Donnerstag, 26. November (925 115. Jahrgang lk.2?r Erstes Btaa Die Kabinettskrisis in Frankreich Herriots Bemühungen Doumer gescheitert Ge- 3n- und Sur und sorge betreffen. Die Deutschnationalen ersuchten die Reichsregierung, dahin zu wirken, daß die Verwaltungen der öffentlichen Betriebe zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mit der Erteilung von Aufträgen und der Vergebung von Arbeiten nicht zurückhalten, insbesondere zurückgestellte Arbeiten unverzüglich zur Ausführung bringen lassen. Die Sozialdemokraten beantragten größere Mittel für die Beschaffung von Arbeitsgelegenheiten sowie überhaupt für alle zweckmäßigen Maßnahmen der produktiven Erwerbslosenfürsorge zur Verfügung zu stellen. Die Kommunisten verlangten, daß keine Genehmigungen zu Betriebsstillegun- g e n mehr erteilt werden. Der Vertreter der Demokraten regte an, daß solche Betriebe, die genügend Aufträge haben und nur infolge Kapitalmangels gegenwärtig in Schwierigkeiten seien, durch G e - Währung von Krediten aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge von ihren Schwierigkeiten befreit werden. Der Vertreter des Zentrums verlangte Schutz der älteren Arbeiter vor Entlassung. Der Vorsitzende des Ausschusses, Simon (Soz.), erklärt, daß er für die nächsten Sitzungen die Hinzuziehung von Vertretern der Rcichsbank und des Reichswirtschaftsministeriums verlangen werde, um das Problem der Herabsetzung des allgemeinen Zinsfußes zu beraten. Verständigung unter den Parteien erzielt werden. Cs wäre außerordentlich bedauerlich, wenn die Länder die Beamtennot zu einem Druck für die Aenderung des Finanzausgleiches benutzen wollten. Der Redner fragt, ob es möglich sei, daß wenigstens die unteren Besoldungsgruppen noch vor Weihnachten wenigstens 10 Prozent bar in die Hand bekommen könnten. Preußischer Finanzminister Dr. Hopker- Aschoff: Eine weitere Erhöhung der preußischen Steuern sei kam möglich. Bei jeder Maßnahme auf Erhöhung der Beamtenbesvldung müsse sich der Ausschuß vorher fragen, welche Möglichkeiten die Länder haben, den Forderungen der Beamten Rechnung zu tragen. Man würde dabei zu dem Ergebnis kommen, daß die Länder diese Wünsche ohne Hilfe des Reiches nicht befriedigen könnten. Die preußische Regierung würde es an sich begrüßen, wenn man den Beamten helfen könnte. Staatssekretär Fischer: Auch das Reichsfinanzministerium wünscht selbstverständlich, den Beamten zu helfen und wird mit verdoppeltem Eifer an die Bearbeitung der Probleme Herangehen. Abg. Schuldt (Dem.) seht sich dafür >ein, daß alles geschieht, um den Beamten noch vor dem Weihnachtsfeste zu helfen. Durch eine weitere Dorschuhgewährung dürfe eine weitere Der- ifar* Annahme von Xejelgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich: für Politik und Feuilleton Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil Hans Züstel, sämtlich in Gießen. Doumer hat gestern morgen zunächst mit Brian d und mit den früheren Ministern Chautemps und S ch r a nt c f verhandelt. Weiter hatte Doumer eine Unterredung mit den: Senator Derenguer. Am Rachmiltag begab sich Doumer zu Briand, ferner zum <5errat und später zu Herriot, wo er mit Painlevä und Bonnet zusammentraf. Darauf hatte Doumer eine längere Llnterredung mit Briand und begab sich dann ins Elysee. ihn 6.15 ilhr verließen Doumer und Briand zusammen das Elysee. Sou- mer erklärte, das) er nicht die notwendige Unterstützung zur Durchführung der finanziellen Sanierung gefunden habe und daher den Präsidenten der Republik gebeten habe, ihn von feiner Mission zu entbinden, ilm 6.30 ilhr wurde dann Herriot zum Präsidenten der Republik berufen. Gleichzeitig wurde bekannt, daß Herriot mit der Bildung der Regierung beauftragt worden sei. ilm 81/» ilhr abends nahm Herriot den Auftrag des Präsidenten der Republik an. Der Verlauf der Krisis wurde während des gestrigen Tages durch die Haltung der R a d i - kalsozialisten bestimmt, die auf bas Anerbieten der Sozialisten, an der Regierung teilzunehmen, eingingen. In den Verhandlungen äußerte Senator S a r r a u t die Ansicht, daß das Experiment der sozialistischen Mitarbeit unbedingt durchgesührt werden müßte, und Laß man sich mit den Sozialisten verständigen nrüsse, um ein großes Ministerium deS Kartells der Linken zu bilden. Später fand eine Zusammenkunft der Delegierten des Links- farlelü? statt, bei der Sarraut erklärte, die Radikalen seien nicht der Ansicht, daß man die Sozialisten allein das Regierungsexperiment übernehmen lassen könne. Es würde sich hierbei um eine revolutionäre Maßnahme handeln, deren Wirkung nicht ohne Gefahr sein könne. Dasl ben, sich mit Schahanweifungen einzudecken. Eigentlich ist es ein Witz echten Pariser Iblüts, daß Herr Loucheur aus diesen diskretionen die moralische Konsequenz zog seine Gruppe, trotz der vorherigen Zusage, Ablehnung der mühsam ausgeklügelten parlamentarisch recht wenig fundamentiertcn Finanzresornr veranlaßte. Schon singt man kleine Liedchen auf Loucheur, dessen Reputation dadurch nicht vernrindert, sondern eher gesteigert wird, da seine Popularität zunimmt. Ihn aber deshalb nun gerade zum Ministerpräsidenten zu machen, wird doch niemanden einfallen, und er wird es auch selbst nicht wollen, toenrr_ er auch auf den verschiedensten Wegen Verständigung mit den Sozialisten sucht. Haben denn eigentlich die S o z i a l r st e n das Heft in der Hand? Es scheint säst, denn im Grunde genommen ist Herr Painleve nicht an Loucheur oder an jenen Indiskretionen gescheitert, die in der französischen Politik doch eine ebenso ständige Einrichtung sind wie der Rc>- vembernebel in dieser Jahreszeit, sondern feine Stellung und fein Kabinett konnte sich auf die Dauer einfach deshalb nicht halten, weil chm von links die ilnterstützung versagt wurde. Der nachgiebige alte Gelehrte har srch aus seinem Finanzreform-Entwurf eine Feder nach der anderen ausrupfen lassen, so daß die Durchführung doch höchstens eine halbe Stunde geschaffen hätte, aber er hielt ebenso krampfhaft das Gerippe fest und war durch nichts dazu zu bringen, zu der von den Sozialisten immer drohender geforderten Kapitalsente ig- nung überzugehen, ilm die Frage der Kapitalsabgabe handelt es sich einzig und allein, schuldung der Beamtenschaft nicht herbeigeführt werden. Abg. Morath (Dt. Bp.) Rach den Ausführungen des Finanzministers Dr. Höpker- Aschoff sei Preußen nicht in der Lage, ohne Hilfe des Reiches einer nenendinerten Erhöhung der Beamtenbesvldung zuzustimmen. Dies müsse betont werden, weil in Beamten kreisen man der Ansicht sei, daß die Länder gerne geben wollten, aber das Reich sich ablehnend verhalte. Abg. Harmony (Sn.): Wenn die Re« gierungsbildung sich länger hinausziehen sollte, müßte man in die Lage versetzt werden, wenigstens am 9. Rovember mit der Beratung der Anträge für die Beamtenaufbesserung zu beginnen. Die unteren Beamten mühten noch vor Weihnachten Hilfe bekommen Einstimmige Annahme fand der Antrag Müller-Franken (Soz.). Der Ausschuß will damit zum Ausdruck bringen, daß möglichst noch vor Weihnachten eine wirksame Hilfe für die Beamten beschlossen wird. Der Ausschuß vertagt sich auf Donnerstag. Aus dem volkswirtschaft- sichen Ausschuß. Berlin, 25. Roo. Im Volkswinschaftlichen Ausschuß des Reichstages wurden verschiedene Anträge behandelt, i)i; 2" ' ' ' ' ' ' sü 7 - mdenz im des Wiederum lr. Weizen w smtt «ute Der- 3dtijanbti Dchen um Mark und uten. Deitz mit 25e schätz war iod) liegen fragt 0» märt 235 bo. Mn 58, Hoggej i ii 168, bo 0 bis 185 sie 152 bis M die o: Weizen 22,25 bis Roqgepfltk 32, kleine i 18,50 bis r bahnen 20 ui 10,50 bis fcn 15 bis lkmschnitze! fartoffeb biS 21,10. Don unserem t^-Korrespondenten. (Rachdruck auch mit Quellenangabe verboten!) Paris, den 24. Rovember 1925. Auch für Paris ist der Rovember der Monat des Mißvergnügens. Richt erst seitdem die Engländer sich hier breit machen, kommt der Londoner Rebel die Seine herauf, sondern dies ist eine ständige Einrichtung, unter der Paris immer schon zu leiden hatte. In Luxemburg tropft es von den Bäumen und die kleinen Midinettes können kaum mehr die Mengen Puder bezahlen, mit dem sie die rot angelaufenen Rüschen zu verdecken versuchen. Man kann es verstehen, wenn sie schlechte Laune haben, und wenn die „kleinen Verbündeten" schlechte Laune haben, dann hat ganz Paris schlechte Laune. Man ist also mißvergnügt und mit allem unzufrieden, und das in diesem Jahre ganz besonders. Die Saison will nicht so recht in Gang kommen, da es an Geld fehlt und der Mont Pitie überlaufen ist. Die Revuen bringen immer wieder dasselbe und in den Theatern sehnt man sich danach, endlich einmal die Sensation einer angelegenen Frau zu erleben. Seit Landru hat man keinen richtigen Skandalprozeh mehr erlebt. Die Afsaire des Sohnes von Daudet und seiner kleinen Anarchistenfreundin war doch allzusehr im Stil des Strahenbänkels, als daß sie über den älmkreis des Montparnasse und des Quartier latin hinaus interessiert hätte. Händeringend wird also in den Salons nach Gesprächsstoff gesucht, um die Rovembermelan- cholie zu bekämpfen und da bleibt denn nichts anderes übrig, als sich der Politik zuzuwenden. Die Politik zeigt sich erkenntlich und nimmt immer mehr den Charakter einer Revue mit ständig wechselnden und möglichst zusammenhanglosen Bildern an. Rur die Frau fehlt noch (denn Frau Caillaux hat sich ganz in den Hintergrund zurückgezogen und scheint an einem Calmette genug zu haben). Dafür tritt aber der Spekulant um fo dreister auf Es ist offenes Geheimnis und wohl auch im Auslande durch die Zeitungen genügend bekannt geworden, daß Herr P a i n l e v e feinen Sturz den Indiskretionen verdankt, die aus der Kammerkommission kamen und die den Großbanken den lukrativen Typ ga- lat. i "Mgung r &jremer- h angeßagt :ffagte habe >i ihm eint AtzsahrM- zur Unter- ,gt unb ihn . den Deam' ns-Mössent- jtc bestreitet g im erstem in Falle fe- fein llareS M, der zur <6 fommoif । und kam- Hl sah nur >fen an unb Hve'fr acht i der Wir'" eilt hatten. D., Hemn-b Hinrich tD', igestellt vor- cuch und if je 10 Ml-. i grrichrli-M 'heim S- w" to t«* tPH1 er !l Mo"- /Ser <■et Ä >ut gemacht. unb * «’s otetf"* WM ®e.?liV s einer' c 'n"den WA* keine" /bei dek ur' !'n btt. .yntet. heraus S"ne$: K sr ■ Ätz 'Zeitlich O'hanbti, 1 mQt in J« bo. 9m r,, n London da sie den breiten Schichten des französischen Volkes als das einzige Mittel erscheint, um die Rotenpresse zum Stehen zu bringen und damit die Inflasion ab^udämmen. Der Inflations- katzenjammer ist mit einer Heftigkeit aufgetreten, die nicht mehr zu überbieten ist, und gerade der Arbeiter, der sich solange an der großen Zahl der Franken, die er für seine Tätigkeit bekam, erfreute, hat die Kehrseite der Medaille verspürt und fordert nun auf das dringendste die Rückkehr 5 u m Reallohn. Ist aber die französische Industrie gezwungen, ihre Arbeitnehmerschaft bei weitergehender Inflation Gold- oder Reallöhne auszuzahlen, so ist es mit dem Valutadumping am Ende und dann gerät es zwischen Baum und Borke. So laufen also bis zu einem gewissen Grade Arbeitgeber- und Arbeitnehmerinteressen zusammen, und so wäre die Bildung eines Kom- promißkabinetts unter Herriot oder Briand durchaus möglich, wenn nur Kapitalisten und Proletarier darüber zu entscheiden hätten. Aber da -ist noch die mobile Finanz, die Beamtenschaft und der große Block des besitzenden, aber nicht produktiv tätigen Mittelstandes, die alle sich dagegen wehren, daß ihnen ihr Erspartes zum Teil genommen wird. Briand wußte sehr Wohl, warum er es ablehnte, ohne verantwortliche Mitarbeit der Sozialisten ein Kabinett zu bilden. Er wird in jedem Linkskabinett der Außenminister sein, während ein Kabinett, dessen Ministerpräsident er selbst ist, auf demselben schwanken Boden aufgebaut werden müßte, auf dem die zweite Regierung Pain- levs stand. Er will sich nicht mit innerpolitischen Dingen verbrauchen und damit seinen auhenpoliti- schsn Erfolg in Frage stellen, das ist das ganze Geheimnis, weshalb er diesmal so außergewöhnlichen Mangel an Ehrgeiz bekundete. Herrn Doumergue ist nun offenbar der Geduldsfaden zerrissen. Er hat plötzlich den Venator Doumer mit der Kabinettsbildung beauftragt und damit einen Mann gewählt, der den sinanziellen Schwierigkeiten wohl gewachsen wäre, zumal er über allerbeste Beziehungen zu der großen Finanz verfügt, der aber die Dinge gerade von dem entgegengesetzten Ende anfassen wird, als es die Sozialisten und mit ihnen die große Masse des französischen Volkes will und verlangt. Würde es Doumer gelingen, eine Regierung zu bilden, so würde das die Spaltung des Linkskartells bedeuten, denn sein Programm indirekter Steuern und einer weiteren unerträglichen Belastung des Konsums kann unmöglich dem Flügel des Kartells tragbar erscheinen, der die sozialistische Forderung der Kapitalabgabe schon längst zu seiner eigenen gemacht hat. Außerdem ist er allen denen, die aus Prinzip oder aus Interessengründen Freunde eines europäischen Friedens und einer Verständigung nach dem Osten sind, reichlich verdächtig genug, weil er in dem Prozeß Malvi; vor dem Staatsgerichtshof sich für die Verurteilung wegen Landesverrats mit aller Entschiedenheit ausgesprochen hat. Auch Herr Briand dürfte nicht annehmen, daß bei einem Kabinett Doumer seine Locarnopolink gerade in besonders guten und vertrauenswürdigen Händen wäre. Was aber bann, wenn auch Herr Doumer, der Mann von besonderem Cotö, keine Regierung zu- standebringt? (Doumer hat inzwischen schon seinen Auftrag zurückgegeben. D. Red.) Soll denn das liebliche Spiel von vorn beginnen und sollen sich dann die schon einmal gesehenen Bilder dieser Kri- senreseroe wiederholen? Wird man es vielleicht einmal mit Herrn B o n c o u r versuchen, gegen den sich allerdings der Präsident der Republik mit Händen und Füßen wehrt, bei dessen Ministerpräsidentschaft die Verwirklichung einer rein sozialisti- s ch e n Regierung und damit die radikale Durchführung der Kapitalsabgabe bedeuten würde. Oder soll noch einmal Herr herriot aus der Versenkung als rettender Gott auftauchen? Man ist eigentlich in den Salons recht gespannt auf die nächste Szene, und man empfindet das angenehme Gruseln, das sich immer im Theater ein» stellt, wenn man mit der Möglichkeit des Unerwarteten und Ueberraschenden so im Unterbewuhtsein rechnet. Gan; im Unterbewußtsein braucht das nicht zu liegen, denn Paris wachte an einem Morgen dieses November auf und erfuhr aus den Zeitungen, daß Frankreich nunmehr auch so etwas wie eine Faszistenbewegung habe, deren Angehörige sich zwar nicht in schwarze, dafür aber in bla u e Hemden kleiden. Der Untergrund, um Lilien darauf zu sticken, ist also für eine künftige Fahne jedenfalls schon gegeben. Und.dann erlebte Paris die erstaunliche Demonstration zur Mitte dieses Monats, wo Zehntausende von jungen Studenten, Handlungsangestellten und anderen jungen Leuten in Reih und Glied die Avenue de la Grande Armee zum Arc de triomphe hinunterzogen, um dort am Grabe des unbekannten Soldaten dem Frankreich des militärischen Ruhmes ihre Huldigung darzubringen. Ist aber erst die Armee der Faszisten da, so wird sich auch bald ein Mussolini finden und dann tritt das Unerwartete ein und diese Krisen- reoue endet als Spektakelstück mit bengalischer Beleuchtung, vorausgesetzt natürlich, daß Die Regisseure hinter den Kulissen ihrem Publikum diese Ueberraschung bieten wollen. HerriotmitderKabinetts- bftdung beauftragt. Paris, 25. Rov. (121.) Die Bemühungen Senator Doumers um die Kabinettsbildung sind an der Haltung der Linksparteien gescheitert. Doumer mit dem Präsidenten der Republik am späten Rachmitlag Bericht erstattet und ihm seinen Ans- trag zurückgegeben. Der Präsident hat darauf den Kammerpräsidenten h e r r io t mit der Kabinettsbildung beauftragt, herriot hat den Auftrag zur Kabinettsbildung angenommen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle. MonalL-vezugspreiL: 2 Reichsmark unb 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zranlsurt am Main 11686. Äälbern M fein Preist 1 Duof. ? Kalber leruufl bt-. Wißet«".) en notiert' EnlWr ^-24, ha ') 20, Sßei- ^25,3tog '> Ngen. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühl'fche Universitätr-Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze?. Deutscher Reichstag. Berlin, 25. Rov. 1925. Präsident ßöbc teilt mit, daß die Kommu° nisten die Wiederzulafsung der bet den Zolldeb alten ausgeschlossenen sieben kommunistischen Abgeordneten beantragt haben. Da die 20 Sitzungen, für die der Ausschluß erfolgte, noch nicht abgelaufen sind, lei die i Annahme des kommunistischen Antrages nur möglich wenn kein Widerspruch dagegen erfolgt. Da sich fein Widerspruch im Hause bemerkbar macht, sind die ausgeschlossenen Kommunisten , wieder zugelassen. Rach debatteloser Annahme der RovAe 5um Gesetz über die Errichtung der Deutschen Rentenbankkreditanstalt folgt die dritte Beratung des Rotetals für 1925. , , , . Abg. v. Guerard (3tr.) beantragt, ben Rotetat bis zum 31. Januar 1926 zu befristen, während in der zweiten Beratung der 31. Dezember 1925 beschlossen worden war. Rach kurzer Debatte wird der Rotetat mit beon Antrag von Guerard gegen die Kommunisten angenommen. Die vom Haushalt der allgemeinen Furanz- verwaltung noch unerledigten Reste werden bann in zweiter Beratung ohne Aussprache angenommen. ilm ilhr ist die Tagesordmmg erledigt. Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung tun Donnerstag nachmittag 1 ilhr steht bie zweite Beratung der Locarnover- träge. Aus demhaurhaltungsaurschuh. Die Beamtengehälter. Berlin, 25.Nov. Der Haushaltsausjckuß des Reichstags behandelte Anträge der verschiedenen Parteien auf Erhöhung der Beamtenbesoldung. _ , Staatssekretär Dr. Fischer (Relchssinanz- minifterium) machte die ernstesten Bedenken geb tend. Es sei für das Reichsfinanzminifterium nicht möglich, zu diesen Fragen eine abschließende Stellung zu nehmen, ehe nicht das Problem der Ausbringung der Kosten geklärt sei. Bekanntlich liege dem Reichstag zur Zeit ein Gesetzentwurf zur Senkung der Lohn st euer vor. Er bitte, die materielle Beratung zu vertagen, bis eine wirkliche Uebersicht über die finanziellen Auswirkungen möglich sei. Reichskanzler Dr. Luther legte dar, die ganze Arbeitskraft der Regierung müsse sich im Augenblick auf die außenpolitische Lage konzentrieren. Er habe im Reichstag ausdrücklich erklärt, daß die Reichsregierung nach der Unterzeichnung der Locarnoverträge zurück- treten werde. Wie könne da die Reichsregierung die Verantwortung übernehmen, in einem Fragenkomplex von so weittragender Bedeutung der künftigen Regierung in einer Weise vor- zugreifen, die parlamentarisch nicht erträglich sei? Handle es sich doch nicht nur um die Beamtenfrage allein, sondern auch um unsere Geldwirtschaft. Er bitte die Frage der Beamtenbesoldung bis zu dem Augenblick zu vertagen, wo die Regierung zurückgetreten fei. Abg. Müller- Franken (Soz.) bemerkt, unbeschadet der Regierungskrise müße eine Verständi- gung unter den Parteien eine Lösung herbeiführen. Reichskanzler Dr. Luther: Auch er sei der Ansicht, daß man sofort praktisch arbeiten müsse. Deshalb würden auch die Vorbereitungen zur Lösung dieser Fragen im Finanzministerium aufs Eifrigste betrieben. Es empfehle sich jedoch, den ganzen Fragenkomplex (Steuerfragen, Beamtenfragen und auch die Krcditfragen) zu vereinigen. In der bevorstehenden Parlamentspause werde es dann sehr schnell möglich sein, diese Fragen für die Besprechungen vorzubereiten. Der preußische Finanzminister Dr. Höpker- .Aschoff erklärte, die Rot der Beamten fei durchaus anzu- I erkennen. Sie sei aber nur ein Teil der allgemeinen Rot. in der sich auch die Steuerzahler einschließlich des Mittelstandes be° s finden. 2lbg. Reubauer (Komm.) sprach die Hoffnung aus, daß man lernen solle, Regierungskrisen schneller zu erledigen. Er ersuche das Finanzministerium, die Vorarbeiten sofort in Angriff zu nehmen. (Dies wird von der Regierung zugesagt.) Eine möglichste Klärung müsse stattsinden über die Rückwirsimgen vom Reiche auf die Länder und Gemeinden. Auf alle Fälle müsse etwas für die unteren Beamten- gruppen geschehen, die am meisten Rot litten. Abg. Dr. Qua ah (Dn.) fordert gleichfalls Beschleunigung der Prüfung. Der Beweis sei noch nicht erbracht, daß Länder und Gemeinde wirklich die erforderliche Sparsamkeit walten liehen. Abg. Dr. Cremer (D. Vp.) gab der Erwartung Ausdruck, daß die Reubildung der Regierung sich schneller vollziehen werde, als die Opposision unterstelle. Die allgemeine Rotlage der gesamten Bevölkerung sei der Beamtenschaft bewußt und vermindere die Erfüllung weitgehender Forderungen. Seit Dezember 1924 sei die Beamtenbesoldung unverändert geblieben, während das allgemeine Lohn- und Gehaltsniveau sich erheblich gesteigert habe. Abg. Leicht (Bayer. Vp.). So sehr man die Rotwendigkeit- einer Aufbesserung der Be- amtengehälter anerlennen müsse, so wenig könne man ohnefinanziellefesteGrundlage und Klärung der Deckungsfrage größere Ausgaben bewilligen. Wünschenswert sei die Fortsetzung der Preisabbaubestrcbungen. Abg. Stein köpf (Soz.): In der Frage der Besserung der Beamtenbesoldung müsse eine sozialistische Unternehmen werde, wenn es nicht zum Ziele führen, nur mit der Auflösung der Kammer abschliehen können. Die Auflösung müsse indessen mit allen Mitteln verhi ndert werden. Leon Blum erwiderte darauf, dah auchdieSozia- listen die Auflösung fürchten und keineswegs herbeifühven wollten. Bei ihrer Stellung zur Regierungsfrage sei das wichtigste Prinzip der Partei, dah man keine Inflation auf sich nehmen dürfte. Sarraut erklärte darauf, dah es sich bei der zukünftigen Regierung nicht allein um die finanzielle Frage handle, sondern dah es auch andere Probleme gebe, wie Marokko und Syrien. Bei allen L esen Punkten müsse die Regierung das volle Vertrauen haben. Der Führer der Gruppe Loucheur äußerte sich in ähnlichem Sinne, machte indessen Vorbehalte wegen der Durchführung des sozialistischen Finanz- programms. Leon Blüm erwiderte, das sozialistische Prinzip bestehe darin, eine energische Position ein- zunchmen, um eine demokratische Finanzpolitik durchführen zu können. Sarraut bestand zum Schluß der Sitzung darauf, dah die einzige Möglichk.it die Bildung eines radikalen Ministeriums mit sozialistischer Beteiligung sein könne. Die Beauftragung Herriots mit der Bildung der Regierung ist die logische Folge dieser Entschließungen innerhalb des Kartells der Linken. Herriot, der in seiner ersten Regierungs- zeit lediglich auf die Llnterstützung der Sozialisten angewiesen war, wird diesmal mit seinem neuen ReaierungSerperiment unter Teilnahme der Sozialisten größere Aussichten auf Erfog haben können, falls es ihm gelingt, die Widerstände auf dem rechten Flügel des Kartells zu besiegen. Die Unterzeichnung der Locarno-Verträge. Keine Festlichkeiten. — Unterzeichnung durch die Botschafter? Paris, 25. Roo. (XU.) Zu der Unterzeichnung der Locarnovecträge berichtet der „Petit Parillen" aus London, dah die Enifchliehung der britischen Regierung, wegen der Trauer über den Tod der Königin-Mutter auf die vorgesehenen Feierlichkeiten zu verzichten, heute morgen durch das Forelgn Office den beteiligten Regierungen mit- geteilt worden sei. In dem Schreiben habe Chamberlain hinzugefügl, dah er es für seine Pflicht halte, darauf hinzuweifen, dah er infolge der Uenderung des Programms es für nicht anormal halte, wenn den Botschaftern Vollmachten zur Unterzeichnung der Dokumente erteilt würden. Chamberlain habe indessen betont, dah, wenn feine auswärtigen Kollegen den Wunsch hätten, persönlich ihre Unterschrift unter die Verträge zu fetzen, sie der brittschen Regierung herzlich willkommen wären. Man erklärt in zuständigen Kreiesn, dah die Antworten der beteiligten Regierungen noch nicht in London elngetrofsen seien. Die unmöglichen Kontumazialürteile. Berlin, 25. Rov. ($11.) Mehrere deutsche Blätter meldeten kürzlich, dah ein französisches Kriegsgericht ben Generalmajor a. D. Paul W e i cf c in Kassel-Wilhelmshöhe und den Ritter- igutsbesitzer Rudolf Schulz in Alterwalde (Kreis Reustettin) wegen angeblicher Gewalttaten gegen französische Zivilpersonen im Ab- 1 wesenhÄtSverfahren zum Tove verurteilt hat. Dazu erfahren wir. daß die französischen Beschuldigungen schon vor längerer Zeit vom deutschen Reichsgericht eingehend untersucht worden sind, wobei sich ihre völlige Haltlosigkeit herausgestellt hatte. General Weicke hatte sogar ausdrücklich seine Truppen unter Hinweis auf die bestehenden scharfen Strafandrohungen vor Ausschreitungen gewarnt. Don Schulz ist festgestellt worden, dah er am Tage des ihm zur Last gelegten angeblichen " Vorkommnisses von dem Ort Porquericourt, wo sich diese zugetragen haben soll, dienstlich abwesend war. Der Balkanpakt. Bukarest, 25. Rov. Außenminister Duca hatte eine Besprechung mit dem hiesigen griechischen Gesandten, der ihm den Entwurf eines Balkanpaktes vorlegte. Die griechische Regierung sei bestrebt, noch vor der Anhängig- machung deS bulgarischen Konfliktes beim Völkerbund Verhandlungen über den Abschluß eines Balkanpaktes zu beginnen. Der rumänische Außenminister gab die Zusicherung, daß er bei der nächsten Zusammenkunft der Außenminister der Kleinen Entente den Dorschlag Griechenlands zur Diskussion stellen werde. Das polnische Negierungsprogramm. Das Kabinett Skrzhns i vor dem Sejm. Warschau, 25. Nov .(WTB.) Ministerpräsi- beru und Minister des Aeußern Graf S k r z y n s k i gab heute nachmittag im Sejm die Programmerklärung der neugebildeten Regierung ab. Der Ministerpräsident erklärte, daß das Programm der jetzigen Regierung die Zusammenfassung aller großen Parteien esi, um durch sofortige Maßnahmen die aegenwürtige Wirtschaftskrise zu bekämpfen. Auch werde die Regierung sich angelegen fein lassen, den Zloty zu Halen, und auf keicnen Fall eine neue Inflation zuzulassen. Die neue Regierung habe nicht die Absicht, am Militärbudget besondere Ersparnisse oorzunehmen, sondern die Budgetrestriktion werde gleichmäßig auf alle Ressorts verteilt werden. Bei der Besprechung der außenpolitischen Lage unterstrich der Ministerpräsident die guten Beziehungen Polens zu Frankreich, die niemals enger, besser und klarer gewesen seien als jetzt. Zn unser Verhältnis zu unseren deutschen Nachbarn, sagte Skrzynski, kam eine Tatsacye von ungeheurer politischer Bedeutung: Locarno! Ich zweifle nickt, daß sich entsprechend der Bedeutung der dort beschlossenen Verträge unser Verhältnis zu Deutschland in einer Weise neu gestaltet, die beiden Nachbarn Nutzen bringen wird. In diesem Geist treten wir aufs neue in die Handelsvertrag s- ver ha ndlun gen mit der Reichsregierung ein, wobei wir wünschen, daß sie in raschem Tempo sort- fchreiten und bei beiderseitigem guten Willen aller- schnellstens dem heutigen Zustand der Dinge ein Ende machen. An die Ausführungen Skrzynskis schloß sich die Debatte an. Es stellte sich dabei heraus, daß in der Opposition gegen die Regierung nur noch die Wyslowonie und die slawischen Minderheiten stehen. Die deutsche Minderheit wird erklären, daß sie einstweilen eine a b • wartende Stellung gegenüber der Regierung einnimmt und sich bei der Abstimmung enthalten wird. Einen ähnlichen Beschluß faßte die jüdische Fraktion. Kabinettskrise in Estland. Reval, 25. Nov. (WTB.) Nach einer längeren Debatte im Anschluß an eine vor mehreren Tagen eingebrachte Interpellation der Sozialisten über an Privatpersonen gewährte Kredite der Estnischen Staatsbank nahm das aus 100 Abgeordneten bestehende Parlament mit 31 gegen 4 Stimmen ein Vertrauensvotum für die Regierung an. Auf dieses Ergebnis hin hat das Kabinett gemäß feiner vorher abgegebenen Erklärung, daß es nur ein von allen Parteien der gegenwärtigen Regierungskoalition getragenes Vertrauensvotum annehmen werde, sein Abschiedsgesuch eingereicht. Das Parlament hat seinen Präsidenten beauftragt, die notwendigen Schritte zur Beilegung der Regierungskrise zu tun. Ernste Lage in China. London. 25. Rov. (Sil.) Rach Blättermeldungen aus Peking ist der gesamte Derkehr auf allen Eisenbahnen wegen Truppentransporte eingestellt worden. Rach chinesischer Ansicht sind weitere militärische Ereignisse unvermeidlich. Unmittelbar beunruhigend ist die Tatsache, daß der Militärgouverneur von H o n a n offenbar mit Feng QJu Siang gemeinsame Sache gegen Tschang Tso Lin macht. Tschang Tso Lin befindet sich in einer sehr bedrängten Lage. Angeblich ist eine Revolution gegen i h n in Mukden ausgebrochen. Qltan sagt sogar, daß er gefangen gesetzt worden sei. 3n Peking rechnet man mit Kämpfen in der Umgegend. Rach anderen Berichten ist zwischen Feng * * **5u Siang und Wu Pei Fu ein Schuh- und Trutzbündnis zur Dernichtu ng Tschang Tso Lins abgeschlossen worden mit der Absicht, eine Sowjetregierung in Peking zu bilden. Doch wird dieser angebliche Plan in politisch unterrichteten Kreisen offensichtlich nicht ernst genommen. Tatsache ist. daß Feng QJU Siang von Rußland große Geldbeträge empfangen hat. Von einer Gefahr für das Gesandtschaftsviertel in Peking kann zur Zeit nicht gesprochen werden. Auf alle Fälle steht jedoch fest, dah die vor nur wenigen Tagen noch verhältnismäßig optimistisch beurteilte Lage neuer» dings eine Wendung zum Schlechteren genommen hat. Schwere Sturmschäden an der Marokkosront. Madrid, 25. Rov. (TU.) Schwere Stürme und Wolkenbrüche haben die spanischen Stellungen bei Tetuan und Zeuta überschwemmt. Mehrere Schützengräben wurden vernichtet. Einige Garnisonen befinden sich in Gefahr. Pioniertruppen versuchen weiteren Schaden zu verhindern. Die Wassermassen haben die Straße Zeuta—Tetuan abgefchnitten. da die Drücken fortgerissen sind DieRegierungsbildung in Baden. Karlsruhe, 25. Roo. (TU.) Zentrum und Sozialdemokratie werden dem Landtag folgende Mini st er ll sie zur Abstimmung vorlegen: Staatspräsident und Iustizminister Trunk (Zentrum) Finanzminister Dr. Köhler (Zentrum) ITlinlffer des Innern Remmels (Soz.). Die Vorgefchlagenen hatten schon bisher diefe 2Hi- nisterposten inne. Das Ministerium des Kultus und Unterrichts (bisher Staatspräsident Dr. hellpach) wird vorläufig nicht befehl, sondern von dem Innenminister Remmele verwaltet. Der 2Tli- ministerialdirektor dieses Ministeriums gehört dem Zentrum an. Das Kabinett erhält ferner zwei 5 t a a t g r ä (e, wofür vom Zentrum der Abg. D e i ß h a u p t, von den Sozialdemokraten der bisherige Staatsrat Maier vorgeschlagen wurde. Zentrum und Sozialdemokraten haben von den 72 Landtagssitzen 44 inne und damit die Mehrheit. Somit ist die Mahl der neuen Regierung gesichert. Nach langem Hin und Her ist nunmehr in Raden eine neue Koalition entstanden: Zentrum und Sozialdemokraten sind übereingekommen, die Regierung zu bilden. Das bedeutet einmal die vorläufige Erledigung der Weimarer Koalition in Baden, zum andern ist der schwarz-rote Block aber auch das Ergebnis eines beinahe als rücksichtslos zu bezeichnenden Kampfes des Zentrums um die politische Macht. Den ersten Vorstoß des Zentrums hatten die Demokraten auszuhalten, die nur eine sehr kleine Fraktion im Landtag bilden, aber doch unter allen Umständen nicht nur das Kultusministerium weiter verwalten, sondern innerhalb der Regierung auch einen größeren Einfluß als bisher eingeräumt haben wollten. Deswegen verfochten sie unentwegt die Idee der Weimarer Koalition. Dem Zentrum paßten aber die demokratischen Wünsche nicht, zumal es sich gerade auf kulturpolitischem Gebiet in schroffem Gegensatz zu der demokratischen Richtung befindet. Der Streit um die Verteilung der Regierungssitze endete schließlich mit einem Abschwenken der Demokraten, die nun ebenfalls, ebenso wie die Deutsche Volkspartei, zu der neuen Regierungskoalition in Opposition stehen wird, wobei allerdings festzustellen ist, daß die Volkspartei seinerzeit lediglich deswegen beiseite trat, weil sie für eine große Koalition, Die nach Anschauung der übrigen Parteien einzig und allein in Frage kam, falls die Volkspartei Wert auf eine Teilnahme an der Regierung legen sollte, nicht zu haben war. So ist nun eine Koalition zwischen Zentrum und Sozialdemokraten zustande gekommen, die zahlenmäßig über eine Mehrheit, nämlich 44 von 72 Sitzen, im Landtag verfügt. Sie kann damit regieren, zumal die Demokraten nicht in jedem Fall in der Opposition bleiben dürsten. Daß Zentrum und Sozialdemokraten sich auf die Dauer auf kulturpolitischem Gebiet vertragen sollten, erscheint doch recht unwahrscheinlich, so daß der schwarz-rote Block voraussichtlich bald wieder auseinander fallen wird. Das Kreditbedürsnis der deutschen Städte. Berlin. 25. Rov. (WB.) Wie das W. T. B. von zuverlässiger Stelle erfährt, sind die Verhandlungen, toeld>e die deutsche Girozentrale mit der Rational City Bank in Reuhork wegen Ausnahme einer Ausländsanleihe geführt hatte, abgebrochen. Die deutsche Girozentrale verhandelt nunmehr mit einer anderen namhaften amerikanischen Bankengruppe und hofft demnächst von der Aufsichtsbehörde die Genehmigung zur Aufnahme einer Gemeinschaft s- anleihe für die deutschen Städte zu erhalten. Die Verbandlungen sind bereits soweit geklärt, daß Aussicht vorhanden ist, die Anleihe in kurzer Zeit in Amerika zu plazieren. Aus aller Welt. Vertagung des Bellinzonaprozesses. Bellinzona, 25. Rov. (TU.) Bei dem gestrigen Besuch der älnglücksstätte muhte sich der Gerichtshof davon überzeugen, daß die Siche rungs- und Weichen anlagen an der Stelle, wo im vergangenen Fahr der Zusammenstoß der Schnellzüge sich ereignete, obwohl sie sich im Tlmbau befanden, durchaus nicht den Anforderungen eines modernen, komplizierten Verkehrs entsprechen. Dies wird auch in den beiden von der Verteidigung vorgelegten Gutachten bestätigt. Es ergab sich somit für die Staatsanwaltschaft die Rotwendigkeit, ihr Anklagematerial nach dieser Richtung hin zu ergänzen, was natürlich für die schweizerische Bundesbahn keineswegs eine Annehmlichkeit bedeutet. Der Prozeß wurde deshalb auf unbestimmte Zeit vertagt. Jubiläum itn hessischen Landtag. Der Rechnungsdirektor Köhler ist jetzt 25 Jahre Beamter im Dienste d e s Landtags. Er war vorn Kreisamt Offenbach von dem damaligen Landtagspräsidenten Haas in das Landtagsamt übernommen worden. Aus Anlaß des Jubiläums fand im Landtagsamt eine Feier statt, wobei Direktor Schenk des Jubilars verdienstvolles Wirken schilderte. Landtagspräsident Adelung übersandte zugleich mit einem sinnigen Geschenk ein Glückwunschschreiben. Intendant von Schillings zum Rücktritt aufgefordert. Wie mehrere Blätter melden, ist der Intendant der Berliner Staatsoper, Max v. Schillings, in einem Schreiben des preußischen Ministers für Kunst unb Wissenschaft ausgesordert worden, sein Rücktritt s g e s u ch einzureichen, weil er nach Ansicht des Ministers weder in geschästlicher noch künstlerischer Beziehung den Ansprüchen der Staatsoper genüge. Max v. Schillings hat in seinem Antwortschreiben es abgelehnt, diesem Ersuchen Folge zu leisten. Erst vor einem Fahre hatte v. Schillings von dem damaligen Kultusminister Bölitz seinen Vertrag um fünf Fahre verlängert erhalten. Schwerer Sturm über Holland und dem Kanal. Amsterdam, 26. Rov. (WTB. Funk- spruch.) Ein von gestern nachmittag bis in die Nacht andauernder Sturm richtete in zahlreichen Orten West Hollands viel Schaden an. Fm Amsterdamer Hasen wurden zahlreiche Schiffe losgerifsen. 14 Schleppkähne sind mit ihrer Ladung gesunken. Auch im Rotterdamer Hafen wurden mehrere größere Schiffe losgerissen und zum Teil beschädigt. Fn zahlreichen Orten wurden Personen durch herabfallende Ziegel, Schornsteinteile und entwurzelte Bäume verletzt. Aus der Z u i d e r s e e ist ein Schleppdampfer gesunken. Bier Mann der Besatzung sind wahrscheinlich ertrunken. Sin Fischereifahrzeug geriet bei einem Rettungsversuch in große Gefahr. Fn Volen- d^am hegt man Befürchtungen wegen des größten Teils der noch nicht wieder eingelaufenen F i - scherslo11e. Auch im Kanal herrscht heftiges älnwetter. Sämtliche Telephonverbindungen zwischen England und dem Festland waren infolge Sturmschadens unterbrochen. An der sran- zöfi'chen Küste befinden sich mehrere Schiffe in Seenot. Schneesturm im Schwarzwald. Freiburg i. Br., 26. Nov. (WTB. Funkspr.) Gestern abend setzte auf dem Schwarzwald heftiger Schneesturm ein. Heute morgen betrug die Stärke des Sturmes noch 16 Sekundenmeter. Die Schneehöhe auf den Höhen des Feldbergs erreichte bereits 25 Zentimeter. Die Masernepidemie in Franken. Der in dem Dorfe Sendelbach bei Lohr unter den schulpflichttgen Kindern auSgebrochenen Mafernepidemie sind bis jetzt schon 19 Kinder flum Opfer gefallen. Drei Familien sind je drei Kinder durch den Tod.entrissen worden, während zwei andere Familien den Verlust von je zwei Kindern zu beklagen haben. Verbrüht. Bei Mannheim ist auf einem Rheinschifs ein 2',2 Lahre altes Kind eines Schiffers an den Folgen einer Verbrühung gestorben. Das Kind ist in unbewachtem Augenblick in einen mit Heißem Wasser gefüllten Topf gefallen. Aus Leichtsinn in den Tod. Fn schrecklicher Weise unrs Leben gekommen ist der Techniker Ernst Weiße in Godramstein (Baden), der fein Motorrad unter einer Bahnschranke h i n du rchsch i e b e n wollte, aber in diesem Moment von dem daherbrausen- den Eilzug Annweiler—Landau ersaßt und getötet wurde. Ein leichtsinniger Autofahrer. Vor dein Schöffengericht Charlottenburg wurde gegen den Ingenieur Paul 2 ä r wegen fahrlässiger Tötung verhandelt. Bär war im Jahre 1924 bei einer Autofahrt auf dem Eise des Wannsees eingebrochen, wobei der ihn begleitende Mechaniker Duda ertrunken war. Das Gericht machte Bär, der gewarnt worden war, für den Tod feines Begleiters verantwortlich und erkannte auf neun Monate Gefängnis unter vorläufiger Versagung der Bewährungsfrist. Palasteinsturz in Neapel. Einer der ältesten Paläste Neapels, der Palazzo «an S e v e r o, ist eingestürzt. Die Bewohner der drei Stockwerke wurden in die Tiefe gerissen. Bisher wurden 14 Verwundete, darunter vier Schwerverletzte, aus den Trümmern gezogen. Wettervoraussage. Leichte Verstärkung des Rachtsrostes, tags Tenrperaturen wenig über Rull, zeitweise schwächer bewölkt, stellenweise noch Riederschläge. Gestrige Lagestemperaturen: Maximum 2,4 Grad, Minimum minus 0,5 Grad. Heutige Morgentemperatur 0,5 Grad Celsius. Riederschlag 12,1 Mm. - । Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 26. Rovember 1925. Den Kindern bringt der „Gießener Anzeiger" in diesem Jahre eine ganz besondere Ueberraschung zu Weihnachten, ein ganz allerliebstes Weihnachtsmärchen unseres römischen Korrespondenten G. W. Eberlein, daß den Titel trägt „Pelzmärle!" ein Nürnberger Spielzeugroman. Die reizende Geschichte erzählt von den Schicksalen eines Geschwi- sterpaares zwischen Spielzeugpuppen, Bleisoldaten, Nußknackern, Feen und anderem Zaubergelichter. Drei Klapperstörche spielen eine Hauptrolle darin und retten den Vater der Kinder, den Puppenpeter, aus unverschuldeter Not. Unter dem Festgeläut der Weihnachtsglocken zieht das Heer" Nr Spielsachen wieder in die spitzgiebelige, alte Stadt an der Pegnitz ein, die es ein Jahr lang im Zorn verlassen hatte. Große und kleine Kinder, vor allem auch unsere Frauen und Mütter werden das Weihnachtsmärchen mit gleicher Begeisterung lesen. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf Hern heutigen Wochenmarkt: Butter 200 bis 230, Matte 35 bis 40, Käse 75 Wirsing 10 bis 15. Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12 bis 15, Spinat 40, Unter-Kohlrabi 10, Grünkohl 25. Rosenkohl 50, Feldsalat 100, Tomaten 120, Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 80, Schwarzwurzeln 50, Kartoffeln 4, Aepfel 15 b s 20, Dirnen 15 bis 30. junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 100 bis 120, Russe 60 bis 90 Pfg. das Pfund: Eier 18 bis 19, Blumenkohl 60 bis 140, Salat 10, Endivien 10 bis 20, Ober-Kohlrabi 10, Lauch 5 bts 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 50 Pfg. das Stück. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Gießener Konzert-Verein: 8 älhr Reue Aula der Universität. Symphonie-Konzert der Meininger Staatskapclle. — Oberhessifcher Geschichtsverein: 3’/j -Uhr, Hörsaal des Phhsikal. Fnstituts, Vortrag von Geheimrat Prof. Dr. Rüch. — Lichtspielhaus Dahnhofstr.: „Der Zirkuskönig" und „Prater". — Astoria-Lichtspiele: „Der Wettlauf mit dem Tode". — SWUWMW-MkiW für die Samstagsnummer können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Satzausstattung erfolgen Destellungen zweckmäßig bereits im Laufe des Donnerstags SM-es GieWer Anzeigers 9818O — D i e Volkshochschule veranstaltet am kommenden Dienstag, 1. Dezember, einen Abend zum Gedächtnis des Dichters Conrad Ferdinand Meyer. Als Redner konnte der Literaturhistoriker unserer Universität, Prof. Dr. Vietor. gewonnen werden. Frl. Meline Müller, Wetzlar, die hier keine Fremde mehr ist, wird Gedichte und Abschnitte aus der Rovelle ..Die Versuchung des Pescara" vortragen. Rä° heres in der heutigen Anzeige. — Matthäusgemeinde. Man schreibt uns: Am kommenden Sonntag, 29. 11.. wird die Matthäusgemeinde ihren gewohnten Winter- Gemeindeabend in der Turnhalle am Oswalds- garten abhalten. Reben ausgezeichneten musi- talischen und gesanglichen Darbietungen durch Studienrat Kraus (Liedervorträge) und Herrn O. Seeger (Cellosoli) und einem Vortrag wird ein Krippenspiel auf der Vorlage eines mittelalterlichen Christgeburtsspiels zur Aufführung kommen, fo daß man sich von diesem Abend wiederum viel versprechen darf. Am Eingang werden Programme verkauft werden, die alle näheren Einzelheiten enthalten. Man beachte die heutige Anzeige. • ** Der Winter hat gestern mit einem kräftigen Vorstoß seine Herrschaft angetreten. Reichlicher Schneefall bei allerdings mäßiger Temperatur kennzeichnete den Tag als Anfang der Winterherrlichkeit, die allerdings bei uns im Tal zunächst nur beschränkte Geltung hat, dagegen im hohen Vogelsberg bereits voll zur Wirksamkeit gekommen ist. Dort oben hat eS nach einer Meldung vom Hoherodskopf gestern und in der Rächt tüchtig geschneit, und auch heute früh dauerte der Schneefall noch langsam an. Stellenweise ist der Schnee bis zu 50 Zentimeter Höhe geweht Dazu war es heute früh 4 Grad kalt. Die Schibahn ist sehr gut, so daß also der Wiittersport im Vogelsberg beginnen kann. *” Ein Schmetterling trieb gestern nachmittag sein Spiel im Garten des Gärtners v. M ü n ch o w in Klein-Linden. Der unzeitgemäße fliegende Besucher.'der so gar kein Der- ständnis für den Tag des Winters bekundete, wurde von dem Gartenbesitzer in eine Schachtel in Arrest gesteckt und heute früh uns präsentiert. Wir nehmen von seiner Anwesenheit hiermit gebührend Rotiz. ** Der Prooinzialausschuh der Provinz Oberhessen hält am nächsten Samstag, 28. Nov., vormittags 8i Uhr beginnend, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung ab mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Karl Jos. Wolf in Gießen, Mühlgasse 8 I, gegen das Kreisamt Gießen wegen Versagung des Wandergewerbescheines. 2. Antrag der Gewerkschaft Gießen der Braunsteinbergwerke, vormals Fernie, in Gießen auf Grundabtretung in der Gemarkung Großen-Linden. ** Die Verzinsung der staatlichen sJl o t ft a n b s t r e t) i t e. Nach einer Verfügung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft sind die Darlehen aus Mitteln des staatlichen Natstandskre- dits, einerlei, ob dieser Gelder zur Anschaffung von Saatgut oder Düngemitteln verwendet wurden, vom 10. November 1925 an, dem Tage der Fälligkeit des ersten Drittels der Darlehen, mit 9 Prozent im Jahr zu verzinsen. ssfi KZI . Mr" > ßai bu"d bel barteü fibenten- * Low"" o der Z Grabe ™ s* - 5° $otorro laugen die emM 1113 Kraft' tcasiwage^ Heise" !ini) b) 1265, ' b) 614. c einen Test rädern ftr kaWer Mit anbei Einwohner Immerhin kaner einz: " Di sand. Zeit borgt Postpaketei Paket oben auch in b: wenn etwe Leider wir bänglichen ferem häu der von P eigenen In der AeichÄ DcvMnink bett W gemacht. m der Dem dem reisend Aersonenwa häßlicher ui Deullcht A< Äünftler fü 1. unb 2. S rmziehm. Auge gefa teile geda tönigfeit 1 pflegt. ADD der Eis binienie^u fartenfeffa mehren sich von der 6 verschieden!! lundenfälsch gegangen ü den in beta liche Straf' strafen toü zu 3 Moi dienen. “Uni b r i e j e. und Hand« selbst von arbeiten, , iandbriefe Briefe übe fiert. Es ( ier Lesöl! biefe Derleij Grenze nad unvermeidli von den Abi toi Angabe von dieser \ [enbungen n halten, jjiert ^ncr unnup Ittttung bett noch UntlQt' iwwakei uv Montag, mittags K »a&e ®6.;i»5ä pachtet. xAchzeit 52 lag D lld) Wbie Der I. LH in Noet-i i Giehener Finanzfragen freigesprochen. er i-ül* ““D mine. Mindest bielenden Vorbehalten. 11172D Schütz, Regierungslandmesler. an den Gieß. Anz Carl Seibel, Germania-Drogerio Frankfurter Str. 39 nimmer ormtttags i werden, isftattung teckmähig inerstags Die lästigen Schuppen! beseitigt unter Garantie Phlloder« Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorn. Hermes Neue Kurse i täglichA nfnahmt Preise. Apatit: fs § M zs W Avlkraut üben 12 bis 15 ^Khl 25, A°- ‘ JjMtoleBeln zg rnen 15 bis an' Ä $funb; Sitt Salat io, Sn- Lauch 5 bis ö bl« 50 $fg. Bekanntmachung. Montag, den 30. November 1925, vormittags 10 üf)T, werden im Stadthaus. Bergstraße 20, Zimmer 6, verschiedene städtische Plätze zum Verkauf von Christ bäumen meistbietend verpachtet. 11176B Gleichzeitig kommen die Plätze für den sog Weib nachtsmarkt öffentlich meistbietend zur Versteigerung. Gießen, den 25. November 1925. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. dern häufig Briefe, die zu den Inlandsätzen frankiert sind, aufgcgeben werden. *• Lichtspielhaus, B a b n h o ' st ra sie Das gegenwärtige Programm enthält das Lustspiel ..Der Zirkuskönig" und das Filmspiel »Prater". Vei ersterem liegt die Hauptrolle in Händen Donnerstag. Aeue Aula der der Meininger "eschichtsverein' 3nftitul8, Lor- KKh- - Licht. rtuSlvnig" und >t QBettlauf Angebote sind verschlossen für jede Sache getrennt zu Beginn des Termins dem Unterzeichneten zu übergeben. •• Auftrieb a u s dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: 3 Ochsen. 1162 Kälber 1123 Schafe. 413 Schweine. Rundfunk-Programm des Fraukfurt-r Tenders. (Aus der „Radio-Umschau".) Freitag, 27. November. 3.30 bis 4 Ahr: Die Stunde der Äugend. 4.30 biS 6 Uhr: Hausfrauen-Nachmittag. 6 bis 6.30 Uöt: Die Lesestunde (Briefliteratur): AuS dem Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter. 6.30 biS 6.45 Llhr: Die Besprechung. 6.45 biS 7 116r: Stunde der Frankfurter Vereinigung für Heimatkunde. 7 bis 7.30 Ahr: Die Dücherstunde II (Gedenktage). 7.30 biS 8 Ahr: »Die Technik des Geistes", Vortrag von Prof. Dr. Derweyen- Donn. 3 bis 8.30 Ahr: Italienischer Sprachunterricht. 8.30 Ahr: Bunter Abend. Der Zuschlag wird unter den drei BetetlmungamUm- - - - 1H810 latz aeiuchi. Schrtktl. . ihöiu 12l b „„ter 09484 Mm w Kirchliche Nachrrt en. Israelitische Gemr Isr.NettgionSgemeinde.Gol Synagoge (Südanlage). Samstag, 28. Novemb.r 1925. Vorabd. 4.30, morg. 9.00, abds. 4.50 u. 5.20. Gottesdienst der isr. NeligionSgefellschaft. Sabbatfeier, den 28. November 1925. Freitag abds. 4.05, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30, Eabbat- ausgang 5.20. Wochengottesdienst morg. 7.00 und abds. 4.00. Am Eröffnungstag Grosses Schlacht-Fest ,,nt5 *'*01.,. 1^“PPenpetn, «taut i». •"‘»Tegnin w*n fcut, TjonnefeldtsTee JL eL seit 1OO Jahren bewährt von Millionen getrunken in Jubiläums • Dosen OhneAuf&chloq überoll erhältlich" | Schöffengericht Gießen. * Gießen, 23. Roo. Der Drogist A.P. aus Hettstedt ist schon früh auf Abwege geraten und mehrsach wegen Diebstahls usw. vorbestraft. Rach Verbüßung einer längeren Freiheitstrafe ist er im Juli 1.9. in Gießen in ein Stockwerk eines Hauses in der Alicestrahe eingedrungen, hat mit Gewalt die Zimmertüren sowie Schränke und einen Schreibtisch oufgebrochen und daraus Anzüge, sowie einem Hausmädchen eine Armbanduhr usw. entwendet. Dann ging er flüchtig und entkam, obwohl er ver- olgt wurde. In Wiesbaden wurde er bei einem neuen Einbruchsversuch ergriffen. Er beruft sich darauf, daß er Morphinist und Stofainift sei. Da der Sachverständige aber keinen chronischen Morphinismus annimmt und sich der Angeklagte im wiederholten Rückfall befindet, versagt ihm das Gericht die mildernden Umstände und verurteilt ihn zti zwei Jahren zwei Wochen Zuchthaus. Bei den in Gießen überhandnehmenden Wohnungsund Mansardendiebstählen, so führte der Vorsitzende aus, seien nur schwere Strafen am Platze. Der Kaufmann A. I. aus Hannover hat sich in Bad-Nauheim und in Gießen in vier Fällen des Betrugs, in einem Falle auch zugleich einer quasi fizierten Urkundenfälschung schuldig gemacht und die Betrogenen um 5—200 Mk. geschädigt. Er wurde in eine Gesamtstrafe von einem Jahr drei Mo noten Gefängnis genommen. Da er während der Untersuchungshaft ausgebrochen ist, wird ihm diese nicht angerechnet. F. wird noch wegen gleicher Verseilungen von zahlreichen auswärtigen Behörden gesucht. Der Schmied Eh. Bl. ist im Jahre 1921 aus der hiesigen Reichswehr desertiert unter Mitnahme seiner militärischen Ausrüstungsgegenstände. Er hat dann ein richtiges Abenteurerleben geführt. Er kam zunächst ins besetzte Gebiet, wandte sich dann nach Kleinasien und landete endlich mit einem anderen ,,Freund" in Rußland. Beide wurden dort unter Spionageoerdacht ergriffen und vor Gericht gestellt. Während sein Genosse ztnn Tode verurteilt und erschossen wurde, wurde Bl. selbst aus drei Jahre noch Sibirien geschickt. Rach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er ergriffen und von mehreren Gerichten zu namhaften Strafen verurteilt. Unter Einbeziehung dieser Strafen verurteilte ihn das hiesige Schöffengericht wegen Fahnenflucht und militärischer Unterschlagung zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren sieben Monaten Gefäng- n i s. Don der weiteren Anklage des Betrugs wurde WaM. Wn i925 n Wem, Tel 240 auch nachts Garant, vollsrischc Trinkeier A. Steinreich LindengasieL.""" 2-3080 Mort von hiesigem Svez - Geschäft tgutgehend. Unternehmen) von Selbstgeber gegen Geschäfts-Eröffnung! Am Freitag, dem 27. Nov. 1925, eröffne ich in dem vollständig neu hergerichteten früher Lüter'schen Anwes. Wolkengasse 26 eine Gast- u. Logierwirtschaft „Zum Braustübl“ Im Ausschank la Exportbier und Pilsener aus dem Gießener Brauhaus. Um geneigten Zuspruch bittet Wilh. Schmid. Giessen Verdingungstermin. Zur Herstellung von Draingräben mit etma 1,30 m durchschnittlicher Tiefe, ein- schließlich Verlegen und Verfüllen der Rohrgräben, doch ohne Materiallieferung, findet statt: 1. am Mittwoch, den 2. Dezember 1 925, vorm. 9 Ahr in der Gastwirtschaft Rinn zu Launsbach für die Drainage- genossenfchaft Launsbach etwa 14 000 lfd. Mir. Draingräben; 2 am Mittwoch, den 2. Dezember 1 925, nachm. 2 Ahr in der Gastwirtschaft Wilhelm Dittendorf zu Wih - m a r für die Drainagegenossenschaft W i si m a r etwa 13 OOO lfd. Meter Draingräben. Die Unterlagen sind von Donnerstag, Len 26., ab auf dem Kulturamt Wetzlar (Zimmer Nr. 2) in den Dienststunden einzusehen. Nur solche Bewerber finden Berücksichtigung, die sich nachweislich beim Ausbau von Drainagen bewährt haben und sich ausdrücklich verpflichten, mindestens zwei Drittel von den bei dem Anternehmen zu beschäftigenden Arbeitern vom öffentlichen Arbeitsnachweis zu entnehmen. werbe sind schon stark angespannt, der Erlaß einer neuen Gelränkesteuerordnung dürfte jetzt fraglich sein, ob irgendwo noch Ersparnisse in dem engen Haushalt möglich sind, erscheint uns ebenfalls zweifelhaft. Kurzum, hier steht das neue Haus vor einer Lage, die außerordentlich verzwickt und sehr ernst ist. Hoffentlich gelingt es ihm, eine befriedigende Lösung zu finden. Zum Schluß dieser Angelegenheit sei aus Gerechtigkeitsgründen noch betont, daß man der Stadtverwaltung wegen des Getränke- steuerfalls keinen Vorwurf machen tagn. Sie hatte die Maßnahme auf Grund einer Verordnung des Reichsfinanzministers und unter Benutzung einer vom hessischen Ministerium des Innern aus- gcarbeiteten Mustersatzung den Stadtverordneten vorgeschlagen und von diesen genehmigen lassen. Die weitere Behandlung war bann dem in der wildesten Inflationszeit allgemein üblichen Gang entsprechend. Daß dieses Werk vor einer überaus strengen juristischen Betrachtung, die die damaligen ganz besonderem Zeitumstande sehr außer Betracht ließ, nicht bestanden hat, ist bedauerlich, aber nun einmal Tatsache, mit der zu rechnen ist. Will man Schuldige suchen, so klopfe man beim Reichsfinanzministerium und in Darmstadt an. An hervorragender Stelle des städttschen Haushalts steht auch die Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz mit 610000 Mark Voranschlag. Sie ist häufig Gegenstand kritischer Betrachtungen gewesen, im Wahlkampf vor der Stadt- Verordnetenwahl wurden hinsichtlich dieser Steuer sogar Versprechungen an die Wählerschaft gegeben. Bis aus weiteres werden sich diese Wechsel aber nicht einlösen lassen. Zur Entschuldigung der Versprechenden, die Hoffnungen auf eine baldige Wandlung der Dinge erweckten, kann man nur an- nehmen, daß sie die einschlägigen reichsgesetzlichen Bestimmungen nicht gekannt haben. In der Dritten Steuernotverordnung vom 14. Februar 1924, § 26, ist von Reichs wegen bestimmt worden, daß die Sondersteuer „zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs der Länder und Gemeinden", insbesondere zur Deckung der ihnen neu aufgebürbeten Wohlfahrtslasten dienen soll und daß die Länder und Gemeinden „mindestens 10 v. H. der auskommenden Steuer zur Förderung der Neubautätigkeit verwenden werden". Im § 11 des Finanzausgleichsgesetzes vom 10. August 1925 ist diese Zweckbestimmung der Steuer — für den „allgemeinen Finanzbedarf der Länder und Gemeinden" — erneut feftgelegt, nur ist der Prozentsatz der für Wohnungsbauzwecke auf- zu wendenden Mittel um ein gewisses Ausmaß erhöht -worden. Aber um diesen Prozentsatz dreht es sich im Augenblick hier nicht, sondern es kommt darauf an, festzustellen, daß für die r e ft l o j e Verwendung der Sondersteuer zu Wohnungsbauzwecken ober für bie Beseitigung ber Sonbersteuer — beibes mürbe im Wahlkampf als Zielsetzung der Wirksamkeit im Stadthaus versprochen — einstweilen noch die reichsgesetzlichen Voraussetzungen fehlen, die nur die Reichsregierung, ber Rcichsral und ber Reichstag allein schaffen können. Bis auf weiteres wirb also bie Sonbersteuer eine sehr gewichtige Steuerquelle für ben allgemeinen Finanzbedarf unserer Stabt bilben. In ber morgigen Stadt- verorbnetensitzung wirb sie nach unseren Informationen sogar wiederum zur Deckung allgemeiner Lasten herangezogen werben, unb zwar soll bie Erhöhung, wie wir zuverlässig zu wissen glauben, auf Vorschlag bes Ministeriums des Innern zur Deckung des Gießener Zuschusses zu ben Polizeilasten unb der Ausfälle an Einnahmen aus ben Reichssteuern dienen. (Vgl. den gestrigen Artikel I.) Angenehm ist diese Inanspruchnahme nicht, man mag sie bedauern, muß sich aber doch mit ihr abfinden, denn alles und jedes kann man nicht auf bie Gewerbe-, Gebäube- unb Orunbfteuer umlegen, bie,wie wir heute schon annehmen unb oben auch anbeuteten, jedenfalls in ber nächsten Zeit noch ein weiteres Päckchen aufgebürbet bekommen werben. Die Ungunst ber Zeit wirb von ber Bürgerschaft in biefem Haushaltsjahr noch weitere Anstrengungen auf steuerlichem Gebiet erforbern. Daß biefe auf das unbebingt notroenbige Mindestmaß beschränkt bleiben, barf man wohl als felbftoerftänbltd) erhoffen. Aber ebenso selbstverständlich muß auch sein, daß die Weiterentwicklung unseres Gemeinwesens trotz aller Röte der Zeit nicht zu kurz kommen barf. Beibe Sortierungen in ein gefunbes Verhältnis zu- einanber zu bringen, bas ist eine hervorragenbe Ausgabe ber Stadtverwaltung unb des alten unb neuen Stabtpartaments. des bekannten Komikers Paul Linder, ber durch fein Spiel stürmische Heiterkeitsausbrüche zu entfesseln weisi. Der Bildstreifen ^Prater" zeichnet sich vor allem durch die Mitwirkung der prominenten Henny Porten aus. Ihr Spiel ist dem Film als starkes Plus anzurechnen. V & « t SellM M oben nnnö langst an- men, kaM, %‘Ä in ^Mntierl i liochl"n n^ineWtnl: -sichen »S II. (Schluß.» Eine sehr ernste Rückwirkung auf ben ftäbtifdjen Haushalt übt bie Entscheibung bes Verwattungsge- richtsyofes über bie Getränke st euerord- n u n g aus. Rach bem llrteilsfpruch biefer höchsten Instanz ist bie Getränkesteuerordnimg unserer Stabt vom 31. August 1923 ungültig. Dieser endgültige Rechtsspruch entzieht zunächst der für 1925 26 in den städtischen Haushalt eingestellten Getränkesteuer- summe von 100 000 Mark die Grundlage. Das ist ein Ausfall in der städtischen Finanzwirtschaft, der recht empfindlich ist. Damit ist aber anscheinend die Rückwirkung noch keineswegs abgeschlossen; sie wird unter Umständen noch viel weiter reichen. Es wird nämlich auf Grund des Verwaltungsgerichtsurteils die Meinung vertreten, daß die Stadt nun auch verpflichtet fei, alle auf Grund der ungültigen Ordnung erhobenen Getränkesteuerbeträge zurückzuzahlen. Ohne irgendwen präjudizieren zu wollen, möchten wir zu dieser Meinung einige Gedanken aussprechen. Betrachtet man die Sache rein j u r i st i s ch , so ist zuztigeben, daß eine rechtsungültige Grundlage keine rechtsverbindlichen Wirkungen zeitigen kann. Hiernach müßten die bisher erhobenen Getränkesteuern von der Stadtverwaltung wieder herausgezahlt werden. Wer wäre nun für diese Steuerrückzahlung empfangsberechtigt? Natürlich der Steuerzahler. Hier taucht aber die bedeutungsvolle Frage auf, wer der Steuerzahler ist. Die Klärung dieser Frage ist gerade bei einer Sonder st euer, und das war ja bie Getränkesteuer, nicht einsach. ilnb bei biefer Frage tritt hervor, baß bie Getränkcsteuer- Angelegenheit nicht nur rein juristisch zu betrachten ist — in solchem Falle würbe einfach bie steuer abführende Person ober Firma empfangsberechtigt für bie Rückzahlung (ein —, säubern baß sie auch eine außerordentlich beachtenswerte tatsächliche Seilchat. Diese läßt den Sachverhalt in allgemeiner Geltung aber wohl so erscheinen, daß diese Steuer — entsprechend dem allgemein gültigen kaufmännischen Grundsätze, daß bei der Warenpreiskalkulation die auf dem Unternehmen ruhenden Lasten mit in Rechnung gestellt werden — auf die Ware umgelegt und mithin letzten Endes von dem Konsumenten als besondere Erhöhung des Warenpreises oder neben diesem her- laufend als Sonderaufschlag mitbezahlt wurde. Aus dieser Uebcrlegung würde sich der Schluß ergeben, daß ber Konsument der eigentliche Steuerzahler wäre, während ber Probuzent ober ber Mittelsmann zwischen biefem und bem Konsumenten (also der Gastwirt, Weinhändler usw.) nur bie steuerabführenben Personen wären. Den einzelnen Konsumenten als Steuerzahler in biefem Falle aber heule noch zu ermitteln, ist ein Ding ber Unmöglichkeit. Da die Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichtshofes unb seine Schlußfolgerungen bis heute Noch nicht vorliegen, kann nicht gesagt werben, ob bas Gericht Ueberlcgungen ber vorstehenden Art angestellt und o b bzw. w i e es sich zur Frage einer Rückerstattung der Steuer ausgespro chen hat. Daß an dieser Frage die breiteste Oeffent- lichkeit sehr stark interessiert ist, erscheint uns nicht nur nach unseren oben niedergeschriebenen Ueder- (egungen selbstverständlich, sondern ebenso sehr auch vom Gesichtspunkt der Aufbringung der Rückzahlungssumme aus. Muß bie bisher bezahlte Getränkesteuer zurückgezahlt werben — wir wollen hier bahingestellt sein lassen, ob bie Stadt die Rückerstattung an bie steuerabführenben Personen abhängig machen kann von dem Nachweis einer entsprechenden Erstattung an bie Konsumenten —, so bleibt biefe Rückzahlung keineswegs auf bas lau- fenbe Haushaltsjahr beschränkt, fonbern es muß zurück gegriffen werben bis auf bie Zeit ab 1. Juli 1923. Dann käme nach unseren Informationen ein Betrag von rb. 180 000 M k. heraus. Daß biefe oumme nicht aus laufenden Mitteln genommen werden kann, sondern durch neue erhebliche Steuererhöhungen aufgebracht werden muß, ist für jeden klar, der den Haushalt und seine von uns schon früher beanstandete außerordentlich knappe Bemessung kennt. Angesichts der stark zu- sammengefchrumpften Steuerhoheit ber Gemeinden könnte für diese evtl. Erhöhung aber wohl nichts anderes in Betracht kommen, als nur die Gewerbesteuer unb bie Gebäube- unb Grundsteuer, zumal die Sondersteuer, wie wir weiter unten barlegen, jetzt schon für anbere Zwecke erhöht wirb. Die Entschei bung in biefer Angelegenheit wirb wohl bem neuen Stabtparlament vorbehalten bleiben. Dessen Mitglieder werden sich die Sache aber bereits jetzt sehr ernstlich überlegen müssen, denn Handel und Ge- : tmnftaltet am er, einen Abend ters ßonrah Aedner fonnlc Inißcrfilül, Pros, m. Frf. Udine ne Fremde mehr ans der MM vortragen. Hä' i e. Man schreibt 2g n„ wird die ahnten Wj- (e am OtoalM- * bicti-ngen dur-v ■adel und Herrn A Mtrag W eines nutteb ur Aufführung diesem Abend Am Eingang erben, die aut Ran beachte die Tapetenhaus M ‘ Plockstrahe 14/16 Linoleum- Stückware Teppiche Läufer in reicher Auswahl Wt-W-Bonnet-Befeii in nur la Ware 10981a Wichtig für Versorgung sanwärter. Die Kriegerkameradschait Hassia schreibt uns: Sämtliche Dersorgungsanwärter seien daran erinnert, daß diejenigen, die sich auf Grund des Rentenscheins, Zioiloersorgungsscheins, Polizeioersorgungsscheins bei einer Behörde vormerken ließen, alljährlich vor dem 1. Dezember ihre Vormerkung erneut bean= • tragen müssen. «2r Sängertreue. Der Lahntal jänger- bunb benutzte den Totensonntag, um in Dankbarkeit seines langjährigen verdienten Bundespräsidenten, Rektor 21 u g u ft Storch, der im letzten Sommer verstorben ist, zu gedenken. Abordnungen der zum Bunde gehörigen Vereine waren zu einer schlichten Gedenkfeier in Butzbach erschienen. Am Grabe August Storchs hielt der jetzige Bundesvorsitzende, Reallehrer Hch. Stroh (Butzbach) eine von Herzen kommende Gedächtnisrede, und die vereinigten Sänger trugen bas Lieb „Stumm schläft der Sänger" feierlich vor. Zahlreiche Einwohner Butzbachs wohnten ber erhebenben unb ergreifenden Totenfeier ber dankbaren und treuen Sänger bei. ** Jeder 169. Hesse Auto- ober Motorrabbesiher. Der Destanb an Kraftfahrzeugen in Hessen betrug im Juli 1925 auf bie einzelnen Provinzen verteilt: Starkenburg: 1713 Kraft- ober Kleinkrafträber, 1211 Personenkraftwagen, 588 Lastkraftwagen. — Für Rheinhessen sind bie entsprechenben Zahlen: a) 842, b) 1265, c) 749 unb Oberhessen: a) 794, b) 614, c) 211. — Das ergibt für ganA Hessen einen Bestand) von. 3339 Kraft- unb Kleinkraft- räbern (im Jahre 1924: 1853). 3090 Personenkraftwagen (2179) unb 1578 Lastkraftwagen (1130). Mit anberen Worten: Auf jeben 169. hessischen Einwohner kommt ein Auto ober ein Motorrad). Immerhin bürfte es schwer fallen, die Amerikaner einzuholen. •• Wichtig für ben P o st p a k et v e r - fand). Die Reichspost hat schon seit längerer Zeit vorgeschrieben, baß bei Versendung von Postpaketen ein Doppel ber Aufschrift in bas Paket obenauf zu legen ist, bamit bie Öenbungen auch in bie Hände des Empfängers gelangen, wenn etwa bie äußere Aufschrift verloren geht. Leiber wird dies, wie bie große Zahl ber unan- bringlichen Pakete beweist, von ben Paketanlie- fevern häufig außer acht gelassen. Die Versender von Postpaketen werben deshalb in ihrem eigenen Interesse auf diese wichtige Vorschrift der Reichspost, der für ben größten Teil der Bevölkerung um bie Weihnachtszeit eine besondere Bedeutung bekommt, besonders aufmerksam gemacht. RDV. Künstlerische Ausstattung der deutschen Personenwagen Um bem reisenden Publikum ben Aufenthalt in ben Personenwagen ber Deutschen Reichsbahn behaglicher unb heimischer zu gestalten, wirb bie Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft einige namhafte Künstler für bie innere Ausstattung ber Abteile 1. unb 2. Klasse ber O-Zug-Personenwaßen her- anziehen. Dabei ist insbesondere an eine bem Auge gefällige Farbengebung ber einzelnen Abteile gedacht, bie burch Dermeibung bet Gleich- lönigkeit psychologisch nicht ohne Einfluß zu fern pflegt. RDV. Fahrgelbhinterziehung auf der Eisenbahn. Die Fälle von Fahrgeld- Hinterziehungen und Betrügereien in der Fahrkartenbeschaffung für die Deutsche Reichsbahn mehren sich bedauerlicherweise, so daß, abgesehen von der Einziehung des erhöhten Fahrgeldes, verschiedentlich auch wegen Betrugs und Ur- lundenfälschung gegen Reifende gerichtlich vorgegangen werben mußte. Die Strafbehörden haben in derartigen Fällen zum Teil nicht unerhebliche Strafen verhängt, und zwar sowohl Geldstrafen wie Gefängnisstrafen von 2 Tagen bis zu 3 Monaten. Diese mögen zur Warnung dienen. ** Ungenügend frankierte Auslandbriefe. Nach den Feststellungen der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau werden selbst von Firmen, die zahlreich mit dem Ausland arbeiten, noch vielfach ungenügend kontierte Auslandbriefe zur Auslieferung gebracht. Namentlich Briefe über 20 Gramm werden nicht aenügend fron- fiert. Es entsteht eine unliebsame Verzögerung in der Beförderung der Auslandbriefe dadurch, daß diese versehentlich roeitergeleitel werden und an der Grenze nachzufrankieren sind. Es entsteht dann eine unvermeidliche Verzögerung, da die Fehlbeträge erst von den Absendern eingezogen werden müssen. Nach den Angaben des Frankfurter Postamts! werden von dieser Postanstalt täglich Hunderte von Bries- fenbungen wegen ungenügender Frankierung angehalten. Hierdurch wird nicht nur die Postanstalt mit einer unnützen Doppelarbeit belastet, sondern den Geschäften erwächst auch durch die verspätete Zustellung beträchtlicher Schaden. Ferner herrscht auch noch Unklarheit darüber, welche Orte in der Tschechoslowakei und in Polen liegen, da nach diesen Län- Gießen, den 25. November 1925. Gießen, den 25. November 1925. Adolf und Karl Möhl 11167D 111GVD Gesucht 11163[) 09493 statt. Gießen (Stcphanstraße 32), den 25. November 1925. aaawBaww 10751c liefert r Die Beerdigung findet in aller Stille statt. 11190D ^."802lVermie,un9eni SSF Zimmer anDamezu Stevbanftr. 82 I. 6 Akte. 6 Akte. Nur das Gute bricht sich Bahn zumVerkauf. EinVersuch führt zu dauernder Kundschaft Schuhhaus Benner Marktstraße 34 11170a Erlebnisse zweier Nflhmädcben. Verstärktes Orchester! Näh. Crednerstr.161. Fernfor. 1245. zu vermieten [09490 Kirchttratre 1. Die tiauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Christ Familie Dreher. 2gr. leere Zimmer m. Küchenbenutzung fo'ort zu verm. Näh. I. Baer 09486 Oitanlage 29. Monatsversammlung Sonnabend,28.11.25. Verschiedenes! Räucher- Sägemehl trocken ab Lager In tiefstem Leid: Amtsgerichtsdirektor Eugen Funk und Frau Dr. Hartmut Funk Gertrud Lange. Stadttheater Freitag, 27. Nov., S.Zrpllag'Abon.vm. von7'/rb. geg. 10Uhr Uraufführung! Der Teufel dum Beeüeöuö. Lustspiel tn 3 Aufz. v. Harry Pohlman«. Worms a. Rh., z. Z. Evangelisches Schwesternhaus, den 26. November 1925. Autofahrten Tag und Nacht. Dnniiiiiiiiiinininiiiiiiiiiin Von diesem GRUNDSATZ ausgehend bringe ich nur die besten Fabrikate in Schuhwaren Die Beerdigung findet am 27. November, nachmittags 31/, Uhr, auf dem Alten Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen wolle man bitte Abstand nehmen. Fisch-Centrale Marktlaube. n vormittag i der Marktlaube Verkauf von frischen Sendungen Fluß- und Seefischen sowie frischen Seemuscheln Der A.H.V. der Verbindung im K. C. „Nassovia“, Frankfurt a. M. I. A.: Dr. Bernhard Baruch. Freitag und Samstag 3 Pfund 1.20 Mk. Auto Schneider Marburger Strafle 68 :: Telephon 1089/1090. 11179a Alleinverkauf der Marken MERCEDES und BALLY Die Beerdigung findet Freitag, den 27. November, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 09487 Fritz Kehler Pserdemetzger. iU83D Heute morgen verschied plötzlich und unerwartet infolge eines Herzschlages unsere liebe unvergeßliche Mutter und Schwester Frau Marie Werner Wwe. geb. Wagner im Alter von 77 Jahren. I. N. der trauernden Hinterbliebenen: Johann Willingen Lollar, den 25. November 1925. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 27. Nov., nachmittags um 4 Uhr, statt. 09489 lOMM. bei 15sacher Sicherheit sucht Geschäftsmann mit Landwirtschaft. Schriftliche Angeb. unter 09503 an den Giehener Anzeiger erbeten. Schneeketten für Personen- und Lastwagen Kühlerschutzdecken Federschutzgamaschen Seitengardinen ScheinwerferNebelBleiidefi Gestern abend ist unser lieber Onkel und Mitarbeiter Herr ttgeriBter Georg W nach einem arbeitsreichen Leben sanft entschlafen. Er hat uns in langen Jahren mit Rat und Tat treu zur Seite gestanden und werden wir ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unseren heißgeliebten Sohn, Bruder und Verlobten Erwin Funk holte Gott heim in sein himmlisches Reich. Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen, Dienstag vormittag 11 Uhr, meinen lieben, guten Mann und Sohn, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Josef Siegler wohl versehen mit den heiligen Sakramenten, nach langem schweren, mit Geduld ertragenen Leiden, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. I. N. der tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Siegler geb. Jung. Gießen, München, Friedberg, Eibach bei Nürnberg, Hannover, Vlotho a. d. W., den 25. November 1925. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus, statt. 11173h Freitag, den 27. November 1925, nachmittags 2 I hr versteigere ich im „Löwen", Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. 9 blaue Mühen, 3 Kochgeschirre, 2 Dolche, 1 St Messer, 5 Trinkbecher, 1 Kovvcl, 1 Klavier, zwei Diwans, 1 Chaiselongue, 1 Schreibtisch, 1 Sofa, 1 Tisch, 1 Pritschenwagen, 14 fL Pinsel, 15 gr. Pinsel, 63 Schablonen, 1 Kuh. 2. Bestimmt: Gewürze, Puddingpulver, Tee u. a. m , 1 Schreibmaschine. Hebbel, Hess. Gerichtsvollzieher in Gieren Dammstratze 24 1. 11186D Die Verbindung im K. C. „Nassovia“, Frankfurt a. M. .1. A.: Felix Dach, XX S. W. 11182A M iinzen Alllouf - verkauf P. Nerlich. Potödam, Berg- holzerstr. 2. [11184A Gestern starb plötzlich an Herzschlag meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Anna Christ im Alter von 56 jähren. zum 1. Januar 1926 oder früher WWSlMWW für Dauerstellung. Daneben gute Kenntnis der französischen Sprache Bedingung, englisch erwünscht. Schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf u. Zeugnisabschriften erbet. BiDDioger, G. m. d. H„ FittingsiabFik, GieOen. Die Unterfertigten erfüllen hiermit die traurige Pflicht, ihren 1b. Bbr. Bbr. und Kbr. Kbr. von dem Ableben ihres 1b. Bundesbruders Joseph Klee geziemend Mitteilung zu machen. Am 24. November 1925, abends 9 Uhr, verschied sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Georg Möhl im Alter von 78 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Mathilde Möhl geb. Busch. I. & A. Berbev. nmmerjflger Slono kommt d»e nächsten Tage nach hier und Umgeb, und vertilgt öT Rallen, Banse, Wanten, Sehwaben, Rnxien sowie sonstiges Uu- gezteferunter schriftlicher Garantie. Schriftliche Bestellungen unt. 09485 a. d. Gien. Anz. erb Für meinen Damen-Salon suche ich anständiges, sauberes 111188D Lehrmädeheii aus guter Familie. Jakob Schäfer Frifeurmeister Ludwtgstratze 57. |Stellengesuche| 106)1 Werin sucht Arbeit in Hohl- saum. Schriftl. Angebote unter 09196 an d. Giesr.Anz. erb. Besseres junges Mädchen sucht Stellung in Haushalt oder Geschäft für tagsüber oder stundenweise. Schr. Angeb. unter 09498(1. d. Gieh.Anz. | Kaufgesuche Alter Blei iBletröhrem kaust Briihlsche Druckerei D" Schulstr 7/9 Tausche meine 3 - Zimmer Wohnung, 1. Stock, geg 2 evtl. 3°Zim. Wobnung, 1. Stock oder vart. Schrillt. Angeb. unter 09482 an den Gies;. Anz. (Stellenangebote, Kaufmann zum Besuche von Kolonialwaren-Geschäften gegen hohe Provision gesucht Schrill! Angebote unter 09499 an den Gteh. Anz. erbeten. Lichtspielhaus Bi* einschließlich Sonnte«: Max Linder in dem durchschlagenden Lacherfolg „Der Circuskönig“ 6 zwerchfellerschütternde Akte. Fernen Henny Porten m .Prater1 Carl Haas jr„ Frankfurt.Str.5S. Telephon 1682. HWNWWW la Handkoffer sehr billig 1606c Carl Schunck Astoria-Lichtspiele Heute bla einschließlich Sonntag: Der Wettlauf mit dem Tode Ein Abenteuer aus dem Lande der Pharaonen in 6 Akten. Nach einem Roman von Connn Doyle. Ferner: 11177c = Fatty liegt schief = Tolle Komödie In B Akten. Im Altenfeld zwei kleine Stück Land von 318 bezw. 392qm auf. od. get. zu verv. ii,«v Hisers Mfible. | Vereine 4-Z.-Wohn. «Neubau! -_____________ m. Zentralti.'b. Miet» -HmMvr vorauSzaHl. z. verm. HIUUL tJlIUUlcl fit. 2 S Gut Sim in »Kamp VW mein gell' neur t ben tr Trupp gefchok bfdjure teils i' die or Dieüen aber, de marts b bas ihm M ml Sottra W Die tert 11 b|d)urei, im San mit eir über „ aftrono. Köbach 6er un5 n geblid und c eine fi würbe über ei digf 2 einen ; schl-ki. „Dam nämlid die Sc Echanc eine s Fuhru corfini amter, vechri eine i Qbeen wird | die sio SeW, nerfore. -inausz wiberfp freiung mübetes tionen, eine ® einem Mc Dcut|d sie gel ein Ki Silos w öiezo" i vorderes China fi Nb,i ?fr hu' Oluf ül ,QUs9e|t 8 > < essen» )ie tun1 S feilti lvi rrt! 1 M. lol unb out 'ßoearn Zentrale rtlaube. öormiiiaa der Mark,, erkauf von Sendungkü 3- und Wen e klldjtn nuscheln w 09493 A. iverbrv, Mer Ivo Die nachsiku ich hier und und uetlllßt Uen, Hiui, , Schwaben, mH onsiigcr Uii. unikrlchrlsi- Saranlie. tftlirfjc en unt. M eh- Aiy. cid tenfelö ztori Stück Land bei®. 392 qm Rl. tu »etp. hm Bitli. ireine IOMt$= Ittheafer ig,27.M, lag-M'E- jb-geg. lOUbr iWrous'. r lkülel u öeelM- ;[ tn 3 Äuiz. yPohwumn. ammlung >bend,LU^ I27.XL7* ,Uhr I lilr. Bel. |'1lrxeh.iiiuc s teil. r Lkte- nt. 277 Zweites Blatt Gießener AnMer(General-Anzeiger für Oberhessen) trm—11 iin i iij—। im ■ iT-vaJ—o———— Donnerstag, 26. November 1925 ■■MMIBBMMBaLG I I I ■■■ I Das fernöstliche Sicherheitsproblem. ' Von Otto Corbach. Europa hat Ruh! Das heißt, soweit der „Geist von Locarno" die weiteren Geschicke unteres Erdteils zu bestimmen vermag. Die britische Diplomatie, die am lautesten aus ihn schwört, obgleich s,e ihm vielleicht am wenigsten traut, überläßt ihm für die nächste Zeit die Lenkung der politischen Entwicklung auf dem Kontinent! denn es ist die allerhöchste Zeit, daß sie ihre volle uneingeschränkte Aufmerksamkeit den lange vernachlässigten überseeischen Interessen des Imperiums widmet. Einstweilen glauben die kontinentalen Völker auf ihrer Wanderung durch die Nachkriegswüste allzugern an die schöne Zukunst, die ihnen auf den Freudenfesten, die man in London dem Geist von Locarno veranstaltete, ausmalle. Vielleicht werden sie nur durch eine Fata morgana genarrt! Was verschlägt's, wenn der Glaube nur verhält, solange John Bull von Europa abwesend sein und aucb seine gesamten Machtmittel für die Lösung überseeischer Probleme einsetzen muß. Unmittelbar nach Beendigung der Konferenz von Lodarno hielten Präsident C o o l i d g e und Staatssekretär Kellog mit dem britischen Botschafter in Washington eine Beratung ab, auf der ein gemeinsames Aktionsprogramm der angelsächsischen Mächte für den fernen D ft e n entworfen wurde. China soll danach angeblich seine Angelegenheiten völlig selbständig regeln und auch ein Bürgerkrieg keine Veranlassung für eine fremde Einmischung mehr sein dürfen. Japan wurde von dieser amerikanisch-englischen Einigung über ein gemeinsames Vorgehen in Ostasicn verstau biflt. Die Washingtoner Regierung hat auch bereite einen Sachverständigen nach dem fernen Osten ge schickt, der den schon seit langem in Aussicht gestellten „Dawesplan für China" ausarbeiten soll nämlich Mr. Silas D S t r a tu n aus Chicago. Ueber die Schwierigkeiten, die seiner harren, äußerte ein Schanghaier Blatt vor seiner Ankunft: „. . . er wird eine potentiell gesunde, aber wegen Mangels an Führung finanziell und politisch bankerotte Ration vorfinden, eine Horde chinesischer Politiker und Be amter, die solange in kleinliche politische Zänkereien verstrikt waren, daß sie ihre Perspektive verloren: eine Menge fremder Diplomaten, die konstruktiver Ideen ebenso bar sind wie chinesische Politiker: er wird frembe und chinesische Geschäftsleute vorfinden, die sich solange Zeit mit einer andauernd schlechten Geschäftslage abgequält haben, daß sie die Zähigkeit verloren, ü^ ’ die roten Ziffern ihrer Bankberichte hinauszufeh.u. Er wird ein desorganisiertes, durch widerspruchsvoll Propagandaaufrufe für die Befreiung von inneren und äußeren Bedrückern ermüdetes chinesisches Volk vorfinden und fremde Rationen, die, in der Heimat bankerott, begierig auf eine Gelegenheit lauern, sich für ihre Verluste an einem hilflosen, zerrissenen China schadlos zu halten." Rach alledem erscheint die Aufgabe die Dawes für Deutschland und Europa gelöst haben soll — ob er sie gelöst hat, muß erst die Zukunft lehren —, als ein Kinderspiel gegenüber dem Problem, das Mr. Silas D. Strawn aus Chicago im fernen Osten in Angriff nehmen will. Seit „The China Weekly Review" ihn in den wiedergegebenen Worten darauf vorbereitete, haben sich aber die Verhältnisse in China für operative Eingriffe im Sinne des amerikanischen Imperialismus noch bedeutend verschlechtert. Tschangtsolin, der Beherrscher der Mandschurei, der von allen militärischen Machthabern im Lande der Mitte am meisten geneigt war, den Forderungen der fremdenMächte entgegenzukommen, sich sogar in einem Interview mit einem Vertreter der „United Preß Association" ausdrücklich für den „Kamps gegen den Bolschewismus" zur Verfügung gestellt hatte, dieser chinesische Koltschak ist zunächst von Suntschuangfang, dem Militärgouverneur von Tschekiang, aus dem Pangtsegebiet vertrieben worden und hat bann, von einem Teil seiner Truppen im Stich gelassen, fast alle übrigen vorgeschobenen Machtstellungen außerhalb der Mandschurei kampflos aufgegeben, nachdem ihm Fung- y u t) f i a n g , der „christliche General" in einem liebenswürdigen Schreiben den freundschaftlichen Rat gab, „sich die Sache zu überlegen", was für ihn soviel wie ein Ultimatum bedeutete. Fungyuhsiang aber, der schon immer das Gebiet von Peking nordwärts bis zur Mongolei beherrschte, die bekaitntlich das ihm befreundete Sowjetrußland friedlich durchdrungen hat, ließ sich inzwischen von der mehr als je von ihm abhängigen Pekinger Regierung zum Militärgouverneur der Provinz Kansu ernennen, und einen seiner treuesten Anhänger zum Gouverneur von Shensi. Auf Fungs (die übliche Schreibweise „F e n g" entspricht nicht der chinesischen Aussprache) Anstisten ist zwischen allen Militärparteien ein Burgfriede geschlossen worden, der der in Peking tagenden Zollkonferenz freies Spiel lassen soll. Wenn nun englische und amerikanische Meldungen den Anschein zu erwecken suchen, cis habe diese Konferenz bereits positive Ergebnisse gezeitigt, so entspricht bas nicht ben Tatsachen. Gewiß, man ist sich über eine Erhöhung ber Zölle einig, weil ohne bem bie von ben Provinzen boykottierte Zentralregierung gar nicht bestehen könnte —, aber über ben springenden Punkt dabei, wer die erhöhten Einnahmen kontrollieren soll, kann man sich nicht einigen; und man ist sich einig darüber, daß China vom 1. Januar 1929 an Aussicht aus die Gewährung voller Zollautonomie haben soll, aber — die chinesischen Vertreter bestehen hartnäckig darauf, daß China diesen Anspruch auf diesen Termin be- • bingungslos geltend machen werbe, während die fremden Mächte ihr Versprechen nach wie vor nur halten wollön, wenn China bis dahin den „Likin", einen Transitzoll abgeschafft haben würde, wozu aber, wie sie genau wissen, die jeweilige Pekinger Regierung gar nicht imstande sein wird. Eine Zcn- tralregierung, die in der Lage wäre, sich in allen Teilen des weiten Reiches Gehorsam zu verschaffen, könnte nur allmählich auf der Grundlage uneingeschränkter Zollautonomie erwachsen, so daß die fremden Mächte ihre Zugeständnisse an Bedingungen knüpfen, die sich erst aus deren Bewilligung ergeben könnten. Und wie werden sich die angelsächsischen Mächte auf die Dauer mit Japan verständigen können? Ihre gemeinsame Anerkennung des Prinzips mili- ! iärischer Nichteinmischung gegenüber China ist offen» { bar gegen japanische Einmischungsgelüste gerichtet. Läßt sich Japans Heer und Flotte bei den künftigen Entscheidungen auf dem asiatischen Kontinent aus- 1 schalten, dann haben bas englische Psunb unb ber amerikanische Dollar gegen ben japanischen Pen | leichtes Spiel. Um so schwerer hält es jeboch, anzunehmen. baß ber japmische Rationalstolz bi? ihm zugesmitete neue Belastungsprobe lange aushalten । werbe. Der „Geist von Locarno" mag die Beziehun- I gen zwischen den Völkern Mittel- unb Westeuropas j etwas entspannt haben, aber um so unheimlicher I ballen sich am fernöstlichen Himmel Wetterwolken ! zusammen. Für bie wahre „Sicherheit" auch ber I Völker Europas ist bei ben heutigen weltpolitischen Zusammenhängen damit gar nichts gebessert. Der gaföismus in Frankreich. Don unserem W. 8.-Korresponbenten. Die Parole Bolschewismus ober F a s z i s- tn u s ist heute in Frankreich burchaus fein leeres Schlagwort mehr. Im Gegenteil. Die Bewegung bes Faszismus in Frankreich wächst zusehcnbs. Ganz Paris ist augenblicklich überschwemmt mit Werveplakaten ber „jeunesses patriotiques", ben Blauhemben. Zwei ausgesprochene saszistische italienische Zeitungen, bie in Paris erscheinen unb weit verbreitet sind, stellen enge Verbinbunaen her zwischen ben Leitern ber faszistischen Bewegung in Frankreich mit benen in Italien. An ber Spitze ber französischen „Blauhemben" steht eine Gruppe von nationalen Politikern, bie sich um ben Abgeorbneten Taittinger, ben Chesrebakteur ber chauvinistischen Abenbzeitung „La Liberte" schart, barunter be- fonbers ber Abg. Soulier, ber Pariser Stabtrat b ' Aubign 6 , Berthel-Metz u. a. Üaittinger, ber schon mit 31 Jahren in bie Kammer gewählt würbe, lenkte wieberholt bie Aufmerksam!eit bes Lanbes auf sich, als er sich in mehreren Skanbalen eingriff (China-Bank-Prozeß), Verkauf der amerikanischen Heeresbestände usw.) und stets Sparsamkeit in der Verwaltung predigte. 2(n einem ber letzten Sonntage fanden im ganzen Lande zum ersten Male größere Kundgebungen bes französischen Faszismus statt. An bie Legionen unb Komitees ber Patriotischen Iugenb wurden feicr- lichst Fahnen übergeben. laittinger hielt bei dieser Gelegenheit eine programmatische Rede, in der er u. a. erklärte, daß die patriotischen Fugenden den Zweck verfolgten, entweder eine Regierung zu unterstützen, welche sich eine Politik öffentlicher Wohl- fahrt zu eigen macht, ober aber im Falle bes Versagens ber Regierung mit ihren Kräften rechts- ober linksstehende Männer zu unterstützen, die nur ein Ziel im Auge hätten: denFortbestand Frankreichs. Die patriotische Jugend hielt auch weiterhin a" den Zielen fest, mehr als 60 000 Männer guter. Wil- lens seien mobilisiert, um in Frankreich ben Geist bes Sieges hoch zu halten unb §u biefem Zwecke nötigenfalls gewaltsam gegen bte Kommunismus und feine Alliierten zu kämpfen. Aber in der jetzigen Stunde, hätten sie, wie sie glaubten, mehr zu vollbringen. Der Moment sei gekommen, Staatsmänner zu nehmen, bie wirklich Hand ans Werk legten. Üaittinger wanbte sich gegen bie Auffassung bes Parlaments als König (Parlament-Roi): es sei überlebt unb burch bie Erfahrungocrurteilt. In einer Demokratie müsse man die gesetzgebcnben, aus» sührenben unb gerichtlichen Gewalten voneinander trennen. An bie Spitze eines Lanbes gehöre wie an bie Spitze großer Hanbels- ober landwirtschaftlicher Unternehmen, ein von einem breiten Wahl- Kollegium gewählter Führer; Minister, die nach ihren Fähigkeiten ausgewählt würden. Der Staatsrat solle mit der Vorbereitung von Gesetzen betraut fein, deren Initiative allein der Regierung Vorbehalten bleibt. Keine unanwendbaren Gesetze mehr, Abschaffung der parlamentarischen Initiative in Sachen der Ausgaben. Die Einnahmen, d. h. die Steuern, würden in öffentlicher, die Ausgaben in geheimer Abstimmung votiert. Die von der patrio- liichen Jugend vertretene soziale unb wirtschaftliche Politik sei auf ber Achtung vor bem inbioibuellen Besitz unb auf eine edelmütige Gesinnung gegenüber ben Kleinen unb Niedrigen begründet. Zu ber großen „Nationalen Liga"" Millern n b s unterhalten bie Blauhemben bisher nur ziemlich lose Beziehungen. Die große Masse ber Bevölkerung stand dieser ganzen Bewegung zunächst teils skeptisch, teils spöttisch gegenüber. Sie ändert aber ihre Haltung in der letzten Zeit zusehends. Der Ruf nach einem Diktator wird im ganzen Lande laut. Denn die Oesfentlichkeit steht dem endlosen Hin und Her der letzten Wochen durchaus verständnislos gegenüber. Das Haus brennt an allen Ecken und Enden, und anstatt unverzüglich mit den Löscharbeiten zu beginnen, läßt der Streit um die beste „Löschmethode" kostbarste Zeit oerrinnnen. Das Volk aber muß seine Haut dafür zu Markte tragen Je länger die ungewisse Finanzlage Frankreichs andauerl, um so schwankender bleibt der Frankenkurs, um so hoffnungsloser steigt bie allgemeine Teuerung um so mehr steigen bie Aussichten bes Faszismus in Frankreich. Die deutschen Wolgakolonien. Der ^.-Mitarbeiter, ber in Nr. 273 bes „Gieß. Anz." einiges von einem Besuch im beutschen Wolgagebiet erzählt, hat sich bei seinem kurzen Aufenthalt in Morxstabt (Katharinenstabt), bas er für die Hauptstadt der autonomen Wolgarepublik hält — Sitz ber Regierung ist Prokowjk (Kosaken- stabt) boch nicht so orientieren können, baß sein Bericht als einwandfrei hingenommen werden dürfte. Vor allem darf, zumal in einer oberhessi- schen Zeitung, die Behauptung nicht unroiber- sprachen bleiben, daß dort Schwaben wohnen, unb baß „der beste Beweis dafür der echt schwäbische Dialekt sei, der im Schwabenlan'o selbst nicht reiner gesprochen werden kann, wie es hier an der Wolga geschieht". Im Wolgagebiet wohnen nämlich überhaupt keine Schwaben, sondern Oberhessen aus ber Gegenb von Schotten unb Bübingen unb dem nördlichen Spessart, Odenwälder, Pfäl- 3er, ferner ostmitteldeutsche Kolonisten aus Ost- thüringen und dem Osterland und niederdeutsche aus Danzig und dem Weichseldelta. In Marxstadt z. B. spricht man ostmitteldeutsch! Ich benutze die Gelegenheit, um eine kleine Geschichte in der ober- hessischen Mundart, wie sie in Balzer — die Orte sind sehr oft nach ihrem ersten Vorsteher benamt — gesprochen wirb, aus den „Beiträgen zur Heimatkunde des deutschen Wolgagebiets" (Pokrowsk 1923) hier abzudrucken: Dr Christjan Hot emol a Kend iwer die Daaf gehouwe. „Wie soll's heißen?" front dr Pastr. „Ja, des roaas ich nct, Vettr Herr Pastr." — „Aber es muß doch einen Namen haben; nun, wie heißen Sie?" — „Aich Haase Christjan." — „Nun, so soll es vielleicht Ihren Namen haben?" — „No, roarim ban nct, su lang wie aich noch leewe, kan aich ach ohne Noome sai'." Wer bas lieft, merkt sofort, baß diese Balzerer unsere allernächsten Verwandten fein müssen. Wir Oberhessen haben wirklich die Pflicht, uns für unsere Landsleute an der Wolga etwas mehr zu interessieren. Atif andere Unrichtigkeiten in dem Aufsatz will ich nicht eingehen, vielleicht kann ich einen meiner Wolgadeutschen Freunde veranlassen, im „Gießener Anzeiger" einmal etwas ausführlicher von feiner Heimat zu erzählen. H. H e p d i n g. Wert und Uuroeü von Reklame im Dienste der Rundenwerdung. Don Dr. Kurt Hütte nbräucker, Wiesbaden. I. Wohl auf keinem Gebiet hat die Wahrungsstabilisierung solche tiefgreifenden Veränderungen her- vorgerufen als auf dem des Reklamewcsens. Es ist ja eine allgemein bekannte Erscheinung, daß der Kaufmann bann, wenn es ihm, auch nur scheinbar, gut geht, eine bemerkenswerte Abneigung ber Reklame gegenüber an ben Tag legt, indem er sich auf den allerdings verkehrten Standpunkt stellt, daß er keine Reklame benötige. Als die Mark sich in immer schnellerem Tempo entwertete, schwand das Interesse bes Probuzenlen unb Hänblers, seine Waren anzubieten, immer mehr. War es boch burchaus vorteilhafter, die Ware hinter Schloß und Riegel zu halten, als dafür mehr entwertetes Geld in Empfang zu nehmen. Ja, die ganzen Verhältnisse waren insofern auf den Kops gestellt, als nicht mehr der Verkäufer, sondern der Käufer Reklame machen mußte. Wenn auch in den Inflationsjahren, und zwar manchmal recht großzügig, namentlich von den Vertretern der Branchen, die die Hauptnutznießer der Inflation waren, Reklame gemacht wurde, so kann man nur sagen, daß mit Rücksicht auf bie Flüssigkeit ber Geldmittel häufig genug in der ganzen Reklamegebarung eine große Planlosigkeit nicht zu verkennen war. Es war vorauszusehen, daß die Beendigung der Inflation diesem Darniederliegen der „Reklameindu- ftrie" baldigst ein Ende bereiten würde. Schon bald wurde die planmäßige Kundenwerbung wieder das wichtigste Tätigkeitsfeld für jeden Industriellen und Kaufmann, als die Stabilifierungsfrifc eine unvermeidliche Absatzkrise im Gefolge hatte. Schnell setzte in der ganzen Reklameindustrie eine Hochkonjunktur ein; schien sich doch hier ein neues Ar beitsfelb aufzutun, auf dem mühelos Geld zu Der dienen war. Die Fülle von Neugründungen aller Art auf diesem Gebiet war unb ist auch heute noch Legion. In erschreckenbem Maße hck sich bie Zahl derjenigen Unternehmungen vermehrt, bie dem Kaufmann, der auf zielbewußte Werbung angewiesen ist, Reklamemöglichkeiten bieten, die ihm auf Grund ihrer „einzig dastehmden" neuen Reklame idecn verheißen, ihn baldigst über alle Absatznöie Hinwegbringen zu können. Aber schon ist die Konjunktur auf diesem Gebiete merklich abgeebbt. Die Wirtschaftskrise macht sich auch hier mit aller Schärfe bemerkbar. Rach wie vor ist zwar, und gerade wiederum wegen der schlechten Feiten, planmäßige unb zielbewußte Kunbenwer- bung bie Grunbvoraussetzung für jeben geschäft liehen Erfolg. Aber infolge der Geldverhältnisse sind die für Werbezwecke zur Verfügung stehenden Geld mittel überaus knapp, vielleicht sogar meist zu Inapp, als es für eine gedeihliche geschäftliche Wei terentwicklung wünschenswert wäre, selbst dann, wenn der Geschäftsinhaber in weitsichtiger Weise den Reklameetat nicht allzu sehr zu beschneiden sich bemüht. Die Knappheit der für Werbezwecke zur Derfü gung stehenden Mittel zwingt jeben Kaufmann, mehr denn je, sich in seinen Ausgaben für Reklame streng nach dem Gesetz des wirtschaftlichen Optimums zu richten, d. h. mit den kleinsten Mitteln die größtmöglichen Erfolge zu erzielen. Es wird sich heute wie nie zuvor darum handeln müssen, genau abzuwägen, wie bie geringen Mittel am zweckmäßigsten angeroanbt werben können. Bei ber Fülle der heute auf jeden Kaufmann einftürmenben Angebote von Reklameunternehmungen aller Art ist es naturgemäß nicht ganz einfach, bie richtige Auswahl zu treffen. Noch viel zu wenig hat sich ber mo- berne Kaufmann mit ben funbamentalen Grundsätzen der Werbelehre vertraut gemacht. Nur so kommt es, daß heute, wo an allen Ecken und Enden gespart wird, Millionen unb Abermillionen für nutzlose Reklame ausgegeben werden. Häufig genug kann man bie bebauerliche Feststellung machen, baß nicht berjenige Akquisiteur einen Auftrag erhält, ber in sachlicher Form für wirklich gute Reklame wirbt, fanbern berjenige, ber golbenc Berge verspricht unb nichts hält, bem es nicht darum zu tun ist, für gutes Geld auch wirklich eine Gegenleistung zu bieten, sondern nur bestrebt ist, für sich und seinen Verleger mühelos Geld zu verdienen. Demgegenüber muß allen Kaufleuten zugerufen werden: Sorgt in eurem Betriebe für rationelle Reklamewirtschaft. Sorgt auch bei eurer Reklame, daß fein Vfen- nig nutzlos vergehet wird. Mit Rücksicht phqfitalisch-chemischeGesichtspun te in der astronomischen Zorschung. Vortrag von Professor Dr. Schaum in der Oder- hessischen Gesellschaft für Natur- unb Heilkunbe. Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- unb Heilkunbe eröffnete bie Sitzungen dieses Wintersemesters mit einem Vortrage von Professor Dr. Schaum über „Physikalisch-chemische Gesichtspunkte in ber astronomischen Forschung". Die Einführung der physikalisch-chemischen Betrachtungsweise, in Verbindung mit photographischen Methoden, hat zu jener kühnen und überaus bedeutungsvollen Bearbeitung astronomischer Fragen geführt, bie in ber Geschichte der Himmelskunde geradezu einen neuen Abschnitt einleitet Die hieraus entspringende Bereicherung unseres naturwissenschaftlichen Weltbildes ist so einschneidender Art, daß unsere Zeit dereinst vielleicht als bas Jahrhundert der Astronomie bezeichnet werden wird. Indessen sind die neuen Anschauungen der Astronomen bisher kaum über den engeren Kreis der Fachgelehrten hinaus bekannt geworden, so daß der durch den Vortrag vermittelte umfassende lieber blick über dieses mit so besonderer Anziehungskraft ausgestattete Forschungsgebiet besonders dankbar hingenommen wurde. Da in immer steigendem Maße die persönliche Beobachtung durch photographische Aufzeichnung der uns von den Gestirnen zugestrahlten Lichtsignale ersetzt wird, insbesondere überall, wo es sich um exakte Messungen handelt, ist genaueste Kenntnis der Eigenschaften Der an die Stelle des Auges tretenden photographischen Platte eine der wichtigsten Vorbedingungen für die richtige Auswertung' unb Deutung ber Himmelsaufnah neu. So muß zum Beispiel die Empfindlichkeit für die einzelnen Farben des Spektrums ebenso genau bekannt sein wie die Abhängigkeit der Schwärzung von der Intensität unb Wirkungsdauer bes Lichtes, wenn man etwas aus einer Aufnahme auf bie Natur ber betreffenben Strahlung schließen will. Da alle erforderlichen Ausmessungen auf der Platte vorgenommen werben müssen, erheischen die infolge des Entwicklungsprozesses und nach dem Trocknen auftretenben gleichmäßigen ober auch nur lokalen Verziehungen ber Schicht ganz befonbers aufmerksame Berücksichtigung. Ferner ist bie Grenze bes Auflösungsvermögens be- bingt burch bie Feinkonstruktur ber aus Bromsilberkörnern gebildeten wirksamen Schicht gerade bei astronomischen Aufnahmen oft von ausschlaggebender Bedeutung für die Auswertung letzter Feinheiten des Bildes. Durch Vorführung von Lichtbildern zur physikalischen Chemie der Trockenplatte wurden alle hier obwaltenden Verhältnisse der Anschauung nahegebracht. Rach dieser methodischen Einleitung wandte sich ber Vortragenbe ben eigentlichen Grundlagen der Fixsternforschung zu, deren erste Aufgabe cs war, die Entfernung der Fixsterne von ber_Grbe sestzu- stellen. Ergibt die Richtung, in der ein Stern von ber Erde aus gesehen wird, seine scheinbare Lage, so kann man aus dem Winkel, den die Sehlinien von zwei entgegengesetzten Punkten der Erdbahn, also am Anfang und am Ende eines halben Jahres, miteinander bilden, seine Entfernung berechnen. Dieser Winkel heißt die Parallaxe des betreffenden Fixsternes. Kennt man die Entfernung und ermittelt man durch photometrische unb photographische Bestimmungen die scheinbare Helligkeit eines Fixsternes, so läßt sich daraus die wirkliche Helligkeit berechnen, die man auf eine Entfernung von 10 Parsec, bas finb 32,6 Lichtjahre ober 31 Billionen Kilometer, zu beziehen pflegt, ein Abstanb, ber etwa bem ber Capella entspricht. Die Farbe ber Fixsterne, bie schon für bas bloße Auge Unterschiede aufweist, wird genauer durch Spektralaufnahmen charakterisiert, aus benen sich nicht nur Schlüsse auf die Zusammensetzung der Gestirne, sondern auch auf den Zustand, in dem sich die Stoffe an ihrer Oberfläche befinden, insbesondere auf ihre Temperatur, ziehen lassen. Bemerkenswert ist, daß trotz ber großen Ver- schiebenheit ber beobachteten Spektren die Zusammensetzung ber Fixsterne im allgemeinen boch gleich ist, indem die verschiedenen Spektraltypen wesentlich I die Mannigfaltigkeit ihrer Zu stände zum Aus- | druck bringen. Hieraus ergibt sich bie besondere Wichtigkeit der physikalisch-chemischen Erkenntnis in bezug auf die Natur der Atom- und Ionenspektren und ihre Abhängigkeit von Temperatur und Druck, um aus ben Beobachtungen Aussagen über biese Zu- stände ableiten zu können. Man unterscheidet so eine ganze Anzahl von Spektralklassen unb vermag aus bem Typus ber Spektren insbefonbere mit Hilfe der Strahlcngesetze bie Temperatur ber Sternhüllen zu berechnen, inbem man burch Ausmessung bes photographierten Spektrums biejenige Wellenlänge feststellt, ür bie bas Energiemaximum besteht. Aus biese Weis< inb Fixsterntemperaturen von 3000 bis 22 000 Grab beobachtet worben, benen inbessen ungleich höhere Innentemperaturen gegenüberstehen dürften. Da bie Fernrohre keine einfachen geometrischen Abbilder der Fixsterne liefern, war bis vor kurzer Zeit eine Bestimmung ihrer Durchmesser nicht möglich g len. Indessen ist es Michelson gelungen, mittels einer scharfsinnig erdachten Interferenz- Methode auch diese Aufgabe zu lösen, so daß weiter- hin auch eine Bestimmung bes Volumens möglich geworben ist. Sofern man außerbem bie Masse eines Sternes kennt, ist alsbann auch feine Dichte bekannt. Bei Doppelftcrnen gelingt es, die Masse aus Störungen zu berechnen und somit die Dichte zu bestimmen. Um die Konstitution der Fixsterne aufzuklären, benutzte die ältere Theorie die physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die an die Strahlungsgesetze, die Beziehungen zwischen Druck, Temperatur und Dichte sowie "an bie Schwerewirkungen innerhalb einer Massenanhäufung geknüpft sinb; ber neueren Theorie stehen außerdem zur Verfügung die Wirkungen des Strahlungsdruckes, die Erscheinungen der Radioaktivität und der Ionisierung von Atomen sowie Spekulationen mit Hilfe der Relativitätstheorie. Auf diesen Grundlagen kam Eddington zu dem Schlüsse, daß bie obere Grenze für bie Fixsternmasse 10? 1 Gramm (zehn Ouintillionen Kilogramm) betragen müsse, ba "größere Massen infolge bes Strahlungs- bruckes auseinanberfaUen würben. Faßt man die Entwicklung eines Himmelskörpers nach Durchgang burch ben vorstellaren Rebelzustcmb ins Auge, so kommt man gegenüber der älteren Theorie, nach der jeder Hixstern zuerst weißglühend ersteht, um unter Erkaltung über Gelbglut zur Rotglut zu gelangen, heute zu folgender 'Anschauung: Es bilden sich zunächst rote Riesensterne von sehr großer absoluter Helligkeit, die unter Temperaturerhöhung in gelbe, dann in weiße Riesensterne übergehen; indem diese sich abkühlen und zusammen- schruinpfen, erfolgt über Gelb- und Rotglut ihr allmählicher Uebergang in lichtschwache Zwergsterne. Beispielsweise gehört die Sonne mit einer Oberflächentemperatur von rund 6000 Grad zu den gelben Zwergsternen. Die Fixsternmassen betragen nach bem genannten Forscher zwischen einem Zehntel unb dem Neunfachen der Sonnenmasse, das Alter ber Sonne läßt sich auf viele Milliarben Jahre schätzen. Selbst- verstänblich hanbelt es sich hierbei um spekulative Rechnungen, die bei der Erschließung eines so unzugänglichen Gebietes indessen als sogenannte Arbeitshypothesen, die an weiteren Beobachtungen zu prüfen sind, nicht aemißt werden können. Bezüglich bes sogenannten vorstellaren Zustandes ist die Annahme wahrscheinlich, daß die Fixsterne aus verschiedenen Typen von Urnebeln hervorgehen. Insbesondere weisen die Spiralnebel in ihren Armen knotenartige Massenanhäufungen auf, die als Vorstufe der Riesensterne anzusehen sind. So gehen wohl aus ben Spiralnebeln bie Sternhaufen hervor, bie oft eine gleichartige Eigenbewegung im Weltenraum aufweisen. Beispielsweise hat bie systematische und über einen längeren Zeitraum ausgeführte Himmelsphotographie im Milchstraßenfnstem bas Vor- hanbensein von zwei bis drei hauptsächlichen Sterntriften ergeben. Dabei erfolgt die Bewegung der Sterne sowohl auf die Erde zu oder von ihr weg als auch in seitlicher Richtung. Die Ermittlung de- seitlichen Komponente ihrer Eigenbewegung erfolgt durch Vergleich von Himmelsaufnahmen, die in verschiedenen Zeitabständen gewonnen wurden, die ber radialen Komponente auf Grund des Doop^rfchen Prinzips, indem bie burch bie Bewegung im IBifions- rabius bedingte Verschiebung der Spektrallinien aus der photographischen Platte ausgemessen und jur Berechnung verwendet wird. darauf, daß in weitesten Kreisen der Kaufmannschaft noch große Unkenntnis über den Wert und Unwert der ihnen sich bietenden Reklamemöglich- feiten vorhanden ist, seien im Folgenden einige praktische Winke gegeben, soweit dies naturgemäß mncrhatb des Rahmens eines Zeitnngsaufsahes möglich ist. Eine Fülle von Werbemöglichkeiten stehen heute jedem Kaufmann zur Verfügung, von denen nur einige genannt seien: Die persönliche Werbung durch Verkäufer und Reisende, die schriftliche Werbung durch an den Kunden persönlich gerichtete Werbedrucksachen jeder Art und dann die Werbung durch das gedruckte Wort, sei es nun als Inserat in den verschiedensten Erscheinungsformen, sei es als Werbeplakat, wie wir es heute an jeder Straßenecke, den Anschlagsäiiten, auf sämtlichen Verkehrsmitteln, in dem öffentlichen Verkehr dienenden Gebäulichkeiten, kurz überall wiederfinden. Daneben sei noch die Reklame durch den Film, die Lichtreklame und neuerdings die Radioreklame erwähnt. Jede dieser nur andeutungsweise erwähnten Reklamemöglichkeiten bietet sich dem Kaufmann in einer solchen Fülle von Variationen dar, daß man wohl sagen kann, daß dieser einem ihm unübersehbaren Chaos gegenübersteht, aus dem es schwer halten muß, die richtige Auswahl zu treffen. Es bedarf keiner Frage, daß unter allen Umständen der persönlichen Werbung der Vorzug ein- zuräumen ist. Aber deren Anwendungsmöglichkeiten sind sehr eng begrenzt. Ihre Grenze findet sie ohne weiteres da, wo die Kosten der Werbung in keinem Verhältnis zu dem zu erwartenden Erfolg stehen. Diese Grenze aber ist sehr schnell erreicht, zumal wenn es sich um geringwertige Masienartikel handelt, die eine Propagierung auf breitester Grundlage erfordern. Auch die schriftliche Propaganda durch Beschicken der zu gewinnenden Kunden mit Prospekten, Katalogen oder auch persönlich gehaltenen Schreiben hat sicherlich ihre guten Seiten, ja, sie ist in vielen Fällen unentbehrlich. Wenn auch hier die Grenzen der Werbemöglichleit schon etwas weiter gezogen werden können, so ist auch hier die Rentabilitäto- grenze einer solchen Propaganda sehr bald erreicht, zumal wenn cs sich um die Propagierung billiger Massenartikel handeln soll, also um eine Massenpropaganda. Die Kosten einer solchen Propaganda sind nämlich keineswegs unerheblich: denn die Beschaffung zuverlässigen Adressenmaterials, das Schreiben der Adressen und die Portokostcn verschlingen schier unheimliche Summen, die eine solche Propaganda nur bei höchstwertigen Waren angebracht erscheinen läßt, und auch dann nur, wenn es sich um einen eng umgrenzten Kundenkreis handelt. In beiden Fällen, der persönlichen Werbung wie der schriftlichen Werbung ist ober unbedingt zu betonen, daß nebenher unter allen Umständen eine Werbung durch das gedruckte Wort gehen muß, wenn die Propaganda nicht wirkungslos verpuffen soll. Dazu kommt, daß der rechnende Kaufmann fehr bald zu der Erkenntnis kommen wird, daß sich ihm Werbemöglichkeiten bieten, die für ungleich billigeres Geld weit höhere Wirkung versprechen. Das ist und bleibt unter allen Umständen die Werbung durch das gedruckte Wort, wie sie durch die beiden Worte Inserat und Plakat gekennzeichnet wird, lieber diese beiden wirkungsvollen Propagandamöglich, feiten soll in einem weiteren Aufsatz ausführlicher gesprochen werden. Oberhessen. 4 ■ n. £ Wieseck, 26. Nov. Die Zeit der Winter- . Veranstaltungen und Konzerte hat begonnen. Auch in unserer Gemeinde mit ihrem regen 7 musikalischen Leben werden derartige Deranstoltun- gen, die sich durchweg auf anerkennenswerter fjöbe . bewegen, gern besucht. Den Reigen der Konzerte eröffnete vor kurzem das Männerquartett „Harmonie", das mit feinen ausgewählten Chören eine zahlreiche Zuhörerschaft erfreute. Am Sonntag folgt der Arbeitergesangoerein „S ä n g e r k r a n z , der im Braunschen Saale fein diesjähriges Konzert veranstaltet Der sehr stark und stimmlich gut besetzte Chor steht unter der ausgezeichneten Leitung des in weiten Kreisen bekannten Dirigenten Heinrich Meyer- Wieseck. Die Darbietungen versprechen einen besonderen Genuß. Zum ersten Male wirkt der neu ms Heben gerufene Frauenchor in einem öffentlichen Konzert mit, und auch von dieser Seite ist mit ausgezeichneten Leistungen zu rechnen. Das geschmackvoll zusammengestellte Programm weist ein» gute Auswahl von Männer-, Frauen- und ge= Pelzmärtel. Ein Nürnberger Spielzeugroman. Nach dem Italienischen der Teresah erzählt von Gustav W. C b e r l e i n. Copyright 1925 by 21. Scherl G. m. b. H., Berlin. Er ft es Kapitel. Warum Peter Tand der Puppenpeter hieß, wie ihm ein böser Geselle zu einem unerwarteten Weihnachtsgeschenk verhalf und ihm damit einen schlimmen Streich spielte. Hm in jene Zeit zu kommen, in der sich diese merkwürdige Begebenheit abspielte, muß man weit zurückgehen, viele, viele Jahre. Im Jahre sieüzehnhundertund — und — und-- Also, ihr seht schon, daß ich die genaue Iahres- zahl nicht weiß. Ich könnte ja nun irgendeine angeben, aber ich mag euch nichts vormachen; denn es handelt sich um eine ganz sonderbare Geschichte, und ihr sollt mir in allen Stücken glauben. Ich werde euch daher nur die lautere Wahrheit erzählen. Wenn ich nun auch die Zeit nicht auf den Kalender genau bestimmen kann, so weiß ich doch, daß damals gerade in Nürnberg der Brauch aufgekommen war, zu Weihnachten einen Baunr zu schmücken; weiß, daß die kleinen Nürnberger darüber vor Freude ganfr außer sich waren; weiß, daß die Puppe Kunigunde, mit der wir uns viel beschäftigen werden, in jenem Iahre zum erstenmai int Schaufenster des Spielwaren- ladens erschienen war, der dem Meister Leopold gehörte. Mehr weiß ich nicht. Ich habe zwar die allen Chroniken genau durchgeblätterr, aber die Geschichtschreiber, die doch sonst alle Kleinigkeiten auszeichnen, sind über das abenteuerliche Ereignis stumm wie die Fische. Lind die Puppe Kunigunde, eine der wenigen Lieberlebenden aus dem ganzen kleinen Bolk. das an jenem heldenhaften Kreuzzug teilnahm, hat leider ein schwaches Gedächtnis. Geschichtszahlen auf die Fingernägel zu schreiben, wie cs bei manchen Schülern Vorkommen soll, darauf ist sie nicht gekommen. Kunigunde ist jetzt im Schaufenster eines Antiquitätenhändlers gelandet: eine Prachtpuvpe, eine mischten Chören auf. Die erforderliche Konzertmusik stell! die Kapelle der ehemaligen Militär m u s i k e r. Durchflochten werden die Darbietungen mit Solis namhafter Solisten für Flöte, Cello und Piston. Dem sehr rührigen und auf besonderer Höhe stehenden Chor ist zu seiner Beranstaltlmg ein volles Haus zu wünschen. t Trohe, 25. Nov. Miten in unserem Dorf, an der Straßenbiegung nach Rödgen, steht ein Wegweiser, der entgegen der sonstigen Gepflogenheit dieser Instrumente tagtäglich Radfahrer, Motorräder und Autos a n s ü h r t. Der eine Arm trägt stolz die Aufschrift: „Nach Großen-Bu- s e ck". Wer ihm glauvt, und es sind ihrer viele, landet kurz hinter dem Dorf in einem u n d u r ch - watbaren Feldweg. Zeitverlusi und Aerger sind die unmittelbare Folge. Es wäre gut, wenn hier Abhilfe erfolgte. = Mainzlar, 25. Nov. Die letzten A u f - räumungsarbeiten auf der Brandstätte des Land- und Gastwirts Fr. Koch (die Scheune und andere Gebäudeteile brannten Anfang Oktober ab) sind nun beendet; in den ersten Tagen wird mit dem Wiederaufbau begonnen, fo daß bis zum kommenden Frühjahr der Brandschaden behoben ist. — Die hiesige Fabrik Scheidhauer & Gie- ßing, welche feuerfeste Steine erzeugt, hat in der letzten Zeit eine Anzahl Arbeiter und Beamte entlassen. Ebenso ist die Belegschaft des zur Fabrik gehörigen Steinbruchs auf einige wenige Arbeiter verringert worden, die meist nur Aufräumungsarbeiten verrichten. Große und umfangreiche Drainagearbeiten werden zur Zeit in der Fabrik und um diese herum ausgeführt, wodurch man erreichen will, daß die besonders nassen Stellen für dauernd trocken gelegt werden. : Beuern, 25. Nov. Das T o t e n f e st wurde am vorigen Sonntag, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, in würdiger Weise gefeiert. Der hiesige Kirchengesangverein trug ein mittelalterliches Totentted, eine Komposition von Joh. Walther, vor. Unsere Konfirmandenmädchen hatten die Gedenktafel der Toten des Weltkrieges mit frischem Tannengrün umrahmt. Don der Kanzel wurden durch den Geistlichen die Namen der 11 Berst o r b e n e n des letzten Kirchenjahres vorgelesen. Unsere Schule feierte den Gedenklag für die Gefallenen des Weltkrieges am Samstag zuvor. — Wie weit die Arbeitslosigkeit auch in unseren Landorten voraeschritten ist. zeigt der Umstand, daß auf eine Anfrage der hiesigen Bürgermeisterei sich 7 3 Leute (bei noch nicht ganz 1000 Einwohner) meldeten, um an der Ho 1 zhanerarbeit teilzunehmen. — Saasen, 25. Nov. Bei der G emeinde- ra 13 w a f) l voriger Woche hat ein Wähler einen Stimmzettel abgegeben, auf dem stand: „Sie sind alle abgefallen und allesamt untüchtig, da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer. Psalm 53, 4." 5 Wirberg, 25. Nov. Am Totenfest fanden in allen Kirchen des Kirchspiels gut besuchw Totenfeiern statt; es oerstarben im verflossenen Kirchenjahr in Göbelnrod 2, Reinhardshain 4, Beltershain 5, Harbach 7 Personen. In jede Familie der Gemeinden wurde, wie alljährlich, ein Totenfestblatt geschickt. ö Beltershain, 25. Nov. An dem festlich geschmückten Kriegerdenkmal sand am Totenfest eine Gedenkfeier für unsere Kriegstoten statt, veranstaltet vom Kriegeroerein und Gesangverein b*i zahlreicher Beteiligung der Gemeinde. Unter Leitung von Lehrer M e i d t fang der Gesaügverein einen Chorgesang, darauf sprach der Ortspfarrer im Anschluß an die Inschrift des Denkmals: „Vergeßt uns nicht", der Vorsitzende des Kriegervereins, Herr Münch, legte einen Kranz nieder. Anschließend fand dann die Totengedächtnisfeier in unserem Kirchlein statt, daß die Menge der Besucher kaum zu fasten vermochte. t Grün berg, 25. Nov. In der jüngsten G c - meinderatssitzung wurde ein Antrag auf Beschaffung von 6 Tischen und Bänken für die g e - werbliche Fortbildungsschule zwecks Prüfung der Notwendigkeit an die Schulkommission überwiesen. — Auf die Anfrage der Gießener H o ch f ch n l^G e s e 11 s ch a s t betr. Vortrag mit Lichtbildern wurde beschlossen, daß im Februar ein Vortrag über die „Entstehung und Wandlung von Himmelskörpern" stattfinden soll. — (Eine Vorlage betr. Ausbau der Theo-Koch-Straße und Enteignung von Gelände an dieser Straße sowie einige andere kleinere Angelegenheiten sanden in geheimer Sitzung ihre Erledigung. — Weiterhin wurde die Anschaffung von 65 Meter Schlauch für die Feuerwehr beschlossen. antike Puppe — über ein Iahrhundert alt! Versteht sich, daß sie mit großer Sorgfalt behandelt wird. Leider trocknet sie in der schlechten Lust des Schaufensters etwas ein. Ihre Gefährten dort sind noch älter als Kunigunde. Sogar ein Figürchen aus dem 14. Iahrhundert ist darunter, das eine unverständliche Sprache spricht ... Wie will man da verlangen, daß Kunigunde die Iahreszahlen auseinanderhält? Es ist schon Wunder genug, daß sie mir so Punkt für Punkt die Geschichte von Peter Tand erzählen konnte, ohne jemals den Faden zu verlieren. Sprechen wir also von diesem Peter. Im Iahre Siebzehnhundertund... — die fehlende Zahl könnt ihr euch selber dazu denken und sonst noch allerhand, was euch gefallt, ohne euch um mich oder Kunigunde zu kümmern — lebte in Nürnberg Peter Tand, ein rechtschaffener und netter junget Mann, seines Zeichens Handlungsgehilfe im Spielzeugladen des Meisters Leopold. Hier müssen wir einen Augenblick verweilen; 5ent< um die Geschichte richtig verstehen zu können, muß man wissen, baß zu jener Zeit einzig und allein die Stadt Nürnberg bas Vorrecht halte, die Spielfachen für die Kinder der ganzen Welt herstellen zu dürfen. Denkt nur, wie beneidenswert! Gewiß gab es andere Städte, die es ihr gerne nachgemacht hätten, aber, um nur eine zu nennen, Hamburg machte sie so schlecht, daß seine Erzeugnisse anstatt Spielzeug „Ham- burgereien“ genannt wurden, und das klingt doch arg minderwertig. In anderen Städten, wie in Paris, wurden Gegenstände von Gold und Silber für die Kinder der Könige hergestellt, aber das waren mehr kostbare Nippsachen als Spielwaren, ich meine Spielwaren, mit denen man auch richtig spielen kann. Tleberdies bekam jedes Herzogsoder Gra enkind, dem der König oder die Königin ein solches Geschenk machten, den Befehl. eS sofort sorgfältig zu verwahrgn. Ist da ein Vergnügen dabei? Nein, das war nichts Rechtes. Die einzige S.adt, der richtige Spielsachen glückten, war Nürnberg. Unb wie herrlich sie dort gemacht wurden! Sie waren keineswegs aus Gold ober Silber, sie waren aus rechtschaffenem Gips, aus festem Holz, aus gutem Zinn. Durch einen sinnreichen Mechanismus, den sie im Leibe — De mForstamt wurde darin zugestimmt, daß das Schlagen von Christbäumchen, weil im Stadtwald nicht genügend vorhanden, in diesem Jahr unterbleiben soll. Dem Bürgermeister bleibt es überlassen, sich mit Lieferanten ins Benehmen zu setzen. — Beschlossen wurde, daß die Holzmacherrotten durch Arbeitslose verstärkt werden sollen, um diesen Beschäftigung zu geben. — Ferner wurden die neueinzurichtenden Auto- (inten bzw. deren Verlängerung besprochen sowie die Benutzung dieser Verkehrsmittel durch Reisende, Schüler und Arbeiter, die Kosten der Autohalle usw. X Langd, 25. Nov. Aus unserem, in einer waldreichen Gegend am Fuße des Vogelsberges gelegenen Dörfchen sieht man jetzt wieder jeden Morgen eine beträchtliche Schar Holzhauer, mit Sägen, Aexten und Seilen beladen, zu der mühsamen, aber doch gesunden Arbeit des Holzfällens in den nahgelegenen Wald eilen. Die Holzhauerei bietet einem großen Teil unserer Einwohnerschaft Beschäftigung, zumal das Braunkohlenberg, werk zu Trais-Horloff schon seit längerer Zeit stillsteht und in dem Buderusschen Eisensteinbergwerk imHeckenwald bei Hungen nur noch ein kleiner Teil der früheren Arbeiter beschäftigt wird. Da durch die Feldbereimgung und die Anlage von Siedlungen in unserer Gemarkung ganze Flächen Wald abgetrieben sind, sollen in diesem Winter nur 4000 Festmeter Holz gemacht werden. > Holzheim, 25. Nov. Infolge der Entlassung aller unverheirateten Arbeiter auf der benachbarten Grude „A hier" und der Abbaumah- nahme der Firma B a m a g - M e g u i n A. G. Butzbach, durch die die Arbeiter der Umgebung stark betroffen wurden, macht sich auch hier eine immer größere Arbeitslosigkeit bemerkbar. Die Gemeindeverwaltung sah sich deshalb veranlaßt, gegen diese unangenehme Zeiterscheinung Maßnahmen zu treffen. Ein großer Teil der Arbeitslosen findet jetzt in unserem B a s a l t st e i n - b r u d) Beschäftigung durch Steineklopfen. Ein kleinerer Teil hatte schon vorher bei auswärtigen Feld- bereinigt! ngsarbeit en Verwendung gefunden. Auch unsere Feldbereinigung, die in diesem 3a hr ihren Abschluß gefunden hat, weist noch einige Restarbeiten auf, so daß auch hier eine Anzahl Arbeiter für den Winter beschäftigt werden kann. Es sind nodi etliche Tausend Meter Entwässerungsanlagen und einige Wegechaussierungen geplant. Infolge reger Bautätigkeit konnten die Bau- Handwerker in diesem Jahre immer reichliche Beschäftigung finden. Neben zahlreichen kleineren Arbeiten sind in letzter Zeit fünf neue Wohn- h a u f c r gebaut worden, von denen bereits drei bezogen sind. Wie man hört, sind and) für das kommende Jahr einige Neubauten vorgesehen. Ss. Friedberg, 25. Nov. Die Stadt Friedberg hat im Laufe des Sommers für die Freiwillige Feuerwehr eine neue Motorspritze von Nagirus angeidjafft, welche bis jetzig glücklicherweise hier im Ernfalle noch nicht in Tätigkeit getreten ist. Nunmehr bat sie bei dem großen Brande der Kochschen Waszmühle in A s • senheim ihre Feuerprobe bestanden, und zwar nach einstimmigen Urteil von Fachleuten in glänzender Weise. Während die übrigen Feuerspritzen von Assenheim und Umgebung hauptsächlich dazu verwendet wurden, die umliegenden Gebäude und den Ort vor Flugfeuer zu schützen, griff die Motor, spritze das Gebäude der Mühle selbst an, um das Feuer niederzuhalten, was ihr auch in vorzüglicher Weise gelang. Die Spritze war vier Stunden lang ohne Unterbrechung im Betriebe, spritzte in der Minute 1000—1200 Liter Wasser und Hot somit eine glänzende Probe ihrer Leistungsfähigkeit abgelegt. Bad-Nauheim, 25. Nov. Wir tonnten kürzlich schon mitteilen, daß der Neubau eines zeitgemäßen Hotels anstelle des alten Ne- staurationsgebäudes auf dem I o h a n n i 5 b e r g zunächst vom hessischen Staat zurückgestellt werden mußte, weil andere wichtige Umbauten und Erneuerungen im Bereiche des Bades im allgemeinen Kurinteresse vorerst notwendiger sind. Als dringliche 'Arbeit kommt vor allem die Renovierung des Kurhauses in Betracht, dessen Innenausstattung zum großen Teil nicht mehr zeitgemäß ist. Dann wird eine Vergrößerung und zeitgemäße Ausgestaltung des Medizinischen I n st i t u t s für unbedingt erforderlich gehalten, wenn das Bad hinter anderen Badeorten nicht Zurückbleiben und die Heilfaktoren und Heileinrichtunaen in weitgehendstem Maße im Interesse der notleidenden Menschheit wissenschaftlich erforscht werden sollen. Obwohl das unter Leitung von Prof. Dr. Weber stehende Institut seither in nur unzureichenden Räumen in einem der Verwaltungsgebäude untergebracht war, hat es in den Jahren feines Bestehens sich schon als außer ordentlick) segensreich erwiesen. 5 Butzbach, 25. Nov. Das prächtige, klangvolle Geläute unserer altehrwürdigen S t a d't- kirche mußte während des Krieges eine große und ’ wertvolle Glocke fürs Vaterland hergeben. Nun soll dafür Ersatz gefd)affcn werden. Namhafte Beträge für eine neue Glocke sind schon gezeichnet. Anfangs des nächsten Jahres soll eine allgemeine Haussammlung im Dienste der Geldbeschaffung stehen. Auch die Vereine unserer Stadt wollen durch größere Veranstaltungen dem guten Zweck dienen. Man darf bestimmt damit rechnen, daß trotz der Not der Zeit der bekannte Gemeinsinn der Butzbacher sich wieder bewährt, wie er es schon so oft getan, und unser Geläute wieder so ergänzt wird, daß es unserer alten Markusklrche und damit unserer Stadt Ehre macht. — Im benachbarten Griedel wird am 28. November Frau Peter St ras he im Witwe ihren 9 0. Geburtstag feiern. — Steinfurth, 25. Nov. 3Tnfrt neuer Gemeinderat wird sich zur Hälfte aus bisherigen Gemeinderatsmitgliedern, zur Hälfte aus neuen Männern zusammensetzen. Von den seitherigen 12 Gemeinderäten bleiben in ihrem Amte: Paul View eg. Hch. Wolf V., Ludw. ' Huber L, Hch. Steinhauer L, Hch. Lot- tig L, Wilh. Walter IV. Neu kommen hinzu: Karl Schwegler, Wilh. Balser, Karl Rühl, Hch. A. Thönges, Konr. Hengst L, Phil. Huppert. Dem Beruf nach seht sich der neue Gemeinderat wie folgt zusammen: 5 Landwirte. 4 Arbeiter, 3 Gärtner. — Aus dem Besitz der hiesigen Linie der Freiherren v. Löw wird der Wald schon seit längerer Zeit zum Verkauf angeboten. Es handelt sich um etwa 300 Morgen Cichenniederwald, der sich auf verschiedene Parzellen unserer Oemat* kung verteilt und wirtschaftlich für ten Schäl - holzbetrieb ausgenuht wurde. Die Stadt Bad- Nauheim, die ursprünglich als Interessent genannt wurde, hat den Kauf nicht getätigt. Auch unser Semeinderat, dem der Wald angeboten worden war, hat in seiner jüngsten Sitzung nach eingehender Aussprache den Anlaut abgelehnt. Die Summe von etwa 50 000 Mark (pro Quadratmeter 8 Pf.), die gefordert worden ist, kann die Gemeinde zur Zeit nicht aufbringen, weil die Zinsen für das aufzunehmende Kapital zu hoch sind. Liebrigens hat die Gemeinde erst nirzlich 15 Normalmorgen gutes Land, den Morgen zu 1250 Mk., von Freifrau Wilma v. L ö w käuflich erworben, Gelände, für das im Umtausch Baugelände erstanden werden rann. An dem Walderwerb wäre die Gemeinde deshalb interessiert gewesen, weil einige Parzellen für Urbarmachung und Schaffung von Siedlungsgelände geeignet tft. Vielleicht ermöglichen spätere Zeiten doch noch den Erwerb des Waldes. — Ein reger Versand von Rosen fand in diesem Herbste statt. Tleberall erfreuen sich die hiesigen Erzeugnisse des Rosenbaus größter Beliebtheit, was aus zahlreichen Anerkennungsschreiben an die hiesigen Gärtner hervorgeht. In der Hauptsache ist der Herbstversand jetzt beendet. ES werden nun die ausgemachten und noch nicht abgesetzten Pflanzen in den eigens dafür hergestellten Rofen- kellern in Erde eingeschlagen. Die so auf- bewahrten Stöcke werden im Frühjahr verkauft und versandt. Die letzten blühenden Rosen wurden noch vor einigen Tagen geschnitten. Der Blumenversand wurde jedoch schon zu Beginn dieses Monats eingestellt. Kreis Schotten. Schotten, 25.Noo. Die B asalttn duft r i e des Vogelsberges, die erst vor zwei Monaten eine Absatzkrisis zu überwinden hatte, sieht sich jetzt erneuten Absatzschwierigkeiten gegenüber. Sie sind in der Hauptsache auf die Beendigung der Bausaison zurückzufuhren. Einige Basaltwerke mußten schon den Betrieb einstellen, andere werden folgen. Es fehlt im allgemeinen das Betriebskapital, um auf Vorrat arbeiten zu lassen und somit den Betrieb aufrecht zu erhalten. Auch in der Holzindustrie macht sick) das Ende der Bautätigkeit unangenehm bemerkbar. Die Aufträge bleiben aus, und die Unternehmer sehen sich gezwungen, Kurzarbeit einzuführen. Man spricht sogar von gänzlicher Stillegung größerer Betriebe, falls die augenblicklichen Verhältnisse anhatten sollten. Im Interesse der in diesen Betrieben beschäftigten Arbeiter möchte man wünschen, daß sich eine versteckt trugen, konnten sie die unglaublichsten Bewegungen ausführen. Die Hunde bellten von selber, die Schäfchen blökten, die Wägelchen liefen, als wären sie von lebendigen Pferden gezogen. Nürnberg tva: isa ;urd) zu großem Ruhm gelangt. And diesen Ruhm hat es bis heute nicht verloren. Noch heute, das weiß ich, sperrt ihr die Augen auf, wenn ihr von einer Nürnberger Puppe reden hört, und erwartet — denn wenn sie euch die Puppe nicht schenken wollen brauchen sie euch auch nichts davon vorzureden —, die niedlichste und drolligste zu be-^ kommen, so eine blondlockige Liefe! oder Gretel. Es gab aber auch schon vornehme, von den besten Schneiderinnen gekleidete Puppenkinder, die sprechen konnten, die Augen nach Belieben auffchlugen oder zumachten und sich ganz wie wohlerzoge e Per onen betrugen; es gab Pferde, Hunde, -3ie;e", Bären und Soldaten, ganze Regimenter von Bleisoldaten, die, wie die heutigen auch, von Nürnberg nicht einmal den Namen kannten und noch weniger wußten, wo es liegt. Das ist eine rechte ilnöanföarfeit; die Bleisoldaten, wenigstens diese doch, sollten die alte Stadt mit den schlanken Giebeln im Gedächtnis behalten und den guten Meister Georg Hilparth, der ihr liebevoller Erfinder war. Peter Tand, der Gehilfe im Laden des Meisters Leopold, dem schönsten und ältesten Kaufladen der Stadt, war der gute Freund der kleinen Nürnberger, gerate so wie Nürnberg damals die Freundin aller Kinder der Welt war. Man hieß ihn allgemein nur Puppenpeter. Nürnberg war die Heimat der Spielsachen. Puppenpeter aber der Mann, der sie verkaufte. Bei ihm konnte man alle Arten und in jeder Auswahl haben, teure und billige, für reiche und arme Kinder, ge vöhnliche Dutzendware und kostbare Stücke, von denen nur zwei oder drei gemacht wurden, um sie alljährlich zu Weih- «nachten in das Schaufenster zu stellen, wie Karl den Großen und den Meistersinger Hans Sachs und die Puppe Kunigunde, die dann so berühmt geworden ist. Gewiß, Peters Spiel achen waren nicht so kompliziert wie die von heutzutage, aber das könnt ihr mir glauben, den Kindern von dazumal gefielen sie ebensogut, wie euch die euren gefallen. Zu jener Zeit gab es noch keine Automobile, keine Luftschiffe, nicht einmal! die Eisenbahn. Wer reifen wollte, mußte sich damit bescheiden, fein hölzernes Schaukelpferd S.u besteigen: hopp, hopp ging es — langsam, aber sicher, weit kam man ja gerade nicht. Zuweilen soll es freilich vorgekommen fein, so wird versichert, und das scheint mir ganz gut möglich, daß es einem Kind, das auss Dach stieg und sich hinter einem Storchnest versteckte, glückte, den Storch am Hals zu fassen, flugs aufzusitzen und sich so durch die Lüfte tragen zu lassen. Wenn sich dann der gefällige Storch inö Blaue schwang, konnte der kleine Netter, frei in der Luft schwebend, tief, tief herabschauen auf Nürnberg mit seinen engen Gäßchen und seinen wunderlichen Häusern, die mit ihren roten, steil- abfallenden Dächern von oben wie mit Hauben bedeckt aussahen, mit der alten Burg, grau und würdig wie ein Großvater, , mit dem lieben, blauen Pegnihfluß, der sich zwische i den Häusern und Gärten dahinschlängelte mu> in der Mitte ein blühendes Inselchen hatte wie ein Blumenbeet. Dann die Basteien, die Mauern und der Stadtgraben mit den vier Zugbrücken, die Nürnberg zu einer Festung machten, und dann Türme, Turme und wieder Türme und Glockentürme über Glockentürme und Schornsteine über Schornsteine, eine Luftstadt über der Stadt, die unüberwindliche Burg dec durchlauchtigsten Störche, die sie zur Residenz erwählt hatten. Nun verstand das Kind erst, warum man in Nürnberg immer den Störchen Rechnung tragen müß e, wenn man schon viele Geschwister hatte und gern noch eins dazu haben wollte. Sigcntluij gab es ja in Nürnberg einen wundersamen Brunnen, wo die kleinen Kinder mit den Fäustchen auf den Augen eingemummelt schliefen, bis jemand sie abholen kam und sie auf weckte: das tear, der Schöne Brunnen auf dem Marktplatz. Seiner großen Bedeutung entsprechend hatte man ihn mit einer wahren Pracht gebaut, mit Marmorstatuen geschmückt und mit einem schmiedeei'ernen Ziergitter umschlossen; nur hatte man ihn leider nicht groß genug machen können, um alle Kinder, die man für Nürnberg brauchte, aufzunehmen. ^Fortsetzung folgt.) S""hr Atintinc ™öt wchn 7'2 f •bQ& K°tz Mtitnbe? r?18 f4on unh W Lun! Mn »'Abarten öwu Pe,„ 'urtsta^ neu er 8 aus bis- Wie aus |t(f, iS Km Lvl- Hengst |* letzt sich Mammen: er.-7 2uS .Freiherren eit längerer ö8 hanbeli krivold, her 'rer @emat- den Schis, 'labt 2ah, Interessent W getätigt. DaK an- ner längste» ! den 2nlaut etwa 50 00) die gefortm r Zeit nicht 's auszuneh- lens hat bk iftflen gutes 'vn Freifrau ©flänbt, für nden teerten )k Oernein).- inige Parzel- itg von Sirt- t ermöglichen :b Oes Dal- an Losen rad erfreuen Lvfenbauo lreichen An- Gartner herber Herb!'.- nun bic allsten Pflanzen 'n Losen- Sie so auf- ihr verkauft Losen w- n'vtten. Der , tzu beginn afaltlnbu- erst vor zwei minben hatte, ifchwierig' fjauptfofy aui zurückzusuhm. n 'Betrieb tim fehlt im allgk' Vorrat arbeiten ch! zu erhalten, t sich da» ffnfe (bar. Die W' imer sehen l'd) naII spricht (0= lerer Betriebe, anhalten soll' rieben befchäs- ^dchs'ch^ e, muhte h<9 Tchamelpferb taagrom, ob« icht. Zu^ilen so wirb ve^ > gut möglich. Sai ft«S, S ?-*X ,T tti ui.011 , »"* 'S ,rt roten, neu “.it 4-»b°- .. gta« % 9*5 ztäz dMAnn- As *&•« it waruln ■ ^ntDunbtr* 1 emen w» schliefen. i>,s" .r-s: ofle^7lönne"' rnberg011 Der Zug La3 hacke Herr ben Dorzug ver h b 3 S beiden ungleichen Läufer alfc Wegen der ? ? 6 6 5 4 3 2 es 7.5 Nachstehend geben wir den Derlauf der Par- Capablanc a—Dr. E. Lasker aus der tie ersten Runde des großen Moskauer Schach- 'N 71 I 71 ö' 174.25' int 8. a7-aö! Zu diesem Zuge ist Weih so gut wie ge- 73, war daher völli. gestellt. Ain Wetzlar. Dieses machte den ad Waldgirmes die Fischerei 1, I 1 Auslandskredite bis Oktober 1 925. 82 5 53 53 11 11. Kd8-e8 12. Lf8-c7 13. Lc8-d7 14. Da8-d8 15. Td7-c6 16. Ke8xd8 17. Kd8-c7 18. Th8-f8 8 0-0 9. d4xc5 3. Sg8-f6 4. e7-c6 5. Sb8-d7 6. d5xc4 7. c6-c5! 114,5* 54,5 112,5* 113,5* 7.15 42.5 40 75 60 113,2* 63.5 112 112,4* 49,; 93* 102.5* 32,25 40 5 70' 73' Die deutschen vom Oktober 19 2 4 72.5 90* 63.5 59,25* 7»* 23.75 22 5 (1 e Weist 32,75 63.75* 70,5' 96 5* 32 ;0 25 1.5 72,3 40 gedrücktes, aber Spiel. 3. Sbl-c3 4. e2-e3 5. Sgl-13 6. Lf 1 — d3 7. Ld3Xc4 90. 13* 64,75* 52,75* ,5* 10 11. Tf 1 — d 14- 12. Lc4-e2 13. b2-b3 14. Lei — b2 15. Tdl-d4 16. Td4xd8+ 17. Tal-dl + 18. Sf3-e5 19. h2-h3 Wenn Weih die Damen nicht getauscht hätte, wurde Schwarz auch ein befriedigendes Spiel 2 5 42.5 39,5 103* 100,4* 88 5 7 13 33 61.5* 30,25* Ein sehr guter Zug, der die Spannung Zentrum aufhebt, und zum Ausgleich führt. Aus der Schachwelt. Jljin-Genevskh schlägt Eapablanca. Dem russischen Hl elfter Jljin-Genevlkl) gelang 128.4* 93*; 102 5* I 102,2* 100*; 68.75 1 88,3* -.12 । 0.08 63* 32 34* 69,25* 95 => ' 98 1 103.5 83 I 39* ’ 60.5* 48.62* 60 42 70* 72.5* ; 131' । 93 »' 1)2 - >04' 101' Kd3 2. Dd24- ufw Sgl bei. 2. De2+ ufw. Sa3 beL 2. Df4+ ufw. 13* 61 1)0,7* 69 89* 7.13 0,03 Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach 22 25 5 34 4* 32 33* 63.25* 69.5* V .7.',' 97.“ 103 32.-5 38.5 17 82 53 81,75 2.4 73 5 43.5 39.25 Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redattionstisch. Ach sol Dor Gericht wurde ein Deleidigungsprozeh verhandelt. „Angeklagter, wie kamen Sie dazu, dem Zeugen ins Gesicht zu spucken?" „Herr Präsident, ich wollt' gar nicht spucken, ich wollt' ihm bloß waS von Äu-5tlut-Rlan erzählen." Alkoholische Mathematik. Schulze, in alkoholischer Hinsicht ohne Hemmung, hat in letzterer Zeit zu viele Sinnestäuschungen erlebt, um nicht zur Dorsicht zu neigen. Er weilt in einer Revue und sieht mit wachsendem Mißtrauen den Darbietungen der sechzehn Tillergirls zu. Schliehlich wendet er sich mit der Frage an feinen Rachbar: „Entschuldigen Sie — irr' ich mich oder sind da wirklich — hup! — sind da wirklich vierund« fechzig Deine auf der Buhne?" Da erwiderte der andere: Sie irren sich, eS sind bloh — hup! — es sind bloh dreiundfechzig. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphil che Auszahlung. Der deutsche Auhenhandel im Oktober 1925. beträgt im reinen Warenverkehr in der Einfuhr 1.074 Millionen Rm., in der Ausfuhr 846 Mill., gegenüber 1,054 bzw. 776 Millionen im Septemk^r. Er weist somit erneut die Tendenz zur Verminderung des Einfuhr- überschusses aus. Die Passivität der Handelsbilanz im reinen Warenverkehr erreicht im Oktober mit 228 Millionen Rm. gegenüber 278 Millionen im September den bisher in diesem Jahre niedrigsten Stand. 3m Oktober ist die Einfuhr von Lebensrnitteln und Getränken um 47 Millionen zurückgegangen, die von Rohstoffen und halbfertigen Waren um 52 und von fertigen Waren um 17 Millionen. Don der Steigerung der Ausfuhr entfallen auf fertige Waren 44 und auf Lebensmittel und Getränke 20 Millionen Rm. Börsenkurse. 129 5* 93 102.3' 112 7“ 30 52,75 Hl 2* 111.9* 42 50,75 70,5 89,5* "3 58.25* 74.5 23.7 22 15 25 Alle für ine Redaktion bestimmten Mitteilungen, Löfungen usw. sind zu richten an die Schachredackion deö .Gießener Anzeigers". Problem Nr. 38. von 6. Wartburg. 1. Preis „Birmingham News" 1899. Schwarz a s ersten, dein Weltme ter Eapablanca in der siebenten Runde eine Niederlage beizubrin- gen. Genevsky, der die schwarzen Steine führte, verteidigte sich sicilianifch, und nach Derlauf von 60 Zügen muhte Eapablanca die Waffen strecken. Oefsentlichkeit erblickt. Lösung deS Problems Ar. 37 von Ä. Grabowski. 1. Ld2-h6! Kt5 2. Dh5+ ufw. d e a b ig auf Rückkäufe und Deckungen ein- Schiffahrts- und Montan |U4,7* 54 :113 2* >113,7* j 52,25 90* 65,13* 58 75* I 75* I 23.13 22 4 3n den zwölf Monaten Oktober 1924 bis Oktober 1925 belaufen sich die deutschen Auslandstredite aus 1395 Mill. Rm. Die Verteilung ist folgende: Die Dollaranleihen an öffentlich-rechtliche Körperschaften machten 1310 Mill. Rm. aus. die Dollaranleihen an Privatgesellschaften beziffern sich auf 532 Mill. Rm.. die Martan» leiben an öffentlich-rechtliche Körperschaften auf 0,7 Mill. Rm., die Markanleihen an Privatgesellschaften aus 11 Mill. Rm., die Schweizer Franken-Anleihen an öffentliche Körperschaften auf 12 Mill. Rm., die Schweizer Franken-Anleihen an Privatgesellschaften auf 24,5 Mill. Rm., die Holland-Gulden-Anleihen an Privat- gesellschasten auf 7,7 Mill. Rm. und die Pfund« Anleihen an Privatgesellschaften auf 8 Mill. Rm. 'Mitteldeutsche Schmirgelwerke A G. Bndbach Srf'-ftr? schlechre. Damenbauernspiels: Schwarz erhält zwar ein sonst durchaus befriedigendes 4*/n yoatürten........ I 5% ®o(bmerifaner ... . I Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privai-Bank Darmst. und Nmtonaldank Deutsche Bank Tcuischc vercinödank .... Tiö.onto Commandit Metallbank.......... Miiieldeutschc Kreditbank . Oesterrrichische Creditanstalt Dellbaiik ....... Lochumer C6n6 ...... Buderus ...... Caro ......... Deutsch-Luxemburg C4elsenkirchrner «crotocrfe . Harpencr Bergbau . . ... Bollwerke 9lsmerSlcdeu.... Kaliwerk Weskeregelu .... liaurahütte ■ ...... Obcrdedars ....... Phönix itiernbau ..... Rhcim'tahl ....... Nicbeck Btontan........ TelluS Bergbau. ..... Haniburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Cheramische Werke Albt« . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmunn ..... Anglo-Conk.-Guano . ... Badische Anilin ....... Chemische Maver Alavdt . . Goldschmidt Gries cimer Electron .... Ä Farbwerke koblung ....... ÄutgerSwerkc . ....... Schctdeanstalt ........ Allg. ElektrizttätS-Gescllschaft Bergmann ......... Mainkrastwerke ....... Schultert . . . Siemens 4 HalSkr ..... Adlerwerle Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Henliaenstaedr....... , ''.'egutn........... Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armamren Konservenfabrik Braun • . Metallgesell chaft Frankfurt. Pet. Union A -G Schub'abrik Her; Sichel Bcdjtoff Waldhof ^ucter'abrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Woabäutcl . . . Weih zieht und seht in drei Zügen mail W e ih: 6 Steine. Kfl, Dh4, Tc3, Lb8 Sg5, SH5. Schwarz: 8 Steine- Kd5,1B5, Sa3, Sh3, Bb3, Bb6, Bf5, Br7. Ein prachtvoller Zweizüger! Partie Nr. 2V. Seine Chancen aus den. ersten Preis sind hierdurch erheblich gesunken, wenn er sich nicht noch in der zweiten Hälfte des Turnier- ganz be« sonders zusammennimmt. Am besten steht nach der achten Runde der erst 20jährige meylta- nische Meister Torre, denn er war schon spielfrei und hat 6 Punkte erreicht (hat demnach fünf Partien gewonnen und zwei Remis gemacht, keine verloren), nach ihm folgen Doool- jubow, Rubinstein, auch 6 Punkte, aber mit dem Unterschied, dast sie noch nicht spielfrei waren. Sehr gut steht Marshall mit 5'/, fünf en, ebenso Dr. E. LaSker mit 5 Punkten, sowie einer Hängepartie gegen Grünfeld, welche jedoch wahrscheinlich Remis werden wird. Cs schliehen sich an Dr. Tortakower 5 Punkte, Eapablanca, Iljin- Genevsky, Romanowfky 4Vs Punkte, Bogatyr- tschuck, Rabinowitsch 4 Punkte. Freitag, den 20. Rovember d. 2., gab Capa blanca in Moskau eine Simultanvorstellung ge gen 30 Spieler, mit dem Resultate, dah er 18 Partien gewann, 4 Partien verlor und 8 Partien Remis machte. erlangt haben, nach dem Damentausch ergibt sich jedoch ein auf Remis stehendes Endspiel. IV. Ke8Xd8 markt will man auch Auslandkäufe beobachtet haben. Starkes Interesse fanden vor allem C Hern i k w c r t e , die gute Kurserholungen au verzeichnen hatten. Auch Montanwerte lagen sehr fest. Phönix waren 1 Prozent höher. Elek trowerte tendierten fest, lagen aber ruhig. Bankaktien hatten keine Veränderungen aufzuweisen. Schiffahrtswerte waren dagegen stärker in den Vordergrund gerückt bei Kursgewinnen bis zu 1,5 Prozent. Auch der Raffamarft der Indnstriepapiere verkehrte durchweg in fester Haltung. Deutsche Anleihen traten demgegenüber etwas stark zurück und waren nur mäßig verändert. Don Auslandrenten waren Ungarn und Türken weiter bevorzugt. Baltimore erzielten eine Steigerung von 2 Prozent. Der Freiver - kehr war ltill bei fester Tendenz. Becker Kohle 39, Benz 25, Brown Booeri 52, Growag 40, Krügers- hall 67, Ufa 50, Unterfranken 50 Prozent. Auch im späteren Verlaufe erfuhr die feste Strömung keine Unterbrechung, obwohl vereinzelt sich Gewinnsicherungen bemerkbar machten. Das Geschäft wurde ruhig. Der Geldmarkt ist weiter leicht. Tages- geld 7,5 Prozent, Monatsgeld für erste Adressen 10/5 Prozent, für zweite Adressen 11 dis 12 Prozent. Im Devisenoerkehr setzte sich die Frankenbaisse fort. Paris notierte gegen London 129,35. Berliner Produktenbörse. Frankfurt a. M.. 26. Rov. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 24,50 biS 25, Roggen, inländ. 17,50, Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24, Hafer, inländ. 13,50 bis 21,25, Mais (qclb) 20, Weizenmehl, inländ.. Spezial 0 39,75 bis 40,25, Roggenmehl 25,75 bis 26,25, Weizen- fleie 10,25, Roggenkleie 10,50. Tendenz: Fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 26. Rov. Auftrieb: 3 Kühe, 1163 Kälber, 1125 Schafe, 413 Schweine. Cs wurden bezahlt für 100 Kg. Lebendgewicht: Kälbern Feinste Mastkälber 68 bis 75. mittlere Mast- und beste Saugkälber 58 bis 67. geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 75, geringe Saugkälber 40 bis 46. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 38 bis 42, geringere Masthäm- mei und Schafe 28 bis 37. mähig genährte Häm- mel und Schale sMärzscha'e) 20 bis 27. Schweine: oollsleischige von 80 bis 100 Kg. 92 bis 95. vollfleischige unter 80 Kg. 84 bis 90, vollfleischige von 100 bis 120 Kg. und oollsleischige von 120 bi- 150 Kg. 93 bis 96. Fet!- schwcine über 150 Kg 93 bis 95. Marktverkauf: Kleinvieh schleppend. Schweine anfangs lebhstll, später abflauend. (64 75* . 32.5 1 63.5* ! 70.5* 97 75* 98 5 | 102 5 40 61.25* 30* । 62 T Naunheim, 25. Nov. Dieser Tage kam die hiesige Lahnfischerei aus dem Rathaus dahier auf 6 Jahre zur Verpachtung. Letztbietender mit 300 Mk. blieb der seitherige Pächter Heinrich Birk III. Die Fischerei ist Eigentum der Gemeinde. Sie umfaßt etwa zwei Kilometer, vom alten Wehr bei Dorlar bis zum Eingang des Schleusenkanals unterhalb Naunheim. Ein großer Teil davon führt burd; die Gemarkung Waldgirmes, das früher auch Anteil an der Fischerei hatte, dieser aber verlustig gegangen ist Das tarn so- Die Fischerei von Naunheim bis Wetzlar gehört dem Kollegialstift, sog. „Dnhlbergschen Fonds" Wetzlar. Dieses machte den Gemeinden Naunheim und Waldgirmes die Fischerei streitig. Es kam zum Proieh, an dem sich aber nur Naunheim beteiligte. Dieses ging als Sieger aus dem Streite hervor, und da Waldgirmes gefehlt halte, bekam Naunheim auch noch diesen Teil zuge- sprachen. Auch die Pfarrer von Waldgirmes und Königsberg, die je einen Tag in der Docke freie Fischerei auf obiger Strecke hatten, gingen ihrer alten Gerechtsame verloren. Heute steht die Fischerei unter der Kontrolle des Landratsamtes.Biedenkopf, das eine bcfdjränfte Aiizahl von Fischereianteil' scheinen von jedem Fanggerät festsetzt, welche durch den Vöchter und die Ortsbehörde ausgestellt werden. Stillegung des Geschäftsbetriebs Dcrme.uc.i L, Denn gerade im Winter ist keine Arbe.tsmogl,chke>t in landwirtschaftlichen Betrieben vorhanden und ar- beitslos Gewordene könnten sich in dieser Zeit keinem anderen Gewerbe zuwenden. — In vielen F o r It - distrikten haben die Holzhauer bereits ihre Tätigkeit ausgenommen, in anderen wird bie Arbeit in diesen Tagen begonnen. D.e ungünstige wirtschaftliche Lage vieler kleinen Bauern zwingt sie, e.ne Virdienflmöglichkeit zu suchen. Aus diesem Grunde ist die Zahl der Holzbauer in diesem Wmter besonders groß. Da in jeder Försterei nur eine de- chränkte Zahl von Festmetern Gefällt werden kann bürfte die Holzhauerperiode recht kurz werden und kaum allzulange die Weihnachtstage Überdauern. Kreis Alsse..d. Alsfeld, 25. Nov. (Stadtoorftands- « Ä Ftt einem Ausschreiben des Ministers des Innern find kic Vertretungen der Gemeinden ermächtigt, zu bc^- schließen, daß die für das Rj. 1924 an sie zu ent- richtende endgültige Gewerbesteuer durch die Zahlungen, die auf Grund des Gesetzes über die vorläufige Gewerbesteuer vom 27. März 1924 für das Rj. 1924 zu leisten waren, damit als abgegolten zu gelten haben. Es wurde demgemäß beschlossen. — Ausbau der Siedlungsanlage in der RS mb ach: Hier wurde eine Vereinbarung mit dem Anlieger, H. Schäfer II. Wwe., wonach diese zur Wegeverbreiterung nod) für 17 Dm. abgetretenes Gelände zu entschädigen ist, genehmigt. Der Preis wurde aus 2 Mk. pro Dm. festgesetzt, den die Stadt zu bezahlen hat. - Die Dienst o e r h a It n iss e des Friedhofsaufsehers: Dieser ist e.ther aus Sparsamkeitsrücksichten mehrmals in der Woche »um Nachtwachedienst auf Grund eines früheren Beschlusses aus dem Jahre 1923 herangewgen worden. Mit Rücksicht auf die Mehrarbeiten für die Unterhaltung des Friedhofes, die durch die jetzt in der Ausführung begriffene Erweiterung des Friedhofes künftig erwachsen, wurde beschlossen, den Friedhofsaufseher vom 1. April 1926 ab von dem Nachtdienst wieder zu befreien und dafür, wie früher, einen . Sicherheitswächter anzunehmen. — Die Tage - | gelber der G e m e i n d e b e a m t e n: Hierzu । wurde beschlossen, daß die Gemeindebeamten der Stadt bei Vornahme auswärtiger Dienstgeschafte die Tagegelder wie die hessischen Staatsbeamten entsprechend den Bestimmungen der Reisekostenverordnung, und zwar die jeweils gültigen Sätze der Stufe Ihrer Besoldungsgruppe, erhalten sollen. — Em A n- qebot auf Kauf eines landwirts ch östlichen Grundstücks des Ernst Freundlieb in Gießen wurde entsprechend dem Vorschlag der land- wirtschaftlichen Kommission abgelehnt, da das Grundstück für die Stadt kein besonderes Interesse hat und nicht rentabel erscheint. — Ein G e f u d) des Hessischen Bundes für Heimat- schutz, der die Erhaltung der Heimatschönheit und ihrer Eigenart bezweckt, wurde aus finanziellen Gründen im Hinblick auf die starken Lasten der Stadt abgelebnt. — Für die am 24. und 29. Nov. in der Festhalle vom Kreisgeslügelzuchtverein Alsseld herzurichtende allgemeine G e s l ü g e l sch a u wurde beschlossen, einen Ehrenpreis der Stadt A l s s e l d zu stiften. — Am Schluffe der öffentlichen Sitzung gab der Vorsitzende unter Mi11eilun - gen ein Schreiben des Hessischen Landesvermes- stingsamtes zu Darmstadt in der Angelegenheit der Kaiastervermefsung der Stadt Alsfeld bekannt, worin dieses ausführlich den Standpunkt dieser Behörde barlegt, den bie Stabt bekanntlich nicht teilt. Wie der Vorsi'tzenbe babei bemerkte, wollen bie beteiligten ©emeinben eine gemeinsame Aktion in ber Sache, insbesondere gegen die Anforderung der aufgewerteten Kosten der Katastervermessung, unternehmen. Die Kreisämter sollen ersucht werden, sich in dieser Angelegenheit der Gemeinden bei der Geltendmachung ihrer Rechte anzunehmen. Auch die Frei- herrlich Riedeselsche Rentkammer in Lauterbach will in ähnlichem Sinne mit ben Gemeinben zusammen vorgehen. — In ber nichtöffentlichen Sitzung würbe Herr Hermann S ch m a 11 aus Gießen, ber zuletzt Küchenchef im Kurhaus Bab Ems gewesen war, als Pachter für bas st ä b t i f ch e Hotel „Deutsches Haus" mit Saalbau gewählt. Der Hotelbetrieb soll am 15. Dezember 1925 eröffnet werben, währenb ber neue Saalbau, an besten Fertigstellung mit allem Nachbruck gearbeitet wird, vor aussichtlich erst im Laufe bes Monats Januar eröffnet werden kann. Die Herrichtung der Bühnen- e i n r l d) t u n g im neuen Saale liegt in den Händen von Theatermeister Carl Löffler in Gießen. Preußen. Kreis Wetzlar. X Dutenhofen, 25. Nov. Der Verbindungsweg zwischen den Kreis st raßen Gießen — Wetzlar und Dutenhofen — Garbenheim —Wetzlar ist nunmehr zu einer feften Straße ausgebaut worden. Seit einiger Zeit können leichte Fuhrwerke die Straße wieder benutzen, während schwere Lastfuhrwerke noch nicht zugelassen sind, da erst die Abnahme durch die Straßenbaubehörde erfolgen muh. Als besonders vorteilhaft ist die Verbreiterung der Straße hervo» zuheben, ferner ist die früher gefährliche kurze Kurve an der Abzweigung Gießen—Wetzlar beseitigt, ebenfor die früher fast senkrechte Stützmauer auf beiden Seiten entfernt und durch eine leicht abfallende Böschung ersetzt, so daß auch die Gefahr eines Absturzes als beseitigt gelten kann. Durch stellenweise Herstellung von Seitengräben ist der Wasserablauf geregelt. Kreis Biedenkopf. turniers, gespielt am 9. Rovember 1925. Damenbauernspiel. Weih: Capablanca (Kuba). Schwarz: Dr. E. Lasker (Deutschland). 1. d2-d4 1. d7-d5 2. c2-c4 2. c7-c6 Dies ist die tschechische Berteidigung des Wicklung der Geschäftsverhältnisse sieht sich ber Borstand veranlaßt, eine a. o. H. B. auf den 17. Dezember einzuberufen und dieser einen Bericht über die gegenwärtigen Verhältnisse der Gesellschaft zu geben. Das A. K., das bisher 260 000 Mk. beträgt, soll zusammengelegt und danach wieder erhöht werden. Als Eventualantrag steht die Liquidation der Gesellschaft auf tKr Tagesordnung. Berliner Börse. Berlin, 26. Nov. Das starke Angebot, das noch vor wenigen Tagen auf dem Effektenmarkt drückte, hat weiter nachgelassen. Es lagen sogar mehr Kundenorders vor als bisher, deren Einwirkung auf das Kursniveau noch durch kleinere Interventionen und Deckungen verstärkt wurde. Infolgedessen zeigte die Börse eine freundliche Stimmung. Die gestrige Unsicherheit ist zwar noch nicht völlig vom Effektenmärkte gewichen, doch neigt man in Börsenkreifen eher zu einer günstigen Entwicklung der nächsten Bör- fentage. Interesse fanden vor allem Schifffahrtswerte, wobei die Fusionsanträge im Norddeutschen Lloyd mit einigen bekannten Reedereien lebhaft diskutiert wurden. Lloydaktien setzten mit einem Kurs von 71,5 Proz. ein. Im übrigen fand die Gestaltung des französischen Fran- k e n allgemeine Aufmerksamkeit. Gegen Mittag stellte sich Paris gegen London auf 129,50 bis 129,75 weiter fckwächer. Gewisse Hoffnungen setzt man auf den Abschluß der deutsch-englischen Wirtfchastsvcrhandlungen, die angeblich Erleichterungen für die Wareneinfuhr nach England bringen werden. Die Geldmarktlage blieb für tägliches Geld flüssig 7,50—9,50 Proz. Trotz der Ende dieses Monats fälligen Zahlungen an die Rentenbank erwartet man eine verhältnismäßig leichte Ueberroinbung des Ultimos. Im Devisenoerkehr lag Oslo befestigt. Mailand war etwas niedriger. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,34, Paris 6,34. Frankfurter Börse. Frankfurt, 26. Nov. Tendenz fest. Die freundliche Veranlagung der Börse erfuhr auch heute feine Aenderung, und die am Vortage eingetretene Aufwärtsbewegung vermochte sich kräftig durd;zufetzen. Allenthalben regte sich in verstärktem Umfange die Unternehmungslust, von der vornehmlich Jnduftriepapiere profitieren formten, die bei lebhaften Umsätzen neue, teilweise beträchtliche Steigerungen zu verzeichnen hatten. Die Spekulation wurde durch die Ermäßigung der Börsen- u m f a ij ft e u e r angeregt, ebenso durch die Hoffnungen, daß nad) der Annahme der Locarno-Verträge durd) den Reichstag auch eine wirtschaftliche Pester'.ina in An. sicht atnnmmen werden kenn: sie Remis abgebrochen. Die Partie ist von beiden Seiten eintönig und farblos gespielt worden, und wären nicht die Gegner Lasker und Capablanca gewesen, so hätte sie nie das Licht ber Atoungen; denn, wenn derselbe den Dauern nicht schlägt, so droht b7—b5 nebst b5—b4 mit besserer Stellung auf dem Samenflügel. 9 9. Sd7xc5 10. DdlxdS-r dient. 19..... 19. Sc5 - d* 20. Se5xc6 20. Kc7xc6 21 Le2-f3-r 21. Kc6-c6 22. Sc3-e4 22. Sf6xe4 23. Lf3xc-1 23. Le7-f6 24. Lb2-a3 24. Tf8 - d8 25. Kgl -fl 25 h7-h6 26. Kfl-e2 2h Sd7 - e5 27. TdlxdS 27. Lf' xc!8 28. La3-b2 28u Ld8-f6 29. Lb2Xe5+ 29. Lf6xe5 tz-rankfurt a-M. Berlin 4 Schlu. • Üuro l-Uhr. Kur» Schluss» Kur» Ansan a t'i- Datum: 25. 11 | 2i.ll 35 1L 26 11. 3 y;. Deutsche Rctchsanleth« 0.183 0,185 0.1875 > 18.5 4% Deutsche Rcichöanlethc • — 0 2 — 2 3'/,°/a Deutsch- R^chsonlethe 8% Deutsche Nelch-^nleive 0 19 -e. 0.195 — 0,25 — 0 H 0,275 Deutsche Svarvran.'enanseihe 0.111 - 0 1875 — 4% Preußische .ekeniols . - - 0 19." — .1673 — 4e n Hessen _ 0 15 — 3’/tö/n Hessen........ — — —- — 3% Hessen........... 0,165 — 0.17 — Deutsche Werts). Dollar-Aul. —- — 91.75 — dto- Doll.-E!chay°Anirei 97,35 — 97.0 25 Novbr. 26 Nov r. Ämtliche Noti rnna Amtliche Notierung Melo I Bries Geld «riet 168 57 168,99 168.57 168,99 Buen.-Airet 1,740 I..44 1.74t 1.745 Brll-Antw 18,9-3 19,03 18 99 19,03 Christtnnta 85 dl 85,53 85.44 85,6h .gopenbagen 104.5^ 104,75 104 52 104.78 Stocktiolm • 112,29 112,. 7 112.29 112,41 Helsingfors 10,55 10,59 10.55 10,59 । Italien . . 16 94 16,98 16 94 16.98 London. 20,319 20,369 20,322 20,3 2 'Jlcutior! . ■ 4,195 4,215 4,195 4,20' Darib. . . Schweiz . Spante» . 15.73 15.77 15.80 '5.84 SO. 78 80,93 » 78 80.98 59,50 59.54 59.24 59,37 Japan . . . 1 wo de Jan | Wien in D. 1.785 1,789 0.597 1,793 1,797 1.595 J 597 1.599 Cefl. abaefl 59,11 59,25 59.14» 59,285 Prag .... 12,42 12,46 12,42 12,46 | Belgrad . . 7.43 7,45 7.43 >.45 Budapest. . | Bulgarien 5,87 o,89 5.875 5,895 3.05 4,06 J ,045 3,05 | V'ffabon 21.325 0,375 21 325 . 21,375 | Danzig. . 80.59 80.79 80 .’9 80.7'! flonft nhn. 4,295 >,305 2,26.5 3,275 | 9(tbeii 5 54 5.56 5 i 4 5.56 Tanada. . 4.197 1.207 4 197 4,2 7 UrUflnah 4,317 4,325 Banknote 4.285 n. 4,295 Berlin, 25 Novbr Geld Briet Amerikanische Noie» ..... • .181 4.201 Belgische Noten ....... 18,1'3 19,0: Dänische Noten . ...... 101,19 104.7 Engtl'che Noten........ ?0,?8!l 20,38.1 Fräntviische Noten ...... i',71 15 79 Holländische Noten ...... 168,13 163.0 2 (italienische Noten...... th,97 17,05 Norwegische Noten . ... 85 06 85 4S Dentsch-Oestcrr, ä 100 Kronen •>8.93 59.23 Rumänische Noten...... — — Schwedische Noten .... 111.99 112,55 Cchwei;er Noren ... 80,62 81.0* Spanische Noten...... 59.23 59 53 Tschechoslowakische Noten , . 12.885 12.44) Ungarische Noten ... 5.83 5.87 i Franziska. v , Roman von Lies bet Dill. 4. Fortsetzung. Nachdruck verboten. 3m nächsten Frühjahr wurde Franziskas jüngster Bruder konfirmiert, und sie reiste nach Wien. Er lieh sie ungern weg, es war ihin. als glitte sie wieder in ihre Welt zurück. „Schreib mir wenigstens jeden Tag", bat er. „Ich muh Äachricht von dir haben, ich brauche das." Franziska versprach es. Indessen erreichte ihn weder ein Brief noch eine Karte. Diese Abgeschiedenheit von ihr machte ihn nervös. Schließlich telegraphierte er mit Rückantwort und erhielt die Antwort: „Din gesund, Franziska." Das Telegramm kam aus Wien. Aber Wien war groß. Dicht daß er ihr mißtraute, sie konnte nicht lügen, toenn man sie Äug' in Aug aus- forschte, aber eigentlich ruhig wurde er während ihrer Abwesenheit nicht. Er hatte Franziska jene entzückende kleine Etage in der Billa auf dem Berg, die sie oft sehnsüchtig von außen betrachtet hatten, gemietet. Sie lag in einem Berg- garten. Der Anterstock wurde von dem Besitzer bewohnt, einem verdrießlichen alten Mann mit einer Brille. Sie sollte in ein völlig neu eingerichtetes Heim mit neuen Möbeln kommen. Die letzte einsame Woche der Erwartung verflog mit fieberhaften Vorbereitungen dieser Einrichtung der kleinen Wohnung. Dis auf die seidenen Vorhänge, die Bilder, die Gardinen beaufsichtigte er alles. Er hatte einen untrüglich feinen Geschmack für Farbenwirkungen, Stoffe und einheitlichen Stil. Als Franziska kam, drei Tage später, als sie geschrieben, als er sie im geschlossenen Wagen vom Bahnhof abholen konnte, gab es zuerst eine heftige Auseinandersetzung zwischen ihnen. Die Mieze hatte ebenfalls am Bahnhof gestanden, und Hasse mußte eine Viertelstunde im Wagen warten, bis endlich Franziska einstieg. Sie schien seine Verstimmung kaum zu bemerken und widmete ihre Aufmerksamkeit den unzähligen Paketen und Schachteln und dem kleinen drolligen Griffon, von dem sie sich nie trennte. „So reist keine Dame", sagte er. „Mein Gott, ich bin ja auch keine", sagte Franziska. Warum hatte sie ihm nicht geschrieben? forschte er. Ah, nun fing die Quälerei gleich am ersten Abend schon an. Franziska verteidigte sich „Ich schreib' nit gern, ich hab' keine Zeit dazu gehabt. Wenn man auf der Reise ist, will man sich erholen." ES war ihr fast schon zu viel, seine vielen Briefe zu lesen mit den Bitten, Ermahnungen, der Quälerei um ihre Liebe, die jeden Morgen pünktlich aus ihrem Frühstückstisch lagen. Eigentlich hatte sie ihm das sagen wollen, sie hatte ihm überhaupt viel zu sagen. Auf der Reise war ihr der Mut dazu gekommen. Die Mieze hatte eben auf dem Bahnhof geschürt: „Hast wieder keinen Mut, läßt dir alles gefallen: ich lass' mir nix bieten, schon lang nit mehr, und steh' mich gut dabei." Doch als Franziska ihre neue Wohnung sah, dieses kleine Reich, das nun ihr gehören sollte^ mit dem kleinen Salon, den bunten Kretonnemöbeln im Schlafzimmer, dem süßen kleinen, rosa gekachelten Baderarun daneben, der unter den elektrischen Glühbirnen einer sanft verschleierten großen Lampe schimmerte, schwanden alle energischen Vorsätze. Franziska sollte sich in dieser neuen Wohnung ein regelmäßigeres Leben angewöhnen. Sie aß sonst im Metropol, einem Haus, das mit Vorliebe von den Schauspielern aufgesucht wurde. Eine Jungfer würde fortan den kleinen Haushalt besorgen, so daß Franziska nicht mit abgerissenen Knöpfen und zerrissenen Handschuhen oti gehen brauchte, und man konnte statt im Restaurant in feiner gemütlichen Häuslichkeit speisen. Im Wohnzimmer stand ein neuer Ibach- flügel, sogar die Roten hatte er ihr binden lassen. Entzückt ging sie von Möbel zu Möbel, erprobte die Sessel, prüfte die Mullkissen, mit denen der rosenrote Salon reich bedacht war, die breite Chaiselongue mit dem weißen Bärenfell, das sich lang über den Teppich breitete. Wie reizend, wie mollig, darin seinen Kopf zu vergraben und zu faulenzen . . . ileBeraü hingen Bilder, ferne Stiche und schöne Bronzen aus HasseS Thinazeit. Sie hatte an diese Wohnung gar nicht mehr gedacht, hatte geglaubt, daß er sich an ihr rächen würde mit Nichterscheinen auf dem Bahnhof und einer langen Karenz, weil sie nicht geschrieben hatte. . . Aber dazu war er ja ein viel zu guter lieber Kerl. „Ja, zu gut", sagte Hasse. Aber sie hielt ihm rasch den Mund zu. Hasse ging an diesem Abend heim wie ein sehr junger und glücklicher Mensch. -Wie ein Idyll lag die Wohnung inmitten regennasser Gärten voll zwitschernder Vögel, die sie des Morgens erweckten und deren starkes Singen ihr oft Herzklopfen machte, mit diesen vielen Terrassen, den leeren, verregneten Wegen, den Obstbäumen mit den schneeweißen und zartrosafarbenen Blüten. Weißblühende Akazien drängten ihre Zweige bis in ihre offenen Fenster hinein, und der Jasmin duftete unter ihrem Balkon. Man konnte von hier oben die gelben ge» schlängelten Sandwege ötc Gärten bis hinunter zur Stadt verfolgen, die Täler verfchwammen im Duft von Sonne und Licht, man sah die kleinen Züge wie Spielwerke zwischen den Bergen aus und ein schlüpfen. Hinter diesen Bergen lagen schon wieder andere Derye, die sich dazwischenschoben wie die Dekorationen eines wunderbaren großen Theaters. Die ganze Welt war über Rächt grün geworden. Wenn man unten in dem engen Kessel der Stadt lebte, ahnte man nicht, wie schön es hier war, hier oben auf ihrem Balkon in der Sonne. Aber diese Zusammenkünfte, feit sie täglich stattfanden, waren oft unruhig, und sie stritten sich. Früher war sein Steckenpferd ihre Bewegungen, ihre steife Haltung gewesen, jetzt war's die Ausbildung ihrer Stimme. Manchmal, wenn er die Augen schloß und ihre reine, süße Stimme im Theater hörte, dachte er, sie wird ein Stern werden, wenn sie arbeitet; aber dann kam plötzlich ein Detonieren, ein einziger falscher Ton, eine Unreinheit, die ihn auÄ der Stimmung warf. Das mußte aufhören. Franziska zuckle die Schultern, ihrer Ansicht nach war's nur Malice vom Regisseur und Intrigen von den Kolleginnen, daß sie nicht' weiterkam. Wenn der Regisseur wüßte, sie würde seinem Nachstellen Gehör schenken, ja dann, oder wenn der Herr Intendant einmal endlich von dem Zauber dieser blonden, verlebten, ver- schminkten, falschen Person, der Llfszy, geheilt sein würde. Der Herr Intendant war sehr liebenswürdig zu ihr, er sagte ihr immer so reizende Dinge. Franziska war überzeugt davon, daß sie auch hier siegen würde. Hasse verwies ihr solche Gedanken. „Sie passen sich durchaus nicht für dich Wenn du an dir arbeitest, wirst du über alle triumphieren", sagte er. Manchmal, wenn er heimging, dachte er, baß sie's eigentlich nicht leicht hatte. Ein junges Weib zwischen all diesen Männern, welche die Liebe mitnahmen wie ein Mittagessen- Theatergeschichten mochte er gar nicht meht' anhören, das Hin und Her, das Kah-und-Maus-Spielen machte ihn nervös, und vor Weibern wie der Mieze schauderte es ihn. Es war das alles für ihn keine fremde Welt mehr; waren immer dieselben Menschen mit denselben Vorzügen, Schwächen und Lastern, die sich beneideten, haßten, bekämpften und liebten. Seit sie in dieser neuen Wohnung lebte, fand Franziska, daß Haffe sich verändert hatte. Er nahm alles gleich tragisch Bei dem geringsten Wiederspruch wurde er gereizt. Es tat ihm nachher gleich wieder leid, er war ja so weich, so fein, so gut, und oft nahm er ihre Hände und legte seine Augen hinein. „Rimm mir's nicht übel, ich hab heut' viel zu tun gehabt, ich muß mich erholen, aber sag mir keine Sachen, die mich aufregen oder aus der Stimmung werfen." Er kam zu ihr, um Ruhe zu suchen, er fah nach ihren erleuchteten Fenstern auf wie nach einem stillen schönen Eiland, aber oft fand er nur Unruhe dort oben und Streit . . . (Fortletzung folgt.) empfiehlt Ih Brück Fachleute -wissen, dass das Jahr 1923 die beste Orienttabak-Ernte brachte 10807c Die Raucher wissen dies durch die Cigaretten Empfehle aus eigener Kühl- und Gefrier-Anlage t | Verkäufe 1 11187a Hiiinds Genesung“ n Eintritt frei! 11189D Kalte Platten 11175a S; Junge Gänse Junge Enten Junge Hähne Frische Rotzungen Frische Zander Frische Schleien ÜJ V '. o -J v> Glessen Brandplatz (Altes Schloss) CO £ off .. 55 REEMTSMA ERNTE 23 Vogtsche Handelsschule Gießen, Goethestr. 32 Dienstag, den 1. Dezember, abends 6 Uhr: Metzel suppe 9öhr Konzert Jedermann herzlich willkommen! Ifciitinil Ml im Osten. 4. Januar Beginn neuer Kurse Restaurant Krokodil J. GERHARD empfiehlt Mittagstisch für Abonnenten Mk. 0.80 u. 1.00 Sonstige Mk 1.20, 1.50 und 2.00 Ausschankwein Mk.030, 040 und 0.50 Flaschenweine zu billigen Preisen Feine Südweine und Liköre Pfungstädter, Dortmunder, Pilsener und altbeliebte Kulmbacher Biere 5-l-Las krattwagen- iDhöuger neuberetft, zu verk. S ir. Sinn. u. 111780 an den vüest An,. Fette Suppenhühner Alle Feinkostwaren Rehrücken und -keulen in bester Beschaffenheit Frisch geschossene Hasen m74a MeQttö Riefcbels Balern. Wellsieb sehr nut erhalien, nüniiin zu verkaufen. Schrinl. Slnneb. unter 09502 an den Gies?. Anz. Teppiche Vorlagen Felle Chaiselonguedecken mit 7 Zimmern, auch getrennt zu zwer Wohnungen, Preis 16 000 1HL wegzugs- halber zu verkaufen. Schr. Angeb. unter 09491 a d. Greß. An, le Zu verkaufen I Gut erb., ne:r. Ulster, Schlüpfer, Paletots, auch für korpul Herren passend, v. 10 Mk. an ßeltmuuie Milit.-Mäntel, Joppen „.Hosen preiswert. Herren ^inziiac noch fe.iv nut iui Ltand von 14 Mk. an. J-ract-,Lmokina-,(«ebrock>(5ut- nwnn Anzüge zu staunend billig Preisen. Em-einegetrng.Ho.enu TalloS mit Weuen enorm bllUn. Auch verfch. Damen-Koniinte zu Schleuser preisen. L. Rosenzweig I Gießen, Eeltersweg 58 I. Emg EckeBoikSbod. KeinLadcn. .i $ Ä laiktstr. 6, PosIicheTkkonto 2056 Stuttgart. ■ X u »■-rfMimwTrti—rfriwni—i—1~ Bei hartem Wasser isl Henko, Henkel s Wasch- und Bleich-Soda unentbehrlich. Henko. macht das Wasser weich wie Regenwasser, verhindert die Entstehung von Kalkflecken und spart viel Seife. liroee ä . . öombau-uBsd-IiottErk für den Mainzer und Worn ser Dom 9082 Geldgewinne und 1 Prämie Merk: 125000 Höchstgewinn u. Hauptgewinne bar Mark : 60000 50000 1OOOO 1 neu 7n W 5 Lose I4M., 10 Lose 28 M. UUüö tU S .O " r- = -5-2- = “ 0 ~ - •C'jQ - ~ 0»=-? 3 , •> L.'Ä