Br. 97 Erstes Blatt 175. Jahrgang Montag, 27. April 1925 Erschein, tägstch, aufjer Soim- und feiertags. Beilagen: ViebenerFamilienblätter Heimat im Bild. Hlonats^BejugspTeb: 2®olbmark u. 20 Gold» pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Ferns prcch.An schlllste: 5 den Tod zu verlieren. Sein einziger Sohn (neben zwei verheirateten Töchtern) ist wieder Off zier. Die Berliner Presse zum Wahlergebnis. Berlin. 27. April. (TU.) Ein Teil der Berliner Presse nimmt schon in Sonderausgaben zu dem Siege Hindenburg ausführlich Stellung. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt. Der 26. April wlld in der Geschichte fortleben als ein Tag der Selbstbesinnung und des Sichwiederfindens des deutschen Dolles. Sie knüpft daran den Wunsch, daß nach der fieberhaften Erregung, in die der innerpolitische Kampf nachgerade das deutsche Boll verseht habe, nunmehr eine Zeit der Ruhe und der inneren Konsolidierung kommen möge. Der „M onta g" knüpft daran die Mahnung: Wir wollen keine Siegessansaren blasen, so groß und wider Erwarten schön der Sieg auch ist. Wir wollen uns darüber klar sein, daß der neue Sieg der nationalen Sache, ben wir dem neuen Reichspräsidenten i n erster Linie verdanken, für uns nur die Grundlage sein wird für die weitere Artz eit am Wiederaufbau unseres Dater- landes. , . •Sic „Zeit" stellt zu dem Wahlergebnrs mll Genugtuung fest, daß die Parieren des Reichsblocks im entscheidenden Wohlgange fest zusammengehalten haben. Sie bofft, daß innenpolitisch unter den Wahlkampf ein Strich gezogen wird, um es dem neu gewählten Reichspräsidenten Hindenburg zu ermöglichen, das große Programm durchzulühren, das er in seiner Kundgebung entworfen hat: die Sammlung oller i n n e r p o l i t i s ch e n Kräfte, die mit ihm zusammenballen wollen. Die ..Deutsche Zeitung" schreibt: Welchen Stolz und welche Freude das national: Deutschland über die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten empfindet, vermögen Worte kaum auszudrücken Das „Berliner Tageblatt" meint, die Sentimentalität, die den meisten Deutschen angeboren sei, habe gestern den Sieg über den politischen Sinn öabongetragen. Der Kampf um die Geister müsse nun erst recht beginnen. Der „M ontagmorgen" vertritt die Auffassung, die Wahl Hindenburgs bedeute bei dem großen Teil der sentimentalen Deutschen eine gefühlvolle Regung. Er stellte fest, daß die Massen-Suggestion des Ramens Hindenburg auf weite Kreise ihre Wirkung nicht verfehll hat. Seine Stellungnahme llingl in eine scharfe Kampfansage aus: „<$s wird ein Ausraffen gehen d«rL die Massen der arbeitenden Menschen, es wird ein Erwachen geben1, bei dem unsere Stunde kommt. Hintere Stunde ist nahe!" Die Einzelergebnisse. WahllreiS 1. Ostpreußen. Hindenburg 713 894, Marx 302 673, Thälmann 50513. 1. Wahlgang: Reichsblock 564 486, BottS- block 330 821, Thälmann 45 276. Wahlkreis 2. Berlin. Hindenburg 384 033, Marx 654182, Thälmann 144 853. 1. Wahlgang: Reichsblock 334 360, Bolls- block 576 538, Thälmann 180 734. WahllreiS 3. Potsdam 2. Hindenburg 428 276, Marx 468 350, Thälmann 71 581. 1. Wahlgang: Reichsblock 412 155, Bolls- block 384 026, Thälmann 84 516. Wahlkreis 4. Potsdam 1. Hindenburg 464 487, Marx 403 512, Thälmann 75 603. 1. Wahlgang: Reichsblock 401 383, Bolls- block 372 384, Thälmann 84196. WahllreiS 5. Frankfurt a. d. Oder. Hindenburg 532 770, Marx 308 098, Thälmann 25 513. 1. Wahlgang: Reichsblock 448 102, Boll - block 306 626. Thälmann 23 319 WahllreiS 6. Pommern. Hürdenburg 658 415. Marx 225 872, Thälmann 42 838. 1. Wahlgang: Reichsblock 543 431, Bolle- block 250 732, Thälmann 33 483. WahllreiS 7. DreSlau. Hindenburg 451181, Marx 520 663, Thälmann 23 344. 1. Wahlgang: Reichsblock 362 420, Bolls- block 515 717, Thälmann 18668. WahllreiS 8. Licgnih. Hindenburg 312 027, Marx 298 689, Thälmann 18 647. 1. Wahlgang: Reichsblock 245 029, Botts- block. 312 037, Thälmann 11 667. WahllreiS 9. Oppeln. Hindenburg 224 851, Marx 293 063, Thälmann 45 941. 1. CEDa bigang: Reichsblock 151 757, BollS- block 276 285, Thälmann 45 552. WahllreiS 10. Magdeburg. Hindenburg 485 324, Marr 405 193, Thälmann 39 564. 1. Wahlgang: Reichsblock 419 936, Volks- block 403 250, Thälmann 38 670. WahllreiS 11. M-rseburg. Hindenburg 412110, Marx 164192, Thälmann 140 444. 1. Wahlgang Reichsblock 344 718, Botts- block 287 711, Thälmann 136 951. WahllreiS 12. Thüringen. Hindenburg 620 907, Marx 392 406, Thäl- mann 110146. 1. Wahlgang: Reichsblock 514 715, Botts- block 394 942, Thälmann 101681. WahllreiS 13. Schleswig-Holstein. Hindenburg 477 491, Marx 283 252, Thälmann 38 181. 1. Wahlgang. Reichsblock 380850, Botts- block 284 154, Thälmann 37 035. WahllreiS 14. Weser-EmS. Hindenburg 334 960, Marx 355104, Thälmann 22 971. 1. Wahlgang: Reichsblock 236 645, Bottsblock 340 905, Thälmann 19144. Wahlkreis 15. Osthannover. Hindenburg 336 851, Marx 172 930, Thal- mann 16 027. 1. Wahlgang: Reichsblock 256 066, BollS- block 174 457, Thälmann 14 289. WahllreiS 16. Eüdhannoder-Draunschweig. Hindenburg 538671, Marx 487 C mann 30 985. 1. Wahlgang: Reichsblock 431 193, DvttS- block 469 412, Thälmann 28 813. WahllreiS 17. Westfalen-Rord. Hindenburg 388963, Marx 663 590, Thälmann 48 270. 1. Wahlgang: Reichsblock 276999, Botts- block 630 643, Thälmann 48 625. WahllreiS 18. Westfalen-Süd. Hindenburg 461 783, Marx 737 330, Thälmann 95 021. ^•tui "S( 5?fe willki Das Branntweinmonopol u Hochfchulnachrichten. Eine Dollshochfchvlwoche ix Erfurt. Die Volkshochschule Erfurt veranstaltet tut ixxS 3nfraft treten dieser herabgesetzten Preise der 1. Juni 1925 ist. Die endgültige Beschlußfassung des Deichsrates, dessen Vollsitzung in der kommenden Woche stattfinden dürfte, steht noch aus. erwaltung verbleibt Wettervoraussage. Wolkig, vorwiegend nördliche Winde, kühl, meist trocken. Ausläufer der nördlichen Depression reichen bis nach Süddeutschland unb bedingen naßkaltes, trübes Wetter. Auf ihrer Rückseite breitet sich höherer Druck aus bei vorwiegend nördlicher Luftströmung, so daß eine vorläufige geringe Besserung in Aussicht steht, jedoch scheinen von Westen her neue Störungen gegen das Festland oorziinickcn. MS 1 Berlin. 25. April. (WB.) Wie ver- lautet. haben die Ausschüsse des Deichs rates der Beschwerde dec B a mtw.i imonopolverval- tung gegen den Deir schluß vom 28. März der Branntwein- 'Ä weit stattge erna hme England und die französische Finanznot. London. 27. April. (341) Das Problem der französischen Schulden an England gewurnt 3ui Zeit gegenüber allen anderen Fragen der westeuropäischen Politik an Bedeutung. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so stehen wir in dieser Dichtung vor einer wesentlichen Enttvick- lung. Ein Aufsatz des befsnnten Zeitungs» Magnaten Lord Deaverbrookin der „Sunday Expreß" läßt diesen Rückschluß zu. Er beschäftigt sich darin mit der möglichen Dolle Caillaux' bei der Reorganisation der französischen Finanzen. Caillaux wäre derjenige Mann, dessen Fähigkeit in dem neuen französischen Kabinett auf die Probe gestellt würde. Finanzkunst und nicht Politik wären jetzt die Hauptsache. Daß Caillaux angeblich ein Feind Englands sei. wäre nach Bea- verbrovks Meinung von wenig Bedeutung. — Es gäbe nur sehr wenig französische Staatsmänner, die England freundlich gegenüberstünden. Aber Caillaux wäre der Mann der Stunde. Der Sieg oder die Niederlage Frankreichs in Europa hinge von der Stabilisierung des Franken ab. Lord Beaverbrook befürchtet indessen. daß der Weg der Inflation zu verführerisch sein würde, als dah die französische Regierung dieser Versuchung widerstehen könnte. Unter diesen Umständen bleibe für England nichts weiter übrig, als seine eigenen finanziellen Hilfsmittel nur für England und das englische Reich zu verwerten. Die französisch-englischen Verhandlungen sind nach mehrwöchiger Unterbrechung mit der am Samstag stattgefundenen Unterredung zwischen Driand und Lord Crewe offiziell wieder ausgenommen worden. Der französische Londoner Botschafter de Fleuricux. der feit zwei Tagen hier weilt, wird erst Mitte dieser Woche nach London zurückkehren. 3n der Unterredung mit Driand wurden folgende Fragen zur Sprache gebracht' 1. die deutsche Räumung, 2. die Räumung Kölns, 3. Regelung der Kriegsschulden. 4. Garantievertrag. De Fleurieux wird bei seiner Rückkehr nach London im Auftrage des französischen Ministerpräsidenten Chamberlain um eine offizielle Unterredung bitten, die dann zwischen beiden Staatsmännern Ende Mai in London ftattfrnhen soll. Eine offizielle Begegnung Caillaux mit dem Schohkanzler Ch urchill soll Anfang 3imi ebenfalls in London stattfinden. „Journal des Debats" rät Painle ve ab. feinen Außenminister nach London zu begleiten. Keines der Probleme erheische eine sofortige Lösung. Es sei bei dem Temperament des Ministerpräsidenten gar nicht ausgeschlossen, dah eS sonst zu übereilten Abmachungen kommen werde. Das beste sei, daß Driand nach seiner Rückkehr dem Ministerpräsidenten Bericht erstatte, worauf der Meinungsaustausch auf diplomatischem Wege fortgesetzt werden könne. SÄ £ «»* Ä SSL £3*5 e* ,iadjiniH5 4 lomeien- " Hau Ulan f^ibt St»«“ Ehestand 3' löchtrrfchM Linzuz « J >t bückt an im Dienste Töchterschule intakt 5chulö lobende Kritik dun. Die plan ichMich von MiAMrbrwe; nicht ungWg' Ehrnmiitzi^r Seuerwehrle^ gelaufenen 3o für 25 Dienst drei Kamera! roden und sü Tätigkeit der gelaufenen Ic tls fanden 9 $ nier- und fons Lrände statt ( Nfen benötigt stiert. Leider eifrigen Förde -ladt, Büroem Mgliedern zäh den Verlust de- eme hilssoereit S Ches der w unsere Web Nr in gr °ttbandstag f zu Messerstechereien zwischen Deichs- bamierleuten und Angehörigen der Vaterländischen Verbände. 3n der Knesebeckstrahe überfielen nach Mitteilung des Polizeipräsidiums Deichsbarmerleute ein Personenauto, in dem sich einige Angehörige des Reichsblocks befanden. Zwei Polizeibeamte, die einschreiten wollten, wurden von den Reichsbannerleuten umringt und ein Oberwachtmeister durch Stockhiebe zu Boden geschlagen. Ein Polizeiaufgebot stellte vier der Täter, die aber von ihren Freunden gewaltsam befreit wurden. Der verletzte Beamte wurde besinnungslos zur Wache gebracht, wo er sich nach ärztlicher Hilfe wieder erholte. Auch Ecke Friedens- und Große Frankfurter Straße kam es zwischen Reichsbanner- und Frontbanner-Angehörigen zu einer blutigen Schlägerei. Ein Zusammenstoß ereignete sich ferner in der Erasmusstrahe, wo Reichsblockleute und Kommunisten sich mit Steinen und Flaschen bewarfen. Zwei Passanten wurden am Kopfe leicht verletzt. Die Täter konnten nicht feslgestellt werden. Der Wahlverlauf im Reich Berlin, 26. April. (WTB.) Nach den vorliegenden Meldungen im Reiche ist es nur in ein- zelnen Städten zu ernsten Zwischenfällen gekommen. Die Wahlbeteiligung war durchweg sehr stark. Während in Leipzig die Wahl am Vormittag überaus ruhig verlief, steigerte sich die Beteiligung am Nachmittag bedeutend. Zu Zwischenfällen ist es nirgends gekommen. Auch in Dresden vollzog sich der Wahlakt in vollkommener Ruhe und Ordnung. Man schätzt die Beteiligung bis in die Nachmittagsstunden auf 70 bis 75 Proz. In Magdeburg war die Wahlbeteiligung außerordentlich stark. Zusammenstöße sind bisher nicht bekannt geworden. Auch in Hannover ist die Wahlbeteiligung in der letzten Stunde auf etwa 85 bis 90 Prozent gestiegen. Aus Halle wird gemeldet, daß die Wahlbeteiligung auf dem Lande stärker ist als in der Stadt. Zwischenfälle sind nicht vorgekommen. In Nürnberg, Karlsruhe, Esten, Breslau, Görlitz und Schwerin ist die Wahl unter starker Beteiligung durchaus rrchig verlaufen. In Erfurt ereignete sich vor dem Wahllokal am Frredrich-Wilhelm-Platz ein Zwischenfall. Ein Angehöriger des Reichsbanners wurde nach einem vorausgegangenen Wortwechsel durch Messer- st i ch e verletzt. Der Täter wurde verhaftet. Später erfolgten zwei weitere Verhaftungen von Angehörigen rechtsradikaler Organisationen, von denen der eine einen politischen Gegner mit dem Messer bedrohte, während bei dem andern eine Schußwaffe gefunden wurde. Die Wahlbeteiligung in Hessen. Darmstadt, 26. April. Die Wahlbeteiligung in Hessen war die stärkste feit der Datio- nalverfammlung. Es haben 91,5 Prozent der Wahlbeteiligten gewählt. Bei der Äationalver- fammlung seinerzeit 87,0 Prozent. Bei den späteren Reichstagswahlen ging die Wahlbeteiligung 1920 auf 75,4 Prvz., im Mai 1924 auf 74,5, hn Dezember 1924 auf 75J5 Prvz. zurück. Beim ersten Wahlgang zur Präsidentenwahl stimmten 66,6 Prvz. Der Reichsblock hat im Wahlbezirk Hessen-Darmstadt gegenüber dem ersten Wahlgang eine Zunahme von 44,6 Proz. der Volksbkock eine von 5,2 Proz. zu verzeichnen. Die Ausnahme im Ausland. Pariser Presseftimme». Paris, 27. April. (TU.) Die Wahl Hindenburgs wurde gegen 4 Uhr morgens in Paris bekannt. Rur die wenigsten Blätter nehmen zu der Wahl redaktionell Stellung. Da die Möglichkeiten der beiden Kandidaten am Vor- aberrd der Wahl so gut wie gleich standen, während vor Wochenfrist noch ausschließlich auf Marx gewettet worden war, überraschte das Wahlergebnis nicht besonders. Ern Teil der rechtsstehenden Presse, befonberd „3 t> u r n a I des Debats" verbreitet eine Londoner Meldung, wonach die Wahl Hindenburgs in englischen Kreisen große Befürchtungen hervorgerufen habe und sich das Foreign Office unverzüglich mit der franzöfischen Regrerung zur Prüfung dec neuen Lage in Verbindung setzen werde. Aus den vorliegenden Dlättermeldungen geht unzweideutig hervor, daß die Wahl Hindenburgs keine tiefgehende Verstimmung auslöste. Von der Feststellung ausgehend, dah Marx und Hindenburg in den Zielen der Außenpolitik übereinstimmen. nimmt ..Echo de Paris" nur eine Verschiedenheit der Methoden an. Hindenburg sei auf dem Gebiete der auswärtigen Politik wahrscheinlich weniger geschickt und geübt, was die Innenpolitik anbelange, so lehne er die Sozialdemokratie ab. „Echo de Paris" kommt zu dem Schluß, daß cs entgegen den Voraussagen der Eirgländrr, Amerikaner und des unfähigen 5erriet kein neues Deutschland gäbe. Wenn der 26. April dieses unerwartete Ergebnis und die Kenntnis vermittelte, so habe Frankreich allen Grund, damit zufrieden zu sein. „Erc Rondelle" schreibt, man müsse angesichts dieses 'Wahlergebnisses kaltes Blut bewahren. Die Wahl sei letzten Endes nur eine unzweifelhafte Folge der Ruhrbesetzung. Man hätte der neuen deutschen Staats conn nach der Niederlage von 1918 mehr Ansehen geben müssen. Statt dessen ist Frankreich immer nur während der vielen Jahre bereit gewesen, dem Streben nach Festigung der deutschen Demokratie entgegen zu arbeiten. Deutschland habe immer noch nicht begriffen, dah sich in Frankreich manches geändert habe, soweit es davon überzeugt ist, daß das Frankreich Pain- leve-Driand-Cail'aur das wahre Frankreich ist, wird cs aus dieser Erkenntnis die richtigen Konsequenzen -iehen. - „L Oeuvre" schreibt die Wahl Hind.nburgs ausschließlich dem (3 in» f lüfte der deutschen Frauen zu. Rach- öem der neue Reichspräsident ausdrücklich erklärt habe, daß er die Weimarer Verfassung anerkenne und eine friedliche Entwicklung an» strebe, so liege fein Grund z u allzu großer Besorgnis vor. 5“ Herrn1 I,eber den. 1. Wahlgang: Rcichsblock 331 349, Volls- block 722 931, Thälmann 108 686. Wahlkreis 19. Hesfen-Rassau. Hindenburg 547 832, Marr 624 618, Thälmann 46-647. 1. Wahlgang: Reichsblock 396 529, Volks- block 621826, Thälmann 43 924. Wahlkreis 20. Köln-Aachen. Hindenburg 212 514, Marr 670 562, Thälmann 48 274. 1. Wahlgang: Reichsblock 150322, Volks, block 596 566, Thälmann 51 675. Wahlkreis 21. Koblenz-Trier. Hindenburg 166148, Marr 362 804, Thälmann 15 693. 1. Wahlga « g: Reichsblock 106 731, Volksblock 350 391, Thälmann 12 420. Wahlkreis 22. Düsseldors-Oft. Hindenburg 408 795, Marr 442 430, Thälmann 147 530. 1. Wahlgang: Rcichsblock 305 832, Volksblock 412 664, Thälmann 151 676. Wahlkreis 23. Düsseldorf-West. Hindenburg 253 017, Marx 456 457, Thälmann 61 237. 1. Wahlgang: Reichsblock 182 228, Volksblock 433 228, Thälmann 67 603. Wahlkreis 24. Oberbahern-Schwaben. Hindenburg 630 254, Marr 306 067, Thälmann 26 509. 1. Wahlgang: Rcichsblock 606 753, Volksblock 216 271 Thälmann 25 562. Wahlkreis 25. Aiederbahern. Hindenburg 260 729, Marx 113 485, Thälmann 8744. 1. Wahlgang: Rcichsblock 272 434, Volksblock 61 360, Thälmann 7300. Wahlkreis 26. Franken. Hindenburg 672 643, Marr 447 676, Thälmann 25 768. 1. Wahlgang: Rcichsblock 615994, Volksblock 328 701, Thälmann 23 318. Wahlkreis 27. Pfalz. Hindeirburg 166818. Marr 179 425, Thälmann 22 195. 1. Wahlgang: Reichsblock 136 847, Volks - block 144 360, Thälmann 23 575. Wahlkreis 28. Dresden-Dauhen. Hindenburg 511653, Marr 416 279, Thälmann 65 180. 1. Wahlgang: Rcichsblock 403 420, Volksblock 471 726, Thälmann 36 636. Wahlkreis 29. Leipzig. Hindeirburg 331 643, Marx 276 628, Thälmann 82 271. 1. Wahlgang: Reichsblock 273937, Volksblock 326 476, Thälmann 67 663. Wahlkreis 30. Chemuih-Zwickau. Hindenburg 490 272, Marr 284 993, Thälmann 138 653 1. Wahlgang: Reichsblock 377 146, Volksblock 336 874. Thälmann 99864. Wahlkreis 31. Württemberg. Hindenubrg 544 122. Marx 587 961, Thälmann 57 040. 1. Wahlgang: Reichsblock 361 634, Volls- ' block 585 102, Thälmann 56 521. I QBahffreiS 32. Baben. J Hindenburg 375 283, Marx 635 771, Thäl- * mamt 41 449. 1. Wahlgang. Reichsblock 251 609, Dolks- block 581 768, Thälmann 39 152. Wahlkreis 33. Hessen-Darmstadt. Hindenburg 279 353. Dr. Marx 370 074, Thälmann 23 246. 1- Wahlgang: Reichsblock 193068, Volksblock 351 387, Thälmann 20 951. Wahllreis 34. Hamburg. Hindenburg 294 506, Dr. Marx 281 624, Thälmann 68 804. ' 1. Wahlgang: Reichsblock 220307, Volksblock 292 671, Thälmann 67 566. Wahlkreis 35. Mecklenburg. Hindenburg 242 657. Dr. Marx 151 405, Thälmann 15 248. 1. Wahlgang: Reichsblock 231 693, Volksblock 183 926, Thälmann 15 104. Der Wahlsonntag in der Reichshauptstadt. Starke Wahlbeteiligung. Schlägereien. Berlin, 26. April. (SU). Seit dem frühen Morgen regnet cs hier ununterbrochen. Trotzdem waren die Propagandalvaaen dicht beseht mit 3ungmannen der vaterländischen Verbände oder des Reichsbanners. Es ist in Berlin kaum ein Haus, von dem nicht eine oder mehrere Fahnen herunter! lottern. Kaum ein anderer Wahlkampf wurde wohl so erbittert ausgetragru wie der gegenwärtige. Das Wetter beeinflußte natürlich das Wahlgeschäft. Bis in den Rachmittag hinein war die Beteiligung nicht so stark, als man nach dem lebhaften, teilweise erbittert vorbereiteten Wahlfeluzug hätte erwarten können. Auch bis zum Schlüsse des Wahlaktes um 6 Uhr abends blieb es in Berlin verhältnismäßig ruhig. Große Menschenmenge« gab es nur auf dem Kurfürstendamm In verschiedenen Stadt» teilen kam es zu Zusammenstößen, die besonders durch kommunistische Jugendliche provoziert wurden. Zwei Unbeteiligte wurden durch Stockhiebe leicht verletzt. Ecke Kamphausen- und Grimmstrahe geriet ein Passant mit kommunistischen Zettelverteilern in Streit. Ein Schuhmann, der den Streit schlichen wollte wurde von den Kommunisten überfallen und durch Swck» hiebe verletzt. Einer der Täter konnte verhastct werden. In den späten Abendstunden hatte der Regen nachgelassen. Im 3citungäviertel staute sich eine unübersehbare Menschenmenge und nahm die durch Lichtschrist betann gegebenen Wahlresultate mit lauten Kundgebungen äuc Roch lange nach dem Schießen der Wahllokale zogen Angehörige des Reichsbanners urto des roten Iungsiurmes in Trupps durch die Straßen. Fast überall, wo n? auf Passanten stoßen die sich zum Reichsblock bekennen, kommt cs zu Reibereien. A :ch R ichsbanner und co'e ■ Jung- sturm rempeln sich hie und da am Rach einem solchen Zusammenstoß gab es in T rept ow drei Leichtverletzte. An anderen Stellen kam cs meinsam mit der Volkshochschule Thüringen in der Psingstwoche eine „D ol ks h ochs chu l - woch e". in der die reichen fulturellen und künstlerischen Denkmäler der Stadt Erfurt behandelt werden sollen. Das Thema tautet: „Deutsche Städtekultur vom Mittelalter bis zur Gegenwart", und die ganze Entwicklung vom Mittelalter bis zur Entfaltung der modernen Industrie wird an dem Beispiel dieser Stadt aus» aezeigt. Reben der Dildungsarbeit gehen gesellige Veranstaltungen einher, und die Woche schließt mit einer Burgenwanderung über die Drei Gleichen. Deutscher Gesgrapheutag Breslau 1925. • Der Deutsche Geographentag, der bereits im Jahre 1923 stattsinden sollte und wegen der ungünstigen wirtschaftlichen Lage verschoben wurde, ist jeht für den 2. bis 4. Juni in Breslau festgesetzt. Die Tagung, an der sich sowohl Hoch- schul- wie Schulgevgraphen beteilig:«, erhält ihr besonderes Gepräge durch den Verfammlungsort. Den Hauptpunkt der Verhandlungen werden Schlesien und die deutsche Ostmark bilden, wobei besonders wirtfchaftsgeographifche Fragen beritd- sichtigt werden. Eine landeskundliche Ausstellung und eine vergleichende Llusstellung geographischer Anschauungsmittel sowie eine Anzahl wissenschaftlicher'Ausflüge sollen dazu dienen, das Verständnis für Schlesiens Eigenart und die Bedeutung der Ostmark zu vertiefen. Eine deutsche Schultagung in Danzig. Die Schulvereinigung der deutschen Städte wird ihre diesjährige Tagung vorn 22 bis 24. Juni ds. 03. in Danzig abhallen. Zur Beratung stehen: 1. Die Schulocgani- fation im Lichte der neuen Begabungsforschung, 2. Die Stellung der Volksschule zu den verschiedenen öffentlichen Er^iehungsfaktoren. 3. Der Werkunterricht im Rahme« der Schularbeit der Volts-, mittleren und höheren Schule«. Gleichzeitig wird eine Ausstellung von Wertstätten» arbeiten Düsseldorfer Schulen statifinden. Daran schließt sich ein Besuch dec Stadt Königsberg und der Marienburg. beim 36. Zuge auf remis. Ebenfalls remis wurde die englische Partie Carl-Deutschland gegen Dr. Tartakower-Oesterreich mit dem 50. Zuge. Abgebrochen wurde die Partie Sir Thomas-England gegen Vatcs-England in besserer Stellung für Sir Thomas und Marchese Roselli-Italien gegen 2^rbinstein-Rutzland in günstiger Stellung für Rubinstein. Te Kolste-Holland war spielfrei. Die Reichsreklamemess«. Die Reklamemesse ist, wie wir bereit» am Samstag meldeten, vorläufig inoffiziell für die Vertreter der Presse mit einer'Ansprache des Direktors des Messeamts, Dr. Adolf S ch i n der fturi\it\w iaube mehrer! unb verätzte beide t^enommtn und bei (Ls handel: fich M :5 oerlorenen Zivilen jchweren Bau* tau einen Oberlchen öflu9- ichw^ i den Strahen- Un herausge- xwfteur toar sofort re innere Der- nach seiner Sinans in Aanau er- Sohn sind leichter L^L *lk ■n tote , Aus Stadt und Land. Dietzen, den 27. April 1925. j Watz nahmen -eG«» die 31 n - (chleppung bet Kartoff«kkrebf«« In Licht. Dem Aeichsrate ist» Vie wir hören, der gnttottrf einer Berordnnng aur Abwehr der Sin- 'chleppung de« Kartofsellr b'es »uaegangen. Die Bererbnung. die mit den» 1 3unt ft 3. in Straft treten toll, liebt u a. vor. daß die Sinsuhr von Kartoffeln, die mit ÄartofMfccb«, brtaftet ober Jet Verseuchung verdächtia find, über die Zoll- ;renze des A.ichsö dis auf weiteres verboten ist zur Sicherung des Verbots iS die Wöaltchkett kr Beschränkung der Sinfuhr auf bestimmte Zollftellen und die Notwendig keil der Unter- ud)unfl auf StrtMfreibcit vorgesehen. Dte Äronf- >eit hat sich in den letzten Jahren autzerordeMlich tusgebreitrt. so daß in Deutschland zur Zeit chä Yungs weife 5000D Hektar alS befallen gelten nullen. 3m Ausland ifl, soweit bisher bekannt geworden. der Kartoffelkrebs in Großbritannien, Holland, Dänemark. Polen, Norwegen, in den Beteln. Staaten in Neufundland und Hotel tuf getreten. •• Probealarm der Fever-Sirenen Segen au#yifül)renber "Reparaturen an ber Feuer- ncltwanlage werden die Sirenen morgen Dienstag, lachmittags 1 Uhr, pro beweise in Betrieb ge lommen. — Hausmeister Ludwig Decker. Man fd} reibt uns. Wit Beginn des neuen Schul- ahtes ift auch der langjährige Hausmeister der Stadt Mädchenschule. Ludwig Decker, io den ^uhestanb getreten. Als Schulwart der Höheren Töchterschule hielt er im Iahte 1893 seinen tzinzug in das vchulhaus in der Schillerstraße: tr blickt also jetzt auf eine 32jährige Tätigkeit im Dienste der Schule zurück. TllS die Höhere Töchterschule im Iahte 1907 ihr neues Heim cn der Aordanlage bezog, blieb et dem alten Schulhaule treu und wirkte von da an alS Hausmeister ber Stadtmädchenschule bis zu feinem durch daS Gesetz über die Altersgrenze der Beamten bedingten Rücktritt in den Ruhestand. 3r war der Schule stets ein gewissenhafter, treuer unb zuverlässiger Sachwalter. Wöge ihm ein glücklicher Lebensabend beschieden sein! Gin von 5er Lehrerschaft bet „Gchillerschule" gestiftetes Inbenlen wird ihn in leinen Mußestunden wohl oft und gern und hoffentlich noch recht lange in seine „schulische" Tätigkeit erinnern. ’* Die Gießener Freiwillige 5 euer = wehr hielt im Restaurant „Frankfurter Hof" ihre diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. Branddirektor Wenzel eröffnete die Versammlung mit einer Begrünung des Branddirektors b r a u ba dj und der nahezu 100 Kameraden der Wehr. Aus dem Jahresbericht 1924/25 (April/Mörz) ifl u. a. zu entnehmen, dotz die dienstlichen Angelegenheiten der Wehr in zwei Sitzungen des Kommandos und 18 Vorstandsfitzungen ihre Erledigung tinben, ferner wurden noch zwei gemeinschaftliche Sitzungen mit dem Sorftanb her Freiw. Gailschen Feuerwehr unter Vorsitz des Branddirektors Braubach abgehalten. Auster den sieben Hauptübungen -c.nben noch einzelne Geräteübungen statt. Siner Hebung, zu der die Sirenen die gesamten Mannschaften unserer Stadt unerwartet zum Stadttheater riefen, und die eine von Branddirektor Braubach gestellte Brandidee zur Ausgabe hatte, wurde eine !übende Kritik über sämtliche Löschzüge ausgesprochen. Die planmäßigen Hebungen waren durch- idimitiirt) von zirka 100 Kameraden besucht Die Dtitglieberbciocgung im abgelaufenen Jahr war ilicht ungünstig. Sie Mitgliederzahl beträgt jetzt fünf Ehrenmitglieder 72 austerordentliche und 136 aktive Feuerwehrleute. 'Auszeichnungen erhielten im ab- gelaufenen Jahr für 40 Dienstjadre ein Kamerad, i r ‘2.5 Dienjahre 11 Kameraden, für 20 Dienstjahre t»ici Kameraden, für 15 Dienstjahre fünf Käme- rrben unb für 10 Dienftjahre vier Kameraden. Die Tätigkeit der ftänbigen Feuerwache wurde im ab» ylaufcnen Iahr 214mal in Anspruch genommen. Es fanden 9 Kaminbrände, 3 Kellerbrände, 20 Zim- iner- und sonstige Brände sowie zwei auswärtige 'Stände ftati. Elfmal wurde die Wache zu sonstigen Hilfen benötigt und 89mal wurde aus Unfug alar- miert. Leider hat der Tod den Dezernenten und eifrigen Förderer des Feuerlöschwesens unserer -ladt, Bürgermeister Strengen, der auch zu den 'Mitgliedern zählte, plötzlich hinweggenomemn. Auch dm Verlust des Geh. Kommerzienrats Dr. Sait, eine hilfsbereite Persönlichkeit im Feuerlöschwesen tnb Chef der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr, unsere Wehr mit zu beklagen. Nach austen war >ie Wehr in großer Anzahl vertreten, zum Landes- tierbanbotag freiwilliger Feuerwehren Hessens im Juli in Vilbel, zum Lezirksseuerwehrrag in Dillen- bürg unb zum Kreisverbondstag (Herbsttagung) der freiwilligen Feuerwehren des Kreiies Gresten im September in Grohen-Linden. Eine Frühjahrstagung des Kreisoerbandes fand am 5. April im Gewerbehaus statt, wobei beschlossen wurde, hast die Herbsttagung des Kreisverbandes im September in Cid), geleaenckich des 50jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr, ftatffinbet. Ferner gab der Brandinjpelwr bekannt, dast vom 19. bis 21. Juli der Prooinzialoerbandswg für Oberheffen in Schvi ten stattfindet, und dah am 29. und V». August die beiden hiesigen Feuerwehren ihr 70jähriges Bestehen feiern. Ein Ausschuh zur Vorbereitung des Festes ist schon gebildet. Die am 30. August statt- findende Hebung steht unter dem Kommando des Brandirektors Braubach, mit den übrigen Vorbereitungen wurde Brandmeister Rödigcr zu- sammen mit Kameraden beider Wehren betraut. Hierauf erstattete der Rechner den Rochen,chaits- bericht über das abgelaufene Rechnungsjahr unb den Bestand der Stoffe, der gegenüber dem Vorjahr etwas günstiger abschliestt. Zwei grostere Bankgut- haben aus 1923, welche aus Mitteln der Mitglieder erspart waren und zu Wehrzwecken Verwendung finden sollten, mußten aus dem Vermögensbestand ausscheiden. DieRechnung von 1924 25. sowie Der vom Rechner ausgestellte Voranschlag für 1925/26 sanden von der Finanzkommission und der Ber- iammhing Genehmigung, Io daß dem Rechner Entlastung erteilt werden konnte. Bei der Vorstands- wähl, die alle drei Jahre stattfindet, wurden gewählt zum Brandinspektor Fritz Wenzel, zum Brandmeister des 1. Löschmges Rud. Rödiger, zum Brandmeister des 2. Löschzuges Anton Betz, zum Rechner Wilhelm Riedel. 3um Schriftführer Heinrich König, zu Gerüteführern und 1. Obleute der beiden mech. Leitern Otto Harig und Otto Faber, zu den beiden Steigerzügen, L Obleute Emil Koch unb Joseph f) ei ft (er. zu den beiden Spritzen. 1. Obleute Heinrich Matheis und Wilhelm Schreiber, zu den Hydranten und den Schlauchgeräten 1. Obleute Heinrich Flach und Georg Kraus, zum Obmann der Sanitätsabteilung Emil Malkomefius, zum Obmann der Spielleute Friedrich R e u k i n g, zu Beisitzern Karl '.Heuling fen. und Hugo Ritzsche. Rach Erledigung einiger technischer Wehrangelegenheiten schloß Braitdinipektor Wenzel mit Worten des Dankes an die Kameraden die Versammlung und forderte auf, die Hebungen dieses Jahres recht fleißig ,zu besuchen. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt. Ochsen 4M, Bullen 49, Färsen und Kühe 838, Kälber 608, Schafe 143, Schweine 4457. Vornotizen. — Tageskalender für Mvrrtag. Derein Rudersport: 9 Uhr Bootshaus Mvnats- versammlung. — Schützen-Berein: 8' _ Ahr außerorbcrttl Mitgliederrersammlung — Iirkus ©traftburgec: 7>. 11 br Gröffnungs-Vorstellung. — Die Volkshochschule beginnt heute ihr SommerhalHahr. Aäheres heute unb morgen, Dientag, im Anzeigenteil. - Aus dem Stad11 he ate r burcau wird mrs geschrieben: Aus die Anzeige des Gastspiels der Frankfurter Oper mit ..Maöa tne Butterfly' am Montag, 4. Mai, im heutigen Anzeigenteil sei besonders hingewiefen. Landkreis Gictzcn. i, SttingShaufen. 27. April. Eine abenteuerliche Einbreche rgefchichte brachte in unser Dors einige Erregung. Am Samstagabend kam ein hiesiger Bürger, der in einem Geschüftshause im Dorf noch zu tun gehabt hatte, beim unb sieht, daß in seiner Küche das Licht brennt Er will dem nachgehen, und als er über den Hausflur schreitet, springt ein Mensch, bet sich bucker die Haustüre geduckt hatte, weg. Der Landwirt verfolgt den Ein- tringling, dieser aber findet den QBeg über den Dorflach, eilt auf die nahen Wiesen und taucht ün Dunkel der Aacht unter, so dah die Ber» folgung auf gegeben wird. Der älteste Sohn einer Witwe kommt kurz daraus heim. Aus der Treppe sucht ein Fremder an ihm vvrbeizukvmrnen. Aber hier gelingt die Festnahme. Aachbarn eilen herbei, der Gefangene wird vernommen und schliest- lieb, um am kommenden Tag bet Gendarmerie übergeben zu werden, in einen Stall gesperrt. Als man am anderen Morgen nachsieht, ist der Vogel ausgeslogen. Ob er das allein fertig- gebracht hat oder Hilfe bekam, ifl nicht recht zu sagen. Denn es scheint fast, atif ob in einer ganzen Anzahl von Höfen ungeladener 'Besuch sich einfanb. Mehrere Einwohner merkten am Sonulagwotgeu. daß Türen, die sie am Abend geschwollen hatten, geöffnet waren, und laben an anderen Anzeichen, bah fremde Personen in ihrem Gehöfte gewesen sein muhten. Der ge- fähte unb entflohene Einbrecher dem nur eine neue Leinenjacke als Deute zufiel, foll in Straf- ling-kosiüm gewesen sein unb aus Lich stammen. Hoffentlich gelingt der Gendarmerie bald völlige Aufklärung zur ‘Beruhigung der Gemüter Hcffcrr-Rr* e Bieber. 27 April. 3n der Aacht vom Samstag auf Sonntag gegen 4 Uhr morgens ereignete sich auf der hiesigen Eleonorengrube ein schwerer Unfall, dem leider ein blühendes Menschenleben - um Opfer fiel. Der Bergmann Ludwig Aeeh von hier befand sich im Schacht und geriet unter den nieder» gehenden Förderkorb. Der Bedauernswerte erlitt dabei einen Beinbruch unb schwere innere Beriet*ungen. an beten Folgen er nach kaum 2 ötunben verstorben ist. Reeh hinter- läßt eine Frau und 5 unversorgte Kinder. spd Frankfurt a. M., 26. Aprll. Bei dem Täter, ber am Frei tag nachmittag den Aervenarzt Dt. Mar Sichel erschoß, handelt es sich, tote wir bereits kurz mittälten. um den 39jährigen Former Otto Kuhn aus Gelnhausen. Kuhn befand sich bei Dr. Sichel in Behandlung. Unter dem Aachlaß bes Erschossenen befindet sich ein Bennert für die Krankenkasse, der die Krankheit Kuhns als traumatische Qlcu- rose (Erkrankung des Aervenapparatrs nad> Bcr- leijungen unb dergleichen, ohne baß nachweisbare BcrleQungcn des Gehirns, des Rückenmarks ober der peripheren Berren eingetreten sind! barstellt. Ucber die unmittelbare Ursache an der unseligen Tat konnte Aäberes noch nicht ermittelt werden. ES scheint jedoch, als ob Kuhn in einem Anfall plötzlicher Geistesverwirrung gehandelt hat. Böllig geklärt wird die Tat launi, da beide Hauptzeugen tot sind — 3m Oberroder Ctadttoalde wurde SamStag nachmittag ein Mann erschossen aufgesunden. Beben ihm lag fein Llagdhund, an bem ein Jettet hing, datiert vom 25. April 1925: „CID 1 r sind zu schade für bic irbische QDclt.“ Der Tote ist ein gewisser Arthur Wildhirt aus Offtmbach. — Kaum drei Wochen verheiratet, geriet in bei Bergerslraße ein jungte Ehepaar um nichtiger Ursachen willen m 0 t re 11, ber so heftige Formen annahm, daß man sich gegenseitig schlimm verprügelte. Der Bruder der jungen Frau, der als Schlichter sich bemühen wollte, erhielt von bem Schwager einen Messerstich in die Hand, so daß er dem Krankenhause zugeführt werden mußte. Die Polizei muhte die ehelichen Kampfhähne auä- e in anderbringen, sie ber nächsten Rettungswache zuführen, wo man beide — Mann und Frau — an Händen, im Gesicht, am Kops und noch anderswo verbinden mußte Jubiläums-Hundeausstellung. !*! Giehen, 26. April. Als eine wohl- gelungene Hundeschau muß bic diesjährige große Internationale Hunde» Ausstellung bezeichnet werden, die der Verein Hundesport für Gießen und Umgegend aus Anlaß feines 25jährigen 3ubi- läums unter ber geschickten Leitung des Herrn August Schwan veranstaltete. Die Ausstellung füllte mit ihren 360 Nummern beide Säle ber LiebigShöhe aus. 3a selbst die Buhne mußte noch in Anspruch genommen werden, um die Gruppe der zierlichen Zwerghunde aufzunehmen. Sämtliche Tiere sind in die Stammbücher eingetragen, so daß mir erstklassiges, rassereines Zucht- material zur Prämiierung gelangte. Etwa 15 Preisrichter waren von 8 Uhr vormittags bis »um späten Nachmittag mit der Preisbewertung der verschiedenen Nassen beschäftigt. Unter den Hunderasfen waren am stärksten vertreten Deutsche Schäferhunde mit 60 Nummern, Deutsche Doggen mit 50 Nummern und Wachtelhunde mit 40 Nummern. Sin prächtiger persischer Windhund, von denen es in Deutschland nur vier geben soll, erregte lebhaftes Interesse. Man konnte wahre Prachtexemplare ber edlen Hundezucht bewundern, neben den gewaltigen Bernhardinern unb Doggen standen bie schlanken. Hinten Windhunde, bie klugen Iagbhunde, die fchon-gefleckten Forterriers unb Münsterländer, bic niedlichen Whippets, die scharfen Rottweiler und die winzigeir Zwerg Hündchen — Obwohl das Wetter nübt besonders günstig war, strömten doch zahlrmche vtüdxtcr und Hundefreunde zur Liebigshöhe, so daß eine dichte Menlchenmeng,- bie Gänge des Saales ausfüllre und viele braunen den 'Bcrfüfjnrnaci! der Polizeihunde beiwohnten Unsere elektrische ©rraftätbaon hatte einen guter Tag. bie Wagen waren zeitweise überfüllt und durchfuhren die Stationen Fahlreiche Ghrenpretsr standen zur Verfügung, darunter ein Ehrenpreis der Stadt Dießen, ferner Preise des Gießener Verein», des Südwestbeullchen Verbandes bei Landesgruppe Helfen unb Hessen-Nassau und von fetten einzelner Achter Das der Prämiierung tragen wir noch nach Kleine Strafkammer Giehen. • Gietzen, 24. April. Sin junger Mami von Friedberg rerfolgie Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts, durch das er zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt worden war, weil er tim Lehrerin, die ihre in der Unterhaltung mit ihm begriffenen Fortbildungsschülerinnen zum Unterricht zurückrief, mit einer unflätigen ÄedenSan bedacht hatte. Er behauptete, er habe nur eine harmlose Aeußerung getan, er müsse mißverstanden worden sein. Da die erneute Verhandlung ergab, haft hiervon nicht die Rede sein konnte wurde die Berufung zurückgetoiesen DaS Gericht bedauerte, daß nicht auch die Staatsanwaltschaft Berufung verfolgte, sonst wäre die Strafe erhöht worden. Der Bergmann K 2L T. war vom Amtsgericht Friedberg wegen fahrläs siger Körperverletzung zu vier Wochen Gefängnis verurteilt worden, ör hatte auf einen im Hof stehenden Mitbewohner des Hauses, mit dem er in Feindschaft lebt, einen Revolverschuß abgegeben, der diesen am Hals verletzte Er behauptete, in Notwehr gehandelt zu haben uuD wollte freigesprochen fein: der Verletzte habe leinen, des AngeNagten Sohn, gehindert, das Haus zu verlassen. Die umfangreiche Beweisaufnahme ergab die Unrichtigkeit dieser Behauptung. Dagegen wurde dem AngeNagten geglaubt, dah er nicht verletzen, sondern den Gegner nun schrecken wollte. Da die Gemeingefährlichkeit , feiner Handlungsweise indes eine empfindliche Strafe rechtfertigt, wurde die Berufung verworfen. Ebenso wurde verworfen die Berufung eines Schneidermeisters in Bad-Nauheim gegen ein Urteil des Amtsgerichts, das auf 5 0 0 Mk. Geldstrafe wegen L u x u s st e u e r- Hinterziehung lautete Der Angeklagte, bei gelegentlich Geschäfte mit Automobilen oder Motorrädern macht, hatte an einen Fabrikanten ein Auto gegen Teilzahlungen verkauft. bic Luxuösteuer aber nicht bezahlt. Seine Behaup tung. er habe bad nur einstweilen unterlassen weil er es für möglich gehalten habe, baß bei Verkauf wegen Mangel des AntoS rückgängig gemacht toerben forme, erwies sich als Ausrede Ein Dienstmädchen aus Geist-Nidda erhielt wegen Sachbeschädigung eine Geldstrase von 30 Mk.. weil es von ber goldnen Uhickette seiner Dienstherrin ein Stück abgetreimt hatte um dieses auf einem Ball als Armband zu tragen. Es war deshalb wegen Diebstahls anqc- klagt. vom Amtsgericht Bübingen aber frei- gesprochen worben. Gegen daS Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Berufung verfolgt Rundfunk-Programm des frankfurter Tenders. (Au ett ..Radio-Umschau'.) Dienstag, 28. April: 12 Uhr: Nachrichtendienst. 4 Uhr: WirstchaNmel- düngen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30—6 Uhr Nachmittagskonzert des Hausorchefters: Aus dem Orient. 6 Uhr: Wirtschaftsmcldungen. 6—6.30 Uhr Die Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur»- Aus „Soll und Haben" von Gustav Freytag (Fort jetzung). 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7—7.30 Uhr „lieber anonyme Briefschreiber, Urfunöenfäl{r'Kr Ladendiebe usw., Dortrog von Otto Schwerin. 7.30 bis 8 Uhr: Die Besprechung (Literarischer Teil). K bis 8.30 Uhr: „Aus der Geschichte der Zeitung", Vortrog von Dr. 0. Waldeck. 8.30—9.30 Uhr: Die Tageszeiten der Liebe. Gm Einakter-Zyklus von Dario Recodemi. 9.30 Uhr: Rachrichtendienst, Wei termeldung, Sportbericht. 10—11 Uhr: Zeitgenos fische Kammermusik. seine Habe kann sich jeder 4lll]tvvllCll DurchDr.Detnreichs Mottenüther' 4300D langschwänziger smwWlk fiffliipr-UfpriiP frisch importierter zugfester 4= bis (biegen Ksöhnger, breiter, tiefer, platter, . w . . - . - I . . » im Paar und in der Farbe passend, auch emzeln, steht ab TAlflMhAn oe? 1ttnafftr»rn6o 71 Dienstag, den 28. April in unseren Stallungen zum Verkauf OOZ WöBlWniUnv <1 ^.Heilkunde iS'teilenange jöte| Vortrag oeioi Belchäsiig. oel. | Vermietungen j \ Mietgesuche ] Die Vorstände ““ 3tomet Mai gefuebt ! tu gestellt.» ^Swrllkl- Angebote unter 03R22 an den Gieß. An», erbeten. Leere» Zimmer für Bureauzwecke Mitte der 'Stnbt zu mieten gesucht. Schr. Angeb. nuPreiSang. u.0V«7a. d. G. Anz. (Mut möbliertes Zimmer (Natur« leecnwchnft liehe Abteil und iiiminnOTX Junger, tüchtiger Schneider Grohstückardetter. olöbalbfüt dauernd Der Vorsitzende des Aussichtsrals. Heinrich Winn. 43D4D Äöbl.ZiMtt von jungem berate tätigen (frui gcl Schr. Auaeb. mit Breis unt 4325D an den Gietz. An», erd. oer foiart gesucht Qsterten uni W an Herio, M. Sb-Ero., iUotfür. 5. 43:55h Benilon Branöl Reuen Baue 22 Sonnige möbi.simiiier Wntt Dervstcaung. XeL 10*5. Studentin sucht gutmötil. Zimmkr Schriftl- Angebote mit Vreisfotdernng u. 4311 Dc. Öl 9. fln* des Herrn Prof. Dr.John Eggert aus Berlin Uober den gegenwärtigen Stand der Photographie w natürlichen Farben. Gäste willkommen! 43070 Kleine unmöblierte Wohnung, 2 bis3Zimmer, Küche, Rebcngelaß, Gas, Elektr. in besserem Ho nie von pensioniertem ledigen Akademiker ab 1. Mai oder später z> mieten gesucht. Schriftlich« Angebote mit Preisangabe unter 4290 D an den Gießener Anzeiger. fein Deutscher toiker i»™ wmi Donnerstag, den 30. April, abends 8l/s Uhr, m Hörsaale des Physikal. Institutes (Stephanstr. 24) webr. Stamm. Ordrntltcher junger Mann air Brotsabrer oeluchl- t!L0v Bäckerei Schilling, Kismarckstr. 6. össr-eMkl längere Jahre Abteilungsleiter bei Großbank, sucht Stellung inH^.ndel oder Industrie. Schriftliche Angebote unter 03583 an den Gießener Anzeiger erocten. Wir laden die Mitglieder unserer Genossen schäft zu einer aaMnilita GeaertoicM für Dienstag, d. 5, Äai, 8 , Uhr adends, im Gewerbehans, Kirch, raße ein. Tagesordnung: Auflösung der Genolse»schäft. GWlmöaB-töennfieW Dauern«. (ftnberL Ehevaar» such« für fonleicb oder fvaier 2 teere od. mödl. Zimmer mit etwas SlocbaeL w Möllendorst, Schutzenkr. 191L ndenl lucht öbl. Zimmer Schriitl. Angebote unter 03890 an den (Hieb. Anz. erbeten. (rlniacb mit bl. Zimmer mögt, in der Stabt, aeütcht Schriitl Att- qebote unter "37l*u an den Gieß. An». MI ...................... Man verlange ausdrücklich Gießener Brauhaus-Pilsener Kolasiris patentiert in allen Kuiturstaaten, mit allen Vorteilen, aber ohne die Nachteile des bestsitzenden Korsetts, macht elegante, schlanke Figur, stützt Leib und Rücken, ohne sonstwie zu beengen. Für Gesunde und Kranke. Verkauf: Jeden Mittwoch in Giehen, Plockstratze 13 I Vertretung: Frau M. Kopp, Marburg Schnlstrahe 10. SIMMs AltlMlUW werd, fachgemäb u. preiswert gestimmt u. revar. G.Eüerl^r Gießen. J5iotfnr.ll Telephon 2403. Ankauf flbr.ftlQo. u. Harmoniums. Todesanzeige V210 Uhr plötzlich ver- im im 61. Lebensjahre. Reiskirchen, den 25. April 1925. Beerdigung Dienstag, den 28. April, nachmittags 2 Uhr. 4324V 103685 statt. 4321D Der ScbrUtfü’ rer. in 03695 4318V solides Vertreter der Arbeitgeber: in 4323 D gesucht. 4306V in Näheres to7>5 Steinstrake 68 v. 43271) Vertreter der Arbeitgeber. in Giehen, den 26. April 1925. 4322c 1 5 17 30 17 12 heute abend schieden. Grünberg Heuchelheim Lollar Hungen Heuchelheim Lollar Lollar Hungen Heuchelheim Alten-Buseck Lich Wieseck Wieseck Alten-Buseck Wieseck Lich Gleiberg Alten-Buseck Heuchelheim Langsdorf Watzenborn Daubringen Alten-Buseck Lich Wieseck Garbenteich Alten-Buseck Grohen-Buseck Wieseck Hungen Heuchelheim Gleiberg Staufenberg Rodheim Heuchelheim Daubringen Grohen-Linden Fellingshausen Alten-Buseck Vetzberg Lich Heuchelheim Steinbach Gleiberg Wieseck Hausen Wieseck Lang-Göns Treis a. d. Lda. Wieseck Daubringen Wieseck Alten-Buseck Heuchelheim Lich Daubringen Reiskirchen Alten-Buseck Hungen Lollar Heuchelheim Londorf Heuchelheim Lich Lollar Grotzen-Linden Grünberg Dors-Gill Lich Lang-Göns Daubringen Eberstadt Hungen Grohcn-Linden Queckborn Lang-Göns Heuchelheim Lich -um Dor st and: Vertreter der Versicherten: = 1,80 5m. -- 5,58 „ -- 10,49 „ -- 7,93 „ - 1,49 Fm. „ 4. „ ,, 5a=„ ii 5b’u Fichtenderbst. 1. Kl. Wilhelm Rittmann Heinrich Görnert Friedrich Hofmann Heinrich Stecker Heinrich Müller Ludwig Becker III. Adolf Pfeiff II. August Drück Minna Schäfer Karl Trechsler Heinrich Steiß Karl Becker Holzsubmission. Die Gemeinde Röthges verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachverzeich- Det VMM der Mgenieiueli SrlslMleMe des Eanölreiles GleW. Tiefbetrübt Namen aller Verwandten: H. Schön III. Julius Fendt Heinrich Geihler VII. Heinrich Sack II. Max Schmiedeknecht Gustav Bergen Hermann Schieferstein Heinrich Deibel II. Justus Formhals Heinrich Schmidt III. Karl Ahbach Ferdinand Zimmer Karl Konr. Schäfer Heinrich Preis Heinrich Görlach VII. Hermann Schäfer Philipp Schüttler Georg Jäger Ludwig Sauber Heinrich Schmidt IV. Heinrich Schmidt VIII. Wer nimmt einen Säugling in Privntvflegc? Schriftl. Angebote unter 03686 an den Gien. Anz. erbeien. MweslveiMec naöioiluü, OrtsgiuppeGieden. Am Mittwoch, dem 29. IV., findet nn Restaur. Straffer, Lndwigstr. 6, ein DereinSabenv Friedrich Steinmüller III. Georg Reitz Willi Georg Möckel Karl Rudolf August Brück Mathias Holzapfel Heinrich Schreiner Heinrich Becker Christian Stiehl Fritz Herber Minna Schäfer Philipp Fritz Karl Sack Wilhelm Laucht Gottfried Eckhardt Karl Schmidt Helene Hofmann Philipp Römer Albert Hankel Georg Bremer Karl Hofmann Wilhelm Mühlich Henriette Haug Lina Römer Karl Hermann Karl Balser Karl Hildebrand Philipp Schlund Adolf Pfeiff II. Johann Beppler Georg K. Kehr Katharine Schwarz Ludwig Euler Fritz Becker Kaspar Hof Margarethe Mandler Karl Trechsler Heinrich Hofmann Ludwig Schäfer Ludwig Einhäuser Oberwerkmeister i. R. auf dem Wasserwerk der Stadt Gießen zu Queckborn im 71. Lebensjahre unerwartet von seinem schweren Leiden erlöst. In tiefer Trauer: Marie Walter Charlotte Schieferstein Ww. Elisabeth Lich geb. Schieferstein Heinrich Lich. z. Zt. Gießen, Steinstraße 17111. Die Beerdigung findet Dienstag, den 28. April d.J., nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe zu Gießen statt. In tiefer Trauer: Frau Marie Schneider geb. Karber Heinrich Schneider und Frau Karoline geb. Gerlach Adolf Hahn und Frau Marie geb. Schneider Ferdinand Schieferstein und Frau Lina geb. Schneider Heinrich Karber und Frau und vier Enkel. Krofdorf, Eibelshausen, Lollar, den 25. April 1925. Die Beerdigung findet Dienstag, den 28. April, nachm. 3l/2 Uhr, statt. HmliiWtn Ul. guten Zeugnissen gesucht. Schriftliche Angeb. unter 03688 011 den Gieß. Anz. Die Wahlakten liegen bis zum 5. Mai 1925 auf unserer Kasse offen. Einwendungen können während dieser Zeit daselbst oder beim Berstcherungsamt vorgebracht werden. 2-3000 mt zu leihen gesucht geg. nute Sicherheit und Zinsen. Schr.Angeb. unter 03609 a. d. Gieh. Anz. Nach Gottes Ratschluß ist unsere gute, treusorgende Schwester Christiane Sommeriad geb. Schön Witwe des zu Meiches verstorbenen Pfarrers R. Sommeriad Georg Allmendinger Georg Kreiling Balthasar Ruhn Julius Fendt Heinrich Sack II. Heinrich Geihler VII. netes Windfallholz: Stck. Fichtenstämme 3. Kl. loWocWiilfi Beginnt hentePJontag Oberrealeebnle. Mensch und Welt in zeitgenöss. Dichtung 8 Ubr Eng isch für Fortgeschrittene, 8 Uhr Vorbesprechung für Geolog. Ausflüge t. d. Hess. Hinterland 8 Ubr Tiere des deutschen Waldes, 8*/o Uhr- Morgen Dienstag 8 Ubr Deutsch lElenientar- kursns» ,31,0 Beginn für Vergleichende. Betrachtung auSgewähltcr Slumtiuerfe Dienstag. 5. Mai Todesanzeige. Allen Verwandten und Freunden die traurige Mitteilung, daß Samstag abend, den 25. April 1925, mein einziger, treuer Sohn, mein einziger, tiefgeliebter Enkel Heinrich Schmidt im blühenden Alter von 21 Jahren, nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem leiden sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Schmidt. Treis a. d. Lda., den 27. April 1925. Die Beerdigung findet Dienstag, den 28. April, nachmittags 4*/^ Uhr, in Treis a. d. Lda. statt. ii 2. „ — 0,57 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen und wird auf Verlangen von Förster Butteron dahier vorgezeigt. Angebote sind getrennt nach Klaffen je Festmeter und in Reichs- Am 24. d. Mts., abends 8 Uhr, entschlief sanft und unerwartet nach kurzem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Schwager und Großvater, . Herr Maurermeister Heinrich Gottlieb Schneider mark bis zum 2. Mai d. Is. nachmittags 3 Uhr verschloffen und mit der Aufschrift „Holzsubmiffion" bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Die Bedingungen können aus der Bürgermeisterei eingesehen werden. Röthges, den 25. April 1925. Hessische Bürgermeisterei Röthges. M e tz g er.__________4331D Tüchtiges Hräulein nicht unt. 18Jahren, flott in Schreibmaschine u. Steno» gravhte, für sofort gesucht. Schriftliche Angeb. unter 4336h an den Gien. Anz. Gesucht zum 1. oder 15. Mat ein besseres. Gestern wurde mein lieber, unvergeßlicher Gatte, unser guter, treusorgender Schwager und Onkel Wilhelm Walter Gebrüder Pletz, Frankfurter Str. 60. ie!!. zoverl. Mann für Hof- u. Gartenarbeit gesucht, o™ Leiygeflernerweg 21. braves, ordentliches Mädchen mtcht unt. 20 Jahren» für tagsüber gesucht. (Milli, ölt. «m Witwe, sucht Bc schäfttgung f. nachmittags, gleich welcher Art. Schriftl. Angeb. unter 03692 o. d. Gieh. Anz. erb, j Verkäufe | Bogelsberger Juchtrind zu verkaufen. „3836 Steinbach, Gieflener Str. 24. I Vereine | Murheilmein Dienstag, 28. April, abend 8 Ubr tm GewerbeyauS Ktrchstrahe Generalversammlung mit WW von Herrn C. Euker Fulda. o.wi DaS Erscheinen der Mitglieder ist dring, erwünscht. Waste willkommen. Todesanzeige. Heute abend 10 Uhr entschlief sanft nach längerem, schwerem Leiden meine innigstgeliebte Gattin, unsere treusorgende, liebe Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Tante und Got Frau Elisabethe Launspach geb. Peter im Alter von 38 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. l d. N.: Ludwig Launspach XIV. nebst 2 Kindern. Reiskirchen, den 25. April 1925. • Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr statt. Bekanntmachung. Bei den Wahlen zum Ausschuf) und Borstand unserer Kaffe für die Wahldauer 1. Januar 1925 bis Ende Dezember 1928 wurden gewählt zum AuS s ch utz: Als Vertretet Dec Dersicherten: Mätzchen für Küche und HauS. Borstellung erw. Gustav Sohl, Hauvtbabnhof, Marburg a. d. L. Zu 4 Pers. (2 Erw- u. 2 Kinder) Kinder, fräulein vorhanden wird ver 1. Mai ein mögt. verL besseres, ehrliches MW» bei hohem Lohn ges. Zu erfr. t. d. Ge- schäftsst. d. G.A. noch leilneömet gesucht. Schriftliche Angeb. unicr 03689 an den Giest. Anz. A ckci* 1200 Meier, Leihge- fternetro. gegenüber Gummifabr., zu verpachten. «,2»v I. (öriinewald, Balmbofstr. 50. Frival-Mittagslisch au haben Noonstr. 26 p. ,-atn: < ■ 1 jlintWb ' ‘ 7z«btiWtt • Tori^l ■ L .ihfrilnbt m. («jrbentcidi • (j!;i(?I)auVn • i«i;5cn • ■ • - (.'.roBCtt^uicr (tiroien^inbe •v,(jr.bcrg • ■ ximiiifieii • ,'it'jad) ■ - • ,^-Änrod. • Wakh-: ' s yücnboti o-f öfiienbon öiitcn ?l|l^' SrlleM'!"'' LclteM ' citchelhiim ji'.'St’cn • • lejiclDflä ■ • ll?in-?inb:n i'caqSbotf. . fülltet • - - i mit Hof " /.'.n'with vr). - 'Vrv.dat . . 'Tebct^cijittgt ' icnücniotij . 5bbi>mhose» 5l>rl-Wngeii '.■??yörqcr;i i'dsnhinifen mi '.\T-mob . . ■jicdtwnt . . INcchhauseu i ‘roMbefjain . "(liiircheu . . '"»iim mit hl Tobyn . . . , NüdbinMach, üulteti'qaufen ■• 'aien mit B -ftongenrob . ^iauienöerg i Steinbach. . Neinheim. . Ao^hausen . ; lüiS'HoMf JreiS a. d. obüi 7rohe . . . I'tvhe. . . ' 'Gingen . . 'Nenfiorn mit ,'li^hartshüin Fitershain. Ite? e £ricbbet< , Zuüinge; I« Sch°ä • * -Usfeld ei derzrv ssS. hnfen Mw 2l u f r,. herborg aSifj Nr. 91 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberbessen) Montag, 21 April (92' Die Reichspräsidentenwahl. Stadt und Kreis Bietzen. Gemeinden Hindenburg 20. 4. 25 Reichsblock Marr 26. 4. 25 Bolksblock 29. 3. 25 Thälmann Ungültig 26. 4. 25 26. 4. 25 29. 3. 25 Elbach. . . ................... 123 101 74 67 1 _ 264 196 172 204 13 14 -— VIkendorf a. d. (.'ba.................... 477 407 189 196 4 4 3 HHeritf) aufcn.................... 85 67 63 59 — — 1 * (lcn Buseck................ 281 244 331 316 20 28 1 -in'.crod .................. 175 136 95 104 1 2 — ^ellci?6eint...................... 241 190 47 70 1 5 Beltershain.................... 100 56 12 17 — — 1 Scttrob....................... 152 132 83 67 1 — — •ycUeuljaufcii...................... 192 150 11 17 — — — Skueni....................... 303 243 193 216 6 7 12 Birklar ..................... 141 117 142 141 1 — — Burkhardsfelden.................... 181 131 114 114 — — — «iimbath........................ 100 65 23 23 1 3 — Tau bringen...................... 138 91 252 260 24 20 — Torf Gill...................... 270 225 o 12 — 3 — 'bcrftnbl m. Arn bürg................. 271 202 40 45 — —— Zltingsbanfen..................... 279 232 31 34 1 —— — "arbcnteich...................... 185 148 268 262 3 6 o d oil-haufen...................... 203 108 37 18 — — t’icii . ..... ................ 10321 6920 6345 6423 38t 453 99 t jbclnret'....................... 121 84 14 10 — 3 — H,en-Biifcck..................... 550 417 435 399 5 13 — telften finden ..................... 580 376 592 558 10 13 7 trünbetp ..................... 847 608 142 197 3 2 7 «rünmgen...... ......... 222 163 96 113 4 2 — -irbai!) ....................... 158 108 24 14 -— — " » Vitienrod....................... 158 126 52 31 1 — — raufe" ..................... 117 56 140 134 6 3 2 -» tchelhcim.................... 481 364 814 808 60 59 13 zheim .............. 642 192 105 153 — —— 5 v igen . .................. . .* . 529 388 344 315 10 Iftncibcu.......... 132 97 105 98 1 —. s-jielbach.......... 92 54 104 108 — - — lieirt-f?inb'n............. 571 369 416 131 4 9 11 *nngb ................. ... 240 185 43 51 1 3 ' ug-Bdns.......... ....... 716 557 283 343 17 10 9 ’engdborf ....................... 392 290 94 106 3 2 -- ' nitrt....................... 157 ' 120 40 36 — — — ■gebrrr.. ..... ........ 433 304 330 298 3 20 6 > mit Hof 9111'0(9, (Solnftaufcii und Mühlfackfen..... 747 559 507 53.3 7 1 — • bfr.'truti)...................... 71 61 80 64 7 1 2 ir ........................ 476 342 613 648 11 10 12 ■ iborf........................ 271 161 197 172 2 — — . :ba........................ 129 75 43 52 2 2 -—• 1 :i lar.................... 224 176 122 108 3 — l Sgflnfret........................ 99 78 18 25 o 1 —— ttusrheuheim mit Hos vüi'.l . ............ 285 203 54 91 — fiebet-tkfjingcn . . ............... 143 75 46 49 1 — fcnuenrotl)...... ............. 125 118 39 24 1 — Obbornhofen . ............ 180 134 132 163 3 —- l'hcr»®effingcn .................... 155 115 23 33 — —— 218 212 o 7 — — ............... 123 90 34 34 — — J l)vpenrod ... ............... 92 55 16 10 9 —— .ucckbörn ........... 214 151 55 62 1 •— 1 ......... 9.3 64 7 7 — — — einhardshain . . ................. 128 84 3 10 •— — 3 i'ltrdicit...................... 235 1U. 3 —- edhcim mit Hof Graß................. 177 127 12 32 — — — lögen ........................ 135 105 191 206 5 4 —— ' et'geeS........................ 70 51 37 29 1 — 1 l-lddingShausen.................... 175 127 205 197 — — 1 ItcrShaufcn mit Kirchberg............... 111 90 97 91 5 1 — r'aiett mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg...... 135 84 63 68 2 1 —— siaugenrod...................... 119 79 57 60 — — — Staufenberg mit Friedelhaufcn............. 179 123 246 233 2 2 3 Steinbach....................... 330 275 151 160 6 3 1 trteinheim....................... 169 121 60 57 — — 1 ? lOtkhaufen...................... 70 50 11 11 — — 1 ' rüs-Horloff..................... j reis a. d. Lda..................... 85 320 70 259 145 264 150 303 1 2 1 jxofte......................... 29 25 75 65 6 14 4 ißvhe ......................... 166 128 88 95 1 1 2 inUingen ....................... 298 240 183 160 — 2 1 .'jatzenborn mit Steinberg............... 502 301 526 540 16 15 14 .'eickhartShain.................... 139 92 13 7 — — — ißeitershain...................... 264 182 8 19 1 — 3 ilicfed........................ 300 230 1227 1063 156 135 6 29454 20982 18517 18747 825 885 256 Provinz Oberhessen. Hindenburg Reichsblock Marx Bolksblock Thälmann Ungültig 26. 4. 25 29. 3. 25 26. 4. 25 29. 3. 25 26. 4. 25 29. 3. 25 26. 4. 25 Itcid (Ziehen einschl. Stadt Gießen............ 29454 20982 18517 18747 825 885 — Ixeib Friedberg einschl. Stadt Friedberg.....-t ... . 21438 15736 23324 23677 1878 1627 — RxeiS Büdingen einschl. Stadt Büdingen....... 12645 10073 5909 6578 683 539 — ileit' Schotten einschl. Stadt Schotten........ 10960 7938 2525 2805 75 54 — Ureis Alöseid einschl. Stadt Alsfeld............ 13860 9304 4198 4318 77 58 — jlxeis Lauterbach einschl. Stadt Lauterbach.-........ 10845 7113 3945 4019 88 48 — Insgesamt . . 99202 71146 58418 60144 3626 3209’ — Der zweite Wahlgang. (Sieben. 21. April 1925. Wie im Reiche. so wurde auch in der Stadt i.r.ö im Kreise Sieben und in der Provinz Obcr- !>elfen die gestrige Wahlschlacht siegreich für Nrn Feld marfchall von Hindenburg s chlagen. Beim ersten Wahlgang zur Reichs - Präsidentenwahl, am 29. März, erzielten die jetzt ■'T. Reichsblock vereint kämpfenden Parteien in btt Stadt Dieben 6920 Stimmen, gestern ersten daraus 10 321, die jetzt im Dolksblock , t.lammengeschlosscnen Parteien fomrtcn am 29. 'ärz in Dietzen 6123 Stimmen verbuchen, gestern i iifcn sie auf 6345 zurück. Die Kommunisten. Ke am 29. März 453 Anhänger ziffernmäßig le'lstellen konnten, mutzten sich gestern mit 384 legnügen. Betrachtet man das Ergebnis im kreise Dieben, einschl. Stadt Dieben, wie eZ im einzelnen aus der vorstehenden Wahl- raLelle hervorgeht, so kann man den gleichen llufstiegbei den Reicksblockparteien jrib den Rückschritt bei den Linkspar- eien. Dolksblock bzw. Kommunisten, feststellen. R'ic ReichsblociParteien stiegen von 2)982 auf J* 454 Stimmen emvor, der Dolksblock ging von (13 747 auf 18 517 Stimmen zurück, die Kommu- lisien sanken von 835 auf 825. In der Pro - •fvTX't Oberhessen in der Hauptsache das- ','lve Bild. Bei den Reichsblockparteien ein Wachstum von 71 146 auf 99 2)1 Stimmen, beim rllsblock ein Rückgang von 60144 aus 58417. bei den Kommunisten dagegen wieder ein An- lHcvellen von 3209 auf 3626 Stimmen, das vermutlich dadurch verursacht wurde, daß stramme Sozialisten lieber den Kommun st?.i als den Zen- trumsmann Marr auf ihren Schild erhoben. Die Wahlbeteiligung war durchweg stärker als beim ersten Wahlgang zur Reichs- Präsidentenwahl. Man wird fic für den Durchschnitt der Provinz wohl auf 80 Prozent veranschlagen können. In der Stadt Dieben bezifferte sich die Wahlbeteiligung auf 30 Proz. gegenüber 62,3 Prozent bei der Reichspräsiden- tenwahl am 29. März und 74,1 Prozent bei der Reichstagswahl am 7. Dezember v. I Anfänglich war die Wahlbeteiligung flau; bis elf Hhr vormittags hatten nur 30 Prozent der Stimmberechtigten ihr Wahlrecht ausgeübt, bis 12 Uftr stieg die Beteiligung aus 40 Prozent, und auf diesem Stand hielt sie sich bis gegen 3 Hhr nachmittags. Bon nun an war der Zustrom zur Wahlurne sehr rege, er stieg stündlich um rund 10 Prozent, so dah sich schließlich eine Beteiligung von 80 Prozent ergab. Der Haupt- andrang war zwischen 4 und 5 Hhr nachmittags. Interesiant ist, dah die ungültigen Stimmen in der Stadt Dietzen sich nur auf 99 beliefen, eine Ziffer, wie sie gleich gering seit langer Zeit nicht zu verzeichnen war. Weiter ist bemerkenswert. daß in unserer Stadt über 1000 Wahlberechtigt unter Borlage eines Wahlscheins ihr Stimmrecht ausübten, eine auherordentlich hohe Ziffer, die wohl mit der gestrigen Hundeausstellung und der Automobil-Sternfahrt nach Dietzen zu erklären ist; in einem einzigen Wahlbezirk wurden allein 134 Wahlscheine vvrgelegt. Bon unserem städtischen Wahlamt wurden nahezu 700 Wahlscheine an Siebener Bürger verausgabt, die ihr Wahlrecht an auswärtigen Plätzen ausüben mutzten. Der Wahlschlacht ging hier und im Kreise Dietzen eine rege Wahlagitation voraus. Ra- mentlich machte das Reichsbanner Schwarz-Rot- Gold starke Anstrengungen für den Kandidaten des Dolisblocks Marx. Bereits am Sonntag vor der Wahl, am 19. April, fuhr es in einem Lastauto mit schwarz-rot-goldenen Fahnen durch unsere Stadt, ebenso unternahm es Fahrten in die Grünberger und Licher Degend. Am Samstagabend trat es mit einem Fackelzug und an- schließender Bersammlung in die Oeffenllichkeit, und gestern steigerte eS seine Bemühungen für Marx in starkem Matze durch Hmzüge unter Borantritt eines Trommler- und Pfeiferkorps und einer Musikkapelle, sowie durch Fahrten mit Lastkrastwagen, die mit Musik besetzt waren. Sämtlich 3 Agitationsumzöge und -sahrten fanden viele Zuschauer, aber alle diese Anstrengungen vermochten doch nicht, die Mehrheit des Stadt- und Landvolkes für die Sache zu gewinnen, der das Reichsbanner keine Kräfte widmete Die grobe Mehrheit der Bevölkerung handelte mit dem Stimmzettel io, wie einst der sozialdemokratische Abgeordnete Heilmann auch schon tat, als er bekundetem .Ich gehe zum Hindenburg." Datz bei den Agitalionsfahrten und -Umzügen auch mal das heitere Moment nicht fehlte, beweist ein Dorgang, den ein Augenzeuge uns berichtete. Gegen 4 Uhr nachmittags fuhr nach dieser Darstellung ein mit Musik besetztes Werbe- auto des Reichsblocks, der übrigens in dieser Art auch eifrig tätig war. von der Frankfurt e»- Strafte aus durch die Südanlage, wobei d ' Klänge des Deutschlandliedes ertönte Unmi bar dahinter folgte ein Werbewagen dce Re..<*• banners Schwarz-Rot-Gold, hinter dem eine A." teilung dieser Organisation singend cinbci e nb cu, dem wir folgendes entnehmen: Daß, wie jeder Staat, so Deutschland ganz besonders den grössten Wert auf die Erhaltung der Rechtssicherheit legen muh, sollte keines Beweises bedürftig sein. Rechtssicherheit ist die wichtigste Vorbedingung für Bestand und Gedeihen des Staates. Wie es kein Recht ohne Staat gibt, so kann auch^kein Staat ohne Recht bestehen. Ein rechtloser Staat wäre überhaupt lein Staat. Das Recht ist von allen Klammern, die ein Volk auf nationaler Grundlage zu einer staatlichen Organisation zusauunen- schlichen und im Staatsverbande zu einer nicht bloß gedachten, sondern wirtlichen Einheit verbunden halten, die wesentlichste, weil beständigste, festeste und wirksamste. Das Recht ist die geheimnisvolle Kraft, die das Volk verstaatlicht und den nationalen Staat „im Innersten zusammenhält". Jede Erschütterung des Rechts ist Erschütterung d:S Staats selbst. Jede Unsicherheit im Rechtsleben lähmt, hemmt, ja untergräbt die gedeihliche Wirksamkeit der polit sch, wirtschaftlich, sozial und kulturell tätigen Staatsgewalt. 3e fester und sicherer die Rechtsordnung dasteht, je ruhiger und einheitlicher die Rechtsanwendung durch Verwaltung und Justiz erfolgt, je mächtiger Rechtsbewuhtsein und Rechtsgefühl in der Volksseele und im einzelnen Volksgenossen als lebendige Kräfte wirken, desto stärker der Staatsbau. desto leistungsfähiger die Staatskraft, desto größer und wertvoller der Rutzen. der den Mitgliedern des Staates daraus erwächst. Alle Bestrebungen, die Rechtssicherheit innerhalb des Staatsorganismus wiederherzustellen, bleiben jedoch ein wirkungsloses Bruchstück und nutzloses Stückwert, toemx der Widerhall im t Staatsvolk ausbleibt, wenn nicht auch die Dolks- genossen allesamt und jeder einzeln wieder die y Gesehestreue als staatsbürgerliche und als ethisch- . sittliche Plicht erkennen und erfüllen. Schlimmer noch alS die Verworrenheit im Bestände des heutigen Rechts ist die Verwirrung, die im Volke über Bedeutung und Wertung von Recht unb Gerechtigkeit schon während des Krieges, vollends in den stürmischen Jahren nach dem Kriege um sich gegriffen hat. Wie furchtbar hat die Autorität des Rechtes vor allem infolge des Verhaltens und der Gesinnung der Bevölkerung in Deutschland gelitten. Früher bildete für unser Volk, dessen Rechtsgesübl und Rechtsempfinden auf bedeutender Höhe stand, schon das bl oste Dasrin der Rechtsvorschrift, schon die ihr innewohnende. richtunggebende Kraft einen kategorischen Imperativ, der sicher auf Befolgung rechnen konnte. Welche Wandlung haben Kriegs- und Rachkriegszeiten hier hervorgerufen I Achtung vor dem Gesetz. Rechtsbewußtsein und Rechtsgefühl, Rechtssicherheit und Rechtsautorität müssen neu zu Ehren kommen. Das „Recht" must wieder Recht werden — d?s ist eine Schicksalsfrage für das deutsche Volk. Denn Recht ist die Seele des Staates, Recht und Staat sind eins. Ohne seine Seele must der Staats körper sterben. Rur starkes, festes und sicheres Recht verbürgt einen starken Staat, gewährleistet also dem deutschen Bürger die Erneuerung und Erhaltung des höchsten Gutes, das er besitzt. Buntes Allerlei. Die konservierenden Kräfte der Natur. Die Ratur verfügt über Kräfte, die unendlich viel mehr leisten, als die menschliche Kunst der Konservenherstellung vermag. Sie hat Organismen Hunderttau'sende von Jahren hindurch erhalten. Als wichtigstes Mittel hat das Gefrieren zu gelten, dessen Verwendung der Mensch von der Ratur gelernt hat. Das »Ge- frierfloisch", das bei den Mammutleichenfunden ini fibir.chen Eise gewonnen wurde, war so vortres.lich konserviert, daß man daraus aut- schmectende „Mammut-Beefsteaks" herstellen konnte. Auch die inneren Organe dieser aus der Diluvialzeit stammenden Tiere waren ausgezeichnet erhalten, und aus dem Blut konnte man die Verwandtschaft des Mamnrut mit dem indischen Elefanten feststellen. Ebenso war das Fell glän- -,cn2> über die Jahrtausende hinübergerettet. Sodann sind als Konservierungsmittel der Ratur R a p h t h a und Erdwachs zu nennen. So hat man vor kurzem in einem Erdwachsschacht Ostgaliziens ein sehr gut «haltrnes Rashorn gesunden. Im Torf haben sich Horngebilde, wie Haare, Hufe, Hörner, gut konservier! Eine gegen Zersetzung austerordentlich widerstandsfähige organische Substanz ist das Chitin, und ma' hat festgestellt, dah Fossilien' der sog. R-esenglieder- füster auL der Primärzeit, die einen Chitinpanzer trugen, tatsächlich noch Chitin bergen. Von besonderem Interesse sind die in Bernstein cingeschlossenen tierischen und pflanzlich«» Reste. S?ana es zu nennenswerten Umsätzen fair, ganz minimal, ..meist gingen die Aktien zu unveränderten Kursen aus dem Verkehr hervor. Kleinen Abschwächuugen nach oben oder unten ist leine Bedeutung, be>- V-imeLett. Für die Aktienmärkte bestand keinerlei Interesse. Am M o n t a n m a r £ t e war die Haltung nicht einheitlich, dagegen erhielt fid) Interesse für einige Chemiewerte, ohne indessen eine Kursbewegung auszulösen. Elektro- to e r tc lagen ruhi g, Bankaktien waren fest und ohne Geschäft. Schiffahrtswerte behaupteten ihren Kursstand, desgleichen Auto- und Zuckrraktien. Von Maschinenwerten erhielten Karlsruher eine neue Steigerung von 3",o. ‘Snuaftien verkehrten auf gestrigem Stande. Völlig vernachlässigt war der deutsche Anleihemarkt. 5proz. Reichsanleihe eröffneten mit 0.618. Einiges Interesse erhielt sich für Türken werte, die etwas ins Geschäft tarnen, ohne daß sich aber eine wesentliche Kursveränderung zeigte. Der F r e i v e r k e h r lag lustlos. Api 1,4, Beckerstahl 1,1, Beckerkohle 6, Benz 4,8, Brown-Doveri 60 Proz.. Growag 0,125, Krügershall 9,2, Petroleum 17,62, Ufa 82 Proz. Im" weiteren Verlause schrumpfte das Geschäft vollständig ein und die Kurse gaben auf den Hauptmärkten leicht nach. Der Geldmarkt, der unter dem Zeichen des bevorstehenden Ultimo steht, zeigte eine leichte Versteifung. Monatsgeld hörte man mit 10 bis 11 Proz. Die Umsatztätigkeit war sehr klein. Im Devise nver- k e f) r machte die Hau s s e des englischen Pfundes weitere Fortschritte, inan hörte London gegen Kabel Reuyork mit 4,81 bis 4,81 V^. Paris lag unverändert bei einer Pfundpariiät von 92,60 und einer Dollarparität von 19,25. Die Mark behauptete ihren Stand. Börsenkurse. 9,9 117 117,13 100 0 50 138 I 75,25 ! 89,40 88,25 ! t9,5 88.5 | 10,1 0,69 59 75 t.4U Banknoten. 91 91 3 78.25 80.29 2.28 3 1 8,12 103.75 9).9 8 05 0,11- 7.62 105 LOO 8 22,5 73.75 9.125 146,50 03,50 136 75 125.25 108,4’ 132 133 5 > 623 1 0,725 i 75 76,5 79,56 89,75 13.75 112 9 8.1 53 5 73 75 78 16,7 2,35 10.2 U.fi» 89 2 0.36 5.750 0,75 0 80 0 75 09.75 133. 131,75 77,75 80 »50 2.85 81 50 8, 103. 81.5 13? 17.S 74.0 9.00 120 50 025 103,2» 139 4,47 109,75 132.62 134 2/ 16 130.50 136 110.75 U37.25 I 139,25 9 10 58 02 50 60 <02,75 147 103 25 26,50 125 75 10.13 36 145 13:“ 12 62 89 5 117 05 2.SJ 7,7 3, 1 9.75 13 62 7 73 25 .49 50 i 81.5 102 80 80 ! 137 ! 17,79 : *i,9o J 08 1.19 86 89 25 141,75 0,45 10 .4 134 1 4 3 • -85 16,5 130,1 113 7D 128 2,215 I -15 ' 0.675 I I) 085 0,7'5 ! 0,358 1 0,730 | 0,79 U.78 95 I 92.15 1 10,1 <3,5 9,6 72,5 ■ 8,5 137,5 92 10,05 36 25 145 103.50 137 125,7 89,3 116,75 112 99.75 8 0,11 118.75 ; 51.13 | H3 Dedisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (9n siatomr. Mart auSgcdrücft. BuenoS-Al-eS, London. 91cu« yorl. Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Bndavest für 106000 Einheiten, alle- übrige für ICO Sinhettrn.) Telegraphische Au s a l) t u n g. — i 0 so l)4.7- I 94,75 <2,21 92,01 5’A DenNche MclchSanlelhe . <% Deutsche NclchSanleih: . B'/a°/n Deutsche NcichSanlethr 5°/, Deutsche Reichöanleide . Deutsche Sparvramienanleth« 4°/0 Sreußilche KousolS . . . 4e'o Hrfsen ..... 8Vi0/n Helfen........ 3°/o Helsen.......... Deutsche Werth. Dollar-Au!, dto. Doll.-Schatz-?lnlreisng/l 4% Zolltürte» ...... > 5% Äoldmexikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prtvat-Dank. Lärmst, und Nalionalhank . Deutsche Bau!......... Deutsche Bereinsbcink .... Disconto Commandit . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Kreditbank. . Ocsterretchische CreditanstaU. SBcftban! Sochumer Orb ...... Buderus......... Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... Kaliwerke AfchcrSlcben. . . * Kaliwerk Westeregeln .... Laurahüttc Oberbedarf Phönix Bergbau . Sibcinstabl Rlebeck Ätontan ....... Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher LloUd .... Cheramtsche Werke Albln .. Zementwerk Heidelberg .. . Philipp Holzmann...... LInglo-Cont-Guauo .... Badische Anilin , , Chennschc Mayer Alapin .. Goldschmidt . . . .....: Gries l eimen Electron .... Höchster Farbwerke..... Holzverkohlung ....... Rütgerswcrke ........ k-chetdeanstakt Oo. Elektrizitäts-Gesellschaft Bngmanu . Mamkrastwerkr Echuckert Siemens & HalSke Adlerwerke Kkeyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt ........ '.ViCQuin............. Motorenwerke Mannheini . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Mrtallgcselvchaft Frankfurt. Pet. Union A.-G Schuhfabrik Herz Sichel..... Zellstoff Wakdhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäukel • . . 0.619 I 0.625 - | 0 68 ,725 t 0.65 0,80 F0,795 3,342 I i 350 0,711 1,730 Frcmfsnrt-c. M. SdjIuB. fl.irs Schluß. 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Holländilche Noten ...... -0,185 10,28 - 1.82 .67.?^ 31.92 (68,'S, Imlteiiiidje Noke» ...... Nortvegilche Noten...... Dcuktch'Oesterr,L»00 Kron« '3tumanifche Noten...... 17,2 17.3 6<, 13 i>8.7 > >8.9) >»,48 - Schwedische Noten ...... 112.8) 113,36 Schweizer Noreir ...... 81.2 81,62 Spanische Noten....... Tschechoslowakische tR»i« . . 59 93 80.23 12.422 2.482 Ungarische Noten 1 81 83 Berliner Dors«. (Ei?^ner Srabtfericbt des Gießener Anzeigers" ) Berlin, 25. April. Waren schon tue letzten Samstag-Börfen mehr mir Unterhaltung als mit Geschäften ausgefülü, so war es an dem letzten Bor- fentage vor der Wahi in erhöhtem Maße der Fall. Es wurde stark diskutiert und wenig gehan- beit. Da jedoch von außerhalb, und zwar von rheinischer Seite wieder 5i.au s auf träge vorlagen, so war die Tendenz im allgemeinen z i e m l i ch f c ft. Die Spekulation gab jedoch einiges Ma tcrial ab, so daß im Verlaufe der Börse das Anfangsniveau nicht gehalten wurde. Soweit von Geschäft überhaupt geredet werden kann, fonjrn- trierte sich dieses auf den Montan- und Chemie Markt. Für letztere Werte hielt die Aufsehen erregende Erfindung bei den Badischen Anilin- und Sodafabrik das Interesse wach. Am heimischen R e n t c n m a r f t kam kaum etwas Geschäft zustande, Kriegsanleihe wurden mit 0,615 gehandelt, K-Schätzo mit 0,515. Von Spezialwerten lagen Karlsruher Maschinen weiter fest. Die Lage am Geldmärkte ist unverändert, tägliches Geld 7}—9 Proz., Dtonotsgeld 9J—11} Proz. Am internationalen Devisenmarkt waren dec französische Franken weiter abgeschwächt, er wurde gegen London mit 92,70 genannt, dagegen befestigte sich das englische Pfund weiter auf 4,81 J- gegen Kabel Neuyork. Berliner Produktenbörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin. 25. April. Weizen (märk.) 248 bis 251. Weizen (Mai) 264 bis 265. Weizen (Juni) 258 bis 258.50, Roggen (märf.) 225 dis 229, Roggen (Mai) 214 bis 215.30, Roggen (Juni) 219 bis 218.50, Sommergerste 215 bis 233, Futter- qerfte 190 bis 202, Hafer (märt) 202 bis 211. Hafer (Mai) 187 bis 188 bis 187. Hafer (Juli) 186, Mais (Mai) 188 bisl88.50. Weizenmehl 32.25 bis 34.75, Roggenmehl 29.75 bis 32.25. Weizenlleie 14.80 bis 15. Roggenkleie 15.80 bis 16, Raps 395 bis 400, Viktoriaerbsen 22 bis 28. kleine Speiseerbsen 20 bis 22, Futtererbscn 19 bis 22, Peluschken 19 bis 21. Ackerbohnen 19 bis 20, Wicken 19 bis 20, Lupinen (blau) 10 bis 12, Lupinen (gelb) 11.50 bis 14.50. Serradelle 14.50 bis 16, Rapskuchen 15 bis 15.40. Leinkuchen 22.40 bis 22.70. Trockenschnitzel 10.40 bis 10.50, vollwertige Zuckecfchnitzel 17.75 bis 18.50, Torsmelasse 9.50, Kartoffelflocken 1925 bis 19.70. Berliner Produktenbörse. Berlin. 25. April. Der Produktemuartt war bei stillem Geschäft fast unverändert. Es wurden bezahlt für 1000 Kilo: Weizen, märk. 248—251, do. Mai 263,50, do. Juli 258. Roggen, märt 224 bis 227. do. Mai 213 bis 213,50, do. Juli 218 bis 218,50. Gerste, märk. 215 bis 233, Futtergerste 192 bis 205, Hafer, märt 202 bis 211, do. April 193, do. Mai 186, Mais, Mai 138.50, Raps 395 bis 400, Leinsaat 380 bis 390; für 100 Kilo: Weizenmehl 32 bis 34,50, Roggenmehl 29,25 bis 31,75, Weizenkleie 15 bis 15,25, Roggenkleie 16, Viktoriaerbsen 22 bis 27. kleine Erbsen 20 bis 22, Futtererbsen 19 bis 20, Peluschken 19 bis 21, Ackerbvhnen 19 bis 20, Wicken 19 bis 21, Lupinen, blau 10 bis 12. do. gelb 11.50 bis 14,50, Serradelle 14 bis 16. Rapskuchen 15 bis 15,40, Leinkuchen 22,50 vis 22,80. Trocken- schnitzel 10,40 bis 10,60. Torsmelasse 9,50. Kar- toffelslocken 19,40 bis 19,60, Zucker 17,75 bis 18,50 Erweitertes Schöffengericht • Wetzlar. 2 Wetzlar. 24. April. In mehrstündiger Verhandlung unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Sammet verhandelte das Große Schöf- j fengericht heute gegen den Steuerassistenten W. G. von W., der sich schon über eht halbes Jahr in älntersuchungshaft befindet und wegen Urkundenvemichtung, Amtsmcterfchlagung und Betrugs angellagt ist. Der Angeklagte, der als Steuerassistent bei dem Finanzamt Dillenburg tätig war, soll, wie die Anklage behauptet. Steuerbeträge, die teilweise nicht zu seinem Zuständigkeitsbereich gehörten, vereinnahmt, jedoch nicht abgeliefert, sondern für sich verwendet haben. Die auf diese Weise erhaltenen Beträge trug er überhaupt nicht oder nur zum Teil in die Einnahmebücher ein, stellte teilweise gar teine Quittungen aus oder quittierte mit falschen Rarnen. Auch hat er. um eine Entdeckung zu verhindern, Akten und Vorgänge beiseite geschasst sowie Einnahmebücher mit falschen Rummern versehen. In einem Falle ergab die heutige Verhandlung, daß bei einem Zeugen wegen rückständiger Steuer gepfändet worden war. Der Angeklagte ließ in diesem Falle die Vorgänge verschwinden und erhob von der Frau des Zeugen die Steuer im Betrage von 25,30 Marl, behielt das Geld aber für sich. In einem anderen Falle hatte ein Zeuge, der eine Aufforderung zur Einzahlung von Bermögenssteuer erhalten hatte, dieserhalb sich aus das Finanz' amt begeben, wobei sich herausstellte, daß der zu zahlende Betrag bereits lange vorher ein-- gezahlt worden war. (Sine Eintragung über den veceinnahmlen Betrag im Einnahmebuch war zwar nicht vorhanden. wol)l aber eine Quittung mit der Unterschrift des Angeklagten und ohne Einnahmeka'.chnumnier. 3n einem weiteren Falle hatte Der Angeklagte von einem Gastwirt Bet', ege zur Abführung an die Kasse erhalten. Er stellte zwar zwei Quittungen über die erhaltenen Beträge aus, lieferte sie aber nicht ab, sondern verbrauchte das Geld für sich. Im ganzen sind ihm in elf Fäl 27, kleine Erbsen bis 20, Peluschken >is 20, Dillen 19 I, do. gelb 11,50 dir Rapskuchen 15 bis i 22,80, £ roden’ melosse 9,50. Sarder 17,75 bis 1MC ksengmcht 3n mel)iituiiin$ö des Lnndger'uW öS örtfoe Tchöb Steurrassistent« über ein halbes :jmM und wegen ikerschlaWg und Ingeflagte, der als nanzamt D»l" tote die Olmlage ■ toilwcise nichl zu ‘ gehörten, v-rm' , rt, sondem sm h® (c (Beile erhalte«» nicht oder nur zum ein, M-. te»l»H )dec quittierte SM er, um eine W* und 5orqänac W- Bücher md fällten lt Falle ergab Die i-i einem Zeugen diesem Falle die chob von der Fra -ft-.trage von der eine -ul Vermögt*? - aus MÄ ober eme - tfSx* clSc® t flüen- Er c Kasse xQitencn iihC^aklo« et MP au. 3» wf aeu «nlg 6u- 2lMab«n kL Sfä&s 5- r» «1"°'' «il'-d«' ® W erkannt 3 le -iiW KG DW und oirotoff standen im Lührerstande lJortfetzung folgt) ling nicht zu Itortn. Nur 5. Mai 1925 ab Dienstag bis zum an von von an P. 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Giehen. den 27. April 1925 Hinlter, Aechner 4319c Gröhere »eieieifc*- u. ParkSmerie- iabrik sucht aut einoelübrten VERTRETER für bro Bezirk (Biehen, «u« Angele in. kur». LevenSlauf u. Angabe rou Mererenicn Gnb emzulenden unt. B.U.UH9 an Hedolt Hone, Bremen. Marktstraße 22 4329a des „Stützers", dicht an der Rückenwand, um (9er» ^Stadialen IStenotypistin Eine Stunde lang ging es dahin über die glcidi mafoig starr» Eivlandschast. die von molrtten 1 an zenförrntgen Strahlen bet - .efen Sonne tnirdifliui inert war Schwalbe" lag letzt in gleicher 'höbe mu „Stätzer'. kanm 106 Meter entfernt. ..Meerestiefe 2500 Meter', meldete Sand«». ,£d) glaube, nur mutzen das Neuland, nne wir oer muten, mehr in Richtung flleeta suchen." Gerade drehten die ^higjeuge roteber nach Unt» ab, als „Schwalbe" anries, das, rechts vorn im (fifc ein aufsallende-r öfbllbe zu sehen sei. Rage! eich deckte nach einigem Suchen einen dunklen Okgen stand aus der blendenden Glitzerfläche. aus den ei sofort den „ötöfjer“ zulettken sich Aast sah « au. wie em menichUche» Bauwerk. ,a. bemi genauen chinichauen glaubte er sogar seinen Rauch aufsteigen zu sehen. Während (Beding den „Stützer“ nach unten lenhe, nahmen sie die 0Mä|er an die äugen. 9hm trat es deutlich hervor Ein Schis'.“ schrie Stratost, ..em un 6i|c sesi- gefrorene» Sdtzff'“ Tatsächlich war es ein Schiss mit völlig vereisten Masten, die man daher erst b*tm 91aherkonunen ei blickte. Nun sah man auch Menschen in der Nähe auf dem Eise, die etfng winkten Nagel teilte Sander!) nstt. datz er landen gedenke, utäbrenb die „Schnralbe" zur Sicherheit in geringer Hohe bleiben sollte beoot groti-, sei, bafi man ohne (Befahr nicdergehen könne. d« Schisse» ein grötzeres, leidlich glattes Schnoeseld des Schiffes ein gröberes, leidlich glcttees Schneeield als Landungsstelle aus. ?,ier gmq er nieder Hituor waren die Räder etngc-.oaat. und weich letzte Ma schine aus den so-oohl zu Wisser- rote au Srnr.c/iau düngen geeigneten Ihifcn aus, rutschte etwa 50 Meter im klirrenden Schnee und stand sicher und unoei lehrt. Wenige Minuten später setzte auch ./Schwalbe" zu Boden, als bereits zwei Männer in (FeHmoflci düng herangelaufen kamen. Nagel ging ihnen ent gegen. Der erste Mann mit kupferfarbenem Gejichi und wildem Bartwuchs hob die Aanb erst zum (Bruf-, an die Eisbärfestmütze tmd ffrerftc sie Ihm dann ent gegen. 7- . I hr abendK Gtaoiie Eröligowi mit einem Riesenprogramm wie hi Geien noch nie gesehen!! Konzert, Probe, Tie rech an RaubtlerfttCteranx tÄffllch HMlllNlM e ner lehr bebeutenben elngeftibtten .ztgarettensabrik sucht für Cbetbeffen einen bei Grosstiten und Lpe»lalnelchä>- ten ein geführten vertrau enSwürbchen Herrn als llnttMtt1 gegen hohe Provision und monatlichen 2vesen,ulchus,. Cifcrien unter F.V.Ou 2002 an Auboli Moste, tzrankfurt a-M. Straßburgers einzig in Europa existierender Riesen-Zirkus mit 2 lanefen Deutschlands schönstes und bestes I "nternehmen! Radikaler Räumungs~Äusverkauf ' M— ■■■ wegen Umbau Feuer am Nordpol. Technisch-palchschee Roman aus der (Begeneort Bon Karl-August von Laffert. 26. -aer^tzung tNachdruck verboten., Ss könnte sich also Der gleiche Fall wie bei meinem Rivalen Hook ergeben, der hie Behauptung ouiftclltc, bereits im Jahre 1008, also ein Jahr vor mir. den Pol entdeckt ’,u hoben. Es ist wohl noch allgemein bekannt, wie cs mir gelang, die vcr ricintiidK Entdechung Esoks als 3d>e»mbel ,ju enh larpen. obgleich ich gern zugeben will, dost mein Gegner vielleicht einer groben Selbsttäuschung zum Opper stet. illlo ^vlsicht. iaUs bie Deutsche» mit uhillichen Dehauptunacn kommen • ollten? 41a dnlle Möglichkeit ist noch zuzugeben, datz die j^tugzeitoe tatiüchlich über das Polarmeer hin den tjlug nach Alaska verjucht haben. Dann werde» rotr wohl nie wieder etwas von ihnen hören. Aus eigenen Erfahrungen weist ich, dost fast de» ganzen Sommer hindurch die heftigsten Winde aus 'Ri^v tung Rordumeelka Qegen den Pol wehen. Betr t die Strecke von Spisibergen nach Maska in Lt linie beretfr.» über XXX) Kilometer, also fast soviel ^n^lands non Nordamerika. |u wird diese ungeheure etretfe durch die entgegen- wehenden Stürme in der Praxis noch weit größer. Dazu kommt die Unmöglichkeit, vom .Zlugzeuge aus mit irgendwelcher Sicherheit da» Sap Barrow ober einen bewohnten Ort Alaskas anzuslcuern. Da. her ist mein zusammenfassendes Urteil über die mit groster Kühnheit, aber mit ebensoviel Leichtsinn wie Unverständnis unternommene deutsche Expedition. Sie sind verloren, unrettbar verloren, wie so viele ihrer Vorgänger, die der geheimnisvolle Drang ,.2llso in einer Stunde sind wir am Pol', sagte her 'JtuHe. .Immerhin auch ein gewtsier Höhepunkt Un menschlichen Leben, wie er wenigen bisher vergönnt war." „Wo ist die „Schtvalbe'?' rief Rogel in» Telephon. „Sie fol^t aus 500 Meter, liegt etwas tiefer als wir', tönte die Antwort vom Ingenieur der Hünen befindlichen '8eobad>tungdtahon. Nagel blickte auf die Reqistriertofel. „45 Grad unter Null bei einer Höhe von kaum 2000 Meter', lagt» er. „>u landen brauchen, es würde unser Ende sein.' „Wir werden wohl ständig mit starken Gegenwinden zu rechnen haben", meinte Gerling. „Eriksen in Spitzbergen erzählte mir, daß die Winde fast das ganze Jahr von Nlaska her nach dem Pol zu wehen." „Dann hätten wir besser die umgekehrte Tour gemacht'.saote Stratvff. „Wir konnten keine Zeit verlieren", erklärte Nagel. „Unsere Alugzeuge sind auch den stärksten Sturmen gewachsen." Die Fernsprechzentrale meldete „Seit einigen Minuten erreichen unsere Zeichen die Funkenstation in der Adventbai nicht mehr. Wahrscheinlich beträgt die Entfernung schon mehr als 600 Kilometer. Wir dagegen nehmen alle Funksprüche, selbst die von Nauen her, gut auf.* „Dann müssen wir bereits in der Nähe des Poles sein", sagte Nagel. „Ich werde sofort Messungen machen." Er visierte die mattglänzende Sonnenscheibe an, die in nicht zu groster Höhe über dem röllich schimmernden Horizont links hinter ihnen stand. Dann blickte er zur Uhr. „(Einen Strich mehr links', bedeutete er Ger fing. „Die Bezeichnung Ost und West muffen wir uns letzt abgewohnen. denn am Pol kehren sich die J>immrl9ridnunaen um. In etwa sinn Minuten sind wir dort. Dann gibt es auch fern "'korben und Süden mehr, weil in jeder Richtung Norden wnb Süden, aber auch Osten und Westen liegen Wir muffen die Fürstin auf den hiüorifchen Augenblick aufmerksam machen', sagte Stratcstf. Stratoff rief hinein ..In der nächsten Minute überfliegen wir den Pol, Fürstin. Leider besitzen wir keinen Ehampag' ner, um den Augenblick würdig zu feiern. Ich wünsche Ihnen aber trotzdem alles Gute wie zum neuen Jahre, da» ich hoffentlich mit Ihnen u- |amen erleben werde Liegt hier wirklich td>cui der Nordpol*" »tagte Linda zurück. ,Hch sehe nichts als Schnee- und Eis- selber mit wogenden Nebeln. Ich hätte mir diesen Punkt bedeutend interessanter vorgestellt." „Das ist häustg so im Leben. Erreicht man ein lang begehrtes Ziel, so sieht man erst, wie wenig erftredenswert e» war Also ist es beöer. seine Ideale nie zu verwirklichen.' „Es freut mich, diese Selbstbescheidenheit von Ihnen zu hören", rief Linda lachend zurück ,Lch werde gern dos meinige dazu tun, dost Sie das von Ihnen gewünschte Ziel sobald nicht erreichen." Nagel bat, mit Sonders sprechen zu dürfen. „Ich möchte wissen, welche liefe da» Meer hter hat", sagte er. „Sind Sie imstande, sestzuftollen, wo der feste Boden beginnt?" „Ich machte bereit» feit unserer Abfahrt von Spitzbergen von Zeit zu Zest Messungen mit der Nute", antwortete jener. „Die größte Meerestiefe sand ich vor etwa einer Stunde mit 4000 Meter. Seitdem steigt der Meeresgrund allmählich an und ist augenblicklich noch croa 1800 Meter von der Oberfläche entfernt. Sobald ich irgend etwas Wichtiges beobachte, erhalten Sie sofort Bescheid. „Ich mochte jetzt von der geraden Route abweichen und eine Zeitlang den 110. Längengrad in Richtung Kap Tscheljuskin verfolgen. Bitte, teilen Sie mir mit, ob die Tiefe des Meeres dorthin ab» oder zunimmt." Auf die gleichlautenden Woifui'.aen drehten die Flugzeuge scharf nach rechts ab, so daß sie die Sonne jetzt fast im Rücken hatten. Alleinvertretung u. Niederlage: ROBERT SCHÖNAU Saltersweg 91 4W7a Telephon 1260 Bekanntmachung Aus die in den AuShängekasten ver» öTentlichteBekanntinachrmg betreffenl1 den 2chfchluh oon ®runöTuden ar. die städtische Kanalisation wird hiermit hingewiesen. Meßen, den 20. April 1923. Dec Oberbürgermeister. 3. D-: vr. Seid, 4313B sind die Preise ermäßigt Ein Griff genügt und Du bist reich B Kauf Dir ein Frankfurter Pferdelos sogleich! 1 Los nur 1 Mk., 11 Lose zu 10 Mk. 43ooss Lose in allen Lotterie- und Zigarrengeschäflen erhältlich. 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Besondere Bemerkungen werden nicht berücksichtigt. Treis a. d. Lda., den 23. April 1925. Hessische Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. hingewiesen. Giehen, den 20. April 1925. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Seib. = 6,44 Fstm. --- 21,69 . — 9,60 , -- 8,33 N Habe ab 1. April durch Tausch die Praxis meines Vetters Dr. W. Goetz in Aliendorf übernommen. Habe ab 1. April die Praxis meines OnkelsDr.C. Wagner und die meines Vetters Dr. H. Augst in Homberg übernommen. Holzsnbmission Mittwoch, den 29. April 1925, nachmittags 4 Llhr, kommen aus den Wal- düngen der Gemeinde Treis a. d. Lda. folgende tzolzsortimente zum Verkauf. a) Eichen-Stämme: Für Wiederverkäu- ser. la Java-Kapok Sitz- u. Lebnsedern billigst sofort ab hier lieferbar. Franz Rrücl* Scbiffenb. Weg 51 I Televb. 906. 02943 Wanderer Fahrräder F. Schilling fließen, Frankfurter Strage 23. 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Auskunft erteilt nach vorheriger Benachrichtigung der Gemeindeförster Diehl, Gedern. Gedern, den 24. April 1925. 4391D Hess. Bürgermeisterei Müller. .Meine Frau war üv« JSfcÄ 50 Jahre mit einer B behaftet. Kein 8 gesundes Fleckchen hatte sie auf S dem Leibe. Durch Zucker'» Patent. ^Medizinal.Seife wurden die Flechten in 3 Wochen beseitigt. Diese Seife ist Tausende wett. E. SB." Dazu Zuckooh. Creme (nicht fettend und fetthaltig). In allen Apotheken, Drogetten und Parfümerien erhältlich. CIL WWW/////////////;/w///////z//i Reichhaltige Auswahl in Bettdamaste unter Ladenpreis bei 1S463 L. TEITLEE ■ Hendels-Sehnle “ Kunzeimann Gießen *'-7ca Bleichstratze ö u. Babnbofstrabe60 Televbon 82t n ps. Wanderer Getriebe-Motorrad mit elektr. AuSr. fabrikneu cingetr. F. Schilling, (tzicsren «nD Frankfurter Str. 23 FteMppmte bewährte Fabrikate in größter Auswahl Papiere, Platten, Roll'U.Packfilms stets frisch am Lager 3596D iMohans Karn, ä Sonder™Angebot ALTER 5 NOBEL und Kunstgewerbehaus G. m. b. H. 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Und LerfüM Streife des Srtra, (teuer* jur ntun deden größere 6 Staat eim trags für i und wenn andererfcils gemeinten e erhoben Hal Die Sommu Betrag bereitfteto 1924 tun] 'Mein fü find, fiien durchfchnit hypothekai waren die den Stabil Sie ql hessische De Sonders besitz gilt auch bis je! deshalb nick Son Wir I foilon ist bei de« stofsptt"E' nach Zjaatsvorc jen aus j für die E Marl nid gleich 101 gliche, Aigemein d Mientwerti '4 als Ste ^entbehren 1925 W nere W flen < mit bi^ flehen,"“1 für den - bekanntlich ins 10 Lgl-ich ° als auch Deutschnati Wider,pruü ’Ntsrat I Hchrszinsste miete alle •loben wer. Nr. 97 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten) Montag, 27. April 1025 Steuergesetzgebung und Wohnungsfrage. Bon yUflierungsrat Dr. 9ti n bf u 6 , dnebbctg. Wir fleben bereu» mitten im ÜLprd, bte Sau- fmfon fj-n begonnen, ein rciuabkr Wohnungsbau tfi bei Dem «umb un|eres (ßelbmartlcs, den Sau. ftaffprcijen und der allgemeinen wirifchaftluhen Lage nach wie oor unmöglich, ober noch immer fehlen hie gesetzlichen Grundlagen für die Gewährung von öffentlichen 'Saudarlehen, noch immer hat die Reichsregierung fein Bauprogramm für 1 9 2 5 oorgelegl Wohl find Städte und auch kleinere Gemein wole u in die Bresche gesprungen und haben Sapiialien ausgenommen, um sie mit verbilligtem Zinsfuß als Baugeld weiterzugeben, inwieweit aber die Zinsausfälle und die Kapitalien selbst durch eine besondere Steuer für den Wohnungsbau gedeckt werden sollen, ist noch heute ungewiß. 3m vergangenen Jahre waren bekanntlich nad) der 3. Steuernoloerordnung mindestens 10 o. f). der auf dem . Geldentwertung^- ausglcich bei bebautem Grundbesitz" beruhenden Steuer, der preußischen „Mietzinssteuer ' und der hessischen ..oonberfteuer vom bebauten Grundbesitz" für den Wohnungsbau zu verwenden. Wie aus der Denkschrift ,um Entwurf des hessischen Staatsvoranschlags für 1925 hervorgeht, hat Hes - sen aus dem für 1921 veranschlagten 'Aufkommen für die Sondergebäudesteuer von LOS Millionen Mark nicht nur die zuerst vorgesehenen !>' o. <). gleich 1080 000 Mk. sondern weitere 700 000 Mk. für diesen Zweck, zusammen also 1 780000 Mk., zur Verfügung gestellt. Auch die G e in e i n b c n und Kreise waren gehalten, mindestens 10 v. f). des Ertrags der von ihnen erhobenen „Sonder- fteucr" für den Wohnungsbau zu verwenden. Wenn man bebenh. daß manche Kommune, insbesondere größere Städte, bei gleichem Steuersatz wie der Staat, einen höheren Hundertsatz des Steuerer- trags für den Wohnungsbau ausfcheiden konnten und wenn man den Kreissteueranteil hin,zurechnet, andererseits berücksichtigt, daß eine Reihe von Landgemeinden eine» geringeren Steuersatz ab der Staat erhoben haben, so kann man wohl an nehmen, daß die Kommunen insgesamt etwa den gleichen Betrag wie der Staat für den Wohnungsbau bereiiftelicn konnten. |o daß in Hetzen im Jahre 192-4 rund 1 jMillionen Mark ans öffentlichen Mitteln für den Wohnungsbau verwendet worden find. Hiervon wurden etwa 1700 Wohnungen mit durchschnittlich ,e 2000 Mk. zu geringem Zinsfuß hypothekarisch belieben; in den Landgemeinden waren die Darlehen im allgemeinen niedriger, in den Stödten höher. Die auf der 3. Steuernotverordnung beruhende hessische Verordnung über die Erhebung einer Sonder st euer o o in bebauten Grundbesitz gilt nur für das Rechnungsjahr 1924 und ist auch bis jetzt noch nicht erneuert Dies wohl deshalb nicht, weil die 3. «teucmotDcrorbnung dem rwchft durch die zu erwartenden Aufwertungs- und Mnanzausgleichsgesetze aufgehoben werden wird. Was die Aufwertung anlangt, so dürste der Reichstag in grundsätzlicher Beziehung an den ihm hierzu von der Reichsregierung oorgelegten Entwürfen nichts Wesentliches ändern, so daß man etwa voraussehen kann, wie in dieser Richtung der Finanzausgleich beim bebauten Grundbesitz beeinfluß! werden wird. Wie sich dagegen der Jinan z- n u sgleich zwischen Reich und Ländern selbst gestalten wird, ist heute noch schwer vorauszusehen, da 'm dieser Richtung die Meinungen der Reichs- legienmg und der Landerregierungen noch zu weit auseinandergehen. Die Frage aber, inwieweit die Steuer aus dem Geldentwertungsausgleich beim bebauten Grundbesitz für den Wohnungsbau verfügbar fein wird, hängt eben sehr eng mit diesem Finanz- ausgleick) zusammen. Rach dem Vorschlag des Reichssinanzministers sollten bekannllich den Ländern mit Beginn des Steuerjahrs 1925 20 Proz. weniger vom Ertrag der Einkommensteuer überwiesen werden. Um den Ausfall zu decken, sollten die Länder unter anderem den Ertrag der Steuer aus dem Geldentwertungsausgleich vom bebauten Grundbesitz in höherem Umfange als seither für den allgemeinen Finanzbedarf heranziehen. Und um dies zu ermöglichen, wollte der Reichsfinanzminister reichsgesetzlich festgelegt wis- sen, daß nicht mehr als 10 Proz. der Friedens- miete aus dem Ertrag der genannten Steuer für den Wohnungsbau herangezogen werden dürften. Dieser Borichlag ist allerdings sowohl im Reichsrat als auch bei den Parteien des Reichstags von Deutschnationalen bis Sozialdemokraten allgemeinem Widerspruch begegnet. Der vorläufige Reichswirt- ld)aftsrat Hal sich dahin ausgesprochen, daß eine Hauszinssteuer in Höhe von 20 Proz. der Friedens- Miete allein für den Wohnungsbau erhoben werden soll. Der Wohnungsausichuß des Reichstags und die Handelskammern haocn einen ähnlichen Standpunkt eingenommen. Dabei geht man allgemein davon ckus, daß die Heranziehung des Geldentwcrtungsausgleichs bei bebautem Grundbesitz als Steuerguelle nach Hatje der Dinge nicht zu entbehren, daß aber die Form der Hauszins- jicuer als unsoziale und ungerechte Kopfsteuer unter allen Umständen zu verwerfen sei. Bis zu 20 Proz. der ^riebenerntete für den Wohnungsbau allein erhoben, hält man sie hier wohl für untragbar, aber für den allgemeinen Fmanzbedars und in größerem Umfang wird diese Art der «teuerer- Hebung in Theorie unb Praxis nut Recht Taft einstimmig verworfen. Den ersten praktischen Borschlaa, den Geldentwertungsausgleich _beim bebauten Grundbesitz durch eine gerechtere «teuerart, nämlich eine „Steuer vom reinen Bodenwert" zu ersetzen, macht Oberrcgterungsral Hoppe, der Referent sur Wohnungswesen im sächsischen Wohlfahrtsministerium, im zweiten Märzhesi der Zeitschrift für Kommunalwirtschaft. Wir werden bei anderer Gelegenheit auf diese bemerkenswerte Arbeit zurückkomnten. WolchenEinfluß wird nun die Entwicklung der behandelten Steu e r f r a- fl< o auf unsere Wohnungswirtschaft haben? Die Miete betrug ui Hessen bekanntlich bis zum Marz 45 Proz. der Frieden.miete. Was an Son. derfteuer vom bebauten Grundbesitz an otoai. Hreis unb Gemeind« zu zahlen war. belief sich m-^esamt auf etwa 25 Proz. der ^riebensmieie (teilweise etwas weniger>, so daß der Mieter mit cttui 70 Proz. der 9riebensmieie beichtet wai. Jur April hat man die Sonüersteuer in die Miete emgcrech. net und diese insgesamt auf 80 Proz. festgesetzt. Der Zuschlag von 10 Proz war habet für c ne Zprozcntige Verzinsung des auf 20 Proz. aufzu- wertenden Gesamtkapnols (Eigenkapital unb Hgou- cheken> berechnet. Wenn «edoch die im Entwun bc? Aufwerwngsgesetzes vorgesehene Aufwertung auf 2o Proz. und kne 4prozenNge Verzinsung vom 1. April d Js. ab Gesetz wird, werden rund 20 Proz. der Friedensmiele hierfür erforderlich sein, io daß auch ohne Erhöhung der oonberfteuer die Miete auf 90 Proz. fest,zusetzen fein wird. Die Gesamtsumme von 31 Millionen Mark, die im vergangenen Iah: in Hetzen aus dem Ertrag der Sondersteuer von Staat und Kommunen für den Wohnungsbau zur Per- fügung gestellt worden ist, beträgt etwa 2—3 Proz. der Friedensmiete. Der Rest von 22—23 Proz. wurde für den allgemeinen Finanzbedarf ver- wendet. Hieraus ist ersichtlich, w>e sich die oben er- wähnten Vorschläge für den Wohnungsbau aus. wirken. Wenn die Reichsregierung mit ihrer Absicht durchdringt, die Wohnbausteuer reichsgesetzlich nach oben aus höchstens 10 Proz. der Friedens- miete zu beschränken, so würde in Hessen jährlich höchstens der 4sache Betrag wie im vergangenen Jahr, also etwa 14 Millionen, aus Steuermitteln für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen, werden aen die Vorschläge des oorläufigen Reichswirt- »rats und des Wohnungsausschusfes des Reichstags zum Gesetz erhoben, 20 Proz. der Frie- öcnsmicte zu erheben, dann würde es sich um den «fachen Betrag, also um etwa 28 Millionen Mark handeln. Womit wird nun für das laufende «teuer- und Baujahr 1925 zu rechnen sein? Da über die grundlegenden Steuerfragen noch keine Einigung erzielt ist, soll dec Finanzausgleich zwischen Reich unb Ländern, der bekanntlich am 31. März 1925 abgelaufen ist, um ein halbes Jahr verlängert werden. Der Entwurf des hessischen Staatsvoranschlags für 1925 Hai zunächst die gleiche Summe für den Wohnungsbau vorgesehen, wie im vergangenen Jahr. 3n der dem Voranschlag bcigegebenen Denkschrift heißt es: „Möglicherweise werden sich aus den Mehreinnahmen, die durch die voraussichtliche Erhöhung der Mieten einschließlich der Sonderyebäudc-(Miet)- steuer in der Richtung auf den Fnedensstand für öffentliche Zwecke zu erwarten sind, größere Mittel auch für die Förderung des Wohmingsbaiis gewinnen taffen." Daß ein grundsätzlicher Umbau der Mietzins- odcr «onberfteuer, etwa im Sinne des oben erwähnten Hoppefchen Vorschlags, noch im Laufe des «teuerjahres 1925 erfolgen wird, ist kaum anzu- nehmen, ebensowenig, daß das Land Hessen und die Kommunen mit einem geringeren Anteil aus der Sondersteuer als im vergangenen Jahr für allgemeine Ausgaben auskommen würden. Wenn der Aufwcrtungsentwurf zum Gesetz erfolgen wird, wird also, wie wir oben nachgewiesen haben, eine mindestens OOprozentige Miete nötig sein, um den derzeitigen Zustand aufrecht zu erhalten. Soll also für den Wohnungsbau mehr- erübrigt werden als im vergangenen Jahr, dann wären die Mieten alsbald über 90 Proz. der Friedensmiete zu er höhen. Rach dem seitherigen Tempo der Mieterhöhungen durfte dies mangels einer reichsgesetzlichen Regelung oor dem 1. Oktober nicht zu erwarten sein. Wenn vorn 1. Oktober an die volle Friedcnsmietc cingesührt und die 10 Proz. über 90 Proz. allein denWohnungsbau zugeführt würden, dann stünden für die zweite Hälfte des Steucrjahrcs 2 plus 10 gleich 12 Proz. der Friedensmiete, nach obigen Berechnungen also etwa der 6fachc. für das ganze Sleuerjahr 1925 olfa der dreifache Betrog wie im vorigen Jahre zur Verfügung. Die vorhergehenden Ausführungen hatten den Zweck, unter besonderer Berücksichtigung Hessens, über den derzeitigen Stand der Dinge zu unterrichten. Wie ich grundsätzlich zu den angeschnittenen Fragen stehe, habe ich an Hand statistischer Unterlagen aus der Bevölkerungsbewegung und dem Wohnungswesen eingehend in meinem Aussatz „hie Wohnungsfrage" im 1. Morgcnblatt der Frankfurter Zeitung vorn 31. Januar und 1. Februar aus cinandcrgefetzf). Hier sollen nur folgende Grund- tatsachen wiederholt werdender einwandfrei feftgc- slellte dringende Rotbedarf in Deutschland von einer Million Wohnungen tann nur durch Neubauten gedeckt werden. Hierzu werden — neben Deckung des hinzutretendcn Bedarfs — etwa 5 Jahre erforderlich fein, denn aus finon- zicllen, währungs- und bauwirtfchaftlichen Gründen (Baustoffen, Bauhandwerker!) wird es kaum wüg- Irch fein, die jährliche Wvhnungsproduktion der 'Vor kriegszen, die im verkleinerten Deutschland etwa 200 000 -betrug, wesentlich zu überschreiten. Aber auch in diesem Rahmen wird sich die Finanzierung im freien Spiel der Strafte allein nicht ermöglichen lassen, da — nach den volkswirtschaftlichen Erfahrungen der Vorkriegszeit über die Ka- pitalbewcgung — bei der jetzigen «apitalarmut auf allen 'Wirtschaftgebicten bei völlig freiem Kräfte- spiel der Wohnungswirtschaft mit ihrer geringen Rente und «icherheit nicht dos erforderliche Kapital zufließen würde. Dies wäre selbst dann nicht der Fall, wenn man die Verzinsung des investier- ton Kapitals durch Zinszuschüsse aus dem Ertrag *) Interessenten stehen Sonderabdrucke gerne zur Verfügung. Wer sich noch ei ng ehelich er unterrichten will, dem sei die ausgezeichnete «chrift von Hoppe: „Die Finanzierung des Wohnungsbaus und die Wohnungswirtschost der Zukunft", L Aust, Earl Heymann Verlag. Berlin 1924, empfohlen.________ der IXietzivsjteuer oder — bei Meldung n glichen staatlichen Eingriffs — mit den drei- bte vierfachen Mietzins der 'torkneg-zttt ermöglichen konnte. Mieten ron solcher Höhe, mebelontw-re aber bte Löhne und Gehälter, bte sie ermöglichen wurden, lonnnen von unfern Wirtschaft, wenn fie auf dein Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben und keine neue Inflation erleben will, nicht getragen werden Auch bei Aufnahmen von Auslandkapital wurden. trotz niedrigerem Zinsfuß als im Inland, die für bte Verzinsung notwendigen Mitten noch z i, hart) sein. Unabhängig davon kommt aber auch Aus- lanbtapital für den Wohnungsbau deshalb nicht in Frage, weit die Reichsregternng im Jntereße unterer Zahlungsbilanz aus wohlerwogenen Gründen Auslandeanleihen nur für — im engsten Sinne des Wortes — werbende Anlagen genehmigt. Unbefchadct allmähliger Lockerungen kann bic Woh- nungsnotgefetzgebung ohne schwere loziale Erschütte ringen nicht eher vollstanbig beteiligt werben, als bis nach Errichtung des dringenden Rotbedarfs Angebot und Nachfrage sich wieder einigermaßen tue Wage halten In dem oben erwähnten Auuatz hatte ich nachgewiesen. daß eine Mietzinssteuer von 3U Proz der Friedensmiete etwa ein Kapital non 1500 000 000 Mk. für den Wohnungsbau ergeben wurde, womit rund 200000 Wohnungen mit je 7500 Mk. beliehen werden könnten. Bei «twr 20» pro zenttgcn Steuer wäre eine Beleihung o.rselben Zahl mit durchschnittlich je 5000 Mk. möglich. Rechnet man je Wohnung durchschnittlich 10 OOO Mk. ■ ib. in. in . auf b.-iu : Ü1 nifler), so könnten die Neubauten nur in der nilben Höhe mit Staatsdarlehu belieben werden, während der gleiche Betrag auf dem freien Kapitalmarkt auf- gebracht werde mußten. Einmal dürfte dies Kapital kaum zu beschaffen sein, aber auch hie Zmsenlast dürfte bann für eine Kleinwohnung bei 10—12 Proz. Zinsen von 5000 Mk. und 2 Proz. Zinsen für das Staatsdarlehn (neben der Tilgung) immer noch zu hoch sein. Es kann sich hier nur uni >che- lnatische Durchschnittsb e re chnungen Han- dein, in ländlichen Verhältnissen liegen bte Dinge viel günstiger. Es tain mir nur daraus an, zu zeigen, daß eine Mietzinssteuer uon 20 Proz. ocr Friedensmiete jedenfalls noch nicht a u s r e i ch l. um den fünften Teil des dringenden Notb'oarfs an Wohnungen, nämlich die Vorkriegserzeugung uon. 20'> 000Wohiningen jährlich, ausreichend zubeleihen. Auf eine Wohnungsproduktton in diesem Mindest- umfang müssen aber meines Erachtens alle Instanzen unbedingt hinarbeiten. Das Ziel des deutschen Wohnung rdaupiv- gramrns, das im Laufe dieses Jahres von Rcichs- rcgicrung unb Reichstag erwartet werben muß, muß sein: Deckung bes Notbebarfs an Wohnungen innerhalb 5 Jahren, während dieser Zeit allmählige Angleichung der M i e - ten in '2111 - unb NeuWohnungen, Angleichung ber Löhne und Gehälter nn diese Mieten und allmählicher Abbau ber W o h - nungsnotg.csetzgebung. Ein schnelleres Vorgehen ist nach vorstehenden Ausfühcungeii, zuni mindesten unter der Herrschaft des Vertrages von Versailles und des Londoner 'Abkommens, für die deutsche Wirtschaft untragbar unb deshalb leider nicht möglich. Auf der anderen Seite wird es aber auch unter allen nur denkbaren Gesichtspunkten nicht tragbar fein, die Wohnungswirtschost unter einer A us n a h m e g e s e tz g e b u n g länger aus dem normalen Wirtschaftsleben auszuschalten. Der Völker Vergehen und Werden. Don Studienrat Dr. D r ü g g c m a n n, Hannover. Es ist eine sehr ernste Schrift, die Prof. Thomsen von der Universität Munster _ unter diesem Titel hcrauSgehen läßt- tDoigtläiibers Verlag) als eine Mahnung nn alle Politiker. Gesetzgeber, Volkswirte in zwölfter Stunde. Hier werden die Folgen des in der Presse so oft erörterten Geburtenrückganges mit rücksichtsloser OftenheU tlargclegl. Thomsen führt uns zuerst in das Altertum und zeigt uns, wie fast alle uns aus dem Altertum bekannten Kulturvölker, vor allem die Griechen und Römer, verschwanden durch Geburtenrückgang nnd Vermischung der Dollsreste mit fremden Einwanderern. Das römische Vlut ging in dem Dölkergemisch.das in Rom zusammenströmke, restlos unter, da es selbst keine Nachkommenschaft mehr erzeugte. Unb in das aus gleichem Grunde entvölkerte Griechenland wanderten im Mittelalter Slawen ein. Für wen — so fragt Thomsen — schafften mm die Alten ihre gewaltigen Kulturwerke? Sic selbst starben weg. ^Barbaren" traten das Erbe an. Aehnliche Fragen kann man heute in politischer Hursicht stellen, für wen wurde mit Strömen von Vlut die französische Vormacht geschaffen? Für wen errangen die Bankees die Führung in ber Welt? Veibe Völker find im raschen Aus- fterben begriffen. 3n Frankreich nriiffcn schon jährlich 200 000 sremdsiämmige Arbeiter ein» wo abern. um die Wirtschaft aufrechtzuerhalten, unb trotzdem sind schon weite Landstrecken unbebaut. Die Geburtenraie der Vankees (9kach- Eomin^n der Alteinwanderer Nordamerikas) ist so schlecht, daß man in 45 Häusern einer reichen Reuyorker Straße mir 17 Kinder gezählt hat Deutschland hat keinen Grund, über diesen Untergang feiner vormaligen Feinde zu triumphieren. Cs ist an dem Geburiensturz Europas in vorderster Lutte beteiligt. Wie man Griechen- (anb im Mittelalter wegen ber cintoanbernbeir Slawen „Slavia" nannte, so wird man vielleicht einmal Deutschlanb „Pokonia" nennen. Alle Völker Europas sind nach Thomsens Ausstihrungen beni Ausst erben verfallen, bas Erbe wird nach den Slawen bcrelnft ben Chinesen zufallen, hierin biologisches Elitevvlk — noch nichts non Geburtenrückgang wissen. 3n zwölfter ctunbe, Politiker. Gesetzgeber und Volkswirte, tritt hier die Mahnung an euch heran Treibt Dcvölke- MetzM her sm Gieses 1925 Das Vereinsverzeichnis liegt vom Samstag, 25. April an, drei Tage lang zu jedermanns Einsichtnahme offen. Wir bitten dringend um Nachprüfung auf Nichtigkeit und Vollständigkeit der Einträge und um Einzeichnung etwa en forderlicher Aenderungen und Ergänzungen SMöslssM ÖE6 MkbMmliM Schulstrafte 7 —j«”------- . — - — ij. v1 1 rungSPolitik' Aach welchem Gesichtspunkte soll sich eine solch- ridxtcn? Um den Bestand cineS Volkes zu erhalten, bedarf es eines Durchschnitts von 3,6 Kindern in ber Ehe. Aber neben ber absolut, n Zahl ist bte Verteilung wichtig Eine an Zahl geringe Volksschicht, die lindene.ch ist und mit ihren Aachkomnien kinderreich bleibt, vermag allein das Volk zu erhallen, zu vermehren, ja rin aussterbendes wieder neu auszubauen. während ber kinderarme Teil artest irbt. Daher gilt es. ben kind i rerchen Teil eines gefährdeten Volkes forgfälrig zu schützen und bevorzugen. Die Richtigkeit dieser These ist den europäischen Kulturvöllern weittzin bekannt. 3n vielen Ländern strebt die Gesetzgebung bictem Ziele nach. Deutschlanb ilt auf diesem Gebiet noch verhältnismäßig rüdftänbig mit einer Steuerbegünstigung ist bic Sache natürlich nicht abgetan. Besondere Beachtung verdient noch das überwiegend schnelle AuSsteiben der VüdungS- fchichi. bas die „Entebelung" cineS Volkes nad) sich zieht. Das Beispiel des alten Rom, das Thomsen anführt, konnte man getrost durch Hinweise auf bic Gegenwart ergänzen. Hieraus ergibt sich die Forderung einer starken Schonung der kinderreichen Familien in den gebilbeten Kreisen. Thomsen geht nun bi leinen positiven Vorschlägen noch weiter Er will innerhalb itn- seres Volles „Vvlkeririmc" gebilbri wissen (Diaspora-)Gemrinden von kinberrrichen Fg- milicn, bic durch gegenseitige Hrirat unb Festhalten am Kinberreichtum nach obigem Prinzip ein neues schnell anwachsacktes Volk im Volle bilden sollen. ioährc:ü> bi<- finberarmen Schichten - körperlich ober sittlich nicht vollwertig — aussterben. Der Gedanke erscheint rinfttoälar utopisch, leine Ausführung wäre vielleicht nid>t allzu schwierig, wenn cj. gelänge, bic Einsicht in diese Dinge zum Volksgut zv machen unb dem Gedanken bic Kraft eine» starken nationalen Zbeals zu verleihen. „Maßnahmen" fuhren hier zu teinem Ziel 3n diesem Zuswnenhang sei auf einen Aufsatz des Arztes Dr. Rudolf Spiegelberg (im Vunbesblalt des Rrichsbunbes der Kinderreichen. Februar) hingewiesen, der - unabhängig von Thomson - einen ähnlichen Gedanken vertritt. 3n unserer an Opfermut und Lebensmut bitter armen Zeit pstanzt er das Zdeal ber kinberrrichen Familie auf. Kinber- rcid)lum ist nach ihm kein Nachteil, sondern rin Segen, Kinderreichtum eine frohe Hoffnung auf die Zukunft, Kinderreichtum kein Giftbecher der Rot und Entbehrung, sondern rin Bocher voller Freuden für den. ber den Mut hat, ihn zu füllen und zu leeren Turnen, Sport und Spiel, hechten im Turngau Hessen ", „Die Volksz Hochschule auf dem Lande", „Landkultur". Ult. 34 DeM oe Detr.: D QIn die *1 Set:.: 5 So di um Me Wf W c Jahahos P Kllershem Aus dc unfere Del Wendung. Gieh Der . tag, den • fammeniui fanntmachl Gieß Betr.: ©' Er Otto 1 Lda. aus s geben biei etwaige ® bei der D Gies Detr/ ( i An dl Es 6( zum I. Ai alle Aendi sall derKi unser Aue der letzten umgehend« Ferne 5. Aoveml Gies Tetr.: 1. 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