I <3> tQ L tu. culieben Presse einen von Herzen kommenden deutschen Grrrß. Reichskanzler Dr. Luther nahm denn das Wort zu felg nden Aas ührungen: Es ist immer eine etwas schwere Aufgabe, richtig: Beziehungen zwischen der Regierung und o:r Presse herzustellen. Die Bedeutung der Presse wächst von Tag zu 5 ig Auch die Preise ist eingespannt in den rief.qm Entwicklungsstrom der Technii. Die Entwicklung der Technik stellt eine fast ununterbrochene Umwälzung unseres sozialen Lebens bar. 3eben Tag fast muß die Menschheit versuchen, sich in etwas Reues einzuleben. Der Weg des geistigen Verständnisses muh dem Menschen immer wieder geebnet werden durch die Presse. Ebenso stark wie die Technik wirkt auf uns das Aufge- to ü b 11 f c i n in kulturellen Fragen ein. 3d) persönlich bin überzeugt, daß trotz alles Fortschreitens der Technik das Kulturelle im Menschen wieder auf das stärkste im Anwachsen ist. Da sehen Sie jetzt das Bestreben, unserDoftstum durch Darstellung derVer- gangenheit überall wieder im Menschen lebendig zu machen und uns bad Deutsche nahe» zubringen wo es sich bei nb:t. Hier hat bic Presse ebenfalls eine erhobene Ausgabe zu leisten. Hinzu tomml. daß die Unruhe der Zeit die Menschen lieftad> davon abhält, Bücher zu lesen. Hier hilft nur die Presse, indem sie in leichterer Form die Kultur immer wieder vor Augen führt. Mit Kultur und Technil allein körnten wir aber das Höchste nicht erreichen, denn gerade in bet Lage, in der sich unser deutsches Volk befindet, bem durch die politische Entwicklung in künstlerischer Weise die sreie Enlialtungsmöglichkert genommen ist, müssen wir als Grundlage vor allen Dingen die Stärkung unseres eigenen politischen Volksbewußtseins geben. Don dem Bewußtsein, daß toir in erster Linie doch das deutsche Doll sind, uns in immer stärkerem Maße zu durchdringen, das ist die grundlegendste und wicht g'te Aufgabe der Presse. Die Veränderungen der Technik rütteln sehr nachdrücklich an der Pforte der Preffe. Die Arbeit der Presse muh sich eben atzch anpafsen an all b i e neuen Formen der Rach- richten Übermittlung, aber die Verände- Stresemann zur politischen Lage. gentralvorstandssitzung der Deutschen Dolkspartei. Berlin, 24. Mai. (WTB > 3n der heutigen Sitzung des Zentralvorstandes der Deutschen Dolkspartei ergriff der Minister des Äeuhern Dr. S t r c f e ni a n n das Wort. „Manche Parteifreunde,' so führte er u. a. aus. „erheben die Frage: Wohin geht der Weg? Die letzte Tagung dir Liberalen Vereinigung hat, wie eS scheint, hier und da zu allerlei Kombinationen geführt. Oluf der anderen Seite finb Mitteilungen über Bestrebungen gemacht worden, die darauf hinauslaufen, die für die Reichspräsidentenwahl geschaffene Organisation als eine neue Partei- bilbung der deutschen Rechten gewissermaßen in die deutsche Positik überzusühren. Demgegenüber stelle ich an die Spitze meiner Ausführungen: Es gibt für uns nur den Weg, den die deutsche Volkspartei bisher gegangen ist. ES gibt für unS weder eine Anlehnung an eine Linksgruppierung, noch eine Reichsblock- Politik. Die Politik, die die Reichstagsfraktion der Deutschen Dollspartei seit ihrer Resolution vom 15. Januar 1923 verfolgt, bedeutet nicht die grundsätzliche Ausschließung der Sozialdemokratie. Sie ist lediglich davon ausgegangen, daß für das Reich die Zusammenfassung der bürgerlichen Kräfte bad Gegebene sei. Dieses Ziel hat die Reichstagsfraktion unter mannigfachen Schwierigkeiten verfolgt. Wenn wir heute auf eine kurze Zeit des Zusammenarbeitens mit der Deutschnationalen Volkspartei zurücksehen, dann ist festzustellen, daß diese Arbeit im Kabinett sich bisher reibungslos vollzogen hat. Durch die Beteiligung der Deutschnationalen an der Regierung sind die inneren Verhältnisse konsolidiert worden. Die Wahl Hindenburgs hat sich nach derselben Richtung ausgewirlt. 3ch begrüße diese Konsolidierung der verfassungsmäßigen Grundlage unseres Staatslebens. Wir dürfen und wollen keine Der- faffungskämpfe über die Staatsform führen. Für unS handelt es sich um unsere Behauptung nach außen, dem hat sich alles andere unterzusrdneir. Dr. ütrefemann wies bann daraus hin, daß die Entwicklung weiter gehe und bah cs sich jetzt nach der wirtschaftlichen Lösung des Reparationsproblems um die Regelung der poli-tischen Beziehungen zwischen Deutschland und den anderen Mächten handele. Zur Frage der Präsidentenwahl erklärte er: Wenn das Ausland zunächst innen- und auhenpolitisch Störungen erwartet hat. fo ist diejenige Presse in Deutschland dafür verantwortlich, die i m Ausland den Eindruck erweckt hat, als wenn ei ne solche Gefahr bevor st ände. (Lebhafter Beifall.) 3nzwischen hat sich auch das Ausland davon überzeugt, daß Hindenburg nichts anderes will als eine Politik des Friedens auf der Grundlage der Selbstachtung nach innen und der Gleichberechtigung nach außen. Findet sich das deutsche Volk unter der Führung feiner höchstes Vertrauen ausstrahlenden Persönlichkeit in diesem Grundgedanken zusammen, so l egt darin die stärkste Tlnlerstützung der deutschen Politik nach außen und innen. 3n bezug auf die Wirtschaftspolitik führte ©trefemann aus. daß es sich hier darum handle, das Primat der Politik vor dem De- russinteresse durchzusehen und bell richtigen Ausgleich zwischen dem wirtschaftlichen Einzelinteresse unb bem Gesamt- Interesse beS Staates zu erreichen Wie schwer das fei. zeige die Entstellung vieler Kreise gegenüber dem fccutl^ spanischen Handelsvertrag Die Regierung sei durchaus bereit, den brutschen Winzern zu helfen. Der Weg zu dieser Hilfe, auch auf zollpolitischem Gebiet, gehe aber über die Annahme des Vertrages. Wer also auf diesem Gebiete etwas erreichen wolle, der müsse durch Annahme des Handelsvertrages die Möglichkeit schassen, bah Die Regierung eine Grundlage sür neue Derhanblungen erreiche. Wir können nur den Weg weitergehen, den wir einmal als den Weg der nationalen Realpolitik im Gegensatz zur Illusions- polisik bezeichnet haben. 3ch habe die Empfindung. daß die innerliche Zustimmung zu dieser Politik weit über unsere Partei nach rechts hinaus Wurzel geschlagen hat. Wir dürfen aber über der praktischen Gegenwartsarbeit den Z u- sammenhang mit unserer liberalen Staats- und Kulturauffassung niemals vergessen. Unsere ganze politische ileber- liefcnmg führt uns zu diesem Gedanken. Cs ist ganz falsch, von der Gründung der Deutschen Volkspartei zu sprechen. Die Deutsche Dolkspartei ist nicht gegründet worden, sondern die Qtationalliberale Partei hat beschlossen, unter dem Rainen der Deutschen Volkspartei weiter zu bestehen. Die nationalen unb bie liberalen 3deen, bic in der Deutschen Dolkspartei wirksam sind, überragen alle Tagesfragen. die und beschäftigen können. Wir müssen sie als ein Panier fest halt en. das wir der Partei vorauStragen, namentlich, um die 3 u g e n b für unsere 3bealc zu gewinnen. Der Wiederaufbau Deutschlands wird vom Geistigen unb nicht vorn Materiellen aus gehen. Wenn wir Fühlung halten mit bem kommenden Geschlecht, bann werden wir erst die Stärke erhalten, um mit bem notwendigen Einfluß unb aller Kraft unserem Daterlande bienen zu können .dem unser ganzes Sehnen und Hoffen gilt. — Die Versammelten brachten Stresemann nach seiner Rede eine stürmische Ovation bar, die sich immer wieder erneuerte. Dir Zenträlvorstand nahm einmütig eine Entschließung an, in der er es als eine Ausgabe der Partei bezeichnet, Hüterin der liberalen Tradition der alten Rationalliberalen Partei zu fein. Dazu sei sie um so mehr berufen, als die Ueberfbannung der formalen Demokratie unb ber Massenherr- schaftsbestrebungen ein Gegengewicht erforderten. Riemais werde die Deutsche Dolkspartei den nationalen Ideen, die einst Bennigsen unb niemals bie sozialen Ideen, die Bassermann im Liberalismus zur Geltung brachte, untreu werden. Wir begrüßen es, heißt es weiter, wenn bie Gedanken des Liberalismus wieder einer vertieften wisse. fchaftiichen Erörterung zugesührt werden, lehnen aber eine Beteiligung an Bereinigungen, die eine eigene Parteibildung anstreben oder vermöge ihrer organisatorischen Einrichtungen zu einer solchen führen müssen, entschieden ab. An den Reichspräsidenten sandte der Zentralvorstand folgenden Gruß: Zum erstenmal nach den Reichspräsidentenwahlen hat sich ber Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei versammelt. Er sendet Ihnen, Herr Reichspräsident, seinen ehrerbietigen Gruß und verspricht, mit allen Kräften mitzuarbeiten an der großen Aufgabe der Einigung unseres Volkes zum gemeinsamen W cberaufftieg. rungen in technischer und kultureller Beziehung werden in bic Presse noch in anderer Form hineingetragen. Die deutsche Presse ist W e 11 - anschauungspresse und sie ist stolz Darauf. Das - Belebende wirb immer sein das Ausein- anberangetoie'enfein von Regierung unb Presse. So leben von jeher und werden in alle Zukunft leben Regierung und Presse in einer Ehe miteinander. in Der es kein Ehescheidungsrecht gibt. (Heiterkeit.) Diele Ehe ist im großen und ganzen glücklich, wenn es auch Zwischenfälle gibt, weil beide einer gemeinschaftlichen Zukunft dienen und im gleichen' Hauke wohnen, das sie über alles lieben. Dieses Haus heißt Deutschland! (Lange anhaftender stürmischer Bestall.) Arn Sonntagmiftag hatten der M a g i st r a t und dieStadtverordnetenoersammlung von Berlin den Hauptvorstand und die Delegierten des Reichsverbandcs her deutschen Presse zu einem Frühstück im Festsaal des Rathauses geladen. Unter den zahlreichen Gästen und Gastgebern sah man den Rcichsinncnminister Schiele, den Stadioerordnetcnoorsteher Haß. Bürgermeister ccholz und Journalisten aus allen Teilen des Reiches, aus Danzig und aus Oesterreich. Dberbürgeennciftcr Doeß begrüßte die Festveriammlung mit einer längeren Ansprache. Die oidenburgischen Landtagsrvahlen. Oldenburg, 24. Mai. (WTB.) Bei den heutigen olbcnburgischcn Landtagswahlen wurden in Den Landesteilen Oldenburg, Lübeck und Birkenfeld folgende Stimmen abgegeben: Landesteil Oldenburg: Zentrum 39 849. Landesblock 48 538. Kommunisten 2775, Sozialdemokraten 29 973. Demokraten 20 541, Deutschvölkische 4503: Landes- tcil Lübeck: Zentrum 315, Landesblock 6801, Kommunisten 483. Sozialdemokraten 6600, Demokraten 2019; LandeSteil Birkenfeld: Zentrum 2540, Landesblock 5578, Kommunisten 375 Sozialdemokraten 2571, Demokraten 1267 Demnach wird sich der neue olben- burgische Landtag wie folgt zusammensehen: Zentrum 10 (bisher 10), Landesblock 14 (14). fein Kommunist (2) 9 Sozialdemokraten (12), 5 Demokraten (9), 1 Völkischer (1). Gewählt wurden 39 Abgeordnete gegen bisher 43. 15 Rechts- parteiler stehen 24 Abgeordneten ber bisherigen Koalitivnspa rieten gegenüber. Französische Rückzugs- betoegungen in Marokko. Paris, 25. Mai. (I. U.) Amtlich. In dem westlichen Abschnitt ist die allgemeine Lage unverändert. Abd el Krim hat die Aushebung von 3000—4000 Mann bei den Djebalastämmen angeordnet. In dem Abschnitt von Bibane hat heftiges Gewehrfeuer stattgefunden. Im Zentrum sind die Angriffe des Gegners in der Gegend von Ain-Matouf von den eingeborenen französischen Truppen zu rück - geschlagen worden. Die Rebellen des Senadja- ftammes wurden um 500 reguläre Rifsoldaten oerst ä r k t. Die Kolonne des Obersten Freydenberg mußte bei Meziat heftige Angriffe der Gegner auf ihren sinken Flügel und auf ihre Nachhut abwehren. Dennoch sind die Rückzugsbewegungen dank der vereinigten Aktwn der Kavallerie, Flugzeuge und Artillerie gelungen. Die Flugzeuge haben Erkun- dungsflüge ausgeführt unb 700 Bomben abgeworfen. In dem östlichen Abschnitt ist der Druck des Gegners sehr stark geworden. Frankreich und Sentfchland. Der 2!nfteiimiuistcr zur deutsch-französischen vertrauens- krisis. Paris, 24 Mai < WTB. Rerchsauß«- minifter Dr. Stresemann hat >.d) telegraphisch bem „Matin' gegenüber auf Wunsch non besten Auheirpolitiker Sauerwein über bie Lagein Deutschland nach der Reichs- präsidentenwahl geäußert. Die Orftärun- gen des Reichspräsidenten Hindenburg, die der Eidesleistung folgten. di< ? at Dr. Simons richtete, sowie der Hinweis auf den Präsidenten Ebert hätten, so erklärt Stresemann, ein Echo gefunden bis sehr weit in die linksstehenden Kreise hinein. Bei verschiedenen im Auslande besonders bekannten demokratischen Blättern habe sich nach der Präsidentenwahl ein sehr klarer M e i n u n g Ä • Umschwung vollzogen. Reichspräsident non Hindenburg habe seinen Willen zu einer sniedlichen Entwicklung unterstrichen. Wenn man wolle, daß das deutsche Voll in seiner überwiegenden Mehrheit diese Politik zu der feinigen mache, dann miistteu die, deren Politik gegenüber Deutschland in enl» scheidender Weise das Schicklai Deutschlands beeinflussen, danach handeln. Die öfs^ftliche Meinung in Frankreich, bic sich lebhaft für deutsche Angelegenheiten intercfiicrc. habe sich oft auf den Standpunkt gestellt, daß nur ein neues Deutschland ihr Vertrauen er- diene. Infolgedessen habe sie oft von er m o ralischen Entwaffnung als e cm wünschenswerten Ziel gesprochen. Er, ötrc’c-nann, wolle nicht erforschen, in welchem Maße man bem neuen Deutschland dienen könne. Aber er möchte doch bemerken, daß die gegenüber Deutschland befolgte Politik weit davon entfernt gewesen sei, das neue Deutschland zu unterstützen. Ganz im Gegenteil, in den ersten Jahren seines Bestehens habe dieses neue Deutschland außenpolitisch nur schroffe Abweisungen erlebt. Jedesmal, wenn die Führer ber politischen Parteien den Versuch machten, durch bic öffentliche Meinung in Deutschland eine Politik der Abkommen und der friedlichen Entwicklung annehmen zu lassen, hätten sich politische Reaktionen eingestellt. Ein Beispiel hierfür sei Der 10. Januar. Die extremistische Bewegung fei i.k Deutschland ganz (jutüdgegangen Iht Dawesgesehe seien von einer Mehrheit an genommen worden, die man vor Beginn ber Debatte hierüber für möglich gehalten hätte. Eine weitgehende Entspannung würde sich eingestellt Haden, wenn am 10. Januar die Kölner Zone geräumt worden wäre und Frankreich Gelegenheit genommen hätte ha» Ruhrgebiet früher zu räumen, waS für Frankreich keine große politische Bedeutung gehabt hätte, da ja die Besetzung auf alle Fälle am 15. August beendet sei. In allen deutschen Kreisen würde man hierin den Beweis gefunden haben, daß die denlsche Politck der Abkommen ausgezeichnet sei. Stolt dessen wartet Deutschland seit Monaten, daß man ihm sage, warum die Kölner Zone nicht geräumt worden fei und warum man im H n - gewissen bleibe hinsichtlich b efer Frage, die von so entscheidender Bedeutung fei Deutschland stelle außerdem fest, daß andere Vorschläge. die es gemacht habe, und die ein großes moralisches Opfer für das deutsche Doll bedeuten, in Frankreich nicht das Echo gefunden hätten, das man hätte erwarten formen. Wenn man von WährungS- fragen spreche, spreche man oft von Vertrauenskrisen, die eine Währung ins Wanken bringen können. Wenn man nicht wolle, so schließt Stresemann seine Erklärung, oaß die Beziehungen der europäischen Länder untereinander derartigen Erschütterungen ausgesetzt würden, müsse man die Vertrauenskrise, die zwischen Deutschland und Frankreich besteht, überwinden. die so ost die beiden Länder verhch.oert hätte, die Fragen zu regeln, die sie enger berührten als alles andere. Der Reichspräsident auf dem Hannoverschen Rennen. Hannover, 25. Mai. (TU.) Die gestrigen Pferderennen auf der Großen Bult gewannen ihre besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des Reichspräsidenten v. Hindenburg, der gegen 5 Uhr nachmittags in Uniform cintraf. Eine riesige Menschenmenge jubelte Hindenburg zu. Er wohnte den beiden Hauptrennen des Tages stehend in der blumengeschmückten Loge bei. Rach dem zweiten Rennen überreichte der Reichspräsident den Siegern mit kurzen Worten die (5 h r e n p reife und jedem einzelnen Reiter fein Bild mit eigenhändiger Unterschrift. Gegen j7 Uhr verließ der Reichspräsident die Rennbahn wiederum von brausenden Hurrarufen umjubelt. Die Menge stimmte bei der Abfahrt begeistert das Deutschlandlied an. Deutscher Iägcrtag. Hannover, 23 Mai. (WB.) Heule vormittag wurde der Deutsche 3ägcrtag in Hannover mit einem Dunbesschießen eröffnet, zu dem zahlreiche Schützen aus allen Teilen des Gleiches hier eingetroffen finb. Der Ehrenpräsident. General der Infanterie v. Plettenberg, hielt die Ansprache unb eröffnete daS Schießen 3n den Abendstunden bewegte sich ein Fest ; ug. aus Abordnungen von Spitzmvereinen der früheren Jägerregimenter aus allen Teilen des Reiches durch bie Straßen ber Stadt Der Festzug, besten Spitze historisch? Gruppen bildeten und Erdbebenkatastrophe in Japan. 500 Tote. — Eine Sturzwelle über das Küstengebiet. 10 000 Menschen auf der Flucht. London, 23. Ma.. (WTD.) „Evening Rews" melden aus Tokio: Heute vormittag gegen 11 Uhr wurden die Städte Osaka. Kobe und Kioto von einem furchtbaren Erdbeben heimgesucht. Zahlreiche große Geschäftshäuser wurden beschädigt. Mele kleinere Gebäude stürzten in sich zusammen. Infolge telegraphischer Storungen liegen nur Teilberichte aus den betroffenen Bezirken vor. Es wird behauptet, daß dies das größte Erdbeben in dieser Gegend seit dreißig Jahren gewesen ist. In den betroffenen Städten herrscht die wildeste Verwirrung. Alle Menschen halten sich aus Furcht, die Gebäude zu betreten und bei einem neuen Erdstoß unter ihren Trümmern begraben zu werden, in den Straßen auf. Soweit sich bisher übersehen läßt, ist der größte Schaden int Seehafen Tohoka in der Provinz Tango angerichlet worden. Die Stadt selb st ft e fj t in Brand und bildet, wie weitere Berichte besagen, ein einziges Feuer- meer. Die Bevölkerung von etwa 10 000 Menschen befindet sich in voller Flucht. Ein in Toyoka erwarteter Eisenbahnzug ist aus- geblieben. Es wird angenommen, daß er im Aschiya-Tunnel. der durch die starken Erdstöße einstürztc, begraben wurde. Das Silberbergwerk Zkunv, das größte in ganz Japan, hat durch i>en Einsturz mehrerer Stollen schwere Beschädigungen erlitten. Sechs aus Osaka nach Toyoka abgesandte Militärflugzeuge berichten den Tod von etwa 80 Personen in den kleinen Städten Kuniyama, Fukunsi und Fukuchi. Dies zeige, daß die Zahl der Opfer groß ist. Ueberall in den heimgesuchten Gegenden herrsche eine furchtbare Panik. Eine Reutermeldung aus Osaka besagt, daß Tokio und Yokohama von dem Erdbeben nicht berührt worden sind. Bach einer weiteren Meldung aus Tokio sind Aerzte und Sanitätsmannschaften des Roten Kreuzes mit Rettungsmaterial aller Art so rasch wie möglich nach dem Srdbebengebiet abgesandt worden. Alle Berichte aus den von dem Erdbeben betroffenen Bezirken sind stark Der st ümmelt, da die Telegradhenverbindungen unterbrochen sind. Es soll sich um das größte Erdbeben handeln, das sich in diesem Gebiete während der letzten dreißig Jahre ereignet hat. Einent späteren Bericht zufolge ist die schlimmste Gefahr in Osaka. Kioto und Kobe vorüber. Die Bevölkerung der zerstörten Orte von rund 10 000 Menschen befindet sich in voller Flucht vor dem Feuer und weiteren Erdstößen. Der Badeort Kinosaki ist vollständig durch Feuer vernichtet worden. Der Schiffsverkehr an der Westküste sei unterbunden. Man befürchtet, daß auch eine Sturmflut gewütet habe. Eisenbahnzüge in vollster Geschwindigkeit feien entgleist. 3n Kinosaki seien mehr als 500 moderne Häuser ein» gestürzt. Rach einer von den Morgenblättern aus Osaka veröffentlichten Rachricht soll das Industriegebiet verschont geblieben sein. Die am stärksten in Mitleidenschaft gezogene Zone befindet sich im Rordwesten der Provinz Tajima längs der Eisenbahnlinie von Sanindo. Letzte Meldungen aus Tokio besagen, daß bei dem Erdbeben über 500 Personen den Tod gefunden haben. Davon sollen in Kingszatth 300 und in Toyoka 100 Menschen umgekommen sein. Gleichzeitig mit dem Erdbeben hat sich eine Sturzwelle über das Küstengebiet ergossen, von der die Städte Minats und Tuhama zerstört worden sind. Das ganze Gebiet wird von einer ungeheuren Panik beherrscht. Die Regierung hat Truppen sowie Kreuzer zur Hilfeleistung entsandt. Mit dem Ausbruch von Plünderungen wird gerechnet. Der Schaden beträgt schätzungsweise 35 Millionen ÖJcn. der von vielen Musikkapellen begleitet wurde, endete mit einem Vorbeimarsch vor dem seit gestern abend in Hannover weilenden Reichspräsidenten, dem begeisterte Kundgebungen daraebracht wurden. Von der masseichast spalierbildenden Bevölkerung Ürurden namentlich die Abordnungen aus denr besetzten Gebiet begrüßt. Aus dem Aufwertungsausschutz Berlin, 23. Mai. (TU.) Der Aufwertungsausschuß des Reichstages setzte die Beratung des & 2 des Aufwertungsgesetzes fort. Es wurde beschlossen, daß als Goldmartbetrag für die Aufwertung bei Ansprüchen, die vor dem 1. Januar 1918 erhoben sind, der Nennbetrag gilt. Bei später erworbenen Ansprüchen ist für die Berechnung der Goldmarkbetrag der Tag des Erwerbes zugrundezulegen. Die Aussprache drehte sich besonders um die Frage, welche Stellung die Aufwertungshypotheken einnehmen sollen, um die Höhe des Zinsfußes und um die Gold- hypocheken. Von der Regierung wurde die Heranziehung des Lebenshaltungsinder zur Berechnung der Aufwertung abgelehnt. Amerika und die europäischen Schulden. L o n d o n , 25. April. (T. U.) Wie der Wajhing- . tonet Korrespondent der „Times" berichtet, habe rbie Regierung der Vereinigten Staaten nicht die ^Absicht, ihren Plan in der Frage der europäischen Schuldenregulierung aufzugeben. Alle Schulden, ^gleichgültig, ob sie vor oder nach dem Kriege, für den Krieg und für den Wiederaufbau gemacht worden seien, sind durch ein besonderes Regierungsabkommen fest zu stellen. Bo- rah, der diese Frage gestern mit dem Präsidenten Coolidge besprochen hat, soll dem Präsidenten die U n t e r st ü tz u n g des größten Teils des Senats zugesaat haben. Er habe dabei die Ueberzeugung zum Ausdruck gebracht, daß die Moste des amerikanischen Volkes den in der Schuldenfrage eingefchla- genen Kurs der Regierung billige. Gegenwärtig befindet sich eine Zusammenstellung über die Totalverpflichtungen aller ausländischen Schuldner zur Veröffenllichung in Vorbereitung, woraus die gesamte' Kapital- und Zinsbeträge heroorgehen. Hiernach haben die Vereinigten Staaten im Auslande ein Kapital mit einer Zinsrate von mehr als 1 Milliarde Dollar. Nichtsdestoweniger exportierten die Vereinigten Staaten monatlich Waren im Werte von mehr als 50 Millionen Dollar. Hieran fei Europa in der Hauptsache beteiligt, aber es könne diesen Warenaustausch nur mit Hilfe amerikanischer Anleihen durchführen. Es fei in Amerika klar, daß, je länger dwse Zustände andauern, desto größer dasRisiko eines wirtschaftlichen Weltchaos in der Zukunft sei. Hessische Künstlerhilfe. Kunstausstellung im Kunftsalon Banger, Bad-Nauheim. Am Sonntagvormittag 11 Uhr fand vor einem geladenen Publikum die Eröffnung der unter dem Protektorat des Hessischen Landesamtes für das Bildungswesen stehenden Kunstausstellung „Hessische K ü n stier hilf e" im Kunstsalon Banger zu Dad- Rauheim statt. Regierungsrat Henrich begrüßte die Erschienenen, wobei er auf die gegenwärtige wirtschaftliche Lage im allgemeinen und die der schaffenden Künstler im besonderen hinwies. Der Zweck dieser Ausstellung sei jedoch nicht ein rein charitativer; man wolle auch dabei einen Lleberblick geben über das Wesentlichste, was in Hessen gegenwärtig geschaffen werde. Rach ihm ergriff Schriftsteller Wilhelm Michel-Darmstadt das Wort. Er sprach von der Arbeit des schaffenden Künstlers, die .als Einzelleistung vor dem Tribunal der großen Kunstgeschichte vielleicht unwichtig, doch wertvoll und notwendig sei. um im Spiegel der Gegenwart das Bild des lebendigen Künstlers schauert c.u lassen. Es sei nicht Zweck und Sinn der Kunst, Gipfelleistungen und nur solche zu schaffen: Abbild solle sre fein der Seele des Tages, das spreche von dem Ringen um das Jcheal, das Kunde gebe von dem Wollen und Streben des künstlerischen Menschen, der sich bemühe, sich und seine Zeit nach vorwärts zu führen. Dieses Suchen nach Klarheit, dieseit Willen zur Deichte, diese Bereitschaft zum Kunstwerk müsse jedermann in Faszisten-Unruhen in Italien. Rom, 25. Mai. (T. U.) Die Ermordung ein es Faszisten und die schwere Verwundung von zwei anderen durch Sozialisten in Ferrara und Rovigo hat in faszistischen Streifen eine hochgradige Erregung heroorgerufen. In F e r - rara sowie in Padua haben zahlreiche anti - sozialistische Kundgebungen stattgesunden. Die Faszisten drangen in die Wohnungen von Sozialisten ein, brandschatzten und demolierten. Auch das Eigentum der Popolarianhänger ist in her Hitze des Gefechts vielfach nicht geschont worden. Die Lage scheint nicht unbedenklich zu sein. Die Regierung hat zum Schutze der Ordnung st a r k e s M i l i t ä r a n f g e b o t in die bedrohten Städte entsandt. Kleine politische Nachrichten. Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held stattete am Freitag der hessischen Regierung einen Besuch ab. Der Hessische Bauernverein veranstaltete in Mainz eine Kundgebung des mittelrheinischen Weinbaugebiets gegen den deutsch- spanischen Handelsvertrag, Dos Referat hielt Reichstagsabgeordneter K e r p -Köln. In einem Telegramm an den Reichstag wurde die Ablehnung des Handelsvertrages im Namen der gesamten Winzer vom Rhein und seinen Nebenflüssen gefordert. Arn Samstag fatrd in der deutschen Botschaft beim Vatikan zu Ehren des Kardinalstaatssekretärs Gaspari ein großer Empfang statt. Erschienen waren das Kar- dinalkollegium, darunter die deutschen Kardinäle Schulte und Faulhaber, das diplomatische Korps und die Leiter deutscher Pilgerzüge. Den musikalischen Teil der Feier übernahm der Kölner Domchor unter Leitung seines Dirigenten Rölder. * Deutscherseits bestand die Bereitschaft, den bisherigen Sichtvermerkszwang im Verkehr mit Holland abzubauen. Die holländische Regierung hat jedoch vorläufig Bedenken gegen die vollständige Abschaffung der Visen geäußert, da insbesondere das niederländische Arbeitsminifterium von der ungehinderten Zureise Deutscher ein Ueber- handnehmen der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkte befürchte. Der bisherige Visenzwang bleibt daher völlig noch bestehen. Auf weitere Vorstellung der Rechtsbeistände Julius B a rm a t s hat das Kammergericht die ursprünglich auf 200 000 Mark festgesetzte Kaution für die Haftentlassung Julius Barmats auf 45 000 Mark ermäßigt. Dieser Betrag wurde durch die sich tragen, der sich mit den Dingen der Kunst beschäftigt! anders wäre er verloren, nicht nur für das weite Gebiet der Künste, sondern füc das gesamte geistige Leben überhaupt Die Ausstellung, in zwei Räumen des Kunstsalons Banger untergebracht, gibt einen interessanten Querschnitt durch das Schassen hessischer Künstler. Es ist — im Sinne Wilhelm Michels — manches wichtige Bild darunter. Voran die Arbeiten von Scheid. Er spricht eine erdige Sprache, die sich nährt an den geheimsten Quellen der großen Mütterlichen. Seine Farben sind schwer, dabei klar, ohne Mystik; in ihnen liegt der Geruch der Luft, die über frische Schollen weht. Alle Linien fließen und leben, alles bewegt sich bei ihm, seien es Pferde, Bäume oder nur die Linie des Horizontes. Posch zeigt eine Agave, sehr ehrlich und klar geschaut, mit Achtung vor dem Stofflichen und Liebe zum Handwerkszeug geschaffen. Luthmer malt ein Blu» menstilleben, Gladiolen von großer Destinguiert- Helt. Interessanter noch als diese sehr feine Arbeit ist Anna Bornemanns Pflanzengedicht von graziöser Leichte und seltsam zarter Tönig-- keit. H offerberth wird die Farbe Mittel zur Mystifizierung der Ratur; freudige Schwermut spricht dann aus ihr. Sein großer Pierrot ist ähnlich gesehen. Mathilde Huber hat ein Blumenstilleben und ein Hafenbild gemalt, das Rüchternheit und klaren Willen zur Form verrät. Wesentlich scheint auch die Plastik von Antes: Lächelndes Mädchen (Bronze), madonnenhaft fromm geschaut, groß und bedeutsam stblicht Anwälte hinterlegt. Daraufhin wurde Julius Bar- mat aus der Charite in feine Wohnung e n t = l a f f e n- Aus aller Welt. Amundsens Nordpolflug. Noch feine authentischer» Nachrichten. Neuyork, 25. Mai. (T. U.) Die letzten Meldungen, nach denen Amundfen den Nordpol bereits überflogen und im Namen des Königs von Norwegen in Besitz genommen habe, scheinen von einem Dampfer i m E i s m e e r zu stammen. Tatsache ist, daß bis jetzt nicht das geringste von Amundfen vorlieat, daß man aber in Oslo mit einer Nachricht in der Nacht vom Sonntag zum Montag rechnet. Die gegen 11 Uhr vormittags hier eingetroffenen Nachrichten vom Begleitschiff „Farm" lauten über Amundsens Schicksal weniger pessimistisch. Das gute Wetter hält an, die Temperatur ist milde. Das lange Ausbleiben Amundsens wird damit erklärt, daß möglicherweise die Entdeckung neuen Landes besondere wissenschaftliche Untersuchungen notwendig mache. Vielleicht habe auch Amundfen Schwierigkeiten beim Abflug, aber diese werde er sicherlich überwinden. Das Begleitschiff „Nosby segelte aus Erkundungsfahrt erneut nordwärts. Amerikanisch: Sachverständige äußern sich pessimistisch über Amundsens Aussichten. Sollte die Maschine flugunfähig werden, so dürfte Amundfen kaum nach Kap Columbia kommen. Der Polarforscher B a r 11 c 11 meint. Amundfen werde wahrscheinlich am Rordpol Treibeis finden, wodurch eine Landung ausgeschlossen sei. Bartlett selbst meint, daß nach seinen Erfahrungen das Landen im Polareis wenig Aussicht auf glückliches Gelingen habe. Die Besatzung der „ Farm" ließ einen Versuchsballon hoch, um die Windverhältnisse zu erkunden. Dabei wurde festgeftellt, daß der Ballon zuerst von Rordost- und in höheren Schichten von Rordwestwind getrieben rourite. Obwohl nur südliche Winde den Rordpolforfchern verhängnisvoll werden können, hegt man an Bord vielfach die Befürchtung, daß am Pol Sturm herrscht, der Amundfen gefährlich geworden sei. Die amerikanischen Fachkreise nehmen nach wie vor an, Amundsen sei aus unbekannten Gründen gezwungen worden, den Pol einfach zu überfliegen. Er habe dann die Arktis überkreuzt und sei auf Alaska not« gelandet. Da das Flugzeug wahrscheinlich bei der Landung defekt geworden sei, sei ein Weiterflug ausgeschlossen. 3m Marinedepartement finden bereits Besprechungen über die Absendung einer Hilfsexpedition statt. Dabei wurde auch die Entsendung eines der beiden Zeppeline besprochen. Das ist jedoch als zwecklos wieder verworfen worden. Der Rord- polforscher Max Millan erbot sich, seine Rord- polexpedition dahin umzuändern, daß sie sich nur auf die Suche Amundsens beschränkt. Das Marinedepartement versprach diesem Vorschlag jede mögliche Llnterstühung. Haakon Hammer, der Freund Amundsens, erbot sich, von Los Angelos aus mit einem Flugzeug abzufliegen. Sein Angebot wurde jedoch abgelehnt. Die Kathedrale von Amiens in Gefahr. Vor dem Eingang der Kathedrale von Amiens ist der Boden, wahrscheinlich infolge starker Regengüsse in einem ilmfang von 25 Meter 8 Meter tief e i nge fünfen. Die Behörden haben fofort Maßnahmen ergriffen, um den Einsturz zu verhindern. • - Aus Stadt und Land. Gießen, den 25. Mai 1925. Fahnenweihe der Metzener Seibgardisten. Rach wochenlanger Vorbereitung fand gestern die Fahnenweihe der kameradschaftlich enVereinigung ehemaliger Leibgar di st en dahier statt. Der Weiheakt, zu dem sich außer dem festgebenden Verein eine größere Anzahl hiesiger und auswärtiger Militärvereine eingefunden hatten, fand um 3 Llhr nachmittags in Anwesenheit des früheren G roH-- Herzogs im Hofe der Reuen Kaserne statt. Die Militärvereine hatten bereits mit ihren Fahnen Ausstellung genommen, als die Traditions- Kompagnie mit den alten Fahnen des früheren Regiments 115 einmarschierten. Kurz vor 3 Llhr erschien der Großherzog im Auto und begrüßte eine Reihe ihm bekannter Persönlichkeiten, darunter den Rektor der Landes-Llniversität. .Anter den Klängen des Ludwigs-Fahnen- marfches Landgraf Ludwig VIJI, nahm die Feier ihren Anfang. Es folgte ein Vorspruch von Kamerad Wieser, dem sich die Begrüßungsansprache des 1 Vorsitzenden Waas anschlöß. Rach dem Choral „Lobe den Herrn" hielt Studienrat Dr. Adolf die Weiherede. Er wies zunächst auf die außerordentliche Bedeutung dieser Feier hin, die von den Mitgliedern des fest- zur Form erweckt. Habicht hat eine Statuette aus Holz geschnitzt, Staudinger eine Reihe Plaketten geschaffen. Ella Mar g old bringt eine Anzahl Kissen, aus gutem Empfinden für kultiviertes Wohnen entstanden. Dodewich P olle n b e r g und Huber haben gute Porzellane ausgestellt. 3n dem Raume für Graphit fallen die Arbeiten von Posch auf: „Gärten" sind Blätter, die von Mauern und Bäumen eine eindringlich- erschütternde Sprache reden. H. S e c a r t o n hat eine gute Art, die Dinge zu erlösen. Seine Bäume sind mit liebender Hand in die Ratur gestellt. C. Deppert hat eine starke „Beweinung" geschnitten dazu einen eindringlich-frommen „Propheten". Wii dem Silberstift schuf H o s f e r b e r t h ein SUlleben, das Beachtung verdient c—s. Frankfurter Theater. Schauspielhaus: „Der verlorene Sohn". Uraufführung. Die Theatersaison ist vorgeschritten, im Publilum ist nicht mehr die richtige Stimmung für düstere, aus den Abgründen der Menschheit hervorsteigende Dramatik. Mit einem solchen Werk haben wir es hier zu tun. Der junge holländische Dichter Victor E. van VrieS- l and har sich wohl das grausigste Verbrechen, welches es gibt, zum Vorwurf seines Dramas gemacht: eine M tter ermordet ihren eigenen Sohn, den sie nach dreijähriger Abwesenheit ni-b» v-'i'-br’t — 3n Rußland spielt die Begebenden Vereins schon lange herbetgofdjttt toten- den sei. Leider ließe die Einigkeit in unserem! deutschen Daterlande noch sehr zu vÄnschen ü&ri& Der Kampf der Parteien. Konfesstrnwn und Stände liege heute drückend auf Dem deutsche Volke. Erfreulicherweise stünde die kameradschafv> liche Vereinigung ehemaliger Seibgaririften fofr chen Kämpfen fern, sie verbände trte Liebe zum Vaterland und zum alten Regiment. Was ffc in treuer Pflichterfüllung während der Dienstzeit und im Felde durchlebt hätten, trage wesentlich dazu bei, das kameradschaftliche Band und die Liebe zum Vaterland zu festigen. Der toten Kameraden müsse man am heutigen Tage besonders gedenken, die ihr Leben fürs Vaterland hingegeben hatten. Manchen lieben Kameraden sehe man heute nicht mehr, und das alte Lied „Ich halt' einen Kameraden", trete wieder in Erinnerung. (Hier unterbrach der Redner feine Ausführungen, die Musik spielte leise „Zch halt' einen Kameraden", während sich die Fahnen senkten und die Anwesenden entblößten Hauptes andächtig zuhorten.) Zur Weihe der Fahne übergehend, betonte der Redner, daß das Band der Kameradschaft durch die neue Fahne gefestigt werden solle. Er forderte die Kameraden auf, in Freud und Leid, in Liebe^-nnd Treue zur Vereinigung und zum Vaterland der Fahne zu folgen. Rach der Weiherede übernahm der 1. Vorsitzende die Fahne, übergab sie dem Fahnenträger, der gelobte, sie in Ehren zu tragen. Die Fahne trägt auf der Vorderseite das alle hessische Wappen, außerdem in den vier Ecken den goldgestickten Ramenszug des früheren 115er Regiments: die Rückseite zeigt einen großen, silbergeslickten Gardeftem, ebenfalls mit dem Ramenszug. Sehr eindrucksvoll war die hierauf folgende Ragelung der Fahne. Der Groß- Herzog begann diesen feierlichen Akt als Chef des ehemaligen Regiments Rr. 115 mit den Worten: „Glaube an den Aufstieg Deines Vaterlandes. Liebe dem hessischen Vaterlande, hoffe auf das Recht der Zukunft." Ihm folgte Generalmajor Freiherr von Preuschen, eße^ maliger Kommandeur des Regiments, mit den Worten: „Den Toten zur Ehr. den Lebenden zur Lehr, den Kommenden zur Wehr." Den Schluß bildete der erste Vorsitzende Waas mit der Widmung: Jjfn Sturm und Wetter ist Gott unser Retter. Mil dem nun folgenden Riederländischen Dankgebet war der Weiheakt beendet« Es folgte der Vorbeimarsch der Tradilions- kompagnie mit den alten Regimenlsfahnen, sowie der Militärvereine, die mit klingendem Spiel zur Liebigshöhe marschierten, wo die Rachfeier, ftattfanb. Diese war so stark besucht, daß der große Saal der Liebigshöhe kaum ausreichte. Der musikalische Teil wurde von der Kapelle des Reichswehr-Jnfanterie-Regiments Rr. 15 und der Feuerwehr-Kapelle in Friedberg bestritten, deren Darbietungen schnell eine echt patiolifche Stimmung aufkommen ließen, die noch erhöht wurde bei dem Einzug der Fahnen der einzelnen Militärvererne. Die Festrede hielt der zweite Vorsitzende der Vereinigung, Prof. Dr Eger. 3n feiner Ansprache erinnerte er zunächst an die schönen Erlebnisse während der militärischen Dienstzeit in Darmstadt und betonte das gute Einvernehmen zwischen Garnison und Bürgerschaft. Groß sei die Begeisterung jedesmal gewesen, wenn das Regiment nach einer Hebung vom Griesheimer Exerzierplatz durch die Straßen Darmstadts marschierte, das für die ehemaligen 115er ein Stück Heimat geworden sei. Er gedachte auch der Erlebnisse während der Manöverzeit, nach dessen Deendi- gung viele Kameraden das Lied anftimmen tonnten: „Wer treu gedient hat seine Zeit". Der Redner kam dann weiter auf die großen Heldentaten des ehemaligen 115er Regiments im Weltkriege zu sprechen, die trotz des ungünstigen Ausgangs in der deutschen Geschichte unauslöschlich stehen. Diese Heldentaten sollten ein leuchtendes Vorbild für kommende Generationen fein. An die begeisternden Ausführungen schloß sich der gemeinsame Gesang des Deutschlandliedes. Der übrige Teil des Programms enthielt außer weiteren musikalischen Darbietungen Deklamationen von Fräulein Germann und Mitglied L ö b e r, einen Gesangsdortvag von Mitglied S ch u ch a r d t, sowie einige lebende Bilder, von denen „Fridericus Rex" mit großer Begeisterung ausgenommen wurde. Eine Reihe der eingelade- nen Vereine, sowie die Damen des Vereins stifteten dem festgebeitden Verein Fahnennägel bzw. Fahnenschleifen. Der Großherzog, der inzwischen Gießen verlassen hatte, ließ als Chef des ehemaligen 115er Regiments durch den früheren Kommandeur Generalmajor Freiherr von Preuschen sein Bild überreichen. Zwei Mitglieder des Vereins, Veteranen von 1866 bzw. 1870/71 (Emmich und Margolf) wurden von der Vereinigung durch Ehrenurkunden ausgezeichnet. Wettervoraussage. Wolkig bei zeitweisem Qtufftören, mäßig warm, strichweise Regenfälle. gebenheit nach Kriege, schon herrscht Chaos ringsum, da kehrt plötzlich der schon totgesagte Sohn armer, infolge des Krieges zu Dieben herabgesunkener Dauern zurück. Sie sehen fein Geld, dieses viele Geld macht die Verhungerten toll, sie fassen den Plan, den Fremden zu morden. Die Frau ist die Bestie, die den Mann mit dem Gedanken anspringt, sie heult und bettelt, daß er es tue. Der Vater geht in die Schenke, sich Mut anzutrinken, dort erfährt er, daß sein verlorener Sohn zurückgekehrt, aber schon stürzt die Frau in den Raum, es hat ihr zu lange gedauert, sie hat die Tat vollbracht. Der Mann wird wahnsinnig, sie selber findet den Tod durch die Kugeln meuternder Soldaten. Van Vriesland ist sicher ein Dichter, der . dramatische Steigerungen zu bringen versteht, manche Szene wetterleuchtet von packender 3n= tenfibität. trotzdem ist vieles in der rein äußerlichen Anlage stecken geblieben und läßt die Tiefe der Schilderung vermissen. Oft wird der Eindruck von grauenhafter Lebendigkeit von dem bewußter Theatralik übertönt. Leider hatte der Regisseur Fritz Peter Buch diesmal nicht die richtige Einstellung zum Dichter, er dehnte die Szenen zur Linerträglichkeit aus, statt diesen düsteren Stoff zu dramatischer Wucht zusammen- zuballen. Dieser Regiefehler war leider durch die ganze Darstellung zu spüren. Das Werk scheint fast wie dichterische Llnmöglichkeit und doch hat sich erst kürzlich das gleiche Drama in Rumänien abgespielt. Trotzdem das Publikum nicht mehr die richtige Stimmung aufbrachte (draußen lacht der Frühling), konnte sich der Dichter am Schlüsse zeigen, L. W. Bornotizeu — I a ge sfale n be r für Montag oreiiD. Oiastsche Feuerwehr -j Uhr: f)auptübimg. — Lichtspielhaus, Bahnhvsiiraßc ,’JteoeilIe." — Asto rii'’£!id)tfpicle: „Vater Loh-. •• Don unserer Garnison. Die zweite -Compagnie ITradtlionSkompagnic brt Jnfan- Icrie-RegimenkS 116) wird in der Aacht vom 28 auf D). Mai nach Der!in abtr.rnsportiert unb tritt bU 1. September zum Wachtregimrnt Berlin. Die 71iGfd)incn)*lcij;br‘Äomfagnie uib der Rach- richlen-.!ug dcs diesigen Bataillons verlassen m D:r Tcohnungsbai,ge'eUichafteii konnten in dieicr Hin sicht nur wenig tun, da sic bis zu einem gewissen Grade aus srcmde Hilfe angewiesen sind, bie ihnen durch den Staat oder die Gemeinden zuteil wird. Die , Gemeinschaft der Freunde" will bas Ziel erreichen durch sog. föaujparbetrage, durch kleine monatliche ober wöchentliche Abzahlungen, wodurch es möglich wird, In verhältnismäßig kurzer Zeit, unter Umstanden in 1} bis 2 Zähren, zu einem eigenen Heim zu gelangen. Die Bausparer werden, je nach Wunsch mid Hohe der Sparbeträge, in Gruppen eingeteilt. Wer beispielsweise zu einem Daukapital von 6000 Mark gelangen will, hat zunächst 2 Prozent dieser Summe einzu zahlen. Erreicht der Sparer durch weitere monatliche Einzahlungen den Betrag von u Prozent, so wird ihm bas Kapital mit der Der- pslichtung zum Bauen zur Verfügung gestellt. Die Reihenfolge der Kapitalzahlung erfolgt durch Auslosung innerhalb der ffiruppc, der der Sparer angehört. Das dargelichene Kapital ist mit 5 Prozent Tilgung zu verzinsen, so bah ber Sparer in späte- stens .30 Jahren ein schuldenfreies Heim besitzt, ohne in dieser Zeit mehr aufgewendet zu haben als den Betrag, den er für Hausmiete hätte entrichten müssen. 3m Falle des Ablebens eines der Ehegatten ist dem llcberlebenbcn die Möglichkeit geboten, eine Zweizimmerwohnung in einem Altersheim i >rch feinen Sparvertrag ein eigenes Heim sichern, ebenso bic Eltern für ihre Heranwachsenden Kinder. 3m Verlaufe des Vortrages traten noch eine Reihe anderer Vorteile für den 'öaulparar In Erscheinung, u. a. die ungleich höhere Sicherheit der Beiträge gegenüber den auf Gewinn eingestellten Geldinstituten, die Oeringfügig- leit der Beiträge, ber Ausschluß jeder Gefahr der Geldentwertung usw. Daß bas Vorgehen der Gemeinschaft ber Freunde Anklang gesunden hat, erhellt aus der Tatsache, daß bis zum 1. Mai d. 3 über 1000 Dausoarer mit einer Gesamtsumme von IS Millionen Mark Anschluß fanden, wodurch cs möglich wurde, alle Monate neue Baugelder auszugeben. — Die dem Vortrag folgende Aussprache zeigte, daß auch in Gießen für diese Einrichtung 3ntcreffe vorhanden ist. Daß noch manches zu klären bleibt, wird Ausgabe derjenigen. Private, Staat und Gemeinden sowie Genossenschasten sein, bic bie Wohnungsfrage in befriedigender Weise zu lösen sich berufen fühlen. •• Austrieb auf dem heutigen Frankfurter Viehmarkt: Ochsen 298, Dutten 31, Kühe 964, Kälber 727, Schafe 73, Schweine 4287. Landkreis Gictzcn. • Ettingshausen, 24. Mai. Heute feierte der hiesige Kriegerverein sein 5 0. Stiftung s f c ft, zu dem schon seit einiger Zeit die Vorbereitungen getroffen waren. Das Dorf war recht festlich geschmückt, um bic Gäste zu begrüßen, bic von allen Seiten m (tätlicher Anzahl erschienen waren. Hatte boch allein 22 StriegcrDcrcine unb ber Wickingbund Grünberg ihr Erscheinen zugesagt. Da auch bas Wetter sich am Mittag noch aufllärte, fehlte nichts am Gelingen des Festes. Ein großer F e ft 3 u g , eröffnet von den Vereinen der Gerne in bc und der Schuljugend durchzog das Dorf. Die Veteranen von 1870/71 unb die Gründer dec Vereins fuhren dem Ortsvorstand voran, dem die Gastvereine angeschlossen waren. Auf dem Festplatze begrüßte Bürgermeister O p P e r bie Festgästc, gedachte ber Gefallenen unb wünschte einen guten Verlaus des Tages. Nach einem Ehorlied, das ber hicf.ge Gciangoerern unter ßeixuna von Mehrer Simon vortrug, sprach der Präsident des feiernden Vereins, Johannes .Weil XVI. den Er- ichiencnen den Dank für ihr Kommen aus unb ließ das deutsche Vaterland hochleben. Die der Zeit angepaßte F e ft r e b e, die die Forderung der Vaterlandsliebe und Einigkeit betonte, hielt der Ortspfarrer. Frl. Hatharine 3 o x überreichte die von den Frauen unb 3ungfrauen der Gemeinde gestiftete Fahnenlchleife unb ließ ihre Worte in ein Hoch auf den »cicrnben Verein ousklingen. Der Bezirksoor fitzende der Hafsia. Tierarzt Walter aus Lich, br- gluclwünlchte im Namen des Kriegervereinsbezirks den 3ubclüerein und überbrachte auch die Wünsche des Präsidiums der Hafsia. 3m Anschluß an seine zur Daterlandslreuc mahnenden Worte nahm er bie Ehrung der 5 Veteranen und Sereinsgrünber vor unb 4ibergab den Mitgliedern, die 25 3ahre dem Verein angehörten, die ihnen verliehenen Abzeichen. Dann nahm das fröhliche Festtreiben auf dem schon gelegenen Festplatze, von gutem Weiter begünstigt, feinen Anfang. Außer den hiesigen vereinen, dem Gesangverein Harmonie”, dem Sportverein und dem Radsahreroerefn nahmen am Feste teil die Kriegervereine von Steinbach, Saasen, Göbelnrod, Hattenrod, Harbach, Quecfborn, Lauter, Westerfeld, Röthges, Münster, Nonnenroth, Oberbessingcn, Nie derbcssingen, Lich, Bettenhausen, Muschenheim, Grünberger Dicking, Dillingen. Kreis Friedberg. Bad-Aauheim. 23. Mai. Der Der- band der Detriebskrankenkassen für Südwestdeutschlanb hielt hier unter dem Torfit) von Direktor Harth- Darmstadt im großen Speisesaal deS Kurhauses seine 12. ordentliche Mitgliederversammlung ab. Don den 200 BetriebSlrankenkassen, privater oder staatlicher Struktur, die im Verbände zur Vertretung ihrer Interessen organisiert sind, waren 130 Mitglieder anwesend. Aach der Eröffnung und Begrüßung des Torfit)enben hieß, der Versammlung einen guten Verlauf wünschend, seitens der Regierung Herr v. Krug zu Aidda - Darmstadt. der Präsident des OberversicherungsamteS, willkommen, während Bürgermeister Dr. Kay- s e r den Gästen den Gruß der Stadt Bad» Aauheim entbot. Außer der geschäftlichen Berichterstattung begegneten zwei aufklärende Tor- träge sehr großem 3ntcreffe. Der hiesige Facharzt für Lichtbehandlung Dr. Dahlfeld sprach über die Lichtbehandlimg und gab damit den Anwesenden sehr anregende Belehrung. Dr. Aottebaum - Frankfurt a. M. referierte über die wirtschaftliche Derschreibeweise und deren Prüfung. 3n den Vorstand wurden nach seitherigem Brauch 8 Vertreter der Arbeitgeber (darunter BergwerkSdirektor HaasterS von der Betriebskrankenkasse der Firma DuderuSsche Eisenwerke. Wehlar). 8 Vertreter der Kassenmitglieder. 8 Vertreter der Geschäftsführer (Darunter Amtmann Loehr von der Detriebs- lrankenkasse der Reichsbahn. Frankfurt a. M.) gewählt. Das Amt deS Derbandsvorsihenden wurde auf weitere drei Jahre einstimmig wieder Direktor Harth von der staatlichen Detriebs- krankenkasse des Volks st aateS Hessen übertragen. Zu seinem Stellvertreter ernannte man Dr. Stein von der Betriebskrankenkasse der Firma Farbwerke A.-G.. Höchst a. TI. Sih der Geschäftsstelle des Verbandes bleibt Worms. .Unter Führung von Derwaltungsoberinspeltor Faust von der Bade- und Kurverwaltung, der sich um die Vorbereitung und Durchführung der Tagung sehr verdient gemacht hat, lernten die Gäste das Bad und seine Umgebung kennen, sf. A s s e n h e i m , 23. Mai. Wenn eS auch in weiten Kreisen schon bekannt war. daß in dem hiesigen, dem Grasen von DolmS- Rödelheim gehörigen Schlosse große und wichtige Bestände von Altertümern, Kunstgegenständen, naturtoiff en- schas tlichen Sammlungen, Büchern und Urkunden vorhanden waren, so hatten doch wohl die wenigsten eine Ahnung von der Reichhaltigkeit und dem Werte dieser Sammlungen. Man kann dem jetzigen Besitzer, den Grasen von Solms-Rödelheim, nur dankbar dafür sein, daß er diese Schätze jetzt auch der Allgemeinheit zugänglich macht. Der unermüdlichen Tätigkeit des Leiters des Friedberger Museums, Professor Dr. Blecher, ist es mit Hilfe von erprobten Mitarbeitern, unter denen wir nur Fräulein Stange, den Prinzen Wilhelm Carl von Ofenburg, Privatdvzenten Stoltenberg. Attbürger- meister Maul. Ossenheim. Herrn Müller- Hickler und Kastellan Weinbrenner nennen. nunmehr gelungen, die außerordentlich umfangreichen Sammlungen zu ordnen: dieselben sind nun jede Woche. Sonntags von 11 bis 12 und Mittwochs von 3 bis 6 Uhr. unentgeltlich geöffnet, nach vorheriger Anmeldung auch außerhalb dieser Zeit gegen eine kleine Vergütung. Die Sammlung setzt sich zusammen aus Museum. Waffen- und naturwissenschaftlicher Sammlung: das Museum enthält hauptsächlich Funde aus vorgeschichtlicher und römischer Zeit, fränkische und mittelalterliche Werkzeuge und eine reichhaltige Siegelsammlung auö bet Zeit Karls deS Großen bis zur Aeuzeit, sowie Urkunden auS dem 13. bis 18. Jahrhundert. Richt minöer reichhaltig ist die Wafsensammlung. die Ritterrüstungen. mittelalterliche und neuzeitliche Waffen enthält, ebenso die naturwissenschaftliche Sammlung, die Gesteine. Tcrftcinerungen und eine reiche Sammlung von Tierschädeln zeigt. la. 3nöuftrie= Speifeiartoffeln aus östlicher Landbodengegend liefert frei Haus und ab Lager Hermann Sauer Bureau u. 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Infolge der günstigen Witterung trat plötzlich und an manchen Stellen in ungeheurer Menge ein bisher nur vereinzelt beobachteter Schädling, die Taupe 2 c* T i n g c l f p i n « ners. auf Die sorrst in größerer Zahl auf- trelenden Raupen des Golbasters und Baun: weißlinas. die den TDintci über in deutlich sichtbaren Raupennestern verleben, können ourch ihr Erscheinen nicht so überraschen wie die aus einer förmlichen und nicht leicht wahrzunehinen- den Eier-Ringburg plötzlich hervortretenden Raupen deS Ringelsvinners. Es sind vorwiegend Apfelbäume, die sie sich zu ihrem Fraß auserkoren haben. Die wegen ihrer Buntstreifigkeit .Livreeraupen" genannten Schädlinge leben in der Regel bis zur letzten Häutung gesellig, und zwar oft freundschaftlich mit den Raupen des Goldafters zusammen in einem derben Gespinst, vorzugsweise in den Astgabeln: sie heißen deshalb auch ^Gabelraupen". Dieses Gespinst wird von den Raupen bald verlassen, um sich ebenfalls in den Astgabeln in großen. Bienenschwärmen nicht unähnlichen Klumpen zusammenzuhocken. Dort sitzen sie besonders in den Morgenstunden, sich auf- und niederbiegend, in den ihnen wohltuenden Sonnenstrahlen, vor oder nach größerem Fraß. 3n diesem ®nt- wicklungSstadium sind die Ringellpinner- ober Livree-, oder Gabelraupen in diesen Tagen in vielen Obstplantagen zu finden. 3m Lause der nächsten Woche werden die Raupen dieses gesellige Zusammenleben aufgeben, um sich in den Baumkronen durch weiteren Fraß einzeln gütlich zu tun. Die Zeit, in der die Beseitigung der Raupen möglich ist, währt also nicht lange. Die Verpuppung erfolgt auch sehr bald in zusammengesponnenen Blättern, und schon nach 3 Wochen erscheinen die Falter, die je 300 bis 400 (Sier ringweise um dünne Zweige legen. 3n dieser Form überwintern bie Schädlinge Gegen die in ausgewachsenem Zustande in den Baumkronen lebenden Raupen, oder gegen die Falter, oder die Eiringe mit Erfolg vorgehen zu wollen, ist ein müßigeS Beginnen. Eine gründliche und einfache Vertilgung ist deshalb nur jetzt möglich, durch Abbrennen der Raupen- klumpen mittels Raupenfackel, oder Zer- drückenmit einem flachen Stab oder mit einem Luchlappen. Alle Obstzüchter sollten im eigensten Interesse ihre Obstanlagen durchsehen und unverzüglich zur Vertilgung der Schädlinge schreiten. ZL Aulen -Diebach, 25. Mai. Ein von hier gebürtiges 16jährigeSMädchen wurde abends um 10 Ahr am Bahnübergang nach Rohrbach von einem Radfahrer angebalten, ihm Ge walt angetan und die Taschen noch Geld burdy- sucht. Die Gendarmerie nahm sich des Falles tatkräftig an, bis jetzt jedoch ohne Erfolg Kreis Schotten. § Alrichstein, 24. Mai. Am Freitagnachmittag überflog ein Flugzeug in geringer Höhe unser Städtchen und entschwand bald in östlicher Richtung. Kreis Alsfeld CD Kirtorf, 23. Mai. 3n dem benachbarten Dorfe Heimertshausen machte heute früh ein etwa 60 Fahre alter verwitweter Einwohner durch einige Halseinschnitte mit dem Rasiermesser seinem Leben ein Ende. Der alte Mann sollte krankheitshalber in ein Krankenhaus verbracht werden. Diese Tatsache ist ihm, da andere Gründe nicht vor- liegen, offenbar so sehr zu Herzen gegangen, daß er sich zu der tragischen Tat entschloß. Kreis Wetzlar. r. Lützellinden, 24. Mai. Heute fand hier ein Deutscher Tag statt, an dem die neue Bruderschaft des Zungdeutschen Ordens in Lützellinden ihre Bannerweihe hielt. Am Morgen fand ein Feldgottesdienst statt, bei dem Pfarrer Helm über das Wort redete, daß nur einer unser Meister fei, nämlich Christus, der unser Führer unb Wegweiser fein müsse. Mittags gegen 3 Uhr stellten fid) die einzelnen Bruderschaften zu dem Festzuge aus, der von zwei Musikkapellen begleitet wurde. An dem Kriegerdenkmal hielt der Zug an, umgeben von der Gemeinde und vielen auswärtigen Gästen. Komtur Kauer begrüßte die Bruderschaft Lützellinden und beglückwünschte sie zu dem Opfermut, den sie geleistet zum Zustandebrin- gen dieses Tages und daß sie den Geist der Vorfahren aufrecht erhalle. Die Bruderschaft fei gegründet, um die Meinungsverschiedenheiten zu überbrücken, daß alle ein Voll von Brüdern seien: das Kreuz auf dem Banner fei das Zeichen, daß wir im Geiste Christi wandeln wollen, und diesen christ- lichen Glauben bekennen. Ueber allen stehe der heilige Gott. Er gedachte der heldenmütigen Taten der Toten. Oberst v. Nostiz begrüßte die junge Bruderschaft, die beweise, daß es noch Männer mit Mannesmut gebe, die an Deutschlands Größe glauben. Wenn wir von Deutschlands Größe sprächen, dürften wir niemals die -taten der Helden vergeßen, die 1870/71 Deutschlands Gröhe herbeiführen halfen und im letzten Kriege ihr Herzblut opferten jur bas Vaterland. 51 ut biefe ')elben dürsten wir stot, sein. Das beste Denkmal sei baefenige. das wir in seren r>cryn aufrichteten. Sie hätten alles bingegeoci nichts fei erhabener, als sein Leben hinzug^en für bie Bruder Die Gefallenen seien Vorbilder ? ,c Kapelle ipiclle hieraus ,3ch hall' einen, Kameraden", motze, alle entblößten Haupte» ber Toten gedachten. Verlange Festzug bewegte sich hierauf zum Festplatz auf der Habe cor dem Dorfe, fiomiu, Kauci wies nochmals auf bic Bedeutung des Zusammenschluß'- echter deutscher Männer bin. Er mahnte .;r Cini . und Treue. Der Deutsche Tag in Lützellinden icigc, baß c.- hier viel Deutsche cabi bic ihr Vaterlnnb lieben. Ein einig Volk werde i-iebcr z ehren kommen. Pfarrer Schmidt hielt hieraus ti-- .'tzeiherebe die den Mittelpunkt des Festes bildete, t i sprach über bic Bebrütung de > Banners, das : rpsiichte und binde. 3n Liebe und Treue fei »um Banner zu halten, das allen ernste Pslichlen auferlege und einen guten Willen fordere. Hierauf yeschah bic Entfaltung bes neuen Banners unb der schwur der Ordensbruder au» Lützellinden: „Wr wollen fein em einig Volk von Brüdern". Hochmeister Artur Mabraun aus Berlin erinnerte an den Heldentod Schlagetens, dem deutschen Mann, dem man c n Denkmal fetzen werbe, bamii '' inb unb Stmber-'mber seiner gedenken machten. Ein Volt könne nicht leben, bas nicht für fein Vaterland eintrete. Einigkeit allein mache stark. Wir müßten einsehen lernen, daß Zwist unb Hader un tereinanber nur den Feinden diene. 3cber Stand möge feine eigenen Interessen haben aber für den Wohlstand des Volkes müßten alle zusantmenstehen. 3cbcr Deutsche müsse ein Mann voll Charakter und edlen Sinnes fein Die Not fei groß, die 7 3ahre Nachkriegszeit hätten den Nest des Wohlstandes zunichte gemacht, Bestechlichkeit und Unehrlichkeit hälfen «ugenommen. Parteihaber fei ein Uebcl im Volke unb müsse sckwinben. Er ermahnte, ein Herz voll Liebe zum Volke zu haben. Alle deutschen Brüder ohne Unterschied bes Standes müßten zu- fammenfichcn, dann gehe das Vaterland einer besseren Zukunst entgegen. Herr Kauer hob hervor, daß der Tag seinen Höhepunkt erlebt habe unb sprach dem Hoäpneister ben Dank aller aus. Cs erfolate nun an dem Kriegerdenkmal ein Vorbei marsch vor dem Großmeister. Die offizielle Feier war hiermit beendigt Hcffcn-Aasfau. r Waldgirmes, 24 Mai. Der bieftge Arbeitergesangverein Dolkschoi" früher „Germania" — der auf ein 20jähriges Bestehen ;urüdb(idt, hielt beute ein großes Sängersest, verbunden mit Fahnenweihe, unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft und auswärtiger Gäsi' ab. In den festlich mit Tannengrün und Girlanden geschmückten Ort zogen 14 auswärtige befreundete Gesangvereine ein. um das Fest zu verschönern. Auch ber andere Gesangverein von hier nahm an der Feier teil. Die Fahnenweihe fand in dem ©arten des Gasthauses Weimer statt. Die noi getragenen Chöre sanden Beifall. Besonders gefiel Der von dem Dirigenten Drautb dirigierte Masfen- chor — bestehend auS 6 Vereinen der das wundervolle Lied zum Vortrag brachte: ..Empor 8um Licht" Das Fest wird allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben. Turnen, Sport und Spiel. Frankfurt — Argentinien. Frankfurt a. M.. 2-1. Mai. (Wolff.- Das heute im Frankfurter Stadion ftattgefunbenc Fuß- balltocitfpiel zr--: scheu einer kombinierten Frankfurter Siubtemannschaft unb der Meistermannschaft von Argentinien, „Boco 3uniors", Buenos Aires, enbete mit einem knappen Siege ber Argentinier von 2:0. Dem fpannenben Kampfe wohnten ihre 30 000 Zu- schauer bei. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Redaktion.) h. B. in R. Die Unterschriften dritter Personen können von ber Bezirkssparkasfe nicht beglaubigt werben. Diese Beglaubigung kann nur burch bas Ortsgericht, ben Gerichtsschreibor, ben Notar ober bas Amtsgericht erfolgen. 2TI. in S. Das stunbigungsverhältnio regelt sich nach ben Vorschriften bes Bürgerlichen Gesetzbuches. Bei vereinbarter monatlicher Gehaltszahlung ist beiderseits monatliche Kündigung möglich. Die Kündigung muß jeweils bis zum 15. des Monats ausgesprochen werden. 4UAjmpfei^-3e03dux)€^<$ei^ Sie:», wie A von Bergmann & Co , Rad<-benl. überall zu haben. Krent-Droi. flnguit Kol1. nstaiH-Drog. Hans Nell P*J. H6bs, Seifenfabrik Drop. Gg. Waneafels. Doro. Otto WioterhoH 46c Für Mervenkrankei u Ncivo : rsc pfte. Speilalkiraeetalt Hof- ■ heim I. Tamas b i Fmultfurt a M Bcha«l. B cinaerichtel. rorzübliche Veroflegrunff (aacli ■ I)i/lt-Kuren1 MAßige Preise. Prospekt durch I Ur. J1. kchnlze - Kahleyw«, Nervenarzt. I Ein tüchtiger Schreinergeselle kann sofort einiretcn b. Wilhelm Römer Scbretnermeister in BelterSbain bei Grünberg Luche für sofort ein braves, fleißiges Fräulein für Hilfe im Haushalt, eiwaö '.'laben erwünscht. Dienst Mädchen vorhanden. Frae Harle Scheid Bedingen lOberhest. Neustadt 18. 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Das ist um so bedauerlicher alS sich die Reichsregie- tung in der umfangreichen schriflichen Begründung der Vorlage und in den mündlichen Erläule- runa i g'segmtlich der Uebergabe des Druckstücks an die Presse die denkbar größte Mühe gegeben hat. die groben sachlichen Gesichts- punkte herauszuschälen und auch auf all die Argumente einzugehen, die seit der Vorlage des Gesetzes über Zölle und Umsatzsteuer, das im vorigen Jahre infolge der Auflösung des Reichstages unerledigt blieb, und in der ausführlichen 'Beratung der kleinen Zollvorlige im Reichswirt- fchaftSrat vorg bracht waren. Genau die gleichen Dorwürle. die man damals in der Linkspresse lesen konnte und die nach Form und Inhalt käst aufs Haar genau der Stellungnahme der g'eichen Kreise bei der Beratung de« Bül^wschen Zolltarifs im Jahre 1902 gleichen, werden auch jetzt wieder erhoben, was nicht gerade zu der notwendigen schnellen und einwandfreien Erledigung der Materie beiträgt und was außerdem die Be- völkerung in einen Zustand der Unruhe zu versetzen geeignet ist, der nach dem Inhalt unb Zweck der Vorlage keine Begründung hat. Rein tarifmäßig teilt sich die Vorlage in Aenderungen und Ergänzungen eines großen Teiles der industriellen und gewerblichen Zollvositionen und in die beschränkte Wiederinkraftsetzung der seit 1914 suspendierten landwirtschaftlichen Zölle. Soweit die Industriezölle in Betracht kommen, deren Mehrzahl überhaupt nicht suspendiert gewesen bzw. seit langem wieder, und zum Teil mit erhöhten Sähen, in Kraft getreten ist, bezweckt der neue Zolltarif die Anpassung an die veränderten Verhältnisse, wie sie sich aus dem Gang und trr Gntwicklungsmöglichkeit der deutschen Produktion, aus der Tendenz der ausländischen Produktion und aus der handelspolitischen Situation der Weit, der sich Deutschland seit der Erlangung seiner Derhandlungsfreiheit mit dem 10. Januar 1925 gcgenübersieht. ergibt. Soweit man bisher die Dinge übersehen kann, dürfte dieser Teil der Vorlage ohne allzu große Schwierigkeiten durchzubringen sein. Anders steht es um die landwirtschaftlichen Zölle Gegen sie richtete sich bereits seit geraumer Zeit eine heftige Pressekampagne der Sozialdemokratie, die jetzt zur Einbringung des Mißtcauensantraaes gegen die Reichsregie- rung geführt bat. Hier tauchen aber auch in bürgerlichen Kreisen vorsichtige Bedenken auf, die um so beachtenswerter sind, weil sie den guten Willen zur Unterstützung des Rerchskabi- netts bei der Stabilisierung der deutschen Wirtschaft erkennen lassen. Der Reichskanzler bat bereits darauf hingewiesen, wie falsch es ist, von einer ..Produzentenpolitik" im Gegensatz zu einer „Konsumentenvolitik" zu sprechen, wo es sich um eine Produktionspolitik handelt, die bei der Beteiligung aller Schichten des Volkes an Produktion und Konsum naturgemäß auch die beste Konsumentenvolitik ist. Rur als Ganzes genommen hat die Vorlage einen Sinn und kann sie den in Aussicht genommenen Zweck erfüllen. Es kommt darauf an. alle Teile der einheimischen Produktion zu starken und alle Teile im gleichen Maße von den in den letzten Jahren zur Genüge in Erscheinung getretenen und lediglich von ausländischen Interessen bestimmten Unsicherbitssaktoren zu befreien. Es braucht nur als Beispiel auf die Bewegung der Weltgetreidepreise hingewiesen zu werden. die auch Deutschland mit Schwankungen mitgemacht hat. die die von den Gegnern der Zollvorlag" durch die Getreidezölle befürchtete und als Brotwucher bezeichnete Verteuerung der deutschen Getreidepreise übersteigen. Wie auf dem landwirtschaftlichen Weltmarkt, abgesehen von dem durch Zufälle und Raturereignisle anormalen Jahr 192-1. die Entwicklung der Preise für landwirtschaftlich' Produkte wesentlich dadurch bestimmt worden ist. daß nach der im Kriege in llcberfre durchgeführten Industrialisierung bei dem gleichzeitigen Produktionsrückgang in Europa der Austausch industrieller Produkte stark flurüdgegangen ist und die als Gegenleistung gelieferten landwirtschaftlichen Erzeugnisse in ihrem Tauschwerte stark gedrückt hat, fo liegt es auch auf dem deutschen Binnen- markt. wo die Preise und damit die Kaufkraft der Löhne auf die Dauer durch das Verhältnis der in gegenteiligem Austausch stehenden industriellen und landwirtschaftlichen Produkte bestimmt wird. Dazu kommt, daß erst b ei Garantierung der Rentabilität durch die Zollpolitik die Mehrzahl der landwirtschaftlichen Betriebe instand gesetzt wird, wieder wie früher zur Durchführung einer weitgehenden Intensivierung als Abnehmer von Industriepvo- buften aufzutreten und damit der industriellen Bevölkerung eine lohnende Beschäftigung zu geben. Die* Inkraftsetzung der Vorlage bedeutet also hin' Gefährdung d'r städtischen Verbraucherschaft. fonb-rn gibt ihr die Möglichkeit, in gleichem Maß' mit festen Realeinkommen zu rechnen, wie lie der La"d'virtschaft die Voraussetzungen zu sicheren Kalkrlationen schafft. Unb bei der Landwirtschaft wiederum steht mit den Wehzöllen der Klein- und Mittelbetrieb im Vordergrund. der über 75 Proz. der landwirtschaftlichen Ruhfläche zu bearb'iten hat. Der Indizienbeweis. Seine Bedeutung und feine Gefahren. Don Landgc. dor Dr. Albert Hellwig. Die Gefahren des Indizienbeweises, das ist ein Thema, das man von Zeit zu Zeit immer wieder in der Tagespresse behandelt findet. Meist im Anschluß an einen offenbaren Justizirrtum. Man pflegt dabei meiner Erfahrung nach zweierlei zu verkennen: Einmal die Tatsache, daß unsere Erkenntnis stets unb überall Stückwerk ist, daß wir der Gefahr des Justizirrtums auch bann ausgesetzt sind, wenn wir uns nicht auf Indizien stützen, sondern auf Beweismittel, die man mit gewissem Recht als zuverlässiger zu betrachten pflegt: sodann die weitere Tatsache, daß der Deweiswert der Indizien außerordentlich verfchiedeii ist. daß es Indizien gibt, die fast nichtssagend sind, andererseits aber auch Siebener Anzeiger (General-Anzeiger jur (überheizen, Indizien, die allein Ichon zur Uebe. üprung des Angeklagten ausreichen unb eine, sehr hoben Grad von Wahrscheinlichkeit legrünbcn Diese ungenaue Erkenntnis der D kvutung deS Indizienbeweises bewirkt es. baß die Gefahren des Indizienbeweises zu hoch eingeschätzl werden, unb daß die Trüglichkeir der anderen Beweismittel nicht hinreichend beachtet wird. Man kommt von diesem unrichtigen Standpunkt aus natürlich auch zu ganz falschen Ergebnissen, so etwa zu der Forderung, daß der Indizien- beweis mindestens in Kapitalsachen zur ilebcr- führung deS Täters nicht ausreichen sollte. Da nun aber Mordtaten der Ratur der Sache nach nur selten in Gegenwart von Augenzeugen verübt werden, fo würde die Verwirklichung dieser Forderung kriminalpolitisch verhängnisvoll w r- fen. Denn das hieße doch im Grunde nichts anderes, als eine Prämie auf hartnäckiges Leugnen sehen! Die Folge wäre bann, daß gerade Diejenigen Mörder, die keine Reue empfinden. die gute Rerven haben unb durch das Verfahren feelifche Pein nicht ausstehen, also gerade die gefährlichsten Subjekte, zum mindesten vor einer Verurteilung zum Tode sicher wären. Wegen Mordes verurteilt werden könnten dann nur noch die unvorsichtigen oder aus weicherem Holze geschnitzten Mörder, die sich aus irgendeinem Grunde zum Geständnis verleiten lassen. Das würde einen höchst bedauerlichen Rückfall in längst vergangene Zeiten bedeuten, wo man in der Tat nur solche Mörder hinrichtete, die entweder geständig ober aber durch Augenzeugen der Tat überführt waren. Die Folgen wären heute aber noch bedenklicher als ehedem, da damals Indizien wenigstens zur Verhängung der Folter ausreichten und die Folter doch gar manchen hartgesottenen Mord- gefcHen, ber\ heute der Gerechtigkeit entgehen würde, zum Geständnis brachte. Richt darum also kann es sich handeln, den Indizienbeweis für bestimmte schwere Straftaten auszuschließen, fonbem nur darum, ihn möglichst zuverlässig zu gestalten. Ein Richter aber, der mit den Lehren der modernen Kriminalistik vertraut ist, wird im allgemeinen auch imstande sein, sich davor zu hüten. Indizien einen höheren Deweiswert zuzuerkennen, als ihnen zukommt. Ein Richter kennt aus der Literatur und aus eigener Erfahrung zahlreiche Fälle, in denen sich Indizien als trügerisch erwiesen haben. Er weiß auch, daß es bet der Wertung der Indizien nicht darauf ankommt, daß man möglichst viel Indizien hat, sondern baß nur die voneinander unabhängigen, selbständigen Indi- zien geeignet find, die Beweiskraft eines einzelnen Indizes zu vergrößern. Der Laie neigt erfahrungsgemäß weit mehr dazu als der Be- mfsrichter. den Deweiswert eines Indizes zu überschätzen. Er übersieht insbesondere auch gar zu leicht die Tatsache, daß man aus einer einzelnen konkreten Tatsache niemals einen hinreichend sicheren Schluß auf eine andere Tatsache ziehen kann, wobei allerdings zuzugeben ist, daß die Deweiskrast der einzelnen konkreten Tatsache um fo mehr wächst, je einzigartiger sie ist. Auch übersieht der in der Logik des Beweises nicht Geschulte gar zu leicht, daß zwar eine Reihe von Indizien unter ilmftänben ebenso beweiskräftig sein können wie der direkte Beweis durch ein Geständnis oder durch Augenzeugen, daß dies aber nur dann der Fall ist, wenn es sich um voneinander unabhängige Indizien handelt. Der große Philosoph Lotze hat mit vollem Recht schon darauf hingewiesen, daß sich uns mit Anrecht die Wahrscheinlichkeit einer Vermutung zu vergrößern scheint, wenn zu dem Anschein, das uns zuerst zu ihr führte, dessen notwendige Folgen nach und nach in unsere Beobachtung fallen: „Sie stimmen natürlich zu unserer Vermutung, aber sie können nichts zu ihrer weiteren Begründung beitragen." Wenn man sich der Mehrdeutigkeit der Indizien bewußt ist und weiß, daß man nur aus einer größeren Anzahl voneinander unabhängigen Indizien berechtigt ist. einen Schluß auf die Täterschaft des Verdächtigen zu ziehen, und dies auch nur dann, wenn die Beweiskraft der Delastungsindizien nicht durch wichtige Entlastungsindizien entkräftet wird, so hat man alles getan, um einen Justizirrtum nach Möglichkeit auszuschließen. In der übergroßen Mehrzahl aller Kriminalfälle handelt es sich um Indizienbeweise. Daß der Richter, auch wenn er noch so sachkundig ist, trotzdem in Gefahr ist, sich zu irren, ist allerdings unbestreitbar. Das zeigt so mancher berühmte Kriminalfall, so der in meinem 1914 erschienenen Büchlein über ..Moderne Kriminalistik" geschilderte interessante Fall Steiner. Aber auch der direkte Beweis durch Augenzeugen und selbst durch Geständnis schützt keineswegs gegen verhängnisvollen Irrtum. Zugegeben ist allerdings, daß der auf Zeugenaussagen gestützte oder aus dem Benehmen des Verdächtigen vor der Tat oder nach der Tat entnommene Indizienbeweis häufiger zu Fehl- sprüchen führt als der direkte Beweis, da Irrtümer von Augenzeugen und unwahre Geständnisse seltener sind. Es gilt daher, den Indizienbeweis nach Möglichkeit so zu gestalten, daß er dem direkten Beweis an Beweiskraft gleichkommt oder ibn gar übertrifft. And das ist sehr wohl möglich. Es gibt nämlich c;ne große Gruppe von Indizien, die man zur Unterscheidung von jenen psychischen Indizien als fachliche Indizien bezeichnen kann. Es handelt sich hier um jene Indizien, deren Beachtung und sachverständige Würdigung auf das engste mit den gewaltigen Fortschritten der eraften Raturwisfenfchaflen in den letzten zehn Jahren verbunden ist. Es handelt sich da um Schlüsse aus den Spuren der Tat, wie sie sich am Tatort, aber auch am Körper des Täters vorfinden. Dahin gehören etwa Dlutspuren. Flecken, Erdspuren, Dißspuren. Fußspuren. FiiaeAvuren ufto. Dickleibige Lehrbücher der gerichtlichen Medizin, der gerichtlichen Chemie und der Krimmaltechnik beschäftigen sich im Wesentlichen mit der systematischen Untersuchung dieser Spuren. Es ist nicht zu verkennen, daß der Beweis- wert dieser sachlichen Indizien ein verschiedener ist, und daß der Rückschluß, den sie auf die Begehung der Tat gestalten, selten zwingend ist. So kann durch die Untersuchung von Dlutspuren an den Kleidern des V?rdächtig"n zwar festgestellt werden, ob es sich um Menschenblut handelt oder nicht: dagegen kann man daraus an sich noch keineswegs ohne weiteres schließen, daß diese Dlutspuren darauf deuten, daß der Verdächtige auch tatsächlich der Täter ist. daß er bei der Begehung der Tal feine Kleider mit Blut befleckt hat. da es noch nicht möglich ist. das Blut einzelner Menschen untereinander zu unterscheiden. Ebenso kann man aus Finger- spuren des Verdächtigen, die man am Tatort findet, zwar mit Sicherheit schließen daß der Verdächtige den betreffenden Gegenstand einmal berührt hat — da sich die Papillarien der Finger eines Menschen von denen eines jeden anderen Menschen mit Sicherheit unterscheiden lassen — unter Umständen kann man also daraus, daß der Verdächtige feine dakty- lvfkopische Difitenkarte am Tatort zurückgelasfen hat. mit aller Bestimmtheit entnehmen, daß er am Tatort gewesen ist. dagegen wird man nur. wenn noch andere Indizien hinzukommen. schlte- ßen können, daß er auch zur Zeit der Tal am Tatort gewesen ist, und daß er die Tat verübt Hai Aukch darf nicht übersehen werden, daß die sachlichen Indizien nur dann sichere Schlüffe zu- laffen. wenn sie von einem wirklich erfahrenen Sachverständigen gedeutet werden. Der Richter allein ist fast nie sachkundig genug, und gar mancher Irrtum ist auch fchon dadurch entstanden, daß der betreffende Sachverständige, dem die Untersuchung der Spuren anvertraul worden war. nicht sachkundig genug gewesen ist. Doch das sind Fehler, die nicht in der Sache begründet sind, sondern nur auf unvollkommener Durchführung des Gedankens beruhen. Vermeidet man diese Fehler, so werden die sachlichen Indizien dem Richter außerordentlich wertvolle und zuverlässige Anhaltspunkte zur Beurteilung der Schuldfrage geben. An diese sachlichen Indizien habe ich gedacht, als ich vor zehn Jahren in dem Vorwort zu meinem erwähnten Büchlein den Satz aufgestelll habe, dem modernen Indizienbeweis gehöre die Zukunft. Ich wieS allerdings auch damals schon daraus hin, daß dies zur Voraussetzung habe, daß die Organe der Strafrechtspf lege, und zwar nicht nur die Polizei beamt en. sondern auch die Staatsanwälte und die Strafrichter, gründlich in der Kriminaltechnik ausgebildet würden. Leider liegt hier aber noch vieles im argen. Richter und Staatsanwalt brauchen von Amts wegen von diesen wichtigen Dingen überhaupt nichts zu wissen, und auch bei den Polizeibeamten vermißt man, wie mir meine Erfahrung gezeigt hat. nur allzuoft selbst die elementarsten Kenntnisse der modernen Beweislehre. Hier die bessernde Hand anzulegen, wird eine der vornehmsten Pflichten einer zielbewuhten Kriminalpolitik sein! 3ugenbwoI)Ifaf)rtstagung in Giehen. Erster Sitzungstag. k. Am Freitag und Samstag fand in Gießen in der Neuen Aula der Universität eine Tagung zur Einführung in bieJugenbwohlfahrts- arbeit statt. Die Tagung, die von einer Reihe von Lehrervereinen in Gemeinschaft mit der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen und den hiesigen Professoren Geh.-Rak Dr. M i 11 e r m a i e r unb Dr. Stern veranstaltet wurde, sollte einen Ueberblick über den heutigen Stand der Jugenbwohlsahrl, ihre Probleme und ihre Bedeutung für das öffentliche Leben geben und fo das Verständnis für die wichtigen Aufgaben der Wohlfahrtsarbeit fördern helfen. Geh. Iuftizrat Prof. Dr. M i t te r m a i e r begrüßte in der ersten Vormittaassitzung die Erschienenen, insbesondere Direktor Daffinger von der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Darmstadt, und wies darauf hin, daß die Durchführung der Veranstaltung nur ermöglicht worden sei durch Zuwendungen aus Wirtschastskreisen und einen Zuschuß seitens der vorerwähnten Zentralstelle. Die Tagung fei ein Versuch, aus dem man für weitere derartige Veranstaltungen auf diesem Gebiete Erfahrungen sammeln wolle. Er hoffe, daß die Tagung für alle Beteiligten (Referenten und Zuhörer) wertvolle Anregungen bieten werde. Der erste Referent, Direktor Daffinger- Darmstadt, sprach über die Ze n t r a l st e 11 e zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen, ihre Aufgaben und ihre Bedeutung für die Volks- unb Jugenbwohlfahrt. Der Rebner führte u. a. aus: Der unglückliche Ausgang bes Weltkrieges hat unser Volk vor schwere Ausgaben gestellt. Es gilt vor allem, beutscher Arbeit unb beutschem Wesen wieder Achtung zu verschaffen. Nur wenn wir verstehen, die in unserem Volke schlummernden Kräfte wachzurufen, können wir wieder vorwärtskommen. Viele Organisationen arbeiten an diesem Werke, ihre Arbeit kann aber nur Erfolg haben, wenn Dolksbil- bungsarbeit unb Jugendpflege zentral geleitet unb befruchtet werben. Das ist bie Aufgabe ber Zentralstelle zur Förberung ber Volksbilbung unb Jugenb- pflege. Wir brauchen ein urteilsfähiges Volk, bas weiß, welchen Weg es einzuschlagen hat. Deshalb hat auch ber Staat großes Interesse baran, daß auf dem Gebiete ber Volksbilbung unb Jugendpflege Ersprießliches geleistet wirb. Volksbilbungsarbeit unb Iugenbpflege ist nicht Sache einzelner Personen ober Vereine, fonbem bes ganzen Volkes in Stabt unb Lanb. Das Arbeitsgebiet ber Volksbilbung unb Iugenbpflege erstreckt sich auf alle Kultursragen. Dabei ist nicht zu vermeiden, baß hier unb ba auch politische unb religiöse Gebiete gestreift werben, was sehr oft bazu beiträgt, auch bie Ueberzeugung An- bersbenkenber zu achten. Die Volksbilbungsarbeit muß bobenftänbig fein, sie muß Heimatcharakter Haden, andererseits aber auch Qualitätsarbeit fein. Sehr wichtig ist auch bie planmäßige Heranbilbung von Mitarbeitern sowie bie Zusammenfassung und bas Zusamenarbeiten aller zur Verfügung stehenden Kräfte, und zwar nicht nur geistiger, sondern auch materieller Art. Zum Schluß schildert der Referent noch den Aufgabenkreis unb bie Tätigkeit ber Zentralstelle unb ber einzelnen Ausschüße. Hierauf folgte ein Referat von Professor Dr. Messer-Gießen über bie Jugenbbewe- g u n g. Der Referent erläuterte bie Jugenbbewegung von ben ersten Anfängen bis zum heutigen Tage. Er betonte, baß bie Iugenbpflege ihre ersten Erfolge in ben kirchlichen Vereinigungen zu verzeichnen hatte, außerdem haben private Verbänbe, turnen schäften. Guttemplerlogen, Pfabfinderbunb unb Wan- bcroögel wesentlich zur Entwicklung ber Jugenbsiche beigetragen. 1905 entstand ber Bunb ber Wanberer, ber aber meistens aus reiferer Jugenb bestanb, 1906 begann in (Böttingen bas Wirken der Freischar unb der Freibeutschen Bewegung. Pros. Messer erläuterte fobann die Zwecke unb Ziele der Jugendvereine und bemerkte, daß derartige Vereinigungen vor allen Dingen von dem Gedanken getragen würden, in der freien Natur Gesundung zu finden, Montag, 25. Mai 1925 | in der Abneigung gegen die überfeinerte Großstadt» luliur. Außerdem spiele der Sinn für bas Echte unb Wahrhaftige eine große Rolle. Er wies ferner darauf hin, daß bie Jugend nach Selbständigkeit unb der Möglichkeit freier, selbständiger Verantwor- tung strebe. Er bemerkte, baß in ben meisten Ju» genbuerbänben ber Alkohol unb Nikotingenuß verboten sei, und sprach anschließend über die Beziehungen der Jugendbewegung zur Kirche. Nach einigen Erläuterungen über die Jugendpflege im Ausland schloß der Redner feine interessanten Ausführungen Prof. Dr. Stern-Gießen sprach hierauf über die Jugendwohlfahrtsarbeit unb Erziehung. Er unterschieb bie Geschehnisse im Leben nach Veranlagung unb Beeinflussung. Hieraus besprach er bie Erziehungsgeineinschaften, teilte sic in natürliche und künstliche: als natürliche Er- ziehung.gemeinschast bezeichnete er bie Familie unb die häusliche Erziehung, als künstliche bie Schule. Er erwähnte fobann die Erzichungsmöglichkcit für geistig unb körperlich zurückgebliebene Kinber unb berichtete kurz über die Erziehungsanstalten. Nachmittags sprach zunächst Geh. Rai ?r. Mitterrnaier Gießen über das Reichs- jugenbwohlfahrt s- und basReichs» j u g e n d g s r i ch t s g e s e tz. Der Rebner zeigte bie Entwicklung bes Strafrechts unb ber Fürsorgeerziehung im 19. Jahrhunbert, die ben wirklichen Verhältnissen in keiner Weise Rechnung trug. Man vermißte u. a. in ber Strafgesetzgebung besondere Bestimmungen für Jugendliche, deren Straftaten doch ganz anders beurteilt werden müssen wie diejenigen Erwachsener. Der Richter mußte lediglich nach der Tat urteilen, nicht nach der Person bzw. dem Alter Auch die Fürsorgeerziehung war nicht durchgreifend, weil sie nur zur Verhütung weiterer Verwahrlosung, nicht aber bei Gefährdung eintrat. Allerdings war im letzten Vier- tcl des 19. Jahrhunderts eine Besserung insofern eingetreten, als Kinder statt vom 12. vom 14. Lebensjahre strafrechtlich verfolgt wurden, außerdem luußte die Willensreifc nachgeprüft werden. Besonders wichtig war auch, daß bei Jugendlichen in elfter Linie Fürsorgemaßnahmen, erst in zweiter Linie Strafen einsetzen sollten. Man sah bereits vor Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches, baß Gefängnisstrafen bei Jugenblichen meist nicht beffernb wirken unb führte schließlich bebingten Strafaufschub ein. Auch im 20. Jahrhunbert rang sich ber (Bebaute ber besonderen Behandlung ber Jugenblicher bei strafrechtlicher Verfolgung zunächst nur schwer durch. Erst burch die Schaffung von Jugenbgerichten auf bem Verwaltungswege trat eine Besserung ber Verhältnisse ein. Rebner schilderte fobann, wie bas Auslanb bie strafrechtlich« Verfolgung unb Fürsorgeerziehung Jugendliche« durchführt, um zum Schluß noch eine kritische Betrachtung der Bestimmungen des Reichsjugendwohl- fahrgesetzes unb bes Reichsjugenbgerichtsgesetzes vorzunehmcn. Hierauf sprach Amtsgerichtsrat Dr. R o t • fchilb-Frankfurt a. M. zunächst über Fürsorgeerziehung unb Vormundfchafts- geridjt. Der Rebner führte u. a. aus: Leiber bestehen gegen Fürsorgeerziehung unglaubliche Vor- urteile, man versteht unter Fürsorgeerziehung meist nur bie Unterbringung in Anstalten, währenb in Wirklichkeit ein großer Teil ber Fürsorgezöglinge in Familien untergebracht ist. Selbst aber auch den Anstalten gegenüber ist dieses Vorurteil ungerecht, insbesondere berechtigen einzelne Dorkomm- niste nicht, bie außerordentliche Arbeit unb bie iae|cntlid)cn Erfolge zu unterschätzen. Auch gegen die Fürsorgezöglinge selbst bestehen oft unberechtigte Vorurteile. Nach vorliegenben statistischen Angaben tritt bei einem großen Teil der in Fürsorgeerziehung genommenen Jugendlichen eine Besserung ein. Allerdings erscheint es zweckmäßig, bie in Frage fommenben Kinber möglichst früh in Fürsorgeerziehung zu bringen Was die Ausgaben des Vormunbschaftsrichters betrifft, so muß dieser bei ben Beteiligten aufflärenb wirken. Er muß den Eltern usw. klar zu machen versuchen, baß die Fürsorgeerziehung bei ber Anwenbung ber richtigen Maßnahmen etwas Gutes ist. Der Vormund- fchaftsrichter muß aber auch von ber Besserungs- Möglichkeit selbst überzeugt sein. Rebner zeigte bann weiter, wie sich bie Fürsorgeerziehung nach bem Reuyswohlfahrtsgesetz auswirkt, er erläuterte ins- befonbere bie Gestaltung bes Verfahrens bei Fürsorgeerziehungsmaßnahmen unb schilderte zum chluß noch bie Tätigkeit bes Jugendamts, bas sehr weitgehenbe Aufgaben zu erfüllen hat — In einem Zweiten 'Bor trage sprach ber Redner über Jugendgerichtshilfc unb Jugenbge- richt. Er schilberte eingehcnb d'c Ausgaben unb bie Tätigkeit ber Jugendgerichtshilfe, sowie bie Organisation derselben, um sich bann in besonderem Maße mit dem Wirken der Jugendgerichte zu beschäftigen. Den Abschluß des ersten Tages bildete Prof. Dr. Huntemüllers Referat über die biologischen Grundlagen der Jugenderziehung. Der Redner stellte an Hand von Ta- bcllen fest, daß die geistigen Fähigkeiten van der Entwicklung der körperlichen Fähigkeiten abhängen, unb legte ferner klar, baß nur biejenigen Fähigkeiten voll zur Entwicklung kommen, bie im Menschen geweckt werben. Außerbem wies er nach, baß währenb des Krieges, wo bie Kinder weniger Schule unb dadurch mehr Zeit zum Aufenthalt im Freien und zur sportlichen Betätigung hatten, ein weit größerer Prozentsatz völlig gesund war als jetzt. Er schloß mit bem Wunsche, baß die deutsche Jugend durch die Ausübung von Sport wieder gesunden möge und so beitrage zum geistigen Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Die ethische Grundfrage. Zum Bortrage „Möglichkeit unb Grundlegung der Ethik" von Professor C. Griesebach, Jena, am Dienstag, 26. Mai. Don der Gießener Theologenschaft wird ungeschrieben: Der Wechsel der Zeiten hat nicht darin seinen Grund, daß neue Wahrhc ten und Anschauungen sich geltend macken, sondern darin, daß die Fragen neu gestellt werden. Sind diese Fragen aus der Rot der Zeit geboren, und betreffen sie das geme’.nfamc Schicksal des Staates und der Volksgemeinschaft, fo werden es vor allem ethische Fragen sein, die bie Zeit besänftigen. Jede junge Generation muh sich auf dem Gebiete der Eth k irgenbto c neu orientieren. Richt als ob sie ein Recht Härte, ihre eigenen Sittengesetze aufzustellen, vielmehr ist es ihre Pflicht, d'e Grundfrage nach „Möglichkeit und Begründung der Eth l " mit Emst selbst zu stellen. AuS bie'cit Grunde hat die G eßener Theologenschaft an Professor E. Grisebach aus Jena diese Frage wird. In bcr Beckerkühle 5,7, Benz 72 Proz., Grawag 68 Proz. dem E leinen wenige! bei all' Dberflc Dinge len w üben der k gegen ewige ffrffn renlte vergeh renZi ahnen, ti dar. J Kerzen, doch Höh Lerne Lang von Q3ud) narr« schon von Del! niä>i und Stad) hier, len# bm 5 glnt n/nflj dem 2 Mnsch w zu Ms dir evl das st selbst ' all den lang k Aristok auch si Prolel schlecht auch is Zerrbii gedrän Adlige! steht, d gulzum (len, is Meistei mor, e 'hren sw i,5,..8o S »I ?®nhi S«n alt, (Georg Iahrhr geistige Nietzsch Wälle gültigke auch dl Strudel und zu Dichter ’öWn Sem (5 W mas. ■ Man tigt i schiech men si sie br edjme die Tr zu feit fchwers höngni ser Ro geschjch Leben do aud „Ehe", >wch im Ti von Gi 5 Goll Münch „-Ulrike l'ch toä Frau [ dem de der sich Herrn °«r sich Herz 5, dir in gar ^mgelch in oer ra.-f 3n chwej» bericht« c°fm !'Nd ei, afens '(smug) Hans s wo er 3nt ? 'ft ein ^rlchung Färberei Mr. Iw Laden: Marktplatz 8. Buntes Allerlei. Aesthetik der Brille. Die großen runden Brillen mit Harnfassung scheinen in neuester Zeit zum männlichen Schönheitsideal zu gehören, denn Direktoren und andere Leute, die etwas auf ein bedeutendes Aussehen halten, schmücken sich damit, und der Filmschauspieler Harald Lloyd hat sie sogar in die Kunst eingeführt. Die Damen aber sind doch noch nicht so vermännlicht, daß sie sich durch solche Augengläser zu Eulen umgestalten lassen: sie legen Wert darauf, kleidsame Brillen zu tragen. Eine Aesthetik des Brillentragens verlangt von dem Optiker „das Auge eines Künstlers und die zarten Finger eines Operateurs", wenn er das richtige Augenglqs herausfinden will. Bor allem muß er stets bedenken, daß das Gesicht, abgesehen von der senkrechten Gliederung durch die Nase, wagerecht in drei Teile gegliedert ist, von denen einer die Stirn ausmacht, der andere bis zu den Nasenflügeln geht, der dritte Mund und Kinn umfaßt. Der seelische Ausdruck, der für die Schönheit von so großer Bedeutung ist, liegt unterhalb der Augenbraucnlinie, und deshalb muß man diesen Teil durch die Brille besonders zu beeinflussen suchen. Eine lange Nase kann dadurch verschönert werden, daß die Brille einen weit herunterreichenden Steg hat. Eine vorspringende Nase wirkt am wenigsten herausfordernd, wenn man gewölbte Augengläser wählt. Starke Brillenränder betonen die Breite des Gesichts und machen den Träger älter. Die oberen Ränder der Gläser dürfen nicht mehr gebogen sein als die Augenbrauen. Ein rundes Glas wirkt im Gesicht nicht rund, sondern oval. Bei der Auswahl von Horn- oder Schildpattfassungen sollen brünette Damen dunkle Farben und Blondinen hellere Farben bevorzugen. Naturmarsch, der Tanz des kommenden Sommers. Ein neuer selbstverständlich aus Amerika kommender Tanz beginnt soeben in England populär zu werden. Er hält die Mitte zwischen Foxtrott, Troika und Tango und wird in außerordentlich langsamem Tempo getanzt. Da er als Sonrmertanz gedacht ist, dürfen und sollen die Tänzer sich einer nachlässigen Haltung befleißigen Alle h:ft g n B wcgungen sind verpönt. Es ist kaum zu bezweifeln, daß der neue Tanz, der „Naturmarsch" genannt wird, bald den Weg über den Kanal finden wird, und so dürfen wir in der angenehmen Hoffnung leben, daß im kommenden Sommer auch bei uns der „Naturmarsch" Trumpf sein wird. Schneckenernte. Die Ernte der wohlschmeckenden Schnecken, die auf dem Tisch der europäischen Feinschmecker so gern gesehen sind, hat jetzt in der Schweiz und in Frankreich begonnen, und Tausende von Männern und Frauen beschäftigen sich während des Sommers mit dieser merkwürdigen Zucht. In beiden Ländern werden jährlich gegen 3 Millionen Pfund Schnecken geerntet. Aber die Nachfrage ist sehr viel größer als der Vorrat, und deshalb werden auch die leeren Gehäuse „wohlschmeckend gemacht", indem man Fleischstückchen, besonders Kalbfleisch, hineinlegt. Die Täler zu beiden Seiten des Iura an der schweizerischfranzösischen Grenze bilden den Mittelpunkt dieser Industrie, aber den größten Ruf haben die burgundischen Schnecken, weil sie besonders zart unb aromatisch sein sollen. Burgund liefert aber nur einen sehr geringen Teil der Schneckenernte, da die Schnecken durch die Behandlung der Weinreben mit Phosphaten nicht recht fortkommen können. Die großen Felder, die zu der Schneckenzucht hergerichtet werden, liegen gewöhnlich am Rand eines Waldes, gegen die Sonne geschützt. Der Boden der Schneckenfarm erhält reichlich Sand und Kalk, und ringsherum wird eine Mauer von 2—3 Fuß Höhe angelegt, die mit Vitriol abgewaschen werden muß, damit die Schnecken nicht in andere Weidegebiete entfliehen. Während ihres kurzen Lebens werden die Schnek- ken täglich mit Gemüse und Grünzeug versorgt. Wenig bekannt dürfte übrigens sein, daß eine «Schnecke viele Tausende winziger Zähne besitzt: sie sind in 135 Reihen auf der Zunge angeordnet, und da jede Reihe 105 Zähne enthält, so verfügt eine Schnecke durchschnittlich über 14 000 Zähne. Wirtschaft. * Erhöhung der gesetzlichen Wechsel- und Scheck-Verzugszinsen. Dem Reichstag ist ein Gesetzentwurf zugegangen, der eine Aenderung des Zinssatzes im Wechsel- und Scheckverkehr vorsieht. Dieser betrug bisher 6 Proz. und steht seit langem mit den tatsächlichen Zinsverhältnissen nicht mehr im Einklang. Die Folge war, daß zahlreiche Wechselschuldner angesichts der ihnen im Falle des Verzugs drohenden geringen Nachteile es vorzogen, sich verklagen zu lassen, um schließlich an Verzugszinsen ehren wesentlich geringeren Betrag zu zahlen, als wenn sie durch Aufnahme von Krediten oder in sonstiger Weise sich die Mittel zur Befriedigung des Gläubigers beschafften. Der Gesetzentwurf will jetzt die Verzugszinsen in Einklang mit dem jeweiligen Reichsbankdiskontsatz bringen, und zwar sollen die Verzugszinsen jeweils 2 Proz. über dem Reichsbankdiskont liegen, mindestens aber 6 Proz. betragen. Alm zu vermeiden, daß der Zinsfuß geändert wird, ehe alle beteiligten Kreise von der Veränderung des Reichsbankdiskontsahes Kenntnis haben, soll für dieses Gesetz jede neue Feststellung des Reichsbanldiskontsatzes am zweiten Tage nach dec Veröffentlichung im Reichsanzeiger in Kraft treten. Der Reichswirtschaftsrat ist in seiner gutachtlichen Aeußerung zu dem Gesetzentwurf noch über diesen hinausgegangen und verlangt, daß der Zinssatz auf das l' i?fache des Reichsbankdiskontes bemessen klubs — Vortrag von Dr. Müller-Gießen: „Einiges von elektrischen Strömen und Stromquellen." 8.30 bis 9.30 Uhr: llcbertragung von Kassel: Historische Fanfaren-, Trompeten- und Kavalleriemärsche. 9.30 Uhr: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10—11 Uhr: Bach und Händel. Begründung wird dieser Vorschlag abgelehnt, da er unter Tlmständen zu einem zu hohen, die Zins- gosta'tung im freien Markte in unerwünschter Weise beeinflussenden Zinssatz führen könnte. * Endgültige Genehmigung der Kohle nsyndikarsverträge. Der große Ausschuß des Reichskühlenrats, dem das Plenum die Ermächtigung erteilte, die Syndikatsverträge Obeischl. Rheinland-Westfalen und Mitteldeutschland zu genehmigen, erteilte diesen drei Verträgen seine Zustimmung. Für das mitteldeutsche Braunkohlengebiet behielt er sich allerdings die Vorlegung des neben dem Syndikats- Vertrag laufenden Rahmenvertrages vor. Die Genehmigung dieses Vertrages durch die Geschäftsführung des Reichskohlenrates ist allerdings nur eine Formalität. * Mainkraftwerke H ö ch st a. M. Die o. H.-V genehmigte die bereits bekannten Dortschläge der Verwaltung und beschloß, eine Dividende von 8 Proz. zu verteilen. ' Chemische Werke vorm. H. & E. Albert in Amöneburg b e i Bieberich a. R h. Der am 27. Mai stattfindenden o. H. D. soll vorgeschlagen werden, aus dem nach Abschreibungen von 228 513 sich ergebenden Reingewinn im Betrage von 736 695 Rm. 6 Proz. Dividende auf Stamm- und Vorzugsattien zu verteilen, für eine Bauverpflichtung 250 000 Rm. zurückzustellen und 34 130 Rm. auf neue Rechnung vorzutragen. ’ Großkraftwerk Franken 21.®., Nürnberg. Wie verlautet, kommt die Verteilung einer Dividende von 9 Proz. auf die Stamm- und 6 Proz. auf die Vorzugsaktien in Frage. Börsenkurse. Frankfurt a.M Berlin Schluh. Kur» Schluhk Abend» börfe s-blutz. flur» Schluß» Mittag bnrh Datum: 23. 6. 23 5. 2 . 6. 23 5. Kunstseide 298 Proz. Im späteren Verkauf Mte5 Be Stimmung unverändert. 3m Devlsenoerkehr erltÜ Paris erneut einen starken Rückschlag. Die Pfunde Parität stieg auf 95,13 bis 95,20, die Dollarparität auf 19,68. Auch Italien lag schwächer mit 120,25 gegen London. Das englische Pfund liegt sehr mit 4,86einhalb bis 4,86dreisechstel gegen Kaoet Neuyork. Die Mark ist unverändert. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener AnzeigerS"F Berlin, 23. Mai. An der heutigen Börse hielten sich die Banken vom Geschäft zurück, und die Spekulation und das Publikum schlossen sich dieser Bewegung an. Die ersten Kursfestsetzungen hatten daher auf vielen Gebieten nur formale Bedeutung und mangels Umsatzes kamen für eine Reihe von Werten Erstnotierungen überhaupt nicht zustande. Im allgemeinen eröffneten bie Effektenmärkte zu den Schluhkursen des Vortages. Das Angebot war heute jedoch geringer als gestern. Das Hauptinteresse der Spekulation wandte sich den Schutzgebietsanleihen zu, die recht lebhaft verHrten. Der Kurs für Schutzgebietsanleihen stellte sich nach Schluß der ersten Stunde auf 6,55, nacktem bereits vorher Umsätze zu 6,8 stattgefunden hatten. Der Geldmarkt ist unverändert leicht. Tägliches Geld 7—9 v. H., Monatsgetd 9,5—11,5 v.H. Die Nachfrage hat sich zwar etwas verstärkt, doch kam dies in bezug auf die innere Lage des Geldmarktes nicht zur Auswirkung. Im internationalen Devisenverkehr erlitt der französische Franken einen neuen Sturz auf 95,20 in Pfundparität (gestern 94,50). Auch Mailand war mit 120,5 gegen London erheblich ermäßigt. Die Mark wird aus Neuyork unverändert mit 4,199 gemeldet. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mart auSgrdrücki. Buenos NirrS, London, SRttU York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien an« Budapest für 100000 Einheiten, all'S übrige für 100 C-in bettens Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 2? Mai 23. Mai Amtliche Noti runo Amtliche Notierung (yeid Brief Geld Brief Vmft.. Sioti. 168,72 169,14 168 69 169,11 Buen.-AireS 1,705 1,709 21,03 1.698 1,703 Brfs.-Antw. 20,97 20.9.' 21,01 Gtjrlfttanla. 70,66 70,84 70,54 70,73 Kopenhagen 78,95 79,15 78.90 79,10 Stockholm . ßelfingforS. 113,26 112,49 112,21 112,49 10,577 10,617 10 576 10,618 Italien. . . 17,03 17,07 16.905 16.945 London. . 20,386 20,438 20,3>6 20,438 Neuyork .. 4,195 4,205 4.195 4,205 Paris. . . . 21,55 21,61 21,425 21,485 Schwei» . . 81,125 81.325 81 125 81,325 Spanien. . 61,12 61.28 61.06 61,23 Japan . . . 1,761 1,765 1,768 1,762 Stio de Jam- Wien in D.» 0.439 0.441 0 441 0)443 Oest. abgeft 59,055 59,195 59,055 59,155 Prag .... Belgrad .. 12.43 12.47 12,43 12,47 6,835 6,855 6.86 6,88 Budapest. . Bu Io arten . 5,807 3,035 5,917 3,045 5,897 3,035 5,917 3,045 Lissabon 20,425 20,475 20 425 20,475 Danüo. . - Konstantin. 80,86 81.06 80 87 31.07 2,305 2,315 2.295 2,305 Achen. . - 7,34 7,36 7 34 7.38 Berlin, 23. Mat. Geld Bries Amerikanische Not«, . . . . . 4,179 4.199 Belgische Noten - 20,87 20,67 Dänische Noten ...... 78,73 79,13 Englische Noten Französische Noten ...... 20,36 21,38 20,46 21,48 Holländische «Noten...... 168,30 16,80 169,16 Italienische Noten...... 16,97 Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., ä ioo Krone» Rumänische Noten ...... 70,37 70,73 59.065 >9.365 Schwedische Noten ...... 111,93 112,49 81,48 61,21 '2.51 Schweizer Noten ....... 81,08 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten * • 60,91 12.45 Ungarische Noten . . ... 5.875 5,895 Berliner Produktenbörse. B e r t i n, 23. Mai. Der Produktenmarkt war durch die festere Haltung des Auslandes leicht befestigt, besonders für Weizen. Gute heimische ( Ware ist nur wenig angeboten, dagegen besteht Nachfrage seitens der Mühlen, Gerste blieb still. Hafer bei guter Nachfrage fest. Weizenmehl war mehr begehrt. Futtermittel lustlos. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen (märk.) 267 bis 269, Weizen (Mai) 279 bis 280, Weizen (Iult) 276 bis 275. Roggen (märk.) 220 bis 224, Roggen (Mai) 287.50. Roggen (Juli) 221.50 bis 222, Gerste (märk.) 226 bis 244, Futtergerste 200 bis 218, Hafer (märk.) 227 bis 235, Hafer (Mai) 218 bis 220. Hafer (Juli) 188, Mais (fr. Hamburg) 202, Mais (loko Berlin) 208 bis 210; für je 100 Kg.: Weizenmehl 34.00 bis 36.75, Roggenmehl 30.25 bis 34.50, Weizenkleie 14.00, Roggenkleie 14.80 bis 14.90, Viktoriaerbsen 22.00 bis 27.00, Heine Erbsen 22.00 bis 25.00, Futtererbsen 19.00 bis 21.00, Peluschken 18.50 bis 20.00, Ackerbohnen: 19.00 bis 21.00, Wicken 20.00 bis 21.50, Lupinen (blau) 10.00 bis 11.00, Lupinen (gelb) 11.50 bis 14.00. Serradelle 13.00 bis 15.25, Ackerbohnen 15.20 bis 15.60. Leinkuchen 22.40 bis 22.80, Trockenschnihel 9.80' bis 10.00, Kärtoffelflocken 19.60 bis 19.80. Du kriegst die Motten nicht los ohne Dr. Wrinrctchs Mottcnätbcr'. Ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- Kleider), Decken, woll. und seid. Vorhänge, Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. Die meisten Gegenstände lassen sich durch chemisches Reinigen oder Färben sicher wieder wie neu herstellen. Trauersachen in 1-2 Tagen. 2OD alS Thema eines Vortrages gerichtet, an dem er, ' ":.e wir aus seinen mannigfachen Schriften wissen, hartnäckig arbeitet. Schon .sein erstes Buch ..Wahrheit und Wirklichkeit (Hall«, M. Niemeyer 1919) war im Grunde einem ethischen Weltan- schauungsbedürsnis entsprungen. Alle Seinsweisen des Wirklichen sollten dort aus der Tat des Geistes erklärt und das ethische Gesetz in einem letzten Gegenstand einer Frage abschließend begründet werden. Es ist dem Verfasser aber nach diesem allzu kühnen Versuche bald selbst zweifelhaft geworden, wie er im Vorwort seines letzten Buches „Die Grenzen des Erziehers und seine Verantwortung" (M. Niemeyer, Halle 1924) berichtet, ob eine solche Begründung der Ethik in der praktischen Vernunft und ihren Zwecken hinreichend sein kann, um die Menschheit auch zu erziehen. So verlockend auch die Stellung des Menschen in einem solchen ethischen System erscheint, Grisebach hat doch der Versuchung widerstanden, sich mit einer ethisch-ästhetischen Welterklärung zu begnügen. In einer zweiten Schrift „Die Schule des Geistes", die die Anwendung eines ethischen Systems auf die Totalität unserer Bildung in der Universität versucht hat, wird ein Widerspruch aufgedeckt zwischen Wahrheit und Wirklichkeit, zwischen Denken und Sein, der in weiteren prinzipiellen Untersuchungen sich immer bedeutsamer erwies. Es liegt eine erkenntnis-theoretische Studie von Grisebach „Erkenntnis und Glauben" (M. Niemeyer, Halle 1923) vor, die in kurzer Form erkenntnistheoretisch davon Re4-enschast gibt, weshalb Philosophie und Religion grundsätzlich geschieden bleiben müssen, wenn man zur ethischen Dar- gestaltung, zum Existenzproblem in der Gemeinschaft kommen will. Seit dem Erscheinen dieser kleinen Schrift hat Grisebach das Problem der Ethik immer wieder aufgerolli und die Jugend unserer Zeit und philosophisch interessierte Kreise unter den Gebildeten haben ihn mit ihren dringlichen Fragen zu immer schärferen Fassungen des ethischen Problems genötigt. Das Problem der wirklichen Bildung im Gegensatz zur theoretischen Wissenschaft wurde ihm zuerst als Thema von der Schwei-erisch-Aarauer Studentenkonferenz 1923 gestellt. Die Antwort finden wir in dem Vortrag „Bildung und Wissenschaft", „Probleme der wirklichen Bildung" (Ehr. Kaiser, München 1923). Zu vielen Fragen der Politik, des Rechts, der Volksbildung und der Theologie wird hier Stellung genommen in allgemeinverständlichen Vorträgen. Mit Bezug auf die Ethik vollzieht sich hier eine deutliche Wandlung, von der in den „Grenzen des Erziehers" Rechenschaft gegeben wird. An dem Problem „Charakter und Persönlichkeit" (dritte Rede) wird uns die Umkehr entwickelt, die dann ausführlich in „Philosophie und Leben" (neunte Rede) geschildert wird als Abkehr von aller Kulturphilosophie. In einem Vortrag „Der wahre und der wirkliche Staat", der im Maiheft der „Tat" kürzlich abgedruckt wurde, findet sich ein kurzer Grundriß einer konkreten Ethik, in welchem wir schon einen Hinweis auf den Vortrag erblicken dürfen. So ist es verständlich, wenn die Theo- logenschasten von Gießen und Marburg sich zu- sammengetan und um eine Klärung der für unsere Gegenwart so überaus ^.chtigen ethischen Grundfrage „Möglichkeit und Begründung der Ethik" gebeten haben. Die Gießener Theologenschaft hat mit Bezug auf neuere Angebote einer theologischen Ethik von Albert Schweitzer, Karl Berth und Friedrich Gagarten einige Fragen an den Redner gestellt, so daß die Hoffnung besteht, daß der versprochene Vortrag am 26. Mai den besonderen Fragen aller ^lebendig interessierten Kreise in unserer Stadt yint weitesten Maße Rechnung tragen wird. ©ericbtsfaal. Frankfurt a. M.. 23. Mai. (WTD.) Das erweiterte Schöffengericht fällte heute das Urteil in der Berufungsinstanz gegen den Bankrat Ä. Levnhard und den Effektenmakler Max Kaufmann, die in erster Instanz wegen Unterschlagung, durch die die Reichs- b«n k geschädigt wurde, verurteilt worden waren. Der verurteilte Leonhard wurde wegen fortgesetzten Betruges in drei 'Fällen und Amtsunterschlagung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis und fünf Jahren Aberkennung der Fähigkeit zur Begleitung öffentlicher Aemter verurteilt. der Makler Kaufmann wegen fortgesetzten Betruges in drei Fällen und fortgesetzter Hehlerei zu dreieinhalb Jahren Gefängnis. Zehn Monate Untersuchungshaft wurde beiden angerechnet. Aus Ehrverlust wurde nicht erkannt. Spiclpl m der frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag. 26. Mai: Dalle- ria rufticana. Hierauf: Der Bajazzo. Mittwoch, 27.: Susannens Geheimnis. Hierauf: Tanzsuite Couperin-Strauß. Zum Schluß: Gianni Schicchi. Donnerstag, 28.: Der Barbier von Sevilla. Freitag, 29.: Pique Dame. Samstag, 30.: Carmen. Sonntag, 31. Die Walküre — Schauspielhaus. Dienstag, 26. Mai: Der verlorene Sohn. Mittwoch, 27.: Der verlorene Sohn. Donnerstag, 28.: Der Kreidekreis. Freitag. 29.: Der verlorene Sohn. Samstag. 30.: Louis Ferdinand, Prinz von Preußen. Sonntag. 31.: Goethes Faust' l.Teil. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) 2Hon(ag, 25. 2Hai: 6—7 Uhr: Vortrag von Dr. Wilhelm Heinitz-Ham- burg: „Die Klanggeheimnisfe des modernen Dr» chesters, erster Teil: Die Streichinstrumente". 7 Uhr: Wirtfchaftsmeldungen. 7—7.30 Uhr: Sprachliche und praktische Hinweise für Jtalienreisende.7.30—S Uhr: Vortragszyklus des Stadtgesundheitsamtes — Dr. med. Gotthilf: „Die Lehre von der Psychoanalyse II." 8—8.30 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radio» 5®/o ®entTd)c MetchSanlelb, <*7o Deutsche RcichSanIeihe . 57»% Deutsche Ncichoanleihe 3% Deutsche Nclchsanleibe . Deutsche Sparprämtenanleih« 4% Preußische ÄonfolS ■ . . 4% pellen . . . . .. 87»% Hessen......... 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto. Doll -Schatz-Anwetsng.') <% Boatflrten......... 5% Goldmextkaner ... . Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prrvat-Bank Tarmst. und Naltonalbank . Deutsche Bank Deutsche BerctnSbank .... TtZcoiito Commandtt . . Metall bank Mitteldeutsche Kreditbank. . Ocstcmichische Creditanstalt. Westbank Bochumer Guß ....... BudcruL . ........ Caro ..... Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvencr Bergbau .... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. .. . . Laurahütte . . ....... Lberbedarf • . . . Phönix Bergbau ...... Rbeinitahl .......... Riebeck Montau ....... TelluS Bergbau. ..... Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llovd . ... Cheramtsche Werke Albin .. Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmanu Anglo-Com -Guano > . ... Badische Anilin . ....... Chemische 9J?oöer Alavd» .. Goldschmidt . .77..' Griesbeimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung ....... Rlltgerswerke . ........ Scheideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . Mainkraftwerke ........ Schuckert . . ......... Siemen» . . Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 23. Mai. Tendenz: Uneinheitlich. Der gestern eingetretene scharfe Kursein- biuch, der auf das anhaltend sich häufende Angebot zurückzuführen wak, kam heute zum Stillstand. Die Stimmung zeigte zwar im allgemeinen wenig Neigung zu einer weitergehenden Erholung, doch kann man insofern von einer Besserung berichten, als das Angebot heute den Markt weniger tarf belastete und die Kursrückgänge sich weniger diarf ausprägten. Die Abschwächungen, die wieder ür einzelne Werte zu verzeichnen sind, waren geringer. Erholt waren eigentlich nur Chemie- Werte, die auf Deckungen hin ihre gestern abend erzielten Besserungen etwas zu erweitern vermochten. Die Spekulation hielt sich heute stark zurück, auch sonst bestand auf keinem Gebiete irgendwelche Kalifneigung. Infolgedessen nahm das Geschäft den üblichen trägen Samstag-Verlauf. Am Montanmarkt waren Phönix leicht erholt. Am Elektromarkt gaben AEG. weiter nach, während Schuckert mäßig gebessert waren. S ch i s s a h r t s - und Bankaktien lagen ruhig. Die übrigen Gebiete verkehrten in unregelmäßiger Haltung, Abschwächungen und Besserungen hielten sich die Wage. D e u ts ch e Anleihen wiesen keine Veränderungen aus, ebenso gingen ausländische Renten und Pfandbriefe in behaupteter Haltung aus dem Verkehr hervor. Der Frei verkehr war geschäftslos, die Kurse kaum verändert. Aoi 0.975. «('rfprfinbr i 0.6 0.555 0,5575 0.5625 — — — 0,58 0,54 0,55 0.57 0,55 0.60 0.68 0,705 0,715 0,352 0,345 0,355 0,35 0,61 0,615 0.615 0,62 0.725 0,73 0.73 0,73 0,68 — 0,72 0,70 — — 0,665 0,675 94,75 94,75 94,75 94,75 92,3 92,55 92,3 92,3 8.85 8,85 9 8.8 37.75 37,5 41 129.5 130 131 130 102 102 102 102 125 124,75 125 125 124,62 124,62 125 125 77 77 — 113,50 113.25 113,50 113,5 99 98 — 102,25 102 102,5 102 7,50 7,6 7,50 7,5 0,1 0,1 — — — 67,5 68.75 67 64.75 67 65 — 70,5 70 70,5 90 91 90,25 91,12 71 — 71 71.90 123,25 123.25 123,5 124,1 15,50 15.5 15,30 15.40 17,75 18 18 18 61.75 61,25 63,40 62.25 7.2 7.1 7,12 7,30 110,75 111,25 110,40 111,5 — 9.3,50 93,25 96,75 90 90,25 91 91,25 3 2,85 65J>J 65.5 65,76 65,50 68 68,62 70 69,25 — — — _ 74,75 75 — — 70,5 70 72 70,25 — — 114 116 133,25 133 133 — 0,49 — 95,50 97 96,5 96,60 121,90 122,4 121,7.5 122,25 12.3,40 12.3,60 122,75 122,75 6,8 6,95 —- 81 84 81,5 82 113 112 — 106 105,251 105,25 105,5 8-3 83 84 83,75 87,5 — — — 75 75 74,50 74,62 65,75 — 66,25 66,25 3 2,95 3 3 4,45 4,45 4,50 4,50 47 46.5 — — 6,1 60 — 60 —- 99,25 99 0.48 0,5.3 1,12 0,95 1 1.1 114.5 —- — 2.3 2,325 2,25 2,25 2.9 — — — 49,25 — 49 50 11,2) 10.90 11.4 11 3,55 3.60 — 70,5 68 2,9 69,75 Ein wichtiger Termin Dienstag, den 2. Juni 1925, abends 337id Romane. — Maarten Maartens, A u f tiefer Höhe. Sine Geschichte au- hohen Kreisen. 3n Leinen gcbunbn 7,50 ®m. Verlag von Albert Langen in München. Man kenn! den ..Pret- von LiS Doris" und jene- seltsam erschütternde Buch, da« Maarten Maartens den „Gotte-- narren" genannt ha! Auch diele Bücher waren schon Gesellschaftskritik, und mit den Bewohnern von , Koopstad" (das nirgend- und in aller Welt lieg', wie Seldwyla) sprang der Dichter nicht zu sonst um, obwohl ein so graziöS-wiyiger und durchaus nicht bö-artiger Humor meist den Stachel nicht nahm, aber verbedle. Aber erst hier, in „Aus tiefer Höhe" hat Maarten Maarten- selbst eine Höhe erreicht, wie sie unter den Holländern nur Multatuli erklommen hat. Sine Reinheit und Gröhe der sittlichen Forderung, die keine Svlitterrichterci ist, sondern aus dem Wunsche entsteht, sich selbst, sein Volk, die Menschheit, ein Stück weiter aus die wahre Höhe zu bringen, ihrer ewigen Bestimmung näher zu führen, nicht aus eine tiefe Höhe, sondern aus die ewige Höhe Unerbittlich hat der Siebter, der, da- fühlen wir auf Schrill und tritt, doch selbst Aristokrat von Geburt ist, die Maske von all den hohlen Köpfen gezogen, die höchste Geltung beanspruchen und die wahre Hoheit und Aristokratie des Geiste- und Herzen-, wo sie sich auch finde, in der Aristokratie, im Bürgertum, im Proletariat, leuchtend ausge^cigt. Wie ein 0c- schlecht, da- nicht nur adlig heiht. sondern auch ist, die Rerelaer's auf Deynum, von deip Zerrbilde der Aristokratie von ihrem Besitztum gedrängt wird, und wie doch au- diesem salschen Adligen ein wahrer Aristokrat der Seele ersteht, dem e- vergönnt ist, viel Schlimme- wieder gutzumachen, an sich selbst und an seinen Nächsten, ist kurz das Thema der spannenden mit Meisterschast und dem seltenen, dem echten Humor, erzählten Handlung. 321 — Frank Thieß, Der Kampf mit dem (Engel. Engelhorns Romanbibliothek. (Ganzleinen Rm. 2,50.) In Thieß ist uns einer der wenigen Erzähler großen Formats erstanden, die bei aller mitleidslosen Scharfe des Blicks für die Oberfläche den tieferliegenden Zusammenhang der Dinge erkennen und in lebendiger Sprache zu deuten wissen. Diese neuen Novellen sind Variationen über ein Thema, das uns alle zutiefst angeht: hilflos der großen Natur und dem Rätsel des Jenseits gegenübergefteUl, muß der Mensch wie Jakob den ewigen, aus Weltangst geborenen Kampf um die Erkenntnis kämpfen und gleich jenem .mit verrenkter Hüfte", aber gesegnet aus dem Ringen her- Vorgehen, da ihn nunmehr die Ahnung eines höheren Zustandes erfüllt. 267 — Ernst v. Wolzogen, DerErzketzcr. (Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg.) Jahrhundertwende. Hoch schlagen die Wellen des geistigen und gesellschaftlichen Lebens: die Ideen Nietzsches lassen eine Sturmflut gegen die brüchigen Wälle feiger Kulturlüge und konventioneller Gleich- gültigfeit anbranden. Nimmt es da Wunder, daß auch das stärkste Lebensfchlff, wenn es in diese Strudel blneinfteuert, in allen Fugen erzittern muß und zu kentern droht? Graf Bcssungcn wird vom Dichter als ein Mann gezeichnet, der vor dem Sturmwind Zarathustras die Segel nicht streicht. Sein Ethos sicht durchaus jenseits vom „Gut und Bose" des Christentums oder überhaupt eines Dogmas. Ihn leitet nur das Sittengesetz in seiner Brust. Man könnte darüber streiten, wie weit er berechtigt ist, seinen gewaltsam aufrauschenden Trieben nv^chzugeben. Die Ehe und das Verhältnis der Geschlechter erscheint in greller Beleuchtung. Die For- men sind erstarrt, und wo sie zerschellen, hinterlassen sie brennende Wunden; neue Form wird unter Schmerzen geboren. Es ist die Größe und zugleich die Tragik dieses Grafen Bessungcn, daß er sich stets zu seinen Irrungen bekennt, sie bis in ihre letzten, schwersten Folgen verantwortet und seinem Verhängnis nie durch einen Kompromiß ausweicht. Dieser Roman ist ein wertvoller Beitrag zur Geistesgeschichte des beginnenden 20. Jahrhunderts. An Leben und Gegenwärtigkeit hat er nichts eingebüßt, da auch in unseren Tagen die Probleme „Liebe", „Ehe", „Christentum", „Sinnlichkeit", „Sittlichkeit" noch immer gären. 74 Toni Schwabe, Ulrike. Ein Boman von Goethes letzter Liebe. 3n Leinen gebunden 5 Goldmark. Verlag von Albert Langen in München. — Toni Schwabe hat in ihrer „illrllc" etwa- geleistet, was keinem Mann möglich wäre. Die intuitive EinfühlungSfähigkeit der Frau hat sie befähigt, ein Werk zu schaffen, in dem der wirkliche Goethe lebt, der alte Goethe, der such der Welt in der MaSke de- gestrengen Herrn Geheimbderathes zu zeigen beliebte, und der siich doch so ein erschütternd junges, zartes Herz bewahrt hatte. Nur Goethe selbst fühlen wir in ihrem Werk, Goethe und dies kindliche, ein ganz klein wenig seiner Macht bewußte Dingelchen, daS Goethes großes zuckendes Herz in der schmalen Mädcheirhand hielt, ohne zu ahnen, waS ihm da eigentlich anvertraut worden war. Die Tragik des Altwerdens bei jungem Herzen, des mit übervollem Herzen und Händen doch Dettelarm-Sein- vor ein bißchen äugend und Anmut. Die- Buch ist nicht nur ein Boman, es ist ein äußerst wertvoller Beitrag zur Goetheforschung. 264 — Die monumentale Balzac-Ausgabe des Verlags Ernst Rowohlt in Berlin wird stetig 'm neue Bände vermehrt. Die schmucken handlichen Bändchen machen den großen französischen Sitten- Wilderer populär im wahrsten Sinne des Wortes. 123 317 — Hans Hühnchens Feierabend. Eine '-leschichte aus unserer Zeit von Georg Asmussen. In Ganzleinen Gm. 4.50 bei G. Westermann, Braun- chweig. Am Schlüsse seines „Leberecht Hühnchen" berichtet Heinrich Seidel, daß des alten Leberecht Sohn Hans sein geliebtes „Feuerlein" heimführt und eine Anstellung auf einem Hüttenwerk Wcst- 'ulens gefunden habe. Sein Berufsgenosse Georg Asmussen nimmt diesen Faden auf. Er erzählt, daß Hans Hühnchen inzwischen in die Jahre gekommen ist, wo das Sehnen wach wird, aus dem Hasten der Industrie heraus und zur wohlverdienten Ruhe ju kommen. Wohl erklärlich — denn in Hans Nützlichen steckt jene Weichheit deutschen Gemüts, die mit der Liebe zur Natur und mit der Freude an ihren Wundem Hand in Hand geht. Es ist viel über das „Los der Alten" geschrieben morden in unserer Zeit. Aber dieses Lebensbild überwindet doch die Bitterkeit, die bei solchen Schilderungen sonst auf- tauchen muß. Welt- und Lebensanschauungen, die dein alten Leberecht die Mißgeschicke klein, die bc- Für den Büchertisch. scheidenen Genüsse köstlich erscheinen ließen, liegen auch seinem Sohne im Blut. Seine Lebenskunst ist Arbeiten und bei wenigem froh fein! 125 D i c Hirtin und der Hinkende. Don Karl Gjellerup. Leinenband 4.40 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Eine Erzählung, die ganz Poesie und zartes Einsühien in sagenhafte, altgriechische Zeiten ist. Die unermüdliche Werbung des treu und hingehend liebenden Arias ersteht vor uns, den die schöne Hirtin Dygnäis. ..die Aphrodite des SeeS", nicht nur immer wieder abweist, sondern in ihrem mäb^enbaften Trotz verspottet und kränkt, bis er bavonzieht und sie erst in der jahrelangen Iren- nungSzei: fühlt und erkennt, daß auch sie ihm ergeben ist in heißer Liebe -und Sehnsucht. DaS Schönste an dem Buch ist das prächtige Natur- bild, da- der Dichter vor uns entrollt. Die wilden Felspartien, in die das arkadische Hirtendorf hineingebaut ist, der träumerische Waldsee im schimmernden Eonnenglanz, da- schwere Gewitter in den Klüften der Berge, das Leben der Hirtinnen mit ihren vielen Dergziegen, das aste- ist mit reifer Kunst zum Leben erweckt, inb eine taufrifche Sommerfreude liegt über dem Ganzen. 297 Philosophie und Geschichte — Die genialen Gestalten der Weltgeschichte aller Zeiten, die großen Führerpersönlichkeiten, namentlich Cäsar und Napoleon, beschäftigen in noch nicht dagewefenem Umfang die Welt. Dichter, Schriftsteller und Philosophen, Tage-poli- tiker und Militärs lassen sich über die- eine Thema au-, da- die brennende Frage de- Tages den Bus nach der Persönlichkeit au- Der Geschichte heraus einer Lösung näher bringen möchte. Nicht alle, mit diesem mehr oder weniger klar zutage tretenden Hintergedanken, meist impulsiv hingeworfenen Werke sind erfreulich. Ilm so erfreulicher aber das Neuerscheinen einer seit langem geschätzten, auf gründlichen archivalischen Forschungen beruhenden Arbeit eines zünftigen Historikers. Die ,.N a p o l e o n"biographie des Gießener Historikers Gustav Rolofs hat der Zlamberg-Verlag in Gotha in neuem, schmuckem Gewände herau-gcgeben. Besonders zu begrüßen sind die beigegebenen ausgezeichneten Bepro- duktionen unbekannterer zeitgenössischer Gemälde, die der streng wissenschaftlichen, bei aller Schlichtheit der Form, schon durch den Stoff so äußerst reizvollen Darstellung keinen Abbruch tun. 331 — Angora — Konstantinopel. Rin- Sende Gewalten. Von Dr.-Ing. K. Kling- nrbt. Mit etwa hundert Illustrationen, einer lieber- lichtstarke und drei Planskizzen sowie einer Oe- jchlchtstabelle und ausführlichem Sachregister. Verlag Frankfurter Societäts-Druckerei, Frankfurt am Main. Der Verfasser, durch lange im Orient verbrachte Jahre mit den Problemen der Dorkriegs- und Kriegstürkei vertraut, hat im Sommer 1924 in mehrmonatiger Reise kreuz und quer durch Anatolien die tiefgreifenden Wandlungen, die das Land seit dem Zusammenbruch der Mittelmächte durchgemacht- hat, studiert. In achtzehn fesselnd und schwungvoll geschriebenen Kapiteln beleuchtet er von hoher Warte die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Fragen der neuerstandenen Vormacht Asiens. Nicht nur für den Wissenschaftlicher und für den Wirtschaftler, der mit Problemen Vorder- asiens sich zu beschäftigen veranlaßt ist, sondern für jeden Gebildeten, der mit Interesse die geistigen Strömungen unserer Zeit verfolgt, ist das Buch ob seiner einzigartigen Einfühlung in die östliche Psyche bedeutungsvoll. 118 „I ch u n d d e r a n d e re." Von Max v. Droste im Otto-Reichel-Verlag zu Darmstadt. Freiheit und Gemeinschaft verlangen das gleiche: Kraft und Sicherheit der Persönlichkeit! Ohne diese Voraussetzung kann weder Freiheit sich auswirken noch Ge- meinschaft zum Besseren gedeihen. Was uns aber heute fehlt, ist das Selbstvertrauen, daß ein jeder weiß, wie er handeln könne, ohne andere erst fragen zu müssen. Das Bedürfnis nach einer Synthese von Wissen und Wollen, nach einer.Ethik ohne überlieferte Moral ist sehr stark und schreit nach (Erfüllung. Aber weder äußere Glücksumstände noch fremde Vorschriften, sondern nur die Anspannung des eigenen Willens in den Seelenkräften, die Entfaltung der Persönlichkeit vermag diese Erfüllung zu schaffen: denn niemand erhält das Glück seines Lebens geschenkt. Den grundsätzlichen Darlegungen des Verfassers folgen praktische Vorschläge für den einzelnen und die Gemeinschaft und schließlich für den Gesundungsprozeß unseres Vaterlandes, dessen Boden für eine solche Aussaat endlich aufnahmefähig geworden zu sein scheint. 245 Kunst. — „Atlanten zur Kunst" gibt der Verlag R. Piper & Eo. in München heraus, die den suchenden Lesern die Dinge bieten wollen, die uns heute besonders wichtig und bedeutsam sind, also nicht jene altbekannten Kunstepochen, deren Namen in jcderminns Munde sind, sondern abseits liegende, verborgene Schönheiten bislang noch der breiten Oefsentlichkeü nicht so zugänglich aemachter Zeit- spannen. Die Tafelmalerei der deutschen Gotik, die Bildnerei £er (Etrusfcr, die Malerei der frühen Italiener, Romanische Bildnerei, das sind neben dem großen Holländer Vermeer van Delft einige der in technisch wie künstlerischer Hinsicht gleich ausgezeichnet durchgcführten Einzelbänden behandelten Themata. Der neueste vorliegende Band gibt einen außerordentlich reichhaltigen Ueberblick über das deutsche Bild des 16. Jahrhunderts, eine Fülle meist unbekannter Schätze werden vor uns ausgebreitet und durch eine von Hermann Eß- wein klar formulierte Einführung uns nahegebracht. 18 — '.Rögling. Kurt: D i e antike Münze als Kunstwerk. Mit 907 Münzabbildungen auf 45 Lichtdrucktafeln. Ganzleinen 12 Mk. (Verlag Schoetz & Parrhysius, Berlin SW. 11.) In diesem sich mehr an den Kunsthistoriker und Kunstfreund als an den Numismatiker wendenden Buche wird zum ersten Male die Kunstgeschichte der antiken Münze geschrieben, von den Anfängen der griechischen Prägung um 700 o. Ehr. an bis zum Ausgang des Altertums gegen Ende des 3. Jahrhunderts n. Ehr. Der Verfasser zeigt, wie die Münzglyptik im allgemeinen die gleiche Entwicklung durchmacht wie die „große" Kunst und in enger Anlehnung an diese fortschreitet und legt dar, wie gewisse retardierende Momente in ihrer Entwicklung auf den Besonderheiten der Münze als eines staatlich-wirtschaftlichen Gebildes beruhen. 269 .Die Kunst". Monat-Hefte für freie und angewandte Kunst, (F. Bruckmann AG. Mün- chen) eröffnet ihr soeben au-gegebenes Maideft mit einem prächtig illustrierten Aufsatz über das Venedig des ausgehenden 15. Jahrhunderts in feiner reifsten unt> reichsten Kultur In die Gegenwart führt die ebenfalls illustrierte Studie über den tschechischen Bildhauer Ian Sturma. Im Teil der angewandten Kunst liest man die ■ interessanten, mit Abbildungen reich bedachten Ausführungen über die neue Produktion der Staatlichen russischen Porzellanmanufaktur in Moskau. — Lob de-Schauspielers oder Mime und MimuS von Professor Dr. Walther 3a- nelL Wir-Verlag, Berlin N\X k Buch ist, seit langem anerkannt, die populäre Ergänzung au Hermann BeichS großem „M t - in u -"-Werk. Die besten Empfehlungen der an*’ erfannteften Kunstreserenten standen ihm zur Seite: es hat seinen Weg gesunden und ist geistiges Rüstzeug geworden für Theaterleiter. Dramaturgen, Regisseure und Schauspieler. Das Buch hilft am Bau des Dramas wichtige Fundamente auszeigen und fortenttoidcln; es gehört in die Hand tedes Theaterfreundes. 197 Musik. — DaS Wesen der Melodie von Örn ft Hofsmann. Geb. 13 Mk. Max Hesses Verlag. Berlin \X' 15. Die moderne Musiktheorie (als ihr Führer Ernst Knoth) sieht die Melodie als Bewegungsvorgang an und verlegt bei ihrer Betrachtungsweise das Psychische in das Kunstwerk und ermöglicht so in denselben eine objektmäßige Betrachtung des Subjektiven. Diese objektive Betrachtung des Subjektiven macht Hoffmann zum Gegenstand exakter Untersuchungen. Mathematisch eingestellt berechnet er zunächst da« Motiv, die Melodie al« Kurve eines schwingenden Punkte« und weist dann an Beispielen (au« allen Zeitaltern und Gattungen musikalischer Werke) seine Theorie nach. Die Tätigkeit des Komponisten charakterisiert er: „Die Kurve, d'.e er etwa mit seinem Auge wahrnimmt, da« rlfuefle Bild, bzw. dessen Erinnerungsbild, transformiert er in ein Galileisches Bezugssystem und trägt die „tonalen Koordinaten" bestimmter Kurvenpunkte für gewisse Zeiten in dieses Galileische System (Ton- zitter. Liniensystem) ein." „Wenn wir Musik hören, verhalten wir uns umgekehrt. Das an unferm Ohr vorüberziehende Motiv (Melodie) im Galileischrn System transformieren wir tonal nach dem Weber-Fechner- schen Gefeh in da« ruhende System, in dem sich das messende Organ, unser Ohr, und mit ihm unser Körper befindet." Rach ihrer Bewegungsform unterscheidet er Sinusmelodien, grad'.inige Punktbahnen und Zykloidenmelodlen. Allen EinuSmelodien liegt die Vorstellung des Pendeln«, Wiegens (toam auch im symbolischen Sinne) zugrunde: insbesondere die Wiederholung des Motiv« erweckt die Vorstellung der tonalen Wiedergabe des Pendelns (Wiegenlieder, Schaukellieder. 6d)tocbcb.'incqun- gen, Glockenmotive). 3n weiter Folge leitet er die Zittermotive, Darstellung zuckender Bewegungen des Körpers, das Funkeln und Zittern der Sterne aus sehr schnellen Schwingungen ab. .Eine Rote von beliebigem Zeitwerte ist der musikalische Ausdruck des Verharrens eines Punktes an einem Orte während dieser Zeit." (Melodie und ruhender Punkt.) Motive, die Vorstellungen der Totenstarre, des Todes, des Schlafes wiedergeben, rechnet der Verfasser hierher, ebenso die Erscheinung von Geistern, die H. in ihrer Starrheit als mit Sprachvermögen ausgestattete Leichname ansieht. Sterne werden in ihrem zeitlichen und räumlichen Verhalten so charakterisiert, und im symbolischen Sinne ergibt sich die musikalische Darstellung des Heiligenscheines. Den Zykloidenmelodien rechnet er alle die Motive zu. die den Vorstellungen de« Drehens nahestehen (Spinnen, Reifen, Mühle, Tanzen). Das die Grundzüge des Werkes: Seine Bedeutung beruht darin, daß hier zum erstenmal exakte Grundlagen für die musikalische Harme- neutik gegeben werden und damit Normen für die Interpretation, eine Begrenzung der Vieldeutigkeit motivischen Inhaltes. — Nachdem die Melodie so als Objekt genau bestimmt worden ist, ist nun die Grundlage für die Untersuchung der subjektiven psychischen Aneignung der Musik gegeben, und bas wird die weittragendste Bedeutung dieses Werkes für die Wissenschaft fein, und man kann mit einer gewissen Spannung dem Erscheinen der beiden folgenden Bände entgegensehen. 72 — Deutsche Hausmusik aus vier Jahrhunderten. Ausgewählt und zum Vor- irng eingerichtet, nebst erläuterndem Zcrt nun Zr. H. Leichtentritt. Preis gebunden 6 Mk. (Nax Hesses Verlag, Berlin W. 15.) Gerade die Zeit vom 15. bis IS. Jahrhundert ist in den Mitelpunkt gestellt worden, weil sie die Zeit der Blute bedeutet für die Hausmusik. Weder vorher noch nachher waren die Verhältnisse einem Gedeihen dieser intimen Kunst gleich günstig. Erst als die Kunst auf neuer Grundlage feste Wurzeln gefaßt hatte, als der mehrstimmige Tonfatz ausgebildet war und in Deutschland heimisch, entstand jene merkwürdige Vereinigung des Volkstümlichen und Kunstvollen, die der deut ichen Hausmusik während ihrer klassischen Zeit einen so eigenen, starken Reiz, einen jo großen Kunst und Kulturwert verliehen hat. Diese Werte der Gegenwart auch für weitere Kreise zu erschließen, ist der Zweck dieses Werkes. Möge es beitragen }u der Erkenntnis besten, was unsere Vorfahren besessen haben, was wir verloren haben, was zu erwerben uns dringend not tut. 271 Natur und Technik. — Robert Sommer, Vorträge über Tierps ychol ogie (Quelle & Meyer Leipzig). Die Einführung in das Buch geschieht durch eine kurze Geschichte der Tierpsychologie von Kartesius über Reimarus und Gall bis zur Gegenwart. Sommer« eigene Anschauungen beruhen auf langjähriger Beobachtung und experimenteller Erforschung einer Menge von Tierarten unter Vergleichung mit den Ergebnissen der Menschen-Psychologie. Dabei ist feine Auffassung im wahren Sinne tierpsychologisch, da die Frage in den Vordergrund gestellt wird, ob und wie weit Tiere aufter Empfindungen und Wahrnehmungen auch Vorstellungen und Verstand haben. Im Mittelpunkt steht eine ausführliche Studie über die psychischen Vorgänge I bei den Pferden auf Grund eigener öjähriger | Beobachtungen Dieser Abschnitt bildet jedoch nur ein Beispiel in der langen Reihe der Nir- gestellten Tiere au« den Gruppen der Säugetiere (u. a Hunde. Ölefanten, Schtveine, Affen), Vögel. Äriedtiere und Fische Auch verschiedene Arten von Wirbellosen, z. B. Bienen. Ameisen, Spinnen. Flöhe, werden besprochen, lieberen zeigt fich die entwicklungsgeschichtliche Grundidee mit beobachtender Psychologie und Morphologie verbunden Hierher gehören die Kapitel Tier und Mensch, der aufrechte Gang. Hand und Fuß. Ausdruck-bewegungen bei Menschen und Tieren. Psvchologie von Sprache, Gehirn, pfycho- logische Grundbegriffe, Methoden der Tierpsychologie Grundsätzlich wird untersucht, wie bi- psychischen Fähigkeiten der Tiere mit ihrer gesamten Organisation, besonder« der Bauart de» Zentralnervensystems, zusammenhängen und wie die entwicklungsgeschichtliche Reihe in körperlicher und geistiger Beziehung von den Tieren zum Menschen führt. In den Ausführungen über vergleichende Pathologie des Hydroceptza- lu« internu« und die Psychopathologie bei Menschen und Tieren eröffnet Sommer neue Wege für die psychiatrische und psychologische Forschung. Den Tsbschluß bilden die Kapitel übet Tierquälerei und Tierschutz sowie über die Organisation der Tierpsychologie, wobei ein Zusammenwirken aller an dem Gebiet Interessierten angestrebt wird. Wie frühere Bücher R. Sommers. ist auch diese« in ausgeprägter Weise ein Pionierwerk, da« durch mübewlle analytisch« Arbeit neue Bahnen gangbar macht, und ich gebe um so freudiger dem Wunsche de- bekannten Gießener Gelehrten statt, da« Buch auch an dieser Stelle zu besprechen, da es nicht nuc Wissenschaftlern, sondern allen Naturfreunden interessante Beobachtung« rgcbnisse eröffnet (3C0) Karl Rudolf Fischer. Laubach. — Die Wunder der Wissenschaft. HerauSgegeben vonEurt Thesing. Erster Band: Physik und Ehemie von Dr. Albert Neuburger. Mit 61 Abbildungen. Celnen 7.50 Goldina rk. Verlag von Albert Langen in München. — Es war ein guter Gedanke des Herausgeber«, in dieser Zeit, da der Laie fast täglich vor neue Wunder der Natur und der Wissenschaft gestellt wird, ein Werk zu schaffen, das für jeden die Drücke bilden kann zwischen dem gewöhnlichen Leben, das uns umgibt und den verwirrenden Rätseln, die unS die Wissenschaft In den letzten Jahrzehnten beschert hat. Das Werk soll fünf Bände umfassen, die unter dem «SammclHtet „Wunder der Wissenschaft" erscheinen, nämlich: Wunder der Physik und Themie, Wunder der Astronomie. Wunder der Erdgeschichte, Wunder der Biologie und Medizin, Wunder der Technik- der erste dieser Bände. „Wunder der Physik und Ehemie", verfaßt von dem bekannten wissenschaftlichen Schriftsteller Dr. Albert Neuburger, liegt jetzt vor. In 22 Kapiteln tut sich die Welt der Physik und Ehemie mit einer Frische und Selbstverständlichkeit auf, alS gäbe es keine Schwierigkeiten im Stoff. alS sei alles spielend zu erlernen. In dieser Eindringlichkeit und erstaunlichen Plasttzität beruht ein unendlicher Wert deS Buches. Hier ist keine graue Theorie, sondern es lebt alle« und sprießt grün an de« Geben« goldenem Baum. Die Fülle deS verarbeiteten und gebotenen Materials ist überwältigend. 2 — (Einen Weg zum Schlafengehen zeigt der bekannte, auch unseren Lesern durch zahlreiche wertvolle Artikel vertraute Münchener Arzt Dr. W. Schweisheimer in seinem Büchlein „Schlaf und Schlaflosigkeit" (bei I. F. Bergmann in München, kart. 4,20 Mk.). Der Verfasser faßt die Schlaflosigkeit nicht als Krankheit an sich auf, sondern lediglich als Anzeichen einer Störung im Körper. Nur wenn man ihre Ursachen auffindet, kann man dauernde Heilung erzielen. Besonders der Schlaf des Kindes wird, seiner großen Bedeutung für das Wachstum entsprechend, eingehend behandelt. Ein anregendes und belehrendes Buch, vor allem auch für die Laienwelt leicht verständlich in feiner klaren Formulierung. 77 Verschiedenes. — Graf zu Dohna, Hebungen fm Strafrecht und Strafprozeßrecht. Derk. O. Liebmann, Berlin W. 57. 2., auf Grund der Verordnung vom 4. Januar 1924 völlig umgearbeitete Auflage. Das kleine, 108 Seiten zählende Büchlein, das in einer von Heidelberger Professoren herausgegebenen Sammlung praktischer Fälle erschienen ist, zeichnet sich in erster Linie durch die anregende ^rische aus, mit der die aus dem Leben gegriffenen Fälle bargqteUt sind. Das Büchlein ist in zwei Teile geteilt. Der erste, bei roentem größere Teil enthält Fälle mit prozessualen und materiellrechtlichen Fragen, der zweite Teil beschränkt sich auf das rein materielle Gebiet. Durch Fußnoten ist auf die wichtigsten Rechtsfragen hingewiesen. Das Ganze bietet gerade für den jungen Studierenden viel Anregendes und ist vor allem für Benutzung in den praktischen Hebungen aufs wärmste zu empfehlen. 184 — Die vom TübingerDerlagH. Laupp in Subskripionslieferungen veranstaltete Neuausgabe des für jeden Jäger und Forstmann unentbehrlichen Handbuchs der For st Wissenschaften schreitet rüstig fort. Von dem auf vier Bände vorgesehenen Werk liegen nunmehr sechs starke Lieferungen vor. 1494 209 — Wortschatz und Sprachform. Von G. A. Brüggemann. — Verlag Quelle & Meyer Leipzig. — Es ist eine bedauerliche Erfahrung, daß nur allzuviele davor zurückschrecken, sich als Erwachsene mit den Gesehen unserer Muttersprache vertraut zu machen, weil sie noch von der Schule her öden Grammatikbetrieb in Erinnerung haben. Daß es aber möglich ist, über Sprachfragen auf« unterbaltenfte zu plaudern, beweist dieses Buch. Hier führt ein begeisterter Freund der deutschen Sprache die Feder, der voll Humor geistreich zu plaudern versteht. Seine Grund- ausfassung sprachlicher Erscheinungen ist wesentlich von Rudoll Hildebrand uird Moritz Trautmann bestimmt: ihm ist die Sprache das. was gesprochen und mit dem Ohr ausgenommen, nicht das, was geschrieben und dem Auge sichtbar gemacht wird. Die vielfachen Hinweise auf die germanischen Nachbarlprachen funb auf daS Latamische und Französische) sind ein weiterer Vorzug des Buches. Es ist berufen, von dem Reichtum und der Schönheit unserer Muttersprache beglüdenbe Gewißheit zu geben und unS zu stärken in unserem Willen gut Pflege deS vererbten teueren Guts. * 148 Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Von Karl-August von Lafsert. 49 tfortlepunq ('Jiadjörucf verboten.t Immerhin wissen wir, daß ein gewaltiges Platinlager in die Hände der deutschen und russischen Unternehmer gelangt ist, das sehr wahrscheinlich früher oder später gegen Frankreich ausgenutzt werden wird. Einige Aussätze in der deutschen Presse sprachen bereits offen von der Möglichkeit einer auf Platin basierten Währung, die imstande wäre, die deutschen und russischen Finanzen mit einem Schlage zu heben. Offen wird Deutschland eine solche Reorganisation kaum umernehmen. Es weiß genau, daß das stets wachsame Frankreich jeden derartigen Versuch rechtzeitig unterbinden würde. Immerhin ist die Gefahr geheimer Finanzmachinationen nicht zu unterschätzen, wie cs ja auch keinem Zweifel unterliegt, daß der Sturz des Franken das Werk deutscher Hände ist. Glücklicherweise bietet der glorreiche Friedensvertrag zu Versailles jederzeit die Handhabe, unseren Erbfeind am Boden zu halten und jeden seiner Sanierungsoersuche int Keime zu ersticken. Aber die Deutschen beginnen klug zu werden. Alles blickt dort auf Rußland und erwartet von dem Wiedererftarken des großen Reiches fein Heil, besonders nachdem sich die verhältnismäßige Unge- fährlichkeit des Bolschewismus herausstellte, der nur noch die schlecht verhüllte Farce die Diktatur einiger Gewaltmenschen bedeute! Deutsche Unternehmer stecken ihr Geld in ruffif*e Anlagen, deutsche Ingenieure und Arbeiter ziehen in stets vermehrter Zahl nach Rußland, wo Tag für Tag der deutsche Einfluß wächst und wo offen und versteckt in den Waffenfabriken gegen uns gerüstet wird. Aus den Putilow-Werken haben wir bestimmte Nachricht über die Bestellung von etwa 8000 Maschinengewehren eines ganz großen, neuen Modells, das nicht für die russische Armee bestimmt ist. Und das Geld zu allen diesen kostspieligen Rüstungen liefert die neue Nordlandkompagnie. Äls hinter den Kulissen treibendes Element dieser höchst gefährlichen Vorgänge steckt der deutsche Großindustrielle Hagen, ein Mann von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Glücklicherweise wird er von der gesamten demokratischen und sozialistischen Presse seines eigenen Landes aufs schärfste befehdet, was feinen für Frankreich unheilvollen Einfluß stark vermindert. Ein weiterer besorgniserregender Umstand ist die Entdeckung der größten bisher bekannten Oel- selder in Nova Thule. Eingezogene Gutachten von Sachverständigen verneinen allerdings die Möglichkeit, dieses gewaltige Oelvorkommen auszunutzen. Der in den Zeitungen erschienene Plan eines ungeheuren Kraftwerkes in Petrolea, das Alaska und Kanaia mit elektriicyem Strom versorgen soll, wird als reine Utopie bezeichnet. Wir machten aber be- mehrfach die Erfahrung, daß deutsche Erfindungen, die als unmöglich hingestellt wurden, sich nachher doch bewahrheiteten. Es tritt also an uns die Frage heran, wie wir einem derartigen Uebergewicht des deutschen Einflusses rechtzeitig begegnen können. Leider hat ja die deutsche Regierung die proklamierte Annexion von Nova Thule nicht anerkannt. Daher beschlossen die Direktoren, einen selbständigen Staat zu bilden. Dieses an Einwohnerzahl winzige, an wirtschaftlicher Bedeutung nicht zu unterschätzende Ländchen hat jetzt sogar die Unverfrorenheit besessen, allen Regierungen von seiner Existenz Kunde zu geben. Wir erhoben natürlich sofort' Protest in der Ueberzeugung, daß unser Beispiel ausschlaggebend für die Mehrzahl der übrigen Mächte sein würde. England, unser alter Bundesgenosse und heimlicher Gegner, beeilte sich daraufhin, sofort das Gegenteil zu tun, froh, uns einen Streich spielen zu können. Da sie es offen nicht wagen, gegen die größte Militärmacht der Welt vorzugehen, versuchen sie, uns mit derartigen kleinlichen Nadelstichen zu reizen. Wir lassen uns aber nicht aus unserer Ruhe bringen, die auf der Ueberzeugung beruht, daß Frankreich die 'Verpflichtung hat. als ältester Vertreter der Zivilisation der Welt in allen kulturellen Fragen mit leuchtendem Beispiel voranzugehen. Englands Stunde wird auch noch einmal schlagen. Jedenfalls müssen wir jede Gelegenheit ergreifen, eine Einmischung in die Verhältnisse von Nova Thule zu erzwingen. Der Chef unserer Luftstreitkräfte hat die Versicherung gegeben, daß es möglich märe, mit einem starken Kampfgeschwader über dem Nordpol zu erscheinen. Vorbedingung ist allerdings ein verhältnismäßig weit vorgeschobener Stützpunkt. Einen solchen Ort glauben wir an der Osttuste von Grönland gefunden zu haben. Es ist ein tief eingeschnittener, im Sommer eisfreier Fjord, an dem sich eine kleine dänische Niederlassung befindet. Mit der Regierung in Kopenhagen traten wir bereits in Unterhandlung, uns diesen Platz auf längere Zeit pachtweise zu überlassen. Zu Anfang des nächsten Jahres hoffen wir, mit der Einrichtung des projektierten Luftflottenstützpunktes beginnen zu können. Demnächst besteht die Absicht, noch in diesem Zähre mit einigen unserer besten Flugzeuge einen Erkundungsflug nach Nova Thule zu unternehmen Da die sogen. Regierung des Nordlandes bislang jeden Besuch fremder Personen verbietet, so könnte das Erscheinen französischer Flieger vielleicht einen uns nicht unerwünschten Zwischenfall ergeben. Wir bitten unsere Auslandvertretungen, im Sinne dieser gegebenen Richtlinien zu wirken Alle dieses Gebiet betreffenden Nachrichten sind unter der Aufschrift „Nova Thule" sofort dem Quai d'Orsay zu melden. Ministerium des Aeußern. 8. Bericht des „Berliner Lokal-Anzeigers" über Nova Thule. (3. Fortsetzung.) „Sine dreistündige Fahrt im äußerst bequemen, schnell fliegenden Fahrzeuge brachte uns nach Petrolea, der zukünftigen Hauptstadt des Landes. Von Platinia aus, das in einem tiefen, geschützten Talkessel liegt, überflogen wir ein fast 2000 Meter hohes Gebirge und gelangten bald in die Gefilde des ewigen Eises. Unwillkürlich erwarteten wir in Pe- holea ebenfalls eine kleine, im Entstehen begriffene Fabrikstadt zu finden. Um so größer war unser Erstaunen, als es über einem ungeheuren eintönigen Schneefelde hieß, daß wir angelangt wären. Erwähnen muß ich noch die geniale Wegebezeichnung zwischen beiden Niederlassungen. Da eine Orientierung im hohen Norden wegen des Versagens der Magnetnadel nur nach der Sonne möglich ist, müßten die Flugzeuge bei schlechtem Wetter stets über den Wolken fliegen. Das ist erstens unbequem, und zweitens wird die genaue Aufnahme der Sonnenhöhe aus dem Flugzeuge nie ganz . zuverlässig. Für dic Zukunft sind daher große, eiserne Masten mit schwarzen Signalen, die nachts eine hellbrennende Lampe tragen, als Wegweiser vorgesehen. Vorläufig behilft man sich mit dem Auswerfen eines stark färbenden Pulvers, das eine breite, deutlich sichtbare rote Bahn auf dem Schnee bildet. Wegen der auch im Sommer häufigen Schneefälle muß diese Trasse allerdings sehr oft ergänzt werden. Unser Begleiter, Herr Ingenieur Gerling, bezeichnete einen anfangs kaum sichtbaren Holzraum als Eingang zum Flughafen. Hier gingen wir zwischen hohen Bretterwänden nieder, die einen Schutz gegen die ständigen scharfen Winde bieten. Jetzt bemerkten wir auch eine kleine drehbare Halle, die ihre offene Seite stets dem Windschatten zukehrt. Einige Hilfsmannschaften sprangen herzu. Mit stark gedrosseltem Motor gelangten wir in kurzer Seit in die Halle, deren Tor man hinter uns schloß. Gleich darauf öffnete sich eine weitere Tür, und wir wurden in einen zweiten, noch kleineren Raum geschoben Der Grund dieser Zweiteilung besteht darin, der Außenkälte das ungehinderte Eindringen zu vermehren Aber auch jetzt durften wir -»och- nicht aus- stcigen. Auf einer Plattform versanken wir langsam in die Tiefe und befanden uns nach wenigen Minuten in einem hellerleuchteten Raume, der Platz für eine große Anzahl von Flugzeugen bot. Hier im eigentlichen Entladehafen stiegen wir aus. Herr Gerling erklärte uns, daß alle unterirdische Räume in das feste, kristallinische Eis hin- eingefprengt waren. Obgleich die ganze unter dem ewigen Eise befindliche Stadt von gleichmäßig angenehmer Temperatur erfüllt ist, schmelzen die Wände doch nicht fort, weil sie mit einer isolierenden Asbestlage bedeckt sind. An einzelnen Stellen führen enge Schächte in den Wänden nach oben, wodurch die Gefahr des Abschmelzens völlig vermieden wird. Wir wohnten zunächst der Entladung eines kurz vor uns eingetroffenen Luftschiffes bei, das ganz mit Proviant beladen war. Kleine elektrisch betriebene Wagen fuhren heran, nahmen die Fracht auf und verschwanden in den zu den Magazinen führenden Gängen. (Fortsetzung folgt.) -------------- 1 Billige gute Schuhe für Pfingsten "Wi H ranne Danien-Spangen- 50 Besondere Vorteile für Wiederverkäufer 5329a I95 Alleinverkauf der Dr.-Stein-Stiefel Bahnhofstraße 58 Marktstraße 17 Landingstraße (> i uraaciiuhe Keisesclnrhe Tonrei>wi iefel Segelt nciiNchn he Full ball stiefel Ledergamaachen 2.95 2ÜÖ LZ5 Braune Damenhalb- Hchuhe moderne Form 14.50. 12.50. Weiße Damen-Pumps mit modernem, über- 9 zogenem Absatz y LMiUgrmmMtzZckrme ' SIND GUT UNO MEISWERT Braune Hinderstiefel in verschiedenen Ausführungen Größe 23—26 Damen-Sandalette- Spangenschuhe LXV-Äbsatz, schicke Form m. Lackverzier. Braune Lederaandaleu Größe 43-44 36-42 31-35 27-30 25-26 23-24 schuhe, eleg. Form, mit 2 Knöpfen, gutes II Fabrikat . 16.90. V Damen halbschuhe moderne spitze und breite Formen 9.50. 8.50.7.80. 6.95. Herren-Halbschuhe moderne Form, gute Q95 Qualität - . y Hinderst iefel breite Normalform Größe 25—26 4.45 Größe 23-24 Bequeme Damen-Spanoenschnhe (Schwesternsch. 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Bankgeschäft Neuen Baue 23 Gießen Tel. 1303 u. 1304 Eröffnung von Saufenden Rechnungen Vorschüsse auf Wertpapiere unter günstigen Bedingungen An- und Verkauf von Wertpapieren an allen in- und ausländischen Börsen Verwaltung von offenen u. geschlossenen Depots Ausstellung von Kreditbriefen auf alle größeren Plätze des In- und Auslandes Eröffnung v.provisionsfreien Scheck-Rechnungen Annahme von Geldeinlagen Ankauf von Wechseln auf Inland u. Ausland Stahlkammer mit Schrankfächern unter Selbstverschluß der Mieter 3256V Automobil- und Motorradrennen Pfingstsonntag, 31. Mai 1925 OPELBAHN bei Rüsselsheim am Main 6383D Beginn 10 Uhr vormittags Schluß 5 Uhr nachmittags ZUGVERBINDUNGE Hinfahrt: Darmst.ab724Nauh.an756 Frft.ab 100oRüssh.an 1025 Wiesbaden ab 730 Mainz ab 805 Rüsselsh. an 880 Wiesbaden ab 966 Mainz ab 1000 Rüsselsh. an 10" N: Rückfahrt: Nauheim ab 600 und 648 nach Darmstadt Rüsselsheim ab 615 nach Mainz u. Wiesbaden Rüsselsh. ab 6s0 n. Fran kf. u ,, 924 „ „ Q'-5 Frft.ab 7O6Rüsselsh.an 762 „ » 820 „ „ 8" „ „ 923 „ „ 1009 Zwischen Station Rüsselsheim und der Opelbahn besteht Omnibusverkehr Hausrat 5330a Oberhessisches Korbwarenhaus Schulstrasse 5326c Fahrradkörbchen in allen Grössen in Weide und Peddig Gemeinnützige Möbelverforgung für das Rhein-, Main- und Lahngebiet G. m. b. H. Metzen cu d. L., Lindenplatz 1. . Blumenkasten 70, 80 und 100 cm laufend vorrätig Speilezimmer We geheilt. - Uuäönum poliert. - filefer, Glitte geporl. Aus langfristige Teilzahlung. Hängematten bestes Material beste Verarbeitung Läebigshöhe Voranzeige Pfingstsonntag, morgens 7 bis 9 Uhr FrlshkonseB’t ausgeführt von der gesamten Kapelle ehern. Militär- musiker unter Leitung des Herrn Herrn. Topp, Musikmeister a. D. 534 ID KWMÄMMSAMmi m llnioetilläl wen (Gießener Hochs chulgesellschaft) Dienstag, den 26. Mai 1925, abends 8‘/2 Uhr, im großen Hörsaal der Universität Mag am WrmMm Mmmim über die Musik mit Vierteltönen von Willy Möllendorff, Komponist in Gießen Gäste willkommen. 51640 Dienstag, den 2b. Mai, 8.30 Uhr pünttlich. Vorlesungsgebäude (Ludwigstr. 23) — Hörsaal 44 Prof. E. Grisebach, Jena über: .UMM.SmWlM.Wr ES ladet ein 01537 Vie Gießener Theologenschasr. EintrittSkart. zu 0,80 M.,f. Studern, zu 0,40 M. an d. Abendlasse. Zwanqsverjteigerung. K 7/25 Mittwoch, den 10. Juni 1925, vormittags 8 Ahr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 112, das im Grundbuch von Gießen, den Friedrich Neuling Eheleuten in Gießen zugeschriebene Anwesen, Brandgasse 7, Flur 1, Ax. 381 — 279 qm Hosreite versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 21. April 1925. Hessisches Ortsgericht. I. A.: Leo. 4642V Am täglich iviidi cnr- treffend. empfiehlt billigst 4893 D W. 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