ßrettag, 25. September 1925 175. Jahrgang Nr. 225 Erster Blatt (L) Die Annahme der Einladung die nähme Deutschlands erfolgreich durchge bewegung flössen. Dem stehenden Vertreter der ,Temps" hatte heute eine Unterredung mit dem zurückgekehrten Außenminister Dcrnd^velde. Auf die Frage, ob die Verhand- _ . hingen der Londoner juristischen Sachverständigen I führt werden können. im Völkerbund sind, zur Mitarbeit herangezeger werden. Es sei unmöglich, daß die Arbeiten der "DirtschaftLtonfcrenz ohne Zone, ferner die Frage der Behandlung de« Saargebiets. Sin Zustand wahren Friedens könne kaum ein- I treten, wenn das Datum für die Volksabstimmung des Saargebiets über seine endgültige Staats- zugehörigleit, die im Friedensvertrag erst nach 15 äahren vorgesehen ist, nicht vorverlegt wird und schliehlich der dem deutschen Empfinden und der deutschen Auffassung von Recht völlig widersprechende Investigationsbeschluß des Völkerbundes, durch den eine Verewigung der militärischen Kontrolle über Deutschland, noch dazu unter französischer Führung, vorgesehen ist, aufgehoben wird. Auch über die Geltungsdauer des abzuschliehenden Vertrages muh auf der Konferenz beraten werden. Für die Frage des Eintritts in den Völkerbund kommt das Memorandum vom September vorigen Fahres in Betracht. Dah alle Angelegenheiten von deutscher Seite vorgebracht werden, die mit dem Sicherheitspakt zusammenhängen, ist selbstverständlich. Llnter diesen Umständen muß natürlich mit einer längeren Dauer der Konferenz gerechnet werden. Die Konferenz der Ministerpräsidenten. Deutschland eine neue Aera beginnt, ihrer Erfüllung näher gebracht. Der entscheidende Uabinettt- beschluh. Berlin, 24. Sept. (Eigener Drabtbericht des „Gießener Anzeigers".) Amtlich wird mltgeleilt: Da» Relchskabinett trat heute vormittag unter dem Dorsilz des Reichspräsidenten zu einem Kabinettsrat zusammen. Zur Beschluh- fassung sland die deutsche Antwort aus die Einladung der alliierten Regierungen zu einer Konferenz über die Slcherheitsfrage. Ls wurde beschlossen, die alliierte Einladung zu der Konferenz anzunehmen. Als deutsche Delegierte werden Reichskanzler Dr. Luther und Reichsauhenminisler Dr. Stre- femann an der Konferenz teilnehmen. 3m weiteren Verlaufe wurden auch die zur r DaS politische Kaleidoskop hat sich in der Icfcten Woche, wie daS bei uns meistens zu gehen pflegt des öfteren sehr stark verschoben: Die Frage, ob und in welcher Form von Deutschland die Einladung zu der Ministerkonserenz angenommen werden sollte, hatte sich mehr und mehr zu einem Streit um die Person des Außen- Ministers Dr Stresemann zugespihl. und tn dieser persönlichen Färbung verwischten sich alle Konturen sachlicher Gegensätze ES hat im Augenblick keinen rechten Sinn, die verschiedenen Phasen, die wir dabei durchmachten, noch einmal an dem Auge vorüberziehen zu lassen, begnügen wir uns mit dem einen Paradoxon, dah dieselben Kreise, die ursprünglich dagegen waren, dah Dr. Stresemann das Deutsche Reich auf der Konferenz allein vertrat, zuletzt ihren ganzen Sinsluh aufbvten, um dabm zu wirken, dah er doch allein hinging. Sie taten das, weil sie damit Zeit gewinnen und durch die Entsendung eines einzelnen Delegierten der Konferenz einen provisorischen Charakter geben wollten, so daß später die deutsche Politik noch alle Hände frei hatte, um je nach dem Aus- gang dieser Konserenz ihre letzte Entscheidung zu auswärtigen Ausschusses am Samstag werden im wesentlichen der Erörterung dieser Fragen dienen. Tagesordnung und Charakter der bevlNTstehenden Konferenz stehen dabei im einzelnen noch keineswegs fest. Wahrscheinlich werden für Deutschland die lebenswichtigen Fragen offiziell gar nicht auf der Tagesordnung stehen, trotzdem aber die Beachtung aller Beteiligten finden. Unterlage des Konferenz- Hauptpunktes, nämlich der Beratung eines W e ft- paktes werden die formulierten Beschlüsse der Londoner Zuristenkvnferenz sein, deren Wortlaut auf Wunsch dieser Konferenz vorläufig vertraulich behandelt werden muh. Trotzdem kann schon jetzt gesagt werden, dah das Ergebnis der Londoner Konferenz bei den bevorstehenden Verhandlungen die völlige Gleichberechtigung Deutschlands sichergestellt hat, soweit es nicht der Wortlaut der ausgetauschten Bote bisher festlegte. Auch ist in London von französischer und englischer Seite zugegeben worden, dah die in Aussicht zunehmenden Schuhverträge zwar in weitgehendem Mähe, nicht aber restlos alle in Betracht kommenden Fälle umfassen sollen und es wird für die Zukunft wichtig sein, diese in London geschaffene Formulierung möglichst unverändert' in die zu verhandelnden Abmachungen aufzunehmen. Jeder Kenner internationaler Verhandlungen wird die Londoner Formulierung gegenüber dem bisherigen Stillstand, als erfreulichen Fortschritt bewerten, obwohl in London über die zusätzlichen Fragen der Präambel des von Frankreich angeregten Ost Paktes und der französischen Garantie des deutschpolnischen Schiedsvertrages nicht ge- | streift worden sind. 3n amtlichen deutschen Krei- | sen nimmt man an, dah die Konferenz sich nicht in der ursprünglich vorgesehenen Zeit wird erledigen lassen, da der Charakter und die umfassenden Fragen, sowie die Tagesordnung eingehendste Erörterungen voraussehen lassen. Diese Voraussicht war auch bestimmend für die Wahl Dr. Luthers und Dr. Stresemanns als Deleqationsfuhrer, da trotz des informellen Charakters der Konferenz diese weltgeschichtliche Bedeutung erlangen kann. Der Tagungsort steht noch nicht sest, doch besteht die Hoffnung, dah nicht Lausanne I oder Locarno und Lugano, sondern Luzern Schauplatz der Konferenz sein wird. Der Tag des Beginns ist ebenfalls noch nicht festgelegt, doch wird es aller Anstrengungen bedürfen, die Vorbereitungen für die fpätestens in der zweiten Oktoberwoche beginnenden Konferenz rechtzeitig zu Ende zu bringen. Wie die Berliner Blätter ergänze,rd melden, wird nach den Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder und der Tagung des Auswärtigen Ausschusses des Reichstags das Reichskabinett in der nächsten Woche nochmals zu einer Sitzung zusammentreten, in der übet die Haltung Deutschlands zu den auf der Paktkonserenz zu erörternden Fragen Beschluß gefaßt werden soll. Wie die Blätter hervorheben, dürften neben den eigentlichen Punkten der Tagesordnung, ebenso wie auf der Londoner Reparations konserenz, eine Reihe wichtiger Fragen in privaten Besprechungen aufgeworfen werden. Die Blätter nennen hier als sogenannte „Rückwirkungen- des Abschlusses (in--^^Sicherh«'!spa.tes die Herabm'nderung der Desetzungs:ast, die Verkürzung der Frist für die Besetzung, die Verminderung der Dr- setzungstruppen und vor allem die Sicher- stellung der sofortigen Räumung der Kölner Berlin, 24. Sept. (TU.) Die Ministerpräsidenten der Länder werden Freitag vormittag 11 Uhr im Reichskanzlerpalais unter dem Vorsitz des Reichskanzlers zusammen- treten. Die Zusammenkunft gilt der auhen- politischen Lage uüd der Einladung der Al- liierten zur Ministerkonferenz. Für den Rach- mittag 4 Uhr ist eine weitere Zusammenkunft angcseht, in der die Frage der Preissenkung verhandelt werden soll. Der Reichskanzler hat deshalb die Ministerpräsidenten der Länder gebeten, ihre Ressortminister zu den I Verhandlungen hineinzuziehen. Das Zentrum zur politischen Lage. Berlin, 25. Sept Wie die ..Germania" meldet, fand am 24. September im Reichstag unter dem Vorsitz des Fraktionsvorfitzenden Fehrenbach eine Sitzung des FraktionSVorstandes und der erreichbaren Mitglieder der ReichstagsfraMon des Zentrums statt. Gegen- stand der Besprechung waren außenpolitische und innenpolitische Angelegenheiten. 3n allen Fragen ergab sich völlige Einmütigkeit Cs wurde beschlossen, eine Vollsitzung der Fraktion aus den 4. Rovember anzuberaumen. Am 5. Oktober findet eine Sitzung des Reichsparteivorstandes in Paderborn statt. Die bayerischen Deutschnalionalen München, 24 Sept. (WB.) Der Vorstand der Deutschnationalen Partei Bayerns hat in München getagt. Er.ist dabei mitsamt den anwesenden Reichstagsabgeordneten einmütig zu dem Ergebnis gelangt, daß an der Linie der deutschen Außenpolitik, wie sie Graf Westarp in seiner Reichstagsrede vom 23. 3uü gezeichnet habe, fest gehalten werden müsse. Der Parteivorstand fasse alle Folgerungen, -die sich aus dem Ab weichen der Reichspolitik von dieser Linie -ergeben, inS Auge. Eine Politik, die es auch jetzt wieder unterließe, die Kriegsschuldfrage aufzurollen, oder die auf deutsches Land freiwillig vmAichtete oder Deutschland neue Fesseln anlegte, wäre feine deutsche Politik mehr. Die Tscheche! und der Westpakt. Heftige Angriffe anf Denefchs Außenpolitik. Prag. 25. Sept. (TU.) Die .Rarvdni Politika", die verbreiteste bürgerliche Zeitung der Tschechoslowakei, stellt fest, daß die offiziösen Auslassungen über den Stand der Dinge keine wirkliche Antwort auf die präzise Frage enthalten, ob der West Pakt eine Abschwächung des Wertes des tschechisch- französischen Bündnisses bedeute. De- nesch wolle der Oefsentlichkeit den wahren Tatbestand verheimlichen 3n Berlin sei man jedoch weniger schweigsam. Dort habe man offen gesagt, daß man jede Verbindung zwischen West Pakt und Ostverträge adle h ne n würde. Die »Rarvdni Demokratie" verzeichnet in großer Aufmachung die Rachricht, daß der Schritt Dr. Denefchs in Polen verurteilt werde und daß er ein Triumph der deutschen 3dee sei. Die Unzufriedenheit Polens sei um so größer, als ein gemeinsamer Schritt Polens und der Tschechoslowakei bereits verabredet war. Sie Hilfe Frankreichs sei heute für die Tschechoslowakei völlig wertlos. Heute ernte man die Früchte der sozialistischen und pazifistischen 3deen. Während in der inneren Politik eine fortschreitende Besserung zu beobachten fei, schreite die Außenpolitik von Mißerfolg zu Mißerfolg. Dandervelde über die Sicherheits^erhandlungen. Brüssel. 24. Sept. CSU.) Der Brüsseler «rftetnt täglich, aufetr Sown» und Feiertag». Beilagen: GießenerFamilienblLtter Heimat bn Bild. HomUs.Btjngiprtis. 2 Goldmark u. 20 Bold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschllisse: Schriftleitung 112, Ter- lagundDeschästsslellebl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigtrLietzen. Postscheckkonto: Jrandurt a. M. 11686. Beschluß, die Einladung der bevor- Konserenz definitiv anzunehmen, folgen nunmehr bei der Reichsregierung Beratungen über die auf der Konferenz im einzelnen einzunehmende Haltung. Schon die Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder und ebenso die Verhandlungen des 1 zur Abfassung eines DorentwurfeS geführt hätten, gab der belgische Auhenmini- | ftcr zur Antwort .Die Besprechungen der Sachverständigen Haden eine sehr bedeutsame An - Näherung der Standpunkte der alliierten Vertreter und des deutschen Selegiarten ermöglich!. Der von Fromagevt und Sir Cecil H u r st ausgearbettete Entwurf konnte alS Grundlage für die Verhandlungen in ®enf benützt werden Dom technischen Standpunkt aus. hätten die Sachwerständigen eine sehr nützliche und zufriedenstellende Arbeit geleistet. Uebcr sämtliche wesent- liehen Bestimmungen des Paktes bestand zwischen den Alliierten Einvernehmen." Ferner betonte Vandervelbe. daß der Sicherheilspakt s o - Lnnahme von Lnzeigrn für blt lagesnummerdis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichkeit Preis fSr 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örttichS, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Re- Klame-Nnzeigen v.70mm Breite 35 Goldpfennig, f )latzvorfchrift 20°/. Anschlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämllich in Dießen- Begegnung der gegenwärtigen Teuerungslage anzuwendenden Maßnahmen erörtert. Der Herr Reichspräsident brachte dem Reichskabinett gegenüber eindringlich zum Ausdruck, daß alle« nur irgendwie Mögliche geschehen müsse, um die jetzige Preis- in rückläufigem Sinne zu beein- tteffen. Noch anfangs dieser Woche sah es so aus, als ob dieser Standpunkt sich auch durchsetzen wurde, erst am Mittwoch hat sich das Bild wieder vollkommen verschoben, und der K a b i n e t t s r a t unter Vorsitz des Reichspräsidenten hat dann beschlossen, daß neben dem Außen- Minister auch d e r R e i ch s k a n z l e r selbst, also der Leiter der Politik, auf die Konferenz gehen ollte. Dafür sind zum Teil Etikettegründe maß- lebend gewesen, ausschlaggebend aber waren doch achliche Erwägungen doppelter Art. Einmal wird ich der Reichskanzler gesagt haben, daß er mit den Bahnen der auswärtigen Politik nun einmal auf Gedeih und Verderb verbunden ist. Auf der anderen Seite aber hat sich schon im vergangenen Jahr auf der Londoner Konferenz herauegestellt, wie un • gleich zwischen den Alliietten und uns bet einer derartigen Konferenz d i e Kräfte verteil t sind Wir stehen mehr oder weniger einer Einheit gegenüber, die deutsche Delegation hat also das Vielfache dessen zu leisten, was auf der Gegenseite geschafft werden muß, und das ist eine Aufgabe, der ein einzelner physisch nicht ge- wachsen ist. Das gilt heute noch mehr als in London, nachdem die Außenminister der Gegenseite die Möglichkeit gehabt Haden, sich auch in Genf über das, was sie wollen, zu verständigen. Wenn wir aber In Luzern oder Locarno etwas erreichen wollen, dann ist das nur möglich durch vertrauliche Verhandlungen, die sich hinter den Kulissen abspielen, indem also beispielsweise ein Zusammenspiel mit den Belgiern ober Italienern versucht wird auf der Grundlage, daß es gelingt, ihnen in Privatgesprächen klarzumachen, daß der deutsche Vorschlag für sie nützlicher ist als ein Vorschlag, der von anderer Seite kommt. Dr. Stresemann müßte sich vervielfachen, wenn er das alles allein leisten sollte, und auch dann würde er nicht verhindern können, daß er nach einer Woche vollkommen ausgepumpt wäre. Ganz abgesehen davon, daß schließlich die Fragen, die hier zur Ent- scheidung stehen, auch physisch die Möglichkeit der Aussprache schon zur Teilung der Verantwortung bedingen. Das hindert selbstverständlich nicht, daß dem brutschnaticnalen Wunsche Rechnung getragen unb die Unterzeichnung der Abmachungen einer späteren Konferenz vorbehal- | ten bleibt, denn letzten Endes entscheidet ja über Annahme und Ablehnung doch der Reichs- tag, über dessen Kops hinweg keine Regierung sich entschließen wird, ihre Unterschrift unter einen Vertrag zu setzen. 3m Grund sind deshalb auch diese Formalien nicht so wichtig, und wenn uns das Gefühl für das Wesentliche nicht stark ab- Händen gekommen wäre, dann hätte der ganze Streit solch: Ausmaße überhaupt nicht gewinnen können. Rachdem aber einmal die Entscheidung gefallen ist, darf man erwarten, daß damit dies Kapitel a b g e s ch l o f s e n ist und jetzt die fachlich: Vorberettung für eine ersprießliche Ans- Wertung der in der Konferenz liegenden Kombinationen beginnt. Denn die deutsche Delegation geht keinen leichten Gang. Gewiß hat die Londoner Konferenz der 3uriften mancherlei Steine au3 dem Wege geräumt, es bleibt aber noch mehr als hinreichend zu tun. Und unsere Lage ist taktisch deswegen so ungünstig, weil wir sehr viel zu verlangen, aber verhältnismäßig wenig zu bieten haben. Für unsere Unterschrift unter den Eicherhettsvertrag wollen wir Vorteile auf den verschiedensten Gebieten einhandeln. Das Ziel, das zu erreichen ist. bleibt dabei f ü r alle gemeinsam. Wir halten daran fest, daß die Annahme des Sicherheitsvertrages für Deutschland abhängig bleibt von der sofortigen Räumung Kölns, daß darüber hinaus aber auch im Westen Zustände geschaffen werden, die von einem Scheinfrieden zu einem wirklichen Frieden führen. Darusttcr ist zu verstehen, daß Jür das Rheinland in dem Ablauf der Fristen und in den Truppenmengen, die auf deutschem Boden gehalten Werden dürfen. erhebliche Erleichterungen erzielt werden. Gelingt das. kommen wir also der Befreiung des Rheinlandes um einen erheblichen Schritt näher, dann ist damit die Hoffnung, daß mit der Unterzeichnung eines solchen Sicher- Heitspaktes national und international für GichenerAiizeiger General-Anzeiger für Gberhessen Drnd uvd Verlag: vrühl'fche Untoerfilülr-Vuch- und Stetnöruderei K Lange in Siesten. Schnftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. fort nach der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund in Kraft treten wird. Vom belgischen Standpunkt aus gesehen, habe der Sicherheitspakt den Vorteil, dah er Belgien die Garantie Englands gewährt. Deutschland und der Völkerbund. Genf, 24. Sept. (1.11.) Die Mitteilung der belgischen Zeitung „Peuple", England beabsichtige, einen Teil feiner Mandatsgebiete, die früher Deutschland gehörten, insbesondere Togo und Kamerun, Deutschland nach seinem Eintritt in den Völkerbund zuruckzug eben, hat in Völkerbundskreisen lebhaftes Aufsehen erregt. Die britische Delegation lehnt jede Erklärung hierüber ab. 3n neutralen Kreisen wird mit einer gewissen Ironie daraus hingewiesen, daß die Großmächte heute bereit seien, Deutschland für seinen Eintritt in den Völkerbund zu bezahlen, nachdem sie sich jahrelang der deutschen Zulassung wider- > setzten. 3c länger Deutschland sich zurückyalte, um so größer sei der Preis, der bezahlt werden würde. Die Anschauung, daß ohne Deutschland der Völkerbund leine Ausgaben nicht erfüllen könne, ist noch dem traurigen verlaus der diesjährigen väiker- bundsoersammlung Allgemeingut geworden. Der Völkerbundsrat. Der Streit um die nicht ständigen Ratssitzc. Genf, 24. Sept. bedeutende Truppenansammlungen in der ®egenb von Scheschauen mit Bomben beworfen. Rach kurzem Kampfe wurde zwischen Ainimtteuf und Dabtaza die eingedrückte französische Freak wieder hergestellt. Frankreichs Tilgungsplan Die Eröffnung der Schttldenvekhandlungen. Paris, 25. Sept. (SH.) Gestern fand die erste Sitzung der beiden Schuldendelegatidnen statt. C a i l l a u ? hielt eine allgemein gehaltene Rede und überreichte seine Vorschläge Aur Regelung der Schuldensrage. Es wurde beschlossen, daß die amerikanische Fundierungskommission am Rachmittag zu ihrer Prüfung zusammentrete, damit sie schon im Laufe des Freitags antworten könnte. Stephan Lauzanne, der Sonderberichterstatter des „Matin" in Washington, ist in der Lage, das französische Angebot wiederzugeben. Danach hat es folgenden Wortlaut: 1. Frankreich erkennt formell seine Kriegsschulden an und ist bereit, sie im Betrag von 2935 Millionen Dollar z u r ü ck z uz a h l e n. 2. Frankreich schlägt vor, zu dieser Summe die Schulden aus oem noch nicht bezahlten Kriegsmaterial, das von dem amerikanischen Heere im Jahre 1919 zurückgelassen wurde, im Betrag von 407 Mlllonen Dollar hinzuzu rechnen, so daß sich die französische Schuld auf 3342 Millionen Dollar erhöhen würde. 3. Frankreich nimmt als Zahlungspe riode die von dem amerikanische Kongreß vorgeschlagene Zeitsrist von 62 Jahren an und wir dseine Zahlungen staffeln. 4. Frankreich verlangt kein Moratorium, und schlägt vor, während der ersten fünf Jahre jährlich 25 Millionen Dollar einschl. 20 Millionen Zinsen für das aufgekaufte Kriegsmaterial zu zahlen und während weiterer fünf Jahre je 30 Millionen Dollar. In den darauffolgenden Jahren 45 bis 50 Millionen Dollar und von 1946 ab während der noch verbleibenden 42 Jahre jährliche Quoten, die bis zu 80 Millionen Dollar sich steigern würden. Frankreich fordert aber, daß den Abmachungen eine Klausel beigesügt werde, durch die seine Zahlungsfähigkeit in Rechnung gestellt wird, damit, wenn sie geringer sei, als man jetzt annehme, die versprochenen Beträge herabgesetzt werden können. Der Bolschewismus in England. .Paris, 25. Sept. (W. T. D. Funkspruch). Rach einer Meldung des „Journal" aus Brüssel hat sich Radek etwa 2 Wochen in Antwerpen aufgehalten. Er soll mit den Führern der englischen kommunistischen Partei einen revolutionären Vorstoß in Groß-Britannien organisiert haben. Da er Rachricht davon erhielt, daß sein Aufenthalt der belgischen Polizei gemeldet worden war, fei er schleunigst abgereist. Er soll sich nach Holland begeben haben. Der Reichskanzler über den Anschluß. Begrüßung österreichischer Journalisten. Berlin, 25. Sept. (SU.) Den in derReichs- hauptstadt zu Besuch weilenden österreichischen Journalisten gab der Pressechef der Reichsregierung, Ministerialdirektor Dr. Kiep, ein Festessen, dem Reichskanzler Dr. Luther, Reichswehrminister Dr. Gehle r, der Staatssekretär des Aeuhern v. Schubert, der Staatssekretär der Reichskanzlei Kempncr und der österreichische Gesandte in Berlin. Dr. Frank, beiwohnten. Im Ramen der Reichsregierung begrüßte ReiHskanzler Dr. Luther selbst die österreichischen Gäste, indem er betonte, daß feine Worte als das auf gefaxt werden mühten, was fein Herz ihm vorschreibe. Alle Fortschritte der Technik und des Verkehrswesens müssen uns dazu ermahnen, das Bewußtsein der volksgemeinschaftlichen Zusammengehörigkeit immer weiter zu vertiefen und gleichgültig, wie sich auch die politische Zukunft entwickeln werde, so sollten wir doch in alle Ewigkeit in deutscher Kulturgemein-- schäft verbunden bleiben. Im Ramen der österreichischen Journalisten führte der Vorsitzende des österreichischen Presfeverbandes, Ehefredakteur Z a p P le r, aus, dah er sich der besonderen Auszeichnung bewuht sei, die durch die Anwesenheit des Reichskanzlers diesem Abend verliehen werde. Die ass Studienreise geplante Fahrt fei zu einer Verbrüderung geworden, die das unglückliche Geschick der trennenden Schranken reichlich überwinde. Wir haben den Arbeitswillen, die Große und das Tempo beobachtet, mit dem Deutschland nicht nur den Wiederaufbau. sondern vielmehr den Reuaufbau in Angriff genommen hat. Wir haben bedauert, daß wir nicht schon heute, in der deutschen Dolks- gevuÄnMaft zusammengeschlossen, an diesem Wiederaufbau und Reuaufbau mithelfen dürfen. Wir wollen nicht verzagen und nicht müde werden, solange zu arbeiten, bis wir endlich am Ziel aller unserer Wünsche angelangt sind. Rach ihm sprach der österreichische Gesandte in Berlin. Vizekanzler a. D. Dr. Frank: „Riemäls wird sich ein Oesterreicher in Deuschland als Fremder fühlen, und dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit bei aller Verschiedenheit des Volkscharakters ist das Geheimnis der deutschen Volkslrast. Die Kulturgemeinschaft eint uns alle, die Kulturgemeinschaft, die wir durch die Wirkung des deutschen Genius empfinden, eint uns alle." Zum Schluß richtete er einen Appell an die deutsche Presst ihre Macht in den Dienst der deutschen Kulturgemeinschaft zu stellen und ihre Buntheit nicht zu Gegensätzen, sondern zu einer Einheitlichkeit werden zu lassen. Der Geburtenrückgang in Preußen. Das Hatzite! „Volksgesundheit" im Preußischen Landtag. Berlin, 24. Sept. Nach debatteloser Erledigung kleinerer Vorlagen wird die Beratung des Haushalts des W o y l fa h r t s m i n i st e r i ii m s fortgesetzt. Abg. Dr. W e y l (Soz. geht auf den Geburtenrückgang und die Verschlechterung der Volksgesundheit ein. Die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem Kriege seien die Ursachen dieser Verschlechterung der Ernäyrung und Gesundheit des Volkes. Um so verbrecherischer sei es, die Volksernährung durch die Schutzzollvorlage weiter zu verteuern und zu verschlechtern. Abg. Dr. Quast- Faslern (Sn.) weist auf die durch das Versailler Diktat erzeugte Verarmung Deutschlands hin, die es leider unmöglich mache, die staatlichen Mittel zur Hebung der Volksgesundheit aufzuwenden, die wünschenswert wären. Die Verarmung des Volkes Hobe auch die verbrecherische Geburtenverhinderung gesteigert. Demgeaenüber sei es notwendig, den Willen zur Selb st behaupt ung im Volke zu stärken. Der Redner fordert Maßnahmen zur Förderung des Aei^testandes. Abg. Frau Dr. Klausner (Dem.) unterstützt die Anträge, die eine verstärkte Bekämpfung d e r Tuberkulose und der Geschlechtskrankheiten bezwecken. Der Geburtenrückgang habe einen geradezu schrecklichen Umfang angenommen. Wenn die Entwicklung so weiter geht, sei mit der Anfuhr einer Entvölkerung zu rechnen. Ilm so notwendiger sei es, alle Mitel anzuwenden, um die Säuglinge lebensfähig und zu gesunden Menschen zu machen. Abg. Dr. B ö h m (D. Dp.) betont, im Gesund- heitsweien komme es bei der Auswahl der Beamten in erster Linie auf Tüchtigkeit und Erfahrung an. Von diesem selbstverständlichen Grundsatz sei der Minister bei der Ernennung non Kreisärzten und Medizinalräten wiederholt abgegangen. Dabei handle es sich fast durchweg um Beamte, die der Partei des Ministers nabestehen. (Hört, hört') Abg. Dr. Wester (Z.) bezeichnet das furchtbare Wohnungselcnd als eine .Hauptursache des schlechten Standes unserer Volksgesundheit. Die Auf- hebinig des § 218, des sogenannten Abtreibungsparagraphen, würde für die Bevölkerung sittlich und gesundheitlich von Unglück sein. Abg. Gehrmann (Komm.) verlangt die wesentliche Erhöhung der in dem Etat für die Volks- gesundheitspflege eingesetzten Mittel. Zur Bekämpfung der Tuberkulose mutzte der Staat mindestens ebensoviel aufwenden, wie er für die Kirche ausgibt. Abg. Bischof (Wirtsch. Dg.): Die Wohnungsnot könnte abgestellt werden, wenn man die nutzlos für die Wohnungsämter vergeudeten Mittel zur Belebung des Baumarktes verwenden würde. Die Tagung der Deutschen LandMirtschafts-Gesellschaft. Die diesjährige Herbsttagung der Deutschen Lairdwirtschafts-Gefellschaft in Königsberg trägt dieses Mal einen ganz besonderen Charakter. 3m Rahmen der Herbst tagung findet nicht nur die 100. Hauptversammlung statt, die D. L. G. begeht zugleich auf dieser Tagung ihr 40jähriges Bestehen. 3m Dezember sind es vierzig Jahre, daß Max Ehdt nach langer Vorbereitung zusammen mit Wölbling, Thiel, Schulh-Lupih, Heinrich von Rathusius, Maercker, Lydtin und vielen anderen nach dem Muster der Königlichen Land- Wirtschafts-Gesellschafi von England, die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft ins Leben rief. Sie hat feitdem eine große Entwicklung genommen und hat das englische Vorbild weit hinter sich gelassen. Sie ist heute die umfassende Organisation der deutschen Landwirtschaft, die sich bewußt auf die Forderung der landwirtschaftlichen Technik, also auf die praktischen Betriebsfragen der Produktionssteigerung und der Rationalisierung der Produktion beschränkt, sich in die wirt- schastspolitischen Kämpfe nicht einmischt und so in unübertrefflicher Sachlichkeit mit allen Teilen der Landwirtschaft aller Größenklassen, aller Gebiete und aller wirtschaftspolitischen Richtungen zum Vorteile des gesamten landwirtschaftlichen Berufsstandes und zum Vorteile der gesamten deutschen Wirtschaft zusammenarbsitet. Zugleich ist die D. L. G. auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Produktion das wichtigste Bindeglied zwischen Stadt und Land, zwischen Industrie und Landwirtschaft und zwischen Wissenschaft und Landwirtschaft. Die diesjährigen Verhandlungen begannen mit einer Sitzung der Dünger-Abteilung! unter Rittergutsbesitzer Schurig, Zeestow. Professor Ehrenberg, Breslau, sprach über die wissenschaftliche, Oekonomirrat Weyer, Berlin über die praktische Seite der Kalkdüngung. In der Aussprache bedauerte Ministerialrat M i ck e l die gewisse Dernachlässigung der Kalidüngung in früherer Zeit. Die 13. Versammlung der Pferdezuchtabteilung nahm .einen Bericht über die Warm- und Kaltblutzucht in Ostpreußen entgegen, die in enger und reibungsloser Zusammenarbeit Vorbildliches leistet. In der Schweinezuchtabteilung wurde Bericht über die neuzeitliche Entwickelung und den Stcknd der Schweinezucht in Ostpreußen und in der Grenzmark erstattet, die auf bodenständiger und wirtschaftseigener Fütterungsgrundlage die Möglichkeit zu weiterer Versorgung des Reiches mit Fleisch und Fett bietet. Die Ananziage der AeichZpoft. München, 25. Sept. (TU.) Dem hier tagenden Verwaltungsrat der Deutschen Reichs- Post machte Reichspostminister Dr. Stingl übeit den finanziellen Stand der Deutschen Reichspost Mitteilungen, aus denen folgendes zu entnehmen ist: Die Finanzlage der Deutschen Reichspost wür in den ersten drei Monaten des laufenden Wirtschaftsjahr es, April bis Juni, nicht befriedigend, die Einnahmen waren gegenüber dem Durchschnittssoll mit rund 34 Millionen RM. zurückgeblieben. Zur Zeit beträgt der Einnahmerückstand für die bisherigen Monate rund 27 Mill. R.-M. Die Preissenkungsaktion der Reichsregierung umfaßt bekanntlich auch die Verbilligung des Leihgeldes durch Ermäßigung der Zinssätze. Die Deutsche Reichspost wird von dieser kurzfristigen Ausleihung ihres verfügbaren Geldes bis Ende 1925 keine höheren Zinssätze fordern als 7,5 Prozent. Die Aeichspost erleidet durch die Herabsetzung des Zinssatzes für an Staatsbanken ausgelieyene Gelder für das laufende Wirtschaftsjahr einen Einnahmeausfall von rund 1,3 Millionen Rm. Um diesen Betrag verschlechtert sich die ohnehin schon urtgünftige Rentabilität des Postscheckverkehrs. An eine Herab- sehung von irgendwelchen Tarifen kann zur Zeit nicht gedacht werden. Der Verwaltungsrat billigte die neue Wirtschaftspolitik der Deutschen Reichspost, aus der ein kaufmännischer Geist spricht, und die einen Wendepunkt in der Geschichte der Deutschen Reichspost von hoher De- fceutung bildet. Der Minister sagte zu, daß die Balancierung des Etats so erfolgen solle, daß die D i e nst f r e u d i g k e i t des Personals, die volle Anerkennung verdiene, nicht leiden soll'. Der Geist d e S E n t g e g e n k o m- mens gegen das Publikum soll allen Beamten eingeimpft werden. Kleine politische Nachrichten. Die aus dem Boden der Deutschen Volkspartei stehenden evangelischen Pfarrer Hessens traten in Darmstadt in stattlicher Zahl zu einer Konferenz zusammen, die unter dem Vorsitz des Lanoesvorsitzenden Rechtsanwalt D i nge ldey, M. d. L., zu dem neuen Reichss chulgesehentwurf Stellung nehmen wird. Am Sonntag wird sich der Landes- schulausschuß der Partei mit der gleichen Angelegenheit befassen. 3m ReichsarbeilSministetium wurde über die Beilegung des Lohnftreites im deutschen Schriftgießerge werbe verhandelt. Die Schlichtungskammer fällte eintfi Schieds - s v r u ch , der eine ReUregelung der Lohne für die Zeit vom 23. September bis 31'. Dezember d. 3. vorsieht. Der Schiedsspruch ist von beiden Parteien angenommen worden. Damit ist der Streit im deutschen SchriftZießergewerbe beendet. Aus aller Welt. Die intesrr.tztio-tale Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz. Die internationale Vereinigung für gesetzlichen Arbsiterschutz. die ihre i3. Vertreterv:>-- sammlung gegenwärtig in Genf abhält, beschloß, sich der internationalen sozialpolitischen Vereinigung für sozialen Fortschritt anzuschließen. Auf Antrag des Vorsitzenden der deutschen Vertretung, die deutsche Sprache für voll gleichberechtigt neben der französischen Sprache anzuerkennen, wurde beschlossen, Deutsch, Französisch und Englisch als Verhandlungssprache zuzu- lassen. Auf einen deutschen Antrag wurde be- schldssen. das Internationale Arbeitsamt in Gens zu ersuchen. Ermittelungen über die Lage her Angestellten in den einzelnen Ländern vor- zuneymen. Die Vereinigung beschloß, die Regierungen aufzufordern, einwandfreie roifsenschast- liche Untersuchungen über die Rückwirkung von Arbeit spaufe und Arbeitsverkür- jung auf die Produktivität der Arbeit und auf die Gesundheit der Arbeiterschaft vorzunehmen. Außerdem soll auch die Wirkung der Arbeitszeit auf das Familienleben der Arbeiter fest- gestellt werden. Neue Verhaftungen im Falle Rosen. Wie uns von authentischer Seite mitgeteilt wird, hat der älntersuchungsrichter in der Mordsache Rosen gegen drei weitere Personen die Voruntersuchung eingebettet. Es handelt sich um drei Gefangene, die sich in einer anderen Angelegenheit' irr-Unter- suchungshaft befinden, und zwar um die Arbeiter Paul H a n d t k e, Erich Paminger und den bereits vielfach genannten Arbeiter Alois Fl ei - fcher. Ein Geständnis liegt .immer noch von keiner Seite vor. Fleischer, der sich früher einmal anderen Personen gegenüber der Tat selbst bezichtigt hatte, hat seine Angaben bei seiner Vernehmung wieder zurückgezogen. Handtke ist ein Schwerverbrecher. Er war vor einiger Zeit aus dem Zuchthaus in Görlitz aus- gebrochen und wurde steckbrieflich verfolgt. Es wird ferner bekannt, daß ein Gefangener vor kurzem angab, zwei seiner Mitarbeiter trachteten ihm nach dem Leben. Ihre Gespräche habe er belauscht und daraus mit Bestimmtheit entnommen, daß sie mit der Mordassäre Rosen genau vertraut feien. Da sie von feiner Seite Verrat fürchteten, sei er auch direkt schon bedroht worden, so daß er aus ihrer Gesellschaft heraus wolle. Dem Wunsch des ®c- fangenen um Entlassung aus der Gemeinschaftsarbeit wurde stattgegeben und die Mitarbeiter des Bittstellers, die Arbeiter Handtke und R a m i n g e r wurden jetzt zur Voruntersuchung genommen. Die Voruntersuchung gegen den Dritten, den Einbrecher Fleischer, ist lediglich auf seine frühere Selbstbezichtigung zurückzuführen. Opfer seines Berufes. Trier-Ehra ng, 23. Sept. (Wolff.) Der Oberbahnhofsvorsteher Jakob Reiter hier wurde in Ausübung ,, feines Dienstes von einer Lokomotive erfaßt und tödlick überfahren. Die Untersuchung über den Unfall wurde eingeleitet. Explosion. Dortmund, 24. Sept. (Wolff.) Als zwi Lehr finge einer Farbwarenhandlung gestern nachmittag aus einem Faß, welches angeblich Fußboden-- l a ck enthielt, einige Liter entnommen hatten Und abkochten, er plädierte plötzlich die Masse. Die Lehrlinge erlitten schwere Brandwunden, so daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Im Zimmer selbst wurden sämtliche Fensterscheiben zertrümmert. Mettervoraussagc. Heiter bis wolkig, vorwiegend westliche Winde, mäßig warm, nur strichweise noch Riederschläge, Morgennebel. Rachdem das alte Fallgebiet heute weiter nach Rordosteu vorgerückt ist, tritt von Westen her ein neues Ties in Erscheinung. Auf seiner Vordevseile herrscht vorübergehende Aufheiterung, später wieder zunehmende Bewölkung. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 14,6 Grad C., Minimum 7,4 Grad C., Niederschläge 4,2 Mm. Heutige Morgentemperatur 8,4 Grad E. Aus Stadt und Land. Gießen, den 25. September 1925. | Der Besoldungsplan der Stabt Gießen. Wie schon kurz berichtet, hat am Samstag im Gebäude des Verwaltungsgerichtshofes in Darm, stadt das Landesfchiedsgerichl getagt, um über die Einsprüche gegen den Besold ungs- plan der Stadt Gießen zu entscheiden. Den Vorsitz führte Staatsrat Puffert, Vertreter des Staatsintereffes waren Oberfinanzrat Lippert und Regierungsrat Dr. A h l. Für die Stadt Gießen waren erschienen Oberbürgermeister Keller, Verwaltungsdirektor Kolb und mehrere Beamte der Stadtverwaltung. Da die Zahl der Beanstandungen so umfangreich war, daß längere Beratungen in Aussicht standen, so wurden gleichgeartete Fälle zusammengefaßt. Zunächst wurde über die Gehaltsoerhältnisse der Amtsge- hilfen, Hausmeister und Feldschützen beraten. Der Oberbürgermeister von Gießen macht in ausführlichen Darlegungen geltend, daß die Amtsgehilten in Gießen anders beschäftigt feien als die Ministe- rialamtsgehilfen in Darmstadt; sie würden nicht ausfchlietzlich mit der Beförderung von Akten betraut, auch säßen sie nicht in einem Vorzimmer, sondern sie wären wirkliche Amtsgehilfen, die amtliche Funktionen verrichteten. Auf Veranlassung des Vorsitzenden wurden dann die Gehaltsverhält« nisse der Vorkriegszeit festgestellt zum Vergleich mit den gegenwärtigen. Bei den Hausmeisterstellen führte der Oberbürgermeister zur Begründung der höheren Einstufung (Gruppe 4) aus, daß sie umfangreiche Hilfsleistungen bei Schulspeisungen und Schulbädern zu leiten haben, also Dienstvorrichtungen, die bei den Hausmeistern bei den Ministerien in Darmstadt entfallen. Bei den Feldschützen machte der Oberbürgermeister geltend, daß sie teilweise einen schwereren Dienst als den Polizeidienst hallen, namentlich bei ihrem Einschreiten gegen Felddiebstähle, da sie zumeist allein seien. Bei den Feldfchützen will das Ministerium nur zwei Stellen in Gruppe 3, drei Stellen in Gruppe 4 und der Feldschutzmeister in Gruppe 5 zulassen. In ihren Erwiderungen auf die Darlegungen des Oberbiir- acrmeisters bezogen sich die Regierungsvertreter auf Präzedenzfälle, namentlich auf Entscheidungen des Reichsschjedsgerichtes ober auf Minifterialent- ici eidungen. Den Vergleich der Feldschützen mit den Volizeibeamten lehnte Regierungsrat 5)r. A h l ab, denn die Aufgaben der Polizei, besonders in der Stabt, seien viel umfassender. Die Beratungen fanden dann in einem besonderen Raume statt, die oberer Nadir-Schab durch öle'Beilegung des .4 toorfenen Herrscher- suchen lassen, bi» er sch ilhtng end- ftaftrelanttt SamenhausHeinr. Hahn lelephcm 14031 Bahnhofstraße ?rr ttr hin au* iensits tit. un» löbliif über im Unfall jcfegt. DaS vom 3. bi» sollten sich im nächsten sind, genau 6tnd und Sport finden Halt t. in $> a r m • ftabt in der Seit vom 12 5« 31 Oktober unter Leitung der Oberreallehrer Luley und Roth. 2 in Offenbach a M. in der Zeil vom 12. di- 31. Oft ober unter Leitung des Lehrers Nipper. 3. in Friedberg (Oberde ssenl in der Zeit vom 12 vis 31 Oktober unter Leitung de» Oberreallehrers X \ ö« Die Zahl der .Jett- ncomer soll für jeden der drei Lehrgänge 24 nicht überit eigen. Zugelassen tverden zu den Lehrgängen 1 ui»? 2 Lehrer höherer Lehranstalten und mcbrfldffiger Vvlksfchulen. die bereit» Surmmter- , - richt erteilt haben und über einige turnerische Fertigkeit verfügen. Der £?eb> gana 3 ist für Lehre- ' rinnen aus Oberbcffen bestimmt und wird nur bei genügender Beteiligung abgehallen. Die 2dl- nebmer sollen spätestens bis zum 3. Oktober eine schriftliche Meldung (Postkarte» bei Obcrftubien- bircltor Lauteschläger in Darmstadt (Karl»- Naumann's. Seife das beste für die Wasche. den er Tag und Nacht niemals vom Haupte nahm Um sich m seinen Besitz zu sehen, wandte Nadir eine List an. die des Humors nicht entbehrt. Bei sich durch eine LieblingSsrau MohammedS das sorgfältig gehütete Geheimnis erfuhr, dast der Kaiser den Sdelfiein verborgen in seinem Turban trüge, .) Als jwi Stt)T (fern nidjmiftan Flihdodtn- mtn hatten unt die Masst. Pir anbwifnbtn, werben mußten, tfenfftrfätiben andere oberhessische Städte, in denen Jahre größere Festlichkeiten geplant merken, da ersahrungsgemäst die Teilnahme am Gauturnfest aus der ganzen Provinz sehr rege ist. Die Sitzung des TurnauSschuss^, die Ober- gauturntvert Dikl- Giesten leitete beschäftigte sich austerdem in der Hauptsache mit den Vorarbeiten für die turnerische Wintertätigkeit in den Vereinen. Die Freiübungen für das nächste Jahr wurden bereits zusommengestellt. Ferner wurden die Tage für die Gau- und Dezirls- vorturnerstunde festgesetzt. 3m November finden in den 6 Bezirken schon die ersten Vorturnerstunden statt. Pie Bezirkswetturnen müssen drei Wochen vor dem Gauturnfest erledigt sein. Der letzte Sonntag, der dafür in Betrach, kommt, ist demnach der 13. 3ani 1926. Buntes Allerlei. Wie der ftobiitur seinen Namen erb.elf. Der Äobinur, der .Berg dcS Lichte«.', der üch Hohe Provision „ernährt kl. Zigarren strik an "Vertreter ober Reisenden, ihre (fneugnnc 'wöchentlich 2—3 -ffl'A e) je f uit gro.-c moderne Tkasson, -« C unlität. wollen sich nur Herren melden, hir mi Erfolg zu arbeiten verstehen. Ststrlftl. Meldungen un:et 1 den Giestener Anzeiger erbeten. jetzt im Britischen 5drvnschah befindet, verdanlt seine Berühmtheit zu nicht geringem Teile seiner romantischen Geschichte. Die dramatischste Episode in l? - nem Schicksal war wohl die. als der perl.s • [et heute veiler ritt von Men ung. Aus seiner henbe Ausheito • 'Dctoolhmg. : MaMum IW Äiedersch!« ratur 8,4 ®rabl. Spanner empfehle Ichneumin-Raupenleim Pomona-Raupenleim (heller Leim) Lauril-Raupenleim (schwarzer Leim) Unterlagepapier (fettdichtes) 8670D Bindfaden sowie alle übrigen Pf Jan zenschutzmittel Wenn Ihr Kind anfängt in die Spielsachen zu beihen, müssen Sie es sorgfältig beobachten, denn der Zeit- vunkt de» Zahnens ist dann nabe und Sie werden bald in dem kleinen rosigen Mündchen den ersten Zabn erblicken iist-sti»l Sein Magen ist in dieser Zeit sehr empfindlich und wenn eS dann nicht die ihm bekömmliche Nahrung erhält, so wird eS leicht Lieber haben, und schlaflose Nächte werden die tzolgo fein Nicht« wird da« Kind stören und nichts wird Sie selbst tu Unruhe versetzen, wenn es normal ernährt wird, und um dtefeS Ziel zu erreichen, geben Sie ihm Weftle'6 Kindcrmehl. Eine Probe- doie und illustrierte Broschüre über SänalingS« pflege kostenlos und unverbindlich durch „Ltnda"< Gesellschaft m. b. ■£)., Berlin W 57. Blilowstrnlie W egenb veßstchk nse noch Meder- W '"Dens öft t iZLsit- ftraste 2) cinreichen. Diejenigen. die bereit» an einem ähnlichen Lehrgang teilaenommen haben. I wollen dies bei der Meldung bekanntgeben. Kosten I diirsen durch die Stellvertretung der zur Teilnahme an dem Lehrgang beurlaubten Lehrkräfte nicht entstehen. Vergütung wird gewährt: a) an Teilnehmer, die jeden Abend nach Hause fahren können, die Fahrtkosten und täglich 2 NM., b) an Teilnehmer, die für die Dauer bc8 Lehrgangs am Ort der Veranstaltung wohnen und übernachten müssen, die Fahrtkosten für Hin- und Nückreife und täglich 6 NM. | am. Evangelische Volksgemein- 1 schalt Bei Gelegenheit des Gustav-Adols- Festes in Diesten landen hier noch mancherlei Tagungen von Verbänden und Vereinen statt, wie die der „Freunde der Dorfkirche" und der ..Evangelischen Volksgemeinschaft" Letztere hielt am Montag ihre Tagung im Gasthaus „Hin- I dcnburg" Auster zahlreichen Mitgliedern au» den drei hessischen Provinzen war auch ein Mitglied aus Westfalen anwesend Pfarrer Hamburg e r-Staben begrüßte alle Erschienenen, besonders den Gast au» Westfalen, auf da» herzlichste und gedachte des treuen Mitglieds Pfarrer Di11mar - Haufen, der so rasch am vorhergehenden Mittwoch im evangelischen Schwesternhaus zu Giesten verstorben war. Die Versammlung erhob sich zu feinem Andenken von den Sitzen | Alsdann trat man in eine lebhafte Aussprache ein. die hauptsächlich der mit der christlich- sozialen Besinn ungsgemeinschast abgeschlossenen A r b e i f 8 g cm einschast und dem Entwurf zum Reichsschulgeseh galt. Nach eingehender Aussprache lafjte man folgende Entfchliestung: „Die Evangelische VvlkSgemem- schaft in Hessen wird für die Erhaltung der in Hessen geschichtlich gewordenen und bewährten Limultanschuke auf christlicher Grundlage eintreten und bekämpft darum ] die Versuche des Neichsschulgesehentwurses, welcher die Simultanschule in Hessen zu vernichten droht. Der Landesverband Hess technischer Lehrerinnen hielt in Srantfurt eine Tagung ab, aus der Berichte über verschiedene Fachangelegenheiten erstattet wurden von der Vorsitzenden Frl. H e r r m a n n-Darmstadt, Sri. Mat hes-Mainz und Frl. Holh-Darm- stadt Zur Ausbildung der Turnlehrerinnen würbe erklärt, dast sür Hessen die Errichtung eines Seminars für Turnlehrerinnen notwendig sei, das mit dem Seminar für technische Lehrerinnen verbunden werden könnte •• Eine öffentliche Sitzung de« ProvinzialauSschusseS der Provinz Oberhessen findet am morgigen SamStag. 26. Sept., im Negierungsgebäube zu Giesten statt. Aul der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1 Gesuch des Hermann Sillmann in Mittel-Seemen (Kreis Schotten) um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft 2. Antrag des Kreisamts Giesten auf Entziehung de« dem Wilhelm Müller zu G r o st e n - 2 i n b e n erteilten Führerscheins. (Kraftwagenführer.) 3. Klage des Daniel Seegräber zu Giesten auf Aufhebung bes Descheib« des KreiSamts Gie- ft en vom 24. Januar 1925 wegen Versagung beS Wandergewerbescheins für das Jahr 1925. 4 Enteignung eines Bauplatzes im Hofgarten zu Ortenberg: hier Deschwerde des Fürstlich Stolbergschen Nentamts in Ortenberg gegen den Bescheid des Bezirkswohnungskommissars des Kreiles Büdingen vom 5 Au- gust 1925. Dietzen. War Locher, zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Schotten: 6er Oekonvm bei dem Landeszuchthaus Marienschloh, Wilh. Schuld» zum Gefänanisoberinspettor bei der Zellenstrafanstalt in Butzbach, sämtlich mit Wirkung vom 1. Oktober 1925; der Kanzleigehilfe Ludw Wenzel au« Nommelhaufen zum Kanzlisten bei dem KreiSam» Lauterbach mit Wirkung vom 1. September 1925; der Justizinspektor bei dem Amtsgericht Butzbach Karl Sldracher zum Kaffe- infpeftor bei der Zellenstrafanstalt in Butzbach; die Lehrerin Elle Kunze zu Grünberg, KreiS Giesten, zur Lehrerin an der Volksschule zu Wirhaulen Kreis Darmstadt; der Justizwachtmeister bei dem Amtsgericht Alsfeld. Friedrich B e ck e r. zum Kanzlisten bei dem gleichen Gericht mit Wirkung vom 1 Oktober 1925; bte Lehrerin Lina Eilert zu Wirhaufen. Kreis Darmstadt, zur Lehrerin an der Volksschule zu Grünberg. Kreis Giesten; die Oberförster Kürl E h a n t r e zu Schotten zum Forstmeister. Otto 2 ö b c r zu Londorf zum Forstmeister des Forst- amte« Nabenau. vom 1. September 1925 an; der provisorische Steiger Bernhard 2 e u f f e l b vom 1. Oktober 1925 an zum Steiger bei den staatlichen Braunlohlengruben der Bergwerks- und Krastwerksdirektion Wöllersheim. Da» Gauturnfeft 1 92 6. Dem Turnverein 1859 Nidda wurde, wie schon bekannt Bekanntmachung. Für die Benutzung der Straftenbahn können ab SamStag, den 26. 6. AL, Fahrschein he sichen von den Wagenführern käuflich erworben werden. Giesten. den 23. September 1925. Elektrizitätswerk. Ucberlanhanlage und Straßenbahn der Stadt Giesten. St vite. 8931c ist, vom diesjährigen Gautumtag des Turngaues Hessen die Abhaltung des nächstjährigen Gauturnfeste» übertragen. Da auch andere Verbände im Verlause de« nächsten Sommers gröstere Veranstaltungen in oberhessischen Städten gc plant haben, ist es gut, jetzt schon den genauen Zeitpunkt de« Niddaer Festes zu wissen. Eine Sitzung des TurnausfchusseS des GaaeS Hessen, die dieser Tage in Marburg stattfand, hat daher im Einverständnis mit dem Niddaer Furnverem al« Termin für d:e grobe Gauveraw! Öden ersten Sonntag im Juli fc st findet demnach in den Sagen 5. Juli statt. Diesen Zeitpunkt einem feierlichen ® urbar, bei dem sein Gefangener neben ihm sah. regte er plötzlich an. man solle die Turbane wechseln, ein damals beliebtes Zeichen gegenseitiger freundschaftlicher Gesinnung. Bevor der besiegte Herrscher noch ettt»a5 -?.n tonnte, batte Nadir sein eigenen einfachen Ti. . i auf den stopf des andern gesetzt, der ihm nutz ' ie fest bare 5W ■ bedeckung überreichen muhte. Mohammed bc .eit dabei eine so vollkommene Ruhe, dast Nadir iürchtete. der Stein sei nicht drin. Gr brach daher fo»ort das ©urbar ab. zog sich in feine Gemächer zurück und rih die Falten de« Turban» auseinander. Ein flcin - > Päckchen siel ihm entgegen, und als er ec- auf- machte, war sein Auge von einer unerMestlichen Lichtfülle geblendet. ,Koh-i-nur! Du Berg des LichteS" rief Nadir bewundernd aus und hatte damit dem Edelstein seinen Namen verliehen. Die neue Handschuhmode. Die Neuheiten aus dem Gebiete der Handl' kleidung, die jetzt auf dem Markt erscheinen, sind so phantastisch und bizarr, dast sie eine vollmundige Umwälzung der Handschuhmode Hervorrufen werden Schon die Farben muffen die grösste Verwunderung ! erregen. Da gibt es Handschube von der Farbe der । Alpenveilchen, meerblaue Handschuhe un' blas - grüne Handschuhe, die auf der oberen Fläche glitzernde, mit bunten Steinen besetzte Linien, gebohlte Muster oder bunte Handmalerelen haben- Es gibt aber auch Handschuhe für Damen, die mehr das Unauffällige lieben; sie muffen mit grauem und beigefarbenen Handschuhen vorlieb nehmen, hcixit Stulpen mit grünen Welnbläitern bestickt oder mit grünen Stickereien geziert und mit kleinen purpur- I roten Weintrauben versehen sind Diese Muster I wirken bei aller Exotik doch nicht so auffällig- Bei den dicken Glacehandschuhen, die jetzt sehr viel beim Morgenspaziergang und zum Einlaufen getragen werden, sind die Stickereien auS Stahl- und Brvnze- I plättchen autgeführt. Dazu trägt man Geldtäschchen von demselben Leder, deren Ränder und Mono- gramni mit solchen Plättchen benäht sind- Der Stulpenhandschuh ist weiter die grafte Mode. Ader das Männliche dieser Handbelleidung wird durch zarten Schmuck gedämpft ; man sieht auf den Handschuhen geometrische oder Blumenmuster, die gestickt. aufgemalt und nicht selten auch in kubistischer I Form durch verschieden gefärbte Lederstückchen her- I gestellt sind. Auf einem grauen schwedischen Handschuh bewundert man eine Seelandschaft mit zarten Bäumen in Grün und Blau, die die Stulpen zu | einem Kunstwerk machen und an japanische Bilde c gemahnen. Die langen weihen Glacehandschuhe sind auf der oberen Fläche mit drei Streben geziert, die Reihen von „Diamanten" anfweisen. und die Ränder laufen in spiralförmige Verzierungen mit denselben Steinen aus. Mogulberrschers Mohammed in den Besitz dco Diamanten gelangte- Gr hatte vergebens nach dem Wunderstein in den Schatzkammern des unter* A Zur Junglehrerfrage in Deutschland. Bedingt durch den Abbau zeigt die Ver- Wendungsmöglichkeit her Junglehrer in Deutschland ein trübes Bild. Nach einer amtlichen Rundfrage deö Reichsministeriums des Innern hat P r e u h e n zur Zeit 37 136 stellenlose Schulamtsbewerber und -bewerberinnen. das bedeutet 35 v. H. aller Stellen. Berlin allein erscheint mit bet stattlichen Zahl 733- Diese ausfallend hohe Zahl der vollständig stellenlosen Schulamtsbewerber bat ihre Begründung in her übergroßen Zahl der Flüchtlingslehrer aus dem Elsaft. aus Eupen-Malmedy, Posen und Schlesien. Württemberg zählt 1294 ohne berufliche Der- Wendung Was unsere engere Heimat Hessen anbelangt, so ist der Seminarjahrgang 1924 teilweise aushilfsweise verwendet; der Jahrgang 1925 ist noch ohne berufliche Tätigkeit, zusammen noch 290 ohne jede Anstellung im Vvlksschul- dienste. Vorbildlich und sozial wirkt in der Junglehrerfrage die Stadt Frankfurt a. M. Sie schafft Notstellen in Bibliotheken. Sammlungen. Acmter für stellenlose Junglehrer. Diese vorbildliche Notstandsaktion für die Junglehrerschaft ist um so anerkennenswerter, als sie ins Leben ?gerufen worden ist in einer Zeit des wirtschast- ichen Niedergangs auch der groben Städte und einer Zeit des Abbaues ** Lehrgänge für Schulturnen. Spiel und Sport. An die Direktionen her höheren Bürgerschulen, sowie die Kreis- und Stadtschulämter hat das Landesamt für das Bildungswesen nachstehendes Ausschreiben gerichtet : Weitere Lehrgänge für Schulturnen. SÄ3SS fjerba-Seife hefelttgt, nachdem v>S dahin alle anderen anoeroanhten Mittet versaglen.«ostafl-V.in«. Mr $L M. -Jto. Wo DerftäTff 9h. 1.- Zur y.'crtii euanöluno tft tciba'Creme befonöcrS gu empfehlen. Zu deven in allen HootOffen, •roaerien uub Darfümerlen t€te Per. «*8 rings, A.angene, b:( drn > . 8lei> JW noch Angaben bei "zserogrn. : « W vvk ? Mti aui. 64 ^'angerrer bor ^better tvch- ^fräche hob: ^mtheit «tt. MordassSre Dr Fie 1 er auch tyrtf* « U if)m Md) bti Mitteinschiflz- $ Danbtle unt MmtNsuchang '9 gegen '.er. ist lediglich 'gang zurüchu. ’• Unsere Garnison ist gestern nach- mittag au« hem Manöver zurückgelehrt. Unter klingendem Spiel rüdle die Truppe gegen 5 Uhr vom Bahnhof au« in die Stadt ein, freundlich begrüßt von einer groben Menschenmenge. V' D i e Herbstferien der Schulen nehmen morgen ihren Anfang. Sie dauern in der Stabt 14 Tage, auf dem Lande, wo sie auch Kartoffel erien genannt werden, 3 Wochen ' Ausstellung ..M utterundKin h“. Den Bemühungen privater und öffentlicher Körperschaften ist es gelungen, die Leitung der soziaihtzgienischen Wanderausstellung „Mutter unb Kind' dafür zu gewinnen, die Ausstellung in Giesten in der Zeit vom 10. bi» 18. Oktober zu zeigen Durch das Entgegenkommen der Landesuniversität wurde hie Neue Aula der Universität al« Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt. ES handel! sich bei der Ausstellung um eine Einrichtung, die ihr Entstehen letzten Endes her Hygiene ^Ausstellung in Dre-den verdankt. Nach dem Krieg wurde aus der Dresdener Ausstellung „Der Mensch" wertvolles Material herauSgenommen imb al« Wanderausstellung „Mutter und Kind" zusammengestellt, um so in Stadt und Land wirksamer aufklären und belehren zu können. Viele größere Städte Süd- und Mitteldeutschlands wurden bis jetzt von der Ausstellung mit gutem Erfolg besucht, überall einen tiefen Eindruck von nachhaltiger Wirkung hinterlassend Allen Kreisen der Bevölkerung ist ein Besuch der Ausstellung dringend zu empfehlen, da in ihr durch bildliche und figürliche Dar- stellnngen und mündliche Erklärungen Winke für richtige Kinderpflege und Erziehung gegeben werden, die von unschätzbarem Werte sind. Näheres wird später noch bekannt gegeben. ’• Personalien. Ernannt wurden der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Schotten, Dr. Ernst Brill, zum Landgertchtsrat bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen und zugleich zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Giesten. der Staatsanwalt bei dem Amtsgericht > Land, epletnber 192). Ian der n. am Samstag im tzoi'cs m chi getagt, um ßtiolbuW- iu «niMiden. Alert, Lest m ObtrsE r. «Hk. fr* Dberbiirflermtili« ©olb oni» Eh' * »*' Ä a;fid) var, daß Io wurden ff >5*" 7der Wy* Ätn. fr ernt m t wurden nB em W* »hilfen, tu« QW ^eranlaQ HB W de" ein Sied«" i nur V'unh der ihren $utofe DbcrbiU' igcn ^ -verireiek * Entscheidungen wurden Sffentllch verkündet Ttt nächste Verhandlungogruppe waren der Mafchtmst beim Dofferwerk (Brioldungsgruppe 5), der Baum- roart (Gruppe 4) und der Botenmeister (Gruppe 5); dos Ministerium verlangte für sie eine Gruppe niedriger. Dann folgten Wielen- und 5)aUcnmeifter (Gruppe 5), Pfandmeister (Gruppe 6), Ober hallen- meister (Gruppe 6); auch hier beantragte das Ministerium die Einreihung in eine niedrigere Besoldungsgruppe Weiter verlangte das Ministerium die Besetzung von 85 Stellen des BerwaUungsver fonafs nach seinen Vorschlägen, die im einzelnen von den Reaierungsoertretern ooryetragen wurden. Die Verhandlungen über alle diele Positionen nahmen viele SNinden in Anspruch. Im mefent- l i d) e n drang bte Stabt G > est en m 11 ihrem Vesoldungsplan durch, «rur hegt unbet erklärt wurden indessen die Einsprüche des Ministeriums gegen die Umgruppierung der Amts- gt Hilfen, stausmeister. Feldschützen und Hallenmeister. Bei einigen Positionen hatte das Ministe. mim schon ;u Beginn der Berhandfungen s^ne Einsprüche zurückgezogen; auch die ctaht Giesten hat bei einigen nachgegeben. Die (Erntenot im hohen Vogelsberg. C 3m Hinblick auf die neue Misternte im hohen Vogelsberg hat die 2 a n b to i r t - 1 chaktSkammer beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft bzn Antrag auf Gewährung eine« Rötst andkreditS gesteNt. (Gießener Wochenmarktpreisc. am 24. September (Händlerpreise). E» kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt daS Pfund: Butter 200 bi« 220 Pfennig. Matte 35. Käse 70. Wirsing 15. Weiftkraut 10, Rotkraut 15. gelbe Rüben 20, rote Rüben 10, Spinat 25. Römischkohl 15, Bohnen 30, Tomaten 40. Zwiebeln 15, Meerettich 40 biS 150, Kürbis 8, Pilze 25, Kartoffeln 4'... Falläpfel 5 bis 8, Aepsel 15, Dirnen 25, Zwischen 15 bis 18, Preiselbeeren 50. Weintrauben 50 bi« 60, Brombeeren 45. Honig 30, junge Hahnen 110. Gänse 115, Nüsse 50; das Stück. Sier 16 bis 17, Blumenkohl 10 bi» 60, Salatgurken 20 bi« 30, Endivien 10 bis 25, Obrr-Kohlrabi 15 Lauch 10, Rettich 5 bl« 15. Sellerie 10 bi« 20 Pfennig. Lehr schöne, trockene Zwiebeln oer ZSmner n Mark io wie Drtma gelb u-roeiftfleifdiifle -Lpeiie- kartoffeln empfiehlt billigst W.Hank-l BestcUuiigeu auf Winterkarioneln merben entfleflcnnenommcn. SAS1D DAS DEINE KOKO3-SPEISEFETT DER *H-SCHLirslCKOvClE AG HAMBURG* ;< v Hilt (Westanlage 20 I), den 24. September 1925. Gießen Die Beerdigung findet Samstag, den 26. September, nachmittags 21/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 8935D tember 1925. i, am H Gelb* Sch. 3.Zim. Wobn. u.Küche,Bücklngstr., F Da° Das Strickwolle Handschuhe Strümpfe Trikotagen 45 Pf. «st«, sti Pf. Pf. wähl Lot 'S pfi Pf. Lot modernen Farben Grösse 1 Hohen Feiertags halber bleibt unser Geschäft am Montag, dem 28. September, geschlossen! hriMMstcklicki 14 Bahnhofftrafje 1 14 S925a Dr. Dr. 10 13 12 16 r u Robert Poppendieck Helmut Schmidt und 7 Enkelkinder. Herren-«.Damen- friseur sucht Stet- S0. GefLAnsr. an Klarer Älnzeig., etzlar. 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Dieser Tage ist in Paris im Verlage Pion eine Broschüre erschienen „Spanis ch e Zusa m m e n- fünfte" von Jerome und Jean T h a r a u b ; und dieses kleine, geistreiche Buch beleuchtet in seinen Plaudereien einige Zusakimenhänge, die Mit- Ursache zu der kriegerischen Erhebung in Marokko wurden. Manches Licht fallt auch auf die Per - «v n des Führers Abd el Krim und macht die Tatsache verständlich, daß dieser Mann sich bisher gegen die französischen und spanischen Befehlshaber behaupten konnte. Geht man diesen Zusammenhängen bis in das Jahr 1921 nach, so kommt man zu dem Ergebnis, baß Abb el Krim eigentlich ber Urheber z u bem Staats st reiche Primo bc Riveras unb mithin ber spanischen Diktatur war. Die spanischen Generäle S i l v e ft r e und 'Berenguer befehbeten sich damals aus Gründen des militärischen Ehrgeizes. General Berenguer wurde zum Kommissar von Marokko ernannt, wah. renb General Siloestre als fiommanbant von Melilla nur über geringere Machtvollkommenheit gebot. Um militärischen Ruhm zu erwerben und sich in bewußten Gegensatz zu der pazifistischen Politik des Generals Berenguer zu setzen, beschloß Gene- rat Siloestre auf eigene Verantwortung einen Feldzug gegen bie Marokkaner. _ Unglücklicherweise begann schon barnab der Aufstand der Rifleute — geführt von dem unbekannten Abb el Krim. Dieser Mann stammte aus einer guten marokkanischen Familie, besuchte eine spanische Schule in Melilla, setzte seine Studien in Spanien fort, reifte in Frankreich und Deutschland und trat nach seiner Rückkehr nach Melilla als Beamter in das Bureau für Landesverwaltung ein. Da er sich während des Krieges als Freund des deutschfreundlichen Abd el Malek zeigte, beklagt? sich General Lyautey wiederholt bei ber spanischen Regierung über ihn. General Siloestre ließ feinen Beamten kommen unb ohrfeigte ihn, wie behauptet wirb, bevor er ihn ins Gefängnis warf. — Abb cl Krim entwich: nicht ohne bem General in einem Brief seine Wieberkehr anzukündigen. Die Folge war, daß der Ausstand der Kabylen in wenigen Tagen ausbrach, und als General Siloestre seine militärische Expedition unternahm — wie man munkelte, ermutigt durch geheime leie- gramme des Königs und einiger Heerführer — bereitete ihm Abd el Krim eine furchtbare Niederlage, bie Spanien zehntaufenb Solbaten kostete unb den General zum Selbstmord trieb. Damals stand Add el Krim vor Melilla unb cs fehlte nicht viel, baß er sich ber Stabt bemach- In Spanien suchte man nach ben Schulbigen dieser Katastrophe, die das Land schwer beunruhigte: hierzu kam die katalanische Unabhängig- keitsdewegung und so war der Boden vorbereitet für ben Gewaltstreich bes Generals Primo de Rivera. Sehr geistreich wird dieser wirkliche Machthaber Spaniens in bem Büchlein geschildert: seine Persönlichkeit und politischen Ansichten. Ganz im Gegensatz zu dem ehernen Mussolini, dem italie- Nischen Diktator, scheint der General de Rivera, Marquis d'Estella, ein schmiegsamer, weltmänni- wärmer. „Ich sagte: Ja, Herr Popowitsch, Sie, sind verrückt. Was sollen uns die Manuskripte?" „Gewiß," sagte Popowitsch, „bie Manuskripte haben nur Makulaturwert für uns — ich schätze: sechs Heller das Kilogramm. Die Reklame aber? Wir sind endlich in den Zeitungen der Hauptstadt genannt worden. Und die Abonnementsquittungen — ha? Sind sie nichts? Jeder Einsendung war eine Quittung beizulegen. Ich habe Abonnenten gewon- nen in ben fernsten Winkeln der Welt. Sie bestehen nicht auf Zusendung unseres Mistblattes — die ganze Einzahlung barer Gewinn. — Mensch! Und die schönen Briefmarken? Ahnen Sie endlich, warum ich mir vorbehielt, die Sendung eigenhändig zu empfangen? Jede Sendung war mit Rückporto au versehen: ich lebe seit Wochen sorgenlos. ,La, sind denn . . . sind denn soviel Bewer- Hungen eingelaufen?" er sie daran hindert, ihre ganze Kraft in ben Karnpi um den Sicherheitspakt gegen Deutschland zu richten. Das gilt in noch viel höherem Maße von den Schulden, die Frankreich aus dem Kriege und aus der Zeit nach dem Kriege bei den Bereinigten Staaten zu stehen hat. Sie bedeuten in ber Ta: eine sehr ft arte Behinberung seiner Bewegungsfreiheit unb können, sobald man sich in Washington auf bie Hinterbeine setzt, zu einer verhängni-. vollen Kreditsperre führen. Was bei der doch auch heute noch sehr um sicheren Untermauerung des Franken bedeutet, ne iß ttaiUaur ebenso gut wie der französische Rentner: clange' also dies Kapitel nicht abgeschlossen ist, bleibt Frankreich von den Finanziers W a 11 ft r e e t s abhängig. Gelingt es Cai! • laur, die Rechnung zu begleichen, dann feiert er nicht nur einen großen mnerpolilifchen Trumpf, ber feine Aussichten für bie nächste Minifterpräsi denichast wesentlich steigert, er spielt gleichzeitig auch bem Außenminister Briand ben Trumpf in die Hanb, der auf der Ministerkonf renz stechen kann. Und man muß Herrn Caillaux zugebeu, daß er seine Reise sehr gut vorbereitet hat. Er ist einer der ersten gewesen, bie begriffen, daß die weinerliche Redensart von dem armen unschuldigen Frankreich nicht mehr zog. Schließlich kann sich jeber amerikanische Spießbürger ausrechnen, daß cs ein Irrsinn ist, wenn Frankreich heute eine um 200 000 Mann stärkere Armee als im Frieden um terhält, wenn es imstande ist, seinen östlichen Sa- trapenftaaten Hunderte von Millionen für Rüstungszwecke zu leihen, während es gleichzeitig mit bedauerlichem Achselzucken nach Washington sein Unvermögen zur Zah- l u n g seiner Zinsen meldet. Mit solcherlei Trostgründen haben die Amerikaner sich zwar einige Jahre abspeisen lassen, jetzt glauben sie nicht mehr daran. Sie wollen cnhsich ihr Geld sehen, denn schließlich sind die Vereinigten Staaten, so reich sie als Volk sind, als Staat arm und müssen die letzten Freiheitsanleihen, die während des Krieges von den europäischen Ländern angenommen wurden, durch erhöhte Steuern ihren eigenen Bürgern verzinsen. Es blieb also Herrn Caillaux schon gar nichts anderes übrig, er mußte seine Bereitwilligkeit zur Zahlung zu erkennen geben. Zu dem sehr weltliche Sprüche: „Wer will bauen an Gassen unb Straßen, muß bie Leute reden lassen." Wie cs in anderen Gegenden mit schlauem Doppelsinn heißt: „Es wünsch mir einer, was er will, Gott gebe ihm zweimal soviel", so hier: „Allen, die mich kennen, den gebe Gott, was sie mir gönnen. Bittere Erfahrung spricht: „Wenn Haß unb Neid brennte wie Feuer, fo wäre bas Holz lange nicht so teuer." Froher Stolz: „Wann Adam hackt unb Eva spinnt, das Haus den Giebel bald gewinnt." Guter Rat: „Wer will haben, daß es ihm geling, der sehe selber wohl zu seinem Ding." Am Zunfthause: „Deget recht und gelike, so werdet Ji saNch und rite: Wäget richtig und wäget gleich, so werdet Ihr selig und reich." Der Reiche, im Bewußtsein guten Gewissens, läßt von Engeln einen Spruch- schild halten: da steht: „Sie müssen mich leiden / Mir lassen mein Leben I Die mich beneiden und nichts geben/Mancher mag hassen / Was er siebt / Muß doch zulasten / Daß es geschieht." Ein alter Geistlicher und Geschichtsschreiber in Hildesheim ist von Luchers Lehre so tief erzürnt, daß er in bie Saumfchwelle seines Hauses einen lateinischen Spruch, durch Wortstellung zwar oerrätfelt, für alle Zeit sichtbar eingraben läßt, zu deutsch etwa. „Die Tugend höret auf, bie Kirche wird verwirrt, bie Geistlichkeit selbst irrt, ber Teufel triumphiert unb Simonie regiert. Gottes Wort bleibt in Ewig- feit, Göttliches für alle Zeit, Menschliches nicht allzu lang, Holz und Stein finb’t Untergang." Zum Wort tritt bas plastische Bilb. Reiber und Spötter werden in Balkenkopsen verewigt: maulaufreißenbe, zungenherausstreckende, glotzäugige Fratzen, Stadtklatsch und derbe Redensart, Sitte und Unsitte werden verbildlicht. Auf einem Konfolholz in Goslar hockt ein Männchen, von hinten unten zu fehen. unb bringt verdauend Dukaten heraus. Der Trinker Lebenswandel wird in seinen erbaulichen unb un- erbaulichen Augenblicken behanbelt. Da steht ein schwer mit Fässern beladener Lastwagen, und bie Wirtsleute berechnen ben Gewinn. Hauszeichen, Haushahn, Hunbe. Helden, ^eilige, HoUenvolk, her Mensch in seiner Nacktheit, in seiner Tracht, in feinem Tun: Wappen, Handwerksgerät, die fünf Sinne, die Tugenden unb Laster, bie Elemente, Wissenschasten und Künste, die Jahreszeiten und Gestirne, Pflanzen unb Getier, bie Geschichten bes alten unb neuen Testaments, bie Götter des Altertums — die garye Welt ber Gotik und der er- blühenden Renaissance ist in diesem Lesebuch in Holz geschnitzt. Das Preisausschreiben. Don Roda-Roda. Das „Palanker Bezirksblatt" ging nicht, gina gar nicht. — Herr Popowitsch (der Herausgeber) jagte: „Wir müßten ein Preisausschreiben er- Ich war gegen das Preisausschreiben. Denn ich hatte mein Gehalt seit Neujahr nicht bekommen. Und wenn Herr Popowitsch nun auch noch diese große Ausgabe hat: wann wird er sich da bequemen, mil(Er hörte nicht auf mich und gelobte aus: 100, 50, 20 Kronen in Gold für die beste Novelle, Hunw- reste, Skizze: mit Kennwort einzureichen: das Rennmort auf einem zweiten Umschlag zu wiederholen, worin der Name des Verfassers anzugebcn ist . . . Und so weiter, und so weiter — wie Herr Popowitsch es in den großen Blättern gelesen hatte. .Dieser Popowitsch," dachte ich mir, „ist verrückt." Und da ich ihm das Geheimste anzuoer- trauen pflegte, sagte ich ihm meine Meinung wörtlich. Er chmunzelte nur. . ___Drei Tage darauf stand es tn allen Seilungen: wir hätten die hohen, goldenen Preise ^.'.Wer aber wird sie auszahlen, Herr Popo- Leichtathletische Clubmeister- schaftendesS.C.1900am27.Sep1, Für nächsten Sonntag ruft die Leichtahle- tik -Abteilung des S. C. 19 0 0 ihre Mitglie- der zum letztenmal in dieser Saison zum Wettkampf zusammen. Wie alljährlich, kommen die den Ab- schluß bildenden Clubmeisterschasten zum Austrag. Den in allen Teilen gut besetzten unb spannende Kämpfe versprechenden Konkurrenzen der Aktiven und Jugendlichen werden gymnastische Ucbungen unb ein Stillauf der gesamten Abteilung vorausgehen. Eine besoydere Note wird den diesjährigen Clubmeisterschasten noch dadurcy verliehen, daß sie die erste sportliche Veranstaltung auf bem nun fast vollstänbig heraerichteten neuen Sportplatz des S. C. 1900 am Philosophen- wald sind. Die in sehr guter Verfassung befind- liehe neue Laufbahn, sowie die erfahrenen 1900er- Kampfrichter werden eine glatte Abwicklung der Wettkämpfe, die durch eine besonders vorgenom- mene Aufstellung verschiedener Staffeln bedeutend an Interesse gewinnen, verbürgen. Der Besuch. dürste sich lohnen. Sportvorschau für Sonntag, 27. September. Leichtathletik unb Turnen. In ber Leichtathletik finden sich am Sonntag i beste deutsche Sportler in Augsburg zusammen, eine Begegnung Hoube n—C orts' scher, lächelnder Politiker zu fein. Wie sehr hübsch gesagt wird: er stammt aus bem Lanbe Figaros. Man erzählt sich in Madrib amüsante Anekboten über ihn unb ein geläufiges Derschen ist. Neipcs, mujeres y beleih ^on cl bh/on del marque; d’Esteiia, was bedeutet, daß die Karten, die Frauen und die Flasche datz Wappen des Marquis d'Estella sind. Daneben interessieren seine fleußerungen über die spanische Politik in Marokko, wo ihn die jetzigen Verhältnisse zur Abkehr von seiner immer verire- tenen unb befolgten Richtlinie zwingen. Noch bis zu diesem Sommer war er ber Ansicht, baß das Rif Spanien unnütz Menschen urfb fflelb koste unb nicht militärisch, fonbem lediglich im Handelsaus- tausch mit den Eingeborenen zu halten sei. Er stand damit im absoluten Gegensatz zu der französischen MaroNopolitik, sowie zu der Politik bes Führers ber spanischen liberalen Partei, bes Grafen R o - m a n o n e s , ber in bem Verluste bes Rif ben Anfang bes Zerfalles Spaniens sah. Frankreich hatte sich im Tale von Ouergha fest gesetzt, der Kornkammer des Ris. Während Spanien seine Truppen immer weiter zurückzog, vermeinte Frankreich durch diese Besetzung Abd el Krim zu einer Derständiaung zu zwingen, da die Kabylen ohne das fruchtbare Tal von Ouergha keine Lebensmöglichkeiten besaßen. Abd el Krim erfaßte vollständig den Zweck dieser Maßnahme, aber anstatt sich gegen das militärisch schwächere Spanien zu wenden, griff et mit ganzer Macht die französischen Stellungen an. Dadurch rechtfertigt er die -Politik bes Generals be Rivera: unb man weiß, welche Mühen es Frankreich gekostet hat, Spanien zu einem (Eingreifen zu bewegen. Es wäre vielleicht auch jetzt noch nicht gelungen, wenn nicht zu befürchten ftanb, daß bie immer weiter um sich greifende marokkanische Freiheitsbewegung auch im spanischen Territorium zu gefährlichen Erhebungen führen würde. 2(ußer ben materiellen Werten, dem lebensnotwendigen Besitze der Kornkammer des Rif, ist es noch ein ideeller Wert, der Abd el Krim zum schärfsten Vorgehen gegen Frankreich treibt. Er er- strebt die Einnahme von Fez, der Stadt der Sultane, der Hauptstadt Marokkos. Die ganze Tragweite dieses Gedankens zeichnet sich aber erst klar ab, wenn man folgende Sätze dieser ausgezeichneten Broschüre lieft: Welchen Ruhm würde er in den Augen der ganzen islamitischen Welt erringen, wenn er im Herzen der heiligen Stadt, am Grabe Muley Idriß, sein Gebet verrichten könnte, — obgleich ich nicht glaube, daß er persönlich große religiöse Befriedigung darin finden würde, da ich ihn für einen schlechten Muselmanen halte. Aber er wäre nicht mehr der kleine Anführer einiger Stämme, sondern mit einem Schlage Sultan von Fez geworden, der im Namen von Muley Idriß spricht. Ist dieses Ziel einmal erreicht, hätte sich ganz Marokko auf fein Gebot erhoben. Er wäre erschienen wie ber Mahbi, der Messias: der Herrscher, an dessen Schritte sich ber Segen Allahs haftet. a a g auf eine Länder- zuheben. Künftig wird die Ve 54 (statt 60) Mitgliedern beftehei den Beiträge für dnsAömisch- Zenrra lmus c u m in Mainz vorstehenden Bürgermei st erwähl ©teL lung genommen wurde. Noch einem Dortrac von Studienrat S e y b o l d. der betonte das oereungung hat öie Stadt einen neuen Gelände, zuschnitt von etwa 5 Morgen zwecks Erweiterung des Friedhofes erhalten, der jetzt herzurichten und anzulegen ist. Der vorn Stadtbauamt darüber angelegte Plan wurde genehmigt, die Lieferung ..... M?" WUMM * @i Queller Wechsel ü feinet erf schen Nom weisen fon Wechsels s i;dto mit1 iüt die ■ ipiechu Unter den Sani wegen 3 sich miet Strafe: 1 gen sehen Äer-rA “V Sjk 5# Aehunr Ke ' 9b derzine tanbex bi Statistische Stande vi aus 124,9 Pen habe 120,0, obi die 3nbi nahezu u ’ A schtveiz ge«. Sie Milchen t stehenden deutsch-scht 30. Ecptei Mischen ix wn Prvti Einfuhr^ binauggefi von Dai d 3. die Ztvar verl Waren b Alpendsla Liköre, 2 ment, Ko Matz ^aumivoll Stickereien, mobilen. S kuhrbeschi^ * bis u 3? bi3 ur & °ö .atbtitungi ^•WnQjjjx !$en ?"leihe bcr T * ©ü ar* (Daissecse Saale lung J Rechensch Wen T einen weise s'^ gemocht^ gewiesen worden. Enllastnn MÄ wie ö>e2l Georg < wurden e । bl. 9' arönete 3u^immu -Mhrkostc bewilligt- städtisl weitere 7 bl. ' Saiger sowie di haben W Sie Leist aus 1000 meister Wiener W unter Beteiligung 3m Radsport Laubach Turner- u n d und und Es der von Darbie- Abends. Führurrg Bem- geht das Schwabenbergrennen her besten Fahrer vor sich. Radsport. ist das Hauptereignis eine bund angehört, die Damen-Riege des tfe r einS Wieseck entsandt. 3hre t.ungen bildeten den Glanzpunkt des Was die Wiefecker Surnerinnen unter der Turner Säubert, Euler und Die Oesterreichische Zehnlampf- schäft holte sich in diesem 3ahr der .... Wessely. Mannschaft von Holland, am 6. Dezember vermutlich in Berlin auf die Repräsentativen von Nortoegen. Die DereinigtenStaaten und Sk a n- D i na tr i c n vlanen hie Austragung eines 2 ä n - derkampfes in her Leichtathle t i k, der in Stockholm stattfinden soll. 23 OOO Mk. verlangt, wovon vertragsgemäß der Ortsgewerbeverein die eine und die Stadt die andere Halste zu tragen hat. Es wurde bemängelt, dah die Krehiterweiterung erst beantragt werde, nachdem schon die Arbeiten ausgeführt seien. Weiter wurde für den Umbau „Deutsches Hau s" eine Nachbewilligung von 90 OOO Mk. verlangt. Verschiedene Redner bemängelten hier die Höhe, der Kosten. Nach eingehender Ansprache wurde für Sie Gewerbeschule ein weiterer Kredit von 14 OOO Mk. und für „Deutsches Haus" ein Kredit von 90 OOO Mk. nach den Anträgen der Finanzkommission genehmigt. — Erweiterung des Friedhofes: Durch die Feld- bereinigung hat die Stadt einen wurde für den Erweiterungsbau Gewerbeschule ein weiterer Kredit sonders prächtig entwickelte Aepfel und Birnen in den besten Tafel- und Haushaltssorten der beiden obstreichen Gemarkungen zeigen werden, welche von dem Züchterfleiß und dessen Fortschritt Zeugnis ablegen sollen. Auch in der häuslichen Obstverwertung wird Mustergültiges zu sehen sein. Dabei ist Gelegenheit geboten, größere oder kleinere Obsteinkäuse für den Haushalt zu besorgen. Der Bes'ch dieser Ausstellung wird sich für jeden Obftfreur.d lohnen. Die Einrichtung der Ausstellung mit i^ren 18 Ausgaben liegt in den bewährten Händen des Obstbauinspektors Wiesner vom Landwirtschaftslammerausschuß Gießen. Ulfa, 24. Sept. Die letzte Phase der Feldberei n igu ng, die Zuteilung des Geländes, ist stets die kritische, weil sie die Faust ballt und Kampfstimmung aufkeimen läßt. Wir haben sie soeben durchzukosten. Jeder ist mit dem Zugeteilten unzufrieden. Mit den Jahren, wenn wieder der Hang - dem neuen eignen Besitz seinen Wert erhöht, wird der Mißmut schwinden und man wird dem großen CIS er E mehr Gerechtigkeit widerfahren lassen. Auch die durch die Feld- Bereinigung neu angelegten Wege, die vielfach lockere Ackerkrume unter sich haben, sind eben in dieser Regenperiode ein Quell ständiger Aerger- nis. Die Rässe hat sie grundlos gemacht, so daß es manchem Fuhrmann schwer fällt, beladene Wag: i nach Hause zu bringen. KrsiS ALsseld. die Mittelstandsvereinigung feine Kampf- organifation sei, sondern daß sie den Ausgleich der Interessen erstrebe, wurde zur Aufstellung des Kandidaten her Mittel- stanhövereinigung für hie Bürgermeisterwahl geschritten. Die Mehrheit der Stimmen fiel auf das Mitglied 6 e i f a r t, der somit als Kandidat der Mittelstandsvereinigung auftritt. 3n einem Bortrage entwickelte er den Anwesenden sein kommunalpolitisches Programm. Kreis Brivingen. nd. Nidda, 23. Sept. Gestern wurde hier der Abbruch der alten Turnhalle beendet und dabei die Urkunde über deren Grundsteinlegung in einer Flasche gefunden. Der Dau hat 43 Jahre gestanden, und gar mancher Turner hat darin seinen Mut und Willen gestärkt, aber auch Körper und Gesundheit gekräftigt. Nun wird neben der Abbruchsstelle bald ein neues Heim des hiesigen Turnvereins erstehen, prächtiger, zweckmäßiger und größer, als die alte Turnhalle war. Der Neubau wird 30 Meter Länge und 15 Meter Breite im Lichten messen. Die Arbeiten für den Rohbau find bereits vergeben und werden in Kürze in Angriff genommen, so daß bald die feierliche Grundsteinlegung erfolgen kann. Die Einweihung der neuen Turnhalle soll gelegentlich des Gau- turnfestes, das im nächsten Jahre hier abgehalten wird, erkolgen. Die regelmäßigen Turnstunden hält der Verein nun in Krafts Saalbau ab. Aus dem Niddatal, 24. Sept. Unter der Einwirkung überaus starken Angebots an Schüttelobst sind die plötzlich hochge- schnellten Preise für Aevfel rasch zurück- gegangen. Während gestern noch 12 Mk. für das Malter gezahlt wurden, bietet man heute nur 11 und 10 Mk. und stellt weiteres Sinken der Preise in Aussicht. Die Obstversteigerungen der Gemeinden und Kreise erzielen Preise, die vielfach über den Marktpreisen Hegen. 3n den meisten Fällen könnten die Steigerer für Den Kaufpreis die gleiche Menge Obst vom Obstzüchter ins Haus geliefert erhalten. Da durch das anhaltende Regenwetter die Arbeit an der Grummeternte und auf dem Kartoffelacker eingestellt werben mußte, ist man allgemein zum Abernten der Apfelbäume übergegangen. Der Ertrag ist reichlich. Manche Lanndwirte können weit über 100 Zentner Äepfel absetzen. Kreis Schotten. hxn Wettkämpfen Vvrausgegangenen Begrüßungsabend hatte der Lahn-Dünsberg-Gau, her wie der 4Fäu Wetterau dem Südwestdeutschen Heidelberg eine Bergprüfung auf dem Dielsberg sieht. 3n Ungarn große Länderstrahensahrt über 100 Kilometer, zu der sich neben dem neuen Weltmeister Hove- naers (Belgien) die besten Amateure von Italien, Frankreich, her Schweiz, Oesterreich unb aus Deutschland dem Starter stellen. Die deutsche Dertretung liegt in den Händen von Anton Reitberger und R ö s e n. Bahnrennen finden statt in: Magdeburg, Chemnitz, Nürnberg, Düsseldorf-Oberkassel, Erfurt, Berlin (Olympia-Bahn) und im Frankfurter Stadion. In Nürnberg tritt der Weltmeister Moeskops (Holland) gegen Bailey (England), Messori (Italien), Gottfried unb Rütt (Deutschland) an. Straßenfernfahrten sind: Rund um die Havelberge (100 Kilometer), Rund um den bergischen Dom (130 Kilometer), her Große Industrie-, Handels» und Gewerbepreis von Ro- wawes und das Dresdner Presserennen über 150 Kilometer, das von einem Iugendrennen über 49,7 Kilometer begleitet wird. Vom Turngau Wetterau. Reichelsheim in der Wetterau, 24. Sept. Der Turngau Wetterau veranstaltete hier die Austragung seiner volkstümlichen Meisterschaften, wobei in allen volkstümlichen Uebungsarten recht Erfreuliches geboten wurde. Die Leistungen verdienen um so mehr Anerkennung, als es sich ausschließlich um. oberhessische Landvereine handelt, die an den Wettkämpfen teilnahmen. Zu dem Der H o ck e y spvrr tmet e.ne gu.c Beteiligung aufweisendes Turnier in Dresden, im G o l f sieht Leipzig Herbstspiele Berlin und München Knops- bz ZäUspie> M Alsfeld, 24. Sept. Stadtvor - ft andssitz u n g. Erster Punkt der umfangreichen Tagesordnung war die Vergebung der Cha us sie rungsar beiten für Ö i 6 Wegeher st ellung in her Siedlung Ramb a ch. Diese Arbeiten wurden dem Unternehmer IustuS Merle als dem Wenigstnehmenden zu seinem Angebot von 1800 Mk. übertragen. — Bert r ä g e über Rundfunk anlagen: Soweit Radioanlagen die städtischen Stromleitungen oder die Straßen freuten, sind besondere Verträge mit den einzelnen Antragstellern abgeschlossen worden, zur Sicherung her Stadt gegen irgendwelche Beschädigungen. Die vorgelegten Verträge wurden genehmigt, die jährliche Anerkennungsgebühr auf eine Mark festgesetzt. — Die Lieferung von Kanalartikeln für weitere Hausanschlüsse wurde her Firma Otto Leidner dahier als Wenigstnehmendem zu ihrem Angebot von 1468 Mk. zugeschlagen. — Ausnahme von weiteren Kapitalien: Hierüber entstand eine lebhafte Debatte. h a r b an Darren und Pferd, sowie in rythmischen Anmuts- und Freiübungen zeigten, muß in jeder Hinsicht als mustergültig bezeichnet werden. Der Zweck der Deranstaltung, dem Frauenturnen auch in unserem Gau neue Anhänger zu gewinnen, darf als erreicht betrachtet werden. Bleichenbach, 24. Sept. Bei den leichtathletischen Meisterschaften, die der T u r n g a u Wetterau (Südwestdeut- lcher Turnerbunö) in Reichelsheim i. b. W. bei sehr guter Beleiligung austrug, errang der h i e- sige Turnverein die Meisterschaft im Tauziehen. Außerdem sicherte sich Wilhelm Naumann vom hiesigen Verein die Gaumeisterschaften in Kugelstoßen mit 8,58 Meter, sowie in Steinstvhen mit 6 Meter. Im Diskurswersen tarn W. Naumann mit 23,70 Meter an die dritte Stelle. Vom Turnverein G l a u b e r g konnte Karl Klöppel im Kugelstoßen den dritten Platz betegen mit 8,40 Meter, ebenso im Steinstvhen mit 5,55 Meter, während Klöppel im Diskuswurf Gaumeister mit 23,90 Meter wurde Der englische Hauptmann Duff hat einen neuen 24-Stun den-Weltrekord mit 3670,329 Km. auf der Rennbahn zu Monthlery ausgestellt. Der schwedische Fußballklub,,Oer- g r y t e" beabsichtigt eine Fußballreise durch Deutschland, in deren Verlauf er auch in B er- lin spielen will. Der F.C. „Oergryte" liegt bereits mtt deutschen Vereinen zum Zwecke von Spielabschlüssen in Unterhandlungen. In Frankreich hat am 22. September ein Flugwettbewerb begonnen, der bis zum 4. Oktober dauert. Er führt in her Art eines Runds lugs von Paris über Lyon — Nimes— Toulouse — Tours — Bordeaux — Poitiers — 2L ■ ; — Tours — Douai zurück nach Paris . — 2130 Km. An Preisen sind rund 200 000 Fr. ausgesetzt. Vom Rasensport. Aenderrmgen im Westdeutschen Spielverband. In Düsseldorf hat der Ausschuß des Westdeutschen Spieloerbandes auf einer Sitzung einige Beschlüsse gefaßt, die besonders in verwaltungstechnischer Hinsicht im Westdeutschen Spielverband einiae Aenderungen Hervorrufen. Die Zahl der Gaue (wvhlgemerkt gilt jetzt diese Bezeichnung für die früheren Bezirke, dagegen für die 7 größeren Organisationsgebiete, früher Gaue, jetzt die Bezeich- nung Bezirk) ist um 16 auf 41 vermindert worden durch Zusammenlegung kleinerer Gaue. Grund dieser Maßnahme ist in erster Linie der finanzielle Mißstand im W. S. 23., der in jeder Hinsicht zu größter Sparsamkeit zwingt. Die Gau-Sonderausschüsse der Schiedsrichter werden aufgelöst, ihre Tätigkeit übernimmt ein Mitglied des Gauausschusses. In den 7 Bezirken gibt es außer den Bezirksvorständen nur noch allgemeinere Sportausschüsse, denen je ein Vertreter der Leichtathleten, der Fuß- und der Handballer, sowie der Schiedsrichter angehören, lieber eine Verringerung der Bezirke, etwa durch Zusammenlegung der Bezirke Südwestfalen und Bergische Mark einerseits, der Niederrhein- und des Ruhrbezirks andererseits, wird auf der Jubiläumstagung des D. F. B. in Leipzig verhandelt werden. — Außerdem wurde eine Erhöhung der Pro- testgebühren beschlossen. Für den Handballsport sind innerhalb der Gaue Sonderausschüsse gebildet worden, auf die Vertreter der Handballer im Sportausschuß wurde schon hin- gewiesen. — Schließlich glaubt man auch darin sparen zu können, daß eine Beschränkung in den Tagungen vorgenommen wird, so daß im Bezirk und Gau nur noch je eine jährliche Versammlung bcr erforderlichen Pslaitzen wurde her (Saiten- firma Gebrüber Siesmaycrin Frankfurt a.M zu ihrem Angebot von 2334 Mk. übertragen. — Erhöhung der Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz und des Wasser- gelbes: Wie her Vorsitzende hierzu näher ausführte, sind durch das hessische Finanzgcsetz vom 20. Juli 1925 die Anteile der Gemeinden an der Einkommen- und Körperschaftssteuer vom hessischen Staat um 5 Proz. gekürzt worden, indem der Staat den Anteil her Gemeinden von 40 auf 35 Proz. trotz heftigsten Widerspruchs aller Kommunen herabaeseht hat. Dies allein bedeutet für die Stadt schv t einen Ausfall von 4000 Mk.: dazu kommt, oaß auch die Eingänge aus der Umsatzsteuer geringer sind als im Rj. 1924. Verschiedene, bei Aufstellung des Voranschlages in dieser Höhe nicht vorgesehene Kapitalaufnahmen bedingen etwa 11 000 Mk. mehr an Zinsen als vorgesehen. Für diese Mehrausgaben und den entstehenden Einnahmeausfall müsse Deckung gesucht werden, und zwar nach dem Vorschläge der Finanzkommission durch Erhöhung der (5 on her ft euer vom bebauten Grundbesitz und durch Erhöhung des Wassergeldes. Es wurde demgemäß einstimmig beschlossen, die Sonbersteuer von 30 auf 40 Pf. für 100 ML Steuerwerk vom 4. Ziellab für bas Rj. "7925 zu erhöhen unb ferner das Wassergeld für daS 2. Ziel um die Hälfte zu erhöhen. Hieraus erwächst, wie der Vorsitzende bemerkte, eine Mehreinnahme von etwa 10 000 ML, so bah immer noch ein Fehlbetrag bleibt. — Das Gesuch des H. P. D u ch a r d k um Verlegung der Baufluchtlinie vor seinem Hause Ecke der Romroder und Schillerstrahe wurde genehmigt. — Veranstaltung eines Flugtages: Von dem Verein der Hessenflieger für Luftfahrt in Darmstadt ist der Stadt das Angebot gemacht worden, in Alsfeld einen Flugtag zu veranstalten, unb zwar auf bcr Grundlage, daß bet Verein das finanzielle Risiko für die Veranstaltung selbst übernimmt, wohingegen die Stadt die Stellung und Herrichtung, sowie die Absperrung des Fluggeländes zu besorgen hat. Es wurde beschlossen, auf dieser Grundlage dem Vorschläge zuzustimmen. Der Flugtag soll noch an einem der nächsten Sonntage stattfinden, es ist die sog. Gauchswiese dafür in Aussicht genommen. — Ein Gesuch des Kaufmanns Rudolf Malkmus in Frankfurt a. M. um re ft# lose Aufwertung einer Kaufgeld- forberung gegen die Stadt aus Geländeverkauf am Steinbruch am Mönchenberg vom 1. April 1920 wurde in der beantragten Form abgelehnt. Es handelt sich um 15 000 Mk. aus dem Jahre 1920. — Unter Mitteilungen gab am Schlüsse der Sitzung der Vorsitzende ein Schreiben des Landesvermessungsamtes Darmstadt bekannt über die in der letzten Sitzung behandelte Angelegenheit der Kosten der Katasterver- m c f । u n g i n der Stadt, worin eine Richtigstellung dahin erfolgt, daß eine weitere Nachforderung als die jetzt verlangten 19 811,49 Mark nicht mehr erfolgen werde. An die öffentliche Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche an. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 23. Sept. Der S t a d t o o r- st a n d beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung zunächst mit der Strompreisermäßigung für btc Reichsbahn. Nach den Ausführungen des Bürgermeisters und dessen Verhandlungen mit der Reichsbahn ist diese bereit, den auf der Strecke Fulda — Bad Salzschlirf bereits verkehrenden Triebwagen bis Lauterbach durchzuführen, wenn die Stadt der Eisenbahn für diese Maßnahme eine entsprechende Strompreis» ermäßigung gewährt. Bach eingehender Beratung wurde beschlossen, der Reichsbahn die geforderte Ermäßigung von 25 Proz. einzuräu - men, jedoch unter der ausdrücklichen Bedingung, daß die Triebwagenfahrt bis Lauterbach eingerichtet wird. Die Weiterleitung des Triebwagens ist für Läuterbach insofern von besonderer Wichtigkeit, als der in Frankfurt a. M. gegen 6:| Uhr nachm. abgehende Eilzua und der SB""(in gegen 3 Uhr nachm. verlassende O-Zug um 9 bzw." 9f Uhr abends in Fulda Anschluß an den Triebwagen erhalten und somit Reisende bequem noch unsere Stadt erreichen können, was seither nicht her Fall war. — Anschließend wird beschlossen, als An- erkennungsgevühr für auf städtischem Eigentum errichtete Benzin pump- und dergleichen Anlagen jährlich 50 RM. zu erheben. In Anbetracht der Hebung und Belebung des Verkehrs soll eine höhere Summe nicht in Ansatz gebracht werden. — Wie im vergangenen Jahre, so soll auch demnächst wieder an Kl e i n- und Sozialrentner als außerordentliche Beihilfe Win terbranö zur Verteilung gelangen, und zwar auf den Rentenempfänger ca. 8 Zentner Briketts. — Bezüglich der A u f w e r t u n g s f r a g e beschloß der Stadtoorstand, in dieser Angelegenheit nicht früher etwas zu unternehmen, als bis die immer noch rückständigen Ausführungsbestimmungen von Reich und Land vorliegen. — Am Schluß der Sitzung wurde die für eine evtl, zustande kommende Autolinie Unlerwegfurth — Schlitz- Lauterbach geforderte Garantiesumme ab gelehnt, da man allgemein der Ansicht war, daß diese Linie nie rentieren könne, zumal zwischen Schlitz und Lauterbach nur die Gemeinde Willofs in Frage kommt. Außerdem dürfte die Weiterleitung dieser Linie von Schlitz nach Unterwegfurth auf Schwierigkeiten stoßen, da sie der Bahn entlang laufen müßte. Weiter tpar für die Ablehnung ausschlaggebend, daß die Zugoerbindungen zwischen Schlitz und Lauterbach als gut geregelt anzusehen sind. !*! Schlitz, 24. Sept. Am 15. Oktober wirb die neue A u t o p o fl l i n i e, bie von Schlitz nach Hünfelb führt, hem Verkehr übergeben. Eine Autogarage zum Unterstellen her Wagen wirb zur Zeit hier errichtet. Starkenburg ituD Rheinhessen. ' Darmstab t, 24. Sept. Die Stabtver- orbnetenoersammlung stimmte einem Antrag her Verwaltung zu, eine Ortssatzung neten auf- aus ttnir- germani sche unb für ben Aus der Provinz. Landkreis Gießen. sk. Reiskirchen, 24. Sept. In unserem Dorfe herrschte in biefem Jahr eine recht rege Bautätigkeit. Es wurden 6 Wohnhäuser fertiggestellt, davon 5 mit je 2 Wohnungen, so daß int ganzen 11 neue Wohnungen beziehbar sind. In eine ber neuen Wohnungen wirb ein Arzt einziehen. Damit wirb ber Einwohnerschaft bie Annehmlichkeit zuteil, in Kürze den Arzt im Dors zu hahen. Bis jetzt ist ein Haus in den Rohbau gestellt, weitere Neubauten sind geplant, so baß im nächsten Jahr wiederum mehrere neue Wohnungen bezogen werben können. Unter diesen Umständen ist zu hoffen, baß bie Wohnungsnot in unterem Dorf bald behoben ist. — Gestern sand die Vor sie i g e r u n g d e s Gemeinbeobstes statt. Die Zwetschenernte war gering, Aepfel und Dirnen ergaben eine mittlere Ernte. Die Preise für gutes Obst waren im allgemeinen hoch. ! —! Göbelnrod, 24. Sept. Die seit Jahren hier betriebene Bauxitgrube steht zur Zeit still, bie Arbeiter sind entlassen. Auf dem für diesen Betrieb in Anspruch genommenen Gelände soll, dem Vernehmen nach, für die benachbarten Bauxitwerke eine Bauxit-Sammel stelle eingerichtet werden, die Sen Versand von größeren Mengen zu übernehmen hätte. Man denkt dabei auch an eine Verfrachtung nach Amerika. — Bei ber diesjährigen ® r u m me tgrasver steige- rung in unserer Gemarkung wurde ein Durchschnittspreis von 8 Mark je Morgen erzielt. ! G r ü n b c r g , 24. Sept. Dieser Tage wurden in einer Besprechung zwischen staatlichen Bauamtsbeamten unb hiesigen berufenen Persönlichkeiten bie Pläne für bie Landwirtschaftliche Winterschule, bie nun auch in unserer Stabt ein eigenes Heim bekommen soll, eingehend geprüft. Hinsichttich der Raumdisposi- tionen wurden mancherlei Wünsche vorgebracht, die wohl erfüllt werden können, wenn von den dem Bauplatz benachbarten Gärten ein Gelände- ftreifen hinzugekauft wirb. Die Gesamttosten des Baues werben sich auf ungefähr 75 000 Mk. belaufen,, davon entfallen auf den Rohba-.i, der wahrscheinlich noch in diesem Jahre angefangen wirb, etwa 42 OOO Ml., wovon die Stabt ungefähr 15 500 Mk. tragen mühte: außerdem muß die Stadt noch Baumaterialien liefern. Zur Deckung bcr Gesamtkosten kamen noch die vom Krcisausschuß Gießen leihweise in Aussicht gestellten 20 000 Mk. in Betracht. - In ber jüngsten Gemeinderatssitzung wurde ein Vertrag genehmigt, durch den der Tausch mit ber Schröde rschen Scheune perfekt wird. Da bas Kreisamt ein Neuauslegen der Wählerliste zur Bürgermeisternachwahl nicht für erforderlich hält wurde beschlossen, die B ü r g e r m e i ff e r= to a i) ( auf Son n ta g, 27. September, an- zuberauiyen. Die Mittelstandsver- einiaung hielt gestern abend im „Rappen" eine Hauptversammlung ab, in der vorstehenden Bürnerme Im Schwimmsport ye.jt nur c"n Verbands- offenes £c3 Iungdechwland Darmüadl, in aller Stille vor sich. - Weiter treffen sich in Chemnitz die Sachsen zu eibem ersten W lfserball- Winterturnien. In B rüffel gebt b:r Si'wimm- länderlampf Frankretch—Belgien vonstatten. Wassersport. Was noch an Regatten ausgeschr eben ist, hat vollkommen lokale Bedeutung, io die dritte Herbstregatta des R. D. Bochum, die der Hannoverschen Rudervereine, untennischt mit Schülerrennen. Die Kanufahrer veranstalten in Regensburg die 2. Struhelsayrt zusammen mit her 1. Bayerischen Donau-Faltboot-Meisterschaft. Auch bie regier bauen langsam ab. Hier unb da noch Herbstwettfahrten, auf dem Starnberger See, die des Bayerischen QJ- C-, auf Der Alster, bie des Norbdeutschen Regattavereins, auf Dem Langen und Seddin-See, 'Verbands- unb Ausgleichs-Wettfahrten der Berliner Vereine, Wettfahrten des Düsseldorfer 9$. und kleinerer Regatten. — Im Ausland ist Die internationale Motorschiffahrts-Zusammenkunft in Como und Villa d'Este zu erwähnen. Motorsport. Das Hauptinteresse richtet sich auf die Veranstaltung des Deutschen Motorfahrerverbanbes, ber auf der Avusbahn zu Derlin-Grunewald unter Beteiligung ber besten Fahrer aus Deutschland und aus dem Auslande den Großen Motorradpreis von Deutschland zum Austrag bringt. Weiter treffen sich die Motorsportfreunde zu einer Gesellschaftsfahrt Des Bayerischen A. C., und ber Vereinigung Ostdeutscher A. C. nach Tirol bzw. Breslau. Reichenhall reranftaitet bie Antonibergfahrt, während ber Kölner QI. C. eine Clubmeifterschast austragt In Schlesien geht eine viertägige Zuverlässigkeitsfahrt vor sich, während LportspiegeS. Die deutschen Segelflieger, welche sich am internationalen Flugwettbewerb in ocr K r int beteiligen, sind wohlbehalten in Moskau angekommen und befinden sich bereits auf her Weiterreise in das Fluggelände. Die deutschen Tennisgrößen Froitz. heim. Kreuzer, Moldenhauer, Kleinschroth, Frau Friedlebeir, Frau Neppach unb andere nehmen an einem internationalen Turnier in Territet (am Genfer See) teil: sie sind bereits dort eingetroffen. Der Schwedische Tennisverband hat mit dem Deutschen Tennisverband Verhandlungen über den Abschluß eines Lander kampfes angebahnt. Mickey Waller hat fernen Welt- m e i ft e r t i t e I im Weltergewicht erfolgreich verteidigt, indem er seinen Gegner S h a d c nach Punkten schlug. Die deutschen B o t a m a t e u r am 5. Oktober im * Laubach, 24. Sept. Zu der Obst- Gemüseaus st ellung für Laubach Wetterfeld, die am komme.iden Samstag _____ Sonntag nachmittag im Saale des „Solmser Hofes" zu sehen ist, sei in Ergänzung ber bisherigen Meldungen noch mitgeteilt, daß über 50 Aussteller aiff mindestens 450 Tellern be- entart nrsch-Luremburg. . . . .fenftrebenrr tPergtorrfe rDtntr Bergbau . . . . iSroruo f* gen a de ein 6 icmstaSk s jen m behandelte 2bi- atafterver- t nicht bet Fall Men, ak A> 'M Gigentutn tt- dergleichen erbeben. 3" ng des Verkehrs ! Lozialrenk' 8 ei । und 3®ar w mer S*; frage beschloh Lfpifeit nicht f immer ’ V nAtl 19811,0 ®orf n die SflkMr ttlije an. ch- >er Ltadlvör' heutigen Sitzung (rmäfiigung i ^uafü^rungtn wnbfunflen mit inf der Strecke reite oertetytTv rbad) dmchzu- ndllhn ftr bieje Strompreis* eingchender ichsbahn die go ;. einjuräu- chen Bedingung, bis Lauter- nrung des Trted- oon bn'onberer >. R negm 6f er lrf.il gegen u;n 9 6]rt>. 9f inE- ie Stabiv^ Z!!Z z k** .^Schlitz-' «Ä'1* S'S je Weiterleitung Kahn entlang Mehi'ung A' S'w SS# .SS- '4^ ?Ä’ * > die Jin» A» h Me nfiMr W E. ^rauz n, 7- eine f» L-b L aß besuch dej »S,1- 3ä y”01 gemacht iu heran- Ne. bah der w die 5erS fff wwie die A. Krgen hat. % d'age dem 2ur- £ J°ü noch ®i tfata rt i» L^'cht ge- wMannz 2u- 3- Hl um r e ft* iuß Gelöndev«. Zvo-nl. April jorm abgelehnt, aus dem Jahre Hess. Bund ..Heimatschütz" bewilligt. Es tourte ein weiterer Kredit von 300 000 ORar! bewilligt, um Eigentümern von Ähifcrn die Wieder Herstellung von Wohnungen zu ermöglichen. Das Geld wirb al» Darlehen gegeben. Die Versammlung stimmte einem Vertrage ter Stadtverwaltung mit tem hessisch«, Staate zu, wonach der Herren garten und der Orangeriegarten auf 99 Jahre in den Lefitz der Stadt übergeht, die damit die Pflege der Tarten übernimmt. Um die Raumheizung durch Ta» und dellen Verwendung für industrielle Zwecke einzuführen. genehmigte die Ttadtverordneleirversammkung die Festsetzung eine» GaSpreises fürdieseSonder- zwecke von 10 Pf. für den Kubikmeter. Henen-Naffau. T Waldgirme». 24 Sept Der hieüge Spar- und DarlehnSkafsen verein (Raiffeisen) hielt gestern abend im Weimerschen Saale seine Herb st general Versammlung ab. Der Rechner Schmitt trug den Rechenschaftsbericht vor. wonach der Verein im letzten Geschäftsjahr 133 Mitglieder zählte und einen Umsatz von 55 269 Ml. hatte. Srsreulicher- weise sind wieder über 13 000 Mk Spareinlagen gemacht. 1500 Mk. dem AufwertungSlondS zu- gewiefen und ein Ueberschuß von 239 Ml. erzielt worden. Dem Rechner sowie Vorstand wurde Entlastung erteilt. Da» statutenmäßig ausscheidende Vorstandsmitglied Lehrer Schrupp, sowie die AufsichtSratsmitglieder Iakob Schäfer. Georg Drescher und Heinrich Kraft IV. wurden einstimmig wiedergewählt. bl. Herb orn, 24. Sept Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer jüngsten Sitzung u. a., die KrankenhauSpflegesaye in der dritten Klasse auf 2,75 bzw. 3L5 fehzusehen — Der Schaffung einer Kronrek- t o r ft e l l e bei der Mittelschule wurde Zustimmung erteilt und -die hiermit verbundenen Mehrkosten im Betrage von 1260 Mk jährlich bewilligt Für den Erweiterungsbau deS städtischen Krankenhauses stellte man weitere 7500 Mk. bereit. bl Dillenburg, 24. Sept Die Städte Haiger, Herborn und Dillenburg, sowie die Rachbargemeinte Sechshelden haben Motor-Feuerspritzen angeschafft. Die Leistungsfähigkeit der Spritzen beziffert sich auf 1000 Oster in der Minute Schöffengericht Gießen. • Giehen, 23. Sept. Der Reisende Bruno Sylvester P. aus Tanne i. S). war angeklagt, einen Wechsel über 156,25 Mk., den er zur Bezahlung seiner Schulden ausgestellt hatte, mit einem falschen Namen unterzeichnet zu haben. Da er Nachweisen konnte, daß seine Gläubiger bei Hergabe des Wechsels seinen richtigen Namen kannten — er hatte mit dem Namen einer Firma unterschrieben, für die er reiste — so erfolgte seine Freisprechung. Unter Ausschluß der Oeffenttichkeit wurde gegen den Landwirtssohn Wilhelm M. von 2lltenhain wegen SitMchkeitsverbrechens verhandelt. Er hatte sich wiederholt an kleinen Kindern vergriffen. Strafe: 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. Wirtschaft. ' Die amtliche Großhandelsin- dexziffer Die auf den Stichtag, 23. September berechnete GrvßhandelSinde?ziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 16. September (125,3) um 0,3 Proz. auf 124,9 zurückgegangen. Don den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse von 120,3 auf 120,0, oder um 0,2 Proz nachgegeben, während die Industriestoffe mit 134,3 (Vorwoche 134,5) nahezu unverändert blieben. Die Aufhebung der deutsch- schweizerischen Einfuhrbefchränkun' g c u. Die Aufhebung ter im Wirtschaftsverkehr zwischen ter Schwei.; und Deutschland noch bestehenden Einfuhrbeschränkungen war nach den deutsch-schweizerischen Wirtschaftsabkommen zum 30. September d I. vorgesehen. Rach einem zwischen ter Schweiz und Deutschland abgeschlossenen Protokoll soll die gänzliche Aufheoung der Einfuhrbeschränkungen bis zum 31. Dezember d. 3. binauSgeschoben werten. Für eine große Anzahl von Waren werten jedoch schon zum 1. Oktober d. 3. die Einfuhrbeschränkungen aufgehoben, und zwar verlangt Deutschland u. a. noch für folgende Waren die Rachluchung einer Ginfuhrerlaubnis: Alpenpflanzen, 5x'iefcrnfamcn und Fichtensamen, Liköre, Weine, Margarine, Kunstspeisefett, Zement, Kohle. Kalkstickftofs, Morphium. Filme. Es gestattet vom 1 Oktober die Einfuhr von Baumwollgarnen. Baumwolle und Wollgewebe. Stickereien, Schuhen Kalziumkarbid und Automobilen. Schweizerischerseits unterstehen ter Einfuhrbeschränkung . Nadelhölzer, Breiter, Druck- und Schreibpapier. Papier und Karton. Rund-- eisen bis und mit 30 Mm. Durchmesser. Fassoneisen bis und mit 30 Mm. größter Breite. Eisen, «gezogen oder kalt gewalzt. Blech, Draht und Schlosserwaren. emaillierte Eisenblcchwaren. Holzbearbeitungsmaschinen. Telephon- und Tele- graphenapparate. Dor dem Abschluß der bayerischen Amerikaanleihe. Rachtem auch die Anleihe der Stadt Bremen in Reuyork binnen kurzer Frist überzeichnet wurde, und die Auflegung einer neuen Anleihe der Sleftro-Werte 2L-$. bevorsteht, nähern sich jetzt auch die Verhandlungen des bayerischen Freistaat eS dem Ende. 3n Reuhorker Bankkreissn verlautet nach einem Funkspruch teS DHD. dah die Anleiheverhandlungen teS bayerischen Freistaates mit ter Sguitable Trust Komp, über die Ausnahme einer 7prozentigen Anleihe im Betrage von 25 Millionen Dollar tem Abschluß nahe feien ' Die finanzielle Rot der oft • oberschlesikchen 3 ndustrie. Eine Zusammenkunft von Vertret em ter Industrie, der Kaufmannschaft und der Banken wird demnächst stattsinden, die die Frage der Schaffung eineS Rvtgeltes für die ost-oberschlesische Industrie praktisch erörtern wird Bei ter letzten Lohnzahlung erhielten die Arbeiter nur Teilbeträge Die Industrieverwaltungen werten mit Anträgen auf Zahlung von Vorschüssen überstürmt unt> haben feine Mittel, um den Anträgen zu entsprechen. Absatzmöglichkeiten nach O st - afrika. In Ostafrika besteht, wie .Die Te?til- Woche" erfährt, für Textilwaren, und zwar besonders für bunte Tuche, gegenwärtig große Kauflust. Der Großhandel. ter vor dem Kriege fast cnlS schließ! ich in deutschen und englischen Händen lag, ist jetzt in ter Hauptsache an indische Firmen ütergegangen. Leiter baten die Inter auch einige unangenehme heimische HantelS- gebräuche nach Ostafrika mit hinübergenommen. So kommt es häufig zu unbegründeten Beanstandungen wegen falscher Markierung der Waren, verspäteter Lieferung und dergleichen mehr. • A.-G. für Automobilbau (Aga), Ber - l i n. Die Deutsche Nevisions- und Treuhand A.-G. in Berlin hat, beauftragt non dem Geschäftsauf- sichtsführenden und dem Gläubigerbeirat der Aga, ein Gutachten über den Bermögensstand der Gesellschaft fertiggestellt, dem wir folgendes entnehmen- ..Wenn auch die Zwischenbilanz vom 31. Juli 1925 die Liquidität des Unternehmens zeigt, |o ist sie insbesondere unter Berücksichtigung der Anlagewerte, über die wir inzwischen Sachverständigentaren ein- geholt haben, unbedingt als aktiv zu betrachten. Wir haben andererseits inzwischen eine fast abgeschlossene Prüfung der Rentabilität auf Grund der bisherigen Entwicklung vorgenommen und sind dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß die von uns geprüften Betriebsrechnungen nachgewiesen haben, daß die Herstellungskosten für den gangbarsten Fabrikationstyp (Phaelon-Vicrsitzcr mit Lindner-Karosserie) von ursprünglich rund 5300 Mark auf nunmehr rund 4700 Mark herckbgedrückt wurden. Das bedeutet, daß die früher verlustbringende Fabrikation (im Januar 1925 rund 400 Mart pro Wagen) im Laufe der letzten Monate rentabel gestaltet worden ist, und zwar betrug im Juli 1925 der Nettogewinn für den gleichen Wogen etwa 500 Mark. Diese Verbesserung des Ertrages ist nach unseren Feststellungen in der Hauptsache zurückzuführen auf eine Senkung der relativen Unkosten durch rationellere Fertigung, durch Ersparnisse am Materialpreisstand und Erhöhung der Verkaufspreise." Wie verlautet, sollen auf Grund dieses Gutachtens die Geschöstsaufsicht- sührenden sowie der Gläubigerbeirat beabsichtigen, für eine Verlängerung der Geschäftsaufsicht einzutreten. In diesen Kreisen glaubt man nunmehr, daß die Rentabilität neuerdings gegeben ist. • Zum Rückzug der Krupp-Werke vorn westdeutschen Sisentrust. Die Firma Krupp äußert sich über die Gründe, weshalb sie sich von den Trustverhandlungen zurückgezogen bat, folgendermaßen: „Wir glauben nicht, dah eS für die deutsche Wirtschaft nützlich ist, wenn bekannte Rainen, wie Krupp, verschwinden. Auch ist Entwicklung und Aufbgu der Familiengesellschaft Krupp von den übrigen Eisenwerken des Ruhrgebietes verschieden. Mag auch die kommende Gemeinschaft auf den meisten Gebieten der Eisen- und Stahlfabrikation günstiger arbeiten. so hat Krupp besondere Arbeitsgebiete in der Stahlherstellung und in der Verfeinerung. Krupp ist entschlossen, mit der entstehenden Gemeinschaft ter Eisenwerke freundschaftlich za- sammenzuarteiten, namentlich durch Sonderabkommen alle Bestrebungen zu fördern, die auf eine Rationalisierung ter Wirtschaft abzielen, auch wenn hiermit Opfer verbunden sind. * Zellstoffabrik Waldhof A. G in M a n n he i m - Wa l d h o f Die Verwaltung betont in einer Auslassung, daß die Anwesenheit zweier Repräsentanten ter Gesellschaft in Amerika nicht, wie der „Konfektionär" meldete, das Studium der amerikanischen Kunstseitenindustrie durch die Mannheimer Gesellschaft zum Zweck hat. Der Besuch der Herren in den Vereinigten Staaten bezwecke vielmehr das Studium der 3tf(- stoffinöustrie in Amerika Die Zellstofsabrik Waldhof interessiere sich für die Kunstseidenindustrie lediglich als Lieferant des Rohstoffes, denke ater nicht daran, ihren Abnehmern Konkurrenz zu machen. * Vereinigte Königs- und Laura- Hütte A. G. Das Feinwerk ter Königs Hütte wird diese Woche stillgelegt. Im Walzwerk werden fortdauernd Feierschichten eingelegt. Einige andere, Betriebe sind einigermahen zufriedenstellend besetzt. * KonkurSnachricht Lieber das Vermögen der Firma Wilhelm H a i n d l und deren Inhaber Ferd. Haindl und Wilh. Haindl, Fabrik feiner Leterwaren zu Offenbach a. M„ wurde das Konkursverfahren eröffne! Forderungen sind bis zum 18 Roo. beim Amtsgericht Offenbach anzumelden - ' ■....... die Wärme erzeugende Kukirol-Einlegesohle Börsenkurse. Berlin ^ranf-trrt a-W 9*11* Schloß 04175 J415 Suh sehen baten würde. Diese Erwartung sand ater Dörsenbeginn keine Bestätigung. Das in dem a. M. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt 24. 6eptbr. EM Banknoten. Frankfurter Abenddorfe. Die Abend- 58,» f ter Aktienmärkte war vielfach auSge- malt, da die Spekulation durch da« Haltung sprochen tfrebttbanf . . vtrtbttanftaU. 90,25 95 efien........ t Send- 2 oll ar Hitl. ll Schal».Nnwritna^i 81.25 77,5 41.23 39,25 igen Spätverkebr auch die h.*u ein etwa- zuversichtlicheres Aus 0,420 11.13$ 64.5 55,75 o.no 0.870 0,430 95 108,75 110 55 iae.62 1254 108.75 110 108,75 91 7,5 Rundfunk-Programm des Frankfurter Lenders. Samstag, 26. September. 4,30 bis 5,30 41 hr Rachmittagskouzer! des Schubert. 5,30 gerechnet, daß in Uetereinftinimunfl mit tem freundlichen 0.24 91.75 95 1 7.75 72,4 101.1 117.'.' 18,75 38.25 50 70,25 57.9 62,25 56 95.5 122.75 69.9 117.25 118,1 70,25 0.445 0,13 0,25 Frankfurt a. M., 24. Sept borse halte oei ruhigem Geschäft eine etwas ge- 1.234 18,32 10t,.33 20,2*1 19,85 168,22 17,17 15,-9 58.9» 112,32 80,7.5 -0,20 &E 122.25 69 5 lt»,5 54.5 69.5 »1,5 93.5 73.73 77,5 «1,5 93,18 71 61,25 78.75 40 39 122,25 70 117,75 118.75 55,5 70.25 91.5 67.5 45.75 4.' 68.25 0.Ä 99 62 :*'i 8,8 59 1 56,13 Ämtk.-Rou Buen.-AUkS Brss.-Anlw (Efiriftinr.ta. .Itopenhaaeit Suxtlwlm . HcllingforS. Italien. . . London. . Ilenyork . . Paris. . . Sckwei; . . Spanten. . Java» .. . 9tio de Wien in D.- £eft. abgeft. . 62 34 83 56.25 0,36 99 62.5 31 5,5 8.9 cn 56 5 93.4 73 oo.to 39.75 39.1 36 69,85 48,75 ♦J 69 515 42 1(B 13 117,13 19 39.13 50.5 39,5 38.5 28.5 38 1118.57 1.699 18 nl 87,09 101,57 112,66 10,56 17,10 20,321 4.195 19,87 80.96 60J2 1,715 > 5 78 69.01 12.432 7,45 5.88 3,055 80.62 2,31 6.09 4.197 4.185 4.254 18,42 101,89 20,39 19,9 > 169,06 17,2- 85,81 69,21 112,88 81,15 10.50 12.44 5.875 Amerikanische Noten belgische Noten........ Tänitche Noten Englische Noten .. französische Noten Holländitchc Noten uialienitche Noten Norwegische Noten T rutsch 7 .'Herr , 4100 Kronen NrnnSnische Norm...... Schwedische Noten Schweizer Noien Svanischc Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Bulgarien Lissabon Danztg. . . .OonstaMtn. Arden . . Canado. . . Umguaö . . 59.5 : 74 9 74.62 teilung und Verkündung ter Preisträger. 6,30 llfjr Üetertraflung aus tem Frankfurter Opernhaus: ^Tannhäuser und ter Sängerkrieg auf der Wartburg", Romantische Oper in drei Ak'en von R. Wagner Ederamische Werke Albin . . Zementwerk Hrtdelberg . . . 'öbtlivv Holzmaim...... Anglo Eon«. <»uano..... Badische Anilm....... Edcmiiche Maver Alavtn . . Goldschmidt........ ü)rit4i'timcT Electron .... Höchster .T nbtotrfc ...... Holzvrrkovlrmg ........ NütgerSwrrke......... -rcheideanstalt Allg. Eltrtri;itäk«.Gesellschast Bergmann.......... Mainkra'Nverke...... . Sch uckcn Siemens 1 -alckke ..... Adlcrwerke Kiener ..... Daimler Motoren -vcnligenstordt......... 'Uieautn..... ....... Motorenwerke Mann beim frankfurter Unnaturen Konserveniabrrk Braun . . . MelallgrsclUchaft Frankfurt. Bei. Unton A -M Schubfabrik ©cn Sichel ........ Zellsto f »aldhos Sudcrfabrff Fraukenrhal . . .-zulkerfabrik Gagbc»usel . . . Amtliche '.'Dotierung ü'clb Briet 168,63 Beachtung tauten Tucherbräu-Aklien. Dürnberg, die ebenfalls gesucht waren. Die 'Adendbörie schloß in festerer Haltung. Deutsche Anleihen bpro zenlige Reichsan leih« 0,217’ Schutzgebiets- anleihen 5,100. Ausländische Renten l bprozentige Goldmerilaner l2. bprozentige Silbermerikaner 16,87, Ungarische Goldrenie 9.62 Ungarische Kronenrente 0,82, Bagdad II 7.5proz "ehuan- tepec-PrioriiätSvb'.iganonen (abge ternpelr) 15,25. Bankaftien. Berliner Handelsgesellschaft 125.75, Kommerzbank 95. Darmstädter Bank 106,75. Deutsche Bank 110. DtScontogelelifchaft 102,62. Dresdner Bank 100, Mitteldeutsche Kreditbank 93, Reidhsbank 135,87. Oesterreichifche Kredftaktien 7,50. Montanaktien Deutsch-Luremburg 70.50, Gelsenkirchen 51,75, Ille Bergbau 93. Kali AscherSIeben 119 Ehernische Aktien Eltertelder Farben 118,50, Th Goldschmidt 69,50, Htedster Farben 118,50. Holzverkohlung 54,50 Schifs- fahrtsaftien Rordd Lloyd 63,37 Jndustrie- aflien AEG. 93.50. Eeinent Heidccherg 64. Dyckerhvff 28. Elektrisch Licht und Krafi 94. FuchS Waggon 0,48. Frankfurter Ma!,323 6.00 4,193 4.181 Ausbleiben jegk icher Aufträge, ferner durch die steigende Stabilität der deutschen Außenhandelsbilanz und die neue Wendung bei den Verhandlungen über einen westteutsä>en Eisentrust verstimmt war und Verkäufe vomahm. Auch am Markt terausländischenDenten ist daS bisherige Geschäft erloschen. Die Geldmarktlag e erfuhr keine weitere Anspannung, wenn auch die Rachfrage rege ist. Tägliches Geld 8 bis 91 , Proz. Monatsgeld 10 bis 11 Pro- An, internationalen Devisenmarkt traten feine nennenswerten Veränderringen ein, die Kurse bewegten sich auf der Basis bc3 Vortages. Die deutsche Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,35, Paris 5,03' Amsterdam 5924. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M, 24. Sept. Es warten notiert: Weizen, Wetterauer 23,75, Roggen, inländischer 18,50, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 27,50, Hafer, inlänb. 20 bis 21, Mais, gelb 20,25, Weizenmehl, inländ, Spezial 0 38 bis 38,25, Roggenmchl 26,25 bis 27, Weizenlleie 10,25, Roggenkleie 10,50. Tendenz matt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. llStgencr Drahtbericht deS „Gießener Anzeiger-" Frankfurt a. M , 24. Sept. Aufttieb: 33 Rinder: darunter 19 Ochsen, 4 Bullen, 10 Färsen und Kühe, 1031 Kälter, 943 Schafe, 620 Schweine. Cs kosteten 100 Pfund Lebendgewicht: feinste Mastkälter 84 bis 90, mittlere Mast- und teste Saugkälber 73 bis 82, geringere Rkast- und gute Saugkälber 65 bi- 72., geringe Saugkälber 50 bis 60; Mastlämmer und Mait Hümmel 52 bis 56, geringere Masthämmel und Schaf: 42 bis 51, mäßig genährte Hammel und (Merzschafe) 28 bis 40; Schweine: vollfleischige von 80 bis 100 Kilo 96 bis 98, vollfleifchige unter 80 Kilo 90 bis 95, vollfleischige von 100 biS 120 und 120 bis 150 Kilo 9k bis 100. Marktverkauf. Bei langsamem Handel geräumt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 24. Sept Der Produktemnarkt war etwa- witerstandsfäyiger, so daß fteinere Ausbesserungen erfolgen konnten. Das Geschäft blieb aber in engen Ewenzen. Cs wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märf. 204 bis 210, do. Sevt. 226, do. Oft. 226ch0 bis 228, do. Dcz. 178,50 bis 179, Roggen, märf. 153 bis 160, do Oft. 171 bis 172, do. Dez 178,50 bis 179, do. Mecklenburger 151 bis 156. Gerste, märf. 206 bis 230, Futler- gerste 172 biS 173. Hafer, märf. 172 bis 182, dv. Oft. 179, dv Dez. 186,50 bi« 186, Raps 345, Mai«, lofo Berlin 202 bis 205; für 100 Kilo Weizenmehl 28,25 bis 32, Roggenmehl 22,75 bi« 24.25, Weizenkleie 10,75, Roggenkleie 9,50, Viktoriaerbsen 26 bis 31, Futtererbsen 21 bis 24. Wicken 24 bis 26. Rapskuchen 15 bis 15,40, Leinkuchen 21,50, Trockenschniyel 11,40, Torfmelasse 8 MS 8,20, Kartoffelstöcken 16, Zucker 20,50. ho bene Stimmung aufzuweisen. Ein Teil der Kurse zeigte kleinere Erholungen, andere bewegten sich auf dem Stande des etwas gehobenen Riveaus der heutigen Rachbörse. Einiges Geschäft entwickelte sich am MexikanermaÄte, wo die übliche Meldung der Wiederaufnahme de« Zinsendienstes eine feste Haltung auslöste Auch ungarische Werte waren gesucht und fest. Starke V.ll 0.295 0.5773 Hausorchesters: „Rosamunde" von bis 6 Ühr Die Iugendstunde: Aus „Die rote Koppel", eine Tiergeschichte von Svend Fleuron 6 bi« 6,30 ühr Preisrätselwetttewerb, Prel^ver- U>8,94 1,703 18,35 87,31 101,83 112,94 10,60 17.13 20,374 4.205 19,91 81,16 00,48 1.719 >580 <9,23 12,472 «,47 6.90 3,065 21.125 80,8-2 2,34 0.11 4,20.5 -1.195 126.75 95 109 110 102.63 93 Ji 7.5 (Sm Mionen auSoedrSckt. BntnoB»ata3, Lmrvon, Neu- Dorf, Sc von. Rio be Janeiro für eine Ctabfit, ®iai nnb JtebtUJer* für 100000 Linheiten, allrS Übrige tüt 100 ttnbdtni.) Telegraphische Auszahlung. 163,"5 1,700 18,39 85,71 101,73 11’2,89 10,60 17,ih 20,374 4,»k< 19,90 61,15 60,61 1,720 0,508 59,21 12.465 7,46 6,90 1,063 80.9, 2,335 6.II 4,206 4,195 23 Septbr- Amtlikbe Nottrrun« 0.25 91.75 Ä.25 94.8 7.6 39.25 127.25 M II" 55 102.75 76 98.25 7.5 0.028 67.5 40 52 101.75 119 .128.75 4u 53 > 70,7» ■ 61 ! 57.5 61,13 93 0.028 68 46.5 39 70.5 51.75 101 5 119 128.73 :9 52 70,62 57,75 75 39 37 63,4 __DaNrrn: rj*. TrmfLr RrttbSanlribr . 4», Tead* Reich«anlride ■ 3* Deutsche RrtchSrmIethe y,e Denktche Retchsanlerhe . Deutichr evarptamunanlctb: < , 'Srrn^che Jtortot« . . . Berlin, 24 Septbr. (Selb Brief Kukirol Wenn Jemand das Wort Kukirol hört, so denkt er gewöhnlich nut an Hühneraugen. Kukirolen bedeutet aber richtige, also Kuklrol-Fußpflege betreiben Nicht nur In Deutschland, sondern In 56 Staaten der Erde wird kukirolt, und zwar nicht nur mit dem allerdings am längsten bekannten Kukirol-Hühneraugen-Pflaster. sondern mit den Kuklrol-Präparaten überhaupt Zu Ihnen gehören noch das Kuklrol-Fußbad und der Kuklrol-Streupuder. Zur Vervollkommnung der Fußpflege bringen wir jetzt neu heraus Sie Ist das Produkt langer Erfahrungen und Versuche, aus bestem Material hergestellt zum erfolgreichen Gebrauch gegen kalte und nasse Füße. Sollten Sie die Kukirol-Einlegesohle, die In allen erforderlichen Größen erhältlich Ist, in einzelnen Geschäften noch nicht'erhalten können, so erbitten wir Mitteilung durch Postkarte unter Angabe Ihrer Schuhnummer. Wir veranlassen dann die Zusendung durch eine unserer zahlreichen Verkaufsstellen Kuklrol-Fabrik Kurt Krlsp, Gro6-Salze bei Magdeburg, Fabrik: Kukirolstraße. Verwaltungsgebäude: ReftbahnstraSs. Der gefesselte Strom. CRoman von Hermann Stegemann, 19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Stumm löste der Knabe die Kette und sprang hinein, ehe der Wirbel es fahle. Schon schlug der elfte Sprühschauer über sie weg. Christian Ingold stemmte sich gewaltig fest, denn der Lauffen war stärker als sonst. RingS quirlten und brausten die Wasser. Dom Mönche stein, dessen glatte schwarze Kappe heute ganz, überspült war, krachte der Schwall, als toärfe es flüssiges Eisen. Hart daran vorbei trieb der Kahn, ein Guß, fegte die Steuerbank und rannte wie ein ge^ fangenes Tier im Boot hin und her. Hermann kauerte mit der Stange am Bug. Das Qluge des Vaters lag fest auf ihm, und kein Muskel zuckte im braungebeizten Gesicht des Fischmeisters, als der Knabe von einem zu rasch abgefangenen Stotz hintenüber ins Boot geschleudert wurde. Er ritz den Kahn in dis Strömung und tat, als sähe er den verschämtem Blick nicht, mit dem Hermann sich wieder aufrichtete und nun zur Schöpfkelle griff, um das Wasser aus dem Kahn zu treiben. Aber in den Armen hatte Christian Ingold einen Augenblick eine lähmende Schwäche ge«* spürt, nur einen Augenblick, und sie rasch über-« wunden, ehe der Lauffen sie nutzen konnte. Der Bub war der letzte Ingold, der noch ins Ruder griff. Uni) auch der war nicht mehr eins mA. dem Strom, seine Gelenke zu fein, zu viel von anderen Dingen im Kopf, mit den Gedanken schon weit fort, die große Unruhe im Blut, die jetzt Meister war in der Wellt. Im glasklaren Lauf der Strömung schoß der Nachen dahin. ..Hol' an!“ rief der Fischmeister und deutete mit den Augen auf den Weidenstumpf, der sich über das ausgehöhlte Ufer bog. Hermann schlug den Haken in die Kette und schirrte sie frei. Die Knie an die schwere Bordwand gedrückt, wartete er auf den richtigen Augenblick. Mit einem Ruck, der die Muskeln unb Sehnen seiner nackten Arme wie Wülste und Drähte ausspringen ließ, warf Christian Ingold Jen pvwrpen Kahn herum, daß der kieÜose Bauch aus dem Wasser tauchte und, vom Strom gepackt, sich wirbelnd im Kreise schwang. Klir-, rend fegte die Kette über Bord, schwebend hing Hermann einen Augenblick am Baumstumpf, dann preßte der Vater den Kahn ans Ufer und stemmte ihn fest. Hermann keuchte noch von der ungeheuren Qlnftiengimg. „Ich brauche dich nicht mehr, spring!" Tagte der Fischmeister kurz. Aber nach einer Werke setzte er gleichsam wider Willen hinzu: „Das Aarewasser läuft wie toll. Ich weih keine zwei, die heute aus dem Lauften fahren könnten.“ Helle Röte stieg in Hermanns Gesicht und dankte dem Wortkargen für das Lob. Unb noch einmal drängte es ihn, dem Vater zu sagen, daß Hanns ihn vor seiner Abreise auf suchen wolle, doch als er das hartgefurchte bärtige Antlitz sich wieder verfinstern sah, schwieg er und sprang aus dem Schiff. Tiefgebückt ordnete Christian Ingold mit rissigen, rauh gewordenen Händen das Netz. Die Sonne schlug wie eine Flamme am Himmel empor und schüttete ihr Gold in den Strom. Hermann lief hurtig am Ufer hin. Hinter der großen Krümmung, wo der Rhein breitströmend eine Insel umspülte, die kaum zehn Schritt vom rechten Ufer entfernt war, hatte Doktor Engelhardt eine Badeanstalt errichtet. Es war ein einfaches Dretterhäuschen, aber der schmale Flußarm war an beiden Enden durch Faschinen gesichert, die die Wucht des Wassers brachen, und dadurch war dazwischen eine sanft fliehende Wasserbahn von geringer Tiefe entstanden. Wehte am Mast, der neben der Hütte eingerammt war, eine weiße Fahne, so badeten die Damen, zeigte die Flagge die rote Farbe, so badeten die Herren. So früh am Morgen war der Fahnenstock nackt, und Hermann nahm von der Hütte Besitz, zog die Bücher hervor, die er unter der Weste auf der Brust trug, und begann zu lernen. Doch unverwandt hing sein Blick an der Terrasse von St. Joseph, und wenn dort ein Kleid sichtbar wurde, ging er mit den englischen Vokabels und der Geographie von Kkeimrsien erbarmungslos um. Die Sonne übergpß den Himmel und die Landschaft mit einem Meer von Licht und Warme. Heuschrecken und Grillen fiedelten wie toll, über den Wäldern zerfloß der Morgenduft in spiegelndem Glanz. Sieben älhr schlug's in Rheinau, da huschte Lo ans Geländer der Terrasse und spähte über die Au zum Rhein hinab. Am Mast stiegen zwei Taschentücher, ein rotes und ein weißes, anein* anöergeknotet pfeilschnell zur Spitze, tanzten ein paarmal hin und her und schossen wieder hinab. Schneller noch rannte Lo der Treppe zu. Die steinerne Gräfin Schreck von Rheinau erntete heute keinen Blick. An ihr vorüber stob das weiße Kleid, flatterte über die Wiese und verschwand im Rheinwald. „Hermann Ingold, bist du da?“ „Da bin ich.“ „Fahren wir heute, oder mußt du wieder fischen?“ „Wenn der Vater das Retz ausgesteckt hat, geht er zu den Sehangeln oben am Lauffen. Dann kannst du in den Kahn steigen." Sie strichen durch die Weidenbüsche. Libellen gaukelten und Bachstelzen wippten, Kühlung wehte der Rhein in der Glut der Sommersonne. Lo schrie. Ein Hecht war mit scharfem Sprung aus dem Schilf gefahren. „Gib mir die Hand, Mädle,“ sagte Hermann. „Ich heiße Lo,“ antwortete sie leise. „So heißt ja kein Christenmensch." „Lotte Manderfeld, aber Lo ist flotter." Darauf wußte er nichts zu erwidern. „Du, ich bin aus Berlin," fuhr Lo fort. Es klang sehr stolz. „Das macht nichts," antwortete Hermann Ingold begütigend und bog die Weidenzweige beiseite, die ihr ins klare, blasse Gesicht schlugen. Dann erblickte sie den Fischmeister, der die letzte Schnur zwischen die Pfähle steckte. Er lag weit vorgebeugt über das Staket gebeugt, den grauen Kopf hart am Wasser, und focht mit dem strudelnden Schwall. Nun richtete er sich mühsam auf und brachte daS Doot wieder ins Gleichgewicht. „Jetzt steigt er aus," flüsterte Hermann, „dann geht er zu der Wage und fischt, bis die Sonne ms Wasser scheint." „Llnd dann steigen wir in den Kahn," versetzte Lo, eifrig. »Weißt du, wo Brussa ist?“ fragte Ingold. „Borussia heißl's," barchrie Jie ihn. »Du weißt es nicht. In Kkeinasien liegt's. Du kannst mich abhören, ich habe bas Buch bei mir. Kannst du auch Englisch?“ „Ves, Mr. Errnänn, — da, jetzt ist er 'raus, komm!“ Sie rannte gebückt zum Nachen, den Christian Ingold verlassen hatte, um zum Schweveneh zu gehen, das hundert Schritte stromabwärts an dem beweglichen Schwebearm ausgespannt hing. Er löste die Sperrkette, richtete den Hebel in die Höhe, daß das < 1 dem 28. September, f | Am kommenden A/iOntäg Festtages halber" I0886H Modehaus Salomon, Schulstraße 4 8684a Tel. 240 auch nachts jÄitesso -' —'I iriirn ■■im Pickel u. Pusteln entstellen das schönste Gesicht^Ein wundervolles Mittel daaeg. ist Cevafin • Teintwasser. ES öffnet die Poren, desinfiziert u. konserviert Er- bältl. i. d. Drogerien: August Noll, Kreuz- Drog. Ernst Noll, Kaiser - Drog., Emil Larv, Central-Drog.: E. Gntb, Gikioria- Droa., H. Plank Ww., Parfümerie. Fabr., Carl Piggs, Chem. Fabr., Nürnberg. MMWW-MW Am Sonntag, dem 27. September, findet die Einweihung des neuerbauten Saales statt, wozu die gesamte Einwohnerschaft Wiesecks sowie alle Freunde und Gönner herzlichst eingeladen find. ff. meli8lot-36rino-Bter. Reine gutgepflegte Weine zrlw gehmtet. samstugmittog 06 lUDtWenw Samstagabend Metzelsuppe Angenehmer und schöner Ausflugsort für Vereine und Gesellschaften. Herrliche Lage am Hegwald. Der Besitzer: Ludwig Werner. _____________________8932D__ä I Schlafzimmer I £ Eiche gebeizt, Tanne gestrichen und geritzt | I Sprungrahmen Auflagen S in allen Größen Kapok-Wolle luuiiiiiiiiiiiimmiiimiiiiiiiiiiiiimiiiiimiiiiiimiiiiiiiiiiimiiuiiiimiiiiimiiiiiuiiiiiuimiiiim 5, z W leiMHoiig ms 12 und 15 UM! I iimmiiimiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHtii 1 Hausrat I 1. Gemeinnützige Möbelversorgung für das Rhein-, Main» und w* Lahngebiet G. m. b. H. Gießen:: Lindenplatz 1 SietzemrSportclub v.Ml). Sonntag, den 27. 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