Ur. 122 Erster Blatt 175. Jahrgang Mittwoch. 27. Mai 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Drud und Verlag: vrühl'fche Univerfilälr Buch und Steinöruderci R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen fürbie lagesnummcr nts zum ‘Jlachtninag vorher ohne jede irerdinblichNc^l. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen oon 2/ rom Breite SrtlichS, aus wärt» 10 (Bolbpfcnnig; |uv Ne- stlame-An zeigen o 70 > m Breite 35 (holbpfenniq, Platzvorfchrift 20 Aus- schlag - Verantwortlich für ‘Politik u. Feuilleton: vr.Friedr.Wiih Lange; . für bcn übrigen Teil: Ernst Biumschein Würden Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in (Niesten. Erscheint täglid), außer Sonn: und Feiertag» Beilagen: GießenerFamilicnblLtter Heimat im Bild. Monatr-Vezugsprei«: 2 (ßolbmarh u. 20 Moldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. iy«rn|pr< ch.Anschlüsse: Schristleilung 112, 2)tr- lagundRclchäftsstelleäl. Anschrift für Drahtnach» richte>l An;eigerGiesten. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Die Reichswehr. Der HeereSetat im Reichstag. Berliit, 26. Mai. Das HauS tritt in die 'Beratung des Haushalts des ReichSwehrmini- steriums ein Der Berichterstatter Adg. Stücklen (Soz.) hebt hervor, daß seit der Rationalverfammlung von Weimar sleißige Arbeit geleistet worden sei. um die Reichswehr für ihre republikanische Ausgabe zu erziehen. Cs müsse mehr getan werden, um den Soldaten nach Ablauf ihrer zwölfjährigen Dienstzeit eine bessere Bersorgungsmöglichkeit zu verschaffen. Bei der Besoldung, die heute besser sei als unter dem alten System, dürfe man nicht vergessen, dast es sich beim Soldatenstande heute um einen Derus handele. Daher müsse die Reichswehr in eine höhere Besoldungsgruppe eingeordnet werden. Der Berichterstatter hebt dann noch hervor, dast die Reichswehr ein verhältnismäßig teure« Instrument fei, das dem Reiche einschließlich der Marine jährlich rund 600 Millionen Mark koste. Schließlich begründet der Redner noch die im Ausschust angenommenen Entschlief,ungen. die statistische Erfassung der Ärügecrfabrungcn auf dem Gebiete des Gesundheitswesens. Befferftellung des Rachwuchses bei der Marine usw fordern. Abg. 2 ch ö p f l i n (Soz.) wendet sich gegen die Höhe der Kosten, die für die Reichswehr ausg wendet werden Die Reichsweh.' koste d m Deutsch.,, CRci j) 4 000 Mark pro Kopf und Jahr. Wenn diese Ausgabenhöhe im alten Heere erreicht wordl-tt sei. so würde der Etat für das alte Heer 3,2 Milliarden betragen haben Bei der Marine würde die Sozialdemokratische Partei die im Etat eingesetzten Beträge für die weitere Armierung verschiedener Schisse ablehnen, zumal der Reichs- sinanzminisier erst kürzlich auf die schwierige Finanzlage des Reiches hingewiesen habe. ES sei überhaupt zu erwägen, ob die Marine in ihrem gegenwärtigen Umfange aufrechterhalten werden sollte, ober ob die Marine nicht aus ein weiteres Minimum reduziert werden könne. ®ci Redner wendet sich dann scharf gegen die, wie er meint, noch zu beobachtende politische Betätigung der Reichswehr. Er verlangt von der Regierung Schritte gegen die Verwendung ton Giftgasen (Juftimmung) und spricht sich dagegen aus. dast die Reichswehr private Mittel aus WinichaN »kreisen annehme, um der Rotlage der Reichswehr zu steuern. (Hört! Hört! links.) Di Mittel z» bestimmten Zwecken, die mit der schwarzen Reichsw.hr zusammenhängen, 1 citocnbct. Angesichts di.ser Vorgänge würden die Sozialdemokraten alS Ausdruck ihres Miß- tiaucn das Gehalt des Ministers Gehler ab- lehnen. (Beifall links ) Alg. Schmidt (Dtntl.) betont, daß gerade in, letzt.n Fahre das Vertrauen der Bevölkerung zur Reichswehr gewachsen sei und bedauert daher die scharfe Kritik, die von feiten der Linken an der schweren Arbeit des Wehrministcriunw geübt werde. Diese Kritik sei auch in außenpolitischer Beziehung unangebracht (Sehr richtig! rechts.) Zur Höhe der Kosten d '■-? Heeresctats meint der Redner, daß wir eben heute nicht mehr den billigen Vorkriegs- ■ 1 ' Wehrpflicht hatten, der (wchsvoiarev nd gewesen fei. l Zustimmung rechte und Widersprach links.) Die Höhe des HeereSetat sei daher heute begründet und die Deulsch.natirmalen würden den Etat an- nehmen. Der Redner seht sich bann für eine bessere Verio' gnng der ausgedienten Soldaten ein und wendet sich gegen die gegen die Reichswehr erhobenen politischen Angriffe. Diese Angriffe, f v Dom Reichskanzler und Wehrminister einwandfrei zurüdgew iesen worden seien, wären nur Material für unsere Gegner, insbesondere die Veröffentlichungen der „ßiga für Rkenfchenrechte wären nur zur Freude des Marschalls Foch geschrieben. (Zustimmung rechts.» Abg Erling (Z.) wendet sich gegen die Kritik des Abg. Schöpflin. Gerade als Demokrat und entschiedener Republikaner müsse man diese zu weit gehende Kritik zurückwetsen. Die Reichswehr habe die Aufgabe, die Stühe der öffentlichen Ordnung zu fein und das weiter zu pflegen, Wae im alten Heere gut war. Wir wollen eine Reichswehr der deutschen Republik! Wo von Angehörigen der Reichswehr gegen den republikanischen Gedanken vergangen werde, da müsse mit militärischer Gründlichkeit und Rücksichtslosigkeit cingefd)ritten werden. Das müsse besonders in den Fällen geschehen, in denen militärische Vorgesetzte der Flagge schwarz- rvtgold die Achtung verweigerten, die ihr gebühre. weil sie die verfassungsmäßige Flagg: dee- deutschen Volkes fei, auf die auch der Reichspräsident vereidigt sei. Gegen solche Verstöße sei aber bisher vom Reichswehrministerium immer rücksichtslos eingeschritten worden. Zu Verallgemeinerungen liege kein Grund vor. Unter bet Leitung des Reichswehrmini st ers und des Generals v. S e c d t habe sich bt2 Reichsw.hr zu einem wohlbisziplinierten ÜUP er l affigen Schuhinstrument für öic Verfassung der deutschen Republik >nt- wtdelt und auch in den schwierigsten Zeiten bewährt. Abg. D r ü n i n g h a u s (D. Dpt) verweist darauf, daß in Deutschland die Entwaffnung schon vollständig durchgeführt sei. Wenn Frankreich gegen das leider ohnmächtige Deutschland um Sicherheit jammere, so wolle es damit nur seine Absichten auf das Rheinufer perschleiern. (Zustimmung rechts,' Man müsse | Sicherheit und Räumung ITC he nichts gegen die bestehende Staats form unternehmen werden. Aber es gibt untere Stellen in der Reichswehr, die eine baldige Wiederkehr der Monarchie erhoffen. Hier muß der Reichs» wehrminister dafür sorgen, daß in der Re' chs- wehr befamrt wird, daß Generalfeldmarschall v. Hindenburg die republikanische Verfassung beschworen hat. träge in Aussicht genommen. Innerhalb dieses Rahmens gibt es Gefahren. Briand erklärt, die Solidarität unter den Alliierten fei nicht gi nügend Obschon jede Ration nach dem Kriege ihr. Freiheit wiedergewonnen habe, könne man von den Freunden Frankreichs ebensowenig fordern, daß sie ihre Aspirationen aufgeben, wie fie von ruhigung Europas zu kommen, bedeutet also durch sranzösische Schuld eine Verewigung deS europäischen Alpdrucks. Briand zur Gntroaffnungsfrage. Aussenpolitische Debatte im 2cnat. — Hestreden französischer (Yeneräle. .Paris, 26. Mai (WB.) In der Senats- Debatte über das Budget der auswärtigen An- gclcgcnb iten spricht Senator Bourgeois von der Fraktion Poincare über die E n t w a s f n u n g Deutschlands. Was interessant sei beziehe sich auf die Verfehlungen Deutschlands, auf das, was der letzte Bnicht der Kontrollkommission enthalte. Wer ihn studiere, erkenne den schlechten Willen Deutschlands. Er wolle hervorheben, daß Deutschland imstande gewesen sei, ein ungeheures Kriegsmaterial wieder herzu st eilen Das fei eine Verfehlung, die cs der französischen Regierung gestattet, den Artikel 428 des Versailler Vertrages spielen zu lassen. Die ganze Wahrheit müsse ge'agt werden. Man wäre ein Haase, wenn man dem Lande nicht sagen würde, was jenseits des Rheins ge- fchchc. Wir sind Sieger: wir sind stark und cs ist notwendig, daß wir es bleiben. Deutschland habe altes Kriegsmaterial zerstört, das modernste behalten und es hierauf rervoll- ständigt. Es habe seinen Generalstab wieder geschaffen, auch seine Reserveoffiz erc, ja, es habe sich sogar einen Generalissimus geleistet. Die territorialen Organisationen seien für die Mobilisierung bereit und eine Kader- armee von 200—250 000 Mann vorhanden. Wer Kaders schaffe, der brauche auch ausgebildete Soldaten. Die patriotisch-politischen Organisationen seien die Refervetruppen. Sie ständen in fortgesetzter Verbindung mit der Reichswehr. Es gebe vier derartige Organisationen. Drei davon trügen nationalistischen Charakter. Die vierte nenne sich republikanisch. Die trage den Ranien Reichsbanner und umfasse drei Millionen Menschen. Die drei nationaliftifchen Organisationen hätten zwei Millionen Anhänger Diele Organisationen hielten militärische Hebungen in Uniform ab. Irn Jahre 1923. im Augenblick der kommunistischen Unruhen in Thüringen und Sachsen, habe man sogar in Deutschland Mobilisierungsverfuche gemacht. Auhenminister Briand. Die Fragen der Sicherheit Frankreichs und der Entwaffnung Deutschlands bildeten augenblicklich den Gegenstand von Erörterungen zwischen den Alliierten. Frankreich habe zu ihnen Har Stellung genommen. Als er die Leitung des französischen Außenministeriums übernommen habe, habe er die deutschen Vorschläge über den Abschluß eines Sicherheitspaktes vorgefunden. Er habe geglaubt, daß Frankreich genug Beweise seiner Friedensliebe gegeben habe, um Verhandlungen einleiten zu formen, unter der Bedingung allerdings, daß sie auf realen Möglichkeiten gegründet seien, die es dahin führen würden, daß keine der beiden Parteien das Opfer ihrer guten Gefühle werde. (Poincarä ruft dazwischen : Und auch auf der Grundlage des Respekts vor den bestehenden Verträgen!) Briand (fortfahrend,: Ich wünfche, daß unser Vorschlag unseren Alliierten unterbreitet werde, um den guten Willen der französischen Regierung zu zeigen. Ich bin also auf eine Verhandlung eingegangen. Ich habe übrigens die Paktmöglichkeiten nur im Rahmen der Ver - Fast sieht es so aus, als ob auch die Pfingsttage noch vorübergehen sollen, ehe in dem europäischen Problem der Regelung des westlichen Sicherheitsvertrages ein Fortschritt erzielt ist. Zwar hat Herr Briand inzwischen den Kommentar zu seinen Bemerkungen, den die Engländer von ihm gewünscht hatten, in London überreichen lassen, nach allem aber, waS man darüber hört, ist diese Erläuterung wieder so vielseitig, daß Herr Chamberlain nicht allzu viel damit anzufangen wissen wird,' mit dem Unterschied vielleicht, daß Herr Briand al« guter Taktiker es verstanden hat, den Engländern durch ein Entgegenkommen in der Form, aber durch starres Festhalten an der Sache die Verantwortung für die weitere Entwicklung zuzuschiebcn. indem er jetzt ihnen die Entscheidung darüber aufbürdet, ob sie Weiler- Hin mit den Franzosen gemeinsame Sache machen oder die französische Politik ihre eigenen Wege gehen lassen wollen, auf die Gefahr hin, daß dann Frankreich unbeaufsichtigt bleibt und seine Diplomatie nur darauf einstellt, den deutschen Vorschlag zu sabotieren. Denn darauf allein kommt es doch schließlich Herrn Briand an, oder, wenn man das nicht so brutal aussprechen will, zum mindesten darauf. die Frage der Sicherheit und der Räumung der ersten Zone so miteinander zu verkoppeln, daß Frankreich imstande ist, das eine jeweils gegen das andere auszuspielen, bis es alle die Ziele erreicht hat, die es in Ver- sailtzts nicht durchdrüden konnte und seine europäische Vormachtstellung durch die Beherrschung des Rheins enbgültig fic^rftcllt. Gerade weil aber der Weg Briands in dieser Richtung verläuft, scheint es doch noch einmal notwendig, ehe die Entscheidung fällt, sestzulegen. wie die Auffassung auf deutscher Seite ist und immer war. Wir haben an sich gegen eine Verbindung der Räumung und des Sicherheitsvertrages insoweit nichts einzuwenden, als es möglich ist, beide Fragen gleichzeitig zu bereinigen, wir wehren uns aber mit Händen und Füßen dagegen, sie wie Frankreich das will, voneinander abhängig zu machen und uns dadurch irgendwie unter Druck zu nehmen, so daß uns die Gntschließungsfreiheit eingeengt wird. Anders herum gesehen tonte der Sicherheitsversch^ag Deutschlands auch gekommen, wenn Frankreich am 10. Januar seine Zustimmung zur Räumung der ersten Zone gegeben hätte. Denn, was wir damit wollen, ist: endgültig im Westen den Frieden Herstellen, um unsere Aktionsfreiheit im Osten wiederzugewinnen. Bei der Angstpsychose aber, die Frankreich beherrscht, ist an eine Beruhigung der öffentlichen Meinung jenseits unserer Grenzen kaum zu denken, wenn es nicht irgendwie gelingt, den Franzosen eine Garantie vor einem Angriff vor uns — so töricht das flingt — durch England zu verschaffen. Wollen die Franzosen das nicht, bann bleibt eben das Geschwür am Körper Europas weiter in Brand, und der Gesundungs- Prozeß wird durch die Winkelzüge Frankreichs aufgehalten, nur damit inzwischen der französische Imperialismus seine Größenwahnsinnsträume weiter träumen kann Daraus ergibt sich aber für uns die scharfe Trennungslinie zwischen der Räumung der Kölner Zone und dem Eicherheitsvertrag. Wir gehen hier durchaus gemeinsam mit der englischen Politik, die sich bisher wenigstens darauf festlegte, daß die Räumung des Kölner Gebiets nuraufbem Vertrag von Versailles beruht und infolgedessen vollzogen werden muh. wenn die Bestimmungen des Friedensvertrages durch- geführt worben sind. Die ganze Besetzung ist ja auch aus dem Vertrage heraus nur als Sicherstellung der Ausführung der Versailler Bestimmungen verständlich, und noch Anfang dieses Jahres, als sie ihre Richträumung begrünben wollten, haben sämtliche Mächte, einschließlich Frankreich, in ihrer Rote besonders unterstrichen, daß es sich lediglich um die Erfüllung der Verpflichtung auf militärischem Gebiet, also um die Abrüstung. handelte. Was Frankreich aber jetzt Dill, läuft darauf hinaus, die Bestimmungen des Versailler .Vertrages noch zu verschärfen. Es will nicht allein feine eigene Sicherheit garantiert haben, sondern will Deutschland dazu zwingen, den Verzicht auf alle verlorenen Gebiete gleichsam freitoiflig zu wiederholen. Hier hat Briand eine Unterstützung bei Mussolini gefunden, der die Gelegenheit für günstig hält, sich auch die Brenner Grenze von Deutschland garantieren zu lassen, bic bisher außerhalb unsere. Kompetenzen stand. Das diplomatische Spiel also, das Briand spiell, ist inzwischen so deutlich geworden, daß feine Karten fast ausgedeckt auf dem Tisch liegen, nur bafl Deutschland ihm nicht den Gefallen tun wird, fich darauf einzulassen Beharrt Briand auf seinem Willen, dann bedeutet das die endgültige älnrnöglichkeit. auf diesem Dege zu einer Skimmer wieder daran erinnern, daß der Friedensvertrag auch die Entwaffnung der anderen Staaten vorsehe. Während man Deutschland nur wenig über 100 000 Mann Soldaten gelassen habe, ständen in Frankreich 780 000 Mann unter den Waffen, also 80 000 Mann mehr als vor dem Kriege. uns fordern können, daß wir auf die unfrigen verzichten. Aber welche Lüde auch die Verträge enthalten mögen, wir müssen für die augenblicklichen und die zukünffgn Verhandlungen die Verträge auf- rechterhalien. Das ist eine Frage deS Re- spekteS unserer Anlerschrist. Wir können weder unsere nationale Sicherheit, noch unsere Ehre opfern. Das sind die Grund- fäye, die wir bei den eingeleiteten Verhandlungen aufrechterhalten. In einigen Tagen wird die Frage der Sicherheit und des Paktes geregelt fein. Dann werbe ich alle nettoenbigen Erklärungen geben. Bis dahin kann ich das nicht tun, ohne mein gegebenes Wort zu verletzen. Dr. Stresemann hat gewisse Erklärungen abgegeben. Er ist verpflichtet, mit der öffentlichen Meinung seines Landes zu rechnen. Man muß deshalb darüber nachdenken, was er hat sagen wollen. Ich habe in seinen Worten nicht das brutale Ron possu» mus“ gesunden, das man nach gewissen Wahlen hätte erwarten müssen. Er. Stresemann, hat (Hört, hört! rechts.) Die Staaten um Deutschland herum könnten jetzt P < Millionen Soldaten gegen Deutschland führen. Es könne keine Rede davon sein, daß die dem bereits wehrlosen Deutschland ausgezwungenen Grenzen in alle Ewigkeit aufrechterhalten bleiben. 2lbg. Maas- Baden (Dem.): Wir haben zum Reichswehrminister und zu den oberen OteTfen der Reichslpehr das volle Vertrauen, daß gesagt, die Alliierten hätten ihre Unterschrift dadurch nicht respektiert daß sie Köln -licht geräumt hätten. Er habe auch sagen können, daß die Verfehlungen, die man gegen Deutschland anführe, nicht sehr b c t r sagen, daß er in seiner gebt Feststellungen der Kontrollkommission wieder e- geben habe. Es fei nicht erstaunlich, daß Dent'ch- land von patriotischem Geiste bei t s Rationen könnten sich in dieser Xie ig ein Beispiel an ihm nehmen. Es fei also nicht zweifelhaft, daß Vereinigung« mit Absichten sich in Deutschland gebildet ES sei sicher, daß, wenn jede der fest- gestellten Verfehlungen für sich allein genommen werde, sie nicht gefährlich seien 3n ihrer Gesamtheit aber und in ihrem Zu- 1 sammenhang untereinander seien sie geeignet, einen kleinen Schauer der Beunruhigung zu verursachen. Auf alle Fälle sei es noitoenuiq, daß die Verfehlungen gegen den Versailler Verl tg, die von der Kontrollkommission feft gefleht feien, b c- festigt würden. Wenn Deutschland seine 4"r- pflichtungen halte, wenn es ni Molle und wenn es wirkliche S i ch e r e i r - Garantien ins Auge fasse, bann werde u ’n as sehr rasch erkennen, denn die Oer Alliierten werde von einem großen Geiste ber Mäßigung cingegeben fein. 3d) hoffe, so erhärte Briand zum Schluß, Ihnen demnächst weitere Aufllärungen geben Au können. Die Bedenken, die General Bourgeois Aum Ausdruck gebracht bat. empfindet die Regierung auch und sie wird die nöligen Maßregeln ergreifen Damit wird die Generaldiskussion ub.v das Budget des Auswärtigen geschlossen. Alle Artikel werden angenommen, darunter auch Artiku o, öer die Wiederherstellung bei Bot- schaft beim Vatikan vorsieht. Diese. Artikel wird mit 158 gegen 12 Stimmen angenommen. Englands Außenpolitik. Isolierung oder Kontinentalpolitik? London, 26. Mai. (WB.) Der Sonderkorrespondent schreibt im „Manchester Guardian" ei sei klar, daß in der Frage Des Driands^en Entwurfes der Rote an Deutschland eine leb» hafte Tätigkeit hinter den Kulissen im Gange fei; denn es sei schwer einzusehen, wie die Entscheidung der britischen Regierung noch länger verzögert werden könne angesichts der H a r t - nädigfeit Briands, der auf einer Um- toanölung des vorgefchlagenen Funfmächtepaktes in eine neue F orm des Genfer Protokolls bestehe, wodurcy dte in den Verträgen festgelegten Grenzen für immer anerkannt werden sollen. Die britische Regierung sei geteilt in Isolationisten unö Kontinentale. Die letzteren seien wiederum in mehrere Gruppen geteilt. Cs werde jetzt angenommen, daß Baldwin eingreifen müsse, der bisher für die Außenpolitik toenig Zeit gehabt habe In der Sitzung vom 14. März, vor der Abreise Chamberlain.:, nach Paris, wurde beschlossen, für die Politik des Fünfmächtepakts anstatt für bireite Garantien an Frankreich einzutreten. Die darauf folgenden Erörterungen hätten einige Mi Glieder öeÄ Kabinetts überzeugt und andere in ihrer früheren Ucbcrjeugung bestärkt, daß bie französischen DertragSderpflichtungen gegenüber Polen den von Berlin borge» schlagenen und von London gebilligten europäischen Pakt unmöglich machen Bevor dieser Vorschlag formell fallen gelassen werden könne, müsse ledoch wahrscheinlich von der britischen Regierung eine Alternative aefunben werden. Der Berichterstatter bc-merü die Isolationisten seien jetzt der Ansicht, daß die Sicherheit Großbritanniens eher in einem ilebereinfommen mit den großen Flottenmächten gesucht werden müsse als mit den europäischen Militärmächten. Sie bekämpften die Auffassung, daß die Entwicklung der Luftschiffahrt den Kanal im militärischen Ginne z u einem bloßen Graben gemacht hätte, und erttärten, daß die Flug- zeuge niemals ein Heer oder schwere Geschütze transportieren könnten. Gewisse 2Li3eiJdeuteten darauf hin, daß das ttabu eti jetzt e rnstlich eine Politik der Isolierung erwägen werde. Die schwierige Frage sei jetzt, was mit der Rote Briands geschehen solle. Rach- dem die Rote nun einmal in London vorliege, könne die britische Regierung kaum an einer Billigung bzw. Mißbilligung der Rote vorbeikommen. Aus den Reichstags- ausfchüsien. 3m Haushaltsauöschuh des Reichstages äußerte sich Reichsminister Schiele ausführlich über die D e a m t e n f r a g e n. Er er» itärte, an dem Gedanken des Berufsbeamtentums, wie es der geschichtlichen Entwicklung unseres Staatswesens entspreche, werde festgchalten. Das Beamtenrecht als Sonderrecht neben dem allgemeinen Recht solle erhalten bleiben. Die Beamtenschaft müsse sich bei der Ausübung ihrer staatsbürgerlichen Rechte an diejenigen Grenzen gebunden fühlen, die durch die Stellung der Beamten als Mit träger der Staats Hoheit gezogen seien: insbesondere dürfe in der Beamtenschaft nicht der mindeste Zweifel bestehen, daß cs für die Beamten ein sogenanntes Streikrechk nicht gibt. Mit der Bearbeitung eines alle Gebiete erschöpfenden Reichsbeamtengesetzes seien die Ressorts zur Zeit beschäftigt. Erst wenn diese umfangreiche schwierige Arbeit abgeschlossen sei. könnte die vorgesehene Grund- sahgcsehgedung für die Beamten der Länder und Gemeinden erledigt werden. Die Dienststrafordnung. die die Wahrung des besonderen Standesbewußtseins und der unbedingten Reinhaltung des Beamtentums dienen soll, werde dem Reichstage noch vor den Ferien zugehen. Mit einem Entwurf zum Beamt en- vertretungsgesetz sei das Kabinett zur Zeit beschäftigt. Die Unterbringung der Ber- sorgungsan Wärter mache Schwierigkeiten, er werde sich jedoch bemühen, in Zusammenarbeit mit der Reichsregierung und den Ländern Wege zu fiirden, daß der Versorgungsschein tatsächlich zu einer den Lebensberuf sichernden Unterbringung führt, sei es in Beamtenstellen ober sonst im Wirtschaftsleben. 3m Steuerausschub des Reichstages entspann sich bei der Beratung des Eikommen- steuergesetzes ein? Aussprache darüber, ob die Spekulationsgewinne als Einkorn- men zu versteuern seien. Bei der Abstimmung entschied sich der Ausschuß, den § 42 des Einkommensteuergesetzes folgendermaßen zu fassen: Einkünfte aus Veräußerungsgeschäften unterliegen der Besteuerung. Als Spekulationsgeschäfte können nur Veräußerungsgcfchäfte angesehen werden: 1. wenn ein Zeitraum zwischen der Anschaffung und Veräußerung a) bei Grundstücken weniger als zwei Jahre, b) bei anderen Gegenständen, insbesondere Wertpapieren, weniger als drei Monate beträgt, oder 2, wenn es sich um Geschäfte handelt, bei denen der Erwerb der Veräußerung zeitlich folgt. Einkünfte aus Derautzerungsgeschäften bleiben 'steuerfrei, wenn: 1. der veräußerte Gegenstand nicht zum ver- mögensstcuerpflichtigen Vermögen des Veräußerers gehört: 2. der in dem Steuerabschnitt aus Ver- äutzerungsgeschäften erzielte Gewinn insgesamt weniger als 1000 Reichsmark beträgt. Verluste aus Veräußerungsgefchäften im Sinne des Abs. 1 und 2 können nur bis zur Höhe der in dem gleichen Steuerabschnitt cmeÜen und der Besteuerung unterliegenben Veräuherungsgewinne abgezogen werden. 3m Reichstagsausschuß für Wohnungswesen wurde ein Antrag angenommen, nach dem aus der Wohnungsbauabgabe oder HauszinSsttuer wenigstens ein Betrag von 20 Prozent der Friedensmiete für Reubauten und die Instandsetzung von alten Häusern zu verwenden ist. Ein bestimmter Teil dieser 20 Prozent soll dem Reich zur Schaffung eines Fonds überwiesen werden, um den not leidenden Gemeinden Zuschüsse zu Wohnungsneubauten geben zu können. Ferner soll dem Vermieter in der Miete ein angemessener Betrag berechnet werden, aus dem er die Betriebs-, Verwaltungs- und Instandsetzungskosten, sowie die Verzinsung des eigenen Geldes bestreiten kann. Der deutsch-spanische Handelsvertrag. Berlin, 27. Mai. (Wolff.) Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat auch gestern mit den der Regierung nahestehenden Fraktionen verhandelt, um eine möglichst große Mehrheit für den deutsch-spanischen Handelsvertrag zu gewinnen, über den heute im Reichstag abgestimmt werden soll. Der Reichskanzler und der R e i ch s a u ß e n m i n i st e r erläuterten bereits in den Verhandlungen am Montag die Einzelheiten des Vertrags, wobei sie auch Maßnahmen in Aussicht stellten, um den Interessen der Winzerschaft durch Gewährung von Cntschädigungskrediten Rechnung zu tragen. Dem „Lokalanzeiger" zufolge werden die Deutschnationalen in ihrer Mehrheit s ü r Den Vertrag stimmen. Den Gegnern ist von der Fraktion die Abstimmung freigegeben worden. Wie das „B. T." wissen will, sollen etwa 70 Dcutschnationale für die Annahme eintreten. Die übrigen sollen dagegen bei der strikten Ablehnung beharren. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat bei Der Abstimmung in zweiter Lesung Stimmenthaltung zu üben, da sic den Regierungsparteien allem die Verantwortung für Annahme oder Ablehnung des Vertrags überlassen will. Aus dem Finanzausschuß -es Hessischen Landtags. D a r m st a d t, 26. Mai. Der Finanzausschuß '.■es Hessischen Landtags verabschiedete das Kapitel 1 5 o r ft - und Kameralgüter): die Ersvarungs- unträge des Bauernbundes wurden abaelehnt. Aus Ersparnisgründen war seinerzeit die Forstoerwal- tung vereinfacht und verstaatlicht worden: ein Vertreter der Deutschen Dolkspartei erklärte, daß die Gemeinden mit Waldbesitz mit der gegenwärtigen Regelung zufrieden seien. Ein Vertreter des Bauernbundes meinte, die Forstbeamten seien im allgemeinen zu hoch eingeftuft; bei den Gemeinden würde dieselbe Arbeit'billiger geleistet. Gegen den letzten Teil dieses Kapitels, Verpflichtungen aus der Vermögens- anseinandersetzung mit dem früheren Großherzog stimmten die Vertreter der Sozialdemokratie. Das Kapitel wurde dann genehmigt. Da inzwischen die Unterkommission für das L a n d e » t h e a t e r getagt hotte und an dem Voranschlag, der sich auf 696 000 Mark belaufen hatte, durch Abstriche die Forderung auf 686 000 Mark herabgesetzt hatte, konnte der Finanzausschuß am Montag das Kap. 7 (Londes- theater) beraten. Es wurden noch weitere Abstriche vorgenommen, so daß die Summe, die schließlich dem Theater bewilligt wurde, 650 000 Mark beträgt, wovon der hessische Staat zwei Drittel zu übernehmen hat. Ein Antrag Dr. Werner, nur Opern im Theater geben zu lassen, wurde abgelehnt, dagegen wurde ein anderer Antrag Werner, nach dem die Uebergabe des Herrngartens und des Orangeriegartens erfolgen soll, wenn die Stadt Darmstadt die ganzen Theaterkosten übernimmt, der Negierung als Material überwiesen. Kap. 33 (Polizei) wurde zusammen mit einer Regierungsvorlage über die Polizei in Bad- Nauheim angenommen. Ein Antrag Dr. Werner, die staatliche 'Ortspolizei wieder aus die Gemeinden zu übertragen, wurde gegen vier Stimmen abgelehnt. Dasselbe geschah mit einem Antrag Dr. Leuchtgens- Glaser, der verlangte, daß die Kosten hierfür durch den Finanzausgleich zwischen Staat und Gemeinden aufgebracht würden. Ein Antrag Widmann, der eine Prüfung dieser Verhältnisse bezweckt, wurde gegen vier Stiimmen angenommen. Ferner sand ein Antrag Dr. Werner, dem ^chutzverein für entlassene Strafgefangene einen Kostenbeitrag von 5000 Mark statt 3000 Mark zu gewähren, Annahme. Das Kapitel 100 (3 u ft i j) wurde angenommen; Anträge van Dr. Leuchtgens hierzu, die auf eine Vereinfachung der Verwaltung und die Zurückführung des Personalbestandes auf den Stand von 1914 hinausliefen, wurden abgelehnt. Die Kapitel 101 (Gerichte), 102 (Marienschlo ß), 103 (B utzba ch) wurden angenommen und Ersparungsanträge von Dr.Leuchtgens abgelehnt. Zu Dem letzteren Kapitel wurde ein Antrag Weckt er angenommen, wonach die Vergütung für den katholischen Gefängnisgeistlichen von 1100 Mark auf 1750 Mark erhöht wird. Kapitel 104 (K r i m i n a l k a s s e n) wurde mit einem Antrag Dr. Werner, der Einsparungen.vorsieht, angenommen und ein gleichfalls zu diesem Kapitel gestellter Antrag Dr. Leuchtgens abgelehnt. Die Kapitel 105 (Stellvertretungskoften) und 107 (P o ft - gebühren) wurden am Schluß der Sitzung angenommen. Der Fall Nathusius. Berlin, 26. Mai. (WTB.) Sofort nach der Rückkehr des Generals von Nathusius aus Lille, wo er von dem französischen Militärgericht wegen eines angeblichen Diebstahls eines Tafelservices unter Aufhebung des früheren Urteils zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden war, leitete der Oberreichsanwalt in Leipzig eine Untersuchung gegen ihn wegen Kriegsverbrechens ein. In diesem Verfahren wurden sämtliche Personen, Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, die 1918 mit Dem General in Roubaix in dem Hause des Fabrikanten Motte wohnten, eigehend als Zeugen eidlich vernommen. Keiner der Zeugen hat in dem Motteschen Hause in Roubaix ein wertvolles Tafelservice bemerkt. Soweit überhaupt dort vorhandenes Geschirr von Der Stabsmesse des Generals in Benutzung genommen wurde, bestand es aus einzelnen Stücke» verschiedenen Musters. Dieses Geschirr t> erblich beim Abzug der Stabsmesse von Nonbaix im Haus e. Von Dem ehemaligen Burschen Des Generals wurde bekundet, daß dieser nichts verschickt ober mitgenommen hat, was nicht sein Eigentum war. Die Zeugencmssagen ergaben auch nicht b c n geringsten Anhaltspunkt für Die Annahme einer von Nathusius begangenen strafbaren Handlung. Der Oberreichsanwalt hat daher hrs Verfahren gegen ihn eingestellt. Die geistlichen Orden in Bayern. München, 26. Mai. (WTB.) Einer dem Landtag vom Kultnsminifterillm zugegangenen Ueberficht über die Entwicklung der geistlichen Ge- sellschaften in Bayern seit Dem Inkrafttreten Der Reichsversasfung ist zu entnehmen, Daß die Zahl Der männlichen geistlichen Prieftergefellschasten sich gegenüber 1010 fast verdreifacht hat und derzeit 26 beträgt, Die Zahl ihrer K l ä st e r und Niederlassungen sich fast um die Hälfte ver- m ehrt hat und von 98 auf 158 gestiegen ist. Die Zahl der geistlichen Brüderschaften ist von einer auf sechs mit 25 Niederlassungen gestiegen. Die weiblichen geistlichen Gesellschaften haben sich um rund die Hälfte, Die Zahl ihrer Klöster unD NieDerlassungen und ihrer Mitglieder um je ein Drittel erhöht. Die Zahl dieser Gesellschaften betrug 1910 22, zur Zeit 35, die auf 1795 Klöster und Niederlassungen verteilt ist. Das holländische Pahvisum. A m st e r d a m , 26. Mai. (WTB.) In der kürzlich stattgefundenen Konferenz Der Direktoren Der niederländischen Arbeitsbörse ist Einstimmig die Ansicht vertreten worden, daß Die VerhanDlnngen zur Abschaffung Des Paßvisazwanges im Verkehr mit DeutschlanD s o schnell wie möglich a n f g e - n o m men merDen sollen. Eine nennenswerte K o n- kurrenz Deutscher Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt fei wegen Der Stabilisierung Der Valuta heute nicht mehr zu befürchten. Im Gegenteil mürben in ber nahen Zukunft Die in Deutsch- lanb Arbeit suchenDen NieDerlänDcr viel mehr einen Vorteil von einer solchen Aufhebung Des Visazwanges haben als Der in HollanD Arbeit suchenDe Deutsche. Das nieDerlänDische Arbeitsministerium ist von Dieser Stellungnahme Der Direktoren ber Arbeitsbörse in Kenntnis gesetzt worben. heeresvermindemng inschweden Stockholm, 26. Mai. (Wolfs.) 9tach Dreitägiger Debatte haben beibe Kammern Des Reichstages gestern nacht Den Vorschlag Des Reichstagsausschusses in ber Wehrfrage a n g e n o m m e n. Dieser Vorschlag ist im großen unb ganzen ibentisck) mit Der von ber sozialbemokratischen Regierung ein- aebrachten W e h rv o r l a g e , bie jeboch in einigen Punkten erweitert würbe, um Den Wünschen Der Freisinnigen Partei entgegenzukommen, Deren Mitwirkung zur Erlangung Der Mehrheit notwenDig war. In Der Ersten Kammer würbe ber Ausschuß - Vorschlag mit 85 gegen 60 Stimmen angenommen, in Der Zweiten Karner mit 133 gegen 86 Stimmen. Die MinDerheit setzt sich zusammen aus Der Rechten, Dem BauernbunD unb einigen Mitgliedern Der liberalen Partei. Nach Dem Reichslagsbeschluß werben sich die jährlichen Kosten für Die gesamte Wehrmacht auf 107 Millionen Kronen stellen ober um 31 Millionen niedriger als die Kosten des jetzigen Provisoriums fein. Die Armee wirb von 6 auf 4 Divisionen v e r m i n b e r t. Die Zahl ber Infanterieregimenter verringert sich von 28 auf 20. In bezug auf bie Marine bestätigten beibe Kammern besReichstages den Beschluß bes vorigen Reichstages, 24 Millionen Kronen für Neubauten von Schiffen, währenb 1924 bis 1929 zu bewilligen. Die Dienstzeit in Der Armee, bie jetzt 330 bis 165 Tage beträgt, ist durch Roichstagsbeschluß auf 260 bis 140 Tage herabgesetzt worden. In Der Marine wirb bie Dienstzeit von 225 auf 220 Tage herabgesetzt. Der Führer der Rechten in ber Ersten Kammer, der ehemalige Ministerpräsident T r y g g e r, legte nach Der Abstimmung P r o t e st gegen Den Beschluß ein, Den seine Partei als verhängnisvoll betrachte. Die Lage in Marokko. R a b o t, 27. Mai. (TU.) Amtlich. Am 25. Mai ist Die Kolonne Des Oberstleutnants Feral, Die feit einigen Tagen in Dem Bergmafsiv von Bibane zur Beobachtung Des Gegners zurückgelgsfen wurDe, auf Dem Rückzug vom Feind heftig angegriffen worden. Der Gegner versuchte, Durch heftige Bajonettangriffe Die Vereinigung Der Kolonne mit Den Truppen Des Generals Eolomba zu verhindern. Dieser gelang cs nach heftiger Artilleriebeschießung unter Mitwirkung Der Kampfflugzeuge, Den Feind zurückzuschlageii. ImZentriun ist die Lage unverändert. Der Feind wurde m i 1 neuer Munition versehen. Bei einem Angriff hatte er ziemliche Verluste, darunter fünfzig Mann an Toten, zu verzeichnen. Im Osten wurden Angriffe abgeschlagen. Die Lage ist noch immer kritisch. Nach Dem Sonderberichterstatter Der „Evening News" haben Die Kampftruppen AbD el Krims bisher an Den Kämpfen noch nicht leilgenornmen. Das Ziel Des marokkanischen Führers bestehe Darin, eine Revision Der Algecirasakte herbei- zuführen, um gewisse reiche Minenfelder in bie Hand zu bekommen und sie an a u s l ä n b i f ch e Gesellschaften 3 u verpachten. Die Kabinettskrise in Belgien. Brüssel, 26. Mai. Der liberal? Abgeordnete Max will, nachdem seine Bemühungen, ein außerparlamentarisches Kabinett zu bilden, gescheitert sind, ein parlamentarisches Kabinett bilden, dem angehören sollen vier Katholiken, vier Sozialisten und eine oder zvxi außerhalb des Parlaments stehende Persönlichkeiten mit liberalen Tendenzen. Die Möglichkeit der Durchführung dieses Planes dürfte von der Stellungnahme des sozialistischen Generalrates ab hängen, der morgen zusammentritt. Amundsens Schicksal. Besseres Wetter. — Bor Abgang der Hilssexpcditionen. Paris, 27. Mai. (TU,) Nach einem Telegramm des Kapitäns der „Farm" an Die „Central News" nähert sich Das Schiff jetzt ber äußersten Grenze Des P 0 l a r e i f e s. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden 21 ni u n D f e n und seine Gefährten heute mit Dem Schiff an Der uerabreDeten Stelle zusimunentreffen. Nach einem Radiotelegramm aus Spitzbergen hat lid) Dgs Wetter gebessert. Die Luft ist jetzt so klar, Daß AmunDsen sich nach Spitzbergen zurücksinben unb Dort lonDen kann. Die übrigen ExpeDitionsmitglieDer hoffen, Daß bie Besserung bes Wetters AmunDsen heute z u r ü ck f ü h r e n wirb. Trifft er heute nicht ein, wirb bie norwegische Negierung Die amerikanischen unD englischen A n - geböte, HilfsexpeDition en abgehen zu lassen, a n n e h m e n. Die Zeitungen bringen trotz der amtlichen Dementis Berichte ihrer Washingtoner Korrespondenten, wonach die Entsendung des „S h e n a n d 0 a h" und nicht des „Los "Angeles" auf die Suche und) A mundsen nicht absolut unmöglich ist. Eine Derartige HilfsexpeDition käme aber erst in Betracht, wenn Die norwegische Regierung Amerikas Hilft erbeten habe. Das Ankerschifj „P a t 0 k a" würbe bann nach ber Insel Disko an ber Westküste Grönlanbs, Die in 14 Tagen zu erreichen fei, fahren. „Shenandoah" würDe nach DerAnkunft ber „Patoka" folgen. Die Insel Disko mürbe währenb ber Dauer ber Expebition Die Basis bleiben. Amerika sei geographisch Das einzige LanD, Das eine solche CxpeDition unternehmen könnte. Neues Erdbeben in Japan. N euh o r k, 27. Mai. (TU.) Gestern früh fand im Distrikt von Lahima im Südosten Nippons erneut ein heftiges Erdbeben statt, in dessen Zentrum wieder die Städte Tovooko und Äinosaki liegen. Beide Ortschaften sollen jetzt völlig zerstört worden fein. Anter Den Bewohnern herrscht großer Schrecken. Alle Blätter heben die Möglichkeit eines bevorstehenden großen Erdbebens hervor. Aus Stadt und Land. Gießen, den 27. Mai 1925. Bevorstehende Aenderung des Stener- nbzngs vom Arbeitslohn. Der Steuer-Ausschuß Des Reichstages hat wesentliche Aenderungen des Steuerabzugs vom Arbeitslohn beschlossen, Die am 1. Juni 1925 in Kraft treten sollen. Der steuerfreie Lohnbetrag, Der bisher 60 R. M. monatlich (15R. M. wöchentlich usw.) betrug, soll auf 80 R. M. monatlich (13,60 R. M. wöchentlich, 3,10 R. M., täglich, 0,80 R. M. zweistündlich) , erhöht werden. Außerdem soll künftig die Ermäßigung des zehn- prozentigen Steuersatzes, die bisher für jeden zu berüastchtigenden Familienangehörigen 1 v. H. betrug, vom Dritten Kind ab je 2 v. H., wenn jedoch Der Arbeitslohn 250 R.M. im Monot, 60 R. M. in ber Woche, 10 R. M. atn Tage nicht übersteigt, schon vom zweiten Kind ab 2 v. H. betragen Diese Bestimmungen sollen für alle Lohnzahlungen gelten, die für eine nach dem 31. Mai 1925 erfolgende Dienstleistung bewirkt werden. Es ist anzunehmen, daß die vorstehenden Aenderungen Gesetz werden. Die Arbeitgebermüssen sich schon jetzt auf die Aenderungen einstellen, Damit sie in Der Lage sind, den Steuerabzug vom 1. Juni ab richtig zu berechnen. Die Einzelheiten Der voraussichtlichen neuen Regelung ergeben sich aus einem Merkblatt, das bei Den Finanzämtern unentgeltlich abgeholt werden kann. Das Merkblatt gilt nur, wenn das Gesetz, das die Erhöhung des steuerfreien Lohnbetrages und Den Ausbau des Kinderprivilegs vorsieht, bis zum 31. Mai verabschiedet wird. Bornotizcn. Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Reveille". Wettervoraussage. Bei zunehmender Bewölkung südliche bis westliche Winde, kühler und (Niederschläge, "** Bankenschluß am Pfingstsams - tag. Die Gießener Bankgeschäfte geben im heutigen Anzeigenteil bekannt, baß ihre sämtlichen Ge- fchäftsrä'ime am Pfingstsamstag geschlossen bleiben. •* Doppelführung von Schnellzügen. Die Reichsbahndirektion in Frankfurt (Main) gibt bekannt, daß zur Bewältigung des zu erwartenden Pfingstvertehrs Die Schnellzüge ab Berlin, Anhalter Bahnhof 7.35 norm, und 2.03 nachm., sowie ab Frankfurt (Main) 7.02 vorm. und 1.20 nachm. am 29. und 30. Mai sowie am 2. Juni doppelt gefahren werden. Ebenso werden doppelt gefahren Die Schnellzüge ab Berlin, Anhalter Bahnhof 8.34 nachm. in ber Rächt vom 30. zum 31. Mai. vom 31. Mai zum 1. Juni und vom 2. zum 3. Juni, sowie ab Frankfurt (Main) 10.03 nachm. in der Rächt vom 29. zum 30. Mai, vom 30. zum 31. Mai. vom 1. zum 2. und vorn 2. zum 3. Juni. Für die Doppelsührung zahlreicher Personenzüge undBer- ftärfung der Züge Dem Verkehrsumsang entsprechend, ist gleichfalls vorgftorgt. ** Vom Versorgung samt wirb uns geschrieben: Die ben Offizieren unb Beamten ber früheren Wehrmacht unb Deren Hinterbliebenen für Den Monat Juni zustehenDen Ruhegehalts- usw. Gcbühr- nisse werden am Freitag, 29. Mai, von vormittags 10—12 Uhr, beim Versorgungsamt, Zimmer 44, ausgezahlt. ** Der Renin erb und macht unserem heutigen Anzeigenteil Darauf aufmerksam, daß Die Auszahlung Den Renten Diesmal bereits am 29. Mai erfolgt. ** Diiiefsendungen nach Breslau, die in Der Aufschrift die Angabe des Zustellpostamts tragen, werden vom 5. Juni an schon während der Fahrt zu den Bahnposten einzelner Züge nach den Breslauer Zustellämtern verteilt und diesen unmittelbar zugeführt werden. Hierdurch wird erreicht, daß diese Sendungen in eine frühere Zustellung kommen, was für die Empfänger von wesentlichem Vorteil ist. D'ese Sonderbehandlung kann auf Briess.ndungen, die in Der Aufschrift die Angabe des Zustellpostamts nicht tragen, aus betriebstechnischen Gründen nicht erstreckt werden. Diese Sendungen müssen daher nach wie vor in Breslau umgearbeitet werden. Sie erleiden dadurch gegenüber den mit Zustellamtsangabe versehenen Sendungen eine Verzögerung in der Zustellung. Es liegt mithin in Der Hand der Absender, durch Angabe des Zustellpostamts in der Aufschrift der nach Breslau gerichteten Driefsendun- gen zur Beschleunigung in der HeberLinft beizutragen. D i e diesjährige Volkstagung der deutschen Schul vereine sindet au Den Pfingsttagen in Kufstein in Tirol statt. Sie wird im Zeichen der Jugend stehen. Denn, etwa 10 000 Jugendliche aus Dem Reich und Oesterreich sind bereits ungemelDct, so daß Die Anmeldeliste wegen Erschöpfung Der Unterbrin- gungsmöglichkeiten geschlossen werden mußte Den weitaus größten Seil der jugendlichen Teilnehmer stellen Die 120 000 Mitglieder umfassenden Schul- gruppen des Vereins für das Deutschtum im Ausland, Der es sich zur Aufgabe gestellt hat, das deutsche Volk unter Zurückstellung alles dessen, was uns heute luder zu stark trennt, in Dem Gedanken der großdeutschen Kulturgemeinschaft zu einigen Dieser Gedanke gewinnt immer mehr Boden, wie di: Teilnahme des deutschen Volkes und hiner Regierungen an der Einweihung der Deutschen Akademie in München und des Deutschen Hauses in Stuttgart deutlich gezeigt hat Reben Der ernsten Arbeit ist in Kufstein für wirkliche Unterhaltung gesorgt. II. ci. findet ein großer Fackel - zug mit Schloßbeleuchtung statt. Vor unb nach der Tagung werden Wanderungen in das Gebirge den Jugendlichen dessen Schönheiten zeigen. Zum ersten Öllale sind in diesem Jahre auch sportliche Wettkämpfe vorgesehen. Ausgeschrieben sind Ginzelkampfe und Dreikämpse für Knaben unD Mäochen. Die Sieger erhalten Urian* den und Eichenkränze. Den Siegern in Den Gruppenkämpfen winken 3 Ehrenschilde, gestiftet von Der Hauptleitung des V. D. A. Sehr stark vertreten wird Der Landes-Verband Hessen-Darmstadt mit etwa 1400 Teilnehmern fein. I n Gießen rüsten sich etwa 200 Schüler und Schülerinnen zur schönen Pfingstsahrt unter entsprechender Führung. Die Fahrt beginnt Freitag vor Pfingsten - das Landesamt für das Bildungswesen hat den Tecknehmera 2 Tage Schulurlaub gewährt — und endet, vorausgesetzt, daß das Wetter gut bleibt, am Samstag nach Pfingsten. Möge Die Tagung einen in jeder Hinsicht schönen Verlauf nehmen! * * Ihr 85. Lebensjahr vollendete heute Die noch immer recht rüstige Frau Margarete Schmidt W w., Wolkengasse 13 wohnhaft * * Schlageter-Gedenkfeier. Man berichtet uns: Der Deutsche Jugendbund Bismarck veranstaltete gestern im Nest. Hopfeld eine Schlageter- Gedenkfeier. Vor einer größeren Anzahl Mitglieder hielt Dr. Blank die GedächtnisreDe, in Der er Das Leben Dieses großen Deutschen HelDen bis zu seiner TodesstunDe schilderte. Mit Dem gemeinsamen Lied „Ich hatt'einen Kameraden" schloß Der wohlgelungene AbenD. LanVkrciH Gießen. 1' Srünberg, 26. Mai. Im Gesellen- Prüfungsbezirk des Gewerbevereins Grünberg war am Sonntag die Schluß- feier der diesjährigen Prüfung. Der Vorsitzende des Prüfungsarrsschusses, Lehrer Wenzel von hier, überreichte unter entsprechender Ansprache die Gesellenbriefe an die Junggesellen. Er ermahnte diese, Den Lehrherren für ihre Mühe ein gutes Gedenken zu bewahren, auch als Gesellen stets auf weitere theoretische und praktische Fortbildung bedacht zu sein, um so ein tüchtiger Handwerksmeister zu werden, Damit sie den schweren Konkurrenzkampf, den gerade der Handwerker stand in der Jetztzeit führen müsse, durchhalten könnten. Beteiligt waren an Der Prüfung 20 Lehrlinge, von Denen 19 bestanden. Den Gewerben nach waren es 5 Schreiner. 1 Wagner. 6 Schlosser, 1 Slektro-Installatcur, 2 Weißbinder. 1 Sattler, 1 Bäcker, 1 Friseur und 1 Damenschneiderin. * • Kesselbach , 26. Mai. Unter freudiger Anteilnahme der Bevölkerung feierten am Sancs- tag die Eheleute I 0 h. Meißinger 1. DaS Fest Der Goldenen Hochzeit. Dem IubK- paar mürben von feinen zahlreichen Freunden und Bekannten in Kesselbach und Gießen, der früheren Wirkungsstätte des Jubilars, viele herzliche Ehrungen bereitet. Kreis Friedberg. 25 Bad-Rauheim, 26. Mai. In Der heutigen Sitzung der Stadtverordneten gab der Bürgermeister ein Schreiben Der Oberrealschule bekannt, worin sich die Direktion für den Zuschuß bedankt, den die Stadtverordneten für die Anschaffung eines Flügels bewilligt haben. Für die Volks-, Berufsund Betriebszählung wurde ein Betrag s» giiifont« Sinne ' hat Aaup l-b" h-lb d- hir al ' Wbest Straße auch h leine -l irurj a. »urülfl Stadl- anstatt' Musik slinimic nfnbi roiirf« undW (A.* Ne rum b$n Hilfen - für 1°°.. richten m ^bracht mit cttoi vorläufig 1 Dill. ■ auf das zuMon der Oes schlossen, 25 Pf-- Sammelt ber nid) schlossen. Sauäm und den entschädig geselle Innung ? unter 44 leserlicher Mer 5 Aeuba! ibrrreichl „Krone" fus fü' 48 Lehre ist Schu Papier- gefertigi ßilssmi öficrftul unb wri m, ( gangenen Waids nicht auf muhte du legt weck nus Den (jefipveöii Sachen | heims, Pt SdlnroD. und der o 1 fe u n richten: ’ Günih ^rundsli beabsichtig hatte z: betrieb e richten. 7 gegen E 50 Reichs l. Juni u Gesuch Di derlrni «n am ®ettftr Nuft C fauflirfje U mittelbare lummer C gen zum ' genehmigt, "'lid) Jergnü Mai-Slug Sitzung b C Hr HZ 'S um’Ä* pollenbete kn« ®or0«ttle wvhW . cier. Ma" «' nd L'iwarck vil> eine Zchlogeu^ de, Inder» ben bi» 8“ *'£ eineinsamm Lie» ®lrb uns ab «berlTflC l(1?en für £, " Dornig Wer 44. C;-5 unterem Qm- daß bi, - am 29. Ug, Mil- M an |d,sn *'!tn »iniflner tattern d«, ^rl toerba. » ^»NdllNM ;M’ürbit w ift. ®:eft die » 3uMdo8» iMxfmilto J 6tnbunien ■öreilau um« 'durch gegen, rfwnen ven- r 3uHt(lunQ. >er Mender. in der Auf» ^ritilenbun« wlimft beijv» Ifstagung tt fintei an n Tirol statt, stchrn. Denn m Heid) und V jo daß die >er UnUrbrifl» en muhte Jen ^n Teilnehmer illenben Schui- i Seulld). ) zur Hujgabe unter Suriufr •Ute leitet je groftbtuHtäi Dielet iben. mit di: mb leinet Heber Mich-m milchen havl» I Heben der nrW linier, grober Ml- Lor uni n id) en in tot ®<* Wien zeigen. , 3af)te auch AuStz-jchrie- nJpje jut Rna- chatten Urhrn- iegern in Mi l-hilte. gtfüM X Sebt/'-ti »rband Hei- X) Teilnehmern M 200 Schulet M\W, u2 w * ßanbromnl nehmen' 2jj- ■t. vsraurg:-^ Samsiag ’® einen in M egchiuv I 618 Lr Hot’ Den' St L-hrhert« f- b-wah^- ÄS SSb 1 ^lwlt Unter ttfl«1 an, ।> i n SV, u .»ichen & und e»v 5ubilflr”' er die ,rin j“L 5t^ t, Je“? AüS^ jiii^ t on 600 TM. betoiflifli brr alt 2tuf»er ('Berlin) und Baumeistrr Hofmann 'H.rborn) beauftragt werden. Die Entwürfe, für dir rund 10003 Ml. verausgabt werden, sollen b;m dem llcubau zugrunde zu legenden Gebauten Rechnung tragen, wonach der zunächst für 100 Betten geplante Bau räumlich so einzu- lichten ist. daß später weitere 50 Betten unter- gebrach; werden können. Da die Kosten pro Beit mit etwa 9000 Mk veranschlagt werden, ist vorläufig mit einer Gefamtdaufuinine von etwa 1 Mill. Marl zu rechnen Das Schwimmbad, auf daS wir in einer besonderen Votiz nochmals Aurü(ffommen werden, wird In den nächsten Tagen der Oeffentlichkeil übergeben. Es wurde beschlossen für Eintrittskarten für Erwachsen» 25 Pf. für Kinder 15 Pf. zu erheben und Sammelkarten entsprechend billiger adzugeben. 3n der nichtöffentlichen Sitzung wurde u. a beschlossen. den Vorstehern der städtischen Bauämter den Titel ..Baurat" zu verleihen und den Beigeordneten eine mäßige Aufwandsentschädigung zu geben An 80 Junggesellen. von denen 59 allein bei der Schneiderinnung Friedberg die Prüfung bestanden (darunter 44 weibliches, konnten am Sonntag in feierlicher Handlung in Anwesenheit von Bürgermeister Dr Kayser und Getoerbelchul-Aeftor Neubauer - Friedberg die Gesellenbriefe überreicht werden 51 rcio Schotten. Schotten. 26 Mai. 3m Saale der „Ärone“ findet zur Zeit em 14tägiger Kur- s u s für Merl unterricht statt, an dem sich 48 Lehrer auS dem Kreise beteiligen. Kursusleiter ist Schulrat Denzcr. Darmstadt. Es werden Papier-, Papp-, Holz- und Metallarbeiten an- gescrttat. die in der Hauptsache unterrichtliche Hilfsmittel barstellen. Don den Schulern der Obcrftufc ausgeführt, werden sie ein belebendes und vertiefendes Moment im Unterrid|>t fein. Mrcie Alsfeld. m. Mücke. 26. Mai. Das für den vergangenen Sonntag vorgesehene ch r i st l i ch e W a l d f e st konnte infolge des schlechten Wetters nicht aus dem Flensunger Kopf fiattfinben. Es muhte vielmehr in den Saal des Bibelheims verlegt werden, der denn auch von Feffteilnehmern aus den benachbarten Orten dicht gefüllt war. Festprediger war 'Pfarrer Dr. Eichhorn. Ansprachen hielten noch der Verwalter des Bibel- Heim», Prediger Peters und ein Prediger von Sellnrod. Der gemischte Thor von Groh-Eichen und der Posaunenchor von Sellnrod wirkten mit. Mrete Lauterbach. 0. Lauterbach, 26. Mai. Aus der jüngsten o i |i u n fl des Stadtoor st ander» ist zu berichten: Zunächst gelangte ein Gesuch der Firma Th. Gunther um pachtweise Ueberlassung de» ftäbt. Grundstück» Flur II Nr. 15 zur Beratung. Die Firma beabsichtigt, auf diesem Gelände eine sog. Wandelhalle zur Unterstellung de» für ihren Speditionsbetrieb erworbenen L a ft k r a f t w a g e n s zu er» richten. Nach kurzer Aussprache wurde das Gesuch gegen Entrichtung einer lährlichen Pacht von 50 Reichsmark genehmigt. Die Pachtzeit beginnt am 1. Juni und läuft auf unbestimmte Zeit. — Einem Gesuch des Männergesangoereins „L i e derkranz' um Stiftung van Preisen für den am 14. Juni stattfindenden Gesangs- Wettstreit wird stattgegeben. — Die Gesuche des August Schneider und Heinrich S l r u t h um läufliche Ueberlassung von städtischem Gelände in un» mittelbarer Nähe ihrer Grundstücke an der Dir» lammer Straste wurden unter besonderen Bedingun- gen zum Preise van zwei Mark pro Quadratmeter genehmigt, em weitere» der Salzschlirfer Kurlichtspiele um Ermäßigung der Vergnügung» st euer für die Sommermonate Mai—August abgelehnt. — 3m weiteren Verlauf der Sitzung belchäftigte man sich mit den gerade in letzter Zen viel besprochenen Berkehrstragen, d. h. bei eoil. »eiteren Erschließung de» Vogelsberg». Bürgermeister Walz berichtete bei diesem Punkt eingehend über die in dieser Angelegenheit mit dem Handel» und Gewerdeoerern sowie dem Vogelsberger Hähenklub bereits ftatt» gehabten Besprechungen. Rach dem Ergebnis der- leiden toll in erster Linie die Errichtung einer 21 u I o- po st Verbindung mit dem Ausgangspunkt Nieder Mos» über Heisters, Steinfurt, Altenschlirf, Schie.Mknnrtg-n. Stock hauten ufw. Lauterbach anae» strebt werden. Weiler wurde angeregt, dast die bereits bestehende Linie Ulrichstein — Lauterbach infolge ihrer fielen Ueberjaftung täglich zweimal gefahren wird, und zwar fall diele Linie von Lauterbach ausgehen und an der fog. Ohmstraste Anschlust an die Schottener Linie erhalten. Der Stadtoorstand steht dieser Angelegenheit je&r sympathisch gegenüber und ist mit den vom Dor- sigenden In dieser Frage bereits unternommenen Vorbereitungen voll und ganz einverstanden. — Weiter berichtete der Bürgermeister über die durch die Baukammisston in Offen bad) und Frankfurt a. M. oorgenommenen Straste nbefichtigungen. Nach feinen Ausführungen haben diese Städte mit den Strastenherstellungen nach dem fog. Trimmex- verfahren sehr gute Erfahrungen gemocht. Der Bürgermeister wurde hierauf beauftragt, von der in Frage kommenden Baufirma sfostenooranschläge über die Herstellung verschiedener hiesiger Ortsstrasten einzufordern, um dann demnächst zu dieser Frage endgültig Stellung nehmen zu können — Durch da» 'Ableben de» ersten Kommandanten der Pslichtfeu erwehr, Backer- meister Aonrad Günther, sowie die Amtsnieder, legung seine» Stellvertreters, Kaufmann Karl Finger II-, ist Neuwahl erforderlich geworden. AI» erster Kommandant wurde Spenglcrmeifter Friedrich Ärömmelbein, al» zweiter flomman- bant Bauunternehmer Heinrich Hardt gewählt. — Am Lchlust der Sitzbng beschäftigte sich der Stadt- oorftanb mit den demnächst stattfindenden beiden Beigeordnetenwahlen. Nach der dieser Tage eingegangenen kreisaintlichen Verfügung ist die Amtszeit des ersten Beigeordneten Iohs.M ö 11 e r X. am 16. Juni, die de» zweiten Beigeordneten Herrn. Schiebelhuth am 3. August abgelaufen Als Wahltag für den ersten Beigeordneten wird der 21. 3uni und für den zweiten Beigeordneten der 12. Juli bestimmt. Die Wahlzeil bauert in beiben Fällen von vormittag» 9 Uhr bis nachmittags 5 Uhr. Starkenburg und Rheinhessen. " Darwstadt. 26. Mai Dor einiger Zeit war berichtet worden, dast nach dem Venust von Haferfjocken, die jahrelang ausbewahrt und nach einem HauSpuh wieder zum Vorschein gekommen waren, eine Familie unter Ver- aistungserschein ungtn erkrankt war. Der Familienvater, ein Architekt, starb daran. Die jetzt beendete Tlntersuchung des Falles hat ergeben, dast die Haferslvcken durch Arsenik vergiftet waren Wahrend der Inflationszeit war der Architekt als Kammerjäger tätig gewesen und aus jener Zeit rührten offenbar die vergifteten Haferflocken her. fpd. Offenbach, 26. Mai. Die elfjährige. etwas schwachsinnige, aber körperlich gut entwickelte Tochter dcS Lederarbeiters Adolf Dort er, Feldstraste 117, wurde seit dem 14. Mai vermistt. Sic hatte sich von Haus entfernt und war angeblich in den Wald gegangen. Trotz aller ofsentlichen Ausrufe blieb das Kind verschollen. Am Montag nun wurde das Mädchen im Walde zwischen Offenbach und Heusenstamm tot und bereits stark verwest auf» gefunden. Die Leiche war mit Laub und Gras oberflächlich verscharrt. Der Mann, der die Leiche auffand, benachrichtigte sofort die Kriminalpolizei, die weitere Feststellungen an Ort und Stelle machte. Das Mädchen wurde ermordet und ist wahrscheinlich einem Lustmörder zum Opfer gefallen. Der Täter ist bis zur Stunde noch nicht ermittelt. Hrcis Wetzlar. r. Wetzlar, 26. Mai. Die alte, zu dem früheren Kloster der Franziskaner gehörige Kirche wird voraussichtlich einer gründlichen Erneuerung unterlagen. Seit vielen Jahren war sie dem vollständigen Verfall preisgegeben. Die bösen Buben benutzten die mit Draht versehenen Fensterscheiben als Ziel ihrer Steinwürfe. Die durch das Alter geheiligte Kirche bildet augenblicklich ein Bild deS Jammers. Dor einigen Tagen wurde die Kirche von Vertretern der Regierung, dem Provinzial- konservator Professor R e n a r b aus Bonn, den Vertretern der Stadt und der Kirchengemeinde eingehend besichtigt. Man hält eine vollständige Renovierung dieses alten Gotteshauses für sehr notwendig Des schlechten Zustandes wegen konnte cs die beiden letzten Jahre nicht mehr benutzt werden. Da die Kirche seucht ist, gedenkt man den Fußboden zu erhöhen, auch müssen Oefen ausgestellt werden. Die alte Orgel wird wahrscheinlich einer neuen weichen müssen 94 ist Ausgabe und Psllcht der Stabt und der Kirchen- aemetnbe. dies alte historische Bauwerk zu er- ballen. Der Beginn der Arbeiten hängt mit der Erledigung der Kostenfrage zusammen. r. Hieb er fl een, 26. Mai Die Provin- z i a l st r a h e von Aiederkleen bis zur Kreisgrenze in der Aichtung nach P o h l - Göns wird eben neu gebaut und mit der Dampi- walze gewalzt. Der Verkehr wird über Oberkleen umgclettct Das Befahrcn des Sommcrncnce neben der im Dau begriffenen Strastenlinie ist ebenfalls untersagt. r. Aus dem HÜttenberg, 26. Mai. Eine gar seltsame Sitte bat sich hier erhalten: es ist das .Pädche" streuen. Wenn fich die Herzen eines Jünglings und einer Jungfrau zusammengefunden haben, so bleibt dies nur selten den Freunden und Bekannten dieser jungen Leute verborgen. Man sucht die sich nur heimlich Liebenden zu neckcn und ihr stilles, traute- Geheimnis bei ganzen Gemeinde kund zu tun 3n der Dunkelheit der Aacht nehmen neckische Freunde einen Eimer voll Kalk, weihen Sand. Spreu oder Aiche und streuen einen Psad von der Haustüre des jungen Mannes über die Dorsstrahe hinweg biS zu der Haustüre des Mädchen-, Die Leute, die des Morgens dielen gestreuten Pfad — ,d's Pädche — sehen, verfolgen sofort mit Aeugierde. wo diese ,?Pädchen" endigen. Unb sofort weist der ganze Ort: ..die und der" haben ein Verhältnis zusammen. DaS gibt neuen Gesprächsstoff 3n der herbstlichen Zwet- fchenkuchenzeit nimmt man auch gerne eine groste Menge Zwetfchenkerne, um das „Pädche" zu ftreuen. Beim ..Honigkochen" gibt cs Körbe voll Zwetfchenkerne. die auf obige Weile den sich Liebenden eine zweifelhafte Freude bereiten Hessen-Nassau. ipd. Frankfurt a. M.. 26. Mai. 3n der Aacht zum Sonntag wurden auS einer Wohnung derDeethovenstraste für 3000MarkSchmuck- touren gestohlen. Die Diebe hatten aber arges Pech, denn als sie am nächsten Tage da- DiebeSgut in Veld umwandeln wollten, wurden sie abgefafit und verhaftet. Die gestohlenen Schmucksachen konnten restlos wieder b er beige- schafft werden. — Aus einem Uhrengeschäft der Mainzer Landstraste wurden in der Aacht zum Montag für 15 000 Mark Gold- und Silbersachen. Llhren, Droschen, Ohrringe usw. gestohlen. — Der Maurer August West aus Flieden wurde verhaftet, weil er zahlreiche Bauhütten im OsthafengZänbe erbrochen iinO ausgeplün ber t hatte. — Trotz eines ungewöhnlich großen Aussichtspersonals wurden am Sonntag von den Tribünen des Stadions zahlreiche Klapp st ühle gestohlen. Der Diebstahl ist buchstäblich unter den Augen des „AufsichtspersonalS" geschehen. bl. Dillenburg, 25. Mai. Der Kreistag des DiIlkreifes dcfchlost in feiner heutigen Sitzung die Herabsetzung ber Oagbpadjt- steuer von «30 auf 10 Proz. ber Jagdpachi für Einheimische, auf 15 Proz. für Auswärtige unb auf bas Zehnfache für Ausländer. Der Kreistag erteilte nachträglich zum Ankauf des Kreisautomobils für 14 500 Mk. feine Zustimmung. Der Haushaltplan würbe mit einigen kleinen Abänderungen auf den Betrag von 655 900 Mk. fefb gefetzt und angenommen. Die vom Bezirksverband erlassene und vorn Kreisausschuh beschlossene Ab- gabeorbnung zu Vorausleistungen zum Wegebau wurde angenomemn. Der Kreistag übernimmt die Bürgschaft für die dem Kreise zur Der fügung gestellten Saatgutfrebite. — Hier will man eine Jugendherberge errichten, die 40 männ liehen und 40 weiblichen Personen Unterkunft bieten soll. Schöffengericht Dietzen. ' G i e tz e n , 25. Mai. Die wegen Betrugs viel fach vorbestrafte Telephonistin Rosa Zarernba aus Berlin mietete sich Ende 1919 in Bad-Nauheim unter falschem Namen in ein Hotel ein, schwin- beite bem Besitzer vor, sie könne dank ihrer Be- zrehungen zur Reichsbank in Berlin Golb besorgen und veranlatzte ihn, ihr 5000 Mk. in Papier zum Umtausch in Gold in Aussicht zu stellen. Als er von ber Bank mit bem Geld, bas nach Berlin geschickt werben sollte, zurückkam, zeigte sie ihm einen (con ihr gefälschten) Posteinlieferungefchein vor, wo nach sie die Summe bereits abgeschickt habe und liest sich das Geld aushöndigen. Danach verschwand sie, ohne ihre Zeche bezahlt zu haben. Wegen Ur» kundensälschung und Betrugs erhielt sie eine G e - famtgefängnisftrafe von 1 Jahr zwei Monaten. Der verheiratete Fuhrmann I. H. von Giesten hat eine zweite Ehe eingegangen, bevor seine erste Ehe geschieden war unb dem Standesbeamten die wissentlich falsche eidesstattliche Versicherung ab» aegeben. er fei unverheiratet. Strafe. 1 Zahr (Bee fä n g n i ». Der Bergmann K R. au» Södel bat längere Zeit hindurch mit seiner noch nicht 14jährigen Stieftochter sträflichen Verkehr unterhalten. Die Verhandlung fand hinter i»erfchlosienen Türen statt. Die Strafe lautete auf 1 Zahrt, Monate Gefang- n i» und 5 Jahre Ehrverlust wegen Blutschande Kirche und Schule. Jngrlldpsarrcrkonfereuz. §. Vom 9 dis 11.3unl wird in Aeu- bictenbort die Konferenz der evang Zugendpsarrer Deutschlands adgehal- ten werden Die Tagung delchnftigl sich diesmal besonders mit Fragen der Psvcdologic; so Ipn^t Prof D E»irgenfohn- Lcipztg über „Die pspchologrschen Grundlagen der evang. 3ugcnb- seelsorgc Pastor Le S e u r - Berlin über „ben 3uflcnbfedforger feine Persönlichkeit und seine Arbe,tsmiltel' ferner Kreisarzt Dr. Eoer - p e r - Düsseldorrf über .Psnchopathie" und 3u- gendpsarrer Kobold- Kiel über ^soziale Schtoicri^lecten". Nachdem so die Schwieriglrt- ten moderner Zugendsee lforge behandelt sind, fchliestt die Tagung nüi einem Vortrag von Pastor Dr Ä e r n - Aemscheid über , DaS Ziel bL Dillenburg .25. Mai. Nach der ami lichen Schulftatistik vom 1. Mai d. 9». befinden sich in den 7 2 Schularten des Kreises 74 Schu» len mit einer brHeren Mädchenschule unb einer Mittelschule. 201 klassen waren durch 163 männliche und 10 weibliche Lehrkräfte verwaltet Auster dem stehen noch 74 Handarbeitslehrerinnen im Dienste. Nach den Geschlechtern getrennt sind schul pflichtig 3002 Knaben und 3934 Mädchen, zusammen 7830 Schuler. Nach den Konfessionen sind 7568 evangelisch, 248 katholisch, unb 20 israelitisch. — Auster einem Ort (Wallenfels) hat jede Gemeinde nunmehr eine eigene Schule Rundfunk-Programm deck frankfurter Tenders. (Aus der ^Aadio-Hmschau".) Donnerstag, 28. Mai. 12 Ufir: Aachrichtendienfl 3 unb 4 Ahr Wirlfchaftsmeldungen. 4 20 Uhr: Aachrichten- dienst. 4.30 bis 6 Uhr: Aachmittags-Konzerl de» Hausorchesters Deutsche 'Komantif. 6 Ufor: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 516r Die Lesest unde (Aus fernen Ländern) Aus dem ,.3a- panbuch" von Lafcadio Hearn 6.30 bis Z Ahr Sprachliche unb praktische Hinweise für Italien- reisende Z bis 7.30 Uhr: Vortragszyklus bei Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M Hanau — Vortrag von Dr Keim. Syndikus des BörsenvorftandeS: „Wie wickeln sich die (Geschäft? an der Frankfurter Börse ab?" 7.30 bis 8 Ühr Stunde des Südwestdeutschen Aadio-Klubs - Vortrag von Dr. Giage-Frankfurt a. M.: ..Elek- trizitätsleitun•} in Metallen, Flüssigkeiten und Gasen". 8.30 bis 9 30 Ahr: Dic Gntwicklirng der Violinsvnale. Ein Zyklus, erster Abend. 9.30 Ahr. Vachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht 10 bis 11 Ahr Elavigo, ein Trauerspiel von Goethe. Briefkasten der Redaktion. (Aechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Aedaktlon.) 3rau S. R. in G. Legen Sie einen weichen, saugfähigen Stoss auf die Tischplatte. Daraus legen Sie ben (eibenen Stoff unb reiben nun ben Fell steck mit Benzin fort. Die saugfähige 6toffunterlagv saugt ben Fleck auf. K. C. in G. Die seitens des Hauseigentümers erteilte „Erlaubnis" zum Aufftellen eine» Wagens ober Handwagens auf feinem Hofe stellt nach ber Rechtsprechung selbst bann keinen Bestandteil de-.- Mietvertrages bar, wenn sie gleichzeitig mit ber Er laubnis zum Anbringen eines Schutzdaches ver bunben worden ist. Der Mieter kann sich hiernach nicht auf eine gesetzliche Schutzbestimmung berufen. Der Vermieter ist also berechtigt, die gewährte Ver günftigung jederzeit zurückzuziehen. Es ist auch Sache des Mieters, Wagen und Schutzdach zu ent fernen. Jeder Entschädigungsanspruch des Mieters ist sonach ausgeschlossen. Plagt Sie Rheuma ober Gicht, so ist Ihnen ber Gebrauch von Aroga-Eslrakt anzuraten, der bid Schmerzen lindert unb die harn- sauren Salze aus dem Körper schasst. Der echte Ilroga-Extrakt ist in Flaschen zu 60 Gramm nur in Apotheken zu haben Sicher: Universitäts- Apotheke zum goldenen Engel. Die Bestandteile sind auf ber Packung angegeben. 4860A 3IC Befrifft BATSCHARI wolfc TlaolJ'Uiaß. nacZ Tu EU MA Ltt rüc/it ym/t de* u/yM/tBA z />&YLdwwi cuzxA dzA TüFUMA- Tkuxdzjyt £1* duc Stjunauwi. du CU/vw/y^ . Möbel aller Art auf Teilzahlung Hausrat Gemeinnützige Möbelversorgung für das Rhein-, Main- und Lahngebiet G. m. b. H. Gießen a. L. Lindenpl.1 -12 i 5425D Dem, Gerichtsvollzieher in Gießen, Steinstr. 13 Donnerstag, den 28. Mai 1925, nachmittags 2 Uhr versteigere ich im Löwen, Aeuenweg. in Gießen zwangsweise gegen Barzahlung: 1 SfljrelWi. 2 aiauieie, 1 kofskifchkaik, 1 ßisfdRflnt. 5 Sofas, 3 Benitos. 2 ndh- maftfilnen, i Büffet. 2 Gtjaifeiongues. jirfa 20 3tr. Siei'ilohlea, 36 Hollen uqö 1 Ballen DecgnmenierioB. 49 Butele iatmlerte Ceoer- beulel. 1 3oB Iain. Urfa 40 kg Hüüöi. 6$ üovofs, 1 sann? Senirifucenöl, 38 öobofs Eeöerfen onö Sflinilerieife. 40 ^iHhüte unc 40 Summ -. £eoer- uaö somihfite. 1 Coöen- einrimtueg. 1 groben Sosteevrenvn, 1 Zen- trlfuge. 2 OerOe. Die Unterlagen nebst Bedingungen zum Wettbewerb Ortsbebauung-plan Vodheim a. d. Dieber, können von der BürgermeistereiAodheim gegen eineSelbst- kostengebühr von 20 Mark bezogen werden. Interessenten wollen per Karte derBürger- meisterei Aodheim a. d. Bieber Mitteilung geben. Der Bürgermeister: Leicht. 5397O mltfteiiüetöenö.Wobnnng zu fauien gesucht. Schriftliche Angebote unter 04658 an ben Gieß. Anz. erbeten. Emmericher 04665 Lindenplatz 1 Lichtspielhaus Die trauernden Hinterbliebenen. K-I Vertreter 5426c 1 1 1 gesucht 538788 B'i um Kein Laden! 04652 Kein Laden! Dekorateur ■ i ■ gesucht. 5392D Frankfurt a. Main. 5388ss Ciierne Ml*h 542UD bau». Heuchelheim, den 27. Mai 1925. 04659 gesucht 04661 Pser-ekneA gesucht. 04645 gesucht. 5371D vernichtet verblüffeuv dvpvUflarK^rruchlo». tnÄjwlhtdm u.DrvA. 5422V kommen in Frage. Ball 5404a SchuhhausW Benner Ausführliche Offerten unter F.W.C. 677 an Rudolf Moste, Frankfurt a. M, erbet. Hervorragend in Qualität :: Billigst im Preis Alleinverkauf der Marken MERCEDES und BALLY Heinrich Bitt, Schmtedemeister, Wisimar. Hof Albach bei Lich. nach Friedberg (jede Woche ein Schaufenster) per sofort gesucht, evtl, könnte abends dekoriert werden. Schriftliche Angebote unter 5398V an den Gießener Anzeiger. Offerten an Marimaltin-Gesellschaft Bonn. öas große Wecken Tragödie aus einer kleinen Garnison. — Vorher; Feierlicher Einzug des Reichspräsidenten von Hindenburg in Berlin. Parade, Geschäftsübernahme usw. Die Beerdigung findet statt am Freitag, IO1/» Uhr, in Frankfurt a. M., Hauptfriedhof. Wendeltreppe zu verkaufen. Näh. Herso, Plockstr. 5. 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Str. 39. yer für Gberbesfen) r'^ocb. 27. IHai 1925 Das pazifische p ob em. Don Äapu in zur See a. D Waldei-er-Hary Die Dereinigten Staaten von Amerika hab n im Frühjahr die'es Jahres SIotlenmanöDci größten 21 smaßes ab- gehalten, die von höchster politischer Bedeutung find. Die Manöver haben zur Grundlage gehabt. Crfahr ngen darüber zu sammrln. wie der Angriff einer fremden Macht auf die H a - waii-Inseln ab- w?hren fei. Diele fremde Macht ist Japan Die Slbhaltung der Manöver hat daher im Lande der anfgehenden Sonne schärfste Erbitterung erreg' Und diese Erbitte- rung wird aller Daraussicht nach dadurch noch gesteigert werden, daß ne:e'dings verlautet, die amerikanische Flotte Welle von den Hawaii- Inseln auS einen Besuch in Australie abftatfen Den Besuchen einzelner .Kriegsschiff braucht keineswegs immer eine politische Bedeutung innezuwohnen. Menn aber ein Flottenaufgebot von in-gesamt t07 Schissen mit einer Besatzung von 33 000 Mann unmittelbar im Anschluß eine-'- Manövers das eine aktuell? politische Streitfrage als Unterlage hatte, statt- findet, dann liegt die hohe Bedeutung auf der Hand. Australien steht, was die Behandlung der sogenannten gelben Gefahr anbetrifft, ganz auf feiten Amerikas. Es hat vor wenigen Jahren erst durch den Mund seines Premierministers erklären lassen, daß es .w e i ß" zu bleiben wünsche und eine ,gelbe" Einwanderung nicht zulassen würde. Ja, eS ist sogar nicht ausge- schlossen, daß die Staffenfrage in Australien noch schärfer und leidenschaftlicher als in den Bereinigten Staaten von Amerika behandelt wird. Der Besuch der großamerikanischen Flotte in australischen Häsen bedeutet nun nicht mehr und nicht weniger, als dafi Amerika und Australien sich in der 2lbwehr der gelben Gefahr eins fühlen, und dass Amerika gegebenenfalls bereit ist. auch den Schuh Australiens gegen Japan zu übernehmen. Aach allem darf es nicht wundernehmen, wenn der geplante Flottenbesuch in England mit gemischten Gefühlen betrachtet wird. Alan weih es noch aus früheren Zeiten der Spannung, dah Australien allemal ein starkes Anlehnungsbedürsnis an die Bereinigten Staaten empfindet, sobald die gelbe Gefahr am Horizont erscheint. Man ist sich in England ferner darüber klar, dah der Bau und die Eröffnung des PanainakanalS nicht nur die militärische Machtstellung der Bereinigten Staaten gestärkt, sondern auch die Handelsregsamkeit Bruder Jonathans in nicht unerheblichem Maste belebt haben. Der Handelsweg zwischen Australien und Amerika ist kürzer als der OB eg nach England Und weitschauende englische Politiker sehen die Stunde kommen, wo der kürzere Handelsweg feine Borzüge dartut, so dah England erheblich geschädigt werden könnte. Die Handelsbeziehungen zwischen den Ländern spielen heutigen Tages aber eine Stolle wie nie zuvor. Sie knüpfen Fäden politischer Art. die sich zu gegebener Stunde als äußerst haltbar erweisen. Man gibt in England zwar zu, dah der Besuch der amerikanischen Flotte in Australien und die Ausnahme, die man den Schiffen dort bieten werde, eine rein australische Frage sei. ist andererseits aber doch von der Entwicklung der Dinge insofern nicht gerade angenehm berührt, als man befürchtet, die Freundschaftsbande zwischen Australien und Amerika würden sich aus Anlah dieses Besuches allzu eng knüpfen. Ferner möchte man selbst eine allzu schroffe Stellung gegen Japan vermeiden Menn auch der Bündnisvertrag mit dem Lande der ausgehenden Sonne gelöst worden ist, so besteht in England doch nicht das geringste Interesse, bei Behandlung der japanischen Frage lediglich im Kielwasser der Bereinigten Staaten $u segeln. Kommt es um des Rassenhasses und lnsbesondere um Chinas willen zum Kriege zwischen Japan und Amerika, eine Entwicklung, di« in der Lust liegt, dann erhebt sich für England die äußerst sc irrige F age. wie es sich verhalten klL S.'eh' ce abseits und ergreift leine Pa lei, wird es mit größter Wahrscheinlich' ü Australien d e . 1 i e r c r Schwenkt cs hinge.,e i in die a m e r i t a n i £ Front ein und Hilst Japans M. ' - > ;iri:m mem, dann b sorgt c_- Icatcn Endes*am -.anif- c durch den Weltkrieg ring leitet o i t; jene Entwicklung nämlich, die die 2c - einigten Staaten zum Herrn bet IDclt macht. Das pazifische Prb'.em gestal e: sich allo vor allem auch für England außerordentlich schwierig 2lls es seinem Han Isneid gegen Deutschland freien Laut liest unb die Entente zusammenschmiedete, hat es sich selb i keinen Dienst erwiesen. Der gadü Hahn kräht feil jener Zeit überlaut, die Weltbörse ist auS London abgewandert, und Bruder Jonathan protzt mit feiner Muskelkraft. Die Entwidlung gewaltiger Dinge ist im Fluh. Deutschland müh wach bleiben, um feine Stunde nicht ein zweites Mal zu verpaffen. Der Parlament«« che Diktator. Don unserem römischen k-Korrespondenten. St o m , 22. Mai Mussolini beruft einen Ministerrat ein. Das sieht dann folgendermaßen aus 31 Presidente del Coniigl-o. der M i n i ft c i- präsidentMussolini, nimmt an dem Tisch des Hauses Platz, schlägt seine Aktenmappe auf und läßt seinen berühmten kreisrunden Blick an dem im Halbkreis um ihn versrmmelten Ministern entlangrollen: das heilst, er sieht in einen vierteiligen Spiegel. Zur Linken sitzt ihm nun gegenüber der Minister des Auswärtigen Mussolini, zur Rechten bei Kriegsmini- st er Mussolini, in der Mitte der M a r i n e- Minister Mussolini und der Führer der LustwasseMufsolini. Die Litz n der Erwählten beginnt. Der Ministerpräsident ergreift das Worfi Wie ich zu meiner Genugtuung sehe, ist der Minister des Auswärtigen in allen Stücken meiner Meinung, die auch von dem Kriegsminister geteilt wird. Ich stelle fest, dah, nachdem ar Ich der Marineminister und der Führer unserer verheißungsvollen Luftwaffe ihre Zustimmung geben, der Ministerrat zu einem einmütigen Entschluß gekommen ist und hebe daher bie_ Sitzung auf. Es müßte keinen Witz mehr in Italien geben, wenn fid) die satirischen Blätter einen solchen Stoff entgehen ließen. Ernsthaft betrachtet, darf man hinzusügen, dah Mussolini natürlich in Wahrheit auch fein eigener Innen- min i ft er geblieben ist, trotz der Ernennung des nationalistischen Führers Federzoni, die seinerzeit als erste Konzession an die Opposition gedeutet werden konnte. Ein parlamentarischer Diktator also, wenn man will. Ein Mann, der den Parlementarismus benützt, um ihn ad absurdum zu Beil oder zu den gesammelten Portefeuilles greifen, um seine Art, Weltgeschichte zu machen, noch plastischer herauszuarbeiten, so kämen wir um ein interessantes Experiment auf gegebener Grundlage, würden einfach vor ein revolutionäres Fait accompli gestellt, wie es schon duhenrnal da war. Dah sich Mussolini seinen Diktatortitel sozusagen erst verdient, Stück für Stück mit den gebräuchlichen Examensmitteln erringt, das ist das Originelle. Es heißt hier nicht: Ich bin Diktator, sondern: Wie werde ich Diktator? Der „Herzog des Meeres", Qlbmiral Thaon bi Revel, ist als Marineminister bald seinem Kollegen vom Kriegsministerium, General D i Giorgio, gefolgt. Beibe scheiterten an ihrer Loyalität gegenüber dem Diktator, ober noch präziser gefaßt: beibe dachten mussvlinisch und muhten daher fallen, wenn es an Mussolini war, zu fallen. Der König Hit gefehlt, folglich opfert sich ein Offizier. Unzeitgemäh, vielleicht, tribe- a b c d e f g h Weih: Matt in brei Zügen. Weiß: 8 Steine. Kf8, Del, Td8, Ld2, Bb3, Bf2, Bg4, Bh4. Schwarz: 9 Steine. Ke6, Sc3, Bb4, Bb5, Bb6, Bd4, Be4, Be5, Bf3. Partie Nr. 6. Die nachfolgende Glanzpartie wurde in der 5. Runde des Internationalen Schachmeisterturniers zu Baden-Baden am 21. April 1925 gespielt. Holländische Partie. Weiß: Dogoljubow (Rußland). Schwarz: Mieses (Deutschland). 1. d2-d4 1. f7-f5 2. g2-g3 ein alter Zug, den neuerdings Grünfeld empfiehlt. 2..... 2. Sg8-f6 3. Lfl-g2 3. e7-e6 4. Sgl -T3. Bon Bogoljubow bevorzugt, andere entwickeln den Springer nach h3. 4..... 4. d7-d5 . 5. 0-0 5. Lf8-d6 6. c2-c4 6. c7 —c6 7. Sbl —c3 7. Sb8-d7 8. Ddl -c2 9. Kgl-hl! 10. Lei - f4 11. g3xf4 12. e2-e3 8. Sf6 — e4 9. Dd8-f6 10. Ld6xf4 11. Df6-h6 12. Sd7-f6? 13. Sf3-e5 13. Sf6-d7 14. Tfl-gl 14. Sd7Xe5 15. d4xe5 stärker als fxe, da Weiß den auf d7 zu entwickelnden schwarzen Läufer nun mit Td7 indirekt angreifen kann. 15..... 15. Se4Xc3 es drohte Lxa4 nebst riesiger Springerstellung nach Sc3-e2-d4 Lchach-L-J Öcjibctici 2flle für die Redaktion befti nnten Mir lur.gvn, ßöiu.ig.n ufu? find -a ri. en an d. Schachr.dattio des .G.eß ner A eiger»" ‘431 oaicin Nr. 13. Don A. Burmeister in Reval. Schwarz: 2 2 r_. i !’■ O ou ch 16 h2xc3 16. Lc8-d7 >7 fnl—dl 17. b7-b5 Um dem rc:gum4manöper IS. c’xdS nebst c3 - 4 zur. i ukommen. 18 Dc2-b. 8. 0-0 10. Dh2-.i3! 19. Tf8-d8 20 c lxbö 20. c< xb5 21 Di 321 D.,O-h5 22 I 2xd Der Beginn einer völlia trrretten O rkombina.ion von befiridenber Schönheit. 22 22. cixdS 23. Tßl>-g7+Ü 23 Kg8*g7 24. 24 Ki;7-g8 .'5 Tdl-gl-f- 25 !)"5-g4 26. TglX- 4-h 26. f5Xg4 27. f4-f5! 27. Td^-cS 28. e»- ri» 28. Ld7-c6 29. Df6-17-b 29 Kv8-h8 30 sö-ld 30. Tc8-g8 31. Df7 —c7 31. I a8-c8 32. Dc7-e5 32 d5-d4-f- 33. Khl-gl 33. Lc6-d5 34 f6-f7-j- 34 Ig8 - g7 35. De5xd5 ausgegeben. Lösung deS Problems Sir. 12. 1. Sf7-do, KdO: 2. Di64-, Kc5 3. Sd3++. 1..... Ke5: 2. De7 + , Kdl 3. Sb5+ + . 1......8 2. Se8!', Ke5: 3. Dc3++. Aus jeden anderen Zug 3. Dt6+-f-. 2!ns der Sdjndjwclt. In einem vor kurzem vom neugegründeten Frankfurter Schachverband vc anftaltetcn Städtekampf zwischen Frank'urt einer eits und Hanau und Mainz andererseits (W:esbaden war nicht erschienen) siegte Frankfurt überlegen mit 17'/, zu 71/-. Bei eine’: Beteiligung W esbadens wäre das Resultat für die Verbündeten ficherlid, etwas günstiger ausgefallen. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionSttfch. Klops. (Berliner Selbstbegegnung.) 3d sitze ba und esse Klops. Uff ecmal llopp's. Ick fiele, staune, wundre mir, Uff emal jeht fe uff, de Tür. Slanu denk id, id denk nanu, 3eh is Je uff, erschl war se zu? 41 nd ick jeh raus unb bilde. Und wer steht draußen? — Icke! vAus dem Europa-Almanach des Berlags Kiepenheuer.) Der Adler unb die Gänse. Zwei Gänse standen eifrig schnatternd am Ufer eines Sees, als ein Adler beutegierig auf sie stürzte, um sich jn einer von ihnen einen Leckerbissen zu holen. Der Feind wurde aber rechtzeitig von ihnen bemerkt und sie plumpsten tauchend in das Wasser. Der Adler sah fid) seines Bratens beraubt und flog von bannen. Als die Gänse wieder empor kamen unb die Gefahr glücklich überwunden mußten, sagte die eine zur anderen „Bilde dir nur nicht ein, daß er dich haben wollte!" (Aus Reclarns Universum, Heft 33.) rizianisch, aber nicht ohne Größe. Di Giorgio legte dem Senat Mussolinis Heeresreform vor, Mussolini kam der Verwerfung des Senats zuvor, indem er sie im kritischen Augenblick z u - rü ckz o g. Und der Getreue ging: Disziplin. Richts weiter. Thaon bi Revel war für eine Erhöhung ber Schlagkraft der Kr i egs- flotte, Mussolini auch. Mussolini beschloß, sie gleichzeitig mit ber Erhöhung dernationalen Verteidigung zu schaffen. Damit wurde der Posten eines Admiralstabchefs überflüssig unb der Herzog des Meeres ging, nicht ohne den Herrscher mit der Würde des Senators zu grüßen. Mit jener geraden Entschlossenheit und unerhörten Arbeitskraft, die diesen Bierziger auszeichnet, übernahm Mussolini selber die freigewordenen Posten ab interim, bis die Berschmel- zung aller Waffen in eine einzige Wehr Tatsache sein wird. Das wird immerhin nicht von Erster Welckervortrag. Die Reih« der vom Oberh es fischen Ge- schichtsverein und der Bereinigung der greunbe des humanistischen Gymnasiums veranstalteten Dorträge zu Ehren F. G. Welckers würbe am Freitagabend burch Professor He rzog eröffnet. Ausgehend von Weickers fruchtbarer Beschäftigung mit der Heillunde der Griechen führte er seine Zuhörer auf die Insel Kos, eine der schönsten Perlen im Kranze des Aegäifchen Meeres, zum Heiligtum des menschenfreundlichsten GotteS der Griechen, des Asklepios, und zur Schule des S3aters der wissenschaftlichen Medizin, des großen Hippokrates. Professor Herzog hat in den Jahren 1900 bis 1907 Ausgrabungen auf Kos geleitet, deren verheißungsvollstes Ziel die Entdeckung unb Aufdeckung des berühmten Asklepieions dieser Insel war. Er fand das Heiligtum, dessen Lage im Laufe der Zeiten völlig vergessen worben war, im Oktober 1902 westlich vom Türkendorfe Ker- mete. über eine halbe Stunde Wegs von der Stadt entfernt, bei einer Klosterruine, deren Qiame Panagia t-arfu die Erinnerung an das Alfos, den heiligen Hain des Gottes, barg. Die von Herzog und seinem Mitarbeiter, dem Gießener Ehrendoktor S ch a z m a n n, er- fchlossene Daugeschichte des in drei Terrassen aufsteigenden Heiligtums lehrt, daß derAsllepios- kult im Zypressenhain des Slpollon erst um 350, also nach dem Tode des Hippokrates. begründet, baß das Asllepieion erst 300 bis 270 gebaut und im nächsten Jahrzehnt weiter ausgestaltet worben ist. Aus ber Befruchtung der ererbten und selbständig erweiterten ärztlichen Erfahrung durch den Geist ber jonischen Wissenschaft war in einem scharf beobachtenden und kritisch denkenden Kopse die rationelle Heilkunft geboren, im koischen Asklepieion vereinigte sie sich mit ber Religion des Heilgottes zu einem freien und fruchtbaren Bunde. Frommer Glaube unb wissenschaftliche Medizin bildeten hier keine Gegensätze, sondern eine wunderbare Synthese, die nur ber für Lug unb Trug erklären kann, der in einseitigem und oberflächlichem Rationalismus die Imponderabilien der menschlichen Seele und ihre Bedeutung für Gesundheit unb Heilung des Leibes verkennt. Der in der Praxis seiner älteren Verwandten ausgewachsene, in ihren wissenschaftlichen Kenntnissen unterwiesene, von ihren Aufzeichnungen geförderte Arzt ber koischen Schule empfand seine berufliche Tätigkeit zugleich auch als Familienüberlieferung und Gottesdienst: beides fiel für ihn zusammen, denn am Anfang feines Stammbaumes stand als göttlicher Ahnherr Slsllepios selbst. Der Dortrag zeigte, was die heutige Philologie z«u leisten vermag, toerni sie im Geiste Welders ard)äologische, epigraphische unb literarische Forschung zu einer geistigen Einheit verbindet, die ber Einheit des antiken Lebens entspricht. Die Holbeinschc Madonna 400 Jahre alt. Die Holbeinsche Madonna, der größte Kunstsd)ay ber hessischen LanbesHauptstadt, kann in diesem Jahre, wie Graf Kuno von Hardenberg auf einem Festmahl der Deutschen Dunsengesellschaft in Darmstadt mit- teilte, ihren 400jährigen Geburtstag feiern. Bekanntlich galt früher eine ältere Rach- bilbung in Dresden als echt, bis im Jahre 1871 durch einen unmittelbaren Vergleich beider Gemälde in Dresden, die Kunstgelehrten sich für die Echtheit der Darmstädter Madonna entschieden. Das berühmte Bild ist, nachdem es über 100 Jahre verschollen war, 1822 vom Prinzen Wilhelm von Preußen angekauft worden; nach dessen Tode erhielt es seine Tochter, die Prinzessin Karl von Hessen unb durch weitere Erbschaft kam es bann in ben Besitz bes Großherzogs. Das Stilb ist gegenwärtig im Darmstädter Schloßmuseum unb seit einigen Monaten wieder Der Besichtigung durch die Allgemeinheit zugänglich; es gilt wie schon gesagt, als die größte Sehenswürdigkeit ber an Kunstschähen reichen Landeshauptstadt, und die meisten Fremden, Die Darmstadt aufsuchen, versäumen es nicht, das Gemälde zu besichtigen. w Hindenburg vor! Eine wahre Begebenheit. Jahrtausendfeier! Ein sonniger Tag. Im Frühlingssonnenglanze lag Das alte Köln. Unter blauem Himmel Auf breitem Flusse ein festlich Gewimmel Don Schiffen und Kähnen, groß und flcin Mit weißem Bug unb schwarzweißem Schlot Fuhr Da stromab ein stattliches Doot, Die Toppen gewimpelt zum seltenen Feste. Plaubernb faßen Die hohen Gäste Der Stabt behaglich auf bem Der Deck, Sie tranken Kaffee unb aßen Gebäck, Genossen gar herrliche Augenweib; Denn strohlenb in ihrem Festtagslleib Zog stolz und traulich vorüber ba Die alte unb neue Colonia. Des Reiches Kanzler unb all, die geladen Aus Preußen unb Bayern unb Hessen unb Baden Sie hörten summen ein altes Getön: O billiges Köln, wie bist du schön! Da faß, ein Zufall besonderer Art, » An einem Tisch ein Quartett geschart Don Dem man in Den letzten Wochen Dieltausendstimmig in Deutschland gesprochen. Es waren — ihr könnt es nicht erraten — Reichspräsidentschaftskanbidaten: Herr Braun, in Preußen erster Minister, Daneben Herr Held, sein bayrisch Geschwister, Herr H e 1 l p a ch , Stilben3 Staatspräsident, Herr Jarres, Der Das ©taötregimcnt. Des Rheinlands Sohn, in Duisburg führt. Sie lächeln getrost unb meinen gerührt, Ob sie auch Millionen Stimmen errangen, . Daß keiner von ihnen durchs Ziel gegangen. . Da stand am Geländer ein Zeitungsmann, Geschäftig schaut er die Gruppe an. Flugs führt er eine Untat im Schilde (Was galt ihm bas Recht am eignen Bilde?) Und dacht: tie in Schönheit gestorben (nach Ibsen), Die will für mein Blatt ich schleunig knipsen. Die Strahlenfalle nahm er zur Hand Und hatte das Rohr schon zum Zielen gespannt, Da tönte ringsum ein Jubelschrei: Ein stolzes Schiff glitt mächtig vorbei Zum nahen Ziele, zum nahen Strand. ^Hindenburg" war bas Schiff genannt ’ Und die es sahen sie fühlten wohl. Daß dieses Erlebnis des Kampfes Symbol. Einstimmig sagten Darauf die Di er: „Der Hindenburg fährt schneller als wir." Ernst BrüeS. Hirsch-Apotheke, Fritz Bauer. Frankfurter Str. 4: Vik'or la-Drogerie E. Guth, Marktstr. 5: l’nlv.-Anotheke s. Roid. Enge), A. Habrik. Marktplatz: Central-Drogerie, Emil Karn, Schulstr.: Kreuz-Drogerie. August Nolt Bahnhofstr. 51: Neustadt-Drogerie. Hans Noll, Neustadt 28- b. H.. Berlin NO 43. Niederlage bei: Hdb. ) 5jät)iaen möglichst Die Preise waren ('Jiütfiörud oerboten 51 tfortieRung (Sorth'tjunn folgt.) landkompagnie Die Wöriehofener Entief « on«sku i‘ st „nrantiert nuscbndliÄ und von bestem (5rsolg. Eines der täglich eingedendeu Schreiben: „Bitte um nochmalige Zusendung der Wöris- »okener EntfettungStur, die sl !> als sehr Wirt sam erwiesen bat. Berlin-Wilmerc dors, den 17. 2. 1925. neA. Geheilnrat St." ?llletn echt: Wörishosener Naturhetl, Elberield. Niederlage: General-Depot und Niederlage für Gießen RefornchanS Paul Scholl. Gleüen, Kreuzvlnv 5. Feuer am Nordpol- Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Don Kari-August von Lassert. 5. VerlreterLag der hessischen Gemeindehecsmlen- (Eigener Bericht des „Gieß. Anz.") * Bad-Nauheim, 24. Mai. Die Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten ist mit rund 6500 Mitgliedern die stärkste Berufsbeamtenorganisation Hessens. Als ein Glied des Reichsbundes der Kommunalbeamten sieht sie im Deutschen Beamtenbund ihre höchste Spitzenorganisation. Von der Geschlossenheit der Gewerkschaft zeugte der 5. Dertretertag, der gestern und heute in unserer oberhessischen Badestadt abgehalten wurde. Den Auftakt zur Tagung bildete am tfreitag; nachmittag eine Sitzung des Vorstandes und der Ausschüsse, woran 65 Stimmberechtigte teilnahmen. fremden Fliegers große Mühe machte, ihren Apparat zu verankern. Endlich hatten sie ihre Arbeit vollendet, und eine Gruppe von sechs Männern näherte sich langsam. Es war ein sranzösischer Offizier.und fünf Soldaten. Als sie dicht herangekommen waren, trat Sanders ihnen drei Schritte entgegen. Der Offizier grüßte militärisch und sagte auf französisch, er sei gekommen, um sich die neue Niederlassung anzusehen. „Hier wird deutsch gesprochen", sagte Sanders kurz. „Ich bitte um einen Dolmetscher", entgegnete der Franzose. „Hilf ihnen", bat Linda ihren Mann. Stratosf fragte auf französisch: „Sie sind gewiß mit Ihrem Fahrzeug hierher verschlagen worden?" „Nein, mein Herr, wir landeten mit voller Absicht." „Aber das Betreten dieses Landes ist ohne Erlaubnis verboten." „Wir kommen auf Befehl der Regierung Frank, reichs. Frankreich hat die Regierung dieses Landes nicht anerkannt. Wir befinden uns daher hier auf herrenlosem Gebiet, in welchem jeder tun und lassen kann, was ihm beliebt." „Vorausgesetzt, daß wir ihn nicht daran hindern", fiel Sanders auf Französisch ein. „Sie werden es nicht wagen, gegen einen Franzosen etwas zu unternehmen!" rief der junge Offizier rasch. „Und somit fordere ich Sie feierlichst auf, mein Herr, uns zunächst eine Besichtigung Ihrer Anlagen zu gestatten. Sodann bitten mir, unseren etwas gering gewordenen Benzinvorrat, natürlich gegen Bezahlung, ergänzen zu dürfen." „Ich gestatte weder das eine noch das andere. „Dann zwingen Sie uns, Gewalt anzuwenden!" drohte der Franzose. Sanders gab Nagel einen Wink. Dieser zog eine Steuermannspfeife hervor und ließ den bekannten langen Triller ertönen. Gleich darauf eilten fünfzehn Männer aus dem Tore des Lnfthafens herbei und nahmen dicht hinter Nage! Aufstellung. Jeder trug einen Karabiner umgehängt, Patronentaschen am (Bürte! und an der Pelzmütze die Aufschrift „Nord- Nagel war an einen Sprechapparat getreten und hatte einige Worte gewechselt. Jetzt wandte er sich wieder seinen Gästen zu und sagte: „Das erste Flugzeug hat sich als 27b gemeldet. Es dient dem Präsidenten zu besonderen Fahrten und bringt Herrn Sanders zurück. Das zweite dagegen reagiert weder auf telephonischen Anruf noch auf Funkspruch. Der Beobachter glaubt in seinem starken Fernglase die Konturen eines ihm unbekannten Modells zu erblicken. So seltsam es daher erscheint, so müssen wir doch mit unangemeldetem Besuch aus Europa rechnen," „Das wäre höchst interessant!" rief Linda. „Besonders da jedem fremden Luftfahrzeug die Landung verboten ist!" meinte Stratoff. Wenige Minuten später glitt das Regierungsflugzeug zur Erde, und Sanders betrat eilig die Landungsbrücke. Zunächst hatte er nur Augen für Nagel, dem er sofort zurief: „Wer ist jener fremde Flieger?" Das zweite Flugzeug war nämlich unterdessen auch herangekommen und kreiste in mäßiger Höhe über Platinia. „Wir wissen es nicht", sagte Nagel. „Auf Anrufe antwortet es nicht." Jetzt erst erblickte Sanders Linda und Stratoff. Der unerwartete Zwischenfall mit dem fremden Flieger gab ihm mehr Haltung, als er sich bei dem ersten Wiedersehen zugetraut hatte. Raschen Schrittes ging er der tief erblaßten Linda entgegen. ” ' „Willkommen, Frau Stratoff!" sagte er äußerlich völlig unbefangen und küßte die ihm dargereichte Hand. Dann wandte er sich an Stratoff. „Ihre überraschende Ankunft wird Sie gleich zum Zeuyen einer pleinen Staatsaktion machen. Verzeihen Sie daher, wenn ich mich zunächst den Geschäften widmen." Der fremde Flieger ging in Spiralen herunter und schien sich einen Landungsplatz außerhalb des Flughafens zu suchen. Alle Anwesenden einschließlich des Personals des Flughafens und einiger Angestellten der Kompagnie beobachteten neugierig das Verhalten des Fremden. Jetzt ging er etwa 200 Meter hinter der Halle zu Boden. „Es ist ein französischer Militärflieger", sagte ein Ingenieur. „Ich kenne den Typ." Durch ein Tor begaben sich alle ins Freie. Hier wehte ein scharfer Wind, der der Besatzung des Deute aus morgen möglich werden, denn der Rei- bungsflächen sind doch sehr viele. So einfach wie in Kriegszeiten, das dürfte der neue Generalslabschef, der aus Qlrgcntinien herbeigerilte General Badoglio schon erfahren haben, arbeitet sich's nicht mit einem Oberkommando, wenn auch im heutigen Italien nicht hinter der Armee der Wehrhaften ein Parlament der Krämer lauert, wie hinter Hannibal. Das Parlament der Faszisten bildet naturgemäß nur eine Multiplikation Mussolinis. Einen eigenen Willen hat es nicht, es ist nur Resonanzboden und Schalltrichter für die Stimme des Mächtigen. Aber nach außen hin, von der Weltstraße aus gesehen, ist es eben doch das Parlament, die Kammer der Abgeordneten, und trotz des abgespalteten Aventins die Verkörperung der Mehrheit des Volkes. Kann man sich eine grimmigere Satire auf den Parlamentarismus Dorftellcn? Mussolini behält es aus den nämlichen Gründen bei wie die Fiktion der Ministerportefeuilles. Und dann: Wie trefflich spricht sich's durch dieses durchaus gesetzmäßige Schallrohr zum vom Liktorenbündel regierten Volle! Die Frauen sind einfach begeistert, wenn der starte Mann mit cäsarischer Gebärde den Kopf hebt. Und das muß auch der Gegner diesem ehemaligen Schmied, Lehrer, Anarchisten und einfachen Soldaten lassen: Er kann reden. 3m Gegensatz zu dem anerkannt besten Redner, aber doch immer Schönredner Jederzoni, der mit überlegener Sachkenntnis zu manöDcrieren Pflegt, verzichtet Mussolini auf jede Künstelei, um seine messerscharfe Logik noch schneidender zu machen. Die Frauen haben auch Grund, ihm zuzujubeln, denn traft seiner Macht legte er die saszistische Mehrheit gegen das Frauenstimmrecht mit einem einzigen Handgriff, der Disziplin heißt, auf die Schultern. Dabei entpuppte er sich als Frauenlob. Sie sind Heldinnen, im Kriege haben sie's bewiesen. Sie sind gegen jede Korruption. ‘ Und was die Familie anbelangt, nein, da könne er kein Pessimist fein. Denn die Frau wird nur von einem beherrscht, von der Liebe. Sei es die Mutterliebe, sei es die Liebe zu einem Manne. Liebt sie ihren Mann, so stimmt sie auch für ihn und seine Partei, liebt sie ihn nicht, so hat sie schon damit gegen ihn gestimmt. Da stimmten die Gegner gegen sich selber und Mussolini pries sie für diese Unterordnung ihrer persönlichen Anschauung unter die Disziplin . des Fafzismus, dessen Große gerade darin zum Ausdruck komme. Am nächsten Tage wütete der Diklator gegen die Freimaurerei. 3hr Einfluß mache sich überall bemerkbar, im Bankwesen, sogar im Heere, das sei unerträglich. „Wir sind angegri.i e olglich haben wir das Recht, uns zu verte dige ; die beste Verteidigung aber der H i e b." ._aä Gesetz werde ja doch umgangen? Dann brauche man überhaupt kein Gesetz mehr zu maO'cn, denn alle würden zu um»< i versucht. Das zu verhindern, müsse eben der Staat sehr stark fein. Auf den Einwand, man könne nicht gegen den Strom schwimmen, erwiderte Mussolini voll Stolz: Gestern (beim Stimmrecht der Frauen, zunächst bei Gemeindewahlen) sind wir mit dem Strom geschwommen, heute schwimmen wir mit größter Energie dagegen! Und wieder hat er den Beifall auf einer Seite. Er kennt das Fahrwasse?, und gerade dadurch, daß er sich den stärkeren Strömungen anpaßt und den schwächeren widersetzt, meistert er es. Schöffengericht Wetzlar. Q Wetzlar, 26. Mai. Der Schuhmacher H. H. aus Neunkirchen war wegen Dieb- ffahls angeklagt, weil er im November 1923 in Rodenbach einen der Reichsbahn gehörigen Ofen gestohlen hat. Der Angeklagte, der aus der Strafhaft vorgeführt wurde, gab den Diebstahl zu. Das Gericht erkannte auf 4 Monate Gefängnis. Wegen versuchter Notzucht, begangen an einem 15jährigen Mädchen, wurde unter Ausschluß der Öffentlichkeit gegen den Schäfer F. K. aus Dieburg verhandelt. Der Angeklagte befand sich in Wetzlar in Untersuchungshaft, da er im 1. Termin ohne Grund nicht erschienen und dieserhalb Haftbefehl gegen ihn ergangen war. Das Urteil lautete auf 4 Monate G e- f än g nis. Einen nicht alltäglichen Fall, daß nämlich die Staatsanwaltschaft, in einem rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren für einen Verurteilten die Wiederaufnahme des Verfahrens betrieb, zeigte die Verhandlung gegen den Angestellten K. H. aus H a l g c r. Der Kaufmann L. T. war seinerzeit von der Strafkammer Wetzlar wegen eines Vergehens und der Angeklagte H. wegen Beihilfe hierzu zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. H. beruhigte sich bei diesem Urteil, wogegen T. Revision gegen das Urteil einlegte, die den Erfolg hatte, daß das Reichsgericht das vorgenannte Urteil aufhob und die Sache zur erneuten Verhandlung an die Vorinstrmz zurückverwies. 3n der nun folgenden Verhandlung vor dem erweiterten Schöffengericht in Wetzlar wurde auf Freisprechung des T. erkannt. Unter diesen Umständen war es nicht gut möglich. daß das seinerzeit gegen H. erkannte Urteil wegen Beihilfe zu einem Vergehen, von dem der eigentliche Täter später freigesprochen war. bestehen blieb. Die Staatsanwaltschaft beantragte daher von sich aus Wiederaufnahme des Verfahrens gegen H., womit sie auch Erfolg hatte. 3n der heutigen Verhandlung erfolgte dementsprechend kostenlose Freisprechung, mit der Maßgabe, daß die bereits auf die Geldstrafe gezahlten Beträge an H. zurückerstattet werden. Der Kommissionär 3. S. aus Ehringshausen war vom Finanzamt Wetzlar mit 200 Mark Geldstrafe belegt worden, weil er angeblich bei Ausstellung der Einkommensteuer-Voranmeldungen für die Monate 3anuar, Februar und Nkärz 1924 für einen anderen die Einnahmen durch vorherige unzulässige Llbzüge von Ausgaben vorsätzlich zu gering angab, um für diese Steuer Vorteile zu erreichen. Der Angeklagte beantragte gegen diese Strafverfügung gerichtliche Entscheidung. bestritt die ihm zur Last gelegte ungesetzliche Handlung und will lediglich nach den Angaben seines Auftraggebers gehandelt haben. Der Zeuge D., für den der Angeklagte die betreffende (Steuerreflamaticmcn an- gefertigt hatte, gab an, daß er durch eine ihm auf dem Finanzamt gewordene Belehrung sich für berechtigt gehalten habe, diese Abzüge zu machen. Das Urteil lautete aus 5 0 M a r k G el d st r a s e. - In Deutschland aber ging die Farce der söge- nannten Revolution in eine schleichende Krankheit über, deren Heilung bisher keinem Arzt gelang. Vielleicht wird unter der strengen Faust der französischen Kontrolle aber doch noch ein Diktator von links oder rechts erstehen." „Ist das nach deiner Ansicht dasselbe?' fragte Linda. . „Im Enderfvlg bleibt es das gleiche. Nur wird die Diktatur von links zunächst mit einer Zerstörung aller großen Vermögen beginnen. Das macht den breiten Massen Vergnügen." „Haben Sie denn außer dieser Befriedigung ihres Zerstörungstriebes auch sonstige Vorteile da- vvn?" „Gewiß. Genau wie bei uns. Die nächste Generation muß dann täglich zwei Stunden länger arbeiten, als es sonst nötig gewesen wäre." „Du scheinst dich immer mehr vom Kommunismus abzuwenden?" „Ich wurde zunächst Kommunist, weil ich es nur auf diesem Wege zu etwas bringen konnte. Dann aber sah ich auch die Schattenseite des kapitalistischen Systems, das, nationalökonomifch gedacht, irgendwo einen bösen Haken haben muh, den zu erkennen allerdings nicht leicht fällt." „Das sind Popanze, mit denen man die Dummheit und Begehrlichkeit ködert. Der Fehler steckt wo anders. Bor dem Kriege herrschte in der ganzen Well ein Ueberfluß an Waren. Bei einer solchen Ueberproduktion hätte es der Theorie nach dem Durchschnitt der Menschheit besonders gutgehen müssen. Das war aber nicht der Fall. Und hier liegt der erste Haken. Die Ueberproduktion drückte nämlich auf die Preise. Dadurch wurden die Unternehmergewinne kleiner, was sich wiederum in geringeren Arbeitslöhnen aussprach. Trotzdem es also einen Ueberfluß an verhältnismäßig billigen Waren gab, hatte die arbeitende Bevölkerung wegen ihrer geringen Kaufkraft hieran keinen Anteil. Nach dem Kriege lagen die Verhältnisse entgegengesetzt. Ueberall Waren- mangel und daher teure Preise. Was wäre theoretisch natürlicher gewesen, als daß nunmehr eine Einstellung aller irgendwie Arbeitsfahiaen möglichst rasch neue Werte geschaffen hätte. Die Preise waren hoch, die Unternehmergewinne desgleichen, also mußten es eigentlich auch die Löhne werden. Nun aber kam der zweite Haken. Wegen der hohen Preise wurde wenig gekauft. Die Fabriken verdienten nicht genug. Die Folge waren Arbeiterentlassungen und geringe Löhne, die die allgemeine Kaufkraft weiter schwächten. Daß derartige Verhältnisse völlig ungesund sind, liegt auf der Hand. Der Fehler muß irgendwo im kapitliftischen System liegen. Warum soll man es da nicht einmal mit dem Kommunismus versuchen?" „Euer Kommunismus hat glänzend Fiasko gemacht!" lachte Linda. „Dieses Experiment wird so leicht kein Staat wieder wagen. Da ziehe ich doch das alte, fehlerhafte, kapitalistische System vor." „Bis eines Tages die neue nationalökonomische Wahrheit gesunden wird. Und sie muß sich finden lassen. Wahrscheinlich ist es so wie mit dem Ei des Kolumbus. Wenn man den Trick weiß, ist man erstaunt, nicht selber darauf verfallen zu sein." Der Steward meldete, daß Platinia in Sicht sei. „Schade, daß Sanders in Petrolea ist!" meinte Stratoff. „Ich hätte den Herrn Präsidenten gern gesprochen." Linda schwieg. Nicht umsonst hatte sie gerade jetzt auf der Fahrt nach Platinia bestanden. Noch vermochte sie nicht dem Manne gegenüberzutreten, der sich von ihr verraten glaubte. Sie trat ans Kabinenfenster und blickte nach unten, wo ein bunter Komplex kleiner Holzhäuschen in grünender Talsenke erschien. Wenige Minuten später erfolgte die glatte Landung hinter den Windschirmen des Flugplatzes. 'Als sie ausstiegen, wurden sie von Nagel aufs herzlichste begrüßt. . „ „Sie treffen in einem lebhaften Augenblick em , sagte er zu Stratosf. „Unser Beobachter auf dem Trummaste der Funkenstation meldet soeben das Herannahen zweier Flugzeuge, und zwar des einen aus südlicher Richtung, also von Petrolea her, eines zweiten aus Richtung Grönland. Es kann sich bei dem letzteren nur um ein verirrtes Flugzeug aus Archangelsk handeln. Ich befahl, beide Flugzeuge telephonisch anzurufen." Wirtschaft. * Buderussche Eisenwerke zu Wetzi l a r. Jrn Geschäftsbericht für 1924 wird u. a. mitge-, teilt: Die Wiedereinführung der 12stündigen bzw. lOftünbigen Arbeitszeit in den Betrieben hatte eine wesentliche Steigerung der Arbeitsleistung zur Folge. Die Gesamtbelegschaft der Buderusschen Werke betrug am Jahresschluß 8371 Angestellte und Arbeiter, die Zahl der eigenen Beamten- und Arbeiterwohnungen 931. Eine Gegenüberstellung der Umsatz- und Steuerbeträge des Jahres 1924 und des Jahres 1913 ergibt, daß die Gesellschaft 1924 6,58 Proz. des Versuch der Abkehr der Retchsregterung von khr^ bisherigen Zuschuß- und Kostgängerpolitik des steuevs lichen Ausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden mit Befriedigung fest. Der Vertretertag an kennt dabei klar, doch der nunmehr geplante Finanz-; ausgleich in keiner Weise den zur Selbsterbaltung em forderlichen Bedarf der Gemeinden sicherzustelleq geeignet ist und feine Rücksicht auf die Lebensnotq wendigkeiten und vermehrten Aufgaben der Gemeinden nimmt. Die hessische Gemeindebeamtenschaft erwartet daher von den Parlamenten des Reiches und des Freistaates Hessen, daß über die Befriedigung des Finanzbedarfs von Reich und Land die Notlage der Gemeinwesen und die Aufrechterhaltung ihres für das kulturelle Leben des Volkes unentbehrlichen Eigenlebens nicht vergessen wird. Gleichzeitig wird gegen die in der Reichssteuerpolitik beabsichtigte Lastenverteilung, bei der die Arbeitnehmer- und Verbraucherschichten die Hauptlasten tragen sollen, Stellung genommen und eine schärfere Heranziehung des Besitzes gefordert. Wirtschaftspolitik: Die Gemeindebeamtenschaft fordert, daß die staatliche Wirtschaftspolitik mehr von den Interessen einer richtig verstandenen Volkswirtschaft geleitet wird. Die Beamtenschaft, die in Ausübung ihres Berufes im Dienste der Allgemeinheit steht, wendet sich gegen jede Ausbeutung durch die Wirtschaftsmächte. Besoldungspolitik: Gegen die Besol- dungspolitik der Reichsregierung protestiert der Dertretertag auf das schärfste. Er fordert eine Erhöhung der Bezüge, besonders für die unteren und mittleren Beamtengruppen. Verlangt wird auch die Aufhebung des Besoloungssperrgesetzes noch vor dem 31. 3.1926. Die Versammlung billigt das Vorgehen des Beamtenbundes gegen Mitglieder des Bundes, die als Reichs-, tagsabgeordnete eine die Beamtenpolitik durchkreuzende, durch nichts gerechtfertigte Haltung und Set einfluffung ihrer Parteien wahrgenommen haben. Beamtenrecht. Der Vertretertag protestiert gegen die Rechtsunsicherheit der Gemeindebeamten und fordert die Schaffung eines hessischen Gemeinde beamtengesetzes, das die gesamten Anstellungs-, Dienst-, Besoldungs-, Disziplinär- und Ruhegehaltsverhältnisse der hessischen Gemeindebeamten einheitlich regelt. Notwendig ist auch die baldige 93er*. wirklichung des in der Verfassung zugesicherten Beamtenvertretungsgesetzes. Die hessische Gemeinde-, beamtenschaft erwartet, daß in der zur Zeit in Beratung stehenden „Neuen Gemeindeordnung" die Grundlagen für die Schaffung dieser Gesetze fest--. gelegt werden. Gründlich beraten wurde die Tagesordnung für die V e r t r c t e r o e r f a m m l u n g , die dann gestern vormittag in der, Turnhalle des Turnvereins 1860 stattfand. 200 Vertrelcr der Orts- und Kreisgruppen waren anwesend. ZurBeratung standen innere organi- nisatorische Fragen. Den Hauptpunkt der Vertreteroer- sammlung bildete ein Vortrag des Sekretärs der Gewerkschaft, I. R e ck - O f s e n b a ch a. M., in dem die große Bedeutung des Berufsbeamtentums sowohl. als auch -ber Beamtengewerkschaftsbewegung zum Ausdruck gebracht wurde. In die Gewerkschaftsleitung wurden für die ausgeschiedenen Mitglieder Iraner (Vilbel) und Hammann (Gonsenheim) als Ersatzleute gewählt: Dickhardt (Vilbel) und Schultheiß (Ober-Olm). Als Ort des nächstjährigen Vertretcrtags wurde Bingen bestimmt, um damit die enge Zusammengehörigkeit mit dem besetzten Gebiet auch rein äußerlich zu dokumentieren. Der Samstagnachmittag war ausgefüllt mit Führungen durch die Badehäuser und die technischen Betriebe des Bades. Zur heutigen Feftverfamm tun g waren die Gemeindcbeamten und auch Angehörige anderer Beamtengruppen, vor allem aus Oberhessen, in so großer Zahl herbeigeströmt, daß der große Raum der Turnhalle die Erschienenen, wohl 500 an der Zahl, kaum fassen konnte. Der geschäftsführende Vorsitzende der Gewerkschaft, Direktor Zschech - Offenbach a.M., begrüßte die Versammlung, besonders herzlich die Gäste, die als Vertreter der Behörden,'politischer Parteien und befreundeter Verbände anwesend waren. Es sprachen dann Worte der Begrüßung: Reg.-Rat Bornscheuer - Darmstadt für die Staatsregierung, Bürgermeister Dr. Kayser für die Stadt Bad-Nauheim und gleichzeitig für den hessischen Städtetag, die Landtagsabgeordneten Dr. L e u ch t g e n s , W e ck e r l e und Storck für ihre Fraktionen: Bürgermeister a. D. Walge r-Berlin für den Reichsbund der Kommunalbeamten und den preußischen Landesverband: Böhringer -Karlsruhe für den vorbildlich organisierten badischen Landesverband: Dr. Minnich-Worms für das hessische Beamtenkartell und gleichzeitig für den Deutschen Beamtenbund: Lehrer P o r t h - Bad-Nauheim für das Ortskartell Bad- Nauheim des D. B.B., und Inspektor Stamm- Bad-Nauheim für den Ortsausschuß. Auf schriftlichem Wege hatten Landtagspräsident Adelung, der Landgemeindetag und die hessische Bade - und Kurverwaltung die Hauptversammlung beglückwünscht. Es folgten bann zwei längere Vorträge, die zu den wichtigsten Fragen, die die Gemeindebeamten bewegen, Stellung nahmen. Direktor Z s ch e ch - Offenbach a. M. sprach über „Finanzausgleich und Gemeinde- steuern", während Beigeordneter Dr. Aull- Ofenbach a. M., der beste Kenner der Verwaltungsrechte, insbesondere der hessischen Verhältnisse, in sehr gründlicher Weise über „G emeinbebeam» ienred)t und Verwalt ungsrefo r m" referierte. Eingehend verbreitete sich Aull über die Grundlagen des zu schaffenden neuen Gemeindebeamtenrechts und die mit ber Verwaltungsreform zusammenhängenden beamtenpolitischen Fragen. Nach lebhaftem Beifall der Versammlung wurden die in den Vorträgen enthaltenen Forderungen und Wünsche in vier einstimmig angenommenen Entschließungen festgelegt, die wir ihrem Hauptinhalt nach nachfolgend wiedergeben: Finanzausgleich: Der von der Reichsregierung oorgelegte Gesetzentwurf über die Aenbe- rung des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden ist in seiner Tendenz, die finanzielle Selbständigkeit und verantwortliche Selbstverwaltung der Gemeinden teilweise wiederherzustellen, zu begrüßen. Bei allen Bedenken, die gerade die Gemeindebeamtenschaft gegen diese Form der Regelung des Finanzausgleichs auf der Grundlage eines zu schaffenden, durch alle Steuerstufen gleichmäßigen __ , r*r* •* jl & kann vermieden werden. Die Vorläufer sind Jucken der Kopfhaut, MS auffällige Xafifftäpfigfieiä sonders wohlduftend) 2-und 4,-. Iavol-Gold-Kopfwaschpulver in Deuteln zu 0,20. In allen Fachgeschäften erhältlich. Extenkultur ^Meedad Solveig. ünb "MdS ibensnoL ertMrtet be$ pßbes "läge der fr für behriichl A wird absichiglr frC k Stil, ef>un0 by nöebeam, ^spMjk ,Qnbenen M. die b« A. Blutung ibnjßtr, ^lhöhung b mittleren ^uihrbung 31-3.1926. ’ “samten, als Reichs, burdjtrtu« 9 und 3t» > hoben. protestiert webeaniteu Gemeinde« nstellunß^, uhegehait» len einheU- ldige Der» gesichert« Gemeinde» feit in De» nung* die leiste sch, zu Wetz, u. a. milge» tdigen bjo, n Halle ei« g M Folgt i Werte fr nb Arbeir Meilern* UnMflb des 5*t» )8 Pry des ntskur m bellkm schreiben, ätiorie- •br wirk )orf, den ijren AppM ollendel. uti Tte sich langer und Ml m, trat Sanier Ossiz'er zösi|ch, er lar im Berichtsjahr nur der Hochofen 1 der Lvphienhüttc dauernd im sZeuer. 3n den Elektrizitätswerken hielt die Minderung in der Stromabnahme an. Die Er zeuo.mg her Gießereien erfuhr eine weitere Ab nähme, obwohl das Werk in Kray bei Essen und die Abteilung Karlshütte bei Limburg an her Lahn ihren Betrieb wieder aufnahmen. Im Zementwerk hielt sich die Versandmenge auf der Höhe des Bor- jahres. Der Bruttoüberschutz vermindert sich um 2 191 002 Mk. Handlungsunkosten und 1 807 .',76 Nm. Abschreibungen auf einen Reingewinn von 308 441 Am., der vorgetragen werden soll. 3n der Bilanz erscheinen u. a. Eisenstein Gruben 1 480 000 9tin., Kalksteinbrüche 154 00 bah als Reingewinn 14 880 440 Rm. verbleiben, woraus 8 Proz. Dividende verteilt werden. Wie die Verwaltung bemerkt, hat sie sich unter den starken Einwirkungen deS Kapitalmangels bezüglich der Ausgaben grötzte Einschränkung auferlegt. Der Ab- latz von Stickstoff habe den Erwartungen ent- Iprochen. ES gelang, den Bedarf der Landwirt- lchaft voll zu befriedigen. Die im letzten Jahre bezogenen Düngemittel hätten gegen früher eine so beträchtliche Zunahme arifzuwcUen, datz bei günstigen Wltterrmgsverhältnifsen man mit gesteigerten Ernteerträgen rechnen dürste. Auf dem Farbstoffgebiet wäre weiter mit einem starken Wettbewerb der ausländischen Fabriken zu rcch- nen, doch seien dessen rmgeachtet die Ergebnisse nicht ungünstige gewesen. Weiter wird barm der Reuaufnahme der Herstellung von synthetischem Methyl-Alkobol Erwähnung getan und der gemeinsam mit den Konzernfirmen an den Rheini- 'chen Stahlwerken erfolgten Beteiligung, die mit Rücksicht auf den starken Verbrauch b-r Anilin- toerfe an Qualitätskohle und Koks erfolgt sei. • Bing-Werke A G., Rürnberg. Der Abschlutz für 1924 ergibt nach 100 000 Mk Ab- schreibungen aus Gebäud' und 250 000 Mk. aus Maschinen einen Gewinnsaldo von 797 912 Mk., wobei die Dewertungsgrundsätze der Goldmarkbilanz matzgebend geblieben sind Der Aufsichtsrat schlägt der auf den 26. Juni einzuberufenden ordentlichen Generalversammlung vor. den Gewinnsaldo aus neue Rechnung vorzutragen. Die herrschende Kapitalnot. welche zu einer De- igung der gesamten Wirtschaft geführt hat, bestimmte die Verwaltung, von der Ausschüttung einer Dividende abzusehen. Stantturtcr 'llbenhbörfe. Frankfurt a. M., 26. Mai. An der heu- ngen Abendbörse konnte sich ein; etwas freundlichere Stimm'ng durch'etzen. Eine geringe An- Berlin, 26 Mai. Meld Briet Nmerlfanlfchr Note» ..... 4.178 4,198 SKlgische Noten ....... 20,80 20,90 Dänische Noten ....... 78,80 79,20 (hiflfifdjr Noten ....... 20,36 20,46 Frainc niche >'/oten ...... 21,12 21,22 hoüanbifdir Noten ...... 168,16 169,02 Ütnlientsche Noten...... 16,72 16,80 "Norwegische Noten . ... 70,72 71, iw ruif<6 Oellerr, ä ioo Kronen 59,10 69.40 Numdnische Noten ..... — schwedische Noten...... 111,92 112,48 Schweizer Noten ...... 81.10 81, M) Svanisch«- Noten ...... 60.67 60,97 ^iwecholwwaiische Nolea . . 12.465 12,525 Ungarische Note» . . . 5.885 5.905 Berliner Börse. lSigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeigers''^ Berlin, 26. Mai. An der lustlosen Verfassung der Börse hat sich nichts geändert. Die starken Angebote des Vortages, die zu einem ganz erheblichen Teil auf Zwangsoerkäufe zurückzuführen waren, sind zwar heute nicht gleich dringend, doch herrscht auch heute noch Abgabeneigung vor. Infolge neuer Stützungseingrisse der Banken drückte diese sich im Kursniveau nicht erheblich aus, fo datz bei Beginn der Börse etwa die ermäßigten Preis 50 Pfennig das Halbpfund in der bekannten Packung freut sich jeder über die mit Feinkostmargarine „Schwan im Blauband“ bereiteten Speisen und ihr köstliches Aroma. Wir bitten, beim Einkauf von je 1 Pfand „Blauband-Margarine“ das farbig illustrierte Familienblatt „Die Blauband-Woche** kostenlos za verlangen. Schlutzkurse des Vortages genannt wurden. Gehemmt wird das Geschäft nutzer durch die allgemeine Lust- lehgfcit durch die weitere A n Geldmarktes. Tagesgeld stellte sich auf 7j bis 91 Proz., Geld einige Tage über den Ultimo auf 10—11 Proz., Monatsgeld auf 91—111 Prozent. Gegenüber der geringen Geschäftstätigkeit auf den Industrie - Aktienmärkten zeigten die Schuggebietsanleihen ein etwas lebhafteres Gepräge, der Kurs dieses Papiers wurde mit 6 genannt und wurde un Verlauf der ersten Börsenstunde auf 6,12 erhöht. Kriegsanleihe unverändert 0,525—0,53o. Im Devisenoerkehr liegt das englische Pfund international fest. London gegen Kabel Reuyork 4,86’5#. Infolgedessen zeigten die europäischen Devisen gegen London eine geringe Abschwächung. Die Mark wurde vormittags in London mit 20.42, Paris mit 4,68, Zürich mit 123, Amsterdam mit 59,22 genannt. Dörfenkurfe. 119 ns 1(10.5 02 i »7,50 119,50 79,75 72 4,30 98,25 0.6 10,62 66 66.25 0,58 0,96 115 2 325 10 12' 128 102 124.6 125 101.75 124.90 2,25 3.12 15,10 17.10 61 2,325 110 91 87 64 68,56 I 63.50 I 67,6 »7 IW.25 121,25 69,5 131.75 67,2 108 130.13 113 9i 100 7.3 0.1 73.75 65.5 129 tüt 124.62 73,65 ! 68.5 | 60,25 7.5 108 75 •Hl 87.75 2.8 1 «4 1 67.3 i 48.25 11 3.5 68.62 62 68 । 8 .4 I 70 120, U 14,91) 7,30 0.1 103.50 81,25 55,75 72,75 67.25 ■ ,25 3,5 48 10,7 0,50 100 7.25 0.2 64.62 60.5 64 87,25 67,62 120.25 15 16,5 60.25 6,90 108 8 4.5 85.75 131.50 0,5 120.62 121 6,62 79,25 108,25 un 25 71,5 65,5 2,8 71,5 45,25 >9.75 0,165 66.50 62,25 66 89 69.0 47,25 10 5 65,25 13.) 0,5 97/ 119 9 121 6,65 74 105,5 80 79 71,2. 65 4,7 66,5 45 56 57 98,25 1102,25 ! 80.25 "88,25 69 120 14,8 16.9 6) 6,9 10.1,75 89,75 85,50 2.80 62.75 Berliner Handelsgesellschaft. Kommen- und Tnoai-fant XaroifL und Nmionalbaot . DeuUche Bant ....... Teuttctc BereinSbank ... T<6fonto Eommanbit . . . Metallbau! ...... Miiletdeutscde Crcdilbank Deffcrreidjiitbe lirebitanflalt. Weitdank ........ Bochumer Buh BuvcrnS ........ Caro TeutichLuxemburg ..... Kelsenkirchcncr zieraroerte . . ßarpencr Bergbau . . . . Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk ÜBefteregeln Jjaurabütte ..... Oberbedari ......... Khonir Bergbau....... Äbtinöabl A......... W-bi.t • MÄin. ....... Leuns Bergbau Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . Lderamiiche Werke Albin . . Zemeniwerk Heidelberg . . . vdiltvv Hotzmann ..... Anglo-Tont -Guano Badische Anilin Tdenniche Maver HiaBhi . . Aoldschmidi ..... tortefl: elmet Electron .... Höchster Farbwerke...... CoUDtrtoQluno........ RüigerSwerke echeideankatt OUfl EiektrUitätS-Gesellschak» Bergmann Mainkraftwerke . Schucken . ....... Siemens 4 HatSke .... Adlerwerte Kleyer ..... Daimler Motor«. ...... Cenllnenfiaebt . . ...... Megutn............ Moiorenwerke Mannbeiin granffurtrr Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . /Jfetonflciea tbaft ^rankfan. Pet. Union A.-S Lchuhlabrik Her, . Sichet -jellslosi Walddof...... iuekersabrik Frankenthal . . iuckeriabrrk Waghäusel Frankfurt a M- Berlin Sd)luf|« flurs Sdituhh flbenb» . Brl« Schluh- Pur» StUuM b?r(« Tahnn: 25. 5. 26 5. 25. b. 26.5. 5*A Ttnrf®r NelchSmifefbr 0. 28 0.53 0.542-5 0.5275 <•/# Teutschr RelchSanleibe * —— o.c>«75 0.54 5'/,'/, Deutsch, Relchsanlefd« 0.58 0.51 0,53 0.51 . S*/e Deutsche RrtchSanIcibr 0,68 0.68 0.7055 0.7025 Teui'che Svarvramicnanleihr 1.34 0.33 0.3.1 0,325 «'/, Preuhiiche KoniolS . . 0 60 0,58 0.60 0,57 4» . Hegeii 0.7225 0.675 0,73 0,72 >'/,»/ Hessen........ — 0.61 0,55 9•/# Heilen ......... 0.70 — 0,56 0,31 Deutsche Wend. Dollar-Anl. 91.75 100 94.75 94,75 bto-Doll Echay-Anweisug.'l 92,3 92,2 92,3 92.4 4°/ Zolltitrfen......... 8.5 8,55 8 5 8 7 &*/• Tofdmertkaner ... ■ 37.5 37,9 40 41 frankfurter Detrefbeborf«. (ölgfnor Drahtbericht deS ^Diestener Anzeiger-".) Frankfurt a. M., 26. Mai. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 2225 biS 24^0. Roggen, inlanb. 20.25 bis 24, Sommergerste für Brauzwecke 21,50 bis 26. Hafer. Inläno. 19 bi» 23. Mais (gelb) 21.25 bis 23.50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 39 bis 40, Roggenmehl 31,50 bis 33, Weizenkleie 13 bi» 1325, RoggenNeie 14 bis 15. Tendenz steigend. Frankfurter Häutedersteigerung. fpd. Frankfurt a. M . 26. Mai. Die heute bicr abgehaltene Häuteverfteigerung war gut besucht. Die Angebote erfolgten zögernd und schleppend, fo datz zunächst ein Teil der Lose zurückgezogen, dann aber wieder auSgeboten wurde, um zu erheblich niedrigeren Preisen abgegeben zu werden. Schaffelle lvurden um rund 12 Prozent, rote Kalbfelle um 6 bi» 7 Prozeirt und schwarze Kalbfelle um 8 bis 10 Prozent unter den Preisen des Vormonats verkauft. Der bevorstehende Ultimo und die nahen Feiertage wirkten lähmend auf die Kauflust. Berliner ^rr 'uttenborfe. Berlin, 26. Mai. Der Produktenmarkt war wenig verändert. Dao Geschäft war ruhig und zurückhaltend. Für 1000 Kilogramm wurden notiert: Weizen, märt 268—271, Weizen, Mai 282—281, Weizen, Juli 275,50—275, Roggen, mark. 220—224, Roggen, Mal 226, Roggen, Juli 222—221,50. Gerste, märt. 226—242, Futtergcrfte 200—218, Haser, märf. 231—239, Hafer, Mai 218,50—219, Hofer, Juli 193 bis 192,50,Mats (loko Berlin) 208—211. Es wurden notiert für 100 Kilogramm Weizenmehl 34,25—37, Roggenmehl 30,25—32,50, Wcizenklefe 14, Roggenkleie 14,60—14,80, Viktoriaerbfen 22—27, kleine Erl» fen 22—25, Futtererbfen 19—21, Peluschken 18,56 bis 20, Ackerbohnen 19—21, Wicken 20—22,50, Lupinen, blau 10—11, Lupinen, gelb 11,50—14, Serradelle 13—13,25, Rapskuchen 15,20—15,60, Leinkuchen 22,40—22,80,Trockenschnitzel 9,80—10, Kartoffelstöcken 19,40—19,60. Zutaten i 200 g Mehl, V« Old gerieb. Mandeln, V« Pld. Zucker, 150 g Butter, 1 Messerspitze Zimt, 1 Teelöffel Dr. Oetker’s Backpulver Backin. Kaum ersonnen, schon gemacht! 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