? j ®e. Nant Ä chjche » '°r y S1? 66. tflj. ■ *&tt 5 5 U vrse. cr ^nMiflet8u.) rourben notiert: .,l°99en, inlün. 'Icher 18,50 W, enme|)l. intänbi. "W 28,25 bi, intle'f 12,50 bi, 19.8? '-‘II. 153 19.6! I«,69 u.io <1.<8 iu,e 11.9! 61.16 i2.abrn" ,. 6.30 M 6.45 is 1 Uhr. Die Stenographischer eine (Siftat von 8 Uhr: „Mlk>- Schwabenlanbe", 5tubhnaim. 8 bis assel. 8.30 Uhr drei Akten von Nachrichtendienst, -V Achtem den. ionsgesellschaft reitag abend 7.45, jm. 4.30, W‘ ist morgens o.du, gmbrfluen nicht'' sagte et Wten aui fips nachdrücklich aupten M v e mir ein - - ich fotoeit ÄF t wir von gemut' ^FäliPs leise- °p^i, Serien der m't ^n SÄS $ ,f srag^ 5crr ,A . Hladchen Ur. H7 Erster Blatt 175. Jahrgang Srcttag, 26. Juni 1925 Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags. Beilagen: Gieß »WrFamilienb lütter Heimat im Bild. Monatr-Vezugrpreik: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Numnzern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschästsstelle51. Anschrift für Drahtnachrichten: Lnzeiger-lehen. Postscheckkonto: $ranffurt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruä und Verlag: vrühl'sche Univerfiläls-Buch- und Steinörnderci IL Lange in Sieben. Schnftleitung und Geschäftsstelle: Schulsttahe 7. Annahme von Anzeigen fürdi«Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichS, auswärts 10 Goldpfennig: für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Boldpfennig, Platzvorschnst20°Auf» schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 3. D.: Lhrhard Evers; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gießen. Macdonald und Lloyd George zum Sicherheitspakt. London, 25. Juni. (WIB.) Nach der Rede Chamberlains ergriff als erster Redner der Opposition Ramsay Maedonald । das Wort Er schloß sich Chamberlain in der Beglückwünschung Deutschlands zu seinem sehr mutigen Schritte an, den es mit der Entsendung der ; Noten an Frankreich getan habe. England könne । nur eine Haltung der Isolierung einnehmen, indem es die Dölkerbundssatzung streiche, und diese Erwägung schließe jede Frage der Isolierung aus. Macdonald protestierte gegen jedes Sy st em separater Pakte, das Chamberlain vorzuschlagen scheine, da dies England automatisch in einen Krieg ziehen würde. Die Garantie für die 1 Westgrenze sei eine Garantie, die Großbritannien ! on einem europäischen Krieg teilnehmen lassen werde. Er glaube nicht, daß die Westgrenze je die Ursache eines neuen europäischen Krieges sein werde. Angenommen jedoch, Rußland bekomme ! Streit mit Polen und Frankreich ersuche im Hinblick auf fein Defensivbündnis mit Polen Deutschland um ein Durchzugsrecht für seine Truppen i nach Polen, wenn dann Rußland Deutschland warne, i daß es die Erteilung der Durchzugserlaubnis als i eine feindselige Handlung auffassen würde, so würde Deutschland gezwungen fein, entweder sich Frankreich zu widersetzen oder den Drohungen Rußlands gegenüberzutrcten. Dies würde bedeuten, daß, weil ein Garantievertrag an der Westgrenze bestehe und weil Rußland im Krieg mit Polen fei. England 1 in einen europäischen Krieg cintrctcn müßte. Großbritannien wurde nach der Dölkerbundssatzung oder nach dem Genfer Protokoll unter keiner Verpflichtung gestanden haben, bevor alle Arten von vorgesehenen Verfahren erschöpft worden feien. An die Ausführungen Macdonalds schloß sich | die Rede Lloyd Georges, Er erklärte, sie alle stimmten bezüglich der Ge- | danken und Ziele überein. Man sei jedoch verschiedener Ansicht über die einzujchlagende Methode. Der deutsche Vorschlag sei sehr bemerkenswert. Er, Lloyd George, stimme mit allem, was gesagt worden fei, überein. Wenn er Fragen stelle oder Kritik übe, fo geschehe dies, weil cr einen Pakt dieser Art durchaus wünsche. Er entnehme aber dem Blaubuch, daß Chamberlain sich über die Absichten der französischen Regierung durchaus nicht klar fei. England müsse genau wissen, was I es denn eigentlich garantiere. Dabei verpflichte sich Großbritannien, die gesamte Macht und Stärke des Landes ohne die Dominions einzufetzen, was ein sehr gefährliches Unternehmen wäre. Er fei nicht im geringsten ein Anhänger der „Splendid Isolation". Er glaube, die gegenwärtigen Erörterungen bedeuten mehr, als eine rein präliminare Prüfung des Bodens, auf den man sich, wie Chamberlain angedeutet habe, stellen müsse. Würden alle Fragen, wie die Räumung des besetzten Gebietes, die Saarfreiheit, die Verwaltung des Rheinlandes und die Ab- cöstungsfrage einem Schiedsgericht unterbreitet I werden, oder würden solche Fragen von Frank- | reich auf eigene Faust entschieden werden? I Angenommen nun, es bestehe ein Streit zwischen Frankreich und Deutschland, würden derartige Fragen bann an ein Schiedsgericht verwiesen werden, unb würde der Schiedsgerichtspakt alle möglichen Streitigkeiten umfassen, auch solche, die sich aus der östlichen Grenze ergeben? Großbritannien müsse doch wissen, ob es Deutschland oder Frankreich gestattet werden soll, loszuschlagen, ohne daß England dabei ein Wort mitzusprcchen hätte, fo daß alles, was es zu tun habe, nur fei, mit feinen Heeren und Flotten herbeizueilen. Englische Stimmen zur Chamberlain-Rede. London. 25. 3uni. (Wolff.) Die sehr gut unterrichtete Parlamentskorrespondenz des Reu- ! terbureaus schreibt, daß Chamberlains Rede durch j ihren Ton und ihren Ernst bei den Regierungs- ! anhängern allgemeine Bedeutung habe, obgleich einige Konservative ihr Urteil über den vorge- schlagenen Pakt Vorbehalten würden, bis Chamberlain in der Lage fei, Einzelheiten genauer zu behandeln. Chamberlain habe nicht versucht, dies jetzt schon zu tun. Allgemein gesprochen. könne gesagt werden, daß alle Parteien abgeneigt seien, sich ein endgültiges Urteil in der Frage des Paktes im augenblicklichen Stadium zu bilden, bs bestehe Steigung, die Möglichkeiten zu er» forschen, indem Chamberlains Bede als Grundlage genommen werde, um die weitere Entwicklung abzuwarten. „Manchester Guardian" sagt u. a.: Das wesentliche Interesse, das England an dem Pakt hat, ist, daß er den dauernden Frieden sichern muß. Der wirkliche Wert des Paktes wird durch ein einfaches Mittel zu prüsen sein, nämlich durch die Beantwortung der Frage, wie weit sich der Grundsitz des Schiedsspruches erstreckt. 3. D. kann man fragen, ob Meinungsverschiedenheiten zwischen Frankreich und Deutschland über die Ausführung des Friedensvertrages einen Schiedsspruch zu unterbreiten sein werden, wodurch in Zukunft Zwischenfälle wie die Ruhr- bescyung unmöglich gemacht werden. Wenn der Einschluß Englands geschickt angewandt wird, dann kann man hoffen, daß auf der Grundlage des deutschen Vorschlages der Pakt aufgebaut werden kann, der einen wirklichen Fortschritt in der Richtung auf ein einiges Europa bedeutet Aber die britischen Minister würden mehr Schaden als Ruhen verursachen, wenn sie nicht mit Festigkeit darauf bringen, daß das Interesse Europas demjenigen Frankreichs oder Deutschlands voran g e h t. Dcr liberale „Star“ schreibt: Die Behauptung Cbamberlains, daß der vorgeschlagene Pakt England zu wenig mehr verpflichtet, als zu dem es bereits nach der Dölkerbundsahung verpsichtet ist, ist vielleicht als optimistisch zu bezeichnen. Aber das Unterhaus wird ausreichend Zeit haben, die Cinzelheiteir des Planes genauest zu prüfen. Bei ihm wird die Entscheidung liegen. Der Geist des Ernstes und der Sorgfalt, der die gestrige Debatte beherrschte, rechtfertigt die Hoffnung, daß eine praktische Vereinbarung entstehen wird, deren Ziel die Sicherung des Friedens ist. Das Echo in Frankreich. Paris, 25. Iuni. (WB.) Sie Rede des englischen Außenministers Chamberlain wird von fern „T emp s" als eine Kundgebung bezeichnet, die man von der Loyalität Chamberlains habe e.warten dürfen. Die Rede habe keine Seite des umfangreichen Problems unbeleuchtet gelassen, und sie habe keinen Zweifel hinsichtlich des Geistes aufkommen lassen, in dem die englische Regierung den Garcrntiepakt, der auf die Rheingrenze beschränkt sei, auffasse. Der ^Temps" kann sich nicht enthalten, in der öffentlichen Meinung Frankreichs die Fiktion aufrechtzuerhalten, als seien Schwierigkeiten seitens der deutschen Regierung zu erwarten. Er äußert Mißtrauen, indem er erklärt, die deutsche Regierung habe die Rede Chamberlains abge- toartet, bevor sie endgültig Stellung nehme. Ieht müsse sie über die vollständige Tragweite der britisch-französischen Verständigung und die schwere Verantwortung aufgellärt sein, die sie auf sich nehme, wenn sie die vielleicht letzte Gelegenheit, die sich biete, um den Frieden Europas zu erreichen, und sicherzustellen, vorübergehen lasse. Die außerordentliche Schwäche, der gestern von Macdonald und Lloyd George gehaltenen Reden müsse die Deutschen davon überzeugen, daß keine Aussicht für sie bestehe, die englische öffentliche Meinung gegen die Politik der Verständigung mit Frankreich und gegen die französische Auffassung des Sicherheitspaktes aufzubringen. Was England selbst anbetreffe, dürfe d i e Partie als gewonnen bezeichnet werden. Das „Iournal des Debats" findet, daß selten die Rede eines Außenministers fiarer und gehaltvoller gewesen sei als die Chamberlains. Wenn die deutsche Regierung wirklich den Frieden aufrechtzuerhalten wünsche, dann werde sie den Weg beschreiten, der ihr jetzt vorgezeigt worden sei. Die .Liberty" findet im Gegensatz dazu, daß die Chamberlainsche Rede ziemlich enttäusche, weil siS den Sicherheitspakt auf einen zu bescheidenen Rahmen zurückführe. Rachdem, was Chamberlain gestern gesagt habe, bleibe tatsächlich nicht viel mehr übrig, als das, was das Statut des Völkerbundes schon enthalte. Chamberlain habe eben durch seine Rede die Engländer beruhigen wollen, die befürchteten, in jedem Augenblick in einen Krieg hineingezogen zu werden. Er habe aber viel weniger die Franzosen beruhigt, die eine positive und präzise Garantie erwarten und die die Prozedur von Genf Wiedererstehen sähen, die eine Schuhwand zwischen dem Beistand Englands und einem deutschen Angriff sei. Demgegenüber erklärt das Blatt, müsse sich Frankreich mit der Tatsache absinden, daß keine militärische Präventivallianz zwischen dem englischen und dem französischen Generalstab zu erwarten sei. Der Prozetz gegen die deutschen Studenten. Moskau, 25. Juni. (WTB.) Meldung der Russischen Telegraphenagentur. Heute begann vor dem Obersten Gerichtshof der Prozeß gegen die deutschen Studenten Kindermann, Wolscht und D i t t m a r. Die Anklage wird von Staatsanwalt Krylenko vertreten. Die Angeklagten Kindermann und Wolscht lehnten die Verteidigung durch öffentliche Anwälte ab. Dittmar wird von Rechtsanwalt Otzep verteidigt. Da ‘ der als Zeuge oorgeladene Legationsrat Hilger unter Berufung auf feine Crterritorialb tät es abgelehnt hat, vor dem Gerichtshof zu erscheinen, erklärt sich dieser mit der kommissarischen Vernehmung Hilgers in den Räumen der deutschen Botschaft oder in feiner Wohnung einverstanden. Der Staatsanwalt weist dabei auf die besondere Bedeutung der Aussage Hilgers hin. Auf Antrag des Staatsanwalts beschließt der Gerichtshof, den deutschen Kommunisten Neumann als Sachverständigen zur Beurteilung der Tätigkeit politischer Geheimorganisationen in Deutschland oorzu- laden. In Durchbrechung der Prozeßordnung er« klärt der Angeklagte Kinhermann, daß er in der Voruntersuchung keine Aussagen über den Lega- tionsrat Hilger gemacht habe. Die llntersuchungs- Protokolle vom 6. unb 7. Februar feien Fälschun- acn. da leine Unterschrift im hypnotischen Zustande Staatsstreich in Griechenland Heer nnd Flotte gegen die Reg.erung. Paris, 26. Iuni. (WTB. Funkspruch.) Hadas meldet aus Athen: Gestern vormittag 5 Ahr hat General D a n g a l v s an die Regierung ein Ultimatum gerichtet, in dem ihre Demission innerhalb 18 Stunden gefordert wurde. Don einigen in die Luft abgegebenen Gewehrschüssen sind keine ernstlichen Zwischenfalle zu verzeichnen. Am 9 Ahr hat der Präsident der Republik die Parteiführer zusammenberufen. Ministerpräsident MichalekvpuloS beschloß, zu demissionieren. Die Demission wurde angenommen. Die Bildung eines Koalitionskabinetts erscheint nicht möglich. Die Regierungstruppen, die bisher die Ordnung aufrecht erhielten, sind durch Truppen der Aufstandsbewcgung erseht worden. Im übrigen herrscht vollständige Ruhe. Rach weiteren Meldungen aus Athen hat General Dangalos in einem Aufruf an die Bevölkerung erklärt, daß er die nationalen Interessen wahren werde. Die Bilbung eines Kabinetts Papanosthasiu sei jetzt unmöglich. E r werde selbst die Ministerpräsibent- fchaft übernehmen. Aeber die Arsachen des — Rücktritt des Kabinetts. Staatsstreiches verlautet, daß die Offiziere der Ansicht seien, daß Michalelopulos ftch nicht genügend um die Reorganisation bes Heeres und die wirtschaftliche Entwickelung gekümmert h b.\ Seine Außenpolitik ermangst: bo: Gcschialichk.it und hätte nur zu Mißerfolgen geführt, namentlich in Serbien und der Türket Die Offiziere machen ihm ferner den Vorwurf, bah er ausländischen Kapitalisten zu große Zugeständnisse gemacht habe. Der Ausstand in Athen. Athen, 25. Juni. (WTB.) Havas. Die militärische Aufstanbsbeweaung, deren Führer General Dangalos zu sein scheint, hat heute vormittag 4 Uhr sich in Athen unb Saloniki zahlreicher öffentlicher Gebäube bemächtigt. In Athen haben die Truppen bes Generals Vangalos bie Telegraphenzentrale besetzt, unb sich baburd) zu Herren über bie Derbinbung mit bem Innern bes Landes gemacht. Die Flotte unter ber Führung bes Abmirals Habjikiriakos hat sich ber Auf- ftanbsberocgung angeschlofsen. Das Ministerium tagt in Permanenz im Parlamentsge- bäube, bas von ben regierungstreuen Truppen bewacht wirb. Die Bevölkerung ist ruhig. erfolgt fei. Nach ber Verewigung ber Angeklagten unb Zeugen wirb bann bie Anklageschrift verlesen. Die Anklage spricht ironisch von einem gleichsam zufälligen Zusammentreffen bes Legationsrats Hilger von ber deutschen Botschaft mit ben Angeklagten auf deren Eisenbahnfahrt nach Moskau, auf dessen Rat unb in besten Gegenwart die Angeklagten bie sie kompromittierenden Papiere vernichtet hätten. Weiter wirb in ber Anklage behauptet, Hilger habe bie Angeklagten aufßeforbert, an privater Seite mit ihm in Moskau zusammenzutresfen. Die deutsche Botschaft erklärt bie Behauptung ber Anklageschrift über ein absichtliches Zusammentreffen bes Legationsrats Hilger auf ber Eisenbahn mit ben Angeklagten sowie sämtliche Hilger betreffenben Derbächtigungen als unrichtig unh entstellt. Die Anklage lautet auf Hochverrat. Äinbermann, ber sich wie Wolscht selbst ver- teibigen will, erklärt, bie Anklageschrift scheine ihm von einem Irrsinnigen verfaßt zu sein. Der in ber Anklageschrift genannte Zeuge fei ein Provokateur ber staatlichen politischen Verwaltung. Die von allen brei Angeklagten als Entlastungszeugen angegebenen Rose unb Fink finb heute hier ein» getroffen unb werben verewigt. Unter Berufung auf bie Strafprozeßvrbnung weist ber Staatsanwalt herauf hin, baß bie Zeugen untereinanber nicht in Verbindung stehen dürfen. Daher verfügt bie Staatsanwaltschaft bie Unterbringung ber beugen aus Deutschland» im Gerichtsgebäube, was aber bie Bewegungsfreiheit ber Zeugen in Moskau nicht behinbern solle. Das Gericht findet bie Forderung bes Staatsanwalts für berechtigt. Hierauf finbet bie Rechtsbelehrung burch ben Staatsanwalt über bie Abgrenzung ber Verteibigungsrechte derjenigen Angeklagten statt, bie auf ihre Verteibiger verzichten. Kinbermann verlangt als erster vernommen zu werben, worauf ber Vorsitzende barauf hinweist, baß bie Reihenfolge ber Vernehmung Sache bes Gerichtes fei. Hierauf beginnt bie Vernehmung Dittmers, bie zuerst in russischer unb bann in beutscher Sprache erfolgt. Dittmar erklärt, während» ber Haft erkannt zu.haben, daß seine bisherigen nationalen Ibeale ihn irre geführt hätten. Er habe geglaubt, für vater- limbische Interessen zu kämpfen, habe jedoch erkannt, baß feine bisherigen Freunbe nur materiellen Interesten gebient hätten. Der Staatsvoranschlag im Hessischen Landtag. Darmstadt, 25. Juni (Eigen. Bericht.) Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.30 Ahr. Dor Eintritt in die Tagesordnung wird der Abg. Lux (Soz.) wegen eines Zwischenrufes, den er gestern gegen den deutschncttionalen Abgeordneten Kindt richtete, nachträglich zur Ordnung gerufen, nachdem durch das Stenogramm der Wortlaut der Aeuherung festgestellt worden ist. Es werden sodann zwei kleine Anfragen aus dem Hause beantwortet, die eine von der Abgeordneten Frau Roth gestellte, bezieht sich auf die Vergütung für Mitwirkende bei der Statisterie des Landestheater s, sie wird von Staatsrat Balser beant* worlet. Die andere beschäftigt sich mit den Junglehrern unb Iunglehrerinnen in Hessen. Sie ist von dem Abg. Dr. Greiner (Komm.) gestellt. Ministerialdirektor Ar st ad t erwidert darauf, daß gegenwärtig 130 3ung» lehrer und 160 Iunglehrerinnen, also 290 Anwärter auf ihre Verwendung im Dolksschul» dienst warten. 30 davon sind im Privatschuldienst beschäftigt und 220 stehen noch im Vorbereitungsdienst. Wenn ein Bedürfnis vorliegt, können sie aus Staatsmitteln bis zu 1200 Mark jährlich Anterstützung erhalten. Von einer Rotlage der hessischen Dolksschulanwärter könne nicht gesprochen werden. Das Haus tritt hierauf in die Tagesordnung ein und seht die Beratungen des Voranschlags bei Kap. 19 „Staatspräsident" fort. Abg. Scholz (D. Dpt.): Wenn auch die Meb'd-it d?s hessischen Volles auf feiten der Koalition sei, so wäre damit noch keineswegs etwas über die Richtigkeit der Koalitionspolitik an sich gesagt. Cs sei damit zu rechnen, daß im Laufe der Iahre die Bevölkerung Hessens zu der entgegengesetzten Politik übergehen werde. Eine Vereinfachung der Derwaltung und eine Reuorganisation könne sehr wohl vorgenommen werden. Besonders das besetzte Gebiet sei dankbar dafür, daß die Beamten stets ihre Pflicht erfüllt hätten. Abg. Dr. ©reiner (Komm ) wendet sich in längeren Ausführungen gegen das parlamentarische System und lobt die Zustände in Sowjet- Rußland. Abg. Kindt (Dnll.) entgegnet dem Dorredner und weist darauf hin, daß die gegenwärtigen Zustande nur ausrecht erhalten werden durch Anterdrückung anderer Meinungen. Der Weg zur Rettung aus den Röten der Gegenwart liege nicht auf dem parlamentarischen Wege, nicht in einer Revolution, sondern in einer Evolution (Entwicklung). (Lebhafter Beifall rechts.) Die Beratung über dieses Kapitel wird sodann geschlossen: die Abstimmung soll nach der Pause vorgenommen werden. Hierauf wird'das zurück- gestellte Kap. 51 „Ruhegehalte usw." beraten. Hierzu liegt ein soz. Antrag Widmann und Gen. vor, den Zuschuß an die staatliche Betriebskrankenkasse zu streichen. Abg. Leuschner (Soz.) fordert die Aus- hebung der staatlichen Detriebs- krankenkasfe. Abg. Kindt (Dntl.) sieht in dem Angriff der Sozialdemokraten gegen die staatliche De- triebskrankerckasse nur einen Versuch, den sozialdemokratischen Machtbereich weiter auszudehnen. An Hand von Zahlen macht der Redner aus die erheblichen Leistungen der Kasse aufmerksam. Abg. Haurh (D. Dp.) er Härt, er sei erstaunt, daß Abg. Leuschner so gegen die staatliche Betriebskrankenkasse vorgehe, zumal da die staatliche Kasse erheblich mehr leistet und be- deutend weniger Derwaltungskosten habe. Sowohl die Art der Geschäftsführung, wie die geringen Beitragsleistungen und die geringen Derwaltungskosten sprächen bei den Detriebs- krankenkassen für sich selbst. Wenn man eine Gleichsetzung beider Arten von Kassen wolle, bann könne dies nur in einer Gleichsetzung der Leistungen ber Kassen geschehen. Abg. Haurh toenbet sich in seinen Schlußworten gegen ben Antrag auf Streichung des Zuschusses an bie staatliche Betriebskrankenkasse Abg. Frau Hattern er (Ztr.) fordert Gleichstellung der Altpensionäre mit ben Reupensionären. Sie werbe, wenn bas Eperrgeseh ausgehoben wird, einen Antrag einbringen, baß die Gleichstellung erfolge. Abg Delp (Soz.) veneidigt die Ortskrankenkassen, die von einem sozialen Einfluß bis jetzt noch nichts gemerkt hätten. (Widerspruch.) Auch wendet sich der Redner gegen bie Betriebskrankenkassen. Abg. Dr. Keller (D. Dpt.) spricht für die A11pen fionäre. Slere alten Leute könnten nicht warten, bis das Sperrgesetz, das erst in 9 Monaten fällt, aufgehoben ist. In Bayern seien die Altpensionäre den Reupensionären gleichgestellt. Wenn dies in Bayern geschehe, müsse dies auch in Hessen möglich sein. Abg. Leuschner (Soz.) verteidigt ebenfalls die Ortskrankenkassen gegen ben Dorwurf kostspieliger Derwaltung. Minister Henrich weist darauf hin, daß eine reichsgesetzliche Derpflichtung zu einer Zuschuhleistung zur staatlichen De- triebskrankenkasse besteht. Die Lage der Altpensionäre wäre in Hessen nicht schlechter als in anderen Ländern: mit dem Fallen des Sperr- gesetzes würde ihre Lage besser werden. Abg. Böhm (StnatL) fordert, daß auch den Altveteranen finanziell geholfen wird. Abg. Dr Riepo t h (D. Dp.) führt aus, daß ber Finanzminister bargetan habe, bah ber soz. Antrag, selbst wenn er angenommen werbe, nicht durchführbar sei. weil ibm reichs- griehliche Bestimmungen entgegenftänben. Eine Aufhebung der staatlichen Detrisbskranken?asse sei nur möglich, wenn alle Mitglieder des Ausschusses zustimmten, dafür würden sie aber schwerlich zu haben sein. Der Antrag der Sozialdemokratie entspringe nur einem Agitationsbedürfnis. Der Abg. Leuschner habe denen, die für Auf recht erhalt ung der Betriebskasse seien, das soziale Verständnis abgesprochen: das Gegenteil wäre richtig, denn die Kasse komme gerade den kleinen Beamten zugute. Die staat- uche Betriebskrankenkasse habe nicht weniger als 7500 freiwillige Mitglieder, zum größten Teil Beamte. Es sei gerad^u Pflicht, für diese Kasse einzutreten. Werde die Kasse aufgehoben, so mühten dafür vom Staat noch größere soziale Aufwendungen gemacht werden. (Beifall rechts.) -Um 11Uhr tritt eine Pause ein. Rach Wiederaufnahme der Verhandlungen erklärt Abg. Reiber (Dem.), feine Fraktion lehne den soz. Antrag gegen die staatliche Detriebskranken- kasse ab. Abg. S t u r m f e l s (Soz.) meint, die gesetzlichen Bestimmungen ständen der Auflösung der staatlichen Detriebskrankenkassen nicht entgegen: seine Auslegungen der Bestimmungen an Hand des Gesetzbuches erregen Widerspruch auf der Rechten des Hauses. Rach weiterer Aussprache, in die auch die Minister Henrich und von Brentano eingreifen und für die Erhaltung der staatlichen Betriebskrankenkasse sprechen, wird über den Antrag Widmann und Gen. auf Streichung des staatlichen Zuschusses für die staatliche Betriebs- krankenkasse a b g e st i m m t. Der Antrag wird von allen Parteien des Hauses gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. Bemerkenswert ist. daß die Demokraten und das Zentrum hier gegen die dritte Partei der Regierungskoalition stimmten. Hierauf wird das Kap. 15 (Ruhegehalte usw.) in Einnahme von 43 976 Mark und in Ausgabe von 9151400 Mark gegen die Stimmen der Sozialdemokraten genehmigt. Es folgt die Abstimmung über Kap. 19 ..Staatspräsiden t". Es liegen hierzu, wie schon mitgeteilt, zahlreiche Anträge vor. Das Zentrum hat seinen ErsparungSantrag unmittelbar vor der Abstimmung zurückgezogen. Abg. Scholz (D.V.P.) gibt hierauf im Ra- men seiner Partei die nachstehende Erklärung ab: „Die Deutsche Dolkspartei hat in zahlreichen Anträgen früherer Iahre immer wieder zum Ausdruck gebracht, daß sie einen schematischen Abbau von unten nach oben auf das entschie- benste mißbilligt. Wohl aber haben wir stets gefordert, bah eine Verminderung und Der- tleinerung der Zentralbehörden, frei von jeder parteipolitischen Rücksichtnahme, erfolgen müsse. Trotzdem haben wir erlebt, dah zwar die Beamten der Lokalbehörden von den Abbau- mahnahmen schwer betroffen wurden, dagegen die Ministerien im großen und ganzen verschont geblieben sind. Da der Ausschußantrag dieser unserer Auffassung nicht gerecht wird, lehnen wir ihn ab." Im einzelnen läuft der Antrag des Ausschusses zu diesem Kapitel darauf hinaus, die früher mehrfach erwähnten Anträge der Abg. Dr. Leuchtgens und Glaser sowie des Abg. Dr Werner abzulehnen. Die Ablehnung erfolgt gegen die Stimmen der Bauernbündler und der Deutschnationalen. Der Hauptteil des Antrages, die Einnahme mit 810 Mark und die Ausgabe mit 141172 Mark zu bewilligen wird gegen die Stimmen der Rechtsparteien angenommen. Ferner wird ein Antrag des Zentrums an* nommen zu weiterer Unterstützung der Heimkehrer in das besetzte Gebiet. Abg. Frl. Birnbaum (D. Dp.) verwendet sich für die Landesbeamten, die in abgelegenen Orten leben müßten und mancherlei Aufwendungen zu machen hätten. Nach Aufhebung des Sperrgesetzes sollte sich die Regierung dieser Beamten besonders onnehmen. Das Haus genehmigt hierauf ohne Debatte die nachstehenden Kapitel: 20 „Staatsverlogsfonds" (Einnahme und Ausgabe 80 500 Mk.): 21 .Auswärtige und Reichsverhältnisse" (Einnahme 18 500 Mk., Ausgabe 102 509 Mk.), die Anträge von Dr. Werner, die hessische Gesandtschaft aufruheben oder Stellen dort einzuziehen, sind damit abgelehnt: 22 , Ooerrechnungskammer" (Einnahme 194 000 Mk.. Ausgabe 330 532 Mk.): 23 „Verwaltungegerichts- hof" (Einnahme 700 Mk., Ausgabe 10 930 Mk.): 24 „Staatsarchiv" (Einnahme 200 Mk., Ausgabe 37 <,„9 Mk.): 25 .Rheinschiffahrt" (Ausgabe 3000 Mark): 26 „Postgebühren" (Ausgabe 15 500 Mk.). Die zu den letzten Kapiteln gestellten Ersparnis, anträge von Dr. Leuchtgens, Glaser und Dr. Wer- ner sind damit abgelehnt. Bei Kap. 27 „Ministerium des Innern" wendet sich Abg. Ritzel (Soz.) gegen einen Antrag Dr. Leuchtgens, der die Aufhebung von bestimmten Beamtenposten aller Kategorien vom Staatsrat abwärts verlangt. Der Redner fordert eine verstärkte Durchsetzung des Beamtenkör- xers mit republikanisch gesinnten Beamten. Weiter bringt der Redner verschiedene Beschwerden gegen Kreisämter vor. u. a., daß sie die private Bau- tätigkeit hemmten. Abg. Ritzel erklärt sich gegen eine Rückübertragung der Schullasten aus die Gemeinden und bringt dann eine Reihe von Wünschen der Sozialdemokratie zur Derwaltungsreform zur Sprache. Um 1 Uhr werden die Beratungen abgebrochen. Deutscher Reichstag. Berlin, 25. Juni. Dor Eintritt in die Tages, ordnung teilt Präsident Lobe dem Haufe den Inhalt eines Danktelegramms des Polarforschers A m u n d f e n für das Glückwunschteegramm des Reichstages mit. (Lebhafter Beifall.) Dann fetzt das Haus die Debatte über die Zollvorlage fort. Abg. Meyer-Berlin (Dem.): Die Regierungsvorlage bedürfe der sorgfältigsten Nachprüfung (Sehr richtig!), und die Demokraten würden alle berechtigten Forderungen zu dieser Vorlage mit dem größten Nachdruck unterstützen. (Lebhafter Beifall links.) Der Redner setzet sich am Schlüsse seiner Rede für einen schon früher gestellten demokratischen Antrag ein, einen Sachverständigenausschuß zur Prüfung der Zollfrage zu bilden. (Beifall links.) Während der Rede des Abg. Meyer-Berlin hatte General T f ch u, der militärische Berater der chinesischen Regierung, mit Gefolge, geführt vom Reichstagspräsidenten Löbe, die diplomatische Loge betreten und wohnte den Verhandlungen einige Zeit bei. General Tschu, der sich auf einer großen Rundreise befindet, ist gestern abend in Berlin eingetroffen und wird am Freitag nach Rußland Weiterreisen. 1 Em chinesisches Ultimatum. Verzicht aus die Exterritorialität gefordert. — Der Widerhall in Europa. L o n d o n , 26. Iuni. (W. T. D.) Wie „Daily Expreß" aus Peking meldet, erhielten die dortigen Rcgierungsbeamten von allen Seiten die Aufforderung, die Beziehungen zu Großbritannien zu lösen und einen Wirtschaftskrieg durchzuführen. Demselben Blatte wird aus Hongkong gemeldet, die Kanton-R-egie- rung habe den Ausländern ein Ultimatum überreicht, Schamien zu räumen. Dieses Ultimatum läuft am Sonnabend ab. Die Verteidigung Schamiens ist für alle Möglichkeiten gerüstet. Paris, 26. Ium. (TU.) Aus Peking wird gemeldet, dah die chinesische Regierung an die Machte eine neue Note gerichtet hat, in der sie offiziell Verzicht auf die Exterritorialität fordert. Chinesen-Ausweisungen aus Paris. Paris, 26. Iuni. (TU.) Die Regierung hat elf Chinesen im Zusammenhang mit dem Ueberfall auf die chinesische Gesandtschaft aus - gewiesen. Kanton von Ausländern geräumt. London, 25. Iuni. (TU.) Die letzten ausländischen Frauen und Kinder haben gestern Schameen, das Frenrdenviertel von Kanton, an Bord des britischen Kanonenbootes „Khaki" verlassen, so dah sich in Kanton augenblicklich außer den europäischen Truppen nur noch wenige Zivilisten befinden. In H on - Abg. Frau Sender (Soz.): Wir sind bereit, sachlich an der Vorlage mitzuarbeiten, verlangen aber eine gründliche Bearbeitung umsomehr, als die Begründung der Vorlage von geradezu armseliger Dürftigkeit gewesen ist. Wir sind nicht landwirt- schaftsfeindlich, aber wir wollen der Landwirtschaft anders helfen als durch den Zollwucher. Die große europäische Zollunion kann allein ein großes einheitliches .atzgebiet und damit eine Steigerung der Produktion herbeiführen. Abg. Hörn le (Komm.) bekämpft die Zollvorlage, die ihre schwere Last auf die arbeitenden Massen abwälze und von der Regierung auch nicht hätte begründet werden köiTH^r. Damit wird die allgemeine Aussprache geschlossen. Die Zollvorlage und der Gesetzentwurf über den Handels- und Schiffahrtsvertrag zwischen Deutschland und England werden dem handelspolitischen Ausschuß überwiesen. Es entwickelt sich dann eine Geschäftsordnungsdebatte. Ramens des Aeltestenrates teilt Abg. v. Guerard (Zentr.) als Berichterstatter mit, daß auf Antrag des Abg. Brüninghaus (D. Vpt.) der Aeltestenrat sich mit der Frage der Zusammensetzung der Reichstagsausschüsse beschäftigt habe. Der Antragstäler habe die Meinung vertreten, daß die gegenwärtige Zusammensetzung der Ausschüsse kein Spiegelbild der parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse ergebe. (Gelächter links.) Die Schlüsselung der Ausschüsse solle in Zukunft geändert werden. Rach lebhafter Geschäftsordnungsdebatte wurde gegen die Stimmen der Kommunisten, Sozialdemokraten, Demoiraten und Völkischen beschlossen, die neue Schlüsselung für die Ausschüsse bereits am Freitag in Kraft treten zu lassen. Rach der neuen Schlüsselung gibt es nur noch Ausschüsse von 21 und 28 Mitgliedern, während die bisherigen mit einer Abgeordnetenzahl von 14 und 18 künftig wegfallen. Als Präsident Löbe die Tagesordnung für die nächste Sitzung feststellen will, beantragt Abg. Frick (Völl.), die Anträge in dieser Sitzung zu beraten, die die Kündigung des deutsch-spanischen Handelsvertrages wünschen. Im Hammelsprung wird dieser Antrag mit 235 gegen 73 Stimmen angenommen. Die Anträge kommen als dritter Punkt auf die Tagesordnung. Der zweite Rathenau-prozetz. Leipzig, 25. Iuni. (TU.) Der zweite Rat Henau-Prozeß nahm heute vor dem Reichsgericht seinen Anfang. Angeklagt sind Oberleutnant zur See Günther Brandt und Fabrikant Iohann Küchenmeister wegen Beihilfe zur Ermordung Rathenaus. Kurz nach 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Reichsgerichtsrat Lorenz, die Verhandlung. Er gestattet zunächst dcm Angeklagten Küchenmeister mit Rücksicht auf feine schwere Kriegsverletzung während der ganzen Dauer der Verhandlung sitzen zu bleiben. Rach dem Aufrufen der 13 geladenen Zeugen und Sachverständig:n wurde in d.e Vernehm ung der Angeklagten eingetreten. Im Laufe der Vernehmung berichtete der Angeklagte Günther Brandt über sein Vorleben. Der zweite Angeklagte, Fabrikant Küchenmeister, der Besitzer des Mordautos, ist seinerzeit weg gewesen und im Dezember 1924 zurückgekehrt, nachdem ihm unter gewissen Bedingungen freies Geleite gegeben worden war. Küchenmeister erllärt, nicht gewußt zu haben, welchem Zwecke fein Auto dienen sollte. Der Vorsitzende richtet dann die Frage an die Angeklagten, ob es richtig sei, daß anläßlich einer Pfingstzusammenkunft über den Plan gesprochen wurde, Rathenau zu ermorden. Brandt gibt an, es habe sich nicht um einen Mord gehandelt, sondern um einen nationalen Plan gegen die Entente. Er könne nur unter Ausschluß der Öffentlichkeit darüber ciSfagen. Die Öffentlichkeit wird zu dieser Aussage ausgeschlossen. Rach Wiederaufnahme der öffentlichen Sitzung blieb der Angeklagte Brandt bei seiner Darstellung, daß es sich bei der Bestellung des Autos nicht um einen Plan gegen Rathenau, sondern gegen die Entente gehandelt habe. Der Angeklagte Küchenmeister gibt die gleiche A u s k u n s t. Gegen I2V2 Uhr beginnt eine Mittagspause bis 3 Uhr. kong ist die Schiffahrt vollständig st i l l g e I e g t. Spannung zwischen England und Sowjet-Ruhland. London, 26. 3uni. (WTD. Funkspruch.) Unter Hinweis auf die gegen die britischen Interessen in China, Persien und Afghanistan gerichtete Sowjettätigkeit fordert der diplomatische Berichteftatter des „Daily Telegraph" eine Beendigung der Wirksamkeit der diplomatischen Sowjetverlretung in London. Er ist der Ansicht, daß sich das britische Kabinett unverzüglich mit der augenblicklichen ganz unmöglichen Lage befassen müsse. Außerdem deutete der Mitarbeiter des Blattes auf die Möglichkeit hin, dah die Pekinger Regierung durch die Dertragsmächte aufgefordert werden könnte, Moskau um die Abberufung Karachans zu ersuchen, dessen offene Angriffe gegen die Vertrags- Mächte ihn außerhalb ber diplomatischen Vorrechte gestellt hätten. Der „Dally Telegraph" veröffentlicht biefen Artikel an hervorragender Stelle. Presseempsang der chinesischen Gesandschast in Berlin. Berlin, 26. Iuni. (TU.) Gftern abend fand im Hotel Esplanade zu Ehren des gegenwärtig in Berlin weilenden Vertreters des Präsidenten der chinesischen Republik, des Generals Hsu ShuTfeng, ein von der chinesis chen Gesandtschaft veranstalteter Empfang statt. Unter den Anwesenden sah man zahlreiche Vertreter des Auswärtigen Amts, der Wissenschaft, der Industrie, des Handels und der Presse, ferner den chinesischen Gesandten Exzellenz Wei, der in einer Rede die Sympathie und das Interesse des chinesischen Volkes für das deutsche betonte. Am Schluß ber heutigen Rachmittagssitzung wurden noch die Angellagten aus dem ersten Rathenauprozeß vernommen, die zum Teil ihre Strafen noch verbüßen. Unter großer Bewegung wird Ernst Werner T e ch 0 w vorgeführt. Auch Thillessen und Kern werden vernommen. Sie geben durchweg an, daß Brandt den politischen Mord verurteilt habe. Der den Angeklagten Brandt betreffende Fragenkomplex wird abgeschlossen. Die Derhandlungen werden auf Freitag vertagt. Das Manöverunglück auf der Weser. Minden, 25. Juni. (T. U.) Dem Gericht wurde heute eine Fähre von der Art der Unglücksfähre auf der Weser bei Minden 0 0 rgeführt. Da das Wehrministerium eine Uebersetzung mit Mannschaften nicht gestattet hatte, wurde die Fähre am Ufer mit 175 Mann b eia ft et, ein schmaler Gang blieb in der Mitte offen, Stellungswechsel wurde in wenigen Sekunden ausgeführt und ein drei Meter breiter Mittelgang blieb frei. Die Fähre blieb im Gleichgewicht. Allerdings wurden die schwierigen Stromoer- hältnisie in Veltheim in Erwägung gezogen. Die völlig verbeulten und zerrissenen Pontons der Un» glücksfähre wurden besichtigt. Das Gericht unternahm dann eine Ueberfahrt, um,die Fähre auszupro- hieren. Darauf wurde die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Es handelt sich um Zeugen, die das Unglück vom Ufer aus beobachtet haben. Die Beweisaufnahme wurde geschlossen und die Verhandlungen auf Samstag vertagt. Dann soll das Guachten der Sachoeftändigen gehört werden. Durchbruch der Riskabylen. Paris, 25. Juni. (TU.) Wie das öffentliche Kommunique über die Lage in Marokko mitteill, ist es den R i f k a b y l e n gestern abend gelungen, mit bedeutenden Kräften einen Vorstoß im Süden von Ain-Maatuf zu unternehmen und bedeutend an Boden zu gewinnen. Verständigung zwischen Spanien und Abd el Krim. Paris, 26. Juni. (TU.) Dem „Motin" wird aus Madrid gemeldet, daß der Schiffsreeder Eche- var iet a soeben aus Algier zu ruckge kehrt ist. Obwohl man in offiziellen Kreisen über das Ergebnis seiner Verhandlungen mit Abd el Krim das größte Stillschweigen bewahrt, wird dennoch zugegeben, daß Aussicht auf Verständigung mit dem marokkanischen Führer besteht. Unterzeichnung des Waffenschmuggelabkommens. Paris, 26. Iuni. (TU.) Das französisch- spanische Abkommen zur Unterbindung bes Waffenschmuggels ist gestern nachmittag von dem französischen Außenminister Dfanb unterzeichnet worden. Der Wortlaut des Abkommens wird heute veröffentlicht. Aus aller Wett. Streik der Postbeamten in Paris. Paris, 26. Juni. (TU.) Ein Teil der Pa- eifer Postboten und Telegraphenbeamten ist wegen Lohndifferenzen in den Streik getreten. In einem Postgebäude erzwangen die Streikenden die Schließung der Schalter. Auch ins Parlament drangen Streikende ein, um dort ihre Forderungen geltend zu machen. Man befürchtet einen Generalstreik. — Nach einer soeben eingetroffenen Meldung ist der Streik der Pariser Postbeamten gestern abend um 10 Uhr von den Streikorganisationen abgebrochen worden. Wettervoraussage. Roch immer keine wesentliche Olenberung ber Wetterlage. Eine Kette von Teiltiefs schreitet von Aord- osten über Mitteleuropa nach Südosten, während bie Lage bes Hochdructzebietes seit Tagen fast unverändert ist. Das ständige Einströmen von Rorbwinden betoirft aufs neue starke Abkühlung: nur bei aufflärenbem Himmel etwas wärmer, ,, ■, 1 Aus Stabt und Land. Gießen, den 26. Iuni 1925, . Reisen ins besetzte Gebiet. Besuchet den Rhein! Diese immer wiederkehrende Bitte unserer Brüder am deutschen Rhein wird sicherlich manchen veranlassen, seins Schritte zur Wander- und Reisezeit ins besetzte Gebiet zu lenken. Leider gibt es aber immer noch ängstliche Gemüter, die vor lauter „Wenn" und „Aber", Erwägungen und Befürchtungen nicht zu einem Entschluß kommen können. Es seien deshalb hier einmal kurz alle Bestimmungen zusammengestellt, die bei einer Reise ins besetzte Gebiet in Frage kommen. 1. Zur Einreise ist unter allen Umständen erforderlich entweder ein deutscher Reisest a h oder der zur Einreise in das besetzte Gebiet besonders bestimmte weiße Ausweis. Kein anderes Ausweispapier ist gül- t i g. (Autopapiere, Führerschein usw. genügen nicht.) Einreisende ohne gültigen Ausweis laufen Gefahr, verhaftet zu werden obeV' eine Kaution in beträchtlicher Höhe stellen zu müssen. Dev Paß ober Ausweis mutz im besetzten Gebiet stets mitgeführt und auf Verlangen den Beamten der Besahungsbehörden vorgezeigt werben. 2. Radfahren und Autofahren ist ohne jedp Einschränkung erlaubt. Kleine Fähnchen, insbesondere in schwarz-weitz-roten Farben, an Fahrrädern und Autos sind nicht gestattet (vgl. auch Ziffer 6). ADAC.-Mitglieder dürfen bie Klubabzeichen (auch Schilber) des ADAC. (Allgemeinen Deutschen Automobil-Klubs) nicht führen. Lastkraftwagen müssen mit Rückspiegel versehen sein. 3. Das Photographieren ist erlaubt. Vermieden werden muh die Aufnahme militärischer Gebäude, militärischen Geländes, von Truppen oder einzelnen Soldaten. 4. Musikinstrumente jeglicher Art sind dem Einzelnen erlaubt. Verboten sind Trommler- und Pfeiferkorps, selbst kleine Gruppen sollten Trommeln und Pfeifen vermeiden. Musillapellen können auf offener Straße ohne Erlaubnis spielen. Genehmigungspflichtig seitens der Desatzungsbehörde sind nur Umzüge von Vereinen mit oder ohne Musik. 5. Strengstens verboten ist das Tragen von Waffen jeglicher Art. Der Waffenschein des unbesetzten Gebietes wird seitens ber Besahungs- behörde nicht anerkannt. Ausrüstungs- und Bekleidungsstücke, die militärisches Aussehen haben (Tornister usw.), gelten als Teile einer Uniform. Dem Träger entstehen leicht empfindliche Unannehmlichkeiten. 6. Fahnen und fahnenähnliche Dinge, wie Schärpen, Wimpel, Armbinden dürfen ohne Erlaubnis der Besahungsbehörde nicht öffentlich geführt oder getragen werden. Gesuchsstellern aus dem unbesetzten Gebiete wird die Erlaubnis hierzu wohl kaum erteilt werden. Selbst ganz kleine Kinderfähnchen ober Abzeichen in Fahnen- form haben schon Anstoß erregt unb zu Bestrafungen geführt. 7. Das Singen deutscher Lieder, die als „politische" gelten oder es sind, ist verboten. Sogar das Singen der Rationalhymne „Deutschland, Deutschland über alles" in der Oeffentlich- keit führt zu Bestrafungen. Im übrigen begegnet das Singen deutscher Lieder keinem Anstand. 8. Es ist nicht ratsam, im besetzten Gebiet abfällige Worte ober Urteile über bie Alliierten ober ihre Einrichtungen, ihre Politik, ober auch über alliierte Einzelpersonen abzugeben. Richt jeder Rachbar, der wie ein Deutscher aussieht, gehört zu uns. 9. Für das Publikum kommen folgende alliierte Kontrollorgane in Frage: a) Militärische Posten, nur noch in seltenen Fällen, etwa an Brücken und Kasernen. b) Gendarmen, die die hauptsächlichsten Kontrollbeamten sind. c) In Zivil gekleidete Beamte der Sicherheitspolizei, die sich auf Verlangen durch einen Ausweis legitimieren müssen. 10. Für Veranstaltungen anläßlich der Jahr« tausendfeier der Rheinlande gelten besondere Bestimmungen. Insbesondere sind von den Franzosen alle Veranstaltungen unter freiem Himmel in Garnisonstädten verboten. Es empfiehll sich, in den hier in Betracht kommenden Fällen mit der deutschen Behörde des besetzten Gebiete- (z. D. mit dem Hessischen Landeskommissar in Mainz. Schillerstraße 42) in Verbindung zu treten, wie es überhaupt besonders im Laufs dieses Sommers zweckmäßig ist, alle Zweifelsfälle dort oder mit den hessischen Zentralbehörden in Darmstadt zu klären. 11. Für kleinere Spaziergänge im besetzten Gebiet in Darmstadts Umgebung genügt der weihe Ausweis. Verbote für getoiffe Wege bestehen nicht, abgesehen von den Absperrungen bei Schießübungen, die vorher bekannt gegeben werden. Man sollte sich jedoch militärischen! Gebäuden und Einrichtungen fernhalten. e iS Gietzener Wochenmarktpreise. 1F am 25. Iuni (Händlerpreise). Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 35, Käse 65, Wirsing 35 bis 40, Weißkraut 35, rote Rüben 25, Römischkohl 20, Bohnen 40 bis 70, Spargel 50 bis 100, Erbsen 40, Mischgemüse 20, Tomaten 140 bis 150, Ziebeln 25, Rha^ barber 20, Kartoffeln (alte) 6, Kartoffeln (neue) 15 bis 20, Kirschen 50 bis 70, Stachelbeeren 30 bis 35, Johannisbeeren 40 bis 50, Erdbeeren 100 bis 120, Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120: das Stück: Eier 13, Blumenkohl 100, Salat 10 bis 20, Salatgurken 60 bis 100, Oberkohlrabi 15 bis 25 Rettich 25; das Bund: Lauch 15, Sellerie 15, Radieschen 10, gelbe Rüben 25 Pfennig. 0 ** Sprechstungen der Redaktion: Vormittags 12 bis 1 Uhr, nachmittags 5 bis 7 Uhr. Die Fülle unserer DienstgesiAste gestattet uns nicht, außerhalb der vorgenannten Zeit Besuche anzunehmen. ** Aerztliche Besichtigung des Volksbades. Gestern besichtigte der Aerzt- liebe Kreisverein das hiesige Dolksbad und richtete das Hauptaugenmerk auf das Dampf- und Heißlustbad (römisch-irisches Bad). Die Besichtigung ergab, daß besonders diese Bäder in allen Teilen als mustergültig bezeichnet werden können. Sämtliche Anwesenden sprachen sich lobend über die gesamte Einrichtung aus. Der schmale Teil der Rittergasse gesperrt. Wegen Vornahme von Dach- d-^-1 sortier interw^- tuns vo" Lier Ps" quetschte -pranntwet hellen Ort gießt man den man D hat, und M. besolde oder Gev' Art der - eiligst abscf billigste ur neuerdings kehr kennt, nicht Ichve Tageszeit, der Sahnöi Desöröerum mit allen Schnell- um DesörderM! größeren E Postgebühr, außerdem Leeren, h Geinü'e al berung be abends ol Güter schm des Smpfä Entfernung geschieht ai sich den Pi Höfen erhäl Stück selbst tragen. Di Preßgüter Frachtgüte - 2c Alerter N Onflilut (6t mälde des t - Der dir T kämpfe Vereins statt. (MH V Kl« vereinig sriedenheit Die Kosten nisse anbei in der Gen Dereinigun Lage, bequ Die Lebert im Herbst konnte alle ziehbar ert das Oberst Voraussicht^ Die Zahl Juni e böllerui w"en. babi ber lei d'e Ml t dem j( & Dai Aulvorst-! a[e durch so noch - Da die Cd ft D°rkri- flane keim ärztliche $ feto* Kreis Lrr 8-- 2«Ach 4?* Land. M ' 3a,i 182\ SN« Meil MC ,ommtu.net LLZ »■pr. VÄt ;tlQnÄ\®CÖtet ,t9^'9t tot^Qmfen sMs !'Ä"Ä des 2D2T (Qm WB Sj! "laub,. QJet. wjnojttit militärischer nbt8> von trugen ft *1'M dm JjL y Trommler. «In« Truhymi foHten ^drn. MMaMen °dn« Erlaubnis |t>k- S seitens der De. Wüge von Vereinen ist das Tragen von •x Dassenschm des ürns der Velatzmig». ^srüstungs« und Ve« sches Aussehen haben Teile einer Uniform. M empfindliche Un- ^ähnliche Dinge, wie nden dürfen ohne Er« Hörde nicht öffentlich -rden. Gefuchsslellcrn I« wird die Erlaubnis werden. Eelbst ganz Abzeichen in Fahnenerregt und zu Bescher Lieber, die als :8 find, ist verboten, itionalhhmne „Deutlch- rS" in der Oeffentlich- •ji. 3m übrigen be- r Sieder feinem Anim besetzten Debiei r Aber dir Wierlen rr ^vM, oder auch wn adzugedrn. Ml in Deutscher aussieh', kommen folgende al- Stage: , nur noch in seltenen jrüden und Yasemen, hauptsächlichsten Äw X “Beamte der Sichel' , auf Verlangen durch imieren müllen. ,en anMch der 2ahi' >e gelten besondere 2e ? lmd von den M' i unter freiem Hunmel en. Es empfiehlt lck kommenden Men w des besetzten ® W i Landeskom-nssat m ') ™ Ä”U en Zentralbehörden tn ^«^2 Ttnüg* »wäF ’ge« f««*' ^spl* 1 n d«v $<*** ,d-«2 »g ’» « »ft w ohl ro.?Nchg«-nü'e Erbsen VÄ »3äff»i*eei te) S'^Aseettn bis ® ö Srdbeeun 'V#* * werden * Rixse 1 d, 25. Juni. Dor einigen Tagen hat Gräfin geborene deckerarbeiten an dem Hause Mäusburg Ar. 14 wird der schmale Teil der Rittergasse zwischen MäuSburg und eigentlicher Rittergasse mit sofortiger Wirkung wahrend der Tag^stunden für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Anlieger können den gesperrten Teil auf eigene Verantwortung nicht möglich ist, wurden Gleise gelegt und eine große Verladebühne an der Frankfurter Straße errichtet. . - —o— Gr ohen-Li nden, 25. Juni. Die sprechend wohl. letzte Volkszählung ergab eine ortsanwesende ------ _ _ . Bevölkerung von 2419 Einwohnern: im Jahre | Frau Marie Bäuscher Ww. aus Altersruck- Beteiligung am Kriegerfeste in der Verein, an 1919 waren es 2241. Diese Zunahme ist weniger auf einen Zuzug, als vielmehr auf den äleberschuß der Geburtenziffer über die Todesfälle zurückzuführen. * Großen Buseck, 25. Juni. Nächsten Sonntag findet hier ein Gustav-Adolf-Fe st statt. Die Predigt hält Pfarrer L o rtz aus Burg. Gräsenrode. Er stand früher in Lothringen und wurde dort ausgewiesen. In der Nachversammlung, die in dem geräumigen Brückschen Saale abgehallen wird, will der geschätzte Redner von dem Protestantismus in Lothringen berichten. ' Treis a. d. Lda.. 25. 3uni. Der hiesige Gesangverein .Liederkranz" wird am Samstag. Sonntag und Montag sein 6 0. Stif- t u n g s f e st und 50. Fahnenjubiläum, verbunden mit einem Gesangswettstreit, begehen Zu diesem Feste werden zahlreiche Gäste erwartet, für deren gute Aufnahme bestens vorgesorgt ist. Am Samstagabend wird ein Fackel, zug sämtlicher Ortsvercine die Straßen des Dorfes durchschreiten, Sonntag früh beginnt das Wettsingen. für den Vachmittag ist ein großer Festzug vorgesehen, abends findet die Preisver» tctlung statt. Der Montagnachmittag wird ein frohes Volksfest bringen. 3m übrigen sei auf bas Inserat in der gestrigen Hummer des „Gießener Anzeigers" hingewiesen. 3 Reiskirchen, 25. Juni. Der Krieger- verein Reiskirchen, der über die Kriegs- Q Laubach, 26. Juni. Die Georg zu Solms-Laubach. Prinzessin Solms-Lich. wurde gestern von einer gesunden Tochter entbunden. Das frohe Ereignis wurde der Bevölkerung durch 9 Böllerschüsse vom Ramsberg herab verkündet. Mutter und Kind befinden sich den Umständen ent- Gerichtssaal. fpd. Frankfurt a. M., 25. Juni. Seit Jab- resfrist fuhr ein Aschas fenburgerEinwoh- ne r auf Grund gefälschter Fahrkarten fast täglich von Aschaffenburg nach Frankfurt und sehr oft auch über Frankfurt hinaus nach Höchst. Kürzlich wurde der Fälscher entdeckt. Das Schöffengericht verurteilte ihn nunmehr zu 7 Monaten Gefängnis. Briefkasten der Redaktton. lRechtsr machten find ohne Verbindlichkeit btt Redaktion.) Feldbergturnfest-Interessenten. Beruhigen Sie sichl Daß die Belange der Deutschen Turnet- schaft von unS nicht stiefmütterlich behandelt werden. beweist unsere fortgesetzte, umfangreiche Berichterstattung über deren Veranstaltungen. Sie scheinen den „Gießener Anzeiger" wenig aufmerksam zu lesen. 3m übrigen wollen wir Ihnen sagen, daß ein Bericht über das Ergebnis des Feldberg-Tumfestes von unS bestellt wurde, daß er uns aber von unserem Mitarbeiter bis heute noch nicht geliefert werden konnte, weil bei bet Turnfestleitung ein Versager vorliegt. Personen festgestellt. Lauter. 25. Juni. Voraussichtlich werden in der nächsten Woche die Frühkirschen versteigert. Die Blüte der Kirschbäume war im Frühjahr sehr vielversprechend. Leider hat in der Blütezeit eine kalte Vacht viel geschadet, und durch die anhaltende Trockenheit sind viele Früchte abgefallen. Hierzu kommt noch die über- handnehmende Spahenplage. Große Scharen der gefiederten Räuber treiben sich auf den Bäumen und in den Feldern herum, trotzdem der Flur- schuh ihnen mit dem Gewehr eifrig nachstellt. ES ist nur mit einer Ernte von 8 bis 10 Proz. zu rechnen. Merkwürdig ist in diesem Jahre auch die Erscheinung, daß trotz der guten Lage des Ortes die 3mker noch keinen Bienenhonig schleudern konnten: dies kann wohl auch nur auf die Trockenheit zurückzuführen sein. — Die Bautätigkeit im hiesigen Ort kann man als recht gut bezeichnen. Zwei neue Häuser sind jetzt bezogen worden, ein Haus ist im Rohbau fertig, ein anderes ist in Arbeit und außerdem sind noch mehrere Daulustige vorhanden. — Vor kurzer Zeit ist auch hier eine Vereinigung des Stahlhelm ins Leben gerufen worden. Die Ortsgruppe umfaßt jetzt schon nahezu 60 Mitglieder, der Vorsitzende ist Otto Zimmer. Zum Ehrenmitglied ist Herr Troller, der 76 Jahre alt ist, den Felktzug 1870/71 (Metz und Sedan) mitgemacht und im letzten Krieg zwei Söhne verloren hat, ernannt worden. Aus dieser Vereinigung soll in der nächsten Zeit ein Turnverein erstehen. die turnerischen Hebungen wird Karl Schmidt III. leiten. Man hofft, daß dieser Turnverein durch die vorhandenen Kräfte bald die Höhe erreichen wird, wie der Turnverein vor dem Kriege, der geleitet wurde von den im Felde gefallenen Gebrüdern Tröller. den Söhnen des oben erwähnten Ehrenmitglieds Troller. Kreis Alsfeld. !•! Nieder-Ohmen. 25. Juni. Gegenwärtig findet hier ein Kursus für Werk - und Arbeitsunterricht statt, an dem sich etwa 20 Lehrer aus den umliegenden Orten beteiligen. • Schwarz. 24. 3uni. Das Fest der g o l- ! denen Hochzeit feiern am 28. d. Mts. Heinrich Eifert II., Veteran von 1870 71 im ehern. Hess. Chevaurleger-Rgt., und seine Ehefrau Katharina geb. Hamel in geistiger und körperlicher Frische. Kreis Lauterbach. Richard nahm daraus die Echlußadstimmung über die von der Arbeitsgemeinschaft oorgeschlagenen Satze 450 und 700 Proz. vor, die mit 14 Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen wurden. — Eine neue Stadtverordnetensitzung soll nun am nächsten Dienstag stattfinden. Bemerkenswert ist, daß e< erst kürzlich wegen des Krematoriumsbaue« zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Bürgermeister und den Stadwerordneten tarn, die damals gegen den Widerspruch der Verwaltung die sofortige Einstelluna de» Krems- toriums-Baues beschloßen, da die Kosten viel zu hoch seien. Kleine Strafkammer Wetzlar. sind. f ® r ü n b e r g , 25. Juni. Zu dem heutigen Diehmarkte waren nur 292 Ferkel auf- getrieben. hiervon 82 Stück von Händlern. Es mürben für das Stück bis 7 Wochen 30, von 7 bis 8 Wochen 32 bis 34. von 9 bis 10 Wochen 38 bis 42. von 10 bis 12 Wochen 42 bis 46 und von 12 bis 14 Wochen alte 50 bis 52 Mk. bezahlt. Der Handel ging äußerst flott, lieber ft anb verblieb nicht. Der Krämermarkt war recht schwach, nur wenige Stände waren aufgeschlagen. Dagegen wurde den auf dem Marktplätze auf- geftelften landwirtschaftlichen Ma - --- . .. . . — -- - -roßes betreten. " Personalien. Ernannt wurden der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Worms. Amts- gerichtsrat Karl Heid, zum Amt-gerichtsrat bei dem Amtsgericht Gießen mit Wirkung vom 1. 3uh 1925 der GesängniSoberinspektor bei der Zellen- ftrafanftalt Butzbach. Heinrich Mohr, zum Ge- fängnisoberinspcktor bei dem Landgerichtsgesang- nis in Mainz mit Wirkung vom 1. August 1925; der Forstassessor Hugo Sußner auS Dirllar vom 1. 3uni 1925 ab zum Oberförster. •• Wem gehören di e Sachen? Beim Polizeiamt Gießen (Äriminalabtcilyng) ist ein Smailleschilb mit der Aufschrift Eingang" und zeigender Hand, sowie eine Sturmlaterne, die bei nächtlichem Unfug abgerissen bzw- beschädigt wurden, sichergestellt. Geschädigte wollen sich bei ber bezeichneten Stelle melden, woselbst auch «bte Gegenstände in Empfang genommen 1—- Kommunal-Konflikt in Wetzlar. Der städtische Haushaltsplan für 1925 abgelehnt. * Wetzlar, 25. Juni. Der „Wetzlarer Anz." berichtet: Die jüngste Stadtverordnetensitzung verlies nach fünfstündiger Dauer frucht- l o s. Als bei der Beratung des Haushaltsplans für 1925 über die Deckungsfrage und in diesem Zusammenhang über die höhe der G e - werbe steuerzufchlage beschlossen werden sollte, wurde in namentlicher Abstimmung der A n • trag der Verwaltung, Die Zuschläge vom Ertrage auf 600 Prozent und vom Oeroerbetapital auf 900 Prozent festzusetzen, mit 14 gegen 13 Stimmen a b g e l e h n t. Die bürgerliche Arbeitsgemein, schäft hatte einen Antrag eingebracht, die Zuschläge aus 450 bzw. 700 Proz. festzusetzen. Der Vorsitzende erklärte, daß bei solchen Sätzen ein Wirtschaften ausgeschlossen sei: er würde einen solchen Antrag n i ch t zur Abstimmung bringen und untereinen solchen Etat nicht seine Unterschrift setzen. Er bedauerte lebhaft, daß man während der Beratung nicht den Mut gefunden habe, Abstriche zu beantragen. Angesichts des obigen Abstimmungsergebnisses übergab Dr. Kühn den Vorsitz an den Beigeordneten Rektor Richard und verließ den Saal, mit ihm die gesamte Linke, die für die Vorschläge der Verwaltung gestimmt hatte. Dabei wurden erregte Zurufe laut. Beigeordneter Q Wetzlar, 24 3unl Wegen fortgesetzt« Diebstahls war der Gärtner R. T. von W e tz l a r vom Amtsgericht Braunfels zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Hiergegen verfocht der Angeklagte die Berufung. Wie btt Sachverhalt ergibt, wurden Im vorigen Herbst au6 Gärten in Braunfels verschiedentlich Wäschestücke gestohlen. Der Verdacht fiel damals auf den Angeklagten, der beobachtet wurde, daß «r nachts mehrere Mal mit einem zusammengerollten Sack unter dem Arm toegging und später wieder mit gefülltem Sack zurückkehrte. Als nun die «betrau des Angeklagten im 3anuar Wäsche im ©arten aufgehängt hatte und die Zeugin O. diese ~ ' «üglich des fchinen seitens der Marktbesucher a 3nterefse entgegengebracht. — Hier will man eine Ortsgruppe des Sparerbundes grün* den, die sich an der Verfechtung der Aufwertungs- interelfen beteiligen soll. -- Die diesjährige Volkszählung ergab hier 2192 ortsanwesende Personen: 15 waren an dem Zähltage abwesend. Hiervon sind 1020 männliche und 1172 weibliche. Bei der vorigen Zählung wurden 2190 sichten ihr Amt als Handarbeitslehrerin der hiesigen Schule niedergelegt. Während der langen Dauer von 45 Jahren hat sie mit seltener Treue, unermüdlichem Fleiß und viel Gefchick den größten Teil der Rirfelder Frauen und Mädchen in den weiblichen Handarbeiten unterwiesen. Die Gemeinde ließ daher durch Bürgermeister Rahn, im Beisein des Schulvorstandes, der Scheidenden als äußeres Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung einen Ruhesesfel überreichen. Auch das Kreisschul- amt Lauterbach hatte in einem an die seitherige Handarbeitslehrerin gerichteten Schreiben ihre ersprießliche Tätigkeit im Dienst der weiblichen Ju- gendbildung in ehrenden Worten gewürdigt. Möge Frau Bäuscher, nach treuer Pflichterfüllung, ein gesegneter Lebensabend beschicken sein. Kreis Friedberg. fpd. V i [ b c 1. 25. 3unt. 3n der hiesigen Gemarkung hat man mit Dermefsungsarbei- ten für die jetzt in Fluß kommende Regulierung der Ridda begonnen. Die in Frage kommenden hessischen Gemeinden haben eine Denkschrift an die Regierung in Vorbereitung, in der sie auf die jährlich sich wiederholenden schweren Hochwasserschäden Hinweisen. — Der Di 1 be 1 er Jahrmarkt blickt tn diesem 3ahr auf ein einhundertjähriges Bestehen zurück und sollte deshalb tm Rahmen eines großen „historischen" Marktes mit Festzügen und vielem anderen Drum und Dran brunfboll gefeiert werden. Die Finanzierung sollte der Gemeinderat übernehmen. Dieser lehnte aber aus Mangel an Mitteln die großartige Aufmachung des 3ubiläumsmarkteS ab. So wird nun die Cr- innerungSfeter bescheiden in althergebrachter Weise begangen. । Kreis Wetzlar. !*! Dutenhofen, 25. Juni. Zu einer K r e i s st r a h e soll der Verbindungsweg zwischen unserem Bahnhof und der Staatsstraße Gießen — Wetzlar ausgebaut werden. Die Arbeiten find in vollem Gange und werden von der Gemeinde Dutenhofen mit Unterstützung von Kreis und Staat ausgeführt. Nach der Vollendung, die noch etwa sechs Wochen in Anspruch nimmt, erfolgt die Uebernahme als Kreisstraße. Der Kostenanschlag beläuft sich auf 10 000 Mark. Heften-NaFau. fpd Frankfurt o. M., 25 3uni. Das schon feit Jahresfrist schwebende Disziplinarverfahren gegen den evangelischen Pfarrer Dr. Daconius von der Dreilönias- gemeinde hat ein unerwartetes Ende gefunden. Eine größere Anhängerschaft des Pfarrers hatte, als das Verfahren nicht den gewünschten 'Verlauf zu nehmen schien, die Bildung einer eigenen, außerhalb der Landeskirche stehenden evangelischen Gemeinde beschlossen und Pfarrer DaconiuS zum Geistlichen dieser neuen Gemeinde gewählt. Dr. Da» conius hat nunmehr die Wahl zum Geistlichen angenommen und gleichzeitig seinen Austritt aus dem landeskirchlichen Pfarramt zum 1. 3uli erklärt. Die neue Gemeinde beabsichtigt den Dau einer eigenen Kirche. — Bürgermeister Otto G r i m m, der von 1906 bis 1913 zweiter Bürger- meister und vorher 18 3ahre Stadtr^ i.i Fr furt war, ist heute früh in der Landesheilanstalt zu Marburg gestorben. Als Personaldezer- nent und langjähriger Leiter des Schulwesens hat sich b'T Verstorbene bleibende Verdienste erworben. An ihn erinnert die „Bürgermeister Grimmschule". Mehrere 3ahre vertrat Bürgermeister Grimm die Stadt Frankfurt im preußischen Abgeordnetenhause. — 3n einem Orte der Rachbarschast, den wir lieber nicht nennen wollen, nahm ein Gesangswettstreit e'nen überaus stürmischen Verlauf, il.ber die Bewertung der Leistungen entstanden Meinungsverschiedenheiten Als das gesprochene und später geschrieene Wort sich nicht durchzusehen vermochte. griff man zu den üblichen Wirtshauswaffen und suchte sich gegenseitig mit Biergläsern, Stuhlbeinen und anderen Instrumenten zu überzeugen. Es gab zahlreiche Blessierte, die vom Dorsarzt verbunden werden mußten. Ohne den üblichen Abschiedsgesang zogen die fremden Sänger mit blutigen Köpfen von der Walstatt nach Hause. — Zwei Erpresser, Lwnhard S rauß und Öfter aus Frankfurt, versuchten in zahlreichen Odenwalddörfern von K ufleuten unter schweren Drohungen Geld zu erpressen. 3n Reinheim versuchten sie das gleiche Manöver bei einem Kaufmann, der aber die Landjägerei mobil machte und die Kerle verhaften ließ können. _ rg. Die Er dbeerzeit ist da. Manche Freunde dieser köstlichen Frucht wird es jetzt interessieren, ein gutes Rezept über die Derei- I tung von Erdbeerlikör zu hören. Es lautet. I Vier Pfund reife, trocken gepflückte, nicht zer- I quetschte Erdbeeren werden mit drei ßtter Branntwein übergossen, verkorkt und'an einen Hellen Ort 14 Tage lang stehengelassen. Hierauf gießt man ab, versüßt mit tatet Pfund Zucker. I den man vorher in zwei Liter Wasser aufgekocht hat. und füllt auf Flaschen. Rdv. Die Eisenbahn-Expreßgut- besörderung. Oft genug steht der Kaufmann ober Gewerbetreibende vor der Stage, welche Art bei Beförderung für eine Wate, die er eiligst abschicken ober beziehen will, die schnellste, I billigste und bequemste ist. Für den. 8er den neuerdings verbesserten Sisenbahn-Expreßgutver- kehr kennt, ist die Beantwortung dieser Frage nicht schwer. Expreßgut kann nämlich zu jeder Tageszeit, also auch während der Rächt, sofern der Bahnhof besetzt ist. aufgeliefert werden. Die Beförderung ist die denkbar schnellste: sie erfolgt I mit allen fahrplanmäßigen Zügen, mit_ Eil-, Schnell- und sogar O-Zügen. Der Preis für die Beförderung ist dabei überaus billig: er liegt bei größeren Entfernungen erheblich unter bet Paket- Postgebühr. Zu halben Expreßgutsätzen werden aufjerbem befördert: Butter. Käse. Biet, frische Beeren, frisches Obst, Katiofseln und frisches Gemüse aller Art. Wer sich bet Expteßqutbeför- berung bedient, wird bald erkennen, daß spät abends ober gar in der Rächt aufgegebene Güter schon am andern Morgen in den Händen des Empfängers sind, insbesondere bei mittleren Entfernungen. Die Auslieferung von Expreßgut geschieht auf Grund von Exprehgulkarten (ähnlich den Postpaketadressen), die auf allen Dcihn- hösen erhältlich und leicht auszufüllen sind. Das Stück selbst muß die Anschrift des Empfängers tragen. Die Hastpflichr bet Eisenbahn für Expreßgüter ist ebenso weitgehend wie bei Eil- und Frachtgütern. Bornotizen. — Tageskalendet für Freitag. Vierter Welcker-Dottrag: 81ilbr Physikal. Institut (Stephanstr.). Prof. Schrader ..Die Gemälde dcs Polhgnot". — DetDotvetkauf von Karten für bi e Rationalen Schwimmwett- kämpfe des Gießener Schwimm- vereins findet in der Müllerschen Badeanstalt I statt (Rähetes siehe heutige Anzeige.) Landkreis Gießen. V K1 ein - Linden, 25. Juni. Die Feld- ocrcinigung ist in unserer Gemeinde zur Zufriedenheit bet Einwohnerschaft beendet worben. Die Kosten sind infolge der 3nslationsverhält- nisse unbedeutend. Früher wat das Wegenetz in bet Gemarkung sehr unvollkommen. Durch bie Bereinigung sind jetzt alle Interessenten in der Lage, bequem zu ihren Grundstücken zu gelangen. Die ilcbcrtoeifung der Ersahgrunbstücke ist bereits im Herbst vorigen 3ahres erfolgt Die Zuteilung konnte allerdings bis jetzt noch nicht für vollziehbar erklärt werden, da einige Reklamanten das Oberfchiebsgericht angerufen haben, welches voraussichtlich im Monat Juli hier tagen soll. — Die Zahl der auf Grunb der Kontrvllisten am 16. 3uni ermittelten ortsanwesenden De - v ölke t ung in unserem Orte beträgt 1983Personen. davon 1002 männliche und 981 weibliche. Bei der letzten Zählung im Oktober 1919 betrug die Zahl der ortSanwesenden Personen 1994. — Alm dem jetzigen Uebelftanb des Bestehens einer sog. Wandetklasse abzuhelfen, hat bet Schulvorstand beschlossen, einen der großen Schul- säte durch eine Zwischenwand abzuteilen. um so noch einen Klassenraum zu gewinnen. Da bie Schületzahl in unserem Dorfe sich gegen bie Vorkriegszeit verringert hat, so stehen biefem Plane keine Bedenken entgegen, zumal bie kreis- ärztliche Besichtigung nichts finden konnte, was den schulhygienischen Bestrebungen nicht entspricht. Das Kreisbauamt ist mit der Ausführung der erforderlichen Arbeiten betraut worben. Diese sollen in den nächsten Ferien ausgeführt werden. !*! Klein-Linden, 25. Juni. An der Krcis- straße Klein-Linden—Großen-Linden ist ein neues Jndustriewerk im Entstehen begrifefn. Das hoch- und Tiefbaugeschäft I. G. Müller- Wetzlar Hut die große Sandgrube, die zwischen der Main— Weserbahn und der Kreisstraße liegt, auf 20 Jahre von der Gemeinde Lützellinden pachtweise übernommen. Da ein Bahnanschluß zur Zeit noch fahre hin auf einen toten Punkt geraten war, hat sich wieder zu neuem Leben entfaltet. Der Verein zahlt jetzt nahe an 100 Mitglieder. Seine erste Betätigung war die Beteiligung am Steinbach am 14. Juni. Hier war i Mitgliederzahl als zweitstärkster, vertreten. Arn nächsten Sonntagnachmittag hält er nun in der Gemarkung Reiskirchen, auf dem Kirfckberg, auf seinem polizeilich genehmigten Schießstand ein Preisschießen nach der Scheibe ab. Zu diesem Zweck hat er mehrere wertvolle Preise gekauft, die in dem Schaufenster des Kaufmanns Leopold Stiefel dahier zur Ansicht ausgestellt aufgehängt hatte und die Zeugin O. biefe Wäsche sah. tarnen lehtcm Zweifel bezüglich des Eigentümers der Wäsche Wie durch d e bcrbei- gehvlten früheren Bestohlenen festgestellt wurde, handelte es sich tatsächlich um die teurer Zelt gestohlene Wäsche Es erfolgte daraus Beschlagnahme der Wäsche durch die Polizei. Die eingelegte Berufung beschränkte der Angellagtr heute auf das Strafmaß. Die Tat selbst gab er zu. Rach seinen Angaben war seine Frau niedergekommen, er arbeitslos und daher in größter Rot. Demgemäß erkannte bas Gericht auch wesentlich milder als im ersten Urteil und zwar auf 150 Marl Geldstrafe, anstelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von 1 Monri. Dem Angeklagten wurden auch monatliche Ratenzahlungen von 15 Mark zugebilligt Von dem Amtsgericht W-tzlar lEinzelrichter) waren der Schuhmacher E W. auS Krofdorf und ein zweiter Mitangeklagter H seiner Zelt von der AnNage des 3agdvergehenS mangel« Beweises freigesprochen worden. Da die Staatsanwaltschaft bezüglich des Angeklagten S W. gegen diese Erkenntnis Berufung eingelegt hatte W. sich heute vor der Strafkammer bieserhall» erneut zu verantworten Wie die Verhandlung ergab, sah der ©emeinbeförftcr M. auS Krosdvrs im Rovember v 3S des Morgens früh auf einem Dl en st gang im Distrikt ^Rote Gräben' dec Gemarkung Krosdors, alS er sich mit Jcurtt ihn begleitenden Frau dem Walde näherte, am Eingang zum Walde 2 Männer mit der Front nach dem Walde zu stehen, von denen einer ein Gewehr nach Jägerart schütze fertig unter dem Arm trug, während der andere anscheinend unbewaffnet war, wenigstens war keine Waffe bei ihm zu sehen. Durch sein Fernglas stellte der Förster fest, daß die mit dem Gewehr bewaffnete Person mit einem grünen Hut mit hellgrünem Band und einem gelbsichm Mantel bekleidet war und daß bie Derben nach dem Walde hinbeuteten unb schließlich m beit Wald hineingingen. 3eht folgte ihnen der Först« und rief sie auf ca. 50 Meter Entfernung an, worauf beide ausrückten. Auf deS ter en Zurusi „Halt oder ich schiene drchte sich der eine mit dem Gewehr um, kniete nieder und [egte auf den Förster an. Letzter stand jedoch auch schon schußbereit, und baber ergriff ber Un- bekannte, als er dies sah, schleunigst die Flucht und verschwand im Walde. Ein von dem Forster noch auf den Fliehenden abgegebener Schutz verfehlte sein Ziel. Der am Tatort danach gefundene grüne Hut, den einer der beiden auf der Flucht verloren hatte, lenkte den Verdacht auf bie beiden Angellagten. Der Angellagte W. soll nun derjenige gewesen fein, ber ohne Gewehr war. Er bestritt dies jeboch, wohl gab « zu, an dem fraglichen Morgen frühzeitig im Wald spazieren gewesen zu sein, auch will er eirfrn Schuß gehört haben, dessen Spuk auch nachgegangen, schließlich aber wieder nut «m Rad nach Krofdorf zurückgekehrt fein. Von den beiden Männern will er nichts wissen. Die Okr- banblung nahm verhältnismäßig geraume Zeit in Anspruch Rach Schluß der lehr eingehende^ Beweisaufnahme sah baS Gericht den Angellagten als schuldig im Sinne der Anllage an und diktierte ihm eine Geldstrafe von 200 Mk. »u während ber Vertreter der Staatsanwall- schaft 1 Monat Gefängnis beantragt hatte. 7zi GA R m EN FAB R I K iraiNC pou ssx» d-» Ulf//I «einekommtwrgl««». jmmali 5304 D Krämer Verputz- und Rabitz - Arbeiten für sofort gesucht. 6229D Heuchelheim, den 25. Juni 1925. 6306V 6298V FürdieReise! buch« Familie Andreas Schreier. 05439 durch Gießen, den 24. 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Kirchenvlah 10. uua Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied heute nacht mein innigstgeliebter Sohn, unser herzensguter Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Kusin Vom 27.Juni bis4.Juli 05453 Vereinigter MänneFchor BarmoD^ßemöllichkeit Sonntag. 28. Juni Familienausflug n. d. Rindsmühle Treffpunkt 2 Uhr: Gummifabrik Bei ungünstiger Witterungab4Uhr im Bereinslokal. UmregeBeteittgung bittet der Vorstand Für die anlählich unserer Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir allen auf diesem Wege herzlichen Dank Karl Becker und Frau Anna geb. Völzel Wieseck, 24. Juni 1925 Martin Abermann Gießen, Löberstrahe 8. Elegante Gebrauchsund Luxusschuhe in Lack, Wildleder, braun u. mit Einsätzen. Reiseschuhe weiße Leinenschuhe Strandschuhe, Sandalen Schuhhaus Herbert Gießen Marktplatz 2, neben der Engelapotheke 6294a Zwei neue 5/25?.8.Kgo-Vagen. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen herzlichen Dank. Ganz besonderen Dank Schwester Elisabeth vom evangel. Schwesternhaus für ihre liebevolle Pflege, desgleichen Herrn Dr. S. Klein für seine unermüdliche Tätigkeit. Ebenso dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte während der Krankheit und am Grabe. SWMlW MenMlMllWs- unö Senken nnAk in ä gegründet 1858 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Mutter, Großmutter und Tante Frau Sophie Boeck Witwe geb. Etling nach kurzer, schwerer Krankheit, aber nach einem schönen Lebensabend in die Ewigkeit abzurufen. um stilles Beileid bitten die trauernden Hinterbliebenen; Friedrich Boeck Elisabeth Boeck geb. Hollmann Luise Zutt geb. Boeck, Heinrich Zutt Gießen (Westanlage 46), Vilbel, den 25. Juni 1925. Die Beerdigung findet Samstag, den 27. Juni 1925, nachmittags 2 Uhr, vom Portale des Neuen Friedhofes statt. größte europäische kontinentale Lebensversicherungsgesellschaft Betnmeningsöewö 1924 f.jts. 771375319 - Anslollsverinögeli 1924 s.zrs. 220755069 DloWenöenreferoe 1924 s.zrs. 14595411 W «etiwe Herren für den Außendienst. Hohe Bezüge 6et Direktionsvertrag. Angebote, welche streng vertraulich behandelt werden, sind zu richten an die Gesellschaft (6302ss Vezirksdirektion Frankfurt a. M Große Gallusftrake 2 Mlv seinen inne üdes öntgi grüßen, Einflusses i willen ou^ englische - Mittelmeer der russisch- M Bere wurde seit t und mehr durch Dardl scheidend ob geworfene Deutschland Flotte und! vale des en Dennoch es an manr Land, bis d betannten Ü vertraglicher fanden wes Iswolski ir Äußenpolit der ganzen russische Bi tiger Form schen Kolle terisiierte: „Herr: bürg studie für Englani Er sei urspi slawischen i emporgehot gänzlich do Klugheit o Sein schwa von §choen Anlehnung jaj/ung nach der inneren standen habe Mnisterien Das A' englisch-russ slan und i essen nicht Bedeutung im unklare: quenzen zu gen, im Ee bemerkte „Nete mit der i JatzM dein fisch" % Srogen? Basis der Iahrebeze roeidjlid)?; die ge-lt' Holstein/. Wer in" rode die d'e auf K reitete w? Bitt dein fra und W\ boten. Die gegen W Eduards v TOpq. Das , *) „Di binette 18 tischen Alb trage des ^Hannes! Friegrich 2 Mittelmäch! 3m Verlac Politik und Der Eigen, ~ wie all wie bei ei oder wie [ stark meta randello, Spiel, toas ™ meist Kodkch b Simmel Q] ynerie t toie jebeg nnfgebaut. Katerarö D aus S lie nod Denn Sta v > Die t wV01 M teuer stch die » unbJM Nr. H? Zweites Bian vKö^uet" wiijtiyti vwtneiupAitjeiyer )ur wveiijqn... oie*iag, 20. 3unij925 ■nMaMaKHMianMnMUMK als den uns je- 2) richtig. Das alte Fräulein sah ich neulich noch einmal und kürzlich wiederum — und wenn ich bei einer Reise mich suchend nach ihr umblicke, dann sehe ich sie immer wieder, bei jedem Zuge, bei jedem Ab- schiednehmen. Für zehn Bahnsteigpfennige erkauft sich die alte Dame ein Vergnügen, das sie mit einer Zeitschrift, einem Buch, einem Theaterbesuch teurer zu bezahlen hat — und während jenes ein wirkliches, ein unglaublich vielseitiges Leben zeigt, hat sie Erzählungen in Zeitungen und Zeitschriften, in Büchern und Dramen, ein Leben, dos erst aus zweiter Hand und nachgebildet zu ihr kommt. „Bitte, Platz nehmen!" Sie nimmt nie Platz. Ihr Platz ist hinterm Zeitungsstande, von dem aus der Bahnsteig ausgezeichnet zu übersehen ist! Kommunistische Partei (5.11. Moskau, Anfang Juni. Wenn in Westeuropa von der Beherrscherin des russischen Riesenreiches, der Kommunistischen Partei, die Rede ist, so vergißt man in der Regel, daß die Bezeichnung Partei in der Sowjetunion eine ganz andere Bedeutung als im Ausland hat. Während man sonst überall in der Welt unter einer Partei eine Vereinigung politischer oder wirtschaftlicher Kräfte zur parlamentarischen Interessenvertretung versteht, hat die Russische Kommunistische Partei einen wesentlich weiter reichenden Zweck. Zum besseren Verständnis der Dinge sei nur der Paragraph 1 des Parteiprogramms angeführt, in dem es heißt: „Als Mitglied der Partei gilt jeder, der das Programm der Partei anerkennt, in einer der Parteiorganisationen arbeitet, sich den Entscheidungen der Partei fügt . . Schon allein mit diesem Satz ist das wahre Wesen der Kommunistischen Partei charakterisiert. Sie verlangt nicht nur, daß das Mitglied ihr Programm anerkennt, sondern darüber hinaus seine ganze Arbeitskraft für die Idee des Kommunismus überall einfetzt, wo sich dazu nur irgendeine Gelegenheit bietet. Seit dem Tode Lenins wurde immer wieder auf die krisenhaften Erscheinungen innerhalb der Partei hingewiesen. Sie äußerten sich darin, daß die Partei in mehrere Fraktionen zu zerfallen drohe. Diese Gefahr ist auch heute noch nicht beseitigt. Solange in Sowjetrußland die alten Kommunistenführer, man nennt sie die „Alte Garde", das Regierungsruder in der Hand halten, ist ein derartiger Zerfall der Partei kaum zu erwarten. Mit dem Franco-Anglaise und Entente Anglo-Russe rechnen, mit Spanien, Italien, Portugal als Anhängsel dazu im zweiten Treffen!" Wie sehr man sich auch in der deutschen Diplomatie über die entscheidende Wandlung in der MächtekonsteUation Gedanken machte, zeigt der sol- gende eindringende Bericht des Geschäftsträgers in Petersburg von Miquel, der dem jetzt erscheinenden 2d. Bande der Großen Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes*) entnommen ist und hier erstmalig veröffentlicht wird. Der Geschäftsträger in Petersburg von Miquel an den Reichskanzler Fürsten von Bülow Ausfertigung. * ’) ja. 4) es soll nur kommen es wird über warmen Empfang überrascht werden. 5) sehr gut und richtig d. h. also gegen im Ganzen. Schlußbemerkung des Kaisers: Sehr gut. Die Russische Der Lido tut sich auf. Eigentlich tut er sich schon seit Wochen auf — wie alle Jahre vorher. Das ist noch immer wie bei einem schlecht vorbereiteten Theaterstück oder wie bei einer Improvisation, wie bei einem stark metaphysisch angehauchten Einfall von Pi- ranbello, wo es um die Frage geht: was ist Spiel, was ist Wirklichkeit? Der Frühling, der hier meist gleich Sommeranfang ist, hat ohne .Klingelsignal oder gar feierlichen Gongschlag plötzlich den Vorhang in den blauleuchtenden Himmel auf rauschen lassen. Uni) siehe da . die Szenerie der weiten, langgestreckten Bühne ist wie jedes Jahr auch nicht annähernd ordentlich aufgebaut. Sehr langsam machen sich die Theaterarbeiter, die Kulissenschieber an btc Arbeit aus dem eingefleischten Glauben heraus: daß sie noch immer frühzellig genug fertig werden. Denn bis die Fremden aus aller Herren Länder kommen, so zahlreich kommen daß es sich wirklich lohnt, wird es ja doch SuU werden. Der Zweck des Hierseins ist: geröstet zu werden. Sie Tiefe des Dronzebrauns entscheidet hinsichtlich der Schönheit für Herr und Dame. Daß so ziemlich alles um sie herum noch gar nicht fertig ist, kümmert sie wenig. Wer Dereitd im Mai ins Wasser geht, wird von den Lido- Einheimischen ob seiner Kühnheit bewundert, dte bekanntlich nicht zum Baden hier sind, sondern zum Geldverdienen. Wer den Lido zuletzt im Sommer 1914 sah, kann ihn jetzt kaum wieder- ertennen. So viel ist hier gebaut worden, nach Norden zu, der früher immer sozusagen etwas als verlorenes Land galt, fast noch mehr denn nach Süden. Was nämlich Billen anbelangt, in denen es sich so bescheiden, wenn auch heiß und teuer leben läßt. Aach Süden zu erstreckt sich die meist dreizeilige Phalanx der Bade- Hütten jetzt weit über das Excelsior-Palacc-Hotel hinaus, das noch immer so vornehm ist. sich ?anz zuletzt aufzutun Hermann Bahr hat vor em Krieg Immer wieder die Seligkeit des Lido- lebens vor und in den zelt artig en Hütten am Strande gepriesen Er würde sie heute schmähen und verschmähen Weil ihm nämlich die Einheimischen wie die Fremden von allen Seiten, von hinten wie von vorne so nah auf den nackten. braungierigen Pelz gerückt sind. Obgleich sich im Augenblick noch alles erst ganz langsam aus- tut Manche Hotels liegen fensterverschlosten, so da, wie wenn sie billigst.zu verkaufen waren. Es ist als ob die liebe Sonne, die es hier bekanntlich besonders gut meint, erst das ganze Haus, all die Heinen Zimmer tüchtig durchgeheizt haben müsse, bevor eines Tages tote von Zauberhand die Fenster auffliegen, bevor dte Handtoerker aus Venedig erscheinen, um alles „auf neu" zu machen, bevor die Schwalben- schwanz-Armee der Kellner anrückt, zunächst, die Serviette unter dem Arm immerhin für den Schweiß der alles andere denn just edlen Stirn verwendend, auf die Gäste noch wartend, bis die Droschken mit den einzigen Pferden um ganz Venedig herum die Fremden plötzlich schockweise ankarren und das frohe Lire-Scheffeln beginnen kann. Bis die Venetianer selbst schließlich zum Baden kommen, hat es dann noch immer wochenlang Zeit. Man muß es sich erst ausführltchst von den Fremden vormachen lassen. Zunächst begnügt man sich damit, auf der Terrasse des ersten Bade-Etablissements — sprich: Stabilimento Bagni - zu sitzen. Eiskaffee zu schlürfen, Dont- zetti-Musik zu plätschern und sich darüber zu freuen, wie in den seit Jahrzehnten traditionell- kitschig ausgestatteten Bazaren einer vergnügungssüchtigen Menge die entsetzlichsten Hetle- andenken an gedreht werden. Der Lido f>at_ sich aufgetan, wenn der Dühnenumbau auch längst noch nicht fertig ist. Bevor das Thermometer nicht mindestens im Schatten vierzig Grad zeigt, ist die Saison offiziell noch nicht eröffnet. Da hat sie sich auf der Piazza, auf dem Kanal Grande, in den Kirchen und Museen abzusprelen, damit die 21 [bergt und Gondoliere auch etwas zu verdienen kriegen. Aus einer so ruhmreichen Vergangenheit läßt sich schon noch für Jahrhunderte reichlich Kapital schlagen. Sie junge Konkurrenz des Lido wäre eigentlich etwas Unangenehmes, wenn man nicht gottlob so eng mit ihr verschwägert wäre. Und — wie gesagt — sie läßt sich ]a so lange Zeit, sich endlich wieder definitiv aufzutun. Zur Kaste! Hier ist zu sehen und das brennt den Körper rasch sonnenbraun: das einzig echte Mare Adriatico! A. R. M. Augenblick aber, da der junge Nachwuchs ans Staatsruder kommen wird, muß über kurz oder lang eine Spaltung innerhalb der Kommunistische» Partei erfolgen. Die Erklärung dafür liegt im Wesen der Dinge und ist mit der Vorgeschichte und den Anjängen der Kommunistischen Partei aufs engste Dcrtnüpft. Als 1917 di« Revolution ousbrach und die ersten Meldungen von den terroristischen Methoden der Sowjetmachthaber die Welt durcheilten, glaubte man überall, die Führer des kommunistischen Rußlands als Analphabeten und allenfalls Halbgebildete bezeichnen zu können. Die seit der Revolution verstrichenen Jahre haben die Welt gründlich belehrt. Man ist sich heute wohl nirgends mehr darüber im Zweifel, daß an der Spitze der Sowjetunion die geschicktesten und gerissensten Staatsmänner unseres Jahrhunderts stchen. • Die um die Jahrhundertwende zurückliegenden Anfänge des Kommunismus hatten in Rußland, wo man feit jeher vor Revolutionen und Aufständen ganz besonderen Respekt habe, die Einkerkerung und Verbannung der Revoltitionssührer zur Folge. Diese Taktik der Zarenregterung konnte natürlich das liebel im Keim nicht ersticken. Das Geschwür wurde wohl beseitigt, in den geheimen Zellen des russischen Volkskörpers entwickelte dos schwärende Gift aber seine verheerende Zersetzung weiter. Es ist kein Zufall, daß in Rußland gerade die intelligentesten und geistig regsten Kreise dem Kommunismus verfielen. Alle jene Kreise des russischen Adels, die die beispiellose Korruption und Mißwirtschaft des zaristischen Regimes erkannt hatten, waren die schärfsten Gegner der bestehenden Zustände. Man denke in diesem Zusammenhang nur an die Gestalt eines Tolstoi, eines Bakunin, eines Krapotkin u. a. Aber auch die falsche Nationalpolitik der Zarenherrschaft trug nicht unwesentlich zur Revolutionierung Rußlands bei. Erinnert sei nur an das Gesetz, das den Juden das Wohnrecht in der Hauptstadt entzog, und die Judenpogrome in Südrußland. Die Reaktion auf diese Zustände konnte unmöglich ausbleiben. Wenn man die Methoden kennt, die im zaristischen Rußland gegenüber den Juden angewandt wurden, ist es auch ohne weiteres verständlich, daß 90 e/0 aller sowjetrussischen Führer Inden sind. Jahrelange Kerkerhaft in sibirischen Zuchthäusern und Verbannung konnte die Führer der russischen Revolution nicht bekehren. Die 5tt< voIution von 1905 war d i e Generalprobe des Kommunismus. Die Ereignisse hatten zu sehr an die Pforten des Zarenhofes gerüttelt, als daß man sich in Petersburg des großen Ernstes der Dinge nicht bewußt geworden wäre. So fetzte der Kampf auf beiden Seiten mit verdoppeltem Fanatismus ein. Die unterirdische Wühlarbeit der Verbannten und Geflüchteten nahm ihren Fortgang. Der fanatische Haß der kommunistischen Führer brachte es mit sich, daß ihre Weltanschauung lediglich vom Kampf zwischen Besitzenden und Unbesitzenden, zwischen Kapitalisten und Proletariern ausgefüllt war. ' Dieser elementare Haß, der den Sowjetführern im Zuchthaus und im Exil eingehämmert wurde, sitzt so tief, daß es für sie heute kein Zurück mehr gibt. Ihre Losung heißt die Weltrevolution. Was um Haaresbreite daneben liegt, ist in ihren Augen Verrat an der Sache. Nun sind aber die Anfänge des marxistischen Experiments am russischen Volk gründlich' gescheitert. Die plcnmäfcige Vernichtung der Industrie, der Landwirtschaft, des Handels, kurz allen Besitzes, die Verschleuderung des Staatsgutes an das Volk ohne eigentliche Gegenleistung hatten Sowjetrußland rasch an den Abgrund gebracht. Es erwies sich, wie so oft im Leben, daß Theorie und Praxis doch zwei recht verschiedene Dinge find. Als die Kommunistische Partei mit ihrer Kunst zu Ende war, führte Lenin 1921 die NEP ein. Die sowjet- russische Diplomatie, die in der Regel von einer der- art schamlosen Offenheit ist, daß man ihr in dem Westeuropa der Geheimdiplomatie nicht $u glauben traut, behaupteten damals, daß es sich bet der NEP lediglich um eine Atempause handele. In Westeuropa lachte man und rieb sich die Hände. Die Freude war verfrüht. Die Sowjetsührer wollten tatsächlich nur einmal tief nach Luft schnappen. Schon der 13. Kongreß der Kommunistischen Partei zeigte bann, daß man sich in der Sowjetunion weit genug genesen fühlte, um dem Kapitalismus den Kampf aufs neue ansagen zu können. Und nachdem man in der Folgezeit wieder einmal abgewirtschaftet hat, wiederholt sich jetzt das eigenartige Schauspiel einer neuen NEP. Schon die neue Wirtschaftspolitik von 1921 (Ein wichtiger Schritt zum Weltkriege.' Jahrzehntelang bildete der Gegensatz zwischen dem „russischen Bären" und dem „englischen Wal- fisch" eine der Grundtatfachen in der Politik der Großen Mächte. Man sann ihn geradezu als die Basis der Bismarckschen Friedenspolllik der 80er Jahre bezeichnen, und der Glaube an die unaus- weichliche Notwendigkeit dieses Antagonismus war die geistige Voraussetzung, von der aus Herr von Holstein zu bet Ablehnung ber englischen Bünbnis- stjhler um bic Jahrhunbertwenbe gelangte. Aber gerade die zunehmende deutsch-englische Entfremdung, die auf die Angebote von 1898 und 1901 folgte, bereitete in England den Boden für einen Ausgleich mit den übrigen Großmächten des europäischen Kontinents. Freilich war eine Verständigung mit bem weltpolitischen Antipoben Rußlanb schwieriger als mit bem französischen Nachbarn, bei bem Marokko und Aegypten wertvolle Verständigungsobjekte boten. Die schwere Niederlage Rußlands im Kriege gegen Japan bereitete jedoch der Politik König Eduards VII. und der liberalen Russenfreunde den Weg. Das Zarenreich, das sich nur langsam von seinen inneren Wirren erholte, mußte mit Freude jedes Entgegenkommen des mächtigen England begrüßen. Das allmähliche Vordringen des deutschen Einflusses in Dorderasien wird den Verständigungs- willen auf beiden Seiten gestärkt haben. Die alte englische Tradition der Absperrung Rußlands vom Tiittelmeer verlor mit bem völligen Zusammenbruch ber russischen Seemacht im japanischen Kriege ihre akute Berechtigung, unb ber Weg nach Jnbien würbe seit ber Deffnung ber Straße von Suez mehr unb mehr durch Aegypten und Zypern, weniger durch Dardanellen und Bosporus verteidigt. Ent- scheidend aber blieb: nicht das geschwächte, zurückgeworfene Rußland, sandern das aufstrebende Deutschland mit seiner jungen stets wachsenden Flotte unb Weltwirtschaft schien ber gefährlichste Rivale bes englischen Imperiums geworben zu sein. Dennoch gingen fast zwei volle Jahre, in benen es an mannigfachen Rückschlägen nicht fehlte, ins Lanb, bis bie englisch-rufsifche Annäherung in bem bekannten Abkommen vom 31. August 1907 ihren vertraglichen Ausbruck fanb. Die Verhanblungen fanben wesentliche Förderung erst, als Alexander Iswolski im Mai 1906 die Leitung der russischen Außenpolitik übernahm. Seine Anglomanie war in der ganzen diplomatischen Welt bekannt: auch ber russische Botschafter in Lonbon gab sie in vorsichtiger Form zu, als er Herrn Iswolski seinem beut- schen Kollegen gegenüber folgenbermaßen charak- teriflierte : „Herr Iswolski habe an ber Universität Ebin- bürg ftubiert unb baher ein gewisses Verstänbnis für England unb englische Verhältnisse beibehalten. Er sei ursprünglich in seiner Karriere mit ber pan- slawischen Woge gewachsen. Nachbem sie ihn aber emporgehoben, habe er biefe verberbliche Richtung gänzliäh von sich abgeschüttelt. Er zeichne sich burch Klugheit aus unb werbe von Ehrgeiz beherrscht. Sein schwacher Punkt sei die Eitelkeit. Mit Herrn von Schoen sei er sehr befreunbet, unb er wünsche Anlehnung an Deutschland Seiner politischen Auffassung nach fei er liberal, ba er aber ben Fragen der inneren russischen Politik bisher ganz fern gestanden habe, so werde er wohl den Wechsel von Ministerien überdauern können." Das Abkommen vom 31. August 1907, bas die englisch-russischen Streitfragen in Tibet, Afghani- ftan unb Persien regelte, berührte beutsche Interessen nicht birekt. Trotzbem war man sich über bie Bebeutung ber neuen Gruppierung in Berlin nicht im unklaren, ohne freilich baraus politische Konsequenzen zu ziehen. Schon bei ben Vorverhandltin- gen, im September 1906, hatte Kaiser Wilhelm II. bemerkt: „Rete Aussichten! Man kann al|o m Zukunst mit ber Alliance Franco-Russe, Entente corbiale *) „Die Große Politik ber Europäischen Kabinette 1871—1914." Sammlung ber Diplomatischen Akten bes Auswärtigen Amtes. Im Auftrage des Auswärtigen Amtes herausgegeben von Johannes ßepfius, Älbrcht Menbelsfohn Bartholby, Friegrich Thimme. 4. Reihe: „Die Isolierung ber Mittelmächte". Zweite Abteilung: Banb 22 bis 25. Im Verlage ber Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik unb Geschichte in Berlin W. 8. reizenbe Artikel gegen Deutschlanb sollte bem Publikum ber (Bebaute an eine englisch-russische Annäherung munbgercdjt gemacht werden: Daher auch bei jeder Verzögerung ber Verhanblungen bie böswillige Behauptung, bic deutsche Regierung, und namentlich die Kaiserliche Botschaft, intrigiere gegen ben Vertrag! — Ein Analogon zu der Behauptung «eine Majestät ber Deutsche Kaiser hin- berc bie freiheitliche Bewegung in Rußlanb. Die lange Dauer ber Verhandlungen war in Wirklichkeit burch bie jeitraubenben mehrfachen Rückfragen nach Jnbien, Afghanistan unb Persien unb burch bas gelegentlich geringe Empressemeni bes Herrn Iswolski zu erklären, nicht aber burch Hetzereien Deutschlanbs, bie wenig Sinn in einer Angelegen- heit gehabt hätten, wo Englanb will unb Rußlanb muß. Heute, wo ber Vertrag unterzeichnet ist, kommen einige Zeitungen auf ihr früheres Urteil zurück unb wiederholen es mit Genugtuung: „England wurde zum Vertrage veranlaßt nicht eiroa durch bie einqcbilbetcn Gefahren in Asien, sondern durch das Wachsen einer drohenden Macht in Europa" unb ,es will im Stillen Ozean unb in ber Nordsee freie Hand haben"'). Den ersten Glockenschlag zu bem neuen Kurs hat Baron Aehrentbal schon vor Jahresfrist uer» nommen, unb, verstimmt über russische Angriffe gegen Oesterreichs Balkanpolitik, wies er auf bie Schwierigkeiten hin, welche Deutschlanb in Konstantinopel erwachsen könnten. Ob jetzt bie Vereinbarungen über Persien Deutschlanbs bärtige Stellung und den Eisenbahnamschluß an bie Bagdadbahn erleichtern wird, steht noch dahin. Wie geschickt auch immer ber Wortlaut bes Vertrages ge- faßi sein mag, ber Einbruck bleibt nicht aus, baß bie Mächte ein Synbikat gegrünbet haben, mit bem wir zu rechnen haben werben. Dieses Bebürfnis nach engem Zusammenschluß ist ein wenn auch lästiges 'Kompliment für das beutsche Heer, bic beutsche Marine, unsere Kaufmannschaft unb bie Entwicklungsfähigkeit bes beutfchen Volkes überhaupt). - Miquel. Ranbbemerkungen Kaiser Wilhelms II.: l) Immer Anglomane gewesen unb ist es mehr Bitte, Platz nehmen! Von Karl Lütge. „Bitte, Platz nehmen!" Türen klappen zu. Fenster kreischen herunter. Köpfe erscheinen unb behanbschuhte Abschiebsfinger- spitzen. „Bitte, Platz nehmen!' Ein Zugbeamter macht am Zugende trockene Schwimmbewegungen: Die Bremsen werben geprüft. Die Schaffner stolpern aufgeregt von Tür zu Tür unb knallen sie zu. Der Bahnhofsportier mit ber gelbfchmutzigen Klingel steht wichtig ba, um ben Zug bimmelnb hinauszukomplimentieren. Die behanbfchuhten Fingerspitzen finb bis zum Hanbgelenk aus ben Gangfenftern herausgereicht. Handküsse helfen über endlose Abfahrtssekunden hinwea. Ein verwegener taktloser Irgendwer männlicher Herkunft schlüpft noch einmal aus ber sorgfällig unb entsprechend dröhnend vom Schaffner zugedlautzten Tür unb küßt — rücksichtslos unb ooUenbet — bie Liebste auf bem Bahnsteig, bie rote Augenränber unb ein nasses weißes Tüchlein hat. Ein letzter Reisender springt hinten aus. Hinter ihm drein, ba er seinen schweren Koffer nicht schnell genug — nach ber Meinung bes auf bem Plan erscheinenden Rotmützigen — verschwin- ben läßt, ber Ruf: „Bitte, Platz nehmen!" Ein letzter Blick besZugführers unter buschigen Brauen hervor, schneiboollere Blicke ber brei Schaffner unb ein flüchtig-verachtungsvolles Blickstreifen bes Rotbemützten über bie Abschiednehmenden auf bem Bahnsteig — bann geht ber Arm steil mit bem Signalrnftrument in bie Höbe, unb ber Zug rollt unter Tücher- unb Armwinken aus ber $aUSefriebigt ziehen bie ersten Ueberbleibenben vom Bahnsteig ab. Beharrliche warten bi- zum letzten weißen Webeln aus bem Zug heraus. Die Liebste mit ben rotgeränberten Augen unb bem nassen Taschentuch wartet, bis ber schwarze Punkt in ber Ferne verschwunden ist. Unb nach ihr geht noch ein ältliches Fräulein, bas alles 'sehr genau beobachtete, bas nicht gewinkt, nicht Hanbfchuhspitzen gebrückt unb nicht verweinte Augen Hot. Frankfurter Theater. Wer das Theater wirklich liebt, wer nicht bloß der Unterhaltung Wegen hineingeht, der kennt und Hebt den „K e an". Er ist ein genialer Komödiant, und sein Vater ist Alexander DunraS. Dieses Stück spielen alle großen Schauspieler, und auch Karl Ebert, der im (Neuen Theater bisher in Strindbergs „Rausch" gastierte, ward des trockenen nordischen Tons satt und brachte den Franlfurtern die große Sommersensation: dieser Kean-Aufsührung. Wie er das Feuerwerk von Komödiantentum, von Edelmut, von hinreißendem Liebhaber- und Heldentum abbrannte, wie er genialisch schäumte, alkoholisch versank und wie ein Meteor wieder vor und hinter der Rampe emporstieg, das war Theater, wie es das Publikum im innersten erschüttert« und begeisterte, Theater naiver Menschen ohne die kniffligen Zwischenstufen der Kunst. Das Publikum harrte begeistert aus und feierte feinen Liebling Ebert nach Gebühr. Dieser selbst blieb der Paraderolle nichts schuldig, nur beging er den Fehler, daß er sie zu sehr in die Sphärq selbstgefälliger Künstlereitelkeit ruckte und daS Urwüchsige wahrer Genialität zu sehr frisierte. Dafür bot er in jeder Szene der unendlich vielszenigen Rolle das Bild einer glänzenden; Darstellung, mit der er bis fast um Mitternacht das enthusiasmierte Publikum völlig beherrschte. Nr. 326. St. Petersburg, ben 27. September 1907. Als vor einigen Jahren verlautete, es werbe eine englisch-rufsi che Verständigung geplant, unb als bies mit Rück icht auf bie günstigere Lage Ruß- lanbs vor bem japanischen Kriege unb vor der Revolution starken- Zweifeln begegnete, ba trafen bie ersten bestimmteren Nachrichten aus England ein. Dies ist nicht zu verwunbern. Denn Englanb hat ben Plan ausgebacht, ihn während bes japanischen Krieges, ber bie russische Regierung mürbe machte, weiter gesponnen unb gleich nach bem Friebens- schluß wieder ausgenommen. Die fobann erfolgenbe Zurückweisung bes zu früh angesagten Flottenbesuchs hat Englanb zwar zu größerer Vorsicht veranlaßt, aber keineswegs von seinem Ziele abgelenkt. So ist es bis zum letzten Augenblick geblieben, wo bie hiesige englische Botschaft mit Um geduld bie Unterschrift bes Herrn Iswolski erwartete. Das Abkommen ist weit mehr ein Werk ber englischen als ber russischen Politik. Rußlanb ist barauf eingegangen, um sich Ruhe zur Durchführung seiner inneren Reformen unb zur Besserung der Finanzen zu verschaffen. Namentlich bie russsi- schen Diplomaten, u. a. Herr Iswolski'), sowie bie hiesigen liberalen Kreise fanben schließlich ben Gedanken an bie englische Freundschaft so bequem, baß sie mit Eifer diesem Werke ihre Arbeitskraft widmeten. Demgegenüber tarn die Erwägung, daß ber anbcrc Kontrahent soeben noch ber Bunbesgenosse bes feinblichen Japan war, nicht in Betracht. Von Rußlanb in dieser Beziehung bie Feinfühligkeit westeuropäischer Staaten zu erwarten, wäre ebenso verkehrt, als etwa bie russische Revolution mit ber französischen zu vergleichen. Als aber Englanb schon vor bem japanischen Kriege hier eine 23er- fiänbigung anbot, lehnte Rußlanb ziemlich barsch ab. Englanb muß zu bem starken Drängen nach einer Verstänbigung mit Rußlanb seine guten Grünbe gehabt haben. Da es sich van einer bedrohlichen Ausdehnung bes russischen Ei»flusses in Asien nicht zu ängstigen brauchte, unb ba bas 2lb- kommen tatsächlich auch bie asiatischen Verhältnisse nicht sehr wesentlich geänbert hat, so liegt bie Am I nähme vor, daß England sich für europäische Fragen gegen eine feindliche Haltung Rußlands sichern wollte. Deshalb sollte bie sich aus einigen asiatischen Differenzen erzielenbe Spannung zunächst beseitigt werben. Die Abrebe über Tibet, Afghanistan unb Persien war nur teilweise Selbstzweck, zum großen Teil war sie Mittel zu einem anberen Zweck'). Niemanb wirb Englanb aus biefer Politik einen Vorwurf machen können: man kann bie geschickte Durchführung ber in seinem Interesse lie- genben Pläne nur berounbern’). Diese brauchen auch nicht notwenbigerweise auf eine beutschfeinb- liche Richtung zurückgeführt zu werben. Wenigstens hat mansich von Regierungs wegen in St. Petersburg wie in Lonbon bemüht, diese Annahme zu entkräften. Es wurde vermieden, in deutsche Rechte einzugreifen. In Persien hat jeder Kontrahent lediglich für sich auf die Tätigkeit in einem bestimmten Gebietsteile verzichtet. Don einer Penetration pacifique, bei welcher die Handelsfreiheit anderer Staaten nach dreißig Jahren aufhören sollte, wie in Marokko, ist hier nicht die Rede. Die Erfahrungen haben klug gemacht. Dennoch gilt Deutschland als dasjenige Land, welches am meisten durch das Abkommen betroffen wird. Während der ganzen Zeit der Verhandlungen hat die Presse in England und Rußland nicht aufgehört, deutschfeindliche Artikel zu bringen, vor allem in der Periode, wo der Abschluß der Verständigung noch nicht sichergestellt war. Durch auf- hatte es mit sich gebracht, daß innerhalb der Kommunistischen Partei neue Strömungen entstanden. Da sind es vor allen Dingen die Chosjajstwenniki (die Wirtschaftler), Mitglieder der Partei, die nach Einführung der NEP mit der Leitung der Industriebetriebe beauftragt wurden und bei ihrer Tätigkeit natürlich auch Gelegenheit hatten, Geschäfte aus eigene Rechnung zu machen. Die jüngeren Ele- mente des Kommunismus neigen zur sogenannten „demokratischen" Strömung, unter gewissen Arbeiter- kreisen, die mit der Bureaukratisierung der Partei unzufrieden sind, machen sich ebenfalls oppositionelle Erscheinungen bemerkbar. Bisher ist es immer noch gelungen, alle diese Zersetzungserscheinungen innerhalb der Partei, dem sogenannten „Meninnnachschub" ist sogar eine ge- wisse Kräftigung zu verzeichnen. Mit der Mitgliedschaft der Kommunistischen Partei hat es im übrigen ein ziemlich eigenartiges Bewandtnis. Zur Zeit der Proklamierung der Sowjetrepublik zählte die Partei gegen 40 000 Mitglieder. Bis zum Jahre 1921 hatte sich diese Zahl stark vermehrt. In erster Linie aber ohne Zweifel nur deshalb, weil den Mitgliedern der Kommunistischen Partei im täglichen Leben zahlreiche Vorteile geboten wurden. Für Leute, die sich dem Kommunismus nicht ganz mit Leib und Seele verschreiben wollten, gab es die Möglichkeit der inaktiven Mitgliedschaft. Als man schließlich merkte, daß die stark angewachsene Partei zum größten Teil aus sogenannten Lluchkommunisten bestand, die für den Erfolg der Sowjetherrschaft keine genügende Gewahr leisten konnten, inszenierte man einen großen Reinigungsprozeß, der die Partei bis 1922 um 200 000 Mitglieder reduziert hat. Seit jener Zeit wurde man vorsichtiger. Allen Leuten, die Mitglieder der Partei werden wollen, wird zunächst einmal gründlich auf die Finger geschaut. Haben die Kandidaten sich nicht bereits um die Förderung des Kommunismus verdient gemacht, so werden sie ohne weiteres abgelehnt. Die Auffrischung, die die Partei durch den „Leninnnachschub" erfahren hat, ließ die Mitgliederzahl auf ungefähr 550 000 steigen. Wenn man ein zusammenfassendes Urteil übre die Zukunft der Kommunistischen Partei und die bereits in Erscheinung getretene Zersetzung der Partei fällen will, so muß man wieder auf die so- genannte „Alte Garde" zurückgreifen. Es ist bekannt, daß die sührenden Politiker Sowjetrußlands allgemein Männer in vorgeschrittenem Alter sind. Darüber hinaus muß aber noch die Tatsache erwähnt werden, daß sie fast ausnahmslos krank sind, Das weitere Schicksal Sowjetrußlands wird von der Fähigkeit des kommunistischen Nachwuchses abhängen. Ich habe schon im besonderen darauf hingewiesen, daß es gerade die jüngeren Kräfte sind, die zu einem gewissen Liberalismus neigen und mit den Losungen des Kremls nicht immer einverstanden sind. Die Einstellung der kommenden Führerschaft zum Kommunismus ist bereits eine ganz andere als die der „Alten Garde". Sie kennen nicht jenen elementaren Haß, der ihren Vorgängern im unmittelbaren Kampfe mit dem Kapitalismus eingetrichtert worden ist. Und deshalb wird es auch nicht zu zu vermeiden sein, daß die verschiedenen Strömungen innerhalb der Kommunistischen Partei an Einfluß gewinnen werden. Daß es dann aber nicht möglich sein wird, die ursprünglichen Losungen der Kommunistischen Partei aufrecht zu erhalten, daß insbesondere der Traum von der Weltrevolution undurchführbar bleiben wird, läßt sich schon heute voraussagen. Aus vem "Amtc'vcr?ündiKUtttzSbr. Ulfa. 159 P. 60 59 «2.5 42 117,3 0.475 83,75 108.75 109,25 5,85 108 92,62 70,75 81 58.5 Dame n-F reistilschwimmen 100 Mtr.: Die deutsche Meisterin Frl. Rehborn - Bochum ~ ' “ * ' ' ' " " davon- Frankfurt a. M-, 25. 3unt. Austrieb: • ---rsen und Kühe, 1242 0,43 0.9 108 70,25 2,75 .37 1,62 95 60,75 89.75 93.5 7.60 36 121.75 97.15 120 75 120.5 68 108,62 12.60 97,5 Iugendfreistilschwimmen 100 Mir.: Eine erstklassige Besetzung Woltersdorf- Franksurter 6.CB., Schröder- Ostenbach 96 und Zuh r-Moenus, Offenbach werden um den ersten Platz kämpfen, den wir dem Frankfurter zuspre- chen Auf alle Fälle ein Kampf biS ms Ziel. Damen-Aückenschwimmen 100 Mtr.: Die Meisterm Frl. Anni Rehborn-Bochum sollte alS erste anschlagen, knapp gefolgt von Frl. Arndt- Diesten und Frl. D a ck o f - Offenbach. Frl- Hermann - Offenbach dürfte kaum in den Kampf eingreisen Mir sehen hier die beiden Arten de« Rückenschwimmens. Frl. R e h- b v r n schwimmt Rückencrawl und Frl. Arndt Rückengleichschlag. Junior-Brustschwimmen 100 Mtr. für Vereine ohne Winterbad: Eine Voraussage ist hier nicht möglich. Iugendbru st staffel 3 mal 100 Mtr.: Sie wird der schärfste Monnschastskampf des Tages sein. Wie vor kurzem in Offenbach wird auch hier der Frankfurter S. V. einen knappen Handschlagsieg vor Diesten erringen, wenn nicht Gießen der Vorteil der eigenen Bahn zugute kommt. 2. Senior-Lagenstaffel 4 mal 100 Meter: Diesten dürfte hier bestimmt in Front fein. Die Mannschaft Pascoe. Doebler, Jung und E ck ist nicht zu schlagen. Im Wasserballspiel treffen Eintracht-Frankfurt und Gießener S. V. aufeinander. Eintracht hat Gießen bis jetzt zweimal in der Halle geschlagen Ob Gießen im freien Master glücklicher ist, bleibt dahingestellt. Es muh nötigenfalls noch mit geschwächter Mannschaft antreten. Es gibt jedenfalls ein spannendes Spiel, dessen Ausgang ungewiß ist. Auf eine besondere Einladung hin wird die bekannte westdeutsche Springerin Frl. HanniRehborn Bochum, die Schwester der Meisterin, einige Sprünge vorführen. Sie wird sicherlich den Dei- fall des Giehener Publikums ernten. Es ist das erstemal. daß in Gießen Damenspringen gezeigt wird. ES ist also jedem der Besuch der Mctt- die Kurse anfangs leicht ermäßigt, die getätigten Abschlüsse waren unverändert klein, da infolge Fehlens jeglicher Publikumsbeteiligung (weder durch Käufe noch durch Verkäufe) keinerlei Anregung für die Spekulation vorlag. Aus der Tatsache, daß tägliches Gelb auch heute noch reichlich zu haben ist. schließt man, daß der Ultimo zum erheblichen Test als bereit- überwunden zu gelten hat- Der Sah für tägliches Geld betrug P/$ bis 9 Proz., Monatsgeld 10 bis 11 Proz. Am Devisenmarkt bröckelte der französische Franken wiederum ab. Paris notierte gegen London 105,40. Sonst traten keine nennenswerten Veränderungen ein. Die Reichsmark notierte in London 20.42, Paris 5,17, Amsterdam 59,36. Börsenkurse. 53 51 71.5 59 111,75 12.62 168 46,25 5.35 93.25 S'm W M 151 2. M. Mchrrn. 15LP.. 43 P.'. 4. ®. Kraft, ). Wer, Tv. .Tut K. Klöppel, To. teilank Tv. Ua, 7 Rinder, darunter 7 Fär. Kälber, 163 Schase, 477 Schü,-...- x.~.. ---- 75 bis 80. 68 bis 74, 60 bi- 67. 50 biS 59. nerbecher ISS wird hier Frl. D a ck o f - Offenbach glatt laufen, sie wird allerdings an ihre Rekordzeit von 1 Min. 20 Sek. bei dem schweren Gießener Kar, jh Master nicht heranreichen. 2. Senior-Springen: Der süddeutsche Hochschulmeister Herbert- Mainz läßt sich den Sieg nicht nehmen. Das Gießener Publikum wird einen e^tklassigen Springer zu sehen bekommen. Schwimmen für alte Herren über 35 Jahre 100 Meter beliebig: Heister- Eintracht, Fransturt wird seinen Siegeszug fortsehen. Er macht noch manchen Jungen etwas vor. Frankfurt a. M., 25. Juni. Die Stimmung der Abendbörse war fest, zu lebhaften Umsätzen kam es aber nur am Chemiemarkt, der infolge der Meldung, daß die Anilinfabriken einen größeren Aus- landauftrag hereinbekommen hätten, günstig beeinflußt blieb. Die Kurse dieser Gruppe waren weiter- hin gesteigert, und besonders lebhaft umgesetzt wurden Badische Anilin und Höchster Farben. Die an» 1 deren Märkte waren weniger beachtet. Am Montan- 'Kfopfex MakkaUCtu Aus eiweißreichem Hartweizengriwbereitet, 50 bis 100 % eiweißreicher als gewöhnliche Schnittnudeln. Bei einem künstlich eingestellten Klima von Neapel getrocknet. Neuestzeitliche Anlage von etwa 400 Zentner Tagesleistung. Druckschriften über Dr. Klopfer-Nährmittel versendet kostenfrei Dr. Volkmar Klopfer, Dresden-Leubnitz. Alle Erzeugnisse Dr. Klopfers: Haferflocken, Makkaroni, Nudeln, Klopfer-Zucker, Materna-Zwieback sind zu haben im Reformhaus Paul Scholz, Kreuzplatz 5 WZ r° Sv rjW t». i » «.eo »ta* 18 r 1863 Ad- IotI«. tu l*o 161:1.$,. 13® 45,3 ettera«. ; in D»rhri«. Nichts üb« W des Turn- stdeutscher Turner- meinen Deutschen * -®ieß. Anz." "ö die Ergebnisse t'her den ersten ÜuSzug noch bitt. die unteren w werden: ^mps: je eine M. 'Darren und lsiohen ?/t Kg., etverber: 1. 6ieg i P.! 2. H. Dietz. ; 3. A. Doster, 4. st, Jacobi. Tv. A. Bocher, Tv. t nicht gM ojni t — ba fein 'Bit* i seine W en hieb. - * ist getroffen haben. ;b alio r>oei Kräfte ich Krgeltllng unv inpfen mit feinj i Kurz und gut hne weiters tn die ich versteh- ihn. pardonner". mut' a»it über die lot- der Kleinen zu ' Vucdc Der einen funStJ“-“ ;-M. • eder- lassung en in Siebenbürgen. Schon vor geraumer Zeit hieß eS, daß Lodzer Industrielle mit ihren Betrieben nach Rumänien übersiedeln werden. Wie dem D. H. D. nun gemeldet wird, hat die Verlegung bereits begonnen. Lodzer Trxtll- industricllc sollen die Tuchfabrik von Gyergh- ossentmiklos, die längere Zeit hindurch still g. erworben haben, deren Erweiterung schon in den nächsten Wochen zu erwarten ist. Andere Tex:il- fabrifanten sollen sich im Durzenlanbe niebec- lassen. ba bic Lage der rumänischen Textilindustrie infolge der gegenwärtigen Schutzzölle günstig ist. Derlmer Dorfe. "Berlin, 25. Zuni. Die Tendenz wird gegenwärtig wenig von äußeren Einflüssen beherrscht. Ebenso wie gestern die französischen Vorbereitungen sür die Ruhrräumung fast wirkungslos blieben, vermochten auch heute die vorliegenden wirtschaftlichen unb politischen Meldungen nur wenig Einfluß auf die Kursgestaltung auszuüben. An der Dörse richtet man sich jetzt fast nur nach den Kursschwankungen der führenden Märkte, so namentlich der heimischen Staatsailleihen und der Montanwerte. Am Anleihemarkt waren 5% DenNche «RetftScratefbt 4% DaNlche !Rrtd)$anle .brte 24.6. | 0.410 I 0.51 1 0.532 0,73 0.U 0.60 25 6. 24.6. | 25. L 0.4125 0.415 1 0.41 — 0.15 0.53 U.4R5 0.135 0.52 0,67 0.75 । 0,69 0,*« 0.295 0,30 1,5475 | 0,545 — 0,67 1 — 0.56 — 1 O.XVi 0,51 0,51 «9.75 91.75 ( 91,75 93,5 93,4 93,45 7.45 7,4 I 7,25 35.75 39 | — 120,5 120.1 120,10 98 98 % 120.25 120,13 120.18 120.5 120,25 120,25 67.5 — 108,25 108.40 108,25 'J4.50 —• 97.75 97 97 7.4 7,.50 7,5 0,1 —• — — 36.75 55 54,50 54,75 55.50 51 48 49,5 71 70 70.75 6O,2-> 58,50 60.5 112,2.'> 110,75 111 13.4 13 13,8 110 16,13 16,75 47 46 49 ■>,35 5.511 5,5 9-2,7.) 92,6 92,6 73 73 ™ 0 9 74 74.5 74,75 2,3 — 53.75 55.25 55,25 58,44 59 60.25 — «1.9 l «2 60,13 — 95,5 94 120,25 118,25 119,50 0,46 — «— 84 8:3,25 83,6 110,80 109 11t.5 112 11.9 25 110.90 «.25 -e. 67 66,75 68 107,5 —- — 94.25 94 94 70,5 70,62 71.5 83 —» 1 — «0 60 , 61.40 79,90 79,25 i <9,5 Gl 60,25 1 «0,40 '7.5 57,5 । 59 43.5 —« — 42 43 42,75 <0 | 66 0,43 — l - o,8d 0,8 0,9 106 • 1 70.5 2,2 — 2,75 — 37 34 , 9,75 9,62 10 । 92.: i — 61.5 62 1 62 24 Juni 25. Juni Aintliche Selb Qoti runa Brief Amtliche Selb Qotierang Brief Smst^Ron- 168,26 168,68 168.09 168,51 Bucn.« Aires 1.686 1,691 1.689 1.093 Brsi-Amw 19 37 19.41 19,23 19,27 Ghrifttania - 72,46 72,64 71,96 72.14 Kovrnhagrn 81.95 82.15 81,50 81,70 Stockholm - 112,21 112,52 112,23 112,67 HelfingforS. 10.565 10.605 10.565 10,605 Itolieu. . 13.52 15.56 15.48 15.52 Lonbon. ■ 20,385 20,43* 20,390 20,142 Reuvork . . 4.195 4,205 4.195 4,205 Paris.... 19.53 19,5? 19.34 19,38 Schweü . . 81 45 81,65 81,43 81.68 Spanien. . 60.95 61,11 61,00 61.16 Japan . . . 1.698 1.702 1.698 1.702 wo be Jan. 0 464 1.466 0.464 0.466 Wien In D-- Oest. abgeft 59.057 59,197 59.057 59,19. Prag . . - <2.435 12,475 12.43 12.47 Belgrab .. 7.205 7,225 7,205 7,225 Bubaprst. - 3.895 5,915 3.K5 6,905 Buloarlen 8,035 3,045 3.025 3,035 Lissabon 20 475 i0,525 20,475 20,525 Danzig. . 80 95 31.12 50,97 81.17 Konnantiu. 2.265 2.275 2.26 2,27 Llh«u. . 6 69 6.71 6.69 6.71 Berlin. 23. Juni. Selb Brief Amerikanische Note» ..... Belgische Noten ....... Dänische Noleu ....... Englische Noten. ....... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch'Qesterr., i 100 Arena Rumänische Noten...... Schwedische Norm ...... Schweiler Noten..... . Svanische Noten ....... Tschechoslowakische Not« . . ungarische Noten . . ... 4.18 19.17 81,40 20,35? 19.81 167,83 15.58 71.82 59,12 111,92 81.52 50,80 12,41 5.84 4,20 19,27 81.80 20,457 19,41 168,6? 15,66 72,18 59.42 112,48 81,92 61,10 12,47 5.88 Vorverkauf Müllersche Badeanstalt. 6151V Gießener Schwimmverein Samstag, öen 27. Juni 8 llhr oöenös: BeotüBuogsoöenö unö Sonntag, öen 28.3uni 8 Nr OeNs: SiegeruettflnOnng im Wel-WMM Jinöenöuro Ein Wort MM an die gesamte Bevölkerung! 30° ROMEO Schuh A.-6 6282a Mitglied Römer. L Vorsitzender. 6290c 6299D v. ll-13Jahr. Windjacken i vro St. Mk. 20 an von Mk. 10 M H 'S M » H CD CD M H 2. »» ## 5peiial-l$ralinen-lliiii8nng V« Pfund 0.35 Bestellungen frei Haus. [(»455 Crhältflth in Apfiheken u Drogerien Wsh-Mskollitze Mäusburg 3 an an 0.23 0.30 0.25 0.25 0.40 1.45 0.65 0.70 0.85 1.00 Gummimäntel von Mk. 18.— Sch.Lüsterjacken v. St. Mk. 10, CO 3 c CO herab gesetzt! AW, IW AN mild] 560(0... H ä 80g A 100 g CT § CD teilweise bis zu ® CO w CQ Ridda, den 24. Juni 1925. * Bürgermeisterei Nidda. Ringshausen. Verkaufsstelle: Gießen Seltersweg 31, früher Emanuel Unser Riesen-Umsatz in unseren 67 Verkaufsstellen gibt uns täglich den neuen Beweis, daß unsere Preise enorm billig sind, und bitten wir unsere verehrl. Kundschaft, von diesem Angebot weitgehendst Gebrauch zu machen. Unsere Preise sind In der Schule} äuf dem Spiel- platze• überall besteht die Ge - fahr derllngezieferubertragung. Hat Dein Kind aber Läuse, dann verwende gegen das Ungeziefer nur das 1OOO fach bewährte, Läuse und Nisse mit einem Schlage sicher vernichtende MWWkSMs OerSüerliess.EIelttWls-Ses.m. 0. S., MenMe 22. Der Rest des Warenlagers in elem. 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Kl. 6,31 u. 2. Kl. 0,24 Fstm. Hungen, den 23. Juni 1925. • Bürgermeisterei Hungen. __________Fendt._______6300V Kserde- und Zohlenmartt. Mittwoch, den 8. Juli lfd. IS. findet in Ridda Pferde- und Fohlenmarkt statt. Der Auftrieb findet von 9—10 Uhr vormittags auf der Gänsweid statt. Es find bereits eine größere Anzahl Fohlen von Züchtern zum Auftrieb gemeldet. Vieraurschank-Büsetts Metallabdeckung vieraurschank 5äulen Ausführungen Vier-Armatmen etc. Polizeiverordnunger. SÄÄ jfltoö Ms, MksUlk g. HL, 13 Langestr. 35. Fachmännischer Rat und Besuch kostenlos. 2844ss Anläßlich der Großen Fachausstellung für das Hotel- und Gastwirtsgewerbe vom 2.-7. Mai 1925 zu Offenbach a. M. wurde mir für hervorragende Leistungen die Goldene Medaille und der Ehrenpreis der Stadt Offenbach a. M. zuerkannt. Neuheiten in elegant. Herren- n. Burfchen- Anzügen von Mk. 23.— an Sport-Anzüge für das Alter 05452 Der Vorstand. ‘HerrenAnrüge Damenkleide innurund0F^^0 32. Mttelrheinischez Kreisturnfeft Sichen 1925. Die Belieferung der Festhalle mit Wein soll vergeben werden. Angebote sind bis zum 1. Juli 1925 einzureichen. Die näheren Bedingungen sind bei dem Unterzeichneten erhältlich. Gleichzeitig istderBedarfan natürlichem Wasser, Limonade oder sonstigen alkoholfreien Getränken zu vergeben. Bedingung: Kronkorkoerschluß. Preisangebote bis zuml.Juli 1925 an denUnierzeichneten. Der Wirtschafts-Ausschuß Hch. Pieper, Schottstraße 19 Sommerjopven in allen Größen und Farben von Mk. 3.— an Blaue Arbeitsanzüge Mk. 8.— pro Stück Weißbinder-Anzüge Mk. 11.— pro Stück Schwarze Hosen sür Kellner von Mk. 10.— an (Sestreiste Hosen in all. Farben und Größen von Mk. 6.— an Sport-Hosen von Mk. 8.— an Burschen Hosen Mk.5.—p. Stück Manchester-Hosen v. Mk. 10.- an Perkal-Herrenhemden. verschiedenfarbig, mit doppelt. Kragen, Mk. 4.50 pro Stück. ArbeitSbemden sehr billig. Mitbringer dieser Annonce erhält beim Einkauf von Mk. 10.— an extra 5% Rabatt! Herren - Garderobe - Haus L.Rosenzweig Gießen Seltersweg 58, 1. 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Den Kaufleuten Emil August Stern und Wilhelm Poser, beide in Gießen, ist Gesamtprokura erteilt. 6312c Gießen, den 23. Juni 1925. Hessisches Amtsgericht. Üfö. WMil-WlMe.. nur 0.05 Stadt. Kurhaus Dillenburg Hotel und Pension in reizvoUer, waldreicher Gegend, bietet Erholungsbedürftigen angenehmen Aufenthalt bei sorglicher Verpflegung und anerkannt guter Küche. Bldßlge Preise. Auch Touristen u größeren Gesellschaften bestens empfohl. Mittwochs und Sam stags frische Waffeln u. verschiedene Kuchen in bekannt. Güte 5895V Autogaragen - Telephon Nr. 29 Geschwister Heimberger-Fullriede und Mannschafts-Kampfe Springen und Wmserball-Wettspiele. Ne oetitldie MW«, Stl. Hefttsom, Boflntn, am Ml. Karten zu Mk. 2.50, Mk. 1.50, Mk. 1.-. Schüler Mk. 0.50. V/W//////#///////, '/////,7h 2 Wie ein Qebild aus Himmelsbahn Jst hier der blanke Mond zu sehn. Der ATA-€ngel lacht dabei: Mit ATA wird er stets wie neu! NeueSchlager! Schokolade: 1. Sortiment 4 Tafeln