rlanaqmt von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- klamean,eigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Plahoorschrist 20', mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich: für Politik und Feuilleton Dr. Friede. Wilh. Lange- für den übrigen Teil Ernst Dlumschein,- für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Seilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. MonaiL.vezvtz, preis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschluffe: Schriftleitung 112, Der- lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiaer Stehen, postschetttonlo: Frankfurt am Main 11686. General-Anzeiger für Oberheffen Druck vnv Verlag: vrühl'sche Univerfitülr-Vuch- und Steinörucferei tt. Lange in Sieben. Zchriftleitung und Geschästrftelle: Schulstraße 7. Ur 276 Erster Blatt s, 175. Jahrgang Mittwoch, 25. November 1625 Gießener Anzeiger Die Locarnodebatte im Reichstag. Berlin, 25. Nov. Don der Locarnodebatte des Reichstags konnten wir gestern bereits die Reden der Abg. Wels (Soz.) und Graf von Westarp (Dntl.) veröffentlichen. Als nächster Redner verlieft Abg. Fehrenbach (Zentrum) dann eine Erklärung feiner Fraktion, in der es hecht: Unter Ziel ist die Entwicklung unserer Ration aus Knechtschaft zur Freiheit aus Rot und Elend zur wirtschaftlichen Gesundung. Wir wissen, daß dieses Ziel nur schrittweise zu erreichen ist. Ein großer Schritt auf diesem Wege ist das Vertragswerk von Locarno. Dieses Werk widerspricht nicht den Bedingungen, die wir an jeden Vertrag zu stellen haben, dadurch, daß er nämlich nicht der G l e ich - berechtigung unter den Mächten der Welt ober seiner nationalen Würde zuwiderläuft. Wir leisten mit diesem Vertrag keine neue diesmal freiwillige Unterschrift unter das Versailler Diktat. Wir anerkennen auch damit nicht die Kriegsschuldlüge, deren Bekämpfung wir im Bunde mit allen Mahrheitsfreunden im AuSlande fortsehen. Wir leisten mit dem Lo- carnovertrag keinen Rechtsverzicht auf deutsches Land. Als eine notwendige Auswirkung der Verträge von Locarno erachten wir die Befreiung der 2. und 3. besetzten Zone. (Beifall.) Mit dem Geiste von Locarno ist es nicht vereinbar, ein an diesem Friedenswerk beteiligtes Land ferner mit fremden Truppen besetzt zu halten. Unvereinbar damit ist auch die Hinausschiebung der Abstimmung an der Saar bis zum Jahre 1935. Das Zentrum sieht daher in voller Uebereinstimmung mit seinen Wählern im Rheinlande in den bisher gewährten Erleichterungen keinen Anlaß zu freudiger Genugtuung, denn sie bleiben erheblich hinter dem zurück, was nach den Verhandlungen von Locarno erwartet werden müßte. Andererseits bedeutet aber Locarno die Beendigung der Aera der Sanktionsund Gewaltpolitik gegen Deutschland. So kommen wir nach reiflicher Ueberlegung zu dem Ergebnis, daß die Vorteile des Vertragswerkes so erheblich sind, daß wir die Beseitigung der ihm noch anhaftenden Mängel der Zukunft überlassen können. Trotz mancher Bedenken gegen seine bestehende Satzung sind wir auch für den Eintritt in den Völkerbund weil wir glauben, daß wir damit nicht zu einer einseitigen Stellung gegen Rußland genötigt werden. Wir erhoffen von der Annahme des Locarnovertrages und von unserem Eintritt in den Völkerbund eine Förderung der Entwicklung vom Gewaltsystem zum Rechtssystem im Völkerleben. Daß diese Entwicklung eintritt, daran können mehr noch als das geschwächte Deutschland die übrigen Mächte Europas mithelfen. (Beifall im Zentrum.) Abg. Dr. Scholz (D. D. P.) Bei der Beurteilung der Vorlage dürfen mir leider nicht von dem Standpunkt ausgehen, daß Staaten von gleicher politischer Macht und gleicher wirtschaftlicher Stärke sich gegenüberstehen. Das durch den verlorenen Krieg geschwächte Deutschland hat nicht die gleichen Machtmittel wie seine Verhandlungspartner. Deutschland aber braucht jetzt eine Politik, die es ihm gestattet, in friedlicher Arbeit wirtschaftlich und politisch zu erstarken. Es kommt nicht darauf an, ob in Locarno mehr herauszuholen gewesen wäre, sondern daraus, baß das Erreichte eine Besserung darstellt. (Sehr richtig!) Die Verträge bringen auch in der Tat Erleichterungen für das Rheinland. Namens feiner Partei macht der Redner einige Feststellungen zu den Locarnoverträgen. Eine Anerkennung der Schuld Deutschlands am Ausbruch des Weltkrieges sei nicht erfolgt. Wir erwarten, so erklärte der Redner, von der Reichsregierung, daß beim Eintritt Deutschlands in den Völkerbund erneut die Feststellung von der Schuldlosigkeit Deutschlands am Kriegsausbruch besprochen wird. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund darf Deutschland nicht kriegerischen Verwicklungen mit anderen Staaten aussetzen. Wer es für nützlich hält, daß ein großes deutsches Volk dauernd zwangsweise entwaffnet gehalten wird, während seine Nachbarn in Waffen starren, gibt sich einer gefährlichen Illusion hin. Nur eine gleichmäßige Enl - waffnung ist möglich. (Zustimmung rechts.) Eine wesentliche Verkürzung der Besetzung der 2. und 3. Zone würde den vielbesprochenen Geist von Locarno in der Praxis zeigen. Die R e - parationskrast eines Staates muß ganz erheblich leiden, wenn weite Teile seines Gebietes, insbesondere auch industrielle Teile, dauernd unter militärischer Besetzung fremder Mächte liegen. Ich habe kürzlich zwei Plakate auf der Straßenbahn gesehen, deren Inhalt ich gerne in das Stammbuch der Deutschnationalen schreiben möchte. Aus ihnen stand: „Springe nicht ab während der Fahrt!", das andere: „Nimm Rücksicht aus andere!" (Stürmische Heiterkeit.) Mit großem Ernst abei muß ich mich gegen die schweren Angriffe wenden, die uns die vaterländische Gesin- n u ng a b s pr e ch en. (Zurufe bei der Deutschen Lolkspartei: Unerhört!) Wir nehmen für uns in Anspruch, ebenso national zu fühlen, wie die Deutschnationale Volkspartei. Wir betätigen aber unsere vaterländische Gesinnung nicht durch Worte und Schlagworte, sondern durch die verantwortliche Tat. (Lebhafter Beifall bei der Deutschen Dolkspartei.) Abg. Thaelmann (Komm.) lehnt in längeren Ausführungen die Locarnooer- träge ab. Stresemcmn wolle durch den Garantiepakt im Westen Ruhe und Bewegungsfreiheit für blutige Abenteuer im Osten haben. England wolle Deutschland zu aktivem Vorgehen gegen Sowjetrußland benutzen. Für Elsaß-Lothringen und den polnischen Korridor muß das Recht der Selbstbestimmung erkämpft werden.Locarno ist nicht der Friede, Locarno ist nur der Versuch der Einbeziehung Deutschlands in eine neue europäische Mächtekonzentration unter Führuna Englands gegen Sowjetrußland. Deutschland soll zum Landsknecht der Kapitalisten Westeuropas gemacht werden. Das Proletariat wird aber der deutschen Bourgeoisie einen Strich durch die Rechnung machen. Abg. Koch-Weser (Dem.) 3m Gegensatz zum Reichskanzler betrachten wir Locarno nicht als einen Anfang, sondern als eine Etappe auf dem Wege, den wir feit sechs Fahren gegangen find, um Deutschland durch Verständigung zur Freiheit zu führen, zur Revision des Versailler Vertrages nicht durch Abänderung, sondern durch seine Auslegung und seine Weiterbildung. An diesem Wege stehen Leichen st eine, vor allem der Leichenstein R a t h e n a u s, der ein Führer auf diesem Wege war. Es gibt einen fortschrittlichen Pazifismus, der die Aufgabe aller Friedensfreunde darin sieht, im friedlichen Gedankenaustausch die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben der Völker der Welt zu suchen und zu finden. Wir begrüßen das Werk von Locarno, weil die Verhandlungen dort im Geiste eines solchen Pazifismus geführt worden sind. Darum sind wir dennoch nicht mit allen Einzelheiten der bisherigen Außenpolitik einverstanden. Wir müssen die Aufhebung der Besetzung und die frühere Abstimmung im Saar gebiet erreichen. Hnfere Mitwirkung im Völkerbund müssen wir dazu benutzen, den Anschluß Oesterreichs durchzuschen Der Hauptgegner dieses Anschlusses ist jetzt Mussolini, ob» obwohl Italien geeint worden ist unter der Sympathie des deutschen Volkes und unter Mitwirkung der preußischen Waffen. Das Wertvollste für uns ist der Eintritt Deutschlands tn den Völkerbund. Wir werden im Völkerbunde auch wirksamer als bisher für die deutschen Minderheiten im Auslande eintreten können. Linser Schritt richtet sich i n keiner Werse gegen Rußland, wir wollen vielmehr bim Völkerbund aus einem Westbund zu einem Weltbund machen. Wir erstreben die deutsche Zollunion. Jetzt kommt es darauf an, daß sich alle diejenigen Parteien in der Regierung und in der Regierungsmehrheit zusammenfinden, für die Locarno nicht bloß eine Episode ist, sondern die die Außenpolitik im Geiste von Locarno führen wollen. Da darf sich keine Partei (zu den Soz.) hinter inner- politische Gegensätze verschanzen: mehr denn je brauchen wir ein Zusammenwirken aller aufrichtigen Anhänger einer Verständigungspolitik. (Beifall bei den Demokraten ) Reichsautzenminister Dr. Stresemann. Die Regierung Luther ist in keinem Punkte abgewichen von den Richtlinien. die sie in einer Sitzung unter dem Vorsitz des verstorbenen Reichspräsidenten über die Dölkerbundsfrage ausgestellt hat. Was den Sicherheitspakt betrifft, so war es unbedingt Zeit für ein solches Eingreifen, wenn nicht ein einseitiges Eingreifen der anderen Seite gegen uns erfolgen sollte. (Hört! Hört!) Wäre die Paraphierung von deutscher Seite in Locarno nicht erfolgt, so wäre Herr Briand trotzdem nicht mit leeren Händen nach Paris gekommen, sondern dann hätten sich die Alliierten u n t e r. s i ch geeinigt. (Hört! Hört!) Es ist auch nach dem Locarno-Vertrag noch viel Aln- erträgliches für Deutschland geblieben. Aber nach einem verlorenen Krieg wird es Jahrzehnte dauern, bis alle Llnerträglichkeiten für uns vollständig beseitigt finb. Der Minister wendet srch dann gegen die Bemerkung des Abg. Graf Westarp, daß doch nach Auslegung autoritativer Stimmen der Alliierten der Locarno-Vertrag eine erneute, diesmal freiwillige Anerkennung des Versailler Vertrages sei. Dr. Strese- mann sucht demgegenüber aus dem Vertragstert und aus den Erklärungen von Staatsmännern der Alliierten nachzuweisen, daß dies nicht der Fall sei, und daß auch der Locarno-Vertrag keineswegs die Möglichkeit ausschließt, d i e b e st e h e n- den Grenzen im Wege friedlicher Verständigung zu ändern. Das ergebe sich auch gerade aus anderen Teilen der vom Grafen Westarp zitterten Rede Vanderveldes. Die Feststellung, daß der Versailler Vertrag u n - angetaftet bleibt, findet sich doch, so fährt der Minister fort, fast inallenVerträgen, die Deutschland in den letzten Jahren mit Rord- amerifa, England, Ungarn, der Tschechoslowakei und anderen Ländern abgeschlossen hat. Gegen diese Verträge, die zum Teil von der vollständigen Regierung Luther abgeschlossen wurden, ist niemals der Einwand erhoben wor° den, daß sie eine freiwillige Anerkennung des Versailler Vertrages seien. (Hört, hört! links und bei der Mehrheit.) Schon in der ersten Rote vom 20. Juli wird ausdrücklich erf.ärt, daß der Abschluß eines Sicherheitspaktes keine Aenderung der bestehenden Verträge bedeutet. Wenn damals kein Widerspruch erhoben wurde, kann er auch heute nicht geltend gemacht werden. Zur Kriegsschuldfrage haben wir unsere Erklärungen bet der Einleitung der Derhand- hingen in Locarno so deutlich abgegeben, daß man unter keinen Amstanden in der Anterfchrift unter den Locarno-De "trag ein neues Schu ddele n n s sehen kann. Wenn Graf Westarp noch immer sagt, unser Eintritt in den Völkerbund bedeute eipe W e st- Orientierung gegen Rußland, so halte ich ihm die Ausführungen entgegen, die fein Frakftonssreund Abg. Pros. H o e h s ch in einem Artikel im „Arbeitgeber" zu dieser Frage gemacht hat. Prof. Hoehsch sagt da: „Rußland hat alle Veranlassung, fein oft anmaßend gegen Deutsch and geäußertes Mißtrauen gegen Deutschland aufzugeben, als wolle Deutschland in einem Westkonzern sich gegen Rußland wenden." (Hört! Hört!) Die Reichs.egierung wurde nicht so scharfe Ausdrücke gebrauchen, wie hier Prof. Hoehsch. (Heiterkeit.) Mit solcher Absicht wäre auch die Tatsache ganz unvereinbar, daß wir jetzt mit Rußland einen Vertrag abgeschlossen haben, dec uns große Opfer auferlegt. Wir haben ohne W.derspruch feftgeftellt, daß d i e Erklärungen zum Artikel 16 ausfchließen nicht nur das Durchmarschrecht und die militärische Hilfeleistung, sondern auch die Hilfeleistungen bei wirtschaftlichen Maßnahmen, weil eine solche Mitwirkung uns in Kriegs» gefaßr bringt und wir alles ablehnen müssen, was einen Krieg auf unser Gebiet heranziehen könnte. (Zurufe rechts: Haben Sie das Recht der Reulralität?) Wei.n Sie eS so auffaffen, daß wir uns nicht an kriegerischen QHaßnaßmen beteiligen gegen irgendeinen anderen Staat, so haben wir das Recht der Reutralitth Etwas anderes ist die Frage, ob wir als Mitglied des Völkerbundes eine beftirr nte Macht als Angrei. er bezeichnen, wenn wir selbst der Meinung sind, daß sie es ist. Auch bann aber sind wir nicht verpflichtet, uns an kriegerische Maßnahmen gegen diese Macht zu beteiligen. (Abg. Schulz-Drom- berg (Dn.): Wäre das dann eine loyale Erfüllung des Vertrages?) Wenn wir b_e Macht zu kriegerischen Maßnahmen hätten, toure ihre Richtanwendung allerdings illoyal. Pins aber erst die Macht nehmen und uns dann zu solchen Maßnahmen zwingen wollen, das wäre illoyal von der anderen Seite. (Beifall.) Sie Rückwirkungen sind bisher noch nicht in vollem Umfange eingetreten. Die belgische Regierung hat uns zu der Mitteilung ermächtigt, daß sie beschlossen habe, die K o n tu m a c i a m v e r f a h r e rr gegen angebliche deutsche Kriegsverbrecher nicht mehr fortzusetzen, weil nach der Konferenz von Locarno die Fortsetzung geeignet fein würde, die wünschenswerte Beruhigung zwischen beiden Völkern unnötig zu behindern. (Beifall.) Die französische Regierung hat erklärt, sie bereite einen ähnlichen Beschluß vor. Ein Widerspruch in der Rede des Grasen Westarp bestehe insofern, als er einmal gesagt hatte, Rechtsansprüche gelten gegenüber der Gewalt nichts und zum anderen erklärt: Wir hatten einen klaren Rechtsanspruch auf die Räumung der Kölner Zone. Eines ist nur möglich, wenn unsere Rechtsansprüche seit Kriegsende immer beachtet worden wären, stünden wir heute anders dar. (Sehr richtig links und in der Mitte.) Es hat eine Zeit gegeben, in der heftigster Protest dagegen erhoben wurde, daß Deutschland nur durch seinen Außenminister in Locamo vertreten werde. (Sehr wahr!) Es wäre auch psychisch wie Physisch für einen alleinigen Delegierten gar nicht möglich, mit den vielen Verhandlungsgegnern zu arbeiten. Als dies zum Ausdruck kam, haben dieselben Kreise, die vorher den Außenminister nicht allein reifen lassen wollten, den gegenteiligen Standpunkt vertreten. Rehmen Sie (zu den Deutschnationalen) es mir daher nicht übel, wenn ich an der Objektivität Ihres Standpunktes etwas zweifle. (Lebhafte Zustimmung links.) Zu der von Herrn Loucheur angeregten Weltwirtfchaftskonferenz habe ich heute schon dem französischen Botschafter erklärt, daß Deutschland sich gern daran behelligen werde. Das Schlagwort „Vereinigte Staaten von Europa" ist schlecht gewählt und bringt den guten Kern des Gedankens in Mißkredit. Durch den Weltkrieg ist aber tatsächlich die ganze Leistungsfähigkeit Europas herabgedrückt. Einen Weg aus dem Zusammenbruch Europas können wir nur in friedlicher Zusammenarbeit mit den übrigen Mächten finden. Das betrachten wir als den Geist von Locarno, sobald wir zur Wiederaufrichtung der deutschen Souveränität kommen und damit auch Deutschlands Lebensmöglichkeit und Freiheit wieder erlangen. (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit, Zischen bei den Völkischen.) Abg. Dr. Bredt (Wirt. Dg.) geht auf die Vorgeschichte der Locarnoverträge ein und betont, seine Freunde hätten schon im ersten Stadium erklärt, daß sie die Verhandlungen über einen Sicherheitspakt nicht wünschten. Die vor dem Weg nach Locarno festgelegten Voraussetzungen und Bedingungen für den Vertragsabschluß seien nicht erfüllt worden. Hnferc Partei lohnt nicht dieDef riedungCuropas ab, heute« aber lehnen wir den Eintritt in den Völkerbund ab. Wir beantragen, daß öle Völkerbundsfrage in einem besonderen Gesetze behandelt wird. Der Ablehnung dieses Antrages lehnen wir die ganze Vorlage ab. Abg. Graf Lerchenfeld (V. Dp.) erhärte, Locarno sei an sich geeignet, dem Ziel der Befriedigung zu dienen. Ohne Locarno würden wir isoliert. Deutschland muß danach trachten, im Völkerbunde die moralischen Kräfte zur Auswirkung gelangen zu lassen, die bisher in ihm nicht vertreten sind: die sittlichen und religiösen Kräfte der Kirche. Heber die Frage, ob ein sofortiger Eintritt Deutschlands in Verbindung mit Locarno richtig ist, wird noch zu reden sein. Grundsätzlich sind wir aber der Ansicht, daß nunmehr die Zeit gekommen ist, wo auch Deutschland dem Völkerbund angehören kann. Bezüglich der Rückwirkungen könne man der Regierung den Vorwurf nicht ersparen, daß sie mehr versprochen hat, als sie jetzt tatsächlich erfüllt hat. Abg. Graf Revenllow .- gegen Barzahlung: 1 Kassenschrank, 1 Schrtstschrank. drei Büfetts, 1 Äkrenschrank, 2 Bücherschränke, 4 Schreibtische, 3 Schreib- niaschmen, 1 Klavier. 1 Stanoubr, 2 Kommoden, 1 Nähmaschine. 4 Sofas, 2 Bernkos. 1 Toilettenspiegel, 2 Diwan mit 2 Sesseln, 1 goldene Ocrrennvr, 1 grüneren Posten Damenbüie, zwei »rässer Jndunrielack. 4 ü-ässer Cfcr, 3 Nasser Atbine-Kreide u v. a. Gorau^sichtlich bestimmt: 1 Karlosiel- roder meu), 1 Sekretär, 1 Toilettenspiegel, 36 Faft-Bumpen. Gestrige Temperaturen: Maximum 4,6, Mi- 1,2 Grad Celsius. Heutige Mvrgentempe- Aus aller Wett, Bestrafte Tanzwut. 3n Zweib rücken verurteilte das Jugendgericht an einem Tage über 50 fchupflichtige Knaben und Mädchen wegen verbotenen Tanzmufikbefuches zu Geldstrafen von 3 bis 10 Mk. Einige wurden sogar schon zum zweiten Male bestraft. Das Gericht stellte fest, daß mangelnde Aufsicht der Eltern und Erzieher die Schuld an diesem Verhaken unreifer Menschen tragen. Grvtzfeuer. Ein Großfeuer vernichtete tn Mehring an der Mosel in kurzer Zeit vierWohn- häuser und zwei Scheunen mit sämtlichen Futtervorräten. 3n Morbach (Hunsrück) wurden durch ein Droßfeuer tn kurzer Zeit drei Häuser ein geäschert. Die Ursache deS Feuers ist in beiden Fällen unbekannt. Barbarischer Raubüberfall. Aach einer Dlättermeldung aus Witten an der Auhr wurde ein Agent auS Herbebe in der Aähe der Ruine Hardenstein von zwei maskierten Räubern besinnungslos geschlagen und bann deS Gelbes, daS er tagsüber kassiert hatte, beraubt. Die Verbrecher banden ihn darauf mit den Füßen an einen Telegraphenmatt und legten seinen Kopf auf die Schienen der Ruhrtalbahn. Glücklicherweise gelang eS dem Ge- 'iesselten, den Kopf etwas herumzubrehen, so bah ein vorbetfahrender Zug ihn nur im Gesicht verletzte. Er wurde bewuhtlos ins Krankenhaus gebracht. »»Willi Willi erhält der Käufer deS ersten Kanarien- hghneS am Freitag, den 27. bei Eröffnung deS neuen Ladens Freitag und Samstag der infolge btt um- und Zollrevi'M « r dälung W haad bereits c.l ing der Zugre^ nördli""» Posl<>- ^ereitszus-aU für den Sülerzug! den-us«ichMg g mltellen. 2ct auf H--lt g-M so mit volle -d-Zug in de' Führer des sein Leben. Se hwer zu seh" tzrationsbeamlil und BiegS^ uä»X Der frühere elsässische Reichstagsabgeordnete Abb6 Wetterlß ist in Rom, wo er Attache der frawfösischen Vertretung beim Vatikan war, gestorben. E 5 w io«. EL 9s» nlu.u verlas- SeglAgung p r Die lganl»: MM bZ;ari^'- fallcnüH b Lr bulg°T # wahrend ttanJI ,C 5*!, Ms 1 $Wen. durch bi. ?n tr i b 11 ?(» Elisen SS on, ßo Lj W Sa: iSr W bj & I *ln dein Wn, un,ttOn Qll5; ^gehenden loqe; l0thd) Angriffe, ?Ennol gelang, in ÄS ’M'fdjen (Barnifon" ä SiaalMwalus gegeben: Sas 1h? ng dÄ @ülmtad)? sahrplamnäßig um hnhvf von Dellin- te, den der Horb» morgenS passierte pätung und tourbt itta, eine Station rf)ott. Str ehaupiei, er W mng bü zur Zm- int Dillinzona er- 3 die Wiederholung Eine öffentliche Stadtverord- _______sitzung findet am nächsten Freitag nachmittag, 41/3 Ähr beginnend, im Stadthaus, Berg- strahe statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende wichtige Vorlagen: Der Ausschlagssatz für die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz. Instandsetzung der Frankfurter Straße. Einbau einer Heizungsanlage in der Dezirksschule In der Westanlage. Erneuerung der HeizungSanlage in der Stadtknabenschule. Ausbau der Wllhelmstraße zwischen der Straße auf der Weiberde und dem Aulweg. Einführung des maschinellen Betriebs für die Strahenreinigung. Ausführung von Rot- standsarbeiten im Winter 1925/26. Aeuregelung der elektrischen Strompreise. Gewährung von Zuschüssen zur Beschaffung von Winterbedars für । i t.nl- Drogerie, Schulßtr. / Viktoria-Drogerie, Marktstr. 5 Fürsorgeempfänger. ** Zeppelin-Eckener-Spende tn Gießen. Für die Zeppelin-Eckener-Spende ist in den höheren Schulen unserer Stadt eine Sammlung veranstaltet worden, die insgesamt 696,69 Mark erbrachte. Davon entfallen auf das Lyzeum und Studienanstalt 280 Mk., die Oberrealschule 180 Mk., das Gymnasium 138,35 Mk. das Realgymnasium 98,34 Mk. Eine Sammlung in den Volksschulen für den gleichen guten Zweck soll erst nach Reujahr abgeschlossen werden. " Die Sammlungen für den Dau eines Krüppelheimes in Hessen. Vom Hessischen Fürsorgeverein für Krüppel wird unS geschrieben: „Von falsch unterrichteter Seite wird verbreitet, daß die augenblicklich in den Schulen betriebene Sammlung für den Bau einer Krüppelheims einer Konfession zugute kommen solle. Wir halten es deshalb für notwendig, zu erklären, daß der Hessische Fürsorgeverein für Krüppel ein paritätisches Unternehmen ist. Das gesammelte Geld fließt dem Verein zu und wird von diesem zur Behandlung von Krüppeln aller Konfessionen oder zum Bau eines eigenen Hauses verwendet." ** Achtung SBillionäre! Die Billionen- scheine aus der Inflationszeit verfallen, wenn sie nicht bis zum 30. November 1925 bei den Reichsbanknebenstellen eingelöst werden. Nach diesem Termin ist ein Umtausch nur noch bei der Neichsbank In Berlin direkt möglich. Eine Geflügel- und Drieftau- ben-Schau veranstaltet der Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen in Gemeinschaft mit dem Drieftaubenklub Gießen am 28. und 29. dS. MtS. auf der LiebigShöhe. Die Ausstellung wird mit MViellMWkk! Etwa 350 Paar Schuhe aller Sorten wegen Ausgabe deS Ge» schäits billig abzugeben , „ Zu erfragen tn der Geschäftsstelle deS Gienener Anzeigers."9475 Familientragödie. Zn Donaueschingen ermordete der Sohn deS Oberstleutnants a. D. Hennig seine Eltern und verletzte die 27 Jahre alte Sekretärin Hermann durch Kopfschuß tödlich. Henning hatte das Dienstmädchen zum Einkauf von Zigaretten fortgeschickt. Dieses wurde jedoch durch die Schüsse im Hause aufmerksam und benachrichtigte die Polizei, die den Oberstleutnant und dessen Ehefrau tot auffanb. Zn dem unteren Wohnraum fand man die Sekretärin ebenfalls tot vor. Gin Todesurteil. DaS Schwurgericht in Göttingen verurteilte den Maschinenmeister Schwerdtfeger, der den Fabrikdirektor Schoeller in Hahne- müßlen aus Rache für seine Entlassung erschossen hatte, zum Tode. Der Verurteilte hatte sich nach der Tat bet einem Selbstmordversuch blind geschossen. jedem Shtnarienbabn ein Weibchen gratis, oder 10°/, Rabatt. Siehener Vogelhaus Wolkengasse 17. Vögel aller Art•O94TP Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 25. Rovember 1925. gum Totschlag in Erotzen-Linden erfahren wir noch folgendes: Der Getötete, Tagelöhner Heinrich Degen, war schon seit langen Jahren alkoholkrank und wurde deshalb im Bergan- genen Jahre vom Amtsgericht Gteßen entmündigt. Es krankte ihn in besonderem Maße, daß er am letzten Wahltage als Entmündtgter nicht wählen durfte. Am Tage der Tat begab er sich noch deshalb abends zum Bürgermeister — er war wieder in angetrunkenem Zustand — und spektakelte dort, wurde jedoch beruhigt. Als er wieder nach Hause kam, wollte er wissen, wer den Entmün- digungsantrag gestellt habe. Er kam in grenzenlose Wut, drohte, er werde seine Frau und seine Schwiegermutter umbringen, und holte seine große, schwere Holzhaueraxt herbei, die ihm, als er sie zum Schlagen erhob, von seinem Sohn, der mittlerweile herbeigerufen worden war, ab genommen wurde; hierbei waren dem Sohn zwei Brüder behilflich. Hierauf holte der Dater ein K ü ch e n rn e s s e r aus der Tasche und stürzte sich aus den Sohn. Dieser floh und nahm dabei begreiflicherweise die gefährliche Axt mit. In großer Eile folgte ihm der Vater mit dem Messer in der Hand. Auf der Ortsstraße an- gekommen, will der Sohn aus der Schar der Neugierigen, die sich mittlerweile angesammelt hatte, den Ruf gehört haben: „Ach herje, alleweil hat er ihn." Hieraus drehte sich der junge Mann um und führte zwei Schläge nach dem Vater, von dem er befürchtet haben will, daß er ihn sonst mit dem Messer erstochen hätte. Der Sohn bleibt jedenfalls bis^um Abschluß der erforderlichen Voruntersuchung in Haft. Wie wir weiter hören, gibt es Leute, die dem Bürgermeister einen Vorwurf daraus zu machen suchen, dah er dem Degen in seiner Wohnung nicht die Axt abgenommen hat. Es darf mit Sicherheit angenommen werden, daß in diesem Falle der im höchsten Maße aufgebrachte Degen, der ein vier- zigjähriger ftarfer Mensck war, vor dem [eine Familie in ständiger Angst lebte, unter seinen Angehörigen ein Blutbad angertchtet hätte, zumal er noch über das Messer und eine ganze Reihe anderer leicht erreichbarer Werkzeuge verfügte, die in seiner Hand zu sehr gefährlichen Waffen hätten werden können und gewiß auch geworden wären. Das Mitleid wendet sich in der Gemeinde dem sonst braven Sohne und seiner Mutter zu, von deren noch am Leben befindlichen zwölf Kindern erst wenige in erwerbsfähigem Alter stehen, während der Vater kaum und nur selten etwas zum Unterhalt der Familie beigetragen hatte. Bornotizen. — Lageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 7i/r -Uhr „e.o80^f.,Outeta®olb4"0/e JR. 1.10 tn Paketen, niemals lole. Zrtate -vch den guten Lesstng-Nolao! über 500 Herrn beschickt, die teilweise auf den letzteren größeren Schauen wie Hannover und Frankfurt a. M. höchste Auszeichnung erhielten: ein Teil der Brieftauben hat die Strecke Fürth. Ingolstadt, Pasiau, 6t. Polten b Wien. 600 Kilometer geflogen. Mit der AuSstesiung ist ein PrciSschiehen und eine DerkaufSabteilung verbunden, wo sich Gelegenheit zur Erwerbung preiswerter Tiere bietet. Der Besuch der Schau ist Im Interesse der Förderung der Rassegeflügelzucht und deS Dc-ieftaubeusports nur zu empfehlen. Man beachte die heutige Anzeige. WWlsMeWW-MeW für die Samstagsnummer können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Satzausstatlung erfolgen Bestellungen zweckmäßig bereits im Lause des Donnerstags Betlag öes Menet MeWs 98180 •* D i e Salzgewinnung in Hessen. 1924 waren zwei Salzwerk (Wimpfen, Bad-Rau- heim) in Hessen Im Betrieb. Sie stellten 100 639 Doppelzentner Siedsalz her, wovon zu Heilzwecken 144 578 Liter Sole mit einem Chlornatriumgehalt von 366 Doppelzentner steuerfrei abgelassen wurden. Versteuert wurden 104 367 Doppelzentner Siedesalz mit einem Steuerbetrag von 73 912 Mark. ** DerObst-undGartenbauverein hielt am Freitag eine gut besuchte Mitgliederversammlung im Ldwtsch. Institut ab. Gartenbauinspektor Germer von der Landwirtschaftskammer in Darmstadt hielt einen Vortrag über .Obstbau im HauSgarten". Den ersten Teil seiner Ausführungen widmete der Redner der Gesamtanlage des Hausgartens in Obst, Gemüse und Blumen nach Größe und Beschaffenheit des Geländes, um sich dann dem Obstbau und seiner Pflege zuzuwenden. In der Regel wird der HauSgartenbefiher sich mit Zwergformen begnü- aen müssen. Unter diesen scheiden vielfach die im Schnitt schwerer zu behandelnden Formen aus, und es bleiben Busch-Pyramide und Spalier für die weniger kunstgeübte, aber willige Hand deS Besitzers übrig. Eine bevorzugte Stellung sollte die Spindelpyramide im Hausgarten ein- nehmen. An der Hand einer größeren Zahl von Lichtbildern wurde den Zuhörern die Anordnung der Obstpflanzung in einer Reihe von Kleingärten veranschaulicht. Es waren dies größtenteils photographisch« Aufnahmen bestehender Anlagen, um Wohnhäuser gruppiert, die in ihrer gefälligen Einrichtung die Bewunderung der Versammlung sanden. Eine angeregte Besprechung sorgt« für lebhaften Gedankenaustausch der Anwesenden. Rundfunk-Programm de- Kranksurter EenderS. (Aus der .Radio-Umschau-.) Donnerstag, 26. November: 330 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Neue Schlager. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunbe. 6.30 bis 7 Uhr: „Kultursilm", Vortrag von Askenafy. 7.30 bis 8 Uhr: Stenographischer Fortbildungs- kurfus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 8.30 bis 9.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: 1. Veranstaltung aus bem Zyklus „Ueberblick über bie Kammermusik vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart". 9.30 bis 11 Uhr: Konzert des Sübdeutfchen Dokal-Quartetts. Ansteckatigstjefahr^n prompt entrimt vorbei lieh führet besonders bei Erkältungen, Heiserkeit, Halsentzündungen,Grippe-Epidemien usw. Zn Apotheken und Drogerien in Gläsern ä 50 Tabletten Mark 1.75. Proben u.Broschüren kostenlvs durch Bauer A Eie., Berlin SW 48, Friedrichstr.231 11133!d MGeMeulelimd 8hre Gesundheit profitieren, wenn >ie es den vielen Millionen gleichtun, die schon seit Jahrzehnten tagaus,tageinKathreiners Malzkaffee trinken. Er ist stets bekömmlich, auch für Kranke und Zkinder. Das ganze Pfundpaket kostet nur 50 Pfennig! Cafe Ämeid Gießen (Frankfurter Straße 27), den 24. November 1925. Von Beileidsbesuchen und Kranzspenden bittet man Abstand zu nehmen. 11139D Möbel Brück Kaufen. 09474 Heute wieder Me Fische! 10717c 108411 Rheinwerft Telephon 31 f.Litern oaS Gießen, den 25. November 1925. 11137D Ruhtge Mlerertn fud)t 11142h Gießen, den 22. November 1925. 09461 KRAUSE-STEINHÄGER Die Beisetzung findet Donnerstag, den 26. November, nachmittags 31/8 Uhr, auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in Gießen statt Löwenbräu Hell und Dunkel. 0121 Emil Freu» d. Giessen Brandplatz (Altos Schloss) Otto Bergen nebst Söhnen Else Berdux. Portlons-Schel fische ... Schellfische, mittel, o. K., Kab'lau, im ganzen Fisch Kabliau, Im Ausschnitt.. teelachs ............. Rotbarsch ............ ff. Bückinge.......... Konsumverein Gießen und Umgeg. In tiefster Trauer für die Hinterbliebenen: Flora Klee geb. Rosenbaum. Wohnung von 2-5 Zimmern evtl. Abfindung ob. BauzufchuK Angeb unter Nr. 915 an öerfo, Plockftr. 5. Pfd. 225, „ 285, „ 305, „ 345) n 305) n 205) H 485, Alten-Bufeck Großen • Busecker Straße 21. Danksagung. Für die bewiesene Anteilnahme und Aufmerksamkeit bei dem Heimgänge unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren herzlichsten Dank. 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Es sei mir gestattet, auf diesem Wege für die mir von allen Seiten erwiesene Anteilnahme und die überaus zahlreichen Kranz- und Blumenspenden beim allzufrühen Heimgang meines lieben Mannes meinen und meiner Angehörigen herzlichsten Dank zu sagen. Gestern abend entschlief sanft nach kurzem Leiden unsere treue Schwester und Schwägerin, unsere gute Tante, Großtante und Urgroßtante Mathilde Kalbfleisch geb. Bernhard Wwe. des Stabsquartiermeisters Rechnungsrat Heinrich Kalbfleisch im '76. Jahre ihres allzeit tätigen und hilfsbereiten Lebens Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 25. November 1925. Beerdigung: Freitag, den 27. November, nachmittags 3 Uhr, auf dem Alten Friedhof zu Gießen. 11154D San Mendel der deutschen nii roar ein Armee, die die aber dort Ipieletei gab rem Glanze daran meh Arbeit. heule d bolschewistis in her troff Unlerftüßur nicht einige V m m u n < einig nur i Fremdvöller ien. Helsen die von Gersten Li W wohl t Ekrzynski °u| dem W Wenn die G M dann!c ms der M, uchen Mister, beschäftigen mit sich reis vollsten Teil verstanden. Schornstein Aerlust, der 1. Moemb konnte-, und rat ohnehir Aielleich der andere den letzten Politik getn woran I dieses Sesp wagt Die daß sie noo ^laliona. unb nity Men. cie l Die Ausgabe, nicht leicht, s denen Kultur österreichische schmchen, m leisten, um schassen. S! Politik ti was sie hat schlucken, tr. verseindeten ten lid) \d)ot tytlloi Wh bis zum Schr ten sie vor al Diep' Ait Ach EÄ eine[ nel Liel 3-'> dvn M fäh'gA kann to» '-'7,1-. L i* fdifln c n tc raöezu tal Licht ju ®er Denken ° M. Dainal . kränkte Un ßchohk'nd OesteMlch / sie den Poft m de» «ch Schulden, eigentlich d Und h genommen, die zweite ' halb, weil M'chroub' Do D ESS LZ in bn Se -A Mittwoch, 25. November 1925 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für GberWen) Nr. 216 Zweites Statt des w ÄS Wchnachtsmouat MHd bei .v und Der gebet Zeit ......20t ......48t e bette Ware! IIUU Gärung in Aegypten. Zwischen den ägyptischen Regierungsparteien einerseits, an deren Spitze der Ministerpräsident Sirwar Pascha steht, und der sehr starken Opposition andererseits, die von Z a g l u l Pascha geführt wird, ist seit geraumer Zeit schon ein heftiger politischer Kampf entbrannt, der sich jetzt vor allem um die Einberufung des Parlamentes dreht. Sirwar Pascha, der sehr wohl die schwache Position seiner Regierungskoalition kennt, hat sich bisher g e < weigert, das Parlament zusammenzurufen, weil er fürchtet, daß seine Regierung bei der ersten Gelegenheit von der Opposition aus dem zeigt die Versteigerung des Anwesens des verstorbenen Forstmeisters D i ck e l in der Friedrichstraße, gegenüber dem Amtsgericht. Auf das ganze Anwesen, das aus zweistöckigem Hause, Scheune und Stallung und großem Garten besteht, wurden nur 7400. Mark geboten, was allerdings nicht genehmigt wurde. In der Vorkriegszeit hätte das Anwesen sicher etwa 20 bis 25 000 Mark gegolten. — Gestern mittag verstarb plötzlich infolge eines Herzschlags der hiesige Hessische Forstrat i. R. Eduard Andre. Er hatte an der von Oberforstmeister Schneider, Grünberg, veranstalteten Domania'sagd teilgenommen. Die Anstrengungen der Jagd, die über Verg und Tal ging, hatten die Krä.e des im 70. Lebensjahr stehenden Mannes, der ein schweres Rierenleiden hatte, aber stets gewohnt war, sich zuviel zuzumuten, völlig erschöpft. Als das letzte Treiben kaum begonnen hatte, sand man belebte sie mit Geistern. Unb jedem, dem nicht der Alltag den letzten Rest phantasievollen kindlichen Erlebens genommen hat, erschlicht sich die romantische Welt aufs neue, und immer wieder neu können wir sie erleben. Das romantische Erleben des Künstlers muhte um so stärker werden, je mehr die rein formale Gestaltung beim Schaffen in der Kunst Platz gewann. Die Persönlichkeit regte sich und sie griff zu dem, was der romantischen Volksseele entsprungen war, zum Volksliede als Aeuherung. Das Erstlingswerk Gades „Rachklänge aus Ossian" stellte ihn unter die Meister seiner Zeit. Unb die Volksmelodie im besten Sinne fand ihren breitesten Eingang in die hohe Kunst im Zeitalter der Romantik. Themen, die dem Volkslied nahestanden, konnten wiederum zu Volksliedern werden. Das romantische Erschauern fand wohl am stärksten seinen ersten Ausdruck in Webers ^Freischütz". Lind nun war das weite Reich der romantischen Kunst erschlossen. Mendelssohn fand in den romantischen Ein- ldrücken des Rordens die Anregung für vi^le seiner Werke, u. a. auch für die ..Hebriden"- Quvertüre. Mit diesem Werk, das a's charakteristische Ouvertüre seine Vorgänger in Beethovens „Leonore"-Ouvertüren hatte, bildet er das Binde» glich zu der Programmsymphonik der Reudeutschen und der Moderne. Das Orchester gewann an Ausdruckskraft und Farbe: denn jedes Instrument war nun nicht mehr bloßer Träger einer durchgeführten melodischen Linie, sondern es wurde charakteristisch in seiner Eigenheit gewertet, und so erhielt jeder Klang seine besondere Gefühlsausprägung. Das romantisch-phantas.emähig Geschaute fand feine gegebenste Verwirklichung in der Oper. Daher haftet auch den romantischen Oratorien» werken durchaus etwas Opernhaftes, aus der Szene heraus zu Erlebendes, an. Oberhessen. Landtrcis Gießen. X W i e s e ck , 23. Rov Den Gottesdienst Totensonntags verschönte der Frauenchor unter Leitung von Lehrer Stoll mit zwei Chören: unter dem Geläute aller Glocken wurden die Rainen der Kriegstoten und der im letzten Kirchenjahr hier Verstorbenen am Altar verlesen, auf dem wieder, wie in früheren Jahren, Vlumenspenden mit Widmung für im Feindesland ruhende Kriegsopfer lagen: es wurde auch 6ei dieser Feier der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß im nächsten Jahr eine in diesem Jahr unterWeile die tüchtige Laubaher Kapelle der Gesangverein „Harmonie" mit. Krieger- und Turnverein weihten schmackvolle Kranzspenden dem Andenken Helden. — Die geringe Kaufkraft unserer bliebene Gedenkfeier an einer bis dahin zu schaffenden Kriegergedächtnisstätte stattfinben werde. Einen würdigen Schluß erhielt der ernste Tag durch eine geistliche Aufführung am Abend in der überfüllten Kirche: auch Gießen war stark vertreten. Rach dem Lied der Gemeinde: „Alle Menschen müssen sterben" zog die Spielschar des Marburger Iugendrings feierlich in den Altarraum der Kirche ein und führte einen an Holbeins Darstellungen stark er- innerenden Totentanz auf. Jugend, die auf dem rechten Wege ist des Dienstes am Volk, brachte ein altes Spiel, das Alois Johannes Lippi in den St. Iürgbüchern neu herausgegeben. Ein Stück guter alter Volkskunst hatte hier in unserer Kirche Einkehr gehalten, in der ja auch an den Wänden manche Probe alter Kunst diesen Herbst freigelegt worden ist. 0 Lollar, 23. Rov. Am Samstag veranstaltete der Turnverein Lollar einen Werbeabend im Interesse des Frauenturnens. Die Leitung hatte Turnlehrer F i - scher aus Marburg mit seiner Turnerinnen- abteilung übernommen. Rachdem der 1. Vorsitzende des Turnvereins Lollar, Bürgermeister Schmidt, Herrn Fischer und seine Turnerinnen sowie den anwesenden ©auturntoart des Lahn-Dünsberg-Gaues und alle anderen auswärtigen Turner und Turnfreunde begrüßt hatte, Scbulitt, 5, 'Straße 1 ße 5, 10. »Mjj seines Zubiläumsjahrganges will der Gießener Anzeiger seinen Lesern einen besonders gediegenen, zum Teil auf das schönste deutsche Fest abgestimmten Textinhalt bieten. Außer den an vierTagen derWocheerscheinendenBeilagen Gietzenev SarmUerMLjisv KÄmat im Vkkd Die «SMXte bringt der Gießener Anzeiger seit Samstag einen neuen Vornan, den Neubesteller kostenlos nachgeliefert erhalten, ebenso wie die Fubilaums-Ausgabe. Don morgen an bis Weihnachten erscheint außerdem das Weihnachtsmärchen Velrmavtel ein Nürnberger Sp^elwarenroman von Gustav Sberlein in Dom. Fung und alt werden ihre Freude haben an dieser reizenden Srzahlungskunst. * Wer den Gießener Anzeiger noch nicht hält, bestelle ihn deshalb sofort in Gießen bei der Geschäftsstelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den örtlichen Zweigstellen oder bei der Post. Oie Lieferung bis Ende November erfolgt an Neubesteller kostenlos. konnte mit dem sehr reichhaltigen, schönen Programm begonnen werden. Die von den zwölf Turnerinnen des Herrn Fischer vorgeführten Geräteübungen, rhythmischen Hebungen, Volkstänze ufto. ernteten großen Beifall und Überträgen alle Erwartungen des Publikums. Das Geräteturnen der aktiven Riege des Turnvereins Lollar fiel ebenfalls zur vollen Zufriedenheit aller Anwesenden aus. Leider wird einer derartigen Veranstaltung zur Förderung der Körperpflege noch viel zu wenig Beachtung geschenkt. Wir wollen hoffen, daß von feiten der Lollarer Einwohner in Zukunft allen turnerischen Vorführungen noch mehr Interesse entgegengebracht wird. Für diejenigen Eltern, die sich von dem gesundheitlich auf hoher Stufe stehenden rhythmischen Mädchenturnen überzeugt haben, möge eS ein Ansporn sein, ihre Kinder in Zukunft dem Turnverein zuzusühren. :/•: Aus dem Horlofftnl, 23. Nov. Untere Gegend wird alltäglich von einer in letzter Zeit ständig wachsenden Anzahl von Hau- s i e r e r n besucht. Es gehört durchaus nicht zu den Seltenheiten, daß an einem einzigen Tage sechs und noch mehr Vertreter des Wandergewerbes vor« sprechen, während kein Tag vergeht, an dem nicht wenigstens einer erscheint. Ein großer Teil ist kriegsbeschädiat ober schützt vor, es zu sein. Wenn auch viele dieser Leute sich in einer wenig beneidenswerten Lage befinden mögen, so ist doch eine derartige Neberhandnohrne des Hausierens, wie sie sich jetzt bemerkbar macht, vom wirtschaftlichen Gesichtspunkte aus zu verwerfen. Die angebotene Ware ist in vielen Fällen minderwertig, befonbcNe trifft dies für Schuhriemen und Wichse zu. Wo dies nicht der Fall ist, liegen die geforderten Preise ausnahmslos über dem regulären Ladenpreis. Leute, die diese Nachteile erkannt haben, sind dazu übergegangen, statt eines Kaufs ein Almosen anzubieten, das oft gern genommen wird. Nicht zu unterschätzen ist auch der durch die häufigen Besuche entstehende Zeitverlust, da viele 5)anfierer, besonders weibliche, eine unglaubliche Zähigkeit an den Tag legen, so baß bie Hausfrauen vielfach Gegenstände kaufen, die sie gar nicht benötigen. Nicht selten hort man auch von Fällen, wo Hausierer zu Drohungen übergehen. Kürzlich ging sogar ein junger Bursche mit ge ballier Faust auf eine Frau los, so daß sie ihren Mann herbeirufen mußte. Ein anderer drohte mit einem Kommunistenüberfall auf das ganze Dorf. Diese üblen Erscheinungen rühren aber anscheinend von unlauteren Elementen her, die gar nicht im Besitz eines Wandergewerbe s ch e i n e s sind. In vielen Fällen genünt daher bie Frage nach einem solchen, um den Betreffenden loszuwerden. Auch das auffallend versteckte Mit- führen von Waren läßt den Schluß auf behördlich nicht genehmigtes Haufierertum zu. Kcciy Friedberg. ••• Gambach, 24. Rov. Der hiesige Geflügel- und Kaninchenzuchtverein veranstaltet Anfang Dezember eine Geslügel- unb Kaninchen aus st ellung. Mit der Ausstellung ist eine Verlosung verbunden. Kreis Schotten. □ Laubach. 24. Rov. Am letzten Sonntag wurde auch hier das Andenken der gefallenen Heldensöhne unserer Stadt durch verschiedene Feiern fei.end der Bevölkerung und der Vereine geehrt. Den Morgengottesdienst in der Stadtkirche verschönerte der Kirchen- chor durch den Vortrag stimmungsvoller Lieder: am Rachmittag fand feierlicher Gottesdienst auf dem Friedhof statt. Hier wirkten in trefflicher .zes". Die Gießener Reichswehrkapelle, durch Kunstfreunde verstärkt, eröffnete mit Mendelssohns „Hebriden"-Ouvertüre und bewies damit gediegenes künstlerisches Können: Streicher und Bläser gleichwertig, besonders in den Holzbläsern sehr gut beseht. Ein erfreuliches Zeichen, daß sich eine staatliche Einrichtung in den Dienst der Kunstpflege stellt, und gerade für Orte, die sich kein Privatorchester halten können, steht solchen Musikverbänden ein reiches Feld für Kulturarbeit an unseren geistigen nationalen Werten offen. Der Chor birgt in seinen Reihen gutes, in allen Stimmen gleichmäßiges Material und so ist von vornherein ein gesättigtvoller, ausgeglichener Klang gegeben. Der Männerchor für sich allein bewies im Gesang der Ritter Kraft und Glanz. Der Frauenchor fanZ> im Ave Maria wie im Sirenengesang zarte, bestrickende Töne. Aeber allen als geistiger Erreger: Herr Albert Kasten. WaS er in den Proben an sorgfältiger Arbeit geleistet hatte, davon zeugte die Aufführung: Chor und Orchester folgten innerlich willig seiner umsichtigen Führung, und ehrenvolles Gelingen war der Lohn. Die Solisten hatte man sich aus Frankfurt verschrieben. Fräulein Adele Metz gab der Nagenden, rachebrütenden Loreley starken Ausdruck, als Armida entfaltete sie Töne überzeugender Zauberkraft. Herr Dr. Adolf Block fand für Peter den Eremiten lebenswahre Gestaltung, als Warner, Hüter und Führer, in jeder Szene mit neuer stimmlicher Farbe und innerer Wärme. Herr August Jordan war ein Kreuzritter, wie er sein muß, voller jugendlicher, überzeugender Kraft und voller Leidenschaft. Seit ich ihn vor einigen Jahren hörte, haben sich seine Stimmittel prächtig entfaltet; bei dem Mangel an guten Oratorientenören kann man wohlberechtigt auf ihn starke Hoffnungen für die Zukunft setzen. -in- Die polnische Staatshrifis Mit Ach und Krach ist es dem „ruhmbedeckten" Außenminister Graf S krzy ns k i gelungen, nach einer verhältnismäßig nur kurzen Krise ein neues Kabinett in Warschau auf die Beine zu stellen. Biel Zeit zum Ueberlegen hatte er dabei freilich nicht, denn er will zur Unterzeichnung nach L o n - don fahren und muß dabei eine verhandlunas- fähige Regierung hinter sich haben, außerdem aber kann die Erbschaft, die G r a b s k i hinterlassen hat — fast mochte man von einer Konkursmasse sprechen — es nicht vertragen, wenn sie längere Zeit verwaist bleibt. Der plötzliche Sturz Grabskis ist wie kaum ein anderes Moment geeignet, auf die geradezu katastrophale Lage Polens ein grelles Licht zu werfen. Denken wir nur einmal zurück an die Zeit von 1918. Damals waren die Polen, die es unter Frank- reichs Hilfe so glänzend verstanden, sich als die gekränkte Unschuld aufzuspielen, das verhätschelte Schoßkind Europas. Man schnitt aus Deutschland, Oesterreich und Rußland Riesenfetzen heraus, warf sie den Polen als Morgengabe ihrer neuen Freiheit in den Schoß und belastete sie auch mit keinerlei Schulden. Sie waren schon aus oiefem Grunde eigentlich bas reichste Land Europas. U n b heute? Sie haben Riesenschulben ausgenommen, haben ihre erste Währung schon ruiniert, bie zweite hält nur noch mühsam, aber auch nur deshalb, weil ber Finanzminister bie Notenausgabe zurückschraubt, bafür jedoch ein zweites ungedecktes Inlandgeld herausgibt, das immer mehr entwertet und früher ober später auch bie Auslandwährung mit sich reißen muß. Das reiche Geschenk der wertvollsten Teile Oberschlesiens haben sie nicht zu nutzen verstanden. Im ganzen Lande raucht kaum ein Schornstein mehr, bie Landwirtschaft arbeitet mit Verlust, ber Staat ist so arm, daß er kaum mehr nm 1. November die Beamtengelder flüssig machen konnte: und dabei sriht der Riesenverwnltungsappa- rat ohnehin fast die ganzen Steuern auf. Vielleicht wird im stillen Kämmerlein einer oder ber andere der Parteiführer sich sagen, daß er in den letzten Jahren zielbewußt eine Katastrophen- Politik getrieben hat: vielleicht wird er auch erkennen, woran der eigentliche Fekler liegt, obwohl an dieses Gespenst im eigenen Hause niemand zu denken wagt. Die Polen wollen nämlich nicht wahr haben, daß sie noch mehr als ein Drittel fremde Nationalitäten in sich aufgesaugt haben und nicht imstande waren, diese Elemente zu verdauen. Sie haben überhaupt nicht, arbeiten wollen. Die Ausgabe, vor ber sie stauben, war an sich gewiß nicht leicht, sie mußten bis auf einer ganz verschiedenen Kulturhöhe stehenden ehemaligen preußischen, österreichischen und russischen Teile miteinander ver- schmelzen, mußten also fachliche Kleinarbeit leisten, um ein Fundament ihres neuen Staates zu schassen. Statt dessen wollten sie Großmacht- Politik treiben. Sie begnügten sich nicht mit dem, was sie hatten, nein, sie mußten auch noch Wilna schlucken, träumten von der Eroberung Danzigs, verfeindeten sich mit sämtlichen Nachbarn und glaubten sich schon auf dem besten Wege, das große Reich Iagellos wieder aufzurichten, das von ber Ostsee bis zum Schwarzen Meer reichte. Dazu aber brauchten sie vor allem ein Heer, bazu, unb um die fron- zösischen Hoffnungen nicht äu enttäuschen, denn Frankreich wollte Polen als seinen Schutzmann an der deutschen Ostgrenze ausnutzen. Und das Ergeb- nis war eine sinnlose Geldoerpuloerung für eine Armee, bie zwar gegen Rußland kläglich versagte, die aber doch hinreichend Gelegenheit zur Soldaten- spielerei gab. Und der polnische Sinn, der in äußerem Glanze so gern seine Befriedigung sucht, sand daran mehr Gefallen als an dem Zwang zur Strbeit. Heute droht die Gefahr von allen Seiten. Die bolschewistische Propaganda von Moskau her findet in der trostlosen wirtschaftlichen Lage ihre natürliche Unterstützung. Trotzdem können die Parteien sich nicht einigen, sondern sie erschöpfen sich in einem hemmungslosen Parlamentarismus, einig nur darin, daß die Deutschen unb andere Frerndvölker nur Sklaven in ihrem Lande sein dürften. Helfen könnte da höchstens eine Diktatur, auf die von der äußersten Rechten wie von der äußersten Linken hingearbeitet wird. Beiden aber fehlt wohl der Diktator. So wird bas Kabinett Skrzynski weiterwursteln, aber den Wagen auf dem Wege zum Abgrund kaum aufhalten. Wenn die Entwicklung in dem Tempo so weiter geht, bann kann es kaum mehr allzulange dauern, bis ber Völkerbund sich mit dem ersten offensichtlichen Mißerfolg der Versailler „Friedenspolitik" zu beschäftigen haben wird. Sängerhran$ Gießen. (tzade: „Die Kreuzfahrer". — Mendelssohn: „Hedridenouverlure" und „Loreley". ' Wo Wollen und Wirklichkeit keine Vereinigung erreichen können, da erwacht im Menschen daS Sehnen: je größer die Unzulänglichkeit, um so stärker die Sehnsucht. So war es vor einem Iayrbundert bei uns, so hat es oft Zeiten der Sehnsucht, der Hoffnung auf ein Besseres gegeben. ilni> in solchen Zeiten ist die Romantik erwacht: denn die Hoffnungen wurden verwirk» kicht im Reiche des Geistes, der Phantasie, wo abgelegener deutscher Provinzen aufgesucht wird, vor allem aus Rorddeutschland< 2n diesem 2ahre hatte die Herberge 199 ileber- nachtungen aufzuweisen, die sich ziemlich gleichmäßig auf Volksschüler, höhere Schüler und Studenten und Schulentlassene verteilen. L' Schlitz, 23. Rov. Der Totensonntag verlief auch hier im Zeichen ernster Trauer, älnser Dergfriedhof war trotz des schlechten Wetters das Ziel Tausender von Einwohnern. Besonders der Gedächtnisgottesdienst, der nachmittags in der alten Totenkirche auf dem Friedhöfe stattfand, war stark besucht. Abends vereinigte eine kirchenmusikalische Gedächtnisfeier in der altehrwürdigen Stadtkirche eine große Gemeinde Andächtiger. Alte und neue Musikwerke christlicher Tonkunst, u. a. Werke von F. Mendelssohn und 2. S. Dach, waren von tiefergreifender Wirkung auf die Anwesenden. Chöre des Männe rgesang- vereins „Harmonisches Kränzchen", unter Leitung von A. M oh r. und des Kirchenchors, unter Leitung von Lehrer W e g e I. umrahmten die künstlerischen Solovorträge im Orgel- und Violinspiel und Gesang. Alles Dargebotene war auf den ernsten und heiligen Ton des Totenfestes gestimmt. Der Reinertrag des Abends, für 28* 03' 93,5* 129 5* 93 5* 130* 93.5' Darmst. und Nationaldank 102 ti' 102 7* 102 6* 102,6' Deutsche Bank......... 102,7* 102,5' 103* 103- Deutsche VereinSbank ... — — — DiSconto Commandit 100,4* 100 5* 100,7' 100,.v Metallbank.......... 68 69 — — Mitteldeutsche Treditbank . 88.5' 89* — Oesterreichische Creditanstall 7.13 7.13 7,13 7 25 Westbank ......... 0,03 H.03 — — Bochumer Guß........ — — 64.5* i3 5* BudcruS .......... 28,75 30 28.75 SO.5 Caro ............ ar — 34 64* Deutsch-Luxemburg...... 63 5 : • 63.75* 63* Gelsenkirchener Bergwerke . . Harpener Bergbau...... flaltwerke AscherSleben.... 70' — 69.5* 69,5* 96’ — 95 5* 95../ 97.5 — 93 96.5 Kaliwerk Westeregeln..... 103 — 100 5 103.5 33 Laurabütte . ....... 31.75 — 31,13 Oberbedars ........ Phönix Bergbau ....... Rheinstahl........... 38* — 39* 61.75* 56,13* 61.5* 60' 49,75* .50* 48 75* 48,25' Ricbeck Montan........ 59 59 61 TelluS Bergbau. ..... 42 — Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd 67 25* 70,75* 69,25* 72,25* 69* 72.25* 69.5' 72 4 Cberamische Werke Albin . . — Zementwerk Heidelberg . . . 52 - — Philipv Holzmann ..... 41 39 «nglo-Conl.-Goano .... Badische Anilin........ Chemische Mavcr Alapkl . . Goldschmidt ...... ftricSt ebner Electron . . .. Höchster Farbwerke ..... Hoiwerkohlung ....... NulgerSwcrke . ........ Schctdeansialt ........ Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke Schuckert Siemens & Halöke ..... Ävlerwerke flieget ..... Daimler Motoren. ..... Heyltgenstaedr . ..... "iequin Motorenwerke Mann beim . Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun • . Metastgesell »oft Frankfurt . Bet. Union A.-G Schuh'abrik Herz . . .... Sichel Zcllsto-s Daldbof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Dagbäufel . . . 90* 64* 61 59* 73* ii 20 25 16 25,6 90.6* h3 69,25* 22.7 21 17 - 82 82,15 53 53 20.5 3 75 73.5 43.3 । 41.5 401 40 55 ■12,5* 90.5* 65,75* 58 25* 73 5* 21 20 50.25 HO 5 111.2* 48 29.75 114 90.25* 64,5* 58.75* <4 5* 22.6 21,25 412.7 1112,2 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 24 Novbr. 25 Nov r. Amtliche Noti runa Amtliche Notierung CRtlö Brie' Geld Brief Amu--Nou 168 61 159,05 168.57 168,99 Buen.-Aires 1 744 1.718 1.740 l. .44 Brss. Aniw iS 98 19,02 18.99 19,01 Cbrlstiania 85. 9 85.31 85 .: i 85,53 flop.'nbagni hi4 17 1'14.43 104.5' 104,75 Stockholm H2.27 112.55 112,29 112,-7 Helsingfors 10 555 10.595 10.55 10.59 Italien. . 1? HO 17.04 16 94 16,98 London. 10.32 20,3 20.319 20,369 ‘.Ktunorf . 4.195 4,20 4,195 1,215 Paris. . 16.255 6.295 15.73 15,7: Schwei; . <0 84 81.04 SO.78 >0.98 Sva iicn 59 58 5'.72 51.50 59,54 Japan . . 1 783 1.787 .785 1.789 •Hio de Ian Wien in D.» l 591 593 > 595 0.597 liest, abgest >9 11 >9,25 )9.11 59,25 Prag . . . 12.42 12,16 12.42 12,4. Belgrad . . 7.435 .455 7,43 7,45 Budapest. . Bul arten □ 875 >.895 >.87 5,89 3.03 3.04 1.05 1.06 Lissabon 21 275 21.32a 21.325 0.37fr Danzig. . 80 .'9 80.79 80.59 80.79 Aon ft ntin- 2.295 2,305 '.295 2.305 Alben 5 .‘4 5 56 5 54 5 6 '3 Canada. . 4 197 4,2 7 4.197 1.207 Uruguay 4.31 4. 2 1,317 4,325 Banknoten. (Ohne Gewähr.) Berlin, 24 Novbr Geld Briet Amerikanische Not« ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten. ....... Französische Noten ..... Holländische Noten .... Italienische Noten...... Norwegische Noten..... Dcutsch-Oesterr., ä ioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten «.182 18,-4 103.85 20,289 16,23 138,32 17.01 84,84 18.94 111.99 80,70 59.35 12.385 5.82 4.202 19,01 104.38 20,389 16 315 169.1 17,0 85 2 59.24 112.55 81.10 59 65 12.445 5.86 Starke Lleberzeichnung der 'Frankfurter Stadtanleihe. Die vorgestern an der Neuyorker Börse aufgelegte Frankfurter Stadtanleihe ist sehr stark überzeichnet worden. Kurz nach der Eröffnung, konnte die Zeichnung bereits geschlossen werden. * Chemische Fabrik-Griesheim- Elektron, Frankfurt. In der gestrigen Generalversammlung wurde der bekannte Fusionsvertrag mit der Badischen Anilin- und Soda» fabriE einstimmig beschlossen. Das Gesamtver» mögen der Gesellschaft geht ohne Liquidation durch Aktienaustausch 1 zu 1 in den Besitz der neuen Gesellschaft über. 1 ein neues -Flugzeugwerk in Kas - s e l. Unter Leitung der bisherigen Ingenieure der stillgelegten Dietrich Flugzeuge A. G. in Kassel und bet befannten Kunstflieger Raab und Katzenstein ist in Kassel unter Mitwirkung zahlreicher Kreise der Industrie die Raab-Katzenstein Flugzeugwerke G. m. b. H. gegründet worden. Die Gesellschaft verfügt Über ausreichende Geldmittel und hat auf dem Gelände der Deutschen Werke in Kassel eine auf das modernste eingerichtete Fabrik käuflich erworben. Mitte Januar sollen bereits die ersten Sportflugzeuge herausgebracht werden. Die Firma beabsichtigt weiter, im kommenden Jahre auch Verkehrsflugzeuge auf den Markt zu bringen. " Starke Zunahme der Konkurse und Geschäftsaufsichten. Laut „Wirtschaft und Statistik" ergibt sich für die Ent-» Wicklung der Konkursziffern in den letzten drei Monaten folgendes Bild: August 751, September 914, Oktober 1164, die Geschäftsaufsichten betrugen im August 379, September 459 und Oktober 633. In beiden Fällen ist die Zunahme im Handel beträchtlicher als in der Industrie. * Zunehmende Betriebsftillegun = gen in Sachsen. Die Zahl der beim Sächsischen Arbeits- und Wohlfahrtsministerium eingereichten Anzeigen über beabsichtigte Stillegungen von Betrieben hat sich, laut DHD., auch in der ersten Hälfte des November in aufsteigender Richtung bewegt. Vom 1. bis 15. November sind 104 solcher Anzeigen eingegangen, d. h. 20 mehr als in der zweiten Hälfte des Oktober und 39 mehr als in der Zeit vom 1. bis 15. November. Die meisten Anzeigen entfallen wieder auf die Industrie der Maschinen, Instrumente und Apparate (37) und die Metallverarbeitung (26). Dann folgen in ziemlich weitem Abstand die Industrie der Holz- und Schnitz- stoffe mit 10, die Textilindustrie mit 8 und die Industrie der Steine und Erden mit 7 Anzeigen. Auf das Kleidungsgewerbe entfallen 5 und auf die Industrie der'Nahrungs- und Genußmittel 4 Anzeigen. Je zwei Anzeigen rühren aus der Glasindustrie, der Papierindustrie und der Lederindustrie, eine Anzeige aus dem Bergbau her. * Geschäftsaufsicht beim Richard- Kahn-Konzern. Da sich die infolge der weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage und der zunehmenden Verknappung der Geldmittel kürzlich vorgenommene Stützung nicht als ausreicfaenb erwiesen hat, haben die dem Konzern angeschlossenen Firmen den Antrag auf Anordnung der Geschäftsaufsicht gestellt. Unter dem Schutz dieses Verfahrens soll eine grundlegende Sanierung angestrebt werden. * Betriedseinschränkung bei Rheinstahl. Die Rheinstahlwerke teilen mit, daß die Zeche „Zentrum V7' stillgelegt wird. Die Gesellschaft wird zum gleicyen Zeitpunkt auf der Zeche „Brassert" eine Forderungseinschränkung in Höhe von 350 Tonnen täglich vornehmen, wodurch die Entlassung von etwa 300 Mann erforderlich wird. Entsprechende Anträge sind bei dem Demobil- machungskommissar gestellt. Auf Zeche „Arenberg" derselben Gesellschaft soll am 15. Dezember die Förderung um 700 Arbeitstonnen täglich eingeschränkt werden. * Bereinigte Königs - und Laura- Hütte A. G. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1924/25 betrug der Iahresgewinn 2 268 301 Mk. Nach verschiedenen Abschreibungen in Höhe von 2 255 565 Mk. verbleibt ein Nestgewinn von 12 736 Mark. Der Aufsichtsrat wird der am 18. Dezember staltsindenden Generalversammlung Vorschlägen, diesen Nest auf neue Rechnung vorzutragen, lieber die gegenwärtige Lage teilt der Aufsichtsrat mit, das Werk leide unter ^lrbritsmangel. Die Gesamtarbeiterzcchl beträgt gegenwärtig 15 529 Mann. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt, 25. Nov. Tendenz: Fest. — Die Börse, die sich bereits gestern von den schweren Rück- schläaen erholt zeigte, hatte heute in der Kurs - befferung weitere Fortschritte aufzuweisen. Die Stimmung war zuversichtlich, und das Geschäft ließ einen etwas frischeren Zug erkennen auf die Erwartungen hin, daß die Annahme der Lo- carno-Derträge im Reichstag ohne Schwierigkeiten erfolgen werde. Auf den führenden Märkten betätigte sich die Spekulation erneut in Deckungen, die die Höherbewegung der Kurse wesentlich förderten. Einen guten Eindruck hinterließ die Meldung von der Beilegung der Lohnstreitigkeiten in der chemischen Industrie, wovon die C h e m i e a E t i e n bis 2 Proz. profitieren konnten. Dieses Moment in Verbindung mit besseren Wirtschaftsberichten beeinflußte auch die anderen Märkte günstig. Am Montanmarkte stellten sich die Besserungen von 1 bis 2 Prag. ein. Auch für Elektrowerte war die Stimmung befestigt. Bankaktien lagen ruhig, aber unregelmäßig. Bon Schiffahrtswerten kannten Hapag einen Gewinn von 2 Proz. und Nordd. Lloyd von 14. Proz. erzielen. Auto- a f t i e n hatten kleine Besserungen zu verzeichnen. Zuckeraktien lagen unverändert. Am Gin» heitsmarkt der Jndustriepapiere war die Umsatztätigkeit heute etwas lebhafter. Deutsche Anleihen waren weniger beachtet, dagegen erfuhr am Auslandmarkt die Nachfrage für Türken und eine Steigerung. Diese Werte tendierten weiter nach oben. Der Freiverkehr war ebenfalls erholt. Api 0.35, Beckerkohle schwach 38,5, Benz 24, Brown- Booeri 54 Proz., Ufa 49, Ufra 49,5. Der weitere Verlauf blieb fest und lebhaft, wenn auch die Stimmung durch die starke Baisse des französischen Frankens etwas beeinflußt wurde. Die feste Haltung behielt jedoch die Oberhand. Am E ldmarkt läßt sich infolge des herannahenden Ultimos eine leichte Versteifung erkennen. Tagesgeld war stärker gefucht. Monatsgeld stellte sich etwas höher auf 10 bis 11,50 Proz. je nach Adresse. Jrn Devisenverkehr senkte sich Paris gegen London auf 127,50. Die übrigen Valuten sind unverändert. Die Abschwächung des Pariser Frankens setzt sich weiter fort. Berliner Börse. (Eigener Drahtderichi des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 25. Nov. Die bessere, in der Hauptsache auf Deckungskäufe und Interventionen begründete Stimmung ist rasch wieder von der Börse geschwunden, da heute eine neue starke Beunruhigung durch den rapiden Fortgang des F r a n f e n ft u r = des eintrat. An den wichtigsten europäischen Devisenplätzen kamen heute umfangreiche Frankenbeträge an den Markt, so daß sich Paris gegen London auf 1 29 fcntte. Die Befürchtungen über die Auswirkungen dieser Frankenbaisse aiü den deutschen Außenhandel lösten naturgemäß an den Effektenmärkten eine sehr starke Bestimmung aus. Man glaubt allerdings, daß sich die Baisse In diesem Umfange nicht sortsetzen wird und durch Interventionen eine Besserung zu erzielen ist. Die hieraus resultierende günstigere Auffassung wurde verstärkt durch die gestrige Hauptversammlung der Mcmnes- mann-Nöhren-Werke, durch den günstigen Abschluß der Laura-Hütte, die Einigung im Grobblech-Verband, die Reise Dr. Schachts nach Amerika und durch die Unterzeichnung des deutsch-holländischen Handelsvertrages, der vor allem auch Krediterleichterungen bringen soll. Infolge dieser widersprechenden Momente Ingen die Aktienmärkte uneinheitlich. Dagegen war für ausländische Renten, namentlich Türken und Ungarn, reges Interesse vorhanden. Der Geldmarkt ist leicht. Tägliches Geld war zu 7,50 bis 9 Proz. angeboten, Monatsgeld war dagegen etwas knapp 10 61s 11,50 Proz. Im Devisenverkehr notierte die Reichsmark in London 20,34, Paris 6,32, Amsterdam 59,22-. Märkte. Rindoiehmarkt in Gießen. h. Gießen, 24. Nov. Der heutige Rindviehmarkt war mit 1031 Stück Großvieh und Kälbern beschickt. Der Handel war ziemlich flotUfo daß kein Ueberstcmd verblieb. Es wurden nachstehende Preise erzielt: Kühe 1. Qualität 450—550 Mk., 2. Qual. 300—400 Mk., Schlachtkühe 120—250 Mk., Kälber 60—70 Pf. das Pfund Lebendgewicht. Extra gute Ware war gesucht und wurde über Notierung bezahlt. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt, 25. Nov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 24,50—25, Roggen, inländischer 17,50, Sommergerste für Brauzwecke 22—24, Hafer, inländischer 18,50—21,25, Mais (gelb) 20, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 39,75—40,25, Rog gcnmehl 25,75—26,25, Weizenkleie 10,25, Roggen rleie 10,50. Tendenz fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 24. Nov. Die Grundtendenz im Berliner Produktenhandel bleibt bei Beginn des amtlichen Verkehrs wiederum schwach. Wiederum zeigten die ersten Kurse wenigstens für Weizen nicht die am Vormittag erwarteten Rückgänge. Am Lokomarkt bleibt die Nachftage für Export zunächst bestehen, doch überwogen heute Der- raufsaufträge aus dem Ausland. Im ZeithaiÄ>el ermäßigten sich die Notierungen für Weizen um ca. 2 Mark, während Roggen bis 5 Mark und teilweise sogar darüber abgeschwächt waren. Weizen Dezember begann mit 248,50, März mit 250 und Mai mit 257,50. Das Mehlgeschäft war ruhiger, da die Forderungen viel zu hoch liegen. Hafer eher vernachlässigt. Gerste gefragt Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 235 bis 238, do. Dez. 248,50 bis 249,50, do. März 256 bis 246,50, do. Mai 257,50 bis 258, Rogge., märf. 152 bis 155, do. Dez. 167 bis -168, do. März 180 bis 182, do Mai 183,50 bis 185, Gerste, märt. 183 bis 214, Futtergerste 152 bis 165, Hafer, märf. 170 bis 180, do. Dez. 179 bis 179,50, do. März 183; für je 100 Kilo: Weizen mehl 29,25 bis 34,50 Roggenmehl 22,25 bis 24,50, Weizenkleie 11,50 bis 11,60, Aoggenkleie 9,60 bis 9,70, Diktoriaerbsen 24 bis 32, kleine Speiseerbsen 23 bis 24, Futteverbsen 18,50 bis 20,50, Peluschken 16,50 bis 18, Ackerbohnen 20 bis 22, Wicken 21 bis 24, Lupinen, blau 10,50 bis 11,50, do. gelb 12 bis 12,50, Rapskuchen 15 bis 15,50, Leinkuchen 22 bis 22,50, Trockenschnihel 7,70 bis 7,90, Torfmelasse 9 bis 9,20, Kartoffel- flocken 15,70 bis 16, Soya-Schrot 20,60 bis 21,10. Amtsgericht Wetzlar. ß Wetzlar, 21. Nov. Wegen Nötigung und öffentlicher Beleidigung war der Schreiner- meister Heinrich V. ans Ober wetz angeklagt. Die Anklage behauptete, der Angeklagte habe den Landjäger M., als dieser bei ihm eine Kontrolle seiner Papiere als Kraftfahrzeug-' führer vvrnahm, durch Drohung zur Unter« lassung einer Amtshandlung genötigt und ihn beleidigt. Weiter soll der Angeklagte den Beamten bei einer späteren Begegnung ebenfalls offent- lich beleidigt haben. Der Angeklagte bestreitet die Qlötigung und gab die Beleidigung im ersteren Falle zu, während er sie im zweiten Falle bestritt. Die Beweisaufnahme ergab fein klares Bild, zumal der Zeuge, Landjäger M., der zur Zett auf die Landjägerschule in Einbeck kommandiert ist. vom Erscheinen entbunden und kommissarisch vernommen war. Das Gericht sah nur Beleidigung in zwei Fällen als erwiesen an und erkannte auf 40 Mk. Geldstrafe, Hilfsweise acht Tage Gefängnis. Weil sie über die Polizeistunde in der Wirtschaft von K. in Wißmar verweilt hatten, waren den Hüttenarbeitern Gustav W., Heinrich K., Wilhelm W., Willi F. und Heinrich M., sämtlich aus Wißmar, gerichtliche Strafbefehle über je 20 Mk. Geldstrafe zugestellt worden. Sie erhoben hiergegen Einspruch und erzielten Herabsetzung der Strafen auf je 10 Mk,, hilfsweise 2 Tage Gefängnis. Ebenda ls Einspruch gege i einen gerichtlichen Strafbefehl hatte der Rettende Wtthelm G. von Gießen erhoben. Diefem Angeklagten waren 6 Wochen Gefängnis zudiktiert worden, weil er als Beauftragter einer Gießener Firma in Wetzlar Gelder einkassiert und einen Teil hiervon — 200 Mk. — für sich verbraucht hatte. Der Angeklagte gab die Tat zu und erklärte, er Habs den angerichteten Schaden wieder gut gemacht. Weiter behauptete er, sehr nervös und schon mehrsach in nervenärztlicher Behandlung gewesen zu sein. Das Gericht billigt dem Angeklagten, der zwar schon einschlägig vorbestraft, aber kriegsbeschädigt ist, mildernde Llmstände zu und verurteilte ihn zu 40 Mk. Geldstrafe, Hilfsweise 10 Tage Gefängnis. Der Händler Wilhelm W. von Wetzlar, der wegen Vergehens gegen die Preistreibereiverordnung angettagt war, weil er einen alten Sch ank, den er für 15 Mk. gekauft, für 25 Mk. wieder verkauft hatte, wurde freigesprochen, da seine Angabe, er habe 5 Mk. Ankosten gehabt, nicht widerlegt werden konnte. Der Kaufmann Emil D. von Wetzlar war durch polizeiliche Strafverfügung mit 15 Mk Geldstrafe belegt worden, weil er mit seinem Auto durch starke Rauchentwicklung in den Straßen von Wetzlar die Passanten belästigte. Sein Antrag au Ge ichtt'e.ttsckei u g rat e keinen Erfolg, denn das Gericht beließ es bei der ur-« sprünglich erkannten Strctte. An der Spitze sieben H wirWenZtw’tZ