dos Dach wurde fast vollständig a b g e b e tf t. und die Ziegel flogen weit weg. Auch einige andere Dächer wurden noch beschädigt. Hilfsbereite Leute waren trotz wollen- bruchartigen Regens sofort zur Stelle und deckten, so gut es ging, das Haus mit den übriggeblicbenen Ziegeln, mit Stroh und Tüchern wieder zu. Es war noch ein Glück, daß der Wirbel nicht über das ganze Dorf fegte, sonst wäre manches Haupt ob- dachlos geworden Der äußersten Rot der am stärksten betroffenen Familie sali durch eine G e - meinbefammlung gesteuert werden. Hrcis Birdinarn. !! Büdingen, 26. Aug. Am letzten Sonntag sanden in verschiedenen Gemeinden die Beigeordnetenwahlen statt. In B i n d s a ch - sen waren der Landwirt Wilhelm Ganz II. und Moschinenbesitzer Heinrich Maul als Äanbibafcn ausgestellt. Wilhelm Gan; erhielt 143 Stimemn und Heinrich Maul 141 Stimmen. Ein Stimmzettel war ungültig. In Rahrbach bei Büdingen war außer dem alten Beigeordneten Jäger noch Land- wirt Adam filepenfteuber ausgestellt. Kleyen- fteuber konnte 127 Stimmen auf sich vereinigen, während Jäger nur 115 Stimmen erhielt. Selters hatte eine ruhige Wahl. Bon 141 abgegebenen Stimmen entfielen 132 Stirnen auf Wilhelm A11. Wahlberechtigt waren 250, so daß die Wahlbeteiligung sehr gering war. Eine größere Anzahl Stimmen fielen vereinzelt auf Einwohner der Gemeinde Selters, die jedoch nicht kandidiert hatten. In Haingründau hatte sich der seitherige Bei- geordnete Friedrich Roß nicht wieder auffteUen lassen. Auch hier war die Wahlbeteiligung sehr gering. Don 476 Stimmberechtigten wählten 162. Beigeordneter wurde das Gemeinderatsmitglied Schreinermeister Peter Dönges IV. mit 83 Stimmen. Der Gegenkandidat Heinrich Rage! erhielt nur 78 Stimmen. Ein harter Wahlkampf hatte in Rodenbach getobt. Der alte Beigeordnete lehnte aus Gesundheitsrücksichten eine Wiederwahl ab. Ausgestellt waren der Landwirt Friedrich Karl Borst und Karl Otto Lotz. Der erstere konnte 107 Stimmen auf sich vereinigen, während Loh nur 42 Stimmen erhielt. Eine Stimme fiel auf Johann Heinrich Loh. !! Büdingen, 26. Aug. Am Sonntagabend wurde die hiesige Feuerwehr plötzlich durch Feueralarm zusammengerufen. Es handelte sich jedoch nur um einen von der Bürgermeisterei an- gesetzten Probealarm. Der Hebung war ein größerer ausgebrochener Brand im EasS Hell zugrunde gelegt. Die Feuerlöschgeräte waren schnell zur Stelle, wie überhaupt die Hebung zur größten Zufriedenheit der Leitung verlief. Störend machte sich die ungleichmäßige Verteilung der Hornisten in der Stabt bemerkbar. Aus diesem Grunde beabsichtigt man der Anschaffung von Sirenen, wie sie jetzt überall eingesührt werden, näherzutreten. Auch die Anschaffung von Feuermeldern soll bei dieser Gelegenheit erwogen werden. — Das Schwimm- f e st am vergangenen Sonntag hier in Büdingen nahm bei großer Beteiligung auswärtiger Vereine einen sehr schönen Verlauf und kann dem feftgeben- den Verein nur zum Nutzen sein. Die angefagten Veranstaltungen auf der Ronneburg verliefen alle programmäßig und ohne Störung. Don ungefähr 1500 Menschen aus der ganzen Umgebung war der Fliegertag Lieblos-Gelnhausen be- sucht. Die verschiedenen Flüge, Absprünge und Sturzflüge fanden ungeteilten Beifall. Auch zwei Fallschirmabsprünge fanden statt. .1. Aus dem Kreise Büdingen, 26. Aug. Deigeordnetenwahlen. In Rodenbach wurde nach heftigem Wahlkampfe der Landwirt Friedrich Karl D o r st mit 107 Stimmen gewählt. Sein Gegner Karl Otto Loh erhielt 42 Stimmen. Der seitherige Beigeordnete Hammel hatte eine Wiederwahl abgelehnt. In R o h r - bad) siegte Adam Kleyen st euber mit 127 Stimmen, der seitherige Beigeordnete Jäger erhielt 115 Stimmen. In Din dsachsen siegte Wilhelm Ganz II. mit 143, sein Gegner Maschinenbesitzer Heinrich Maul erhielt 141 Stimmen. In Bad-Selters wurde Wilhelm A11 mit 132 Stimmen gewählt. Bon 250 Wahlberechtigten machten 141 von ihrem Wahlrechte Gebrauch. In Hain-Gründau wurde der Schreiner- meister Peter Dönges IV. mit 83 Stimmen gewählt. Sein Gegner Heinrich Ragel erhielt 78 Stimmen Der kitbertge Beigeordnete Friedrich Roß hatte eine Wiederwahl abgelehnt. In Sch- zell wurde der seitherige Beigeordnete Philipp Stoll II. zum brüten Male mit 584 Stimmen wiederacwüblt. 3m nahen DisseS siegte Landwirt Adolf Greif mit 129 Stimmen In Wal - lernhauken wurde Landwtrt Robert Bach mit 200 Stimmen gewählt, sein Gegner, der feit- benge Beigeordnete Karl Ries III erhielt 158 Stimmen. 3n Gettenau wurde der feitbenge Beigeordnete Hermann Ostheim II. mit 228 Stimmen cinfhmmig wieder-gewählt. In Ober- WidderSheim siegte Beigeordneter Karl Giser mit 177 Stimmen, der Gegenkandidat Friedrich Schneider erhielt 135 Stimmen. In Schwickartshausen wurde der seitherige Beigeordnete Ries wiedergewählt. Rohrbach. 26. Aug Hier starb der KriegSveteran von 1866 und 1870 71 Peter 3a - kobt im Alter von 80 Jahren Mreiä Alsfeld. • Kirtorf, 26. Aug Am 29 August werden die K r a f t p o st l i n i e n Kirchhain «Bezirk Kassel)—Ktrlors lOberhessen) und Ktrchhain ,Bezirk Kassel—Wittelsberg (Kreis Marburg) eröffnet werden. Auf Zuganschlüsse von und nach Kastel ist dabei Rücklicht genommen. Atme Lauterbach. !*! Lauterbach. 24. Aug. Die Fahnenweihe deS Soldatenvereins ehemal. 116er und seiner Kriegsformationen (Garnison Gießen) auS Lauterbach und Umgegenb fand im Saale zum Johannisberg unter sehr starker Beteiligung statt; u. a. war der Verein ehemaliger 116er aus Gießen durch eine Fahnenabteilung vertreten. Der Vorsitzende D ö l l - Lauterbach begrüßte die Gäste. Fräulein Hart überreichte die neue Fahne, die von Dekan Müller eingeweiht und dem Vorsitzenden übergeben wurde. Die schlichte Feier endete mit einem Festgedicht und dem Deutschlandlied. Hcsicn-Nasfau. spd. Franks urt a M, 26. Aug. Am Schauspielhause kam eS Dienstagabend zwischen Mitgliedern der K. P. D. imb der nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei zu schweren Schlägereien, die schließlich in Schießereien ü6 ergingen. Hierbei wurden zwei Passanten, die an den Auseinandersetzungen unbeteiligt waren, durch Schüsse verletzt. Auch ein Polizeibeamter trug einen Handschuh davon. Die Polizei zerstreute schließlich die Kampfhähne, nachdem sie eine Anzahl Sistierungen vorgenommen hatte. fpd. Frankfurt a. M. 26. Aug Zwei Kartosfelfuhrwerke aus Langenselbold veranstalteten auf der Heimfahrt in der Hanauer Landstraße eine Wettfahrt. Als das eine Fuhrwerk das andere überholen wollte, gerieten die beiden Wagen aneinander, wobei der eine rechts und der andere links in den Graben geworfen wurde. Beide Wagenführer kamen schwerverletzt in daS Krankenhaus. Die beiden Wagen wurden fast vollständig zertrümmert. Turnen, Sport und Spiel. Tamsou, Breitenfträter oder Diener! Der Titelkampf um die deutsche Schwcrgewichtsmei st erschuft zwischen Samson-Körner und Breitenfträter findet bekanntlich — endlich — am 11. September in Berlin statt. Wer nun neuer Meister sein wird, er kann sich dieses Titels nicht lange unbestritten erfreuen. Innerhalb von drei Monaten muh der Meister zum Titelkampf gegen Franz Diener antreten, fo hat der Verband Deutscher Faustkämpfer beschlossen. Bekanntlich soll in der Zeit bis zum 10. Oktober als dem äußersten Termin der Kampf um den Titel eines deutschen Schwergewichtsmeisters im Box- sport zwischen Paul Samson-Körner und Hans Breitenfträter ausgetragen werden . . . Seinerzeit hatte der Titelanwärter Franz Diener auf seinen Ausscheidungskampf mit Hans Breitenfträter verzichtet, diese Ansprüche aber indessen neu aufleben lassen. Ungeadjtct dessen, daß der D. D. F. die sport- lichen Ansprüche Franz Dieners voll und ganz an- erkennt, würdigt er dennoch auf der anderen Seite die hervorragenderen sportlichen Momente eines Meisterschaftskampfes zwischen Samfon-flörner und Breitenfträter und das hohe Publikumsinter- effe, das dieser Kampf findet. Er hat deshalb den Beschluß gesaßt, vor allem die Austragung dieses Meifterschaftskampfes zur Durchführung bringen au lassen, jedoch für diesen besonderen Einzelfall die bindende Bestimmung getroffen, daß der Sieger aus diesem Meisterschaftskampf die Pflicht habe, ohne jede weitere Entscheidung innerhalb der Frist von drei Monaten nach Ausscheidung des Meifterschaftskampfes mit Franz Diener anzutreten und in einem Kampf mit diesem aufs neue feinen Titel zu verteidigen. Cafe Amend Samstag, den 29. August, abends 8 Uhr Ehren- u. Abschieds* Abend des Kapellm. Herrn Curt Scharf mit auserwähltem Programm I Hierdurch die Httteilung, daß die Sprech- stände für Bruchleidende • tattflndet Id GIESSEN Freitag, 28. August, nachm. von 3-6 Uhr Samstag, 29. August, vorm. von 8-12 Uhr Bahnhofs-Hotel 7892D Dr. med. H. L. Meyer, appr. Arzt Spealalbehendlungr von Brnchleiden aas Hamburg I. Schauenbnrrer Straße 4. Beden editroi iederdlchl Daunenköver, l1/»- fchlfra..großeSOber' bett Unterbett und 1 Stiften mit 14 Pfd. grauen Federn gefüllt, ä Geben Gw. 43.— , dass Geben, 2 Kisten und 16 Psd. aoriroeldbcn Federn gestillt. Gm. 63.—. vettfedern graue, ver Bfd. Gm. 1.1L zart u. weich 1V0, graue Halbdaunen 3.25 Schleißsedern grau 2.25 weiße Halbdaunen 5.—, Daunen grau 9.25. weiß 12-5ÖL Bettbezug auS gutem weißen Linon ob. bunt geblümt ob. kariert, ver Stck. Gm. 7.20. Metallbetteu u. Matratzen. Alle AuS- steuer-Artlkel billig, Muster u. Katalog frei Richt gefallend. Geld zurück. Bett- iederngroßüaudlung ®ettenfabrt! it Bep fand 6088*5 Th. Kranefuss, Castel 49. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde am 19. Februar 1925 bei der Firma Darmstädter und Ralivnalbank Kornmanditge- fellfchafi auf Aktien, Zweigniederlassung Dießen, folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 9. Dezember 1924 sind die §§ 5, 13, 34 des GesellfchastSverlrages geändert. Die Aenderungen betreffen die Höhe und Ginteilung des Grundkapitals 5) die Streichung der Ramen von 4 auSge- fchiedenen persönlich hastenden Gesellschaftern (§ 13) daS Stimmrecht der Aftien (§ 34). Jean Andreae, Emil Wittenberg und Paul Bernhard sind als persönlich hastende Gesellschafter auSgeschieden. Durch Beschluß der Ocncraleerlammlung vom 9. Dezember 1924 ist das Grundkapital auf 60000000 Reichsmark umgestellt. Gießen, den 24. August 1925. 8008c Hessische' Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Eugen Kauffmann Gelellschast mit beschränster Haftung, Gießen folgendes eingetragen: Durch De fchluh der Gefellschasterversammluug vom 2. Januar 1925 ist daS Eigenkapital auf 500 Reichsmark uwgestelll worden. § 4 des GesellfchastsVertrags ist geändert. Gießen, den 19. August 1925. 8007c Hessische Amtsgericht. Allgem. Ortskrankenkasse Gietzen-Stadt. Die rückständigen Beiträge zurKranken- tafle, Invaliden- und Erwerbslofenver- sicherung für den Monat Juli 1925 können noch biS zum 1. September d. I. ohne Kosten bezahlt werden. Rach Ablaus dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann DienStags von 8 biS 1 Uhr bet unserer Kaffe oder auf unser Postscheckkonto, Amt Frankfurt a. Main Ar. 10833 erfolgen. Gießen, den 26. August 1925. Hinkler, Rechner. 8010c holzversteigerung. Montag, den 31. August lfd. IS., nachmittags 2'/, Llhr, soll im hiesigen Gemeindewald nachstehendes Ruhholz ver- steigert werden. 10,28 Fstm. Fichten-Stämme 10,83 „ „ Derbstangen 22,- Am. „ Autzknüppel. Sämtliches Holz ist entrindet und ohne Rinde gemeßen. Zusammenkunft im Distritt See am Kreuzpuntt der Tal- und Hang- fchneise. Großen»Linden, den 26. August 1925. Hessische Bürgermeisterei. Lang. 8O3OD | Bekanntmachung. In unserem Handelsregister Abt. B wurde heute bezüglich der Firma PaScoe Aktiengeselllchaft in Gießen eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 18. August 1924 ist daS Grundkapital auf 50000 Reichsmark umgestellt. Die Umstellung ist burchgeführt. § 3 des Ge- fellschaftSvertragS ist geändert. Gießen, den 19. August 1925. 8009c Hessisches Amtsgericht.________ Born lb.—21. November J925 werden roir in (Sieben, Universi täte - Augenklinik, an« welend fein, uni nach der Naiur 780614 künstliche Augen für bte Patienten anzu- fertigen und elnzuvaffen. 5. 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August, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 8035V Fräulein •für Bureau und Lager gesucht. Schrift!. Angebote unter 07023 an den Gieh. Anz. erbeten. (Iler 1.10. Heute früh verschied mein lieber Mann, unser lieberVater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Herr Miau Wed Zier Telegraphen-Obersekretär a. D. im Alter von 63 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Elise Zimmer und Kinder. 3um Einmachen Kristallzucker . . . . Pfund 40 Jucker, fein gemahlen . . . Pfund 42 A Vrotzucker 42 a in Originalpaketen von ca. 20 Pfund brutto QQ « für netto...............Pfund vo extra grobkörniger Viktoria-Kristall 42 § Mag. Den 28. Wt 1925, UMllllWS 2 Hör versteigere ich im „Löwen". Neuenweg, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Kassenschrank, 1 Bücherschrank, 2 Büfetts, 1 Diwan mit Umbau, 1 Tisch, 5 große Glasschränke. Hebbel, Hess. Gerichtsvollzieher in Giehen, Dammstrahe 241. 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August, nachmittags 3 Uhr, nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernden Kinder. 1 gebrauchtes MlMWM 600 mm Stammdurchgang mit unterem Antrieb ist wegen Vergrößerung zu verkaufen. Dasselbe kann jetzt noch im Stand besichtigt werden, wo alles andere sowie Preis angegeben wird. 7983V Näheres zu erfragen in der Geschäfts» stelle des Gießener Anzeigers. Gesucht tiU MiiWn nickt unt. 18 Jahren. Gelegenheit, Kochen zu lernen. Meld, zwischen 10 u. 12 und 4 u. 7 Uhr. 107016 Dr. Kalbfleisch, Jriedrichstr. 14 ll. Stuö. Korporation sucht spätestens zum 1. Okt. 25 WWeMlM (BiögLSflfllnno 3immer) zu mieten. Schriftl. Angebote unter 06959 an den Gietzener Anzeiger erbeten. Wir stellen noch einige geübte Mimimii ein; auch können Mädchen zum Anlernen angenommen werden. 8029 ZigamÄk Klingspor.GieHen. Riesen-Auswahl in jeder Sorte. Braune 900ÖW in der Alieestraste verloren. 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Mn iUni - Sesorberi Km '$q M M ( ^llen normal» % L'b°< » ein , tveils h».t wechselt^ Krrsch^ ln*n ®ef( konnte, £ mX1,9 nur b-i » der öv teuer ü noch de Ur. 200 Zweites Blatt Das befreite Düsseldorf. Don Karl Reinenberger. Ds war in einer Märznacht 1921 (zu Beginn des Monats- als anhaltendes Getrappel von Pferden und Menschen den Anwohnern der Kölner Landstraße in Düsseldorf den Einmarsch der Franzosen verkündete. Sie brachen hauptsächlich von Süden her ein und hatten schon in aller Frühe den Bahnhof besetzt, wo sie gleich begannen, die Reisenden zu kontrollieren und zu behelligen. Ich selbst, der ich an eben diesem Tage nach Frankfurt und Berlin fahren mußte, kam ohne Pah durch die Sperre, die einen Augenblick unbewacht war. Hie haben dann in französischen Zeitungen drucken lassen, Düsseldorf 'ei „ohne D i verstand genommen", was natürlich billigerweise hätte in der „heileren Ecke" gebracht werden sollen, was ober für die Ausdrucksweise des Romanen wohl charakteristisch ist. Heute, beim Abzug der Besatzung, mag ein kleiner Rückblick am Platze fein, eine kleine Erinnerung an mehr al- vier Jahre, nicht um aufzureizen, — ich selbst bin von nichts mehr überzeugt, al« davon, daß wir Deutsche nur auf dem Wege der Derstänbigung weiterkommen werden — aber doch immerhin sachlich aussprechend, w i e das Regiment der Franzosen hier, in den Sanktionsstädten, meist gewesen ist, um daraus zu lernen, unserseits reserviert, sachlich, doch ohne Anbiederungsversuche zu sein, die meist mißverstanden und mißdeutet werden. Der Franzose kennt nur eine sehr primitive Psychologie. Wan kann sagen, er hat es nicht sehr verstanden, für sich einzunehmen. Wo Franzosen. Offiziere, später Zollossiziere, in Bürgerhäusern Wohnung halten, sind die Bewohner oft ganz gut mit ihnen ousgekommen: aber ihre Regierungs« und Herr- fchcrmethoden waren primitiv, lapidar und manchmal grotesk. In den ersten Jahren ihres Hierseins waren sie in vielen Maßnahmen geradezu chikanös. Und wenn der Deutsche, und zumal der Rheinländer, in seiner Bonhomie und zum Heitern neigenden Art, Gefühlen der Rache nicht so leicht zugänglich ist und zu vergessen geneigt ist, so ist es doch nicht falsch, auf die Schwere der Jahre hinzuweisen, die Düsseldorf und die andern „Sanktionsstädte" hinter sich haben. Ein paar Stichproben: Wenn z.B. französisches Militär für Schädigung von Leben oder Gesundheit einzelner, auch Kinder, keine Entschädigung zu zahlen gewillt war oder sie so aering bemaß, daß sie nur als Almosen cmzu- sehen war, wie in dem Falle im Stadtteil Bilk, wo ein Soldat, sei eS in Betrunkenheit oder aus welchem Grund, ein Kind erschoß, oder Menschen, Kinder, durch zu schnelles Autofahren überfahren wurden, - oder (eine kleinere Sache- jahrelang die Strahenpassanten den Bürgersteig vor dem Hause eines hohen Offizier- nicht benutzen dursten — und jeder, der es in Gedanken doch tat, mit dem Bajonett des Postens vertrieben wurde. Alles Dinge, die vermeidbar waren, und nut das Gefühl gaben: hier soll eine (eminent friedfertige) Bevölkerung die starke Hand des Siegers fühlen. Oder wenn die, welche sich gegen den Separatismus wehrten, verfolgt wurden. Wenn beispielsweise der Dezernent für das Polizeiwesen im Anschluß an die separatistischen Unruhen — die künstlich und gewaltsam nach Düsseldorf getragen wurden, des Mordes angeklaat wurde. Ganz zu schweigen davon, daß sämtliche Offiziere jahrelang in den neu besetzten Städten nur mit der Reitpeitsche in der Hand herumliefen, was einen direkt aufreizenden und provokatorischen Eindruck machte. Ich will nicht sprechen von den ungeheuren Ansprüchen, die die Franzosen in Bezug auf Räume, Baulichkeiten. Schulen, Kasernen, Kasernenneubauten usw. stellten, in Bezug aus Ausstattung der Wohnungen^ und wie dann oft gan^e Familien in kürzester Frist, oft innerhalb eines halben Tages, mit dem Rotwendigsten die Wohnungen ver- lasfen mußten, das war gewiß nicht nötig und war vermeidbar. In dokumentarischen Veröffentlichungen ist in den letzten Monaten noch von einem deutschen Autor dargelegt worden, wie sich, im Gegensatz dazu, Deutschland während der Desahungs- zeit in Frankreich nach dem Friedensschluß von 1871 verhalten hat. Wir erinnern uns aber der langen S t r a s l i st e n , die fast täglich die Düsseldorfer Zeitungen in den ersten Jahren veröffentlichen mußten und der hohen, zum Teil exorbitanten Strafen, die da für meist nichtige oder geringe „Verfehlungen", man kann meist nur sagen: Versehen, verhängt wurden. Muhte doch feder Mensch Tag und Rächt, wo er ging und stand, auch wenn er garnicht bas besetzte Gebiet verließ, seinen Paß bei sich führen, Mann, Frau, Mädchen und Jüngling, und konnte er doch überall, auf der Straße oder in der Straßenbahn zum Dorzeigen des Paffes auf» gefordert werden und kostete die Dergeßlich- teit, den Paß zu Hause gelassen zu haben, doch gleich Hunderte von Mark an Strafe. Indessen haben am meisten die Geschäftsleute zu leiden gehabt. Ich will weniger von der Beschlagnahme vieler Geschäftsräume zugunsten französischer Geschäfte sprechen, sondern von zum Teil furchtbaren Strafen, von denen Geschäftsleute betroffen wurden, die für jedes normale Denken unschuldig waren. So wenn Buchhändler mit schier unerschwinglicher Geldbuße belegt wurden, weil, nachdem der Laden mit Wachen ringsum besetzt war, in irgendeinem Winkel eine uralte Hummer einer zur Zeit verbotenen Zeitschrift gefunden wurde. War es schon ein Kunststück, die fabelhafte Liste der jeweils verbotenen Blätter und Zeitschriften (sie wechselten wöchentlich und monatlich) zu beherrschen, so liegt es doch am Tag, daß man einen Geschäftsmann nicht deswegen bestrafen konnte, weil, ihm selber unbekannt, in einem staubigen Winkel vielleicht eine Hummer der Jugend 1914 oder 1919 gefunden wurde: und doch sind solche Bestrafungen immer wieder (mit Tausenden von Mark) erfolgt. Ungefjeure Listen von Bestrafungen für fehlende Preisauszeichnungen in den Schaufenstern (und wenn auch nur bei dem einen oder anderen Gegenstand der Preis fehlle) oder wenn ein Franzose mal glaubte, ihm sei ein Gegenstand im Laden zu teuer verkauft worden. Dabei haben wir noch garnicht gesprochen von den unzähligen Gefängnis- und sonstigen Freiheitsstrafen für ein unbedachtes Wort oder für das Singen eines Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) deutschen Liedes in gefchlofsener Gesellschaft. Da ' sind viele Opfer gebracht worden. Schlimm traten manche öffentlichen G e- bäude daran, vor allem die Tonhalle, der Ort der Düsseldorfer städtischen Ord citcr- und Musik- vereinskonzer.e. In den Restauralionsräumen der Tonhalle war zunächst ein Offizierskasino cin- gerichtet: allmählich nahmen die Franzosen die ganze Tonhalle bis auf den Kailersaal in Be- Nutzung: die Haupteingänge durften nicht mehr benutzt werden, ebensowenig der Rittersaal und der Verbindungssaal: so daß die Stadl gelungen war. von der Tonhal'.enstrahe einen besonderen Eingang für das Publikum für diese Konzerte zu bauen. Hun wurden aber nicht die Türen nach dem DerbindungSsaal geschlos'en. vielmehr hatten die Soldaten durch die Türen jeder- zeit Eintritt in den Kaisersaal: und sie kamen auch während der Konzerte herein, nicht etwa, um still zuzuhören, was ihnen ja gewiß und gern gegönnt gewesen wäre, sondern sie führten sich sehr oft sehr unschön auf, störten, fielen im „Scherz" von den Sitzen /— und bei all dem war dahinter, im Derbindungsfaal, ungefähr während des ganzen Konzertes störend- fter Lärm (der gewiß, wenn irgend ein Offizier das gewünscht hätte, vermeidbar gewesen wäre). In dieser Hinsicht habe ich mich über die französischen Offiziere sehr gewundert, -- daß nicht einer es in die Hand nahm, das ungezogene Benehmen der Soldaten abzustellen. Eine besondere Erschwerung brachte natürlich der R u h r k a m p f und in diesem ganz besonders die Abschnürung vom übrigen Deutschland: da lebten die schikanösen Methoden die gegen Ende 1922 nachgelassen hatten - wieder zu schönster Blüte auf. Das schlimmste mären die Pahschikanen, — davon weih ungefähr ein jeder hier ein furchtbares Lied zu fingen. Sie hörten auch nicht etwa sofort nach dem Riederbruch der Ruhraktion auf, als Deutschland sich besiegt erklärte. vielmehr waren beispielsweise noch Sommer 1924 Einreiseerlaubnisse schwer oder mit wesentlichen Unkosten zu beschaffen. Rachdem Bahn, Post wieder, ohne Kontrolle, in deutschem Betriebe waren, die fürchterlichen und schikanösen Zollschranken fielen, waren Reise und Verkehr erträglich. Aber wer einmal in Friedrichsseld oder Gerresheim oder Vohwinkel die Kontrollgrenzen passiert hat, mit langem Aufenthalt, während dessen jeder den Zug verlassen mußte, sich das bescheidenste Handköfferchen durchwühlen lassen mußte, — in langer Prozession der wird das noch eine geraume Weile in Erinnerung behalten. Es waren die Ausläufer der Aercr Poincarc- und doch — es ist das alles als das Verhalten eines immer noch feindlichen Volkes empfunden worden. Einen Sinn und Zweck, wenn auch einen unbeabsichtigten, aber doch guten, bat es alles gehabt: der rheinländische Separatismus war durch die ganzen Maßnahmen der Franzosen zur absoluten Un frucht- barkeit verdammt. Sehr viel gelitten hat auch das Schulwesen in Düsseldorf. Richt nur daß die Besatzung Schulgebäude für den Unterricht an französische Kinder beschlagnahmte, das wäre verständlich gewesen, — auch für andere Zwecke, militärische, sind viele Schulen beschlagnahmt gewesen, die nunmehr aber keineswegs gleich wieder in Benutzung genommen werden können, sondern erst in Stand gesetzt werden müssen. Denn auch da muß gesagt werden, was die Franzosen auch immer in Benutzung gehabt haben — — es bedarf In außerordentlichem Maße der Instandsetzung. Zu der seelischen Belastung, die getragen worden ist, kommen sehr hohe materielle Kosten für die Städte hinzu. Im Wohnungswesen war und bedeutete die Besatzung eine ungeheure Erschwerung der Wohnungsnot, zumal während der wirtschaftlich schweren Jahre in Düsseldorf sehr wenig gebaut werden konnte. So kann man es verstehen, wenn nun, nach dem Abzug der Besatzung, immerhin ein Auf- atmen ist. Freilich, drüben auf der anderen Rheinseite, stehen immer noch, im Stadtteil Obercassel, die Belgier. Qlber wir wollen hoffen, daß nunmehr, nach begonnener „Der- ständigungsdiskussion". die schroffen Methoden aufhören werden. Weil und wenn die Verständigung kommen soll, muß es erlaubt sein, zu sagen, daß unb warum die Besatzung rechtsrheinischen Gebietes falsch war, daß die Methoden einer großen Ration nicht würdig waren. Soweit und soviel kenne ich und weiß ich von der Seele der Rheinländer, daß das Gefühl, noch immer Feind gegen Feind zu stehen, nicht zuerst bei ihnen war. Das ist gekommen, als Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort besetzt wurden, mehr noch, als das ganze Ruhrgebiet besetzt wurde: und durch die dann einsetzenden wirtschaftlichen und Verkehrskalamitäten hat es sich dann festgesetzt. Dies Gefühl abzubauen, wäre nun mehr Aufgabe der Franzosen als der Deutschen, wenn sie bei den zu erwartenden Verhandlungen deutlich dokumentieren würden, daß die erstrebte Verständigung --wirklich eine fei. So ist es zu verstehen, wenn die Bevölke- rung der vordem besetzten Städte nach dem Abzug der Besatzung in elementarer Weise ihre Freude äußerte. Das soll man recht verstehen, wenn Glocken geläutet wurden, Fahnen gehißt wurden, Menschenmengen spontan anfingen zu fingen. Düsseldorf, vielfach Durchaangsstation für die Befayungstruppen, hat ein Dollgerütteü Maß der Beschwernisse ertragen; und hat es nun hinter sich: hoffentlich auf Rimmerwieder.'ehr. Die Stadt mit ihren schönen Anlagen, mit ihren so viel belaubten Straßen (mehr als in allen anderen Städten des Westens), rüstet zu großen Deran- ftaltungen und Erweiterungsbauten der nächsten Jahre. Die große Ausstellung für G e - sundheitspflege. speziale Fürsorge und Leibesübungen ist in regster Vorbereitung und verspricht Außerordentliches. Es scheint ein Wille vorhanden, in regster Arbeit in den nächsten Jahren manches Versäumte nachzuholen. Wenn im geistigen und kulturellen Geben und Zusammenleben manches zu wünschen übrig blieb, so bringt nun, nachdem der Druck langer Jahre von uns genommen ist, die Zukunft hoffentlich eine stärkere Zusammen- faffung und Zufammenführung aller schöpferischen Kräf,te, die hier tätig sind, aber auch hier noch schlummern. Aus 0er 'Provinz. Kreis Schotten. □ Laubach. 26. Aug In unserem Bericht in Rr 198 vom Dienstag 25. d. M.. wurde berichtet. daß Stafettcnlau! die Realschule unterlegen sei. Diese Meldung ist dahingehend zu berichtigen, daß die Realschüler über die Stabt- schiller siegreich waren. ~' Laubach. 26. Aug Das Programm der diesjahrgen Zusammenkunft alter Laubacher Pennäler, die am tommenben Samstag und Sonntag hier stattfinden soll und womit eine kleine Jubiläumsfeier ber vor 50 Jahren erfolgten Gründung des Gymnasiums verbunden wird, ist nunmehr endgültig festgesetzt worden. Am Samstagabend 8* t Uhr findet im .Solmfcr Hof" ein Degrühungsabend statt. Hierbei wird Oberstudiendirektor Dr. Hugo Müller- Offenbach. ber von 1907—15 hier als Gymnasialdirettvr wirkte, eine Rede über den Wert der humanistischen Bildung halten. Am Sonntagmorgen ist Kirchgang, wobei Oberkirchenrat W a g n er . Superintendent von Oberbeff en, der von 1883 88 das hiesige Gymnasium besuchte, die Predigt hallen wirb. Daran schließt sich eine Gedächtnisfeier zu Ehren des Gründers des Gymnasium«. bc8 Grafen Friedrich, an dessen Denkmal. Mit der Rede ist Professor Dr. Roeschen, der von 1884 bis 1904 am hiesigen Gymnasium wirkte, betraut worden. Für den Rachmittag ist ein gemeinschaftlicher Ausflug der Feftteil- nehmer und der Einwohner auf den Ramsberg vorgesehen, wobei die gutgeschulte Laubacher Feuerwehrkapelle konzertieren wird. Am Abend findet ein Abschiedstrunk im „Solmfer Hof" statt. Es sind sehr zahlreiche Anmeldungen, insbesondere der allen Jahrgänge, zur Teilnahme erfolgt. !*! Dom Vogelsberg, 25. Aug Der Heftor der Lehrer Ober Hessens ist in dem abgelegenen Gebirqsdorse Helpershain bei Ulrichstein in der Person be« Lehrers i. R. Presser gestorben. Presser hat fast seine gesamte Lehrtätigkeit in Helpershain verbracht, so daß die gesamten Einwohner seine Schüler waren. Er war zugleich Organist und Gehör und hielt als solcher allsonntäglich den Gdttesdienst ab. Daneben stellte er sich als Dirigent des Gesangvereins auch in den Dienst der Dolksbildunq und gab den Bauern bei Landwirtschaft und Obstbau manchen Wink. So war er im wahren Sinne des Wortes ein unermüdlicher Kulturträger, der seinen Vogelsberg und seine Bewohner über alles liebte. An seiner Beerdigung nahm die ganze Gemeinde, zahlreiche Bewohner der Rach- barfebaft, die Gehrer des Vogelsberg und die Schulkinder und Vereine teil. Pfarrer Guft gab ein treues Bild des pflichtbewußten Gehrers und Vaters seiner Gemeinde. Gehrer Dreitwieser aus Ulrichstein widmete dem Verstorbenen einen warmen Rachruf. Presser hat von 1855—57 das Gehrerseminar zu Friedberg besucht und trat mit 19 Jahren in den Lehrerberuf. Mit ihm scheidet ein Stück Vogelsberg dahin. lg. Gedern, 26. Aug. Wahrend des gestrigen Marktes ereignete sich im Lause des Vormittags ein bedauerlicher Unglücksfall. Das Pferd eines Fuhrwerks aus Gelnhaar scheute und sauste mit einem Telle des Wagens den etwas abschüssigen Marktplatz in vollem Galopp herunter. Die zehnjährige Tochter des Kaufmanns Samuel Vöhl von hier kam zu Fall und geriet unter das herrenlose Gefährt, so daß sie bewußtlos vom Platze getragen wurde. Glücklicherweise sind die Verletzungen nicht so schwer, wie man anfangs vermutete. Der sofort zu Rate gezogene Arzt stellte eine leichte Gehirnerschütterung fest. Hur der Geistesgegenwart der übrigen in der Höhe befindlichen Marktbesucher war es zu verdanken, daß größeres Unheil verhütet wurde. Man sollte seitens auswärtiger Markt- besucher erwarten können, daß bespannte Fuhrwerke nicht ohne genügende Aufsicht gelassen werden, besonders dann, wenn es sich um Tiere handelt, die bei geringen äußeren Anlässen durchgehen und dann ihre Umgebung in Gefahs bringen. Kreis Wetzlar. XX Wetzlar, 25. Aug. Die Beteiligung ehemaliger 88er an der Feier in Lüdenscheid war auch aus dem hiesigen Kreise sehr groß. G Krofdorf, 24. Slug. Gestern stand unser Ort im Zeichen eines Iugendsesles für die Kleinen, wie unser Ort noch feine gesehen hat. Fast die ganze Einwohnerschaft war auf den Beinen, als um 2 Uhr der Zug, an dem sich etwa 300 Kinder mit ihren Lehrern und, gefolgt von (Eltern und der übrigen Einwohnerschaft, sich nach dem nahen Walde, unter Vorantritt der hiesigen Musikkapelle, bewegte. Nach Ankunft auf dem in den Roten Gräben liegenden Platze hielt Lehrer Binde- w a l d eine kleine Begrüßungsansprache. Es folgten von den Lehrern eingeübte Gesangstücke, Reigen, Märchenstücke (Dornröschen) u. a. m. (Ein Kletterbaum war errichtet, woran sich die Buben Würstchen und Brezeln selbst herunterholen mußten. Am Schlüße der Kinderspiele wurden Brezeln, Brötchen und Würstchen unter die Schulkinder verteilt, und eine photographische Aufnahme hielt fast alle Anwesende auf der Platte fest. Um 6 Uhr wurde unter klingendem Spiel der Heimweg angetreten. Allgemein wurde der Wunsch laut, jedes Jahr auch für unsere Kleinen ein Fest zu feiern, nur müßte die Jahreszeit etwas früher gewählt werden, etwa Mai ober Juni. !*! Dutenhofen, 26. Aug. Heute fand hier die 25jährige Jubelfeier des evangelischen Dereinshauses statt. Die Festpredigt hiell Pfarrer Heider-Dorlar. Als weiterer Redner sprach der Sekretär OeUenberg von der christlichen Gemein- schäft aus Elberfeld. Unter den Musikvorträgen des hiesigen Posaunenchors und des Mandolinen- klubs nahm die Feier einen würdigen Verlauf. T Haunhei m, 25. Aug. Gestern fanden hier unter Leitung des Lehrers S ch r u p P-Wald- girmes die Reichsjugeridwektkärnpfe für den südlichen Teil des Kreises Biedenkopf statt. Erschienen waren 423 Schüler der drei oberen Jahrgänge, die weit entfernten auf Wagen, und zehn Schüler des 5. Schuljahres aus Königsberg und Rodheim. Davon erreichten im Dreikampf (Lauf, Weitsprung. Schlagballwurf resp. Gerwurf) 250 Schüler die Punktzahl 40 und darüber und gingen als Sieger hervor. Außer den üblichen Kränzen und Eichblättern wurden die ersten Sieger jeder Gruppe mit prachtvollen Blumensträußen ausgezeichnet, welche in dankenswerter Weise die hiesige Gärtnerei Kern u. Sv. zur Verfügung gestellt Donnerstag, 2t. August (925 hatte. Rachdem am Mittag die Kinder am Platze mit Kaffee gespeist worden waren, fanden bi« Freiübungen, getrennt nach Knaben und Mädchen, statt, an tveich? sich der Massenchvr „Denn ich den Wandrer frage" unter Leitung des Haupt- lehrerS Feix- Hermannstein anschloh. Rach einer kernigen Ansprache des Lehrers Langen- s i e pen von hier, nach welcher alle Versammelten das Deutschlandlied anstimmten, mußte wegen deS inzwischen stärker gewordenen RegenS zum Saalbau Wagner geflüchtet werden, wo die PrriS- verteilung stattfand. d. Lützellinden, 26. Aug. Der Gemein- berat fetzte ben Haushaltsplan für 1925,26 in Einnahme unb Ausgabe auf 67 400 Mark fest. — Zur Deckung ber laufenben Gemeindebedürfnisse wird eine Umlage von 120 Proz. auf tue staatlich« Steuer vom Grundvermögen erhoben. Der Antrag, einen Zuschlag von 150 Prozent zu erheben, wurde mit Stimmenmehrheit a('gelehnt. — Für außerordentliche Wegebauten soll eine Anleihe von 5700 Mark ausgenommen werden. — Zum Flurhüter unö Wegewärter wurde Iohs. Luh, Hs.-Nr. 135, gewählt. — Die von der Forstverwaltung auf- gestellten Hauungs-, Kultur- und Rebennutzungs- plane rourben gutgeheißen. — Die Grasbrücke soll instandgesetzt werden. — Die Anrechnungswerte für die Lehrerdienstwohnungen wurden anderweit festgesetzt. b. ©rofjredjtenbadi, 26. Aug. Ein bei der hier zur Zeit tätigen Dreschmaschine beschäftigter Arbeiter geriet, als er bei ber im Gang befindlichen Strohpresse einen kleinen Manael beseitigen wollte, mit dem linken Arm in eine Bindenabel unb zog sich hierbei eine erhebliche Verletzung zu. m. Kleinrechtenbach, 26. Aug. Richt feiten hört man Klagen über das Werfen von Gegenständen nach in der Fahrt befindlichen Autos unb sonstigen Kraftfahrzeugen. So würbe auch am Sonntagabend nach einem am hiesigen Orte vorbeifahrenden, auf der Fahrt nach Wetzlar befindlichen Personenauto geworfen, wobei ein Insasse am Kopse getroffen wurde, glück- licherweise, ohne nennenswerten Schaden bavonzu- tragen. Der Täter, ein 16 Jahre alter Bursche, ist ermittelt und sieht seiner Bestrafung entgegen; er will mit einem Apfel geworfen haben, während nach den Aussagen des getroffenen Autofahrers der Wurf mit einem Stein erfolgt ist. d. Niederkleen, 26. August. Der G e • metnberat hat die Aufnahme einer A n - leihe bei der Landesbank ber Rheinprovinz zu Düffelborf für ben Bau einer Wasserleitung be- schlossen. Mit beni Bau der besonders auch aus hygienischen Gründen sehr notwendigen Anlage soll sofort nach Zurverfügungstellung des Geldes begonnen werden. — Gegen die Hauungs- und Kulttirverbesserungspläne fanb der Gemeinderat nichts einzuwenden. Die Abgabe von Gras im Wege der Rebennutzung soll jedoch gegen Bezah- lung erfolgen. — Für Kultur unb Wegeunterhaltungsarbeiten wurde ein Nachtragskredit von 200 Mark bewilligt. d. Münchholzhausen, 26. Aug. Aus der Sitzung des Gemeinderats über die Beratung des Haushaltsplans für das Rechnungsjahr 1925— 26 ist zu berichten: Die vom Schulvorstand beantragten Arbeiten in den Schulhäusern wurden genehmigt bis auf die Errichtung eines Fremdenzimmers in der neuen Schule, für welches Mittel nicht zur Verfügung stehen. — Ferner wurde die Anstellung eines Totengräbers beschlossen. — Der Haushaltsplan wurde in Einnahme und Ausgabe auf den Betrag von 36 400 Mark festgesetzt. — Zur Deckung der laufenden Gemeinbeausgaben wirb eine Umlage von 250 Prozent auf ble staatliche Steuer vom Grundvermögen erhoben. — Dem Verkaufe eine Bauplatzes an einen Ortseingesessenen wurde zugestimmt. — Dem Kreisziegen, zuchtoerein wurde mit einem Jahresbeiträge von 2 Mark beigetreten. d. Vollnkirchen, 26. Aug. Die hiesige Ge- meinbe erhebt auf die staatliche Steuer vom Grundvermögen einen Zuschlag von 125 Proz. — Der Haushaltsplan für 1925/26 wurde vom (9emeinberat in Einnahme und Ausgabe auf 18 960 Mark festgesetzt. — Der Verbindungsweg Volperts- hausen—Weidenhausen—Wetzlar soll innerhalb ber hiesigen Gemarkung ausgebaut unb zu bem Aus- bau eine staatliche Beihilfe beantragt werben. Der Ausbau soll innerhalb brei Jahren durchgeführt werden. — Fortdilbungsschulunterricht sott mit Rücksicht auf die geringe Schülerzayl in diesem Winter nicht gehalten werden. d. Weidenhausen, 26. Aug. Die hiesige Gemeindevertretung hat den Haushalts- plan für 1925 26 in Einnahme und Ausgabe auf ben Betrag von 8560 Mark festgesetzt. — Auf ble staatliche Steuer vom Grundvermögen wirb ein Zuschlag von 125 Proz. erhoben. XX Kahenfurt, 25. Aug. Die hiesige Gemeinde hat für ihre gefallenen und vermißten Helden am nahen Waldrand ein herrliches Denkmal Herstellen lassen, welches nächsten Sonntag seine Weihe erhalten soll. Starkenburg un. Rheinhessen. ** Darmstadt. 25 Aug. Die Untersuchung in der Angelegenheit des Leichenfundes im Walde bei Darmstadt hat bis jetzt weder eine Feststellung der Persönlichkeit der Ermordeten noch Mörders ergeben. Man nimmt an, daß die Leiche vielleicht von einem weit entfernten Ort im Automobil nach der entlegenen Stelle im Walbe gebracht worden ist. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt ein Ausschreiben erlassen und für die Ermittelung des Täter- eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt. Mainz. 25. August. 'Zur Bekämpfung des wilden Lastkraftwagenverkehrs, der der Eisenbahn einen recht beträchtlichen Teil ihres Verkehrs abgenommen hat, beabsichtigt die Reichsbahndirektion Mainz ab 1. Sep- t e m b e r einen eigenen Ärafttoagen- verkehr Mainz — Kastel — Kostheim — Gu- stavsburg — Rüsselsheim — Frankfurt und umgekehrt einzurichten. Wirtschaft. • Geldnot der Linke-Hofmann- Werke. Rach einer Meldung aus BreSlau haben die Linke-Hofmann-Lauchhammer-Werke bei dem Magistrat von Breslau ein Darlehen von 8 Millionen Mark beantragt, mit der Begründung, daß sie ohne Hilfe von feiten öffentlicher Hand umfangreiche Arbeiter- entlaffungen vornehmen müßten. * Ueoer das Vermögen der Firma Wasch» mittelwerk Leiselheim, G. m. b. H. m Leiselheim wurde das Konkursverfahren eröffn nei. Forderungen sind bis zum 29. Oktober beim Amtsgericht in Pfeddersheim anzumelden. — Lieber das Vermögen der Firma Jakobi und Roth, Metallwarenfabrik zu Offenbach !Main) wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 26. September beim Anusgericht Offenbach anzumelden. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Schlug. Kur, SchluhK. Abena» börje Schluh. Rurs 5»ru6N Mittag bStle Datum: 25. 8. 26 8. 25. 8. 26 8 5% Deutsche NeichSanleihe . 0.1775 0.171 0.1875 0.1725 4°,,3 Deutsche NeichSanleihe . — 0,28 0,320 0,3025 3‘Deutsche Reichsanleihe 0.31 0,27 0 315 0.29 3°/,. Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Sparprämieuan leihe 0,67 0.10 0,125 0 70 0,115 0.61 0,1225 4°/o Preußische Konlols . . . 4% Hessen.........• 0.28 — 0.28 0,25 0,22 0,28 0,30 0 29 3V/« Hessen.......... — — — — 3°/0 Hessen......... 0,345 0,245 0,265 0,25 Deutsche Werth. Dollar-Anl. 89.5 ->9,8 91.75 91.75 d«o. Doll Schatz-Anweisug.') '4.25 94,6 94,8 94 6 40/<> Zolltürken......... <.35 6.35 6.4 6.2 5% Goldmexikaner..... 35.5 38 - 39,75 Berliner Handelsgesellschaft ■ Commerz- und Privat-Bank 125 96 125 95.5 95?5 126.25 95,5 Tarmst. und Nationalbank . 113.25 lli 113,25 113 Deutsche Bank......... 113.7.) 113 113,62 113 Deutsche Pereinsbank .... — — — — DiSconto Commandit ... 104 103.25 103 75 103.25 Metallbank........... 80.5 80,5 — — Mitteldeutsche Creditbank. . 93,5 93,5 93.5 92.75 Oesterreichische Lreditanstalt. 7,4 ..4 .4 7,4 Weltbank............ 0.06 0.06 0.05 0,05 Bochumer Guß........ 63 62 63.13 62,25 BuderuS........... 40 38.5 39,5 38.75 Laro ............ 36 35 36 35,2.5 Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 61,5 50.25 63 51 61.4 50.5 61,25 48.62 Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... 95 119,5 86 120 96 120.25 93.1 119,4 Kaliwerk Westeregeln..... »36 138,5 20 6 20,5 Laurahütte........... 35 33,6 33.62 32 Oberbedarf........... 37 36,8 35.9 36.13 Phönix Bergbau ...... Rheinuahl........... Riebeck Montan........ 68,25 54 69.25 54,75 69,7 54 67,5 53 73.5 73 74,5 73,5 Tellus Bergbau. ...... 46 46 — — Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... 54,5 53.4 54,25 51,5 55 53,75 53 52,35 Lheramische Werke Albiu . . — — _ Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... 65.75 66 — — 55,13 54.5 55,5 55 5 Anglo-Cont.-Guauo..... — — 90 25 90.13 Badische Anilin........ Che milche Mayer Alapin . . 124,25 124,25 124 75 123,75 0.4 0,4 — — Goldschmidt......... 72 70,5 120 72 69.75 Griesbeimer Electron .... 121 121 118,5 Höchster Farbwerke...... 121,5 120.5 120,6 119.5 Holzverkohlung........ 4.1 50.5 Rütgerswerke . ........ 64 — 62,75 62,25 Scheideanstalt ........ 96,25 96,13 Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 96 96,25 96.25 93.3 Bergmann........... Mainkraftwerke........ 70,3 74 70 76 71,75 70,5 Schuckert . . ......... 57 58 55,62 55 Siemens & Halske ...... 76,4 <5,5 76,5 75,5 Adlcrwerle Kleyer...... 48.5 48 48.5 48 Daimler Motoren....... 39 38 39 39 Heyligenstaedt......... 28 27 — — Btearnn............. 37 37 36 36 Motorenwerke Mannheim — 54 54 Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . 0.4 0,825 0,4 0,755 — Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union A -G. - ..... Schuhfabrik Her;...... 100.5 63.25 33 9 100 63.25 37 64 35 63,75 36.5 Sichel.............. Zellstoff Waldhof...... 19.25 9.3 17 9 25 19 ■3,35 17 9,13 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . S8 59,1 >6 56 56 Berliner Börse. (Eigener Drcchtberichl des .Gießener Anzeigers".) Berlin, 26. Aug. Es mangelte der Börse heute an jeglicher Anregung. Die Deckunaskäufe haben aufgehört und auch die gestern vorgelegenen Kaufaufträge seitens der Banken kundschaft, namentlich der ausländischen, fehlen. Infolgedessen - übertrug sich der lustlose Verlaus des gestrigen Abendverkehrs auf die heutige Dürfe, die in matter Tendenz eröffnete. Die Platzspekulation ' benutzte diese Lage zu neuen Handabgaben, namentlich in Montanwerken. Hier verstimmten vor 1 allem die ungünstigen Auslasiungen der rheinischen - Stahlwerke und die nunmehr endgültig erfolgte Ablehnung der kürzlich gefällten Schieds- \ spräche durch die R u h r b e r g a r b e l t e r , ferner die aus allen Teilen des Reiches gemeldete weitere Verschlechterung der A r b e i t s m a r k t- läge. Diese Momente trugen zur Zurückhaltung des Publikums bei und gaben der B a i s s e - S p e- kulation eine Stütze. Demgegenüber vermochte sich die anhaltend leichte Lage des Börsenmarktes nicht auszuwirken. Hier haben sich die Sätze trotz des herannahenden Ultimos noch nicht erhöht. Tägliches Geld unverändert 7$ bis 9 Proz., Monats- Frei geworden. Erzählung von Klara Prieß. 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Da ließ Anna alle weiteren Pläne. Denn zu der Zeit war, was Max Broken schrieb, ihr Gesetz und Offenbarung. Sie hielt auch bei ihm noch für Liebe, was doch in der Hauptsache Stolz, Egoismus und Herrschsucht war, denn Max Braten wollte hoch hinaus. Er hatte sich sein Leben in München frei und schön gestaltet. Die gedrückte Atmosphäre, in der Anna leben muhte, all dies Reden und Quälen ums tägliche Brot verletzten ihn persönlick als unwürdig und unschön. Und seine Braut in abhängiger Stellung bei fremden Leuten zu wissen, war ihm ein peinlicher Gedanke. Seine Besuche fielen immer kurz und flüchtig aus, wenn er in diesen Jahren auf der Durchreise nach Krüxow die alte Stadt passieren muhte. Jede Geldunterstützung hatten die Frauen abgelehnt, und zu der vornehmen, stillen Art, ihnen zu helfen, die Max Braken dann vorgeschwebt, wollte es auch nie kommen, denn das Bargeld war knapp auf Krüxow, und er hatte Mühe, das Nötige für sich herauszu- ziehen. Don einer öffenllichen Verlobung, wenn er das Referendarexamen bestanden, konnte längst nicht mehr die Rede sein, denn mit der trockenen Juristerei hatte Braken sich nicht befreunden können, und nach einem kurzen Anlauf im ersten Semester für immer Schluh mit diesen Zukunftsplänen gemacht. Er studierte dann Literatur und Geschichte und wollte sein philologisches Examen machen. Aber auch hier lag seiner Neigung und Begabung eigentlich nur das ganz Neue, Moderne, und ein Dasein als späterer Gymnasial-Oberlehrer schien ihm so wenig reizvoll, dah es zu ernhasteren Studien auch hier nicht kam. In dem Kreise junger, begabter Menschen, dem Max Braken in jenen ersten Münchner Jahren an- gehörte, galt es auch zum outen Ton, nicht an Zu- kunftsversorgung und Brotstudium zu denken. Alles Literarische, Aesthetische wurde hier so hoch eilige- wertet, schien so wichtig und lebenausfüllend, daß etwaige andere und praktische Interessen kleinlich und lächerlich wurden. Das war Master auf Max Brakens gelb 10$ bis 11$ Proz., letzteres mehr nominell. Im internationalen Devisenoerkehr trat in den französischen und belgischen Frankenkursen nach der Stabilität der letzten Tage wieder eine Abschwächung ein, die verschiedentlich mit dem recht ungünstigen Eindruck der französischen Antwortnote in Berlin in Zusammenhang gebracht wurde. Paris stellte sich gegen London auf 104, Brüssel gegen London auf 107,60. Die gestern eingetretene Befestigung des Lire- Kurses ging ebenfalls wieder verloren. Mailand stellte sich gegen London auf 131. Eine weitere leichte Besserung zeigten dagegen nordische Währungen, und zwar hörte man Oslo gegen London mit 25,22 und Kopenhagen gegen London mit 20,18. Die deutsche Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,40, Paris 5,09, Amsterdam 59,05$. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (Sn Billionen Mark auSgedrückt. BneuoL-StrrS, London, Neu- vork, Sewan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien nnd Vudavest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewahr.)______________ 25 August 26 August Amtliche Geld stoti rung Bries Amtliche Notierung Geld Brief Amst.-Ron 169.11 169,53 169,01 169,51 Buen -Aires 1.692 1,696 1,690 1.694 Brss.-Antw 19 06 19,10 18,9 * 1 * * * 19,03 Christiania. 80.30 80,5» 81,40 81,60 Kopenhagen 100,67 100,93 101,87 102,13 Stockholm - 112,73 113,01 10,71 112,66 112,91 Helstngfors- 10,57 10,57 10,61 Italien. . . 15,81 15,85 15,65 15,69 London. . -'0,379 20,431 20,379 20,431 Neuyork . . 4.195 4,205 4,195 4,205 Paris.... 19,74 19,78 19.635 19,675 Schweiz . . 81.21 81,41 81,26 81,46 Spanien . . 60.38 60,54 60.38 60.54 Japan . . . 1.708 1,712 1,712 1,716 0.520 Rio de Jan. Wien in D-» 0 518 1.520 0,518 Qest. abgeft. >9,12 59,26 12,47 39,12 59,26 Prag .... 12,43 12.43 12.47 Belgrad . . 7,50 7,52 5,91 7,505 7,525 Budapest. . 5,89 5.895 5,915 Bulgarien 3.03 3,04 3.03 3,04 Lissabon 20 825 20.875 -0,8*5 20,875 Danzig. . . Konstantin- 80 80 81.00 80.80 81,00 2.435 2,445 2.42 2,43 Athen. . . 6 53 6.55 7.415 6.435 Banknoten. Berlin, 25. August- Geld Brief Amerikanische Noten..... 1.21 4,23 Belgische Noten........ 18,90 19,00 Dänische Noten........ 101,74 102,26 Englische Noten.....; .. 20,37 ;O,47 Französische Noten...... 19,71 19 81 Holländische Noten...... 168,58 169.42 Italienische Noten...... 15,76 15,84 Norwegische Noten...... 81.15 81,55 Deutsch-Oesterr-, ä 100 Kronen 59.04 59.34 Rumänische Noten...... — —— Schwedische Noten...... 112,37 112,93 Schweizer Noten....... 81,25 81,65 Spanische Noten....... 60.10 60.40 Tschechoslowakische Noten . . 12,39 12.45 Ungarische Noten....... 5,84 5,88 Frankfurter Abenddörse. Frankfurt a. M. 26. Aug. Die Abenb- börse verzeichnete feste Haltung, namentlich für chemische Aktien, in welchen einige Meinungskäufe das Geschäft etwas belebten. Am Montanmarkt setzten sich die Deckungen für Phönix und Deutsch-Luxemburg fort. 3m allgemeinen erfuhr die Festigkeit der Aachbörse eine Fortsetzung. Deutsche Anleihen waren vernachlässigt. Die Abendbörse schloß in fester Haltung. Deutsche Anleihen: 4prozentige Schutzgebietsanleihe von 1913 3700, 4prozentige do. von 1914 3700. Ausländische Renten: 5proz. Goldmexikaner 38, 5prvz. Silbermexikaner 14,75. Bankaktien: Allgemeine Deutsche Creditanstalt 80, Berliner Handelsgesellschaft 126, Darmstädter Dank 113, Deutsche Dank 113, Discontogesellschaft 103,25, Dresdner Dank 101, Mitteldeutsche Credilbank 93,50, Reichsbank 125, Oesterreichische Kreditaktien 7,40. Montanaktien: Deutsch-Luxemburg 63, Gelsenkirchen 51, Harpener 86, 3lse Bergbau 90,50, Mannesmann 63,75, Mansfelder 66,25, Phönix 69,25, Rheinstahl 54,75, Kali Aschersleben 120, Kali Westeregeln 138,50. Chemische Aktien: Dad. Anilin 124,25, Chem. Griesheim 120, Scheide- anstalt 96,12, Elberfelder Farben 120,75, Goldschmidt 70,50, Höchster Farben 120,50, Holzverkohlung 50,50. Schiffahrtsaktien: Hapag 54,25. Industrieaktien: Adlerwerke Kleher 48. AEG. 96,25, Dyckerhoff 31, Elektrisch Licht und Kraft 98,50, Eßlinaer Maschinen 35, Holzmann 54,50, Gebr. Iunghans 65, Lahmeyer 69,50, Lechwerke 72,25, Schuckert 58, Der. chem. Industrie Frankfurt 51, Wahß und Freytag 68,50, Badischer Zucker 56. Offsteinzucker 53, Löwenbräu München 174. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtberichi des „Oiefcener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 26. Aug. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer neuer Ernte 23 bis 23,25, Roggen, inländischer neuer Ernte 18,75 bis 19, Sommergerste für Brauzwecke neuer Ernte 26 bis 27, Hafer, inländischer neuer Ernte 20 bis 20,50, Mais, gelb 21 bis 21,50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 39,25 bis 39,75, Roggenmehl 27,50, Weizenkleie 11,25, Roggenkleie 11,75. Tendenz: Flau. Berlinsc Prv'our--' ss. Berlin, 26. Au. Der Produktenmarkt war bei ruhigem Geschäft erholt, da das Angebot zurückging. Dabei war Terminware stärker erholt als effektive. Es notierten pro 1000 Kilogramm: Weizen (märt.) 217 bis 220, Mecklenburger 213 bis 215, Weizen (September) 23572 bis 236, Weizen (Oktober) 246. Weizen (Dezember) 256, Roggen (mark.) 165 bis 172, Roggen (Sept.) 184, Roggen (Oft.) 194, Roggen (Dez.) 205 bis 202, Roggen (pomm.) 155 bis 163, Roggen (mecklenb.) 160 bis 165, Gerste (märk.) 230 bis 258, Futtergerste 180 bis 185, Hafer (märk.) 167 bis 175, Hafer (pomm.) 160 bis 167, Hafer (Sept.) 176, Hafer (Oft.) 183 bis 184. Hafer (Dez.) 189 bis 190, Mais (loko Berlin) 214 bis 218, Raps 355 bis 360; für je 100 Kilogramm: Weizenmehl 30.75 bis 33.75, Roggenmehl 24.25 bis 25.75, Weizenkleie 13.00, Roggenkleie 12.60, Biftoriaerbsen 26.00 bis 33.00, Futteverbsen 21.00 bis 23.00, Wicken 26.00 bis 29.00, Lupinen (blau) 12.50 bis 14.00, Rapskuchen 16.10 bis 16.30, Leinkuchen 22.80 bis 23.00, Trockenschnihel 12.00 bis 12.30, Torfmelasse 9.50, Kartoffelflocken 21.00, Zucker 21.80. Bücherlisch. — D r. Richard Krebs: Der Bauernkrieg in Franken 1 525. (ZwischenNeckar und Main. Heimatblätter des Dezirksmuseums Buchen. Herausgegeben von K. Trunzer. 70 S. 1,50 Mk.) Die Darstellung des Bauernkriegs in Franken 1525 von Archivrat Dr. Krebs ist nicht nur eine einwandfreie gelehrte, weil auf jahrzehntelanger sorgfältiger archivalischer Forschung beruhende, sondern auch eine wahrhaft volkstümliche und weitaus das Beste von all dem vielen, was anläßlich der 400jährigen Wiederkehr der Bewegung über ihre Ursachen, Forderungen und ZiÄe, Verlauf und Folgen geschrieben worden ist: ebenso lehrreich wie fesselnd für jeden Volks- und Geschichtsfreund. 489 — Führer durch das HessischeVer- sicher u n g sg e s etz für gemeindliche Beamte von H. Erb, Direktor der Hess. Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte zu Darmstadt. In dem im Selbstverläge des Verfassers erschienenen Buche sind die einschlägigen Bestimmungen in übersichtlicher Weise bearbeitet und mit Erläuterungen und Beispielen versehen. Versicherungsnehmern und Anstellungskörperschaften toiti> damit ein unentbehrlicher Ratgeber gegeben, der sie ohne Mühe jede erforderliche Auskunft finden läßt. 490 — Wichtige und interessante neue Winter- stoffe sind nach dem „Baza?" fellartiae Mantelstoffe, Gobelinstoffe und wollene Kleiderbvokate. Man wird Samt mit Spitzen, und Wolle mit seidenen Geweben zusammen verarbeiten und am Abend viel Chiffon unb Spitzen tragen. Auch Metallborden und bunte Plauener Stickereiborden ftrtb Besatzneuheiten. Der Mantel scheint im kommenden Winter die größere Rolle zu spielen, er ist zahlreicher vertreten als das Kostüm, dessen Jacke kürzer geworden ist. Auch Mantellleider werden wieder getragen. Die eigenartigen, zeitlosen Kleider schlichten Sti-ls, die das neue „Dazar"-Heft außerdem bringt, kommen gewiß einem Bedürfrris nach Vereinfachung der Tagesmode entgegen. — Francs als Graphike r". Ein Weg zum wirklichen Naturbild, herausgegeben von Rud. Engel-Hardt, Leipzig (Walter Seifert, Verlag, Stuttgart-Heilbronn). — Francs, der Darsteller der großen Gesetze des Seins, an Größe und Mut des Wurfes nur Oßmald und Spengler vergleichbar, ist vielleicht berufen, Leitstern der Menschheit eines Verfallzeitalters zu werden. Dieses Buch gilt France dem Naturschiiberer, ber bie Pflanzen ben Schulen, bie Berge einer ganzen Bergsteigergenera, tion schenkte, es zeigt ihn, wie er bie wissenschaftliche Wahrheit in seinem Wirklichkeitssinn künstle- Mühle. Wohlig plätscherte er mit und ahnte nicht, baß er nur mit bem großen Strome ging, währenb er lauter „Persönliches" unb „Eigenstes" zu tun unb zu schreiben glaubte. Es kostete noch viel Zeit unb manche harte Stunbe, ehe Ätax Braken begriff, baß er nicht original unb selbstschöpferisch begabt war, auch wenn ihm hin unb roieber eine Skizze ober ein Vers glückte unb in einer Zeitschrift zum Abbruck anoenommen würbe. Darin sah Anna bald klarer, unb Tante Lotte, bie zu lesen verstand sorgte auch dafür, baß sie sich keine Illusionen über Brakens schriftstellerische Lorbeeren machte. So geschah es ganz langsam, baß Anna ben Glauben an Max Braken unb seine Fähigkeiten verlor. Dazu kam, baß ihr eine lebensausfüQenbe Arbeit all bie langen Jahre hinburch gefehlt hatte. Sie hatte ihre Jahre verträumt. Unb weil sie sich mit Recht sagen konnte, daß sie es an Liebe nie hatte fehlen lassen, kam sie langsam dazu, die Oebe unb Leere biefer Jahre auf Max Brakens Konto zu setzen unb alles auf feinen Mangel an Liebe unb ernstem Pflichtbewußtsein zu schieben. Je mehr Zeit sie verbrauchte, baruber nachzugrübeln, um so weniger schien ihr zu werden, was seine Briefe unb kurzen Besuche ihr boten, um so mehr verblaßte ber Golbschein ihrer jungen Liebe unb ber Glaube, an seiner Seite in ber Zukunft ihr Glück zu ftnben. Aber ein anbres kam lang am an bie Stelle ihres jungen Glaubens unb Hof ens: bie Sehnsucht nach ber eignen Häuslichkeit, bie iyr lebenausfüUenbe, glüefbringenbe Arbeit geben mußte. Wenn sie jetzt in guten Stunben noch Zukunftspläne machte, so war es kein verliebtes, verträumtes Liebesglück mehr, was sie vom Leben wollte, es war nur Sorgen unb Schaffen für bas eigene Heim. Das waren Anna Scyumanns eigene Gebauten, seit Not unb Zeit sie zum Weibe hatten reifen lassen. Aber auch zu so viel Zukunstshoffen reichten ihr heute Kraft unb Mut nicht mehr. Sie saß auf bem alten Fensterbrett in bem Korblehnstuhl mit ben verblichenen, roten Leinenkisten. Die Sonnenstrahlen kamen von draußen herein, aber es war nur bie Herbstsonne, bie ein paar letzte, kühle Strahlen schickte. Hier auf bem Fensterplatz hatte Anna manche Stunbe biefer langen Jahre gesessen. Ihre Mutter, bie in letzter Zeit viel kränkelte, ruhte meist auf bem roten Plüschsofa, bas als letzter Rest von Tante Lottes „kalter Pracht" noch im Zirner stand. Tante Lotte hatte ihren alten Fensterplatz im Nebenzimmer behalten, „wo man die Passage sehen konnte". Unten, in den zwei tiefen Schubfächern des alten Fenstertrittes, lagen viele Pakete weißer Wäsche, alles zierlich genäht, gestickt und geplättet und mit blauen Bändern zusammengebunden. Annas fertige Wäscheaussteuer. Ein gut Stück von ihrer Jugendkraft und ihrem jungen Mut hatte sie in die weißen Pakete hineingenaht und hineingebunden. Jetzt lagen Anna Schumanns Hände müßig im Schoß. Sie hatte die Mittler eben zeitig zur Ruhe gebracht. Nun zwang sie nichts mehr, heiter und ruhig $u scheinen, sie durfte traurig und müde fein; denn sie hatte seit einer Woche schon auf ihres Verlobten Kommen gewartet, so sehnsuchtsvoll, so bange! Teilnahmlos saß sie so, die Hände im Schoß gefaltet, ben Kopf gebeugt. In ihrer Tasche steckte Brakens letzter, oft gelesener Brief, ber sein Kommen versprach. Wann würbe er sein Wort einlösen? * Max Braken waren bie Jahre seines Stubiums nur zu schnell vergangen. An Anregung unb Abwechslung, auch an Arbeit, soweit sie seinen Neigungen entsprochen, hatte es nicht gefehlt. Unb er be- mitleibete sich selbst, weil nun biese Jahre ber Freiheit unwiberbringlich vorüber waren. Zwar so rosig wie ber Anfang war ihr Ausklang nicht gewesen, unb bas machte bie Sache entschieben leichter. Auch bas übermütig luftige, selbstbewußte Jugenbglück jener ersten Münchner Jahre hate sich verbraucht unb abgestumpft. Mit bem Schriftstellerruhm unb ben Honoraren ging es langsam ober eigentlich überhaupt nicht vorwärts. Unb mit seinem Gut Krüxow ging es bergab. Es war bie höchste Zeit, einmal nichts mehr herauszuziehen, fonbern einiges in bie recht heruntergekommene Wirtschaft hineinzustecken. Dazu tarnen bie Briefe Annas unb ihrer Mutter, liebevolle, gute Frauenbriefe, bie nicht brängten unb sortierten, zwischen deren Zeilen sich aber doch allerlei lesen ließ. Annas Briefe wurden immer sei- tener und kürzer — ebenso wie seine eigenen. Dafür risch formt, wie er die „optimale Illustration^ schajst. 27B — „Faltboot". Anleitung zur Selbst» Herstellung eines Zweisitzers von Diplom-InL Josef Locher, (Sammlung Spiel und Arbeit Bd. 100) Verlag Otto Mayer, Ravensburg. Soeben erscheint als hundertstes Bändchen der beliebten Sammlung Spiel und Arbeit die Anleitung zum Selbstbau eines Faltbootes. Lieber die Beliebtheit des Faltbootsportes zu sprechen erübrigt sich hier. Mit Hilf« der Anleitung ist nun selbst der in solchen Dingen Ungeübte in der Lage, sich ein zweisitziges Wanderboot in den Maßen 4,50:0,72 herzustellen. 456 Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser RubrÄ stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Pi ^likin. r - !".nq.) Am Ausgang ber Ederstraße werben jetzt seit Wochen in Meilern Ziegel gebrannt, ein primitives Verfahren, wie man es selten nur noch auf bem stachen ßanbe unb — bann fern allen menschlichen Wohnungen antrifft. Die schwe« lenben Meiler ober Felbbranböfen verpesten selbst, verstänblich im weiten Umkreis mit ihrem Rauch unb ihrem für alles Leben schwer schäblichen an- bereu Abgasen bie Luft. Dieser Qualm unb Dunst zieht bis weit in bie benachbarten Glrahenzüge unb verpestet bie Luft bis über bie Anlagen hinaus. Solche Schäbigung muß ber Gießener Bürger jener Gegenb nun feit Wochen Tag unb Nacht ertragen. Will er eine Abenftunbe am offenen Fenster ober auf bem Balkon Luft schöpfen ober bie er- srlschenbe Nachtluft in seinen Schlafraum lasten, immer schlägt ihm biefer erftiefenbe, sich schwer auf bie Atmung legenbe Dunst entgegen. Welche Behärbe trägt hier bie Verantwortung bafür, baß eine ganze Stabtgegenb unter blefem bie Gesunbheit ber Anwohner schwer schädigenben Uebel zu leiben hat? Kann ober muß hier nicht bas staatliche Gesunbheitsamt einschreiten? Jedenfalls steht zu wünschen, daß die Angelegenheit nicht auf sich beruhen bleibt. K. H, ♦ Wie lange braucht eine Postkarte von Dutenhofen nach Allendorf an der Lahn? Der Absender wirft die Postkarte an einem Donnerstag in einen Postbriefkasten in Dutenhofen. Da er nicht weih, Satz der Kasten kurz zuvor geleert wurde, kommt die Karte erst am Freitag aus dem Kasten zum Vorschein, um nun nach Gießen ihre Reis« anzutreten. Hier kommt sie Samstags an und wird nunmehr nach Klein-Linden befördert, wo sie Sonntags eintrifft. Da in Klein- Linden Sonntags keine Postbestellung vvrgenom- men wird, wandert die Karte am Montag nach Allendorf an der Lahn. Die Antwort auf die Lleberschrifts-Frage lautet also: Eine Postkarte benötigt zur Beförderung von Dutenhofen (Preußen) nach Allendorf an der Lahn (Hessen) fünf Tage? Rundfunk-Programm des Frankfurter SeuderS. (Aus der „Rabio-Llmschau".) Freitag, 28. August. 3Llhr: Wirtschaftsmeldungen. 4H6t: Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 Llhrr Wirtschaftsmeldungen. 4.15 LIHr. Dachrichtendienst der Industrie- und Handelskammer Fran- surt a. M.-Hanau. 4.20 LIHr. Nachrichtendienst. 4.25 Llhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.30 biS 6 Llhrr Hausfrauen-Rachmittag. 6 bis 6.30 Llhr: Dir Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): AuS „Don Quichote" von Cervantes). 7 Llhr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7.15 Llhr: Die Besprechung. 7.30 bis 8 Llhr: Vortrag von F. v. Artus: „Ausgestorbene und aussterbende Tiere". 8 big 8.30 Llhr: „Das alte China", Dortrag von Major a. D. Bansa. 8.30 bis 9.30 Llhr: Tanz«« musik der Tanzkapelle Steinmetz. 9.30 Llhrr Rachrichtendienst, Wettermeldung. 9.35 Llhrr Die Spätankündigung: „Herrlich! Etwas dunkel zwar — Aber 's klingt recht wunderbar!" 9.4h Llhr: Sportfunkbienst. 10 bis 11 Llhr: Cabaret- abend. _______________________________ Verantwortlich für ben lokalen Teil: i. V. Eyrhard Evers. schrieb bie Mutter häufiger, bah Anna so blaß werd» unb recht elenb aussähe, es fiele auch schon anberen Leuten auf. Unb im Stifte wüßten allmählich all« Damen Bescheid unb wunderten sich, baß noch immer nicht bie Verlobung veröffentlicht würbe. Auch Tante Lotte schrieb brollige, kluge Briefe, in benen schon beutlicher zu lesen war, was man jetzt für Brakens Pflicht unb Schulbigkeit hielt. So war benn, vor einem Jahr ungefähr, für Braken ber Tag gekommen, an bem er einen Schlußstrich unter bas amüsanteste Kapitel seines Lebens, „München", machen mußte. Es war recht unangenehm, baß Krüxow nicht mehr einbringen wollte, unb baß er Anna Schumann jetzt schon heiraten mußte, aber er hatte nie im Ernst baran gedacht, eins von diesen beiden Dingen aufzugeben; denn neben aller Jugenbbegeisterung für das leichte, sonnige.Münchner Leben hatte er doch im tiefsten Grunde auch ein gutes Stück Zuneigung zu dem Stück Jugend da oben, zu ber eigenen Scholle Lanb an ber blauen Ostsee, zu ber alten, türmereichen Stadt und bem stillen, blonben Mäbchen, bas ba nn St. Gertrubstist auf ihn wartete. Unb bann war es eben einfach „anständig", daß er Anna jetzt heiratete. Unter „anständig" verstand Max Braken alles, was ihm ehrenhaft und nötig schien. Das tat man eben, auch wenn es nicht gerade angenehm war So hatte er sich denn, möglichst seiner Neigung unb Begabung folgenb, im vorigen Herbst entschlossen, eine Stellung als Redakteur zu suchen, um im Preßsach Beruf unb Brot zu finden. Er hatte dem Münchner Leben tapfer Lebewohl gesagt unb ganz klein unb von ber Pike auf angefangen als zweiter Rebakteur bes „Amts- unb fireisblattes“, bas in einer sübbeutfchen Kleinstabt herauskam. Da hieß es die Zähne zufammenbeißen und den Phantasten nicht zu Worte kommen lassen, der noch von einer großen Zukunft und eigenem poetischen Schaffen träumte. Aber sein Erbteil vom Vater her, jener gesund« Menschenverstand unb feste Ehrbegriff, half Braken burch. Er hatte es so weit gebracht, baß ihm jetzt an einem Berliner Blatte eine verhältnismäßig gute Stellung zugesichert war, eine Stellung, bie ihN das Heiraten möglich unb bamit, wie bie Dings nun einmal lagen, zur Pflicht machte. (Fortsetzung folgt.) !ir Skh MenrrH *71 v-iedÄ ,-ss ’gs zrrBlt a Die jungen n mit der c unb wird, wj1 0 reiten. & fallt daß L atgen * Kachtste! dingunge iu einer 6» miß, dah he ten eine 1 RattelU mutf zur s. sicht in 9 teren will Drillichen freie Ko wieder zur wirtschastun aus eine n_e (geldsätz die Reichs, die von ihr flung be Dieser Be|d fycisbittäu ist zu envor, der bevor,'! ihre gunst nicht verseh! ^tööUcrung wehren unb arbeiten. % den, bah ji nur nüber beugten, b werden, ur brauche Schon die allein bie genügt um HeHchuHre durchgegrisser D der tegierung Reichsbank neu Preis! gesaht: 1. ©ec bie unmitti der Preise öberfteig Kartellen, '< menschlüssen nehnmngen mittel der brauch flen trom' in Qlntreni wenn diese Aeichsgcbie Gemeinden, l'che ©inschi sondern au( ber bisher, burdj eine Mt erfolc Klauseln, Wen kön MchafM an Sinne £*8. als wmeintoöfj te ff öie Dll M kein gei Je enl Milde 'Ä»«b bah • '■bn un -tu Dtfotung u » « 6I9‘ M ife. ü?teigerun( HK • Dez ?einded damit Bei :