Nr. (98 Erstes Blatt 175. Jahrgang Dienstag, 25. August 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drurf unö Verlag: vrühl'fche Universitälr-Vuch- und §teindruckerei R. Lange in Stehen. Schnftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Annaqnx von Anzetaen für di« Tagesnummtr dis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für \ mm HShe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich8, ausroärts 10 (Bolbpftnnig; für Re- Klame-Anzeigend 70mm Sreite 35 Goldpfennig, Playvorschrift 30 .Ausschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein, für den Anzeigenteil: Hans Bech, sämtlich in Gießen Erschein» täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: ViebenerFamilienblStler Heimat im Bild. Monat,-Bezugspreis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch-Anschlüsse: Schristleitung 112, Der. lagundGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten:AnjeigerEietzen. Postscheckkonto: Lrantfurt a. M. 11686. Wirths Austritt dus dergentrumsfraktion Berlin, 24. Aug. (III.) Der Reichslagsabge- ordnele und ehemalige Reichskanzler Dr. Joseph Wirth Hal mit nachsiehendem Schreiben seinen Muelrill aus der Zentrumssraktion des Reichstags erklärt: „Getreu der von mir übernommenen politischen demokratischen Linie im Deutschen Reichstag beehre ich mich, dem Vorstand der Zentrumssraktion des Deutschen Reichstags milzuteNen, daß ich, außerhalb der Fraktion des Zentrums im Reichstag siebend, mich fernerhin als Vertreter des sozialen und republikanischen Zentrums bezeichnen werde." Der Austritt Dr Wirths hat in Berliner Kreisen grobes Aussehen erregt. Wie die .Germania" mitteilt, ist diesem Schritt ein Briefwechsel zwischen Dr. Wirth und dem Fraktion-Vorsitzenden Fehrenbach vorausge- gangen, in dem Dr. Wirth bereits angekündigt hatte, dah er feine soziale und demokratische Auffassung in Zukunft außerhalb der Fraktion zur Geltung zu bringen gedenke Fehrenbach hat in einem eingehenden Schreiben die Haltung der AeichStagsfraktion gerechtfertigt. Versuche namhafter Parteiführer, den Schritt Wirths rückgängig zu machen, haben aber keinen Erfolg gehabt. Die „Germania", die sich sehr vorsichtig äußert, glaubt schon heute versichern zu können, daß kein weiteres Mitglied der Reichstagsfraktion dem Beispiel Wirths folgen wird, und nach Mitteilungen aus maßgebenden Kreisen der Partei befürchte man auch dort keine größeren Folgen von dem Borgehen Dr. Wirths. Während das Gewerkschastsblatt des Zentrums „Der Deutsche" jeden Kommentar vermeidet, nehmen die anderen Berliner Blätter eingehend zu dem Borfall Stellung. Die .Kreuzzeitung" drückt die Hoffnung auS, daß sich die Zentrumspartci nicht beirren und einschüchtern lasse, sondern fest bleibe, um schon im eigenen Interesse den Auseinanderfall der Partei zu verhindern Auch der „L o ka l a n z e ig e r", wie übrigens alle Blätter, mit Ausnahme der ..Germania", sollen den. Austritt symptomatisch aus, wenn eS heißt Wir stehen mit der Trennung Dr Wirths vom Zentrun, am Beginn neuer innerpolitischer Kämpfe, deren Ausgang Voraussagen zu wollen, heute niemand die Vermessenheit haben wird. Die „Tägliche Rundschau" urteilt, daß Dr. Wirth seiner eigentlichen Gesinnung nach Demokrat sei und sich vielleicht auch der Sozialdemokratie angeschlosscn hätte, wenn er nicht zufällig Katholik wäre. Das Blatt fragt, ob er nun nicht zur Sozialdemokratie übertreten werde. Die demokratischen Blätter sehen in dem Borfall eine Warnung für das Zentrum. Die „Dossische Zeitung" nennt Dr. Wirth politisch eine zu starke Persönlichkeit Sein Anhang und sein Einfluß, vornehmlich in Süddeutschland sei zu groß, als daß sich der Konflikt legalisieren ließ Wirth müsse weiter greifen. WaS heute noch nicht sei, könne morgen werden: eine Krise des Zentrums und eine Spaltung durch die Bildung einer demokratischen ZentrumSpartei und die Fusion der rechtsgerichteten Elemente der bayerischen Bolkspartei. Der „Borwärts" sieht in dem Austritt Dr. Wirths die Form, in der die Rebellion der Masse der Zentrumswähler gegen die Politik der Partei zum Ausbruch komme Wirth habe durch seinen Schritt der Idee des sozialen und demokratischen Bolksslaales symbolischen Ausdruck gegeben Dieser Idee in den Reihen der Zentrumsanhänger politisches Leben und politische Kraft zu verleihen, sei eine Aufgabe, die eines Staatsmannes würdig sei. Die „Köln. D ol ksz t g." schreibt, die Trennung Dr. Wirths werde den Gegnern des Zentrums als Beweis für ihre These von der Aotwendigkcit des politischen Auseinandergehens der deutschen Katholiien herhalten. Wir wollen die Bedeutung des Schrittes durchaus nicht verkleinern. ilnkre Gegner dürfen weder erwarten, daß die Zentrumspartci auscinanderfällt, noch dürfen sie sich der Hoffnung hingeben, der Austritt Dr. Wirths sei das erste sichtbare Zeichen, daß die Weiterentwicklung des Zentrums in seiner zentralen Stellung endlich zur Rechten fjinüber- führen werde. Das Zentrum ist sich bewußt, daß unferm Dolk Sammlung notlut. nicht Zerstreuung. Diese Sammlung ist aber nur mit einet wirklichen Mitte, einem Zentrum. — Die „Köln. Z t g.“ ist der Ansicht, daß b$r ausfallend kurzen Erklärung Dr. Wirths eine weit größere Bedeutung zukomme, als man wahr haben möchte. Dr Wirth habe mit dem Protest, der sich in seinem Schritt ausdrückt, folgerichtig gehandelt, was man von andern Zentrumsleuten, die dem Gebot der Zeit mit mangelnder Entschlußkraft gegenübersteben. nicht sagen könne. Der Stuttgarter Ifatholikentag. Stuttgart, 24 Aug. (SU.) Der 3. Det- handlungstag wurde mit einer Bersammlung der katcholischen Sch u l or g a n i s a t i o- nen ein geleitet Reichskanzler a. D. Marx gab eine programmatische Erklärung zur Schul- frage, in der es u. a. heißt, daß innerpolitische und wirtschaftspolitische Kämpfe die Ausmerllam- leit von den kulturpolitischen Ausgaben nicht ablenken und die grundsätzliche Stellungnahme der Katholiken nicht beeinflussen dürfen. Wenn auch in manchen Fragen des politischen Lebens die Katholiken sich gezwungen sehen, mit Kreisen zusammenzuarbeilen, die, [ei cS von rechts oder links, ihnen entgegenstehen, so bedeute das in keiner Weise auch nur die geringste Preisgabe der katholischen Grundsätze. Ein Etaatsschulmono- pol könne nicht anerkannt werden. Berlangt werden müsse eine größere rechtliche Sicherstellung und freie Entwicklung s- möglichkeit für die Privatschulen. Das Reich sschulgesetz müsse den Katholiken die Möglichkeit und eine rechtliche Handhabe für die Errichtung katholischer Bekenntnisschulen geben. Domkapitular Lenhart- Mainz sprach dann über das Thema: „Weshalb verlangen wir katholische Schulen für die katholische Jugend und das katholische Dolk?" Einstimmig wurde zum Schluß der Bersammlung eine Entschließung angenommen, in der Schutz der Minderheiten, Einrichtung des Religionsunterrichtes als ordentliches Lehr- f a ch usw. gefordert wird. In der zweiten geschlossenen Bersammlung des Katholikentages in der Liederhalle sprach Weihbischvf H ä h l i n g über die „Diaspora". An das Referat schloß sich eine Diskussion, in der die Derfammlungs- teilnehmer insbesondere für die in Leipzig geplante Arbeiterkirche und die in Frankfurt a. M. zu errichtende Frauen-Frie- denskirche eintraten. Die englisch-französischen Schuldenverhandlungen. London, 24. Aug. (TU.) Außer einer amtlichen Erklärung, daß C a,i l l a u x und Churchill bei Eröffnung der heutigen Besprechungen eine äußerst herzliche Unterhaltung hatten, ist bis zur Stunde über den Stand der englisch- französischen Schuldenverhandlungen nichts bekannt. In unterrichteten Kreisen erwartet man Die Ueberreichung Die Antwortnote Briands ist nun endlich am Montagnachmittag überreicht worden, obwohl sie schon feit einigen Tagen fix und fertig in der französischen Botschaft lag, aber an die Reichsregierung nicht weitergeleitet werden konnte, weil eS Herrn B ri and gefiel, erst einmal ein klein wenig Verzögerung zu spielen und auf die dadurch in Deutschland entstehende B e - unruhigung zu spekulieren, von der er sich nach bekannten Borbildern eine innerpolitische Schwächung der Reichsregierung versprach, der naturgemäß die außenpolitische auf dem Fuß folgen mußte. Was das angesichts des von der Pariser Regierung eingeschlagenen Kur- ses in der Sicherheitsfrage bedeutet, liegt auf der Hand. Die Behandlung der Rote ist natürlich auf das engste mit den seinerzeit gefaßten Be- schlüssen des Kabinetts, die auch die Billigung der hinter ihm stehenden Parteien gefunden haben und die somit als Richtlinien anzusehen find, verknüpft. Die Regierung wird nicht verfehlen, sofort die Parteiführer zu sich zu laden und im Anschluß daran den Auswärtigen Ausschuß ein- zuberufen, sobald sie sich über ihre weiteren Schritte klar geworden ist. Ueberraschungen wird das französische Dokument nicht in sich bergen, da wir ja auf dem Wege über die ausländische Presse restlos über den Inhalt der Rote informiert worden sind. Dennoch kann ihre Ver- öffenllichung erst $u dem von der Pariser und der Berliner Regierung vereinbarten Zeitpunkt erfolgen. Dis dahin bleiben also auch weiterhin die aus London und Paris kommenden Meldungen für uns maßgebend, die aber gerade jetzt, soweit die französische Regierung auf ihren In- rafter leiden werden. Der wichtigste Passus der halt Einfluß hat, unter ihrem tendenziösen Cha- Qlote, die in der Hauptsache die zahlreichen noch immer zwischen London und Paris bestehenden Meinungsverschiedenheiten geschickt zu verschleiern versucht, ist die Frage der mündlichen Weiterbehandlung des Sicherheitspaktes. Hier bet nun aber die Londoner Regierung Herrn Briand ein Zugeständnis gemacht, das weder der Regeluirg be£ deut sch-französischen Verhäll- nisseS dienlich ist noch unserem Geschmack entspricht. Bekanntlich vertritt die Reichsregierung den Standpunkt, dah dem Rotenwechsel nunmehr, und zwar möglichst bald, die Einberufung einer Bollkonferenz zu folgen habe. Eine Besprechung der j u r i ft i s ch e n Sachverständigen schafft nur neue Schwierigkeiten, ohne die alten zu beseitigen. Der französische Botschafter bei Stresemann. Berlin, 24. Aug. (TU. Amtlich.) Der französische Botschafter de Margerie hat heute nachmittag um 5 Uhr den Reichsaußen. Minister Dr. Stresemann ausgesucht und ihm die französische Antwortnote in der Sicherheit-, frage übergeben. Die Rote wird zunächst im Auswärtigen Ami überseht und geprüft. Das Reichskabinett tritt morgen vormittag 11 Uhr zu einer Eihung zusammen, in der es voraussichtlich auch zu einer Besprechung der Rote kommen wird. Die Rote kann, mit Rücksicht auf den von der französischen Regie, rung ausgesprochenen Wunsch, erst am Frei, tag veröffentlicht werden, und zwar gleich, zeitig in Berlin und anderen Hauptstädten. Wie der „Derl. Lolalanz." miUuteilen weih, berührt die Antwortnote die drei Hauptgesichtspunkte der letzten deutschen Rote, sie vermeidet jedoch irgendwelche endgültige Stellungnahme, sondern verweist überall auf die Rotwendig- der Antwortnote. teil künftiger mündlicher Derhand- l u n g c n. Eine bestimmte Einladung zu einer Konferenz oder zu einer Zusammenkunft ist jedoch in der Rote nicht enthalten. Auch ist, wie das Blatt wissen will, in der langen Unterredung, die zwischen dem deutschen Außenminister und dem französischen Botschafter bei der Ueberreichung der Rote stattgefunden hat, eine solche Anregung in konkreter Form nicht gegeben worden. Das Blatt bemerft. daß es sich nach dem vorläufigen Eindruck bei der Rote im wesentlichen nur um einen formalen Akt zu handeln scheint, der in der Sache selbst keinen Fortschritt im Sinne der deutschen Anregungen vom 9. Februar bringt. Der deutsche Standpunkt. Deutschlands (Kntschlußsreiheit. Berlin, 24. Aug. (WTB.) Zur Erläuterung des deutschen Standpunktes zum Sicherheitsproblem wird im „Lokal-Anzeiger" unter Hinweis auf die Bemühungen Frankreichs, der heute übergegebenen Sicherheitsnote den Mantel einer internationalen Aktion umzuhängen, von besonderer Seite ausge- führt, daß zwischen dem in London geregelten R c • parationsproblem und dem Sicherheitsproblem ein entscheidender Unterschied besteht, da die Reparationsverpflichtung Deutschlands im Versailler Vertrag f e st g e l e g t fei, wahrend eine Verpflichtung Deutschlands, die Aengste Frankreichs um feine Sicherheit zu beschwichtigen, nach dem Versailler Vertrag nicht bestehen. Wenn Deutschland sich troy- dcm zu der Anregung eines Sicherheitspaktes entschloß, so sei diese Anregung jedenfalls nicht als Erfüllung irgendeiner juristisch fest gelegt en Verpflichtung anzusehen. Von der Möglichkeit der Auferlegung eines Diktats könne daher überhaupt nicht die Rede fein. Die Anregung des Sicherheitspaktes sei der erfte Schritt, den Deutschland im Verkehr mit den früheren Feindmächten außerhalb des Versailler Vertrages unternehme. Es ftehe Deutschland ebenso frei, einen Sicherheitspakt abzpschliehen, wie cs ihm frei stehe, in der Völkerbund einzutreten oder nicht einzutreten. Die freie Beteiligung Deutschlands bei den Sicherheitsverhandlungen fei daher Voraussetzung, ohne die ein Pakt, der ein freier Pakt zwischen Freien sein müßte, nicht zustande kommen könnte. Deutschland könne auch nicht gezwungen werden, in diesem Pakt weitere Bestimmungen des Versailler Vertrages neu anzuerkennen als ihm zweckmäßig erscheine, also weder die Kriegs- schuldlüge noch die O ft grenzen. Andererseits stehe aber auch eine Revision des Vertrages nicht zur Debatte, wenn auch eine Rückwirkung des Paktos auf manche Versailler Bestimmungen, z. B. auf Wc Besatzungsfrage, nach deutscher Auffassung unausbleiblich erscheine. Duisburg heute frei. Duisburg, 25. Aug. (Sil.) Heute mittag 12 älhr wirb Duisburg geräumt sein, jedoch werben die Kontrollen erst um Mitternacht aufgehoben. Bon 12 bis 12,15 Ähr werben alle Kirchenglocken läuten. In Ruhrort bleibt eine aus vier Offizieren unb 40 Mann bestehende Schuhkommission zurück, die schon feit 1919 anwesend ist. Die Duisburger Stadtverwaltung wird auf diplomatischem Wege nachprüsen lassen, ob ihr Verbleiben in Duisburg-Ruhrort mit dem Londoner Abkommen im Einklang steht. Sonntag mittag 12 älhr werden auf dem Königsplah in Alt-Duisburg, dem Reuen Marft in Duisburg- Ruhrort und dem Marktplatz in Duisburg-Mec- derich Feiern veranstaltet. schon innerhalb der nächsten zwei Sage eine Erklärung der Lage. Die allgemeine Position bei Beginn der heutigen Verhandlungen wird wie folgt angegeben: Frankreich schuldet Großbritannien 623 Millionen Pfund Sterling. In Lord Balfours Rote wurde seinerzeit, als die G e - famtfchu ld der Alliierten an Großbritannien sich auf mehr als zwei Milliarden Pfund belief, erklärt, daß England gewillt fei, eine Milliarde Pfund zu opfern und von seinen Verbündeten nur einen Betrag zu fordern, der die englischen Zahlungen an bie bereinigten ötaa- t c n unter dem Baldwin abkommen für die kommenden 62 Jahre decke, ohne dah Großbritannien indessen seinen Anspruch auf die restliche Milliarde aufgegeben hätte Das vor wenigen Wochen von französischen Finanzexperten gemachte Angebot auf Zahlung einer jährlichen Summe von drei Millionen Pfund unb weitere vier Millionen Pfund aus den Dawes-Einkünften, wobei England jede zu befürchtende Transserschwierig- feit, den letzteren Betrag mit nur 50 Prozent vom effektiven Wert in Anrechnung bringen wollte, wurde in London als vollkommen unangemessen bezeichnet. Die englische Forderung lautete seinerzeit auf zwanzig Millionen Pfund Sterling, wobei vielleicht noch mit einem Rachlah von zwei bis drei Millionen Pfund gerechnet werden formte. Wie der „Paris Eoir" mitzuteilen weiß, wird Caillaux nunmehr die jährliche Zahlung von acht Millionen Pfund und als Vergleichs Vorschlag zehnMil- lionen Pfund anbieten. Darüber hinaus forme er jedoch nicht gehen. Wenn die Fühlungnahme mit dem englischen FnuuHminister nicht zu einem für Frankreich ehrenvollen und tragbaren Ergebnis führe, so werde Caillaux Mittwoch oder Donnerstag früh nach Paris zurück- fefcen. Die Preisgestaltung. Ministerbcfprechnrrgett über die PreissenkunflSaktiou. Berlin, 24. Aug. (TU.) Wie wir erfahren, wird morgen vormittag eine RNnisterbcspre- ch u n g stattsinden, die die vom Reichskanzler Luther angestrebte Preisseukungsaktion zum Gegenstand haben wird. An dieser Besprechung werden außer dem Reichskanzler der Reichsernährungsminister, der Reichsarbcitsminister und der Rcichs- wirtschaftsminister teilnehmen. Wie der „Lokal- anzciger schreibt, soll durch Zusammenarbeit der großen Wirtschastsverbände eine Furückschrau- bung der gesamten Preisspannen vom Erzeuger bis zum Kleinhändler mit allen IHlUeln erreicht werden. Regelmäßige ver- össentlichung von Preis tabellcn sollen dem Verbraucher zeigen, wie die Zwischenoerdienstc sich bei ein und derselben Warengattung gegenüber dem Preisstande von 1913 geändert haben. Diejenigen Wirtschastsgruppen, die von ihren willkürlichen Preissestsehungcn nicht ablassen, sollen vor das Karteligericht gebracht werden. Der Zentralverband des deutschen Großhandels hat sich bereit erklärt, mit aller Kraft die Bemühungen der Reichsrcqierung hinsichtlich der Preisgestaltung zu unters ühen und seinen rNitgliedern gegenüber zu vertreten. Präsidium und Vorstand des Zentraloerbandes haben beschlossen, die Mitglieder des Zentralocrbandes dringend auszufordern, bei verkaufen nach dem 1. Oktober die bann eintretende Ermäßigung des Satzes der U m f a h ft e u e r auf 1 o. y. bei ihrer Prciskalkulation zum Ausdruck zu bringen. Ferner wird der Zentraloerband feine Rtttglieder ausdrücklich davor warnen, die durch die Zollvorlage vorgesehenen autonomen Zolle als irgendwie endgültige Preisbasis zu betrachten, da die Handelsverträge auf die endgültige Festsetzung der Zollsätze zweifellos nicht ohne Einfluß bleiben werden. Die verbraucherschast müfse deshalb dringend davor gewarnt werden, überstürzten Warcncinf auf zu tätigen. EineAufforderung des Deutschen Industrie- und Handelstages. Berlin. 24. '-2ftig. (S-iL) Zur Preisgestaltung, die neben der Kapital- und Kredit ot gegenwärtig zur ernstesten Sorge ber deutschen Wirtschaft und Oeffentlichkeit geworden ist. bat baä Präsidium des Deutschen Industrie- unb Hanbelstages in einem eingehenden Rundschreiben vom 21. August an d i e Industrie- und Handelskammern Stellung genommen. Das Schreiben geht davon aus, dah eine fortschreitende Preissteigerung zu einer Schwächung ber Kaufkraft, des Absatzes und der Wettbewerbsfähigkeit führe, sowie die Gefahr ernster Lohnftreitig- k e i t e n bringen würde, bah daher alle geeigneten Kräfte anzuspannen seien, die Bemühungen der Reichsregierung zu unterstehen, um weiteren Preissteigerungen vorzubeugen unb Preissenkungen zu erwirken. Das Schreiben erkennt an, dah im Gegensatz zu früheren „Preisabbauaktionen" gegenwärtig, wie der Reichskanzler betonte, Tatsachen vorliegen, bie im Sinne einer Preissenkung wirksam zu machen möglich unb notwendig seien, nämlich die Schaffung festerer Rechtsgrundlagen für die deutsche Wirtschaft, wie sie durch die gesetzliche Regelung der Aufwertungs- frage, durch die Steuerreform und den Zolltarif gegeben feien. Sodann wird die Rotwendigkeit erörtert, daß im Einvernehmen der beteiligten Wirtschaftskreise nachdrücklichst dahin zu wirken sei, bah die ungesunde Ueber- spannung des Kartell- und Der- bandswesens abgestellt werde. Der Konflikt im Baugewerbe. Berlin, 24. Aug. • K .. i-i’. j-' l ' • ’ - i T Arbeit gelungen, baß lettische Staatswesen so zu konsolidieren, bah es heute als georbneter und moderner selbständiger Staat angesehen werben kann. Er hatte richtig erkannt, bah bie einzige Gefahr von Rußland drohe unb war daher ständig bemüht, bie baltischen Staaten gegen Ruhlanb eng zusammenzuschliehen, wöbet er auf polnische Llnterstühung rechnete. Auch mit Englanb suchte er Vertrage abzuschliehen. btc hauptsächlich gegen Ruhland gerichtet sein sollten. Er war bemüht, auch auf wirtschafts-und handelspvliti- sch em Gebiet eine Annäherung zwischen Den baltischen Staaten herbeizuführen unb ihm ift es zu verdanken, dah zwischen Estland, Lettland und Litauen verschiedene Abmachungen aus verkehrstechnischem unb handelspolitischem Gebiet getroffen wurden, die die wirtschaftlichen Aus aller Welt. gwer Segelflieger bei einem Autounfall löblich verunglückt. Tvasferkuppe (Rhön), 25. Aug. (IDTB. | Airnkspruch.) Der auf der wafferkuppe )um Segel- flug-wettbewerb weilende bekannte Segelslugzeug- führer Seiler-Liegnih ist in der Rächt zum Dienstag mit seinemk rastwagen tödlich verunglückt. Ans der Rückfahrt von Fulda überschlug sich dec Dagen in einer Kurve aus dem Wege zur wasferkuppe. Der zweite Insasse des wagens, Peter (von der Weltenfegler-G. m. b. h., Baden- Baden) ist ebenfalls tot. Grohfeuer in Monschau. Ein Grohfeuer zerstörte die grohe Spinnerei der Firma Kloeters. Der fünfstöckige Hauptbau brannte vollständig aus. Durch den Brand werden viele Arbeiter erwerbs- und brotlos. Die Entstehunysursache ist noch nicht ermittelt. Der Schaden ist sehr groß. Schweres Autounglück. Bei München-Gladbach rannte Montag nacht ein mit drei Personen besetztes Auto gegen einen Strahenbahnmast. Hierbei wurde das Auto völlig zertrümmert und einer der Insassen getötet. Die beiden anderen Insassen wurden schwer verletzt. Bier Personen vom Blitz getötet. Rom, 25. Aug. (WTB Funkspruch.) Bei Santuorio delle Gradia würben einige Touristen von einem furchtbaren älnwetter überrascht. Acht Personen erreichten eine in der Rähe liegende Hütte und wollten das Ende des Unwetters dort abwarten. Plötzlich schlug ein Blitz in die Hütte unb tötete einen Mann, seine, Schwiegermutter, sein Kinb unb seinen 20jährigen Reffen. Die anberen vier Personen, barunter die Frau unb ber Schwager bes getöteten Mannes, wurden verletzt. Rückkehr der deutschen Spihbergenexpedition. bankte bann für die unerschöpfliche Liebenswürdigkeit und reiche Gastfreundschaft. Nach dem Diner genossen die Gäste noch einige Stunden die Gast- freundschaft der Stadt in den prunkopllen Räumen des Stadthauses. Kleine politische Nachrichten, Zum 60. Geburtstage des Londtagsabgeordnetcn Hermann Hillger-Spiegelberg liefen zahlreiche Glückwünsche ein. Es gratulierten: Reichspräsident v. Hindenburg, Reichskanzler Dr. Luther, die Reichsminister v. S ch l i e b c n , Dr. Stresemann, Graf Kanitz, S ch i e l e der Kronprinz, der Grohherzog von Baden, der König der Bulgaren. Glückwünsche lagen ferner vor von der Landwirtschaftskammer, dem Reichslandbund. Die Stadt Neustadt a. d. Dass? ernannte Hillger zu ihrem Ehrenbürger. Anlählich der gestern begonnenen italtc- Nischen Flottenmanöver in Sizilien wurde zum ersten Male faszistische Miliz an Stelle von regulären Truppen eingesetzt. An den Manövern nahmen ber König unb der Kronprinz teil. Bemerkenswert ist, dah die Hauptaufgabe bei den Aufklärungsarbeiten in der Luft dem Zeppelin-Luftschiff „E sperr a", der früheren „Bodensee" anvertraut ist. Rach Meldungen der polnischen Telegraphen- Agentur findet im September in Paris eine Konferenz der General st äbe Frankre ichs, Polens und der kleinen Entente statt. Ausgabe der Konferenz sei die Bildung einer Verständigungs-Kommission zwecks engerer Zusammenarbeit und Meinungsaustausch über den Sicherheitspakt. * Das Gebäude der polnischen Gesandtschaft in Paris wird seit vorgestern von einer starken Polizeitruppe bewacht. Die französischen Kommunisten sollen den Beschluß gefaht haben, wegen der Erschiehung der drei Kommunisten in Warschau den polnischen Gesandten in Paris zu ermorden und die Gesandtschaft in die Luft zu sprengen. vi& Jahres x,5 sind zahlreiche Eingeborene getötet unb verletzt worden. Der Panzerkreuzer selbst ist von acht Granaten getroffen worden, hat zedoch dabei keinen wesentlichen Schaden erlitten- Die Lage in Syrien. ab sie nicht doch nun auf den einen warie'. einzigen, der sie brechen soll — — — ? Greftcncr Wocheunrarttpreisc. am 25. August (Händlerpreise). r-t'-'i V ■ w6t Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte das Pfunde Butter 220 bis 230 Pfennig, Matte 35 bis 40, Käse 70, Wirsing 20, Weihkraut 15, Rotkraut 20, rote Rüben 10, Spinat 40, Römisch- kohl 10, Bohnen 30 bis 35, Mischgemüse 15. Tomaten 30, Zwiebeln 20, Rhabarber 20, Kürbis 10, Pilze 30 bis 35, Kartoffeln 6, Frühäpfel 15 bis 25, Falläpfel 8, Birnen 40 bis 60, Eierpflaumen 40, Zwetschen 30, Mirabellen 50, Brombeeren 40 bis 50, Weintrauben 50 bis 60; das Stück: LInterlohlrabi 5 bis 15, junge Hahnen 80 bis 100, Suppenhühner 120, Eier 14 bis 15, Blumenkohl 60 bis 150, Salat 10 bis 20, Saiatgurken 30 bis 60, Einmachgurken 3 bis 5, Endivien 15 bis 25, Obertohlrabi 5 bis 15, Rettich 10 bis 20; das Bund: Radieschen 20, gelbe Rüben 20 Pfennig. Wettervoraussage.^ ■Unruhig, noch einzelne Regenschauer, tagsüber wärmer, sonst kühl, nördliche bis westliche Winde, stellenweise Rebelbildung. Das starke kontinentale Tiefdruckgebiet hat in ganz Deutschland, mit Ausnahme des Ostens, die gestrige leicht regnerische, trübe Witterung verursacht. Es verlagert sich südöstlich. Im Rord- meer erscheint ein neuer Wirbel, der aus Mittel- skandinavien zuströmt. Ein Azorenhoch hat in Westeuropa etwas an Raum gewonnen. Die Regenfälle werden zunächst nachlassen, doch ist die Besserung der Wetterlage noch nicht gesichert. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 19,4, Minimum 14 Grad Celsius. Riederschlagsmenge: 3,7 Millimeter. st ®lUng h die X men. Dn JMtung Leland? l Qn9enomm dichtet, , 'Mini Äi ,^adtv.' OGÖt 0 ^'-rts fll Vom i6ä Tschads Nach § . K « zu, bäi! Zeseh c. Ddo Abatte o feüStu, fiegung Nre uft ej " iumQ| z/jkle i^n x ü4 bereüs Mite. W jldetm« eingeüvte j.d2tm unb Ges unb zeigd und Älb- artigen S von 2lkZi f-# Jeteiligu" störtet Trabe gtotbne ectbnete, ivagens so« Scineinde im ** OrteS Hel zeiä> nbtii o ® ordnet rich ?5 Sti-m wähl schc t®: an der h> äuherst sc nur 62 l Keller Kandidat machet 3 12 waren am Same progta hohero Hnletfunf: gut, die ü Art vvrzi durch die Ichen To anderen mung w über 2 treten. t® meind sätze für bai Äech Kirchenöac gemäß sch standen bv tung und der Schuld hierzu w der Theo der Schi sollen, ui anschlag leistung I rung der Verden. + H meister, ft geordn dergetvähl die voran spart gck ' Li betbar wehre" tember I dem befi angriff q Wonne 1 2ahre ai tüd. An würdige: lesttag ist genommen Ichon in dc d'e Arbei: erworben. r .. Als Dreihigjähriger vertrat er Lettland in Versailles und setzte die Anerkennung des Landes bei den Grohmächten durch. Die junge -Republik war von auhen und innen ständig bedroht, ungeheure Schwierigkeiten waren zu überwinden. Bolschewistische Truppen hielten große Teile des jungen Staatswesens besetzt und die einheimischen Kommunisten verbuchten dauernd die Regierung in Ri^a zu stürzen. Es ist ihm in mühevolle« * ** Von beiLanbesunlversität. Der Prioatdozent an der Universität Gießen und Meteorologe der Badischen Landeswetterwarte Karlsruhe, Dr. Wilhelm P e p p l e r, hat einen Ruf als Leiter des aerologischen Observatoriums Friedrichshafen am Bodensee erhalten unb angenommen. Das Observatorium wurde 1906 auf Veranlassung des Grafen Zeppelin und S). Herges e l l s in Leben gerufen; es hat die Erforschung der freien Atmosphäre mit gefesselten und ungefesselten Flugkörpern zur Aufgabe. ** D i e September-Miete. Der Minister für Arbeit und Wirtschaft gibt bekannt: Die Miete für den Monat September wird auf 8 8 v. H. der Friedensmiete festgesetzt mit der Maßgabe, daß diese Miete nur in denjenigen Gemeinden erhoben werden darf, die mindestens 75 Reichspfennig von je 100 Mark Steuerwert des Grund- und Gebäudebesitzes als Sondersteuer vom bebauten Grund- besitz erheben. Wo dieser Satz nicht erreicht wird, verbleibt es bei der seitherigen Mietfestsetzung von 84 vom Hundert. Um Zweifeln zu begegnen, weise ich bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß diejenigen Mieter, denen auf Grund der Vorschriften über die blüht. Man kann sich nicht i b-5 Volk Sagen um sie spinnt unb fic 1 : - du, wirst keinen finden, ber sie abpflücki . . !.:■ qe ix mit sich nach Hause nimmt, trotzdem s o b ich ne blaue Augen hat. Sie ist doch bas hüö'.'.o arme Kinb, bas man anblickt, aber nicht ninv ■*. ilnbi biefem Ziel ein größerer moralischer Zweck, ein geistigesIbeal.zu Tage trete. Hier mühte bie Kirche eingreifen. Die Kirche müsse ben Rationen bai positive Ibeal ber Wahrheit, ber Gerechtigkeit und Liebe vorhalten. Was uns not täte, sei nach ben Worten bes Erzbischofs von Canterbury, baß wir ben Leib ber Politik in einen Zustand ber Gesundheit bringen und jedes Kriegsgelüste unschädlich machen. Am gestrigen Abend hatte die Stadt Stockholm die Mitglieder und Gäste der Weltkonferenz zu einem Bankett im Stadthaus eingeladen. Der große Feftsaal, hie prunkvolle goldene Halle, war in würdiger Weise für diesen be» sonderen Anlaß hergerichtet worden. An dem Bankett nahm auch das kronprinzliche Paar teil. Der Bürgermeister von Stockholm entbot der Konferenz die Grüße der Stadt. Er bezeichnete das Weltkonzil als einen imposanten Ausdruck für den Einheitswillen der christlichen Kirche. Das Bedürfnis nach gemeinsamen Zielen hat in dieser Konferenz Brücken geschlagen, wo sich sonst trennende Abgründe fanden. Dem Bürgermeister antwortete der greife Patriarch von Alexandria. Nachdem der Bischof von W i n ch e st e r den besonderen Dank der englischen Kirche überbracht ; hatte, sprach Reichsgerichtspräsident Dr. Simons. Er beglückwünschte die Oberhäupter der Stadt, die die Ehre haben, eine solche herrliche Stadt wie Stockholm zu regieren. Die Schönheit der schwedischen Hauptstadt hätte für alle Konferenzteilneh. mer eine Sphäre der Freundlichkeit geschaffen, die l wesentlich zum Gelingen der Konferenz beitrage. Er Erhebung einer Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz der auf sie entfallende Steueranteil erlassen ist, berechtigt sind, diesen Betrag dem Vermieter gegenüber an der Miete in Abzug zu bringen. Zum Steuerüberleitungsgesetz. Im heutigen Anzeigenteil findet sich eine Bekanntmachung bes Finanzamtes Gießen, aus ber die Anmelbepflicht für bai nächste Wirtschaftsjahr ersichtlich ist. O Fachausschuß für bas Konfektionsgewerbe. Rach einem dem Reichsrate vorliegenden Verordnungsentwurfe soll der Bezirk bes Fachausschusses für bas Kon- f ektionsgewerbe unb die Stoffschuh- Herstellung in Frankfurt a. M. auf den Freistaat Hessen ausgedehnt rverden. Dieser Entwurf gründet sich auf einen Antrag der Hessischen Regierung, der dahin ging, einen Fachausschuß für das Konfektionsgewerbe (Kleiber- unb Wäschekonfektion) für Hessen zu errichten unb diesen mit Rücksicht auf den wirtschaftlichen Zusammenhang ber Bezirke unb zum Zwecke ber Kostenersparnisse an ben in Frankfurt für den gleichen Gewerbezweig bestehenben Fachausschuß anzuschliehen. ** Gießener Konzertverein. Dem so Das Fischerei-Schuhfahrzeug „Zielen", bas I beifällig unter Beteiligung unserer Abonnenten auf Anordnung bes Chefs der Marineleitung auf genommenen Sinfoniekonzert unter Professor nach Spitzbergen gegangen war, um die Abendroths Leitung folgt am Donners» wissenschaftliche Expedition Dr. Grotewohl lag, 27. August, abends 8.15 hr, eine obzuholen, teilt funkentelegraphisch mit, daß es weitere ähnliche Veranstaltung bei der es sich die Expedition gefunden habe und die Rück- um die Aufführung von Beethovens siebenter fahrt antreten werde. Sinfonie in A-dur, Strawinskys Suite de Pulci- zayri amreren werve._______________ nella und Liszts Mazeppa handelt. Das Kon- _ zert findet unter Leitung des bekannten hervor- Aus Sraot uno uano. ragenden Dirigenten des Stadttheaters in Wies- baden, Artur Rother, statt. Rückfahrt mit Gießen, den 25. August 1925. bem v-Zuge 10.59 abends. Da der Reinertrag Wortixmrtrio in die Orchester-Llnterstützungskasse fließt und wvyvwuiiv* I Programm und Ausführung geeignet sind, das Auf wen wartet diese blaue Blume, die besondere Interesse aller Musikfreunde zu er- träumerisch am Wege steht unb ben Wanderer regen, möchte ber Konzertverein seinerseits nicht so sehnsüchtig anblickt, als wenn sie eine Frage unterlassen, auf biefe Gelegenheit aufmerksam an ihn richten wollte? Wartet sie auf schöne Tage zu machen unb ben Besuch dieses Konzerts, bei ober auf freundliche Menschen oder auf ein I dem noch einmal das gesamte Orchester musiziert, Mädchen, das des Weges daher kommt in Zweifel nachdrücklich zu empfehlen. Preise sind aus dem und Trauer: daß die Treue doch kein leerer heutigen Inserat ersichtlich. Wahn sei, denn blau ist ja die Farbe der Treue. '* Zum G l e i b e r g - F e st ist noch be- Auf wen wartet nur diese seltsame Blume? richtigend zu ergänzen, daß bie Gesangsabteilung Wenige Dichter haben sie besungen, aber ber Bürger-Gesellschaft den Tag durch ihre Chor- Hermann Löns'kannte sie. Seine Verse klingen vorträge verschönern half. mir durch den Sinn. Er trifft ja manchmal bie ** D ie ül r künde unb bi e K r a n z e Weise des Volkes so ganz schlicht und einfach, vom 4x50-Meter-Staffellauf des T. V. 1846 sind aber tief: mit einem Haken in ber Seele. Ja von Mittwoch bis Samstag in dem Pelzwaren, schlicht ist sie, diese Blume, beinahe einfältig. Sie Spezialgeschäft H. Kretzschmar, Seltersweg 24, ist schön und doch wieder nicht schön, denn sie ausgestellt. wächst nicht an einem schlanken Halm wie die " Aus dem Gießener Standes- Kornblume, der sie so gleicht, sondern auf einem a m t s r e g i st e r. Es verstorben in der Zeit graugrünen sperrigen Dusch. Da steht ein bau es I vom l. bis 13. August: l. August: Karl Alfred Auge neben dem andern, ein magisches Blau, bai Ientzsch, Landesgeolvge, Geh. Bergrat, 75 Jahre weithin leuchtet. Fliegen summen um die offenen alt, Gartenstraße 10. Otto Herr, 14 Jahre alt, Blüten herum und tragen die Kunde von dieser Walltorstrahe 77. 2. August: Marie Wilhelmine Blumensehnsucht ins herbstende Land hinein. Schiffnie, geb. Walter, 66 Jahre alt, Kaiser- Am Feldrain treffe ich die Wegewarte, am allee 3. Willy Stumpf, Hausbursche, 16 Jahre Bahndamm an ben Steinbrüchen, hinter ben alt, Kaiserallee 123. 3. August: Horst Joachim letzten Häusern der Stadt, wo sie bie Asche hin- Fillmann, 3 Monate alt, Schützenstrahe 10. Siegschütten wenn es niemand sieht — dort überall bert Jacob, Kaufmann, 22 Jahre alt, Dahnhof- wächst ja wuchert bie Wegewarte. Am liebsten straße 54. 4. August: Richarb Rudolf Emanuel freilich steht sie am harten Feldweg, so dicht am Alexander Compter, Cisenbahn-Obersekretar l 2t., Rande, daß man mit dem Oltantel sie streift, wenn 65 Jahre alt, Alicestraße 22. 5. August: Chri- man achtlos dahinschlenbert. ftiane Schneider, geb. Depler, OBitlDe, 72 Jahve Auf wen wartet sie nur? Sie ist wirklich eine alt, Landgvafenstraße 4. 8. August: Klara 2)oll« Frage des Spätsommers, die lauteste Frage des mer, ohne Beruf, 67 Jahre alt, Sicher Straße 74. kahlen Feldes, wenn die Stare sammeln. Weh- 9. August: Christian Rain, Oberschaffner, 52 mutig geht ein Hauch über sie hin, trotzdem sie I Jahre alt, Frankfurter Straße 142. 10. August» Paris, 24. Aug. (WTB.) Im Verlauf ber gegen bie aufstänbifchen Drusen burchgeführten Operationen hat sich bas Flugzeuygeschwaber besonbers ausgezeichnet, indem es aus ziemlich geringer Hohe zahlreiche B o m b a r b e m e n t s unternommen habe unb täglich bie Zitabelle von Sueiba verproviantierte. Bei einem Erkundungs- flug ist ber Oberst B e r b e i l l o, ber bas Flugzeug- qejchwaber kommandiere, von den Ausständlschen a b g e s ch o s s e n worden. Sein Apparat habe Feuer gesanaen, jedoch hat er noch rechtzeitig die -------- ... - , französischen Linien erreichen können. Das Kriegs- Derhältnisse in diesen Ländern wesentlich ge- minifterium teilt ferner mit, daß in Dschebel bessert haben. Erst kürzlich stattete er dem 7)ru e die Lage weiter ruhig bleibe. Die Besatzung Reichspräsidenten v. Hindenburg von Sueiba werbe noch immer von ben Dru- €inen Besuch ab unb führte eingehenbe Derlen belagert, jedoch regelmäßig durch Flu^ Handlungen mit dem deutschen Auswärtigen leuae verproviantiert. In der Gegend südwestlich ^lmt über die schon jahrelang schwebenden oon Alexandrette, im Dschebel Mussa, sei die E n t s ch ä d i g u n g s f r a g e n. Wohl kaum hat feindliche Bewegung vor etwa 14 Tagen so heftig ^in 38jähriger OKann in so kurzer Zeit sich eine gewesen, daß die Entsendung von Truppen not- angesehene Stellung in seinem Vaterlande ge° wendig gewesen sei. Nördlich von Aleppo sei es schaffen unb auch international solche großen in >2hai unb in Niaba zu Zwischenfällen gekommen. Erfolge erzielt, wie Meierowiz. Lettlanb hat Nörblich von Homs seien Banden von Ealmyra I M^n Grund, seinen auf so tragische Wvi^ her bis nach Hama unb Restcm vorgedrungen. Das umgekommenen Außenminister zu betrauern, seien allerdings nur einzelne, an sich nicht bedenk- ------- ber “un91 Die8tocholmer!ürchenkonferenz _ - Stockholm, 25. Aug. (TU.) Der zweite große Dre Macyte uno ^oina. I Proarammpunkt des Weltkonzils, das Verhältnis I — . tut* der Kirche zu den sozialen und sittlichen Problemen, (Kitte neue Note. — Kauton auch Tut wurde mit der Behandlung der Amerikaner gesperrt. Alkoholfrage London, 25. Aug. (TU.) Wie von unterrich- gnge gefüljrt. Dieses Thema wurde entsprechend teter Seile verlautet, bereiten die an China mter- ^er Bedeutung, die ihm innerhalb des Programms tifierten Mächte eine neue Note vor, die in ber zugemessen wird, besonders eingehend besprochen, nächsten Zeit durch das Diplomatische Korps der gn hex Diskussion kamen die Redner fast aller Na- Pekmger Zentralregierung überreicht werden soll. tjonen 3U 2ßOrt. Die Vertreter Schwedens und der Die Note wird eine eindringliche Tarnung an Vereinigten Staaten gaben eine Beurteilung der in die Zentralregierung, die Antwort auf die Em- j^ren Ländern zur Bekämpfung der Alkoholnot Verladung Chinas für die Exterritorial i t a t s- Achten Probleme und die durch diese bisher er« konferenz unb auf bie Forberungen Chinas Erfolge. Am bekanntesten ist gegenwärtig wegen ber Vorgänge in Schanghai enthal- ba5 in ben Bereinigten Staaten gültige ten. Englanb wirb bie Gelegenheit benutzen uno |ogenannte Prohibitionssystem, welches bie gleichzeitig Protest gegen bas Verbot des Berührens Produktion, ben Verkauf, ben Transport unb ben chinesischer territorialer Gewässer für britische Schisse un& gmpOrt ausreizenber Getränke zum Zwecke einlegen. Obgleich Großbritannien burch dwses Ber- ^c5 Trinkens untersagt. Daneben steht bas mit bot schon jetzt schwer betroffen worben ist, hat Die größter Sorgfalt ausgearbeitete K o n t r o 11» Regierung beschlossen, erst dann Schritte zu er- j9ftcm in Schweden, das den Zweck hat, greifen, wenn ihnen durch gle i d) 8e 111 g e s ben Alkoholhandel so zu leiten, daß daraus ein mög- Vorgehen der übrigen Machte große- geringer Schaden entsteht. Trotz der eingefjen- rer Nachdruck verliehen werden kann. <>n ben Erfahrungen, die über die einzelnen Systeme diplomatischen Streifen wird der abwartenden und uorliegen, glaubt die Konferenz dennoch nicht ge- vorsichtigen Haltung der Regierung veigestimmr, Anhaltspunkte zu haben, um die Empfeh- da man allgemein der Ansicht ist, daß seder unvor- Iun eine5 Systems als das alleinige Heilmittel für sichtige Schritt, der nicht mit allen Mitteln nach- Alkoholfrage zu rechtfertigen. Die Kirche könne drücklich unterstützt werden kann, das ohnehin er- ... jebof{) mit ^cr Fortdauer der gegenwärtigen schülterte Ansehen Großbritanniens m China oou- Schäden nicht zufrieden geben, ohne ernstliche An- ends vernichten werde. strengungen zur Herbeiführung besserer Zustände zu Trotz der freundlichen Haltung, die die amerika. rnachen. Die Kirche müsse ihren Mitgliedern immer nische Regierung und insbesondere Senator -ö o • roieöcr j,ic Notwendigkeit eines guten Vorbildes r a I) gegenüber dem chinesischen Problem angenom- ^„prägen. men haben, hat die Kantoner Bezirksregierung auch s>er deutsche Vertreter, Prof. ® o nf erbte Durchfahrt amerikanischer Schiffe und den Berlin, der über die Werbewoche für das Ge- Durchtransport amerikanischer Waren, insosem pe weindebestimungsrecht zur Schanttonzessionsfrage nicht auf chinesischen oder russischen SchMen ver- mit Tausenden von Versammlungen berichtete, laden sind, durch ben Kantoner Hasen g e | p e r r i. fter[te der Grundsatz und die Wirkung Der Zweck ber Maßnahme ist d en glei chzeitt- beg amerikanischen Alkoholverbotes von der Kongen Mittransport englischer a re n kerenz nicht einheitlich beurteilt werde, dah jedoch zu verhindern. die starke sittliche Energie allgemein -------- anerkannt werde. Die Alkoholgegner in Eu- Allgemeiner Kinderwohisahrts- Kongreh in Genf. bestärkt werden. (n,n f ?4 Aua (TU.) Der erste allgemeine Dann wurde die Behandlung des wichtigen Kinderwohlfahrtskongreb wurde am Montag durch Programmpunktes den schweizerischen Bundesrat H ä b e r l i n eröffnet. „Die Kirche unb bie Beziehungen ber Volker Zum Vorsitzenden wurde der Genfer sozialdemo- zueinander" kratische Staatsrat Oltramare gewählt. Zn der eegonnen. Reichskanzler Dr. Luther hatte im Bormittagssitzung hielt der Vorsitzende der drei Ab- Rahmen dieses Punktes ursprünglich über das teilunaen des Kongresses kurze Ansprachen. Prof. Thema „®er nationale und übernationale Cha- Pirguet (Wien) sprach in deutscher Sprache über rakter der Kirche" sprechen wollen. Da er aber die „Hygiene und Medizin", der französische^ Pro- bekanntlich an seinem Erscheinen verhindert war, fessor Scelle über „Soziale Wohlfahrtspflege" und er seine Rede, die sich mit dem Programm» die Herzogin von Aberdeen über „Erziehung und punkt „Revision und Wirtschaft" befaßt, gestern Propaganda". Die Teilnahme am Kongreß ist sehr nachmittag im Plenum verlesen. Die hier schon rege. Ueber 800 Delegierte aus 58 verschiedenen ^rj toiebergegebenen Ausführungen Dr. Luthers Staaten sind eingetroffen. Besonders stark sind die wurden mehrfach von starkem Beifall unter- Abordnungen aus Deutschland und den skandina- brochen. vischen Ländern. Die deutsche Reichsregierung wird Lieber das Thema „Das Wirken der chnst» durch Frau Ministerialrat Dr. Bäumer und Geh. sichen Kirche im internationalen Leben" sprach Regierungsrat Guerich vertreten. Heu^e wurde fr>r Bischof von Lichfield (England). Er hier außerdem die internationale Ausstellung wandte sich zunächst gegen diejenigen, welche für Säugling •yfürforge eröffnet, die ein per Kirche das Recht, zu den internationalen lehr anschauliches Bild von der Entwicklung der politischen Problemen Stellung zu nehmen, ab- Säuglingsfürsorge in den wichtigsten europäischen sprechen. Politisch^ Probleme könnten Ländern gibt. nicht auf der Basis der Selbstsucht und des -------- Willens zur Macht, sondern nur nach dem christlichen Prinzip der Gerechtig- ’JJCeietOWld' keit gelöst werden. Der Völkerbund sei das Der letliche Auhemnmister M-ier°wi» ift, Probat der besten E-n!ch°ftfichen stn°ts^nst wie schon gemeldet, am Sonntag bei einem Auto- unserer Zeit, aber .^nnoch wurden sei ne 2 a- vnfall ums Leben gekommen. Die Rachricht hat ten leinen De stan d haben,, wenn nicht in in Riga die größte Trauer hervorgerufen. Die Abendblätter heben die großen Verdienste des Toten um sein Land hervor und beklagen aufrichtig den Verlust dieses allgemein geachteten und geehrten Staatsmannes. Die ganze Stadt hat sofort halbmast geflaggt, und das Ministerium hat Staatstrauer angeordnet. Meierowiz wurde 1887 als Sohn eines jüdischen Landarztes in Hasenpoth in Kurland geboren. Er studierte in Riga, widmete sich dann dem Dankfach und wurde 1918 Mitglied des livländischen Landtages in Riga und später Prvpa- gandagesandter in Paris. Ra/ch dem Sturz des Kabinetts Tllman i s, in dem er seit dem Sommer 1919 Außenminister war, wurde er im Juni 1921 Ministerpräsident. Ende 1923 trat er von diesem Posten zurück und war kurze Zeit lett- ländischer Ges andter in Paris. Seit 1924 war er wieder Auß enminister. Seine Politik war keineswegs deutschfreundlich, und erst in letzter Zeit suchte er auch zu einem Ausgleich mit Deutschland zu kommen. Er war französisch orientiert und suchte ständig eine Anlehnung an Polen. Zweifellos hat er sich große Verdienste um den jungen lettländischen Staat Ä^fitöL Ser Ia* T'ehen unb Meleo. w°"°rmrle Karlsruhe “t nmn K, als Dbleroatoriums Bobenjee erhallen unb onuin mürbe 1906 aus Ppelin unbf). j)er, 65 *)at bie Erforschung fesselten unb ungefeffet* Miete. Ser Minister )t bekannt: Sie Miete irb auf 88 d. f). her >t mit der Maßgabe, ienigtn Gemeinden «. efiens 15 lkeichspsennig :t des Grund- und Ge- :r vom bebauten Grund- -atz nicht erreich! wird. I igen Mietfestsetzüng von ifeln zu begegnen, weise iraus hin, bah diejenigen | er Sioridjriften über bie ft tue r oom bebauten rUcnbt Steutranteil er* -fen Betrag dem Ber< e in Abzug zu bringen. , findet fich eine le« , amtei «Liehen, aui bet as nächste Dirtschasli« I für das Äon ft!« \ > einem dem Reichs kalt ! ^ntmurfe soll der De- > sses sür das Äon- nb bie Stoffschuh in/surt a. 4 j • n ausgedehnt merben sich auf einen Antrag ru n g, der dahin ging, is fionfcHionögctocrbe ettionl für helfen zu Mf icht b . der Dezrrfe und zum fe an den in Bentfurt M bestehenden Fach« iicttuerein. Demlv ® ,inkrer Abonnenten SÄ« *#* «KZ s&s u<6 -tag ögcftcr8tt^ " **% 6u«»‘. ^Ä 'Iahre '6 Jahr« r-, -ausbu^n Ioa. Wegen Mangel an Mitteln wird der Antrag abgelehnt. Der Bürgermeister gibt dann noch ein Schreiben des Detalllisten- und Gewerbe verein» bekannt, da- sich mit dem städtischen Voranschlag sür 1 92 4 2 5 beschäftigt. Der Bürgermeister nimmt eingehende Stellung zu dem Schreiben und betont, daß in feiner 32jährigen amtlichen Tätigkeit bei der Bürgermeisterei kein Voranschlag so eingehend, fomopl in dem Ausschuß, alS auch im Plenum, durchberalen worden fei, wie gerade dieser. Es entspann sich eine längere Debatte über die in dem Schreiben gerügten Anstände. Der Bürgermeister wurde beauftragt, sowohl auf dieses Schreiben, als auch auf einen Artikel in der Butzbacher Zeitung eine kurze sachliche Erwiderung zu geben. Die Sitzung dauerte von 7 biS 11 Uhr. pb. Butzbach. 22 Zug. 3n Butzbach regt sichs. Für den 19. abends hatten Verschiedene zu einer Besprechung über Gründung eines Bürgervereins in das Cafe Schone eingeladen. Zanten» der Sinberufer begrüßte Steuersekretär Melcher die Erschienenen und übertrug die Leitung dem Postsekretär Essinger. Dieser setzte in längerer Rede die Ziele und Zwecke deS Vereins auseinander. Es entspannen fich längere Debatten, auS denen zu entnehmen war, daß man der Gründung nicht unsympathisch gegenüber ft anb. Die Anwesenden wählten dann zunächst einen provisorischen Vorstand, bestehend aus den Herren Wagner (Werdenfels) als ersten unb Richard Schwarz als zweiten Vorsitzenden, Steinbock als Schriftführer unb Chr. Wen- b e I, Emil Lang, Steuerinspektor Metzger, Dr. Fischer unb Reineck als Beisitzer Die (Borgenatmien werden bemnächst einer weiteren Versammlung Satzungen unterbreiten, worauf zur endgültigen Bildung des Büraervereins geschritten werden soll. Hoffentlich beteiligen sich auch bie alteingesessenen Butzbacher, von welchen am ersten Abend nur ein geringer Teil zu sehen war. hr. Ziederf lorstadt, 24. Zug. Untat Ort stand gestern im Zeichen des Sportes. Beide Turnvereine hielten, allerdings getrennt, ihr Abturnen ab. Der Arbeiter-Turn- unb Sportverein halte ein sehr reichhaltiges Programm, bas sich trotz der ungünstigen Witterung gut erledigte und sehr viel Zuschauer anlockte. Besonders hervorzuheben sind die Freiübungen und Spiele der Schüler- und Schülerinnenabteilungen. Die Turnaemein.de Florstadt, der sogenannte bürgerliche Verein, hielt sein Abturnen in der Turnhalle ab. Die Leistungen an den Geräten waren gut, wie es ja nach den in diesem 3ahr wieder errungenen Preisen nicht anders zu erwarten war. Am Zach- mittag wurde ein Wettkampf zwischen geladenen Vereinen ausgetragen, an dem sich die Vereinsmitglieder außer Konkurrenz beteiligten. Diese volwtümlichen Kämpfe wurden von einer großen Zuschauermenge mit Spannung verfolgt. — Am Abend war in den Lokalen der beiden Vereine Tanz. Kreis Büdingen. △ Wallernhausen, 24. Aug. Bei der gestern hier abgehaltenen Beigeordnetenwahl war die Beteiligung der Wähler äußerst rege. Der Landwirt Robert Bach erhielt 185 Stimmen unb der bisherige Beigeordnete Karl Nies III. 142 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. In dem benachbarten Michelnau wurde der seitherige Beigeordnete Karl Hofmann einstimmig wiederge« wählL Er tritt nun die 1. Wahlperiode an. y. Bingenheim 23. Aug. Unser seitheriger Beigeordneter hotte auf eine Wiederwahl verzichtet. Es waren 2 Kandidaten aufgestellt, von denen der Landwirt unb Fuhrmann Otto Reichharbt gewählt würbe. In Ober-Widdersheim würbe ber seitherige Beigeorbnele Karl (Eifer I., Gastwirt, mit 177 Stimmen wiebergewählt. Der Gegen- fanbibat Friebr. Schneiber erhielt 135 Stimmen. Kreis Schotten. B. Schotten, 23. Aug. Der am 19. August hier abgehaltene Dekanatstag des evangelischen Dekanats Schotten, zu dem sich aus allen evangelischen Gemeinden des Dekanats die weltlichen Abgeordneten, die Pfarrer und Vertreter der Religionslehrer und Organisten eingefunden hatten, wurde mit einem Gottesdienst in der hiesigen altehrwürdigen Stadtkirche feierlich eingeleitet. Rach der Predigt von Pfarrer Zimmer, Breungeshain, eröffnete Dekan Volp aus Laubach die Tagung mit einem kurzen Be- grüßungswort. 3m Auftrage des Dekanatsaus- schusses erstattete Hofprediger Widmann von Gedern den (Jahresbericht über den kirchlichen und religiös-sittlichen Zustand der Gemeinden des Dekanats in den 3ähren 1923 und 1924. Sodann ergriff Pfarrer Kornmann, Ulrichstein, das Wort zu einem Referat über die Aufgaben, die die neue Gesetzgebung, betreffend 3ugenöfürforge und Wohlfahrtspflege den Kirchengemeinden stellt. Gr hob hervor, daß die Reichsgesetze von 1923 und 1924, die sich mit der 3ugend und ihrer Erziehung beschäftigen, der evangelischen Kirche bedeutungsvolle Arbeitsmöglichkeiten eröffnen, unb daß die besondere Zot der 3ugenö und mit der 3ugend von ber Kirche die Umstellung auf andere Arbeitsmethoden als seither verlange. Eine lebhafte Aussprache schloß sich an den Vortrag an, in der auch Vorschläge über die Persönlichkeiten zur Annahme gelangten, die die kirchliche 3ugendarbeit in dem 3ugenöamt des Kreises Schotten vertreten sollen. Sehr eingehend beschäftigte man sich mit den Maßnahmen, die zur Hebung des religiös-sittlichen Lebens in den Gemeinden ergriffen werden können. Beklagt wurde vor allem die Verbreitung von Schmutz und Schund in Wort und Bild, das Heberhand- nehmen der Feste und des Alkoholverbrauchs. Es wurden diesbezügliche Entschließungen gefaßt, die der Landes- und Reichsregierung unterbreitet werden sollen. Den letzten Beratungsgegenstand bildete die Beteiligung der Gemeinden an der Gießener Gustav- Ad ol f-T a g u n g im September, nachdem zuvor der Schriftführer des, Hessischen HauptvereinS der Gustav-Adolf-Sttftung, Pfarrer Wagner. Bensheim, der persönlich erschienen war, er- I greifende Schilderungen von dem Kampf der evangelischen AuSlanddeulschen um ®Laube unb VollSlum gegeben halle. Ein gemeinsames Mittagessen üfchloß die inhaltsreiche Tagung, die in der Fülle des Gebotenen ein Bild von dem Willen zur lebendigen Kirche gab. wie er sich auch in den abgelegenen Gemeinden deS hohen Vogelsberg auSwirkt. 0 Laubach, 24. Aug Born schönsten Wetter begünstigt, ist gestern daS diesjährige 3ugenbfeft zur vollkommenen Zufriedenheit der Teilnehmer ausgefallen. Die Schüler der Realschule und der Stadtschule mit ihren Lehrern zogen von der .Halle" unter der Musik der Feuerwebrkapelle (H. Diehl) unb deS Trommler- und Dfeiferkorps des Turnvereins durch die Hauptstraßen der Stadt zum Sportplatz an der Freienseener Straße. Rach einem Getangsvor- trag der Singabteilung der Realschule hielt Studiendirektor Dr. Hainer eine eindrucksvolle Ansprache, worin er bie Bedeutung deS Sports näher barlcgtc. Hierauf folgte einAufmarfch mit Ordnungsübungen der Realschüler unter Gesang des LiedeS .Turner, auf zum Streite", woran sich Freiübungen mit Musikbegleitung anschlossen. Sodann wurde ein symbolisches Singspiel durch Schülerinnen der drei jüngsten Mädchenklassen der Stadtschule vorgefühn 3m Mittelpunkte des Festes standen die K a m p s s p i e l e, die in vier Gruppen abgehalten wurden und aus Wettlauf. Weitfprung, Kugelstoßen, DiskuS- und Speerwuif bestanden. Sie wurden durch einen ©tnffettcnlauf beschlossen, worin ein Wettbewerb zwischen Realschülern und Stadtschülem stattfand und bei dem die ersteren sich unterlegen zeigten. Die Feier wurde durch die Verteilung der Preise beendet, die aus Büchern bestanden. Krcis Alsscld. — Homberg a. d. O., 24. Aug. 3m Laufe der vorigen Woche weilte Herr Staatsrat Block von Darmstadt hier unb beehrte die H obere Bürgerschule mit seinem Besuche. Während dieses Ausenlhaltes wurden mit dem Gemeinderate Verhandlungen über das Weiterdestehen dieser Anstalt gepflogen, da sie ja aus Gemeindemitteln erhalten wird: auch werden ihre Lehrer aus der Stadtkasse besoldet. Erfveulicherwetse erßärte sich der Gemeinderat für die Aufbringung der erforderlichen Gelder bereit und sicherte dadurch das Fortbestehen dieser Schule, die doch hier für das flache Feld, oben- drein nahe der Grenze gelegen, eine dringende Zotwendigkeit ist — Da die Ernte größtenteils nunmehr unter Dach und Fach geborgen ist, ist fett der letzten Woche die Dreschmaschine wieder tn Tätigkeit getreten. — Am letzten Sonntage veranstaltete der hiesige Kriegerverein ein öffentliches Preis schi eßen auf dem Schießstande vor der Hardt. Um 12* 1/» ^hr rückten die Schützen unter den Klängen unsrer Musikkapelle vom Marktplätze aus ab An dem Schießstande setzte bald cm lebhaftes Schießen ein. beim wertvolle Preise winkten: eine älhr, ein Satz Aluminiumtöpfe, eine Wage mit Gewichten, ein Einkochapparat und noch viele praktische Gebrauchsgegenstände. Auch war Wirtschaft am Platze und reichlich Sitzgelegenheit, so daß das Schießen bis Eintritt der Dunkelheit sich ausdehnte. Geschossen wurde mit Wehrmannsbüchsen. Unter Musikbegleitung traten alle befriedigt den Heimweg an. An diesem Sonntage war unsere neugegründete Kapelle zum ersten Male öffentlich auf getreten. Sie erntete allenthalben reichen Beifall. Kreis Wetzlar. d. Wetzlar, 24. Zug. Der Oberpräfident der Rheinprovinz hat für den Umfang der Rheinprovinz — also auch für den Kreis Wetzlar —- mit Zustimmung des Provinzialrats eine Polizeiverordnung erlassen, nach welcher der Z b s ch u h weiblichen Rehwildes unterlagt wird. Zach dieser Polizciverordnung sind auch Reh- b ö ck e über die in der 3agdordnung festgesetzte Schonzeit hinaus vom 1. 3anuar bis 31. Mai und vom 1. September bis 31. Dezember mit der 3agd zu verschonen. Der Zbschuß von Rehböcken auf Treibjagden ist gleichfalls verboten. Zus besonderen Gründen, insbesondere zur Zbwen- bung wesentlicher wirtschaftlicher Zachteile, kann der Regierungspräsident Zusnahmen von dieser Polizeiverordnung, jedoch nicht über die Bestimmungen ber 3agborbnung hinaus, gestatten. Uebertretungen werben mit Gelbstrafe bis zu 150 Reichsmark oder mit Haft bestraft. Die Polizeiverorbnung tritt am 31. Dezember 1927 außer Kraft. Praktisch wirkt sie sich also so aus, baß in bictam 3ahre die 3agd auf Rehböcke statt am 31. Dezember, schon am 31. August endigt, in den 3ahren 1926 unb 1927 nur in ber Zeil vom 1. 3uni bis 31. Zugust zugelaffen ist, unb daß weibliches Rehwilb in ben 3ahren 1925. 1926 unb 1927 überhaupt nicht abgeschossen werden bars. rtr. S o rl ar, 20. Zug. Die Einbringung der Getreideernte hat ihr Ende erreicht, dafür hat man mit dem Dreschen begonnen. Der Ertrag wird von ben Lanbwirten allgemein als reichlich bezeichnet. Starkenburg und Rheinhessen. ' D a r m ft a b t, 23. Zug 3n ben Tagen vom 22. bis 24. Zugust wurde hier der erste Hess. Geflügelzüchtertag abgehalten. 3m Mittelpunkte ber Veranstaltungen stand eine stark besuchte Versammlung am Sonntagvormittag, der Vertreter der Regierung, ber Landwirtschaftskammer. ber Stabt und des DerkehrsvereinS beiwohnten. Zach den Begrüßungsreden hielt ber Vorsitzende des Landesverbandes Hess. Geflügelzüchter, Herr Muntermann - Offenbach, einen Vortrag über „Die Entwicklung ber Geflügelzucht in Hessen". Der Redner schloß an die Schilderung der Vergangenheit in ber Geflügelzucht ben statistischen (Nachweis, daß sich bie Geflügelzucht in Hessen, die durch ben Krieg schwer gelitten habe, wieder hebt. Das Ziel müsse sein, Deutschland von dem Bezug von Eiern unb Fleisch vom Zustand unabhängig zu machen. 3n dem zweiten Vortrag, ben Dr. Phil. Z. Schwan, Kustos an ber zoologischen Abteilung des Lanbes- mufcumS in Darmstadt hielt über „Zeue unb neueste Anschauungen über Vererbung", wurden hauptsächlich bie theoretischen Erkenntnisse ber Vercrbungsgctahe. die Gregorius Zlenbel aufstellte. auf Erfahrungen in der Geflügelzucht angewandt. 3n der Aussprache wurde u. a. lebhafte Klage über die Zut om o b Ur a f er ei geführt, wodurch großer Schaden angerichtet werde, well oft wertvolles Zuchtmaterial dabei zugrunde gebe. Es wurde mitgeteilt, bah die Regierung Maßnahmen gegen die Zutoraferei treffen Derbe. Die Versammlung beschloß, die Zeugrün» düng der Vogelschutzvereine in Hellen zu fordern. Der nächste Geflügelzüchtertag findet in Bad- Zauheim statt. • Darmstadt. 22 Aug Die »Darmstädter Gruppe" eröffnet am 15. Oktober im AuSstellungShauS auf ber Mathildenhötx ihre Herbstausstellung, die bis zum 15. Dezember dauern soll • Darmstadt. 24. Aug. AIS eine Veranstaltung deS ..Darmstädter Sommers" wurde am Samstag im städtischen Saalbau in Darmstadt in Gegenwart zahlreicher Vertreter ber Regierung. der Darmstädter Stadtverwaltung, des Handels und der 3ndustrie die Hessische HandelSfchau 1 92 5 eröffnet. Der Vorsitzende deS geschäft-führenden Ausschüsse- der Schau. Theodor Stemmer jun. sowie Oberbürgermeister Dr G l ä s s i n g. Darmstadt, hielten Eröffnungsansprachen. Die Handel-schau ist in dem Hauptsaal und in einer Reche von Zeben- räumen deS Gebäudes untergebracht: sie ist reich beschickt und wirb stark besucht. Die Säle sind in einzelne Stände aufgeteilt, in denen 64 Firmen, vorwiegend aus Darmstadt, aber auch von auswärts. Warenproben usw. feichalten nach Art einer Messe. Da da- Unternehmen von ber Gruppe ..Lebensmittel" de- Hessischen Einzel- hanbelS veranstaltet ist. so sind in ber Hauptsache auch Lebensmittel au-gestellt. An ben Eröffnungsakt schloß sich ein Rundgang der Gäste. Die Ausstellung dauert bi- zum 27. August. fpd. Off enbach. 24. Aug. Offenbacher und Frankfurter Kommunisten unb Mitglieder des roten FrontlämpferbundeS griffen am Sonntag nachmittag einen Festzugder deutschen Ehrenlegion planmäßig an unb belästigten die Zugteilnelnner und die Polizei, die in starkem Aufgebot den Zug begleitete, mit ben unflätigsten Schimpfworten Die Polizei lieh sich aber nicht provozieren, griff bann aber mit schar sei Hanb ein. alS die Kommunisten mit Sstöcken auf die Zuschauer einschlugen. Bei dem entstehenden Tumult wurden zahlreiche der Burschen durch Säbelhiebe verletzt. Die HaupträbelS- sührer konnten fest genommen werden. Unter ihnen befanden sich auch „Abkommandierte" auS Frankfurt. Das Verhalten der Polizei und ber Zugteilnehmer war, wie Augenzeugen bestätigen, vollständig einwandfrei und korrekt. Mainz, 24. Aug. Der Landesverband der Weinbautreibenden Nieder - Oe st er- r e i ch s , wird, wie wir hören, am 3. September der hessischen Domäne einen Besuch abstatten. Der Verband befindet sich z. Z. auf einer Studienreise nach den deutschen Weinbaugebieten, wo insbesondere Franken, Hessen, die Nahe und der Nhein- aau besichtigt werden sollen. Der Abschluß der '.Reife soll eine Besichtigung der Ausstellung „Deutscher Wein" in Koblenz und die Teilnahme an dem dort stattfindenden deutschen Weinbaukongresse bilden. Hedsen-Nafsau. bl. Dillenburg. 24. Zug. Vertreter ber Regierung unb Bausachverstänbige wellten vergangene Woche hier, um in Gemeinschaft mit den Vertretern bes Kreises unb ber in Frage kommenben Gemeinben bie neue Dizi- n a I ft r a 6 c zwischen dem Dillkreis unb bem Kreise Biedenkopf eingehend zu besichtigen. Die Straße ist bi- auf die Lieberschüttung mit Kleinschlag und die Walzarbeiten vollenbet. Bei den Besprechungen kam auch die weitere Finanzierung der Zrbeitcn zur Sprache. Obwohl die Geldbeschallung mit einigen Schwierigkeiten verbunden ist, hofft man doch, im Laufe des Jahres bie Zrbeitcn zu vollenben. 3m Laufe bei Woche wird der Minister für Wissenschaft, Kunst und VolkSbildu ng nach hier kommen, um mit der Leitung des Lehrerse ml« nars resp. den staatlichen Behörden Derhanb- lungen bezüglich einer zukünftigen Verwendung des Gebäudes zu pflegen. Sine Entscheidung über bas Schicksal des Hauses steht in Bälde zu erwarten. spb. Frankfurt a. M., 24. Zug. Die Zaxos-Union, Maschinenfabrik, schloß wegen eines von den Arbeitern herbeigesührten Proteststreiks gegen bie Entlassung des zweiten Detriebsratsvorsitzenben ihren gesamten Betrieb. Von der Aussperrung würben 400 Arbeiter betroffen. — An bet Wilhelmsbrücke k e n - t c r t e am Sonntag ein durch die 3nsafsen ins Schaukeln gebrachtes Boot. Die 3 n f a f f e n fielen ins Wasser und konnten nur mit großer Mühe gerettet werden. — 3 u nge Burschen, bie in der Zacht zum Montag vom Tanz- hoben heimkehrten. gerieten in ber Battonstraße in Streit. Dabei wurde ein achtzehnjähriger Bureaugehilfe durch einen Messerstich in bie Lunge lebensgefährlich verletzt fpd. Frankfurt a. M., 22. Aug. Unter dem Eindruck des wachsenden Wider st andes der Bevölkerung gegen die Erbauung eines Denk« mals aus dem Altkönig haben die beteiligten Kreise den Denkmalsplan nunmehr endgültig aufgegeben. Auch die Wiesbadener (Regierung hat sich, wie wir erfahren, auf die Proteste hin gegen die Verschandelung des Altkönigs ausgesprochen. Damit dürfte das Altkönigprojekt für immer begraben sein. Fulda, 25. Aug. (TU. Eigener Bericht.) während ein schweres G e w i k l e r am Samstagnach- mittag über die Rhön zog, schlug der Blitz in die Scheune des Landwirts SchwerdzuLahr- doch und zündete. In kurzer Zeit stand ein ganzer Dorsteil in Flammen. Trotz vielsei. tiger hilse brannten 8 Wohnhäuser und zahlreiche wirtsihaslsgebäude nieder. 43 Personen sind ob- ba< tvs. nur wenige der Abgebrannten sind versichert. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der ,Radio-Llmschau".) Mittwoch, 26. August. 3Ubr: WirtschaftSmelbungen. 4Uhr: Wetterbericht ber (Siebener Wetterdienststelle 4 Uhr. Wirtschallsmelbungen. 4.20 Uhr: Zachrichtenbienst. 4.25 il&r: Wirtfchaftsmelbungen. 4.30 bis 6 Ufcr Zachmittagskonzert bes HauS- orchesters: Operetten. Mitwirkung: Afreb Strauß (Tenor): am Grotrian-Steinweg-Flügel Dr. Reinhold Werten vom Frankfurter Opernhaus. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 biS 7 Uhr: Kinder- ftunbe: 12. Sagennachmittag, veranstaltet von Rektor K. Wehrhan. 7 Uhr: Wirtfchaftsmelbungen. 7.30 bis 8 Uhr: Die Bücherstunde. 8 bis 8.30 Uhr: Vortrag von Dr. Herbert Kränzt „ZIt Berlin Humor". 8.30 Uhr: Ein Zbenb der Verwechslungen. Zussührenbe: Mitglieber Frankfurter Bühnen: Leitung: Herr Frtcke: Mitwirkung: Das Hausorchester. — Anschließend: Zach- richtendienst, Wettermeldung, Sportfnnkdienst. Derantworllick für den totalen Teil: L 23. Eyrhard Evers. K: v. W; HeiiiceK Seifenpulver Ein Seilenpulver wie es seid soll — fettreich -und von höchster Waschkraft Die große Ergiebigkeit dieses,Seifenpulvers sichert sparsamstes Waschen. Für Maschinenwäsche hervorragend geeignet. Donnerstag, 27. August 1925, abends 8l/4 Uhr, im Kurhaus zu Bad-Nauheim: Sonder-Konzert des staatlichen Kurorchesters Leitung: ARTUR ROTH ER vom Staatstheater Wiesbaden. Beethoven, 7. Symphonie A-Dur — Strawinsky, Suite der Pulcinella - Liszt, Mazeppa. 7952c Eintrittskarten 1, 2, 4 und 5 Mk. bei Ernst Challier und an der Kurkasse. - Rückfahrt D-Zug 10,59 Uhr. Wozu einlädt DER GIESSENER KONZERTVEREIN. findet Mittwoch 21/, Uhr statt. Um zahlreiche Beteiligungwird gebeten Die Beerdigung unseres lieben Kameraden XfcZSES&gX MM Bekanntmachung. Nach § 9 der Durchführungsbestimmungen zum Steuerüberleitungsgeseh sind zur Anmeldung des künftig maßgebenden Wirtschaftsjahres verpflichtet. 1. für die Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer a) Steuerpflichtige, die Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau oder sonstige nicht gewerbliche Bodenbe- wirtschaftung betreiben, wenn fle für ein anderes Wirtschaftsjahr als dem Zeitraum vom 1. Juli bis 30. Juni regelmäßige Abschlüsse machen; b) Steuerpflichtige, die ein Gewerbe einschließlich des Bergbaues betreiben, sowie körperschastssteuer- pflichtige Erwerbsgesellschaften, auch soweit sie kein Gewerbe betreiben, wenn sie für ein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr regelmäßige Abschlüße machen; 2. für die Umsatzsteuer; offene Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften und andere Unternehmungen ohne Rechtspersönlichkeit, wenn sie für ein vom Kalenderjahr ab- weichendesWirlschaftsjahr regelmäßige Abschlüße machen. Die Anmeldung ist bis zum 31. August 1925 bei dem Finanzamt einzureichen. Anmeldungsvordrucke werden den Steuerpflichtigen zugesandt werden. Steuer- pflichtige, die bis zum 28. August 1925 nicht im Besitze eines Vordrucks sind, haben sich an das Finanzamt zu wenden. Gießen, den 24. August 1925. Finanzamt Gießen. 7958c Frische Mtee treffen Donnerstag und Freitag früh billig ein. 7966c CI taten Babnbont.59.Tel.66 Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorn. Hermes Täglich Aufnahme f. d. neuen Kurse. . Tel. 240 auch nachts la Handkoffer sehr billig 1606c Carl Schunck Verkäufe j Waschmaschine u. GaSlamve zu verkaufen Landgraf- Pbil.-Pl. 10II. MM, öen 26. August 1925, nachmittags 3 Ubr, versteigere ich Neuenweg 28 (int Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung: I. 2BüsettS, 2 Sofas, 1 Pianino, 1 Ladenkasse, 2 Gasherde. 1 ernaill. Küchenherd, 2 Nähmaschinen, 2 Vertikos, eine Kommode, 1 Küchenbüselt, 1 Ruhebett, 1 Divan, 1 Kleiderschrank, 1 Teppich, 6 verschiedene Straußenfedern, drei Schleier, 1 Ladentheke, 1 Schreibtisch mit Stuhl, verschiedene Korbmöbel, 1 Hausbackofen, verschied. Schlosserwerkzeug, 1 mtlle Zigarren, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, 4 Stühle, 1 Zentrifuge, 1 Kachelofen, 1 irischer Ofen, 1 Küchenwagen, 14 Holztabletten, 10 Kochtöpfe, II. bestimmt: 2 Herrenfahrräder, 18 000 Hufnägel, 50 u. 80 mm, 4000 Flügelmuttern, V«-Zoll°Gewinde, III. Hieran anschließend an Ort und Stelle: 1 Kiste (500 kg) Messing, eine Drehbank, 1 Blechschneidemaschine, 7 Einsachmeboltth-Apparate, 1 Stark- mebolith. 7964D Vogel, Stellv. Gerichtsvollzieher in Gießen. Versteigerung. Donnerstag, den 27. August, versteigere ich freiwillig gegen Barzahlung 6 Bienenvölker mit Zubehör, 1 Bienenhaus, 11 Hühner, 2 reinrassige Ziegen und 1 reinrassigen Ziegenbock. 7959D Bahnhof Lumda, den 26. August 1925. All« MjWMistkk Setz fflroe. Bullenverkauf. Die Gemeinde Treis a. d. Lda. verkauft einen fetten Bullen. Angebote für den Zentner Lebendgewicht sind bis zum Freitag, dem 28. August d. I., nachmittags 5 Uhr, bei uns einzureichen. Die Besichtigung kann 1 Stunde vorher erfolgen. Die Derkaufsbedingungen sind bei uns offengelegt. Treis a. d. Lda., den 25. August 1925. Hessische Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. Will. 7961D Bei schwerem überaus störendem Damenfrisieren Schampunieren.elektr.Massage,Maniküre empfiehlt im neu eingerichteten Damensalon Saubere Bedienung Gutes Personal Hans Götz Herren- u. Damen-Frisiergeschäft, Asterweg 1 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Ableben unserer lieben Entschlafenen sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir allen unseren tiefgefühltesten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Weiß. Shanghai Darmstadt 7954D (Stellenangebote In all.TeilenOberh. für anaen. Tätigkeit Ilicht. Vertreter gesucht. Ueber 300 Mk. Verk -Tantitzme wo- natltch. Schr. Ang. u. 06975 a. d. Gieß. Anz. 9rts!unOioe teöegeroonöie BerfönlldiKlt für hiesigen Bezirk von erster Firma gesucht. Schrift!. Angeb. unter 7967D an den Gieß. Anz. IMir WWl sucht 06977 Gustav Belitz Liebigstraße 83. Tel. 1122. Gesucht tiW. Mlhku oder Frau für Hausarbeit vormittags. 06970 Schifsenberaer Wen 40, A IL Treffpunkt um 2 Uhr am Portal des Neuen Friedhofs. Der Vorstand. __________________________________7950D ‘ 1862—1912 Am 23. August starb unser guter Altersgenosse Heinrich Adam Lindenstruth Schmiedemeister. Wir betrauern den Heimgang eines treuen Altersgenossen, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Beerdigung Mittwoch, 26. August, 21/, Uhr nachmittags. Um zahlreiche Beteiligung bittet 7968D der Vorstand. Großen-Linden, den 24. August 1925. 06980 Liebigshöhe Mittwoch nachmittag 4—7 Uhr Familien-Konzert Eintritt trei 29880 Eintritt frei Ihre Vermählung geben bekannt Dr. med. K. Noll und Frau Gertrud geb. Schaub Pferd zu verkaufen. ,96$D Huhn. Rittergaffe. Erstklassige Backerei umständehalber zu verkaufen. Schr. Ang. u. 06979 au den Gien. Anz. DKW verschied. Modelle, gebr. und fabrikneu, tets a. Lager bet 7MTc Schilling, Gießen, Frankfurter Str. 23. hat Herr Dr. med. M. in B. mit °SL°S-rl.a-S-tse einen ebenso schnellen wie vollstünd. Erfolg erzielt. Per St.M. —.65, 80% verstärkt M. 1 — Zur Nachbehandlung istHerba-Creine besond. zu empfehlen. Zu haben In allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien au verlaufen 0,3671 Lcibgest. Weg 21. Telephon 1308. iinniiiiiniiiiiiiiiniiiiiiiiiiD Easbalieofeu fast neu, umzugsh. f. 80 Jl zu verk. ogms Stevbanstr. 43 I. OHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIID UM Wir bringen unseren Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser langjähriges Vorstandsmitglied u. lieber Kamerad Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. August, nachmittags 21/, Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Der Vorstand. _________________ 7960D | M. LiDtaMi ' gestorben ist. Wir benachrichtigen hiermit die Kameraden von dem Ableben unseres lieben Kameraden und ehem. I. Hauptmanns derF.G.F. DeinhlinhsM Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 26. August, nachmittags 2*/. Uhr, statt. Antreten um 2*/‘ Uhr am Pottale des Neuen Friedhofs. 7963c Die Kommandos: (L Wenzel. Fr. Wenzel. 7951c Ter Vorstand T.C. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Mitgliedes H. Lindenstruth in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. August, nachm. 21/, Ubr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten unsere Mitglieder sich zahlreich daran zu beteiligen. Sofa mit Umbau (bunfel) Eiche» sehr gut erhalten, zu verkauf. Anznsehen Mittwoch, den 26.8., von 3-4 und 7-8 Uhr. Wo? sagt d.Geschäfts- stelle d. G.Anz. W963 || Vermietungen | Mbl. Mm an soliden Herrn sofort zu verm. Liebigstraße 72. Ein leeres Zimmer evtL mit Küchen- benutzung, an alleinstehende Dame oder Herrn zu vermieten. Näheres von 12 bis 3 Uhr nachmittags Marburg. Str. 29 im Laden. [06968 Äd^Zinim mit elektr. Licht an ruhigen Herrn zu vermieten [JtOTD Steinstr. 1211, l. | Mietgesuche Alleinst. Dame sucht ‘t^2 Simmet mit Kochgelegenheit. Schr. Angeb. unter 06967 a. d. Gieß. Linz. Lesehalle Kirchenplatz 9 Telephon 1335 täglich geöffnet von 9-1 und 3-8 Uhr Verkauf von Illustrierten, Zeitungen, Fahr- planen, Ansichtskarten usw., Führer von Gießen sowie von Bayern, Baden, Rhein, Harz, Thüringen, Oberhessen, Hessen-Nassau, Nordsee, Ostsee u. a. m. Mäßige Gebühren. Von der Reise zurück Dr. Baum Zahnarzt Seltersweg 70 Tel. 1273 _____________ 7969Y Radio-Apparat mit Antenne, 15 Kopfhörern nebst allem Zubehör, für Mk. 300.- zu verkaufen. Anschaffungswert über Mk. 1000.-. Zu erfragen bei Herso, Plockstr. 5. 7956h lällisiäf Ein seit 25 Fahren in Frankfurt (Main) bestehendes Manufakturwarengeschäst mit großem Kundenkreis sucht wegen Todesfall einen soliden israel. branchekundigen Herrn bis zu 35 Zähren mit etwas Vermögen zur Führung, evtl. Ginheirat. Derselbe muß Landkundschaft besucht haben. Angebote unter F.T. 3200 an Ala- Haasenstein L Vogler, Frankfurt a.M. ,8tsA Erslkl. Oualiläls-Massenartikel (35 Pt) in jedem Haushalt unentbehrlich, hervorragend geeignet für den Verkauf direkt an Private. 100% Gewinn, biet. Fabrikant direkt an. Angeb.erb.u.^.lH.2449 an Rudolf Mosse, Berlin-Friedenau, Rbeinstr.lv. Erstklassige Existenz mit einem monatlichen Einkommen von ea. 900 Goldmark bieten wir tücht. Land- reif.; eS bandelt sich um Dauerstell. Bewerb. u.V.G.20934an Rndol! Dioese,Brannschwelg. Mm Mioon mit tadellosem Auf und Charakter, mit allen Bureauarbeiten vertraut, bilanzsicher und reisegewandt, sucht, gestützt auf erstklassige Zeugniße. Anstellung in gutem Hause für sofort oder 1. Oktober. Schriftliche Angebote unter 06964 an den Gießener Anzeiger erbeten. Durchaus zuverläsftgeS litte das alle Hausarbeit versteht und gut nähen und bügeln kann, zur Bedienung zweier einzelner Damen [7937D zu (Mio gesucht. Angebote an Frau Lange, Nahrungsberg 8. Tüchtiges, ordentl. Mädchen das kochen kann, für Jahresstellung sofort ob. 1. Sept, gesucht. Offerten an Frau Kuttner, Bad-Naubeim, Parkstr. 24. isian» Erfahrenes ordentliches MM gesucht. 06978 Liebigstrahe83 Laden. LrdenWeS MM a. liebst, vom Lande, für vormtltagSüber sofort gesucht. ,»«D Walltorstr. 32 p. TW. Wulm perfekt in Küche u. Haushalt, sucht Stellung als Stütze in gutem Hause in Gießen oder Nähe zum 15 9. ob. spitzer. Schr. Angeb. unter 06974 a. d. Gieß. Anz. Diejenige ,6e69 Dame welche am Sonniag abend t. Ca!< Amend ihre schwarz» Ko stümjackem-Taschen- tuch „Sinnt" gegen meine dunkelblaue Kostümjacke vertauschte, wird gebeten, dieselbe gegen die ihrige dort wie- der umzutauschen. Miierjiher Ges.-Btktiiik.B. Heute abend 8»/, Ubr: " Wiederbeginn der Singstunde. Die Kameraden, welche die 116er Feier am 5., 6. und 7. September mit- machen wollen, werden gebeten, sich bei Kamerad Stephan. Bahnhofstraße 21, in die Liste einzuzeich- nen. Eintritt mit Jestbuch 2.50 Mk., Karre für Familienangehörige 1 Mk in allen Formen und Farben äußerst preiswert 7970a Damen- und Herren- LV » M Gummimäntel nfffl -0 3 3 C s 0 s Oj d- 6) C 8 S Q 3 8 J S @ v 9$^ DF Ä iO e j« ~ 'S 2 $ a o «— i-2® ❖ *— o 9 .5 «a ’n $^.2 Nr. 198 Swetter Blatt Gießener Anzeiger (Senerai-Anzelger für (Vderheffen) Dienstag, 25. August (925 DieAustvettungvonZparguthaben bei Privatfpariasten und Banken. Bon Rechtsanwalt W. L u l e y, Gießen. Die Aufwertung von Sparguthaben bei öffentlichen oder unter Staatsaufsicht flehenden Sparkassen ist noch Art und Durchführung in § 55 und folgenden des Aufwertunosgeseßes geregelt, lieber die Auf- Wertung von Guthaben bei Prioatlparkafsen und Lanken ist in dem Gesetz nichts gesagt. Die Aus- ivertung von Soarguthaben bei Priooliparkassen ist üurch das Auswertunasgeseg nicht ausgeschwsien. hierüber besieht fein Zweifel. Zweifelhaft ist nur, auf welche Weise die Auswertung dieser Guthaben zu erfolgen hat. Während Warneyer-Koppe annehmen, daß die Aufwertung von Sparguthaben bei Vrivatsparkassen nach analoger Anwendung der 8 55—57 erfolgen muß, steht Wagemann auf dem Standpunkt, daß die Guthaben bei Prioatsparkassen nach allgemeiner Vorschrift, indessen regelmäßig nicht über 25 Proz. oufzuwerten seien. Ein Anhalt ist in dem Gesetz für die Anschauung von Warneyer-Koppe nicht gegeben. Es erscheint mir vielmehr richtiger, daß eine Auswertung von Guthaben bei Privat- sparfassen nach den Grundsätzen von § 62, 63, Abs. 1 und 4 zu erfolgen Hot. Es werden also die Inhaber von Sparbüchern von Prioatsparkassen gut tun, sich mit den Kassen wegen Regelung der Aufwertung ins Benehmen au setzen. Eine Zuständigkeit der Auf- mertungssteUe ist nicht gegeben. Es sind die örtlichen Gerichte zuständig, die nach freiem Ermessen die Aufwertung vorzunehmen haben. Zweckmäßig wird es allerdings dabei sein, nach den Borschristen der § 55 bis 57 des Aufwertungsgesetzes zu verfahren. Was die Aufwertung von Sparguthaben bei Banken anlangt, so hat das Gesetz bezüglich dieser eine ausdrückliche Regelung ebenfalls unterlaßen. Sparguthaben bei Banken sind in dem Gesetz nirgends erwähnt. Allgemein ist bezüglich der Darlehensansprüche an Banken in § 66 des Gesetzes bestimmt, daß diese nicht oufgewertet werden, von Ausnahmesällen, die hier nicht weiter interessieren, abgesehen. Die Frage wird also die sein, ob Sparguthaben bei Banken unter die nach § 66 des Gesetzes nicht aufzuwertenden Darlehen fallen. Was die rechtliche Natur der Spareinlage an- langt, so ist bezüglich dieser eine Regelung in dem Bürgerlichen Recht nicht erfolgt. Staudinger sagt in Anmerkung II 8 zu §607 BGB.: „Auch die Einlage bei einer Sparkasse ist im Grunde ein Darlehens- vertrag." Diese Ausdrucksweise beweist, daß die Annahme eines Darlehensvertrages schlechthin für eine Spareinlage nicht unbedenklich erschien. Worin bestehl nun die Besonderheit eines mit einer Spar- taffe eingegangenen Darlehnsvertrags? Die Besonderheit beruht in der Eigenart der Sparkasse. Die Sparkasse ist eine Institution zur Annahme von Darlehen in kleinen bis mittleren Beträgen, die von ic her sich an die breiten Massen in Geldsachen nicht erfahrener kleiner und mittlerer Sparer gewandt hat und deren Brtrauen in Anspruch genommen hat. Soweit die Sparkassen öffentliche oder unter Staatsaufsicht stehende sind, haben sie sich diese Vertrauenswürdigkeit behördlch bestätigen laßen. Aber auch die Privatsparkaßen haben in gleicher Weise für sich dos Vertrauen ihrer Einleger in Anspruch genommen. Insbesondere sollte die Art der Anlage der eingezahlten Kapitalien deren Sicherheit garantieren. Für öffentliche Spar- kaffen sind indes gesetzliche Vorschriften über die Anlage und über Reservefonds erlaßen worden. So enthält beispielsweise das Hessische Sparkassenaesetz von 1902 die Vorschrift, daß die Satzung Bestimmungen über die Anlage der Kapitalien treffen muß und schreibt außerdem vor, daß ein Reservefonds in Höhe von 10 Prozent der Einlagen gebildet werden muß. lieber die Art der Bildung des Reservefonds, feine Zusammensetzung im einzelnen trifft das Gesetz keine Vorschrift. Für wie außerordentlich sicher in der Vorkriegszeit die öffentlichen Sparkassen gehalten worden Jfnb, ergibt eine auf der Hauptversammlung des Hessischen Spar- kaßenverbandes im Jahre 1896 getroffene Feststellung: „Ein Reservefonds ist zur Sicherung der Einlagen überhaupt nicht nötig, da die Kommunen ober Kommunalverbänbe ja bie eigentlichen Garantie- träger sinb und sicherlich durch ihre Steuerkraft eine viel größere Sicherheit bieten, als ein noch so großer Sicherungsfonds. Was die Anlagen der Sparkaßenkapitalien anlangt, so ist in den Spar- kaßengeseizen zumeist nur mit allgemeinen Worten auf eine sinngemäße Verteilung der Sparkassenkapi- tahcn auf die verschiedenen Risikoselder hingewiesen. Die Sparkaßen sollen ihre Kapitalien teils liquid, teils illiquid anlegen, keinesfalls aber ausschließlich in Hypotheken, da eine ausschließliche Anlage in Milch und Honig. Holländische Bilder von Manfred Hausmann. Delft, Spätsommer 1925. Wenn man selten ins Ausland kommt, meint man immer beim Betreten des fremden Boden, nun müßte sich die Welt von Grund auf anders als zu Haufe, eben ausländisch zeigen. Meistens tut sie das aber durchaus nicht. Don den Schutzleuten, den Soldaten und Beamten abgesehen, die in der lustigsten Weise kostümiert in Erscheinung treten, sehen sich die Menschen hüben und drüben fatal ähnlich. Richt wahr, die Städte jenseits der Grenze unterscheiden sich von den deutschen auf den ersten Blick nicht mehr als die im Süden unseres Vaterlandes von denen im Norden. Die Bäume, Gräser und Blumen pflegen einander aufs Haar zu gleichen. Nur die Seelen, diese merkwürdigen Singer im Leibe der Menschen, stimmen nicht gänzlich überein . . . Ach nein . . . da gibt es wunderliche Besonderheiten. Was Holland anbelangt, so glaube ich (eine gewiße Abhängigkeit der Psyche von der Physis vor- ausgesetzt), entdeckt zu haben, woher die Eigentümlichkeit der holländischen Seele rührt. Als ich zum ersten Male in eins der Institute ging, die man dort „Lunchrooms" ober „Dergunninas" nennt, er» fchrack ich in der Tür unb zog mich gefchwinb zurück. „Gott der Meere!" dachte ich in meinem Herzen, „wohin bin ich geraten?" Aber da sich mir bei vier, fünf Versuchen immer wieder derselbe Anblick bot. gab ich es auf, an einen Irrtum zu glauben, und trat ein. Man denke, all die ehrwürdigen Männer, die an kleinen Marmortischen sahen, hatten wahr und wahrhaftig ein Glas Milch vor sich stehen. Diesen Saft saugen sie in ihre Physis hinein, wie man anderwärts Bier oder Grog zu sich nimmt. Sie saugen und lächeln voller Frieden. Hinterher bestellen sie ein ..Broodje met Leidsche Kaas". Was kann eine Seele, die tagtäglich mit Milch begoßen und mit Leidsche Kaas gedüngt wird, anders tun, als fett und behaglich blühen? Auf der „Prijslijst" fand ich bann unter „Dranken" sechs verschiedene Möglich- Hypotheken es unmöglich gemocht hatte, in Notfällen die nötigen flüssigen Mittel berbeizuscha'fen. keinesfalls auch ausschließlich in Staatsanleihen, mit Rücksicht auf das hiermit verbundene Risiko er- heblicher Kursverluste. Man war also daraus bedacht, unter allen Umständen eine Anlage für bas Kapital zu schaffen, die dem Einleger Sicherheit vor Der- lüften und die Aussicht auf einen angemessenen Zinsertrag aab. Um die Kreise der kleinen und mittleren Sparer an sich heranzuziehen, haben die Banken ebenfalls sich der Einrichtung von Sparkonten und Spar- büdjern bedient. Auch sie haben unter Hinweis auf ihre finanzielle Sicherheit besondere _21bicilungcn für Spareinlagen eingerichtet, auf den Sparbüchern ihr Kapital und ihre Reserven vermerkt und, wie beispielsweise in Hessen die Darmstädter und die Pfälzische Bank, sich dadurch einer öffentlichen Spar- tafle gleidjfteUen laßen, daß sie ihre Spareinlagen für mündelsicher erklären ließen. Die Einrichtung dieser Sparkonten bot für die Banken einmal die Möglichkeit, auch solche Kreise als Geldgeber zu be kommen, die ihnen für laufende Konten ferngcblieben wären. Weiter aber bot die Einrichtung solcher auf die Dauer berechneten Sparkonten den Banken die Möglichkeit, sich Kapitalien zu verschaffen, von denen sie mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit an- nehmen konnten, daß sie ihnen auf längere Zeit verfügbar sein würden. Um solche langfristige Darlehen zu erhalten, verzinsen die Banken die Kapitalien in verschiedener Höhe je nach der Länge der Kündigungsfrist. Die Banken haben also durch die ganze Art der Einrichtung ihrer Sparabteilungen, durch die Art der Führung der Sparkonten, durch die Ausgabe von Sparbüchern und durch ausdrückliche Bezeichnung der Einlagen als Spareinlagen sowie durch Hinweis auf ihre Kapitalstärke das Vertrauen der Sparer erringen wollen und die Konkurrenz mit den öffentlichen und den Privatsparkaßen auf- nehmen wollen und aufgenommmen. Ein solches als Spareinlage gegebenes Darlehen erscheint somit nicht nur bei öffentlichen und Privat- fparkassen, sondern auch bei Banken als ein Dar- lehen, das auf Grund fester Unterlagen im Vertrauen gegeben und im Vertrauen genommen worden ist. § 66 des Auswertungsgesetzes bestimmt nun, daß ein Darlehen dann aufgewertet werden kann, wenn der Schuldner, also die Bank, das Geld in wertbeständigen oder in aufgewerteten Vermögens- beständen angelegt hat. Bei der Hingabe uon Spareinlagen konnte ohne Zweifel der Gläubiger erwarten, daß bei Verwaltung des von ihm dargeliehenen Kapitals die Bank eine Vorsicht walten laße, daß die Spareinlage zum wenigsten zu einem Teil in auszuwertenden Dermögensgegenständen angelegt wurde. Es besteht deshalo m. E. ein Anspruch auf feiten der Einleger, auch bei Banken zu erfahren, was aus ihren Spareinlagen geworden ist und wie weit die Banken in der Lage sind, die Spareinlage aufzuwerten. Andererseits ist in § 66 des Aufwer- tungsgesetzes den Banken die Möglichkeit gegeben, Vereinbarungen über die Aufwertung von Darlehen, also auch von Spareinlagen, zu treffen und nach meiner Auffassung sollten die Banken, wenn sie in Zukunft die Spareinlagen nicht verlieren wollen, von dieser Möglichkeit in weitestem Umfange Gebrauch machen. Da die Banken zu einem sehr erheblichen Teil in der Lage waren, ihre Substanz zu erhalten, besteht nach meiner Auffassung die begründete Aussicht für die Spareinleger, im Rechtswege demäß § 6o, Abs. 1 und 4 eine Auswertung zu erzwingen. Ick habe eine prinzipielle Klärung der Frage bei dem Hypothekenglaublger- und Sparerfchutzverband in Anregung gebracht. Die Danziger Hafenfrage Der Döllerbundsausschuh zur Prüfung der Danziger Hafenfrage hat sich zwar bemüht, eine Kompromißlösung zu schaffen, hat dabei jedoch mehr das Interesse Polens als die berechtigten Ansprüche Danzigs gewahrt. Die Freie Stadt wird sich kaum mit dieser Lösung zufriedengeben. Der Völkerbundsausschuß hat die Hafenzone viel zu weit auf Kosten Danzigs ausgedehnt. so daß damit fast daS ganze Ha- fengebietunterpolnischeOberhoheit g e st e l l t ist. Danzig ist somit seiner Eigenschaft als Hafenstadt willkürlich entkleidet worden. Der Senat der Freien Stadt vertrat die Ansicht, daß als Hafengebiet nur die Wasserfläche mit den zum Schifsahrtsbelrieb und zum Laden und Löschen notwendigen technischen Einrichtungen gehöre. Polen verlangte dagegen, daß sämtliche Warenlager. Geschäftslokale und alle sonstigen mit dem Hafenbetrieb in Verbindung stehenden Gebäude auch zum Hasen gerechnet werden müßten. Da Danzig von zahlreichen Armen der Weichsel durchzogen wird und sich daher in der ganzen Stadt längs der User Quaianlagen befinden. hat Polen durch die Entscheidung des Völkerbundes auch hier miltenin der Stadt sein Po st recht durckgeseht Die Entscheidung des Völkerbundes steht im Widerspruch ru dem Wortlaut und dem Sinn der danzisch- polnischen Verträge, denn zweifellos war ur- sprunglich mit dem Hafengebiet nur der Teil Danzigs gemeint, der an der Seeseite liegt. Das Gutachten der Sachverständigen sieht zwar vor. daß die vorgeschlagene Hafenlinie keine endgültige sei. Der Ausschuß schien sich wohl selber über die Llnrichtigkeil seiner Entscheidung im Klaren zu fein, denn sonst hätte er nicht vor- geschlagen, daß die Hasenlinie alle fünf Jahre auf Antrag einer der beiden Parteien einer Revision unterzogen werden könne. Die Entscheidung ist mehr nach politischen als nach sachlichen Gesrchtspunkten gefällt worden. Die äußerst rührige polnische Propaganda in Völkerbundkreisen und ihre Unterstützung durch Frankreich haben wesentlichen Einsluß ausgeübt Der englische Dölkerbundkemmissar in Dan- zig hatte bekanntlich wesentlich anders entschie- oen als jetzt der Völkerbund. Die deutsche Presse DanzigS erhebt schärfsten Protest gegen die Vorschläge der Sachverständigen und schreibt, oaß das Gutachten eine Ungeheuerlichkeit darstelle, die auch bei allergrößtem Pessimismus nicht zu erwarten gewesen sei. 3n den Kommentaren der Danziger Vlätter wird allgemein darauf bin- gewiesen, daß die Freie Stadt bisher immer schlechte Erfahrungen mit dem Völkerbund gemacht habe. Cs werden dann die vielen Entscheidungen aufgesührt. die bisher au Ungunftcn Danzigs gefällt wurden. Die Entscheidung über die großen polnischen Munitionslager im Danziger Hafen sei bei der Bevölkerung noch nicht verschmerzt Die landfremden Korn- missionen. die über das Schicksal einer rein deutschen Bevölkerung zu entscheiden hätten, verständen nicht, die Bedürfnisse der Freien Stadt zu würdigen. Die in dem Gutachten gezogene Grenzlinie vergrößere noch erheblich die ursprünglich von Polen angemaßte Zone. Als in der Rächt Aum 6. Januar die polnischen Briefkästen angebracht wurden, hatte die Bevölkerung Danzigs das Gefühl einer schweren Rechtsverletzung durch untergeordnete polnische Behörden. jetzt wisse Danzig, daß eS auch von den maßgebenden Instanzen des Völkerbundes vergewaltigt worden sei. wie Brasilien selbständig wurde. (Zum 25. August 1825.) Als den Geburtstag ihres Staates haben die Brasilianer den 12. Oktober 1822 gefeiert, als den Tag der Proklamation Don Pedros von Braganza zum konstitutionellen Kaiser. Allein diese Prokla- mation war zunächst nur eine einseitige Handlung; erst die formelle Loslösung vom alten Mutterlande durch den Londoner Vertrag vom 25. August 1825 kann als der eigenttiche Tag der Entstehung des neuen selbständigen Staatswesens angesehen wer- den. Die Vorgeschichte dieser Loslösung gehört zu den merkwürbiasten Vorgängen der Geschichte, ja, sie ist in gewißem Sinne einzigartig zu nennen. Den ersten Anstoß zur Selbständigkeit der alten Pflanzerkolonie aab die reformatorische Gesetzgebung P o m b a l s: Gleiches Recht für alle Raßen, Unterdrückung der feudalen Privilegien, Drganifa- hon der eigenen Kräfte des Landes. Der amerikanische Freiheitskrieg äußerte seine Einwirkung auf Brasiilien durch die rechtzeitig unterdrückte Ver- schworung des Siloa lavier „Tiradentes" (Zahnzieher) in Minas, im Jahre 1789. Die Ideen der französischen Revolution fanden zunächst in das nur mit Portugal in direkter Verbindung stehende Land keinen Eingang. Indirekt wirkten die europäischen Verhältnisse desto schärfer ein durch die am 21. Januar 1808 erfolgte lleberfieblung der Königin Maria und ihres Sohnes Johann nach Brasilien und die Erhebung Rio de Ianeiros zur Residenz. Die nächste Folge war: Oeffnung aller Häfen für den freien Verkehr, Errichtung zahlreicher selbständiger Behörden, starke Einwanderung von Europa, Einführung neuer Pflanzungen. Freilich auch neue Steuern und Münzverschlechte- rung. Den äußeren Abschluß fand diese fortschrittliche Entwicklung durch die Proklamation I o - Hannes VI. nach Marias Tode als „König von Portugal und Brasilien": so entstand ein neues Königreich auf amerikanischem Boden, inmitten feiten der Milchdarreichung verzeichnet: Melk of Waterchocolade, Melk (warm of koud), Melk met Ei, Karnemelk, Joghurt (alleen's zomers), Tosco met Melk of (puitroater. Das erklärt manches. Ich bin fest davon überzeugt, daß auch die kompakte Fülle der Schiffe, der Prinzessinnen, der Babywagen (die das Ausmaß eines kleinen Eisenbahnwagens haben), der Keksdosen (jede wie ein Kindersarg) und anderer Gegenstände auf eine geheimnisvolle Art mit Melk und Leidsche Kaas zusammenhängt. Man sagt, Kopenhagen sei die Stadt der Radfahrer. Ganz Holland scheint ein gesteigertes Kopenhagen zu (ein. Auf Schritt und Tritt strampelt, wiegt, klingelt und surrt es an einem vorbei. Vor den Warenhäusern stehen förmliche Kolonnen von Fahrrädern, eins gegen das andere gelehnt, so daß es den Unkundigen fast unmöglich bebüngt, ein einzelnes, zumal wenn es hinten lagert, aus dem Chaos herauszufischen. Aber das geht geschwinder, als man's glauben mag, im Nu ist das Instrument gefunden, heroorgezerrt, in Gang gebracht, im Nu sigt das Meisje drauf, und im Nu saust es von bannen. Diese Geschwinbigkeit vereinigt sich mit einer staunenswerten Geschicklichkeit. Daß Liebes- unb Ehepaare Arm in Arm bie Straßen entlang radeln, ist selbstverständlich, daß ganze Reihen per Arm schwatzend bahergefahren kommen, wobei niemand daran denkt, die Lenkstange festzuhalten, mutet schon akrobatischer an, daß aber ein beliebiger Bäckerjunge im Haag, einen Brötchenkorb an die Lenkstange, einen Tortenbehälter aufs Hintere Schutzblech ge- schnallt, wie ein leibhaftiger Zirkuskünstler ein Dugendmal um jeden Alleebaum herumsegte, die sehr schnell fahrende Straßenbahn als wildgewordener Brummer haarscharf umsurrte, einen bellenden Hund aufgriff, zu Boden warf und geschwind über seinen Schwanz fuhr eitlem Kameraden in voller Fahrt Feuer gab und ihm dabei noch Zigaretten aus dem Etui stahl, ist fast lügenhaft to verteilen, aber leider wahr. Da es in diesem gesegneten Lande so gut wie keine Entfernungen gibt, da man überdies meist, wo man gerade geht und steht, in einen Autobus, eine Eisenbahn, eine Tram, ein Flugzeug ober ein Schiff steigen unb für billiges Gelb von bannen brausen kann, um alsbalb in Delft, Scheoeningen, Apelboorn ober Rotterbam anzukommen, so flutet ein munteres Gewimmel von Menschen im Lanbe auf unb nieber. Taucht man aufs Geratewohl in ben Strom ein, so findet man sich gewiß nach einigem Hin unb Her in Scheoeningen roieber. Alle Strömung ergießt sich gen Scheoeningen. Unbegreiflicherweise, benn Scheoeningen . . . zahlte man mir zwanzig (Bulben täg- lief), ich bliebe keine Woche in biesem „Weltbab . Dort, wo anberroärts bie Stranbpromenabe statt« zuhaben pflegt, promenieren hier Massen von Auws unb Motorräbern puffenb auf unb ab; bort, wo anberroärts ber Sanb staubt, bas Dünengras weht, hat man hier Apfelsinen- unb Bananensckalen, Brotkrusten, Papierfeyen, Zeiwngen unb Pferbeexkre* mente ausgebreitet; bort, wo anberroärts bas Meeresufer, weitab vom eigentlichen Babebetriebe, menschenleer sich behnt, sprengen hier stolze Reiter umher, schlagen hier kernige Familien ihr Camp auf, braten Kartoffeln unb kehren zur Natur zurück. Des Abenbs freilich, wenn man irgenbroo fern auf einer Düne steht unb gegen ben großen Pavillon hinblickt, ben unternehmenbe Leute auf eisernem Gerüst weit ins Meer hineingebaut haben, wenn man gegen bie Reihe ber Luxushotels blickt, kann man über bem Geflimmer ber hunberltoufenb Lichter, über den sanft erhellten Dunst der Brandung und den Sternen und der Ewigkeit all den Unrat vergessen, der sich tagsüber genugsam zeigt. Aus den duftenden Blumenfeldern, aus der bunten Ebene, aus Wiese, Korn unb Gebüsch hebt sich grau unb grün bas holbeste Stabtgebilbe, bas ich jemals sah: Delft. Seife gleitet bas Schiff auf bem Kanal heran, eine Brücke wird hochgezogen, ein Hafen tut sich auf, man geht an Land und wandelt beglückt unb gemächlich burch die Rotterdamsche Poort ins Städtchen hinein. Die Grachten mit ihren eines im Freiheitskamps begriffenen Kontinent». Die persönliche Beliebtheit Johanne» konnte allerdings nicht verhindern, daß ber 'viderwille gegen die im Besitz der Mackt bcimdlichen Portugiesen äußerte. Als dann 1820 in Lissabon die Revolution zur Errichtung einer Repräienianm»erfaßung geführt hatte, jroangen die portugiesischen Truppen den König, auch in Brasilien die Konstitution ein- uifübren, wobei Prinz Pedro klug vermittelte. Die nach Vihabon gesandten Abgeordneten fühlten sich aber bald zuruckgefetzt und als vollends der nach Etiropa zuruckgekehrte König imb die Corte» die Heimkehr Pedros forderten, erklärte zunächst Sao Paulo die Unabhängigkeit unter Erhebung Pedros zum „Defensor", und am 2. Juli ls23 siel Bahia als letzter portugiesischer Platz. Durch Vermittlung England», bas in allen Dingen latkrästige Hilfe leistete, kam nach langen inneren .Kämpfen ber Vertrag am 25. August 1825 zustande, in dem Portugal auf alle Hoheitsrechte fnbgültig verzichtete, die Loslösung vollzog sich formell in der Weise, daß Johann sich zum Kaiser von Brasilien erklärte, um sofort aus diese Wurde zugunsten feines Sohnes z u verzichten. Doch mußte Brasilien auf Englands Forderung 2 Millionen Pfund portugiesischer Kriegsschulden übernehmen. So sehen wir die eigenartige Entwicklung, daß die heimische Dynastie selbst das ^oloniallanb selbständig macht, bis dieses sich schließlich ganz von fclbit vom Mutlerlande lösen mußte. Allerdings — zwei üble Eigenschaften gab jenes dem neuen Staat mit auf seinen Lebensweg Zerrüttete Finanzen und eine D y n a st i e , die eben dach nie ihren portugiesischen Ursprung verleugnen konnte. So konnte das Kaiserreich, trotz glänzender militä- ' scher Erfolge, nie zu einer glücklichen Entwicklung kommen. Erst die Errichtung der Vereinigten Staaten von Brasilien im Jahre 1889 vollendete das Werk und schuf freie Bahn für die künftige wirtschaftliche Großmachtstellung. Tt'.rnen, Sport und Spiel. Vom Arbeitersport. H. Don gutem Wetter begünstigt, fand gestern der vorn Arbeitersportkartell Gießen veranstaltete ReichsArbeiteriportwerbetag statt. Die Beteiligung bei allen sportlichen Veranstaltungen sowie das Interesse des Publikums waren äußerst rege Um 8 Uhr begannen die W a s s erkämpfe. Der Wassersportverein ^Hellas" fuhr mehrere Rennen innerhalb des Vereins, die eine gute Leistung zeigten. An dem Wettschwimmen für aktive Schwimmer nahmen 15 Schwimmer teil und erzielten gute Resultate. 3n der Jugendklasse zeigte cs sich, daß die jugendlichen Schwimmer im Verhältnis zu den aktiven auf der Höhe waren. Die Mannschaft des Wassersportvereins ..Hellas" war hier durch ihre Leistungen überlegen. Um 9.30 trat die Mannschaft des Arbeiter-Ra dsahver- vereins „Solidarität" zur Strahenfahrt an. die über Klein-Linden —Wetzlar—Gießen führte und in der Häuser- Gießen als erster der 42 Kilometer langen Strecke mit 1 Stunde 35 Minuten 50 Sekunden durchs Ziel fuhr. Am Stadttheater hatte inzwischen der Gesangverein Sin- trächt Aufstellung genommen und sang mehrere Lieder, die von den Anwesenden mit Beifall ausgenommen wurden. Inzwischen begann der Staffellauf (rund um die Anlagen. 2900 Meter), an dem Mannschaften von 8 Vereinen teilnehmen. Die Mannschaft der Freien Turner- schaft Gießen ging als erste durchs Ziel. Rachmittags um 2 Uhr begannen auf dem Trieb die leichtathletischen Wettkämpfe, woran sich Sportler von 15 Vereinen beteiligten. Gute Leistungen wurden erzielt von Mitgliedern deS Kraft- und Sportklubs Gießen, ebenfalls von der Freien Turnerschaft Gießen. Von den auswärtigen Turnvereinen sind die Leistungen von Mitgliedern der Freien Turnerschaft Launsbach, Heuchelheim. Gleiberg. Lollar, Großen-Linden, Klein-Linden hervorzuheben. Auch die Turnerinnen von den einzelnen Vereinen zeigten in ihren Darbietungen, daß fte sportlich Gutes zu leisten vermögen, sodaß auch auf sie einige Preise in den einzelnen Klassen sielen. Beim Stassellaus zeigten die jugendlichen Klassen gute Resultate. Beim Fuß ballwett spiel, wo die Bezirksmannschast des 3. Bezirks gegen die 1 Mannschaft der Fußballabteilung der Freien Turnerschaft Gießen spielte, wurde die erste Mannschaft bei lebhaftem Spiel Sieger 4:0. — Rachmittags 5 Uhr trafen sich die Linden, bie alten Giebelhäuser — roer kennt sie nicht von Vermeer van Delfts .„Straatje!" — bie neugierigen Menschen, bie flotten Stubenken ber Tech- Nischen Hochschule, bie Stabtmufifanten, bie umherziehen unb auf jeber Brücke melancholisch blasen unb trommeln, bie rablerischen Meisjes, bie Kirchtürme in ber klaren, kühlen ©olbluft unb enblich bie zögernben Glockenspiele, bas alles treibt so geruhsam burcheinanber, als wäre es nie anbers gewesen benn heute, als würbe es auch nie anbers sein können. Die Stabt ruht in einer tiefen unb seligen Versunkenheit. Ich glaube, es wirb bort auch weniger gefünbigt als anbersroo. Zwei Begebnisse will ich, so belanglos sie an sich sind, nie vergessen: Als ich in ein allerliebstes Gemüseläbchen trat unb mir em Pfunb (Erb- beeren kaufte, gab bas schone Kinb, bas mir zur Hanb war, nicht nur volle hunbert Gramm zu, nein, bie Gute las bie kleinen unb ein wenig gequetschten Früchte aus ber Tüte heraus unb legte an beren Stelle recht frische, große, leuchtende. Mir rannen die Tränen in den imaginären Bart. — Und weiter: Mein Schlafzimmer im Hotel wies eine Tapetentür auf, die ich spät in der Nacht, ein wenig müde von . . . Melk, in der Meinung, es fei ein Wand- schrank dahinter, vermittelst des steckenden Schlüssels auftat, um mich alsbald im Nachbarzimmer neben einem sanft schnarchenden Bett zu befinden. Nun, ich retirierte geschwind. Aber wäre ich nicht ich, sondern ein böser Räuber gewesen . . . D du frommes, kindliches, glockenüberklungenes Delft! Und doch ist in dieser Weltabgeschiedenheft ber gelehrte Staatsmann Hugo be Groot geboren, ist Vermeer entsprossen, ist ber Gründer ber nieber- länbischen Abhängigkeit Wilhelm ber Schweigsame von Nassau gemeuchelt worben. Man zeigt heute noch im „Prinsenhos" bie Kugelspuren, bie bas Pistol des Mörbers hinterließ . . . Der Prinz liegt tn der Nieuwen Kerk begraben, lieber ben schwarzen Marmorsarkophag spielt bas Licht ber Kirchenfen^e in unirbischen Farben hin. Don ben Linden brauße» tropft langsam bet Honigseim in die Grachten. hu, 1 a« Banknoten. a 50 Frankfurter Getreidebörse. 3m 54 5 I v, Vi Qlmti 3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 52,4 51,75 50 49,5 'tfvv mein der 96 70,25 55,62 76,5 47,13 39,13 36 54 l f L Amts Q aus! bleib richt' Land slim Ml! sehec Der 8.3. und polij QRim\ II 44. Beltei 1 hosso insose Strat mar! 95 68,5 52,5 72,75 46,5 38 36 53 Ä nachge Destin 3 E Erlas vom C 52.13 91 124,25 :o 1119.75 120 62,25 52,13 91 122 25 67.75 115 116,5 61,5 52,2 52 Sportler zum gemütlichen Beisammensein auf der Liebigshöhe. Hier zeigte die Freie Turnerschaft noch ihr Können im Geräteturnen. Der Kraft- und Sportklub zeigte in einem Schauringen sein Können auf diesem Gebiete, was lebhafte Zustimmung unter den Zuschauern fand. — Tanz und verschiedene Darbietungen hielten die Sportler noch einige Stunden, bis Mitternacht, zusammen. 100-Meter-Schwimmen für aktive Schwimmer: 1. 2l. Krebs- Gießen. 2. 1 Will- Gießen, 3. Ernst Mandler- Heuchelheim. I(X)-Me1er-Schwimmen für Jugendliche. 1. K. Becker- Gießen. 2. QI. Schöndorf- Gießen, 0,44, 0,75 100 I 63.5 35 I 20,5 । 9.1 58,75 56 | Derweilen saßen Mutter und Tochter auf einem alten Koffer. Anna erzählte der Mutter lachend und weinend die wunderbare Geschichte ihrer Liebe. Die Frau Oberlehrer küßte ihr Kind und fand alles so rührend und so nett. Und wenn Papa es nur haben wollte, und wenn sie dann auch ein paar Jahre warten mußten — sie waren ja noch so jung! Der Frau Oberlehrer kamen allerlei weiche Gedanken und ein paar Tränen dabei. In einer Ecke rieb sich der Igel seine Stacheln, als ob er sich freue, andre Leute ins Unglück gebracht zu haben und selbst mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. — Um sechs Uhr reiste Braten ab, er wollte erst nach Hamburg, dann mit dem Nachtzug weiter nach München. Sie tat ihm leid, die kleine Anna, als sie so blaß und siumm zum Abschiednehmen vor ihm stand. Aber der Herr Oberlehrer war in väterlicher Fürsorge auch zugegen und hielt alle Gefühlsausbrüche in Schranken. Und dann war es Max Braten doch ein Gefühl der Erleichterung, als er sich bequem in einer Kupee-Ecke zurechtrückte und der Zug ihn aus dem Bahnhof fortführte, erst langsam an den Wällen und dem Flußufer vorbei, dann immer schneller, immer weiter — hinaus in die Freiheit. Ihm, dem Norddeutschen, schien München der rechte Ort, um einmal nach Herzenslust leben und lachen zu können. Da unten mußte alles sonniger, freier, leichter sein. In den ersten Ferienwochen wollte er sich einleben und, wenn es anging, schon einen tiefen Zug aus dem Becher der Freude tun. Schade, daß er dann um Annas willen bald arbeiten und sich mit der trockenen Juristerei befassen mußte. Aber daran wollte er jetzt noch gar nicht denken. mäler durch grab solche, mit de 66 53,5 in Tätigkeit trat. Tennis ^änderwettkampf Deutschland—Schweiz. Frankfurt a. M., 23. Qlug. (WTB.) 0,76 64,5 36 20 9,13 56^5 (Staffel für Aktive): Freie Turnerschaft Turnerschaft Mar- Frei geworden Erzählung von Klara Prieß. 35 59,25 49 93.6 120 20,5 31,5 35.13 68.4 53.25 74 124,5 0.4 70 119,13 120,2") 4.4 63.5 97,25 96,75 70 75 55,75 75 47 38,25 27 39 0.4 0.75 100 63,5 35,9 20 9,25 60 57 35 56.13 46.25 88,75 120.5 20 6 31,13 35 64,75 51.5 72,5 65.5 | 52,25 I rodukkenbörse. Arn Produktenmarkt ver- 2 aus ; des 2 Ossen vom^ zur ( vom 0,8 64 36.5 19,75 9,25 56,5 Weizenmehl 31,25 bis 34,25, Roggenmehl 24,50 bis 26,25, Weizenkleie 13,10, Roggenkleie 13, Diktoriaerbsen 2Z bis 35, kleine Erbsen 25 bis 27, Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mart aaSgedrückt. BoeaoS-SltreS. Suiiöcn, Neu- York, Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest mr 100 COO Ein beiten, alles übrige für 100 (ärt! beiten.) Telegraphische Auszahlung. „Aenne, du solltest mal ein Weilchen ins Stift zu Tante Lotte gehen", sagte die Frau Oberlehrer, als Braken fort war. „Das bringt dich dann auf andere Gedanken. Und wir müssen es Tante Lotte doch gleich sagen, daß du nun mit Braken so gut wie versprochen bist. Sie nimmt es sonst übel. Ich stärkte sich das polnische Angebot weiter, so daß die Preise weiter zuruckgingen. Ebenso halten sich Käufer wegen Geldmangels zurück. Für Futterartikel zeigte sich kein Interesse. Cs wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, mär?. 222 bis 225, do. Mecklenburger 220 bis 223, do. Sept. 244 bis 242, do. Oft. 248,50 bis 246, do. Dez. 254 bis 253. Roggen, märk. 166 bis 172. do. Sept. 185, do. Oft. 192 bis 193, do. Dez. 200, Gerste, märt* 236 bis 265, Futtergerste 185 bis 193, Hafer, märk. 170 bis 182, do. Sept. 180 bis 177, do. Oft. 183 bis 182. do. Dez. 189, Mais, loko Berlin 214 bis 218, Raps 355 bis 360; für 100 Kilo: Schutzgebietsan leihen, wo ein Decouvert zu bestehen scheint. Der Kurs dieses Papieres konnte sich anfangs auf 4,10 befestigen und bewirkte auch für die übrigen Staatsanleihen, namentlich für Kriegsanleihen, bessere Notierungen. Auch für K a l V- werte bestand etwas regere Nachfrage, da der Absatz dieser Werke im August wieder sehr zufriedenstellend war. Bemerkenswerte Kursschwankungen traten am internationalen Devisenmarkt ein. Hier erfuhr Mailand gegen London eine bedeutende Befestigung auf 131,4. Ferner lagen nordische Devisen, und zwar Oslo gegen London 25,40, Kopenhagen gegen London 20,28, recht stabil. Auch Paris war mit 103,10 gegen London gebessert. Besonders ermäßigt wurde dagegen Zürich genannt Die Reichsmark notierte in London 20,41, Paris' 5,06, Amsterdam 59,05. Börsenkurse. Wirtschaft. • Diskontherabsetzung 56.5 48 90,5 120,5 I 137,75 32 36 66 53.25 72,5 ! 44 51.75 1 48.5 । G u st a v - A d o l f - F e st e , das am 20. September in G i eß e n stattfinden wird, teilzunehmen, um sich begeistern zu lassen für das deutsch-evangelische Gustav-Adolf-Vereinswerk. f Allendorf a. b. L d a., 23. Aug. Heute fand in der hiesigen Kirche das diejährige Iahresfest oes Gießener Zweigvereins der Gustav-Adolf-Stiftung statt. Festprediger war ein früherer hiesiger Pfarrer. Dekan Bolp-Laubach, der im Vormittags- und Rachmittagsgottesdienst über die Arbeit des Vereins und die Qlot und Bedrückung der Diaspora predigte. Im Rachmittagsgottesdienst, zu dem auch viele Auswärtige erschienen waren, sprachen noch Dekan Guß mann - Kirchberg und Pfarrer Becker- Gießen, der den Jahresbericht ermattete und dabei mitteilte, daß im Jahre 1924 aus den Dekanatsgemeinden über 3500 Mk. für die Zwecke des Vereins eingegangen sind. Beide Redner luden zu zahlreichem Besuch des großen Gustav- Adolf-Festes ein. das am 20. September in Gießen stattfinden soll. zu seiner alten Gemeinde und unterstrich nochmals ' alle Bitten des Tages, Mithelfer zu fein an dem heiligen Glaubenswerke, das „stärken will, was da sterben soll". Daß die Worte zu Herzen gingen, zeigt unter anderem die erfreuliche Tatsache, daß Gaben in Höhe von 180 Mark eingingen, unter denen sich eine am Jugendfest angeregte Sammlung von 2,5 Mk. befand. Dem Ruppertsburger Posaunenchor gebührt besonderer Dank wie auch dem Mädchenchor Hungen, daß sie ihre Kunst uneigennützig in den Dienst unserer Sache stellten. Obwohl wir erst vor acht Tagen unsere Denkmalsweihe festlich begangen hatten, bewies der gute Besuch unserer heutigen Feier und die sichtbare Teilnahme der Hörer, daß solche Feste nicht ermüden. Möge auch der heutige Tag für alle Teilnehmer ein Ansporn fein, an dem großen deutschen 3. G. Pfaff. Launsbach. 150-Meter-Schwimmen 1. H e l la s - Gießen. 2. Launsbach. 3. Freie bürg. 150-Meter-Schwimmen (Staffel für Jugendliche): 1. Hellas- Gießen, Straßenfahrt, 42 Km. (Gießen—Wetzlar- Gießen): 1. Häuser- Gießen, 2. G. Spies- Gießen, 3. K. Lind- Gießen. Dreikampf für jugendliche Turnerinnen: 1. E. Linden st ruth- Heuchelheim, 2. E. Diehl- Gießen, 3. E. Schenk und D. Sparr-Gießen. Dreikampf für Jugendliche: 1. 0. Schleen- becker . Fr. Krämer, QI. K r ö ck -- Heuchelheim (300 Punkte), 2. W. Wolf- Gießen (285 Punkte), 3. K. K l i n k e l - Lollar (275 P.). 4xl00-Meter-Staffellauf: 1. Launsbach (50,2), 2. Heuchelheim (52,4), 3. Gießen. Einzelkämpfe. Diskuswerfen: 1. R. Mandler - Heuchelheim, 2. W. Schwarz-Annerod, 3. K. Hartmann- Gießen. — Schleuderball: 1. W. Schwarz- Annerod (45,65 Meter), 2. H. S t a u b a ch , Gießen (40,38 Meter), 3. R. Mandler-Heuchelheim (36,16 Meter). — Kugelstoßen: 1. W. Schwarz- Annerod (10,37 Meter), 2. W. Zecher- Staufenberg (9,22 Mir.), 3. W. G ö b l e r - Gleiberg (9,3 Meter). — 100-Meter-Lauf: 1. K Römer- Launsbach^ (112), 2. R. P s a f f - Lausbach (12), 3. 0. Ba ch- Heuchelheim (12), O. Schleenbecker- Heuchelheim (12). — Den Sanitätsdienst versah der Arbeiter-Samariterbund, der bei kleinen Unfällen Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. Harpener Bergbau..... .itaürocrte Aschersleben. . . Kaliwerk Westeregeln.... Laurahütte Oberbedarf Phönir Bergbau Rheinstahl Riebeck Montan . Tellus Bergbau....... Hamburg-Amerika Paket. . Norddeutscher Lloyd .... Cheramische Werke Albin . Zementwerk Heidelberg . . .'Hhtltpp Holjmann Analo-Cont.-Guano .... Badische Anilin....... Chemische Mayer Alapin . Goldschmidt Gries: cimer Electron . . . Höchster Farbwerke .... volwcrkoylung ...... Rütgerswerke ....... Scheidcanstalt...... . Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann.......... Matnkraftwerke Schuckert........... Siemens L Halske Adlerwerke Kleyer Daimler Motoren...... Heyligenstaedt Meguin............ Motorenwerke Mann beim Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallgesell chaft Frankfurt Pet. Union A.-G....... Schuhfabrik Herz Sichel............. Zellstoff Waldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal . Zuckerfabrik Waghäusel . . Berliner ? Berlin, 24. Qlug voll gewartet, ob am nächsten Tag eine ertrinken mußte. * Heute abend war es hell und traulich im Klostersrieden. Ein paar von den alten Damen saßen noch mit ihrem Kaffeebesuch auf den weißen Bänken oder schlenderten durch den Garten. Tante Lotte saß heute wie gewöhnlich in der hinteren Wohnstube an dem Fenster, das nach der Straße ging. „Da sieht man doch ein bißchen Passage", sagte sie, „und ein paar andre Menschen. Und wenn ich nach dem Hof her- aussehe, ärgere ich mich zu schlimm über der Beer- mann träges Dienstmädchen und des Inspektors verzogene Gören — nein, Kinder, da sitz ich doch lieber in Gemütsruhe hinter meinen ©eraniumtöpfen an der Straße." Dabei nähten und stickten ihre Hände allerlei Feines, und das Beste davon wurde zurückgelegt für Annas Aussteuer. Für ihre Nichte hatte Fräulein Grashof immer ein Helles Gesicht, ein freundliches Wort und ein Stück selbstgebackenen Kuchen. Es war da auch ein kleiner Stuhl in der Ecke neben Tante Lottes Fensterplatz. Auf dem hatte Anna manch liebe Mal gesessen. Hierhin setzte sie sich auch heute abend, als sie durch die kleine Küche und die gartenwärts gelegene „gute Stube", die Tante Lotte ihre „kalte Pracht" zu nennen liebte, in das gemütliche Hinterzimemr gekommen war. Und hier erzählte sie, während die Abendschatten sich langsam ins Zimer senkten, ihre Herzensgeschichte. Tante Lotte ließ sie rlihig reden. Das alles kam ihr nicht so unerwartet. Sie hatte ein paar Helle, kluge Augen im Kopf. Als Anna von Maacks Igel und der Szene auf dem Boden erzählte, lachte das alte Fräulein laut auf: „Das hätte ich sehen mögen und deines Vaters Gesicht dabei!" Wie Anna aber weiterredete: „Und dann hat Max bei Papa um mich angehalten. Eigentlich wollte er es lieber nicht, es wäre schöner, wenn es Geheimnis bliebe, faate er vorher immer. Aber das wollte Papa natürlich nicht, und nun sind wir verlobt — vorerst nur heimlich natürlich, weil wir dock erst in sechs bis sieben Jahren heiraten können —' ba war dem alten Fräulein die Sache nicht mehr lächerlich. (Fortsetzung folgt.) hole dich vielleicht nachher ab, wenn Minna früh genug mit dem Plätten fertig wird." So machte Anna sich denn auf den Weg zum St. Johannisjungfrauenstist. Es ging sich gut in der Frühjahrsabenddämmerung in den alten Straßen, die kühl und schattig lagen, während oben auf den Türmen und Giebeln noch der Sonnenschein leuchtete. Anna ging die alte Straße hinauf zum Markt, durch die fäulengetragenen Rathausbogen und wieder eine stille, enge Straße hinab. Klug und fest auf einem Hügel am schiffbaren Flusse hatten die Alten ihre Stadt gebaut, Rathaus und Markt auf feinem höchsten Punkt, daneben die stattliche gotische Kirche, am Wasser unten ein Nonnenkloster, das nach wechselvollen Schicksalen in ein Jungfrauenstift umgewandelt war, und zwanzig Jungfrauen aus angesehenen Kaufmanns- und Gelehrtenfamilien der Stadt freie Wohnung, sieben Faden Brennholz und einiges an barem (Selbe gewährte. Hier hauste denn seit vielen Jahren Tante Lotte, die als Tochter des verstorbenen Pastors Grashoff berechtigte Ansprüche auf solche Versorgung hatte. Breit und niedrig lag der rote Backsteinbau des Stifts dor der engen Straße, die vom Markte herunterführte. Ein stattlicher Torweg führte hinein in den Hof. Hier war es hell und freundlich. Don drei Seiten umschlossen die niedrigen Stiftsgebäude den Platz. Zwanzig grün angestrichene Haustüren führten hinein in die kleinen Wohnungen, und neben jeder Haustür gab es eine weiße Bank, auch wohl ein paar Oleanderbäume und mit Efeu bewachsene (Bitter. Geradeaus schaute man über den steinbewach- l'encn Hof in den weiten Garten mit seinen grünen Rasenflächen und alten Obstbäumen. Zwischen ihren noch blattlosen Zweigen sah man es hell blinken, hier lag flach und schilfig der Klosterteich. Das Wasser war einst künstlich gestaut worden, um Stadt und Kloster von der Land- und Südseite her vor Gefahren und Angriff zu schützen. Sein Abfluß in den Stadtgraben hatte des Klosters Mühlen getrieben, jetzt wucherte das Schilf immer weiter. In Annas Kindheitserinnerungen spielte dieser Klosterteich eine große Rolle. Es ließ sich da so wun- schön platschen und angeln, wenn sie in den Ferien bet der Tante wohnte. Oben in deren Giebelstube, nach dem Garten hin, stand eine schmale eiserne Bettstelle. Da hatte Anna manche Nacht geschlafen. ' orafiöent gr « des Prc i über öen K»; M SR ers unb bishL> ?IIcn 9ynet 'S1' Tennis-Länderwettkampf Deutschland—Schweiz, der gestern und heute auf den Plätzen des Sportklubs 1880 stattfand, siegte Deutschland • überlegen mit 20:4 Punkten, trotzdem von der deutschen Sonderklasse nur Froitzheim und Kreuzer aufgestellt waren. Kirche und Schule. i. Ettingshausen, 23. Aug. Heute feierte derSolmser Zweigverein der G u st a v - Adolf- Stiftung sein Jahresfest in unserer Gemeinde. In dem Festgottesdienst, den ein Mädchenchor aus Hungen durch zwei Chöre verschönte, predigte Pfarrer Wagner aus Bensheim, der Geschäftsführer des Hessischen Gustav-Adolf-Vereins, nachdem er schon am Vormittag zu der Filialgemeinde Hattenrod gesprochen hatte. Die Nachversammlung auf unserem schönen Kirchenplatz leitete Pfarrer G ö ck e l aus Hungen mit einer Ansprache ein, in der er auch den Jahresbericht des Solmser Zweigvereins gab. Pfarrer Wagner-Bensheim erzählte von den großen Aufgaben, die unsere Notzeit an den Gustao-Adolf-Derein stellt, der sich als ein treuer Helfer auch für unsere evangelischen Volksgenossen in den von Deutschland abgerissenen Ge- . bieten erweist. Zuletzt sprach noch unser früherer Pfarrer, Oberkirchenrat Wagner, packende Worte Rorwegischen Bank. Die Rorwegische Dank setzt ab heute den Diskont von 6 auf 5> ? Proz. herab. Auch die Dänische Ratio nalbank setzt den Diskontsatz von heute ab von 7 auf 6 Prozent herab. * Baden ia - Maschinenfabrik- Aktien an der Börse. Don Mittwoch, 26. August 1925, ab werden die Aktien der Maschinenfabrik Badenia Dorrn. W. M. Platz Söhne 01.=©. nach vollzogener Abstempelung in Reichsmarkprozenten gehandelt und notiert. SranEfuricr Qlbenddörse. Frankfurt a. M., 24. Aug. Die Abendbörse brachte vornehmlich für Chemiewerte infolge weiterer Deckungen neue leichte Kurssteigerungen. Von den anderen Märkten waren Montanwerte weiter befestigt. Auch die übrigen Werte verkehrten in freundlicher Stimmung bei im allgemeinen lebhaften Umsätzen. Am Bankenmarkt wurden Darmstädter um 0,5 und Reichsbankanteile um ca. 0,1 Prozent höher. Kriegsanleihen fönten sich weiter befestigen. Die Abendbörse schloß fest und lebhaft. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,180, 3proz. Reichsanleihe 0,670, 4proz. Schuggedietsanleihe von 1908/11 4000, do. von 1914 4050. Ausländische Renten: 4,5proz. Jrrigationsanleihe (abgestempelt) 17. Bankaktien: Commerzbank 95,50, Darmstädter Bank 113,25, Dresdner Bank 101,50, Mitteldeutsche Creditbank 93,25, Reichsbank 124,25, Oesterreich. Kreditaktien 7,37. Montanaktien Buderus 40, Gelsenkirchen 50, Ilse Bergbau 91, Mannesmann 64,25, Mansfelder 66,25, Rheinische Braunkohlen 120, Rheinstahl 54,50, Rombacher 39. Chemische Aktien: Badische Anilin 124,50, Elberfelder Farben 120, Höchster Farben 120,25. Jndustrieaktien: Adlerwerke Kleyer 47, AEG. 96,75, Cement Heidelberg 66, Elektrisch Licht und -Kraft 97,50, Holzmann 53,50, Jnaa 0,51, Löwenbräu München 172, Rheinmetall 27,50, Lechwerke 72, Peters Union 63,50, Badischer Zucker 57, Frankenthalzucker 60, Heilbronnzucker 57, Transportwerte: Salonik Monastir 8,87, 5prozentige Tehuantepec (abgestempelt) 12,75. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 24. Aug. Die feste Grund st immun g des letzten Wochenschlusses übertrug sich auch auf die neue Woche. Deckungskäufe der Spekulation und auch eine Anzahl von Exekutionen waren die Veranlassung hierzu, so daß die Erhöhung der Kurse in der Hauptsache auf börsentechnische Momente zurückzuführen ist. Aeußere Anregungen lagen heute überhaupt nicht vor, vielmehr hätten die Nachrichten über unbefriedigende Aussichten am Eisenmarkt, eine weitere Zunahme der Arbeitslosigkeit und die schlechte Lage verschiedener Industrien zur Zurückhaltung Anlaß geben müssen. Da an der Börse jedoch auch jetzt noch eine große Anzahl von überzähligen Lieferungsoerpflichtungen bestehen und die Käufer energische Maßnahmen zur Erfüllung der Kontrakte angedroht haben, setzten sich die Deckungskäufe wenigstens in einem solchen Umfange fort, daß das G e s a m t b i l d der Börse hierdurch eine g ü n ft i g e Beeinflussung erfuhr. Die leichte Verfassung des Geldmarktes gab der Börse dabei eine Stütze. Ta gl. Geld, das verhältnismäßig reichlich angeboten ist, kostet 7j bis 9 Proz., Monatsgeld 10| bis 115 Prozent. Besonders beachtet war der Markt der Mit dem Einschlafen ging es aber manchmal nicht so schnell, wenn Tante Lotte unten die alten Geschichten erzählt hatte, wie sie in der Klosterchronik ausgezeichnet standen: „Es waren einmal drei Jungfrauen, eines vornehmen Mannes Kinder, der sie alle in früher Jugend dem Kloster angelobt und feiner Zucht übergeben hatte. Da sie aber zu Jahren kamen, fühlten sie des Klosterlebens Oede und ihres eignen Herzens Begehren und vertrauten einander ihr heimliches Denken und Wünschen. Als sie einmal alle drei miteinander im Klostergarten saßen und davon redeten, wie sie dem Kloster entfliehen möchten, steht auf einmal ein Mann vor ihnen, alt und ansehnlich, im schwarzem Mantel, mit großem Hut und spitzem, rotem Bart. Der spricht zu ihnen: „Liebe Jungfern, ich habe drei Söhne, die find' jung und eurer wobl würdig. Wollt ihr dieselben zu Männern haben, so kommt auf den Abend wieder an diesen Ort, bann, will ich euch dazu helfen, daß ihr aus dem Kloster kommt." Aus den Abend nun, als alle Nonnen in ihre Zellen gegangen, finden sich die drei wieder heimlich im Garten ein. Der alte Mann kommt über die Mauer gestiegen, grüßt sie wieder und begehrt zu wissen, wie sie gesinnt sind. Wenn sie mit ihm gehen wollten, sollten sie ihr Leben lang Gutes die Fülle haben. Darauf gaben die drei Jungfrau^i ihr Jawort, jedoch mit der Bedingung, daß er ihnen eins Zusage und halte: daß sie nicht so weit von hier zu seinen Söhnen geführt werden, und daß sie alle Jahre einmal wiederkommen möchten. „Jawohl," beteuerte der Alte, „das soll euch getreulich gehalten werden, greifet nur alle drei diese Schnur an." Damit spricht er einige Worte, und als- bald wurden sie in wilde Schwäne verwandelt und flogen mitihm über die Mauer in den Klosterteich hinein. Alle Jahre aber, auf denselben Tag, da sie hin- ausgeflogen, kommen sie dreimal aus dem Wasser hervor. Bisweilen hört man sie deutlich rufen. Dann liegt eine irgendwo krank vor Herzensnot, und am nächsten Tage geht sie zu Wasser und muß ertrinken." In den Herbstferien, wenn der Wind nachts sein Wesen um die alten Mauern trieb, hatte Anna oft jenes seltsame helle Schreien gehört und bann angst- b e. der (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 24. Qlug. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer, neue Ernte) 23,75, .Roggen (inländischer, neuer Ernte 19,25 bis 19,50, Sommergerste (für Drauzwecke, neuer Ernte) 26 bis 27, Hafer (inländischer, neuer Ernte) 20 bis 21, Mais (gelb) 22, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 39,25 bis 40, Roggenmehl 28,50, Weizenkleie 11,25 bis 11,50, Roggenkleie 11,75 bis 12, Erbsen 30 bis 38, Heu (süddeutsches, gut, trocken) 8,50, Weizen- und Roggenstroh 4,50, Treber (getrocknet) 19. Tendenz: nachgebend. Trotz baldiger Einführung der Zölle sind die Preise ständig weichend. Frankfurter Schlachtbiehmarkt. . (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a. M„ 24. Aug. Auftrieb: Rinder 1384, darunter Ochsen 443, Bullen 49, Färsen und Kühe 892, Kälber 498, Schafe 132, Schweine 4674. Rinder: Ochsen, oollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 65 bis 70, junge, vollfleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 56 bis 64, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 44 bis 54. Bullen: Vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 58 bis 62, oollfleischige jüngere 50 bis 57, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40 bis 49. Färsen und Kühe: Doll- fleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 60 bis 68, vollfleischige ausgemästete ftülje höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 54 bis 62, wenig gut entwickelte Färsen 50 bis 58, ältere ausgemäftete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 43 bis 53, mäßig genährte Kühe und Färsen 28 bis 40, aering genährte Kühe und Färsen 20 bis 27. Kälber: Feinste Mastkälber 84 bis 90, mittlere Mast- und beste Sauakälber 75 bis 83, geringere Mast- und gute Saugkälber 65 bis 74, geringe Saugkälber 50 bis 58. Schafe: Mastlämmer und Masthammel 48 bis 52, geringere Masthammel und Schafe 39 bis 47, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) 30 bis 35. S ch w e i n e: Dollfleischige von 80 bis 100 Kg. 90 bis 92, unter 80 Kg. 82 bis 89, von 100 bis 120 Kg. 90 bis 92, von 120 bis 150 Kg. 90 bis 93, Fettschweine über 150 Kg. 90 bis 92, unreine Sauen und geschnittene Eber 78 bis 85. Markt- oerlauf: Rinder und Kleinvieh lebhaft, Schweine langsam; Ueberftanb bei leichten Schweinen. 123 0.4 67,25 116.5 117,62 4,5 60,5 97,5 95,4 68.5 75 53 73 46,5 39 26 37 21 August 24. August Amtliche Notierung Amtliche Notierung _ >!»cik> Brie' Geld Brief Pinnt.»'.Hon. 169,OJ 119,51 169,11 169.53 Buen-NireS 1.691 1.695 1.69» 1,697 Brss.-Slntw- 19 08 19,20 19,12 19,16 Christicinia - 78,7.5 79,15 80.70 80,90 Kopenhagen »7,88 95,12 101,27 101,53 Stockholm . HelsingforS. 112,81 113,09 112,69- 113,97 10,575 (0,615 10.565 10.G05 Italien. . . 13.2.5 15.29 15.59 15,63 London. . 20,3^3 20,4:54 20,378 20,43 । Neuyork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 Daris. . . . 19.115 19.755 19,82 19 81» Schwei; . . 81,40 81,50 81,28 81 48 Spanien. . 60.42 60,58 60,37 60 53 Japan .. . 1.718 1,722 1.713 1,716 ?Nto fcc Ian Wien MD.- 0 511 1.513 0.516 0.518 Oest. abgest. 59,08 59,22 79,11 12.435 7.50 59,25 Prag .... Belgrad .. 12,4.3 7.50 12,47 7,52 12.475 7.52 Budapest. . 5.895 5.915 5.897 5.912 Bulgarien 3,03 3,04 20,875 3.03 1.04 Lissabon 20 625 20,875 20.9-5 Dantig. . . Konstantin 80 80 81.00 80,80... 81 00 2 255 2,2t5 2,24.1 2.255 Athen. . 6 53 6.55 6.53 6.55 Frankfurt a.M. Berlin Schlub- tiurr Schluß L Abendbörse Schluß. Nur, Schluß Mittag bört» Datum: 21. 8. 24 8. 21. 8. 24 8. 5°/., Deutsche Rcichsanleihe . 0.164 0.18 0.157 0.1725 4% Deutsche Reichsanleihe . - - 0.32 0,330 3‘/i% Deutsche Rcichsanleihe 0,275 0.300 0 2975 0,31 3% Deutsche Rcichsanleihe . 0.665 0,*»7 0 68 0.68 Deutsche Sparprämienanleihe — 0.115 0,1175 0,1225 4°/o Preußische Konsols . . . 0 25 0,27 0.255 0.2725 4% Hessen........... 3'/-"/° Hessen . . . . ...... 0,22 0,25 0.24 0 26 0,30 3% Hessen........... — 0,225 0.225 0,25 Deutsche Wertb. Dollar-Anl. 89.75 *9,75 91.75 91,75 dto. Doll.-Schatz-Anlreisng.') »4,25 94,25 94,5 94,5 4% Zolltürken......... 5°/0 Goldmexikaner...... 6.4 6,20 6,25 6,2 33 35 - Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prwat-Bank 124 94.75 124.5 95.5 124,25 95 125 95 5 Darmst. und Nationalbank . 112,75 113,25 112 113,25 Deutsche Bank......... 113.5 113,5 113,5 113,75 Deutsche Vcreinsbank .... — Disconto Commandit .... 103,75 103,25 103 75 104 Metallbau!........... 81 80,5 _ Mitteldeutsche Creditbank. . 93 93,25 93,5 93,3 Oesterreichische Creditanstalt. 7,4 7.4 < ,4 7.4 Westbank............ 0,06 0,06 0,05 0,05 Bochumer Guß........ - — 59 60,40 Buderus............ 40 37,75 39 Berlin, 24. August. Geld Bries Amerikanische Noten..... 1.20 4.22 Belgische Noten'........ 19,05 19,15 Dänische Noten........ 101,15 101,65 Englische Roten........ 20,347 .0,447 Französische Noten...... 19,815 19 915 Holländische Noten...... 168,58 169.42 Italienische Noten...... 15,68 15,7 i Norwegische Noten...... 80,75 81,15 Deutsch Ocstcrr., 5100 Kronen 59,13 19.43 Rumänische Noten...... — schwedische Noten...... 112,42 112,98 Schweizer Noten....... 81,28 81,68 Spanische Noten....... 60,15 60.45 Tschechoslowakische Noten . . 12,39 12.45 Ungarische Noten....... 5,84 5.88