ober 1925 ’ angenommen! >d Frau Lim Stober 1925 Woher 1925 «\ iprid)1 b“ ‘W ltzkK -er unter >t 2414 chnetz ange^lo^tn n Zimmer sche Äun(tan[talt eftraße 25 Uhr, Somtagr M10-3W { Wv Bereinigung fereii Sfir’SÄ’** il-Konzert lk8.undKun«tH«der erM^Ädt'clS im V,°$r2.^’StnieD£ .SCHÜS ’l’™.Kon*rt ............ nm..... *"*............................... Porten! 'er Verlobung uns dar- e docken wir herzlichst ächmidt Bieruff Berliner Regierungskrists. Austritt der deutschnationalen Minister aus dem Reichskabinett. Berlin, 25. Oft. (T.U.) Der Vorstand der Deutschnationalen Reichstagssraktlon trat am Sonntag nachmittag 5 Uhr zusammen und beriet über die durch den Entschluß des Parteivorstandes und der Landesoerbandsvorsihenden vom Freitag Freitagabend geschossenen Lage. Nach einstündlger Beratung begann 6.20 Uhr die Sitzung der Fraktion, die von über 60 Mitgliedern besucht war. Reichsinnenminisler Schiele nahm an der Sitzung teil. Nachdem Graf 21) e ft ar p ,ber Vorsitzende der Fraktion, Bericht erstattet hatte und den Vorschlag des Fraktionsvorstandes vorgelegt hakle, nahm die Fraktion schon um 6.45 Uhr, also nach gan; kurzer Aussprache, den Vorschlag des Frak- tionsvorslandes einstimmig an und beschloß danach: Infolge des Beschlusses der Reichstagsfraktion vom 21. Oktober und des Parteivorstandes und der Landesoerbandsvorsihenden der Deutschnationalen Volkspartei vom 23. Oktober billigt die Fraktion den Entschluß der Herren Minister Schiele, Neuhaus und Schlieben, noch heute um ihre Entlassung nachzusuchen. Nach dem gefaßten Beschluß verließ Minister Schiele die Sitzung und begab sich mit den Ministern Neuhaus und Schlieben zum Reichskanzler, um ihre Demission einzureichen. Dieser Schritt verzögerte sich etwas, da der Reichs- kanzler einem diplomatischen Essen beim ägyptischen Ministerpräsidenten beiwohnte und erst herbeige- rusen werden muhte. Die Verhandlungen der Fraktion waren inzwischen mit der Besprechung der politischen Lage weitergeführt worden. Insbesondere drehten sich die Beratungen um das Verhältnis der Reichstagsfraktion zu den Landesverbänden. Die Fraktion ging erst auseinander, nachdem die drei Minister die Tatsache ihres Empfanges durch den Reichskanzler der Fraktion mitgeteilt hatten. Da die formelle Entscheidung über das Entlassungsgesuch der drei deutschnationalen Minister der R e i ch s p r ä - sldent mit dem Reichskanzler zu treffen hat und die Zusammenkunft des Reichskanzlers mit dem Reichspräsidenten für heute nicht mehr in Aussicht genommen ist, wird die Entscheidung frühe st ens Montag mittag fallen. Für Montag vormittag ist bereits eine Kabinettssihung anberaumt worden. Dr. Kahl über Locarno. Parteitag der Deutschen Volkspartei in Bayern. München, 25. Oft. (WSB.) Der Parteitag der Deutschen Volkspartei in Bayern wurde am 24. Oktober mit internen Beratungen der Hochschulgruppe und Frauengruppe eingeleitet. 3n der öffentlichen Kundgebung sprach Reichstagsabgeordneter Geheimrat Kahl, Berlin, über Locarno. Er betonte, die deutschen Delegierten in Locarno verdienten Dank und Anerkennung. Die durch den Beschluß der Deutschnationalen Dolkspartei herbeigeführte Wendung sei außerordentlich zu bedauern, weil die Frage der Annahme oder Ablehnung der Berträge heute überhaupt noch nicht spruchreif sei. Die Möglichkeit einer inneren Krise müsse im gegenwärtigen Augenblick, in dem eine Einheitsfront besonders notwendig sei, bedauert werden. Redner drückte die Hoffnung aus, daß es gelingen möge, sich auf dem Boden der deutschen Zukunft doch noch verständnisvoll die Hände zu reichen. An der E r f ü l l u n g der ungeschriebenen, aber feierlich erklärten Zusicherungen der alliierten Staatsmänner zu zweifeln, sei kein Anlaß gegeben. Würden diese Zusagen erfüllt, so erheische der Wiederaufstieg Deutschlands die Annahme der Berträge. Bis dahin könnte cs mit Selbstbeherrschung und Zurückhaltung ohne voreilige Beschlüsse abwarten. Der Parteitag nahm dann einstimmig eine Reihe von Entschließungen an. Die ersteEntschließung erachtet das Ergebnis der Verhandlungen von Locarno trotz schwerer Bedenken als einen Schritt vorwärts zu der für die Schaffung eines wirklichen Friedens in Europa unerläßlichen Befreiung Deutschlands von den untragbaren Ketten -des Versailler Diktates und hält die Unterzeichnung des Vertrages dann für notwendig, wenn bis zu dem dafür vorgesehenen Termin die Entente mit der Durchführung der sog. „Rückwirkungen" den Beweis ihres Willens, zu einem wirklichen Frieden zu gelangen, gegeben hat. Eine weitere Entschließung fordert die Reichstagsfraktion auf, den neuen Schulgesetzentwurf in der bekannt gewordenen Fassung a b z u l e h n e n, da er erbitterte Kämpfe kultureller Art herbeisühren würde. Das sind die Gefahren, die in dem deutsch- nationalen Beschluß liegen und die sich sehr gut hätten vermeiden lassen, wenn nicht kurzsichtiger Parteiegoismus und die Angst vor dem Auseinanderbrechen der Partei eine vorschnelle Entscheidung herbeigeführt hätten. Abrüstung und Räumung Er» Bericht General Walchs an die Botschafterkonferenz. P a r i s, 26. Oft. (SH.) Wie schon gemeldet, wird die Botschafterfonferenz am Dienstag früh zur Prüfung der deutschen Ab- r ü st u n g s n o t e züsammentreien. Gleichzeitig wird ihr eine soeben eingetroffene Rote des Generals Walch vorgelegt werden, die der Borsihcnde der Berliner Interalliierten Militär- kontrollkommission wahrscheinlich persönlich kommentieren wird. Beide Dokumente werden dann dem Interalliierten Militärausschuß in Versailles zur Begutachtung überwiesen werden. Die Rote des Generals Walch enthält nachstehende fünf Punkte: 1. Befugnisse des Generals von Seeckt, 2. Organisation und Ernennung des deutschen Generalstabs. 3. Organisation der Polizei, 4. Umstellung der Fabriken, 5. Zerstörung des Kriegsmaterials. Eine Londoner Havasnotc enthält über den Inhalt der Note des Generals Walch folgende ergänzende Angaben: Mit der Ausführung der Abrüstungsbestimmungen sei begonnen worden. So sei z. B. in den Kruppwerken das Material z erst ö r t, das zur Herstellung der „Dicken Bertha" gedient habe. In den andern Fragen seien die Abänderungen noch lange nicht so fortgeschritten. Am wichtigsten erscheine den Alliierten Punkt 1 über die Vollmachten des Generals von Seeckt. Es wurde festgestellt, daß General von Seeckt nicht nur Oberkommandierender sei, sondern auch die Ernennung der Offiziere des Generalstabes vornehme. Die Regelung dieser Frage sei für die deutsche Negierung besonders schwer, doch beanspruche sie vom alliierten Standpunkt aus größere Bedeutung als alle anderen Punkte. Das Oberkommando und die Organisierung des Generalstabs sowie die Ernennung der Offiziere muffe künftig wieder dem Dehrminisler unterstellt werden. Außerdem mühten die Dureauoffiziere und dir technischen Offiziere des Generalstabs zu einer einzigen Kategorie vereinigt werden. Immerhin seien durch die Derhandlungen zwischen General Walch und den zuständigen Stelleit gewisse Fortschritte erzielt worden. Außerdem wisse man, daß General von Seeckt gewisser amtlicher Befugnisse nur durch ein besonderes Gesetz entkleidet werden könne. Die deutsche Rote werde in Paris als befriedigend angesehen. Denselben Eindruck habe man von ihr auch in London. Man sei deshalb der Ansicht, daß die „Rachprüfung der begonnenen Abrüstungsmaß- nahmen" es erlauben werde, einen Anfang mit den Erleichterungen des De- satzungsregimes zu machen, die Deutschland in Locarno versprochen wurden. Es sei allerdings nicht möglich, beim gegenwärtigen Stand der Dinge ein Datum für die Räumung Kölns anzugeben. Die Engländer könnten einerseits Köln nicht verlassen, bevor nicht gewisse französische Truppen- abteilungen aus Wiesbaden abgerückt wären, andererseits seien Abänderungen in der Einrichtung der Kasernen in der zweiten und dritten Rheinlandzone notwendig, damit für französische und belgische Truppen Platz geschaffen werde. Die Umwandlungen in der Zivil- und juristischen Verwaltung des besetzten Gebiets, die Deutschland auf Grund der beabsichtigten „Erleichterungen" zugestanden werden könnten, setzten ebenfalls eine vollständige Neuorganisation voraus. In diesem Zusammenhang gelte es zu entscheiden, welche Vergehen in die Kompetenz der zivilen und der Kriegsgerichte fielen, und ob gewisse gemeine Rechtsvergehen wie Diebstähle, Gewalttätigkeiten usw. von andern Gerichtsstellen abgeurteilt werden sollten, als von denen, die bisher zuständig waren, wobei eine mögliche Heranziehung deutscher Behörden im Rahmen des neuen Regimes zu berücksichtigen sei. Weitere Milderungen des Besatzungsregimes bezögen sich auf die Aufhebung gewisser D e r k e h r s vo r schr i f t e n wie beispielsweise Aufhebung von Pässen, Erlaubnisscheinen usw. Man sehr also, heißt es zum Schluß, der Havasnote, daß die Aenderungen des zivilen und Militärregimes alle recht kompliziert seien, und daß man nicht wisse, welche Zeit die Ausführung in Anspruch nehmen werde. Deshalb sei es nicht möglich, ein Datum Tür die Umgruppierung der Truppen und die Räumung Kölns anzugeben, besonders wenn man berücksichtige, daß der englische Generalstab ursprünglich eine Kündigung von vier Monaten gefordert hab:. Englands Ansicht. London, 25. Oft. (WB.) Die Sundah Times berichtet: Der britischen Rheinarmee sind Befehle erteilt worden, sich auf die baldige Räumung Kölns vorzubereiten. Es wird erwartet, daß, obgleich noch gewisse untergeordnete Differenzen geregelt werden müssen, die Alliierten diese Woche erflären werden, daß die deutsche Abrüstung so gut wie beendet ist. Es besteht der Wunsch auf feiten der brttischen Reaierug, daß in anbetracht des gegenseitigen Wohlwollens, das auf der Konferenz jon Locarno geschaffen wurde, die Stellung Dr. Luthers und Dr. Stresemanns nicht durch ein älebermah von Genauigkeit von feiten der alliierten Kriegsämter zu schwieriggestaltet wird. Sollten die Franzosen dieser Ansicht zustimmen, so wird die Botschafterfonferenz vielleicht eine Erklärung veröffentlichen, dahingehend, daß die deutsche Abrüstung, obgleich vielleicht noch nicht ganz vollständig, doch so weit vorgeschritten ist daß die Konferenz in Öen Stand gesetzt wird, die baldige Räumung der Kölner Zone zu fanttionieren. Die Berliner Stadtverordnetenwahlen Das vorläufige Ergebnis. B e r I i n , 26. Oft. (WTB. Funkspruch.) Bis 9 ülhr vormittags lagen die Ergebnisse der Stadt- Verordnetenwahlen aus allen bis auf zwei Bezirke vor. Danach haben erhalten: (In Klammern sind zum Vergleich die Reichstagswahlen in den Kreisen Berlin-Potsdam vom 7. Dezember 1924 herangezogen.) Sozialdemokratische Partei 589 703 Deutschnationale Volkspariei 370 604 Deutsche Volkspartei 104 809 Kommunistische Partei 332 109 Deutsche Demokratische Partei 166 896 Deutsche Wirtschaftspartei 71 062 Zentrums-Partei 61271 älnabh. Sozialdem. Partei 24 426 Deutschvölk. Freiheitspartei 26 411 Deutsch-soziale Partei 25 193 Evangel. Gemeinschaftsbund 16 696 Arbeiter-Partei 746 Deutschnat. Bund der Hauswirte 147 Sparer-Bund 3 957 Deutsche Mittelstandspartei 2 421 Deutsche Arbeitnehnrer-Partei 434 Rationale Wirtschafts-Bg. 644 (611806) (502 782) (133 105) (322 386) (229 469) (78 378) Vie badischen Landtagswahlen. Karlsruhe, 26. Oft (Sil.) In Baden fanden gestern die Wahlen zum ßanbtag statt. Wie schon aus dem Besuch der Wahlversammlungen zu schließen, war die Wahlbeteiligung eine s ehr mäßige. Bis zur Mittagsstunde hatten in Karlsruhe nicht einmal 35 Proz. der Wahlberechtigten abgestimmt. In den ersten Rachmittagsstunden wurde dann die Wahlbeteiligung etwas stärker. Der Wahlakt ist. soweit bisher bekannt, nirgends durch Zwischenfälle gestört worden. Im Strahenbild machte sich der Wahltag nur durch einige Plakatträger bemerkbar. Rach dem amtlichen Ergebnis wird der neue Landtag 72 Abgeordnete zählen (bisher 86). Es entfallen auf: Zentrum 28, Sozialdemokraten 16, Demokraten 6, Rechtsblock 9, Deutsche Dolkspartei 7, Kommunisten 4, Wirtschaftliche Vereinigung 2 Sitze. I m alten Landtag zählten Zentrum 34, Sozialdemokraten 21, Demokraten 7, Rechtsblock (Deutschnationale und Landbund) 14, Deutsche Dolkspartei 5, Kommunisten 4, Wirtschaftliche Bereinigung 1 Sitz. Somit haben das Zentrum 6, die Sozialdemokraten 5, Demokraten 1, Rechtsblock 5 Mandate verloren, während Deutsche Dolkspartei einen Gewinn von zwei Sitzen und die Wirtschaftliche Vereinigung einen solchen von einem Sih zu verzeichnen haben. viettreditlrisir der Landwirtschaft Verhandlungen im Larrdwirtfchafts- ininisterinnr. Berlin, 24. Ott. (WTB.) Sie immer schwieriger werdende Kreditlage der deutschen Landwirtschaft, namentlich in einzelnen, durch besondere Un- Öber vorjährigen und diesjährigen Ernte sowie zverhaltnisse betroffenen Bezirken, bildete den Gegenstand von erneuten Verhandlungen, zu denen Reichsmini st er Gras Kanitz die Vertreter der Landwirtschaft aus den verschiedenen Landesteilen unter Hinzuziehung von Vertretern der zentralen Kreditinstitute am 24. Oktober empfangen hatte. Aus einzelnen Gebieten wurde sehr eingehendes Material über den Umfang der laufenden Ver- binblicffeiten und über die zur Zeit sehr beschränkte Derwertungsmöglichteit der diesjährigen Ernte vorgelegt. Seitens der Kreditinstitute wurde bei einer Reihe von Kreditgruppen die Möglichkeit gewisser Erleichterungen auch über das allgemein bisher zugestanden Maß hinaus in Aussicht gestellt, wenn auch kein Zweifel darüber gelassen werden konnte, daß selbst in denjenigen Bezirken, die jetzt zwei Jahre hintereinander von ausnahmsweise schweren Wetterschäden betroffen wurden, ein gewisses Maß von Abzahlung gewährleistet sein muß. Andererseits wurde von landwirtschaftlicher (Seite besonderes Gewicht darauf gelegt, daß die Kreditfrage nicht als alleinstehendes Problem, sondern im engsten Zusammenhang mit Nr. 251 Erstes Blatt 175. Jahrgang Montag, 26. Oktober 1925 »der zum Lohnsklaven zu machen, sie haben erkennen müssen, daß die deutsche Wirtschaftskrise auch über ihre eigenen Grenzen gegangen ist. Denn nicht um unserer schönen Augen willen lind sie geneigt, uns irgendwelche Zugeständnisse \u machen, sondern lediglich weil sie daß sie dabei auch ihren Dvrtei Erschetnl täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: VießenerFamilienblätter Heimat im Bild. MonatS'Bezugrpreir: 2 Goldmark a 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Vorzeitige Entscheidungen Wenn ein Kaufmann bei Prüfung seiner Bilanz zu dem Ergebnis kommt, daß er am 1. Januar vielleicht seine Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen kann, dann wird er deswegen doch nicht schon im Oktober seinen Konkurs anmelden, sondern die Zeit bis zum 1. Januar benutzen, um einen Ausweg aus seinen Schwierigkeiten zu suchen. Die Deutschnattonalen scheinen anders Vorgehen zu wollen, sie fürchten, daß sie nicht imstande sind, den Wechsel einzulösen, den die deutsche Delegation in Locarno ausgestellt hat. Anstatt aber zu versuchen, bis zum 1. Dezember noch soviel aus den Gegnern herauszuwirtschaften, um die Auslösung zu ermöglichen, schlagen sie mit der Faust auf den Tisch und erklären bas ganze Werk von Locarno für unannehmbar. Im Gegensatz zu der Haltung, die noch wenige Sage vorher die Reichstagsfraktion eingenommen hatte. Wenn man vom Standpunkt des Gemüts aus Politik macht, dann ist die Haltung der Deutschnationalen ohne weiteres verständlich. Freude an dem Vertrag von Locarno wird bei uns niemand empfinden; selbst wenn am 1. Dezember etwas Positives zustande kommen sollte, haben wir gewiß zur Freude keinen Grund. Auf der anderen Seite aber wird man doch nicht scbersehen dürfen, daß die Zeit im Laufe der vergangenen Jahre unheimlich schnell für uns gearbeitet hat. Die Voraussetzungen, auf denen der Versailler Vertrag aufgebaut war, sind Stück für Stück zufarnmengebrochen. Frankreich und England haben gesehen, daß es nicht möglich ist, Deutschland dauernd zum Objekt ihrer Politik Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klame-Anzcigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorfchrist 20°,., Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Will). Lange; für den übrigen ?eil: Ernst Blumschein, für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. feie Delegation in Locarno eingesammelt hat und die vielleicht noch in den nächsten Wochen cinzuhandeln sind, den Preis lohnen, ist eine Frage, die je nach der politischen Einteilung verschieden beurteilt werden kann. Mag sein, daß, wenn wir noch ein Jahr warten, Dir günstigere Bedingungen aushandeln, mag aber auch sein, daß die Weltpresse, auch heute noch die gefährlichste Waffen gegen uns, es versieht, uns die Schuld an einein Scheitern Les Rhcinpaktes zuzuschreiben, und Daß daraufhin Amerika uns durch Entziehung der Kredite unter Druck setzt. Das Pendel eines solchen Ausschlages ist vorher ungeheuer schwer zu berech- nen, man kann sich genau mit demselben Recht auf den Standpunkt stellen, daß die relative Sicherheit, die wir aus dem Rheinpakt ziehen würden, in den nächsten drei Jahren eine erhebliche Verbesserung unserer außenpolitischen und wirtschaftlichen Lage bedingt und die Fortschritte vervielfachen hilft, die wir seit Versailles erzielt haben: man kann das ebenso gut sagen, wie das Gegenteil, daß nämlich die Unterzeichnung des Rhcinpaktes ein Festschrauben der europäischen Verhältnisse auf den gegenwärtigen Stand, also ein Verhindern weiterer Besserung bedeutet. Zn welchem Ergebnis der Einzelne gelangt, wird aber abhängig bleiben von feiner Einschätzung der Schwierigkeiten, mit denen England und Frankreich zu kämpfen haben, aber auch von seiner Einschätzung der Stärke der Gcldflüssigkcit in Amerika, die zuletzt doch den Wcltbankier zwingen wird, in Europa Ordnung zu schaffen, damit er nicht in seinem eigenen Golde erstickt. Zugegeben also, daß nirgends große Be- gciftcrung für den Rheinpakt herrscht: zugegeben auch, daß es nützlich ist, das öffentlich auszusprechen. schon um damit der deutschen Diplomatie für die Verhandlungen der nächsten Wochen den Rücken zu stärken. Deswegen bleibt es doch falsch, jetzt bereits ein Ergebnis vorweg zu sagen, daä sich noch gar ni ch t übersehen läßt, denn die Möglichkeit, , daß die Rückwirkungen weit über das hinausgehen, was unsere Pessimisten erwarten, ist doch keineswegs ausgeschlossen. Die deutschnationale Reichstagsfraktion hatte deshalb Mitte voriger Woche auch ihre Politik auf die Formel gebracht. daß sie nur bei dem Dorliegen bestimmter Doraussehungen am 1. Dezember würde zuftirnrnen können. Hätten die deutschnationalen Landesgruppenvorsitzenden gesagt, daß das zur Zeit vorliegende Dertrags- toerf für sie unannehmbar sei, dann hätte Herr ötrefemann damit in Paris drohen und weiteres Entgegenkommen verlangen können. Wenn aber die Gegenseite zu der pleberzeu- flimg kommt, daß die stärkste Regierungspartei den Vertrag überhaupt nicht abschlrc- h e n will — und anders wird man doch die Zurückziehung der deutschnationalen Minister aus dem Kabinett Luther kaum auSlegen formen, — dann werden die Alliierten sich sagen, daß die Erfüllung der deutschen Wünsche ja doch keinen Zweck hat und deshalb auch in den nächsten Wochen uns die kalte Schulter zeigen. Bleiben dabei die Regierungspar eien einig, dann läßt sich das tragen, brechen aber die iRegierungsparteien schon vorher auseinander. dann kann es dahin kommen, daß wir in das innerpolitische Chaos hineingleiten zu einem Zeitpunkt, wo die innere Einigkeit doppelt notwendig ist, und schließlich die letzte Hilfe in einem Appell an das Volk suchm müssen, . wobei die bürgerlichen Parteien mit falscher Front gegeneinander kämpfen GicheimAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Druck und Verlag- vrühl'sche Universitäts-Buch- und Zteindruckerei N. Lange in Siehe». Zchristleitunz und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. glauben, , , l haben. Das ist in der Politik eine Selbstverständlichkeit, über die man sich nicht aufregen sollte. Ob freilich die Zugeständnisse, die un= (Spitzenkandidat Stadtv. Drm 29. Wet»?r ■ a^e. hören werden. c-s. gedämpft würde, davor Bühne nicht ec- entledigten sich ihrer nicht ondenwollende <3uä des Eine hier das Orchester noch mehr mit die Gesangsstimmen auf drückt werden. Die Chöre Aufgabe mit Glück. Der an den Aktschlüsten wie folgt: 1. -3 Aus aller Welt. Gasvergiftung im O-Zug. Berlin. 25. Olt. (WTD.) Das Personal des 0-Zuges Br. 2 Berlin—Köln wurde von einem bedauerlichen Unfall betroffen. 211t2 der Wächter heute früh die beiden gemeinsam in einem Zimmer des LiebernachtungsraumeS auf dem Ostbahnhof schlafenden Oberschafsner LI m b e r t und Schmitz aus Köln wecken wollte, wurde ihm keine Antwort zuteil. Bach dem Eindringen in den mit Gas gefüllten Schlafraum sand er die beiden Schaffner leblos in den Betten liegend. Den Bemühungen des sofort herbeigerufenen Bahnarztes und der Feuerwehr gelang es. Schmitz wieder in das Leben zurückzurufen, während bei LImbert nur der Tod festgestellt werden konnte. Die Llrsache des LInglückes ist auf Ll n v o r si chti g ke i t zurückzuführen. ___________________ eine Anerkennung, besonders auch wegen des geschmackvollen Bühnenbildes. Der lebendigere erste Akt kam recht flott heraus. Das „Heinerle-Duett" (die rote List wurde von der blau-blonden Marga Sommer gesungen), ebenso wie das Manöver- Terzett mutzten durch den Beifallssturm des Publikums wiederholr werden- das letztere besonders belebten Sauer und Resni mit köstlicher Komik. Den in allen drei Bildern cmftauchenben Stephan, den der Komponist etwas spärlich bedacht hat, spielte Heinz Steinbrecher. Else Simon, bei der man in allen Rollen die Gleiche findet und der man im Spiel recht viel Modulation wünschen möchte, sang die Annamirl. Heini Schmitt, der im Chor durch Beweglichkeit und musikalische Begabung gelegentlich angenehm auffällt, war mit der Rolle des Lennants Horst betraut. Sie sei ihm für diesmal verziehen — aber so grüßt kein um bemühter Leutnant, Horstchen, und die Handschuh zieht er auch aus! Kapellmeister Albert Mischel regierte seine Musikerschar mit Geschick. Die etwas schon antiquierte Musik gewann unter seinem Taktstock Rhythmus und Leben. Den beim Publikum so beliebten Heinerle-Duett würde es frommen, wenn Lehrer G o e r z). 2. Sozialdemokratische Parier - (Spitzenkandidat Stadtv. Krankenkassenangestell, ter B e ck m a n n). 3. Bereinigte Bürgerliste (Deutsche Bolkspartei und Deutschnationale Volks- Vorteil (Spitzenkandidat Stadtv. Oberstudienrar Prof. Dr. Krausmüller). 4. Deutsche Demokratische Parier (Spitzenkandidat Stadtv. Kreisschulrat Fischer). 5. Kommunistische Parte. (Spitzenkandidat Bäcker August Kästner). 6. Mittel st andspartei (Spitzenkandidat Architekt Philipp B i c o l a u s). Bornütizen. — TageSkalender für Dienstag: Skillub Dietzen: 81/? Llhr Cafä Astoria, Ordentliche Hauptversammlung. — Schühenverern: 8 Llhr Zimmerstutzenschietzen. — Jüdischer Frauenverrin: r^jLIHr Äasinogesellschast. Dortrag Frau Dr. Ollendvrsf. — Volkshochschule: 8 Llhr Beginn i'er Kurse in der Oberrealschulc. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die vom Bieberrhein". — Die Vortrags-Vereinigung hat für ihren nächsten Vortragsabend die M a d r i - oal-Vereinigung-Darmstadt unter Lei- . : i des auch hier in Gießen sehr bekannten Pri- .dozcnten Dr. Roack zu einem Konzertabend • .-laben. Die Madrigal-Vereinigung trägt, so < ibt man uns, die ganz individuellen Zuge ii res Begründers: so wie der Leiter hohe musika- lüche 'Begabung mit ungewöhnlichen pädagogischen Fähigkeiten verbindet, so will seine Mabrigal-Vrr- einigung die Musik nicht nur an sich pflegen, sondern sie auch möglichst weiten Kreisen unseres Volkes zugänglich machen. Es ist zu erwarten, daß dem Konzertabend allseitiges Interesse entgegen^ gebracht wird. (Siehe heutige Anzeige.) Aus Hedwig Courths-Mcchlsrs Werkstart. Hedwig Eourths°Mahler, der vielgelesenen Bo. manschriftstellerin, deren Barne durch die heftigen gegen sie gerichteten Kritiken auch denen bekannt ist, die ihre Bücher nicht kennen, ist jetzt die Ehre eines Interviews zu Teil geworden, und zwar bringt die neue bei Ernst Bowohlt erscheinende Wochenzeilung „Die Literarische Welt" ein Gespräch mit ihr, in dem sie allerlei auS ihrer Werkstatt ausgeplaudert hat. Geschildert wird sie von dem Besucher als „eine Frau von beinahe 60 Jahren. Grob, stark, mit grauem in der Mitte gescheiteltem Haar und auffallend rauhen Zugen, die, sobald sie spricht, von einem milden sächsischen Akzent desavouiert werden." „Mit 17 Jahren habe ich schreiben begonnen und seither nicht aufgehört, es zu tun,“ erzählt sie. Mit Leidenschaft seit meinem 25. Jahr, obwohl mein Mann es anfangs gar nicht gern sah und immer Krach machte, wenn er mich am Schreibtisch traf. Erst als er eines Tages wieder nach versteckten Manuskripten suchte und die Schreibtischlade voll mit Hundertmarkscheinen fand (meinem erstenBoman- Honorar von der Zeitschrift „Buch für Alle"), gab er sich zufrieden. Als später während des Krieges sein Geschäft einging, muhte ich den Llnterhalt der ganzen Familie auf mich nehmen. Ich hatte gehofft, mich im Alter rw Buhe sehen zu können, aber da ich durch die Inflation mein ganzes großes Vermögen verloren habe, muh ich nun wieder schreiben, Hch arbeite jeden Tag von 10 Llhr vormittags bis 8 Llhr abends, mit Ausnahme jener Abende, wo derAbsatzkrise und den steuerlichen Verpflichtungen verhandelt werden müsse. Von den an der Besprechung beteiligten Finanzministerien des Reiches und Preußens wurde eine weitere Erörterung über die in den Rotgebieten feit dem Sommer entstandenen Steuer- r ü tf ft ä n b e zugesagt. Abweisung der Auswertungs- Klagen gegen die ReichsbanK. Berlin, 24. Oft. (WTD.) In SachenIäntfch gegen Bcichsbank und Winter gegen Reichsbank wegen Aufwertung alter Reichsbanknoten zu 1000 M f. wurde heute vor dem Kammergericht über die von den Klägern eingelegte Berufung verhandelt. Bach ausführlichen Beratungen verkündete das Gericht sein Urteil dahin, datz beide Berufungen zurückgewiesen werden. Demnach hat auch das Kammergericht wie das Gericht erster Instairz die Bestrebungen des sogenannten Reichsbank- gläubigerverbandes für u n r e ch t m ä tz i g erllärt. Abbau der Wohnungsämter in Preuhen. Berlin, 24. Okt. (Wolff.) Aus dem preutzi- schon Ministerium für Volkswohlfahrt wirb geschrieben: Die Geschäfte ber Wohnungsämter haben sich wesentlich oerminbert. Da jeboch ber Abbau ber Wohnungsämter unb insbesonbere auch ber durch die Finanznot gebotene Personalabbau mit dieser Einschränkung ber Dienstgeschäfte nicht überall gleichen Schritt gehalten hat, so hat ber Minister für' Volkswohlfahrt bsn Regierungspräsidenten erneut barauf hingewiesen, bie Gemeindebehörden nachdrücklich anzuweisen, den weiteren Abbau ber Wohnungsämter entsprechenb ber verminberten Geschäftslage mit tun Heb ft er Beschleunigung zu betreiben. Einkommensteuervergünstigungen. Wietzener Stadttheater. „Der ftdele Bauer". Operette von Leo Fall. Leo Falls Operette „Der fibele Bauer" gehört icgenbwie schon zur klassischen Operette. Weniger wegen ihres musikalischen Gehaltes als wegen ihrer geschickten Spekulation auf Tränendrüsen, Lach- muskeln, Zwergfellgewebe unb bas, was man im Deutschen mit dem schönen Worte „Gemüt" be zeichnet. Don ben mit Recht so beliebten „Herz" ganz zu schweigen. Leo Fall ist tot — es lebe Leo Fall. Vor wenig Wochen ging bie Nachricht von seinem Enbe durch die Blätter.' Aber er lebt noch in seinem Werk; er sand eine fröhliche Auferstchung in ber gestrigen, sonntäglich-festlichen Ausführung des „fibelen Bauer". Zn ben Haupterfolg des Abends konnten sich btc beiden Gaste Alois Resni als Mathaeus unb Franz Sauer als Linboberer teilen. Allein schon in ber Maske waren bie alten Bauern — zum Küsten möchte ich sagen, wenn ick ein Mädchen wäre. Der Resni war einer fürs G'müt unb ber Sauer zum Totlachen komisch. Beide in ihrer Art Kabinettstückchen. Cs gab denn auch nach jeher Glanznummer stürmischen Beifall, unb oft auch würbe bas Spiel aus offener Szene burch bas „vor Lachen sich biegende Haus" unterbrochen. Gesanglich waren beide gleichfalls die Stützen der Aufführung. Am wertvollsten war — durch Partitur unb Buch bedingt — das Vorspiel. Hier gebührt ber Spielleitung (Paul Westermeier) amte gezahlten Abfindungssummen; 2. die Entschädigungen, die von Arbeitgebern an ihre Arbeitnehmer bei ber Entlassung aus dem Dienstverhältnis freiwillig gezahlt werben, sofern sie 6/it des letzten Iahres- arbeitsverdienstes nicht übersteigen. Die Verordnung soll rückwirkend vom Beifall des glitbesetzten Hauses bewies von neuem bie Zugkroit bes Stückes, bas wir ber Voraussicht noch nod) oft vor vollem Sitzreihen in Gießen Aus der ProvWalhauWadl. G i e h e n, den 26. Oktober 1925. Der Aufmarsch zur StcrdlverorLueLenWah!. Am vorgestrigen Samstag ist die Frist zur Einreichung der Wahlvorschläge für die Stadtverordneten wähl abgelaufen. Für die Gietzener Wahl wurden bei der Stadtverwaltung sechs Wahlvorschläge angemeldet. Die amtlich festgestellte Reihenfolge verzeichnet sie Beschossen- Züge. Berlin. 24. Olt. (Wolfs.) In der Bähe des Bahnhofes Pape st ratze wurde ein wach Zossen fahrender Zug aus einem Laubgebüsch beschossen. Der Schutz durchdrang den Fensterrahmen, durchschlug die- Zeitung eines lesenden Fahrgastes, streifte die Stirn eines neben ihm sitzenden Knaben und bleib im Oberarm eines dritten Reisenden stecken. Bei der Absuchung des Laubgebüsches wurden mehrere Teschings und Revolver gefunden. Ein nach Biederschöneweide fahrende? wurde gestern nachmittag in de,- Bähe Bahnhofs Treptow ebenfalls beschossen. Absuchung des Geländes blieb erfolglos. Heiter bis molkig, südliche bis westliche Winde, tags etwas milder, nachts kälter, meist trocken, doch Morgennebel. Das Fattgebiet, bas gestern noch mit fernem Kern nördlich uon Schottland lag, ist westwärts znrückgegangen. dürfte aber in den nächsten Tatzen abermals in östlicher Richtung vorstoßen, liniere etwas gebesserte Wetterlage wird somit nur von kurzer Dauer fein, abermalige Störungen sind zu erwarten. Gestrige Tagestemperaturen: Maxnnum 13,6 Grab Celsius, Minimum 6,4 Grab Celsius. Heutige Morgenlemperatur 8,2 Grab Celsius. Die S) c f f i j d) c Künstlerhilfe 19 2 5 veranstaltet im Dezember eine Verkaufsausstellung in ber Kunsthalle am Rheintor in Darmstabt und in den Ausstellungsräumen des Kunstvereins in Gießen. !*! Das Konzert des Acbelter- Gesangvereins „Eintracht" in bei Beuen Aula der Universität brachte gestern eine Fülle ausgezeichneter Gc'angsvorträge, so das, der Bachmittat für die Besucher als ein sehr genußreicher bezeichnet werden kann. Die Dar- bietunce; g iederte.i stb in Mannerchöre, Flauen- djorc und Gemilchte Ehöre. Aus allen gesanglichen Leistungen konnte man die Tüchtigkeit des bewährten Dirigenten und Chormeisteps Heinrich ich das Theater besuche. Ich versäume keine Ber- liner Premiere. Das ist eigentlich der einzige Kontakt, den ich mit der Außenwelt habe." Lim ihre vielen Kritiker kümmert sie sich wenig. „Llnangenehmer aber ist, daß man in kein Theater, kein Kabarett gehen kann, ohne einen Witz über die Eourths-Mahler zu hören." Auf die Frage, was sie s e l b st von ihren Büchern halte, erwidert sie: . Bun, ich würde nicht gerade immer Eourths-May- ler lesen, aber hier und da einen Roman - das denke ich mir sehr lchön. Ich stamme aus dem Volke, und das ist das Geheimnis meines Erfolges. Ich weih genau, was mich in den harten Zeiten meiner Jugend die schwere Arbeit Hai manchmal vergeffen machen und ich werde das immer im Sinne behalten. Ich lehre das Volk lesen. Machen wir uns doch nichts vor: wenn der Arbeiter heute ein Buch in die Hand nimmt, so doch nicht eines von Wasser- mann oder Thomas Mann, sondern eines von mif. Ich bringe ihm überhaupt erst den Geschmack an Buchern bc1!“ Sie selbst hat manche Werke von Thomas Mann und Wassermann gelesen, findet aber etwas Krankhaftes in ihnen:,. Ein Roman soll doch erquicken und stark und frisch machen, aber nicht krank und nervös!" Meist liest sie ältere Dichter. „Als junges Mädchen hat die Marlitt einen großen Einfluß auf mich genommen. Ich^ habe sie noch persönlich gut gekannt. Die arme ^rau, bat man auch ihr die letzten Lebensjahre verbittert Heute schätzt man sie schon wieder viel höher uno es war immer meine Lreberzeugung, daß einem früher ober später Gerechtigkeit widerQhrt. wenn man seiner wirklichen Art trcnbicibt.“ o Berlin, 24. Okt. (Priv.-Tel.) ----- ReickZrat ist der Entwurf einer Verordnung über E i n k o m m e n st e u e r ° B e r g ü n st i g u n g e für verheiratete ausgeschiedene weibliche Beamte und für entlassene Arbeitnehmer zugegangen. Hiernach sollen von den Einkommensteuer befreit werden: 1. die auf Grund des Art. 14 der Personalabbauverordnung vom 27. Oft. 1923 in der • Fassung des Gesetzes über Einstellung des Personalabbaues und Aenderung der Personalabbauverordnung vom 4. Aug. 1925 an verheiratete ausscheidende weibliche Bein dem Schreiben, „künftig an Staatsfeiertagen I (aggen, so wollen wie festgestellt haben, baß mir j nur bem Zwange Folge leiften, nie unb nimmer aber bieten Vorgang als einen Loyalitäts- aft gegenüber biefem Staate aufgefaßt unb bem Auslanb gegenüber hingestellt wissen wollen. Solange man unsere Rechte mißachtet, haben wir Egerlänber keinen Anlaß, Loyalität zu heucheln. Als freie Bürger in einem freien Staate wollen wir bies frei unb offenmütig bem Staatsoberhaupte bekennen gleich jenem Manne, ber fein Leben für ben Wahlfpruch einsetzte: Die Wahrheit siegt!" Oesterreich und der deutsch- polnische Wirtschaftsvertrag. Der antideutsche Kurs Matajas. Wien, 24. Okt. (TLl.) Wie seinerzeit im Mai berichtet, hatte die österreichische Regierung ür die Durchführung polnischer Kohlen nach Italien ermäßigte Eisenbahntarife gewährt. Diese Tatsache, die einer offenen LInterstützung Polens im Zollkrieg mit Deutschland gleichkam, hatte bereits damals außerordentlichies Befremden erregt. Wie jetzt bekannt wird, hat die österreichische Regierung zur Erleichterung der polnischen Kohlenwirtschaft eine neue noch weitergehende Ermäßigung der Fracht- .arife für die Durchfuhr polnischer Kohlen nach .Italien angeordnet. Diese neue Maßnahme der österreichischen Regierung, die in schärfstem Wi- erfpruch zu ben engen Beziehungen beider Völker steht, wird in politischen Kreisen lebhaft besprochen. Man weist darauf hin. datz es der Regierung des Außenministers Mataja Vorbehalten gewesen sei. dem Reich in seinem Kampf um einen unannehmbaren Handelsvertrag mit Polen erneut Schwierigkeiten zu machen. Der ägyptische Premzerminster in Berlin. Berlin, 25. Okt. (LU.) Der ägyptische Vremierminister, Ziwar Pascha, ist von ßoiv don kommend, in Berlin eingetroffen und hat wenige Stunden nach seiner Ankunft dem Reichspräsidenten einen Besuch abgestat- tet. Bachmittags gab der ägyptische Gesandte I u s s y Pascha dem Premierminister ein Festessen. Ziwar Pascha besuchte Sonntag den Reichskanzler Dr. Luther und darauf den Außen- minister Dr. S t r c f e m a n n. Am Abend hat der Premierminister Reichskanzler Dr. Luther. Dr. Stresemann und Frau, die Staatssekretäre von Schubert, Meifinger, Kempner mit ihren Gattinnen und andere führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu einem Essen in der ägyptischen Gesandtschaft eingeladen. Montag reist Ziwar Pascha nach Paris ab. Schweizer NationalraLswahlen. Basel, 26. Okt. (TU.) Die Beuwahlen für den Bationalrat und für einen Teil des' Ständerates ergeben, soweit sich bei dem verwickelten schweizerischen Wahlsystem bis jetzt übersetzen läßt, keine irgendwie politisch in Betracht kommenden A e n d e r u n g e n der bisherigen Einteilung. Die enbgültigea Resultate dürften erst im Laufe des Montags oder Dienstags zu erwarten sein. Die Bauernpartei, die sich in einem Kanton zersplittert hat, hat einige Sitze verloren. Die Sozialisten haben in St. Gallen einen Sitz gewonnen. Im Kanton Basel-Stadt muh wegen des Ständerats-Mandats eine Stichwahl stattfinden. Infolge Sprengung des bisherigen Dürgerblocks standen zwei bürgerliche Kandidaten einem Sozialisten gegenüber, ber dadurch 2000 Stimmen mehr auf sich vereinigte. Eine Rede Painleves. Locarno. — Die Finanzkrisis.. Paris, 25. Okt. (Wolff.) Ministerpräsident Painleve hielt gestern bei einem Bankett ber Seine- Vereinigung der Republikanisch-Sozialistischen Partei seine angekünbigte Rebe. Er brückte seine Freube über bie in Locarno abgeschlossenen Abmachungen aus. Jahrelang, so erklärte er, erfüllte man bie unbankbare Ausgabe, bas ewige Lieb: „Deutschland wirb alles bis auf ben letzten Centime bezahlen, benn man werbe ihm die Taschen umkehren", zu bementieren. Wir wissen sehr wohl, daß gewisse übel Gesinnte bie Gewohnheit hatten, sich barin zu gefallen, bas Schlimmste vorauszusagen. Im voraus bezeichneten sie bie Abmachungen von Locarno als „Fetzen Papier"; im voraus fünbigten sie an, baß aus diesen Pakten eine Entwaffnung bes Vaterlandes unb ein noch schrecklicherer Krieg, als ber von 1914 war, hervorgehen werbe. Diesen Leuten antworten wir, baß sie schlechte Arbeiter an ber Menschheit sinb, baß sie in bie Seelen Verzweiflung säen, unb baß sie ben b c in offne t e n Frieden notwendig machen. Von solchem Friedenswillen wollen wir nichts wissen; I denn er würde zwangsläufig zum Kriege führen. Im Schlaf sich selbst verraten. c Berlin, 25. Oktober. Das Düsseldorfrr Schwurgericht verurteilte den Arbeiter Schramm wegen Mordes an dem Arbeiter Iohann Maaßen zum Tode. Schramm war wegen eines ander-n Deliktes mit Gefangenen zusammen in einer Zelle untergebracht. Im Schlaf sprach Schramm von seiner Mordtat und erzählle den Mitgefangene.t nach seinem Erwachen den Borgang mit dem Barnen des Ermordeten und seines Komplizen. Auf Marokko übergehend, teilte et mit, daß bereits Schiffe aus Marseille und Bordeaux ausliefen, um die Soldaten der Iahresklasse 1923 z u - rückzuholen, bie entlassen werbe; anbere Bataillon würben später zurückbeförbert. Marschall Pstain führte bie große Offensive vom 1. Juli bis 15. Oktober mit Verlusten für bie französischen Soldaten burch, bie nicht bie Zahl von 300 übersteigen. Der Ministerpräsibent ging bann zu innerpolitischen Fragen über. Das Lanb würbe bavon in Kenntnis gesetzt, daß zur Sanierung ber Finanzlage weitere Maßnahmen unumgänglich notroenbig seien. Es fei notwendig, zunächst bie kurzfristigen unb bann bie langfristigen Schulben zu amortisieren. Zunächst müsse man eine vorn Staat unbebingt unabhängige Amortisationskasse schaffen; um dieser Amortisationskaffe genügenb Mittel zu verschaffen, gäbe es zwei Wege, entmeber eine auf mehrere Jahre verteilte Kapitalabgabe ober eine Zusatzeinkommen st euer. Wenn man von einem starren Programm abfebe, könne man sich wohl über die Methoden einigen, bie für beide Seiten befriedigend wären. Man müsse jedoch unverzüglich Sanierungsmaßnahmen treffen und keine vorübergehenden Behelfsmittel suchen. Dergriechisch-bulgarischellouststt Genf, 26. Okt. (TU.) Beim Generalsekreto- riat des Völkerbundes ist gestern die Antwort des griechischen Außenministers Habjikyriakos auf die Mitteilung ber Einberufung bes Vvlkerbundsrats nach Paris eingelaufen. Der griechische Außenminister bebauen, ber Darstellung ber bulgarischen Regierung wibersprechen zu müssen. Die griechischen Grenzposten hätten sich plötzlich einem unerwarteten Angriff ber bulgarischen Truppen ausgesetzt gesehen, bie bas Feuer auf sie eröffneten. Die griechische Regierung habe sich hierauf gezwungen gesehen, Maßnahmen zur Derteibigung und zur Befreiung ihres Gebiets von ben bulgarischen Truppen anzuorbnen. Sobalb die von ben bulgarischen Truppen besetzten Punkte zurückerobert unb bie griechischen Gebiete befreit seien, würben bie griechischen Truppen zurückgezogen werben, falls sie nicht von ben Bulgaren hieran verhinbert werden sollten. Es handle sich bei bem Zwischenfall um eine notwendige Verteidigung und um keinen feinblichen Akt. Wegen bes Bewußtseins ihres Rechts unb trotz ihrer Achtung vor bem Völ- ferbunb würbe bie griechische Regierung fein Eingreifen in ben griechisch-bulgarischen Zwischenfall zulassen. Die bulgarische Regierung weist in ihrer Antwortnote barauf hin, daß bie griechischen Truppen immer noch auf bulgarischem Boben stehen unb das Bombardement der bulgarischen Stadt Petritsch fortsetzen. Im Bewußtsein der Pflichten, die Bulgarien als Mitglied des Völkerbundes obliegen, habe die Regierung den Truppen den kategorische Befehl gegeben, nichts zu unternehmen, was die Situation verschlimmern könnte. Die bulgarischen Behörden ordneten bisher die Räumung von 10 Ortschaften an. von denen sieben von den griechischen Truppen besetzt sind und drei dauernd bedroht werden. Die Zahl der F l ü ch t° linge. die im Freien kampieren müssen, b'-- läuft sich auf mehrere Tausend. Aus den l:- setzten Ortschaften werden zahlreiche Ausschreitungen gemeldet. Die griechischen Truppen fahren fort, weitere Stellungen aus bulgarischem Gebiet zu besehen. ES besteht nicht das geringste Zeichen, daß sie einen Rückzug beabsichtigen. So stehen sich zwei völlig widersprechende Darstellungen gegenüber, die die Entscheidung des Völkerbundsrats sehr erschweren. Es wird dem Rat nichts anderes übrig bleiben, als wie bereits in ähnlichen Fällen eine LIntersuchungskommission einzusehen, die das Vorgehen der Parteien nachzuprüfen haben wird, bevor er an eine Entscheidung- herantreten kann. Vciausgeseht. daß beide Parteien ohne bewaffnete Eingreifen des Völkerbundes sich bem Spruch des Rats beugen, wozu Griechenland jedenfalls sehr wenig Lust zu bezeigen scheint. August ab in Kraft treten. Die deutsch-italienischen Handelsvertragsverhandlungen. Rom, 24. Okt. (TU.) Die deutsch-italienischen Hanbelsoerhanblungen haben sich in ihrer Phase sv kompliziert, baß sie ganz auf ben toten Punkt gekommen zu fein scheinen, unb zwar nicht wegen grunbsätzlicher Meinungsverschieben- heiten, sonbern weil zu einigen Positionen rein rechnerisch eine Einigung nicht erzielt werben konnte. Wenn es sich von Fall zu Fall auch nur um anscheinend geringfügige Spannung hanbell, so . ist boch beren Auswirkung bei Millionenumsätzen so tiefwirkenb, baß bie Delegationen bie Verant- t Wartung auch innerhalb ber sehr weitgehenben Befugnisse nicht übernehmen zu können glaubten. Die F verschiebenen Rücksprachen in ben letzten Tagen zwischen Mussolini unb bem beutschen Bot- * schafter Baron Neurat h brachten jedoch die Der- banblunqen wieder in Fluß. Es bleiben zwar noch einige Detailschwierigkeiten zu überwinden, doch hofft man an zuständiger Stelle, baß auch biese behoben werben können unb baß man zu einer günstigen Lösung gelangt. Auf beiben Seiten wirb bei eminente politische Chrakter bes Hanbes- - Vertrages voll gemürbigt, zu besten Regelung ein gegenseitiges Entgegenkommen ber wirtschaftlichen Kreise geboten erscheint. Die Ver- hanblungen müßten allerbings in biesen Tagen zum Abschluß kommen, ba ber mobus vivenbi am 31. Oktober abläuft unb an eine Verlängerung schlechterbings nicht gebucht werben kann, wovon sich auch bie italienische Delegation hat überzeugen müssen. Protest des Stadtrals von (Eger. Der Stabtrat von Eger beschloß, an ben Präsidenten Masaryk ein Schreiben zu richten, in welchem gegen die Anordnung ber politischen Bezirksverwaltung Eger unb bes Staatspolizeikommissariats, burch bie bie Stabt Eger beauftragt würbe, von nun ab sämtliche öffentliche Gebäude on Staatsfeiertagen zu beflaggen, Protest erhoben wirb. „Wenn wir Egerlänber", so heißt es gebra< koiiders । AiS-e- wL SeinE 6rtN'd &antfare des (Sopran Pianstr ■ wurde v kenvung des Koo Sie vo" ■ u tonnte.b- öer-n'1 ' bldben-- L:ck 'st£ ii ihrer Grnfi H ckE Christa (ofe Dam Frau Mc rena in Lüftung" heim D Frieda bert ö Äusstalku offen, M scheu F-ln " '21 Franks: Ochsen, 42 Kälber, T. % Eine Ortskarte! Hundes war recht Ongenieui furt a. 2 amtenhoch Einrichtur besonders Frankfurt rangen. - sladt, Lei einen To amtenscha schrn 6ta und Bei Äianlent wohl de sie bei i über ai finden, leibst e bilden, die Der) benm/eng in iu anienschal wurden lamntengc, „Die i hener'Z cnWel ü AWnan Iwg der M Die Forderungen Mrändcrl koH ständig " dec ®i< wenn jeglich ivird. siohde Londeccegiei stung unferei Derireigerun kechilfe muf Zustand der drohljch viel, ttn Grupp- Schulden bei« Wendigsten Birnen, sQ Whung d ^Händen |ir M großen 'Men, auf E S Dirtsch den 'Egien 6tc[ Jfl. ebenso oft gein t s*. rc Notlage i 7»" £' der Aei ^^nsorderur ^erbg Do Ä nne Px Vr\ayitn 5 fe1"' •sfe Und ßjA'31 selbst h. Kn -.s^Sen !>-"- 3ilt. *W Sei?& 'M N°n und bleib i" {lnc6 ^'senden fi0Tb "n Ober« ^4U‘fr % i'. ^Vvlver "etotih, /^lunoen. ff;n *'«« in d§°Ä? 'N Ä,N«m L.S°S- d» UfmAyt*Ohbkl 1925 uimatfd) JUt osbnetentDaM. °n7«Lf>Gm J'JSShW» sS»* ^Molge verzeichnet fe n Spitzenkandidat Stadrv. demokratische Dario, I Qbttl- ^'ankenkssenangesleli. Ue Durgcrlisie ($fUl. v.n? Deuilchnativiulc CBoifo. ^ .Stadlv. OMuötfflWt bmuller). Demokratische Partei Ev-Kreieschalmt Fischers /'^. che Parte. (Spihrn. lagust Kastners, andspartei (EpihenkM. W Äicolaub). »ornotizen. Uender für Dienstag ? 6üfe Astoria, Orden«, ilung. - Schühenverein: 8Hr cn. — Jüdischer Frauenver.'ikl: ellschasl, Dortrag Frau $r. >llshoch,'cyulc: 8 Uhr Drairrn )berrralschalr. - Lichtspielhaus )ie vvm Aiedrrrhein". rtrags-Dereinigung Hs: i Poitragsabend die Madri ung-Darmstadt unter Vti : in Gießen sehr bekannten?r kkoock zu einem Konzertaber! Mrigal-Lereinigung trägt, i» bie ganz individuellen Fu» so wie der Leiter hohe mufilt I ungewöhnkichen pädagogisch!' ei, \o M seine Mdngal-U' . M nur an sich Stegen. i> otziichst Veiten Kreisen unser« machen. Es ist Zu erwackn, toi b allseitiges Interesse entgegen- Siehe heutige Anzeige.) Ifio" südliche bis «eslli-he Linde, nachts kälter, mist trocken, M -t das geltem noch mit J* i Wtab l-i, » »W ürftc aber in den nächsten W **”■ Ä l"; “ M ^enertage wird sonnt nur s abermalig- Störungen sind Mrimum W ;3&*w ■ 8,2 Grad Eetsmr. ii»e i ejember jj'nnfuM l«l * ■’»**' h 5°n-°U J NWsA schic Chore- ^tigW » hen kann.ehne k s gtagc, 1 Sehe'MN's h^en Ze-le ^fr ?erde da^^gchen ®lt.u lieft sie^ hat fe., i<6 Ä *ÄÄS| r ^ serechnÄeibt." I Weyer auS Wieseck erkennen, der den Verein im Laufe der Jahre auf eine beachtenswerte Höhe gebracht hat. Don den Männerchören seien besonders hervorgehoben: „Vater Rhein", „Stehen zwei Sterne" und „Mer sitzet unter Aepfelbäum". Letzteres muhte nach langanhaltendcm Beifall wiederholt werden. Die Frauenchöre und die Gemischten Chöre zeugten ebenfalls von einer vorzüglichen Schulung und fanden nicht minder dankbare Aufnahme. Sehr zum groben Erfolg des Konzertes trug Fräulein R ö l k e , Gichen, (Sopran) durch ihre Einzelvorlräge bei. Der Pianist 2. H ahn beherrschte in der gewohnten ausgezeichneten Weise sein Instrument. Beiden wurde vom Vorsitzenden des Vereins in Anerkennung ihrer Verdienste um das gute Gelingen des Konzerts Dlumensträuhe überreicht. " Lichtspielhaus Bahnhof st raste: „Die vvm Riederrhern". Ein Filmspiel nach dem gleichnamigen Roman von Rudolf Herzog. Vorweg: Das Werk ist ein Erfolg. UnD dieser konnte bei den hohen künstlerischen Leistungen der mitwirkenden Filmgröhen auch nicht aus- bleiber'. U f d) i Elliot in der Rolle der Hanne Stahl ist ein echtes rheinisches Mädel, entzückend in ihrer grohen reinen Liebe: ihr Partner, G r n h Hofmann als Hans Steinherr zeigt (brnfalls ein gut abgerundetes Spiel. Mady G 1) t i ft i n a gibt eine hervorragende Bettina von Wittelsbach, die verführerische und skrupellose Dame von Welt. Die Rolle der schönen Frau Margot Steinherr liegt frei Erna Moren a in besten Händen. Als ausgezeichnete Leistungen sind ferner hervorzuheben: Wilhelm Di.eterle (Maler Heinz von Springe) Frieda Richard (Hannes Großmutter), Al- bert Steinrück (Philipp Steinherr). Die Ausstattung des Werkes läßt keine Wünsche offen, zusammenfassend: ein Werk, das dem deutschen Filmmarkte Ehre macht. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 351 Ochsen, 42 Bullen, 1077 Färsen und Kühe, 347 Kälber, 215 Schafe, 4136 Schweine. Beamten-Forderungen. Deutscher Beamtenbund. Eine Mitgliederversammlung des hiesigen Ortskartells des Deutschen Beamtenbundes, die im Saalbau Sauer stattfand, war recht gut besucht. Zunächst sprach Diplom- Ingenieur Studienrat z. D. Liebmann, Frankfurt a. M., Mitbegründer der Frankfurter Beamtenhochschule, über Zweck und Ziel einer solchen Einrichtung zur Fortbildung der Beamtenschaft, besonders des Rachwuchses, sowie über die in Frankfurt auf diesem Gebiet gemachten Erfahrungen. AlSdann hielt Direktor Harth, Darmstadt, Leiter der hessischen Beamtenkrankenkasse, einen Vortrag über diese, zum Wohle der Beamtenschaft vor einigen Jahren durch den hessischen Staat errichtete Anstalt, die jedem Staatsund Gemeindebeamten (demnächst auch wohl Reichsbeamten) Gelegenheit zur freiwilligen Kraickenversicherung gibt. Durch Vergleich sowohl der Beiträge als auch der Leistungen, wie lic bei der hessischen Deamtenkrankenka'fe gegenüber anderen freiwilligen Versicherungen statt- finden, hatten die Mitglieder Gelegenheit, sich selbst ein Urteil in dieser Angelegenheit zu öildeir. Als dritter Redner des Abends hörte die Versammlung den Sekretär der Geineinde- beamtengewerkschast, Reck, Offenbach a. M.: der in kurzem Referat die jetzige Lage der Be- amtenschast behandelte. Seine Ausführungen wurden in folgende Entschließung zu- lammengefaht: „Die im Saalbau Sauer versammelte Gie- hener Beamtenschaft ist in höchstem Maste entrüstet über die vollständige Ablehnung des Rcichsfinanzministers bezüglich der ihm zur Linderung der großen Rotlage der Beamtenschaft durch die Epihenorganisaiionen vorgetragenen Forderungen. Angesichts der seit einem Jahr unveränderten Gehaltssätze, der unterdessen je» doch ständig gewachsenen Prcisteuexung, erscheint es der Giestener Beamtenschaft unverständlich, Denn jegliche Aufbesserung immer wieder versagt wird, trotzdem Reichskanzler, Reichssinanzminister, Länderregierungen ufto. schon längst die Berechtigung unserer Forderungen anerkannt haben. Die Verweigerung selbst einer einmaligen Wirtschasts- teihilse must in vielen Beamtenfamilien einen Zustand der Verzweiflung Hervorrufen, da bedrohlich viele Beamte der unteren und mittleren Gruppen seither schon mit bedeutenden Schulden belastet waren und jetzt keinesfalls die notwendigsten Winteranschaffungen bestreiten Vmien. Da die Mittel für eine ausreichende Erhöhung der Beamtengehälter nachweislich vorhanden sind, so muh es die Beamtens^aft in ihrer großen Rot mit aller Entschiedenheit ablehnen. auf eine Besserung ihrer schlechten Lage noch länger, und zwar aus Rücksicht auf gewisse Wirtschaftskreise, zu warten. Wir richten deshalb den dringenden Appell an alle beteiligten Stellen der Reichs- und Landesregierung, ebenso an die gewählten Volksvertreter, ihre oft gemachten Versprechungen nun endlich zu erfüllen und es nicht bei der Anerkenntnis der Rotlage in den Beamtenfamilien zu belassen, sondern mit allen Mitteln dazu beizutragen, daß der Reichstag alsbald den gerechten Beamtenforderungen Gehör verschafft." Verband der Polizcibeamteu. k. Am Donnerstagabend fand im Frankfurter Hof eine Protestversammlung der Ortsgruppe G'.eßen des Verbandes der Polizei- Beamten Hessens über die wirtschaftliche rnd finanzielle Rotlage der Beamten statt. Der Referent des Abends, Verbandsgeschäfts- führer Hoch. Darmstadt, erstattete eingehend Bericht über die Tätigkeit des Verbandes. Bei Ler Aufstellung des Staatsvorschlags wurden dem Hessischen Landtag die Forderung der Polizei- thD Gendarmeriebeamtenschaft unterbreitet, und ncforcrc Parteien des Landtages stellten dies- r-zügliche Anträge. Der Redner schilderte hierauf ............................................ den Verlauf der Verhandlungen im hessischen Parlament. An Hand einiger Beispiele' erläuterte er weiter die unzulänglichen Desoldungsverhält- nisse und die ungerechte Einstufung der Polizeibeamten in die Besoldungsordnung. Während die Polizeibeamten früher mit den Förstern und Grenzzollbeamten in einer Gehaltsgruppe waren, find diese Beamten heute durchweg alle eine Gruppe höher cingeftuft. Im weiteren wies der Redner darauf hin, daß die Verhältnisse in Preußen und Baden bedeutend günstiger liegen als in Hessen. In diesen Ländern seien die Regierungen den berechtigten Wünschen der Beamtenschaft, trotz des Einspruchs des Reichsfinanzministers, nachgekommen. Das Gleiche werde von dem Hessischen Landtag b.zw. der Regierung verlangt. Eine Besserung dieser unzulänglichen Bcloldungsverhältnifie erwartete man in diesem Herbst, als die Verhandlungen der Beamtenspitzenorganisationen mit dem Reichs- finanzmmister stattfanden . Leider blieb auch hier der Erfolg aus. Die Rot der Polizei- und Gendarmeriebeamten sei nun auf das Höchste gestiegen. Der Winter stehe vor der Tür, es fehlten den Beamten die notwendigen Mittel zum Beschaffen der Wintervorräte. Preußen und Baden hätten zinslose Darlehen an die Beamten gegeben, die ab Februar 1926 in Raten zurück- zuzahlen seien. Das Gleiche werde sich auch in Hessen, ermöglichen lassen. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß sich alle Parteien des Landtages sowie des Reichstages mit diesen Fragen beschäftigen und für Abhilfe Sorge tragen möchten. An der anschließenden sehr lebhaften Aussprache beteiligten sich u. a. die Land- iageabgeorbneten Frl. Birnbaum. Mann, Storck und die Vorsitzenden des hiesigen Ortskartells des Deutschen Beamtenbundes. Die and- tagsabgeordneten hoben hervor, daß dem Landtag die Rot der Polizeibeamten hinreichend bekannt sei, und daß es von feiten des hessischen Parlaments nicht am guten Willen fehle, dieser Rot zu steuern. Das Be'oldungsspecrgesetz des Reiches hindere aber daran, wirksam einzugreifen. Es liege bereits ein Antrag im Landtag dahingehend vor. in Berlin wegen Aufhebung des Sperrgesetzes vorstellig zu werden. Rach dem Schlußwort des Referenten fand folgende Entschließung einstimmige Annahme: „Die im Frankfurter Hof versammelten Polizei- und Gendarmeriebeamten nehmen Kenntnis von der Tätigkeit des Verbandes der Polizeibeamten Hessens zur Herbeiführung einer besseren Besoldung, und fordern von dem Vorstand des Verbandes, daß er die berechtigten Wünsche der Beamten unter Berücksichtigung der ungeheuerlichen Rotlage und gewaltigen Verschuldung mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln weiter vertritt. Mit Bedauern nimmt die 'Versammlung das Ergebnis der Landtagsverhandlungen, die Ablehnung des Antrags Leuschner auf Gewährung einer besonderen Zulage für Mehraufwendungen im Dienst bis zur grundsätzlichen Reuregelung der Besoldungsoerhältnisje, entgegen. Die Polizei- und Gendarmeriebeamten stehen unter dem Eindruck, als ob die Mehrheit der hessischen Volksvertretung nicht den Willen habe, die Rot- lage, in der die Beamten leben, zu lindern. Sie erwarten von der Vollsvertretung, daß die Erledigung des Antrags Dingeldey, die Besoldung der Polizei- unö Gendarmeriebeamten betreffend, nicht noch weiter hinausgeschoben wird. Sie geben der Hoffnung Ausdruck, daß die Parteien des hessischen Landtags der gewaltigen Verbitterung und Enttäuschung nicht neue Rahrung zuführen und nun auch den wohlwollenden Ausführungen bei der Beratung des Polizeietats Die Zustimmung zu den anerkannten berechtigten Forderungen folgen lassen. Die Versammlung erwartet, daß Die Regierung den Vollzug Der Beschlüsse des Landtages auch im Falle eines Einspruchs des Reichsfinanzministers nicht verzögert. Die versammelten Polizei- und Gendarmeriebeamten haben kein Verständnis für die erfolgte Ablehnung jeglicher Besoldungsverbesserungen unb bedauern, daß Der Reichssinanzminister nicht Den Willen hat, die grausame „Pferdekur" zu beenden. Sie sprechen die Hoffnung aus, daß Die politischen Parteien des Reichstages ihre vor Der Reichstagswahl gegebenen Versprechungen nun endlich einlösen und sich mit aller Kraft für eine sofortige Aufbesserung Der Beamtenbezüge einsetzen. Die Versammlung fordert von dem Vorstand des Verbandes der Polizeibeamten Hessens, daß er nochmals unverzüglich Dem hessischen Landtag und der Regierung Die vorhandene grobe Rotlage schildert und dabei Vergleiche zwischen den tatsächlichen Gehältern der Polizeibeamten und Den Gehältern bezw. Löhnen Der Angestellten und Arbeiter anstellt und mit aller Deutlichkeit Darauf hinweist, daß Die jetzigen Bezüge Der Beamten gegenüber Den Friedensbezügen um mehr als 50 Prozent zurückbleiben. Die Polizei- und ®cnDarmcriebeamten fordern: für Den Polizeibeamten als Eingangsgruppe die Besoldungsgruppe V mit Aufstiegsmöglichkeit nach VI; für den Spezial- und Gendarmeriebeamten Die Besoldungsgruppe VI mit Aufstiegmöglichkeiten nach VII; für den Polizeiverwaltungsbeamten die Gleichstellung mit Der Besoldung der Exekutivbeamten; für Die nach der Reuregelung des Polizei- diensteS in truppenmaßigen Verbänden verbleibenden Schuhpolizeibeamten Diätarbezüge ; die Anrechnung von acht Desoldungsdienst- jafjrcn bei der erstmaligen Eingruppierung in die Besoldungsordnung und die Beibehaltung dieser acht Jahre beim Aufrücken in höhere Besoldungsgruppen; fiir alle Beamten bis zur grundsätzlichen Reu- regelung Der DelolDungsverhältnisse die Gewährung einer besonderen Zulage als Entschädigung für Mehraufwendungen im Dienst." Turnen, Sport und Spiel. Verein für Bewegungsspiele. Der gestrige Tag war ein erneuter Beweis für den steigenden V. f. B.-Kurs. Die 1. Jugend trat morgens auf eigenem Platz gegen B. C. Wetzlar zum 'Derbandsspiel an and schickte den Gegner mit einer 5:1-Riederlage nach Hause. Die Mannschaft wird von Spiel zu Spiel besser. Die nach den neuen Senioren aufgerückten Kräfte haben sich sehr gut eingefügt und lassen kaum noch Schwächen erkennen. Die Tore wurden erzielt durch Hartmann: zwei, Dromm, Gymperlein und Wilhelmi: je eins. — Ein sehr erfreuliches Zeichen ist auch die Reu- aufstellung einer 2. Jugend Mannschaft, die ihr erstes Spiel gegen die sehr gut eingespielte 2. Igd. von 1 900 0:8 verlor. Das soll sie aber nicht entmutigen. — Die dritte hatte sich Heuchelheim zu Gast geladen und lieferte ein ansprechendes Spiel. Ihr 2:3°Sieg über den eingespielteren Gegner macht dem Kampfgeist und Spieleifer dieser Elf alle Ehre. Die Torschützen waren Albold. Schmidt und Klein. Bei dem starken Zusammenhalt und kameradschaftlichen Geist, der dieser Mannschaft eigen ist, wird sie noch manches von sich hören lassen. — Die Liga Lstand im Lokaltreffen gegen Spielvereinigung 0 4. Hier kämpfte bewunderungswürdiger Eifer, gepaart mit »äher Energie und Ausdauer, gegen ein glänzendes Kombinationssystem. Die V. f. B.-Mannschaft errang dank ihrer höheren Spielkultur und besseren Kombinationstaktik den Sieg. Das Resultat 6:3 spricht von der äleber- legenheit V. f. Ds.. aber auch von der Zähigkeit der Spielvereinigung. Es war ein spannendes Spiel, in dem längere Zeit der Sieg nicht feststand und hart um Die Führung gekämpft wurde. Erst nach Halbzeit rieb sich die Widerstandskraft Iber 04er an der präzisen Kombination Der V. f. D.er, die je nach Bedarf eng oder weitmaschig war, auf. Die Tore fielen durch Möller: zwei. Mandler. Stegcr, Kleinke unb Kreß je eins. Die zweite Mannschaft war spielfrei. Wetzlarer Sportbericht. Wetzlarer Fuhball-Elub05 — Spielvereinigung Göttingen 1:2 (0 2). tz. Durch einen verwandelten Eckball und einen Elfmeter legte Göttingen gestern bis zur Halbzeit zwei Tore vor. Dann baute Die Mannschaft Derart ab. daß man nicht behaupten kann, sondern behaupten muß. daß Wetzlar zu Llnrecht verloren hat. Am Schlüsse verteidigte Göttingen mit allen verfügbaren 22 ‘Seinen. Trotzdem Wetzlar so überlegen war. muh man sagen, daß sein Sturm nicht zu schießen versteht. Hingegen besorgten dies Die Göttinger ausgiebig bei Der geringsten sich bietenden Gelegenheit. Wetzlarer F. C.'s Mannschaft ist trotz allem in ihrer Leistung gewachsen. Rach dem gestern gezeigten Spiel sollte sie sich unbedingt vor dem Abstieg retten können. W. F. C. II — Dillenburg II 5:2. Wetzlar nur mit 10 Mann und diese erst nach und nach. Das macht einen denkbar schlechten Eindruck, -wenn die Mannschaft auch überlegen gewann. Burgsolms I — W. F. C. III — 4:4. Ein schmeichelhaftes Resultat für Die Wetzlarer. W. F. C. l. Jugend — Butzbach I. Jugend — 5:1. Westdeutscher Fußball. Hessen-Hannover. Hessen Kassel—S. V. Kassel 1:1. Geermania sterode—Sport Kassel 0:1. Kurhessen Kassel—1900 Gießen 9:1. Göttingen 05—03 Kassel 5:4. Wetzlar—Sp. Dgg. Göttingen 1:2. Süddeutscher Fußball. Rheinbezirk. Phönix-Ludwigshafen gegen Pirmasens 3:1. Mannheim 08 gegen Ludwigshafen 03 2: 2. Darmstadt gegen Reckarsau 1: 3. Mainbezirk: Viktoria-Aschaffenburg gegen Kickers-Offenbach 2: 3. Hanau 93 gegen F. S. V. raFnkfurt 1:1. Eintracht gegen Union Riederrad 5:0. Germania 94 gegen Helvetia 5:1. Rheinhessen-Saar: Reunkirchen gegen Saarbrücken 3:0. Berliner Fußball. Das Hauptinteresse im Berliner Fußball richtete sich naturgemäß auf die Begegnung Vorwärts 1890 und Spandauer Sportfreunde, waren doch beide bisher ungeschlagen. Die Spandauer hatten das bessere Ende für sich und konnten sich den Sieg mit 4:2 holen. Die übrigen Ergebnisse sind: Tasmania — Alemannia 1890 5: 1. 1. F. C. Reukölln — Weißenfee 1900 3:3. Union ECE. — Alemannia-Hafselhorst 4:2. Hertha BSE. — LInion-Potsdam 3:0. Preußen-Berlin — Union ■ Oberschöneweide 3:2. Kickers — Union 92 5 2. Gesellschaftsspiel: D. S. V. Rorden-Rord- West 2:1. Fuhball-Länderkampf Deutschland - Schweiz 4:0. Der Fuhballänderkampf Deutschland — Schweiz in Basel endete gestern mit einem glatten 4:0 (2:0) - Liege Der Deutsche n. Etwa 20 000 Zuschauer wohnten Dem Spiel bei. Etwa Zzehn Minuten nach Spielbeginn war Hoch- gesang zum ersten Male für Deutschland er- folgreich, imD noch im Laufe der ersten Halbzeit fanDtc Harder nach guter Kombination Köhler-Franz-Sutor zum zweitenmal unter großem Beifall ein. Rach Halbzeit kam die Schweiz mehr auf, ließ aber vor dem Tor die Schußsicherheit vermissen. Wieder war Harder der Schütze, der auf eine Flanke von Frairz daS Torverhältnis auf 3:0 stellte, und schließlich erhöhte Hochgesang Die Torziffer auf 4:0. Etwas Glück bewahrte Dann die deutsche Mannschaft vor jeglichem Torerfolg Der Schweizer. Deutschland schlägt die Schweiz im Hockeyländerwettllampf 4:1 Die deutsche Mannschaft, die im vergangenen Jahre in Der Schweiz mit 4:2 gewonnen hatte, konnte auch gestern aus Dem Platz in Frankfurt a. M. einen überlegenen Sieg erringen. Das erste Tor erzielten Die Deutschen auS einem unhaltbaren Schräfschuß Des Halblinkeir Strantzen. Wenige Minuten Darauf zog aber die Schwei; gleich, um sich Dann bis zur Pause noch zwei Tore gefallen lassen zu müssen. Rach Der Pause spielte Der Schweizer (Sturm recht energisch, während Die deutsche Verteidigung sich viel Fehl- schläge leistete. Schließlich wurde aber die deutsche Rkannschaft überlegen und konnte iwch ein weiteres Tor erzielen, so daß sie mit 4:1 siegreich blieb. Auf deutscher Seite taten sich besonders die Torwächter Ringler- Rürnberg. der Mittelläufer Dr. Landmann. Berlin, sowie im Sturm Haag- Frankfurt a. M. und Strantzen-Berlin hervor. Fuhball-Länderkampf Holland- Dänemark 4:2. 3m Amsterdamer Stadion tarn am gestrigen Sonntag der Fußball-Länderkampf HollandBäne mark unter Leitung von Dr. Bauwens-Köln zum Austrag. Die holländische Mannschaft trug mit 4:2 einen klaren Sieg über die Dänen davon. Berliner Hockey. vo. In Der Berliner Hockehliga gab es am gestrigen Sonntag nur ein Verbandsspiel, das Brandenburg nach hartem Kampf erst im Endspurt mit 3:1 (0:0) gegen Die Potsdamer Sportfreunde gewann. Sievert deutscher Meister im 50-km.-Gehen. Die deutsche Meisterschaft im Gehen über 50 Kilometer kam am gestrigen Sonntag in Düsseldorf zum Austag. Wie vorauSzu- sehen, lag das Ende nur zwischen Dem Verteidiger der Meisterschaft Sievert (Reuköllner Sportfreunde) und dem Brandenburgischen Meister Vorn. Schließlich blieb jedoch Sievert mit einem Vorsprung von fast einer Minute Sieger und wurde damit wiederum deutscher Meister. Er legte Die Strecke in 4:42:31 zurück, Born in 4:43:29. Der Dritte, Lissen, Homberg, wurde in 5:2:11 Westdeutscher Meister. Die nächsten Blähe belegten Kobbe, Düsseldorf; Siebert, Gfeiwih; S.a'sen, Reuß; Bauer, Zwickau; Iakafelino. Düsseldorf; Burczhk, Duisburg und Odenthal, Reuß. Dauermarsch der Berliner Turner vo. Bei günstigem Wetter und guten Weg- verhältnissen fand am gestrigen Sonntag der diesjährige Dauermarsch der Berliner Tumer- schaft auf der Strecke Buchholz—Wandlitz—Ueh- dorf—Lairke—Bernau statt. Reun Mannschaften zu je 5 Turnern hatten sich zmn Abmarsch ein- gefunDen. Die 58,5 Kilometer lange Strecke wurde in der sehr guten Zeit 4:17:19, das bedeutet eine Durchschnittsstundengeschwindigkcit von 8,78 Kilometer, zurückgelegt, für diese Strecke eine neue Rekordleistung. Handball der Berliner Sportler. Das wichtigste Spiel zwischen Dem Meister Polizeisportvercin und S. C. Charlotlenburg gewann Die Schrrpo hoch mit 10:4, bis zur Halbzeit stand das Treffen noch knapp 4:3. — Die Begegnung Siemens—Brandenburg wurde nur als Gesellschaftsfpiel auSgetragen, daS Siemens mit 6:5 gewann. — Der B. S. B. schlug den S. C. Reinickendorf mit 5:3. — Als Verbandsspiel kam das letzte Tressen zwischen Zehlendorf 88 und Berliner S. C. zum AuStrag. Zehlendorf war ständig überlegen, gewann aber gegen die mit erfolgreichen Durchbrüchen aufwartenden B. S. Eer nur knapp 4:3 (3:1). — DaS Damenver- bandsspiel zwischen Siemens und Brandenburg sah Siemens reichlich hoch mit 5:2 als Sieger. Ein neuer Weltrekord im Schwimmen. Bei Dem gestrigen Schwimmklubkampf Hellas-Magdeburg gegen Dortmund 96 in Dortmund unternahm Rademacher einen Wektr'ekorDversuch, wobei er Die 200 Meter Brust in 2:48 durchschwamm, Das bedeutet eine neue Weltrekordzeit. Der Klubkampf wurde ganz überlegen mit 5:0 von Hellas gewonnen, das Wafserballspiel sogar mit 10:1 gegen die Dortmunder. Berliner Hochschulachter. Zum zweiten Mal wurde auf Der Ober» fbrec bei Treptow vor Dem Bootshaus des B. R. K. Hellas Der Berliner Hochschulachter zwischen Der ülniversität und der Technischen Hochschule ausgefahren. Im vorigen Jahr blieb Die Technische Hochschule überlegener Sieger, diesmal nahm die Universität glänzende Revanche und siegte mit fast 4 Längen in 6:30 vor Der Technischen Hochschule 6:40. Maggis Fieischbrüh Achtung auf den Namen Maggi und die rot-geibeP^ackung! Würfel geben kräftige Fleischbrühe zum Trinken, i Kochen von Fieischbrüh - Suppen, Soßen, Ragouts, Gemüsen usw. — Natürlicher, seiner Fleischgeschmack ist ihr großerDorzug. 997=. 1 Würfel 4 Pfg MAGGI, WÜ'tei I T’ * HM REJNEI MVM A -NW SUMM Ij ''■ »f a t F k Dvn Tess- Denkni Ze. v't. an die «s Denkma -Zeit und sei n-ngen geste «eite der ' Men, bami vb.diese ehr. Smigen am bare. Sie " 6nt|agung i J* Detter trugen muß- Erzogen,': Arres Lani Euerseits Q S Delen L^r. Heini y seine Qi v.fanilfci SjM Ne rSlri und barf06; und S-,9et y? & M D"' < aut leve 1 i#n, stis-he lüste E Der kriegen vn Kan Syrien Men 1 2176 2^ gM 7 Minleve Syrien 2890, 192 239. 1925 kosten Offensive Franken. 2lNA 200 Mill auf 109 ' Die decken to i der W gebrach Äach dem wÄbestar Landes i diesÄ 3c verpflicht nicht Dn namverW großer 8 ständen e angeblich Milliarde fekhaftem Diese schrn Aex die Regii die Eewif neuen Ra toegen Ä Syrien E Frage hc HvziaW aber mu rechts Schon h das Ra über lat Jet fiugeben sehr Syrien, nur vo ollen D gebracht, in .Syr ganz ein di? jran? derant überschütt' nichts ixi riaskus Mibifchen Var und i Jn allen " ,3ßumal i Wgufrießei Straße na< Zst Hama, dichtigen ( gefährlich, Nutzen war Sie 0. besteht auf Irnrkiir ncuNic ♦ das in ApothekenI [CR.EME DEHNE "beste* u, dr,ooerien| Vortrags-Vereinigung (Goetbe-Bund - Kante. Unrein - Orlsgewerbe-Verein) Donnerstag, den 29. 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Der Kaufmann Christian Reiber in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt tewc KonkurSforderungen sind bis zum 7. Rovember 1925 bei dem Gerichte anzu- melden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigeraus- schuffes und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der ange- meldeten Forderungen auf Freitag, den 20. Rovember 1925, vormittags 9 LIHr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Saal Rr. 101, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Kon- lurßmaffe gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Ge- meinschulbner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 7. Rovember 1925 Anzeige zu machen. 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Mitgliederversammlung Dienstag abcnd 8 Uhr. im Post- kellcr. Wohnungsnchende, Inreresfenten etnge- laden. 08641 AufsichtLratmitglied Burkhardt. miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniB Stadttheater DicnStaa.27.Qkt.. Z.Dielisfüg'Alrn.'vrsf. v. 71/. b. geg. 9l/2 Uhr Ein Spiel non 180 unö Liebe vonNommnNolland liiillllllllllllllllllllllllllllllD (2—4 Sviele» zu kaufen gesucht Angebote baldigst an 09883 Willi. Schäfer, Qvvenrod, Hauptstratze 18. ST Suche Küsematte» (Quark) v. Molkerei. Offerten mit Preis an Gasthaus Haier- kaften. Limburg an der Lahn. ,j8;jD Empfehlungen} Gesnndhcits- Lichtspielhaus Bahnhofstraße 9970c Internationale Ausstellung für Kochkunst Hold- und GastwirWewbe Frankfurt a.M. 24. Ohlober bis 4. November Gröftie und latiblidi bedeulendsle Hothliiinst- □. öaslwttls6ewerbii Nr. 251 Zweites Blatt Syrien, der „Fall Sarrail" und Painlevö. (Don unserem WS.-Korrespondenten.) Paris, 24. Oktober 1925. Ministerpräsident und Kriegsminister Painleve hat nunmehr endlich vor der Finanzkommission der französischen Kammer genaue statistische Angaben gemacht über die groben Verluste Frankreichs in Marokko und Syrien. Man must sich diese nackter: amtlichen Ziffern einmal vergegenwärtigen, um den Ernst der Lage Frankreichs in diesen beiden Kolonialkriegen sofort zu erkennen: Gegenwärtig stehen im Kampf in Marokko 158 000 Franzosen, in v Syrien 25 800 Franzosen. Die V e r l u st e betragen in Marokko bis 15. Oktober 1925 2176 Tote, 8297 Verwundete. (Ziffernmästige Airgaben über Vermistte und Kranke in Marokko hat Painleve nicht gemacht.) Die Verluste in Syrien (Tote und Vermistte) betrugen 1920: 2890, 1921: 2032, 1922 : 636, 1923 : 298, 1924: 239, 1925: 624 (bis 15. Oktober). Die Kriegs- k ost en belaufen sich in Marokko (seit der Offensive Abd el Krinrs) auf 950 Millivnen Franken, in Syrien von 1920 bis 1924 auf 2171 Millionen Franken, von 1924 biS 1925 auf 200 Millionen Franken, seit dem 1. Juli 1925 vuf 109 Millionen Franken. Wie-. Frankreich diese gewaltigen Kriegskosten decken will, die während der Kammerferien von der Regierung einfach durch Dekrete aufgebracht wurden, weist vorläufig noch niemand. Rach dem sehr wenig ermutigenden Ergebnis der wertbeständigen Anleihe ist die Finanzlage des Landes um so entmutigender, weil noch für dieses Jahr mindestens 15 Milliarden Schuldverpflichtungen zu decken sind. Cs kann deshalb nicht Wunder nehmen, wenn die französische Fi- Srwaltung den kommenden Wochen nur mit Sorge entgegensieht. Unter diesen Um» t erscheint daher auch die von Caillaux angeblich geplante Ausgabe von weiteren sechs Milliarden Papiergeld als ein Mittel von zweifelhaftem Wert. Diese schweren Finanzsorgen der französischen Regierung aber sind es nicht allein, die tne Regierung Painlevö beunruhigen, sondern die Gewißheit, daß schon in den ersten Tagen der neuen Kammersession gegen Painleve nicht nur wegen Marokko .sondern noch viel mehr wegen Syrien Sturm gelaufen wird. In der Marokko- Frage hat Painlevö lediglich die Opposition der Sozialisten zu befürchten, in der syrischen Frage aber must er mit den heftigsten Angriffen von -rechts und von links gleichzeitig rechnen. Schon heute läßt alles darauf schließen, daß sich das Kabinett Painleve diesen Angriffen gegenüber kaum stark genug wird erweisen können. Jetzt endlich hat die französische Regierung Fjgeben müssen, das; die Lage in Syrien sich ehr ernst gestaltet. Der Oberkommisfar für Syrien, General Sarrail, hat in Syrien nicht nur vollständig versagt, sondern Painleve vor allen Dingen dadurch in eine sehr mistliche Lage gebracht, daß er fortgesetzt nach Paris berichtete, in „Syrien fei alles rühig", während es nun ganz einwandfrei erwiesen ist, daß seit August die Franzosen in Syrien eine Schlappe nach der anderen erleiden. Die französische Presse überschüttet Painleve mit Vorwürfen, daß er nichts davon habe wissen wollen, daß Damaskus mehrere Tage lang von den aufständischen Drusen und ihren Anhängern besetzt war und z. T. auch heute noch beseht ist. In allen Teilen Syriens, so stellt z. V. das „Journal des Debats" fest, herrsche die größte älnzufriedenheit gegen Frankreich. Die wichtige Straße nach Bagdad ist praktisch unpassierbar. In Hama, Damascus, Beyrouth und anderen wichtigen Städten des Landes ist die Lage so gefährlich, daß die Eisenbahnen kaum zu be- imhen waren. Die Opposition läßt daher nicht locker, sie besteht auf der schleunigen AbberufungSar- Neue Altertumskunde in Oberhessen. v Von Professor Helmke, Gießen, Hess. Denkmalpfleger für die Dodenaltertümer. Der Herbst dieses Jahres hat, wie schon so bft, an die Arbeitstätigkeit und Arbeitsfreude des Denkmalpflegers, aber auch an seine freie Zeit und seine älneigennützigl'eit starke Anforderungen gestellt. Es ist einmal nötig, auch diese Seite der Denkmalpflege etwas ins Licht zu stellen, damit nicht der Glaube aufkommt, als ob diese ehrenamtliche Tätigkeit ein reines Vergnügen am „Buddeln" und Aufsuchen von Funden wäre. Sie verlangt vielmehr eine recht grohe Entsagung vom Denkmalpfleger. der in Wind und Wetter seiner selbstgewählten Pflicht genügen must: er hat sich dieser freiwilligen Pflicht unterzogen, um die Aufhellung der ältesten Zeiten unseres Landes fördern zu helfen, und um auch seinerseits an den Aufgaben mitzuwirken, die das Wesen und Werden unseres Volkes und unserer Heimat klarzustellen geeignet sind. So ist auch seine Arbeit Dienst am Volke und vielleicht ganz besonders dazu angetan, Sinn und Liebe zur heimischen Erde zu pflegen. Daß aber letztere vorhanden ist, dafür bürgt der stets wachsende Besuch unserer Museen und das starke Interesse, das den Vorträgen und Führungen entgegen- gebracht wird: die Heimatliebe ist in unserem Dolle groß, sie kann und muß gestärkt werden und darf gerade in unserer Rotzeit nicht leiden und verkümmern. Hierbei nach besten Kräften mitzuhelfen, auch unter Beschwerden und Entsagungen, ist die vornehmste Pflicht des Denk- j Malpflegers, die in dem dankbaren Verständnis des Dolles ihr Geirüge findet. Deshalb bedarf er aber auch der äknterstühung sowohl des einzelnen als auch der Behörden und des Staates: es wäre abwegig und gegen die Aufklärung des Dolles, wenn man die kärglichen Mittel, die die Notlage des Staates für die Denkmalpflege zu- läßt. noch mehr kürzen oder gar streichen wollte. Ss ist nach diesen Worten leicht, auf die Erfolge der Ausgrabungei: im heurigen Herbst zu sprechen zu kommen, um so leichter, als sie die Erwartungen weit übertroffen haben. Es igalt, die grtfjv Hügelgräber st adt bei Viieder-Mockstadt (Kreis Büdingen), die tauf engem Raum über hundert Grabhügel um- zöht, weiter zu untersuchen, ilnb die Arbeit war Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) rails. Der „ Fall Sarrail" ist für die Regierung Painlevö viel ernster, als Außenstehende es ahnen. Sarrail hat, wie man sich erinnert, den General Weygand im Amt eines Oberkommissars von Syrien sofort nach den Wahlen des 11. Mai erseht: es war ein aus rein politischen, ja persönlichen Gründen erfolgter erster Akt in einer langen Reihe, durch welche der Linksblock unzweideutig den neuen Kurs in der französischen Politik kennzeichnen und gleichzeitig die Rückkehr zur „Rcpublique des camarades“ illustrieren wollte. Herriot gestand dies auch unverfroren ein, als er damals erklärte, die Ernennung Sarrails sei ein „purer Akt der Dankbarkeit" gegen einen Mann, dem „viel Anrecht geschehen fei". Es zeigt sich jetzt, daß die Kritiken an den Kriegs leistungen des Generals Sarrail, die 1917 zu seiner brüsken Abberufung aus Saloniki führten, nicht unberechtigt waren. Das Mindeste, was man also von Sarrail sagen kann, ist, daß er in seiner militärischen Karriere kein Glück hatte: seine Feinde, deren er nicht wenige hat, gehen weiter und werfen ihm vor, seine ganze Karriere nur in den Kulissen von Kammer und Senat gemacht zu haben, genau wie der General Rollet, und so der Typus des berüchtigten „politischen Generals" zu sein. Syrien war im allgemeinen ziemlich ruhig, solange es Weygand verwaltete. Kaum war Sarrail dort, als' Aufstände ausbrachen, die bald den Charakter einer großen Kolonialerhebung an- nahmen. Sarrail machte also seinen Pariser Gönnern, die gern gesehen hätten, daß er in Syrien sich rehabilitierte, keinerlei Freude, sondern wuchs sich im Gegenteil zu einem ungeahnten „enfant terriblc" aus. Man erinnert sich, daß man wochenlang in Paris über die Ereignisse in Syrien, die Belagerung von Soueida, die Riedermetzelung der Hilfskolonie des Generals Michaud usw. nur durch die ausländische Presse unterrichtet war. Der General Sarrail selbst informierte entweder den Quai d'Orsay überhaupt nicht oder mit einer auffallenden Verspätung, oder einem Sinn für Ironie, der einer weniger ernsten Sache würdig gewesen wäre. Jetzt wird es Painlevö nicht länger möglich fein, Sarrail zu decken, sein Schweigen zu entschuldigen oder zu beschönigen und die Meldungen ausländischer Blätter über die Ereignisse in.Sy- rien als „Tendenzmeldungen" hinzustellen! 'Der „ Fall Sarrail" ist der Regierung Painlevö außerordentlich peinlich geworden. Wohl oder übel muß Painlevö gegen diesen General, einen der Großen des französischen Freimaurer tu ms. vergehen, selbst wenn auch nur der Gedanke daran ihm bisher als Sakrileg erschien. Dem: die Opposition hat eigene Berichterstatter nach Syrien entsandt und die von ihr veröffentlichten Aussätze sind für Sarrail geradezu niederschmetternd. Sarrail hat durch seine verhängnisvolle Tätigkeit als Oberkommissar in Syrien einen Kolonialkrieg provoziert, dessen Folgen noch unabsehbar sind. And was wird England hierzu sagen? Wird selbst der Völkerbund fortgesetzt stillschweigend über diese Ereignisse hinweggehen können, wo doch Frankreich „in seinem Ramen" das Protektorat über Syrien ausübt? In Sünden gelebt, in Sünden gestorben. Zur Auflösung des Prager Parlaments. Von unseren: E, 8.°Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Prag, 20. Oktober 1925. In den letzten Wochen war es immer augenscheinlicher geworden, daß sich die tschechische Koalition feftgerannt hatte und die v o rz e it i g e Parlamentsauflösung noch im Herbst nicht mehr zu umgehen war. In geradezu unerhörter Weise, die allen parlamentarischen Traditionen Hohn spricht, wurde im Abgeordnet en hause noch schnell das Budget durchgepeitscht und einfach jeder notwendig, da wieder ein Teil des bis jetzt von Wald bedeckten Geländes in Feld umgewandelt wird: damit verschwinden diese Denkmäler der Vorzeit auf immer unter der gleichmachenden Kultur, ihre Spuren verwehen, und nur die aus ihnen geborgenen Schätze und die planmäßige Aufzeichnung der Hügel erhalten der Nachwelt das Wissen um sie. 2 3 Grabhügel sind geöffnet worden, und es mag nicht unerwähnt bleiben, daß 12 von ihnen nichts enthielten, sei es. daß der ihnen anvertraute Grabinhalt längst in: Laufe der Jahrtausende spurlos vergangen ist, sei es. daß die Hügel von vornherein nur als Denk- und ©rinne» rungsmäler ohne Beigaben errichtet worden sind. Sie haben dadurch weniger den Grabungsleiter, der an dergleichen Mißerfolge gewöhnt ist. als die Arbeiter enttäuscht, deren Sehnsucht nach schönen Funden natürlich groß war. Vier andere Grabhügel bergen in ihrem Innern nur ein einzelnes Gesäß, das noch dazu zerbrochen war und höchstens die Reste von der Verbrennung eines Toten enthielt. Insofern unterscheiden sich die Nieder-Mockstädter Gräber stark von denen der Wetterau. wie z. B. von den Muschenhsimern. die jedes bis zu 20 Urnen und noch mehr umschlossen. Um so reichlicher aber war der Inhalt der restlichen Grabhügel, nach Menge der Beigaben und nach ihrem Wert. Cs ist hier nicht deo Ort. eine Aufzählung des Grabinhaltes jedes einzelnen Hügels gesondert zu geben oder eine wissenschaftlich systematische Besprechung der Funde zu bieten. Wohl aber lohnt es sich, einen Ueberblick über das gesamte Material zu bringen und daraus sich ergebende Folgerungen zu ziehen. Aus den Grabhügeln wurden geborgen, 1 Halsring, von dem noch die Rede fein soll, 2 A r m° bänder, 5 Armringe, 1 Fibel, 2 ganze und mehrere zerbrochene Gewand- n adeln, 2 Scheiben. 3 Beile und einige nicht mehr bestimmbare kleine Stücke. Die aufgezählten Gegenstände sind sämtlich aus Bronze und zum größten Teil gut erhalten: sie weisen namentlich eine sehr schöne grüne oder bläuliche Edelpatina auf: andere Stücke haben aber auch unter der Feuchtigkeit des lehmhaltigen Bodens gelitten, sie „blühen aus", wie der technische Ausdruck lautet, oder sind etwas versintert. Einige sehr dünne und feine Sachen waren, als sie gefunden wurden, schon so zermürbt, daß sie be: der Loslösung aus der Erde zerbröckelten und zu Staub zerfielen: schade darum, denn gerade sie Versuch, der Opposition, eine wirkliche Aussprache herbeizuführen, niedergeknüppelt. Daneben her lief ein großes Feilschen der Koalitionsparteien um das noch zu erledigende Restprogramm. Die einzelnen Koalitionsparteien meldeten ihre Ansprüche aber so reichlich an, daß selbst die berüchtigte Pjetka nicht mehr imstande war. die Gegensätze innerhalb der Regierungsparteien auszugleichen. Nur mit Mühe konnte das Budget auch noch im Senate durchgepeitscht werden, und von Tag zu Tag wurde die Frage des Auflösungstermins immer akuter. Das parlamentarische Bild erweckte den Eindruck eines armen Sünders, der im Sterben liegt und sich vor der Hölle fürchtet. Wie berechtigt dieser Eindruck war, bewiesen die deutschen Senatoren in der Budget-Debatte. Schwerere Anklagen, als die des Sprechers der Sozialdemokraten, des Angehörigen jener Partei, die als erste eine sudetendeutsche Einheitsfront für die bevorstehenden Wahlen ab» lehnte, weil sie nach wie vor ihren Ideologien von internationaler Klassen Verbrüderung nach- läuft, der also gewiß über jeden Verdacht nationaler Voreingenommenheit erhaben ist, konnten kaum erhoben werden. Nun erfolgte am 16. die Auflösung des Parlamentes, die nach der fieberhaften Spannung der letzten Tage in allen Lagern als Erleichterung emvfunden wurde. Charakteristisch für die tschechoslowakischen Verhältnisse bleibt es aber immerhin, daß noch um 10 Mr vormittags, dem vorgesehenen Sihungsbeginn des Senates, in den Couloirs sehr hartnäckig darüber gestritten wurde, ob die Sitzung überhaupt beginnen und nicht noch um einen Tag verschoben werden würde. Erst als die Minister, mit dem Crstminister an der Spitze, erschienen — in der tschechoslowakischen Republik gehören Parlamentsbesuche der Minister zu den Seltenheiten —, wußte man, es ging zum Requixm. De mortuis nihil nisi bene! Die Präsidenten der beiden Häuser haben von dieser Freiheit in ihren Abschiedsreden reichlich Gebrauch gemacht und der Präsident des Abgeordnetenhauses hatte sogar für die Opposition, von der er ansonsten nur gelegentlich Notiz nahm, um sie durch die Parlamentspolizei an die Luft zu sehen, recht freundliche Worte der Anerkennung. Doch dadurch lassen sich die Taten von Jahren nicht aus der Welt schaffen. Des deutschen Sozialdemokraten Nießner Feststellung „in Sünden gelebt, in Sünden gestorben" muh dagegen schon eher als gerechte Würdigung an- «rfannt werden. Sie ist nur insofern unvollständig, als er hätte sagen müssen „in Sünden geboren, in Sünden gelebt, in Sünden gestorben". Das aufgelöste tschechoslowakische Parlament war ein Sündenkind ärgster Art. Auf der Grundlage böswilliger Irreführung und der Entrechtung von dreieinhalb Millionen Sudetendeutschen, fast ebenso vielen Angehörigen anderer Nationen, waren die Grenzen des tschechoslowakischen Staates in Widersprach zur Forderung des Selbstbestimmungsrechtes in St. Germain gezogen worden. Unter Ausschluß der Vertreter der Minderheiten schuf ein selbsternannter Revolutionsausschuh die Grundlagen der inneren Staatsorganisation. Auf Grund dieser oktroyierten Verfassung war das aufgelöste Parlament gewählt worden und auf der Grundlage des Derfassungsoktrois baute er unter dem Deckmantel feiner formalen Demokratie ein System des politischen und kulturellen Rückschrittes und maßloser nationaler Unterdrückung aus. Diese Feststellung ist vielleicht gerade in den Tagen nach Locarno besonders am Platze. In zweifacher Hinsicht ist die Tätigkeit des aufgelösten Parlaments bemerkenswert. Einerseits hinsichtlich seiner legislatorischen Tätigkeit und andererseits hinsichtlich seiner Unterlassungen. Die Erkenntnis der Tatsache des Vernichtungskampfes des tschechischen Volkes gegen die deutsche Wirtschaft, den deutschen Boden und die deutsche FlCTTlWLgMZUWuZlJailHmn«» IW ITIIIlTtri—OBM8——m hätten wohl am deutlichsten die hochstehende Kunst der alten Dronzearbeiter versinnlicht. Der schönste aller gefundenen Gegenstände ist unstreitig der H a l s r i n g, sowohl was seine Gröhe und Form, als auch was seine Verzierung angeht. Er hat einen Durchmesser von 15 bis 16 Zentimeter und ist an dem Rückenteil etwa 1 Ztm. dick: die Unterseite ist flach: nach vorn verbreitert er sich und endet in zwei mächtigen, stricheiverzierten und durch kleinere Querringe abgesetzten offenen Puffern. Links und rechts von letzteren befinden sich je 3 flache Näpfe, die mit Edelkoralle gefüllt sind: diese wird durch einen aus der Mitte aufwachsenden Bronzeknopf gehalten, der mit Goldblech überzogen ist. Die Koralle ist unter dem Einfluß der Nässe teils vergangen, teils als weißlich schimmernde Paste erhalten, während von den Goldknöpfen zwei vollständig und die anderen noch in Resten vorhanden sind. Zwischen je zweien solcher Näpfe befinden sich Querstäbe, die ebenfalls mit Koralle ausgelegt und mit 2 stecknadelgrohen Goldknöpfen beseht lind. Der übrige Teil des Ringes ist mit eingeritten, noch schwach erkennbaren Zierlinien versehen. Dieser prächtige Frauenschmuck, der erste seiner Art in Oberhessen und wohl im ganzen Hessen überhaupt, ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil er einen Zwillingsbruder von genau derselben Art in der Pfalz besitzt (Museum Speyer): er muh also in der gleichen Form gegossen und wohl von demselben Künstler verfertigt worden fein und beweist den weiten Verkehr, der schon damals bestanden hat, sei es nun, daß der Ring durch den Handel bis nach Oberhessen gelangt ist, sei es, daß seine Besitzerin ihn hierher mitgebracht hat. Jedenfalls stammt er, worauf schon die Verzierung mit Koralle hinweist, aus den Ländern d e s M i 11 e l m e e res, von wo er feinen Weg wohl über Massilia (heute Marseille), eine alte griechische Kolonie, nach Mitteldeutschland oefunben hat. Er gehört der zweiten Stufe der La-Tene-Periode, d. h. dem 4. und 3. vorchristl. Jahrhundert an, und es ist sehr wohl möglich, daß er schon von einer Germanin getragen worden ist, deren Arme und Knöchel außerdem noch mit z-erlichen Knöpfelringen geschmückt waren. Eine Gewandtspange (Fibel, Sicherheitsnadel), die wie der Halsring auf einer Holzunterlage ruhte, diente zum Verschluß des Kleides. Nicht minder schön, wenn auch nicht so reich verziert, ist ein bronzenes Armband von 5 Ztm. Breite, dessen Oberfläche von gleichMontag, 26. Oktober (925 Schule wird nun doch langsam Gemeingut der europäischen öffentlichen Meinung. Dah der tschechische Kampf gegen alles Deutsche schon zu einer Zeit geführt wurde, ehe noch die tschechoslowakisch: Republik bestand, — trotz beS Märchens von der Vorherrschaft der Deutschen im ehemaligen Oesterreich-blngarn — muh hier vorausgeschickt werden. Aber erst durch den einseitigen 'Einsatz staatlicher Machtmittel, durch den Mißbrauch der Gesetzgebung und Rechtsprechung für die tschechischen Entnationalisierungsbeftrebungen tonnte der tschechische Dern'chtungskampf auf deutscher Seite so verheerende Wirkungen erzielen. Hierfür ist in erster Linie das aufgelöste Parlament verantwortlich. So wurde durch die Nichtanerlennung der österreichisch-ungarischen Kriegsanleihen — die Tschechen hatten sich, im Verfolg ihrer passiven Resistenz dem Habsburger Staate gegenüber, an der Zeichnung fast gar nicht beteiligt — der deutschen Bevölkerung der Großteil ihrer Kapitalreserven, vielfach der mühsam ersparte Notpfennig für das Alter, genommen, Um den Zrveck ja gründlich zu erreichen, schreckte das Parlament vor einem bis 1914 rückwirkenden Gesetze nicht zurück, das als Rechtsnovum allen gesetzgeberischen Traditionen widerspricht. Im Sinne weiterer Kapitalschwächung der Deutschen. deS Ruins und der Entnationalisierung zu weiteren: Widerstande unfähiger deutscher Industrien, wirkte sich die Wirtschaftspolitik der letzten sechs Jahre aus, die wiederum durch eben dieses Parlament gedeckt wurde. Die Entnationalisierung des Bodens wurde mit Hilfe ber „Bodenreform" durchgeführt. Bände würden mcht ausreichen, um diese großzügigste aller TschcchosierungSaktionen, die unter dem Deckmantel einer „sozialen" Reform auftritt, zu beleuchten. Cs genügt hier, darauf hinzuweisen, daß von ausländischer und gewiß objektiver Seite nachgewiesen wurde, wie es sich einfach um die Verschiebung von M i 11 i a r b e n ro e r - ten aus deutschen in tschechische Hände handelt und die ganze Aktion mit einer Sozial-Reform nicht das geringste zu tun hat. Die kulturpolitische Gesetzgebung wurde im Verhältnis zu dem aus dem viel verlästerten Oesterreich übernommenen Stand wesentlich verschlechtert. Die kulturelle Autonomie wurde eingeschränkt. 4000 Schulklassen von 12 000 sind auf deutscher Seite das Opfer einer sechsjährigen kulturpolitischen Entwicklung in jener Apublik, die so gerne mit dem PhilantroPen Masarhk als Präsidenten — ein sozialistischer Senator hat vor einigen Tagen von einem „ Aushängeschild" gesprochen — vor den: Auslande paradiert. Verkommende deutsche Hochschulen, die vergeblich die Besetzung der vakanten Lehrstühle fordern, Institute ohne Dotationen, Professoren mit Hungergehaltern vervollständigen dieses Bild. Eine Flut von reaktionären Gesehen, die bei genauer Anwendung jeden zweiten Bürger der Republik in das Gefängnis bringen müßten, knebeln die politische Bewegungsfreiheit — im Namen der Demokratie. Das Gesetz »um Schuhe der Republik eröffnet die Reihe dn strafrechtlichen Kuriosa. Selbst die bisher bei allen parlamentarisch regierten Kulturvölkern für sakrosankt gehaltene A b g e o r d n e 1 e n - I m - manitä t wurde durchlöchert. Ein Fünseraus- schuß der fünf tschechischen Regierungsparteien, öte Pietk a, hatte zum Schluß den Zustand ^ed oligarchischen „Absolutismus, gemildert durch Schlamperei" aeschaffen. Andererseits war .^e. Koalition durch den Egoismus der Parteien schließlich zur Erwerbsgenossenschaft geworden. Benzin-, Pferde-, Flugzeuge-, Kino-Käufe mit iPren/rIenfationcncn Korruptionsskandalen ließen Den Charakter der übrigen Geschäfte der Koalition ahnen. Darüber hinaus hatte der Egoismus der Koalitionsparteien aber schließlich jede wei- kere Parlamentarische Tätigkeit selbst unter Ausschluß der Opposition unmöglich gemacht und zur vorzeitigen Parlamentsauflösung geführt. Heute lastet auf dem tschechoslowakischen Staate ein einzigdastehender Steuerdruck- das Steuersystem infolge mechanischer Zuschläge artigen parallelen Linien überzogen ist: es endigt in zwei mächtigen Spiralen, die mit dem Armband durch eine Wicklung von Bronzeband verbunden sind. Auch dieses Stück ist bis jetzt von einzigartiger Bedeutung für unsere Provinz. Dabei ist es interessant, daß in einem anderen Grabe desselben Friedhofs e'in "fa^crcS Armband gleicher Art gesunden worden ist: dieses ist aus starkem Bronzedraht angefertigt und läuft ebenfalls in ^'.allerdings kleineren Spiralen aus. Beide Armbänder ruhten wie der große Halsring auf einer Holzunterlage: sie gehören wohl, nach den außerdem gefundenen Beigaben, der sog. Hallstattzeit (1000—500 v. Chr.) an; doch ist es nicht ausgeschlossen, dah das breite Armband noch alter und in die reine Bronzezeit zu zählen ist. Es erübrigt sich, neben diesen Glanzstücken Don den anderen Funden ausführlich zu sprechen, namentlich da sie allenthalben verbreitet und ^kannt find. Rur noch ein Wort zu den drei B r o nz e f e i I e n: sie sind Kennzeichen der Hugelgraber-Dronzezeit, die wir in die Zeit nach 1500 v. Chr. G., wenigstens für unsere Gegend, sehen; es sind 2 Randbeile und 1 Absahbeil, vergesellschaftet mit dem Bruchstück einer Rad- nabel und 2 durchbohrten geschwollenen Radeln, alle drei charakteristisch für ihre Zeitstufe. Wir erwähnen dies deshalb, weil die Funde, in ihrer Gesamtheit betrachtet und miteinander verglichen, ü>ert Dewe's erbringen, dah der Rieder- M ockstädter Hügelgräber- sriedhof über einen langen, min- destens tausend Jahre umfassenden Zeitraum hin benutzt worden ist. Wo sich einmal Gräber befanden, da haben auch spätere Geschlechter und andere Völker ihre Toten gebettet; denn ihnen allen galt ein solcher Ort immer als heiliges Land. Zum Schluß noch ein Wort des Dankes an meine Arbeiter und Helfer, die mit eindringendem Verständnis meinen Anweisunaen folgten -und mit großem Eifer arbeiteten; ebenso dem Kreisamt Büdingen und dem Bürgermeister von Ober-Mock st adt, die mir unentgeltlich Arbeitskräfte zubilligten. Eine besondere Freude ist es für mich, die schönen Funde dem Oberhessischen Museum in Gießen zuweisen zu kämen, wo sie sicher bald einen wichtigen Anziehungspunkt bilden werden. VW J und unverjährbaren Frccheitsrechte. 46 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) KV H -i und die Freie bürgerliche Vereinigung mit einer besonderen Liste vor, während die Rechtsparteien und der Bauernbund im Kreise eine gemeinsame Liste aufgestellt haben. Trotz aller Betonung, daß Einigkeit zum Wiederaufbau unseres deutschen Volkes dringendstes Gebot sei, auch hier die bedauerliche Zersplitterung auf allen Seiten. — Der vor kurzem wieder ins Leben gerufene orfchlägo eingereicht worden. Als erster erschien auf dem Plan der Wahlvorschlag der Sozialdemokratischen Partei, ferner liegt vor ein Wahlvorschlag der gemeinsam miteinander vorgehenden Demokratischen Partei und der Freien bürgerlichen DÄ:- einigung. Die Rechtsparteien bringen eine nationale Dürgerliste und schließlich sind neu auf ben Plan getreten die Wirtschaftsverbande mit einem Wahlvorschlag der vereinigten Wirtschastsgrup- Pen. Für die Kreistagswahl ist es ebenfalls nicht gelungen, eine einheitliche bürgerliche Liste zustande zu bringen. Hier gehen die Demokraten auch bei uns erfolgt. Bis_zu dem vorgeschriebenen Termin sind vier Als sie ihm noch einmal mit einem fröhlichen Lächeln zugenickt hatte und hinausaegan- gen war, tappte Engelhardt hilflos zu seinem Schreibtisch und zog die Fäuste in die Augenhöhlen, um nicht zu heulen wie ein Kind. Ruth hatte sich längst wieder aufgerichtet und den ersten Schlag nicht nur überwunden, sondern sogar neue Kraft und Heiterkeit daraus gesogen. Run war Hanns Ingold zurückgelehrt, und wie schon einmal kam er zu ihr, trug er seine Hoffnungen und Enttäuschungen zu ihr. Von der Qual der letzten Stunde stand nichts mehr in ihrem Gesicht, als sie mit beschwingten Schritten den Gang hinunterlief, um ihn zu sehen. Aber auch Hanns stand aufrecht und zuversichtlich in den Schuhen. Gr war nicht mehr der „Amerikaner", den niemand ernst genommen, die einen totgeschwiegen, die anderen verlacht hatten: er stand schon auf seinem Werk, obwohl noch kein Stein davon vorhanden war. Lind daß es Gestalt annahm, dafür war er Äa, er hatte wieder das Gefühl, als brauche er nur recht zu wollen, ganz Wille und Zeu- gungslraft zu sein, und es mußte ganz und fertig aus ihm herausspringen. Llngeduldig schritt er die Stube auf und ab. Der dunstige Tag schien bleifarben herein. Der Wind hatte gedreht, und Hanns sah die Wolken in strähnigen Büscheln hinter den Wäldern aufschießen. Da hörte er hinter sich die Tür spielen und fuhr herum. „Ruth!" „Hanns!" Ineinander schlugen die Namen, gefesselt, aber wie sprungbereit standen sie, durch die Breite des Zimmers geschieden, beide mit aufgehellter Miene, vom eigenen Blut berauscht, gerade in diesem Augenblick nur sich selbst empfindend. Und wie von r-k Vi v uni» sinnloser Einführung neuer Steuer unter rein äußerlichen fiskalischen Gesichtspunkten spottet aller althergebrachten Besteuerungsgrund- sähe. Das Budget hat keine Reserven mehr, die Steuereingänge selbst sind mit kaum mehr erreichbaren Maximalbeiträgen veranschlagt. Zur seit Jahren als notwendig erkannten Steuerreform konnte sich das Parlament nicht aufschwingen. Aehnlich steht es mit der Verwaltung sreform. Beschränkung der Autonomie der Selbstverwaltungskörper unter dem Gesichtspunkte der Stärkung des tschechischen Einflusses, stückweise formale Reugliederung der administrativen Organisation, ein kopfloser Beamtenabbau, dessen Ersparungseffekt von 225 Millionen Kisch, in einem lächerlichen Verhältnis zu den Milliar- denziffern des Budgets steht, führen aber zu 'weiterer Verwirrung und Desorganisation der Verwaltung. Zur Ausgestaltung des Sprache »rechtes, wozu die tschechoslowakische Republik durch den Minderheiten-Schutzvertrag von St. Germain verpflichtet ist, hatte das aufgelöste Parlament in all den Jahren seiner Tätigkeit offensichtlich weder Zeit noch Lust. Dabei wäre schon viel getan, wenn man nur die alte österreichische Sprachengesehgebung hervorholen würde. Dafür wrwde in der vorletzte» Sitzung des Parlaments der Immunitätenrekord von 713 Fallen erreicht und noch in der letzten Sitzung, knapp vor der Auflösung, sieben Fälle „erledigt". Das ist die Bilanz fast sechsjähriger Tätigkeit des Prager Parlaments, des Parlaments jenes Staates, dessen Wahlspruch lautet: „Die Wahrheit siegt!". Mit dem unerschütterlichen Glauben an dieses Wort des,,Philantro.pen" vom Hradschin stehen heute 3>'2 Millionen Sudeten- deutsche und eöensoviele Angehörige anderer, um ihr Selbstbestimmungsrecht betrogener nationalen Minderheiten an der Bahre des ersten „ge- Der gefesselte Strom Roman von Hermann Stegemann. Rachdem die in einer Stichwahl erfolgte Wiederwahl des seitherigen Bürgermeisters ® ei» b e l vom Kreisausschuß aufgehoben worden war, galt es heute, die Reuwahl des Bürgermeisters vorzunehmen. Dabei erhielten Stimmen der seitherige Bürgermeister Hch. G e i b e l 611, der Kandidat des Zentrums, Landwirt 21. E. Schmidt 471 und der Vertreter der Arbeiter- schaft Anton Mörschel 272. Es ist, wie wir kürzlich schon vermuteten, also auch jetzt wieder Stichwahl notwendig zwischen Geibel und Schmidt, die sich auch bei der vorigen Stichwahl aegenüberstanden. Mit der Gemeinderatswahl kommen wir, vorausgesetzt daß keine Beanstandungen mehr stattfinden, innerhalb weniger Monate also auf sieben Wahlen. Trotz des „Wahlsegens" der sich über unser» Ort ergießt, ist von einer Wahlmüdigkeit noch nichts zu spüren. Im Gegenteil, die Wahlbeteiligung ist noch gestiegen. Betrug sie bei den vorausgegangenen Wahlen konstant 85 Prozent, so ist sie heute sogar auf 92 Prozent angewachsen. Denn von 1469 Wahlberechtigten hatten sich etwas Über 1360 an der Wahlurne eingefunden, einige Stimmen waren allerdings ungültig. hr. Rieder-Florstadt, 24.Ott. Obwohl die Rachfrage nach Wohnungen auch hier sehr groß ist, hat sich doch die Cß Tu*e t i g £ e i 6 nicht so recht entwickelt. Gleich nach dem Kriege bildete sich eine Baugenossenschast, die einige Häuser baute, darunter ein Sechsfamilienhaus, das nun der Gemeinde gehört. Aus Mangel an Kapital muhten die Arbeiten eingestellt werden, und sind noch nicht wieder ausgenommen worden. Einige Häuser, die schon 1924 begonnen wurden, gehen nun endlich ihrer Vollendung entgegen. Die staatlichen Baudarlehen sind sehr gering, denn aus unsere Gemeinde entfallen nur 4500 Mark, von denen erst ein Drittel aus- bezahlt ist. Zwei Straßen, die Herold- und die Friedrich-Ebert-Straße, sind mit den anliegenden Bauplätzen Eigentum dec Gemeinde, die das Baugelände für 30 Pfg. pro Quadratmeter abgibt, allerdings nur unter dec Bedingung, daß sofort gebaut wird. Das Baugelände an der Siedlungsstrahe ist Eigentum der Herren von Löw, die die Bauplätze zur Förderung des Wohnungsbaus mit nur 1 Mk. pro Quadratmeter verkauften. Außerdem hatten die Herren von Löw 1923 ein Zweifamilienb-'us zur Linderung der Wohnungsnot errich et. Rur ist auch an der Autohalle ein Wohnhaus für zwei Familien vorgesehen. Die alten Bureauräume der Bürgermeisterei wurden mit Familien beseht, und sogar das Arrestlokal ist nun mit einer Familie belegt worden. Außerdem ist die Wohnung in der Schule, die schon im Mai 1924 geräumt werden sollte und für Schulzwecke sehr Benötigt wird, noch nicht frei. Die Gemeindevertretung hat schon wiederholt versucht, den Baulustigen mehr zu helfen wie seither, aber die schlechte finanzielle Lage der Gemeinde läßt vorläufig keine' durchgreifende Hilfe zu. Kreis Alsfeld. H Alsfeld, 24. Oft Der Aufmarsch der Parteien für die K o m m u n a l w a h l e n ist nun Spülwürmer bei Kindern. Frau Heim- berg1 schreibt uus: Mein kleines Mädchen sah sehr b.eich aus, war dauernd unlustig und litt sehr unter Verdauungsstörungen. Da ich das Abgehen von Würmern in fast Regenwurmgröße feststellte, kaufte ich Wurm-Schokolade „Uleho“ und nach dem Genuß von einigen Packungen, war das Kind mobil und hatte wieder eine gesunde Hautfarbe. Wurm-Schokolade „Meho“ (ausdrücklich verlangen) kostet 50 Pf. und ist in Apotheken und Drogerien erhältlich. 9959s! wählten" Prager Parlamentes und rüsten zum neuen Kampfe für ihre unverlierbaren Oderhessen. Nachklang zum Hessische» Sanitätskolonnentaq. "*£ Bad-Nauheim, 24. Oft. Der 7. Hessische Kolonnentag der Freiwilligen Sanitätskolonnen vorn Noten Kreuz, über dessen Verlauf wir seinerzeit ausführlich berichtet haben, hatte sich in unserer gastlichen hessischen Badestadt zu einer eindrucksvollen Tagung gestaltet, wie sie vorher der Hessische Landesvervand noch nie zu verzeichnen gehabt hat. Der Vorstand der hessischen Kolonnen hatte daher auch in einer öffentlichen Bekanntmachung der Bad-Nau» Heimer Kolonne und Bürgerschaft besonderen Dank übermittelt. Auch von zahlreichen Kolonnen des Landes sind anerkennende Dankschreiben in Bad-Nauheim eingelaufen. Auf das Telegramm, das durch einmütigen Beschluß der großen Haupttagung an den Reich s- Präsidenten von Hindenburg gesandt wurde, ist nun beim Verbandsvorsitzenden, Hauptmann a. D. Lotheißen - Darmstadt, folgendes Dankschreiben des Reichspräsidenten eingetroffen: „Den Hessischen Sanitäts» kolonnen vom Roten Kreuz spreche ich für das mir vom 7. Hessischen Kolonnentag in Bad- Nauheim gesandte freundliche Begrüßungstelegramm und Treugelöbnis meinen besten Dank aus. Mit kameradschaftlichem Gruß! v. Hindenburg." Landkreis Gießen. Dg. Grohen-Buseck, 24. Oft. Während es bei der Bürgermeister- und Beigeordneten- t Wahl zur allgemeinen Zufriedenheit möglich war, sich auf Einheitsrandidaten zu einigen, sind für 5 die bevorstehende Gemeinderatswahl vier Listen vorgesehen. Der Bauernbund - hat 2 Listen aufgestellt, an deren Spitze sechs bisherige Mitglieder des Gemeinderats stehen. Spitzenkandidaten sind A. Huber und H. S ch e l d. Die Linke — vertreten im Volks- »er ein — nennt als ersten Kandidaten das seitherige Gemeinderatsmitglied Herber. Die neu aufgetretene Mitte beginnt ihre Liste mit Phil. Henh. :—: Beuern, 24. Oft. In unserem Dorfe war die Bautätigkeit in den letzten brei Jahren sehr rege. Ist doch in dieser Zeit mit Hnterstühung der hiesigen Baugenossenschaft eine ganze Straße, die Scheibengasse, entstanden. Sie zählt bereits an Reubauten vier Doppelhäuser und drei Einfamilienhäuser, die Riesenfäusten geschleudert, trafen sie mitten in der Stube zusammen, und aus ihrer Umarmung, aus den durstigen Küssen und dem abgebrochenen Stammeln schlug die Lohe der Leidenschaft wie nod) nie Zuvor. Sie hatten sich lange nicht gesehen, vieles in sich hineingesonnen, sie fürchteten sid) vor etwas noch Uneingestandenem, und das gab ihrem ersten Wiedersehen in dieser Stunde den Zug ins Rasende und ließ sie erschauern in ihren heißen Küssen. Als sie einander gegenübersaßen, von der stürmischen Begrüßung matt, fiel ein Schweigen auf sie, das wie ein Verebben der entfesselten Blutströme, immer weitere Strecken ihres Innern bloßlegte. Und Ruth hatte auf einmal das Gefühl, kein Wiedersehen, sondern einen Abschied gefeiert zu haben. Hanns Ingold begann zu fpredje». _ Er erzählte von dem schweren, fast tödlichen Rückschlag, der sein Werk getroffen hatte, und daß er herbeigeeilt wäre, um in einer legten Zusammenkunft aller Beteiligten von diesseits und jenseits des Rheins noch einmal für den Bau zu sprechen. Er war in Karlsruhe, in Frankfurt und Heilbronn, in Bakel und in Bern gewesen und hatte wie ein Rasender um sein Werk gekämpft. Die Pläne waren eingegeben, zurückgereicht, überprüft, neubearbeitet und wieder begutachtet worden, während der Strom der Ereignisse, dem Werkbau oorauseilenb, schon alle Werte in die Höhe riß, so daß Ingold selbst, um nicht überrannt zu werden, seinen Grundbesitz im Interesse der Gesellschaft, mit der er einen Ruckoertrag schloß, weiter ausgedehnt hatte. Sein letzter Heller steckte darin, und er mußte morgen im Rheinauer Kiesboden Kartoffeln pflanzen, wenn heute das Werk zusammenbrach. Ruth hörte aufmerffam zu, und ihre verständigen Fragen hefteten sid) eng an das Werk. Von ihrem eigenen Schicksal, das mit diesem Werk verknüpft war, kein Wort. Und doch lauerten unausgesprochene Aengste in ihrer Brust. Das Gespräch lief so sachlich, so Der» nünftig, daß ihre Befürchtungen Wahngebilde oder diese ruhige Auseinandersetzung Selbsttäuschung war. Auf einmal war es da. Er war an den Lebensnerv gekommen. Er begann: „Allein kann ich es nicht schaffen, id) kann nur mein Bestes, mein Ganzes geben, und das habe ich getan, tue ich noch. Die Pläne haben allen Ansprüchen Genüge getan, und das ist anders als bi Amerika, wo keine Rücksichten genommen und noch weniger verlangt werden, wo es aus dem Vollen geht, aus dem Vollen ins Große. Wo die Kühnheit immer recht behält. Hier muß laviert und rechts und links Rechnung getragen werden. Nun kann die Gesellschaft nicht mehr mit. Mir fehlt der Mann, der über der Sache steht, der den Weitblick hat für die elektrische Nutzleistung, der seine eigenen Turbinen laufen ficht und lieber zehntausend Pferde zu viel einsegt, als das Werk ungebaut zu lassen. Ich habe an Roth, Rougemont und Kompagnie gedacht, aber die liegen schon in zwei Rheinwerken fest. Das dritte fräße sie auf. Finde ich den Mann, so baue ich, finde id) >hn nicht, und id) muß ihn bald, muß ihn morgen fint-n, Ruth, so baut in zehn Jahren eine fertnbe Gesellschaft tnch fremden Plänen, und ich werke vH geis-en Kulis am Jangtsekiang und ucr= bämmer^v*.- Zeit, bis id) selbst wieder zu Lehm werde!" Das war es. Ruth hate bei dem ersten Satz eine beklemmende Angst gespürt, dann waren Fragen, Namen, Möglichkeiten von verwirrender Dnntheit in ihr aufgeschossen, und eine Frage, ein Name, eine Möglichkeit, die doch die unmöglichste von allen war, überstrahlte alle anderen. Und als sie schon in dieser Seelennot rang, da kam ein Schlußsatz, der pessimistische, verbitterte Schluß, diese Selbstentäußerung und Selbstvernicktung, die von ihrem Hanns, von dem Hanns Ingold, den sie liebte, keinen Hauch mehr übrig ließ. „Hanns, das ist ja Wahnsinn," murmelte sie und drückte die Lider zu, um mit den aufgestörten Aengste» und Nöten fertig zu werden. „Wahnsinn, Ruth!" Es hob ihn vom Stuhl, ein stolzes Lächeln stand starr in seinem hageren Gesicht. ganzen neun Wahlvorschläge eingereicht, und zwar (mit Angabe der drei Spitzenkandidaten) die folgenden: Deutschnationale (Prof. Gebhard, Dr. med. Rornps, Landwirt Philippi), DeutscheVolkspartei (Zimmer- meister Iean Füller, Pros. Werner, Kaufmann Adler), Demokraten (Rektor Koch, Kaufmann Hirsch, Bäckermeister Windisch), Zentrum (Bauunternehmer Mörschel, Rechtsanwalt Schröder, Rektor Reubauer), Sozialdemokraten (Gastwirt JHI, Lagerhalter Raute. Eisenbahnbediensteter Fischer), Kommunisten (BeutleLoth, Baurn arn er), Bürgerpartei (W. A. Heß, Malermeister Ferber, Kaufmann Siegfried Rothschild), M i e t e r p a r t ei (Iakob, Acharin, Barnewald), Parteilose Liste (Ditt- mar, Selzer, Loos). Dte meisten Parteien haben die seitherigen Inhaber der Mandate wieder als Spitzenkandidaten aufgestellt, so daß es wesentliche Ve.änderungen im Stadtparlament wohl nicht geben dürfte. Die Wahlbewegung war bis jetzt nod) sehr schwach. Als neue aussichtsreiche Kandidaten treten Dr. med. Rompf (Dtschnat.). Chefarzt im hiesigen Bürgerhospital, und Professor Werner (Dtsch. Vpt.) auf. 4 Dad-Rauheim, 24. Oft. Der Wirtschaftsverband der Aerzte für die Provinz Oberhessen hielt im Kurhause eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Der hiesige Badearzt, Privat- d o z e n t Dr. G r o e d e l, hielt zwei bedeutsame wissenschaftliche Vorträge, die mit großem Interesse verfolgt und mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Er sprach erstens über „Die luetischen Erkrankungen der Brustorgane im Röntgenbild" .dann über „Einiges über Trauma und Herz im Röntgenbild". Die Derbandsange- legenheiten wurden in der anschließenden Hauptversammlung, an der etwa 100 Aerzte Oberhessens teil nahmen, erledigt. Mater Führung von Oberbaurat Berck wurden die Betriebe des Bades einer eingehenden Besichtigung unterzogen. -- I» einer von Lehrer Porth geleiteten, gut besuchten Versammlung des Beamten- k a r t e l l s hielt Rechnungsdirektor Harth-- Darmstadt einen sehr aufklärenden Vortrag über die neueren Bestimmungen der hessischen CB e= amtenkrankenkasse. Die Ausführungen haben bei den meisten Beamten, die noch bei der Staatlichen Betriebskranleickasse versichert sind, den Entschluß herbeigeführt, zur Deamtenkranken- kass» übergutreten. — Zu de» Lleberraschungen, die nach Schluß der Hauptsaison der Herbst gewöhnlich mit sich bringt, gehören die Konkurs- ansagon, wozu infolge schlechten Geschäftsganges hiesige Geschäftsleute genötigt werden. Ein Zeichen dafür, daß in diesem Iahre Pensionsinhaber und Geschäftsleute unter besonders schwierigen Verhältnissen gearbeitet haben, dürste wohl die Tatsache fein, daß der heurige Herbst mehr Heberraschungen gebracht hat, als sie von den Eingeweihten erwartet wurden. Zwölf Konkurse sind bereits angezeigt, weitere werden erwartet Man sagt, daß die große» Steuerlasten und die hohen Ladenmieten an dem Geschäftsniedergang mit die Schuld trügen. In manche» Fällen wird wohl aber auch persönliches Verschulden bei dem Zusammenbruch mitspielen. Auf alle Fälle steht fest, daß infolge der allgemeinen Geldnot ein schlechter Geschäftsgang zu verzeichnen war, trotzdem wir in bezug auf die Zahl der Besucher eine gute Saison batten. Auch die zahlreichen Versteigerungen sind ein Zeichen der Zeit, ebenso wie die Aufgabe mancher Geschäfte durch den schlechte» Geschäftsgang bedingt ist. :: Pohl-Göns, 24. Okt. Untere Kirche, die nachweislich schon 1221 stand, 1754 erweitert, 1850 nach Westen zu verlängert und damals zum letztenmal gründlich repariert wurde, soll im nächsten Jahre einer durchgreifenden Reparatur unterzogen werden. Zur Beschaffung der nötigen Gelder wurde bereits eine erste Sammlung in der Gemeinde veranstaltet, die einen schönen Betrag ergab. Man hofft, durch weitere Sammlungen einen Betrag aufbringen zu können, der es der evangelischen Gemeinde ermöglicht, wie sie vor einigen Jahren lediglich durch freiwillige Gaben drei neue Glocken hat anschaffen können, so auch im nächsten Frühjahr die Kirchenreparatur durchzuführen. 4 Steinfurth, 25. Okt. Heute fand hier die Beigeordnetenstichwahl statt. Don den 762 Wahlberechtigte» machten 70 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Gärtner Konrad P h i l i p p i wurde mit 276 Stimmen gewählt, während der seitherige Beigeordnete Falk 253 Stimmen erhielt und zwei Stimmen ungültig waren. 4 Ober-Mörlen. 25. Okt. Seit Juli fand heute hier die 5. Gemeindewahl statt. „Wahnsinn nennst du das, was mir übrig bleibt! Warum nicht gleich Feigheit, noch schlimmer als einmalige Feigheit — dauernde Resignation! Nein, Ruth, es ist weder das eine noch das andere. Aber glaubst du, ich könnte den Rhein noch einmal Wiedersehen, ohne vor mir selbst den Respekt zu verlieren! Und wenn sie mich in China oder Amerika das größte Jngenieurwerk der Welt bauen lassen, meinst du, das böte mir noch Ersatz, dabei hätte ich noch etwas zu- gewinnen oder zu verlieren! Im sage dir, ich habe hier meine Seele drin, Ruth, ich habe mit so viel fertig werden müssen, als mich der Gedanke packte, daß ich nie mehr davon loskomme. Denke an den alten Mann dort unten im kassierten Haus, denke an die Erinnerungen, an die Heimatgefühle, die einem bis ins innerste Wesen gedrungen sind! Sie haben in der ganzen Welt von Frevel, von Heimatschutz geschrieben, und dabei hat keiner, der da die Feder gerührt hat, and) nur eine Spur von einem Konflikt in sid) getragen! Nimm mir das Werk, und du nimmst mir das Leben, nein, nein, nicht nur das Leben, mehr als das Leben!" Ruth hatte gelauscht, war aufgestanden und sagte leise: „Hanns, dann baust du, dann mußt du es bauen, dein Werk?" „Wie meinst du das?" Ihre Haltung, ihre Gebärde, der Klang ihrer Stimme hatte ihn aufgeschreckt. Sie preßte einen Augenblick die Handflächen fest gegeneinander, wies dann auf den Stuhl und erwiderte: „Komm, setz dich! Wir wollen unserer Zukunft ins Gesicht sehen." „3a, die hängt an diesem Werk, an dem auch du deinen Teil hast, Ruth," „Ich danke dir für das Wort, Hanns. Nun höre mich ruhig an." „Ruth, wenn —" Ein schwermütiges Lächeln lief über ihre Züge, aber es klang die alte Herbe in ihrer Stimme, als sie ihn unterbrach. „Sei ruhig, es handelt sid) um dein Werk." Trotzig schwieg er still. (Fortsetzung folgt.) insgesamt von 11 Familien bezogen werden konnten. Ein weiteres in dieser Straße stehendes zweistöckiges Gebäude ist bereits im Rohbau fertig und wird im nächsten Sommer vollendet werden. Es liegen jetzt wieder einige Baugesuche vor, die im Jahr 1926 der Erledigung harren. Hm in unserem Dorfe die Baulust weiter anzuregen, hat der Gemeinde- rat den weitsichtige» Entschluß gefaßt, jedem Baulustigen, der eine neue Wohnung beschafft, das Bauholz für die Zimmermannsarbeit (nicht etwa auch für die Schreinerarbeit) dreißig Prozent unter dem Submissivnspreis zu überlassen. Hoffentlich wird von dem Anerbieten der Gemeinde recht fleißig Gebrauch gemacht, damit die Wohnungsnot in unserem Dorf weiter behoben wird. 1" Treis a. d. Lda., 24. Okt/ Die vor einigen Wochen in drei hiesigen Gehöften ausgebrochene Maul- und Klauenseuche hat fick) bank den sofort angeordneten und von den Landwirten mit peinlicher Sorgfalt befolgten behördlichen Anordnungen nicht weiter verbreitet und ist im Abheilen begriffen, so daß die Sperrmaßnahmen in Kürze wieder aufgehoben werden können. — Für die Gemeinderatswahlen sind drei Wahlvorschläge in Vorbereitung, einer von rechts, einen von links und ein mittelparteilicher. !—! Harbach, 24. Oft In dem Bericht vom Donnerstag muß es richtig heißen, daß der Beigeordnete Pitz (nicht Bürgermeister) in fein Am t eingeführt wurde. . Lich, 24. Okt. Bei den Vorbereitungen zur G c m e i » d e r a t s w a h l wurde eine recht lebhafte Tätigkeit entfaltet. Es fanden mehrere Versammlungen der Interessengruppen statt, tei- der tarn es dabei nicht in allen Fällen zu der angestrebten Einigung. So kommt es, daß Dauern, Arbeiter, Gewerbetreibende und Beamte getrennt marschieren und eigene Listen präsentieren. : : ältphe, 24. Oft. Bei de» beiden letzten Gemeinderatswahlen hatte man sich hier auf eine Einheitsliste geeinigt derart, haß die Bauernpartei fünf, die Arbeiterpartei vier Sitze erhielt. Da bei den diesjährigen Kommunalwahlen sowohl der Bürgermeister wie der Beigeordnete völlig " einstimmig wiedergewählt worden sind, wollte man auch für die bevor st ehenden Gemeinderatswahlen einem Wahlkampf aus dem Wege gehen und einen gemeinsamen Wahlvorschlag aufstellen. Dies Vorhaben ist jedoch bislang daran gescheitert, daß der Bauernbund ein Zusammengehen mit den Arbeitern an die Voraussetzung knüpft, daß er ein Mandat mehr erhält, so daß die Arbeiter alsdann nur noch drei behielten. Die Arbeiter glauben, diese Forderung nicht erfüllen zu können, da der Bauernbund hiermit die doppelte Anzahl Kandidaten verlangt als sie selbst, während er schwerlich, nach ihrer Ansicht auch die doppelte Wählerschaft hinter sich haben Dürfte. Trotz mefjrfafer Bemühungen, auch von feilen des Bürgermeisters und Beigeordneten, ist man darum nicht zu einer Einigung gelangt, sondern hat zwei getrennte Waylvorschlä ge aufgestellt. Spitzenkandidat der Arbeiter ist der Kaufmann Filsinger, der des Bauernbundes Bäcker Schwarz. — Eine ganze Anzahl H ä u - f e r wurden im Laufe dieses Sommers neu» hergestellt und gestrichen Zeugt diese Tatsache schon an und für sich von dem Schönheitssinn der Bewohner, so ist ganz besonders erfreulich, daß sich manche Eigentümer dazu entschließen konnten, statt des ewigen eintönigen Graus einem wärmeren und freudigeren Farbton für den Hausan strich zu wählen. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn man, wie dies besonders in den Städten schon geschieht, auch auf dem Lande den gleichen Weg weiter beschritte Und aus diese Weise mehr das farbige Moment im Dorfbilde zur Geltung brächte. Bei dieser Gelegenheit fei auch einmal darauf hingewiesen, daß es ganz und gar verwerflich ist, einen schönen alten Fachwerkbau wieder z u verputzen, wie man das leider hier und da sieht. Besonders glauben gerade wohlhabende Hausbesitzer sich dies schuldig zu sein, da merkaürdigerwere die Fachwerkbauart häufig einer Geringschätzung unterworfen ist. Sie seien nur daraus verwiesen, wie man andererorts bemüht ist, altes Fachwerk freizulegen. Schon eine ganze Anzahl ländlicher Rathäuser u. a. sind dadurch ein Schmuckstück ihres Dörfchens geworden. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 24. Oft. Für die bevorstehende Stadtverordnetenwahl sind im Ä> 15 für Iw " Beamte Vorschlag- bauten- I werbeir-L liegen T trennte , L einsiE ’ Vahloorsch au ! && - 11 5*1 ! spaMen ab 1 nvijde liege LnMn Million«». IJ sicher fein- T Mte, W übernommen- »teZä*1 (D Kirk ohne ®erl lege morgens | und fiira 1 Aennsahre . m Kirtorf t mit diesem u n ' rechtzeitige j Ar Aulolenk« ! bald rechts, ba i bei zu gelange Msch in den i Vorerst leiser l kurzes halten nach dem hei ' Portionen un ! Wangen des blids des fta undDagensch die Rolle ver viedertzesunder ; Zustimmung l dieser Mia Kirchhain not sei zur W Ulte weiter 0 Lihi unseres Dcri fertig ist, ba stockige Do Schott sei Zeiten Hat schon lange an tti firei 2auH, au ren Wes in* des HaaM/ehh rcirftt. Sun fcjfli: .lind n Äe Ml oe Ech ton DI a find als e ju be, -MMthme S:Än, die mimüfltr (Beo; Ä» Wchworl M Käfter" - N laflen. 2h antiltn, daß vo Merial nermai saubere Arbeit mr nod), daß ei ,Wscher Sitte I finnDoIIer . dar j)aus R Nachdenken Wßtki, wenn "Och erbauten Wies Zchj Handwerks Zeiten bald so Led zu einem <5 Erbenh Mn Jahr, , decken wie ^stellten Aeck IM fi< B Meten. Die &fun9 d'esl Mer, es hilft beste cr(d SefdjQi wirkendes' ** ist wohl n r « m .S- Geber "‘«berat) Ä ® NÖL”“ 1tt 42™ Oie ^trums M (3»itlrn‘ ?.ÄW* big R M°! »1?* >- &eT oSJ9en Skj? ÄÜ.-ÄL KS'LÄ jlftjStlt ».‘•Äte cn H eÄn v°n iS SSä »■ eteiÄ'igleU “9t""falÄ d°«ri-g« k-L°Za^ ■*t-Ä M*s: hrn ^aubdrShon r\nöuna eK'« W mm erst »in Äcn nur -aben, die L3?teI fl* < sind mit 6ttTflS dm tÄ1** C tiT8'« MÄt« * ’e|ä5J(55[iltni»9b"»®X ° P«V5Ä £ 'uc.-a,ci ÄHen»Dt- öureauraum der ^ütqet. öamilien beseht, und foL E "H einer Familie be- >cm d,e Wohnung in 1 ™ Mai 1924 geräumt F ^nlzvecke sehr benötigt '■ «J* Temeindcvettrctuna Ersucht, den ÄmliMacn seither, aber die schlechte Gemeinde säht vorlächa Sitte zu. s Akstld. !4. Olt Der Aufmarsch der mmunallvahlen ist nun t As zu dem vorgejchüe» vier Wahlvorschläg« 2lls erster erschien aus dem lag der Sozialdemokratischen )or ein Dchloorfchlag der r vorgehenöen Demokrati- Freien bürgerlichen 2er- Meven dringen eine nativ« fchiWich sind neu aus den ürtschaflsverbände mit einem oereimgten Wirtschastsgrup' tagsvahlistesebensatl- einheitliche bürgerliche Liste Hier gehen die Demokraten rliche Bereimgung mit einer whrend die Äechtsparleien ) im Kreise eine gemeinsame xn. Trotz aller Detonung, Diederausbau unserer teil« ndstcs Gebot fei, auch hier Witterung aus allen Seiten, wieder ins Leben gerufene el Kindern. Frau Heim« jein kleines Mädchen sah dauernd unlustig und litt iß von einigen Pa^uDge und hatte wieder eine » Viim-Scbokoltde Jeho^ gj-ufe' J« n^ia^noTlS ist weder tosjwen' od) ohne vor mir I ,.nß gtzek d wenn he mich' hauen znqenieurwerk d Habei böte m.c n°ch « oer- , sti-ge^L/meine Seele , id) h°be f f werden ; Mit ö eLfe3 ich nie Gedanke^ Mann iE. D-nke °"^e fl„ die irrten tyW'... sjc einein bis ■^imal9Ä'5ie habe" icdrungen l'nofieimat|d)ii!l f tat *'■?»*«s""; r "« £P" , ®rt' Ä ’^M*-** |S?‘ .1« Stell W,r S^ÄN 3i ® , „«K«1 “’4 Oerk, nn n diesen' y *, ©ort, Wn" tir dos w , ij#f über ih^.^aie' »** w Wochen markt entwickelt sich in erfreulicher Weis«. Die Zufuhr auf dem heutigen Markte mit Kartoffeln und Gemüse war gut, eS wurde alles verkauft. Für Kartoffeln, gute Speisekartoffeln, wurden pro Zentner 2,50 Mk. bezahlt. -er. Homberg, 24. Oft. Für die am 15. November stattfindende Wahl Haden die Landwirte einen Wahlvorschlag in aller Stille für sich ausgestellt, während Gewerbetreibende, Beamte und Arbeiter Freitagabend ihre Wahlvorschläge in einer öffentlichen Versammlung aufbauten. Die Arbeiter tagten für sich, dje Gc- werbetreibendr.n und Beamten gemeinsam. Sonach liegen bis heute vier nach Berufsständen getrennte Wahlvorschläge vor. Hoffentlich gelingt es einsichtigen Bürgern, einen gemeinsamen Dahlvorschlag noch in letzter Stunde zu Wege zu bringen. — 3n den nächsten Tagen wird eine Filiale der Dezirkssparkasse »Alsfeld dahier errichtet werden. Die Räume 'inb in guter Lage der Stadt gemietet und für die Geschäftsführung einer öffentlichen Kasse instand gesetzt worden. Zwei Beamte werden die Geschäfte der Kasse führen. Wie alle Bezirkssparkassen absolut sicher sind, da die in ihren, Bezirke liegenden Gemeinden mit ihrem Dec- TTwgcn haften, hier z. B. 42 Gemeinden mit 150 Millionen, so soll auch diese neue Filiale mündel- sicher sein. Don dieser Kasse werden alle Geldgeschäfte, sowie auch der Kontokorrentverkehr -übernommen. Am 1. November wird die Filiale ihre Tätigkeit beginnen. CO Kirtorf, 24. Oft. (Schnelle Justiz «hne Gerichts kost en.) Gaukelte da dieser Tage morgens kurz vor acht Uhr zwischen Plaus- Lors und Kirchhain, Bez. Kassel, ein wartender Rennfahrer mit feinem Zweirad vor dem ron Kirtorf kommenden P o st a u t o herum, um mit diesem um b i e Wette z u fahren und ihm die rechtzeitige Ankunft in Kirchhain zu vereiteln. Der Autolenker suchte bei mehrmaligem Signal bald rechts, bald links an diesem „Gernegroß" vorbei zu gelangen, was beinahe mit einem unsanften Rutsch in den Straßengraben auch gelungen wäre. Vorerst leiser Schrecken der Fahrgäste, nachher kurzes Halten des Autolenkers, energischen Zugriff nach dem herankommenden „Radkünstler", zwei Portionen ungebrannter Asche auf die beiden Dangen des Jünglings war das Werk eines Augenblicks des strammen und stämmigen Kasselaners und Wagenführers. Radler und dessen Vehikel sollen die Rolle vertauscht und sich im Straßengraben aiebergefunben haben. Allseitige Genugtuung und Zustimmung der Mitreisenden. Das Auto soll trotz dieser Justizio an Ort und Stelle den Anschluß in Kirchhain noth erreicht haben. Diese Handlungsweise fei zur Entlastung der Gerichtsbehörden für ähnliche Fälle weiter empfohlen. O Lehrbach, 24. Oft. Zur Verschönerung i nseres Dorfbildes wird, wenn es erst einmal ganz Wertig ist, das in diesen Tagen aufgeschlagene zwei- bockige Wohnhaus von Schmiedemeister Karl uochott sehr viel beitragen. Trotz der Ungunst der Zeiten hat dieser Mitbürger es unternommen, den schon lange gehegten Plan zu verwirklichen. Der cm der Kreisstrahe liegende, von Schott erworbene Äauplatz, auf dem noch die Abbruchreste des frühe- ren Hauses lagen, glich einem Trümmerfeld, das inmitten des Dorfes und noch dazu an einem Hauptoerkehrsweg äußerst unschön und störend loirlte. Nun kann man mit dem Dichter Schiller f igen: „Und neues Leben blüht aus den Ruinen .. Tic Pläne verfertigte Bauingenieur Essel (ein Sohn von Oberbauinspektor Essel in Homberg). Sie sind als eine sehr gute Lösung der gestellten Aufgabe zu bezeichnen. Das Fundament errichtete Bauunternehmer Theodor SBreibenftcin von Riederklein, die Zimmermannsarbeiten führte Zim- mermeifter Georg Kamm von Schweinsberg aus. Das Sprichwort lagt: „Wer an die Straße baut, hat viele Meister" — aber dies Hans kann sich getrost >ehen lasten. Auch der Nichtfachmann kann es beurteilen, daß vor allem einwandfreies, gutes Holz- material verwandt wurde, und daß das Ganze eine saubere Arbeit darstellt. Sehr zu wünschen wäre nur noch, daß einer der Frontvalken nach alter deutscher Sitte eine Inschrift erhielte und ein sinnvoller Hausspruch angebracht würde, der bas Haus zielte unb die Vorüberfahrenben xum Nachdenken anregte. Ferner wäre es sehr zu begrüßen, wenn der Bauherr an seiner ebenfalls kürzlich erbauten neuen Schmiede ein schön aus- geführtes Schild unb Wappen seines Handwerks anbringen würbe. Mögen sich bic Seiten halb so bessern, bah er sein begonnenes Werk zu einem guten Ende führen kann. (T) Erbenhausen, 24. Oft. Wie schon im vorigen Jahr, so haben auch bieses Jahr die Schnecken wieder großen Schaden auf den ausgestellten Aeckern angerichtet. Es ist oorgekom- men, daß sie selbst eine dritte Aussaat ver- nichteten. Die Meinungen über die erfolgreichste Bekämpfung dieser Schädlinge geben oft sehr auseinander, es hilft sich halt feder auf die Art, die ihm ab die beste erscheint. Es kommt auch viel auf die Lege und Beschaffenheit des Landes an. Ein absolut sicher wirkendes Mittel zur Vertilgung dieser Landplage ist wohl noch nicht erfunden. Kreis Schotten. Ig. Gebern, 24. Oft. (Aus dem Ge - Dteinberat) Für die ausgeschriebene Nachp- wächterstelle lagen drei Bewerbungen vor. Durch schriftliche Abstimmung wurde Alvys Em- rich dahier für diesen Posten bestimmt. — Zur Vergrößerung des Marktplatzes soll dvn der Kirchengemeinde durch Tausch ein Acker am Auerzahn erworben werden. — Es wird beschlossen, für die neuen Straßen und Häu- 'er Nummernschilder zu beschaffen Die unzeit- gemähe Benennung mehrerer Straßen soll wie folgt geändert werden: Erbsengasse in Schloß- straße, Kendel in Deestrahe. Die Linsengasse soll als Anfang der Mühlstraße betrachtet werden und diese Bezeichnung erhalten, während die neue Straße auf dem Brühl den Namen „21m Brühl" tragen soll. — Die Versicherung des Gemeindewaldes gegen Feuer wurde abgelehnt. — Es wurde weiter beschlossen, im nächsten Jahre für sämtliche Haushaltungen Wassermesser zu beschaffen. — Die vorgesehene Kirschba u in a n lag e soll nicht oberhalb des Friedhofes, sondern am Kuhtrieb in der Nähe der Schönau geschafft werden. Eichelsborf, 24. Oft. Auch hier einigte man sich für bie bevorstehende Gemeinderatswahl auf bie Aufstellung einer Einheitsliste, so baß eine Wahl überflüssig wird. Arbeiter, Bauern und Mittelstand wurden mit je 3 Mitgliedern bedacht. — Die Nachfrage nach W i r t - schafts- unb Tafelobsl ist nicht sonderlich groß, was zur Folge hat, daß die Höhe des Preises nicht den Erwartungen entspricht, die man, an der Bezahlung des Kelterobstes gemessen, hegen mußte. Für gewöhnliches Wirtschaftsobst zahlt man 7,50 Mark, beste Tafeläpfel, undurchgelesen, werden mit 12 Mk. bezahlt und abgesetzt. Kreis Büdingen. Stockheim, 24. Oft. Heute fand im Weihetschen Saale eine Kreislehrerver- f a m m l u n g statt, in der Lehrer Vier- Heller- Düdelsheim über den Reichsschul - gesctzentwurf referierte. Eine Protestresolution fand einstimmige Annahme. Bei den vorgenommenen Wahlen wurde der bewährte Ob» marm Rektor Gahert - Nic^a durch einstimmigen Zuruf toicbergetoäMt, ebenso d e Mitglieder zum Kreislehrerausschuß. Jeder der fünf Bez'.rks- lehrervereine im Kreise ist durch ein Mitglied vertreten. A Echzell, 24. Oft. Hier wurden sieben Wahlvorschläge mit originellen Kennworten zur bevorstehenden Gemeinderatswahl aufgestellt. Es gibt: eine Rote Liste, eine Dauern liste, eine verärgerte Liste, eine außergewöhnliche Liste, eine Zukunfts- liste, eine wirklich schöne Liste und eine Kompagnie liste. Vielleicht werden bis 5um Schlüsse der Einreichungsfrist noch ein oder die andere Liste hinzugetan. Starkenburg. * Darmstadt, 25. Oft. Der Oberbürgermeister von Darmstadt, Dr. Gläs- fing, beantwortet die letzte Erklärung der Deutschen Volkspartei mit einem längeren Schreiben, in dem er zu den Vorwürfen der Deutschen Volkspartei in derselben Weise wie in seiner ersten Erklärung oder wie er das bereits in der Stadtverordnetenversammlung getan hat, Stellung nimmt. Am Schluß seines Schreibens teilt der Oberbürgermeister mit, daß er aus der Deutschen Volkspartei ausscheidet. — Die Deutsche Volks- Partei in Darmstadt hat die Kandidatenliste für die Stadtverordnetenwahlen bekanntgegeben. Sie enthält mit geringen Aende- rungen die Namen der bisherigen Stadtverordneten. Preußen. Die Novembermiete in Preußen unverändert. Wieder „Amtliche Preußische Pressedienst" mitteilt, tritt in der Berechnung der gesetzlichen Miete für den Monat November gegenüber dem Vormonat keine Aenderung ein. Der Oktobersah betrug 82 bezw. 78 Prozent. Kreis Wetzlar. kz. Wetzlar, 24. Okt. Eine segensreiche Einrichtung ist in den hiesigen Schulhäusern durch Anbringung von Sparautomaten getroffen worden. Der Sparautomat nimmt nur Zehnpsennigstücke auf und gibt durch Drehen an einer Kurbel auf eine eingeschobene Sparkarte in Blaudruck eine entsprechende Quittung. Sobald die Sparkarte für eine Nlark Einlagen aufweist, wird der Betrag bei der städtischen Sparkasse, — die die Sparapparate hat anbringen, lassen—, verzinst. Von den Kindern sollen bis jetzt schon viele Groschen eingezahlt worden sein. ß Dutenhofen, 24. Okt. 3n der Nacht zum Freitag, anscheinend gegen Morgen, wurde hier in den Laden des Mehgermeisters Heinrich Geier eingebrvchen. Der Dieb gelangte durch eine Fensteröffnung, nachdem er vorher den daran befindlichen Fliegendraht entzweige- schnitten hatte, in das Innere. Anscheinend ist er in seiner Arbeit durch ein Geräusch gestört un>t- den und hat dann schleunigst den Ort seiner üblen Tätigkeit auf demselben Wege, auf dein er gekommen war, verlassen Dabei verfing sich aber feine Taschenuhr mitsamt der Kette in dem entzweigeschnittenen Draht am Fenster und blieb am Tatort zurück, wo sie bei Tagesanbruch aus dem Fenster heraushängend vorgefunden wurde. Vielleicht trägt dieser Zufall dazu bei, des Täters habhaft zu werden. Entwerrdet wurden Speck und Fleisch, dagegen blieb die Kasse unberührt. Kreis Marburg. ][ Marburg, 24. Okt. Der frühere langjährige Vorsitzende des Hessischen Geschichtsvereins, Generalleutnant a. D. Aug. Veh, ist im Alter von 78 2ahren gestorben. Der Verblichene, der im Jahre 1866 in die Armee eintrat, machte als Artillerieoffizier die Feldzüge 1866 und 1870'71 mit unb war zu- letjt Inspekteur in Köln Seit 1902 wohnte er, tote so viele alte Offiziere, hier in Marburg und machte sich, toic schon angedeutel, auch im Zivilleben vielfach verdient. — Bei der Ausschreibung eines Werbeplakats für Marburg in engerem Kreise wurde dem Kunstmaler Kurt Schmelz, hier, der erste und dem Kunstma'er und Graphiker Werner Will- g e r o b t, hier, der zweite Preis zugebilligt. — Der Polizei gelang cs, hier einen Ma n n f c ft» zunehmen. der in Gießen in einer Klinik einem Kranken Kleidungsstücke gestohlen hatte. Ferner wurde ein aut der Strafanstalt in Ziegenhain entwichener Sträfling ergriffen. Dillkreis. • Haiger. 24. Okt. Gestern wurde hier ein Bergmann aus dem Dorfe Derschen mit vollkommen zerschmettertem Schädel auf der Straße tot aufgefunöen. Die Feststellungen der GerichtSkommlfsion ergaben, daß der Getötete von einem Auto überfahren wurde. 3n seiner Begleitung soll sich eine zweite Person befunden haben, nach der eifrig gefahndet wird. Oberlahnkreis. ’ Weilburg, 24. Okt. Die Brandstiftung in der M 0 serschen Getreide- und Sägemühle in Weilburg hat jetzt ihre Aufklärung gefunden. Die Annahme, daß Arbeiter der Nachtschicht aus Rache den Brand verursacht hätten, hat sich als völlig unrichtig herausgestellt. Der Besitzer der Mühle hat jetzt eingestanden, daß er mit Hil-e einer anderen Person, die sich schon in Haft befindet, das Feuer selb st angelegt habe. Moser wurde von der Staatsanwaltschaft festgenommen. Frankfurt a. M. und Umgehend. Der Frankfurter Slraßenbahnerslreik beendet. fpd. Frankfurt a. M., 25. Okt. Sonntag nachmittag ~4.30 Uhr wurde nach achttägigem Streik der Straßenbahner der Straßenbahnbetrieb wieder ausgenommen. Nach hartnäckigen Kämpfen zwischen den streitenden Parteien wurde Sonntag früh gegen 2 Uhr in Darmstadt eine Einigung erzielt. Die Straßenbahner haben nur einen Bruchteil ihrer Forderungen durchsetzen können, sind also in dem Kampf, der von ihnen erhebliche Opfer heischt, größtenteils unterlegen. Heute früh unterbreiteten die Führer der Arbeitnehmer im Gewerkschaftshause den Straßenbahnern die Einigungsbedingungen, die sich stundenlang hinzogen, konnte man schließlich der Straßenbahndirektion die Mitteilung machen, daß man zur Wiederaufnahme der Arbeit bereit sei. Der Betrieb sollte um 1 Uhr ausgenommen werden, dann um 3 Uhr, dann um 4 Uhr, schließlich rollten 4.30 Uhr die ersten Wagen aus den Bahnhöfen auf die verrosteten Gleise in die Stadt. Mit einem Schlag waren die nach Hunderten zählenden Notfohrgelegenheiten aus dem Straßenbilde verschwunden, Der Straßenbahnbetrieb wickelt sich wieder im gewohnten Gleise ab. Die „goldenen" Tage für die Omnibusse sind vorüber. Goldene Tage im allerbesten Sinne des Wortes. Die Reichs- postverwaltung, die allein mehr als vierzig Omnibusse laufen ließ, hatte, wie uns von unterrichteter Seite berichtet wird, enorme Einnahmen. Einzelne Privatunternehmer heimsten für jeden Wagen durchschnittlich an jedem Tage einen Reingewinn von 500 Mark ein. Andererseits büßte die Stadt während des achttägigen Streifs täglich rund 20 000 Marf ein. Todessturz auf der Rennbahn. fpd. F r a n f f u r t a. M., 25. Okt. Die Sonntag nachmittag auf der Rennbahn des Stadions ftattgefunöcnen Fahrradrennen wurden gleich zu Anfang durch einen folgenschweren Unfall jäh unterbrochen. Der Rennfahrer Weiß aus Groß-Auheim stürzte mit seinem Rade und verstarb auf der Stelle. Die Rennen nahmen nach geraumer Zeit erst ihren Fortgang. Buntes Allerlei. Hunger und Liebe im Rattenreich Hunger und Liebe herrschen nach Schillers Wort im Weltgetriebe, „solang noch nicht die weite Welt Philosophie zusammenhält." Obwohl wir von diesem idealen Ziel noch weit entfernt sind, treten bei uns diese Haupttriebe doch nicht so deutlich hervor wie im Tierreich, sodaß sie sich dort leichter studieren laßen. Um Die Stärke Der verschiedenen Triebe und Hemmungen gegeneinander abzuwägen, hat Fred A. M 0 ß mit Ratten intere ante Untersuchungen vorgenommen. In einem langen Rattenkasten befinden sich drei hinteinanderliegende Kammern mit durchgehenden Türen. In Der ersten Kammer A sind Die Ratten, Die zweite D trägt am Fußboden zwei elektrisch geladene Messingplatten und in Der örtlen C ist Futter, sodaß Die Ratten, um zur Nahrung zu gelangen, über Die Platten hinweggehen müssen und Dabei einen elektrischen Schlag erhalten. Ein einziger Schlag von 90 Volt genügt, um dem Tier eine unüberwindliche Scheu vor den Platten beizubringen. Zuerst wurde die Stärke Des Hungertriebes untersucht. Von vier Ratten, die die böse Erfahrung beim Gang durch Kammer B gemacht hatten, wagte sich nach 12-ftünDigcm Hungern keine einzige auf die Platten, nach 24 Stunden 1, nach 48 Stunden 3, nach 72 Stunden aber gingen alle 4 Natten über Die Platten zum Futter hin. Dieser Hunger- graD hatte also die Hemmung überwunden. Bei Der Untersuchung des GeschlechtStriebS wurde in die Kammer 6 ein Weibchen gesetzt, und von 5 Männchen gingen 2 über die Platten. Waren aber Die Weibchen in A und Die Männchen in C, so wagten sich von 5 Weibchen 3 über Die Platten zu Den Männchen. Von Den 10 bei bleiern Versuch verwandten Tieren gingen unter sonst gleichen Bedingungen 8 Tiere nach 72stünbigcm Hunger über Die Platten zum Futter. Cs ergab sich also, daß im Rattenreich die Liebe weniger stark wirkt als Der Hunger und Daß Die Männchen weniger entschlossen sind, Hindernisse zur Vereinigung zu über- winden, als bic Weibchen. Um Gcschlechlstrieb unb Hunger unmittelbar gcgenelnanber abzuwögen. würbe bie Schlagplatte in B entfernt unb bort ein Männchen eingesetzt, bas Gelegenheit gehabt hatte zu lernen, baß c4 beim Verlassen von B in A ober C jeweils eine Stunde cingcivcnt wirb. In A würbe biefem Männchen Futter, in C ein Weibchen geboten. Von 5 Männchen, bie 72 Slimbcn gehungert hatten unb vor Die Wahl gestellt wurden, wählte nur ein einziges Das Abteil C mit dem Weibchen. Alle übrigen gingen zum Futter. Wurden bie Ratten in A unter Wasser gesetzt, während in C kein Wasser war. aber auch feine Belohnung, so gingen bei einer Wassertemperatur von 25-20 Grad von 10 Ratten keine, bei 19-10 Grab 2, bei 9-5 Grab 5 Ratten über bie Platten. Sie wählten also von zwei Hebeln bas kleinere". Weiter würbe gutpefütterten Ratten zwischen ihre Nahrung Käse auf bie schlagende Platte gelegt. Nach 8 Tagen rührte keine der Ratten mehr den Käse an, auch wenn er ungeschützt vor sie gelegt wurde, unb bie Dressur erhielt sich eine Woche lang. Schließlich würbe untersucht, ob Hunger, Geschlechtö- trieb ober Strafen ein rascheres uub länger vorhal- tenbes Lernen ermöglichen. Es befanb sich nämlich in Der Snbkammer enttoeber Futter, nachdem die Tiere gehungert hatten, ober für gutgenährte Männchen ein Weibchen ober es würben bie anberen Kammern mit gestoßenem Eise belegt unb nur bie Enbkammer war bavon frei. Nach 30 Tagen würben bie Dressurversuche wiederholt. Dabei zeigte sich, baß Belohnungen beider Art besser wirkten als bic Strafe unb baß bie durch Liebe belohnten Tiere besser behielten als die durch Futter angelodtcn, Wirtschaft. Iu den Aus!andanleihen deutscher Kommunen. Don zuständiger Seite wird uns geschrieben: Durch Die Presse gehen jetzt fast täglich Meldungen über Berhandlungen ober Abschlüsse von Anleihen deutscher 'Städte mit amerikanischen Geldgebern. Dadurch kann in der Oeffentlichkeit der Anschein erweckt werden, daß bereits eine große Anzahl deutscher Stadtanleihen Dem amerikanischer Kapitalmarkt zugeführt ivorden ist oder in Der nächsten Zeit zugefuhrt werden soll. Die beim Retchsfincrnzministerlum gebildete Beratungsstelle für Auslandkredite, bereit Begutachtung Die Auslandkrebite der Kommunen unterliegen, meist darauf hin, baß bisher mit Zustimmung Der Beratungsstelle nur die Anleihen der Städte Berlin, Köln und München in den Bereinigten Staaten von Amerika zur Ausgabe gelangt find. In letzter Zeit find verschiedentlich Anträge anderer Kommunen durch Die zuständigen Landesregierungen der Beratungsstelle zur Begutachtung vorgelegt worben. Die Beratungsstelle wird indes in allen Fällen die unbedingte Notwendigkeit und Nützlichkeit derartiger Anleiheanträge prüfen. Die Beratungsstelle steht auf dem Standpunkte, daß nur in ganz besonderen Ausnahmefällen die Produkttvltät der von Städten erstrebten Auslandkredite nachzuweisen sein wirb. Sie ist aber der Meinung, daß In allen Fällen, in Denen das nicht möglich ist, die Ausgabe von Auslandanleihen deutscher Städte im Hinblick auf Den Schuh Der deutschen Währung zu unterlassen ist. Es muß auch verhütet werden, daß die vom Auslande für bie deutsche Wirtschaft verfügbaren Gelder durch Anleiheausnahmen der Städte geschmälert werden: denn es erscheint viel dringlicher, Industrie und Landwirtschaft, soweit sie die Kredite zur Hebung des Exportes oder mittelbar zur Minderung des Importes verwenden können, mit Auslandkredi- ten auszustatten, als den Kommunen Mittel zuzuführen für Zwecke, die zwar an sich wertvoll sind, aber auf eine spätere Zeit zurückgestellt werden können. Die Amerika-NnleiHen von Duisburg und Diisseldorf. Wie Der DHD. bereits berichtet hat, haben die beiden Städte Duisburg und Düsseldorf wegen einer Amerika-Anleihe in Höhe von 6 Millionen Dollar verhandelt. Diese Anleihen sind nunmehr $um Abschluß gelangt, fallen aber zu Den Bedingungen Der allgemeinen deutschen Etädteanleihen ausgenommen werden. Aus diesem Grunde verzögert sich die Genehmigung der Anleibe durch die Beratungsstelle für Ausländsanleihen beim Reichssinanz- sowle alle Arten v. Haulunrelnlgkeiten, Houtaueichlägen, wie Blütchen, Mitesser, etc. verschwind, d.tigl. Gebrauch d. echten ftadaenpferd won Bergmann & Co., Radebeul, überall zu haben. Kreu-Drog. Aageet Moll, Nemtadt-Drog. Hass Noll, P. J. Möbi, Seifenfabrik, Serwao'a-Vrog. C. Seibel, Adler-Drogerie W. Waldschmldt, Drogerie Georg Wallenfels, Drogerie Otto Win'erholL 46c Licht bewirtschaften heißt, mit Licht Geld verdienen. Den Irrglauben vom Luxus des elef- ' irischen Lichtes beseitigt die Lichtwirffchost. Zeder lerne Licht richtig anwenden. Oer Betriebsleiter muß seine Selbstkosten darauf prüfen, um wieviel sie durch verbesserte Beleuchtung vermindert werden können. Das Llchthest „Licht und Arbeit» ist bei (LlektrizitatSwerken, Osram-Derkaufs. stellen und anderen Elektro-Fachgeschäften zum preise von 25 pf. erhältlich. 5 OS RAM SÖM^ y SEIT 1865 SCHIERSTEIN I. RHG. dn$uhg unter dri d°K die Staatsor er corläi wirb, er Nenblk l’olf eint siur.zes dl Ar stürzen in Pa lampst fein im^2r ficht l ficht gehen nn k" hin I< ffänbm jedcnso Auswc finden scheine' reift i Lage1 er zu so tui weil i rung sich r Nahm Auf ans ui nichts < neu wc lanmi Devisen! öen 2ol auf diese tum zu eines I siche IRe1 ionbem ühe ab must ui (yentim ironzof Unncrn Crüilfou, über 9?i nehmen, minifter der Enis' vongetras jum Wi Quitjaden hobt habt klären, ur Zwinge Kabinett «st» Lin iM', hat ste der A eines aei Mun s,°« W sS"- ’ > y.?fr Un9en L l die Z„""t i allem q ?r°ßb freunden Gebot, . ^rvorrus ‘ it i n a n 3 * Gin « Vainleve 'Die L» 5 9uü e i .l,*5mehrt Lp‘^en, Dc Sk- S* Nm lten Po{'t r°9e vor ■ !?"' aber i sind , mtnifterium, obwohl, wie erwähnt, die Anleihen an und für sich abgeschlossen sind. Nun- m^r hat die Stadt DüsseDorf die Genehmigung bekommen, einen Teilbetrag ihrer Anleihe in Höhe von 1,75 Mill. Am. vorläufig aufzunehmen. Die Anleihe wird in Amerika zur Zeichnung aufgelegt werden. Zu den Bedingungen der Anleihe ift noch festzustellen, daß die Verzinsung 7 Proz. und die Laufzeit 20 Jahre beträgt. Aach 5 Jahren sind die Anleihen von feiten der Städte jeweils kündbar, wie dies auch bereits bei der Kölner Anleihe der Fall war. Der Erlös der Anleihe dient bei Duisburg zum Ausbau der Hafenanlagen und des gemeinsam zu errichtenden Elektrizitätswerkes Duisburg- Düsseldorf, bei Düsseldorf ebenfalls zur Errichtung des gemeinsamen Elektrizitätswerkes und zum Ausbau städtischer Betriebe. Eine Anleihe der hessischen Kommunen. Wie gemeldet wird, liegt zur Zeit den zuständigen Regierungsinstanzen eine Sammel- anleihe der Hessischen Kommunen vor. Diese Anleihe wird nun auch von der Beratungsstelle für Auslandkredite beim Aeichsfinanz- mimsterium geprüft werden müssen, ob sie den vorgeschriebencn Richtlinien entspricht. Jur Fusion im Anilinkonzern. 3n einer Mitteilung an die Presse kündigt die Badische Anilin- und Soda- fabrik die Absicht an, die Firmen: Farbenfabriken vormals Friedrich Bayer & Co. in Leverkusen, Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Drü- ning in Höchst, Akt.-Ges. für Anilinfabrikation in Berlin, Chemische Fabrik Griesheim-Elektron in Frankfurt a. M, Chemische Fabriken vorm. Weiler ter Meer im Wege der Fusion in ihre Gesellschaft derart aufzunehmen, daß die Attio- ttäre der aufzunehmenden Gesellschaften für je nominell 1000 Am. Stammaktien den gleichen Nennbetrag in Stammaktien der Badischen Anilin- und Sodafabrik erhalten. Der Aufsichtsrat der Farbwerke vor m. Meister, Lucius & Brüning in Höchst a. M. stimmte dem Abschluß eines Fusionsvertrages mit der Badischen Anilin- und Soda- fabrik in Ludwigshafen a. Rh. zu und beschloß die Einberufung einer H.-V. zur Genehmigung dieses Vertrages auf den 21. November Wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, hat die Interessengemeinschaft der chemischen Industrie in der Mainzer Landstraße in Frankfurt a .M. ein großes Verwaltungsgebäude des Sichelkonzerns erworben in der Absicht, dort die Hauptverwaltung des Groh-Anilinkonzerns einzurichten. Deutsche Farbwerke in Riga. ' Bereits vor einigen Tagen wurde von einer geplanten Niederlassung deutscher Farbenfabriken in Riga gemeldet. Wie der DHD. hierzu erfährt, handelt es sich um die vier folgenden Firmen: Farbwerke Meister, Lucius & Brüning, Farbenfabrik vorm. Fr. Daher & Co., Leopold 'Cassella und A. G. für Anilinfabrikation. Heber dm Antrag dieser Firmen, ihnen die Einrichtung einer Transitwaren-Niederlage in Riga zu gestatten, hat das lettländische Finanzministerium noch nicht entschieden. Es ist aber damit zu rechnen, daß bas Vorhaben gelingt, da das Rigaische Zoll- departement diesen Antrag befürwortet hat. Bekanntlich handelt es sich bei dem Plan darum, daß die Erzeugnisse der deutschen Farbenfabriken in der Rigaer Niederlage neu in kleinere Packungen verteilt werden und hernach nach Rußland, Estland und Polen versandt werden sollen. Massenkündigungen in der chemischen Industrie. r Aus Frankfurt a. M., 24. DH., wird gc- * meldet: Die Gewerkschaften haben im Lause des - Freitag den Firmen Leopold Casella & Co., Werk * Mainkur, Chemische Fabrik Griesheim, E. Merck- 7 Darmstadt, Peters Union A.-G.-Frankfurt a. M. und Werner und Mertz-Mainz brieslich mitgeteilt, daß diese Betriebe von Freitag abend ab als bestreikt zu gelten haben. Dieser angekündigte Streik ist von den Belegschaften der genannten Werke tatsächlich durchgeführt worden. Der Arbeitgeberverband hat infolgedessen zum Schutze seiner bestreikten Mitgliedswerke die S t i l l e g u n g sämtlicher Veroandswerke in der Provinz Hessen-Nassau und im Freistaat Hessen angeordnet. Im /Streik befinden sich ungefähr 6000 Arbeiter und Arbeiterinnen. Durch die vom Arbeitgeberverband angeordnete BetriebsstiIlle g u n g werden weitere 24 000 Arbeiter und Arbeiterinnen in den Arbeitskampf verwickelt. Die Höch ster Farbwerke stellen infolge der Aussperrung in der chemischen Industrie am Mittwoch ihren Betrieb still. • * Anwachsen der Zahlungsschwierigkeiten in Kassel. Die Industrie- und Handelskammer zu Kassel macht bekannt, daß die Zahl der Firmen in Kassel, die in letzter Zeit Geschäftsaufsicht beantragt haben, bedeutend airgestiegen ist . Die Industrie- und Handelskammer warnt aber gleichzeitig vor der Verbreitung der zahlreichen täglichen Gerüchte, die augenblicklich über Schwierigkeiten Kasseler Firmen verbreitet werden. Am Freitag sind in Kassel mehrere neue Konkurseröffnungen bekannt gegeben worden. * Hugo Stinnes Kohlenhandels- A. G. Wie der DHD erfährt, ist über die Gründung dieser Gesellschaft, die bekanntlich die der Familie Stinnes verbleibenden Kohlen- und Schiffahrts-Interessen umfassen soll, nunmehr eine Einigung erzielt worden, so daß mit der offiziellen Gründung in kürzester Frist zu rechnen ist. Es ist ein einheitliches Aktienkapital von 25 Millionen Reichsmark vorgesehen, von dem voraussichtlich 41 Prozent in den Besitz der Familie Stinnes kommt, während sich in den Rest von 59 Prozent die soeben gegründete Bergwerks- A. G. Recklinghausen und die Friedr. Krupp A. G. teilen werden. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Schlub. fiurs Schluhti. Abend» dörls Schluss, nur» Schluhk Mittag Datum: 23. 11 24. 10. 23. 10. 24 10, 5*/„ Deutsche Rcichsanleihe • 4% Deutsche NcichSanlcihe . 3 Ve°/n Deutsche Reich San leihe 0,2275 0.216 1.2225 0,22 — — 0.27 0.276. 0.21 0.2575 0,25 3% Deutsche Rcichsanleibe . Deutsche Svarprämicnanlcihe 0,46 0.43 0.135 0,45 5 0.43 0.13 4% Prcuhischc KonsolS . . . 0,27 0,24 0.25 1,24 4° o Hessen ....... * — 0.25 Hessen........ . 3% Hessen........... — — — 0.26 —V- — — 0,21 Deutsche Wertb. Dollar-Aul. 'J 1.25 90.25 — 91 75 dto. Doll.-Schals Anwctsng.*) 97.1 96,7 — 97 4°/o Zolltürken......... 5% (Joldmcnkaner ..... 7,75 7.55 — __ 41 41.5 - — Berliner Handelsgesellschaft, tfommcii- und Pnvat-Bank — 130* 131,2* 131 2* 95* 94* 95* 05* Darmst. und Narionalbank . 106,3* 105,2* 106,2* 106,2* Tculiche Bank......... 108,5* 108* 108* Deutsche BcrcinSbank .... — -* Disconto Commandit . . . 103 6“ 10), 7* 104* 103 5* Metallbank........... < 7,5 « / Mitteldeutsche Creditbank. . 90* Dcstcrrctchische Crcditanftalt. 7.69 7.6 7 7 Wcst'oank ........... — 0,03 — Bochumer GuZ ...... — — • 73.5* 73 Buderus............ 42,5 41 9 41.25 41,3 Caro ............ — 41 5* 40* 39 Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 73,5* 60.75 71,25* -* 72.75* 81* 71,5* ,0.5* Harpcncr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... 106,5* 105* 115.4 106.5* 115,9 1Ö6* 115 Kaliwerk Westeregeln..... — 121.25 120.3 Laurahütte........... 39 31.5 3-,, 4 36,25 Oberbcdarf........... 49' 47* 49,25 Phönix Bergbau ...... 73,25* <1,4* 73,2.1* _• Rpeinstabl........... Niebcck Montan........ 58.75 71.5 i-,5 70 5 SS* 72 58J Tcllus Bergbau. ....... 50,25 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd..... 65,9* 65* 65* 73* 66,5* 73.5* Chrramischc Werke Albin . . ' _______ Zementwerk Heidelberg . . . 1 64 _ Philipp Holzmann ...... 53,5 50 — 50,13 Anglo-Cont-ssiuano ..... _ 90 Badische Anilin........ 121,75 119 25 121,75 119 75 Chemische Mader Alapbr . . — Goldschmidt . . ...... Kricslcimer Electron .... 68 68 _ 67,25 ID.25 117,62 119.5 117,62 Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung ........ 120 41 25 118.13 ■19 120 118,25 Nükgcrswerke ........ "5 M.5 — 64 Schcideanstalt ........ 90,5 90.5 — Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 5.95* 95* 95 75* 95,5* Bergmann ......... Mainkraftwerke........ 76 75 76,5 75,75 ■1,25 71 5 Schuckert........... 67,:.* 66.25* 67,62* Siemens r. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Bries Amft.-Roii 168.74 169,16 168.>4 169,26 Buen.-Aires 1.727 1.?: 1 1.727 1,731 Brss.-Antw 19 12 19,1« 19,12 19.16 Lhristiania. 85,44 85,66 84,99 85,21 .tkopenbagen 103,97 104,23 103,37 103,63 Stvckbolm . 112,26 112,54 112,26 112,54 Helsingfors. 10,55 10,59 10,55 10,59 Italien. . . 16,47 16,31 16.66 16,70 London. . ss',32 20,37 20,325 20,375 Ncuyork . . 4.195 4,205 4,195 4,2)5 Paris... 17,77 17, i 17,38 17,42 Schweij . . 80 80 81,00 80,76 80,96 Spanten. . 59,95 60,11 60,07 60.23 Japan .. . 1,718 l) 638 1,722 1.610 1,718 1,722 Hio de Jan. 0,635 0,637 Wien tn D - M Oest. abgcst 59,12 59,26 12,465 59,12 69,26 12,46 Prag .... 12,425 12,42 Belzrad . . 7.41 7,43 7.42 7,46 Budapest. . 5.875 5,825 5,875 5,895 Bulgarien . 3.05 3.06 3.03 0,06 Lissabon 21 125 21,175 21.135 -0.175 Danzig. . . 80 60 80.80 80,61 80,81 Konstantin. 2,3t 5 2,375 2,375 2,385 Alben. . . 5 49 5.51 5.24 5.26 Canada. . . 4,195 4,205 4,195 4,205 Uruguay . . 4,255 4.265 — — Banknote n. Berlin, 24 Oktbr Geld Bries Amerikanische 'Jloteit . . 4,181 4.201 Belgische Oioten ...» 19,03 19,18 Dänische Noten .... 103.11 10.1,6 i Englische Noten..... 20,283 20,388 Französische Noten . . . 17,36 17 41 Holländische Noten . . . 168,43 169.27 Italienische Noten . . . 16.64 1 i,72 Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr. 5100 Kronen 84.79 85.21 68,95 59,25 Rumänische Noten . . . — — 111,94 112,50 Schweizer Noten ....... 80.55 80,95 Spanische Noten....... 59.90 iO 20 Tschechoslowakische Noten . . 12,395 12,455 Ungarische Noten .... 5,835 5,875 Berliner Börse. (Eigener Drahtberichr des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 24. Ott. Die sich verschärfende Politikche Lage in Deutschland blieb, ..«weise ist die Hausfrau die ihre Garderobe (Damen-, Herren- u. Kinderkleider), Decken, wollene und seidene Vorhänge, Kissen, Gardinen, Teppiche, Handschuhe, Federn etc.etc.chem.reinigen Oderfärben läßt. Die meisten Gegenstände lassen sich sicher wieder wie neu herstellen. 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Erster deutscher Versicherungs-Konzern lalle Sparten! hat für verschiedene Bezirke die Baupt-Vertretung zu vergebe«. 9766ss Herren, die in der Organisation und Akauifition erfahren find, ist glänzende I Existenz geboten Weitgehendste Unter sttitzung u. hohe Bezüge werden gewäbrt- Ofserten unter L S. 22526 an Rudolf Bloss®, Berlin SW 19. wie zu erwarten stand, auf die Börse nicht ohne Einfluß. Da heute infolge des frühzeitigen Beginns des offiziellen Geschäftes nicht die geringsten Aufträge von Publikumsfeite vorlagen und die Umsätze sich daher auf die Dörfenkveise selbst beschränkten, übten die Glattstellungen der Spekulation eine kurssenkende Wirkung aus. Stark beachtet wurden dabei die Ausführungen auf der gestrigen Tagung des Nordwest- deutschen Cis enhütten-Vereins, in denen die gegenwärtige Wirtschaftslage wesentlich pessimistischer bezeichnet wurde, als dies kürzlich durch einige Wirtschastssührer geschah. Der Wochen - schluh stand infolgedessen unter dem Zeichen einer allgemeinen Verstimmung, die nur deshalb , zu keiner direkten Baisse führte, weil die Geldverhältnisse leicht blieben und mit einer verhältnismäßig glatten Abwicklung des Ultimo gerechnet wird. Die Verhältnis mäßige Flüssigkeit des Geldmarktes rührt daher, daß die öffentliche Hand von den in diesem Monat eingelaufenen Steuern größere Summen bereitgestellt und diese Beträge voraussichtlich über den Ultimo hinaus auf dem Geldmärkte belassen wird. Tägliches Geld 8 bis 10 Proz.. Monatsgeld 10 bis IIV2 Proz. Der günstige Ausweis der Reichsbank wurde gleichfalls beachtet. Am Markte der Vorkriegsvfand- b riefe wirkte die Gründung «wrä Schuhverbandes der Vorkriegspfandbriefbesiher stimulierend. Die Umsätze waren an allen Marktgebieten sehr gering. Der französische Franken lag im heutigen Devisenverkehr nach wie vor matt. Brüssel war dagegen leicht erholt, ebenso die übrigen europäischen Valuten. Die Reichsmark lag im Auslande fast unverändert. Derlinn Produktenbörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 24. Okt. Arn Produktenmarkt war die Tendenz heute befestigt, da das Inlandcmge- bot wieder geringer wurde und auch für Weizen größere Exportfrage bestand. Mehl blieb schleppend. Roggen nicht stark gefragt Hafer und Gerste stark angeboten. Futterartikel ruhig. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk. 209 bis 212, do. Oft. 228, do. Dez. 229,50, do. März 234,50 bis 235, Roggen, mark. 141 bis 145, do. Oft. 162, do. Dez. 164 bis 164,50, do. März 174 bis 174,50, Gerste, märk. 196 bis 281, Futter- gerste 156 bis 163, Hafer, märk. 165 bis 175, do. Westpreußen 157 bis 162, do. März 186; für je 100 Kilo: Weizenmehl 25,50 bis 30,50, Roggenmehl 20,75 bis 23, Weizenkleie 11 bis 11,30, Roggenkleie 8,90 bis 9,20, Vittoriaerbsen 26 bis 32, kleine Speiseerbfen 25 bis 27, Futtererbsen 20 bis 23, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22, Lupinen, blau 12 bis 12,50, Rapskuchen 15 bis 15,20, Leinkuchen 22, Trockenschnihel 8,50 bis 8,70, Torfmelasse 9,40 bis 9,60, Kartoffelflocken 14 bis 14,30, Zucker 20,10 bis 20,30. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 27. Oktober 3,30 bis 4 Uhr Die Stunde der Jugend. 4,30 bis 6 Uhr Nachmittagskonzert des 5>au$= orchesters: Märsche. 6 bis 7 Uhr Vortrag von Frau Mönckeberg-Hamburg: „Vom Sinn, Sagen und Sammeln der Volksmärchen". 7 bis 7,30Uhr. „Die Untergangsstimmung der Gegenwart in kritischer Beleuchtung", 2. Vortrag von Bibliv- theksdirektor Steinhausen. 7,30 bis 8 Uhr Funk- Hochschule: „Ueber den Mißbrauch von Medikamenten", 1. Vortrag „Geschichtliche Einleitung" von Privatdozent Dr. Koch. 8 bis 8,30 Uhr Englischer Unterricht. 8,30 bis 9,30 Uhr Mozartzyklus des Amarquartetts. 10 bis 11 Uhr: Vilma Möncke- berg-Hamburg lieft aus ihrer „Märchentruhe". Färberei Gehr. Rover Polstermöbel in Stoff und Leder. Schöne Modelle, bequeme Sitzformen, reiche Ausv/ahl, billige Preise. Sach- undjachgemäßes Aufarbeiten und Umarbeiten von Polstermöbeln u. Matratzen bei billigster Berechnung Polstermöbelhaus A. Wehrheim Kein Laden G86ß6Fl Löberstr,17 0957D Jeder Weinhändler liefert: Chem. Reinigungswerke Laden: Marktplatz 8. TeL 1459. 20D Krawattn-SeMe schwere reinseidene Qualitäten Schnittmuster pratis. 9962a Gehr. Imheuser, Marktplatz 9-10 Tel. 24« auch nachts VERTRETER: H. Elges jr., Gießen, Seltersweg 68 9963 D Hubertus" D. w. J., Sitz Bietzen. 9934V Schrift!. Angeb. unter 9934V an den Gieß. Anz« (Hegeringe?) ein. Mitgliedschaft nicht notwendig. 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