Samstag, 26. September 1925 Blatt (D 175. Jahrgang Annahme von Bnjetgtn für bie Tages mimmcr bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbtnblichkeit- Preis für 1 mm tjitje für Anzeigen von 27 mm ‘Breite üNlichS, auswärts 10 (Bolbpfcnntg; für tRe- Klame-Anzeiger p 70mm ‘Breite 35 Goldpfennig, Platzvorfchrift 20" .Auf- |d)lag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilletons Or.Friebr. Wilh Lange; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein; für den Anzeigenteil: Hans Bedt, sämtlich in Gießen feit hinter seinen Delegierten steht, sie fest und start macht durch Kritik, wo sie am Platze ist, aber auch durch Vertrauen in ihren Willen und in ihr Können, das für Deutschland zu erreichen, was zu erreichen menschenmöglich ist. Der Charakter der pakttonserenz Englische Wünsche. London, 25. Sep>t. (WB.) Die Berliner Meldung, daß das Reichskabinett beschlossen hat, die Ernladung zu einer Konferenz anzunehmen,- hat in hiesigen maßgebenden Kreisen lebhafte Befriedigung hervorgerufen. Man gibt der Hoffnung Ausdruck, es werde sich bestätigen, daß an die Erklärung der Annahme keine Dor- behalte geknüpft werden, denn dadurch könne höchstens eine neue Verzögerung bewirkt werden, was in jeder Hinsicht bedauerlich wäre. Schließlich habe ja jeder Delegierte die Möglichkeit, das, was er vorzubringen wünsche, auf der Konferenz selbst zu sagen. Zu der verschiedentlich ausgesprochenen Vermutung, die Konferenz werde nur vorläufigen Charakter haben, und es werde ihr eine Hauptkonferenz folgen, wird erklärt, daß dafür nicht der geringste Anlaß bestehe, und daß es vom britischen Standpunkt besonders unerwünscht wäre, da britische Minister in diesem Jahre sowieso wiederholt und lange Zeit von England abwesend gewesen seien. Dagegen weih der ^Daily Telegraph" zu melden, daß zwischen den Alliierten und Deutschland vereinbart worden ist, daß keine avso- lut bindenden Beschlüsse aus der Konferenz gefaßt werden sollen, sondern daß das Ergebnis der Verhandlungen der deutschen Ländern unterbreitet werden müsse, bevor die endgültige Unterzeichnung und Ratifizierung der Abmachungen erfolgen könne. Tatsächlich wird die Konferenz bereits weithin als .lediglich informativ" bezeichnet in dem Sinne, daß di: wirkliche Entscheidung einer darauf folgenden Plenarkonferenz der Premier- und Au- henMinister Vorbehalten bleiben soll. Schiedsgericht, Sicherheit, Entwaffnung Papierne Resolutionen des Völkerbundes. Er. 226 Erster Erscheint täglich, außer Sonn» unb Feiertags. Beilagen: 6 iehenerFamilienb littet Heimat im Bild. ®onat»«Bejeflsprel$: 2 Goldmark a 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlüsse: Schristleitung 112, Verlag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Giehen. Postscheckkonto: Jrantfurt a. M 11686. eintritt, breit und sicher ist. Wenn es auf der Rechten Politiker von Rang gibt, deren Forderungen über die der Regierung hinaus gehen, so kann das die Stellung des Kabinetts in den kommenden Verhandlungen nur stärken, aber wie gesagt nur dann, wenn diese Forderungen den Boden der Sachlichkeit nicht verlassen und nicht in einem Augenblick erhoben werden, der im Hinblick auf die Autorität unserer Unterhändler der denkbar ungeeignetste ist. Ueber das voraussichtliche Programm der Minifterkonferenz und die Voraussetzungen und „Rückwirkungen", die die deutsche Delegation im Verfolg der ihr vom Reichskabinett mitgegebenen Richtlinien erstreben wird, wurde hier gestern schon gesprochen. Sollte der Westpakt in der von Deutschland angestrebten Form Zustandekommen, so würde das zwcifeellos das Ende der britisch-französischen Entente bedeuten, einer Entente, die England als die schwerste Fesiel aus einer verfehlten Nachkriegspolitik seit Compiegne und Versailles langsam und schmerzlich ken- nengelernl hat. Ueber den militärischen Wert der englischen Garantie des geplanten Westpaktes braucht man sich keinen Illusionen hinzugeben, ohne deren große moralische Bedeutung zu verkennen. Deutschland gewinnt freie Hand für eine oftioc Außenpolitik, der sich in dem Schutz der deutschen Minderheiten, der Neu- ordnung der deutschen Ost grenze, des Anschlusses Oesterreichs, der Bereinigung der Saarfrage und der Wiedererlangung unserer Kolonien ein schier unerschöpfliches Betätigungsfeld eröffnet. Aber die Aufreihung all dieser Probleme ist heute noch „Zukunftsmusik", um deretwillen wir nicht die allernächsten Ziele aus dem Auge i verlieren dürfen, die es in Luzern in erster Linie | zu erreichen gilt: sofortige Räumung Kölns, Er- leichterung der Besetzung^last, Zurückziehung der M i l i t ä r k o n t r o l l e , Bereinigung von der Kriegsschuldlüge von Versailles. Das sind schon Programmpunkte, um die es sich zu verhan- dein lohnt, um deretwillen es sich auch lohnt, daß das deutsche Volk in voller Einmütig- Die Zustimmung der Länderregierungen. Berlik», 25. Sept. (fEU. Amtlich.) 3n der Versammlung der EtaatS- und Minister» Präsidenten der Länder, in der sich die autzen- polittsch« Aussprache bis in die Rachm.l are- stunden erstreckte, erstattete zunächst der Rciä» > auhenminister einen «ingehenoen Bericht. 3m Lauf« der umfassenden Erörlerun in der auch der Reichskanzler mehrfach da Dort ergriff, wurde einhellige Zustimmung zu dem Beschluß der ReichSregierung festgestellt, die internationale Zusammenkunft in der Schweiz zu beschicken. Rach einer kurzen MittagSpau'e tra'en die Ministerpräsidenten der Länder in die Erörterung innenpolitischer Fragen sowie deS Preis- fenkungsproblemS ein. Der Reichskanzler wies auf die Aolwendirkeit einer weiteren Senkung der Preise hin. Sic Maßnahmen, die von der ReichSregierung in nächster Zeit noch durchqesührt werden sollen, wurden mitgeteilt und sanden die e i n m ü 1 i g e Zustimmung der Staats- und M'mik'ernräsiden- ten, die der RcichSreg crung ihre umfassende Unterstützung zusagten. Sic Regierung werde alle Mittel anwendcn, um be^e* cde Mißstände zu beseitigen und bl: W rUchal von dem Druck einer ungebunden und unorganischen Preisbildung zu befreien. Heber ben formalen Gang zur Vorbereitung der Westpaktkonferenz erfährt die Taleg aphen- Anion ergänzend: Rach der Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder, die in Form einer erweiterten Kabinettsitzung stattfand und an der auch die stimmberechtigten Mitglieder des Reichsrates teilnahmen, wird Samstag vormittag der Auswärtige Ausschuß gehört werden, so daß am Samstag abend die deutsche Antwort auf die Einladung der Alliierten offiziell ab geh en wird. Die deutschen Botschafter in den alliierten Ländern werden beauftragt werden, die deutsche Antwort zu übermitteln. Als Datum der Konferenz dürfte der 5. Oktober als feststehend angesehen werden. Der Ort ist offiziell noch nicht genannt worden. Äußer dem Reichskanzler und dem ReichsaußenMinister wird die deutsche Delegation arrs Staatsfekretär von Schubert, Ministerialdirektor Dr. G a U s und dem Rcichs- pressechef Dr. Kiep bestehen. Der politische Kurs der Tschechoslowakei. Prag, 25. Sept. (WTB.) Sa J national- demokratische Blatt „Lidv-^ Roviny" erklärt zur Frage der außenpolitischen Orientierung bet Tschechoslowakei, es gäbe außer dem Bündnis mit Frankreich keine andere Möglichkeit als ein Bündnis mit Deutschland. Für die Tschechoslowakei sei aber Frankreich nicht nur der einzige, sondern auch ein stets vollwertiger Freund im Guten und Bösen. Daran könne ein Einvernehmen mit Deutschland nichts «ändern. Eine Amstellung der tschechischen Außenpolitik in der Richtung nach Rußland sei untunlich. Rußland werde die Tschechoslowakei nicht vor Deutschland beschützen. Ein besonderer Sicherheitspakt könne für die tschechischen Grenzen nicht in Frage kommen. Keine Teilnahme Mussolinis. Rom, 25. Sept. ITU.) Es steht jetzt enb» ?ültig fest, daß Mussolini an der SicherheilS- onferenz nicht teilnehmen wird, sondern sich durch den Rechtsgelehrten Senator S c i a l o j a oder ben Anterstaatssekretär im Auswärtigen Amt Dinograndi vertreten lassen wird. Die Preissenkungsaktion der ReichSregierung. Berlin, 26. Sept. (Wolff.) In Ergänzung zu der Meldung über die gestrige Nachmittagssitzung der Minister und Staatspräsidenten der Lander, in der die Maßnahmen der Reichsregierung über die Preissenkung beraten wurden, weiß das „Berliner Tageblatt" mitzuteilen, daß das Reichswirtschaftsministerium mit dem Studium der Kartellgesetz- gebung des Auslandes beschäftigt ist, um, wenn nötig, auch in Deutschland die Kartellverordnung zu verschärfen. Auch wird im Reichswirtschaftsministerium ein Gesetzentwurf über die Offenbarungspflicht bei !ßer- abrebungen zu öffentlichen Verdingungen vorbereitet. Wie das Blatt weiter hört, wird die Reichsregierung bei ihrem Bemühen um den Abbau der Preise sich vor allem auf die Preis- prüfungs st eilen stützen, die der Exekutive der Länder unterstehen. Es soll vor allem dafür gesorgt werden, daß sich die Herabsetzung der Umsatzsteuer voll auswirkt. Am Freitag fanden im Reichswirstchaftsministe- rium Verhandlungen mit den Vertretern des Großhandels und der Markenartikel- erzeuger statt, um eine Preissenkung für diese Waren zu erzielen. An dieser Besprechung waren vor ollen Dingen Vertreter derjenigen Industrien beteiligt, die lebenswichtige Martenartikel, wie Gerstenflocken, Margarine, Malzkoffee usw., Herstellen. Die Vertreter des Handels und der Zn- buftrie gaben die Zusicherung, die Ermäßigung der Umsatzsteuer zum Anlaß zu nehmen, um eine R e • oision der Preise bzw. der Preisspannen herbelzuführen. Des weiteren werden in den nächsten Tagen erneute Verhandlungen mit den Banken statlfinden, um eine Herabsetzung der Provisionen und der Bereitstellungsprovisionen zu erreichen. Genf, 25. Sept. (TU.) Am Freitag hält die Vollversammlung zwei Sitzungen ab, um den Schluß der Verhandlungen bis Samstag zu ermöglichen. Als erster Gegenstand wurde die Abrüstungsfrage behandelt, mit der die juristische und die Entwaffnungskommisfion sich in den letzten Tagen eingehend beschäftigt haben. Der Belgier R o l l i n, der bekannte Sachtxrständige der belgischen Regierung. empfiHlt drei Anträge der Vollversammlung zur Annahme. Ein Antrag der spanischen, japanischen und der belgischen Delegation enthält in drei Resolutionen diejenigen Grundsätze, die die Mitglieder des Völkerbundes beseelen: Schiedsgericht, Sicherheit und Entwaffnung. Die Resolutionen sollen den Weg und die Mittel weisen, die zur Erreichung des Zieles der allgemeinen Regelung der Frie- denssrage führen sollen. Der spanische Vorschlag fordert, den Völkerbund auf, der Vollversammlung im Herbste 1926 einen Bericht über die Fortschritte vorzulegen, die auf dem Wege zu einer allgemeinen Sicherheit erreicht wurden. Roll in wieS u. a. besonders darauf hin, daß durch den Abschluß von zahlreichen Sonderverträgen bereits ein wesentlicher Fortschritt erreicht sei. Der tschechische Außenminister D e n e s ch betonte die Aufgabe des Rates, das Abrüstungsproblem so bald als möglich in Angriff zu nehmen und ein Organ für die Vorbereitungen einer Abrüstungskonferenz einzuseyen Die Leistungen der Vollversammlung des Völkerbundes von diesem Jahre seien bescheiden. Lord Robert Cecil meinte, die Abrüstung müßte, um wirksam zu werden, allgemein sein. Sicherheit und Abrüstung gehören unzertrennlich zusammen. Es gab keinen wärmeren Freund des Schiedsgerichtes als Großbritannien. Aber Großbritannien habe ein Mißtrauen gegen diese allgemein gehaltenen Grundsätze, deren Tragweite es nicht übersehen könnte. Das Schiedsgericht müsse der Schlußstein des Frie- dcnsgebäudeS sein. Man könne die Anter- werjung unter ein Schiedsgericht nich'i erzwingen, sie müsse freiwillig erfolgen. Der Krieg sei nicht das rechte Mittel zur Beilegung von Streitfragen. Sicherheit, Abrüstung und Schiedsgericht seien unzertrennbar und voneinander abhängig. Es habe sich eine gewisse Angeduld gegenüber der englischen Stellungnahme in dieser Frage bemerkbar gemacht. Wer langsam gehe, gehe sicher. Der französische Delegierte de Iouvenel betonte die Rotwendigkeit des Eintrittes Deutschlands in den Völkerbund. Der Völkerbund sei viel geschmäht worden. Man habe ihn letzten Endes als eine Einrichtung zur Abrüstung anderer Staaten bezeichnet, aber dies entspreche nicht den Tatsachen. Richt nur der lateinische und der angelsächsische Geist müßten mit sein, sondern auch der germanische (lebhafter Beifall). 3n allernächster Zeit würden die verantwortlichen Minister der Großmächte zusammentreten, um hochbedeutende Verhandlungen auf der Arbeitsunterlage zu führen, die der Völkerbund geschaffen habe. Rach französischer Auffassung bleibt die Rot- Wendigkeit belieben, daß die Lücken im Artikel 15 des Dölkerbundspaktes über die Beilegung von Das deutsche Volk und der Sicherheitspatt. Das Reichskabinett hat unter dem Vorsitz des Relchspräsidenlen die Einladung der alliierten Mächte zur Sicherheitskonserenz angenommen. Die Ministerpräsidenten der Länder und der Aus- wärtige Ausschuß des Reichstags werden sich zweifellos hinter den Kabinettsbcschluß stellen und der Entsendung des Reichskanzlers Dr. Luther und des Außenministers Dr. Strefemann als Führer der deutschen Delegation zustimmen. Die Marsch- route der Delegierten, soweit sie nicht schon in den von allen Parteien gebilligten Memoranden und Roten des Reichskabinetts festgelegt ist, wird in weiteren Kabinettsberatungen im -Laufe der nächsten Woche noch näher zu umschreiben sein. Keinesfalls wird es so sein — das geht aus den offiziösen Der- lautbarungen zweifelsfrei hervor —, daß der Delegation nun für die Verhandlungen mit den Alliierten plein pouvoir eingeräumt wird, sondern die bevorstehende Mlnisterkonferenz wird ebenfalls wie schon die Londoner Juristenzusammenkunst nur vorbereitender 'Natur sein, insofern, als das in London errichtete juristisch-formale Vertragsgebäude nun in Luzern nach der politisch-materiellen Seite hin ergänzt wird. Den bindenden Abschluß des Sicherheitspaktes jedoch werden sich Reichspräsident und R e i ch s k a b i n e 11 selbst Vorbehalten, und sie werden schwerlich diesen für Deutschlands Außenpolitik auf Jahre hinaus bestimmenden Schritt tun, ohne im Reichstag eine Mehrheit für ihre Politik zu suchen. Wer sich diesen Gang der Dinge vor Augen hält, wird die Kritik an der Sicherheitspolitik der '.Regierung in manchen Kreisen der Rechten zumindest in diesem Augenblick als unangebracht empfinden. Wir stehen dem Sicherheitspakt als solchem und feinen möglichen Auswirkungen auf Deutschlands Lage gewiß ohne allen Optimismus gegenüber, aber das sind Fragen, die in dem Augenblick ja gar nicht zur Diskussion standen, wo es sich darum handelte, die Einladung zu mündlichen Sicherheitsverhandlungen anzunehmen, auf die die Politik des Reichskabinetts feit Monaten hingearbeitet hat. Die Deutfchnationale Partei, von deren rechtem Flügel diese Kritik in scharfer Zuspitzung auf die Person Dr. Stresemanns ausgeht, ist im Reichskadinett durch drei Minister vertreten. Feldmarschall Hindenburg ist Reichspräsident, Dr. Luther Reichs- kanzler. Da heißt cs doch den zweifellos hervor- ragenden diplomatischen Fähigkeiten des Außenministers und seiner gewiß eminenten parlamentarischen Geschicklichkeit zuviel zuzutrauen, wenn man glaubt, Strefemann vermöge Reichspräsident und Reichskabinett einschließlich der deutschnationalen Minister für seine Pläne zu gewinnen, wenn nicht schwerwiegende Gründe für deren Annahme sprächen. Das Kabinett Luther ist das erste Kabinett seit der Revolution, das mit aller Entschlossenheit gegen- ‘über den Parteien die Führung in die Hand nimmt unb sich nicht von wechselnden Parteiströmungen gängeln läßt. Dafür muß man gerade in den Kreisen Verständnis erwarten, die in der Abkehr von einem überspannten und mißverstandenen Parlamentarismus, in einer Zurückdrängung der Parteien in die ihnen zukommenden Schranken den Beginn des politischen Gesundungsprozesies begrüßten. Aber Führer fordern Vertrauen, unbegrenztes Vertrauen gerade in den Volksschichten, deren politische Linie sie innehalten. Sttesemanns Paktoorschlag geht aiirütf auf die Idee vorn Rheinpakt des Kabinetts Cuno, dessen Außenpolitik von Dr. H e l f f e r i ch, dem weitaus bcbcutcnbflcn und bisher nicht ersetzten Führer der Deutschnationalen, entscheidend becin= stußt wurde. Der Verzicht auf eine Aenderung der Westgrenze durch Waffengewalt (also auch der 23er- zicht auf kriegerische Rückeroberung Elsaß-Lothrin- oens) war bereits einer der Hauptpunkte des Cuno- Helfferichschen Planes. Das Strefemannsche Projekt hat die Billigung des Reichskabinetts, auch der deutschnationalen Minister gesunden, an dem deutsch- ftanzöfischen Notenwechsel war das gesamte Kabi° I nett in jedem Stadium eng beteiligt, im Reichstag bat die deutschnationale Fraktion durch den Mund ihres Vorsitzenden, des Grafen Westarp, den Stresemannschen Vorschlag wie ihn sich das Kabinett Luther in feiner Gesamtheit zu eigen gemacht hat, mit aller Ausdrücklichkeit gebilligt. Es ist also kein Raum für Krisenmacher der Art, wie sie Anfang dieser Woche wieder einmal am Werk waren. Die Autorität der Regierung nach außen hin wird sicherlich nicht gefördert durch gereizte Auseinandersetzungen innerhalb der Regierungsparteien, durch Versuche, sich von der schon übernommenen Verantwortung für eine Politik zu drücken, die man aus sehr verständlichen und durchaus zu würdigenden Gründen nur ungern und zögernd mitmacht, die man jedoch im Augenblick wenigstens durch keine bessere zu ersetzen weiß. Nationale Opposition ist notwendig, ist das beste Werkzeug in der Hand ge- schickter Unterhändler. Die Reparationskonferenzen mit Frankreich und England haben uns dafür in den letzten Jahren die besten Beweise geliefert. Aber sie muß sachlich bleiben und die Augenblicke ihrer Kritik so wählen, daß die leitenden Minister sich bei den schwebenden Verhandlungen ihrer bedienen können, nicht aber vor Derhand- {ungsbeginn von ihr desavouiert werden. Erst vor wenigen Tagen stellte der deutschnationale „T a g" fest, daß über die Voraussetzungen pnb die Bedingungen des zur Diskussion stehenden Sicherheilspaktes im deutschen Volk weitestgehende Uebereinstimmung bestehe, die über den Rahmen der Regierungsparteien hinaus auch D e • mo traten und Sozialdemokraten ein» ^beziehe. Das deutschnationale Blatt macht sich dann die für die Sicherheitsverhandlungen vom sozial- demokratischen Parteitag in Heidelberg ausgestellten Richtlinien zu eigen unb stellt fest, daß bie Basis, ouf der j)ie Reichsregierung in die Verhandlungen internationalen Streitfällen durch den Dölker- bundsrat zugestopft werden müssen. Eine Lücke bestehl vor allem deswegen, weil es nach diesem Artikel genügt, daß ein einziges Ratsmitglied einem von den übrigen Rats- Mitgliedern gebilligten Bericht nicht z u • stimmt, um allen Staaten ihre Handlungs- frcibeit wiederzuaeben, und daß e=8 gleichfalls genügt, daß ein Mitgliedsstaat des Völkerbundes einen Freund im Dolkerbundsrat hat, um damit die Möglichkeit zu erlangen, zu einer ihm genehmen Zeit einen Krieg ausbrechen zu lassen. Dieser Artikel bietet also ganz offenkundig die Möglichkeit für jeden politischen Schacher und für politische Geheimverträge, von denen man die Welt erlöst glaubte. Aber selbst wenn man alle Lücken des Artikels 15 des Völkerbundspaktes zustopfen würde, so hätte man noch nichts erreicht: man hätte im Gegenteil die Sache der internationalen Gerechtigkeit geschwächt, wenn man das Schiedsverfahren nicht mit der Idee der Sanktionen verbunden und auf diese Weise die Gerechtigkeit sichergestellt hätte. Die französische Generatton von heute ist der Auffassung, daß das Schiedsverfahren nicht von den Sanktionen getrennt werden bars. Beide müssen mit der Abrüstung zusammen ein großes Ganzes. bilden. Um den erwähnten Gefahren zu entgehen, ist man genötigt. die Herabsetzung der Rüstungen mit den Sicherheiten in ein richtiges Verhältnis zu bringen. Am Rachmittag nahm die Dölkerbundsver- sammlung die Entschließungen über die Vorbereitung einer späteren Abrüstungskonferenz und über die Erweiterung des Rüstungsausschusses unverändert an. — Die Entschließungen sprechen sich ferner für den Abschluß von Echiedsverttägen und von gegenfeitigen Sicherheitsverträgen aus und empfehlen im Hinblick auf eine spätere Einführung der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit den Abschluß von besonderen Verträgen über Schiedsverfahren oder anderweitige Rechtsregelungen. Chamberlain gegen obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit. London, 25. Sept. (WTD.) Auf eine von dem Rationalrat zur Verhinderung von Kriegen organisierten und von einer halben Million Personen unterzeichneten Petition, in der die Regierung aufgefordert wird, den Grundsatz eines Schiedsgerichtes für alle internationalen Streitfälle unverzüglich vorzunehmen, wurde vom Foreign Office im Ramen Chamberlains eine Antwort erteilt, in der bargelegt wird, daß Groß-Britannien bereits in weitestgehendem Maße den Grundsatz des Schiedsgerichtes angenommen habe, daß es aber nicht klug wäre, eine Verpflichtung einzugehen, jeden Streisall, auch solche, bei denen wichtige Interessen oder die Unabhängigkeit des Staates berührt werden, ohne daß eine Kriegsgefahr besteht, einem Schiedsspruch zu unterbreiten. Man dürfe nicht vergessen, daß das britische Reich keine einheitliche Verfassung hat, und daß bei jedem Schritt die Zustimmung der Dominions und Indiens eingeholt werden müsse. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk und Verlag: Vrühl'sche Univerfilütr-Vuch' und Stchtörucferei R. Lange in Giehen. 5chnftlettnng und Geschäftsstelle: 8chnlstrahe 7. Französische Anmaßung. Brüskierung des badifcheu Staatspräsidenten. Karlsruhe. 25. Sept. (£11.) Amtlich. «Staatspräsident Dr. Hellpach hatte die Absicht, dec Einladung der Stadtgemeinde K e h i und des Verkehrsvereins Kehl folgend, dem am Sonntag, 27. September 1925 in Kehl stattfinden- Len Heimattag beizuwohnen. Die Verwirklichung der Absicht hat sich nunmehr, zu dem lebhaftesten Bedauern des badischen Staatspräsidenten nicht ermöglichen lassen. Der Delegierte der internationalen Rhein- lavdoberkommission hat dem Landrat der Gemeinde Kehl erklärt, er wünsche den Staatspräsidenten in Kehl zu sprech en. Er. der Delegierte, habe von der internationalen Rheinlcindoberkommtffion den Auftrag, dem Staatspräsidenten zu eröffnen, daß eine Rede mit Anspielung au f die politischen Zu st an de und das entrissene Gebiet, wie sie der Staatspräsident kürzlich beim Heimattag in Karlsruhe gehalten habe, i n Kehl nicht geduldet werden könne. Diesen Auftrag will er sich gegenüber dem Staatspräsidenten persönlich entledigen, und zwar bevor der Staatspräsident sich zum vorgesehenen Bankett begebe. Es ist erklärlich, daß sich der Staatspräsident einer derartigen unwürdigen Zurechtweisung und Zumutung nicht aussetzen kann. Die Bevölkerung des besetzten Gebietes, sowie die Bevölkerung des gesamten Landes Baden wird cs darnach verstehen, wenn der Staatspräsident seine Absicht, an dem Hcimattag teilzunehmen, auf geb en muhte." Keine französische Marokko-Offensive. Paris, 26. Sept. (TU.) Pressevertreter melden aus dem französischen Hauptquartier, daß die Heeresleitung endgültig auf jede größere Offensive auf dem marokkanischen Kriegsschauplatz verzichtet habe, da hierdurch doch kein durchschlagender Erfolg zu erzielen sei. Sn militärischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß bisher Abd el Krim allen französischen Dprstöhen ausgewichen sei und sich in seine Gebirgsstellungen zurückgezogen habe, gegen die nur mit allergröhten Schwierigkeiten vorgegangen werden könne. Lllarschall P6tain soll beabsichtigen, die Truppen Abd el Krims durch ununterbrochene partielle Angriffe zu schwächen. Dadurch, daß zu verschiedenen Zeiten auf den verschiedenen Fronten angegriffen würde, zwinge man Abd el Krim allmählich seine gesamten Truppen einzusehen. Auch seine besten Kampftruppen, die er bisher für die Hauptentscheidung in Reserve gehalten habe, müßte er im Lause der Kämpfe einsehen. So würde sich die Truppenmacht der Rifleute allmählich verbluten. Da allgemeine Generalangriffe nicht mehr erfolgen sollen. ist es den Unterführern an den einzelnen Frontabschnitten freigestellt, örtliche Angriffe vorzunehmen, die jedoch mit andern Kampfhandlungen in keiner Uebereinstimmung zu stehen brauchten. Grundsätzlich soll jedoch der Feind Tag und Rächt beunruhigt werden. Die Lage in Spanisch-Marokko. Madrid, 25. Sept. (Havas.) Das heute ausgegebene offizielle Communiqu6 besagt, daß der Rückzug der Truppen, die gestern im Frontabschnitt von AlhucemaS tätig waren, ohne Zwischenfälle vor sich gegangen sei. Die letzte Rächt sei ruhig verlaufen. Sm Verlaufe der vorgestrigen Kümpfe habe der Gegner mehr als drei- hundert Tote verloren. Die Spanier erbeuteten etwa dreihundert Gewehre und machten 15 Ge- 5 fangene. Abd el Krim bemühe sich, Mannschaftskontingente auszuheben. Zwei Offiziere des in - Melilla stationierten Kommandos hätten sich im Flugzeug nach Taza begeben. Der „Temps" berichtet hierzu, daß am 24. ds. Mts. die Gruppe der Generale Sarv und Perez mit Unterstützung von eingeborenen Truppen den Vormarsch auf Ajdir unternahm und hier nach äußerst schweren Kämpfen die Stellung des Geg- „ ners bei Morro Viso und Dschebel Malmussi genommen hat. Die Abteilungen des Generals Saro haben alsdann auf dem eroberten Terrain biwakiert, während die Abteilung Perez sich auf ihre Ausgangsstellung zurückgezogen habe. — Diese optimistische Auffassung wird von dem militärischen Mitarbeiter des „Sournal des Dsbats" nicht geteilt. Er erklärt, daß die Ereignisse im Frontabschnitt von Al- hucemas den spanischen Behörden offenbar noch nicht bekannt seien. Bevorstehende Offensive ■gegen die Drusen. Paris, 26. Sept. (WTB. Funkspruch.) Rach einer von der „Ere Rouvelle" wiedergegebenen Rachricht metbet man aus Damaskus, daß eine große Offensive gegen die Drusen bevorsteht. 20 000 Mann mit 44 Tanks und 32 Panzerwagen sowie 140 Flugzeugen sollen an dieser Operation teiluehmen. Ablehnung des französischen SchuldentilgUngsplanes. Paris, 25. Sept. (WB.) Wie Havas berichtet. hat im Laufe der heutigen Vollsitzung Staatssekretär Mellon Finanzminister CaiI- l a u x ein Memorandum überreicht, in dem der Standpunkt der amerikanischen Kommission zu den französischen Vorschlägen auseinanöergeseht wird, sowie die Gründe, aus denen die amerikanische Kommissioil die frnnzösifchm Vorschläge für unannehmbar hält. Außerdem werden in dem Memorandum gewisse Vorschläge angeregt, um eine Grundlage für die Schuldenrege- lung zu finden Preußischer Landtag. Berlin, 25. Sept. (TU.) Zu Beginn der heutigen Sitzung nimmt der Landtag von der Verordnung zur Ausführung der Wahlen der Stadtverordnetenversammlung und Vezirtöver- fammtungcn von Berlin Kenntnis. Die erste Wahl auf Grund dieser Verordnung findet am 25. Oktober statt. Das Haus wandte sich hierauf der zweiten Lesung des Provinziol- und Kreistagswahlgesehes zu. Der Entwurf wird ein neues Wahlsystem sein, um den bisherigen Zustand zu beseitigen, daß einzelne Teile der Kreise und Provinzen in den Vertretungskörperschaften nicht vertreten sind. Oberbürgermeisterwahl in Metzen. Oberbürgermeister Keller aus Lebenszeit wiedergewähtt. * Gießen, 26. September 1925. Da die 12jährige Amtszeit des Oberbürgermeisters Keller demnächst ihr Ende erreicht, trat die Stadtverwrdneten-Versamm- lung gestern abend zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um über die Besetzung des Oberbürgermeister-Postens zu beschließen. Hierzu lag zunächst ein Antrag der Vorsitzenden sämtlicher Stadtverordneten fraktionen (Dr. Krausmüller, Mann, Schmahl, Fischer) vor, Oberbürgermeister Keller wiederzuwählen. Die geheime Abstimmung mittels Stimmzettels hatte das Ergebnis, daß sämtliche abgegebenen 39 Stimmen für Oberbürgermeister Keller lauteten. Sn einem weiteren Antrag beantragten die Stadtverordneten Dr. Krausmüller, Schmahl, Fischer, die Wiederwahl des Oberbürgermeisters Keller auf Lebenszeit vorzunehmcn. Zu diesem Antrag ließ die sozialdemokratische Fraktion durch ihren Vorsitzenden erklären, daß die Sozialdemokratie Wahlen auf Lebenszeit grundsätzlich verwerfe, daher gegen den Antrag stimmen müsse; sie wolle jedoch damit keine Unfreundlichkeit gegen den Oberbürgermeister zum Ausdruck bringen. Bei der Abstimmung stimmten 29 Stadtverordnete, also die Zweidrittelmehrheit, für die Wiederwahl auf Lebenszeit. Oberbürgermeister Keller, der von diesen Be- Die zweite Beratung hat schon wiederholt auf der Tagesordnung gestanden, konnte aber nicht durchgeführt werden, da die Parteien, die gegen die Reuregelung sind, das Haus beschlußunfähig machten. Dr. Freiherr v. Mirbach (Dtschntl.) erklärt das Einverständnis seiner Fraktion für den 2 9. Rovember als Wahltermin. Eine gleichmäßige Verteilung der Sitze im Kreistage sei notwendig. Abg. v. E h - nern (D. Bp.) wendet sich gegen die Vorschläge. Eine weitere Hinausschiebung der Wahlen könnten seine Freunde nicht rnitrnachen; so sehr Verbesserungsvorschläge auch zu empfehlen seien, so sei doch die Bemängelung des alten Wahlrechtes nicht so stark, daß man nicht am 25. Oktober wählen könnte. Abg. Haas (Soz.) tritt diesem Standpunkt entgegen. Abg. Schülling (Ztr.) tritt für die Verschiebungen ein. Das Zentrum sei gegen die Listenverbindung, weil das Volk politisch erzogen werden müßte. Sn der Abstimmung wird dann die Vorlage nach den Ausschußvorschlägen mit den interfraktionell vereinbarten Aenderun- gen angenommen. Der neue Wahltermin wird auf den 29. Rovember festgesetzt. Das Haus wendet sich wieder dem Wo'hlfahrtsetat zu. Dollswohlsahrtsminister H i r t s i e f e r legt die Gründe dar für die Haltung des Ministeriums in der Frage der Besetzung von Krei sarzt stellen im besetzten Gebiet durch ungeprüfte 2lerzte. Die Stellung der Desatzungsbehörde hake dazu gezwungen. Zum Heb- ammengesetz werde er für Verbesserungen eintreten, falls sich das als notwendig erweise. Die Typhus-Epidemie werde sich die Regierung angelegen sein lassen. Schuld an der Seuche sei die nicht ausreichende Pasteurisierung der Milch. Durch schnelles Zugreifen der medi^ zinischen Behörden sei größeres Unglück verhütet worden. Vor allem müssen neue TyPhuScrkran- kungen sofort zur Anzeige gebracht werden. Gin entsprechendes Gesetz sei in Vorbereitung. Abgeordneter Dr. Derkemeyer (D.Vp.) wendet sich dagegen, daß in das Schank stätten- 9 esetz auch das Selbstbestimmungsrecht der Gemeinden aufgenommen werde. Das würde sich als ein überaus starker Eingriff in die Familienrechte erweisen und zur Vernichtung zahlreicher kleiner Existenzen führen. Weiterverhandlung Samstag. Die Tagung -er Deutschen Landwirtschastsgesellschaft. Königsberg. 25. Sept. (TU.) Mittwoch abend waren die Mitglieder der D. L. G. zu einem Begrüß ungsabend der Stadt Königsberg in der Stadthalle eingeladen. 27ach Musikvortragen des Königsberger Sym- Phonteorchesters entbot Bürgermeister Dr. Gocr- beler den aus allen Teilen des Reiches nach Königsberg gekommenen Landwirten den Will- tommensgruß der Stadt Königsberg und betonte die enge Verbindung der Hauptstadt des deutschen Ostens mit der Landwirtschaft. 3n Fortsetzung der sachlichen Beratungen fand die 13. Versammlung der Rinderzucht- Abteilung unter dem Vorsitz von Geheimrat Prof. Dr. Vogel. München, statt. Bei Beratung der Schauordnung für die 32. Wanderausstellung 1926 wurde der Fortfall der Aufnahmebestimmung für aus dem Ausland eingeführte Tiere beschlossen. Tierzuchtdirektor Dr. Peters, Königsberg, erstattete dann einen Bericht über Maßnahmen zur Stärkung der Ko n ft i t u t i o n als notwendige Ergänzungen der Leistungskontrolle. Während die Milchkontrollvereine die Leistungen der Tiere steigerten, müßten gleichzeitig Maßnahmen zur Stärkung der Konstitutionen in Anwendung kommen d. h. HerauSzüchtung zweckmäßiger Kor^erformen, Bevorzugung der Konstitutionsgemeinschaften bei der Zuchtwahl, harte Aufzucht für Sungtiere und natürliche Haltung der Zuchttiere. Die 66. Versammlung der Geräteabteilung beschäftigte sich unter dem Vorsitz von Oberamtmann G ö r g - Preußleitz mit der Beratung der Schauordnung für die Wanderaus- ftellung in Breslau und beschloß die Wiedereinführung von ersten Preisen in Gestalt von großen Silberdenkmünzen. Rach Beratung der Pr-nSprüfungsbestimmungen für das Sahr 1927 ft vorgesehen Förderungseinrichtungen zum Süllen von Silotürmen, Motorfüllpumpen, Mo- torbaumspritzen, Ackerschleppen und Hntergrund- lvckerer für motorische Kraft. Bei dem Bericht über die Hauptprüfung von Geräten zum Hacken, Haufen und Tieflockern, Kartoffelzackern erklärte Diplomingenieur Victor- Berlin, daß die Prüfung im nächsten Jahre unter Teilnahme der Ackerbauabteilung fortgesetzt würde. Bei seinem Vortrag über die Entwickelung der Motor- Dampfmaschinen zeigte Prof. Dr. Wormfeldi aus Bonn an Lichtbildern, wie die Motor-Dresch- meschinen mit der Zeit bedeutend einfacher geworden sind. Auf der 55. Versammlung per Obst- und schlüssen sofort in Kenntnis gesetzt wurde, betrat hierauf den Sitzungssaal, wo Beigeordneter Dr. S e i b namens der Mitglieder der Stadtverwaltung und Stadtverordneter Dr. Krausmüller namens der Stadtverordneten herzliche Be- grützungsworte an den Gewühlten richteten. Oberbürgermeister Keller dankte hierauf in einer kurzen Ansprache. Mit diesem Beschluß hat die Stadtverord- neten-Dersammlung der Geschichte unserer Stadt einen besonderen Markstein eingefügt. Die Wiederwahl auf Lebenszeit ist für das gewählte Stadtoberhaupt eine hohe Ehrung, denn in diesem Beschluß offenbart sich ein außerordentliches Maß von Vertrauen, das die Stadt- verordneten-Versammlung, die ja aus dem engen Zusammenarbeiten mit der Stadtverwaltung deren Wirken am kompetentesten beurteilen kann, als Vertretung der Bürgerschaft dem Oberbürgermeister Keller entgegenbringt. Besonders eindrucksvoll ist dabei auch die Tatsache, daß das Stadtparlament bei dieser wichtigen Entscheidung sich freigchalten hat von parteipolitischen Machenschaften, wie man sie heutzutage bei derartigen Gelegenheiten leider nur allzu häufig antrifft. Wir beglückwünschen den nunmehr auf Lebenszeit hier amtierenden Oberbürgermeister Keller zu der hohen Auszeichnung, die ihm mit dieser Wahlentscheidung zuteil wurde. Eine eingehendere Würdigung behalten wir uns vor. Weinbauabteilung sprach Prof. Dr. Evert aus Landsberg a. d. Warthe über den Ruhen der Bienenzucht für Obst- und Landwirtschaft. Er zeigte vor allem den Wert der Fremdbestäubung durch Bienen im Obstbau, aber auch für Raps, Rotklee und Buchweizen. Dr. Ebert- Berlin besprach die Einheitspackung und Absatzorganisation als eine Lebensfrage deö Obstbaues. Sn von Rittergutsbesitzer von Raehrich, Puschkowa geleiteter 51. Versammlung der Saat« zuchtabteilung sprach Prof. Dr. Mitscherlich. Königsberg über Sorten und Stammanbauversuche und den Einfluß auf die Methoden der Pflanzenzucht. Pros. Dr. Gaßner aus Braunschweig äußerte sich über den Einfluß klimatischer Faktoren auf das Saatgut, und zwar vor allem auf den Keimling und auf das Rähr- gewebe. Beide Redner waren sich in der Rot- wendigkeit des HebergangeS von der mortho- logischen auf die physiologische Zuchtrichtung einig. Dr. Wirth in Amerika. Reuhvrk. 25. Sept (WTB.) Der in Amerika weilende frühere deutsche Reichskanzler Dr. Wirth sprach in einer von der Reuyorker ülni- versität veranstalteten Versammlung von Auslandsgläubigern und stellte zunächst fest, daß eine dauernde wirtschaftliche und finanzielle Erholung Deutschlands nur eintreten könne, wenn seine ungünstige Außenhandelsbilanz verschwinde. Er appellierte dann an die Finanzleute der Welt, die allein richtige weltwirtschaftliche Richtung einzuschlagen und d i e Zollschranken z u beseitigen, die Deutschland hindern. Guter in bas Ausland zu verkaufen, die es am wirtschaftlichsten Herstellen kann. Deutschland müsse einen äleberschuh 1 ei ner Ausfuhr erzielen, um seinen Verpflichtungen an das Ausland nachzukommen. Die Aufgabe fei tatsächlich schwer, teilweise deshalb, weil Deutschland den Verlust feiner im Ausland angelegten Kapitalien und feiner Kolonien zu tragen habe, und auch das Mutterland Verluste an Gebiet und Bevölkerung erlitt. 3mmerb in seien in den letzten Monaten in geringem Maß Fortschritte erzielt worden. Die Handelskammer gab zu Ehren Dr. Wirth ein Frühstück in den Räumen des Dankierllubs, an dem eine Reihe von hervorragenden Persönlichkeiten der Finanz- und Geschäftswelt teilnahmen. Der Präsident der Handelskammer Hermann Metz brachte einen Toast aus den Präsidenten Coolidge und den deutschen Reichspräsidenten aus. 'Senator Copeland erklärte, wenn er zu bestimmen hätte, würde eine Wirtschaftskonferenz stattfinden, auf der die Geschäftsleute sich darüber schlüssig würden, wie die frühere normale Weltlage am Besten wiederhergestellt werden könne. Polizeikommissar E n r i g h t hieß in Vertretung des Bürgermeisters Hyland den Gast in Reuyork herzlich willkommen. Dr. Wirth stellte unter allgemeiner Heiterkeit fest, er sehe hier zum ersten Male, daß Trinksprüche mit klarem Wasser ausgebracht toürien. Wenn Klarheit und Wahrheit auch in den Beziehungen der Völker und Länder untereinander geherrscht hätte, so hätte großes Anheil verhütet werden können. Hieitw politische Nachrichten. Der preußische Innenminister hat mit sofortiger Wirkung das Auftreten Hitlers als Redner in öffentlichen Versammlungen oder sonstigen öffentlichen Veranstaltungen für das Gebiet des Freistaats Preußen bis auf weiteres verboten. Einer KorrZpondcnzmeldung zufolge soll demnächst in der journalistischen Leitung der »K r e u s $ e i t u n g“ eine Aenherung eintreten. 2lls künftiger journalistischer Leiter des Blattes, das zu einem kulturellen Org an mit reichem Bildschmuck ausgestaltet werden soll, wird der Schwebe A k l u n d genannt. Die Anregung zu dieser Umgestaltung soll auf die Stockholmer Kirchenkonferenz und den Erzbischof Söder- b l o m von Tlpsala zurückzuführen sein. Nach einer Londoner Meldungen sollen die drei Zeitungen Lord Rothermeres, des Bruders des verstorbenen Lord N o r t h c l i f f e, „Daily Mail", „Evening News" und „Weekly Dis- patch", in die Hände der Gebrüder Berry für 60 Millionen Dollar übergegangen fein. Die drei Gebrüder Berry, die Nichtpolitiker und Geschäftsleute großen Stils find, besitzen bereits die „Sun- day Times", die „Financial Times", den „Evening Expreß", den „Daily Graphic" und andere Blätter. Der russische Dolkskommissar des Auswärtigen, Tschitscherin, trifft Sonntag zum Besuch der polnischen Regierung in Warschau ein. Später wird er seinen Erholungsurlaub in Wiesbaden verbringen. Kunst und Wissenschaft. Reinhardt-Gastspiel in Vad-Nauheim. Ein Gastspiel der von Map Reinhardt gegründeten Internationalen Panto- mimen-Gesellschaft bringt am Dienstag 29. September im Großen Haus die Ballett- Pantomime „Sie grüne Flöte" in der Inszenierung von Max Reinhardt zur Aus- führung. Zu der Handlung hat Sinar Rilson Musik von Mozart zusammengestellt. Max Reinhardt als Regisseur und Ernst 3Ra t rat) als Choreograph haben hier gemeinsam mit dem für Dekorationen und Kostüme verantwortlich zeichnenden Ernst Stern ein Musterbeispiel dafür geschaffen, wie ein in unserer Zeit noch lebensfähiges Ballett beschaffen sein soll. Reben der „Grünen Flöte" bringt das Gastfpiel noch einige kürzere Ballette und Pantomimen. Aus aller Welt. Massenraub von Exportgülern. Bor dem Hamburger Strafrichter haben sich jetzt 440 in 20 Gruppen eingeteilte Angeklagte zu verantworten, die oom Dezember 19'23 "bis September 1924 massenhaft Ausfuhrgüter raubten bzw. Beihilfe beim Raub leisteten oder sich der Hehlerei schuldig machten. Die Diebe hatten das entwendete Gut in sechzig Räuberhöhlen untergebracht, in denen sie die geraubten Kisten erbrachen und ausraubten und dann mit Sand gefüllt weitersandten. Diese wertlosen Sendungen gingen dann ins Ausland. Zn dreitägiger Verhandlung gegen die aus sechzehn An- geklagten bestehende erste Gruppe wurden drei Kutscher zu 15 Monaten bis drei Jahren Gefängnis, andere Angeklagte zu drei bis neun Monaten Gefängnis, zwei zu kleineren Geldstrafen und der Haupthehler zu einem Jahr drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Grubenunglück. Essen, 26. Sept. (WTB. Funkspruch.) Aul der Zeche „Matthias S t i n n e s" Schacht I in Karnap ereignete sich gestern aus bisher noch unbekannten Gründen ein LInglück, bei dem ein Bergmann getötet und ein anderer schwer verletzt wurde. Wettervoraussage. Meist bedeckt, westliche bis irördlichc Winde Temperaturen wenig verändert, Regenfälle. Das neue Störungsgebiet ist schneller als zu erwarten war, östlich vorgestoßen und liegt mit seinem Kern heute über dem Rordmeer. Seine Ausläufer bringen uns zunächst erneut Regen- falle, doch dürfte später schnelles Aufklaren, ver- bunden mit schwacher Wärmezunahme, zu erwarten fein. Gestrige Tagestempcraturcn: Maximum 15, Minimum 5,5 Grad Celsius. Niederschläge: 0,3 Millimeter. Heutige Morgentemperatur. 8,6 Grad Celsius. Aus Stadt und Land. Gießen, den 26. September 1925. „Darf ich Ihre Flamme küssen?" Ich gehöre zu den leidenschaftlichen Rauchern, Das ist natürlich keine welterschütternde Tatsache, andere Leute sind es nicht, und sie leben auch. Als leidenschaftlicher Raucher hat man natürlich seine Streichhölzer bei sich, das gehört zum Rauchen, wie das Dach aufs Haus. „Versteht sich", wirst du sage», lieber Leser. Aber wir sind alle Menschen; daher kann es mal vorkommen, daß man keine Streichhölzer bei sich hat, man hat sie eben vergessen. Aber wir leben ja nicht allein, wie weiland Robinson auf seiner Insel. Und eine Hand wäscht ja bekanntlich die andere. Es gibt so viele hilfsbereite Mitmenschen, die dir gern aushelfcn! Drum steuerst du in solcher Verlegenheit einfach auf einen Zeitgenossen zu, lüftest den Hut und fragst höflich: „Darf ich um Feuer bitten?" Dein Gegenüber wird dir deine Bitte sogleich erfüllen, du dankst und gehst weiter. Es ist ein kleiner Liebesdienst, den sich alle Raucher gegenseitig erweisen. Doch in das Heer der Raucher bringen jetzt so viele Unberufene ein, die die schönen alten Sitten zerstören. Diesen Leuten fehlt der nötige Takt. Ein Beispiel: Stehe ich da neulich auf der Straßenbahn. Plötzlich klopft mir jemand auf die Schulter. Ich drehe mich um und denke, es ist ein alter Bekannter. Mit Nichten! Ein ganz junger Mensch knurrt: „Feuer!" und bohrt mir seine Zigarette ins Gesicht. Wortlos und verblüfft halte ich ihm meine Zigarre hin. Kein Wort des Dankes, er führt nur zwei Finger an den Rand seiner Mütze, aber beileibe nicht militärisch, und bläst mir Rauchwolken ins Gesicht. Dann sah ich neulich, wie ein älterer Mann von einem Hosenmatz um Feuer gebeten wurde, das heißt nicht gebeten, sondern besagter Hosenmatz steckte feine „Flöte" einfach in den Pfeifenkopf des Mannes und stocherte darin herum. Der Arbeiter aber antwortete mit einer immensen Maulschelle. „Kinder Hamm nich ze roochen!" sagte er schlicht und drehte sich um. Das war die einzig richtige Antwort! Und heute passierte mir folgendes: Ich ging | nichtsahnend durch die Stadt und rauchte. Plötzlich j kam ein blasser Jüngling auf mich zu, hielt mir seine Zigarette vor die Nase und sagte: „Darf ich Ihre Flamme küssen?" Ich war baff angesichts dieser Unverschämtheit. Doch mit Rücksicht auf meine bessere Einsicht beherrschte ich meine — rechte Hand - und dachte nur ganz wehmütig: Jugend von ' heute! S. * •• Einreichung von Wählbar- sch lägen. Sm neuesten Amtsverkündigungsblatt wird zur Einreichung der Wahlvorschläge für die am 15. Rovember stattfindenden Wahlen zum Provtnzialtag und zum Kreistag aufgefordert. Die Wahlvorschläge müssen späte- stens bis zum 18. Oktober schriftlich abgegeben fein. Für den Provinzialtag sind 35 Der» tretcr, für den Kreistag des Kreises Gießen 30 Mitglieder zu wählen. Sn einem Wahl- vorschlag dürfen nicht mehr als die doppelte - Zahl der zu wählenden Mitglieder vorgeschlagen werden. Räheres ist aus dem Amtsverkündi- | gungsblatt Rr. 76 zu ersehen. * Eine Ermahnung an die Fuhrleute. Unter Hinweis auf den tragischen Tod des Fuhrmanns S o st. der bekanntlich von seinem eigenen Fuhrwerk überfahren wurde, ermahnt das Polizeiamt die Führer von Fuhrwerken jeglicher Art, während des Fahrens sich niemals auf die Deichsel deS Wagens zu stellen, sondern aufzusitzen oder neben dem Wagen herzugehen. ( 4 Mschg-t yipiei ’ er Mage. bi» nvrblichr ®in6 f >derl. regens. ! ®l*l ift schneller oft |l Mcflofjcn uni lugt H brm Aordmeer Sc,M | ^nächst erneu/ Sm. I »nettri Suf/Iuren, ve- k ärmejohe, ,u er. > lurcit: HlQtimum 15, R sius. Mderschläge ■ Morgentrin-eratui V mb Land. 26. September 1925. mmehüfcnl" Wachen Cauthen TatM mb \\t leben auch. 8k it man natürlich sei» /hört zum Rauchen.»: eht sich", wirst du (agc ) alle Menschen^ hcfr laß man feine Streit t sie eben vergessen, hl allein, wie axte Und eine Hand n>D Cs gibt jo oitlt bilfc , gern ausljtlltn!, ?nir. ^'1 ■enfjeil einfach auf einen T Hut unb fragfl * Sein (gegenüber wub [ [(n, du banfit unb W! t iebesbienit, ben W a6! ? Wcher bringen |t) '■ )it schönen alten Sulr jit der nötige Taft, da neulich aufber ott mir Mod au J- „ unb benfe, e» jlJ * M! Gin.W 1$ b bohrt nur feine unb veBfs'ha ^l in Mt d<4 Dan^ den Wb seiner Mux- fj und dläst mir Rauch ic ein älterer UHann «' e „Men würbe, da. 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Teleph.881 SttoSSMSieSeu Mühlsir.24 Broadway Musik von Jaap Äool igtjinb u Unter- UMhUVttdfl oJdßranj- p, motfl. 7.45. »predigt: 5.15, Spiegelbild Musik von Auguste Durand FesteSauSaang: 6.50. NB. Wahrend der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. (Gottesdienst der isr. Reltgionsgesellschas Sonntag, den 27. Scptbr.wId.Morg.b 00. nachm^:.30, Montag den 28. Septbr. 1925. Vers ühnungSf cf! Dorabd. 6.20 Predigt, morg. 6.00, öcftct’auia. 6.50. Wochengottesdienst morg. 6.30 abdS. 5.30. Isr. Äettgionsgemeinde. SotteSd, l. b.6UUaßrae (Güdanlagci. Montag, den 28. OchUiT. Derso!> > Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Julius Keßler und Kind Ludw. Konr. Luh und Angehörige Ph. Keßler und Angehörige. geb. Luh im Alter von 31 Jahren in die Ewigkeit abgerufen. Das Leben hangt an einem Faden Marionettenspicl mit Musik von Muffat 9006V Episode im Urwald Musik von Weber :: Hauptdarsteller. Ernst Matray, Katta Stern. Maria Svlveg.A. D.Blum. 30 Mitwirkende Barten ju 1.50 bi» 7 — an brr Theaterkarte im Kurhaus erhältlich. > UMb enkaffc Ju wählen sind viy: 8dm Humor In glänzende Stimmung zu versehen zu stürmischem ‘Beifall hinzureihen versteht. Jur DerKehrserschlietzung des Vogelsbergs. unter Leitung von Regierunqsrat 61 r n cf vom Kreisamt Alsfeld eine Besprechung über die Errichtung weiterer Postkrastwa- a e n l i n i e n statt, zu der auch der Bettreter de» Kreisamtes Schotten. BeqierungSrat Weber. erschienen war. Don selten der L?i'?rpvst» direkt Ion war Oberpostrat W i 11 i ch - Darmstadt Heute morgen 10 Uhr wurde durch Gottes Ratschluß nach kurzer, schwerer Krankheit meine herzensgute Frau, die treusorgende Mutter ihres Kindes, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin, Enkelin und Tante Frau Luise Keßler andacht. — Gründers. 9', Messe mit Pr^l^at. - Hungen. 9'., Hochamt mit Predigt. — Lich. 7* Messe mit Predigt. Israelitische Gemeinden. Kurhaus Büd-Nauheim, Großes Haus Dienstag, den 29. September 1925, abends 8 Uhr Einziges Gastspiel der Internationalen Pantomimen- Gesellschaft .Reinhardt-Festspiel' unter Mitwirkung des staatlichen KurvrchesterS Die grüne Flöte Dallet-Panwmime mit Musik von Mozart :: Regie Mar Reinhardt :: Gesamt-Ehorevgraphie Ernst Matray Ruherbem: WNUMMMIIMllv SAmlk zu AuSstellungS- zwecken leihweise se- sucht. Schr. Ana- u. 89800 an d. G. Anz. llUMIllMMMIIVIIll Der Vorstand der Innvngs-Arankenkaffe der Fleischer.Annuuq (Lietzen. dort Pirr, I. Vorsitzenber. 897ID X Alsfeld. 26. Sept. Gestern fand Saale des Gasthauses zur .Erholung" dahier zu wählenden m le zur Hälfte den Arbeitgebern und Arbeit, nehmern angehören. Die Btteiligten werden Mir Einreichung von getrennten <20abtoeffct>4ftßcn (Borschlagsliften) für Vorstand usiv Ausstnusi aufgefordert. Der Wahlletter ist befugt, di» Wahl und Stimmberechtigung zu prüfen. &. eTrwsiehlt sich daher, eigen A^LWfiS hierüber zur Wahlhandlry»- pMtziM-inaen. Gießen, den 26. September 1925. anwesend, ferner zahlreiche Dürgermeister und sonstige Interessenten auS den an den fraglichen Strecken beteiligten Gemeinden. Rach einem einleitenden Referat des Referenten der Oberpostdirektion über die Entwicklung deS Dostkraft- wagenwesenS in Hessen wurde zunächst die in Aussicht genommene Linie II11 i cp ft e i u —A l s- s e l d eröttert. Rach einer eingehenden Aussprache einigte man sich dahin, daß diese Linie in zwei Linien getrennt wird, und zwar MeicheS — Alsfeld und MeicheS — Alrichstein — Schotten. Die weiter vorgeschlagene Linie e 1 da—Rieder-Gemündcn und Rundfunk-Programm des frankfurter TenderS. Sonntag, 27. September. 8 biS 9 Ahr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wattburg-Derein Frankfurt a. M. 12 biS 1 Al^r: MittagSständchen des HauSordxsterS Märsche und Waszer. 3,45 biS 4.45 Uhr: IweiteS Kon- zctt der Regimentskapelle des ehern, t und k. Inf.-Regiments Hoch- und Deutschmeister Rr. 4. Streichmusik. 5 bis 6 1H)t: Kinderstunde. 6.30 bis 7 Uhr: .Lebenskunst". 5. Rorlesung: Du sollst den Werktag heiligen, von Karl Scheffler. 7 bis 8 Uhr: Stuitde deS Rhein-Matnifchen Der- bandeS für Volksbildung: .Vettbold Auerbach, ein deutscher Dolkserzähler". mit Vorlesungen von Alfred Auerbach 8,30 Uhr: Sinfonie-Konzert Beethoven. — Tageskalender für Samstag. Wasferfportoerein Hellas 1920, abends 8 Uhr, Rath. Dereinshaus 5. Stiftungsfest. — Lichtspielhaus, Lahnhofstr.: „Schatten von Patts". — flfto- tta.Lichlsoiele: „Der Boxerkönig von Neuoork". — Aus dem Stadttheatcroureau wird uns geschrieben: Rochmals sei auf den einmaligen Vortragsabend von Professor Marcell Salzer am kommenden Dienstag hingewiefen. Für die vielen, die den einzigartigen Künstler kennen, genügt ja der einfache Hinweis. Für diejenigen, denen der berühmte Gast noch nicht bekannt Ist, sei bemerkt, dasi nach allen neu vorliegenden Pressestimmcn Professor Salzer zur Zett auf der Hohe feines Könnens steht und überall das Prlbltkum durch seinen sprudelnden Kh^chNche Aachrichten. SvaugeNsche Gemeinden. Gietzen. Conntaa, 27j6crtrul>cr 16. u. Trinit. StadMrche. 9’,: EroffnungHgottesdlenst für dcn Konstrmandenunterttcht der Markuöaemeinde. P'r. Becker. 11: Kinderkirche f. d. Marttlsaetneind. Pfr. Becker. 6: Psarrass. Henri. IobanneSkirT-.c. G/,: Pfr. Ausfeld. 11: Ktnberkirche V d. Johan'..s- gemeinde. Pfr. 2Ui6f$IÖ. 6: Pfarrnsi, Schrü^eiS. 8: Bibtlbttvrechung i- IohanncSsaal. Pfarrasii^.cnt Schultheis. — K^chberg. 10; 11 lohnst rn.cbre für die männliche Jugend. - Mainzlar : Watzenborn-Sarbenteich. Watzenborn-Steinbcrg: Abends 7: Beichte, anschl Gottesdienst unp heil. Abendmahl d. älteren Verheirateten. Garbentcich: l. Katholisch« Gemeinden. Siesten. Samötag, d. 26. Septbr. 4 , u. 7 Beichte. von jedem Bewerber eine (rmdrunfl darüber vorzulcgen, dasi er zur -Anr-ahme der Wahl bereit ist. N«b der langer Debatte gleichfalls gutgeheisten. Die Oberpostdirektion wird durch die zuständigen Kreisämter den einzelnen Gemeinden die Fahrpläne zur Aeusierung demnächst vorlegen. Wenn die obigen Linien zur Ausführung kommen, wird die DerkehrSerschliehung des Bogelsberge« einen groben, weiteren Fvttschtttt gemacht haben. Turnen, Sport und Spiel. Kreisligaverbandsspiel in Metzen. Am morgigen Sonntag findet das erste KrttsligaverbandSspiel auf dem Waldspielplatz deS D. f.D statt. Ds treffen sich Sportverein .Hessen 1911“ Frankenberg und D. f. D Giestm. Frankenberg gehött sttt 2 Jahren der Kreis' Sonntag, den 27. Septbr. 17. öot©Um nach Pflugs 6‘/t Beichte. 7 Meffe, Kom. der Frauen, 6 Koni., v Hochamt mit Predigt, 11 Messe ui. uadj- mittags IungfrauentongregattovSti Andacht, 3 CBedyumhiiig mit A Haltung im VerefnShaule. Don ne Beichte. Freitag 6*, Segensamt, aSd Gerichtssaal. • Darmstadt, 25. Sept. Im Wiederaufnahmeverfahren ist jetzt vom DezirkS- schöffengericht der Schlaffer Franz Doller auS Groh-Zimmern frei gesprochen worden. Gr war 1922. damals 18 Jahre alt. wegen eines Rotzuchtvcrluchs vom Schwurgettchl zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zeuginnen waren nur zwei junge QKäbdxm. von denen das eine seine AuSsag« widerttef. Doffer hat seine Strafe verbüht. Da in der Verhäng lung vor dem Dezirksschoffengericht da» andere Mädchen seine beschworenen Aussagen ausrecht- crhielt, wurde Doller zwar mangel« Beweise« freigesprochen, ihm aber keine Entschädigung für die verbühte Strafe zuerkannt. Gruppe unterzeichnet fein. Jeder Mohlvorschlia soll soviel ^Bewerbet benennen, al8 Vertreter iuvb C£t- sahmiitmer zu wühlen sind. Die eivzedren Bewerber sind getrennt nach Vevt^tern unb Ersatzmännern, unter fottlansfttder Nummer aufzuführen unb nach Fc-viffiett- unb Bor- (Nuf-) Otemep, Beruf und Wohnott (Wob Bersicherten ist dem sie beschatt: Die Wahlvorschlüge sind teiligten Arbeitgeber und aufzustellen; sie müssen von 5 Wahlberechtigten der befef tzoftratffch findet diese wohlgemeinte Wavnmg bic gebührende Beachtung unb Befolgung. Sine Steuererklärung für die Einkommensteuer undKSrperschafts- steuer wird in der heutigen Bekanntmachung der Finanzämter Giehen. Butzbach, Grünberg unb Hungen ana es ordert Interessenten seien aus die wichttge Bttanntmachung hiermit besonders r iterfu rTu« de« Alice- Frauenverein« wird in unserem heutigen An-eigenteil angekündigt. Interessenten seien auf biefe Anzeige besonder« hingewiefen. •• Strastenbahn-Fahrfcheinbeft - chen können von heute ab von den Wagenführern der Strahenbahn käuflich erworben werden. " In den Ruhestand versetzt wurde der Polizeiverwaltung-oberafststent Peter Zimmer zu Diesten mit Wirkung vom 1. Rov. 1925. ' WerisiderglücklicheDewinner? Der glückliche Gewinner deS ersten Hauptgewinnes bei Kriegsbeschädigten-Lottette. deren Ziehung vor mehreren Wochen war. wtrd gesucht. Der Gewinn, eine Dreizimmer-Einttchtung. fiel aus Rr. 17 255 Bis jetzt hat sich der Besitzer des Loses noch nicht gemeldet: sein Anspruch auf den Gewinn erlifcht mit dem 30. September. " Die Hansa-HandelSschule von I Kunzelmann. Dahnhofstrahe 60, gibt in bei heutigen Rümmer den Stundenplan für da« Wintersemester bekannt. (6. Anzeige.) » W i e oft darf man eine Eifen- bahafabrt unterbrechen? Auf Fahrkatten für einfache Fahtt darf die Fahrt nur einmal aus Doppelkatten und Rückfahttkarten je einmal aut der Hinfahrt und der Rückfahtt unterbrochen werden. Die Geltungsdauer wird durch eine Fahrtunterbrechung nicht verlängert. Schnellzugs- zuschlagSkatten dürfen im Falle der Fahrtunterbrechung zur Weiterreise benutzt werden. Reisenden mit Schülerkatten, Arbeiterrückfahrkatten. Sonderzugssahrkatten und ungeschriebenen Fahrkatten steht eine Unterbrechung nicht zu. Inhaber von zufammenaestefften Fahrscheinheften bürfen die Reise innerhalb der Geltungsdauer des Hefte« beliebig oft unterbrechen. Die unterbrochene Reise kann von einer anderen, der Bestimmungsstation näher gelegenen Station desselben DahnwegS fvttgesetzt werden. Als Fahrtunterbrechung wird nicht angesehen das lediglich durch den Fahrplan bedingte Erwarten de« nächsten Anfchlustzuges. selbst im Falle der Liebernachtung. Gültigkeitsvermerk wird bei Fahrtunterbrechung auf der Fahrkarte nicht angebracht. Die Lochung beim Austtttt ist nicht al« solche anzusehen. Bornotizen. — Tageskalender für Sonntag. Gießener Sportclub von 1000, nachm. 2 Uhr, Sportplatz am Philosophenwaid leichtathletische Wettkämpfe. — Gießener Radfahrerverein 1865, nachm. 3i ilyr, „Karlsruhe" Vereinemeisterschaftsscihren. — Lichtspiele wie Samstag. berücksichtta: dem Wahltag bet betn chiae- reicht werden. Die Stimmevgabc ist an die Wahlvsrschläge gebunden, d. Stimmzettel muß «epau mit einem WVhi" Vorschläge Übereinsttmmen. Die Wahk bek ötGoifnebev "m ReuenBgue 21 Möbliertes Weh«- nah TGaszimmer nur an Herrn ans guter Familie zu vermieten 107893 Großes, IrHstdstch möbliertes Zimmer au oerm. [07842 Raööeimtr 5tr. 58 n. ZSZw« mit eteftr. Licht zu vermieten [07830 DsrinOstrake io. M!.ZSn sofort z. verm Gnautdftr. 14 p. ist die idealste Fußbekleidung für gesunde und leidende Füße Ebrtechritt verbürgen bestes Material hervorragende Paßform vornehme Eleganz Alleinige Niederlage für Gießen: Telefon 210 Mäusburg 12 Beim Einkauf von M.10.- an erhält jeder Kunde ein Los der Gießener Wertlotterle gratis. Ziehung am 15. 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September 1925 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 226 Zweites Blatt skandinavischen Staaten und Holland solche Der- >u- Das große Heimatblatt Oberhessens und des benachbarten Lahngedietes hat im Iubiläumsjahre 1925 seinen Ausbau in jeder Weise weiterhin gefördert. — Wenn der Giehener Anzeiger heute mit seiner Bezugseinladung für den Herbst heroortritt, so geschieht es im Vertrauen darauf, ein wirklich zeitgemähes, reichhaltiges Provinzblatt zu bieten, das hohen Anforderungen des Lesers entspricht. Eine Tagesnummer der nächsten Wochen wird bereichert sein durch die Jubiläumsausgabe des Giehener Anzeigers. Diese Sondernummer wird nach Umfang, Lextinhalt und künstlerischer Bildausstattung eine heimatliche Kulturgeschichte darstellen und auch die technische Leistungsfähigkeit eines modernen Jeitungs- betriebes zeigen. Neben den Beiträgen berufener Vertreter und Sachverständiger in Wirtschaft, Handel und Verkehr, Volkskunde, Kunst und Wissenschaft, wird die Geschäftswelt aus dem Verbreitungsgebiet des Giehener Anzeigers mit ihren Ankündigungen in erheblichem Ausmaße hervortreten und den Beweis erbringen, dah diese Heimatzeitung anerkannt wird als das große Anzeigenblatt handeln. Es ist auch gut. dah wirtschaftliche Zusammenschlüsse nicht mit Völkern versucht werden. die vorerst noch in einem starken politischen Gegensatz zueinander stehen. Stellt sich dann heraus. dah etwa ein mitteleuropäischer Wirtschaftsblock bessere Aussichten für die Teilnahme am Weltgeschäft gewährt, so liehe sich dieser Block durch Aeuaufnahme weiterer Rach- barn erweitern, bis dann schließlich die europäis che Zoll- und WirtschaftS- Union Wirklichkeit geworden wäre. Aach dieser Richtung wird daS entthronte Kontlnental- Europa streben müssen, wenn es eine neue und feste wirtschaftliche Basis gewinnen will. 175 Jahre Giehener Anzeiger sriedenS-Enthusiasten unterstützte Idee eines flaatlichen Zusammenschlusses der ver- chiedenen konlmental-«uropäifchen Länder muh au8 vage Zukunftsillusion beiseite geschoben werden. Wollten wir daraus warten. biS sich etwa Deutschland und Frankre ch staatlich vereinigen, so würde die wirtschaftliche Auszehrung Ston- tinental-EuropaS einen solchen Grad angenommen haben, dah uns auch eine politische Verbrüderung nicht mehr zu retten vermöchte. Der nü .ernt Wirtschaft-Politiker wird daher sein Ziel näher stecken müssen. Dor Giehener Anzeiger Gegründet 1750 einbarungen treffen könnte. 8s würde sich z> nächst wohl nur um die gegenseitige 8 rmäh ?ung der Zölle, um Vereinfachung der Zoll- ormalitäten. um Verzicht auf Einreise-Visa usw. Amerikanische Kredite. Don Sir Josiah S t a m v K. D. S., Gouverneur der Bank of England und Mitglied des Dawes- Ausschusses. Finanzwelt und Wissenschaft in den Der- einigten Staaten beschäftigen sich augenblicklich sehr mit dem schwierigen Problem, die Aufrechterhaltung der bestehenden günstigen Handelsbilanz mit dem Eingang von Zinszahlungen aus der interalliierten Verschuldung und den ReparativnSeingä ngen in Einklang zu bringen. Der jüngste Dorschlag zur Lösung des schwierigen, die gesamte amerikanische Dolkswirtschast berührenden Problems kommt bekanntlich von Rufus Dawes, Knental-SuropaS verringert. Der Weltkrieg hat sich vorwiegend aus dem Dvden deS europäischen Festlandes abgespielt. Die Zerstörungen waren europäische Der- l u st e. Reue Staaten und mit ihnen neue Dureaukratien und neue Grenzen sind entstanden und erschweren die Ausnutzung der Rohstoffläger und die Zusammenarbeit selbst räumlich dicht beieinander gelegener Gebiete. Besonders in den reuen Staaten sind Bestrebungen im Gange, neue Industriezweige aufzu bauen, seSst wenn die lDo raus seh ungen hierfür nur sehr ungenügend «füllt sind. Dom Standpunkt der kontinentaleuropäischen Wirtschastsinteressen kann man solche lokalen Autarkiebestrebungen nur als to t r t- ffchaf tlichen Part ikul ar i sm uS bezeichnen. Dielen Ländern erscheint es als das wichtigste Äritertum einer unbedingten staatlichen Selbständigkeit, dah sie an ihren Grenzen hohe urrd feste Barrieren gegen den Personen- und Warenverkehr errichteten All dies ist geeignet, daS Streben der kontinental-europäischen Staaten nach Schaffung einer neuen WirtschaftS- und Ent- toi al ungSgruno l age zu behindern. ES ist daher daS gemeinsame Schicksal fast aller europäischen Länder, dah ihr Anteil am Weltgeschäft sinkt, und dah eS ihnen immer schwerer wird,, mit ihren künstlich verteuerten Waren auf dem Weltmarkt Fuh hu fallen. Der Reichswirtschaftsminister Dr. Reu Haus hat in seiner erwähnten Rede auS tiefer Analyse die Folgerung gezogen, dah die einzelnen Staaten des europäischen Festlandes planmäßig an dem Abbau der Zollschranken der DerkehrSabsperrungen und anderer LDirtschaftshemmungen arbeiten mühten, wenn sie Uicht in Gefahr geraten wollen, 300 Millionen Menschen der Verelendung preiSzugeben. Die von gewissen Fanatikern des Pan- ^uropa-DogmaS gepredigte und von Welt- allem gilt es, die Hindernisse aus dem Wege zu räumen, welche einer zoll-, Verkehrs- und währungspolitischen Zusammenfassung auch nur einiger kontinental-europäisä-er Staaten entgegenstehen. Deutschland ist durch den Versailler Vertrag zugunsten seiner Aachbarn territorial über das Mah hinaus verkleinert worden, das sich mit dem nationalen Selbstbestimmungsrecht und mit den Ansprüchen eines kulturell fortgeschrittenen Volles verträgt. Ein Abbau der wirtschaftlichen Grenzen bei Fortbestehen der heutigen politischen Grenzen würde eine Preisgabe berechtigter nationaler Ansprüche des deutschen Vol- keS bedeuten. Weiter würde Deutschland die losgelösten Rohstoffgebiete in Oberschlesien und Elsaß-Lolhringen endgültig preisgeben, wenn es dazu beitrüge, den Erben dieser Gebiete die geraubten Brocken verdaulich zu machen. Daneben kommt die Tatsache in Betracht, dah mehrere Länder des europäischen Festlandes infolge ihrer einschrumpsenden Währung auf Kosten ihrer Aachbarn eine ungesunde Export-Konjunktur geniesten. Von Anfang April bts Ende September ist der Kurs des französischen Franken von rund 22 Ml. auf rund 20 Mk., daS ist um 9,3 Prozent gesunken, der belgische Frank fiel in der gleichen Zeit von 21,40 Mk. auf 18,60 Mk., das ist um 13 Prozent, und der polnische Zloty sogar von 80.6 auf 68, das ist um 15,7 Prozent. Ehe nicht stabile Währungsverhältnisse auf dem europäischen Festlande eingetreten sind, begegnet ein wirtschaftlicher Zusammenschluß der einzelnen Länder unüberwindlichen Schwierigkeiten. Es darf ferner nicht ganz außer acht gelassen werden, daß die Reparations- bestimmungen die Verwirklichung etwa einer „kontinental-europäischen Zollunion" erschwert. Ein Teil der deutschen Reparationslast ist auf Zollabgaben begründet. Unsere Gläubiger würden sich in ihren Rechten benachteiligt fühlen, wenn wir einen großen Teil der Grem- zölle — nämlich auf die von europäischen Aach- barländern eingehenden Waren —, aufheben würden. Endlich würden die wirtschaftlich und finanziell weltbeherrfchenden angelsächsischen Mächte nicht ganz mit Unrecht in einem wirtschaftlichen Zusammenschluß Kontinen- tal-Europas eine Gefahr für ihre eigene Machtstellung erblicken und alles aufbieten, um einen solchen Zusammenschluß zu verhindern oder doch zu verzögern. Handhaben besitzen die angelsächsischen Mächte genug durch das Gläubiger-Verhältnis. in welchem sie gegenüber den meisten Ländern Kontinental-Europas stehen. Brauchbar und praktifch durchführbar ist von der Idee der Vereinigten Staaten von Europa zunächst nur der Abbau von Zollbarrieren zwischen e t"n i g e n Staaten deS europäischen F e st l a n d e s. Es besteht kein Grund. weShalb Deutschland nicht etwa mit der Schweiz, Oesterreich, der Tschechoslowakei, den Bereinigte Staaten von Europa. Von Dr. WaltherErvll. Wir haben in den letzten Jahren verschieden!- Nch die Erfahrung bestätigt gesehen, daß Ideen Unb Pläne saft in der gleichen Form unabhängig voneinander an versch ebenen Stellen konzipier! werden und wachsen. 3m DvlkSmunde heißt cs dann, die Gedanken liegen In der Lust, — können also von den verschiedensten Personen gleichzeitig aufgenommen werden. So ist eS auch mit der Idee gegangen, dah fich die einzelnen floaten europäischen Festlandes nicht mehr in demMaße wie bisher wirtschaftlich voneinander abschiietzen dürfen, wenn sie den auf ihrem Territorium vereinten Menschenmengen eine leibUQe Zu- kunftSslcherheit geben wollen Am 17. September sprach der ReichSw rtschaft-mrnlster Dr. Aeu- h a u S auf der Dresdener Tagung bcS 3entP.il- verbandeS des deutschen Großhandels über die Verschlechterung, welche während der letzten elf Jahre für Kontinentak-Suropa als ©heb der Weltwirtschaft eingetreten ist. Aach ihm referierte daS Mitglied des vorläufigen ReichswirtschaftS- rateS Mar Lohen-Reuß über europäische WirtschaftSannaherung und erläuterte dabei den ^Begriff der .Vereinigten Staaten von Europa". Einen Tag später, am 18. September, hat der bekannte sozialdemokratische ReichStagS- obgeorbnete Dr. Rudolf Hilf er ding auf dem Parteitag der sozialdemokratischen Partei in Heidelberg In seinem Referat über bai neue Programm im Aamen feiner Partei die Herstellung einer europäischen Wirtschaftseinheit und die Verwirklichung der .Vereinigten Staaten von Europa" gefordert - Die meisten Ideen, die auS dem Volke auffteigen und auf Verwirklichung Anfpruch erheben, find im statu nafcenbi mit Schlacken behaftet die erst beseitigt werden müssen, damit de Durchführung der Idee wirklich praktischen Ruhen bringt. SS ist daher notwendig, die Idee der Vereinigten Staaten von Europa näher unter die Lupe zu nehmen. Kurz gefügt handelt eS sich darum, den in so vieler Beziehung auS seinen früheren Dahnen geworfenen europäischen Kontinent mit neuen Lebens- und Entwicklungsmöglichkeiten auszu- statten Vor dem Kriege war Europa der Gläubiger deS überseeischen Auslandes, und zwar in doppelter Hinsicht: öffentlich und privat. Die europäischen Staaten hatten nach Aord- und Südamerika, an die Länder deS fernen OstenS und an die übrigen selbständigen Staaten der Erde Darlehen gegeben. Außerdem arbeitete europäisches Kapital in zahl- reichen wirtschaftlichen Unternehmungen deS überseeischen Auslandes. Wichtige europäische Lander, und zwar außer Großbritannien auch Deutschland und Frankreich, hatten vor dem Kriege eine passive Handelsbilanz, also eine grö- ßere Wareneinsuhr als Warenausfuhr. Die Differenz wurde gedeckt und sogar überdeckt durch Erträge dieser Kapitalbeteiligungen im AuS- lcmde. Durch den Weltkrieg hat fich daS Verhältnis grundlegend verschoben. Ueber- seeische Länder, und Atoar besonders die Der- einigten Staaten von Amerika, sind Staats- und örioatgläiibiger der meisten Staaten deS europäischen Festlandes geworden. Der letzte große Aktivposten. den ein kontinental-europäischer Staat bei einem andern Staat hatte, ist notleidend geworden: die sranzösischen Forderun- genanRußland. Da Rußland — besonders fdt der Zwischenschaltung Polen- und der Randstaaten — mehr noch alS vor dem Kriege sein Schwergewicht in Asien hat, wird man eS in diesem Zusammenhänge nicht als einen Staat deS europäischen Festlandes bezeichnen dürfen. Den kontinental-europäischen Ländern ist durch die Umkehrung deS Schuldverhältnisses die Möglichkeit genommen, ihre passive Handel- bilanz in eine aktive Zahlung- bilanz umzuwandeln. Die- würde auch der Fall sein, wenn Kontinental-Suropa in seiner Wirtschaftsenergie und in seiner Bedeutung auf dem Weltmarne noch auf Vorkriegshöhe stünde. Dies ist jedoch nicht der Fall. Roch viel weniger als kurz vor dem Kriege kann man Äontinentab Europa heute als die inbuftrlelle Werkstatt der Welt bezeichnen. In wichttgen überseeischen Ländern ist — durch das fast vollständige Ruhen deS Weltverkehr« während der Kriegsjahre be- günstigt — eine eigene bodenständige Industrie entstanden. Europa hat viel von feinem bisherigen technischen und organisatorischen Vorsprung cinzebüht. Es spielt nicht mehr die erste Rolle im Welthandel und wird auf einen immer tieferen Stand herabgedrückt. Gleich, heitig hat sich die innere Wirtschaftskraft Äon- öem Bruder des Vizepräsidenten, und läuft In knappen Worten auf folgende- Verfahren herauS: Aufrechterhaltung eines stark schutzzöllnerischen ZolltarifeS, Wiederausleihen der Rückzahlungen an Deutschland, um dessen industrielle Leistungsfähigkeit wiederherzustellen. Uebernahme der Rolle deS großen internationalen Kreditverteiler- durch die Vereinigten Staaten. .Wir können," so erflärte RufuS Dawes kürzlich, »jährlich etwa 130 Millionen Pfd. St. ausleihen, eine Summe, die etwa dem entsprich!, waS an unS unter günstigsten Bedingungen im Wege deS internationalen Zahlungsausgleiches gezahlt werden kann." Amerika hatte bereits, bevor sich die Rückzahlungen ausländischer Schulden in einem für diese Wirtschaft gefährlichen Ausmaße bemerkbar machen, jährlich etwa 200 Millionen Pfd. 0L an das Ausland auSgeliehen. und feine gesamten AuSlandinveftierungen machen unter Abschung der interalliierten Schulden bereits über 1 Milliarde Pfd. St. aus. Rehmen wir an, daß der jetzt bestehende jährliche Ausfuhrüberschuß. den die amerikanische Industrie aufrecht zu erhalten bestvebt ist, zusammen mit den jährlichen Zahlungen für Kapitalamvrtisa- tion und Zinsen von England, Frankreich. Italien und Belgien sich auf nur 130 Millionen Pfd. St. belaufen und dah diese Summe alS Ausland- inveslierungen im Auslande belasten wird, so ergibt sich trotzdem notwendigerweise sehr bald eine sehr bedeutende Ansammlung von Zinsen und Zinsenzinsen, die — um bei der vorgeschlagenen Lösung zu verbleiben — erneut im A usla nde investiert werden mühten. Die Vereinigten Staaten würden also gezwungen fein, ihre AuSlandinveftierungen dauernd zu vergrößern, und sie würden auf bie- daß etwa zwei Drittel der betreffenden Investierungen die Form von Aeugründun- g e n in Deutschland annehmen werden und daß hierbei das normale Wachstum deS deutschen RationalvermögenS normalerweise in amerikanische Hände übergeht. Das andere Drittel würde eine Hvpothek Amerikas auf die deutsche Wirtschaft bedeuten. Ist eS — so fragt man sich — für die Herbeiführung oder Aufrechterhaltung eine- dauernden Exportüberschusses möglich, eine derartige Lösung zu wählen, ohne daß Deutschland wirtschaftlich eine Provinz der amerikanischen Union wird? Ist eS wirklich ein LSsungsversuck. der über die nächsten Jahre hinausgehen darf? Je länger sich die amerikanische Wirtschaft auf die Aufrechterhaltung eine- bestimmten Ausfuhrüberschusses feftlegt, um so unangenehmer wird eine- Tage- da- unvermeidbare Etnströmen bedeutender Einfuhrmengen empfunden werden. Die einsichtigen Köpfe der Union schlagen deshalb bereit- vor. daß die gesamte Kreditlösung auf einen bestimmten, nicht zu lange hinauSgeschobenen Zeitpunkt begrenzt bleiben muß Selbst wenn man hierfür den Zeitraum von 20 Jahren annimmt, so wird daS Problem einer Umschichtung de- Ex» portüberschustes und die Hereinnahme bedeutender jährlicher Zinszahlungen in Form von Einfuhrwaren sich nod) erheblich schwieriger gestalten alS daS verhältnismäßig einfache heutige Problem. Darmstädter Theater. Max Reinhardts Ballettkunst. Die Ballett - Pantomime »Die grüne Flöt e", die bei den letzten Salzburger Festspielen ihre Uraufführung erlebte, wird gegenwärtig von der »Internationalen ^antDnnmen- Gesellschoft", deren Regisseur Mar Reinhardt ist, auf einer Tournee in den größeren Städten Europas und Amerika- v5>rgesiihrt. Als eine der ersten deutschen Städte tPittDe Darmstadt besucht, wo ein Gastspiel im Großen Haufe deS LandeStheatevs ftattfenb. Der ©efamteinbrurf der Tanzsviele war derart, daß er alles, was hier auf diesem Gebiete, wo früher eine eifrige Tanzkultur Duncan-Schule- bestand, weit in den Schatten stellt. Die führenden Persönlichkeiten in dem Ensemble sttrd Katta Sterne, Maria Soifern Wege Riesensummen im AuSlande an sammeln, da sie ja niemals in den Genuß deS moeftlcrtcn Kapital- im Sinne tatsächlicher Warenlieferungen kommen würden, sondern nur in Form von Zahlen und Guthaben in ihren Geschäftsbüchern. Denkt man diese- Verfahren weiter durch, so würde sich die jährliche Inve- ticrung im Au-lande In 20 Jahren auf etwa 325 Millionen Pfd. St. und die Gesamtsumme her Auslandinvesl ierungen aus 4300 Millionen Pfd. St. gesteigert haben, ohne daß der Außenhaichel ich in irgendeiner Weise erheblich gegen den jetzigen Stand verschoben haben dürfte. In 30 Jahren würde sich die jährliche Investierung auf 535 Millionen Psd. St. und die Gesamtsumme der AuSlandinveftierungen auf 8600 Millionen Pfd. SL erhöht haben, während in 50 Jahren — für eine Regelung fo weitgehender Verpflichtungen wie fte da- interalliierte Schulden- und Reparation-Problem ba rft eilt, eine verhältnismäßig kurze Zeit — die jährliche AuSlandSin» vestierung sich auf über 1400 Millionen Pfd St. und die Gesamtsumme fich auf über 27 000 Millionen Psi St. erhöht haben würde. Es muß hierbei noch berücksichtigt werden, daß die Wahrscheinlichkeit einer weitgehenden Verwendung privater Sparguthaben In den Vereinigten Staaten für gleiche Zwecke eine erhebliche Erhöhung dieser Zisfern mit sich bringen würde Kein Land kennt wohl die Technik der Aus- landinveftierungen wie England, da- In dieser Frage auf eine langjährige Geschichte zurück- blicken kann. Großbritannien hatte vor dem Kriege etwa 4000 Millionen Psd. St. im AuS- lanbc investiert und eS reinvestierte jede- Jahr die Zinsen seines Kapital-, die sich aus etwa 200 Millionen Pfd. St. beliefen. Deutschland hatte etwa 1000 Millionen Pfd. St. im Auslande investiert. Ein Vergleich dieser Ziffern mit den oben genannten Riesensummen zeig! die Schwierigkeit deS amerikanischen Problems, falls eine Lösung im Sinne der eingefleischten Schutzzöllner verbucht wird. Man darf bei diesem LösungSversuch füglich fragen, wie lange kann eine Ration ihr« Investierung im AuS- lande erhöhen, ohne je Bezahlung für die bargebotenen Gelder zu erhalten. eS fei denn im Wege der Guthaben in den Geschäftsbüchern. Der Herausgeber der bekannten Zeitschrift ..Rew Republik" traf sicherlich den Ragel auf den Kopf, alS er erklärte: „Wir können zwar nicht wie England Bezahlung in Form von Lebensmitteln und Rohstoffen allein annehmen. aber wenn wir keinerlei Bezahlung in Form von Einfuhrwaren wünschen, so wird sich unser Im Ausland investiertes Kapital riesenhaft vermehren und daS gegenwärtig schwierige Problem noch weit schwieriger In der Zukunft gestalten." Sicherlich sind die Zahlen über da- riesenhafte Anwachsen der amerikanischen AuslandS- investierungen auf Grund deS Vorschläge- von Rufus DaweS besorgniserregend, machen sie doch erheblich mehr au- al- daS Vorkrieg S- vermögen von Frankreich und Deutschland zusammengenommen. In welche Teile der Welt werden nun diese Riefensummen letzten Ende- gehen? Die amerikanische TageSpresse spricht heute In der Hauptsache von Krediten an Deutschland und von der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit diese- Lande-. Unter der Voraussetzung, dah die Hälfte der in Frage kommenden Summen al- Kredit an Deutschland Verwendung findet, werden sich in etwa 30 Jahren die amerikanischen Investierungen In Deutschland auf etwa 4300 Millionen Psd. St. belaufen, d. h. eine Summe auSmachen. die über 20 Prvz. deS gesamten deutschen RationalvermögenS betragen dürste. GS ist finanz- technisch einfach unmöglich, eine solche Riesensumme lediglich alS Kreditsumme zu bezeichnen oder alS Anleihe, die nach Wunsch oder wenigstens nach kurzer Kündigungsfrist zurückgefordert werden kann. Man muß vielmehr annehmen, daß eS sich bei diesen Anlagen in der Hauptsache um Dauerinvestierungen oder um ganz langfristige Kreditgewährungen handelt. Bei einer rohen Schätzung möchte ich annehmen. Die 5 Die We11erau, 25. Sept. Aus der von neuem niedergehenden unwesenlliche Erleichterung, finden sich die Vorschriften Stadtverordneten, der Ge- nicht von von Vergleich hatte das für unsere Gemeinde ungünstige Ergebnis, daß der Freifrau Rabenau eine neue Hypothek im Werte 12 000 Reichsmark zuerkannt wurde. veg und Ernst M a t r a h. Ganz Erstaunliches an Erfindungsgabe ist in den Kostümen und Dekorationen geleistet, die von Professor Ernst Stern entworfen sirrd. Im Mittelpunkte der Darbt»- hingen stand die Ballett-Pantomime „Die grüne Flöte", eingerichtet von Einar R i l s o n mit einer Musik von Mozart. Die Fabel der Handlung ist sehr einfach sie bietet ein Märchen, in dem geschildert wird, wie eine chinesische Prinzessin aus der Gewalt eines Zauberers durch einen Prinzen befreit wird. Die Darstellung, die Kostüme und die Dühnenausstattmrg erwiesen sich von solch außergewöhnlicher Eindruclskraft auf das Publikum, daß die Deifallsspenden kein Ende nehmen wollten. Don den anderen Vorführungen, die nicht geringere Beachtung verdienten, sei nur eine erwähnt, die den Titel ..Spiegelbild" führte, und die von Katta Sterna und Maria Solveg getanzt wurde. der „Industrie" zeigen sich empfindlich, während die mittelfrühen Sorten der „blauen Odenwälder", die zum Glück hier viel angebaut werden, widerstandsfähiger sind. An der reichen Apfelernte wird auch bei dem schlechten Wetter unentwegt weitergearbeitet. KreiS Büdingen. A Ridda, 25. Sept. Bei der gestern adge- haltenen Versteigerung der städtischen Aepfelernte wurden 3346 Mark gelöst. Der Preis stellt sich Pro Zentner besserer Sorten durchschnittlich auf 10 Mk. am Baume. Wirtschaftsäpfel und geringere Sorten kamen auf etwa 7 Mk. der Zentner. Der Versand von Schüttelest geht am hiesigen Bahnhof immer noch sehr stark. erwünschte und nicht In dem Gesetzentwurf über die Wahlen der liche Arbeitslosenziffern auf. Trais muhte allein zeitweise über 50 Arbeitslose unterstützen bei knapp 600 Einwohnern. Jetzt haben sich die meisten allmählich andere Arbeitsgelegenheiten gesucht, allerdings kommen hier nur ganz entfernte in Betracht, wie zum Beispiel Frankfurt. Welche Rachteile dies, abgesehen von höheren Ausgaben, aber auf sich hat, geht daraus hervor, dah sie morgens schon um 3 Hhr das Bett verlassen müssen und erst um 1/29 Uhr abends zurückkehren. Es wäre also sehr zu wünschen, dah die oben angeführten Versuche zu dem Ergebnis führten, hier bei Trais-Horloff Hunderten von Menschen wieder eine bodenständigere Arbeitsmöglichkeit zu gewähren. : Villingen, 25. Sept. Folgender Vorfall zeigt, wie sehr die Ehrlichkeit geschwunden ist, gleichzeitig aber auch, mit wie wenig Vorsicht manche Menschen trotz der allgemeinen Geldnot mit dem Gelde umgehen. Gin älterer Mann von hier wollte in Berstadt einige Ferkel kaufe n. Er fuhr mit der Dahn bis Hungen und begab sich von dort zu Fuß über Inheiden und Htphe nach Berstadt. Auf dieser Strecke verlor er, wie er erst am Ziele feststellte, den ganzes Betrag in Höhe von 85 Mark. Ver- mutlich ist dies geschehen, als er unterwegs sein Vesperbrot der Rocktasche entnahm. Ein Finder hat sich bis heute noch nicht gemeldet. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 24. Sept. Zum Beginn der heutigen Stadlverordnelensitzung teilte der Bürgermeister mit, dah Stadtverordneter Mörschel sein Amt niedergelegt hat. Infolge des Beschlusses der letzten Stadtverordnetenversammlung und eines nochmaligen Ausschreibens der Arbeiten für ein städtisches Veamtenwohnhaus hat er ein Streitverfahren im Verwaltungswege gegen die Stadt angestrengt und sieht sich infolgedessen veranlaht, sein Mandat niederzulegen. An seine Stelle wird der Rektor der Gewerbeschule Reubauer treten. — Heber eine Satzungsänderung des Städtischen Schwimmbades berichtete Beigeordneter Wind ecke r. Danach werden die Aktien von 1000 Mk. auf 400 Mk. und die zu 250 Mk. au 100 Mk. zusammengelegt. -- Eine früher von der Schtllerschule und dann als Jugendherberge benutzte Baracke im Schlohhofe soll au die Falksche Wiese am Mühlwege verlegt werden. Beigeordneter W i n d e ck e r berichtete noch über die Verhandlungen wegen Verlegung der Kreiswafenmei sterei. Danach sind vorläufig noch keine Aussichten zur Verlegung, da der Kreisausschuh dieselbe einstimmig abgelehnt hat: durch Anschaffung neuer Maschinen mit jedem Tag _ . Regenschauer erfüllen den Landwirt mit bangen Sorgen bezüglich der Kartoffelernte. FLulniserscheinungen machen sich schon überall bemerkbar. Besonders die edlen Arten Halts auf ein Sparbuch vorgezeigt werden. — In einer Versammlung des hiesigen Bauernbundes wurde einstimmig beschlossen, Herrn Kart Gg. Ivckel als Kandidat für die Dürgermeifterwahl aufzustellen. — Die vor einiger Zeit begonnene Hrndeckung des Kirchendaches geht jetzt der Vollendung entgegen. Die Kosten werden sich auf 4 bis 5000 Mark belaufen. — Die Preise bei der O b st - Versteigerung deS Kreifes in der Rühe Grünberg haben sich in den ersten Tagen in mähigen Grenzen gehalten. Hingege waren sve gestern sehr hoch. Schätzungsweise kostete der Zentrier gute Aepfel am Baume 10 bis 12 Mk., Kelteräpfel 3 Mk., Wirtschaftsäpfel 7 bis 8 Mk. Birnen waren sehr teuer. Sehr viele Käufer aus allen umliegenden Ortschaften waren anwesend. Der Preis der Aepfel von Privaten beträgt pro Zentner Kelteräpfel etwa 3 Mk., für Tafeläpfel 8 Mark. Trais-Horloff, 25. Sept. Die hiesige Braunkohlengrube Friedrich, mit der eine Brikettfabrik vereinigt ist, war in der Rachkriegszeit, besonders in den Jahren des Kohlenmangels, stark aufgeblüht. Run ist sie schon fett einer Reihe von Monaten infolge Mangels an Absatz stillgelegt. Ist dies auf dem Kohlenmarkt auch eine allgemeine Erscheinung, so kommt hier noch hinzu, dah das Material der Grube zeitweise an Güte zu wünschen übrig läht. Anfangs verlautete, der hessische Staat beabsichtige. die Grube, die der Stadt Frankfurt gehört, anzukaufen, um sie mit dem äleberland- werk in Wölfersheim zu vereinigen. Auch wurden Versuche angestellt, durch Verschwelung andere Produkte aus der Braunkohle zu gewinnen. Reuerdings probiert man nun die Verwendung mechanischer Förderrinnen und anderer Einrichtungen aus. Infolge der dadurch erzielten Ersparnis an menschlicher Arbeitskraft hofft man, die Förderung der Roh- braunkohle billiger und somit die hergestellten Briketts konkurrenzfähiger zu machen. Es ist bereits eine Anzahl Arbeiter wieder eingestellt worden. Was die Stillegung der Gewerkschaft für die ganze Gegend bedeutet, zeigt der Hmstand, dah sie zur Zeit des vollen Betriebes bis 500 Arbeiter beschäftigte, die aus dem ganzen oberen Horlofftal bis nach Villingen und Wetterfeld stammten. Besonders die Rachbarorte hatten hier eine nahegelegene Arbeitsstätte mit all ihren Vorteilen. Man hatte sich schon ganz daran gewohnt, was sich jetzt allerdings bitter rächt, Schulentlassene auf die Grube zu schicken, anstatt sie ein Geschäft erlernen zu lassen, da sie dort gleich Geld verdienten. Rach der Stilleoung wiesen deshalb gerade die umliegenden Ortschaiten b e t rächt- • Grohen-Linden. 25. Sept. Der am Südende des Bahnhofs vorhandene Straßenübergang nach Leihgestern wird bei schwere anhaltenden Gewitterregen u. dgl. ständig überschwemmt, da die vorhandene Bahnhofs- entwässerung nicht ausreicht, um solche Wassermengen aufzunehmen. Außerdem ist die Dahn- hofsentcoässerung infolge ungünsttger Vorflutver- hältnisse nicht in der Lage, solche Wassermengen Ordnungsmäßig a^uführen. Hm diesen ülebel- stand zu beseitigen, beabsichttgt jetzt die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M., die Vorflut- verhältnisse an dies er Stelle zu verbessern. Sie hat daher einen Plan über die beabsichttgte Abänderung dem Ministerium der Finanzen zur landespolizellichLN Prüfung vor- gelegt. Interessenten können den Plan und die Beschreibung in den nächsten Tagen auf dem hiesigen Bürgermeisteramt einsehen. : Aus dem Busecker Tal, 25. Sept. Die Ob st Versteigerungen in unseren Gemeinden fini> gehalten. Die Preise erreichten eine Höhe, die man nicht erwartet hatte. Besonders schlecht war die Birnenernte ausgefallen. Rur ganz einzelne Bäume hatten Erträge. Durchschnittlich kann der Rentner Tafelbirnen auf 10 bis 15 Mk. Die Aevfelernte, die als Mittelernte bezeichnet werden kann, erzielte ebenfalls hohe Preise. Do wurden namentlich in Beuern zum Teil Phantasiepreise erreicht. Wenn man für den Zentner zweitklassiger Tafeläpfel am Daum 15 Mk. und zuweilen noch mehr ausgeben mußte, so sollte man doch lieber gebrochenes Obst von dem Erzeuger, oder auf dem Markt, oder vom Händler kaufen, die dcmn für diesen hohen Preis auch wirklich erstllassige Qualitätsware liefern. Infolge teS schlechten Ausfalles der Honigbirnernte, der Zentner kam durchschnittlich auf 5 bis 7 Mk., wurden auch für Zwetschen am Daum pro Zentner zuweilen viS 12 Mk. bezahlt, ein Preis, der viel zu hoch ist. wenn man bedenkt, daß die Aufkäufer in unseren Dörfern in den letzten Tagen höchstens 8 bis 9 Mk. für abgemachte Zwetschen bieten. Infolge der ungünstigen Witterung des Dor- und Rachsvmmers hatte die Qualität je^ichen ObsteS stark gelitten, und viel Obst, namentlich aber Aepfel. hängen in faulem Zustand am Daum. Wenn auch die Gemeinden nur Mittelernten zu verzeichnen hatten, so sind doch die Einnahmen auS den Obstverfteigerimgen für einzelne Gemeinden recht hoch geworden. BiÄ zu den hohen Preisen trägt namentlich der Hmstand bei. daß die Zahlungen an die Gemeinden bi- Martini L I. gestundet werden, und sich deshalb viele Leute ohne ileberlegtmg gegenseitig sinnlos überbieten. I : Deuern. 23. Dept. Am Sonntag hielt die hiesige Freie Turnerschaft ihr diesjähriges Iahresfest ab. Das Fest war namentlich der Jugend getoibmet. Im Laufe des "Vormittags gelangte der Wettkampf der Schülerabteilung in einer Ober- und Hnterstufe zum Austtag. Die Hebungen bestanden in Hochsprung. Weitsprung. Kugelstoßen, 75 Meter bzw. 50- Meter-Lauf, einer Freiübung und einer Pflicht- und einer Kürübung am Darren. Rachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug durch unser Dorf, an dem sich auch die Rachbarvereine von Treis a. d. Lumda, Allendorf a, d. Lumda und die Damenriege der Heuchelheimer Freien Sumer- schäft beteiligten. Der 1. Vorsitzende des hiesigen Vereins, Louis Pfeiffer, begrüßte die Festgemeinde, und nun lieh ein schönes Volksfest im Garten des Gastwirts Christoph Wagner eine fröhliche «Stimmung aufkommen. Geräteturnen, Freiübungen und Spiele der Kinder liehen die Zeit rasch verfliegen. Desonderes Interesse erregten die Freiübungen und Spiele der Heuchel- heimer Turnerinnen. Auch die gut vorgetragenen Chöre des hiesigen ArbeitergesangverÄns unter Leitung seines Dirigenten Konrad Ricolai von Grohen-Duseck fanden groben Gefallen. Gegen Abend sand die Preisverteilung statt. In der Oberstufe wurden folgende jugendliche Turner mit Preisen bedacht: 1. Preis Reinhold Dellof mit 133 Punkten: 2. Otto Keil mit 118; 3. Heinrich Döring mit 104; 4. Karl Kehr mit 98. In der Hnterstufe errang den 1. Preis August Muhly mit 120 Punkten; 2. Wilhelm Kumps und Karl Hahn mit 111; 3. Albert Dranden- burger mit 101; 4. Ludwig Hofmann mit 94; 5. Martin Edelmuth mit 78. Ein Tänzchen hielt jung und alt bis zum frühen Morgen zusammen. t Grün berg, 25. Sept. Die hiesige De- zirkssparkasse hat, um den Sparsinn, besonders bei den Kindern, zu wecken und zu fördern, neben anderen Einrichtungen auch die Einführung von Heimsparkassen beschlossen. Die Sparbüchsen werden an jedermann kostenlos abgegeben. Mindestens vierteljährlich sollen sie der Kasse zur Oeffming und Gutschrift des In- Aus der Provinz Landkreis Gießen. ahlgesetz-Resormen in Hessen (Von unserer Darmstädter Redaktton.) I. und Verbesserungen sollen die Mihstände möglichst beseitigt werden. 2$. Dad-Rauheim, 25. Sept. Gestern wurden hier auf dem Stadthause für den Bezirk Dad-Rauheim Wahlen zur Industrie- und Handelskammer Friedberg vorgenommen. Zu wählen war ein Ersatzmann für das erkrankte Mitglied Hartmann Stoll, dazu noch ein drittes Mitglied für den Dezirk. Es wurden von 200 Wahlberechtigten 65 Stimmen abgegeben. Gewählt wurden Kaufmann Richard Hartkopf, der Vertreter des Einzelhandels, mit 64 Stimmen und Hotelbesitzer Wilh. K r a u h. der Vertreter der Hotelindustrie und des Gastwirtegewerbes. mit 38 Stimmen. — Das Herbstgewitter, das heute um die Mittagsstunde über unsere Gegend ganz plötzlich niederging, war wohl das heftig st e Gewitter dieses Jahres. Starker Hagelschlag war damit verbunden. Der Blitz schlug in einen Daum an der Hsa ein. ferner ging er in den Blitzableiter eines der Dadehäuser. Die elektrische Geltung wurde hier und da gestört, ebenso wurden die Telephonanlagen zum Teil in Mitleidenschaft gezogen. Bei einigen Anschlüssen schlug der elektrische Funke ans dem Telephon. t Dad-Rauheim, 25. Sept. Die Stadt hat bei der Versteigerung ihr.er, Spät - vbsternte rund 4500 Mark vereinnahmt. Etwa 1000 Mark hat sie bei früheren Obstversteige- rungen schon eingenommen. Die hiesigen Gastwirte und Apfelweinkeltereien sind fleißig an der Kelterarbeit. Der „Hohenastheimer", von allersher das Rationalgetränk der Wetterauer, dem auch zahlreiche Kurgäste während des Sommers gern „huldigen", wird in diesem Jahre in großen Mengen eingekeltert. Die Produzenten zahlen für Kelterobst zur Zeit 12 Mark für das Malter. Im letzten Jahrzehnt vor dem Kriege bewegte sich der Preis, je nach dem Ausfall der Apfelernte, zwischen 7 und 15 Mk. Rachgelassen hat die private Apfelweinbereitung, nicht weil die Apfelernte schlecht ausgefallen ist. wie vor Wochen in einigen Zeitungen berichtet wurde (das Gegenteil ist in der Wetterau der Fall!), sondern, weil man jetzt wieder in den Gasthäusern zu erträglichem Preise zu seinem Schöppchen kommen kann. Daß sich so ziemlich jeder hiesige Haushalt mit dem eigenen Haus- trank eingebeat hatte, ist nur eine Erscheinung der Inflationsjahre gewesen. i Ober-Mörlen, 25 Sept. Zu einem Aufwertungsvergleich ist es am Amtsgericht Dad-Rauheim zwischen der hiesigen Gemeinde und der verwitweten Freifrau F. v. Rabenau gekommen. 1920 kaufte unsere Gemeinde von Freiherrn F. v. Rabenau zu Dordeck das In hiesiger Gemarkung gelegene Fechen- bach'sche Gut, eine Sicherungshypothek in Höhe von 150 000 Papiermark wurde eingetragen. Der meinberatsmitgüeber, ber Rreistagsmitglieber, der Provinzialtagsmitglieber, ber Kreisausschußmitglie- ber und ihrer Vertreter, ber Prooinzialausschußmit- glieber unb ihrer Vertreter, ber Bürgermeister unb Beigeordneten in ben Stabten, ber Bürgermeister unb Beigeorbneten in ben ßanbgemeinben mit mehr als 2000 Einwohnern." Diese scheinbar nur formalistische Bedeutung einer zusammenfassenben Bettachtung ber Wahlgesetze hat aber nicht allein eine Zeitersparnis im Gefolge, fonbern auch mit ber Zeit nicht unwesentliche Kostenersparnisse. Der Wahlgesetzentwurf enthält 105 Artikel; er gliedert sich in 5 Abschnitte, unb zwar lauten sie: 1. Die Wahlen ber Stadtverordneten, ber Gemeinde- ratsmitgüeber unb ber Kreistagsmitglieder. 2. Die Wahl der Kreisausschußmitglieder und ihrer Stellvertreter. 3. Die Wahl der Provinzialtagsmitglieder. 4. Die Wahl der Provinzialausschußmitglie- der unb ihrer Stellvertreter. 5. Die Wahlen ber Bürgermeister unb Beigeorbneten in Stabten, in ßanbgemeinben unb bie Wahl ber Berufsbürger, meister in ßanbgemeinben mit mehr als 2000 Einwohnern. Der Artikel 1, der von der Zahl der zu wählenden Vertreter handelt, hat zwar gegenüber den bisherigen Bestimmungen keine wesentlichen Aende- rungen erfahren, aber eine ganz neue Fassung erhalten. Er bestimmt u. a., daß die Stadtverordnetenversammlung in ben Stabten bei einer Einwohnerzahl bis zu 4000 aus 18 Mit- gliebern besteht, von 4001 bis 10 000 aus 21, von 10 001 bis 20 000 aus 24, von 20 001 bis 30 000 aus 36, von 30 001 bis 60 000 aus 42, von 60 001 bis 90 000 aus 48, von 90 001 bis 120 000 aus 54, von 120 001 unb mehr aus 60 Stabtverorbneten. Der Gemeinberat in ben ßanbgemein» den soll bestehen bei einer Einwohnerzahl bis zu 500 aus 7, von 501 bis zu 1000 aus 9, von 1001 bis zu 3000 aus 12, von 3001 bis zu 5000 aus 15, von 5001 bis zu 10 000 aus 18, von 10 001 unb mehr aus 21 Oemeinberatsmitgliebern. Der Kreis- t a g besteht bei einer Einwohnerzahl bis zu 50 000 aus 21, von 50 001 bis zu 60 000 aus 24, von 60 001 bis zu 70 000 aus 27, von 70 001 unb mehr aus 30 Kreistogsmitgliebern. Nach ben früheren Bestimmungen konnte bie Zahl der Stadtverordneten durch Ortssatzung anders festgesetzt werden; jetzt ist diese Bestimmung beseitigt worden. Die Folge davon ist, daß künftig einige Stadt- parlamente verkleinert werden müssen. Heber die Wahlart und Wahlbauer bestimmt bie Vorlage bie Anwenbung der allgemeinen gleichen unmittelbaren geheimen (Verhältnis-) Wahl. Der Entwurf sieht eine fDtanbatsbauer von drei Jahren vor, der Gesetzgebungsausschuß hat sich jedoch für eine solche von vier Jahren entschieden. In dem Entwurf ist auch die Regelung der Neuwahlen, Ergänzungswahlen und Nachwahlen vorgesehen; es ist hier bei dem bisherigen Verfahren geblieben. Am 6. Oktober wird derHessischeßandtag zu einer kurzen Tagung zusammentteten, um in erster ßinle den Gesetzentwurf über bie Wahlen für Gemeinben unb Gemeinde- verbände (Kreise unb Provinzen) zu beraten, ber dem ßandtag als Regierungsvorlage bereits am 26. Juni zur verfassungsmäßigen Behandlung vom Ministerium des Innern zugestellt worden war. Die Vorberatungen des Entwurfs sind durch den Gesetzgebungsausschuß so gefördert worden, daß der Landtag ihn rechtzeitig für die Wahlen am 15. November verabschieden kann. Das Schicksal der Regierungsvorlage ist bekannt. Zunächst sollte sie noch in der Sommertagung des hessischen Parlaments beraten werden; dazu kam es aber nicht mehr. Dann wollte die Regierung die Wahlen nach dem Gesek vom 19. August 1922 vornehmen lassen, besann sich aber eines anderen und legte am 2. September dem ßandtag eine Regierungsvorlage „Ge- setz zur Aenderung des Gesetzes über die Wahlen der Stadtverordneten und Gemeinderatsmitglieder ber Kreis- unb Provinzialtage vom 19. August 1922" vor. In einer Besprechung des Vorstandes unb bes Aeltestenrates, sowie bes Gesetzgevungsausschusses des ßanbtages wurde die Abänderungsoorlage vom 2. September verworfen und beschlossen, die Regierungsvorlage vorn Juni dieses Jahres zu beraten. Der Gesetzgebungsausschuß hat die erste ßefung des Entwurfs bereits durchgeführt und wird in den nächsten Tagen die zweite ßefung vornehmen. Der Gesetzentwurf stellt in seiner Gesamtheit eine der bedeutendsten Gesetzesvorlagen der letzten Jahre dar, namentlich weil hier zum ersten Male der Grundsatz durchgeführt ist, die verschiedenen Arten des gemeindlichen Wahlrechtes unter einen einheitlichen G e - sich ts punkt zu stellen. In der Begründung des Entwurfes wird hierauf hingewiesen mit den nachstehenden Ausführungen: „Der vorliegende Gesetzentwurf beabsichtigt, in organischer Weiterentwicklung des Gesetzes über die Wahlen der Stadtverordneten und Gemeinderatsmitglieder sowie der Mitglieder ber Kreis- und Provinzialtage vom 19.8. 1922 alle Vorschriften über die Wahlen für Gemeinden und Gemeindeverbände (Kreis und Provinzen) zusammenzufassen. Die Bestimmungen hierüber waren seither in verschiedenen Gesetzen zerstreut; in Betracht kommen die Städteorbnung, die ßanbgemeinbeorbnung unb bie Kreis- unb Pronin- zialordnung vom 8. Juli 1911 in ber Fassung ber Gesetze vom 15. April 1919, bas Gesetz über die Wahlen der Stadtverordneten und Gemeinberats- mitglieber, sowie ber Mitglieber ber Kreis- unb Provinzialtage vom 19. August 1922 unb bie Wahlordnung für die Wahlen ber Kreis- unb Provinzialausschüsse vom 9. Juli 1919. Die Zusammenfassung bedeutet daher für die prakttsche Handhabung eine Neue Herbst- und Winter-Mäntel Wagener U Schlöte! Frs*?kfurt a. ML, Goethestr. 9-11 in allen modernen Stoffen und Farben. Größte Auswahl, auch speziell für starke Damengrößen. 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D" Sie durch r gewinnen, Äanderur ebenfalls sich auch Gemeir desher Wie eine Schar de beit, als frohem 6 Mehrere Laufe des stall. So gend an ■ Äugus! f die lief 1 der chrisl führte, kursus in den f< tveröen. Hochschi freuten fid mit froher gegen. Dc Eigentum« bereiiwilli «reis Alsfeld -e. Homberg a. d Ohm. 25. Sept. 3m Qtrufe dieser Woche sanden dahier verschiedene Obstversteigerunaen statt Die Preise waren im allgemeinen der Qualität entsprechend WLbald nach diesen Versteigerungen letzte ein lebhaftes AberMen des gesteigerten Obstes ein. einmal, uxil die zweifethaste Witterung das KarwffelauSmachen nicht zulieh, und andererseits fürchteten die Steigerer es könnte ihnen ihr erstandenes Gut entwendet werden. Das Obst bestand hauptsächlich auS Aepfeln, es gab nur wenig Dirnen, fast keine Zwetschen «reis Wetzlar. r. Krofdorf. 25. Sept. Der hiesige Gesangverein .Germania" unternimmt morgen, SamStog. eine Sängerfahrt nach Hülsenbusch und Ründeroth in Westfalen zum Besuche dortiger, ihm befreundeter Gesangverein«, die im letzten Frühjahr hier bei ihm zu Besuch weilten. Der Dirigent der beiden westfälische- Dereine. Lehrer Pfeiff er. ist ein geborener Krofdorfer und jetzt Ehrenmitglied deS hiesigen Gesangverein-. ''! Hohensolms, 24. Sept. Die 3ug en d- bur g des Thrtstde ut l ch «n Bunde-, die in dem Schloß HohenlolmS seit vorigen Iabrc eingerichtet ist. erfreut sich eines guten DefuchS. Aus allen deutschen Gauen treffen sich h.er junge Menschenkinder und finden gemein» lamc Freude und Erholung. Das Bundeshetm strebt eine Erneuerung unsere- Volksleben- auf dem Boden des Christen'ums an, und deshalb ist daS Ziel christlich und deutsch fein hn wahren Sinne Die Burg weist hohe, lichte Räume aus, die durch die tiefen Fensternischen an Traulichkeit gewinnen, sie laden zum Ausruhen nach langer Wanderung ein. Der frühere Schloßpark bietet ebenfalls manch stille- Plätzchen. Hier befindet sich auch da- Gefallenendenkmal der Gemeinde HohensolmS und der 6 t a n - deSherrschaft. da- gern« besucht wird. Wie eine große Familie vereinigt sich die ganze Scl)ar der Gäste sowohl zur gemeinsamen Arbeit, als auch zum sonntäglichen Kirchgang und frohem Sang und Volkstänzen auf grüner Heide Mehrere Freizeiten und Tagungen sanden im Lause des Jahres hier oben in der Iugenbburg statt So sammelte sich die christlich-deutsche Jugend an Pfingsten zu ihrem Bundestag. 3m Äugust sand eine Sommerfreizeit statt, die tief in Fragen. Aufgaben, Zweck und Ziel der christlich-deutschen (Jugendbewegung hinein- führte. Ein Burschen- und Mädchenkursus soll diesen Winter zum zweiten Male in den schönen Räumen der Burg abgehalten werden. Die ersten christlich-deutschen Hochschulkurse des vorigen Winters erfreuten sich eines guten Besuchs, und so geht man mit froher Hoffnung dem zweiten Winter entgegen. Das Schloß HohensolmS wurde von dem Eigentümer, den, Fürsten von Lich, dem Bunde bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Starkenburg und Rheinhessen. ‘ Darmstadt, 25 Sept. 3n der gestriaen Stadtverordnetenversammlung mm eS zu einer längeren, teilweise sehr erregt geführten Debatte, weil sich die Stadtverwaltung am Sonntag nicht auf dem republikan.- schen Tag deS Reichsbanner- Schwarz- Rvt-Gold vertreten ließ. Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g begründete das Fernbleiben eineS Vertreters mit der Verhinderung der dafür in Betracht kommenden städtischen Beamten. Die Vertreter der Rechtsparteien Briefen darauf hin, daß eS sich hier um eine Parteiveranstaltung handle; die ©tabtixTtDalhmg müsse sich von derartigen politischen Feiern fernhalten — Die Fraktion der Sozialdemokraten hat bei der Stadtverwaltung nachstehenden Antrag eingebrachl: .Die Stadtverordneienverfammlung der Stadt Darmstadt erhebt entschieden Einspruch gegen den bekanntgewordenen Entwurf eine» Reichs s ch u lgeseyes und fordert dessen alsbaldige Zurückziehun g" Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M.. 25. Sept. Der AuSstand der deutschen Schrift- gießereiarbeiter ist nach fast vierteljähriger Dauer durch den Schiedsspruch eineS vom ReichSarbeitsminifterium bestellten Schlichters beendet worden. Die Forderung der , Ausständigen aus geschlossene Wiedereinstellung wurde nur teilweise erfüllt. Die während deS AuSstandes neu eingestellten und die arbeitswilligen alten Leute bleiben, entgegen den Forderungen der Streikenden, aus ihren Plätzen. Dadurch verlieren viele Arbeiter ihre langjährigen Stellungen, da diese inzwischen anderweitig besetzt wurden. Statt der verlangten Lohnerhöhung von 20 Prozent erhielten die Leute nur 9 Prozent zugebilligt. — lieber den südlichen Vortaunus und die W e 11 e r a u zog heute mittag ein sehr schwere- Herbstgewitter, das von einem gewaltigen Hagelschlag begleitet war. 3n manchen Gemarkungen zeigten die Fluren nach wenigen Augenblicken das Bild einer Winter- landschast. Besonderer Schaden wurde nach den vorliegende» Meldungen aus den betroffenen Gebieten nicht angerichtet. Ci» von Rorddeutsch- land kommendes Flugzeug geriet in den Hagel- sturm und lief Gefahr, daß die dicken Hagelkörner ihm alle Scheiben zerschlugen. Der 14jährige Schüler Johannes Flott brannte unter Mitnahme eines größerenGeld- b e t r a g e s vor einer Woche seinen Eltern in Leipzig durch und reiste nach Frankfurt. Hier wurde er Freitag früh bei einem Taschen- d i e b st a h l im Dom überrascht und fest- genommen. — Der Heizer 3 osef W e i g- t ein wollte in der Mainzer Landstraße mit seinem Rade vor einem Straßenbahn zuge die Gleite überfahren. Er wurde dabei von dem Motorwagen erfaßt, fvrtgeschleudert und derart schwer verletzt, daß er schon aut dem Wege nach dem Kranlenhause verstarb T Waldgirmes, 25. Sept. Dor etwa 20 3ahren erbaute der Fabrikant Georgi aus Gießen hier ein zweistöckiges Haus, daS er als Zigarrenfabrik benutzen wollte. Dazu kam es indessen nicht. Gestern ging daS Haus mit Garten durch Kauf gegen Darzahlung von 6000 Mark an unseren Gemeinderechner Schmitt über. Hinrichtung in Butzbach. pb. Butzbach, 25. Sept. Durch den Scharfrichter Durckhard' aus En dingen (Baden) wurde heute früh 51 . llhr der wegen Ermordung von zwei Kindern zum Tode verurteilte Landwirt Johann Pieroth auS Gentingen iRheinhessen, in der diesigen Zellen- strafanstalt hingerichtet. Der Delinquent betrat ohne sichtliche Erregung den Richtplatz, reichte dem Strafanstalt-geistlichen und den beiden Wachtmeistern, die ihn di^ letzte Rächt bewacht hatten, die Hand und lieh fich ruhig an- schnallen. Gleich daraus fiel sein Kops Amtsgericht Wetzlar. £? Wetzlar, 25. Sept. Der Holzhändler G aus Bre'tenbach der an Einwohner von Aßlar Holz verkaufte und dabei weniger lieferte, ater in Rechnung stellte, wurde vom Ginzelrichter des Betruges schuldig befunden und zu 100 Mark Geldstrafe evtl. 20 Tagen Gefängnis verurteilt Der Anklagevertretei- hatte zwei Monate Gefängnis beantragt. Aut Grund eine- eingehenden ^ndizlende- weiscs wurden die Eheleute R. aus Dillenburg zu GefängniSstrafcn verurteilt, und zwar erhielt der Ehemann einen Monat De fängniS. die wegen Diebstahls bereits vorbestrafte Ehefrau zwei Monate. Die Angeklagten hatten ihrer Vermieterin, bei der sie ein möbliertes Zimmer bewohnten, nachts Dettfedern aus den Betten gestohlen und hatten sich dann aus dem Staube gemacht. Dom Regen in die Traufe tarnen der Chauffeur S. und der Fräser K. aus Rauborn. Die Polizeiverwaltung Schmalbach hatte ihnen wegen Radfahrens auf der verkehrten Straßenseite eine Geldstrafe von je 1 Mark zudiltiert. Dagegen hatten die beiden Männer Antrag auf gerichtliche Entscheidung gestellt. Vom Einzel- richler erhielten sie für zwei ilebertretimgSfäne Geldstrafen von 10 bzw 5 Mark. Schöffengericht Wetzlar. Q Wetzlar. 25. Sept Wegen fahrlässiger Tötung hatten sich der Gewerkschaftssekretär D. aus Frankfurt a. M. und die Hausangestellte S. aus Dillenburg zu verantworten. Es ist die alte Geschichte von dem leichtfertigen Umgang mit dem geladenen Revolver: ein junges Mädchen fand dabei den Tod. Der Vorfall trug sich in Dillenburg in einem Cafö zu, das Schießeisen gehörte dem D. Das Urteil lautete gegen D. auf 15 0 Mark Geldstrafe an Stell- von einem Monat Gefängnis, gegen die S. auf 70 Mark Geldstrafe an Stelle von zwei Wochen Gefängnis. Der Musiker G. aus ßippfpringe wurde wegen schwerer Urkundenfälschung und versuchten Betrugs — er halle eine Eisenbahnfahrkarte durch eine Zu- satzbemerkung gefälscht und den Willen, diese Karte zu benutzen — zu drei Monaten Gefäng- n i s verurteilt, drei Wochen Untersuchungshaft wurden auf die Strafe ungerechnet. Wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz, fahrlässiger Körperverletzung und Diebstahls erhielt der Arbeiter K. aus Oberscheld vier Monate Gefängnis, ein Monat Untersuchungshaft wurde auf die Strafe cngerechnet. Der Angeklagte hatte auf einer Grube Sprengstoffe tzeswhten. bei dessen Handhabung zwei anderen tirbetlem Fleischwunden an den Händen zugefügt wurden. Kleine Strafkammer Wetzlar. □ Wetzlar. 25 S«p: Die Ehefrau des Üandwirts St aus Leun, die schon wiederholt weyen Diebstahls vorbestraft ist, war vom Amtsgericht Braunfels wegen eines neuen Diebstahl» Im straf- verschärfenden Rückfall zu einer Gefängnis- strafe von drei Monaten ocrurteilt worden. Gegen diefes Urteil hatte die Angeklagte Berufung eingelegt, Die aber nach eingehender Zeugenvernehmung verworfen wurde. Da» Dienstmädchen E. 6. au» Herborn hatte in einem dortigen Hotel, in dem e» beschäftigt war. in einem Fremdenzimmer unter dem Kopfkissen de» Bette» beim Aufräumen eine Brieftasche mit 320 Mark Inhalt gefunden, den Fund aber nicht abgeliefert. Der Verlierer, ein Frankfurter Kaufmann, konnte erst später festgestellt werden und erhielt fein Eigentum vollstöndlg zurück. Das Mädchen wurde vom Amtsgericht Herborn wegen Unterschlagung zu 100 Mark Geldstrafe evtl. 20 Tagen Ge■ fängnis verurteilt. Die hiergegen eingelegte Berufung der Angeklagten wurde verworfen. fuc Sänger, ■foortäleule/ Raucher Universität Frankfurt a. M.1 Hessen-Nasfaulscher Provinzialstädletag. Frankfurt a. M. 24. SHt. (WB.) Der Heffen-Rassauische Provinzial- städtetag, der am Freitag und Cxiauttag in Frankfurt stattfindet, wurde am Donnerstag durch die Hauptversammlungen des Rassauischen und Hesfisch-Waldeckschen Städtetages eingeleitet. Auf dem Nassauischen ©tätHe- tag wandte fich Bürgermeister KarlbauS- Weilburg in feinem Referat über die „Rechl-- steUung der Gemeinden hinsichtlich ihrer Waldungen", gegen jedes Forstgesetz Weiterhin wurde von Bürgermeister A f ch- Höchst die Gewerbe- steuerfraae und von Magisivatsrat Michel- Frankfurt a. M. die Aenderung der Fürsorgepf lichtvcrordnung besprochen. Aus dem Hes- sisch-Waldeckschen Städtetage berichtete Oberbürgermeister Dr Voigt-Marburg über die Streitfrage des dem Kronprinzen im 3ahre 1905 zugesagten Hochzeits-Geschenke«. Er empftchlt, dem ehemaligen Kronprinzen das Geschenk auszuliefem und eS ihm zu überlassen, es gegebenenfalls wohltätigen Zwecken, zuzuwenden. Lieber die Dereinfachrmg der Hcrus- haltspläne referierte Stadtkämmerer Lange- Hanau. Als nächster Tagungsort wurd^ Wies- baden gewählt ______ Das Vorlesungsverzeichnis für das am 15. Oktober beginnende Wlatenoeeiler ist von der Universitäts-Buchhandlung Blaiok >Bori«aM,Frankfurt a.M..Goethestr.S4, gegen Voreinsend. von 75 Pf. zu beziehen. **M^s la Handkoffer sehr billig 1606c Carl Schunck deut ist die Z«tt für Eeöertton onö Lebertran-Emulsion Bewahrte Marken ivie Skott, Zalewski etc. empfiehlt die **D Adltt-Jrojikkic Apotheker W. Waldiohm'.dl GeiterSwea 39 vorm.LtloSchaaf. Guter Militärwagen Htder, Achsen Willil ■■ verk- n* Carl Schunck. 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September 1925 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Nr. 226 Drittes Blatt Tie bis vor wenigen genügende Reibung m Blenkinsop für Lokomotive von Tussmg Dilly aus dem Jahre 1813. Blick in den ^-ührerstand einer Hanomag-Lokomotive. der Tender unmittelbar hinten an die Maschine angebaut ift, zu unterscheiden. Letztere wird mit einem T bezeichnet. Tie drei Hauptgruppen, Schnell-, Personen- und Güterzuglokomotiven, werden durch die Buchstaben S, P, G bezeichnet. C bedeutet Bct- bundwirkung (nadi dem englischen Dort compound), H kennzeichnet die Heistdarnpserzcugung, ferner muß der Eisenbahnbeli osmann aus der Bezeichnung der Lokomotive sofor. ihre Achsanordnung entnehmen können. Hieraus ist am besten auf ihre Lcistungs- fähigkeit betreffs Zugkraft und Beweglichkeit in Krümmungen zu schließen. Tie bis vor wenigen Jahren übliche Bezeichnung der Achsanordnung durch einen Bruch, wie z. B. eine '/.-Lokomotive eine Maschine mit 5 Achsen bedeutet, von denen drei LriebSachsen lind, ist heute burdi die bessere Buchstaben-Bezeichnung ersetzt, welche auch über die Lage der Achsgruppen zueinander unterrichtet. Jede Laufachse wird mit einer Ziffer, jede Triebachse durch einen Buchstaben bezeichnet. Tie AchSgruppen werden von vorne nach hinten an der Lokomotive Vierzylinder-Verbundhcißdampf-Schnellzuglokomotive für Spanien, gebaut 1925 von der Hanomag. Am 27. September 1325, also vor hundert Jahren, beförderte die Lokomotive „Aktive" den ersten Zug über die Strecke Stockton—Darlington in cngiant). Damit war die erste Eisenbahnluue für den öffent- kichen Verkehr freigegeben und der Siegeszug der Eisenbahn als Berkchrsmittel für den Personen- und man dem Sattdampf in einem zweiten Behälter, eben dem Ueberhitzer, noch weitere Wärme zu, so verwandelt er sich in überhitzten oder Heistdamps, dessen Temperatur steigt und dessen spezifisches Gewicht bei unverändertem Truck fällt. Die beiden Dampsarten aber verhalten sich bei ihrer Arbeitsleistuny verschieden. Beim Sattdampf können infolge seiner Eigenschaft, bei der geringsten Wärmeentziehung Wasser niederzuschlagen, im Zylinder bis zu 40 Proz. Verluste eintreten, die beim Heißdamps durch die Ueberhitzung vermieden werden. Die Heizgase werden dem Ueberhitzer durch die Flammrohre zugeführt. Der Ueberhitzer selbst besteht aus einer großen Anzahl Röhren, die an der inneren Rauchkammerwand ringförmig herumgeführt sind. Viele Zehntausende von Heißdampflokomotiven laufen heute in der ganzen Welt. Die Bezeichnung der so zahlreichen Lokomotivarten ist heute auf den deutschen Bahnen übersichtlich und eigentlich mittels Buchstaben durchgeführt. Sie erfolgt nach der Verwendung und Bauart der Lokomotiven. Zunächst haben wir Lokomotiven mit angehängtem Schlepptender und solche, bei denen stein einer Lokomotive weißer und brauner Dampf kommt.Ersterer stammt aus dem Blasrohr und dem Zylinder, und nut letzterer ist der Rauch der Feuerung. Das Blasrohr wirkt wie eine Strahlpumpe und saugt den Rauch aus der Feuerbüchse. Vom Rost her tritt die frische Luft ein und gibt der Feuerung die notwendige Luftzuführung. Der Ausnützung des Dampfes in ungleich großen Zylindern glie- bert sich im Anfang des zwanzigsten Jahr- hunderts ein neuer Bestandteil, der Ueberhitzer (Economiser) an, der zur Erzeugung des sog. Heiß- oder überhitzten Dampfes führte. Trockener obcrsgesättigter Dampf ist das günstigste Erzeugnis, das in einem Dampfkessel, in dem die zu verdampfende Flüssigkeit und der erzeugte Dampf vereinigt sind, gewonnen werden kann. Führt die einheitliche Ausbildung aller Einzelteile zwecks Au-tausch und Berwendung innerhalb bestimmter Lokomotw-Reiben. Tie wirtschaftlichen Bortei'e die dem Abnehmer durch ein sollt' streng burdigefülirtc8 UonstruktionSprmzip zuteil werden, sind ganz er- bebltd'. Während früher für die Lokomotive besondere Ersatzteile fast ohne Ausnahme erst auf Bestellung gefertigt werden mußten, mit deren Anlieferung Wochen vergingen, sind Teile der typisierten Hanomag-Lokomotiven, da in Reihen gefertigt, sofort vom Lager lieferbar. In letzter Zeit werden in steigendem Maße Treiznlinder-Lokomoliven gebaut So ist z. B. die Personenzualokomv.ive Pb» der Deutschen Reichsbahn eine Ivl-Treizulinder-Heißbampsloko- motive. Ter Vorteil der Znlinderlokomotive liegt neben der symmetrischen Anordnung und der bequemen Unterbringungsmöglichkeit der drei Zu- linder, vor allem in der gleichförmigen Drehlrast an der Treibachse, auS der siä) eine raschere Beschleunigung zum Anfahren und ein beständigere- Laufen während der Fahrt ergibt. Weiterhin sind bei der Dreizylinder-Lokomotwe unausgeglichene Massen nicht in dem großen Maße wie bei der Zweizylmder-Lokomotive dzw. überhaupt nicht vorhanden, so daß auch infolgedessen wenige oder gar keine senkrechten dynamischen Wirkungen bestehen. Hierdurch wird eine geringere schädliche Einwirkung auf den Unterbau auSgeübt, und sonnt kann eine größere Leistung und ein größere« Rei- bimgsgewicht zugelassen werden. Aus der Münchener VerkehrSauestellung hat die Hanomag eine für Spanien bestimmte SchnellzugS-Lokomotive ausgestellt, welche einen Typ verknüpft, der erstmalig unter der Bezeichnung Mountain Type in ’Hnctila für schwersten Schnellzugsdienst auf Strecken zur Anwendung gelangte. Der Vorzug des Hanomag- Entwurfes, den die Bahngesellschaft auS dem internationalen Wettbewerb wählte, liegt darin, daß bei einem Leergewicht von nur 93 Tonnen die leistunqs- ähigste breitspurige Lokomotive geschaffen wurde, die Europa heute besitzt. Sie ist bestimmt für den internationalen Durchgangsverkehr von der sranzüsi- scheu Grenze bis zur spanischen Hauptstadt Madrid und hat die Ausläufer der Pnrenäen, das Kan- tabrische Gebirge und später die Sierra Guadarrama mit einem Höhenunterschied von 900 hzw. 1215 m zu überwinden. Während die bisher auf dieser Strecke diensttuenden Lokomotiven nur in der Lage waren, Züge von 255 Tonnen Gewicht zu befördern, befördert die zur Ausstellung gelangte Riesenokomotive- 400 Tonnen schwere Schnellzüge mit 90 kirn S tim den geschwindigkeit. Parlamentarische Krisis in England. Die schwierige wirtschaftliche Lage Englands im Verein mit verschiedenen außenpolitischen beim englischen Volk nicht günstig ausgenommenen Vorgängen hat namentlich in nicht unbeträchtlichen Teilen der konservativen Wählerschaft eine starke Mißstimmung gegen die Valdwinregierung hervorgerufen, so daß die Liberalen sich bereits rüsten, den Konservativen den bei den letzten Wahlen erhaltenen Zuwachs allmählich wieder abzunehmen. So reist jetzt Lloyd George im Lande herum, um für die Nationalisierung des nicht bebauten Bodens Stimmung zu machen. Er hosst, daß die seit Jahren schleichende Agrarkrise die Ge- solgschaft der Liberalen wieder vergrößern wird. Auf der anderen Seite ist natürlich auch die Labour Party eifrig am Werke, um die ihren Händen entglittenen Teile der Arbeiterschaft wieder in ihre Gewalt zu bekommen. Sie hat bisher taktisch recht glücklich operiert, das zeigt das Ergebnis der Nachwahl in Stockport im Manchester-Distrikt, die mit einem Sieg des sozialistischen Kandidaten ottdete. Bisher war Stockvort in sicherem Besitz der Konservativen. Selbstverständlich hat dieser Wahlausgang in England das größte Aufsehen erregt, der konservative „e glücklichen Mitführerinnen eines Mustöpschens ließen dieses bann zum Probekosten reihum gehen, wobei der Zeigefinger als Löffel diente. Auch Urinfläschchen wurden zur Ansicht herumgereicht. La die Vogelsberger Bauern wegen Kleinigkeiten nicht „off Gisse" fuhren, war für einen Mediziner im Bahnwagen wirklich viel zu lernen Auch die angehenden Juristen kamen nicht zu kurz. Wurden die medizinischen Fälle meist in gedämpftem, wehleidigem Tone vorgetragen, so ließ die Darstellung der juristischen sehr bald an Leidenschaftlichkeit nichts zu wünschen übrig. Ein Duchstabenbersteck. Vogt, Igel, Cent, Ton. Orgel, Rütli, Blüte, Lütttch, Uebel, Trient, Hügel, Gent, Ebro, Nil: Victor Blütgen. Desuchskartenrätfel. Prokurist. Zahlenrätfel. Reibeisen, Orinoco, Busone, Irene, Rorne, Sieben, Oboe, Nubien, Circe, Reuse, Union, Sirius, Orion, Eusebius: Robinson Crusoe. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom NedakttonSttsch. Die wahrheitsgemäße Bestätigung. Ein Mann sollte wegen seiner öfters gebrauchten unziemlichen Redensarten von zwei Gerichtsdienern verhaftet und nach der Fronveste gebracht werden. Er schloß sich aber, als er ihrer gewahr wurde, in seinem Hause ein und schimpfte zum Fenster heraus: ,Lhr Schlingel, ihr Esel, ihr Flegel, wollt ihr euch forpaden?" lieber diese Beleidigung erstatteten die beiden Gerichtsdiener folgenden Bericht: „N. N. hat, als wir ihn verhaften wollten, gesagt, wir wären Schlingel, Esel und Flegel, was wir der Wahrheit gemäß beglaubigen und mit unserer Unterschrift bestätigen." Er macht nicht mit. „Wann gehst Du denn wieder zur Schule, Richard?" „Ich gehe nicht mehr zur Schule, unser Lehrer ist verrückt geworden." „Verrückt geworden?" „3a. Gestern hat er uns erzählt, 4 und 1 wären 5, und heute sagt er, 3 und 2 wären 5." Der gute Rebner. „Ich t)abe ihn nur einmal nach Tische eine gute Rede halten hören." — „Wirklich?" — „Jawohl! Wir aßen zusammen und er sagte hinterher: Kellner geben Sie mir die Rechnung für uns beide." vorkenntniste. — „Können Sie Kinder wickeln?" — ..Ich denke doch! Ich habe drei Jahre in einer Restaurationsküche Rouladen gemacht!" Warnung. — „Strecken Sie den Kopf nicht so weit aus dem Fenster! Sonst wird er Ihnen von einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Zuge weg- genssen, und Sie haben's Nachsehenl". instanbzusehen. Dann wirb es sicherlich noch viel mehr als seither manchem einen Anreiz bieten, bem altertümlichen Städtchen Lich einen Besuch abzustatten. Allen diesen Gästen fei empfohlen, sich bann auch die ebenfalls von Herrn Veite mit schönen Malereien ausgestattete Friedhofskapelle anzusehen. Daß sie dabei noch manches andere finden werden, sei nur angedeutet: Auskunft wird gern gegeben. Telephon 1662 Marktplatz 17 Delikatessen August Wallenfels Nuö vcr.r * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 76 vom 25. September enthält: Wahl des Provinzialtags und der Kreistagsmitglisder. — Landespolizeiliche Prüfung des Entwurfs zur Derbesferung der Vorflutverhältnisfe aus bem Bahnhof Großen-Linben. — Lknterspannfetzung der Fernleitung Borken—Frankfurt. — Maul- unb Klauenseuche in Steinheim. — Jahresbericht der Gewerbeaufsichtsbeamten für 1925. — Steuerabzug vom Arbeitslohn. — Straßensperre. bietet die berühmten Liköre der Carl Mampe A.-G. Berlin an: Mampediktiner Mampe-Halb und Halb-Extra Mampe-Karthäuser Dr. Mampes Bittere Tropfen Curaoao weiß Mampe - Edel-Orange Cherry-Brandy - Extra Brombeer-Likör “”$1 Prünelle Maraschino Danziger Gold wasser Echter arabischer Mokka - Likör Weinbrand Mampe Alter Stamm Die vorzügliche und preiswerte Qualität wird verbürgt durch die Marke Elefant. kundiges Auge konnte sofort die Klinikbauern von den „Afscga'enbauern" unterscheiden. Ein Bauer, der nicht wie eine Leiche dasah ober wie eine Mumie eingewickelt war, sondern wie ein gesunder Mensch aussah, hatte sicher einen Prozeß auf dem Buckel oder im Visier. Eingehend wurde auch da bas Für unb Wiber erläutert, unb stets fand sich ein alter Prozeßbauer, der schon im Voraus wußte, was der „Affegat" sagen würde. Cs war noch eine gemütliche Bahn, die ober- hessische Bahn. Auch später in ber preußisch-hessischen Eisen- bahngemeinschast bewahrte sich noch mancher Eisenbahner die hessische Gemütlichkeit. Längst waren bie hohen Bremserhäuschen von den Personenwagen verschwunden. Der Lokomotivführer bremste den ganzen Zug mit ber Luftbremfe. Nur bem letzten Wagen, bem Bahnpostwagen, konnte die Luftbremfe nichts anhaben. Er war noch ältesten Systems unb hatte noch das alte hohe einsitzige Bremshäuschen, bas aber unbesetzt war. Von Gießen bis Lauterbach hatte bas nichts zu sagen: aber wenn ber Zug über bie Salzschlirser Brücke fuhr und vor Fulda den Schulzenberg hinunter!auste, mußte ber Postwagen gebremst werden. Deshalb wartete in Lauterbach sin Fulber Bremser auf den Postzug unb versäumte nie, liebenswürdig lächelnd, bie fahrenden Postbeamten zu begrüßen, bevor er in fein Häuschen kletterte. Auch in Fulba vergaß er seine Schutzbefohlenen nicht. Regelmäßig trat er an sie heran und fragte, stolz auf bie Bremsleistung, mit unbeschreiblich treuherzigem Augenzwinkern: ..No, honn ich euch hüit net Widder emo! großartig gebrämst?" ..Leg' dich btn", kemcht« Hormaim. aber sie (Nachdruck verboten.) 20 Fortsetzung. ter. sammentrieb 'Sobinter war Bibel und an der Rehwage hundertmal in des nehmen Sie MAG GF Suppenwürfel 8955c Statt Karten! 4.-7. OKTOBER 1925 8M7D Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Gießen (Bahnhofstraße 24). den 26. Sept. 1925 r Ihre Vermählung geben bekannt it. Gießen. 26. September 1925 07866 Schneider Rübe n 9 07812 Möbel FRANKFIltTER HERBSTMESSE Für die uns anläßlich unserer Vermählung in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir unseren herzlichsten Dank. Karl Dern Marie Dern geb. Dechert Eintönig rauschte der Rhein. So erblickt« ihn HannS, «16 er quer über die Matte kam und durch den Userwald an di« abwärts zu halten, und nun zugeschossen, wo die grüne Da versagte dem Knaben die Kraft. „Co. leg' dich hin", schrie er wild, aber es Für die uns anläßlich unserer Silberhochzeit in so Überaus zahlreicher Weise erwiesenen Aufmerksamkeiten sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus Ludwig Belloff und Frau ßoj.-Abitnriytu-8«“1 ■ - - !!■•««■.Th. bucua von e\n« oct- h Jtwk'n nach hinten NaUchic der Bug in und crfdrirtttrie daS en Halt ßarren legte der Kahn Melle dann wieder in Ingenieur Georg Gaich und Frau Else geb. Müller war wie gelähmt. Wenn das Igg zweifelten An st re gedrückt. sich vorn die goldlöpiigen « Mädchen in seinem Mit unheimlich über die Felsen ir den Strem hinaus Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Gretel Petri Dr. Alfons Muntowski Der gefesselte Strom Roman von Hermann Stegemann. Forstassessor Hans Barth und Frau Ria geb. Buh. Großen-Duseck. den 24. September 1925. Stelle drang, wo seit vielen Jahren die graue Wage stand. Still betrachtete er den Dal Ties gruben sich die Furchen im Gesicht des alten Fischers. Sin Sonnenfleck lag auf feinem eisgrauen Haar Schweres Leben lastete auf ^chs^immer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Küchen- und Einzelmöbel, Stahldraht- und Auflage-Matratzen, Chaiselongues, Diwans, Klubmöbel (eigener Werkstatt). Beste Qualität. Billigste Preise. Teilzahlung gestattet. In allen.GröBen, sofort und preiswert A. J. TRÖSTER. BUTZBACH hinein gerufen hatte, war wie der Schwall Rheins übergelaufen. Mit kräftigem Zug griff er den Hebel und schwenkte deS Reh in den Strom. es sicherlich noch chem einen Änrri, iädlchen Lich einen diesen Säßen sei die ebensaüs vvn Kreien ausgestattete «sehen. Dah sie da- •tn werden, sei m lern gegeben. DifliiitflöbkÜ. tbigungS>e hinterher: fteU. 'S für uns beide.' !. Mein?" ^be drei Jahre in Mn gemachte i nicht fo weit aus ?nen von einem aus imenben Zuge roeg. Ghent" war schon zu spät. Als ihm das Ruder auS byt Händen ge- rissen wurde und er zu Boden stützte, klatschte der Bug schwer ins Wasser, die Kett? klirrte über Bord, und mit ihr fiel 2o. wie nnm Stengel gepflückt, mit einem ganz leisen Jammer laut in den Strom. Da nahm Hanns Ingold einen Anlauf und sprang, weitausholend, dem Äabn entsagen. mit geschloffenen Fähen, die Brust prall vvn tiefem Atem, in den Rhein. Rock, Weste und Schuhe hatte er abgelegt als er den Rachen herankommen fah. Dicht am Vater vorbei ging fein Sprung. Jetzt hol ich mir mein Recht auf den Lauffen, fuht's ihm jauchzend durch den Kopf, und um ihn her spritzte und gluckste die Flui Hart neben dem Kahn kam er nieder und packte mit der Rechten daS weihe Bstndel. da.' zwischen Schiff und Grund unter dem Bug im Waffer trieb. (Fortsetzung folgt.) ®inen Prozeß 6au6r:« InatntDÜtbe. *■ ä j2Si ü^egÄtifel Der gJ0JftBttiBfe- mit $JJ6npofttpa9cn; dem y gt tpar itß anhobA a[tc . f)»tte,nfl0?er unbeltÖt Lauierb^ /aber JIC in der «d j.tn •**&**t Ä» .bianist^ „Sie müssen hier Dorbei ". sagte der Fischmeister und zog die Jacke aus. In weitem Bogen brauste der Rhein heran eine goldglitzerpde Bahn, lief eine kürze Weile grün und dunkel in der inneren Krümmung, wo daS Retz hing, und schwang sich dann in Wir beln und Strudeln über daS Wehr daS ihn „Sr zwingt'-". rief Hann- Wirklich war eS Hermann gelungen da- Schiff in den Strubeln mit dem Lchnalstl strom- tam ee auf das Ufer Mrie floh seinen gekrümmten Schultern. Da schlug Christian Ingold die Augen auf. Der, an den er eben gedacht, mit dem er gehadert, den er ohne Abschied von sich geflohen hatte, stand vor ihm. Rauschend, tropsenklingend schnellte das leere Reh aus dem Strom. „Was willst du hier?" ..Dir Lebewohl sagen, Vater!" So sah keiner aus. der mit Schimpf und Spott heimgeschickt worden war. Aber auch keiner, der in sich gegangen war und erkannt hatte, dah er gegen Den eigenen Vater gewütet hatte. Lhristian Ingold mah ihn vom Wirbel biS Sohle. „Ich weih von keinem, der mir ein Lebewohl schuldig ist, nur von einem, der nicht mehr mein Sohn fein kann, denn er will den Rhein zu einem Fadrikwaffer machen und mich in meinem Retz einsargen, eh' ich allein inS Grab sink'." ..Du denkst nur an die Fischerei, Vater, nur an den Lachsfang, her auch ohne diese- Werk zurückgehtI Bedenk' doch den Aufschwung, der dann kommt, die hundertfältige Möglichkeit zu neuem Verdienst —* Wild lachte der Fischmeister. „Verdienst! Amerikaner, weiht du nicht mehr, dah ich nicht leben kann ohne den Rhein, ohne die Wasserweide und den Lachs! Dort — siehst du den Lauffen dort als Gotte« Wunder weih kochen, und weiht du noch, wie fie im grünen Wasser ftehen, die Flossen aufgestellt. Tage und Rächte, und wie der Blitz aus der Tiefe fahren, zurückfallen und wieder in die Sonne schnellen, immer wieder, bis fie endlich über den Sturz UW! Ms Berliner WWW ist zur Giehener Herbstmeste eingetroffen mit einem groben Posten Seinen- und Sattnschürzen zu staunend billigen Preisen sowie Kasakschürzen, die grobe Mode. Mädchen- unb Knabenschürzen In allen Farben und Gröhen. Versäumen Sie nicht die Gelegenheit beim Einkauf und beachten Sie bitte am Mebplatz meine Bude- Durch eigene Anfertigung bin ich in der Lage, sehr billig zu verkaufen. 07859 0. Schließer mi$ Berlin. incr Halb-Extra läuser :re Tropfen veiß Orange tr •* le ino d wasser Mokka-Likör liier Stamm ind ird Berlin : haft deine Gedanken, ich die meinen. Ich kann bas Werk nicht Regen lassen, weil du mir es ab- sprichst, denn eS ist stärker als ich und will ans Licht. Der Rhein ist mir so heilig wie blr.“ Denn ich bie Bohrlöcher fülle und der Lauffen in Stücke geht bann tut es mir gerade fo weh wie dir. 3ber ich bin kein Mörder. Vater, ech töte nicht, icb mache lebendig. Du lobst bie Wasserweide, ich will dem Rhein in die Seele bringen. Weiht du. was hier im Wirbel vorüberschiebt? Licht und Kraft? Und die will ich frei und nutzbar machen, die will ich ertöten, bie —" Sin gellender Schrei rih ihm bie Worte vom Munde. Weither kam er über ben Strom geflogen und irrte hilfesuchend umher „Da ist eins in Wasfernot', sagte der Fisch- meister und schirmte bie Qlujjen mit bet Hand. Hanns focht noch mit feinen Gedanken, al- schnell hintereinander der Schrei noch zweimal klang Sine helle Stimme, und darauf ein rauherer Ruf das war Hermann! Und nun sahen fie den groben schwarzen Rachen aus der Waldkulisfe in den glitzernden Strom fchiehen. Hermann hatte eine- der beiden ausaehäng- ten Ruder ergriffen und versuchte da- Schiss aus den Wirbeln in bie glatte Strömung zu bringen. Das Mädchen lauerte am Bug, bie Kette, bie eS im Spiel ausgehakt hatte, noch krampshast in ben Händen, als könnte eS ben Kahn daran halten, der guergeschlagen mit der blinden Schwerfällig- Icit seines plumpen Baus bahintrieb und dem Ruder nicht mehr gehorchte. „An der Teufelswuhre überschlägt eS sie, wenn der Bub den Kahn nicht zwingt!^ Die Stimme deS Fischers zitterte, er hatte bie Reywage sahren lassen und zog den Hosenbund enger. Meisterlos trieb bet Kahn, bie Arme deS Knaben vermochten das schwere Ruder nicht ins Wasser zu drücken, zweimal rih ihn die Strömung vornüber, dah er hart auf den Boden schlug. Lo. lauerte immer noch, auf Knie und Hände gestemmt, an dem breiten Buch und konnte sich nicht rühren. Drucksachen allerAtt Ile vrühfsche UnioersttSlr-vrnckerei. !L Lange, Siesten. SAnlflr. 7. wie der Rhein!" Run war's gesagt. Was er gewälzt und gesonnen hatte in all den Tagen, was er über en Rechnungsbüchern und im Kahn, über der Bibel und an der Rehwage hundertmal in sich nad brr Gießen 27. September 1925 sen Henkels | Marktplatz 17 । j ton Liköre eA.-G. Zerbrechen Sie sich nicht den Kops welche Suppe Sie kochen sollen. Wählen Sie unter den 27 Sorten von Maggl'S Suppen. AuS einem dieser Würfel für nur 13 Pfg. stellen Sie mühelos, durch kurzes Kochen mit Waffer, zwei Teller köstlicher Suppe her. Darum ftaffr 3o/tr. 1«» «Mldeff! ÖHrt Geld ee» weraflglf* 1HSÖTlÄlffSf* 10" McntaaiMiMn») Drott* Geffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung für die Em kam men steuer und Körperschaft«steuer für den Steuerabschnitt, der ch der I. Lälste des Kalenderjahrs INS geendet hat. I. Zur Abgabe einer Steuererklärung zur Einkommensteuer und der Körperschafts- ftcuer werden hiermit Steuerpflichtige aufgefordert, deren Steuerabschnitt in der 1. Lälftc des Kalenderjahres 1925 geendet hat. Steuerabschnitt ist: e) Bei Steuerpflichtigen, die Einkünfte aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau und sonstiger nicht gewerblicher Bodenbewirtschaftung belieben, das Wirtschaftsjahr vom 1. Juli 1924 bis 30. Juni 1925, bei reiner Weidewirtschaft und reiner Viehzucht statt dessen das Wirtschaftsjahr vom 1. Mai 1924 bis 30. April 1925. b) Bei Steuerpflichtigen, die Landels- bücher nach den Vorschriften des Landelsgesehbuches zu führen ver- pflichtet smo oder, ohne dazu ver- pflichtet zu sein, Äandelsbücher nach den Vorschriften des Äandelsgeseh- buchs tatsächlich führen, das Wirt- schaftsicchr, für das sie regelmäßige Abschlüsse machen, sofern es in der 1. Äälfte des Kalenderjahrs 1925 geendet hat. Steuerpflichtige mit mehreren Wirt- schaftsjahren, von denen ein Wirtfchafts- jahr in der zweiten Äälfte des Kalenderjahres 1925 endet, sind auck dann nicht zur Abgabe einer Steuererklärung ver- pflichtet, wenn ein Wirtschaftsjahr in der ersten Sälffe des Kalenderjahres 1925 endet. Diese Steuerpflichtigen werden vielmehr erst nach Ablauf des Kalenderjahres 1925 zu einer Steuererklärung auf- gefordert werden. Für den unter I bezeichneten Steuer- abschnitt sind zur Abgabe einer Steuer- erklärung für die Einkommensteuer verpflichtet: 1. Steuerpflichtige, deren Einkommen im Sreuerabscynitt den Bettag von 8000 5LM, überstiegen hat; 2. ohne Rücksicht auf die Äöhe des (Ein- kommens Steuerpflichtige, bei denen der Gewinn auf Grundlage des Abschlusses ihrer Bücher zu ermitteln ist; 3. bei Beteiligung mehrerer an den Ein- fünften aus a) Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau und sonstiger nicht ge- werblicher Bodenbewirtschaftung, b) an einem Gewerbebetrieb, z. B. an einer offenen Larrdelsgesell- schast oder Kommanditgesellschaft die zur Vertretung oder Geschäftsführung befugten Personen. III. Für den unter I bezeichneten Steuer- obschnitt sind zur Abgabe einer Steuererklärung für die Kvrperschaftssteuer verpflichtet: 1. steuerpflichtige Erwerbs gesellschasten, 2. alle übrigen steuerpflichtigen Körperschaften und Vermvgensmassen. rv. Die Steuererklärungen sind in der Zeit vom 1. bis 17. Oktober 1925 bei dem Finanzamt abzugeben, in dessen Bezirk a) Die zu II 1 unö 2 bezeichneten Steuerpflichtigen ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt, b) die zu II 3 und III bezeichneten Steuerpflichtigen den Ort der Leitung oder Sitz haben. Ist im Inlands weder ein Wohnsitz, noch ein dauernder Aufenthalt, weder em Ort der Leitung, noch ein Sitz gegeben, so ist die Steuererklärung bei dem Finanz- Snt abzugeben, in dessen Bezirk das nternehmen betrieben oder ständig ver- treten wird. V. Vordrucke zur Steuererklärung sind bei dem Finanzamt erhältlich. Wer die Frist zur Abgabe der chm ob- llMenbcn Steuererklärung versäumt, kann mit Geldstrafen zur Abgabe der Steuererklärung an geh alten werden; auch kann ihm ein Zuschlag bis zu 10 v. 55. der festgesetzten Steuer auferlegt werden Die Äinter-iehung oder der Versuch einer Hinterziehung der Einkommensteuer oder Körperfchaftssteuer wird bestraft. Auch ein fahrlässiges Vergehen gegen die Steuergesetze (Steuergefährdung) wird bestraft. Ekeßen, Butzbach, Grünberg, Lungen, den 24. September 1925. Die Finanzämter. 8957c Kartoffellieferung. Die Lieferung der Speisekartoffeln für 1025/1926 Industrie 1800 Zentner soll vergeben werden, hiervon sind hn Oktober ds. Is. 1000 Zentner und im März n. Zs. 800 Zentner zu liefern. Die Bedingungen liegen während der Durecmftunden auf der Kanzlei zur Einsicht offen, sie können auch abschriftlich gegen Erstattung von RM. 0,70 bezogen werden. Für das Angebot ist ein besonderes Formular vorgeschrieben, das gegen ßahlung von NM. 0,10 bei uns erhältlich ist. Angebote mtt der Aufschrift „Kartoffel- lieferung" sind verschlossen bis zum (Eröffnungstermin: Mittwoch, 30. September 1925, vormittags 11 Uhr hier einzureichen. Es können auch Teillieferungen, jedoch nicht unter SO Zentner erfolgen. 87430 Zuschlagsfrist: 1 Woche. Maricnschloh (Rockenberg), 15. Sept. 1925- Direküön des Hess. LanoeszuchtHauses. Mädchen- und Damen Wintermäntel neuaufpommen! a® Feiertags halber Montag, 28. Sept, geschlossen l7wD Aepfelversteigerung sp-n-tarioffein 89030 •21 ff. feCRANteAa FRA EN Verlader nbtugeben Landwirtschaft.'.ehe Haudalag e» «11 sc ball m. b. B,, Ebeleben, Thür. Tel 95 Tel.- Ädr.: Landhandel. Dienstag, den 29. September, von vormittags 10 Uhr an, sollen die Aepfel der Gemeinde Lauter an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist an der Straße Grün- berg - Lauter. Lauter, den 22. September 1925. Hessische Bürgermeisterei Lauter. Bullen-Derkauf. Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt einen fetten Bullen zu verkaufen. Angebote sind pro Zentner Lebendgewicht bis zum Montag, dem 28. d.M., nach, mittags 3 Uhr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen eingesehen werden können. Steinbach, am 24. September 1925. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. 89490 Treu meinem alten Prinzip, führe ich in modernsten Formen und Farben nur erstklassige Qualitäten allerbilligst in den Preislagen von Mk. 18.50 20.00 25.00 30.00 35.00 usf. Um den Wünschen meiner Kundschaft gerecht zu werden, habe ich für die Winter-Saison 1925/26 Vaillants Gas-Badeöfen zu beziehen durch alle lb46ss Installationsgeschäfte. lllustr. Katalog Ausgabe 17 U kostenlos. Joh.Vaillant* Remscheid. FRANKFURT A.M. fertigen seit* Jahrzehnten als Spezialität: LADEN-EINRICHTUNGEN Umbauten, Ergänzungsteile Glasaufsätze, Vitrinen usw. Vertreter für den Bezirk Gießen: Franz Brück, Gießen, Schiffenberger Weg 511., Telephon 906. Aeußerst billig’ - Verlangen Sie Kataloge! 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M., Kaiserstr. 6, ist, wie „Die Textil-Woche" erfährt, in Zah- lungsschwierigkeilen geraten und strebt einen austergerichtlichen Vergleich in Höh« von 50 Prozent an. • Der deutsch-französisch« Aust« n- 122 25 69 5 UM 54.5 69 5 91,5 98.5 71,75 77 5 «,5 56 M 26 121.76 117.» 117.75 70 88.6 285 85 । 69,18 4« «,n 74 25 10 87 117.1.1 19.25 38.6 61 72.10 57.0 75 122 70.5 118.90 56,50 70. tt.4 94 u 78 4o 88.71 88.5 86 M 04.0 123 69.6 117 117,75 59^5 65.25 65 78 80.78 77.7» i»,n N.l • Zahlungseinstellung i in Frank- urter Tertilhandcl. Die Wäschesirma diese» Papiere» aus dem Montanmarkl verständlich ist. Da da» Geschäft aus der Kölner Messe letzthin etwa» lebhafter geworden ist und wieder verschiedene günstige Dividenden-Vorschlägc bekannt wurden, hatte die Börse bei Beginn de» Geschäfte» allgemein ein sreundliche» Aussehen Auch Zorkriegspsandbriese waren etwas gc- desterl, ebenso ausländische Renten. Ain Geldmarkt hörte man tägliche» Geld mit 8 bis 94 Proz., Monatsgeld mit 10 bl» 114 Proz. Am Devisenmarkt waren die Abschlüsse gering. Da» englische Psund lag nach der gestrigen Betest!- gung etwa» schwächer bei 4.845 gegen Kabel. Sonst waren keine nennenswerten Veränderungen zu oereben die Gegensätze, di« eine derartig riesige Fusion mit sich bringen must, besonders ft art xrvor. Die Firma Krupp hat als FarnUien- und PrivatgeseMchaft besonders in ihorr A b- schlust- und Dividendenpolitik ganz anbcrc Ziele, als die Aktiengesellschaften, die ihren verschiedenen Aktionären nach Möglichkeit alljährlich eine Dividende zukommen lassen wollen Gerade aus diesem Gebiet liegen die H a u p t l chw i« r i g k e i t en einer derartigen Fusion zwischen Privatgesellschaften und anderen mehr öffentlichen Aktiengesellschaften Aber auch den anderen Gesellschaften wird es sehr schwer fallen, sich über die gegenseitigen Schulden zu verständigen, ganz abgesehen von der Einigung über die Personen- frage Sin allzu übertriebener Optimismus bzw die Erwartung einer schnellen Einigung über den Zusannnenschluh der Werke ist also nicht am Platze. Vielleicht ist es wirt- schastlich zunächst auch gar nicht ratsam, obwohl die Frage der Aotwendigkeit der Reorganisation auster Zweifel steht und ein derartiger Zusam- mcnlchluß nach wie vor daS Ziel der rheinisch- westfälischen Eisen- und StahlwirtschastSkreise sein muh. • Adler-Werk«, vormals Heinrich Kleber A.-G., Frankfurt a. M. Zu den Vorgängen bei der Gesellschaft erfahren wir von der kaufmännischen Direktion, bah zu Ende dieser Woche auster den bereits entlassenen Arbeitern weitere 1900 Mann und 250 Beamte entlassen werden. Der Grund der Entlassung ist die allgemeine schlechte Wirtschaftslage bei der Auto- mobillnbustrie, von der auch die Adler-Werke betroffen sind. den Effektenmärkten auch das Ausland zu vermehrten Käufen zu veranlassen vermag, sofern man dort die Gewistheit bat, dast die grohe Sffekten-Daisse in Deutschland erledigt ist. Das das vermehrte Interesse das Auslandes an deutschen Effekten wieder für unsere Gesamtwirtschaft bedeutet, braucht hier nicht extra hervorgehoben werden. 125.50 85.5 108 7 .' 110 55 IM 9. 76 93 7.6 0,t 28 69 48.5 40 70 78.7 l(T! 3 5 l 9 129 39 52 72. 0 58 60 60 5 „Bochisant" (Boche-Freund) so reden könnte. Heute hat's ihnen dle Sprache verschlugen: wu» sollen sie auch sagen, da es keine fünf Elsässer gibt, die nicht o denken?! Fürchtet sich Frankreich davor, dah die internationale Welt einmal genauer zusehen könnte, wie e» um Elsah-Lothringen steht? Man muh es wohl annehmen, sonst hätte man nicht Hal» über Kops ebne triftigen Grund d l e neue Reise de» Ministerpräsidenten durch Elfaß-Lolhrin- gen inszeniert. Sonst hätte sich der .,lernte' nach der Rückkehr Painleves nicht zu seinem (übrigens wenig klugen!) Aufsatz ..Bon Genf nach Strah- bürg6 aufgeschwungen, indem — — Wilson und ein oberer Amerikaner als Kronzeugen bafür aufgerufen werden, daß 1918 und 1919 fein Grund vorgelegen Hobe, uns über unsere Zukunft In freier Volksabstimmung zu befragen! Aber, lieber „lemps", wer im Glashause sitzt . . .! Weih man denn auf der Redaktion des „lemps" nicht, dah der eben „begnadigte" R. E. L e y nur unter der Bedingung aus dem Gefängnis entlassen worden ist, daß er Elsaß-Lothringcn nicht in den nächsten fahren betrete‘-V Und dieser Elsässer Len hat nichts anderes verbrochen, als dah er auch ür Elsah-Lothringen — als cs noch Zeit war. d. h. vor dem Versailler Vertrag! — eine unbeeinflußte Volksabstimmung forderte! Ein amerikanischer Journalist, mit dem ich in diesen lagen sprach, fragte mich, ob denn Frankreich eine Volksabstimmung fürchten müsse! Ich habe ihm meine Ansicht über dielen Punkt auseinandergesetzt. Wir verstanden uns. Wir haben uns bann noch sehr reunblid) über französischen „Pazifismus" unb ranzösifche Anschauungen von Freiheit unterhalten. Es war sehr lehrreich für b e n Amerikaner . . . Britt 4Jd 18,31 101.61 8MÄ 10 toi 169.14 17,01 8'.01 69,26 112.87 81,05 10.50 18,447 Die Trustbestrebungen im Ruhrgebiet. Lieber bie Verhandlungen zwecks Gründung des Rheinisch. Westfälischen Riesen- Konzerns hatte ein Vertreter des DHD. eine Unterredung mit einem ersten rheinischen Wirtschaftsführer, der kürzlich einem ausländischen Journalisten gegenüber bemerkenswerte Ausfüh? rungen zur deutschen Wirtschaftslage machte. Zn dieser Unterredung sprach sich der hervorragende Führer der rheinischen Industrie wie folgt aus: Die Bestrebungen, durch ein solches Zusam- mengchen alle bisher nebeneinander laufenden Interessen zu vereinigen, insbesondere unter der heutigen Wirtschaftslage, find nicht nur erwünscht, sondern dringend notwendig. Alle Zweige der Gesellschaften, di« heute unproduktiv arbeiten oder leer laufen, müssen mehr denn je ausgeschaltet undbeseitigtwerden. Eine durchgreifende Reorganisation der rheinisch-westfälischen Eisen- Wirtschaft ist trotz aller Einschränkungen und trotz der bisherigen Zusammenfassung durch die Verbände, z. D. die Rohstahlgemeinschaft, drin, gend notwendig. Der angeregte Zusammcnschlutz darf jedoch keineswegs überstürzt und unter Hin- wegsetzung über die Schranken der augenblicklichen Wirtschaftslage erzwungen werden. Die natürliche Wirtschaftsentwicklung darf durch allzu forciertes Fordern des Zusammenschlusses nicht in einzelnen Phasen übersprungen werden, damit keine Enttäuschung aufkommt. Eine solche Ent- täuschung ist der Austritt der Firma Krupp aus den Verhandlungen. Hier treten handel. W:e die „Franksurter Zeitung" Paris berichtet, hat sich nach der Angabe der französischen Zollstatistik die französische AuS- i.li 18,24 30,203 19.8K3 168,-0 16.96 68.90 112.81 80,75 -XI.20 12.987 Getreidebörse. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die Börse hat wieder einmal einige schlechte Lage hinter sich Wenn man genauer hinsieht, so waren die Veranlassung hierfür coeniger einige ungünstige wirtschaftliche Erscheinungen, als vielmehr die allgemeine Geschiftsunlust, dir sich in den Räumen der Effekten Börse seit kurzem von neuem breit macht. Das Privatpublikum halt sich dem Marfte nämlich nach wie vor völlig fern, und zwar sicherlich nicht nur aus reinem Geldmangel, sondern infolge des noch nicht wieder vorhandenen Vertrauens in die Stabilität der Esfeften-Börse. Die vielen Dioidendenausfälle trugen gleichfalls dazu bei, das Kleinkapitalisten- Publikum vor Anlage-Käufen an der Börse ab- zusch'recken. Die Geschäftsstille hatte an einigen Tagen dieser Woche einen Grad erreicht, der kaum noch überboten werden konnte. Die Feststellung der ersten offiziellen variablen Kursnotiz mußte einmal sogar vei über 30 Prozent aller Papiere unterbleiben, da die nötigen Mindest-älmsätze nicht erreicht wurden. Die Rücksicht auf den bevorstehenden Quarlals-ällttmo und die im August erneut gestiegene Passivität unserer Handelsbilanz taten iwch ein übriges, um das Geschäftsinteresse einzudämmen. Run scheint es aber, als wenn der bevorstehende Quartals-Wechsel doch nicht die Anspannung des Geldmarktes zeitigen wird, die man erwartet hatte. Ratürlich ist der Bedarf in den letzten Tagen starker her- vvrgetreten, als dies im Verlaus deS Monats der Fall war, doch ist die Versorgung des Börserrgeldmarktes mit täglichem Geld bisher reichlich genug gewesen, um ein Anziehen der Geldsätze zu verhindern. Die Abflüsse von über 10 Millionen Mark durch die Einzahlungen in die Liquidationskasse werden den Mitgliedern der Kasse zum Ultimo wieder zur Verfügung gestellt, indem die Liquidationskasse dann als Geldgeber auftreten wird. Diese Mittel sind somit der äLliimo-Regulierung nicht entzogen, was zweifellos für die Kurs- gestaltung am Monatsschluß von einiger Bedeutung sein wird. 3m Oktober erhält dann das Gesicht der Börse ein völlig verändertes Aussehen. Mit dem 1. Oktober wird bekanntlich offiziell der Effekten-Terminbandel wieder aufgenommen werden. Die Kursbildung wird dann sicherlich nicht mehr von täglichen Zufälligkeiten abhangen, sondern sich auf etwas längere Sicht vollziehen. Hieraus ist eine gewisse Beruhigung an den Aktienmärkten zu erwarten, die dann hoffentlich ihrerseits zu einer größeren Beteiligung des Publikums am Geschäft führt. Es braucht nicht ertra darauf hingewiesen werden, daß eine etwas optimistische Kursgcstaltung an Frankfurt a. M, 25. Sept. ES wurde« notiert: Weizen (Wetterauer) 23, Roggen (inländischer) 18. Sommergerste (für Drauzwecke) 25 bis 27,50, Hafer (inländischer) 20 bis 31. Maisgelb) 20, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 38. Roggenmeh! 26 bis 26,50, Weizen- u. Roggen- tlcie 10 bis 10,25. — Tendenz Flau. Sonntagsdienst d.Verzte u. Nvotdeken am 27.9.25. Srau l)r. Marr. Dr. Schaffer. Engetavoihcke. Zahnarzt« Dr Sto'erbecf, frankfurter Dir Berlin, 26 Septbr Hmcritanif<6e Note» . . .., Belgische Noten . ..... Dänische Noicn Englische Roten . Französische Noten ..... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch- C esterr., i 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noicn Spanische Noten Tfchtchoilowokische Noten . . Ungarische Noteu. . Frankfurter Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (<*n Billionen Marl aitegedrürtl. Buemte-Atre», London. W hort, Japan, Rio de Janeiro ffli eine ttnlpn. Wien i Vudavcz kür 100000 Ändciten, alle» übrige für 10b Einheit Telegraphische AuSzablung. fuhr nach Deutschland im. Laufe der ersten acht Monate die'es Jahres auf 2395 Mill. Franken gegen 2464 Mill. Franken in der gleichen Zeit des Vorjahres belaufen. Auch di« französische Einfuhr aus Deutschland weist kein« nennenswerte Aenderung auf. Sie stellt sich für diele Zeit aus 1370 Mill. Franken gegen 1330 Mill. Franken im Vorjahre. • Schlechte Lage der Rheinschiff- fahrt. Die Lage der Rheinschifsahrt hat sich in der letzten Woche weiter verschlechtert, da ein starkes Angebot an Leerraum auf die Frachtsätze drückte. Einzelne Schiffe liegen monatelang in den Häfen, ohne Fracht zu bekommen. Rach einer Meldung des DHD. hat eine große holländische Firma die Hälft« ihrer Schiff« still- gel«gt. • Kabelwerk« Rh« hd - A -G., R h « d t Der für den 31. Oktober «inberufenen Hauptversammlung wird di« Verteilung einer Dividend« von 15 Prozent für die alten unb von 7,5 Prozent für die neuen Stammaktien vorgeschlagen. • Zum Konkurs der Krefelder Dank. Durch den Konkursverwalter, RechtS- antoaü Dr. Reih, erhielten die Gläubiger der tn Konkurs geratenen Krefelder Dank A.-^., nachdem ein« D«rstänbigung mit dem früheren Auf- sichtSrat erzielt worden war, ein« Abschlagszahlung von 80 Prozent ausbezahlt. ES ist zu erwarten, daß die Gläubiger insgeiamt 100 Prozent erhalten. Seilens der interessierten Kreise war an der Tätigkeit des Aufsichtsrates scharfe Kritik geübt worden, aus Grund deren die Aufsichtsratsmitglieder sich freiwillig bereit erllärten, zur Erfüllung der Gläubigerforderungen auS Privatmitteln beizutragen. • Mansfeld A.-G. für Bergbau- und Hütten betrieb. 3m Lause des neuen Geschäftsjahres ist eS, wie die Verwaltung in einem Börsenzulafsungsprolpekt mitteilt, gelungen, durch organisatorische Maßnahmen die Produktion zu erhöhen und die Gestehungskosten so zu vermindern, daß das älnternehmen feit einiger Zeit nicht mehr mit Verlust arbeitet, nachdem inzwischen auch die Kupferpreise eine Besserung erfahren haben. Sofern sich die rationelle Betriebsweise fortführen läßt und die Preise auf den in Betracht kommenden Metallmärkten sich nicht merllich senken, hofft die Gesellschaft, für 1925 mit einem befriedigenden Geschäftsergebnis rechnen zu können. Frankfurter AdendbSrle. Frankfurt a. M., 25. Sept. Die Stimmung der Abendbörse war auf neues Deckungsbedürfnis wieder ziemlich fest. 3m allgemeinen verlief das Geschäft ruhig und nur in einigen wenigen Sp^iaftverten kam es zu größeren ilm- sähen. Die Abendbörse schloß in fester Haltuim. Deutsche Anleihen: 5prozentige Reichsanleihe 0 222, 4' xprozentige Schahanweisung 6—9 0,185, 4prozentige Preußische Konsvls 0.24212, 3'/»proz. bo. 282'2. Schutzgebietsanleihen 5,200. Ausländisch: Renten: 5prozentige Goldmexikaner 41,5, 4’ prozentige mexikanische Jrrigationsanleihe 18 75 Bankattien: Eommerzbank 95,50, Darmstädter Dank 108,75, Deutsche Bank 110, Dresdner Dank 100, Mitteldeutsche Kreditbank 93, Reichsbank 135,25, Oesterreichische Kredftaktien 7,60. Montanaktien: Deut sch-Lu rem bürg 70, Mannesmann 67,87. Chemische Aktien Dadische Anilin 122, Elberfelder Farben 119. Th. Goldschmidt 70,50, Höchster Farben 118,90. Schift- sahrtsaktiLn: Rordd. Lloyd 64.25. Industrieaktten: AEG. 94. Cem ent Heidelberg 65,25. Fuchs Waggon 0,59. Gebr. Junghans 60,25. Dr. Paul Meyer 21, Zucker Offstein 55, Zucker Rheingau 60. Berliner Börse. Berlin, 25. Sept. Die bisherige Unsicherheit unb Verstimmung der Börse hat einer wesentlich freundlicheren Auffassung Platz gemacht. Die Besserung ber außenpolitischen Lage, bie in den Entschlüssen der Reichsregierung zum Ausdruck kommt, Hai auch an ber Börje beruhigend ge- wirkt. Die Geschäftslage belebte sich gleich zu Be- ginn des heutigen Verkehrs, namentlich am Man- t'anmarft, der stark in den Vordergrund getreten war. Hier wirkte besonders die Nachricht an- regend, daß die Phönix-A.-G. im Juni einen lieber» ichuß von einer Million Mark erzielt hat und auch für den August mit einem günstigen Ergebnis zu rechnen sei. Für Phönix bestand schon bisher ftets reges Interests, was bei ber führenden Stellung ZrankreichundLstaß-Lothnngen? Von unserem ständigen d-Derichterftatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Straßburg, Ende September 1925. , Linen armen, geplagten, hilflosen Mann hat < Herrn PainlevL ein Mitglied ber Delegation genannt die den französischen Minisierpräsidenien anläßlich feiner zweiten Reife nach Elsaß-Lolhrin- gen m Straßburg ausgesucht hat. Er wiste nid)t mehr, was er in der elsaß-lothringischen Politik eigentlich tun solle. Diesen Eindruck hat man auch von Frankreich überhaupt. Das etwas berbe Wort aus früheren Jahren, daß sich ,trank- reich mit ben „befreiten Provinzcn"--über- treffen habe, wirb allmählich Wahrheit. Wir liegen ben Franzosen schwer auf bem Magen.^ Durch ben Sicherheitspakt glaubten bte Fran- zosen bie Sorge los zu werden, baß bie „Desannexion" nicht enbgültig fei. Aber es zeigt sich schon jetzt, daß durch die ganzen Debatten um den Pakt bas Interesse te stark auf bas Problem Elsaß- Lothringen gelenkt worben ist, baß ber etwaige kommende Gewinn längst im voraus vertan ist durch diese kritische Durchleuchtung. Jetzt ist ein noch viel drohenderes Gespenst am Horizont aufgetaucht: das Gespenst des s e l b ft b e st i m m u n g s r e ch t sl Denn nun hört man aus allen beut chen Lagern, daß durch die Grenzgarantierungen elbstverständ- (ich weder das Minberheitsrecht, noch Vas Recht auf Selbstbestimmung angetaftet werben könne. Unb so ist bie Sache für bie Franzosen statt einfacher eher noch schlimmer und gefährlicher geworben. Frankreich will Deutfchlanb im Völkerbund drin haben. Gewiß! Aber nun plagt es die Aus- ficht, daß sich in diesem bisher so gut brauchbaren Völkerbund plötzlich Deutschlands Vertreter als Schutzherren der bedrängten Minder- beiten In ber Welt, vor allem der besonbers not- leibenden deutschen Minderheiten, aufwerfen könnte. Wie sollte man bem begegnen? Die Parteigänger Frankreichs, „Männer" wie «troa Herr Charles (früher Karl) Frey, werden unruhig. Schon wiederholt haben sie ben Pariser Herren zugerufen, sie müßten bei ben Verhandlungen Klarheit barüoer schassen, daß Deutschland sich nicht etwa „eine Hintertür offen laste" (Herr Frey hat die» Bild erstmals gebraucht), um auf dem Umweg über den Schutz ber Minderheiten ober ..verwanbte Gebiete" doch immer bereit zu fein, Frankreich in „feinem" Elsaß-Lolhringen Schwierigkeiten zu bereiten. In der „Straßburger Reuen Zei- tung" wird nun am 20. September erneut dazu Stellung genommen, insbesondere im Hinblick auf einen in der Tat bedeutsamen Aufsatz der „Tag- lichen Rundschau" über diese Fragen. Herr Charles Fren, der den Artikel selber zeichnet, zeigt, wie ungemütlich ihm die ganze Situation schon wird: Es sei höchste Zeit, daß Frankreich etwas tue, benn schon heiße es im kommunistischen Straßburger Organ unverblümt, der (an eben diesem 20. September beginnende) Straßburger Arbeiter« unb Bauernkonareß werde „feierlich erklüren, daß dieser Pakt ebensowenig wie der Dettailler ©ertrag die elsaß-lothringische Frage lösen wird". Der Kongreß werde zweifelsohne fest- stellen, daß bas werktätige Volk von Elsaß-Loch- ringen niemals auf b a • Recht ber S e l b st- bestimmung verzichtet hat unb verzichten wird. Da Frey — trotzdem er sich anber» gibt — ganz genau weiß, daß btefe Auftastung keine Besonder- Helt der elfaß-lothringischen Kommunisten ist, so ruft er nach Pari»: „1. Wie weit ist es von hier z. B. bis zu einem Appell an ben Dvlkcrbunb, bei bem Deutschland „als Fürsprecher, als mitforbernb, hervor- i treten müßte?" 2. Ist die Regierung bereit, b e m I zuvorzukommen? Wenn ja, dann ist es | höchste Zeit, daß Herr PainlevS in den zwei Fragen, die wir ihm klar und eindringlich vor- gehalten haben: der Sprachenfrage und der Frage der Behandluna der Elsässer und Lothringer auf gleichem Fuße mit allen anderen Fran- zosen eine rasche Lösung finden wird." Herr PainlevS wird eine solche rasche Lösung nicht finden. Die könnte er nur finden, wenn er entschlossen das Steuer der bisherigen französischen Politik in Elsatz-Lothringen völlig herum- würfe. Das könnte aber nur geschehen, indem Frankreich (als Volk unb als Staat) von ber zen- tralistifchen zur „r e g i o n a l i st i s ch e n", dezen - trainierten Verwaltungsart uberaehen würbe, unb inbem es zugleich auch in seiner Kir- chen politt k völlig neue Wege einschlüge. Es wirb auch der größte Illusionist sich heute nach fast sieben Jahren Franzosenherrschaft zu dieser Illusion nicht mehr aufschwingen können. Aber was bann?! .Wir haben Herrn PainlevS eine letzte Warnung erteilt", schrieb nach der eingangs erwähnten Nubienz führender Parlamentarier ber DeputS Michael Walter im Straßburger „El- süsser". „Sollte sie ungehört verhallen, so mögen für bie unausbleiblichen Folgen biejenigen bie Der- antroortung tragen, bie bie Regierung bazu treiben, den Ruf unferer Bevölkerung nach Berücksichtigung ihr.'.' Wünsche, ihrer Sortierungen, ihrer Rechte unb Freiheiten ungehört verhallen lassen!" In wenigen Wochen ist ber siebente Jahrestag unserer „Befreiung" fällig. Den Bankettrebnern empfehlen wir bafür bie nachstehenden Worte aus der lothringischen „'23 o l f s ft i m m e", dem neuen katholischen Blatt, das im Anschuß an die lungste Elsaß-Lothringen-Reise Paintens in einem Aufsatz „Narrenpossen" schrieb: In Colmar hat der Ministerprasibent angefangen mit der Bedruckung, die das Land fünfzig Jahre hätte aushalten muffen. Es war aber keiner Mannes genug, um Herrn Pamleoe den Star zu stechen. Dieser brauchte sich übrigens aber nur umzuschauen, um zu merken, b a fj e s ^m 11 der Unterdrückung Schwindel ist. «ieht so ein Land aus, wie unseres aussieht, wenn es 50 Jahre bedrückt war? Jedenfalls ist die „Be- freiung“ für uns etwas anderes als für Herrn PainlevS. Wir werden befreit o o n u n f e r e r deutschen Muttersprache, während die Deutschen die französische Sprache in Friedenszeiten immer respektiert haben. Wir sind jetzt b e • freit von Elsaß-Lothringern in den oberen Beamten st eilen, weil nicht Platz genug ist für die Kameraden aus dem Innern Frankreichs. Wir sind befreit vom sozialen Fortschritt und ordentlicher Verwaltung und kommen jeden Tag weiter zurück. . . - Was gäbe das erst, wenn unsere Befreier von heute einmal bedrücken würden! . . ? Vor ein paar Jahren konnten bie Frastzosen- freunde solch scharfe Worte mit ber Behauptung unschäblich machen, baß nur ein „Boche" ober 196,7t 108.75 I ll2 I 103.6 ! 91.25 7.60 Berliner HandelSarlellschatt. 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Lmtliche t^eld loti runa «riek Amtliche Notiermtg Geld Briet Ämft.-lHou Uti.M 169,05 168 69 169,11 Bue n. AirrS 1.696 1.700 1.UJ9 1.702 Brss.-.lntw. 18,35 IS.89 H 52 18.36 tftiristiania. 85,49 «5,71 84,79 85.01 Kovrnbagcn 101,47 101,7.1 101,32 101.68 Stockbolm 112,61 112.89 112,58 112.86 HelstngiorS 10,56 10,U) 10.562 10 CO2 Italien. - 17 12 17,1h 16 Rfj V. 90 London. . 40,324 20.374 50,326 20.076 Nenvork . . 4.19: 4,2 i-5 4,195 4.245 Port». . . 19. d. 19.90 19.79 19,93 bchwest . . 10,95 hl,15 <0 91 Hl.16 Spanten . 60,4 > 60.61 60.44 60,60 Japan • ■ ■ 1,716 1,720 1 714 1.718 Nio de Ian 1.576 D.508 ' 585 .587 Dien in D-- CtR. abgest 59.10 69,24 59,18 69,88 Prag .... 12.425 12.465 12.42.5 12,05 Belgrad . . 7.44 7,46 7.45 7,47 Bodapkst. . 5,88 6.90 6.875 5.895 Bulgarien 3.065 .1.065 3,ÖSu 8,065 t.nllabon 21.075 0.125 21 075 2 .125 Danzig. . . 60.75 68.9 4) 65 8< Konst.ntin. 2,325 2.335 2,305 2.516 Äfbtn . 6.OT 6 11 r. m ti.il Tanada. . . 4.195 4.205 4,195 1,205 Uruguay 4.181 4.195 4.185 1.195 Tel. 1403 Bahnhofstr. ■< mttD 1 Wetzsteingasse 31 8292 D eingetroffen. 8669c aufschlag 8953A flus Wunsch werSen Handlungen nochgewiesen 1 Heinrich Hochffätier (50 Man achte auf die Schutzmarken! 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