ar. f? LNlrr (Md)tinl täglich, außer Sowtu und Feierlags. Beilagen: GlehenerFamiIienblLtler Heimat im Bild, monois-bejrxsprds: 2 Voldmark u. 2o Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r c ch-AnschlÜsse: Lchrifileitung 112, Verlag undVeschästsstelleSl. Anschrift für vrahinach- richten Anzeiaerchtetze». poßschecklonto: KronlsuN a. M. 11686. Matt 1Z5. Zayrgang Zrettag, 27.5ebruar (925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick vnd Verlag . vrühl sche UniverfitütS'vuch. und Steinörnderei R. Lanze in Gießen. 5chnftleitung und Geschaftrstelle: Schulftrahe Z. Lnnadme Anzeige, für die läge»ramm« bi» zum ‘Jladiminag vorher ohne jcdeVerblndUchkeit Preis für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette ortlid)8. au»wärts 10 Goldpsennlg; für Ne. Klame-Anzetgen v 70 nm Breite 35 Goldpsennlg, Plutzvorschrist20* .Ausschlag. - Verantwortlich sur Politik u. Feuilleton: Or.Friedr. W,lh Longe; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem; für den Anzeigenteil: tzane'vech sämtlich in Dießen. Tfchekaprozeh und Entente. Der Weltbolschewismus und die deutsche Abrüstung. Der Leipziger Tschekaprozeß .schwebt", und zwar schwel" er nicht bloß im Sinne des gewöhnlichen Sprachgebrauches, sondern, wie uns scheint, auch noch i.i einem anderen Sinne: nämlich in der Lust. Don allem Anfang an hatte es die Kohorte der in allen Künsten prozessualisch möglicher und zulässiger Chikanen wohl ^versierten Verteidiger daraus angelegt, die Prozeßfüh- rung - u sabotieren, und neuerdings sind einige von ihnen zu dem Versuch übergegangen, die Verhandlungen durch Aufführung tumultua- rischer Szenen au fptenaen, genau nach dem Muster, nach dem ihre kommunistischen Gesinnungsgenossen in den Parlamenten die Verhandlungen zu sprengen suchen. Der Vorsitzende. Herr venatSprästdent Riedner, hat diese Attacke zunächst abgeschlagen, indem er den Hauptradaumacher. den kommunistischen Rechtsanwalt Dr. Öamltr, durch die Polizei aus dem Saal entfernen lieh. Aber die Sabotage ging weiter, denn mit dem hinauSgeworsenen Samter haben sich eine Anzahl anderer Verteidiger entfernt, um beim Reichsjustizminister in Berlin gegen Herrn Riedner Sturm zu laufen, und inzwischen weigerten sich die kommunistischen Klienten dieser kommunistischen Spielart von Anwälten deS Rechtes, dem Präsidenten aus seine Fragen zu antworten, ein Verhalten, da- natürlich du.ch- aus geeignet ist. den Tscheka-Prozeß recht lange in der Schwebe zu halten. Dieses geräuschlose Verfahren dürste jedoch den Angellagten, die. wie ihre Mord- und Brandexpeditionen durch ganz Deutschland zeigten. ein Bedürfnis nach stärkeren Sensationen haben, bald langweilig werden: wenn sie eines TageS einen regelrechten Amoklaus machen und im Sitzungssaal alles kurz und klein schlagen, so soll unS daS nicht wundem. Diner der Angeklagten hat schon einmal in Bochum einen Staatsanwalt im Sitzungssaal attafiert, und in Leipzig erklärte er. dah er für die Unterlassung ähnlicher Attacken keine Garantie übernehmen könne. Ob also der Leipziger Tschekaprozeß - nachdem die Anwälte vorläufig gegen den Vorsitzenden unterlagen und reumütig zurückgekehrt sind — einmal zu Ende geiührt werden wird, müssen wir abwarten. Einstweilen schwebt er, tote gesagt, und in ein schwebendes Verfahren soll man bekanntlich nach alter guter Gepflogenheit nicht eingreifen. Als vor Jahr und Tag die jetzt in Leipzig Angeklagten dingfest' gemacht wurden, und als berichtet wurde, dah wir eS in ihnen mit einer Bande zu tun hätten, die mit Unterstützung der Moskauer Bolschewistenzentrale und unter Oberleitung deS deutschen kommunistischen Haupt» quartiert mit Mord und Brand, mit Dolch und Gift der Diktatur des Proletariats den Weg zu bereiten suche, da schüttelten wohl die meisten Leser ungläubig den Kopf und glaubten, dah man es hier mit der Ausgeburt einer überhitzten Reporterphantasie zu tun habe. Aber was wir bisher in Leipzig gehört haben, bestätigt alles, was damals berichtet wurde, und da wir trotz allem, was wir bisher in der jungen Rupublik erleben muhten, das Gruseln noch immer nicht verlernt haben, so stehen wir mit tiefstem Entsetzen vor dem Abgrund, der sich da vor uns auftut. Der Leipziger Prozeh zeigt uns, wie weit rt mit uns bereits gekommen ist, und was uns von der kommunistischen Kamorra droht, wenn es uns nicht gelingt, ihrer Herr zu werden. Aber nicht bloh uns Deutschen, sondem auch der übrigen Kulturwelt muh der Leipziger Tschekaprozeß die bolschewistische Gefahr in ihrer ganzen Furchtbarkeit enthüllen, und eben darum macht man im bolschewistischen Hauptquartier zu Mos'au und in der Berliner Filiale Moskaus krampfhafte Anstrengungen, um den Leipziger Prozeß und seinen Leiter z u diskreditieren a ls Polizei» und Epitzelmache. Die Berliner „RoteFahn e“, das Hauptor an unserer Kommunisten, nennt den Prozehleiter Riedner den ..Zuchthaus-Ried- ner", bezeichnet ihn als einen Büttel der'Bourgeoisie. der von ihr ausgehalten werde, damit er unschuldige Kommunisten ins Zuchthaus stecke, Ite darf das ohne dah ihr dafür auch nur ein Härchen gekrümmt wird. Das Moskauer Hauptorgan der Bolschewisten, die .Jswest ja", schreibt, der Leipziger Prozeß sei ein typischer Rea k- tions Prozeß, der an die politischen Prozesse der Zarenzeit erinnere. Der ganze Prozeß sei aus den Aussagen von Lockspitzeln und Geisteskranken aufgebaut. Es handle sich um einen Racheakt der erschreckten Dourgeoi- 1 i c und der in der Darmataffäre blohgcstellten Tozialdemokratie. Und so ähnlich, mir noch viel frecher, klingt es aus den Spalten der anderen russischen Dolschewistenblätter. Die 'Bolschewistenhäuptlinge in Moskau und Berlin haben, wie man steht, sehr wohl erkannt, Das der Leipziger Prozeh für sie und den Bol- Ichewismus bedeutet: den Blitzstrahl, der die zanze grausige Tiefe des bolschewistischen Ab- zrundes beleuchtet. Aber leider ist diese Erkenntnis den Machthabern in Paris und In London immer noch nicht ausgedämmert. Als der Prozeh begann, schrieben englische konservative Blätter, es handle sich nur um eine vufgebauschte Afsai-e. lediglich zu dem Zweck, um die alliierten Regierungen von der Rot- Wendigkeit der deutschen Polizei- Organisation und Kasernierung der Polizei zu überzeugen. Wir wissen nicht, ob die alliierten Regierungen sich diese törichte Behauptung xu eigen gemacht haben, wohl aber wissen totr. dah sie die Frage der deutschen Schutzpolizei und ihrer Organisation genau so behandeln, als hätten sie eS getan. Die Unterbringung der Polizei in den Kasernen, ihre Zusammenfassung In taktische Verbünde, ihre Ausbildung, die sie zum Auftreten gegen kompakte Angreifer geeignet machen soll — bad ist S, was die Gntente in erster Linie der deutschen Regierung als einen Verstoß gegen die Entwaffnungsbestimmungen des Versailler Vertrages anrechnet, und dabei bleibt sie, obwohl der Leipziger Prozeß darüber belehren müßte, daß die deutschen Polizeibeamten von den kommunistischen Derbrecherbanden einzeln abge- f ch l ach t e t werden würden, wenn man sie einzeln in ihren Kleinwohnungen hausen lassen würde. Indem die Entente auf die Beseitigung der Polizeikasernierung drängt, ebnet fie der bolschewistischen Tscheka den Weg. Aber dieser Weg endet nicht an den Grenzen Deutschlands! Daß die Alliierten es gewesen sind, die der Tscheka einen Weg in ihr eigenes Gebiet gebahnt haben, werden sie zu ihrem Schrecken gewahren, wenn sie wirklich den Schutz» wall niederreihen, den die deutsche Polizei auch für sie darstellt. Der Leipziger Prozeß. Wicdcreinznq der kommunistischen Verteidiger. Leipzig, 26. Febr. (TU.) Zu Beginn der heutigen Sitzung ist die Spannung im Saale groß. In Erwartung von Zwischenfällen ist der Andrang so stark wie in den ersten Prozehtagen. Es erscheinen sowohl die Offizialverteidiger, bis auf Dr. Samter. Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld bittet, eine kurze Erklärung abgeben zu dürfen. Vorsitzender: „Ich kann keine Erklärung entgegennehmen. die sich nicht auf die Sache bezieht." Während der Erörterung über diesen Punkt tritt Rechtsanwalt Dr. Samter in den Saal, ohne daran gehindert zu werden. Reichsanwalt Dr. Reumann erklärt: „Meine Behörde hat stets den Standpunkt vertreten, daß sämtliche Prozehbeteiligten nur Erklärungen zur Sache abgeben dürften Wir können die vorliegende Straffache nur fördern, wenn wir uns streng in den Schranken der Prozehordnung bewegen." Der Gerichtshof zieht sich zur Beratung zurück und beschließt die Ablehnung der Erklärung der Verteidiger. Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld beantragt W i c- de rzurücknahme der Gestellung der Offizialverteidiger, da die Wahlverteidiger wieder erschienen sind, nachdem die zuständigen Stellen eine Prüfung des vorgestrigen Zwischenfalles in prinzipiellem Sinne zugesagt haben. Der Vorsitzende bittet dann die Offizialverteidiger. sich wieder zu entfernen, worauf mit der Vernehmung der Angeklagten fortgefahren wird. Es wird zunächst der Angeklagte M o l z vernommen. Es wird festgestellt, daß er seit Mai 1919 der Kommunistischen Partei Deutschlands angehörte und 1920 politischer Abteilungsführer war. Er wurde im Herbst 1924 an einen gewissen Hans überwiesen, der ihn mit einigen Worten verpflichtete und ihm den Decknamen Fred gab. Am nächsten Tage trafen sich die beiden, und Hans sprach davon, dah General von Seeckt beobachtet werden mühte. Der Angeklagte Reus schildert, wie Reumann für sich und ihn Gesellschaftslleidung und Pressekarten besorgen sollte, um den Zutritt zu Klubs und dergleichen au ermöglichen. Meus bestreitet, daß Reumann ihm gesagt habe. Seeckt solle erledigt weiden. Sprengstoffe und Gifte sowie ein Paket mit Dazillenampullen und belastende Schriftstücke habe er von Reumann zum Aufhebe n bekommen, aber den Inhalt des versiegelten Pakets nicht gekannt. Bei der Fahrt nach Südwestdeutschland habe es sich um die üblichen Spitzelbeobachtungen gehandelt. Für die Fahrt habe er von Remnann einen Revolver erhalten. Zu seinem persönlichen Schutz habe er einen Totschläger mitgenommen. In Frankfurt erhielt Szon und ich von Reumann den Auftrag, nach Stuttgart zu fahren, um dort den der Spitzelei verdächtigen Wetzel zu beobachten. Da wir den Wetzel nicht kannten, beauftragte ich den Jakob (König), festzustellen, ob Wetzel in Stuttgart sei. Reumann beauftragte uns cm Montagmorgen, einen Kriminalbeamten z u beobachten, den uns König zeigen sollte. König verspätete sich aber und ich entfernte mich, während Szon noch wartete. Mittags hörte ich dann von der Verhaftung des letzteren. Am nächsten Tage fuhr ich dann mit Mörsner nach Berlin zurück. Damit war meine Tätigkeit beendet Das Paket das mir Reumann zur Aufbewahrung übergeben hatte, brachte ich der Sicherheit halber bei Bekannten unter. Am 14. Avril fragten zwei Berliner und ein Stuttgarter Kriminalbeamter nach dem Paket Der Angeklagte Reumann erklärt, im Falle Wetzel habe der Auftrag dahin gelautet, zunächst die Beobachtung aufzunehmen und dann den Wetzel selbständig zu erledigen. Aus die Frage des Rechtsanwaltes Dr. Loewenthal, was das heiht, erwidert der Angellagte: töten. Auf einige wettere Dorhal.ungen erwiderte der Angellagte: „Ich hatte überhaupt nicht das Recht zu prüfen. 3m Falle Rausch und Zehnpsund sagte Helmuth mir ausdrücklich: Du haft nicht zu prüfen, sondern auSzusühren. Dem Angeklagten Meus habe ich einen falschen Baß gegeben." LandgerichlS» direktor Flöge! stellt seit, daß der falsche Paß in dem bei MeuS beschlagnahmten Paket enthalten war. Im weiteren Verlauf der Vernehmung entsteht ein Wortwechsel zwischen den Verteidigern. Der Vorsitzende bittet, nicht auch noch Streitigkeiten zwischen den Verteidigern hier im Saal auszufechken In der Rachrnittagssitzung wurde in die Vernehmung des Angeklagten Huke eingetreten. Auf eine Frage deS Vorsitzenden erflärte der Angellagte. daß er nie Verbindungsmann war. sondern nur Briese beförderte Der An» geklagte Reumann erklärt es sei Tatsache, dah Huke während der Zeit seines AmteS a l s Verbindungsmann wöchentlich ei mal vom Stabschef Hellmuth Vläne und sonstiges militärische Material abholen mußte. Rechtsanwalt Dr. Wolf bittet im Auftrage der Angeklagten, künftig von 9 bis 1 Uhr und von 2 bis 4 Uhr oder spätestens bis 4'_■ Uhr zu verhandeln, damtt die Angellagten noch bei Tageslicht eine Stunde im Hofe s pazier en gehen können. Der Vorsitzende erklärt seine Zustimmung dazu. Kontrollbericht und Näumungskonserenz. London. 26. Febr. (Reuters Bisher ist nichts Endgültiges hinsichtlich der Konferenz der alliierten Minister beschlossen worden, lieber die gestrige Besprechung des britischen Botschafters in Paris mit Herr tot liegen keine bestimmte Meldungen vor, doch scheint man jetzt sowohl auf französischer wie auch englischer Seite geneigt zu fein, dem Komitee Foch zu gestatten, Vorschläge hinsichtlich des Berichtes der Kontrollkommission über die deutsche Abrüstung zu machen. Dies bedeute- indessen nicht, daß das Komitee für die Abfassung der an Deutschland zu richtenden Rote verantwortlich fein wird. Vielmehr solle sie lediglich das Material bearbeiten und ihre Schlußfolgerungen ziehen, die dann den alliierten Regierungen zu unterbreiten seien. Trotzdem die Beratungen in Versailles geheim sind, verlautet von inspirierter französischer Seite, daß die Forderungen von Deutschland e r ft in den nächsten a ch t Monaten erfüllt werden könnten und daß das Versailler Komitee einstimmig zu seiner Ansicht gekommen sei. Europa stehe dann aber vor einer neuen Krisis, denn der gute Wille Deutschlands für einen Sicherheitspakt sei dann unwideruflich verloren. Eine maßgebende Persönlichkeit hat erklärt, der Bericht enthalte sehr vieles, was ernsthaft ersonnen sei, aber auch sehr viel wertloses Gerede, und leider seien eS gerade die Quaffc* leien, die Schwierigkeiten zu bereiten drohen. Chamberlains unzusammen^ängende ErNärung über diese Fragen im britischen Unterhause am Mittwoch spiegele die Ansicht der britischen Regierung richtig wider, daß nämlich eine volle ungekürzte Veröffentlichung stattfinden müPe. oder überhaupt keine. Herriot vertrete die Ansicht, daß mit der deutschen Regierung durch die normalen diplomatischen Kanäle verhandelt werden könne, daraus sei zu schließen, daß es Herriot mit einer Konferenz nicht eilig habe. .Westminster Gazette" schreibt, Chamberlain er- kläre, dah mit der französischen Regierung keine Abmachung getroffen sei, die die Aktions- Freiheit Großbritanniens in der Kölner Räumungsfrage berühre, dah jedoch die Haltung des Foreign Office gegenüber Deutschland immer noch von der Angst, die Empfindlichkeit Frankreichs zu verletzen, beherrscht werde. Die Weigerung der britischen Regierung. Köln zu räumen habe den Glauben Deutschlands an die Absicht Englands, zum Vertrage zu stehen, erschüttert. Das einzige Mittel, durch das «ich das Foreign Office von diesem Verdacht reinigen könnte, sei eine Einladung Deutschlands z u einer Konferenz über den Bericht der Kontrvl-Kommisfion. auf der die Verfehlungen Deutschlands erörtert würden. Der deutsch-rumänische Konflitt. Regelung derrumänischen^ordcrungen innerhalb des Dawesplans. Berlin, 27. Febr. (WTD.) Der Berichterstatter des „D. T." in Bukarest war von rumänischer zuständiger Seite zu der Abgabe einer Erklärung über den deutsch-rumänischen Konflikt ermächtigt, in welcher nach einer Darlegung des rumänischen Standpunkts der Hoffnung Ausdruck verliehen wird, daß Deutschland die rumänische Regierung nicht zu Sanktionsmahnahmen zwingen wer de. die den Interessen der beiden Länder gew h nicht zum Vorteil gereiche und die guten wirtschaftlichen Beziehungen zwilchen Rumänien und Deutschland unterbrechen würden. Zu dieser Erklärung wird von maßgebender Stelle in Berlin mitgeteUt, dah der darin zum Ausdrua yvyraajte Der - ständigungSwille in Berlin einen gün- I fügen Eindruck gemacht habe. Wenn die Orflä- vung tatsächlich die in Bukarest an den maßgebenden Stellen herrschende Auffassung wieder- gibt, so würde damit dte Hoffnung gerechtfertigt fein, daß eine Beilegung deS Konflikts im Bereich der Möglichkeit liegt. Entgegen dem rumänischen Standpunkt In der Frage der Banca-Generala-Roten wird noch' mals daraus hingewiesen, dah durch die Bestimmungen des Londoner ScßluhvrotvkollS alle Verpflichtungen Deutschlands mit festen Jahrelsum- men umgrenzt find, und dah es Zahlungen an Alliierte außerhalb dieser IahreSsumme nicht mehr gibt. Dieser Grundsatz bildet die Ba'is, auf der der ganze DaweSplan aufgebaut ist, und wenn er ausgegeben werben würde, würde der Dawesplan selbst völlig inS Wanken kommen. Würde die deutsche Regierung nur in einem einzigen Falle von diesem Grundsatz abweichen, so würde das zur Folge haben, daß auch andere Länder Ansprüche gegenüber Deut'ch- land erheben würden. Die Frage der Banca General-Roten kann allo nur innerhalb des Dawes planes gelöst werden. Zu einer solchen Regelung ist die deutsche Regierung beleih In dem Bestreben, einen AuSweg zu einer gütlichen Regelung zu finden, hat die deutsche Regierung die Angelegenheit der Re- p a i a t i o n s k o m m i s s i o n ü b e r g e b en Es ist ich’ Sache der Reparationslommission, die Möglichkeiten eines deutschen Entgegenkommens innerhalb des Dawesplanes au prüfen. Man hat in Berlin die Hoffnung, daß man in Bukarest dieser Prüfung nicht durch ZwangSm;fj- nahmen vorgreifen wird. Die rumänische Regierung füllte vielmehr ihre Anstrengungen mit denen der deutschen Regierung verwinden, um gemeinsam mit der Reparationslommission eine Regelung innerhalb des Dawes- planes zu finden. Das deutsch-französische Handelsabkommen. Vor dem Abschluß des Provisoriums. Paris, 26. Febr. (WB.) Im Laus eber heute zwischen Dr. rrendeleaburg und Handel-minister Rayna Ibh stattgefundenen Besprechung hat der deutsche Vertreter im Romen der ReichSregierung eine Rote übe r* reicht, in der dte Fragen erörtert wurden, über die in der letzten Woche zwischen den beiden WirtschastSdelegationen eine Einigung erzielt worden ist. Er hat klargelegt, unter welcher Bedingung die deutsche Regierung bereit fei, ein Protokoll zu unterzeichnen, in dem die Grundlagen für die zukünftigen Derhandlungen zum Abschluß einrS Provisorium- festgelegt werden. Diese Bedingung besteht darin, dah die französische Regierung ihrerseits sich in einer Bestimmung des Provisoriums bezüglich deS endgültigen, Handelsvertrages verpflichtet, Deutschland von einem bestimmten Zeitpunkt an die de-facto-Meistbegünstigung zu gewähren. Dieser Zeitpunkt würde noch hn Laufe der Derhandlungen zu bestimmen sein, es ist nicht notig, dah er mit de mAblaufe deS auf neun Monate berechneten Provisoriums zu- fammensällt. Wenn in der für SamStag festgesetzten neuen Verhandlung der beiden Delega- tionssührer Handelsminister R a h n a l d h das gleiche Entgegenkommen zeigen wird, wie eS heute die deutsche Delegation gezeigt hat, besteht Aussicht, dah man baldigst zu einem Einvernehmen kommen werde. Die Pariser Blätter unterstreichen die Tatsache eines weitgehenden deutschen Gesinnungs Wechsels, da der deutsche Verhandlung s- leiter endlich seine Bedenken gegen den Abschluß eines provisorischen Abkommens habe fallen lassen. Übereinstimmend wird der starke Verhandlungswille der Deutschen und das Entgegenkommen der deutschen Delegation hervor- pegoben und anerkannt. Die Unterzeichnung des modus vivendi ward als unmittelbar bevorstehend angesehen. Einige Blätter darunter der .lofin“, weisen allerdinps daraufhin, daß Sie deutschen Vorschläge vielleicht noch keinen endgültigen Charatter trügen und lediglich a l s Verhandlungsbasis auf auf aff er feien. Cs sei daher nicht ausgeschlossen, das Staatssekretär Trendelenburg während seines Berliner Aufenthaltes neue ergänzrnde Instruktionen erbitten werde. „Cre Reuväle' behauptet dagegen, und zwar in kategorischer Form, daß das deutsch-französische Wirtschaftsabkommer morgen unterzeichnet werde. Der Vertrag würde sü,rkeine der Parteien weder eine Demütigung noch einen Triumph in sich bergen, da es ein Vertrag sei, wie ihn tuebet Frankreich noch Deutschland zu erhoffen wagte. Don den übrigen Morgenblättern äußert sich allein „3our- nal" über das geplante Abkommen in abfälliger Weise. Die Flucht des Kaisers von China. Peking, 26. Febr. (WB.) Der frühere Kaiser, der sich gestern heimlich nach Tient - s i n begeben hat, um von dort vermutlich nach Japan weiterzureisen, sah sich zu diesem Schritt durch die Gegensätze zu seiner eigenen näheren Umgebung gezwungen. Diese versuchte hin zu einem festen Auftreten gegen die jetzige Regierung in der Frage feiner Geld- ansprüche zu veranlassen, während der Kaiser iid) mit 1 einem verkürzten Konto ab» finden zu wollen schien. Die Meldungen, die von der drohenden Gefahr eine- Attentats auf den Kaiser wissen wollten und die seine Abreise darauf zurückführen, sind unzutreffend. DieKrankheit des Reichspräsidenten. Die Lebensgefahr beseitigt. — Der Patient fieberfrei. Berlin. 27.Sebr. (Wolff.) Am Donner«, iagmittag gaben die behandelnden Aerzte über die Kranlhett de« Reich-Präsidenten den folgenden Beriet aus: „Der Reichspräsident erkrankte am Mittag beS 23. Februar plötzlich an einer schweren Blinddarmentzündung, welche nachts eine Operation notwendig machte. Trotz sehr bald nach der Erkrankung borgenommener Operation war der Wurmfortsatz deS Blinddarms brandig und in die D a u ch. höhle durchgebrochen, so daß eine allgemeine Bauchfellentzündung vorlag. Der Verlauf war bis gestern abend zufriedenstellend. Wie gewöhnlich am dritten Tage nach der Erkrankung fetzte heute nacht eine Verschlimmerung der Bauchfellentzündung «in, so daß der Reichspräsident eine unruhige Rächt verbrachte. Heute morgen ist da- Befinden besser, jedoch ist der Zustand des Reichspräsidenten besorgniserregend." Degen Abend besserte sich der Zustand des Patienten merklich. Gestern abend 11.30 Ahr war das Befinden befriedigend. Der Puls war normal, Fieber nicht vorhanden. Lebensgefahr besteht nicht mehr. e Die Sitzung deS Reichsrates wurde durch eine Kundgebung der Teilnahme an dem Befinden des Reichspräsidenten vom Reichsinnenminister Schiele eröffnet, während sich die Mitglieder des Deichsrates erhoben. .Ich fühle mich mit Ihnen eins," so erklärte er, „in dem Ausdruck aufrichtiger Teilnahme und in dem Wunsche, daß der Herr Reichspräsident die Krisis überstehen und recht bald wieder der vollen Gesundheit entgegenge- führt werden möchte." Er bat dann um die Vollmacht, die Teilnahme des Reichsrates dem Reichspräsidenten persönlich zum Ausdruck zu bringen. Der König von Spanien hat dem Reichspräsidenten folgendes Telegramm zugesandt: Ich habe von dem guten Verlauf der Operation Kenntnis erhalten und spreche Ihnen, Herr Reichspräsident, herzlich st e Wünsche für Ihre Wiederherstellung aus. Alfonso. Die Stadt Berlin hat an die Gattin des Reichspräsidenten folgendes Telegramm gerichtet: Mit aufrichtiger Teilnahme verfolgt die Reichshauptstadt Berlin die schwere Erkrankung des Reichspräsidenten und spricht ihre herzlichen Wünsche für baldige Besserung und Gesundung aus. Zur Jentrumskrisis. Die fßrrtcibigunq Lönnartz. — Die Bauernschaft hinter den A bqeordneten. Essen, 27. Febr. (TA.) Der Landtagsabgeordnete Landrat Lönnartz veröffentlicht in der ..Didburger Zeitung" feinen Antwortbrief auf die -Aufforderung des Vorsitzenden, sein Mandat niederzulegen. Lönnartz verweigert ebenso wie von Papen die Riederlegung seines Mantels unter Berufung auf § 10 der preußischen Verfassung. Er bedauert, der Fraktion nicht das Decht zugestehen zu können, über das ihm gegebene Mandat zu verfügen. Er habe die Fraktion niemals im Zweifel darüber gelassen, daß es für ifrn aus grundsätzlichen Erwägungen unmöglich sei, eine nur von Zentrum, Denw- kraten und Sozialdemokraten getragene Regierung zu verantworten. Er fei überzeugt, dah diese Auffassung von vielen Wählerkreisen der Partei, besonders auf dem Lande, gebilligt werde. Der Vorstand des Dezirksverbandes Köln des rheinischenBauernvereins Die OberwSlder. Roman von AlfredDock. ö. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Treuheit muhte auch im Llmgang mit Tieren gelten. Bei solcher Schnüffelei hörte der Friede Gottes auf. Wer lieh sich gern in die Wirtschaft gucken? Sieben Körbe hielt der Alte und setzte immer Geld dabei zu. „(Sin teuer Vergnügen und ein langer Verdruß!" dachte Peter, der Sohn. Aber er durfte nicht mucksen. Sobald er den Hof Übernommen hatte, holte er einen Bienenkenner. Der gab ihm förmlich Unterricht. Die Strohkörbe machten beweglichem Wabenbau Platz. Geräte wurden angeschafft. Der Peter sah sein blaues Wunder. Ein paar Iahre hin, die Dienenwirtschaft stand in Flor und warf ein hübsches Sümmchen ab. Der Bauer in seiner (Sonntag«montur, das Gesangbuch in der Hand, nähert sich dem Bienenhaus und schreitet gemächlich die Stöcke entlang. Beim letzten halt er an. Die Bienen haben sich vorgelegt, der Klumpen wird zusehends gröber. Einzelne Tierchen stürzen aus dem Flugloch heraus, schütteln den Körper und schlagen mit den Flügeln. Diese und andere Zeichen Binnen nicht trügen, ein Schwarm be» *edet sich vor. den Mutterftvck zu verlassen. cAntwischt er, sind sechs, acht Mark verloren. Der Deter kratzt sich Hinterm Ohr. Soll er hier «uf dem Posten bseiben oder soll er in die Kirche gehen? Selten, dah er auf der Männerbühne fehlt, wenn daS Vaterunser gebetet toirb. Aus dem Gebet ersteht ihm der Segen, der auf seiner Arbeit ruht. Er kämpft mit sich. Der Sonntag kann zum Sündentag werden. Der Kappes am Hirscheck hat einmal Ostern den Stall gemistet und hat dabei einen Fall getan, daß er weuz und quer verbunden wurde. Ganz sicher, der Herrgott im Himmel hat ihn gestraft. Dem Peter steigt daS Blut zu Kops. Strammeiwt aber auch! Ist er denn mit der Pelzkapp' geschossen? Er will doch wahrhaftig am Sonntag nicht schaffen. WaS will er denn? Da sind die Dienen. Die gehören zum Hof so gut wie das Vieh. Angenommen, eine .Kuh bricht ihm auS. Dann faßte in seiner gestrigen Sitzung eine Entschließung, m der es heißt: „Der Vorstand des Dezirksverbandes Köln des rheinischen Bauernvereins. spricht den landwirtschaftlichen Abgeordneten des Preußischen Landtages, die sich gelegentlich der letzten Regierungsbildung für die Durchsetzung der grundsätzlichen For derungen der landwirtschaftlichen Organisationen bemüht haben, sein volles Vertrauen aus und dankt ihnen für ihre feste Haltung. Er erwartet, daß sie unter allen Ilm ständen und in jedem Falle ihr Mandat weiter ausüben." Auch die Ortsvereinsvorsitzenden und Vertrauensleute der Kreisbauernschaf tSieg- bürg sprachen in ihrer gestrigen Versammlung den Abgeordneten von Papen. Lönnartz und Baumann ihr unbedingtes Vertrauen aus. Sie betrachten das Verhalten der Abgeordneten nicht als gegen den Ministerpräsidenten Marx oder gegen die Partei gerichtet, sondern als die notwendige Erfüllung ihrer übernommenen Verpflichtungen gegenüber ihren Wählern aus dem Bauernstände. Sie hoffen und verlangen, dah die Abgeordneten ihr Mandat beioe- halten. ver Ausbau der englischen Luf.streitkröste. London, 27. Febr. (DU.) Der Minister für Luftfchiffahrt, Sir Samuel Hoare, brache im Unterhaus die Kostenanschläge für die Luftschisfahrt ein und erklärte, die Gesamtausgabe von 15513 000 Pfund Sterling bedeute einen Rettozuwachs von mehr als einer halben Million gegenüber den Ausgaben für das abgelaufene Finanzjahr. Für diese Mehrausgabe gebe es hauptsächlich zwei Gründe: einmal würde jetzt das Programm der Erweiterung für die L u f t st r e i t k r ä f t e durchgeführt, dann seien beinahe die Kriegsvorrate aufge- braucht, so daß mehr und mehr zu Reuanschaff ungen geschritten werden müsse. Viele der neuen Maschinen stellten sich aber in England wie in Frankreich ungefähr 100 Prozent teurer als die alten 'Typen. Durch die Entwicklung des Flugzeugwefens fei ferner das Problem der Verteidigung Englands auf eine ganz andere Basis gestellt worden. Glücklicherweise sei England von alten Freunden und Alliierten umgeben, so daß übertriebene Verteidigungs maßnahmen nicht ergriffen zu werden brauchten. Von 18 regulären Geschwadern zur Landesverteidigung seien . bereits 15 mit Rachkriegsmaschinentypen ausgerüstet. Rotwendig sei die Zusammenfassung der Kampf- und bombenwer- senden Geschwader und der Einheiten zur Abwehr von Luftangriffen unter einem Kommando. Bis Ende März ds. Is. müsse wenigstens die Hälfte der benötigten 52 Geschwader gebildet fein. Als Vertreter der Arbeiterpartei erklärte Snowden, es sei zu bedauern, dah den jährlich wachsenden Ausgaben für die Luftstreitflotte eine Verminderung der Ausgaben für an- dere Zwecke der Landesverteidigung gegenüber* stehe. Wenn die Vermehrung der Luftstreitkräfte auf zunächst 26. Geschwader 21 Millionen kosten würde, dann würde bei einem Stande von 52 Geschwadern eine jährliche Ausgabe von weuig- stens 50 Millionen erforderlich fein. Diesen Plan aber könne die Arbeiterpartei nicht billigen, gleichgültig, welche Stellungnahme die anderen Parteien in dieser Frage entnehmen wollen. • Snoden (Arbeiterpartei) beantragt die Dermin derung der Luftstreitkräfte von 36 000 Mann auf 1000 Mann. Bei der Abstimmung wurde dieser Antrag mit 25 gegen 260 Stimmen abgelehnt. Günstiger Stand der belgischen Wiederausbauarbeit. Brussel. 27. Fehr. (Täl.) Im Senat wurde bei der Debatte über die wieder er lang baren Ausgaben mitgeteilt, dah der belgische Staat bisher 16 Milliarden Franken für W ederaufbau- zwecke verwendet habe. Der Wiederaufbau sei so gut wie zu Ende geführt. 100 000 fängt er sie ein. Ob's Sonntag oder Montag ist. Akkurat so wird er's mit dem Schwarm jetzt machen. Das ist ein Muh. Das läßt er sich von niemand verbieten. Er reckt den Kopf in die Höhe, die Brauen wachsen in eins zusammen. Er ist entschlossen zu bleiben. Die Marie erscheint an der Gartentür. „Vater, 's is die höchste Zeit!" „Geh nur fort,“ ruft er ihr zu, den Blick nicht von hem Stock verwendend. Die mit Blumenstaub beladenen "Bienen lassen sich vor dem Flugloch nieder. Durch die Glastüren kann man's deutlich sehen, die Schwarmbienen haben die Köpfe in den Zellen, für die neue Heimat Vorrat zu sammeln. Eilends hegibt sich der Peter ins Haus, legt den schwarzen Kirchenrock ab und kommt im blaugestrickten Wams zurück- Gr setzt einen neuen Stock in Bereitschaft, stallt Federwisch und Korb zurecht. Möglich, der Schwarm fliegt plötzlich auf, es kann auch noch eine Weile dauern. Eine volle Stunde hält er Wacht. Mit einem Male brechen die Bienen los, mittenin ihre Königin. Weit vernehmbar klingt ihr Schwarmaesang. Hoch in der Luft erscheinen sie wie eine dunkle Wolle. Die schwebt eine Zeitlang hin und her. Mählich fenft sie sich nieder und bleibt am Ast eines Zwetschenbaums hangen. Flugs setzt der Margolf die Leiter an. Die mächtig qualmende Pfeife im Mund, steigt er Sprosse um Sprosse hinauf Droben zeigt er. was er kann. Sacht gleitet der Federwisch über die Dienentraube. Die fällt in den Kork», der Schwarm ist gefaßt. Der Bienenväter waren mehr im Ort. An Geschicklichkeit tat- dem Peter Margolf keiner gleich. Während er die Kolonie in der neuen Wohnung einlogierte, trat der Lehrer in den Garten. „Guten Tag. Margolf." „Großen Dank!" „Ietzt ist hie Zeit, daß die "Dienen schwärmen." „Ia." „Man sollt meinen, der Herr Pfarrer hält auch daran gedacht." „Wieso her Herr Pfarrer?* Häuser seien bis auf 3500 und 1300 öffentliche Gebäude bis auf 65 wieder aufgebaut worden. Es seien allerdings noch 350 000 Schadenersatzansprüche zu regeln, die sich aber auf kleinere Beträge beziehen. Außerdem seien 250 Drücken neu zu bauen. Für die Verbesserung der Schienenstränge fei eine Summe von 50 Millionen Franken vorgesehen. Alles in allem werde die Vollendung des Wiederaufbaus noch ungefähr 1 Milliarde Franken kosten. Ministerpraüdent Theunis unterstrich die günstige Finanzlage Belgiens und wies auf das ausgeglichene Budget hin. Der Kurdenaufstand. Türkische Abwchrmahnallmen. —Die Nolle Englands. Konstantinopel. 27. Febr. (Täl.) Ministerpräsident Fethi Dry erklärte in der Ra- tionalversommlung, die Regierung habe alle militärischen Maßnahmen zur Riede rwerfung des Aufstandes in Kurdistan ergriffen. Der Führer der Opposition erflärte, daß die Oppositionsparteien in den Konflikt hinter der Regierung stünden. Die Ration ^Versammlung nahm darauf einen Antrag der Regierung an, wonach über die Aufstandszene und die umliegenebn Gegenden der Belagerungszustand verhängt wird. Ferner wurde einstimmig ein Gesetz angenommen, nach dem jede Person, die unter religiösen oder unter andern Vorwänden die Bevölkerung aufreizt, sich des Hochverrats schuldig rnicht. Es verlautet, daß die aufstäirdischen Kurden die Stadt H a r p u t, 100 Kilometer südlich von Erzerum, erobert haben. Scheich Said soll den Sohn des ehemaligen Sultans Abdul Hamids zum König von Kurdistan aus- gerufen haben. Die türkische Regierung läßt wenig über den Auf st and verlauten: doch kann man aus den spärlichen amtlichen Mitteilungen schließen, daß die Bewegung einen größeren Am fang airzunehmen droht. In englischen Kreisen Konstantinopels ist man der Ansicht, daß die Türkei die Bewegung als Vorwaird be- nutzen werde, um größere Streitkräfte an der Irakgrenze zusammenzuziehen. Am die Bedeutung des Kurdenaufstandes zu verstehen, muß man sich ins Gedächtnis zurückrufen, dah vor kurzem in dem sowohl von der Türkei als auch England beanspruchten M o s s u l eine Völkerbundsk om° Mission eintraf, deren Aufgabe darin besteht, die dortigen Verhältnisse zu prüfen und festzu- stellen, ob die Ansprüche der Regierung von Angora auf das Wilajet Mofsul zu Recht bestehen oder nicht. Die Ankunft der Delegation gestaltete sich zu einer große nKundgeb u ng bet Bevölkerung gegen England, so vast sich der englische Befehlshaber veranlaßt fühlte, die Demonstranten mit der blanken Waffe auseinanderzujagen. Run fürchten anscheinend die Engländer, dah die ^lntersuchungen der Völker» bundskommission zu ihren Angunsten ausfallen könnte, sie werden infolgedessen die mit der Regierung Kemal Paschas äußerst unzufriedenen Kurden mit Geld und Waffen verseh en und dadurch natürlich die gewünschte Afstands- betoegung hervorgerufen haben, durch die die Völkerbundskommissivn davon überzeugt werden soll, wie wichtig die Herrschaft Englands über das Wilajet Mofsul für den Frieden am Tigris ift. Die Aufwiegelung der Kurden gelang ihnen um so leichter, als die Kurden mit der Abschaffung des Kalifats eine bevorzugte Stellung verloren, die ihnen durch Abdul Hamid eingcväuml wurde, der sich besonders der Kurdenstämme im Kampfe gegen die Armenier bediente. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler Dr. Luther hat in Vertretung des durch Krankheit verhinderten Reichspräsidenten den bisherigen belgischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Eomte de la Faillo de Leperghem zur Entgegennahme seines Abberufungsschreibens empfangen. Bei dem Empfang wär der Staatssekretär im Auswärtigen Amt von Schubert zugegen. „Er bat über die Bienen gepredigt, wie's in der Schrift heißt: Du sollst niemand um seines geringen Ansehens willen verachten, denn die Biene ist ein kleines Vögelein und gibt doch süße Frucht." Der Bauer nickte, „Das is wahr." „Der Herr Pfarrer hat das schön ausgelegt," fuhr Weilandt fort. „Wie die Bienen zusammenhalten und wie darin ihre Stärke liegt. 11 nb daß sie den Menschen ein Beispiel geben. Gr wär noch nicht lang’ im Ort, hat der Herr Pfarrer gesagt, aber so viel hält er doch f<5on gesehen, um die Einigkeit war's schlecht bestellt. Wie die alten Ritter auf ihren Burgen, sätz hier jeder auf feinem Hof. 's tät nur noch fehlen, haß auf den Donbalken stund': „Selber essen macht fett.“ And 's wär auch kein rechtes Frohsein unter den L-Uten. Wo das wachsen sollte, müsse man Liebe säen." Der Peter tat bedächtig ein paar Züge aus seiner Pfeife. Dann sagte er: „Der Herr Pfarrer hat, scheint's, eine Kapidalpredigt gehalten. Aber dademit wird die Welt net regiert. Die Engel, mein ich, sein bloß im Himmel, Hier drunten gibt's allerhand Menschen. Meine Sag' is. Rachbar hin. Rachbar her, bleib mir von meinen Kartoffeln." ®r. fuhr mit der Hand über das frisch rasierte Kinn und sprach weiter: „Der Bauersmann hat sein Werk und must sich das ganz' Iahr krümmen und kratzen. Was etz der Herr Pfarrer vom Frohsein gepredigt hat. da hat hier meinem Bedunk nach feind keine Gedanken draus. Der Herr Pfarrer is noch neu im Ort. Ich sätz. he lernt noch dezu. Wo hat he dann eigentlich gestanden?“ „Im Rheinheffischen". erwiderte Weilandt. „Da ist freilich ein anderer Menschenschlag." „Gell:se?" ..Er kann aber feine Gemeinde mit Ehren nennen. Die is selbigmal mit an der Spitze marschiert, wie's galt, den bäuerlichen Genossenschaften den Boden zu bereiten.“ „So. so.“ »Wir sind ja jetzt glücklich hier auch so weit, dah wir eine Kasse gründen wollen." „Ich hab was läuten hören." „Ihr seid doch dafür?" „Ree. ich mach net mit" Der Reichskanzler hat an Reichsminister a. D. Koch folgendes Telegramm gesandt: Zur Vollendung Ihres 50. Lebensjahres sende ich Ihnen die herzlichsten Glückwünsche. Mögen Ihnen noch lange Iahre eines erfolgreichen Wirkens zum Wohle des Vaterlandes beschieden sein. Auf Beschluß der oppositionellen Parteiführer wurde in Serbien ein Block der nationalen Verständigung und bäuerlichen Demokratie gebildet, der Kompromisse mit der Regierung wegen der terroristischen Durchführung der Wahlen ablehnt, die sofortige Freilassung der widerrechtlich verhafteten Abaeord- neten fordert und für den Fall, daß diese am Eintritt in das Parlament verhindert werden sollten, energische Abwehr Maßnahmen in Aussicht stellt. Die Studentenunruhen in Rumänien dauern im ganzen Lande an und führen fast täglich zu Zusammenstößen mit der Polizei. Sämtliche Universitäten sind vom Militär bewacht. In den letzten Tagen wurden 50 Studenten verhaftet. An der Bukarester Unioerfität wurde das mineralogische Institut von Demonstranten fast vollständig zerstört. In Sofia ist die Polizei einem großen k o m m u n i st i s cb e n K o m p l o t t auf die Spur gekommen. Der Mittelpunkt der Verfchwörerver- fammiungen war das Haus einer Frau Git - sch e w a, die, als sie verhaftet werden sollte, sich erschoß. Dort wurde auch einer der Haupt- führer öe& terroristischen Gruppe, der frühere Telegraphist G e l i a s k o w , verhaftet. • Eine französische Militär-Mission von 16 Offizieren, wird nach Griechenland abgehen, um das griechische Heer zu reformieren. Zum Ehes wurde General Girard erannt. Sein Generalstabschef ist Oberst Le Petit. Der Mission gehören A titterie-, Pionier-, Flieger- und auch einige Infanterie-Offiziere an. Der Kontrakt, den die Offiziere aefdüoffen haben, lautet auf 2 Iahre. Der Streik in den japani sch en Spinnereien von Shanghai, de r2 Tage andauerte, ist beendet. Uns aller Welt. Eine neue Pohsälscherzentrale« Rachdem es der Volizei gelungen war, die Zentralpahsälschungswerkstatt bet Kommunistischen Partei Deutschland- a u s z u h e b e n, hat sich die Partei sofort bemüht, eine neue Werkstatt gleicher Art ein» zurichten. Nunmehr ist auch diese, die einen recht beträchtlichen Umfang anzunehmen versprach, der Polizei ebenfalls in Die Hände gefallen. Sie wat zum Teil noch im Ausbau begriffen und be» fand sich, wie die erste, gleichfalls in Treptow. Auch sie enthalt wieder in groben Mengen amtliche Formulare, ausgefüllte amtliche Urtuiu den und Postbriefbogen einer großen Reihe von Firmen. Mehrere Verhaftungen sind er» folgt. DaS Unwetter an der französischen Küste. Der Sturm an der französischen Küste und aut dem Ozean hält mit unverminderter Stäccke an. Die Dampfer, die bereits ausgefahren waren, mußten zurückkehren. Der Sturm erreichte zeitweise eine Stundengeschwin- digkeit von 100 Kilometern. Bor Vigo scheiterte ein japanischer Dampfer. Ferner sind zahlreiche Fi sch dampf er u n t e r gegangen, deren Besatzung aber gerettet werden konnte. Bei Tours wurde ein Flugzeug kürz nach dem Aufstieg vom Winde auf den Boden niedergedrückt. Beide Insaffen sind schwer verletzt. Die drahtlose Station L o r i e n t (Bretagne) fing Hilferufe des italienischen Dampfers „(Sita d H eien a“, des griechischen Dampfers „P e l a g i a“ und eines dritten Dampfers auf, dessen Ramen nicht festgestellt werden konnte. Die drei Dampfer sind auf der Höhe von Queffant gescheitert. Zwei britische Dampfer haben sich zur Hllseleistung an Ort und Stelle begeben. „Ihr macht nicht mit?" sagte der Lehrer enttäuscht. „Und gerad' auf Euch haben wir gezählt." Der Dauer schüttelte den Kopf. „Ich mach net mit!“ „Was könnt Ihr denn gegen die Kaffhaben?" polterte Weilandt heraus. Der Peter nahm die Pfeife aus dem Mund, spuckte aus und sagte ruhig: „Das will ich Ihnen auseinanderlegen. Die mit dem Geld net häufeln können, für die is die Kaff. Die sich grün stehn, brauchen sie net. Hat so ein Schuldenmacher alleweil nix zu beißen, legt er sich krumm. Hilst ihm die Kass' auf den Gaul, reit' er die Deut' um. Das unterstüh ich net. Der Ort hat so lang' ohne Äaff bestanden und wird auch noch weiter ohne Kass' bestehn." Der Lehrer- ließ sich nicht verdrießen, ein langes kmd breites zu wiederholen, was er all die Tage den Dörllern ans Herz gelegt hatte. Seine Mühe und Kunst war aber verloren. Wie auf seinen Absaheisen stand der Bauer auf seinem Wort: „Ich mach net mit.“ Unverrichteter Sache zog Weilandt ab. Don der Beihilfe des einflußreichen ManneS hatte er sich viel versprochen. Run war seine Hoffnung in den Brunnen gefallen. Dah der einzelne sich der Gesamtheit uirterorbnen muhte, daß der Besitzlose ein Recht darauf hatte, sich eine bessere Existenz zu verschaffen, das begriff der Peter Maraoff nicht. Mochte er sich dagegen stemmen, die Entwicklung der Dinge hielt er nicht auf. Vor der Hofreite traf Weilandt die Marie, Sie begleitete ihn. Sie war auf dem Friedhof gewesen. Äeut’ waren fünf Iahre vergangen, daß ihre Mutter die Augen für immer geschloffen hatte. All das Traurige, das sie erlebt, stand wieder vor ihrer Seele. Die Bäuerin war gesund wie ein Fisch im Wasser. Sie formte sich rühmen, daß ihr Körper sie noch nichts gekostet hatte. An einem glühheihen Sommertag war der Ortsdiener zu ihr auf den Hof gekommen und hatte gemeldet, bei ihren ©Item im benachbarten Allmenrod stünde die Scheuer in Flammen. Vo» Schrecken ergriffen rannte sie fort, langte in Schwe-ß gebadet an der Brandstelle an und Haff aus Leibeskräften löschen. (Sortierung ft4atX aarifdxn baron". Der deutsche Walzer par besteht nicht. Die Täter sind unerkannt 6 ch tfoatmcn. Sängerin mit reichem Beifall die l-Veidemanns Schuhs und in Paßform vorzüglich 2074a Schuhhaus Weidemann, Seltersweg 71. Seltersweg 71 Große Auswahl Reelle Preise Aufmerksame Bedienung 3 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiw ■ - ■ ■___■ _ BI W Zur Konfirmation Lichtspielhaus empfiehlt in schöner Auswahl zu billigsten Preisen Gießen, Bahnhofstraße 34 Cheviot von Mk. 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Ein Spiegelbild der Sitten Verderbnis des a ten Hom. II. Teil: „Messalinas Tod“ Drucksachen aller Art die vrsthl'fche UniversttSlr-vnickerei, R. Lange, -letzen. Stfjnlftr. 7. Porno uzen. — Tage-kalender für Freitag: Stadttheater: V, Uhr .Kater Lrmpe". — Dar- trag Rechtsanwalt Dr. Berg: 8 Üh> Dereinshaus Löberstrahe. — Lichtspielhaus, Bahnhofstrufte: deshalb die Eintritt-Preise so volkstümlich wie möglich gehalten, um jedermann den Betuch zu ermöglichen. Wctfcrvoransia^e. Borwiegend wolkig, unruhig und Regenfelle, milde. Die südöstlichen Au-läufer des britischen Wirbel bedingen das inzwischen eingetretene, meist trübe, regnerische TDe'tcr. Mit feinem Zentrum hat sich der Wirbel iirzwischen wenig nordöstlich verlagert und sich etwas abgescpLäch:. jedoch ist an seiner Ostseite, an der unser Gebiet liegt, weiterer Drucksall eingetreten, so dast wir unter seiner Einwirkung bleiben und der TBittc- rungscharakter auch morgen unruhig mit zeitweisen Vegensällen bleibt. Uhiltf entstandene .Zigeuner- Oberhessische n Kunst- verein wird uns geschrieben: Morgen' abend S' , Uhr spricht im Auftrage de- Oberhefstschen Kunstvereins der bekannte Kunstwissenschastler Univ.-Pros Hamann aus Marburg über „Technik und Aesthetik der graphischen Künste". Dieser Dortrag soll das Interesse des breiten Publikums für die Graphik wecken und sind CfAclkn«. und le ich .An der schönen blauen Drmau". der in Paris bei feinem Erscheinen den fabelhaftesten Erfolg hatte. Alle Freunde der Mufik. mochten sie auch tu ,wch | und Wagner. alle waren und smd begeisterl von dem SchafsenSwerk Johann Otraub'. 11 n» es lind nicht die unbedeutendsten Dirtgenten. die sich für eine Straub! che Partuur warm ein- gclcni haben, nicht zuletzt Der grobe, jetzt verewigte Arthur A i k i f ch. Der Dortragende. Musikdirektor Karl Hail Wachs'.^ "el. begleitete seinen Dortrag mii etldukrnU Xlaviersätzen. Elisabeth Pennrich Äaflel unterstützte ihn bei gesanglichen Dorttaa» Partien. Ihr nicht sehr starkes, aber wohl geschultes Organ beherrscht ftc mit Leichtigkeit .O goldne frucht am Lel>ensbaum". eine Arie aus Straus,>nS einziger Oper Kitter Pasmann war wohl tote beste Leislrmg Das Publtvim. dae< die Aula der Umherfllu ziemlich start füllte, folgte den Aussübrungen des Redners mit Interesse und überschüttete •Äeurtoetfeil auf eisen Dureaudeamten In Pirmasens erschienen in der Stabt- einnebmeret zwei vollständig maskierte Härtner und übet fielen den in dem Bureau allein noch beschäftigten Affestenten RudoU Zink. Aachdem sie den Assistenten gefesselt unb ihm einen Xnebel in den Mund gesteckt batten, raubten sie den Wehrlosen aus. Dabei fiel ihnen da- kurz zuvor au»* bezahlte Monatsgehalt (annähernd 200 Markin die Hände äuva nach vollbrachter Tal feuerte einer bet beiden beim Berfas len des Bureaus auf den UebedaHenen einen Schuh ab. Die Rüge1 durchschlug die linse Schulterfeite und blich in den Kleidern stechen. Die Lunge ist durch den Schuh nicht unerheblich verletzt tpfiöcn. A1S ein in der Aähe wohnender Haus meister nach der Ursache des Schuhes forschte, fand er den Wsisfenten schwer verletzt in seinem Plate liegen Er wurde alsdann mittels Sani- tätsauto in das Krankenhaus überfährt, Gebend- Äunfifern und schon ix feinen Iugendiahren Bilder des Malers Arnold Bbcklln gefammeü. Sehr wertvolle Stfzzen hat er dem Lande-mufeum geschenkt und hervorragende Oelgemälde der Stadt Darmstadt mit der Bestimmung, daß sie im Landeemuseum ausbewahrt werden müssen. Die Stadt Darmstadt Hal ihm in dankbarer Würdigung feiner Derdienste das Ghrenbürgerrecht verliehen. Der Entschlafene war ferner Begründer des Paulus-Mufeuns und der Luther-B im August v. Is. feinen 80. Geburtstag feiern. Der nun Derewigte nahm an dem Feldzug 1870 71 im Stabe des Grob- Herzogs Ludwig IV. teil. ®r stand viele Jahre als Präsident der Kriegerkameradschaft Haffea an bet Spitze des hessischen Krieaervrreinswesens. Für die Kunst unb die Denkmalsyslege zeigte er stets gröbtes Interesse unb weitgeheichste Opfer- freubißfeit. Seine Derdienste auf diesem Gebiete wurden anerkannt durch die Technische Hochschule in Darmstadt, die ihm den Titel eines Dr. ing. b c. verlieh. (Zr besah grobe Sammlungen und hat viele Kunftwerte aus dem Mittelalter gerettet; er hatte vfefe Beziehungen zu Die Dynastie Straub, die Könige des Tanzes. lDortrag in der Dortrags-Dereinigung.) Tanz ist durch Rhythmus zum körperlichen Ausdruck gebrachte seelische Bewegung, gleich, ob als Kunsttanz. Gelcl schaftätanz ober Mar'ch. Ohne musikalisch.rhythmische Unterstreichung ;ft bet Gesellschaftstanz nicht denkbar. 2113 Ausdruck des jeweiligen GefüylserlebnisseS einer Zeit wirb der Tanz Spiegel der Kultur- und Gesell- schastsgeschichte. Gr kann AuSbruck des Mangel- oder der Fülle kultureller Werte fein, wie er Abbild voil Freude oder Schmerz des Indi- viduumS al- Äinzelerscheinun', oder als Mllglied einer gleichgestiirmten Geiellfchaft wird. Das Zeitalter des Barock mit seiner gra- ziöfen Wichtigkeit, mit feiner spielerischen Beherrschung der Form tanzte bas M e n u e 11. Die frairzösische Revolution, die eine gänzliche Verschiebung ber Gcsell'chaft-klalsen mit sich brachte, führte den di- dahin nur im gemeinen Dvlke heimischen Ländler auch in die Salon-. Hieraus entsteht, noch immer leise an die graziöse Formen Lieferet des barocken Menuetts an- llingend. der diedermeierische Walzer, den a'.s erster Fran.^ Schuber' 11 Wien juj d hob. Der junge und begabte Carl Maria von Weber war es. der dem kapriziösen Formenstil der neuen Musikgattung ein neues Element beifügte, das Pathos der Liebe. So tritt neben da- rein formale Moment eine inhaltliche, stoffliche Belastung. Arter feinem (Sinf.uft stehen die beiden Langer unb Johann Qtrauft (ber Aelterei, der letztere a's der eigentliche Der- treter der Wiener Tanzmusik. Diese Leute waren es. die dem Wiener Gefellschastsleben eine neue, völlig eigene Rote gaben: Die leichte Sentimentalität drs frühen Dt.'dermeierS. (SdiuberlsSchönbrunner Walzer.) Johann Strauß, schon ein wenig freier und kühner in ber Form, reifte mit feiner Musik nach Paris, wo er von bein für formale Dinge stets begelsterungssähigen Publikum enthusiasmiert auf genommen wurde. Sein 1824 geborener erster Sohn, Johann St rauh (ber Jüngere), ber Komponist des D^nauwalzerS und ber „Fledermaus", wurde der wahrhaft populärste Künstler seiner $eU. Die Wiener Gesellschaft nahm seine Tanze nicht als Mittel zum Zweck: sie waren Selbstzweck unb brachten ein nie wieder erreichtes Niveau in die Salons ber Wiener Gesellschaft, die nach den Klängen feiner Musik nicht nur im wirbelnden Dundtanz sich erfreute, fondern ebensosehr auch das Ohr an den einsehmeichelnben Melodien ergötzte. Bei Gelegenheit seiner groben Reifen, deren eine ihn auch nach Amerika führte, lieft sich Johann Straub durch seinen Bruder am Diri- gentenpull seines groben Orchesters veistrqien. Dein Brrrder Joseph fand dabei zur Musik zurück. Don ihm stammt u. a. der bekannte Walzer .Dorfschwalben aus Oberösterreich". Durch Jean Jaques Offenbach angeregt, begann Johann Straub sich für die Operette zu interessieren. Diele feiner Arbeiten sind heute vergessen. Das licgl nicht an ber Musik, sondern an den schlechten Teilen, um die sich Straub nie gekümmert Mietqesuche Zimmer in der Nähe b. Uni« öerütai von jimiem, fotitem Herrn für 'lUot dum, Juli ae- sucht. EtaeneS Beti evrl. vorOanben. 2t6rtf:L Angebote unter 21O4D an den (Hiefe. Anz erbeien. _ März« M , ete in Helfen Da» -e" Mwtsterium für Ar bett unb Wirtschaft gibt oeranm, bab für die Berechnung der März- Miete der bisher angewandte Prozentfay l4S <•<> ber Frieden-miete. wie im Februar» bestehen bleibt. Personalie. Ernannt wurde der 5tu- bienrat Dr. Paul Wolkewitz an dem G^m- nafium zu Mainz zum Studienrat an dem Realgymnasium zu Gieften mit Wirkung vom 16. Februir ab. WiederaufnahmedesPoftüber- to C4J u"9vverkehrs mit Ungarn. Am 1 Alärz wirb ber Postüberweilung-aerkehr mit bei Königlich Ungarischen Postfyar'affe '.a Budapest in beiden Äichtungen w.cbctaufgenommen. Demgemäß können Postschecklunden Beträge von ihrem Postscheckkonto in Deutschland auf ein Postscheckkonto bei der Postsparkasse in A Ravest uab umgekehrt die ungarischen Po' träge auf Postscheckkonten in Deutschland über- weifen. Die UeberWeisungen nach llnqarn. zu denen die innerdeutschen Postubcrwcisunqo or» druckc zu verwenden sind, lö.inm in deutscher oder ungarischer Währuna ausgestellt werden. Der Meistbetrag ist unbeschränkt. Die Gebühr beträgt für je 100 Rm. 5 Pfa.. mii.destens 20 Vfg. Mitteilungen für den Empfänger find auf dem Ueberweisungsabschnltt zugelassen Zin'mer zu Dcnmeien m?*» Eichwen 7 II Zwei Herren können I mitil 1mm mtr Pension erholten .m Roonstr. 86 v. Buntes Allerlei. Viu nencS Naturschutzgebiet bei Mnttfter. Gin vorbildliches Dogel- und Aaturschutzgk» lande ist. wie in den „5feimaff>!ättcrn der Roten Erde" mitgeteilt wird, nördlich von der Stadt M ü n st e r geschaffen worden. Hier dehnten sich bis vor einigen Jahrzehnten weite Heideslächen aus, die Kör- und die Gelmerhelbc. Rachdem der Dortmund-Gm-hasen-5^anal durch die- De biet hindurch geführt war, erwarb die Stadt Münster den größten Teil der Heideflächen unb verwandelte ihn in Ackerland oder Rieselfelder Einsichtige Ratur- und Heimatfreunde, die er kannten, tote wertvolle Schätze der heimischen Tier- und Pflanzenwelt dadurch der Dernich- tung aicheimzufallen drohten, gründeten einen Doget- und Raturfchutz-Derein. und die Stadt Munster stellte ihnen zunächst ein Gelände von 83 Morgen zur Anlegung eine» DogelschutzparkeS zur Verfügung. In den letzten Jahren wurde ein weiteret Teil der Heide, der sog. „H u r o n e n s ee". dessen romantische, für die Indianerspielc der Jugend günstige Wildnis zu diesem Romen Anlaft gc geben hatte, der Obhut des DereinS anoer traut, da er eine an vielen 2lrten reiche eigein Tier- und Pflanzenwelt birgt. Auch ein wei tereS Dogelschuygehölz für Freibrütcr wird an gelegt, um eine Musterstation für Dogelschuf in ber Provinz Westfalen zu schassen. Durcki diese zielbevuftt durchaefuhrten Arbeiten hat bei Verein ein vorbildliches Naturschutzgebiet geschaffen. Römische Ausgrabungen in Schwaben. (Nördlich von Augsburg, bei dem Städt* chen Mertingen lag das römische Sumo n t o r i u m, das die Straftenkreuzung der westöstlichen Donaustrafte und der norblüdlichen via Llaudia beherrschte. Hier hat man neuerbingt wichtige Funde gemacht. Aufter Graben- unb Mauerresten fanb man grobe Keller, in denen die Römer eine grofte Töpferei getrieben hatten. Vefäfte und Gefäftscherben wurden In groften Mengen entdeckt, selbst ber Brennofen ist wieder gefunden worden. Die bisherigen Funde — zirka hundert Kisten Töpferware, die mit Lastautos nach Augsburg abtranSportiert wurden - lassen daraus schliehen, daft cS sich hier um einen Grobbetrieh handelt. Ganz in nächster Rähe stieft man auf die Mauern eines römtschev Kastells. Statt jeder besonderen Anzeige Orden 2087D Bauerscher Gesangverein e.V 01784 2089c Gießen, Lieh, Zürich, den 26. Februar 1925. preio- 01782 Gail geb. Knorr Georg Gail Monatsversammlung mit Damen S8. IL 1925. *°75D Ein leeres Zimmer von berufstätiger, alleinstehender Frau gesucht. Schriftliche Angeb. unter 01761 an den Gieb. Anz. Antonie Dr. jur. und Am 25. Februar 1925 verschied unerwartet mein lieber Mann, unser treubesorgter Vater, Großvater und Bruder Suche Persönlichkeit, die auf Grund umfassender Kenntnis der Materie geeignet ist, jemand außerhalb der Vollanstalt ans daS Abliur uotAtibereiien. Gedacht sind wöchentL richtunggebende Stunden in allen in Frage kommenden Fü- chern. Adressen mit Forderungen an den Gtest. Anz. unter 20590 erbet. Freiherr August Löw von und zu Steinfurth und Freifrau Gertrud geb. Schirmer Carl Gail und Frau Augusta geb. Doscher und 3 Enkelkinder Die kirchliche Feier vor der Einäscherung findet am 28. Februar, vormittags 11 Uhr in der Kapelle des Alten Friedhofs statt. Bauerscher Go«.-Verein e.V. Heute abend 8*/a U. im Postteller.- Singstunde. Voll-. Erscheinen dringend ersorderL 3v92c Der Vorstand. Ritter hoher im fast vollendeten 71. Lebensjahr. Krisger-fereio Gielen Die Trauerfeier unseres guten Kameraden und Ehren- Mitgliedes Herrn Geh. Kommerz.-Rat Dr. Wilhelm Gail findet SamStag 11 Uhr auf dem Alten Friedhof statt Rege Be- tetltgunt, wünscht der Vorstand. 210-D tuett ausgeführt. A Rinsland aus dem Leben abberufen worden. Der Verstorbene war seit Gründung unserer Wehr stets um die Lebensfähigkeit und Erhaltung derselben besorgt und ließ ihr jede mögliche Unterstützung zuteil werden. Wir werden seinem Andenken ein warmes Gedächtnis bewahren. Die Freiw. Feuerwehr Rodheim a. d. B. Der Vorstand. Stadttheater Samötag,2«.Febr. Ermäßigte Preise! Bon 41/, bis fl1. Uhr Marionettentheater Die Bremer Stotzl musikaolen. Hierauf: mo[ nno Moritz. Lonntag, l. März, von 3'/, bis 6 Uhr: Minra von Barohelm. Lustspiel in 5 Aufrügen von Lessing. Von7' ,biS 10" ,U6r Der fireidefrels. Spiel in 5 Aki en nach dem Chinesischen von Klabund Bühnenmusik von chesfler. UnloerflWls- BeftonronL Dor und nach dem Theater warme und kalte Speisen 830a Fürstenberg-Dräu Frau Irene geb. von Benislawski Marianne Gail lransporte, sowie Sammelladungen nach allen Entfernungen, prompt und — Geheimer Kommerzienrat Dr. phil. h. c. Wilhelm Gail Am 25. Februar verschied plötzlich und unerwartet unser all verehrtes Ehrenmitglied Herr Geb. la b' Dr. Wilhelm Gail Wir verlieren in ihm einen eifrigen Förderer unserer edlen Sache, und werden wir ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Trauerfeier findet Samstag, den 28. Februar, vormittags 11 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt. Wir bitten unsereMitglieder um recht zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand. Nutzholzversteigerung Mittwoch, de« 11. Marz d. IS., von vormittags 10 Uhr an, wird im Saale „Zum Gambrinus" in Nidda aus »ev schiedenen Distrikten der Förstereien Ober- lais und Glashütten und den Distriktci Friedrichsberg 19, 22 und Schmitterhang 8 der Försterei Michelnau nachstehendes Nutzholz öffentlich meistbietend.persteigcrt' Stämme, Fm.: Buchen 5. Kl. 1 St.— 0,45, Aspen 4. Kl. 1 ©t = 0,28, 6. Kl. 2 St. — 0,48, Kirschbaum 6. Kl. 3 St.— 0,41, Lärchen 4. Kl. 1 St. = 0,74, 5. Kl. 18 St. —5,16; Kieferu-Schnittholz 2. Kl. 1 St. = 2,08, 3. Kl. 1 St.-0,48; Bauholz 3. Kl. 5 St. = 4,33, 4. Kl. 6 Zug-Pilger sollen sich nur nicht etn- bllben. aller Prüfungen und Kasteiungen enthoben zu sein. Kaum auS der Dohnhoshalle getreten, stehen sie vor den kleinen Apenninen, einem Gebirgszug, den der Dädeker nicht ver> zeichnet. Daher sicht man die Fremden hilfSlos Die die Hühner vor der geschlossenen Tür hin- und herlaufen. Alle Wege führen nach Rom? Bei allen Heiligen, die vom Bahnhof auS- laufenben Straßen offenbar nicht! Ratlose Sulenbriflen. Verzweifeltes Winken nach Automobilen, die höhnisch hinter einer von Granaten aufgewühlten Höhe verschwinden. Ent- schlossener Vormarsch krieg s gewohnter Zeitgenossen, fünf Minuten später eoenfo entschiedenes ^lebenblciben. Wild ausgebäumte Schienen, zer- irümmerte Denkmäler, ein Drodem von P»ch und Flammen. Dabei regnet eS in Strömen, Schlammbäche stürzen die Hänge herunter und vermuren die letzten Pässe. Hal denn niemand von dem gewaltigen Erdbeben gelesen. daS Rom heims uchte? Hat der PUger der roten SchnellzugS- rolster solchermaßen die erste Prüfung hinter sich, unter ortskundiger Führung zu seinem Hotel oder zur neuen Straßenbahnlinie der vier Basiliken sich durchgerungen, weiß er erst einmal, bah Kriegerdenkmal und Obelisk nur lebtet» vegen von dem Bahnhofplatz weggeschafft, nur ^ur Bequemlichkeit der Pilger Berg zu Tal gebracht wurde, ist er schließlich eingedrungrn in die Weisheit der beschaulichen Philosophie Les römischen Bürgers, die in der Gewißheit gipfelt, daß alle Stadtverschönerungen und Ver- kehrSVerbesserungen bis zu Ostern beendet sein werden, und wenn nicht bis Ostern, so bis Pfingsten, sicherlich aber bis Weihnachten — Bann hat er sich nur noch über wenige Erbsen tn Schuh zu beklagen. Als da sind: die Teuerung, die nächtlichen Konzerte der Kikerikis auf o-n Dächern (als permaienteErscheinung anstelle des historischen Gän egeschnat ers auf dem Kapitol), der nicht immer erwünschte Besuch gewisser Säfte, von denen ja aber schon Wilhelm Busch singt, daß mancher in diesen Dingen eine glückliche Ratur habe, und etwa noch der unvor- schriftSmäßigc Regen, Ein kolonialer Gedenktag Don Gouverneur z. D. Dr. Heinrich Schnee, M d. R. Am 21. Februar jährt sich zum vierzigsten Wale der Tag, an welchem der Deutsch-Ost- afrikanischen Gesellschaft der kaiserliche Schuhbrief für Deutsch-Ostafrika erteilt wurde. Damit ukurden die Erwerbungen, welche Dr. Karl PeterS in Ostafrika gemacht hatte, unter dem Schuh beS Deutschen Reiche- gestellt. Fürst Bismarck fügte dem Kolonialreich, dessen Begründung er im Vorjahre begonnen hatte, die größte und wertvollste afrikanische Bcsihung hinzu. Es begann die kurze, aber ruhmreiche Geschichte Dcutsch-Oltafrikas. Die Verwaltung durch eine Gesellschaft erwies sich nach kurzer Zeit angesichts der gewaltigen Schwierigkeiten. welche ein Lropenland von dec doppelten Größe des Deutschen Reiches mit einer schwarzen Millionenbevölkerung bot, nicht al« auSsührbar. Die Araber erhoben sich, als sie sich in dem bisher betriebenen Sklavenhandel bedroht sahen, im Aufstande. Hermann von Widmann schlug die Rebellion in schnellem Anlauf nieder. Dann übernahm daS Deutsch« Reich die Verwaltung. Die Hauptaufgabe war zunächst die Befriedung des großen Lande«, in dem beständige Kämpfe der Eingeborenen untereinander jede wirtschaftliche Entwicklung verhinderten. Das ging nicht ohne Kämpfe ab. Jene kriegerischen Stämme, die Wihehe. die Wangoni. die Wassai und andere Dölker, deren Existenz auf Eroberung und Raub gestellt war. fügten sich nicht ohne weiteres in die neue Ordnung der Dinge. Untere Schuhtruppe, zum Teil aus Sudanesen, aber allmählich in immer größerem Maße aus Eingeborenen der Kolonie fefbft au- sammengeseht, hat unter der Führung deutscher Ossiziere und Unteroffiziere bisweilen schwere Kämpfe zu bestehen gehabt. Schließlich aber war daS Ziel erreicht. Der Frieden war hergestcllt. Ruhe und Ordnung herrschten in der Kolonie. Zn Den beiden FriedenSjahren vor dem Weltkrieg. während deren ich als Gouverneur die Verwaltung der Kolonie leitete, ist In keinem TeU derselben ein militärisches Vorgehen nötig gewesen. Dasselbe galt bereits für einen großen TeU der Amtszeit meines Vorgängers. Der Befriedung folgte die Srfchließung und Entwicklung der Kolonie. Da in einem großen TeU deS Landes, besonders in den küstennahen Bezirken, das Vorkommen der Tsetsefliege daS Halten von Zugtieren ausschließt, so war der Transport auf die Köpfe ober Rücken von Trägern angewiesen. Ein solcher lohnte über große Sntsernungen nur bei hochwertigen Produkten wie Kautschuk und Elfenbein. Erst der Dau von Eisenbahnen, der bis zum Kilimandscharo führenden Usambarabahn im Rorden und der die Kolonie durchquerenden bis zur Westgrenze reichenden Tanganjikabahn in der Mitte gestattete den MassentranSport von Produkten aus dem 3nnern. Handel und Plantagenbau nahmen schnell zu. Mit dem Ausbau der Eisenbahnen entstanden in manchen von ihnen erschlossenen Gegenden ausgedehnte Plan- tagengeblete. 3n den Höhengebieten des Inneren, besonders am Kilimandscharo und Beruberg. ließen sich Deutsche und Buren als Farmer nieder. 3n Den letzten Iahren vor dem Kriege nahm die wirtschaftliche Entwicklung einen schnellen Aufstieg. Der Außenhandel Deutsch- Ostafrikas betrug im 3ahre 1913 89 Millionen Dokdmark. etwa daS 2* ,sache deS Handels sieben Iahre vorher. Die wichtigsten Ausfuhrprodukte waren. Sisalhans, Kautschuk. Häute und Felle, Baumwolle. Kopra, Erdnüsse, Bienenwachs, Kaffee. Gold. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung ging Hand in Hand die Sorge für die Eingeborenen. Sine unparteiische Rechtsprechung trat an die Stelle der früheren Will- 'ürherrschaft. Die Eingeborenen wurden gegen Bedrückung und Uebervorteilung geschätzt. 3n der De kämpfung der Seuchen, welche früher die Eingeborenen dezimiert hakten und Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Sreitag, 27. Zebruar 1925 In Der Gesundheitspflege wurde Hervorragendes aeleiftet. ebenso im Schulunterricht. Für die Verbreitung deS Christentum- waren zahlreiche Missionare beider Konsefsio- nen mU Erfolg tätig und hatten eine groß« Zahl von Missionsschulen errichtet. 3m August 1914 wollten wir In einer großen Landesausstellung in Daressalam der Welk zeigen, was in einem knappen Menschenalter in Deutsch-Ostafrika an KolonlfalwnSarbeit geleistet war und welchen Wert unsere Kolonie Darfteilte, als der Weltkrieg ausbrach und der Entwicklung einen jähen Abschluß bereitete. 3n Dem Kriege haben wir die Früchte unserer Tätigkeit geerntet in der Treue, welche die Eingeborenen uns bis zum Schluß bewahrt haben. Sie haben für uns als Aslan gekämpft, sie haben für uns als Träger die gewaltigen Transportleistungen willig vollbracht, welche zur Kriegführung und zur Erhaltung der europäischen Bevölkerung notwendig waren, sie haben alle die Arbeiten ausgeführt, ohne welche wir den Ersatz für die sonst über See eingeführten Bedarfsartikel nicht Hutten beschaffen können. HnD bann sind schließlich, als wir im letzten Teile des Feldzuges die Kolonie verlassen und nach Portugiesifch-Ostasrika ziehen mußten, treue Askari und Träger in großer Zahl mit uns gezogen und waren noch mit uns im Felde In Rhodesien, alS uns die Rachricht von dem in Der Heimat abgeschlossenen Waffenstillstand erreichte. 3n dem Versailler D i k t a t f r i e d en wurde Deutschland unter Bruch der vereinbarten Friedensgrundlage der Wilsonschen 14 Punkte der Verzicht auf seine sämtlichen überseeischen Besitzungen aufgezwungen. Deutsch-Ostafrika wurde zum größten Teil unter englische- Mandat gestellt, der Rordwesten. die Sultanate Ruanda und Urunbi umfassend, fiel an bie Belgier Die Wirtschaft ging unter der Mandatverwaltung zurück. Schlimmer noch war. daß bie Seuchenbekämpfung und Die Gesundheitspflege der Eingeborenen vernachlässigt wurden, und ebenso Der Schulunterricht zurückging. Alle Deutschen wurden auSgetrie- b c n, ihr Eigentum beschlagnahmt und (i- q u i b i e r L Reuerdings haben einige deutsche Missionare wieder in die Kolonie zurückkehren dürfen, aber die Ginreifebeschränkun- gen für Deutsche bestehen noch und sind erst kürzlich auf 6 weitere Monate verlängert worden. GS ist ein unerhörter Zustand, daß die englische Regierung zu derselben Zeit, zu der sie einen auf Gleichberechtigung begründeten Handelsvertrag mit dem Deutschen R ich abgeschlossen hat, Deutschen die Gleichberechtigung in unserer eigenen, unter englischer Mandatverwaltung stehenden Kolonie verwehrt. Unsere Regierung muß alles daran setzen, um diesen entwürdigenden Zustand zu beseitigen. Trotz Der gegenwärtigen Lage dürfen wir bie Hoffnung auf den WiedererwerbDeutsch- Ostafrtkas wie überhaupt von Kolonialgebieten nicht aufgeben. Es handelt sich bei Deutschlands Drang nach Kolonien um Rotwendigkeiten des Dölkerlebens. dem sich auf Die Dauer jene selbst an Kolonialgebieten übersättigten Rationen werden entziehen können, die unsere Schutzgebiete als Mandate an sich gerissen haben. Deutschland ist übervölkert. Es muß einen AuSlaß haben. GS vermag nur etwa zwei Drittel seiner Bevölkerung auS dem eigenen Grund und Boden zu ernähren. Es muß eine überseeische Erweiterung seiner zu schmalen Bodengrundlage erlangen, um bie zur Erhaltung jenes letzten Drittels, etwa 20 Millionen Menschen, erior- bcrlichen Rahrungsmittel und Rohstoffe auf eigenem Boden erzeugen zu können. Daß nicht alle englischen Staatsmänner sich jene kurzsichtige Ko- lonialpolikik des Opportunisten Lloyd George zu eigen machten, hat das kürzlich ver- öfsenllichte Tagebuch deS englischen Kriegs- botschasterS in Paris, Lord Bertie, erkennen lassen, nach welchem Winston Churchill, damals wie auch jetzt Mitglied des englischen Ka- binettS. im Herbst 1918 Deutschland einen Teil von Ostafrika zurückgeben wollte. Wenn auch dieser keineswegs aus Deutschfreundlichkeit, sondern aus dem weiten .Blick eine- Staatsmannes hervvrgegangene Gedanke sich damals nicht hat durchsetzen formen, so liegt doch schließlich in den Tatsachen selbst eine zwmgenbe Logik. Es liegt im 3n t ercf f e der übrigen R a- t i o n e n. dem innerhalb zu enger Grenzen in der Mitte SuropaS zusammen gepfercht en deutschen Dolle, da- beständig yanimmt. nicht die Möglichkeit abzuschneiden. sich auf eigenem Boden über See bie notwendige Erweiterung seiner LedenS- grunblage zu schaffen. Was i isbesondere Deutsch- Ostafrika anbelangt, so geben uns unsere in biesem Lande vollbrachten Leistungen einen u n • verjährbaren Anspruch da. aus. unsere größte und wertvollste Kolonie zurückzuerlangen. Soziattsierunysbestrebungen im Heilwesen. Dom ..AerAteverband" wird unS geschrieben: Die sozialistische Preise versucht im ganzen deutschen Reich unter dem Titel „Reue Formen der ärztlichen Versorgung der Versicherten" ein System Der Behandlung bet Versicherten zu propagieren, das Den Absichten und Bestrebungen bes Erfurter Programms der Srziald.-mvkratie auf ©oualificrung des Heil- wesens voll entspricht. Es handelt sich hier um sogenannte Ambulatorien, in denen die Kranken von fest angestellten Aerzten Der Krankenkasse behandelt werden. Diese Ambulatorien sind in Der!in durch Veranlassung der sozialistisch geleiteten Krankenkassen al« Kampfmahnahme gegen die Aerzteschaft in« Leben gerufen worden und bie Propaganda der sozialistischen Presse tm Reiche will denjenigen, die bie wahren Verhältnisse nicht kennen, ein Gedeihen dieser Institute Vortäuschen, die die Ablehnung durch die Aerzteschaft erfahren haben und sich daS Wohlwollen der Berliner Bevölkerung keineswegs erringen konnten. Durch Worte und gestellte Bilder ist es natürlich sehr leicht, einen angenehmen Schein vorzutäuschen, aber dem Versicherten tnirb in diesen MafsenverarztungSinstitulen durch angestellte Aerzte sein wesentlichste« Recht, das Recht der freien Wahl des Arzt es seines Vertrauen« genommen und er wird immer mehr zu einer Rümmer in Der Krankenversicherung, abgesehen davon, daß ein schönes Instrumentarium. ein angenehm eingerichteter Raum allein keine Gewähr bietet für eine sorgfältige, von menschlicher Anteilnahme erfüllte ärztliche Behandlung. Es kommt dazu, daß eine derartige zentralisierte Revierstube für Massen Verarztung nur tn Großstädten denkbar ist. Durch die neue ärztliche Versorgung mit Hilfe festangestellter vom Kassenvorstand abhängiger Aerzte sind die Kassenbureaukraten noch weiter imstande, nach rein wirtschaftlichen G e° sichtspunkten dem Arzt vorzuschreiben, ob und wen er krankschreiben und wieviel Arznei er verordnen darf. Eine solche Abhängigkeit Der Krankenversicherung von rein wirtschaftlichen Erwägungen bedeutet eine Gefahr für bie Versicherten und für die Volksgesundheit. Die neue Form der ärztlichen Versorgung für die Versicherten stellt eine Verschlechterung des bisherigen Zustandes und eine Verkümmerung der alten Rechte der Versicherten und des freien Arztes bar, ber das Recht behalten muß, allein nach ärztlichem Recht und Gewissen sein Urteil abzugeben. Aus der Provinz. Xlnnbtrciö Wietzen. £ Wieseck, 25. Febr. In der jüngsten Schulvorst anDssihung beschäftigte man sich eingehend mit einer Reihe Fragen, die alle mehr oder minder im engsten Zusammenhänge standen und bie Sorge um unsere Iugend betrafen. Die Verordnung über das Alkoholverbot f ü r Personen unter 16 Iah - r en fand allseitige Zustimmung, ebenso der Wille deS Kreisschulamts, auf die schärfste Durchführung dieser Verordnung bedacht zu sein. Pflicht Ab und zu kommt es nämlich vor, daß auch in der ewigen Stadt ganz ordinäres Wasser vom Himmel herabfällt. Dann verschwinden alle die zauberhaften Bühnenbilder, Die sich der Nordländer von dem .lachenden Rom" im .heiteren Süden" zu machen pflegt, in der Versenkung und es taucht auf da s andere Rom. Die Stadt des Schlammes, wie sich, eS ist kaum zu glauben, der sonst so lammsgeduldige Quinte in der Zeitung entrüstet. Da üb»r- zieht eine gleichmäßig, aber dick aufgestrichme braune Sülze Weg und Steg, die Schaufenst:r werden, da ber Fußgänger als Kotfänger einfach seiner Aufgabe nicht gewachsen ist, btS oben hinauf vollge'pritzt, in den engeren Straßen und ausnahmslos in dem gesamten gehsteig- losen Gewinkel der Altstadt herrscht ein einziges quiefiged Brausebad. Dafür wird man freilich durch das verblüffend funktionierende jedem Romkenncr vertraute Phänomen entschädigt: zwei Regentropfen genügen, um die Straßenbahn zum Stillstand zu bringen, beim zehnten geht daS elektrische Licht auS. Auch dann, wenn es nut in der Campagna regnet DieS also wäre der gerechte Ausgleich zwischen den Bevorzugten der Pilgerzüge auf Rädern und den Mühseligen der Pilgerzüge auf den Landstraßen. Da läßt der Himmel nicht mit sich markten, lind eS ist rührend zu sehen, wie einträchtig triefend sich Dann alles in den Kirchen zusammenfindet. Sulenbrllle und Knotenstock. Kopftuch und Tropenhelm. Vielleicht ist da« überbauet daS Schönste an den römischen Kirchen, diese Ausgleichung sozialer Gegensätze, diese familiäre Vereinigung aller Rassen und Völker. Da gibt eS keine reichgeschniyten Stühle vornehmer Patrizier, keine Kanzeln für hochmögende Träger äußerer Würden, keine Rangunterschiede in Der Behandlung der Gäste. Rur für die verschiedenen Sprachen ist der Beichtstuhl ein anderer, nur Das Weihwalierbecken scheidet Katholiken und Andersg^äub ge. Es kommen Heiden und Iuden. Buddhtsten und Sonnenanbeter. Mohammedaner. Freigeister, Verehrer von Brahma und Fetisch^, und alle stehen Schulter an Schulter und Kops an Kops — denn es gibt überhaupt ferne Stühle in Den vier großen Basiliken. Deren Raum gewinnt daher an Weite und Wucht. Da« Kopf-an-Kopf und Schulter-an-Schulter will freilich cum grano falls verstanden fein. Iedesmal. wenn man in bie Peterskirche kommt, erfchüttert auf« neue bie Leere darinnen. Diese unfaßbare Leere im größten Tempel der Christenheit. von dem man annehmen möchte, er müsse trotz feiner gewaltigen Ausnahme Mühe haben, den täglichen Zustrom Der Gläubigen au« der alten und der neuen Welt zu fassen. Mella! Ist hier nicht das Mekka von Katholiken und Protestanten ? Die Antwort, bie von den pompösen Wänden hallt, hallt, daß man seine eigene Stimme fürchtet wie in einem leeren Zimmer, wird Durch die Mufeumserscheinung der paar Besucher, die sich zwischen den mehr oder minder künstlerischen Grabdenkmälern der Päpste verlieren, in ihrem hohlen Klang noch verstärkt, ülnd sie lautet nicht viel anders in St. Maria Maggiore, ber größten der über achtzig Mnrienllrchen Roms, die auch nach Der wundersamen Legende Maria int Schnee heißt, nübt anders tn der Paulskirche vor den Mauern und ber Iohanneskirche am Lateran. Den vorgefchriebenen, sündenlösenben Pilger- gang durch diese quattro basiliche zu erleichtern, hat die fürsorgltche Stadtverwaltung. d.e willig auf alle Anregungen des Vatikans eingeht, zwei besondere Linien eingerichtet, die 37. und 38. Wer e« also eilig hat, kann für 2 Lire die ewige Stadt nach allen Himmelsrichtungen bis Au den entlegensten Punkten durchkreuzen. Bis letzt aber sind diese Pilgerwagen Die einzigen geblieben, an Denen keine grappoli, die schrecklichen römischen Menschentrauben hängen, die fast täglich ihr Opfer fordern. Wenn auch Die ersten Pilger schon im Dezember cintrafen, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein Sonderzug noch kein Anno Santo. Die berühmten Hculchreckenschwärme müssen erst noch kommen. Man erwartet sie nun für Ostern. Klopfenden Herzens, Denn blieben fic auS — Mamma mia, welche Pleite! Ist doch aus jeder bescheidenen Dreizimmerwohnung eine Pension oder wenigstens etne Dependance geworden, stiegen doch die Preise m Erwartung deS Goldregens sogar über den Valuta stand hinaus. Das Kilo Fitch auf der meerumschlungenen Halbinsel dreißig Lire! Drei Lire das Brot, die Orangen, sauer und klein, tticht zu bezahlen. Was Wun- der. wenn bie großen Alberghi Tagespreise bis zu 300 Lire für angemessen — hielten? ilnb jetzt kann man in den blitzsauberen, ad hoc geschaffenen Pensionen enttäuschter Privatunternehmer schon für 35 Lire leben. sticht nur de« gesamten Schulvorstande«, sondern jede« Erwachsenen, der Empfinden für das Wohl unserer Iugend bat. ist e« In bl cf er brennend wichtigen Frage mitzuhelfen Es gebt um untere Zukunft. eS gilt, unter kostbarstes Gut. die Iu- qenb. dem Teufel Alkohol und dem movalUchen Verfall zu entreißen. Hand in Hand mit diesen Gefahren geht da« andere Gespenst: die Locke- rustg ber einfachsten sittlichen Be - griffe. Erschütternde Bilder wurden aufnerolh. Drei Schülerinnen mußten aus der Fortbilbun's- schule entfernt werden! Wern blutet da nicht DaS Herz, wenn unsere Iugend ihr köstliches Gut eben ihre goldene Iugend. so mit Füßen tritt? Hilfe tut dringend not Ganz besonder« die Hilfe «auS Dem Elternhaus. Denn ohne DtMc Hilfe ist alle Arbeit und Mühe umsonst All nur mögliche soll versucht werden, die unhaltbaren Zustande zu ändern. Es muß aber auch aufgeräumt werden mit dem bösen Willen in manchen Elternbäusern, Den B e st r eb ungen ber Fortbildungsschule sich feindlich gegen- überzustellen. Soll man es für möglich bitten Daß * e« erwachsene. Denkende Menschen gibt, Die in Der Behandlung von .Romeo und Iulia". Die in ber denkbar feinsinnigsten Art durchgefübrt wurde, oder in Dem Abbalten eine« KurfeS in Der Säuglingspflege durch Schwester Raget (Der übrigen« auf Anordnung des LanieSbildungsamtS stattfand und nicht dezenter und abqeftimm’cr auf das kindliche Gemüt eingestellt werden konnte! eine sittliche Gefährdung der weiblichen Iuqend erblicken können? Sogar gegen Die unschuldige Kochschule wollen Die Wühlarbeiten nicht ruhen. Zunächst soll versucht werden, auf die Eltern einzuwirken. Zu diesem Zweck sollen die Eltern der jetzt zur Entlassung kommenden Schüler und Schülerinnen zu einer Besprechung mit dem Schulleiter clnqelabcn werden: dem soll eine Besprechung mit Den Eltern der Fortbildungsschulpflichtigen folgen. Wie weit der Wille des Schulvorstandes gebt, in dieser Frage reinen Tisch zu machen, erhellt aus ber Tatsache, daß man letzten Endes auch nicht davor scheut, bei allen in Betracht kommenden Instanzen die Verlegung einer Gen darmeriest ation nach Wieseck zu beantragen. Wenn der gute Wille nicht erkennbar ist, muh eben Gewalt angewandt werden. — Die übrigen Punkte der Tag'Sordnung wurden verhältnismähtg schnell erledigt. Verschiedene notwendige Reparaturen an den S chul- häusern und in den Schulsäle n sotten beim Gemeinderat beantragt werden. — Auf die ausgeschriebenen 2 Lehrer st eilen hatten sich 22 Bewerber gemeldet. Rach einer kurzen Aussprache wählte man zwei Herren, die Familie haben, um ihnen Die Durch die Rähe ber StaX gebotenen günstigen Ausbildungsmöglichkeiten für ihre Kinder zuteil werden zu lassen. — Auf Der demnächst ftattfinbenben Schulvorstandsfiyung soll die Durchführung Des Diesjährigen 3u- gendfefte« beraten werden. • Rödgen. 26. Febr. Bei der Holzfub- Mission auf dem hiesigen Bürgermeist er amt wurden folgende Höchstgebote abgegeben: Eichenstämme 3. Kl. 48,50 M5, 4. Kl 32,26 Mk.. 5. Kl 38.20 Mk., 6. Kl 38,10 Mk., Kiefernstämme 3. Kl 38.50 Mk.. 4. Kl. 27 Mk., 5. Kl. 22 Mk.. Fichten' ftämme 2. Kl. 41,60 Mk. 3 Kl. 32,52 Mk., 4 Kl 29,52 Mk., 5. KI. 26,52 Mk., 6. Kl. 24,07 Mk. je Fest meder. Bg. Grohen-Bufeck. 26. Febr. Bei ber heutigen Holzversteigerung machte sich ein großer ilnterfdjleb m ber Preisgestaltung bemerkbar. Während Buchenscheiter am Vormittag je Rm. mit 19 Mk. bezahlt wurden, fiel der Preis am Rachmittag bis auf 12.50 Mk.. 5 Rm. Reiser galten vormittag« Durchschnittlich 20 Mk., nachmittags 10 Mk. — Der Gesangverein.Ger- manla“ veranstaltete am Sonntag und Dienstag sein diesjähriges W i n t e r f e ft. Am Sonntag gelangte nach einer mit großem Beifall aufgenommenen Ansprache des Vorsitzenden K. B o n a r i u s neben drei Chören und einem Quartett das recht gut gegebene Lustspiel „Die Alpenblume" zur Aufführung. Der DienStag war dem Konzert gewidmet. Unter Leitung Denn die ersten Pilger, die Ausländer und Die einheimischen Bauern, kommen dort nicht hin. Die ersteren absolvieren ihr Sehenswürdig- keitenpensum einschließlich llnterfunft wie alle Iahre. Die wahren Pilger aber schlüpfen In Klöstern und irgendwelchen Masfenquartieren unter. Die Fremden erledigen d e Basiliken wie die Seufzerbrücke, die blaue Grotte auf Capri ober bie Pyramiden, spiegeln die Deckengemälde herunter, werfen sich, das berühmte Säulenecho der 3ohanneskirche herauszufordem, allerhand originelle Redensarten zu: Bonjour, mon ami, cornment vou« poriez» vouS? — Bien, et vous? Do you love me? — O my sweethearl! Ra, wat sagen Se nu? — Einfach platt! Die Landleute Dagegen bekreuzigen sich einmal über das anderemal. können Viertelstunden^ lang auf dem falten Stein knien, fühlen sich hingetragen in eine bessere Welt auf den rosa Wolken eines himmlischen Chorgesanges. Dann fingen sie selber auf Anleitung ihres Führers ergreifend schlicht klingt c« in all dem Prunk HnD bevor sie Sankt Peter verlassen, küssen sie den Fuß seines bronzenen Standbildes, ber unter dem inbrünstigen Hauch unzähliger Lippen im Laufe der Iahre schon bis auf die Zehen- wurzeln eingeschrumpft ist. Ob sie nun, verfolgt von Postkarten- und Mosaikenhänblern, mit einem rotgebundenen oder einem tn sieben Sprachen schwätzenden Führer kommen, oder ob sie nur die Führung ihreS Herzens kennen, für alle bedeutet der Empfang beim Papste den Höhepunkt. Den feierlichen Qlb> schluß Der Romfahrt. HnD Der Heilige Vater Darf In diesem S^ensjahre keine Müdigkeit kennen. In dem Augenblick, wo der Frscherring aufblitzt, fei eS in Drivargemächern. im großen Empfangssaal oder Drunten im S Damafa-Hose ist seine erhabene Gestalt Brennpunkt kritischer Blicke. 3eher will sich eine persönliche Meinung über den Statthalter Christi bilden, jeder sie Dem andern bekannt geben. Das hält Paderewski nicht anders wie Iack'.e Cvogan. ber grob: Staatsmann genau so wie Herr Lehmann. Schon der Februar aber bringt 153 Sonderzüge. . . älebrigens hat der Regen schon wieder aufgehört. Die Mimosa blüht und betäubend Duften Die Rarzissen an der Dia Appia wie an der Spanischen Treppa seinös Dirigenten Xatfen von Diehen brachte Ser Verein eine grobe Zahl Chore in vorzüglicher Weise zu Gehör. Auch die Quartette fanden reichen Beifall. Dem Konzert schloß sich ein Tanz an. • Londv rf. 26. Febr. Bei der heutigen Ho Izversteigerung des Forstamts Rabenau wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheit 12,80 Mk., Eichenscheit 11.20 Mk., Buchenknüppel 8,90 Ä. EichenknüppÄ 4 Mk., Lärchenknüppel 3 Mk., Kiefernknüppel 4,50 Mk., Fichtenknüppel 2 Mk., Duchenreisig 1,30 Mk.. Eichenreisig 0;50 Mk., Buchenstöcke 5,20 Mk., Eichenstöcke 2,60 Mk., Kiefernstöcke 0,80 Mk.» Fichtenstöcke 0,40 Mk. je Dm. t Grünberg, 26. Febr. Aus der jüngsten GemeinderatSsihung ist zu berichten: Die von Dauinspektor Seim p'-oi^kt'erte Straße zwischen Franffurter und Schul'trahe — Atsch!. Bismarck- bzw. Bahnhofstraße wurde gut- geheißen und soll zur Genehmigung emgereicht werden. Auch d s seinerzeit zurückqestellte Baugesuch von Jäger wurde genehmigt mit dem Anfügen, daß sich der Dau der neuen Projektierung anpassen muß und daß die Stadt für Wasser, Licht u. a. m. nicht CD 0) 55W. 35., ca :: Mäusburg 3 :: 55 55 55 3 xr CD 2 to cn cf> 3 cD CC CD v> CO Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen zeigen hocherfreut an Wilhelm Wolf und Frau Selma, geb. Klein . Apfelsinen süß und saftig Modernes 1*1 für Heilgymnastik fleiuöbnlicbeWannei hader von 8 UüC vor m. bis 9 Uhr abends sowie?mitt' tnno von 8 bis 1 Ubr vornnnagS 5t C Ang. Bues staatl.gevrüsterHeil- aebnfe Walltorstr. 38 pari Hamburger-K affre-Lager ThamsLGarss Rohkaffee belesene Ware fräfiig im Geschmack Pfund 2.80,3.60,4.20 KaffeeMischurra iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiii zar Stehen örti tüchtige veriäuserinnen der Kolonialwaren-. Konfitürenbranche für dauernde, selbständige Stellung gesucht. Schriftt. Angebote mü Zeugnisabschriften und Lebenslauf unter 01726 an den (Bieft- Anz. >iüiiii!iiiiiiiLii!iiiiiiiiinmnuiiinniiiinHnii!iiii!iiiiiiiiHin Arbeitsgemeinschaft der Militär-u.Regiinentrvereine Bietzen. Am 7. März, abends 8 Uhr, findet im Saalbau Sauer em Lichtbilderoortrag von Herrn Kamerad Bankdirektor (Brieftbauer — 222er — über „Die Luftfahrt im Krieg und Frieden" für die Mitglieder der unterzeichneten Vereine statt, zu dem hiermit alle Kameraden mit ihren Angehörigen herzlich eingeladen werden. Eintritt frei. Beitrag für Unkosten, Musik usw. pro Person 50 Pf. Etwaiger Ueberichuft dient wohltätigem Zweck. Karten sind bei den Vorsitzenden der unterzeichneten Vereine bis spätestens 2. März abzuholen. Arbeitsgemeinschaft der Militär- u. Regimentsvereine in Bietzen: Verein ehem. 115er, 116er, 116er Landw., Off.-Verein ehem. 116er, Off.-Verein ehem. 116er ' Landw., Verein ehem 118er, 168er, Off-Verein 1914, I Artillerie-, Garde-, Pionier-, Marine-, Kriegerverein, Deutsch. Off.-Bund, Verein ehem. 222er, Reichsbund I j. Frontsoldaten, Öff.-Vereinigung Res.-Jns.-Rgt. 254, ! Leibdragoner 24, Kavallerie-Verein und Verein 2b°-0 V» Pic>. P'cket 3 °/» ' P'd. Paket 70^ 509' . Pfb. Paket 110 ) Tauroggen. te Nom Boris rat feiner Mm in 3 Akten von Maximilian Böttcher. Die Aufführungen dieses vaterländischen Festspiels aus Preuhens Not und Erhebung finden statt im großen Saale des Schützengartens zu Wetzlar in der Zeit vom 1. bis S. Marz, täglich abends 8 Uhr, am Sonntag, dem 8. Marz, nachmittags 3 Uhr und abends 8 Uhr: ferner 2 Schülervor- stellungen am 1. und 4. März, nachm. 3 Uhr. Mirwirkende: ca. 70 Personen, Mitalieder und Freunde des Wetzlarer KriegeroereinS. Gute Miluarmufik. 2V71D MM» . Md.. 23 , 5MMMNS H MS 5 Al... MdR MU!l..Md...E IterKaffee ist stets frisch und von vorzüglicher Qualität Röstkaffee rein im Geschmack '.Pfund 854, 70) feinste Mischungen '.«Pfd. 90, 110, 125^ Kakao Pfund nur 70 Tee ' .Psd. 130.110,901 1 /, Flasche WogneÄl.20 Rbeinwein AnlMbllMk 1.25 MMttkl... 1.50 Maga Südw. 4 2.25 5llA> Siww... 2.25 Tarragona „ . . . 8.85 mit Steuer und (8la? bmwujöö? Bpeife h 3 To«. 85 Stern s $at. 65, ÄIIÄm.55 M......40. M (siuo.. 45 (Blut) .. 60.; 55M ('«lut) . . 70 K-Z ‘’S***- ein "s auf ^'fche 2? W !Ö die & k CCn M nur S*1 Qu-9 ®aiuZ v«rJ dar. ^lu"9 H E. ^'n'itraq aut x». l'8c Htecle btftimmt (4 u. , '°K° cL' SÄ Ä*. *r. iian. DwK't Oktebn 1923 " tzLlte- Hai de» >eno mmen. 8^ ern vir- fazmi Ae- Wig nz gegeben. L, 26 3ebr. iugrnd.lchen $huf- l«t Wt, der bti eilen erbrochen “ jum Anlauf txm « Freunde vervwtet lr-ye Schloff,r- Maskenball das । für tixitae Marken, chosfen, erbrach,, Uschen und «er überrasch« und W- ter hatte den Wall m Burschen rcha in hielt er ihn« «n« d damit auch solange angehörigen die Pvli- In Mainz tourte» liebe fest genommen, hlreiche Werten- B te Mim )et im Saalbau Sauet iwerad BanKdireKlor »£uftfabrt im Krieg btr unterzeichnrlen iamerabcn mit ihren erben. (Eintritt frei- pro Person 50 Vf- gern 3mA. Karten ichneten Vereine bti nt)okn. ^eMecksvereine «t.iwre* itrtiit efjent IW ,t o^Sertt»!^ ‘in^/Ärieger«* S-^s QßOi M Wikll IM $*• itffBS in» -S6te en* >ige löte ns- Inf. Illllfl ttff* u Vetzlar r?**Ä 15iS s?-1e ■ toiar- Sander- iogeboi. linfler- SMmple schwarz bw. starke Qualität Serie I. 45 p, Serie II. Or. 4—6 65 p,. Serie III. Or. 7—8 85 Pf Serie IV. Or. 9—11 95 pf. McMt für Damen und Herren ohne Rücksicht auf früher. Preis jedes Paar 95 pf. 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Der Gedanke, die Rentenbank in eine 2ten^ kenbank-Kreditanstalt umzuwandcln dzw. neben der Rentenbank, die in Liquidation getreten ist. eine lediglich den landwirtschaftlichen Ärebit* »wecken dienende Kreditanstalt zu gründen, entspringt bekanntlich der Rotwen^igkeit. die durch die Rentenbant der Landwirtschaft übermittelt en Kredite von etwa 870 Millionen, innerhalb dreier Jahre vom 1. September 1924 ab. abzudecken. Ta hierdurch die Landwirtschaft in eine schlimme Lage geraten wäre, muhte man eine Stelle f(paffen. die der Landwirtschaft die zurückgezahlten Kredite auf8 Reue gewährte Das Gesetz über die Liquidierung des Umlaufs an Rentenbank- scheinen lieht infolgedessen auch diese Gründung im § Q bereits vor und regelt auch die Frage der Mittelbeschaffung für dieses Institut. Dieser S a bestimmt hah die Rentenbank ihre verfüg- baren Mittel, soweit darüber in dem Gesetz nicht anderweitig verfügt ist. dem neuen Institut zur Verfügung stellen kann, weiter erhält es jähr- lid) bis zu 25 Millionen aus der Verzinsung der Rentenbank-Grandschuld Rachdem bereits im Rovember v. 3. ein entsprechender Gesetzentwurf vorgelegt war. über den man sich jedoch im Reichsrat nicht einigen konnte, wurde bekanntlich die Rentenbank-Dreuhandstelle errichtet, um eine Möglichkeit zu haben, die Derfügbaren Mittel der Rentenbank der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Ls liegt nunmehr dem Reichsrat ein neuer Entwurf eines Gesetzes über die Errichtung der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt vor. Die Aufgabe des neuen Institutes, das als Dachgesellschaft gedacht ist, also, ohne direfte Geschäfte mit den Kreditnehmern zu machen, sich der bereits bestehenden Organisationen für die Flüssigmachung des landwirtschaftlichen Kredites bedienen will, ist zweierlei Einmal will das neue Institut den Personalkredit für die Landwirtschaft beschaffen, der nach dem Verkauf der Ernte immer wieder abzudecken ist. Diesem Personalkredit sollen die eigenen Mittel des Institutes, die bis zu der Höhe von 500 Millionen anwachsen können, dienen. Vermittler für diesen Personal- lredit werden in erster Linie die Preuhenkalle und die Genossenschaften sein. Andererseits will die Rentenbank-Kreditanstalt auch für den Real- lredit der Landwirtschaft forgen, der der 3nten* slvierung der Landwirtschaft und der Deschasfung der Betriebsmittel dienen soll. Zur Flüssigmachung dieses Kredites ist beabsichtigt, im Aus- land Schuldverschreibungen auszugeben. Der Realkredit wird der Landwirtschaft vermittels der Hypochekenoanken und landwirtschaftlichen Danken zugeführt Diese Institute treten als Vermittler auf; sie besorgen die hypothekarische De- faftung und geben der Kreditanstalt entweder Pfandbriefe oder die Hypotheken selbst als Sicherheit. Die Sicherheit gegenüber dem Ausland ist dadurch eine dreifache, erstens die dingliche 'Belattung des Kreditnehmers, zweitens Die Pfandbriefe der Vermittler-Banken. drittens die Kreditanstalt selbst Ein Absatz der Schuldverschrei düngen im Inland ist nicht beabsichtigt, man denn jedoch daran, bat) die Mittel, die dem teparationsagenten im Inland zur Verfügung stehen, hierfür herangezogen werden konnten. Um zu vermeiden, dast die Auslandgelder zu un- vnchukftven Zwecken Verwendung finden, ist in dem Gesetzentwurf eine Destimmung vorgesehen, bah der Erlös von Schuldverschreibungen nur zur Gcwahiung von Krediten zur wirtschaftlicheren Gestaltung der landwirtschaftlichen ‘Betriebe verwendet werden darf. Man rechnet vor allem damit, bah die aus der richtigen Verwendung der Auslandmittel sich ergebende Intensivierung der Landwirtschaft eine Erhöhung de« landwirt- schaftlichen Ertrages ergibt und somit mittelbar günstig auf unsere Handelsbilanz einwirkt. Organe des Instituts, das eine Anstalt des öffentlichen Rechtes werden soll, sind der Vorstand, der Verwaltungsrat und eine Anftaltsverfammlung. Der Vorstand wird vom Verwaltungsrat bestellt. Der Derwaltungsrat besteht aus dem Vorsitzenden, elf von der Anstaltsversammlung berufenen Personen, acht von dem Reichsrat bestellten Per- fernen, außerdem kann der Verwaltungsrat mit Zweidrittel-Mehrheit ein bis zwei Dankfachver- ständige hinzuwählen. Don den elf von der Anstaltsversammlung berufenen Personen sollen drei dem Deutschen Landwirtschaftsrat, zwei dem Reichslandbund, zwei der Vereinigung der Dauernvereine, zwei der Raiffeisengenossenschaft und zwei dem Reichsverbande der landwirtschast- lichen Genossenschaften entnommen werden. Die Anstaltsversainmlung besteht aus 110 Mitgliedern, die im selben Verhältnis den einzelnen sandwirlschastlichen Organisationen angehören. Wie dem D H. D. noch mitgeteilt wird, hat der Gesetzentwurf bereits das Einverständnis sämtlicher beteiligten landwirtschaftlichen Organi- sativnen gefunden. * Generalversammlung i nt Rhein- Elbe Union Konzern Am Mittwoch fanden in Berlin die Generalversammlungen der Gelsenkirchener Bergwerks A -G. Essen Ruhr der Dentsch-Luremburgiichen Bergwerks- und Hutten- A -G. Bochum und des Bochumer Vereins für Bergbau und Guststahlsabrikation statt, in denen die Reichsmai kcröfsnungsbilanzen vorgelegt wurden. In der Hauptversammlung der Gelsenkirchener Bergwerks A°G. wurde i>ic bereits bekannte Reichsmark Umstellung genehmigt, wobei ein Aktionär Widerspruch zu Protokoll gab. Ebenso wurde den hieraus sich ergebenden Satzungsänderungen und dem dividendenlosen Jahresabschluß zugestimmt. Die Verwaltung wies darauf hin. dast infolge der Ruhrbefehung grohe Verluste eingetreten seien und von einem Geschenk bei der Rückerstattung der vorgelegten Summen keine Rede sein könne. Es sei weiter nichts geschehen. als dast die für Rechnung des Reparationskontos gelieferten Kohlen nachträglich und nicht in voller Höhe von der Regierung bezahlt worden seien. Der früher gesahte Deschluh. den Sitz der Gesellschaft nach Berlin zu verlegen, tourtte rückgängig gemacht Heber die Dividenden iegelung des Konzerns wurde seitens der Verwaltung mitgeteilt, dast das Abkommen zwilchen Geilenkirchen-Deutsch-Luremburg einerseits und Rech um andererseits, nach dem der Bochumer Berein während der ersten zehn Bertragejahr? Don dein Gewinn bet Interessengemeinschaft im vknaus jährlich 7 Millionen Mark zur Zahlung einer Uebcrdividende von 10 Proz des Kapitals erhalten und daneben die gleiche Dividende wie die übrigen Gesellschaften verteilen soll, dahin ab- gcanbeit ist, bafj bei einer 5prozentigen Dividende Gelsenkirchens und Deutfch-Luremburgs der Bochumer Verein jährlich 1 Proz. bei 5 10 Prozent Dividende Doch.m 2 Pt ez und bei mehr als 10 Proz. Gelsenkirch.ns und Deutsch Lurcm- butgs Bochum 3 Pro; Uebcrdinidendc verteilen soll Wie bereits cimdhnt, läuft dieses Abkommen zehn Jahre. Infolge der Währungsperhältnisse der letzten Jahre konnten die entsprechenden Buchungen zur Durchliihrung des Abkommens zwischen den Elektrizitäts- und Bergwerksgefell- Idbaften bezüglich des gemeinsamen Gewinnes nicht durchgesührt werden. Man bat deshalb beschlossen. einen Strich unter die Vergangenheit zu ziehen und nunmehr mit der Goldmarkbilanz das erwähnte Abkommen cintieten zu lassen. Heber die Aussichten wurde mitgeteilt, das) die Kohlenindustrie zur Zeit wenig günstig arbeite infolge der fehlenden Mittel Der Absatz wurde im Ausland durch die auf ReparatioiiStonto zu liefet nben Ruhrkohlen sehr erschwert. Die Hauptversammlung der D e u t s ch - L u r e in b u r- gischen Bergwerks- und Hütten- Ä -G genehmigte gleichfalls die vorgelegte Reichsmarketöfsnungsbilanz und das Rechnungs- wetk für 1923 24, sowie die entsprechenden Satzungsänderungen. Ein Aktionär gab gegen diese Beschlüsse Protest zu Protokoll Der Beschkuh über die Beilegung des Sitzes der Gesellschaft nach Berlin wurde ebenfalls ausgehoben und seitens der Verwaltung mit geteilt, dast das Abkommen über die Gewinnverteilung mit Gelsenkirchen und Bochum entsprechend den Mitteilungen in der Hauptversammlung der Gelsenkirchener Bergwerks-AG. erst mit 6er Reichsmarkeröss- nungsbilanz in Wirksamkeit trete. Die ordentliche Hauptversammlung des D o ch u in er Vereins f ü r B c r g b o u undGuststahlfabri- falion genehmigte die bekannte Umstellung des Aktienkapitals, wobei auch hier ein Aktionär Widerspruch zu Protokoll gab. Es handelt sich bei allen drei Gesellschaften der Interessengemeinschaft um denselben Aktionär, der keine De- gründung für seinen Widerspruch gab. Die entsprechenden Satzungsänderungen wurden genehmigt und Deschlust gefastt. dast die Aktionäre auf» gefordert werden sollen, ihre Ramensaftien in Inhaberaktien umzuwandeln. Die Verwaltung wurde ermächtigt, die sich nach Durchführung dieses Beschlusses notwendig machenden Acade- rangen der Satzung voizunehmen Der Deschlust, den Sih der Gesellschaft nach "Berlin zu verlegen, wurde aufgehoben. Der dividendenlose Abschlust wurde genehmigt und die mit der Interessengemeinschaft Gelsenkirchen-Deutsch Lui abgefchkvssene Vereinbarung über die Gewinn-Verteilung k»c- fanntgegeben. * Erweiterung des Konzerns der Mannesmann röhrenwerke A. G. Die Mannesmannröhrcnwerke A. G. in Düsseldorf haben durch Erwerb eines Aktienpostens an der im Siegerlande gelegenen Hochofen- und Stahlwerks- 21. G. vorn,. Storch & Schöneberg Cinslust gewonnen. Diese Gesellschaft ist aus der vor einigen Jahren erfolgten Vereinigung der Aktiengesellschaft Storch & Schöneberg und Bremer Hütte entstanden. • Waggon u n d Maschinenfabrik A G. Heinrich Kayser i u Offenbach. Die austerordentliche Hauptoersammlung genehmigte einstimmig die Auslösung der Gesellschaft. Die abgelehnte Kapitalserhöhung bildet vornehmlich den Grand zur Liguidation * Konkurs. Heber das Vermögen der Hoch- u n d T i e f ba u g c f e 11 s ch a s t m. b. H., vormals Rückert und Mettel in Eberstadt bei Darmstadt, wurde das Konkursversahren eröffnet. Forderungen find bis zum 21. März beim Amtsgericht II Darmstadt anzumelden. • Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M.. 26. Febr. Die weiter ungünstig lautenden Berichte über das Befinden des Reichspräsidenten beherrschten den 2Ibenb- verkehr, der unter starker Zurückhaltung der Spekulation und mit Bcigung zum Rachgeben der Kurse verlies. Die Stimmung war gedrückt und die Abschwächungen übertrugen sich säst aus den ganzen Markt. Rur der Ehemiemarkt war etwas gehalten. Die Umsätze hielten sich wieder in den engsten Grenzen. Die Börse schlost unter starker Zurückhaltung mit Neigung zum weiteren Rachgcbcn der Kurse. Deutsche Anleihen öproz. Reichsanleihe 0,680, 4prozentige Preustische Äon- sols 1060, 3' prozentige do. 1087, Zprozentige Schahanweisungen von 1923 1,95. Banlalticn: Allgemeine Deutsche Ereditanstalt 3.90. Bayerische Hypotheken- und Wechselbank 4.25. Berliner Handelsgesellschaft 158. Commerzbank 6.40. Darmstädter Dank 13.62. Deutsche Bank 131.62, DiScontogeseUschast 123,87. Dresdner Dank 115.50, Metallbank 114. Mitteldeutsche Grebitbanl 2. Reichsbank 77,25. Rheinische Ereditbank 3.50, Ocsterrcichifchc Kreditaktien 9,50. Blontanallien: Harpener 149, Klöckner 61.25. Mansselder 4.90, Rheinische Braunkohlen 49,37. Rheinstahl 57,75, Stinnes-Riedeck 46,57, Oellus 3.70, Äali Aschersleben 19. Westeregeln 1425. Chemische Aktien: Badische Anilin 3320. Anilin Berlin 25.25. Chemische Griesheim 25.37. Scheideanstalt 145 Elberfelder Farben 26. DH. Goldschmidt 23.10. Höchster Farben 25.87. Rutgerswerke 18.70. Gleltroalticn: AEG. 12.10. Licht und Kraft 8.10. Felten 48,50. Dransportaktien Rordd. Lloyd 4.10 Sonstige Industrieaktien: Kleyer 4,12, Dycker Hofs 4.45, Gebr. IunghanS 12.62. Kemp-Stettrn 0,54, Lechwerke 21,80 Thüringer Elektrizität 84, Wanst und Frey- tog 3,60. BSrlenhtrfe. lVrann»rti M PnTM V'1“6’ »Iben?. fl‘,s b6rie sAtu». Rl“e b-rle Ö. 2. Z6. 2. 23. 2. 26 2. 5* Tcnlfcfce fftrldb-Sanktbe . 4*. TruMdir N!?ich52Ntritzr . S'j®’» IfutidK ?Nft(6»anUil>e 3 Zen Hebe NrutzSantribe . TcutftSc Luorvrimienarrleihe e <, dreuhriitzr 5lonfol< . . . Heu.«........... ' tzctzru.......... » entzerr.......... Zeuitoe Verrd. Tollar Ank. dro-Doll '2chay.Amreisna.' 5®.c Öolbniejifaner ...... Berliner Hande!'-qelewtban. Sommer,- und ‘linvct-Yaur. lamift. und «anonatdank . Teui cbe Bank......... Tcurfd; BcretnSdauk .... T iSconio Sonwiandir .... Metallbank........... Mirtetdeunche Sredildank. . £efteirel£b(fa>c ttrtbilanfloll. 0.6S3 1.245 O.4G O.M t.I" I.l" 1.10 94.75 »1.15 10.fi.' J9.5 157 fi.5 ' t.I 50 131,5 " 14 123,5 112 1 »s 9.50 0,12 89,75 1'.' Kl 91 149,5 1 >.i II IS 7,6 10.875 6.1.50 ic'iii 3,65 100 1,10 95 5,90 30 0.48 -'2.9 224 25 9(1 8 9 18 50 142 12,05 18,73 II 25 69.5 78,73 4 10 5,93 3.75 8,8 0,62 1.12 133,5 .. a 2.8’5 12,45 4,70 3,90 0,(8 0 9 1.2- 0.46 1.04 MO 1 I i 1 ib 94.73 91,55 10.8 39,!5 158 6,40 11,62 131 1.2 0.44 1*1,90 114 Z 0,12 18.80 81 91 IP 19 24 25 7.75 10.95 L! 90 57.75 44. 5 3,70 100,2 4,1 95.50 5.90 0 45 23 10 ■25 4 15 SO 8.8 18.7 115 12,1 19 5 11 25 69,5 80 4 12 5.93 3,6 8,9 0.6 1.11 136 2.4 1 2 90 12,5.0 4.62 3.85 0,690 0.813 1,25 0 47 1 06 1,30 1 25 1,22 91.75 91.23 10,6 42.5 158.5 6,4) 13.50 131,73 123,62 1 9 50 0.225 88.75 18,9 12,3 10.25 90 146.75 18 75 24 7,6 11.10 63 .6.9 46 50 99,25 4.1 5^8 158 29,40 1’4.60 25,60 18,13 13 19 69 79,20 4.13 5,9 9,25 101 1.1 2,8 4 2.8 12,25 0.695 0,915 1.270 0.485 1.06 1.25 irr i.i" 94.75 91 15 10,63 16 160 6,67 1.1 6) 131,73 123.62 2 9.7» 0.25 90,50 19,20 12 1 80 62 1» 148.75 19,2.1 24 6 7 61 10,80 (l 57 60 46,8 99,62 4,10 159 30,50 — 23,13 25,5» 25,90 18,4 12 19,62 69,10 80,13 1 12 5,9 9,4 101,25 1 1 2,3 4 2 8 12 62 Lochumer Guh........ Buder.lS............ ffaro ............. Deurtch VurrmbMro...... Nentirchenrr Bergwerke . . Harpener Bergbau...... .rkatnvcrke »(-beiSieben. . . . Kaliwerk SDcflcregdn..... L'nurabüllc........... Oderbcdars........... Phoiiir Bergbau....... Rbeintzahl........... 9(tebcit Montan........ TelluS Bergbau........ Hamburg Ämerila Paket. . . Norddeutscher Llo»d..... ttbciainhdje Werke «Ibin . . Kemennverk Heidelberg . . . Philipv Holjmonil...... Auglo Cont -Guano..... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alaptzr . . Goidsclmiidi.......... Gries eimer Cleriron .... vöchtzrr .rardiocrke...... yoUDcrfobtung........ NiilgerSiverke......... Echetdeanftalt......... AUg. ClektrijitätS-Selellschall Beramaun........... Maiiikrasnverke........ schultert............ Siemens Sc Halske...... Adlerwerte filetier ...... Taiinler Motoren..... . Heyligenstaedt......... 11 CQUill............. Motorenwerke Mannbeim . ffranffurter Armaturen . . . fioiiservcnsabrik Braun . . . Metallgescll^chast Frankfurt. *5ei. Union A -G. ...... (icfti'biabrit Herj...... Sichel.............. Kellttotz Äaldbos...... Zuctei 'abrit strankenthal . . Zulkerfabrit SDaobäufel . . . Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. HL (An Billionen Mark ausgedrückt Buenos AtrrS. London, Ihu- tiprf, Japan. iHio de Ocuicrro für eine Ein hei», Wien und Budapest für 100000 Tinhetreo, alles übrige für 100 Einheiten.) Lelegrap htsche AuSza hlung. 'S. Februar 2r. Februar Report. 25. ’<». rimNich, Notterunz ?lmitich: NoUeru t, Leid Briet 'Leis »rief «INst. Sion 168,09 168.51 lh7,W 158.11 1 oll Voll Buen. ÄireS 1,66 1,661 1.6 6-4 1.666 voll voll Brtz.-AliiN>. 21,11 2t.17 20,98 21.04 voll voll (ibniticuna 63,8! 63,93 6.1.8! 64,03 voll voll fiopeichageu 74,83 75,01 74.81 74,69 voll voll Stocftioliu • 113,0! 113.3U 113,02 113,30 voll ooll Heltzngfor-Z Italien. . London. . . 10.55". 10.5.9 10,55 10,59 roll voll 16.97 17,01 16,89 16.93 roll voll 19,975 20,0*5 19,97.5 20,0-12 voll ooll Wcunort . • 4,193 4,205 4,195 4,205 voll voll Pari-- . . 21.81 21.87 21,544 21.6)5 ton voll Schwei; . Spanien - 80,59 80,79 59.4 1 59,57 80,58 69,28 60,78 59,42 uoL voll (Jaron - . . 1,653 1,6^7 1,66 1,664 roll voll 'Hio de Jan Wien in D-- 0,464 0,466 0,459 0,461 voll voll voll voll Ceft. abgest 5,908 5.928 5,51 5.93 voll ooll t’rea - . . . 12.43 12,47 12,42 12.40 voll voll Beizrad . . 6,72 6,74 6.7: 6.71 voll -oll Budapest. . 5.79 6,81 5,78? 5,60-2 voll voll Bulgarien 3,057 3,067 .'1.0.55 3,66 i voll voll L'iffabou 19,975 20,025 19,975 20.015 oll voll Danjig. . . 79,5 79,45 79 15 79.35 voll voll fionstantin 2,15 2.16 2.115 2.1 . voll voll Athen. . . 6,69 €,71 Dankn 6,613 »ten. 6,613 voll voll Berlin, 26. Februar. f*tta Report. Amerikanische Noten ..... 4.172 4.192 ten Belgische Noten........ 20,93 21.0! roll Tanilche Noten........ 74 61 74.9-J doll Englische Noten ....... ^ranianiche Noten ...... 19.925 D 591 doll 21.59 21.71 roll Holländische tlf'.Itenndie Noten...... 167 63 1C8 49 roll Noten 16 91) 16.98 roll Nonoegische Noten...... U4.69 11.01 roll Teutich Leftcrr .aioofitonen 6,91 5,93 roll Numanikche '.'toten...... _ _ — Schwedische Noten...... 112,80 113.36 roll Schwester Noten....... 80.48 80.88 roll Spanische Noten....... 39 30 59.50 roll tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... 12 40 12.46 voll 5,<4, 5,77 voll Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Oicßenci Anzeigers".) Be r l i n, 26. Febr. Dem Antrag der deutschnationalen Landtagsfraktroa auf Herabsetzung der Zinssätze ist die Tat auf dem frühe gefolgt, da die Reichsbank heute die Herabsetzung des Dislontsahes auf 9 Prozent beschlossen hat. Dieses Moment steht im Vordergründe und regte die Börse austerordcntlich an. Als zweites Moment tritt der gestrige Deschlust der Interessengemeinschaft der Berliner Privatbanken in Erscheinung, den Derminhandel wiederein- z u s ü h r e n. Abschwächende Momente stehen nicht gegenüber, und so erwachte die Börse auS der Lethargie der letzten Wochen. Sic eröffnete Henle außerordentlich lebhaft, die Zurückhaltung ist auf der ganzen Linie einer bestimmten Zuversicht gewichen Auch die Ultimo-Regulierungen machten sich nicht mehr bemerkbar. Die Lage am Geldmarkt ist flüssig, und so Ist auf allen Märkten Sreitag, 21. Februar (925 eine gröbere und klare Aufwärtsbewegung fest» zustellen. Von M o n t a n - 2 k t i e n standen Hat* pener und Deutsch-Lur In reger Rachfrage, auch Phönir und Kattowitzer finden rege# Interesse. Am Markt der Elektrowerte verbesserten Siemens und Lchuttett ihre Kurse, auch A 0 G setzten trotz Rachrichken über ?eilftreil» höhc r ein Rur Akkumulatoren blieben vernachlässigt und abgeschwächt Der Markt der Schiss sahrtSwe rte zeigte eine feste Tendenz. Hapag und Hamburg-Süd wurden zu gebesserten Kursen lebhaft gehandelt Auch Banken werte steher im 3cid)cn der allgemeinen Aufwärtsbewegung Berliner Handel und Reichsbant gut befestigt Kali werte fetzte, durchweg mit höheren Kur fen ein Auch Petroleum aftien waren ge> befielt Sprit aftien waren gefragt und ebenfalls höher Auch am Markt der chemischer Papiere konnte sich eine nennenswerte Aus- wärtsbewegung durchsetzen Sranlfurlcr Getreidebörse. Frankfurt a. M. 26. frebr. sEigener Drahtbericht des „Giest Anzeigers".' Es wurden notiert: Weizen. Weiterauer 21,25 biS 25.75, Roggen, inländischer 22 bis 25,25. Sommergerste für Brauzwecke 24 bi« 31. Hafer, inländischer 17,50 bis 22,75. Mai- (gelb) 22 bis 22.50. Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 41 bis 14.50. Roggenmehl 36 bis 39. Weizenkleie 14 bis 14,25. Frankfurter Echlarfttviehmarlk. (Eigener Drahtbericht des .Gieh.'ue. Anzeiger»".) Frankfurt, 2d frebr. Auftrieb: 5 Rinder : darunter 4 Ochsen. 1 Kuh, 1027 Kalber 493 Schafe. 874 Schweine. Es wurden bezahlt pro Zentner Lebendgewicht Kälber: feinste Mastkälber 70 bis 76, mittlere Vias' - rind beste Saugkälber 60 bis 69. geringere Mast und gut ? Saugkälber 50 bis 58. geringe Saugkälber 44 bis 49. Schafe Ma st lamm er und Blaff harn tncl 42 bis 48. geringere Mast Hammel und Schaf? 32 bis 40. mäßig genährte Hammel und Schafe iMerzschasei 18 bis 30. Schweine: boll- fleischige von 80 bis 100 Kilo bl bis 67. voU- sleischige unter 80 Kilo 55 bis 63. vollfleifchig- von 100 bis 120 Kilo und 120 bis 150 Kilo 65 bis 67. Marktverkauf Lebhafter S^inbtl, aus verkauft Berliner Produktenbörse. Berlin. 26. frebr. Der Produltenmarlt war weiter fest, besonders im Derminverkehr. In effektiven Geschäft dagegen Zurrrtthaltung Mehl Gerste und Hafer still, ebenso Futterartikel. Brotgetreide wenig und und bei uiucntablcn Preisen angeboten. Es notierten je 1000 Kg Weizen (märt) 252 bis 260. Weizen (März) 279, Weizen (Mai) 291 bis 292 bis 291.50, Tendenz fester Roggen (märt) 249 bis 254, Roggen (März) 262'50 bis 262, Roggen (Mai) 280 l"S 281 bis 280.50, Tendenz fester. Gerste (märt) 252 bis 265. frutlergcifte 215 bis 238. Teitdcni ruhig Ha'?> (märt) 186 bis 193. Hafer (Mai) 208 bis 208.50. Tendenz still. Mais (loko Berlin) 223, Tendenz still. Raps 390. Tendenz still. Für je 100 Kg Weizenmehl 35.00 bis 37.25, Tendenz fester. Roggenmehl 34.75 bis 37.00, Tendenz fester. Weizentleie 14 70 bis 14.80, Tendenz matter. Roggenkleie 14.70 bis 14.80 Tendenz matter Diktoriaerbsen 27.00 biS 32.00, kleine Erbsen 20.00 bis 22.00. Futtererbsen 19.00 biS 21 00, Peluschken 18.00 bis 19.00. Ackcrbohnen 19.00 biS 2100. Witten 18.50 bis 20.00. Lupinen (blau) 1225 bis 13.75, Lupinen (gelb) 14 50 bis 16.00, Serradelle (neu) 14.25 bis 16.50, Rapskuchen 17.80, Leinkuchen 23.60 bis 24.00. Trottenfchnihel 9.20 bis 9.40, Torfmelasfe 9.50, Kartosselflocken 19.80. (In einem Teil der Auslage wiederholt.» Der Reichsbank-Diskoni auf 9°/0 herabgesetzt. ‘Berlin, 26. frebr. (TU.) In der heutigen Sitzung des Zentral Ausschusses der Reichs bank ist beschlossen worden, den Reichsbank-Diskont mit Wirkung ab heute von 10 a u f 9 Prozent und den 2 o in - bard-Zinssust von 12 auf 11 Proz herabznsehen In der Begründung wird auSgesuhrt, daß sich der Status der Reichsbank seit Mitte Dezember günstig entwickelt habe und der Zahlungsmittel Umlauf am 23. Februar auf 3800 Goldmillionen zurüttgegangen sei. Auch Vie Absicht der Reichsbank, einen niedrigeren Privat diskontsatz zu erzielen, habe sich verwirklichen lassen. Die Kontingentierungspolitik der ReichS- banl wird grundsätzlich bcibchaften. Rundfunk-Programm dcs frankfurter Senders. (AuS der „Radio'Umschau".) 6am#tag, 28. Februar: 11,55 115v: Zeitangabe 12 Uhr Rachrichken' dienst 4 Uhr Wirtschaftsmeldungen 4,20 Uhr Rachrichtendienst 1.30 bis 6 Uhr Bunter Rach mittag, veranstaltet vom Hausorchester, unter Mitwirkung von Georg Lengbach. 6 Uhr. Wirtschaftsmeldungen. h bis 6.30 Uhr. Die Lesestunde (An die Jugend«. Aus dem Roman „Die Schatz- Intel“ von R L Stevenson. 7 Uhr: Der Brief lasten. 7,30 bis 8 Uhr ..Oscar Wilde", Bortnig und Vorlesung von Intendant Dr. Karl Hage mann (Wiesbaden'. 8 bis 8.30 Uhr: Stunde des Franklurtcr Bundes für Volksbildung Vortrag von Rektor Förster: „Uebcr den Weit der 'Be schäftigung mit fremden Sprachen" 8,30 Uhr: Uebci tragang von Kassel ‘Ballchnufilcn auS dem Rokoko (Rameau. Gluck. Mozart, 9.30 Uhr. Rach richten. Wettermeldung, Sportbericht. 10 Uhr: Zeitangabe. 10 bis 11 Uhr. Uebettragung von Kassel: Walzer-Abend. ta6lc,,cn für hänget/ tfporfsicutC/ Raucher “Är : Universitäts-Restaurant Vor 7^,:?dem Gut gepflegte Weine Plockstraße 5 Fernsprecher 198 kalte und warme Platten ____-___ 072a eueröffnung Statt Karten Fränkel das Haus 7 der Moden Seltersweg 52 Spezialgeschäft für Damenbekleidung. Eigene Maßanfertigung New auf genommen Corset Bahnhofstraße 35 Bahnhofstraße 35 2067a F' M'.- in Verbindung mit Büstenhalter 2 102 10 10 Lärchen Eichen 2,07 53,48 verleiht ideale, modegerechte Figur. 2. 3, 4 , 5. Klaffe. 7 Stück andere Laubholzstämme mit 1,05 Fstm. 2 Stück Buchenstämme mit 1,40 Fstm 2 Am. Eichennuhscheiter. „ knüppel Radelnutzscheiter Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bleichstr. 5 21. April und 4. Mai Beginn neuer Kurse. 2 „ lnüppel 464 Stück Fichtenstangcn 1., 2., 3. Klaffe. Zusammenkunft im Ort. Rohbach, den 20. Februar 1925. Der Bürgermeister: Wagner. 2073D Beachten Sie meine Schaufenster! 2066 D. Samstag, 28. Febr. 'awä Nachmittag 5 Uhr Es empfehlen sich Fay s echte Sodener Mineral-Pastillen Segen Husten und Heiserkeit Frankfurt a. M. Bad Soden a. T. VchMplnIß. Suche einfache 4-Zimmer-Wohnung. Gebe einfache 4-Zimmer-Wobnung ein Jahr mietfrei in Tausch. Umzug wird vergütet! Schr. Angebote unter 01758 an den Gietz. Anz. BllllllllllllllllllllllllllllllllD AS 240 ut0 uch nachts ülllllllllllllllllllllllllülllllö Kinder, Sport, u. Promenadenwagen Sämtliche Artikel führe ich nur in erstklassigen Fabrikaten und unterhalte darin eine große Auswahl zu außergewöhnlich billigen Preisen. Mein reichhaltiges Lager in Korbmöbeln sowie kompletten Möbeleinrichtungen und Einzelmöbeln bringe ich gleich' zeitig in Erinnerung A. Grünebaum Möbelmagazin Wselmies beste Werkstattarbeit aparte Bezüge empfiehlt billigst 1903D Franz Bock, Lieüigstt. 93 Del trockenen unö nassen Ddermeyer'r' Mdtzinat- MWvOVOT&v vervorragenv bewahrt 0 i So schreibt Tr ir.eb. M. tu St Zur Nach« ötfjanblung tft S«rda-. 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