«r. 72 Erster Blatt 175. Jahrgang Donnerstag, 26. März 1925 GietzenerAMiger General-Anzeiger für Oberhessen Prwrf unt Otrlflg: vrLhl'scht Unit>erfltät$.Bnd)= und Stelnöniderei R. tenge in «ietztn. Sdjrfftleltnng und 6efd)5ftsfte!k: Sdjntifra^ 7. Annahme von Hnjelgcf fütbk Tagesnummer bi«, zum Nachmittag vorhe' ohne jede'verdindlictzk-it. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8,auswütt« 10 Goldpfennig: für Re i lame-Anzeigen v 70 nrr Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20“ Auf« schlag. - Verantwortlich für Politik u. ftcuilletor Friedr Wilh Lange für fren übrigen Teil Ernst ®lum,d;ein;für öe» Anzeigenteil fta isBeck sämtlich in (Sieben. Erscheint täglich, nutzer Sewtu und Feierlag». Beilagen: VietzenerFomilienblÜtter Heimat im Bild. Äoiais-Beir^sprtl«: 2 ®olumarh u 20 Gold» Pfennig ftr Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschäftsstelle bl. Anschrift für Drahtnachrichten AnzeigerEietze». Postfchecklonto: Sreetfnrt a. M 11««. Die Sicherheitsfrage. Die Ausführungen EhamberlarnS im Unter- hauS haben wohl in England selbst eine ungeteilte Ausnahme gefunden, dagegen haben sie in der französischen Presse peinliches Befremden her- norgerusen, so daß es vorerst einmal der aller- gröyte Teil der Pariser Blätter vorgezvgen hat, lediglich den Wortlaut der Rede zu veröffentlichen. Aber schon die wenigen Kommentare genügen, um sich ein Bild von der Empörung zu machen, deren sich die Franzosen bemächtigt hat, weil England eS gewagt hat, den deutschen Dor- fchlan zu akzeptieren, den Frankreich und seine Bundesgenossen aber als unbrauchbar und gefährlich zurückweisen. Dabei übersehen die Franzosen ganz, dah Chamberlain Frankreich gegenüber die deutsche Absicht der freiwilligen Anerkennung der West grenzen besonder« hervor heb en wollte. Gr hat sich dagegen auch eine große Reserve hinsichtlich der deutschen Ostgrenzen auferlegt uni) nicht verabsäumt, Lloyd George gegenüber während der Unter- hauSdebatte, der sich für eine Revision der deutsch-polnischen Grenzen einsetzte, zu erklären, dast er mit ihm nicht gleicher Meinung sei. Beachtlich waren auch die Ausführungen BaldwinS, der eS nicht versäumte, Englands i Rolle dahin zu skizzieren, dab sie darin bestehe, Westeuropa den Frieden zu geben, der bisher noch nicht vorhanden gewesen sei. BaldwinsUnterhausrede London, 25. März. (WTD) Premierminister Baldwin, der zum Schluß der gestrigen I Sicherheitsdebatte im Unterhaus das Wort er» i griff, erklärte, wenn die Bestrebungen Chamberlain« von Erfolg gekrönt sein würden, werde Englands Rolle sein, den Frieden in Westeuropa zustande zu bringen Solange jede fvirkliche Rückkehr zum Frieden und zur friedlichen Mentalität verhindert werde, bleibe auch un- nnöglich, waS die Regierung nicht weniger als die M tglieder der Arbeiterpartei am sehnlichsten zu sehen wünschten, nämlich die Abrüstung. Die Regierung sei der Ansicht, daß keine Fortschritte in Europa gemacht werden können, bevor die Mentalität Westeuropas verändert fei. Die« könne aber nur erreicht werden, wenn das Gefühl der Unsicherheit dem der Sicherheit Platz mache. ES bestehe Mn Zweifel, daß eine längere Aufrechterhaltung der Besetzung fcormal« feindlichen Gebiet«, wenn diese ungebührlich verlängert werde, zu einer sehr ernsten Lage in Europa fuhren werde, zu einer Lage, der abzuhelsen oder die zu überwinden man dann nicht mehr Imstande fein wurde. Daher habe die Regierung mit einiger Hoffnung Die deutschen Vorschläge angesehen, die ziemlich unerwartet gekommen seien und deren Art mehr Möglichkeit einer dauerhaften Regelung erhoffen lasse als alles, was in letzter Zeit in Europa geschehen sei. Die vtit sche Regierung habe llar ' verstanden, daß Deutschland aus die Aussichten bzw. aus jene Absicht verzichtet habe. 1 die Grenze im Westen zu verändern 3m Osten ' Europas habe Deutschland einen großen Schritt vorwärts in der Richtung auf den Frieden getan, weil es bereit sei. zu erklären, daß es auf alle Anrechte verzichte, eine Aenderung d u r ch militärische Gewalt vorzunehmm Cs sei natürlich vollkommen llar. dah Deutschland in den kommenden Jahren vielleicht durch Diplomatie, durch ein Sch dsversahren oder irgendeine andere friedliche We se versuchen könnte, eine Änderung in Osteuropa hmbeizuführen. Aus England laste jetzt eine refgc Beantwortung. Er glaube jedoch, dah England sich dieser Derantwortung gewachsen zeigen werde. Das Pariser Echo. Paris, 25. März. (WB.) Zur Rede des - britischen Staatssekretärs Chamberlain äußert sich die Wendpresse zurückhaltend. Der „T e m p s" nennt es eine üble Sache, wenn man trotz der Lheorie des Fetzens Papier noch glaube, z u einer deutschen Unterschrift noch Zu - ^trauen haben zu können. Wer dieser Gedanke habe stch fest in dem englischen Hirn verankert. Cs handle sich also um eine These, mit der man von nun an rechnen müsse. Deutschland wolle sich vor dem f a i t accompli im Westen beugen. Es wolle sich aber gewisse Zu- kunstSmöglichkeiten im Osten Vorbehalten. Chamberlain habe zu verstehen geaeben, dah es ein großer Irrtum toär \ anzuneymen. dah ein SiLerheitspakt für den Westen den Besiegten von 1918 eine Ermutigung geben könnte, andere Fragen, wie z. D. die Polen betreffenden, wieder aufzurollen. Das sei ohne Zweifel richtig- aber nicht weniger wahr sei auch, dah Möglichkeiten Ve>er Art wie eine ft ä n 6 i g e Friedens- Bedrohung bestehen bleiben, und dah der Sicherheitspakt zu fünfen niemals die Sicher- bcit geben könne, die das Protokoll von Senf gegeben haben würde. "findet es selbstverständlich. dah we Vorschläge mit aller wünschenswer- ten Aufmerksamkeit geprüft werden, da keine Re-- gierung das Recht habe, eine GÜegenheit vor- übergehen zu lassen, die sich biete, um einen dauerhaften Frieden sicherestftlen. Aber jetzt sch o n die Berliner Vorschläge als eine solide ©runölage zur Regelung des Friedens anzusehen, k18 nach seiner Ansicht eine auheror» ^"Vorsichtigkeit. da ja '! Deutschland noch mcht einmal in den Völkerbund . erngetrtien fei. und da es noch nicht einmal alle Verpflichtungen erfüllt habe, die er. Dor der Wahl. Dr. Jarres in Stuttgart. Stuttgart, 26 März (TU.) Der An- drang zu den vom Reichsblock Württemberg für anöiöatur Dr. IarreS veranstalteten 2vahleiVersammlungen war so stark, dah die beiden größten Säle Stuttgarts nicht ausreichten. Die Liederhallc-Versammlung wurde vom Dor» sitzenden des RtichSblockS in Württemberg Land» gemchtspräsident a. D. Mayer, mit einer An- -prache eröffnet, in der er hervorhob, dah daS deutsche D.lk vor einer Schicksals stunde stehe, und daß eS von den Wählern abhängen werde, ob diese zum Segen oder Unsegen Deutschlands ausschlagen werde. Der Reichspräsident soll über den Parteien stehen. Richt Rechtsblock, nicht Linksblock, sondern Reichsblock ist der Wille deS deutschen Volkes. Einen solchen Mann haben wir in Dr. Jarre s. Oberbürgermeister Dr. Jarres, mit langanhalten- öem Händeklatschen begrüßt, gedachte feiner Fahrt durch Deutschlands Gaue und fuhr dann fort: Was wir wollen, daS ist ein«: Heraus an« dem Partelfnmpfk (Lebhafter Beifall.) Wir wollen keine Restauration, denn die Geschichte hat gelehrt, daß da« undurchführbar ist, und keine glatte Wiederkehr oller Verhältnisse. Wer wir wollen auch keine Geldfackrepublik. tn Schlagwort da« jüngst von geginrifchcm P?l t k rn gepr. gt worden tst 2Bir treten ein für eine besonnene aber würdige und aufrechte Vertretung unserer Interessen. Wir dürfen uns nicht der Gefahr aus- setzen, das Kampffeld für die andern Völker zu werden. Sollten wir eines Tage« in den Völkerbund eintreten, so müßten wir unsere Ausgabe auch darin erblicken, uns der deutschen Minderheiten anzunchmen, die in den abgetretenen Gebieten wohnen. Dr. Jarres trat dann unter dem Beifall der Versammlung ein für den Kampf gegen die KriegSs chulo° lüge und erklärte weiter: ^Dir sind sozial aber nicht sozialistisch Der Klassenkampf hat unS unendliche« Unheil g bracht. ein gesunder und lebensfähiger Mittelstand ist der Hauptpfeiler für den Staat und für die Wirtschaft. Der Mittelstand muß gestärkt werden durch eine vernünftige Steuerpolitik und durch eine gerechte Auswertung. soweit sie wirtschaftlich tragbar ist Rotwendig sei die Befreiung der Wirt- schäft von überflüssigem Zwange und übertriebener Durcaukratisierung. Dr. Jarre« erinnerte an den Besuch, den er dem Grafen Zeppelin in Stuttgart nach der großen Luft- schif katastr phe von Echterdingen abg -stattet hatte. Gras Zeppelins Zuversicht und 11 n • erschütterlichkeit. mit der er an einem ols richtig erkannten Ziel festhielt, soll auch unser deutsches D.lk b seelen. Anstatt uns über die Ursache unseres Unglücks die Köpfe zu zer- schlagen, wollen wir unverzagt und unverdrossen an dem Wiederaufbau unserer Zukunft arbeiten. So huldigm wir am b-sten dem Gedächtnis de« großen württ mberg.fchen Landsmanns — Die Rede von Dr. IarreS wurde mit großem Beifall ausgenommen. Dr. Hellpach in Breslau. ® re« lau. 26 März. (TU.) Die Demokra- tische Partei veranstaltete in Breslau eine Versammlung. in der Staatspräsident Dr. Hellpach sich der DreSlauer Bevölkerung vorstellte Dr. Hellpach führte u. a. aus: Wir haben in der Weimarer Verfassung die F)rm der polititischen Mündigkeit bekommen. A.n nächsten Sonntag muh da« Volk beweisen, daß eS wirklich politisch mün- big und frei ist. Leider besteht augenblicklich die Gefahr, daß in einem Menschenalter, vielleicht schon In einem Jahrzehnt, in den einzelnen ßänbern die einzelnen Bildungseinrichtungen so verschieden fein werden, daß man sie kaum noch miteinander vergleichen kann. Es läßt sich leicht ermessen, was eine solche Entwicklung für ein an sich schon stark zum Parti- kularismus eigendeS Volk bedeutet. Zur Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund erklärte Dr Hellpach. daß man zwar mit den Leistungen des Bunde« nicht gerade zufrieden sein könne, der Eintritt in den Bund sei für Deutschland jedoch der einzige Weg. um wieder mit den anderen Völvern in Berührung zu kommen. Rur der Weg der Raren Ausein- einandersetzung mit den Interessen der anderen Länder könne zum Ziele führen. Das gelte auch für die Frage des Anschlusses Deutschösterreichs an Deutschland. Ein Wahlaufruf der Wirtschaftspartei. Berlin, 25. März. (TU.) Der Reichsaus- schuh der Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes, unterzeichnet Drewitz, M. d. R, erläßt einen Wahlaufruf, in dem eS u. a. heißt: »Die Wirtschaftspartei konnte bei den wiederholten Besprechungen der Vertreter der verschiedenen Parteien und Organisationen im ReichSbürgerrat mit Befriedigung feststellen, daß sich alle beteiligten Kneife des deutschen Volkes unter den höheren Gesichtswinkel eine« Einigung « ve r s u che S möglichst weiter Kreise der Bevölkerung bestrebt zeigten, S o n der w ü n s che irgendwelcher Art z u r ü ck z u st e l le n. Es herrscht vielmehr emfteffp Wille vor, nach einem Mann zu suchen, der nicht parteipolitisch exponiert erscheint, aber in be- jug auf den Cha ratter und die Bedeutung für diese« höchste Amt, welche« da« deutsche Volk zu vergeben hat, die unerläßlichen Vorbedingungen erfüllt. Die Wahl siel nach sorgfältigster Beratung und ausgedehntem Meinungsaustausch auf den früheren Reichsminister Dr. Jarres. Es steht fest, daß sich wenigstens ein grober Teil deS deutschen Volkes unter Zurück- stellung aller Bedenken und Sonder- wünsche zusammengefunden hat, im höheren Interesse des Vaterlandes. Dem Vaterland in schicksalsschwerer Stunde alle eigenen Hoffnungen und Wünsche unterzuordnen, ist von jeher selbstverständliche Pflicht de« deutschen Mittelstandes gewesen. Deshalb schließt sich die Wirtschaftspartei restlos dem Etmgungsgedanken an und es kann deshalb am 29. März 1925 für den deutschen Mittelstand nur eine Parole geben: Jede Stimme Dr Karl Jarres." füllt werden müßten, wenn es nach der gültigen Regel in Genf zugelassen werden sole. Das ,Journal des Debats" schreibt: Die Rede Chamberlains kläre die diplomatische Lage auf, ohne den Horizont zu erhellen. Die Rede bringe keine Lösung. Sie lasse durch den Rebel hindurch die Morgenröte eines besseren Tages erkennen. Wer nichts weise daraus hin, wann dieser Rebel verschwinden werde Cs sei den Franzosen unmöglich, in der deutschen Demarche, so wie sie Chamberlain erläuterte. etwas anderes als einen Vorschlag zu erblicken, dem man sich mit der größten Vorsicht nähern müsse. Damit ein besserer Tag anbreche, müsse das Deutsche Reich Vorschläge unterbreiten, die einen versöhnenden Charakter haben und müsse vorbehaltlos in den Völkerbund eintreten. Balfours Be uch in PalSft'na. Jerusalem. 25. März. "(Reuter.) Dal- f out ist heute hier ei-getroffen. Den letzten Tril seiner Reise hat er im Automobil zurückgelegt. Er hat im Regierungspalaste als Gast des Ober- kommissars Samuel Wohnung genommen. Der für den Besuch Balfours von den Arabern angekündigte Generalstreik ist im vollen Garge. Die arabischen Zeitungen erscheinen zur Zeit noch. Die Volksmenge versammelte sich in Moscheen und mohammedanische und christliche Redner hielten Ansprachen. Polizei und berittene Gendarmerie patroulli rte in den Straßen. Verschiedene Waber tragen schwarze Bänder an ihrer Kleidung. Die Bureaus des arabischen Komitees toeif.n Trauerfchmuck auf. Kein arabisches Fuhrwerk ist zu sehen. Es herrscht vollständige Ruhe. Eine Völkerbundsuntersuchung der Binnenschiffahrt. 3 Berlin. 26. März. (Ptiv.-Tel.) Der Völkerbund beabsichtigt, wie wir hören, auf Grund der Beschlüsse der Konferenz von Genua etne Untersuchung über den Zustand der Binnenschiffahrt in Europa vorzu- ncchmen, und zwar sowohl nach technischen Gesichtspunkten wie insbesondere auch vom Stand- pEe der Wirtschaftlichkeit und der Verwaltung. Zu btefem Zwecke w rden der Amerikaner Waller H t n e s aus Rerhork, ehemaliger Generaldirektor der Ersenbahnen der Vereinigten Staaten und vchtedsrichter für die Sch ffahrtsabgabe. sowie der M jor S o m m e r w e l l vom Ingenieurkorp« der Armee der Vereinigten Staaten, der nach dem Kriege bei der amerikanischen Besatzung«, behorde in Koblenz tätig war. vorläufig Rhein UndDonau in der nächsten Zeit persönlich besuchen. Ansprüche an die französischbelgische Ei enbahnregle. Derl.in. 26. März. (TU.) Die Besatzung«- behorden im besetzten Cftbift haben die Stift für Anrufung der Entscheidung der ge- -gerichtlichen Kommission in Du s-ldors. Mainz und Archen in den Schadens- erfabtorberungen an die Abwickelungsst"lle der Eisenbahnregie durch folgende, vom 5. März datierte Verordnung verlängert: I. Wer zwischen dem 13. Rovember 1924 und dem 16. Februar 1925 die in Abi 2 des Art 3 t>er Prozeßordnung der gemischt-gerichtlichen Kommission vorgesehene Eingabe aus gütliche Regelung an die Regie gerichtet hat. kann bi« zum 16. Mai 1925 den vorbereitenden Schriftsatz füi Eröffnung des gerichtlichen Verfahrens an die gemischt-gerichtliche Kommission der rheinischen Eisenbahn richten 2. Die vorerwähnten Pe-sonen find jedoch verpflichtet, und zwar bei St-afe des Rech s- ausfchl'.ifses. oor dem 10. April 1925 dem zuständigen Kommissariat der gemischt-gerichtlichen Kommission m:t Einschreibebrief, dcus Datum. die Art und die Höhe der an die Regie gestellten Forderung mttzuteilen. I Mussolinis Reformpläne Mussolini ist von feiner Kranlheit wieder heraestellt und hat seine Regierung t itigfeit in PcLcni Umfange und mit vie ' genommen. Am Donnerstag wird er in der Kammer erscheinen, um eine große R.'de zu halten. Dabei wird er sich allerdings in der Hauptsache auf außenpolitische Fragen beschränken Dai'er wird er vor allen Dingen dem Partain mt Kenntnis davon geben, dah d i e Frage her Oase Dscharabub, die vorübergehe b A üaß zu einem Konflikt mit Aegypten g.'geben batte, und die Kubalandfrage ihre Erledigung gefunden haben. Wichtiger aber ist die Verfass nngsre- form, die jetzt mit Eifer im Schße d , Regierung oor bereit et und anscheinend eine einschneidende Umwälzung zur Folge haben wird Mussolini hat sie mis den Worten angcfünblgt „Das faschistische Mefter wird dic .rauten Tetlc be« liberalen Staates unbarmherzig w.g'chnei den". Wer die Tatkraft und Zähiqteit Musso» linis kennt, wird nicht daran zweifeln, daß er die Reform auch mit allen Mitteln und mit der hinter ihm steheirden Macht jur Du hjich. rung bringen wird. Sie soll spätestens im Mai dem Parlament vorgelegt und bis zum Herbst auch durchgeführt sein. Eine weitere sehr wichtige Reform wird von der Regierung angekündigt, die durch die letzten großen Streiks in der Lombardei angeregt worden ist und schlaglichtartig die fatzi- stische Aufsasung in diesen Fragen offenbart hat Die Regierung will nun für die Zukunft alle Streiks und Aussperrungen, die nur die Ausbauarbeit stören, unmöglich machen. Zu diesem Zwecke sollen alle Arbeitgeberverbände und alle Gewerkschaftsorganisationen in e i ne Körperschaft zusammengefaßt werden, aus der heraus ein paritätisches Schiedsgericht gebildet werden soll, das unter Mitwirkung von Regierungsvertretern alle Streitfragen deS Wirtschaftslebens, vor allen Dingen Lohn» und Arbeitszeitschwierigkeiten, durch ver ■ kindliche Schiedssprüche regeln wird Dadurch will sich der Staat maßgebenden Einfluß auf alle wirtschaftspolitischen Angelegenhesten fiAern. Um dieser „a 11 n a t i o n a le n“ Körperschaft Ansehen und Autorität zu geben, sollen Mitglieder dieser Körperschaft Im Parlamenl oertreien sein, und zwar sollen sie ein Drittel aller Sitze in der Kammer und im Senat innehaben ®« ist llar, baß alle biefe weitgehendem Reformpläne von der Opposition heftig angegriffen werben, da sie ja wohl geeignet sind, eine völl-ge Umwälzung bes pol tischen Lebens herbeizuführen. Aber alle Angriffe toerben an dem eifernen Willen Mussolinis zerschellen, ber mit Hilfe feiner begeisterten Anhängerschaft für die Erreichung feines Zieles sorgen wird. Die Retchspost. Der Verwaltunqsbertcht des Ncich^ postministrrs. Berlin, 25. März. Im Verwaltungsrat der Deutschen ReichSpost, ber sich gestern und heute mit einer Reihe von Gegen stäuben zu befassen hatte, die für die Gegenwati und Zukunft ber RetchSpost von grundlegender Bedeutung sind, hielt Reichspost mini st erStingl eine Ansprache, worin er u. a. ausführte, das Jahr 1924 sei ein Markstein in der neuzeitlichen Entwicklung ber Deutschen ReichSpost. da mit 1924 das erste Jahr feit dem Inkrafttreten de« Reichspostfinanzgesehes abgeschlossen sei. 3m großen und ganzen seien die aus dieses Gesetz gefetzten Erwartungen und Hoffnungen in Erfüllung gegangen. Die von der ReichSpost durchg?führten Gebührenermäßi- gun/jen im Post-, Telegraphen- und Fernsprechverkehr haben ber Post beträchtlich? Einnahmeausfälle gebracht, le bet ober leinen erkennbaren Rückgang ber Warcirpre se erzielt, fo daß für bie Post geringere Einnahmen u n b höhere Ausgaben bas Ergebnis gewesen seien. Sin solcher Zustand sei auf bie Dauer unerträglich. Bti den Ausgaben erwähnte bet Minister insbesondere die Tilgung der auS früherer Zeit übernommenen Schuld an das Reich, bie Zurückstellung eines Postens von 20 Millionen für bie an Bayern und Württemberg für Ueb'rlassung ih^er Pasten an daS Reich zu zahlenben Vergütung, di< Aufwendung von weiteren 20 Millionen füt bie WohnungSfürsorge und den untei Ausnutzung einer günst gen Konjunktur erfolgten 21 n tauf von mehr als 350 Mietpostgebäud Der Im Voranschlag für 1924 veranschlagt, Ueberschuh von 29 M'ttionen werde schwer erreicht. Der Minister wies auf die günstige Wirksamkeit de« Postparlaments, namentlichdeS Verwaltungsrats, hin, der. von der Mitwirkung anderer Körperschaften losgelöst, 'ich den wechselnden Derkehrsbedrüfnissen anpassen urrb Kon junfturen habe ausnuhcm können. Der Minister sprach alsdann dem Verwaltungsrat und der gesamten Pvstbeamtenschaft seinen Dank aus. Beide Faktoren hätten den Erfelg von 1924 erst ermöglicht Zu ber Frage, wann bie ReichSpost in bie Lage kommen werde. Ueber- schü'se an bie allgemeine Reichskasse abzu' hr?n. erllärte ber Minister, biß für 1924 und 1925 ber Voranschlag solche Abgaben nicht vor'ehe Die erzielten Ueberschüssc würben gemäß dem Reichspostsinanzgeseh zunächst zurückgelegt Die Reichspvst sei sich bewußt, daß sic- .uch nach dem Inkrafttreten des Finanzgeset^s eine Reicbsaustal» ur* des — Stteven fei, und betrachte es daher als ihre lÄbstver stündliche Aufgabe und ihre nationale Pflicht, das Reich möglichst bald in den Genuß von Pvstertragnissen zu sehen. 3m übrigen sei die Reichs post kein reines Finanzinstitut, das lediglich auf 'Gewinnerzielung yinarbeitet, sondern «int Kulturanstalt ersten Ranges, die auch unrentable Zweige durchschleppen müfl« und volkswirtschaftliche Aufgaben im ernt- nenteften Sinne des Wortes zu erfüllen habe. ■Süe Reichspost lehne es daher ab, eine Thesaurierungspolitik zu treiben, während das Reich notleide. 2lls Berichterstatter zum Posthaushalt gab Herr Boden einen Lieberblick über die Gesamtwirtschaf slage. Der P o st - u n d D r i ef° verkehr ergäben keine Überschüsse. Uber den Paketverkehr könne bei der Kürze der Zeit seit dem Inkrafttreten neuer Gebühren noch nichts gesagt werden. Der Postscheckver- kehr decke im allgemeinen die Kosten. Die Telegraphie sei unrentabel und müsse durch die Einnahmen aus dem Fernsprechverkehr, der sich trotz der Gebührenherabsetzung besser entwickelt habe, die Unkosten decken. Das Funkwesen habe eine erfreuliche Ausdehnung gewonnen. Der Ueberschuh aber betrage jährlich nur 6 Millionen Mark. An eine Ermähigung könne vorläufig nicht gedacht werden. Rothardt-Prozeh. Magdeburg, 25. März. (Wolff.) Der Leutschnationale Landtagsabg. Pfarrer Koch - Berlin gibt an, er habe sich seit 1917 mit den -Ursachen des Abflauens der Kriegsstimmung besaht und bann auch mit der Frage der Schuld der Gesamtsozialdemokratie an dem Ianuarftreik. Er habe es für möglich gehalten, dah Ebert -in ber Treptower Versammlung gegen den Streik gesprochen haben könne. Später sei Frau Walz zu ihm gekommen und habe ihm gesagt, dah in ihrem Hause ein gewisser S y r i g wohne, der der Treptower Versammlung beigewohnt habe. Gr habe dann Syrig zu sich gebeten und ein Protokoll mit ihm aufgenommen, das mit ben Worten begann: Ich versichere an Eidesstatt ... In dem Protokoll versichert Syrig, ba& Ebert in Treptow gesagt habe: Streik, Streik, Streik! nur so kann der Krieg, beendet werden! Ebert habe auch auf- fordert, den Gestellungsbefehlen nicht Folge zu leisten. Als dem Zeugen die Aussage Eberts bekannt geworden sei, habe er Syrig nochmals zu sich kommen lassen und ihn auf die Folgen eines Falfcheides aufmerksam gemacht. Syrig habe aber erklärt, er bleibe auch Lieser Aussage Eberts gegenüber bei seiner ^Bekundung. Der Zeuge versichert weiter, er habe Syrig niemals irgendwelche Dortelle versprochen. Der Chefredakteur des „Vorwärts", Stampfer, sagt aus: Ich sprach in meinem Artikel, der hier verlesen wurde, absichtlich nicht von einzelnen Forderungen, sondern von gerechten Forderungen der Arbeiter. Ich wußte ja, als ich den Artllel schrieb, noch nicht, welche Streikforderungen durch unsere Partei gedeckt wurden. Deshalb drückte ich mich allgemein aus. In einer Unterredung sagte Evert, dah er meinen Artikel nicht ganz billige und ihn für unvorsichtig gehalten habe. Ich sagte, wenn ich gewußt hätte, dah Sie für einen Leit der Forderuirgen nicht eintreten wollen, wäre meine Situation eine leichtere gewesen. ' Rechtsanwalt Luetgebrunne: Hat zur J3eit des Streiks zwischen Ihnen und der Partei- Gleitung eine Differenz bestanden oder ist es nicht vielmehr so, das ihre subjektive Auffaflung auch rbcr der Parteileitung entsprach? » Zeuge: In den Absichten waren der Partei- vorstand und ich absolut einer Meinung. Aber eine Differenz bestand z. B. am 20. Ianuar, denn da wuht.' ich nichts davon, daß die Parte leitung einzelne Forderungen der Streikenden ablehnte. Der nächste Zeuge ist der Schriftsteller Georg Davidsohn, der während des Krieges svzial- d«nvkratischer Reichstagsabgeordneter und bis zum Iahre 1910 Redakteur des „Vorwärts" war. Vorsitzender: Welche Stellung nahmen Sie persönlich zum Ianuarstreik ein? Zeuge: Ich persönlich wäre sehr froh gewesen, wenn der Ianuarstreik dazu beigetragen hätte, dem Krieg damals ein Ende zu machen. Vorsitzender: Sie billigten also den Streik? — Zeuge: 3a, aber eine große Mehrheit der Fraktion war gegen den Streik. Prinzipiell wollte die SPD. nach meiner Auflassung den 3anuarstreik nicht. Rechtsanwalt Lütgebrune: Haben Sie nicht einmal geäußert, wenn der Streik Erfolg gehabt hätte, würden Ebert und Scheidemann sich sich rlich an die Spitze gestellt haben? Zcmge: Das glaube ich auch heute noch Vorsitzender: Auf bestimmte Tatsachen begründet sich aber Ihre Aeuherung nicht? — Zeuge: Rein. Rach einer kurzen Pause soll der Zeuge Gokart nachträglich vereidigt werden. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er alle ferne Aussagen mit seinem Eide bekräftigen könne, erklärt er: Ich habe noch nicht alles ausgesagt; aber dann mühte bie Öffentlichkeit ausgeschlossen werden. Ich habe über die Trep- totoer Versammlung und noch über zwei andere Versammlungen Berichte an zwei bestimmte Stellen übergeb™. Vorsitzender: Sie wollen die Stellen nicht -■nennen, denen Sie d e Berichte überg chen haben? — Gvbert: Rur wenn die Oeflentlichkeit ausgeschlossen wird, weil sonst mein Leben gefährdet ist. Vorsitzender: Würden Sie uns die Stellen aufschreiben? — Gobert überreicht dem Vorsitzenden einen Zettel, auf dm er die Adresse der Stellen geschrieben hat. Gobert wird schließlich vereidigt. Der Tschekaprozeh. Leipzig, 25. März. (WB.) Heute wurde fcie Vernehmung des Untersuchungsrichters Landgerichtsdirektors Vogt- Berlin zu Ende geführt. Der Zeuge führt eine Reihe von Tatsachen an, aus denen nach feiner Ueberzeugung hervorgeht, daß die Kommunistische Partei hin- le rderTschekagruppe gestanden Hit Weiter betont der Zeuge, daß die Identität Sk ob» lews kys mit Helmuth zweifellos feststehe. Rechtsanwall Wolff stellt unter Beweis, daß nicht die Hälfte der 673 Personen, die in der Paßzentrale falsche Dässe erhalten haben, Korn- «Tunisien gewesen feie» Der Kampf um das Wahlrecht in Japan. Paris, 25. März. (TU.) 3m japanischen Herrenhause haben gestern mehrere Mitglieder gegen das allgemeine Wahlrecht protestiert. Heule früh haben vor dem Herrenhaus erregte Kundgebungen ftattgefunben. Die Menge drang in die Häuser ein und richtete Verwüstungen an. Das Herrenhaus hat daraus beschlossen, die 5k?- batte über da« Wahlrecht nicht wieder aufzu- nchmen, solange der Minister deS 3nnem die Mitglieder nicht gegen derartige Kundgebungen schütze. Kleine politische Nachrichten. 5He ReparationSkommisflon hat ihre Genehmigung zur Erteilung eines Auftrages von 3300 Eisenbahn Waggons an Kwei deutsche Firmen erkellt, die an die Paris—Lyoner Mittelmeerbahn auf R epa ra ti o n S kon l o geliefert werden sollen. Die Lieferung von 1800 Waggons ist den Gockel werken in Reuwied, die Lieferung vo nl530 Waggons an die Dah n- bedarfs A.-G. Darmstadt übertragen worden. • Einbrecher drangen in der Rächt zum Mittwoch in die Wohnung des Mitglieds Oer deutsch-völkischen Freih.itSbewegung und Herausgebers der „Deutschen Wochenschau", Major Weberstedt. Sie raubten den Aktenschrank und stahlen hierbei eine ganze Anzahl Briefe, die L u d e n d o r f f an Wcberstedt geschrieben hat. Es scheint sich demnach um einen politischen Einbruch zu handeln. Aus aller Welt. Explosion im Hamburger Hasen. II Personen getötet. Hamburg, 25. März. (TU.) Gin schweres Explosionsunglück ereignete sich heute vormittag im Hamburger Hafen. Auf dem Leichter -Saturn" sollte eine Schiffskajüte niedergelegt werden. Man arbeitete mit Sauer- stoffgebläfen. Wahrscheinlich durch die Bildung von Knallgasen aus den Rückständen, die sich auf dem Boden deS leeren Kahnes befanden, flog plötzlich der etwa 60 bis 100 Meter lange Kahn in dre Lust. Sieben Personen wurden getötet. Drei bis fünf Personen wurden schwer verletzt. Die Wucht der Explosion war so stark, daß ein fünf bis sieben Zentner schwerer Anker über die Fabrikdächer h i n w e g g e s ch l e n- d e r t wurde. Der Leichter ist vollständig vernichtet. Durch den gewaltigen Luftdruck wurde an den umliegenden Gebäuden erheblicher Schaden angerichtet. Don dem „Saturn" ragen nur noch das zerrissene Vordertell und das Heck aus dem Wasser. Seit dem Abrücken der Feuerwehren liegt das Flintsche Taucherschiff längsseits der Trümmer, um die Bergungsarbeiten zu beginnen. Der Leichter „Saturn" gehörte der „Krapuler Maschinenöl-Raffinerie" in Prag und befand sich in Reparatur. Die Zahl der Toten hat sich auf elf erhöht. Zwei Personen werden noch vermißt. Unter den Toten befinden sich zwei Mann der SchifsSbesahung. Hamburg, 25. März. (TU.) Weiter wird mitgeteilt, daß noch zwei weitere Personen vermißt werden. Einwandfrei fest- gestellt wurden bisher die Personalien von sechs Personen, die getötet worden sind. Da die Explosion auf Richteinhaltung von Sicherheitsmaßnahmen zurückgeführt wird, so erwartet man ein gerichtliches R ach sp iel. 0-guy Bordeaux—Paris entgleist Paris, 25. März. (WB.) Mittwoch nacht gegen zwei Uhc ist der Schnellzug Bordeaux—Paris unweit Poliers entgleist. Mehrere Wagen rissen sich los und stürzten in einen Abgrund. Bis jetzt wurden fünf Tote und etwa 40 Verletzte festgestellt. Unter den Toten befindet sich der radikale Senator Pede- bidou. Heber den Absturz des Schnellzuges Paris- Bordeaux melden die Blätter noch folgende G i n= zelheiten: Die Entgleisung war von einem plötzlichen Bruch der Koppelung verursacht worden. Die vier letzten Wagen, darunter der Schlafwagen, stürzten aus dem Gleis. Die in Paris eingetroffenen nichtverletzten Passagiere des Zuges schildern die Schreckensszenen, die sich bei der Katastrophe abgespielt haben. Die Rächt war pechschwarz und es regnete in Strömen, als die schlafenden Paflagiere durch das Krachen der Wagen geweckt wurden. Ein Passagier, der einen anderen Passagier längere Zeit im Wasser an der Hand g halten hatte, muhte, als er schließlich ermüdete, schließlich zusehen, wie der Unglückliche vor feinen Augen ertrank. Jllmbrand im voxhaus. Nach einer Filmvorführung im Vox- Hause in Berlin, die hauptsächlich von Direktoren von Lichtspieltheatern besucht war, gerieten mehrere hundert Filme, in die achtlos ein brennendes Streichholz geworfen worden war, in Brand. Durch die gewaltige Stichflamme erlitt der Filmoperateur schwere Brandwunden an beiden Händen. Zwei Besucher der Veranstaltung, ein Kaufman und eine Schriftstellerin, trugen in der entstehenden Panik leichte Verletzungen davon. Das Feuer griff auf die Garderobe über, wo zahlreiche Garderobestücke und Einrichtungsgegenstände den Flammen zum Opfer fielen. Fabrikbrand. Aus Schaffhausen wird berichtet: Mittwoch früh um 2 Uhr brach in der Werkabteilung der Eisen- und Stahlwerke A.-G vormals Fischer in Mehlental Feuer aus. Die elektrische Ab- tcilimg und das Dorratsmagazin, das sehr leicht brennbare Bestände enthielt, standen sofort in Flammen. Das Feuer erfaßte den Dachstuhl des 200 Meter lang n Gebäudes. Der Fabrikfeuerwehr und der hrrbeigeellten städtischen Feuerwehr gelang es, durch energisches Vorgehen das U begreifen des Feuers auf andere Fabrikwerkstätten zu verhindern. Der an- gerichtete Schaden dürfte sich auf etwa 400 000 Franken belaufen Die Belegschaft ist mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Der normale 'Betrieb wird in etwa vier Tagen wieder ausgenommen werden können. Unfall eines Krankeaautos. In Opladen (Rhld.) verlor der Führer eines Krankenautos die Führung über feinen Wagen und fuhr gegen ein HauS. Don den Infaffen fiel ein Mann, der feinen schwer- kranken Sohn nach Hause holle, infolge des Zusammenstoßes in eine Scheibe des Wagens, wodurch er sich so schwer am Halse verletzte, daß er auf der Stelle verblutete. Der Sohn, der lebensgefährlich krank ist. wurde nicht verletzt. — Dor drei Wochen starb dem Mann die Frau. Ein Zug in den Fluß gestürzt. Der Ratal-Expreßzug stürzte auf der Fahrt von Kapstadt nach Ratal infolge Ein» sturzes der Drücke in den Fluß. Außer dem Zugführer und dem Heizer wurden mehrere Eingeborene getötet. Heinrich Federer Preisträger. Der Schweizer Dichter Heinrich Federer hat für seinen letzten Roman „Papst und Kaiser auf dem Dorfe" den Gottfried-Keller- Preis von 6000 Franlen der Marttn-Bodmer- Stiftung in Zürich erhalten. Deutscher Aerztekongreß in Bad Kreuznach. An den Pfiig ifä.rtag.m findet in Bad Kreuznach ein Deutscher Aerztekongreß statt, zu dem die hervorragendsten deutschen Aerzte erscheinen werden. ThphuSepidemie in Ostpreußen. In Korschen L Oftpr. i|l eine Typhusepidemie ausg.brochen, der bisher drei Einwohner zum Opser gefallen find. Die Zahl der an Typhus erkrankten Personen beläuft sich auf 54. Zur Verhütung einer weiteren Ausbreitung der Äranfijcit sind Versammlungen, Theaterauflührurgm, Kinovorstellungen usw. bis auf weiteres verboten. Die Ursache der Erkrankungen konnte noch nicht festgestellt werden. Taufe eines Freiballons. Auf dem Flugplatz Staaken bei Berlin fand die Taufe des Freiballons „Dr. Richard Gradenwitz" vom Aeroklub von Deutschland statt. 3m Anschluß an die Taufe trat der Ballon seine 3ungfernfaf)rt an. Eine Reihe, bekannter Persönlichkeiten aus der Berliner Aerowelt nahm an der Veranstaltung teil. Dritte Römische internationale Kunstausstellung. In Rom wurde durch den König, der sich in Begleitung des Ministers des Innern und des Unterrichtes befand, die D.-itte Römische Internationa le Kunstausstellung eröffnet. Deutschland ist diesmal in verschiedenen Sälen vertreten. Der König wurde am Eingang der deutschen Säle vom deutschen Botschafter v. R e u r a t h, sowie von Herren des deutschen Organisationskomitees empfangen. Der König sprach seine Anerkennung über die schöne deutsche Ausstellung aus. Prähistorische Kuochenfunbe. Die „Giornale d'Italia" meldet aus Adelsberg (Krain), daß bei Ausgrabungen zum Dau einer Eisenbahn im Innern einer Grube Reste von Elefantenzähnen, Schädel und Knochen von wilden Tieren entdeckt wurden, deren Alter auf 30000 Iahre geschätzt wird. Eine Stadt durch Wasser zerstört. Rach amtlichen privaten Funkmeldungen aus Trujillo, der drittbedeutendsten »Stadt von Peru, Hal eine furchtbare Uebe'rschwem-- mung, durch anhaltenden strömenden Regen verursacht, diese Stadt fast vollständig zerstört. Wettervoraussage. Wenig kälter bei veränderlicher Bewölkung, ohne Riederschläge von Bedeutung. Ein flaches Tief liegt heute morgen über Düdeuropa und erstreckt seine Ausläufer bis nach Mitteldeutschland. Die dadurch bedingte nördliche Luftströmung wird auch morgen noch vorherrschen, doch ist Im Raum zwischen Island und Skandinavien schnell ein starkes Fallgebiet vorgerückt, das dann wieder südwestliche milde und feuchte Luft in Aussicht stellt. Aus Stabt und Land. Gießen, den 26. März 1925. Dem Superintendenten Wagner. Zu der Stunde, da diese Zeilen in Druck gehen, sind mit dem Oberhirten der Evangelischen Landeskirche Heflens, Prälat D. Dr. Diehl, die Kirchenregierung, zahlreiche Geistliche unterer Evangelischen Kirche, insbesondere Seelsorger aus der Provinz Oberhessen, und Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Gir- ßens in der hiesigen Stadtkirche zur Feier oer Amtseinführung des neuen ober» hessischen Superintendenten Wagner versammelt. Mit den Tellnehmern dec Feier und in Übereinstimmung mit den Gefühlen des hessischen, vor allem aber des ober- hessischen evana lischen Kirchenvolles bringen totr an diesem denkwürdigen Tage dem neuen evangelischen Oberhirten der Provinz unseren Gruß und unsere ehrerbietige Huldigung dar. In schwerer Zeit übernimmt Superintendent Wagner die Leitung der Superintendentur Gießen, zu der bekanntlich die ganze Provinz Oberhessen gehört. Unkirchliche und religionsfeind-- liche Elemente gibt es heutzutage leider gar viele, und auch die wirtschaftliche Rot der Zeit drückt auf die Kirche in starkem Maße. Durch diese schweren Wogen das Schiff der oberhessischen Kirche zu steuern, den Männern und Frauen an Bord ein mutiger Kapitän und guter Steuermann zugleich zu sein, den draußen Treibenden gern und stets jur Rettung zu verhelfen und alle Klippen mit Sorgfalt zu umschiffen, dazu gehört eine Opfer- und tatfrohe Persönlichkeit mit reicher Erfahrung und nie ermüdendem Fleiß. Das Wirken des Superintendenten Wagner in seinen bisherigen Amtsstellungen gibt bte Gewähr dafür, dah die Evangelische Kirche Ober- Hessens in ihm den guten Führer bekommen hat, der ihr in dieser Zeit eine Rotwendigkeit ist. Selbst ein Kind Oberhessens und lange Iahre amtlich in der Heimatprovinz tätig gewesen, später nach der Versetzung nach Darmstadt die Verbindung mit ihr stets aufrechterhalten, kennt Superintendent Wagner seine Oberhessen in vollkommener Weise, und vielen aus der oberhessischen Bevölkerung ist auch er ein guter Bekannter geblichen. In dieser Verbundenhell des Superintendenten mit seiner Heimatprovinz darf man eine weitere Gewähr für sein gedeihliches Wirken zum Besten unserer Evangelischen Kirche und zum Heile aller ihrer Glieder erblicken. Möge es dem neuen Leiter unserer Superintendentur vergönnt sein, recht viele Iahre in seinem Amte zu bürten und möge auf seiner Arbeit Gottes reicher Segen rufieni Die Gietzener Stuvenlenhllfe im Jahre 1924. Die Gießener Studentenhilfe erstattet jetzt ihren Tätigkeitsbericht für das Iahr 192 4, dem wir folgenden Auszug entnehmen: Der Verein Studentenhilfe zeigte auch im Iahre 1924 eine sehr gesunde Entwicklung. Zu den bereits seither im Betrieb befindlichen Anlagen, nämlich: den Studentenheimen Durggraben und „Schöne Aussicht", der Gärtnerei, der Schuhmacherei, der Druckerei und der Leihbücherei kam im Berichtsjahr noch die Vollendung des Stu- dentenwohnhauses auf der „Schönen Aussicht" uno die Errichtung einer Wäscherei dortselost. Die Arbeit auf dem Gebiet der Ginzel- und Kranker.sürsorge war sehr rege, auch das Arbeitsamt und das Wohnungsamt waren in Funktion. Durch die Zweigstelle der Darlehnskasfe der Deutschen Studentenschaft wurden zahlreiche Darlehen avsgegeben, und auch der Verein half häufig in Fällen dringender Rot mit kurzfristigen Darlehen. Studenten heim Durggraben. Die Zahl der Teilnehmer an der Speisung hat sich gegenüber dem Vorjahr vermindert, was damit zusammenhängt, daß die Zahl der Studierenden, wie an allen Hochschulen, so auch hier, erhebl'ch zurückg^gangen ist. Außerdem essen jetzt fast alle Korporationen wieder auf ihren Häusern, was eine Abwanderung aus dem Studentenheim bedingte. Immerhin ist die Zahl der Essensteil- nehmer immer noch so erheblich, daß im Burg- graben sowohl wie auf der „Schönen Aussicht" die Speflung im vollen Betrieb war. Zur Zeit beläuft sich die Zahl der Te lnehmer an der Speisung im Burggraben und auf der „Schönen Aussicht" mittags auf etwa 300, abends etwa 150. Die Küche im Durggraben wurde neu hergerichtet, ebenso das Treppenhaus, auch wurden verschiedene Maschinen für die Küche angeschafft. Sehr gut besucht waren wieder die Heimabende mit Vorträgen von Dozenten, musikali- schen Darbietungen usw, die in jedem Semester zwei- oder dreimal im Burggraben veranstaltet wurden. Das Arbeits- und Musikz mmer waren immer gut besucht, und die zahlreichen neu aufgelegten Zeitungen, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden, wurden viel gelesen. Zum Arbeitsdienst für das Heim wurden während deS Sommer-Semesters noch öfters Studenten heran- gezogen. Allseitiger Beliebtheit erfreut sich die Frühstücksstube in der Universität, wo ein ganz erheblicher Umsatz in Kakao und belegten Broten stattfand. Schöne Aussicht: Es hat sich h'er ein immer regeres Leben und Tre b>n entwickelt. Das Studentenheim hat wesentliche Verbesserung en erfahren, vor allem wurde die Küche erweitert. Die ganzen Räume und das Treppenhaus wurden neu hergerichtet. Das Arbeits,ckmmer wurde mit neuen Belenchtungskörpern versehen und durch ein von Geheimerat Olt gegiftetes, selbst gemalt Bild verschönt. Auch ein Klavier wurde angeschafft. Wäscherei: Diese wurde in einem Anbau an das Haupthaus untergebracht Die Einrichtung hat sich seither sehr gut entwickelt. Es wird von den Benutzern freudig begrüßt, daß die Wäsche nicht nur sorgfältig mit der Hand gewaschen und geplättet, sondern auch vollständig ausgebessett guriiefgeliefert wird. Auch werden in der Flickstube Heinere Ausbesserungen an Kleidungsstücken vorgenommen. Ggerherm: Das Studentenwohnhaus wurde Anfang des Iahnes fertiggestellt und mit dem Sommer-Semester vollständig bezogen. ES sind darin die Familie des Gärtners sowie 46 Studenten untergebracht. Die Studentenbaden waren stets sämtlich besetzt, es übersteigt immer die Rachfrage die vorhandene Dettenzahl. DaS Zusammenleben der Heimbewohner hat sich dauernd zu einem sehr erfreulichen gestaltet, obwohl die Z-ifammenfehung e-ne sehr verschiedenartige ist, di Korporationsstudenten und R-cht-- korvorationsstudenten, hohe Semester und junge Füchse dort zusammen wohnen. Gärtnerei: Zur Vn:größerung der Gärtnerei wurde in der Räh^ der „Schönen Aussicht" ein Grundstück von 1598 Quadratmeter käuflich erworben. Die bearbeitete Gesamllwdenfläche betrug in dem abgelaufenen Geschäftsjahre zirka 7 Morgen. Davon wurden 2Vs Morgen gärtnerisch bebn"t, die übrigen 4Vs Morgen wurden mit Kartoffeln bepflanzt. Der Ertrag an Gemüse war ein so reicher, daß von Mai ab fofik alle Gemüse, die für die Speisung benötigt wurden, aus der Gärtnerei bezogen werden konnten. Im Iahre. 1925 wird die zu bebauende Doden- fläche ca. 9 Morgen Ertragen und nach intensiver Bearbeitung des Bodens wird mit etwa dem dreifachen Ertrage des Vorjahres gerechnet wer» den Tonnen. Unter der Leitung des fest angestellten Gärtners arbeiteten im Laufe des SommerS, aufvr einem dauernd beschäftigten Gartenarbeiter, 18 Studenten in ca. 4200 Arbeitsstunden m der Gärtnerei, wodurch diesen die Möglichkeit zu einem Rebenverdienst während des Semesters gegeben wurde. Schuhmacherei: In der Schuhmacherei wurde den Studenten auf Reparaturen zuerst ein Rachlaß von 40 Prozent und später 30 Prozent gewährt, während aus der Lederspende des Hess. Gerberverbandes bedürftigen Kommilitonen auch freies Leder zu den Reparaturen gestellt wurde. Einzelfürsorge: Das Maß der Einzelunterstühungen hat im Vergleich zu den Vorjahren nicht nachgelassen. Es wurden an 114 Studierende kurzfristige Darlehen gemährt in einem Gesamtbeträge von 558-1 Mk. Im Studentenheim wurden im W.--S. 23 24 77 Freitische und 20 halbe Freitische gewährt, im S.-S. 1924 99 Freitische und 6 halbe Freitisch-, im W -S. 24/25 83 Freitische und 3 halbe Freitische. Don diesen 88 vollen Freitischen werden 54 von dem Stipendiatenephorus bezahlt, und zur Finanzierung der restlichen 34 liefen entsprechende Beiträge von den Städten bzw. Kreisen Gießen, Mainz, Worms, Dingen. Lauterbach und Schotten für je 1 ober 2 Freitische ein. Am Krankentisch nahmen auf ärztliche Vorschrift täglich 10 bis 15 Personen teil. Arbeitsamt: Trotz eifriger Bemühungen war es infolge der eingetretenen Arbeitslosigkeit nur in wenigen Fällen möglich, den Kommi- tonen Arbeitsstellen zu verschaffen. Doch werden die Bemühungen in dieser Richtung von uns eifrig fortgesetzt. Wohnungsamt: Die Vermittlung von Zimmern vollzieht sich ohne Schwierigkeiten An Zimmern ist kein Mangel mehr, aber die Preise für dieselben sind unverhältnismäßig hoch und liegen weit über den Vorkriegspreisen Infolgedessen erweist sich das Studentenwohnbsu« *** >1. 2SJ*? N Lus««, bä S kft e,fy- L^v im Dura, -gölten Aussicht- hSÄt* ihTte*** ^oztL^w\ 2u<° X)' ®W»M ttbn l«fi neu hr^erch^ O'jJ tourb’n Mt> Wrschafst. "sa± bk Dozenten, musSali. 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Die 2'udentcich'>t>eii f it, es übersteigt immer iftene Dettmzahb M * imbevohner Hal M freulichen gestaltet, ob 1 cm? sehr wt[W 1 rsslndenlen und W ■ ie Semester und jW inen -rgrößenmg der M >er Schönen Ansbch- Q-.adratmeter «M ©e'amt^rf^.^ . n Ses-HZ^-e J'J J 2V» M-raen fljrt- \ 4>o Morgen WiM iJÄj* ff-jäffg LAZ-S m 2--^ kSLL: ' die Mdgl'chk«'^ £6S » •** 3n»«®Ä* ” ’kiSSfe ^t unb ’ des us der SeMstwnen -NS«-" " "i "suridK AA nFW n, z>°»L bi®' K »»®£.' ßaut^Jm -ranke«, «*,>** rt (Jfrig JSÄ rSs^ ^^richtuug 00 sKsL* ■gSs** 38. Mittelrheinisches Kreisturnfeft. 3mmer mehr rückt daS 3 2. Mi ttelrhei- Nische Krcisturnfest, das vom 31. 3uli biS 4. August in Gießen stattfinden wird, in den Vordergrund deS Interesses unterer Bürgerschaft AIS sichtbares Zeichen der bisherigen Dor- bereitiragen zu dem grasten, der ernsten Turnarbeit gewidmeten Feste der miUelrheinischen Jünger IcchnS ist die Herrichtung des Triebs anzusehcn. Diele unserer Mitbürger werden mit Interesse den Fortgang dieser Arbeit beobachtet und dabei wohl auch mit Bewunderung festgestellt haben, in welch' vorteilhafter Meise d halt bezogen und muhte deshalb l'x Jahre in einer Oelsabrik als Arbeiter für sich und seine Familie sein Brot verdienen. 3rtfotgebeften ist der Daker jetzt schwer lungenkrank in einem Sanatorium. Er bezieht zur Zeit ein Gehalt von 250 Mk. monatlich für sich und seine fünfküpfige Familie. — In bieten und in Hunderten von anderen Fällen ist die Durchführung des Stu- bi um# nur mit Unterstützung der Studentenhilfe möglich nutz» zu kurz kvmaru not der Lurnausichuß eine Anzahl Kapellen — darunter Mi- litärmufif, selbstredend auch unsere wackeren Gießener 15er unter CbermuHfmeiftet Loder — bereits fest verpflichtet. Mit der Sicherstellung von DolkSbeluftigungen ist der Ausschuß zur Zeit beschäftigt Der Presseausschuß widmet sich jetzt mit voller Kraft der Herausgabe des FestbucheS. das alS einziges offizielles Druckwerk in großem Maßstab herausg bracht werden soll. (Man beachte die heutige Anzeige des Presseau-schusscs.) Die Auflage des FestbucheS beziffert sich aus garantiert 25 000 Stück Auf gute und gehaltvolle Ausstattung wird unter Aufwendung erheblicher Mittel natürlich größte- Gewicht gelegt, damit das Buch zu einem wertvollen Besiystück auch über das Turnfest hinaus wird. Die Abgabe des FestbucheS erfolgt zusammen mit den Eintrittskarten, d. h. der Preis für da- Festbuch ist in dem Preis der Eintrittskarte enthalten. Weiter soll ein geschmackvolles Fest- abzeichen geschaffen werden, für das bereit- eine Reihe von Entwürfen norliegt. Natürlich wird auch eine offizielle Je st Postkarte nicht fehlen: für diese wird eine besonder- überraschende, gute Eigenart angestrebt, über die demnächst wohl Räheres zu sagen sein wird Daß zur planmäßigen und für unsere Stadt würdHgen Durchsührung des Fe st es natürlich ein entsprechender finanzieller Rückhalt notwendig ist, wird 'niemanft zweifelhaft fein. Für diesen Zweck wirbt der Finanzausschuß zur Zeichnung aus einen Garantiefonds. Möge sich auch hierbei das Wohlwollen weitester Dürgerkreise in umfangreichem Maße betätigen! Siebener Wochenmarttpreise am 26. März (Händlerpreise). 56 kostete auf dem heutigen Wochenmari l das Pfund Butter 220. Matte 40, Käse 70, Wirsing 30, Weißkraut 20, Rotkraut 30, gelbe Rüben 10. rote Rüden 10, Spinat 50. hinter» Kohlrabi 8, Mischgemüse 20, Grünkohl 25. Rosenkohl 60 bis 70, Feldsalat 100, Endivien 80. Tomaten 150, Zwilch.In 30, Schwarzwurzeln 70, Kartoffeln 5. Aepfel 15 bis 20. Dirnen 12, Dörrobst 40. Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120; das Stück Eier 12, Blumenkohl 80 bis 150, Salat 30, Lauch 5 bis 10, Sellerie 30 bis 50; das Bund Radieschen 20. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater 63/i Hfjr „Sic verlorene Tochter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Lotosblume". — Astoria-Lichtspiele: „Der Mann ohne Rerven." -- Oeffentliche Wählerversammlung. Man schreibt uns: Die Deutsche Demokratische Partei hält am Freitag, 27. März, abends 8*Zj Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarien eine öffentliche Wählerversammlung für die Kandidatur zur Reichspräsi- dentschaft des Etaatspräfidenten Dr. W. Hell- pach ab. Es spricht Oberstudiendirektor Friedrich, Kassel, der vom letzten Reichstagswahlkampf her hier noch in bester Erinnerung steht, über daS Thema. „Warum wir Hellpach wählen". Alle Wähler und Wählerinnen sind zu 'der Versammlung (geheizter Saal) herzlich eingeladen. (Siehe heutige Anzeige!) — Sine Dismarck-GedächtniSfeier veranstalten die Deutsche Dollspartei und 3u- gendgruppe, die Deutschnationale Dolkspartei, der Iugendbund Bismarck und die Daterlänot- schen Verbände Ob rHessens aus Anlaß der Wiederk.hr dcs HO. Geburtstages Bismarcks am kommenden SamStagab.rnd 8 Uhr ün Stadttyea- ter. Sie Festrede hält Universitätsprofcsior Dr. H o r n e f f e r über „Bismarck und der Deutsche Staat". Weiteres ist aus dem gestrigen An- zeigentell ersichtlich. Sic Aprilmiete. Blättermeldungen zufolge soll die Aprllmiete 80 Prozent der Friedensmiete betragen, wobei die bisherige Sonder- fleuer miteingerechnet ist. Für gewerbliche Räume mit mehr als 600 ha. FriedenSmtere Tcaen TO und 15 Prozent erhoben werden ” Zugver lea ung. Zur Herstellung der Anschlüsse von den Zügen Frankfurt a. W. Hbs. ab 5.22 il$r, Gießen an 7,50 älhr R. und Gelnhausen ab 5,28 U&r. Gießen an 7,55 Ubr R. wird ab 1. April der Pz. 559 (jicht Gießen ab 7,38 Uhr A., Fulda an 10ch4 Uhr 2L) später gelegt und beschleunigt durchgeführt Der Zug geht dann Gießen ab 8,03 Uhr, Fulda an 10,54 Uhr R Der Zug (S.) der Strecke Burg- und Hiebergcmünften- Ki rchhain wird zur Aufrechterhallung deS Anschlüsse- spater gelegt. Burg- und Rieder» gemünften ab 9,08 Uhr, Kirchhain an 10 Uhr A. ** Gegen Tuberkuloseübertro- Su n g In Gesellscha^tsinbalatorien. n Sachverständigenkreisen ist vielfach von einer Gefahr der Uebertragung der Tuberkulose in Ge- sellschaftsinhalawrien gesprochen worden, was den preußischen Bolkswohl'ahrtsminister veranlaßt hat, darauf hinzuwirken, daß Badegäste mit offener Tuberkulose oder mit dem Verdacht einer solchen nicht zur Benutzung des Gesellschastsinhalawriums zugelassen, sondern daß für sie E i n z e l k abi- nette bereitgehalten werden, eine Absonderung, die naturgemäß nur zu erreichen ist, wenn die Benutzung des Gefellschaftsinhaltoriums von der Erlaubnis eines Badearztes abhängig gemacht wird. An dieser Bedingung soll auf Anordnung des preußischen Wohlfayrtsrntnisters festgehalten werden. Als ausschlaggebend für diese Stellungnahme wurde einerseits hie bei einem Teile des Badepublikums tatsachlick) bestehende Befürchtung, in den Gesell- schaftsinhaltorien der Tuberkuloseansteckung ausgesetzt zu sein, und anderseits die Bestimmtheit angesehen, mit der bei Einführung dieser Sicherheitsmaßnahme einer Hebung des Besuches des Bades und einer oerme' rten Benutzung der Badeeinrichtungen, insbesondere des Gesellschaftsinhalatoriums, enkgegengesehen wird. Der Wohlsahrtsminister hat dem Allgemeinen Deutschen Bädeverband in Berlin entsprechende Instruktionen zugehen lassen. *r Wählerversammlung Der Gießener Ortsausschuß des R e i ch S b l o ck s für die Rcich^prästdentschaftskandidatur Sr. Jarres hatte out gestern abend .eine öffentliche Wählerversammlung in die Turnhalle am Oswaldsgarten cinbcrufen. Der Versammlungsleiter, Oberpost- inspektor Kohlhase, begrüßte in seiner Eröffnungsansprache das Zusammengehen der Parteien der Rechten, worin man einen Lichtblick für die Zukunft sehen könne; er wies weiter auf die große Bri>eutung dieser Wahl hin und betonte schließlich, jeder Wahlberechtigte müsse sich bei dieser Stimmabgabe sagen: Wir brauchen für den Reichspräsidenlenposten einen Mann, aber kein Parteiprogramm. Darauf sprach der Redner des Abends, Landtagsabg. Scholz- Mainz. Gr gab ebenfalls seiner Genugtuung über das gemeinsame Marschieren der Rechtsparteien Ausdruck, machte auf die großen Machtbefugnisse des Reichspräsidenten aujmeri» sam und ging dann in großen Zugen auf die Betrachtung einiger besonders marfanter politischer Fragen ein. Mit der Verfassung von Weimar habe man zu rechnen, ob sie uns recht sei ober nicht, und darum solle man sich auch all der Mittel bedienen, die sie gebe. Zu diesen Mitteln gehöre, daß sich das deutsche Volk an die Spitze des Reiches einen Mann hl re, der verstehe, daß es um Sein oder Richtsein deS deutschen Volles gehe, und ferner auch darum, den nationalen Gedanken in Deutschland wieder hell leuchten zu lassen. Hier gebe es nicht um die StaatSform, um die Frage. Monarchie oder Republik?, sondern einfach um Sein oder Richt«- sein unseres Volkes. Bri dieser Frage dürfe man sich ebensowenig wie bei der Kabinettsbildung nach der Stimmung des Auslandes richten, maßgebend sei einzig und allein das nationale Interesse unseres Vaterlandes. Die Sozialdemokratie mit ihrer internationalen Einstellung sei nicht geeignet, uns wieder zur Höhe zu führen. Zur Flaggenfrage bemerkte der Redner, zugleich mit entschiedener Verurteilung der Riederholung der ruhmreichen Farben Schwarz-Wriß-Rot, solange diese Frage nicht gelöst fei in dem Sinne, bah wir wieder deutsche Farben haben und keine Parteifarben, werde es keinen Frieden im deutschen Volke geben. Rach einem kurzen Rückblick auf das Wirken des verstorbenen Reichs- pvkMdenten alS spartrimann. Politiker und Präsident kam der Redner auf die gegenwärtigen Kandidaten zu sprechen, wobei er beroorhob, daß alle gegnerischen Äanbibaten aan^ ausgesprochene Partei kanbibaten feien. Weiter wies er den gegen Dr. Jarres gerichteten Vorwuri der „Der- sackungspolitik" zurück und hob dabei auS eigener Kenntnis der Persönlichkeit Sr. Jarres' hervor, daß dessen Stieben stets und ständig dem untrennbaren Best and des Reiches und des Rhein- landes gegolten habe, dast Sr. Janes ein Mann mit brennenbem Rationalge üftl sei. Ohne für Sr. Janes in da- Reklamebom stoßen, wie Mc Linke und ihre Preise eS bet Ebert getan hätten, müsse er als Kenner Dr Jarre s' sagen, daß dieser ein ruhiger, klardenkender Mensch mit verbindlichem Weien sei. Große Energie paare sich bei ihm mit höchster Dflichrneue. 'ein Denken und Fühlen sei durch unb durch deutsch Er sei ein Mann mit feinem Takt, her nach seiner ganzen Vorbildung und nach seiner bisherigen Betäti' gung voll unb ganz für den Posten geeignet sei. zu dem er jetzt berufen werden solle. Er bc trachte sich nickst als „Plahbal er der Rtonarchie". sondern er wolle dem deutschen Volke ein Fühi-n sein in dieser schweren Zeit &r sei fein Partei mann im eigentlichen Sinne des Wortes. Kurz gesagt, ein Mann, dem das nationale Denken unb daS Interesse des ganzen deutschen Volkes über alles gehe, das sei Dr. Jarres. Slcfem Wanne bitte er im wohlverstandenen Interesse des Vaterlandes die Stimme zu geben und dazu auch alle Wahlmüden aufzurütteln. Damit erweist man unserem Vater lande einen Dienst. Sen mit lebhaftem Beifall auf genommen, n Ausführungen des Redners fügte der DerlLnmlu .glleiter auch seinerseits die Ermahnung an. am Sonntag restlos zur Wahlurne zu gehen unb die Stimme für Dr. Jarres abzugeden Die Versammlung nahm ohne Aussprache einen würdigen Verlauf. •• Der Obst- unb Gartenbauver- ein Gießen hielt am Sonntag im Kaufmännischen Dereinshaus seine diesiährige Hauptversammlung ab. Ser Vorsitzende gab einen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr unb erwähnte hierbei insbesondre die drei Mit glieberDcrfammlungcn mit Vorträgen, die den Mitgliedern auf dem Gebiete des Obst- unk Gartenbaues manches Reue gebracht hätten. Sei Beitrag wurde aus 3 Mi. reduziert, vorausgesetzt. daß der Betrag bis zum 1. Juni abgeführt ist. AuS dem Vorstände schieden aus die Mitglieder Gros unb Klingler, wofür die Herren R e h n e l t und R euer eintreten. Außerdem har r Reuwalst für die Mitglieder Decker, Simon unb Roll zu erfolgen, bi« wiedergewählt wurden. Für die Versammlung war eine Gralisverlosuiig von Sämereien unk an bevor gärturrisch.-r Bedarfsartikel vorgesehen Durch den schwachen Besuch blieben jebcxy Gewinne übrig, die noch für ein niedriges Ent- gelö an die Mitglieder abgegeben wurden. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt. Ochsen 2, Färsen und Kühe 6, Kälber 1412, Schafe 694, Schweine 500. Leciferrindragees der Liebling aller Blutarmen und BlelchsUclittflen WXhr- und rXfrigungtmlMai Wenn irgend ein Familienmitglied mit Blutarmut Bleichsucht, nervösen Kopfschmerzen, Verdauungs- uno Emahrungstörungen behaftet ist ist e< wichtig, sofort darau', zu achten, daß das Blot verbessert und erneuert wird. LecIierrindragEe» schaffen frisches gesundes Bhü und beseitigen schot nad kürzet Zeit diese Störungen. Zo haben in Apöthelev and Drogerien Preis pro Schachtel M. Z50 flalenee Cham. Industrie, G m. b H., Frankfurt a. M. 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Und so «rd denn am Donnerstagnachmittag das Un- aewöhnliche Ereignis. „Haben Sie schon den !?obrvw«ki- im Politikertaff ee in der Neuen Lelt. „Stn Artikel von internationaler Bedeu- > tng Das Ausland wird aufmerken!" Leider scheint es. daß. abgesehen von der Iteuen Welt oder genauer dem dortigen poll- ' ichen Kaffeet'lch die übrige Welt nicht auf- gmtcrtt hat Sie läßt sich ja immer da« Beste ent- jv’ben. Weder in der ..Times" noch im „TempS". ?och in irgendeinem artb^ren Weltblatt habe ich • ne Spur der stilistischen Großtat aus der . «wda 5 zu entdecken vermocht. So fallen denn lieber mal die Deutschen aushelfen. Zwar Kiß ich. daß meine bescheidenen Zeilen die Icubbeit von Pat?S und London, von Neuhork jrtb Nom, von Tokio und Washington nicht i*ttmachen können Aber, wie mnn's auch nimmt, ArSland ist Deutschland ja immerhin doch. Also was schrieb die .Gazeta Warsrawska?" 5te überschrieb zunächst „Der deutsche Plan iner Teilung Polen S". Als Titel — die öffentliche Meinung und mögen es die Regierungen in allen Ländern erfaßten, daß für jh6 jeder Anschlag auf das Staatsgebiet nur ?t n e6 bedeuten Barm — den Ä r i eg " Don einem ..Anschlag" auf daS Staatsgebiet kann eigentlich schwer die Bede fein. DaS ist klar. Ebenso klar aber auch etwas anderes. Daß näm- lich RapoleonS Gefühle vor Wagram und Außer» i|j alltägliche zu nennen sind im Vergleich mit '>m Bewußtsein, das die Zgoda 5 vom Keller biM zum Dachboden bewegte, nachdem di"se großen Borte der Sekmaschine übergeben waren und ran die öffentliche Meinung und die Acgierunaen ider Länder solchergestalt angeredet hatte. Man ' sich um: was lagt ihr nun? Um so mehr * ruß man es den erwähnten Regierungen freilich mm bittersten Vorwurf machen, daß von diesem Ultimatum der Zgndgstraßc nie auch nur ein .'irrbenSwortchen bis zu ihnen gedrungen ist. kie haben Ohren und hören nicht, sie haben Augen und lesen die Gazeta Warszawska nicht, 2 ix. sie treiben ihre V"rstocktheit, vermute tch ■ift. so weit: Sie willen nicht einmal, daß :iie Gazeta Warszawska überhaupt existiert. • So wenig dieser Sturm im Wasferalale den -rtub von einem auswärtigen Minißerfenster iiTDcßt haben mag. — ringsum seine Ur» i>iungSgu"lle machte er dennoch die Kopse toir» ftTtg. Was? Gibts Krieg? fragten die kleinen .eilte. Soviel hatten sie verstanden. Und der trlte Gedanke war nicht: in Germaniam! Auch -leßt: „Doch ist Polen nicht verloren." Sondern : war. nach so mancherlei Erfahrungen, weit e«iler. Dämlich — wo gibts Dollars zu 'li-len? 3m übrigen soll die unfreiwillige Komik der ; )i«itßetifer in der Zgvdastraße und der Kaffee- • Patrioten der Reuen Well uns nicht abhallen, mH die e r n ft e r e Seite des polnischen Säbel- selnS zu bxKßten und richtig einzuschätzen. : .'»ui der Militärkommission des Parlaments be- i tilie sich einer der von der Gazeta Warszewska ^>ll Stelz arg führten hundert Abgeordneten des A^tionalen Volksverbandes alsbald eine befon- 'ere 3nitiative zu ergreifen. Er verlangte den :1 bleuntgen Erlaß eines Gesetzes über die Vorbereitung der Ration für den Kriegs- M1L Genauer ausgedrückt soll dies heißen: Es 'oT eine Mobilmachungsordnung ge- Haffen werden, und zwar sollen durch Gesetz i 'iqenigen Maßnahmen für den Eintritt des ynegssalls bestimmt werden, die üb't das rein militärische Derordnungsrecht der Armee-Kom- '* i«mdostellen hinausgehen, also insbesondere die A ■tcrftellung gewisser Zivllb Hörden unter mifi- «> arischen Oberbefehl, automatischen Eintrit des Lisnahmezustandes. Pflichten der Zivilbcvölle- i".ung usw. Uebeihaupt rüstet Polen fleißig. Das Heer-- jia) t f e n ist derjenige Teil der Staatsausgaben. -u* den man die meisten Mittel, die meiste Arbeit ti>. Wie es scheint, auch die verhältnismäßig p irößte Ausdauer im einmal Unternommenen verwendet. Die Finanzreform, die der gegenwärtige Ministerpräsident und Finan-minrster 3 : a bf f i durchsührie, hat zwar an mancherlei wollen Sparsamkeit erzwungen, an einer Stelle eüvch nicht: imHeeresetat. 3m Gegenteil, 5e: Referent der Dudgetkvmmillion Hir Heeres- Zachen. Fürst C z e t w e r t y n s k i. hob rühmend rrf unlängst hervor: als vor der 'Berufung krabskis die Wahl zwischen ihm und anderen : Kandidaten geschwankt habe, hätte sich der Staats- ) resident für Drabski entschieden, weil dieser in seinem Sanierungsplan „die Bedürfnisse des Heerwesens am meisten in Rücksicht gezogen" iälle. Tatsächlich wurde unter Grabskis Frnanz- iitegüne und Ministerpräsidium der Voranschlag Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen) Donnerstag, 26. lstSrz 1925 für 1924 im Heeresetat von 480 Mill. Gvld- franken auf 608 Millionen erhöht und hernach noch durch einen Rachtragskredit von 80 Millionen ergänzt. Laut Staatsrechnung für das oer- floffene 3ahr wurden auch 688 Millionen im Etat des Ki legsrnmisteriums verausgabt bei einer Gesamt höhe der Staatsausgaben von 1700 Millionen, die Armee verschlang mithin mehr als 40 Prozent. Für 1925 steht eS damit folgendermaßen: 3m Voranschlag, der im Herbst deS vergangenen 3ahres den frommem zuging und insgesamt aus rund 2 Milliarden Zloty (Dold° franken) lautet, waren für den Heeres bedarf 645 Millionen vorgesehen. Ende Februar ds. 3s. nun erklärte Kriegsminister Sikorski, daß ihm diese Summe nicht genüge, und verlangte eine Erhöhung um 110 Millionen, widrigenfalls er zurücktreten müßte. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Erhöhung gegenwärtig, nach den veranstalteten patriotischen Temperamentausbrüchen. mit Pauken und Trompeten bewilligt werden wird. An Rachtragskrediten wird es desungeachtet auch nicht fehlen, so daß die Militärausgaben Polens im laufenben 3ahr von 1 Milliarde Gvldfranken nicht eben weit entfernt bleiben dürsten. Wozu hat man denn soeben eine Anleihe in Amerika — für WirtschaftSzwecke erhalten? Zieht man zum Vergleich auch noch m Betracht. waS sich jenseits der Ost grenze Polens abspielt, so haben wir das vollständige Parallelbild des Rüstungswettlaufs, wie er vor 1914 die Voller Europas in Atem hielt und der schließlich und endlich dazu führen mußte, daß die Gewehre von selber losgingen, schon weil es ihrer einfach zu viele geworden waren. Gehen wir nun nochmals der Ursache der jüngsten Erregung nach, so ergibt sich, daß das Dekanntwerden der letzten Phase der Verhandlungen über den Garantiepakt sie nur zum ileber- foeßen brachte Brodeln tat sie schon lange. Die englische Presse, wenn auch nicht in geschlossener Front, so doch in recht zahlreicher Vertretung, hat seit etwa 1920 nicht aufgehört, den Besitzstand Polens anzusechten. Was der „Observer" z. B. soeben wieder. Anfang März, von der „sich weit ausdehnenden Schwachheit Polens", von Polens „unnatürlich geschwollener Stellung" schrieb und klipp und Har in die Formel faßte, daß „die Beibehaltung der polnischen Grenzen eine Gefahr für den Weltfrieden" bedeute. — das ist. in Abständen, immer wieder gesagt worden. 3n Polen haben diese Stimmen sehr beunruhigend gewirkt, und das um so mehr, als die polnischen Zeitungen aus unabsichtlicher Unllarheit des Unterscheidungsvermögens ihre Leser nicht richtig orientierten D e Meinung einzelner fremder Presseorgane einerseits, das doch mindestens um Gradunterschiede abweichende Verhalten der englischen Regierung andererseits wurde über denselben Leisten geschlagen. Was war die Folge? Erschienen ganz konkrete Forderungen nach Gebietsveränderungen zu ungunften Polens, wie sie manche englischen Zeitungen äußerten, in solcher Beleuchtung, als wären sie bereits Forderungen der englischen Regierung, so ergab sich eine 3rrefüßrung. Blieb nämlich nach allerhand scharfen Pressedebafen doch vorläufig alles beim Alten, so ließ sich dem Leser ein diplomatischer Sieg der polnischen Selbstbehauptung einreden. „Seht 3hr. riefen dann die Zawaltzki und Bobrowski, die Engländer drohen Wohl, aber fie tun unS nichts Man muß nur tüchtig auftrumpfen". Auch von der jüngsten europäischen Unterhaltung ist mithin nicht zu erwarten, daß sie die polnischen Manieren geglättet haben sollte. Das soll freilich andererseits nicht besagen, daß sie ohne jedes Ergebnis im Sinne einer Besserung der durch den Versailler Vertrag geschaffenen Wirrnisse gewesen wäre. Auch hier, wie in so vielen Fällen, wird man die Wirkungen auf nahe Sicht und die auf weite Sicht unterscheiden müssen. Auf nahe Sicht gesehen, treten gewiß manche ungünstige Erscheinungen hervor, wie Rückwirkungen auf die deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen. wie neue Anreize für die chauvinistischen Gruppen in Polen, wie die Beschleunigung des polnischen Rüstungstempos, wie stille Rache an den deutschen Landbesitzern in den Grenzprovinzen, die man mit verstärktem Eifer der „Agrarreform“ auszuliefern sich beeilt. Das sind MinuSposten im Sinne einer verbessernden Revision der Versailler Schöpfung im Osten Aber es ist auch etwas anderes in die Rechnung einzustellen, sofern man diese eben auf weite Sicht aufmacht. So betrachtet, erweist sich, daß die nicht von der Tagesordnung Westeuropas verschwindende Frage einer Grenzrevision Polens durch internationales Rechtsverfahren von den zehn Millionen Richtpolen im heutigen polnischen Staatsgebiet als moralische Stärkung gegenüber allen Polonisierungsversuchen empfunden wird. Man könnte ja vielleicht wünsche.!, daß es dellen ub gewährt. Der Staatsanwalt bedauerte, daß sich die Angeklagte dieses Gnadenbeweises unwürdig gezeigt habe und nun die aufgeschobene Strafe nachverbüßen müsse, und beantragte wegen der zwei unter Anklage stehenden Fälle der qualifizierten Urkunden- sälschung eine Gesamtstrafe von sechs Monaten vierzehn Tagen. Das Gericht erkannte diesem Antrag gemäß, da die Angeklagte nur aus Leichtsinn gehandelt und das erschwindelte Geld nur in Kleidern und gutem Elsen angelegt habe. Der Kaufmann Wilhelm Sch und die Rähe» rin Anna R. auS Hirzenhain, Kreis Marburg, haben im Dezember 1924 in Gießen eine Anzahl falscher Zweibillionenscheine verausgabt. Sie wurden dabei betroffen und verhaftet. Bei der Durchsuchung der Festgenommenen hatte die R. neun und der Wilh. Sch einen Block von 85 falschen Scheinen bei sich. Beide suchten sich unbemerkt der Scheine zu entledigen: die Polizei vereitelte jedoch ihre Manipulationen. 3n der Voruntersuchung legte die R ein Geständnis ab, während Sch bis zum Schlüsse leugnete und im hiesigen Gefängnis durch zahlreiche Kassiber versuchte. die R. zum Widerrus ihres Geständnisses zu bewegen. Die mehrstündige Verhandlung führte zum einwandfreien Rachweis der Straftaten. Das Urteil lautete bei Sch auf zwei 3 ahre, bei der R auf vier Monate Gefängnis. Den Angeklagten werden zwn bzw. drei Monate der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet. Buntes Allerlei. Dom Wettersinn. 'Denn das Wetter sich ändert, fühlt gar mancher, der sich aus dem Ärieg eine Wunde mitgebracht oder mit Rheuma behaftet ist. die Vorzeichen dieses Umschwungs gar deutlich durch Schmerzen. Woher dieser Zusammenhang zwischen Witterungsvorgängen und Körperbesinden kommt, darüber ist man sich noch nicht flar geworden. 3n einem Aufsatz der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" untersucht Dr. D f a f f diese Beziehungen. Er hat ein ganze« 3ahr lang den Einfluß des Wetters auf Rheumatiker und Kriegsverletzte tagtäglich untersucht und gesunden. daß bei verschiedener Luftdruckhohe Schmerzen auftraten. Bei Barometerständen von 745 bis 750 Millimeter, die mit Auftreten einer westlich.m Depression verbunden waren und einige Tage anhielten, blieben die erwarteten Reaktionen aus: sie stellten sich aber sofort ein. sobald der dauernde Zustand der Wetterlage beendet war. Auch bei ausgesprochenen Hochdrucklagen blieben die Schmerzemplln- bungen aus. Dagegen zeigten sich die Reaktionen sofort, wenn bei hohem Luftdruck Regen eintrat. Aus den Beobachtungen ergab sich, daß die körperlichen Empsindungen keineswegs durch Lust- druckfchwankungm hervorgerufen werden. Auch die Temperatur- und Feuchligkeitsschwankungen durften nicht für das Auftreten der Schmerz- elscheinungcn verantwortlich gemacht werden, wenn auch freilich der Feuchtiqkeitsgrad der Lust namentlich bei Rheumatikern mitbestiinmend war. Auffallenderweise stellten sich die Storungen em, wenn ein Gewitter zu erwarten war. und so lag der Gedanke nahe, die Schwankungen der elektrischen Leitfähigkeit der Atmosphäre als Rei-ursache anzunehmen. Stets machten sich die körperlichen Reaktionen ddt dem Einsetzen des Regens und Gewitters bemerkbar. Zu ähnlichen Ergebnissen ist der Schweizer Arzt Huber gekommen, der solche Personen für seine Versuche auswählte, die besonders stark den Ausbruch des Föhnwindes und der Gewitter vorausfühlten. Huber kommt zu folgendem Resultat: „Die Körperkeitfähigkeit von Personen, die nicht mit Wettersinn behaftet sind, ändert sich in demfellen Sinne wie die Luftleitfähigkeit: sie steigt und fällt mit dieser. Bei den mit Wettersinn behafteten Personen aber ändert sich die Körperieitsähigkeit umgekehrt wie die der Atmosphäre, d. h. sie nimmt ab. wenn die luftelektrische Leitfähigkeit wächst, sie wächst, wenn diese abnimmt Der Widerstand, den die den Körper durchfließenden Ströme zu überwinden haben, nimmt also zu. wenn der Widerstand der die Luft durchlließen- den elektromagnetischen Strome abnimmt.“ Danach würde also der Wettersinn in einer eigenartigen Beziehung der Leitfähigkeit des Körpers zu der lustelektrischen Leitfähigkeit bestehen. Wiederherstellung des LateransbaptsteriumS. Das Baptisterium des Laterans in Rom wird gegenwärtig einer gründlichen Wiederherstellung unterzogen. Dabei sind Ausgrabungen gemacht worden, die für die Baugeschichte des ehrwürdigen Heiligtums von großer Bedeutung sind Wie im .Cicerone" mitgeteilt wird, fließ man unter dem Fußboden auf antike Gebäudereste. die schonen Mosaikfußboden. Marmorpflaster und Was'erabz.'.gslöcher aufweisen. Die aufgedeckten 2Hauerrefte zeigen die bezeichnende Anlage altrömischer Thermen. Daraus ergibt sich, daß das Baptisterium an der Stelle der Thermen des alten LateranS- palastes erbaut wurde. Der kreisförmige Raum, der unter dem Mittelraum des heutigen Baptisteriums liegt, stellt das Baptisterium der alt- christlichen Zeit dar, in dem die Taufen noch durch Eintauchen vorgenommen wurden. Durch die Freilegung des heute ganz eingebauten alten Eingangs wird ein IchöneS Beispiel frühchristlicher Architektur wieder zur Geltung gebracht Vorgeschichtlich« Ausgrabung«» in risiis. Grabungen, die auf Veranlassung des Ausschusses zur Erhaltung der Altertümer Georgien- bei Semo-Awtschali unternommen wurden, haben wichtige Funde zur Urgesch.chte des Landes an£ Licht gefördert. Wie O. G. von Wesendonk im „Cicerone" mitteilt, wurde am Fuße eines senkrechten Felsen gegraben, auf dem daS Kreuz Noster steht. Man fand große Begräbnis Urnen aus Ton von derselben Form, die noch jetzt die Wein-Urnen m Georgien haben Reben den Urnen lagen Tier- und Vog.'lknvchen, ht einer Urne fand man ein gut erhaltenes Srauen- skelett, sowie zahlreiche Grabbeigaben D ese bc standen in einer großen A tzahl bunter, z. T vergoldeter Glasperlen, 3milafionen von Perlmutter Obsidian und Achat, einem Bronzekollier und einem Medaillon auS toe;ß?r Paste in silberner Fassung, silbernen Ohrringen und Brvnzersngm. Eine besonders schöne Arbeit ist der Kopf einer Bervziego, die in Knochen künstlerisch auä'o'i hrt ist Die Form der Grabstätten und die Oaqe der Leichen fotote daS Grabinventar b'dten nach An- sicht des Entdeckers T s ch 11 a j a tara if hin. d st diese Grabstätten der nairisch-uvarta^ schen 5tub turepoche angeboren. Die Grenze der Dn-bcc i ing dieser Kultur, d'e im 15. und 16 vorchristlichen 3ahrhund?ri blühte, wird dam't feftgchgl. Das v^rrinzelte Vorkommen von E'feageräten ze'g! daß die Grabstätten in der UebwnannSveriode vom Bronze- zum Eisenzeitalter entstanden sind Wirtschaft. Untere bedenkliche Handelsbilanz. Von Prvf. Dr. Herrn. Levy (Berlin) Das Problem unserer Handelsbilanz steht zur Zeit im Zentrum aller unserer mannig'ach'n wirtscha'tspolitischen So gen. Rach den bisherigen Berechnungen beträgt die Passivität unserer Handelsbilanz für 1924. also der Ueberschuß des Wettes der Einfuhr über den der Ausfuhr, nicht weniger als die enorme Summe von 2.7 Milliarden Rentenmark. Das Resultat für 3anuar 1925 ist noch deprimierender. Es betrug ^as Passivsaldo in diesem einen Monat nicht weniger als 674 Mill. Rentenmark, und zwar war die Einfuhr gegenüber dem Vormonat um 63 Mill. Rm. gestiegen, während die Ausfuhr dir! L. Plus nicht nur nicht auftoog. sondern durch eine Verminderung von 42 Mill. Rm. noch zu einer weiteren Passivierung der Handelsbilanz c.itrug. 3it Friedenszeiten hatte ein reichet Land keinen Grund, eine passive Handelsvllanz als volkswirtschaftlich ungünstig anzusehen. Vielmehr war die Pasiivität der Handelsbilanz nur ein Zeichen dafür, daß daS betreffende Land wohlhabend war. Es bezog seinen außenwirtschaftlichen Reichtum nicht nur aus der Handels-, sondern vor allem auS der Zahlungsbilanz. An das Ausland geliehene Gelder, Schiffahrtsdienste, welche die Handelsflotte in der ganzen Welt leistete, Filialunternehmungen. Vergebung von Arbeiten im Auslande. — das waren die Plusposten der Zahlungsbilanz, welche als ausländische Guthaben und ZinSforderungen des betreffenden LandeS nicht nur das Passivsaldo der Handelsbilanz ausglichen, sondern auch dasselbe geradezu bedingten. Die Mehreinfuhr aus dem Ausland war ja nichts weiter alS der Ausdruck dafür, daß das Ausland dem reichen Lande in Waren für die Zinsverpflichtungen, die Dienste und Leistungen — d. h. die sogenannten ..unsichtbaren Ausfuhren" jenes Landes — bezahlte öe kam es. daß in normalen Zeiten reiche Lander wie England eine Pasiiv'tät der Handelsbilanz von ca. 3 Milliarden Mk. ohne vollswirtschait- ließen Rachteil auf wiesen, während d e Handelsbilanz vieler armer Länder „passiv" war, weil sie nur mit der Ausfuhr ihrer Schuldzinsen und sonstigen Verpflichtungen bezahlen konnten. Allein leider trifft heute diese Wahrnehmung auf die Passivität unserer Handelsbilanz nicht zu. Unsere heutigen „unsichtbaren" Ausmhren sind minimal Anstatt wie früher Geldgeber zu sein, müssen wir infolge unserer Verarmung selbst als Kreditsucher auf dem Weltmarkt erscheinen. Unsere Handelsflotte wird erst langsam au'g baut, dient in erster Linie deutschen Verfrachte . ganz abgesehen davon, daß auf dem intern Atonalen Schiffsmarkt feit langem ein ileberangebet und eine Depression her richt Unsere Fil al- und Auslandsunternehmungen sind zum Teil geschwunden, zum Teil liguibieit. Es steht also heute der wachsenden Passivität unserer Handelsbilanz keine Zahlungsbilanz mehr gegenüber, die das Passivsaldv aungleichen könnte. An dieser Tatsache sind die verschiedensten Umstände beteiligt. Eie lassen sch in zwei Komplexe gliedern. Erstens sind es Mommte unfe-er 3nnenwirtschaft. welche unsere Hand Is.ilanz s-it dem Frieden und ohne viel Hoffnung auf Besserung verschlechtern, zweitens außenwirtschaftliche Momente, welche mit der gesamten Verfassung des Weltmarktes und der Weltwirtschaft zusammenhängen. Was die ersten Uriachen an- geht, so ist daran zu erinnern, was wir an wichtigen Erzeugungsgebieten durch ben VerlustElfaß- Lothringens. des größten Teiles von Oberschlesien sowie der Ostmarken verloren haben Welche Veränderung sich z. D. daraus allein für unsere schwere Eisenindustrie erg bt, hat unlängst bei Verfasser der „Wirtschaftsberichte b?r Lommrrz- und Privatbank" berechnet. So wurden im Jahre 1924 an Roheisen, Halbzeug und Eisenbahnschienen rund. 600 000 Tonnen mehr eingc ufjrt als aus- qeführt. während wir im Jahre 1913 in bcnfel Den Warengattungen eine Mehrausfuhr von 3' Millionen Tonnen auszuweisen hatten. Diese Ziffern erhellen mit einem Di tz di? gante Trost, losigkeit unserer außenwirtschaftlichen Lage. Aber nicht minder bedeutsam für die Frage unseres Außenhandels ist die Tatsach daß mir durch die Kriegs- und Rachkriegsverhältnjsse ganz anderen weltwiTtscha'tlichen Absatzverhäl nrsien Der ZrWing erzeugt Sommcrfprofien! Diese Tatsache ist vielen, die Aeigung zu öommet- sprvstenbildung besitzen, unbekannt. Wir raten 3hnen, in der Apotheke weißes Citalbvl-Wachs, 50 oder 25 Gramm, zu kaufen und j ‘ sck' n mit der Behandlung der befallenen Ste^c ix inen. Sicher erhält.: Univ.-Apoth. ,,Zum goldenen Engel". I 7 Danknoten. ist Wasser ebenfalls sehr wirksam. 833ss - Jtfi sage Sir . < > - Aber für uns bleibt die Verschlechterung Handelsbilanz doch wesentlich bedenklicher für England, das nicht durch Verarmung Zwangs-Reparationen auf einen Liebers hutz der als und aus Dörsenku-fe. (Ohne Gewähr.) bis 29, 19, 20, 12, bis kl eie 14, Tendenz stetig, Roggenkleie 14,40 14,50, Tendenz stetig, Diktoriaerbsen 22 bis kleine Erbsen 18 bis 20, Futtererbsen 18 bis Peluschken 19 bis 20, Ackerbohnen 19 bis Wicken 18,50 bis 20, Lupinen, blau 11 bis do. gelb 13,50 bis 15,50, Serradelle, neu 13 15, Rapskuchen 15,30 bis 15,60, Leinkuchen 21,20 bis 21,70, Trockenschnihel 9,90 bis 10,10, Torfmelasse 9,10 bis 9,20, Kartoffelflocken 18,90 bis 19,10. a 20 21 41 76 61 20 15 !2 08 167 76 17 2t t5 71 tu 29 113 38 «1 19 60,20 ■ i? 5,805 Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M. 25. März. Die im Schlußverkäufe der Mittagsbvrse eingetretene seichte Erholung übertrug sich auch auf den heutigen Abendverkehr, der für Attienwertc bei kleinen timsätzen eine freundliche Haltung erkennen lief}. Die Kursveränderungen waren aber belanglos. In Anleihen konnte sich nennens- 4.18 °1 34 76 23 20 05 -« 96 1'6 90 17 13 05 39 :8. 9 11? 9 80 79 69 ?0 l> 41 5,785 Ikvtz opferet ürmot ift SeuU,!M reld an kochsalzhaltigen Quellen, besonders im Taunus. Aus zwei der besten werden durch Abdampfung dir berühmten Fays echten Sodener Mineral-Pafttlle» hergestellt, die als Hausmittel bei Husten, Heiser» feit usw- B eltruf geniesten. Trinkkur mit Sodenec e Der Dörsenvvrftand Frankfurt üm Main teilt mit: Einer vom ‘Berliner Börsenvorstand gegebenen Anregung folgend, hat der Frankfurter Börsenvorstand im Einvernehmen mit der Kommission für Zulassung von Wertpapieren an der Börse zu Frankfurt beschlossen, ab 1. April die Reichsmarknotiz in der Regel mit dem fünften - Börsentage vor - Ablauf der Abstempelungsfrist auch dann einzuführen, wenn der Erlast der timftellungsbekanntmachung oder ihre Prüfung noch nicht beendet fein sollte. * Erhöhung der Kalipreise. Der Reichskolirat beschäftigte sich in seiner Sitzung am 24. März mit dem Antrag des Kalis,)ndikats auf Erhöhung der Kalipreise für das Inland. Der Antrag des Syndikats ging dahin, die Preise vom 16. April ab um durchschnittlich 5 Prozent zu erhöhen, wobei sich das Syndikat bereit erklärte, im Falle, datz seinem Anträge entsprochen werden sollte, für die Sommermonate weitgehende Rabatte und Kreditmöglichlei'en zu gewähren Der Reichskalirat beschloß, dem Anträge des Syndlkats entsprechend, gegen die vier Stimmen der Vertreter der Landwirtschaft. Der Vertreter des Reichswirtschaftsministeriums behielt sich die Stellungnahme des Herrn Reichswirtschaftsministers vor. 6 Verzinsung von Roggen- und Goldrenten briete n der Roggen- re n t e n b a n l 21.-®., Berlin. Der Berechnung der Aprilzinsen für die 5proz. Roggenrentenbriefe Reihe 12—18 wird ein Durchschni ts- preis von 11,34 Rm. für den Zentner Roggen zugrunde gelegt. Demgemäst werden kostenlos eingelöst die Zinsscheine über den Geldwert von 25 Pfund Roggen mit 2,83 Rm.. 125 Pfund Aoggen mit 14,17 Rm., 250 Pfund Roggen mit 28,35 Am. und 500 Pfund Roggen mit 56,70 Rm. -Die am 1. April fällig werdenden Zinsscheine der 5- und 8proz. Goldrentenbriefe der Roggenrentenbank werden zu drm atllgrdruck- ten Preis in Reichsmark kostenlos eingelöst. Warum haben wir den Krieg verloren? 3n der Samstagnummer Ihres gesch. Blattes Amtsgericht Gietzen. * Giehen, 24. März Im letzten Sommer fasten ein Hilfsarbeiter und ein Hausierer von hier in einer Brannttoernteirtschaft jufammen. Als sie ihr Geld vertrunken hatten, beschlossen sie, auf den Bettel zu gehen, um dann mit den erfochtenen Beträgen weiter zechen zu können. Auf ihrer Dettelfahrt kamen sie auch in ein Haus in der Walltorstraste, in dessen Flur, wie ihnen gesagt worden war, ‘'in Kinderwagen unbeaufsichtigt stand. Der Hilfsarbeiter ging fjtnrin, holte den Wagen heraus und stieh ihn dem Hausierer, der inzwischen auf der St raste Wache gestanden hatte, zu mit den Worten: „Der ist zu verkaufen, jedoch nicht unter 10 Mk." Der Hausierer nahm den Wagen und verkaufte ihn alsbald an eine Frau für 7 Mk., worauf die beiden Genossen den Erlös teilten und sofort wieder in Schnaps umsehten. Beide sind vielfach vorbestrafte Personen, der Hilfsarbeiter hat schon 45 Vorstrafen, während der Hausierer deren! nur 25 aufzuweisen ha!. Ersterer ist rückfälliger Dieb, während die Diebstahlsstrafen des Letzteren bereits 25 Jahre zurückiiegen. Ersterer wurde deshalb zu neun, letzterer zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Dienstknecht aus Polen hat im ketzten Sommer die deutsche Grenze ohne Pah und ohne Einreiseerlaubnis überschritten und sich seitdem in Deutschland aufgehalten. Mit Rücksicht darauf, dast er in der letzten Zeit mehrere Wochen auf einem Gut gearbeitet hat, kommt er mit einer Haftstrafe von drei Tagen davon. Dr. W. Hellpach 183 Seiten. In Leinenband 5 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. In diesem hervorragenden Werke ergreift der badische Unterrichtsminister Professor Dr. W. Hellpach, der gegenwärtig zugleich' Staatspräsident feines Landä ist, das Wort zu dem grundsätzlichen Problem des deutschen Schulwesens. Seine Arbeit steht auf dem festen Boden der Wirklichkeit und unternimmt es, aus dem Gewirr der heutigen Entwicklungen die Idee der Schule herauszuarbeiten, der künftigen Gestaltung die Prognose zu stellen und ihr zugleich der Weg zu weisen. In diesem Geiste werden allc akuten Fragen des schulischen Erziehungswesens analysiert — von der Volksschule bis zur Hochschule. Dabei tritt klar hervor, dast der Verfasser, bei aller Sorgfall, die er jenen beiden Schulformen zuwendet, dennoch die brennendsten Probleme im Gebiet des sogenannten mittleren Schul Wesens (Fortbildungs. Fach-, Mittel- und Bürgerschule. einfache Realschule) und des höheren Schulwesens erblickt. Hellpach hebt an mit einer Huldigung an Platon, der den Menschen dic „Idee' geschenkt hat und klingt aus in einem mutigen Ausblick auf die national?. Zukunft unseres Volkes. Eine Anzahl von Idealplänen der einzelnen Schulsormen und von Aufbauplänen vervollständigen die Schrift, die sich in wesentlichen Gedanken und Forderungen sehr beträchtlich von derjenigen des preuhifchen tinterrichts^ ministeriums scheidet. 156 ... eine Besprechung des von Prof. Dr. Hans Schmidt, Giehen, verfahten Buches „Wa^um haben wir den Krieg verloren?' veröffentlicht, die ebenso, wie das Buch selbst, geeignet ist, die grohen Taten unserer braven Frontkämpfer abzufchwächen. Alsbald nach Beendigung des grohen Weltkrieges wurde von amtlicher, wie auch von privater Seite, mit allen Kräften versucht, neben der Aufklärung der Schuldfrage, die tirsachen des Zusammenbruchs in 1918 zu ergründen. Hierbei war zu berücksichtigen, datz vor allem die große Zahl der Feinde, die lange Dauer des Krieges, nicht zuletzt aber auch das teilweife Versagen unserer Bundesgenossen, die Widerstandsfähigkeit unserer Kampftruppen ungünstig Beeinflußte. Hierzu kommt das Eingreifen Amerikas zu einer Zeit, wo unsere Truppen schon sehr abgekämpft waren, die ungünstig wirkenden Ernährungsschwierigkeiten, sowie die im Jahre 1918 besonders stark betriebene politische Einwirkung auf unsere Frontsoldaten. Alle diese tirnstände sind bei der Prüfung der Ursachen des Zusammenbruchs oder der Frage „Warum haben wir den Krieg verloren" von so weittragender Bedeutung, dah andere Erwägungen, so auch die Frage der Einwirkung des Alkohols auf die Kampffähigkeit unserer Truppen nicht ausschlaggebend sein können. Es wird durchai^ nicht Beitritten, dah auch drauhen im Felde der M i h b r a u ch von Alkohol ungünstige Wirkungen ausgeübt hat, dah hierdurch aber der Ausgang des Weltkrieges aucschlagiebend Beeinfluß! worden sei, wird im Ernst wohl niemand glauben. Andererseits erscheint es aber doch nutzer- ordentlich gewagt, derartige schwere Anklagen gegen Millionen unserer Volksgenossen zu richten, die Jahre hindurch mit großer Aufopferung unser Vaterland verteidigt haben. Julius Körner, 1. Vorsitzender des Gastwirtevereins von Giehen und Umgegend. Arankfnr'er (Sefrc^ebörfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M, 25. März. Es wurden notiert: Weizen, Wri'.erauer, 19 53 bis 25, Roggen, inländischer. 19.5) bis 23.25, Sommergerste für Drauzwecke 23 bis 30, Hafer, inländischer, 17 bis 22.25, Mais (gelb) 20, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 38.50 bis 40, Roggenmehl 32.50 bis 33.50, Weizenkleie 13 bis 13.25, Roggenkleie 14.25 bis 14.50. Tendenz: Etwas schwächer. Berliner Produktenbörse. Berlin, 25. März. Der Produktonmarkt war auf den Preisrü^ang in Amerika schwächer. Besonders für Roggen. Gerste nur beste Sorte verlangt. Hafer still, auch Mehl still, besonders Weizenmehl. In Futterartikel nur Roggenmehl verlangt. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 24 bis 249, do. April 270 bis 265,50, do. Juli 267 bis 266, Tendenz schwacher, Roggen, märf. 230 bis 234, do. Juli 236 bis 235,50, Tendenz schwächer, Gerste, märf. 225 bis 246, Futtergerste 205 bis 224, Tendenz ruhig, Hafer, märf. 183 bis 190, do. Juli 183, Tendenz matter, 2Rais, Mai 180.50, do. Juli 173, Tendenz, still, Raps 395 bis 400, Tendenz stetig, Leinsaat 390 bis 400; für je 100 Kilo: Weizenmehl 32,75 bis 35,50, Tendenz schwächer, Roggenmehl 31,25 bis 33,50, Tendenz schwächer. Weizen- Kirchlich^ TiciChristen. Israelitische Gemeinden. Isr. ReNgionSgemeinde. Gotters, k. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, den 28. März. Vorabd. 6.30, morg. 9.00, abds. 6.55 u. 7.35. Isr. RettglonSgesellschast. Sabbafteier,28.Märi Freitag abd. 6 20, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbatausgang 7.35. Wochengottesdienst morg. 6.45, abends 6.00. Bücherlnch, D ie Har t j es. Von August Hinrichs. 2. Auflage. 391 Seiten. Preis in Leinenband Mk. 5.—. Verlag von Quelle & Meyer. Hinrichs neuester Roman „Die HartjeS" war beim letzten Wrihnachtsfest wohl auf allen Tischen seiner zahlreichen Freunde und Verehrer zu finden, und einstimmig stellte die Kritik fest: endlich wieder ein echt deutscher Roman. Auch wir freuen uns, heute das 6. bis 10. Tausend dieses urwüchsigen Buches ayzeigen zu können, tim die den roten Faden des Romans bildende Geschichte gruppiert sich eine Fülle fesselnd gezeichneter Bilder und Gestalten aus jener Welt der droben auf der hohen Geest wohnenden niedersächsischen Dauern. Eine Menge kulturgeschichtlich interessanten Stoffes, alte Sitten und Bräuche bei Geburt, Taufe, Hochzeit, Tod und Begräbnis sind meisterhaft verarbeitet. Der glänzend geschriebene Roman vermittelt uns einen tiefen Blick in die gewaltige, urwüchsige Kraft, die noch immer in diesen niederdeutschen Stämmen steckt. 162 — Ethik. Don Oberschulrat Professor Dr. August Messer (Handbuch für höhere Schulen herausgeg. von Ministerialdirektor Dr. Richard Jahnke). Zweite, verbesserte Auflage. 137 S. Preis in Leinenband 4 Mk Verlag von Quelle 8- Meyer in Leipzig. Messer fügt mit dieser Schrift einen bedeutsamen Baustein in fein umfängliches literarisches Werk. Er gibt in ihr, nachdem er sich wiederholt schon ethischen Einzelfragen zugewendet hatte, einen gut geschlossenen Mintz der Lehre von der Sittlichkeit. Die Vorzüge, die seine Geschichte der Philosophie aus- zeichnen, gelten auch von diesem Buch. Dor allem eignet ihm eine durchsichtige Klarheit ein meisterlicher didaktischer Zug, eine schön 'auf- steigende Linie der- Gedankenführung und ein architektonischer Aufbau, tieberall merkt man in der vorliegenden Auflage die bessernde Hand des Verfassers, ber fein Buch auf der Höhe der Wisfenschaft hält. Es wird nicht nur, dem Programm der Sammlung entsprechend, dem Schulmann sondern jedem dienen, der sich in ethische Probleme etnfüljren lassen will. 160 . , — Wes ens gestalt ung der deut- scheu Schule. Don Staatspräsident Professor tottiey «sewyltft nicht entwickeln, vprozennge Reichsanleihen schloffen zu 0,632. EtwaS lebhafter ging es am Pfandbriefn^rrkte zu, wo das Interesfe neu auflebte, ohne indessen höhere Kurse zuwege zu bringen. Einige Rachfrage stellte sich auch für Bankaktien ein, von denen Reichsbank- anteile weitere l7/s Prozent gewannen Auch Deutsche Dank, Handelsgesellschaft und Diskonto notierten höher. Don Pfandbriefen wurden genannt: Frankfurter Hypothekenbank 7,40. Rhei« nische Hypothekenbank 7,25, Preußische Zentralbodenkredit 7,25. Rheinisch-Westfälische Doden- kerdit 6,75, Süddeutscher Dodenkredit 6,55, Meininger Hypothekenbank 6.95. Die Börse schloß zuversichtlich und in gebesserter Haltung. Bankaktien: Berliner Haichelsgesellschast 156, Commerzbank IO8V2. Darmstädter Bank 317,50, De rische Dank 134,75, D skoitogeftt'schaft 126,50, Dresdner Dank 114.50, Metallbank 117.50,Mittel- d'utsche tbank 107, R ".chsbant 143. Montanaktien: Ilso Bergbau 29,50, Kali Aschersleben 17.30, do. Westeregeln 22. Mannesmann 62.50, Phönix 61,25, Rhein stahl 55. Tellus 3 50. Elektro- all en: Akkumulatoren 129, AEG. 11.50. Elektrisch L'cht und Kraft 6.90. Transporrikt en: Rordd. Lloyd 91,75. Industrieakrien: Adlerwerke 3.70, Dad'sche Anilin 147, Dingwerke 4, Deutsche Erdöl 58,50. Sch^ideanstalt 143,50. Dycke-hoff und W dmann 4.75. Elberfelder Farben 27.62, Goldschmidt 113, Holzmann 5 675, Ho'zverk hlung 8,05. Iunghans 12,25, Kemp 0,52, Rheinisches Metall Vorzug 66,75, Rütgerswerke 16, Sichel 2,60, Waytz und Frehtag 3,475, Zucker Frankenthal 4,15. nationalen Devisenmarkt lag Me Franken-Devise erholt. Devisenmarkt Derlia—Frankfurt e. M. <9m Billionen Mart aufcitbrütft. BnenoS-AtreS, London. Wen« hort. 9tman, Rio be Janeiro fär eine Einheit, Wien and Vnbaoeü nh 100000 ein betten, alle- übrige für IW Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gietzener Anzeigers".) Der l in. 25. März. Die Tendenz, in der sich die Börse bereits feit einigen Tagen befindet. erfuhr auch heute leine Arnderung. Die Ge- schäftstätigkeit war äutzerst min mal, da sich die Beteiligung des Publikums durchaus nicht zu heben scheint und die Spekulation vor dem til- tiino keine nennenswerten Engagements ei gehen will. Ein stärkerer Kursdruck wird ih der Hauptsache nur dadurch vermieden, datz der Geldmarkt dauernd flüssig ist. Tägliches Geld unverändert 7 bis 9 Prozent, Monatsgeld 10 bis 12 Prozent. Privatdislont 8 Prozent. In den an sich schon lustlosen Geschäftsgang wurde noch ein weiteres versftmmendes Moment dadurch hineingetragen, datz am Anleihemarkt starke Kursfenkungen auftraten. Kriegsanleihe eröffneten Aum Schlutzkurs der gestrigen F.anksurter Abendbörse. Das Zutrauen der Spekulation zu diesem Papier scheint dadurch einen erheblichen Ruck bekommen zu haben, datz man jetzt hartnäckig behauptet, dah an der Trennung zwischen altem und spekulativem Besitz festgehalten wird, sofern eine Aufwertung erfolgt. Daneben wurde in Maklerkreisen auch heute noch der- Entwurf der Satzungen des Liquidationsvereins besprochen, dessen Einzelheiten bekanntlich für die Mehrzahl der kleinen Matter als untragbar bezeichnet wird. Wie wir erfahren, ist in der gestrigen Abend-Sihuna der Maklerschaft diese Auffassung deutlich zum Ausdruck gekommen mit dem Ergebnis. datz noch in dieser Woche neue Verhandlungen zwischen Mattern und den übrigen Interessenten ausgenommen werden. Am inter- wer Du bist: Dein Gleicheres verrät es! Vornehmlich zeigt es die Pflege Deines Haares. Sie beutet gleichsam Dein inneres Ich, sie läßt Deine persönliche Eigenart erkennen. Nur auf einem gesunden, gut durchbluteten Haarboden, der frei von Schinnen und Schuppen, frei von allen Unreinheiten ist, kann schönes, volles, seidiges Haar wachsen und gedeihen! Tägliche Pflege des Haarbodens und Haares mit dem Kräuterhaarwasser Iavol wirkt nervenstärkend und zellbildend auf die Haarwurzel. Haar- persönlicher Eigenart und pflege Detntzaac rrui I°v°l Qacof mit Zett. Iavol oh^e Sett?*/, SLIM, 2İD^ppelE?4^^Iavol,G°lb (Tef^betS »Tht lüftend) 2,- und 4,-. Iavvk.Golb.Kvpfw-schputv-r. prachtvoll schäumend, Deutel 0,20. In allen Fachgeschäften erhältlich sArikultur G.m.b.tz., Osfleebad Kolberg. am ave dm jenege. Haven wir durch politische timstände einen Teil unserer Absatzgebiete verloren und müssen dieselben mühselig zurückgewinnen. Hier ist freilich ein absoluter Pessimismus nicht am Platze Das letzte Jahr hat gezeigt, daS die deu schrn Daren vielerorts wieder benötigt und verlangt teerten, wie z. D. unsere Ausfubrbeziehungen zu Ländern wie Argentinien und Canada sich gebessert haben. Andererseits aber hat die Rachkrnegszeit nicht nur zu unserem Schaden, fonbem zu dem sehr vieler europäischer Exportländer, ein Erstarken des Protektionismus in überseeischen Ländern mit sich gebracht, das in immer neuen Zoll- erhöhungen zum Ausdruck kommt. So haben die Bereinigten Staaten von Amerika. Indien, Australien, Japan, Südafrika ihre Zölle wesentlich gesteigert. Dazu kommt, datz auch in Europa die Schuhzollwelle eher ansteigt als verebbt. Zu diesem wichtigen, unsere Handelsbilanz schwer benachteiligenden tim (taube kommt dann noch die Steigerung der Weltmarktpreise für die meisten Äahrungsmittel und Rohstoffe, unB gerade solche, die wir zu beziehen haben. Dor allem hat das letzte Jahr eine auherordentlichr Steigerung der Weizen- und Futtermit elpreise geb acht, im Zusammenhang mit dem schlechten Ausfall der eana» dischen Ernte und den grohen Käu'en Rußlands. Ferner haben wir eine noch nicht dagewesene Teuerung in australischer Wolle erlebt, welche alte Bezieherländer schwer belastet. Während aber die Rahrungsmittel- und Rohstoffpreise des Weltmarktes, von denen heute unsere Wirtschaft noch stärker abhängt als vor dein Kriege (da wir auch landwirtschaftliche Flächen und unsere Kolonien verloren haben), stark gestiegen sind, konnten die Preise der Fectigiabrikate nicht annähernd im gleichen Tempo mittleren, weil die internationale Kaufkraft für Fertigwaren geschwächt bleibt. Aus diesem Mihverhältnis allein muh sich schon eine wesentliche Verschlechte amg der Handelsbilanz ergeben. Richt nur Bei uns, auch 5. V. in England, brifen Handelsbilanz im Iah' e 1924 einen Einfuhrüberschuh von fast 7 Milliarden Mark (anstatt ca. 3 im Frieden) aufgewiesen hat. der Handelsbilanz geradezu angewi.'sen ist. Die höchst bedauerlichen Ergebnisse unserer Handelsbilanz sollten von weittragender wirt- schastspolit-scher W'rkung fein. Sie sollten unfern einstigen Feinden brrüber die Augen öffnen, wie weit Deutschland heute „in der Lage" ist. zu „zahlen"! Sie sollten vor allem die auswärtigen Wirischaftspoli Per b~rüB‘r befth'e'. wie wenig mit den sogenannten Z fs rn des Volkswohlstandes als Basis für Zwangs! ist nagen aiyri ngen ist, wenn man nicht m'tberücksichiizt, dah der'Wohlstand eines Dolles jederzeit durch neue wirtschaftliche Entwicklungen in Mitte d Schaft gezogen werden tann Man kann auch frer über Einnahmen erst verfügen, wenn sie da sind. Einen Ausfuhr Überschuh zu eskomptieren, ehe er vorhanden ift. ist unmöglich. Ferner aber können die Ergebnisse unserer Handelsb lau-, auch irmen= wirtschaftl'ch belehrend wirken. Sie können zeigen, wie verhängnisvoll es sein must, gerade in solcher Zeit eine Verkürzung der Arbeitszeit einzuführen, die anerkanntermatzen die Produktivität unfered Landes noch weiter verringern und die Möglichkeit der Ausfuhrsteig!"—ng noch weiter verkürzen mutz. Wenn die A-^fter mrinen, damit den Interessen des deutschen Arbeiters zu dienen, so vergessen sie, datz der deutsche Arbeiter bei verringerter Arbeitsleistung mittelbar seinen eigenen Interessen schadet, weil er die Ausfuhr verringert. Möge diese Einsicht noch rechtzeitig kommen. SPerfln, 25 T?äri ?lmcr(frtnff(t)e Woten . . . . . Belgische Noten Tmii'chc Noten Englische Roten ....... ftraiuonicfic Noten ...... Holländische Noten ..... 5 t lienische Noten..... Norwegische Noten D-'usttb-Lencrr, ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schwester Noten ..... Spanische Noten , Tschechoslowakische Noten • . Ungarische No:eu. . ... Datnm: 5*7 Deutsche Netch?anteN>r 4%, Dcu'sche Ncichoauleide 3'/,u/n Deutsche N.-ich-onlelhe 3°, Deutsche Reichs inleihe Deutsche Svarpramienaulethe 4% Preußische Konsols . . . 4°0 Hessen........... 3Vi% Hessen 3°/o Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Änl. dro- Doll "Schatz-Anneiing.'l **/o Zolltürken ........ 5% Golomerikaner .... Berliner HandclSqesellschaft. Commerz- und Pnvat-L'ank Tarmst. und yta.ioiiaüxmt . Teuk'che ......... Deutsche ^creinsbank .... DiSconlo Conimandit .... Metall dank Miueldcut'che Kreditbank . . Teste reichlieve Creduauslalt Weüdank.......... Bochumer Gaß ..... Buder..S............ Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchci.cr Bergwerke. . Harpei'er Bergbau Üalnvcrfe Slsäicrsleben. . . . Äaliivcrk Westeregeln..... Laurahültc......... Lberbedars Phönix Bergbau Rhciuuahl Riebeck Montau Tellus Bergbau ... Samburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd..... Chcramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philrpp Holjmann...... Anglo Cour -Guano . . . .. Badische Anilin........ Chemische Mayer Alaptu . . Goldschmidt Gries eimer Electron .... Höchster F>irvwerke...... Holwcrkomutig........ Nütgerswerke Echcideanstalt Alla. Elektrizilats-Sesellschaft Bergmann Mainkraftwerke........ Cchuckert........... Siemens 4 HalSke Adlerwerke filfticc Daimler Motoren. ...... Heuligcnstaedt......... cguin............ Motorenwerke Mannheim . ^ranlfnrter Armaturen . . flo’ifcrocnfabrif Braun . . Metallgelell chast Frankfurt. Be« Union A G. . Echub'abrik Her; Sichel Hellstem Galdhof....... Surtevfolirif Arankenthal . . ßueterfabrit Waghäusel - . . 2«. Mär, 5 Marz Vmtlich, (' flO Nottrrnni yrief. VmtliHe .'tofHrtti Äel» 6c'.s Hmrt.-Aoti l«7.3O 167,81 167.27 16. .«) Burn -Airr« Brll Antw ,.61 71 33'i 1.6«'« 1/58 1 ‘62 ?1 ?95 21 385 21 445 Cbriftiauia. 65 32 65 18 65.62 65 8 .tropenbagcn 76 21 76 42 76. <2 113,05 76 62 Stockholm 313 05 113 13 113. 3 HrlsingforS 10.555 10 59. 10 562 10 602 Italien. ■ 17.06 >7 10 17 OS 17 2 London - . . 20 057 20,1»7 20,075 20 125 NetWork . - 4,195 21 97 4,205 4,19". 4,205 Tnrt< • - • 21 03 21 97 V* 03 Schweiz • 80 835 81 085 80 89 M 09 Sva fett . bti 83 M,97 6d 73 59 87 Iavan - . • 3 728 1.732 1.738 3.-42 b.«4 ftio de Ian Wien in D-- b.ltil 0,W6 L.463 Ceft. abgest 59,13 69.27 69.13 69,27 12 '8 Prag 12.1 8 12.478 12 44 Bcl irad . . 63 6.6> t «1 6 64 Dudavell. - Bul arten 6 839 5,829 6 815 6,8 (5 >.05» 5,065 1 T> F.055 “Rabon Danzig. . 19 1 25 19 >7. 19 9?» 19 975 8 80 0.5 <'J 8.5 80 05 Konst nrin. 2 174 6.184 18 4,19 6.78 Alben. . • b 78 ' 89 o,76 Sckliih« fx r» Sä-luft!>. ?lrsit )• br. ie ?»rnt-. s.u » Sckluftk. Mag» ■ rt. 21. 3. 2 3. 24. 3. '■ 6775 n 682 69 1 69 0.S6 —— d.Rf < 8 0 84 0.8*: 0 83 >> 75» 1 13 1.0', ' 14 1,02 0.170 n 46 0.47 ■ 'S 0,975 0.9 0,96 0/21 — 1 1.015 1.65 1,15 — — 1 1 1 — 0 8 0 92 94,75 9« 7- 4.7 — 1,75 91 65 1 75 1 75 1 9 80 9 85 9,9 9 7 1 3S 33. > - —— 11? 156 ‘57,25 155,75 108 21 '08 5 1 103,5 1U8 80 lo7 5 1-47,5 > 7.5 1 8 134 3 .75 134,25 134 0 3- (i 36 — — 1.5.1' 126,5 1 -.5 75 >6i: 117 5 117 5 ,— .— 19675 107 8.9'1 1 6 108,10 v I 9 8.71 0,11 0.11 0,2 0,2 — — 82 81,1' 17 75 16 71 17,3') 17 10 10 5 19 21 — 10 13 72,5 /*) 72,5 -1 81,5 1,6 81 00 1'8 5 138,75 139,5 138 25 17 .5 1< ,3 17 5 17 30 22 22 ■>2 2 6 75 6.75 6 80 6 8 10.62 10 JO 6! 10 6 0,62 61,25 6> 60 62 4,75 51 '5.62 54 60 105 104 105,25 103 6: 3 50 3 5 - 86 86.5 86,50 «6,75 Vila 91 75 3,75 93,50 —> __ — 91 25 91 _ 5 73 5 675 85,2 84,25 —- >51 145 145 41 147 146 116.25 0 45 — 1 12,5 113 m 112 2.5 7.45 — 27.12 27 13 27,50 137 27 3 135,5 8 8,05 — 16 16 15,25 16 in 140,5 -1 40 *t . 0 ‘1.50 II 40 »7 85 17,7 18 17,90 8i . 8 5 63 75 63 25 63,75 r3,5 72,5 72 73 72 59 r 62 ? 70 3.62 3 62 ,1. . 5.6 5,6: 5 62 3 15 3.2. — 8 5 8 t 8,1 8 1 — 102,25 102,75 0 655 0 61 1.1 1 1 1 13 25 131.25 —- 2,27 2/75 2,25 2,2.5 3 6 3,8 3.1 3,3 2 7 25 y.no 2 6 2,70 1- 3 11 3 12,30 12,3 1 05 1> 3.4 73,4 —■ —- hm?" 5i< S? Ä'«. ...""Lamüli , äortf«B«W •***< Ks’S' Soll ich Ach, bitte, EandereM eine kleine „Sille, N1' Lch will es Sie Fürstin griöonlringen t sahen die beiden Sanders He Fingern der fd)i einige Mole nn „dtjorafterff „Was beheiz J1 ist die tiebrigfie. >e dem Durchs-WN „6eri wahr! den unüberroinoli "5ur Di vnh'cke Für diesen solche mittel in heitsschädlichen drüsenpräparate btbatl unbeding allen Fällen a Jerbesserung ch unternehmen tot Mitteln greifen lichen Stossen V Loluüa-Aerne, t Leser aus den iviedergegebenrn zeugen kann. Sl3rkung Gießen, d spreche : Dank aus Für di tiger leit unvergeß g Wi8«k,d« WWW . Für die ,tti Heima ^lr auf die« besondere ( dle Irostreic , Für di, "ahme So, spenden b. Versag, förK Sei Der 1 Schlafzimmer Eiche gebeizt, Tanne gestrichen auf langfristige Teilzahlung WM £I1W 1 _____ _______ _____ _____ SöTKia I "efttt in jeder gewünschten Aur- vriiajua/en UlKl 4UI Rottung flilreiii und nreirwerl I bie vrLhl'sche Uviversititr-Vnickerei. 8. Lange, 6*et!* * 7. ^7 A & «x b»h>ix -®ort u nimmt ^ngen die S nb ihf «n ®nall« Men ^br-nnL^ unb J^r- ad> HA ^Lhrren -r den 'M? BwÄbv u,'Me &on wSSur »it’Ä UM°"ÄW 156 Dreßen. ‘*%StaTS »ÄS S'Äl'tWcA tt ÜA den tiwn men sie auch in ß..in dessen ^ JJ ^NndmL^. ™ter fling M, ’ u«ü) st,eh ihn btt mf der Strafte Dach en Dvtten .Der t» unter 10 Xu ft en und verkaufte fr, 1 7 M„ woraus btr >« keiften unb fofor iw. Beide sind Dieb der hilsSardeiler Hai rd der Hausierer dem Pierer ist rüchälsta« ilSsirafen des Letztem regen. Ersterer tourte erer zu zwei Me erurteilt. 1 Polen hat im letzten »renzc ohne Pah und überschritten und sch msgehalten. Mit 3üd )er letzten Zeit mehren gearbeitet Hal, fomr sc von drei Laae- ?isM tSoon* r^rcl. ,ot 6«^ i )stse-b->°^ >en wir den ‘Floren? ner Ihres gesch Aatni ton Prof. Dr. $wll ?n DuchÄ „Doroins :g verloren?'^ e das Buch selbst, gt- Taten unserer btatr hen. igmg des groben 'M ich'i, wie auch von pr Kräften versucht, nrtr« huldsragc. die Urw 1918 zu ergründen §uj' icn dab vor allein b: , die lange Dauer M 5»r auch das telÜDtA «csgenossen, die Dikxr rnmpstrupM ungün« rt das Eingreifen 2Wf unsere Truppen W !>je ungünstig kvirkendo ■ । sowie die im tricbcne poftA )uttoldrken Alle M Drüftmg der Ursachen Sw AS ;inwtrlungdesM°" unserer TruvM r^L°V MZ -HS mit gwbrr igt haben. LS-«» mgegend. ^richten« *£&*-*" S-SÄH Feuer mn Nordpol. Technisch.poltttfcher Roman aus der Gegenwart. Don Karl-August von öa f f e r L 2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Stefanescu war so gewandt, den rumänischen Rittmeister in ein eifriges Gespräch zu verwickeln. „Man berichtet ja wahre Wunderdinge über ihre Tätigkeit", begann die junge Frau. „Es heißt, daß Sie nicht nur Wasser, sondern auch Oel, ja sogar Gold zu finden vermöchten." ,Lch hatte einiges Glück In (Tampina. Gold gibt es leider dort nicht. So muhte ich mich auf Petroleum beschränken." „Aber in Bukarest haben Sie doch nichts zu tun? Sie müssen sich ja auch von Ihren Hnftren- gungen erholen." „Es gibt genug des Interessanten hier." „Für einen Fremden mag unsere kleine Hauptstadt ganz amüsant sein. Mich langweilt sie." Ich rinde dasselbe wie überall, wo viele Menschen beisammen sind: Eigenartige Charaktere." „Die wollen Sie die hier finden?" staunte die junge Frau. „Mit meiner Dünscheirute." Sie lächelte ungläubig. „Soll ich es Ihnen zeigen?" „Ach, bitte, ja. Haben Sie denn Ihr Dun- berinffrument immer bei sich?" Sanders zog aus der Tasche feines Smokings eine kleine silberne Rute hervor. „Bitte, Fürstin, legen Sie Ihre Hand auf den Tisch." „Wollen Sie meinen Charakter erröten?" ,Lch will es versuchen." Die Fürstin streckte ernsthaft eine schlanke, mit Drillantringen bedeckte Hand aus. Aufmerksam sahen die beiden Rumänen zu. Sanders Helt die Rute über den feingliedrigen Fingern der schönen Frau. Sofort drehte sie sich einige Male nach vorn, bann zurück. „Charakterstärke sieben", sagte der Deutsche. „Was bedeutet das?" „11 ist die höchste Zahl, die ich fand, 1 die niedrigste. Ihre Energie steht an Stärke west über dem Durchschnitt der Frauen." „Se'-r wahr'" rief der Rittmeister. ,Zch kenne den unüberwindlichen Charakter der Frau Fürstin." ..Litte weiter'. |agic btc junge $rau Die Rute drehte aufs neue. Bald schneller, bald blieb sie stehen. Sann zuckte sie, machte halbe Drehungen, zögerte. Sanders gab gleichzeitige Erklärungen. »Der weibliche Ausschlag. Auch oei Eiern würde ich angeben können, ob ein Hühnchen ober ein Hahn herauskommen wird. — Starkes Selbst- bewuytsein. Bielleicht geringe Ueberhebung. — Verschlossenheit — Mißtrauen gegen die Umgebung, daher nicht immer offen." Leb. ast unterbrach chn die Fürstin. Dollen -sie damit anbeuten, daß ich lüge?" .Damen lügen nie. Sie stellen die Dinge nur häufig so bar, wie sie gern gesehen haben wollen — und glauben schließlich selber daran." „Sie sind nicht sehr höflich", meinte die junge Frau. ,Lch kann nur sagen, was die Rute mir zeigt. Aber geben rtr bas opicl lieber auf." Er steckte die Silberschlinge in dir Tasche. „Nein, bitte, fahren Sie fort Und zwar völlig rücksichtslos. Ich will auch nichr beleidigt sein." Aufs neue bre te die Rute. „Begeisterungsfähigkeit. — Ein wenig Abenteurerlust. — Unbefriedigtsein. — Zerstreuungs- sucht. Mehr vermag ich nicht zu sagen." „Und doch machte Ihre baguette bioinatoirc einige Bewegungen, für die Sie keine Erklärung gaben." „Cs waren mir selber unbekannte Ausschläge." „Ober die Höflichkeit verbot Ihnen, alles zu sagen." Sanders antwortete nicht. Die Fürstin fuhr fort: „Ich sehe wenigstens, baß Sie nicht zu lügen vermögen." Und unvermittelt fuhr sie fort: „Sie scheinen mir überhaupt kein großer Verehrer der Frauen zu sein." „3d) bewundere die Frauen sehr. Besonders wegen ihrer Gabe, Unausgesprochenes zu erraten." „Gewiß sind Sie schon viel geliebt worden! Ein Mann mit Ihren interessanten Fähigkeiten —" „Mir schenkte seit unbentbaren Zeiten keine Frau ihre Liebe", sagte Sanders tiefernst. „Meine Arbeit gestattet mir leine Zerstreuung. Sie verlangt unbeirrbare, völlige Hingabe." „Wenn aber nun doch eine große Liebe Gewalt über Sie bekäme?" •x>te wird mir jo eicht nicht begegnen „Verschwören Sie bas nicht! Sie befinden sich m einem Lande der seltsamsten Abenteuer und der heißesten Leidenschaften." Die Fürstin wandte sich an «lejanescu. „Wie lange haben Sie in Cam- pina zu tun?" „Unser Besuch war auf 24 Stunden bemessen." ./Dann erwarte ich von Ihnen, daß Sie aur der Rückfahrt mit Herrn Sanders zusammen in Sara tu vorsprechen und mindestens einen Tag bei mir bleiben.“ Der Rumäne warf einen fragenden Blick auf Sanders. „Es wird mir eine besondere Ehre sein", sagte dieser, sich oerneigenb. Die junge Frau erhob sich. „Ich versprach, noch zum letzten Akt in die Toska zu kommen. Auf Wiedersehen in Saratu!" Sie reichte beiden Herren die Hand und verschwand mit ihrem Begleiter. ö. Großes Petrolenmselb in ber Gegend von Camps na. So weil das Auge blickt: Verstreute, graue, hölzerne Bohrtürme. Dazwischen grüngelbe Maisfelder. Dcltanfs, Verwaltungsgebäude der Petroleumgesellschaften, Eisenbahngeleise, gehende und foinmenbc Arbeiter. Auspuff der Benzinmotoren, Geschrei, Maschinenrasseln, Rauch und Stank. An den grünen Hängen des Karpathenmassivs lang dahingestreckt bie weißen Häuser des freunb- lichen Städtchens. Darüber bie gleißende Sonne bes Balkans unb der durchdringende, durch nichts zu betäubende Geruch von Petroleum. Georg Nagel, der junge Ingenieur, und Walter, der Bo rmeifter, verließen ein weißes, einstöckiges Häuschen unb schritten einem der Bohrtürme zu. „Eine gottverfluchte Gegend", meinte Walter unb wischte den Schweiß unter ber breiten Krempe des Strohhutes ab. „Ich halte hier auch nur so lange aus, bis ich genügend Geld gemacht habe", sagte Nagel. „Aber in unserem armen, von den Franzosen geknechteten Daterlande gibt es ja für unfereinen keine ausreichenden Erwerbsmöglichkeiten mc' r." „Sie sind also nicht freiwillig hierhergekommen." „Halb unb halb Nach einer Versammlung in München beteiligte ich mich daran, einige Kommunisten zu verhauen. Das nahm man mir krumm uno wollte mich ein|perren. xw ging ich über die Grenze noch Oesterreich und landete schließlich hier/ Kurzes Schweigen unb langsames Weiter stampfen im hitzigen, ölgeschwängerten Dunste. „Wie urteilen Sie über die Wünschelrute?" bc gönn der Bohrmeister aufs neue. „Die Sache ist rvohl noch nicht genügend gc klärt. Ich machte selbst einige aelungcne Degehun gen auf Dosier mit der Rute. Auch ist es erwiesen daß geschickte Rutengänger Metalle. Salze, Kohle und Delc festzustellen vermögen, aber doch wohl immer nur in nicht zu großer Tiefe." „Aber für Herrn Sanders scheint auch eine große Tiefe kein Hindernis zu bieten." „Denn nur die Halste von dem zutrifst. wo Sanders behauptet, bann Ist er ein Phänomen sagte der junge Ingenieur. „Wie erklärt man überhaupt bie merkwürdigen Bewegungen der IRute9" „Erklärungen gibt es viele. Einwandfrei feit gestellt ist noch nichts." „Ich kann mir nur vorstellen, daß die Bc roegungen von dem Rutengänger selber, wenn audj unbewußt, oorgenommen werden." „Wahrscheinlich verhält cs sich so, obgleich alle Rutengänge> das Gefühl laben als wenn cim fremde Macht ihre Arme regiert. Am meisten leuch tet mir ein: Seit den Forschungen Rutherfords wissen wir, daß sämtliche Elemente sich unausge setzt im Zustande des Atomzersalls befinden. Ein Stoff geht in den anderen über, und bei diesem Vorschlag entstehen Strahlen von ungeheurer Euer gie. Die uns bekannteste Strahlkraft besitzt das Ra bium. Es ist nun lehr gut möglich, daß di-fe Stroh len in einem Teile des menschlichen Gehirns, da man vielfach ass Unterbewußtsein bezeichnet. Real tiunen auslösen, die zu beftimmen, aber unbemuf- ten Bewegungen der Hand- und Armmuskulati führen. Die Deutung dieser Bewegungen, die bc jeder stofflichen Sirahlungsenergie verschieden sind erwirbt sich der Rutengänger d ird) längere Ersah rung, so daß schließlich bei jedem Ausschläge bc. Rute automatisch die Darstellung irgendeines Stof fes ergibt. Diese unbewußten Vorgänge können nod> durch Gedankenverbindungen, Wirkung von örtlichen An-,eicl)en, Erfahrung, Gentch, vielleicht auch durch Hettsehen unterstützt werden." (Fortsetzung folgt.) Zur Bekämpfung und Verhinderung der^orpulenz Für diesen Zweck können für Laien nur solche Mittel in Frage kommen, die leine gesund-- heitsschüdlichen S os e, indbeionöerc keine Schild-- drüsenprüparole enthalten. Krankhaft« Korpulenz bedarf unbedingt der ärztlichen Behandlung. 3n allen Fällen aber, wo gesunde Personen zur Berbesserung ihrer äußeren Erscheinung etwas unternehmen wollen, sollten sie nur zu solchen Mitteln greifen, die frei von gesundheitsschädlichen Stoffen sind. Ein solches Mittel sind die Toluba-Kerne, von deren Bekömmlichkeit sich der Leser aus den nur teilweise und auszugsweise coiedergegebenen Anerletinungsschreiben überzeugen kann. Aerzte äußern sich beispielsweise über die Wirkung der in letzter Zeit ganz wesentlich ver- besterten Toluba-Kerne folgendermaßen: Es durfte Sie interessieren, daß ich bei meiner vorigen Kur ca. 30 Pfund Abnahme zu verzeichnen halte. Ich gebrauchte allerdings öfter dreimal täglich 3 Kerne, habe mich aber hervorragend wohl gefühlt, also keinerlei Schädigung gespürt, trotz der hohen Dosis. Dr. med. QI. in W. — Bach den ersten Wochen des Gebrauchs der Toluba-Kernc ohne Störung des Berdau- ungsmechanismus, konnte ich trotz Beibehaltung der alten Lebensweise des Patienten eine Gewichtsabnahme von 4 Pfund konstatieren. Patient fühlte sich wohler als früher und wird die Kur gern fortsehen. Dr. med. M. in G. — Nachdem sich die erste Sendung als erfolgreich gezeigt hat, ersuch« ich um Zusendung einer Packung zu 90 Gramm. Medizinalrat Dr. P. in L. Ein Qlpothekenbesiher schreibt: Wie wiederholt mitgeteilt wurde, haben die Toluba-^Kerne die versprochene Wirkung gezeigt, tote hier mit der Personenwage in der Qlpotheke festgestellt wird. Dr. S. in D. Verbraucher des Präparates urteilen wie folat: Da mir Toluba-Kerne große Dienste geleistet haben, bitte ich um Zusendung von 9 Schachteln. Oberpostsekretär P. in G. — 2ch werde eine lebende Reklame in einigen Wochen sein, denn die Erfolge sind großartig! Frau Sy S). in B. — ... ich bitte Sie. mir fünfmal 30 Gramm Ihrer vorzüglichen Toluba-Kerne zuzusenden. Dr. F. in Bad R. — ... Gebrauche seit längerer Zeit Ihre Loluba-Kerne mit gutem Erfolg und habe schon mehrere Male Leidensgenossen Toluba-Kerne empfohlen, die mir immer sehr dankbar waren. Frau M. S. in M. — ... ich bin mit dem Präparat sehr zufrieden. Frau Amtsgerichtsrat M. in P. . nur allein Ißt 1 Kur hilft mir, die ich beteilt* zweimal mit bestem Erfolg anwandte Frl. V. W. in W. — ... 270 Gr. Toluba-Kerne habe ich bis jetzt eingenommen und 8 Pfund abg nommen. Frau O. A. in W. ... Ich bin mit dem Erfolg sehr zufrieden. Baronin D in W. — Ich bitte um weitere zwei Schachteln Toluba-Kerne zur Fortsetzung der bis jetzt erfolgreichen Entiettungsiux. M. P in W. — habe innerhalb einiger Wochen 17 Pfund abgenommen und suhle mich wie neu geboren. P. Th. in K. - ... ich möchte Toluba- Kerne nicht mehr entbehren! I. B. iu M. .. ich hatte Toluba-Kerne früher schon im Gebrauch und war mit dem Erfolg sehr zufrieden. P. W. in An. Cßerlangen Sie in der Apotheke ausdrücklich Toluba. Die echten Toluba-Kerne sind nur in Apotheken erhältlich, sicher. Tkniversitälsapotheke Zum goldenen Engel. 2992A Nach Gottes uncrforschlichem Rat verschied am 24. März 3M unser herzensguter Sohn, Bruder, Enkel und Neffe Kg I Karl Rock I nachdem er kürzlich das Seminar verließ, im 20. Lebensjahr an einem Herzschlag. In tiefem Schmerz: Karl Rock und Frau Katharine geb. Menge1 Ottilie Rock, Frida Rock Erna Rock nebst allen Angehörigen. ‘‘ d Hattenrod, den 25. März 1925. 'J1 Die Beerdigung findet Freitag 21/, Uhr statt. 3085D ijwj*- y ’/ä Hugo Böhlig. Gießen, den 25. März 1925. 02640 3099V Karl Heß 01619 Vorverkauf 3070V in den Zigarrengeschäflen v. Nkmeier u. Loeb, Marktpl. 15 n. Dahnhofstr. 52 w spreche ich Dank aus. geb. Cotta hiermit meinen herzlichsten f Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranzspenden bei dem Ableben meiner lieben Mutter sage allen meinen herzlichen Dank. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Sattler für die trostreichen Worte am Grabe. Die trauernden Hinterbliebenen: Balthaser Keller. Wieseck, den 25. März 1925. Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang meiner unvergeßlichen Gattin Frau Marie Böhlig Köstritzer Schwarzbier das Stärkungs- und Kräftigungsmittel für Kranke, Gentsende, Nervöse Schwache, Blutarme, Wöch- neri nan und stillende Mütter in Flaschen frei Haus nur durch Emil Schmall, Biergroßhandlung TelephonNr.83 GIESSEN Frankfurt.Str.7 Deutschlands größte Menagerie- u. Raubtierdreffur-§chau 21. Fischer & C. Holzmüller. Am Sonntag, dem 29. SRärx, nachm. 4 Uhr aaf dem Osroalbsgarten EröffnungsPrunMorstellung Das Programm der Sensationen! Einzig dastehende SgM?k'NM-MSMüllk«!nKSU?kMkll!l?|tig Darstellungen wcrKtägliL nachmittags 4 u. 6 Uhr u. von 8-10 Uhr. Die Menagerie ist tLgl. ab 10 Uhr norm, geöffnet Sichern Sie sich rechnest. 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In dem Festbuch ist ein bestimmter Raum für Empfehlungs-Anzeigen der Geschäftswelt vorgesehen. Der Versand des Buches an die von auswärts erwarteten Turngäste, deren Zahl sich auf viele Tausende beläuft, erfolgt etwa drei Wochen vor dem Fest, sodaß den Besuchern weitgehend Gelegenheit geboten ist, die Ankündigungen des Festbuches in allen Teilen eingehend zur Kenntnis zu nehmen. Außerdem ist vorgesehen, daß auch jeder weitere Festbesucher bestimmt in den Besitz des Festbuches gelangt. Hierdurch wird der Geschäftswelt (Hotels, Gastwirtschaften, Cafös, Lebens- und Genußmittelgeschäfte usw.) eine wirksame Insertionsgelegenheit an die Hand gegeben. Anfragen wegen Aufgabe von Anzeigen sind nur an den Presseausschuh (Vorsitzender: Redakteur E. Blumschein, Gießen, Asterweg 55) zu richten. Im Hinblick auf die Notwendigkeit der baldigen Fertigstellung des Buches bitten wir die Geschäftswelt, ihre Anftagen umgehend an den obengenannten Vorsitzenden gelangen zu lassen. 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O Darm fta dt, 25. März. (Priv.-Lel) Der Staatsvorcmschtag 1925 ist nunmehr fertiggestellt, so das) in den nächsten Tagen die Dorlage dem Landtag zugehen wird. Der Gescuntabschluh deS Voranschlags gestaltet sich wie folgt Summe der Ausgaben 111 051 009 2m. Summe der Einnahmen 104 344 521 Darnach noch auszugleichender AuSgabebetrag: 6 706 488 2m. Die DergleichSziffern von 1924 find: Ausgaben 91 562 541 Gm. Einnahmen 87 676 275 Ungedeckter Fehlbetrag 3 886 266 Gm. Die Steigerung der Ausgaben gegenüber denr Vorjahre beläuft sich hiernach auf 19.5 Mill. Mk. «Die wirkliche Bedarsssteigerung beträgt nur 14.5 Mill. Mk. bei Berücksichtigung einer durchs laufenden Verrechnung von 5 Mitt. Mk.) und ist. wie die dem Gntwur-fe deS Staatsvoran- schlageS für 1925 beigegebenr Denkschrift besagt, in der Hauptsache auf die Erhöhung der Q5c- amtenbr^üge, Ruhegehalte, soziale Fürsorge, zurückzuführen. Die sachlichen Ausgaben stellen sich im StaatSvoranschlage 1925 auf 38.3 Mill. Mk. und wird um 1L Mill. Mk. höher als in 1924. Davon entfallen 1,3 Mill. DU. auf die Kosten der laufenden Bauunterhaltung und ca. 0,6 Mill. Mk., die für neue Staatsaufgaben vorgesehen sind. Hiercher gehören u. «nge erwähnt zu werden. Sie ist in den letzten -^ren recht erheblich gewesen Dis zum Herbst 1924 wurden geschaffen. 3n Reubauten von Dienstgebäuden und De- amtenmiethäusern rund 510 Wohnungen, in gekauften Gebäuden rund 60 und m alten Staats- gebäuden rund 130 Wohnungen, zusamrnen rund 700 Wohnungen. Weiter sind in den für den StaatSvormsschlag 1925 eingestellten 2eu- und Miet bauten etwa 100 Wohnungen vorgesehen. Insgesamt handelt es sich bei diesen Bauvorhaben um einen Betrag iwn nahezu 5 Mill. Mk. im Vermögensteil. Als Mittel zur Förderung der Bautätigkeit ist weiter die Begründung einer gemeinnützigen Wvhnungs- fürsorgegesellschaft zu erwähnen, an der der Staat mit 40 000 Mk. beteiligt ist. Auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge, wofür im vergangenen Jahre 6,5 Mill, Mark vorgesehen waren, ist eine Entlastung von 1,5 Mill, zu verzeichnen, Denn der Bedarf für die Erwerbslosenfürsorge ist nunmehr durch die Beitrage von Arbertgebern und -nehmern und durch Leistungen der Gemeinden zu decken Als Ergeb- I nte des Personalabbaus und der Svrc | brhrung des Altersgrenzengeseyes . onnte eine Dermirrderung des im Staatsdienste beschäftigten Personals um insgesamt 1190 Köpfe gegenüber dem Staatsvoranschlag 1924 sestgestellt Verzicht auf diese Maßnahmen ivurde für 1925 einen erheblichen Mehraufwand — etwa 3 bis 4 Mill Mk. gebracht haben. Dach dem Voranschlag 1925 beträgt die Zahl Der im Staatsdienste beschäftigten Beanrten. Staatsdienstanwärtern und Angestellten 15 677. das siird gegenüber- 1918 mehr 9445 Hierin sind einbegriffen 4287 Volksschullehrer. 400 Äonrnui- nalforstwarte und 1335 blaue Polizei, die vom Staate neu übernommen wurden. Für dieDeckungdes Finanzbedarfs für 1925 (111,1 Mill. Ml.) kommen folgende Einnahmequellen in Betracht: 1. Staatsgüter und Betriebe 14,6 Mill. Mk. = 13,2< 0 2. Steuern 68,5 „ , — 61,6o;o 3. Einnahmen aus Etaatseinrichtun- gen u. Anstalten 10,6 , „ = 9.5 o/o 4. Sonst Verwal- tungseinahmen 6,2 „ _ = 5,60/0 5. Ersatz des Deiches f. d. Kosten d. Schutzpolizei 4,5 „ „ — 4.0o;o 104,4 Mill. Mk. = 93,9 oo Ausgleichspost, als Deckung für die Mehrausgaben 6,7 „ „ = 6,lo/o Zusammen: 111,1 Mill. Mk. 100°» Hiernach würden also von dem Gesamtbedar-f von 111,1 Mill Mk. 104.4 Mill. Mk. gedeckt sein, und es wären noch für 6,7 Mill. Mi (gegen 3.9 Mill. Mk. im Vorjahre) weitere Deckungsmittel zu suchen. Tatsächlich wird sich der erforderliche Ausgleichs bet rag noch höher stellen, nachdem anzunehmen ist, daß der Staatsanteil an der Umsatzsteuer zu hoch veranschlagt wurde. Wie die erforderlichen Deckungsmittel zu btz- fchafsen sind, läßt sich, wie die Denkschrift besagt, zur Zeit noch nicht völlig übersehen. Soviel steht nur fest, daß die Deckungsfrage in Hessen nicht ohne eine stärkere Heranziehung der Gemeinden gelöst werden kann. Frankreichs GrientpoliM. Da die Dinge in Europa nicht recht vom Fleck kommen, selbst der gewandte Vermittler Benesch bei den Engländern keine freundliche Aufnahme gefunden hat, scheinen die Franzosen wieder einmal ihre alte Politik fortsehen zu wollen, durch Antastung englischer Interessen im Orient mit London zu einer Verständigung auf Soffen Deutsch- ! ands zu kommen. Einer ihrer geschicktesten Diplomaten im nahen Osten, Franklin D 0 u i l - I o n, ist jedenfalls wieder in besonderer Dkis- in der Türkei ausgetaucht und von den Behörden der Angoraregierung auf das freundlichste aufgenommen worden, weil, wie es heißt, in feiner Aktentasche die von der Türkei erbetenen Grenzberichtigungen an der syrischen Grenze ruhen. Dief das den Türken eingeräumte Durch- zugsrecht der für Kurdistan bestimmten Truppen durch französisches Mandatsgebiet in London höchstes Befremden hervor, so hat die Meldung von der Reise Franklin Bouillons nach Angora in England jetzt wie eine Bombe eingeschlagen. Einmal befürchten die Engländer eine neue Annäherung Frankreichs an dieTür- bann aber rechnen sie mit ungünstiger, Rückwirkungen auf ihre Situation in Mesopotamien, die ihnen aus einer französisch-türkischen Freundschaft erwachsen konnten. 3a, sie behaupten sogar schon, daß die Truppen- konzentration in Kurdistan, die nur m i t französischer Hilfe möglich wurde, sich direkt gegen England richte. England hat in der Tat Gründe genug, der Tätigkeit Franllin Bouillons mit wachsendem Mißtrauen zu begegnen, zumal Frankreichs Orientpolitik in den letzten 3ahren schon manche Berechnung der Briten über den Haufen geworfen hat. Für Deutschland ist aber die fron- Die Reichs-Gastwiris-Meffe. '5ür Deutschland waren namentlich die letzten Krregsjahre eine strenge Fastenzeit, in her die EhJayl der Devöllerung zum Verzicht auf alle Tafelfreuden verurteilt war. Dichts lag uns damals ferner als der Gedanke an Drillat- oat>arfn und seine geschmackvolle Kunst. Erst nachdem die menschenfreundliche Blockade auf- gehoben war und der- 3mporthandel bzw. der Warenaustausch mit dem Auslande allmählich Wieder auftebte, da ging auch schließlich das hlsfo rische Kohlrübenzeitalter zu Ende, und Deutschland konnte wieder ciit wenig mehr an die Ausgestaltung seiner Speisekarte denken. Zugleich setzte nach und nach der Fremden- und Deiseverkehr von neuem ein. und so blühte das Gewerbe des Gastwirts und damit alle für seinen vielseitigen Bedarf arbeitenden Industriezweige allmählich wieder auf. Welche achtunggebietende Höhe der CciftungS- sähigkeit in diesem Teil der deutschen Wirtschaft erreicht worden ist. mit wieviel Geschmack, Geschick und Kunst hier heute gearbeitet wird, wie an oteUc des gefürchteten .Ersatzes" der Kriegs- auf Een Gebieten wieder- Echtheit und ^“Wenfcit eingekehrt sind, zeigt in erfreu- bk um die März-Mitte in Berlin eröffnete große Deichs-Gastwirtsmesle, dre Offizielle Fachausstellung für den Restaurant-, P°t& Kaffee- und Konditoren-Dedarf. Ein buntes, betoegted Treiben empfängt den Besucher m der Riesen Halle am Kaiserdanrm. Der Laie bernunmt ffaimenh, daß die veranstaltende Or- qanrsatron, der Deutsche Gastwirts-Verband, 31 Landes- und Provrnzialverbände mit etwa 1500 OrtÄßerem«! ixrt 6ier 17000 aua6rnt. meter 2lussi°L-ngssl°ch- bis auf den testen tmiHtmeter voll belegt sind - dann wendet man nch von per grauen Theorie der Statistik ab und OBMiSTu. IeBCTifro6en appetitlichen 2iemate hätte man geahnt, daß es soviel Wasser gibt, tote einem hier im Munde zu- Mnnumsäuft vor den zahlreichen, in jedem Sinne des Wortes geschmackvollen Ständen. Pavillons und Aufbauten etwa unserer ßiEör- oder Zigarren- bzw. Zigerettenfabriken. Der charalter- feste Abstinenzler oder Dikotinseind könnte hier seinen Prinzipien untreu werden Man würde es ohne weiteres nachfühlen können, toenn vor den gaumenreizenden wahren Kunstwerken von Torten, Baumkuchen, Waffeln und Speisen sich Backfische auf Tod und Leben bekämpfen würden, um von diesem Glück zu erhaschen. Ohne zu bedenken, daß man an der nächsten Ecke von der neuen tröstlichen Erfindung hört, die es ermöglicht, Speiseeis in Konservenbüchsen auf lange Sicht in den Handel zu bringen! Oder der Feinschmecker blickt, ebenso bewundernd wie verlangend. auf wahre Wolkenkratzer oder Pyramiden aus Käse, auf eine gewaltige, himmelan- Würstchendose aus dem sympathischen Halberstadt oder auf ein offenbar für den Verdauungsapparat eines Goliath bestimmtes Stückchen Pumpernickel von 800 Pfund, das in 24 Stunden gebacken wurde. 3n einem schmucken fletnen Landgut, das eine in Berlin nicht ganz unbekannte Meierei hierherversetzt hat, gehen die Schlagsahne-Träume aller Bubiköpfe in Erfüllung, oder man nimmt die Milch der frommen Denkungsart zu sich. Der Genießer auf dem entgegengefeyten Gebiet aber fühlt wehmütige Erinnerungen auf steigen, wenn ihm angesichts der leider nur gemalten Rebenhügel Rüdes- heims von — nehmen wir an — rheinischen schmucken Mädchen verlockende Preisllsten in die 4chid gebrüdt werden, oder wenn er in eine mit den traditionellen Tannenr eisern geschmückte richtige Frankfurter ..Aeppelwein"-Stube blickt. Daß aber der ernste Interessent, der nicht nur oem_ weitverbreiteten Stande der „Schleute" an- gehört überall Kostproben kredenzt erhält, versteht sich von selbst. Ebensowenig bedarf es eigentlich der Erwähnung, daß auch die ernstere Seite des Lebens zur Geltung kommt, daß in der Ausstellung gezeigt wird, in wie vorbildlicher Werse die verschiedenen in Betracht kommenden gdfäinpuftrien für das Gasthausgewerbe sorgen. Stilvolle Möbel und Einrichtungen für Hotelzimmer usw. reizen förmlich dazu, den Berüf zösisch-türkische Annäherung infofeen außerordentlich wichtig, als England, das den französische Wünschen in der Sicherheitsfrage gegenüber eine ablehnende Haltung einnimmt, nun plötzlich aus Sorge und Angst um seine eigene Position nach- geben Bunte, wie es das bei anderen Gelegen- heiten schon wiederholt getan hat Aus der Provinz. Landkreis toiefeett. Langgöns , 24. März. Am Sonntag fand in der Turnhalle ein W e r b e ■ X abend _____,,____ _____ abend des hiesigen Kriegervereins statt, der alle Erwartungen übertroffen Hal. Der Besuch war so stark, daß viele nur noch einen Steh- hlah finden konnten. Einleitend spielte der hiesige Orchesterverein den Marsch .Alte Kameraden", worauf der Vorsitzende. Obervorstcher F l a ch, in einer von echt kameradschaftlichem Geist getragenen Ansprache die viele Hunderte zählenden Anwesenden willkommen hieß und auf jbie Zwecke und Ziele der Kriegerkameradschaft hinwies. Dann sprach der Festredner des Abends, Oberstleutnant v. Hagen, über die Schlacht von Tannenberg und Masuren und erläuterte an Hand von Lichtbildern die Gesamtlage der beiden Schlachtfelder. Großer Beifall lohnte den vortrefflichen Redner für seine packenden Worte. Umrahmt wurde die Feier noch durch Vorträge des Orchestervereins und Gedichte von einem jungen Kameraden. Anschließend blieben die Kameraden noch eine Zeit lang beieinander, um in froher Stimmung das Wiedererwachen des Krie- gervereins Langgöns, der bereits 180 Mitglieder zählt, gebührend zu feiern. — Hier fand eine Wählerversammlung der Sozialdemokratischen Partei statt, in der Landlagsabgeordneter Delp über die bevorstehende Reichspräsidentenwahl sprach. Die Versammlung war schwach besucht. Es fand keine Aussprache statt. — Seit gestern ist die Dampfwalze im hiesigen Ort, um einige Straßen neu zu walzen, was von der ganzen Gemeinde freudig begrüßt wird. — Mit banger Sorge betrachten die Landwirte das augenblickliche, den Saaten äußerst gefährliche Wetter, das bei Sonnenschein am Tage mit starkem Tau und nachts Frost in den meisten Fällen zur Auswinterung der Winterfrucht führt. Annerod. 24. März. Am Sonntagabeird veranstaltete der Wartburgverein aus Wies eck im Engelhardtschen Saale einen F a - m i l i e n a b e n d. der zahlreichen Mitgliedern der Gemeinde Freude bereitete und Anregung bot. Die Darbietungen der Wiesecker Schar. Zungen und Mädchen von frisch-fröhlicher Art, wurden beifällig ausgenommen. Zn angenehmem Wechsel war die Vortragsfolge geftininrt auf harmlose Heiterkeit, vaterländischen Ernst und anschauliche Belehrung. 3hre Ausführung zeugte von fleißiger 3ufanmienarbeit aller Kräfte. In einer Ansprache knnzeichnete der Führer den Wartburgverein als Hort der Jugend. Er bietet Gelegenheit zu unterhaltender und bildender Geselligkeit im Geiste christlicher Gesittung und vaterländischer- Prägung. Heil der 3ugend, die da mittut! Hattenrod, 25. März Bon einem Arten Dchicksalsschlag wurde die Familie Karl R 0 ck Hierselbst getroffen. Der einzige Sohn Hauses hatte gerade das öebrerfeminar in Friedberg absolviert und die Abgangsprüfung mit gutem Erfolge bestanden. Er war zu seinen ©Itern zurückgekehrt und noch einmal nach Friedberg gereift, um feine Kleider heim- zubringen. Am Dienstag besuchte er das dortige Schwimmbad. Beim Baden starb der junge Mensch an einem Herzschlag. Karl Rock war ein gewissenhafter Schüler, der bei seinen Lehrern in gutem Ansehen stand. Sein freundliches Wesen hatte ihm bei jung und alt Zuneigung erworben. Für seinen zukünftigen Beruf brachte vc gute Anlagen und reinen Witten mit. Die Trauer um den hoffnungsvollen jungen Menschen, ber am Samstag 20 Jahre alt geworden wäre, und die Teilnahme mit der schwergeprüften Familie ist allgemein. , Hattenrod, 25. März Bei der Holz- fubmiffton der Gemeinde Hattenrod lagen folgende Höchstpreise vor: Buchen 1. Kl. 65 Mk 2- 50-15 Mk., Eichen 3. Kl. (107 Ml. Höchstgebot) folgendes 62 Mk., 4. Kl. 45,05 Mk., 5. Kl. beS Reisenden zu ergreifen. Die Hausfrauen^ erblaffen vor Reid angesichts der blitzenden und nut allen modernen Schikanen versehenen Herde für Hotel- und Restaurationsküchen. Oder sie seufzen vielsagend im Gedanken an die verhaßte zeitraubende Arbeit des „Abwaschens", wenn sie htm: vor der märchenhaften Geschirrwaschmaschine stehmi, die 1500 Teller in der Stunde selbsttätig wascht und spült. Oder unsere Kochkünstlerinnen drangen stch mehr oder minder skeptisch um ein »Wunder der Technik', einen Trvcken- heihluftofen zum Kochen, Braten, Backen usw. der eure Revolution in der Küche herbeizuführen Dorgibt. mengt es doch wahrhaft umstürzlerisch to,CTm die Erfinder kühn behaupten. „Wir kochen ohne Wafterl Wir braten ohne Fett! Bei 3hnen werden die Braden Heiner, bei uns größer! x5n unserer Küche riecht man nichts mehr, weder gute mxh unangenehme Gerüche. Wo es gut in der Pfanne ' J117 den Körper Bisher wurde der grogte Prozentsatz der entwickelten Heizwerte sinh t/s _ m lern en muß em Jeder!" SrL drängelt sich, reckt die Halse, erblickt vielleicht em Stück knusprigen SÄ’ x <5cite geschubst und geht kopfschüttelnd weiter ... Auch sonst begegnet man manchen Neuheiten ted)nifd)er Art, deren Zweckmäßigkeit und praktische Gebrauchsmöglichkeit schnell einleuchten. Da riebt man etwa das neue säurebeständige besteck aus Nichtrostendem Stahl, „schön wie ols Alpaka", ober eine ähnliche ©rfmbung: Bestecke und Löffel aus mit Silber SE'chiM Aluminium, das stets weiß bleibt und unzerbrechlich fein soll. 3n dieser und auf manche äußere Werse ist man in unserer Industrie mit Erfolg bnnuht, dem Gastwirtsgewerbe das Leben 8“ erleichtern. Als Ganzes betrachtet, bietet ledenfalls die Ausstellung, sowohl nach der appetiterregenden materiellen wie nach der praktisch-technischen Seite hin, ein eindrucksvolles Bild befter deutscher Qualitätsleistung auch auf diesem ©ebiet unö iff durchaus dazu angetan, dah dem Betrachter Herz und - Magen hn Leibe lachen. 'M - 6 äi. 20,05 Wk. Kiefern 3. Kl 30,40 4 Kl. 24.15 Mk. 5. Kl 21,15 Mk.. Fichte.» 3. Kl. 32.40 Ml., 4 . KI 28 Mk. 5a°Kl. 25 Mk. 5b-Äl. 24 Mk.. Derbstangen 18 Ml. je Fstm. Kreis Ariedberg. ^f. Friedberg. 25. März Gestern fand un Festsaale derAugustinerschuledas achte und letzte S chü le r konzer t dee- Schuljahres 1924 25 statt. Reben dem Veranstalter unb per* bienten Förderer bei Musik an hiesiger Anstalt Professor Dr. K Schmibt. hatten sich in ban- kenswerter Weise Her, Hock vom Frankfurter Opernhaus unb Dr. Hirsch- Friebberg zur 'Ver fügung gestellt. Das Programm l>estand aus Sonaten von Händel. Dach und Leclaire. Die vorzüglichen Darbietungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. - 3m Saale des Hotel Trapp sprach gestern Staatspräsident Ulrich auf Veranlassung der Sozialdenwkrauschen Partei über das Thema „Der Kamps um Eberts Erbe". Der Redner empfahl warm die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten Braun Die Parteigenossen des Redners, die vielleicht die Hälfte oer Erschienenen ausmachten, begleiteten die Aus' führungen natürlich mit lebhaftem Beifall D a d - R a u h e i m. 25. März. Unter dem Vorsitz von Lehrer P 0 r t h hielt der hiesige D c - amten verein seine Hauptversammlung in her „Guten Quelle" ab. Der Versammlung gedachte des verstorbenen Reichspräsidenten als des höchsten Beamten in ehrender Weise, ebenso der im begangenen Jahr verstorbenen Mitglieder des Ortskartells. Dann hielt Herr Burger (Darmstadt) einen sehr lehrreichen Vortrag über „Die Beamtenbank Darmstadt unb ihre BedeutungfüibiegefamteDeamten- s chaf t Hessen s". Einleitend gab der Redner einen Ueberblid über das Gesamtgebiet der Be amtenwirtschastsselbsthilfe, die allen Beamten dienen will, ohne Rücksicht aus die Organisation, der sie angehören Wenig bekannt ist in Heften "och die Deamtenbank. deren 4300 Mitglieder sich vorwiegend aus Post- unb Zollbeamten zufam- mensehen, während beispielsweise in Baben mit 31 000 Mitgliedern fast die gefainle Beamtenschaft an bei1 gleichen Einrichtung teilnimml. Auch in Heften sei der Beitritt heute jedem Beamten möglich, da die Deamtenbank mit allen Genossenschaften in Abrechnung stehe, z. D. mit der Handwerkerzentralgenossenschastsbank, und auf die Deamtendank lautende Schecks von den den Genossenschaften angehörenden Kassen ein- gelöst wurden. Ausführlich verbreitete sich der Redner über den Zinsendienst, das Versicherungs Ireicn und die Gewährung von Darlehen. 3,, bei Aussprache konnten bann Einzelheiten noch geklärt werden. Darauf erstattete der 1. Vor- sitzende den Jahresbericht, der zeigte, das der Vorstand die 3ntereffen der Beamten oft uni mit Rachdruck vertreten hat. Das Ortslartell. das das Bestreben hat, von unten her zu einigen und von oben her getrennt worden ist. umschließt mit 297 Mitgliedern alle Deamtenkreife der Stadl die nicht im Deutschen Deamtenbund organisier sind. Die Einnahmen betrugen 320 Mk., die Aus gaben 106 Mk. Durch Wiederwahl, die für alle Sperren einstimmig erfolgte, wurde dem ge samten Vorstand mit Lehrer Porth an der Spitze das 2krtrauen der Versammlung auSge sprachen. vw. Butzbach, 24. März. Am Sonntag, nachmittag sprach im großen Saale deS HeMschen Hofes Landtags abgeordnet ei' Schulrat Schwarzhaupt, Frankfurt a.M..für die Präsident- schaf tskandidatur Dr. 3arres. 3n ein- stündiger gehaltvoller Rede hob er .zunächst die hohen Rechte des deutschen Reichspräsidenten hervor, die zu ihrer gerechten Handhabung einer starken Persönlichkeit bedürfen, eines zielbewußten Mannes, der. über den Parteien stehend, das Ziel seines Wirkens und Strebens in der gedeih l'chen Entwicklung unseres deutschen Vaterlandes, in der glücklichen Zusammenfassung aller Volks- Ihre Stuhlverstopfung müssen Sie schnellstens beseitigen, bevor die unausbleiblichen Folgen eintreten. Wir raten Ihnen, in der Apotheke echte Herber-Kerne, 60 oder 30 Gramm, zu kaufen, die unschädlich, aber von prompter Wirkung sind. Verlangen Sie ausdrücklich Herbes- Kerne. Sicher erhältlich: Aniversitäts-Apotheke „Zum goldenen Engel". Die Bestandteile sind auf der Packung angegeben- 2992A Nuppertsbury^ Kolonisten in Schlesien. Ramenloses Elend hatte der „Siebenjährige Krieg für unsere Gegend, besonders auch unseren Ort, im Gefolge. Ruppertsburg hatte ungefähr- 12 000 Gulden Kriegsschulden aufzubringen. Teuerung und Armut herrschten überall im Lande Es ist darum zu verstehen, wenn mehrere Rup- Pertsburger Familien im Jahre 1766 nach Ruß- lanb. unb zwar in das damalige Königreich Astracan (Gebiet der Wolga) auswanderten und dort für die Förderung der Kultur segensreich torrften 3m Februar 1772 verliehen noch 43 Per fönen das Dorf Ruppertsburg, um in Preuhen toteber M Wohlstand zu gelangen. Es waren Philip Heinrich Hussel mit 3 Kindern. 2. Ludwig Friedrich mit Frau und 3 Kindern. 3. Johann Henrich Marx, ein geschickter Dreher nnt Frau und 3 Kindern. 4. Kaspar Muller mit Trau und 5 Kindern. 5. Johannes Marx, Schnei- der. mit Frau und 2 Kindern. 6. Johann 3ost □nar? mit seiner Frau. 7. Michel Reuning. ein ochimed mit Frau und 5 Kindern. 8. der hiesige 3äger 3ckes mit Frau und 2 Kindern, 9. 3obS Schäfers Witwe mit 1 Kind. 10. 3ohmm Adam Schottes. Witwer mit 2 Kindern. Wie nunmehr feststeht, waren sie dem Rufe Friedrichs des Großen gefolgt, weil sie in dem neu eroberten Schlesien eine .bessere Existenz zu finden hofften. Ratürlich mußten sie die weite Reise mit all ihrem Gepäck auf schwierigen Wegen $u Fuß zurucklegen. So kamen sie erst nach vier Monaten, Ende 3urri 1772, in Drieg an 3hre Enttäuschung war groß, als sie statt eingerichteter Wirtschaften wüstes Land erhielten und sich die Siedlung selbst anzulegen hatten. Allein von einer Rückreise in die alte Heimat konnte und durfte feine Rede mehr fern. Die Ansiedler bauten mit Hilfe von Geldern, welche der Magistrat in Dneg vorschoß. Die Wirtschaften stehen heute noch in dem Orte Piastental, ja sogar noch em damals gebautes Haus, tote ein Nachkomme ber einen Familie, ein 80 3ahre alter Lehrer i.2t, mit Barnen Hussel, auSBreslcm berichtet 1L Sporüer, 3000 »ter, 13 L Otto Bach, Heuchelheim, 11 40 ^hL, 2. Georg Wirte, Wetzlar, 12 Min., 3. Wilhelm Degen. Großen-LinDen, 12:15 Min. - Manns chaftslauf: Freie Turnerschaft Gießen, 27 Punkte. — 3n flottem Tempo setzten sich Die 2. Wetzlarer Läufer an Die Spitze, Tempo bei Beginn zu scharf, etwa in Der Mitte Der Strecke lag der Heuchel- Heimer Sieger schon weit vor Dem Felo, beim Endspurt wurde der Vorsprung etwas aufgeholt. III. Sportler. 5000 Meter, 18 Teilnehmer. 1. Otto Balser. Gießen, 17:16,2 Min., 2. Otto Rüspeler, Gießen, 17:23.3 Min., 3. Otto Mandler, Heuchelheim, 13 Min. — Sieger int Mannschaftslauf Freie Turnerschaft Gießen mit 17 Punkten. — Das Ziel wurde von den einzelnen Läufern noch in bemerkenswerter Frische durchlaufen und Die Sieger mit stürmischem Beifall begrüßt. 3m Anschluß hieran fand ein Fußball- Wettspiel statt, zu welchem sich die Zuschauer noch zahlreicher eingefunden hatten. Es standen sich gegenüber Fr.T. Offenbach I — I. Dezirksmannschaft. Offenbach erschien mit seiner Propagandaelf, d. h. in stärkster Aufstellung. Die Bezirtsmann- schaft spielt mit der Sonne im Rücken, fängt den Anstoß Offenbachs auf, leitet sofort einen glänzenden Angriff ein, der bis vor Die Torraumlinie gelangt. Offenbach ist scheinbar etwas verblüfft und ist zunächst etwas im Rachteil. Schon nach 5 Minuten erzwingt die Bezirks- mannschaft eine Ecke, 1 Minute später kann ihr Mittelstürmer das erste Tor erzielen. Offenbachs Mannschaft gibt nun schönere Proben ihres Könnens ab, das Spiel bleibt aber offen, beide. Tore Eommen gleichmäßig in Gefahr. Das zeitweise Drücken Offenbachs ergibt zunächst in kurzen Zwischenräumen drei Ecken, denen in Oer 32. Minute das ausgleichende Tor folgt. Trotz der sich mehr bemerkbar machenden lieber- legenheit Offenbachs, die sich in nochmals drei Ecken ausdrückt, gelingt es bis Halbzeit nicht, einer Mannschaft nochmals die Führung zu geben. Fast schien es so, als ob sich die Bezirksmannschaft., die aufopfernd spielte, abermals an die Spitze setzen sollte, einen scharfen Schuß in die rechte untere Ecke tonnte dex Offenbacher Tormann mü knapper Rot zur Ecke lenken. Halbzeit 1:1. — Rach Wiederanstoß gibt Offenbach den Ton an, nach 5 Minuten bringt ein unverhoffter scharfer Schuß in die linke obere Ecke das zweite Tor für Offenbach, die Bezirksmannschaft gibt das Spiel nicht verloren und spielt unverdrossen weiter. 10 Minuten später gleicht der Halblinke der Dezirksmannschaft abermals aus. Von neuem seht ein scharfer Kampf um Die Führung ein, Angriff auf Angriff rollt auf die beiden Tore, Offenbach gelingt es abermals, eine Reihe Ecken zu erzielen, alle Schüsse auf das Tor werden von den Torhütern abgewehrt, wobei besonders der Tormann der Dezirksmannschaft Hervorragendes leistet. Trotzdem kann er nicht verhüten, daß er den Dali ein Drittes mal passieren lassen mutz, der prachtvoll eingelöpft wurde. Dei diesem Stande blieb es bis zum Schluß. Offenbach hat sich den knappen 3:2°2ieg redlich verdient, das Eckenverhältnis ist ein recht hohes, es betrug 11:3 für Offenbach, ein "Beweis für diese Spielstücke und für Die schwere unD erfolgreiche Abwehrarbeit des Tormanns der Dezirksmannschaft, Der in Der Hauptsache Dafür sorgte, daß Die Riederlage nicht größer wurde. Die in Der Aufstellung Der Bezirksmannschaft zutage getretenen Mängel dürften für das nächstemal abgestellt werden. Die Offenbacher Elf wies keine schwache Stelle auf, während Der Schiedsrichter sich die redlichste Mühe gab, Dem Spiel ein einwandsfreier Setter zu fein. Den einzigen Mitzton des sehr schön verlaufenen Rachmittags brachte der Heimmarsch der vielen Hunderten von Zuschauern und Der Sportler und Spieler nach Wieseck. Gings h i n- über einigermaßen trockenen Fußes, so stand man herüber vor der nun zum öffentlichen Skandal sich auswachsenden Tatsache, daß Der Besitzer der Gänsmühle in Der Zwischenzeit das Wasser Der Wieseck gestaut und damit Den Weg unter Wasser gesetzt hatte. Alles mußte Durch das eiskalle Wasser haben — Schnupfen und Erkältungen werden hier und da unausbleibliche Folgen sein. Sollte es nicht möglich sein, da hier scheinbar die Gewalt Der Gemeinde- Polizei nicht auSreicht, das Kreisamt, resp. die Gendarmerie Dafür zu interessieren, damit es diesen von einer großen Oeffentlichkeit benutzten Weg passierbar hält, wenigstens bis zum 1. April, wo Der abgeschlossene Kaufvertrag in Kraft treten soll? Der wiestener Sebwimmverein bei den Le'vziger und Magdeburger Einladungs- Schwimmwettkämpfen vertreten. Bei den am 4. und 5. April in Leipzig stattfindenden Wettkämpfen wird Frl. Tilly Arndt im 100-m-Damen-Rücken-Schwimmen und 200-m°Damen°Brust°Schwimmen an Den Start gehen. AnschließenD Daran wirD sie am 6. unD 7. April in WagDeburg im Damenn Drust-Schwimmen Die 100-m- unD 400-m-Strecke bestreiten. Frl. ArnDt hat in beiden Städten gegen erstklassige in- und ausländische Konkurrenz zu kämpfen. Vom Billard-Sport in Gießen. Am Samstag fanden entscheidende Partien bei den Club-Wettspielen des 1. Gießener Billard-Clubs statt. Besonders zu erwähnen ist Die Partie Paulus-Rinn, m der Paulus em selten schönes Spiel zeigte. Die schönste, bisher im Wettkampf geleistete Partie lieferten Schleypen-Rinn. Die Führung in Den einzelnen Klassen haben folgende Spieler: Klaffe I: Rubin, Schleppen, Paulus: Klasse II: Schäfer, ©Heber, Reih. Allendörfer; Klaffe HI: Drescher. Muhl tun., Kneib. See Wettkampf geht täglich weiter und verspricht noch sehr schöne und spannende Partien zu liefern. Amtsgericht Wetzlar. £? Wetzlar. 23 März 3n Der heutigen Hauptverhandlung standen folgende Sachen an: Wegen Psandbruchs standen Die Eheleute Kaufmann Heinrich K. von Wetzlar unter Anklage. Ihnen war zur Last gelegt, von Den städt. Mülziehungsbeamten wegen rückständiger Abgaben gepsändete Schuhe wissentlich beiseite geschafft und der Verstrickung entzogen zu haben. Das Gericht tarn zur Vertagung, Da noch weitere Zeugen geladen toerDen sollten. Wegen Entziehung elektrischer Kraft hatten sich Der Wagner Konrad R. von Riederweh und der Installateur Konrad W. von W e h l a r zu verantworten. Ersterer hatte eine Lichtleitung auf seinem Anwesen legen lassen, die aber nicht durch Den Zähler ging, während letzterer diese Arbeit ausgeführt hatte. Beide bestreiten Die ihnen zur Last gelegte Tat. Auch hier Tarn das Gericht zur Vertagung zwecks weiterer Beweiserhebung. — Der Reisende Karl K. von Nau- b o r n, der feinem Arbeitgeber anvertraute Gelder in Höhe von 228,13 Mk. unterschlagen hatte, erhielt für dieses Vergehen, das er eingestand, 3 00 Mark Geldstrafe, im Richtbeitreibungsfalle 30 Tage Gefängnis. — Der Kaufmann Karl S. von Gießen, der gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Wetzlar wegen Ge- werbevergehens Einspruch erhoben hatte, zog diesen Einspruch in der heutigen Hauptverhanv- lung zurück. — Wegen Widerstands wurde gegen den Arbeiter 3äfob L. von Marburg vev- banbeH. Der Angeklagte war • vom Erscheinen entbunden. Er hatte im September 1924 als Hauptbeteiligter bei einer Schlägerei vor dem Wetzlarer Dahnhofsplatz, bei Der er u. a. auch Leute mit Erschießen bedrohte, Den Schupo> Beamten, Die ihn nach Waffen untersuchen wollten, tätlichen Widerstand entgegengesetzt. Er er* hielt hierfür 3 Wochen Gefängnis. — Dm Maurer Karl L. aus Münchholzhausen war wegen Hehlerei angeklagt, weil er von seinem Sohn entwendeten Draht wissentlich für sich zür Einzäunung seines Hofes usw. verwendet haben sollte. 3hm konnte heute seine Behauptung, ei habe von dem unrechtmäßigen Erwerb feine Kenntnis gehabt, nicht widerlegt werden. Er wurde daher freigesprochen. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".» Freitag, 27. März: 10,45 Ufjr: Wirtschaftsmeldungen. 11,55 älhrt Zeitangabe 12 Uhr: Nachrichtendienst. 3 und 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4,20 Ahr: Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 Ahr: Hausftauen-Nach- mlttag. Vorjrag von Frl. Kaethe Reumark: „Die körperliche Erziehung des Kindes bis zum Schul- aller". 6 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Ahr: 3uristenfunk (Die Reichögerichtsentscheidun- Den der letzten Woche). 6,30 bis 7 Ahr: Sie Lesestunde (Meisterwerke Der Weltliteratur): Aue „Soll und Haben" von Gustav Frehtag. 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7,30 Ahr: Das deutsche Handelswesen. Vortrag von Direktor Lühr. 7,30 bis 8 Ahr: Esperanto-Anterricht. 8 bis 8,30 Ahr: Die Besprechung (Theater und Kino). 8,30 bis 9,30 Ahr: Tanzmusik der Tanzkapelle Sasftz vom Tanz-Palais. 9,30 Ahr: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 Ahr: Die Lokaldichtung. (Frankfurter Dichtungen crus alter und neuerer Zeit.) 14. Abend. 2Ius Stoltzes dramatischen Werken. Würmer sind Quälgeister für Erwachsene, erst recht aber für Kinder- Wir raten 3hnen, 125 Gramm flüifigen Natroma-Extrakl zu kaufen, mit Dem Erwachsene und Kinder über 5 3ahre eine Kur unternehmen. 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Oetker, Bielsfeld- 1191ss lraste tn vem gemeinsamen Wirken zu nationaler Wohlfahrt erblickt. Und in Dem früheren Innenminister und Bizelanzler, Oberbürgermeister Dr. Jarres- Duisburg sieht Redner die geeignetste Persönlichkeit für das hohe Amt des Reichs- präsidenten. Sein gerades, ehrliches, offenes Wesen, sein großzügiger Weitblick in Die zu- tünftige glückliche Gestaltung unserer Wirtschafts- nerhäünlss>.. sein warmherziges Empfinden für Das Wohlergehn Des gesamten Deutschen Volles ttnb die Wiedererlangung einer ehrenvollen Slcl- lung un Völterkonzern, und die Wiedergewii^ tumg alles Bodens. Der deutsch war ober Durch deuffcheS Wirken, Mühen unD Deutsche Geistes- tätigfeit Deutsch geworden ist, kaffen D r.3 a rr e s a!8 Den geeignetsten Kandidaten -u dem Amte des Reichspräsidenten erscheinen. — Die langjährige Vorsitzende (seit 1880) des hiesigen Alice-Frauenvereins, Frau Wcick- Hardt, beging am Sonntag in staunenswerter Rüstigst und Geislesfrische ihren 8 0. Geburtstag. Aus diesem Anlaß hatten ihr Der- rinsvorstand und Krankenschwestern eine ebenso schöne Äs würdige Feier bereitet, an welcher oarch die Dorstandsdamen des Hauptvereins, Exz. v o n E w a l d und Fräulein vonPhlugk- Darmstadt anwohnten. und die von Pfarrer- Loos geleitet wurde, der auch die Festansprache hielt. Blumengrüße, Glückwünsche und Gaben überbrachten Die Vorstandsdainen von Darmstadt, die Vorstände des hiesigen Zweig- vereins, und besonders Frau Stadtv. Wiehler und Rektor Storch, der 2. Vorsitzende des Roten Kreuzes (der 1. Vorsitzende, Medizinalrat Dr. Vogt, hatte telegraphischen Glück- wirnsch von Berlin gesandt). Kreis Büdingen. A Blofeld, 25. März. Gestern abend fand -km hiesigen Raiffeisenvercln eine Filmvorführung durch Landwrr tschaftslehrer Schädel, Gießen, statt. Mit gespannter Auf- merffanüeit folgten die Anwesenden den Vorführungen (Staßfurter Kalibergbau, Wirkung der Düngemittel auf Schädlinge der Pflanzenwelt, Versuchsfelder u. a.). Nach Schluß des Film- iwrtrags gab der Vortragende Auffchluß über die aus der Versammlung an ihn gerichteten Anfragen über: Wiesenpfleae, Schmetterlingsblütler als Stickstoffsanrmler, Anbau und Dung Der Hackfrüchte, Anlage von ewigen Kleefeldern u. Dgl. Die Bevölkerung ist sehr dankbar für derartige Vorführungen. Kreis ALsfeld. er. Homberg a. d. Ohm, 25. März. 3n ihrer am Montag abend stattgefundenen Sitzung beschloß Die Baugenossenschaft, zunächst einmal Die Pläne für Die in erster Linie auSzuführenden Neubauten zeichnen zu lassen unD dann zur Besprechung vorzulegen, Damit man einen Aeberblick über deren Kosten gewinnt, so bah die Genossenschaft sinanziell nicht ins Aserlose gevät. Mit der Einzahlung der Anteilscheine, erste Rate 200 Mk , wirb am 1. April begonnen werden. Die Erledigung weiterer geschäftlicher Angelegenheiten füllle die Sitzung aus. Kreis Lauterbach. tr. Schlitz, 24. März. In einer für den Sonntag hier vom Reichsblock einberufenen und auch von den Dörfern stark besuchten W ä h - terversammlung sprach Generalsekretär Ko Ubach (Darmstadt) über die Reichspräsi- bentenwahl. In Dr. 3 a r r es habe man eine au-geprägt führenbe Persönlichkeit gesunben, einen- Mann, der seinerzeit als Oberbürgermeister Dem Ausweisungsbefehl Der Franzosen trotzte, unD Deshalb gefesselt Durch Die Straßen seiner Stadt geschleppt wurde, um dann einige Monate un? seines Deutschtums willen im Kerker zu schmachten. Ein Dankschreiben des verstorbenen PÄsidenten erkenne die tr-ue Arbeit, die 3arres als Reichsinnenminister geleistet, rückhaltlos an. Gegenüber den Versuchen linksgerichteter Blätter, Jarres persönlich zu verunglimpsen, verwies der Redner auch auf durchaus anerkennende Aeuhe- rungen gegnerischer Zeitungen hin. Dem Vorwurf, als ob 3arres im Ruhrkampf eine „Der- sackungspolitik" getrieben habe, widerspreche schon das Urteil des sozialdemokratischen Regierungs- Säsibenten Dr. G r ü tz n e r, der in einem Ar- el »Hände weg von Dr. Jarres!" mannhaft für ihn eingetreten sei. Niemals habe Jarres das Interesse des Rheinlandes und damit des Vaterlandes außer acht gelassen: er sei nicht ein Mann irgendeiner Partei, sondern wolle ein Mann des ganzen Volkes sein. Nicht der Ehrgeiz treibe ihn, sondern die Hoffnung und Der Wille, unferm "Dolle nützen zu können. Langandauernder Beifall folgte den klaren, sachlichen Ausführungen. Land- tagSabgevrdneter Bürgermeister Dr. Niepvth ichloß mit herzlichen Dankesworten an den Red- uer und mit_ der Mahnung, am Wahltag mit aller Kraft für Dr. Jarres einzutreten, die ohne Aussprache harmonisch verlaufene Versammlung. Kreis Wetzlar. 88 Groß-Rechtenbach, 24. März. Bei der in der Gastwirtschaft Schmidt hierselbst stattgefundenen gemeinsamen Nutzholz ver st e i - fteigerung der Gemeinden Groh-Rechtenbach, Hörnsheim, Klein-Rechtenbach. Vollnkirchen, Volpertshausen und Weidenhausen wurden durch- ichnittlich folgende Preise erzielt: Eichenstamm- ßolz 1. Kl. 180 bis 210 Mk., 2. Kl 150 bis 160 Mark, 3. Kl. 100 bis 120 Mk., 4. Kt. 50 bis 70 Mark: Kiefernnuhholz 2. und 3. Kl. 25 bis 30 Mark: Schichtholz (3 Raummeter) 30 bis 36 Mk. 88 Niederkleen, 24. März. Die durch Enllassung des Forstgehilfen Dlenk wieder frei- gewordenc H i l f s f ö r st e r st e l l c ist durch Den Forstgehilfen Schweitzer von der Dianaburg bei Wetzlar neu beseht worden. Schweitzer hat am 20. ix Mts. seinen Dienst angetreten und ist heute durch Forstmeister Reichardt zu Kros- Docf und Bürgermeister Schneider zu Groß- Rechtenbach in sein Amt eingeführt worden. * Braunfels. 25. März. Von Sonntag, 29. März, ab sind der Rittersaal des Schlosses mit ®eiletgalerie (IagdgtmäZDes, Der Bergfried und Die Schlvßkirche sowie vces un Spätsommer 1924 eingerichtete F a m i -- lienmufeum zur Besichtigung wieder frei-gegeben. Hefferr-Nanair. ][ Marburg. 25 März. In einer bis in Die späten Lkbendstunden sich hinziehenden Stadtverordnetens-itzung, der als Vertreter des Magistrats der Oberbürgermeister Dr. Voigt beiwohnte, wurde u. a. der seitherige Beigeordnete der Stadt Marburg, Bürgermeister M u c 11 c r , mit großer Stimmenmehrheit auf die Dauer von zwölf Jahren wiedergewählt. Am Die Stadtbaurat st eile bewerben sich 70 Herren, sechs sind in die engere Wahl ge° iommen. Die Gewerbesteuer für 1925 soll wieder nach Ertrag und Kapital berechnet werden, die Zuschläge zu Den Realsteuern bleiben wie seither. Der Abbau von drei Dolksschulstellen wurde genehmigt und die versuchsweise Einsührung gehobener Volksschultlassen abgelehnt. fpd Amöneburg, 26. März. Kurhessens kleinste Stadt, Amöneburg, thront auf hohem Vasallselsen, Der keinerlei Raum mehr für weitere Siedlungen läßt. Wie schon vor 3ahr- bunbeiten, so Eieben noch heute Die Häuser wie Die Schwalbennester an Dec Kuppe in malerischer Schönheit. Infolgedessen besteht nicht die geringste Möglichkeit für eine Ausdehnung der öieblung. Neuerdings hat man einen Bebauungsplan an Dem am Fuße des Berges be- legenen Bahnhof ausgearbeitet, der aber nichi verwtrilicht werden kann, Da Schule und Geschäftshäuser zu weit von diesem neuen Gelände entfernt sind. lpd. Griesheim a. M., 25. Niärz. Nachdem die Sozialbemokraten ihre Mitarbeit in den Kommissionen der Gemeindevertretung verweigert haben und Die entsprecheirden Posten nieberfeglen, zeigten jetzt auch die Kommunisten unb Die Vertreter des Zentrums ihre Mandats nieDer- t c g n n g in Der Gemeindevertretung an. Kirche und Schule. G»stnw2rdvifs i»«5. Die Dekanatskonferenz des ®e« kanats Gießen, Die am 24. März im Gasthof Hindenburg fiattfanb, war diesmrl durch Hinzu- z'-hung von Gästen. Männern und Frauen unserer Gemeindevereine, sehr stark besucht: handelte es sich doch um eine ganz besond'rs wichtige Sache: die Vorbereitung zu der großen Hauptversammlung Des Gustav-Abols-Ver- cins, die vom 2 0. bis 2 3. September 192 5 hier in Gießen ftattftnbet. Pfarrer Wagner-BenSheirn, als Schriftführer des Hessischen Gustav-Adolf "Berc'ns, freit ein e'n- führendes Referat. Nachdem er e nle'tend einem Scheinwerfer gleich d e L-ige in Hessen gekennzeichnet und d's Verhältnis von katholischer zur evangelischen Kirche in Hessen gemalt hatte, ging er speziell auf das große Fest ein, das unbedingt zu einem mächtigen Erlebnis für jeden einzelnen Protestanten werden muh. Die ganze evangelische Bevölkerung in möglichst weitem Amkreis von Gießen muß von Diesem Fest ersaßt werben unb so vor Der Oeffentlichkeit ein Bekenntnis ablegen. baß Der gute alte Luthergeist unD Der deutsche Prc testantismus noch lange nicht gestorben sind. Die anschließende Aussprache erörterte zumeist rein praktisch Fragen, wie sich die FestgottesDienste in Den Nachbargemeinben von Gießen, auch in Preußen, gestalten werben und wie die Massen in Erscheinung treten sollen: im Festzug unb in großer Versammlung. Der Festausschuß, der eingesetzt ward, besteht aus den Herren Dekan Guhmann - Kirchberg- Lollar. Pfarrer Dörr- Heuchelheim. Pfarrer Waldeck- Lang-Göns und Pfarrer Schultheis- Grohen-Omben-Allendors unb kann durch Zuwahl ergänzt werden. Auch die Frage der Festgabe wurde erörtert: Wenn jeder evangelische Hesse nur ein paar Pfennige gibt, so muh eine große Gabe von mindestens 25 000 Mr. zusammenkommen. Denken wir an Die polnischen Bauern, Die vertrieben sind von Haus unb Hof und dennoch zu ihrem Glauben stehen, denken wir an Siebenbürgen, wo jeder etwa das Zehnfache der Staatssteuer für seine Kirche gibt, so dürfen wir, die wir in so gutsituierten Verhältnissen leben, nicht zurückstehen und nicht mit Geld knausern und kargen. M^t ksiesem warmen Appell schloß die Sitzung. Möchte er nicht ungehört verklingen, sondern überall reichste Gebefreudig- feit für unsere bedrängten Brüder anslosen. H. Turnen, Sport und Spiel. Vom Arbeiter-Tnrn- und Sporlbund. $ rühjahrswaldlauf. £ Wieseck. 24. März. Am Sonntag sand der Frühjahrswaldlauf Des 3. Bezirks statt. Start und Ziel war auf dem Wiesecker Sportplatz: eine recht zahlreich? Zuschauermenge wohnte Den interessanten Wettkämpfen bei, die von acht Vereinen mit 50 Teilnehmern burchgeführt wurden. Die Veranstaltung war vom herrlichsten Wetter begünstigt, bic voraus gegangenen Regen- unb Schneetage hatten die Wege teilweise sehr stark aufgeweicht, trotzdem sind die erzielten Resultate als gute zu bezeichnen. Die einzelnen Läuse wurden gleichzeitig als Einzel- und Mann- schastsläufe gewertet. Gelaufen wurde in drei Gruppen. I. Jugendliche bis zu 18 Jahren, 1500 Meter, 19 Teilnehmer. Sofort beim Start zog sich das Feld auseinander. In glänzendem Endspurt ging nach 5:41 Min. Franz Krämer, Heuchel- beim, durchs Ziel. Mit 5:56 Min. folgte Karl Horn, Steinbach, und mit 5:58 Win. Berthold Krofdorf. Bei diesem Lauf sicherte sich Heuchelheim mit 17 Punkten Den ersten Platz I bei den Monnschastskämpsen. Reichsbanner SchwarzRotGold Film-Vortrag Der Tag der 100000 in Magdeburg Außerdem: lsn*D Die feierliche Beisetzung des Reich Präsidenten Ebert in Berlin und Heidelberg Vorführung im Oewerkschaftshaus. Freitag, 27. und Samstag, 28. März nachmittags 5*/. und abends 8' . Uhr Eintritt: Erwachsene 30 Pf., Kinder 10 Pf Zutritt haben auch Nichtmitglieder. Kinder jedoch nur nachmittags. ist sparsam ünGebraucni Jeden Posten irtifthen Spinat Pfund 0.35 4 I Für das Frühjahr j soeia Gute fttasfe u. Leabühner, aci« leflb. 3täIle, Sudnaevätc liefert Gefliigelbos in 'Hiergen-beirn G 28. — Slataloa frei. [549id und von ausgezeichneter Wafchviriamg! Drucksachen allerArt Ile' «•* in j- der "ewtinschten Ausstattung stilrein und etdswert die Brübl’ache Univ.-Druckerei. R. Lange. •Nene aegnvi Zwiebeln, 3 P-und 0.50 < 5tovffalat, Endivien, Heldialat, alle anderen üfemüfe vtiitgit. 0*2645 C. Seitz, Neuenweg 52. zreitagz-Angebot! Krischen weih. Blumenkohl, Der Lluck 40 -■ bis 1.20 ji Hansa-Handels-Schule J. Kunzeimann Glelien. BlelchwtraOe 5. Am Samstag, dem 28. IHlri, ebenda 8 Uhr, findet im Saalbeu Sauer am Oswaldagarten eine = Schulfeier= mit Unterhaltung und Tanz btatt. — Alle frübeien Schüler und Schülerinnen und deren Anne- hörige »lud hiermit freundlichst einueladen. l) Eintritt frei geiren Vorzeigung (der Einladung-kart'-, die im Bureau der Schule ausgestellt wird Einführung von Gästen gestattet. Frünl/Al Das Haus I IdllKCI der Moden Seltersweg 52 Dixin Henkersseifenpulver WMta-Hiir in Seide, Samt und Wollrips Größte Auswahl Billigste Preise 3.—5. Klasse in Hessischer Sortierung, 1.—3. Klasse in preußischer Sortierung zu kaufen gesucht. 3oiod Carl Scholl, llöm.-Ses. Dampssägewerk und HolzgroßHandl. Burbnd) iwestfalen). Schuhe, sind die Neuheiten der Marke Forischrid in entzückenden Modellen eingetroffen ; Fortschrittschuhe vereinen vollendet i E die Vorzüge gestaltenden Kunsthand- \ \ werks mit der durchdachten Exakt- \ ; heil moderner Präzisionstechrfik Alleinige Niederlage: N. 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Stammreisig), Birken 4. Kiefern 4, Fichten 388. Stöcke, Buchen 298. Hainbuchen 24, Eichen 42, Kiefern 6, Fichten 17. Das blau unterstrichene Holz kommt nicht zum Ausgebot. Es empfiehlt sich, das Holz vorher einzusehen, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Auskunft durch die Herren Förster Eichenauer zu Reinhardshain und Markart zu Lumda. Grünberg, den 24. März 1925. Hessisches Forstamt Grünberg. 3071V Kinderwagen Holzwaren ♦ Spielwaren kaufen Sie am besten beim ftacb« mmrnlengr. endetail. Eigene Reparatur' Werkstatt. Neubezieh von Verdecken in kürzester Zeit. Friedrich & Rud. Gödicke 3078 D liUekcrr, Neuenweg 50 Bnirbacb, Wevlarer 19 Werkstatl und Lager (Ziesten Löberstr. 19 »M- Bei kauf auch ab Lager. -M Es gibt viele Freunde unserer Fabrikate, die seit vielen Jahren ununterbrochen und ausschließlich unsere Gelbe Sorte rauchen. 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März 1925 a) bei der Firma Wilhelm Klee Rachfolger, Gießen: DaS Geschäft nebst der Firma ist mit Wirkung vom 4 Dezember 1924 auf den Kaufmann Ludwig Heinrich Steubing in Giehen und mit Wirkung vom l l.März 1925 von diesem auf den Kaufmann Adolf Deibel in Giehen übergegangen mit dem Rechte der Weiterführung der seitherigen Firma und unter Ausschluss der Hebernahme der seither im Betriebe des Geschäftes begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten. Die Prokura des Albert Kreiling in Giehen ist erloschen; b) bei der Firma Karl Euler, Giehen: Die Firma ist erloschen; c) bei der Firma Klein & Eo.. Giehen: Die Firma ist erloschen. Am 20. März 1925 a) bei der Firma Johannes Hillgärtner, Allendorf a. d Lda.: Die Inhaberin der Firma ist verstorben. Infolge Vereinbarung unter den Erben ist die Firma und das darunter betriebene Handelsgeschäft mit dem Rechte der Weiterführung der seitherigen Firma und unter Ausschluß des Hebergangs der im Betriebe des Geschäfts begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten auf die Eberhard Lotz IL Ehefrau, Katharine geb. Hillgärtner in Allendorf a. d. Lda. als Alleininhaberin mit Wirkung vom 1. Januar 1925 übergegangen; b) bei der Firma Adolf Dinges, Giehen: Kaufmann Eduard Herkenrath zu Giehen ist als weiterer persönlich haftender Gesellschafter in das Geschäft eingetreten, die offene Handelsgesellschaft hat am 1. März 1925 .begonnen. Die Firma ist geändert in DingeS & Herkenrath. Die Prokura der Ernestine Dinges geb. Krailing zu Giehen ist erloschen. Giehen, den 23. März 1925 30678 Hessisches Amtsgericht. Merel-vMAiW. Die Fischereiberechtigung in der Lahn, von dem Fischwassergrenzstein am linken Ufer oberhalb der Nehmühle abwärts bis an die Einmündung des Wolfshäuser Grabens an der Grebenwiese bei Noch, mit einer Länge von ungefähr 3,553 km kommt Mittwoch, den 1. 6. Mts., vormittags 10 Uhr, in dem Gasthaus „Zur Linde" in Niederwalgern zur öffentlich meistbietenden Verpachtung 30760 Schweinsberg, am 23 März 192-5. Freiherrlisch Schenckischc Kenteret. Bekanntmachung. Folgende Kreisstrahenwartstellen find alsbald neu zu besehen Lang-Göns, Trotzen-Linden, Rödgen, V Ibach, Treis a. d. Lda. und Londorf. Bewerbungen sind unter Beischluh von Zeugnissen und sonstigen Personalpapieren mit einem selbstgeschriebenem Lebens lauf bis zum 4. April d. I.» bei unS einzureichen. Giehen, den 24. März 1925. Kreisbauverwaltung Giehen Eellarius. 3092D Unser Freitag-Angebot Mk. für 4—5-jährige für 6-7-jährige .... Mk. 2.00, 1.75 1.20 1.60 1.9© Zentrale: Hrankftirt a. M. 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In dieser Hinsicht muß die Reichspräsidentenwahl zu einem MarifteiN ilt der deutschen Geschichte werden. Das novemberliche Vannatsyftem muß schleunigst abgebaut werden und ein neues Deutschland muß. erstehen, in dem die Begriffe Reinheit, Wahrheit und Ehrlichkeit wieder einen guten Klang haben. Für die Wahl des Reichspräsidenten am 29. März schlägt Euch die Demokratische Partei den badischen Staatspräsidenten Dr. Villy Heilpach vor, einen Mann mit glänzenden Gaben des Geistes und der Rede, ein Staatsmann größten Ausmaßes, der weit über die Grenzen unserer Partei hinaus die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Lest, was er gesprochen hat und was über ihn geschrieben ist, und Ihr werdet ihm begeistert Eure Stimme geben. Bleibe keiner zu Hause! Werbet Mitwähler! Die Wahl am 29. März muh eine zwingende Vorentscheidung für den zweiten Wahlgang werden. Je wuchtiger die Stimmziffer, umso sicherer die Aussicht, daß Hellpach Eimgmgskandidat aller Republikaner wird. Darum erscheint vollzählig an der Wahlurne. Der 29. März muh ein Ehrentag auch für die Demokratische Partei werden. ' 3068D Der Vorstand der Demokratischen Landespartei Hessens Henrich Reh Reiber Poepperling Dr. Büchner Ohne einen national gesinnten, charakterfesten, über den Parteien stehenden Reichspräsidenten ist diese Erneuerung unmöglich. Deshalb gilt es, den von den nationalen und vaterländischen Parteien und Verbänden vorgeschlagenen Reichsinnenminister a. D., Oberbürgermeister Dr. Jarres» eine unerschrockene Persönlichkeit von kerndeutscher, christlicher Gesinnung, am 29. März 1925 die Stimme zu geben, werbt für ihn» sorgt, daß leine Stimme verloren geht. Dann werden wir den Sieg erringen. -3o3od Der Wahlausschuß für den Kreis Giehen: Fräulein (Emmi Dingeldein, Giehen Landtagsabg. Will). Fenchel, Oberhörgern Karl Gg. Jockel, Grünberg Stadtverordneter Gg. Kling, Gießen Oberpostin pektor Kodlhase, Gießen Prof. Dr. Krausmüller, Gießen Dr. Otto Lenz, Gießen Bäckerobermstr. W. Löher, Gießen Landw Alfred Rompf, Lang-Göns Metzgerobermst. Ernst Ludw. Sack, Gießen Landwirt Otto Schneider, Utphe Landw. Richard Schäfer, Hungen Frau Emma Schudt, Gießen Geschäftsstelle: „Hotel Victoria" Gietzen SMWWWI. MMÄff MKSMWW-WilMMn Sggfiscfag Die Delegierten-Versammlung des Reichsverbandes hat beschlossen, ihren Mitgliedern und Anhängern bei der bevorstehenden Reichspräsidentenwahl Stimmenthaltung zu empfehlen. Diese Entschließung beruht darauf, daß die, auf die Parteien gesetzten Erwartungen in der Aufwertungsfrage nicht erfüllt worden find, daß ferner die Reichspräfidentenwahl als eine reine Parteisache behandelt worden ist. Die Stellung zum 2. Wahlgange bleibt vorbehalten. Die Ortsgruppe Gießen schließt sich Dieser Auffassung an, da auch bis heute noch keiner der Präsidentschaftskandidaten zu der Aufwertungsfrage überhaupt Stellung genommen hat. Sie empflehlt daher ihren Mitgliedern und Anhängern ebenfalls Stimmenthaltung .{nRAn prachtvolleWarezu billigsten Preisen bei 3073c August Wallenfels a. Kriegerdenkmal. Teleph. 1662. Prompter Versand in die Stadt und nach auswärts. 12—15 Ztr. schöne Frühkartoffeln „Böhms Heimat" ä Mk. 5.50 hat zu verkaufen Georg Jung I. Holzheim Kreis Gießen.