ar. 71 Erstes vlatt 175. Jahrgang Mittwoch, 2'.März 1925 Der Wahlkampf A#. tiffl 1 ist e Annahme von Anzeigen für die Tageonummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkell, Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlidjS, auswärts 10 Goldpfennig: für Re» nlame-An^eigen v 70 nn> Breite 35 (bolbpfennlg. Platzvorschnft20^ .Aufschlag. - Berantworllich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Will) Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein: für den Anzeigenteil: Haus Beüi, sämtlich in Gießen die de Es Die Ausschreitungen der Besatzungstruppen. Berlin, 24. März. (TU.) Dem Reichstag eine dritte Denkschrift über die 2tu8= ?5 = 2.C)" ft O=_ Die Aufwertung. Der (Gesetzentwurf der Regierung. B e r l i n. 25. März. (Priv.-Tel. be^ Wolff, bureaus.) Die „Boss. Ztg." meldet, baß der De» sehentwurf der Reichsregierung über die Aufwertung heute derösfentlicht werden dürfte. Dem Desehentwurf sei eine ausführliche Begründung beigegeben. Aus dem Inhalt des Aufwertungsplanes weiß das Berliner Tageblatt" folgendes m'tzuteilen: An der Un« terscheidung zwischen altem und neuem Besitz werde feftgehalten. Der Besitz an Kriegsanleihe, der vor dem 1. Januar 1920 erworben worden ist und dessen Existenz durch die Dermögenssteuererllärung vom 31. Dezember 1919 nachgew'.efen ist, gelte schlechthin als alter Besitz. Ausnahmen würden bezüglich mündelslcherer Anleihen, Kirchengelder und WohltätigkeitSfonds gemacht. Die generelle Auswertung erfolge auf 5 Prozent. Die Aufwertung werde theoretisch auch auf neuen Besitz vorgenommen. jedoch erfolge die Aufnahme deS ZiasendiensteS bei neuem Anleihebefih erst, nachdem sämtlich« R e p a r a . tionszahluagen geleistet worden sind. Für die Verzinsung des alten Besitzes werde eine jährlich« Summe von 40 M'llionen Mark zur Derfügung gestellt. Die Höhe des Zinssatzes dürste sich also nachderHöhedes alten Besitzes und der obengenannten, für die Zinfenleistung zur Derfügung stehenden Summe richten. Für sozial Bedürftige würden 2 Prozent des gezeichneten Nominal- betrages ausgeworfen. Hierfür seien gleichfalls 40 Millionen Mark ausgewvrfen. Hieraus ergebe sich, daß die Reichsregierung den Betrag von Kriegsanleihe, der sich im Besitze von sozial Bedürftigen befinde, auf zwei Milliarden schätzt. ii; ?? Erscheint täglich, außer Seim» und Feiertags. veilagen: Gießener Fo milien blätter Heimat im Bild. monats-Btirxsneis: 2 Goldmark u 20 (ßolb- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fer nsprech.Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGefchästsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten Anjelgerrietze«. P--schecNonto: Zranksurl a. M. 11686. 5%' FH chl mi Vätern und Ernährern von Famllieningehöri- gen. Dabei must noch in Betracht q-zogen wer- den. friß ein erheblicher Teil der Fälle überhaupt nicht zur Kenntnis der Behörden gelangte, weil die Verletzten auS Angst vor Vergeltungsmaßnahmen der BesahungStrüppen oder aus Scham keine Anzeige erstatteten. & n > 3 • leuchtend unsere vaterländische Losung eingewebt ist: Gott, Ehre, Freiheit. Vaterland! Wir bekennen uns zum Christentum und stehen auf dem Boden deS christlichen Staates. Im Geiste gegenf« tiger Duldung undAchtung müssen die großen Glaubensgemeinschaften der großen Aufgabe der fittl'chen Erneuerung unseres Volles dienen. Jeder Gedanke an einen Kulturkampf in irgendeiner Form würde nach meiner Heberzeugung die schwerste Versündigung an unser Volk bebauten. Ich lehne jede kulturkäinvferische Neigung mit aller Entschiedenheit ab. Dabei stehe ich grundsätzlich auf dem Boden der Bekenntnisschule. Heute dreht es sich nicht um d'e Frage katholisch oder evangelisch, sondern heute handelt es sich darum, daß Katholiken und Protestanten sich zu gemeinsamem Kampfe verbinden, damit die christlichen Grundlagen unserer Kultur gewahrt werden. Wir sind sozial, aber nicht soz'alistisch. Dem Gedanken des Klassen- kampfes stellen wir das Ideal einer organischen Staatsausfassung gegenüber, die in dem Dolle nicht eine sich gegenseitig bekämpfende Kaste und Klasse, sondern eine große Familie erblickt, deren Glieder in aemein- samer Arbeit und m't geg-nie tiger Hnterstützn"g der Gegenwart freuen. Acht der Klassenkamvf. sondern wirtschaftlich" Verständigung zwischen Arbeitgebern und Arb" tnehmern we'st uns den Wea zur Lösung der sonnten Frage. Ich glaube, ?fr'6 das deutsche Volk in immer breiteren Sch'cht"n der Parteizänkereien müde ist, daß cs an seiner Svh? keinen Mann sehen will, ec möge fce’ft’n w e er will, als Vertrete einer e'nse'tigen Virte richtnng e'n^-ittner hurt- sch'ftlicher Int"ress'n. P'r e en h'.ben g w'ß h e Dn:echt'gung. aber sie dürfen nicht S e l b st- zweck sein. Im Dolle ist heute das starke Gefühl lebendig, deh P^rte-geist durch höhere Staatsgesinnung überwundm wwden müsse. Die Ausführungen Dr. Jarres' fanden stürmischen Deisall. Dr. Marr in Köln. Köln. 24. März. >erlorenen Ätiegeä tragen. Selen wir auf der Hut, denn der Feind Hal seine Hoffnungen noch nicht aufgegeben. Wir haben keine Veranlassung, uns der Vergangenheit zu schämen, im Gegenteil, wir sind stolz auf die ruhmreichen Daten unserer Wehrmacht. Die Geschichte des Weltkrieges wird späteren Geschlechtern als ein einziges Helbenli^» von der Ribelungennot erklingen. Ich bin von Herzen dankbar, daß der Führer des deutschen Volkes, unser geliebter Felbmarschall d. Hindenburg seinen Hamen unter den Aufruf für meine Kandidatur gesetzt hat. Ehre den' Toten des Weltkrieges! In stolzer Trauer neigen wir unser Haupt vor dem Bilde des deutschen Kriegers, der nach vielen Jahren Kampfes ins Grab steigt. Die Vergangenheit in Ehren halten, den Helden nachzueifern, ist vor allem Aufgabe unserer Jugend. Der Staat hat das größte Interesse daran, die Jugend für sich zu gewinnen, denn nur wer die Jugend für sich hat, der hat die Zukunft für sich. Aus den Irrtümern der alten Zeit wollen wir lernen, aber niemals vergessen. Wenn wir die Derfassung von Weimar auf dem Wege friedlicher Evolution revidieren, müssen wir an das gute Alte in der Vergangenheit anknüpfen. Wtr achten die Verfassung, aber wir wehren uns dagegen, daß man von republikanischer Seite versucht, die monarchistisch gesinnten Kreise des deutschen Dolles als Staatsbürger zweiter Klasse zu behandeln. Es war ein nationales Verhängnis, daß man in Weimar einiger Kurzsichtige: wegen unsere Farben Schwarz- D e i h - A o t, die Symbole einer glücklicheren unb stolzen Vergangenhell. Preis gab. Es war geradezu ein Verbrechen an unfemt deutschen Doll, nein, es war mehr, es war eine Dummheit und eine internationale Geschmacklosigkeit. Wir nehmen für uns das Recht m Anspruch, daß wir unbehindert unsere alten Farben zeigen können, in deren Fallen verborgen und doch jedem deutschen Auge weithin Ta England und der deutsche Sicherhettsvorschlag. Chamberlains Erklärungen im Unterhaus. London, 25. März. (2LU.) Chamberlain gab gestern im Unterhaus seine lang erwartete Erklärung über die Außenpolitik ab. Die Debatte eröffnete der Abgeordnete der Arbeiterpartei Henderson mit der Frage, wie es sich jetzt mll dem Genfer Protokoll verhalte. Chamberlain bemerkte, daß Henderson die Frage als einer der britischen Vertreter auf der letzten Völlerbundstagung und einer der Urheber des Protokolls gestellt habe Er fragte, ob Henderson eine Abschrift des Schreibens, das Macdonald als Außenminister am 15. Juli 1924 an den Generalsekretär des Völkerbundes wegen des Vertrags über die gegenseitig« Hnterftütjung gerichtet hatte, nach Genf mitgenommen habe. In der Denkschrift habe Macdonald erklärt, der britische Admiralstab sei den Ansicht, daß die Ausführung dieses Vertrags eine Verstärkung der britischen See» st r e i t k r ä f t e bedinge. Hat die Arbciterregio- rung ihre Flottensachverständigen darüber betragt, ob diese Feststellung mit dem Protokoll übereinftimmt? Es sei jedoch vor allem notwendig, betonte Chamberlain, sich über den Ur» sprung des Protokolls klar zu werden. Der Hrfp-ung sei die Denkschrift, die während Macdonalds Besuch in Paris im Juni 1924 ausgearbeitet wurde und die Vorschläge des Dawes- Ausschusses vor dem Scheitern rettete. Macdo nald und Herriot tarnen damals überein, auf der nächsten Völlerbundstagung gemeinsam die Sicherheitsfrage aufzuwerfen. Sie kamen, si« sahen, sie siegten! GS konnte alles gar nich besser gehen. AlS dl« Redner gesprochen hatten und bh BölkerbundsversammlungSle I ehmer Zeit hat en sich die Reden zu überlegen, da wurde eS jedem sofort klar, daß die beiden Premierminister trotz der freundschaftlichen Geste in unüberbrückbaren Gegensatz zueinander standen. Eine Einigungsformel wurde aufgestellt und die beiden Premierminister scheuen zu denken, eine Grundlage gesunden zu haben, auf der sie sich tatsächlich einigen könnten. Erfahrenen Beobachtern war es jedoch klar, daß die Meinungen weit auseinandergingen und die Grundsätze der Polllik Macdonalds nich! von den Führern der öffentlichen Meinung Frankreichs angenommen werden konnten. Der britische und der französische Premierminister überlleßen es ihren Vertretern, ein internationales Heber» einkommen zu entwerfen, das in völligem Widerspruch zu den Grundgedanken ihrer Einigungsformel stand. In wenigen Wochen wurde ein Grfetz für die ganze Wrlt ausgearbeitet, dessen Bedeutung und Umfang in keinem Verhältnis zu irgendeinem intern ?n Gesetz eines Staates steht. Ist es zu verwundern, daß die heutige Regierung einem frrarrtgen Entwurf nicht zustimmen kann?! Alle Bestimmungen des Protokolls sind auf Landmächte mit Landgrenzen, für die sie zu fürchten haben, zugeschnitten. Henderson hat geäußert, da hes möglich fein werde, durch Zu- saybestimmungen und Einschränkungen den anderen Staaten die Annahme zu erleichtern. So wäre aus dem Protokoll ein sehr kleines Schriftstück geworden, das in feiner Beziehung die Sicherheit der Welt gewährleisten könnte. Die Regierung Seiner Majestät ist nicht tn der Lage, das Protokoll zu unterzeichnen. In der gleichen Lage befinden sich die Regierungen der Dominions und Indiens. Die Regierungen sind der Heberzeugung, daß das Protokoll nicht zur Sicherheit und weiter zur Abrüstung führen könne. Sie haben aber das Verlangen, nach ihren Kräften zur Lösung dieser Frage oeizutragen. Zuerst möchte ich dem Hause unsere führenden D?w ggründe barfegen. Als Mitgliedsstaat des Völkerbundes habm wir allen übligen Mitgliedsstaaten gegenüber Verpflichtungen zu tragen. Wir sind an den Ost grenzen Frankreichs und Delliens interessiert und dieses Interesse ist von der größten weittragendsten Bedeutung. Frankreich bedarf dringend der Sicherhcit und hat ein Recht, von uns zu erwarten, daß wir diesem Bedürfnis Rechnung tragen. Ich habe kein größeres Verlangen, als eine Grundlage zu finden, auf der wir uns alle einigen können und die uns allen eine ersprießliche und aufrichtige Zusammenarbeit gewährleistet. Zu dem deutschen Sicherheitsvor - schlag übergehend, sagte Chamberlain: Ich bin fest überzeugt, daß der Schritt der deutschen Regierung einen aufrichtigen und ehrlichen Versuch zur Besserung der Lage barftetlt und ich hoffe, daß wir ihr beistehen können, diesen Versuch zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. Deshalb werden auch ihre Vorschläge von uns ernsthaft und gründlich geprüft. Deutschland hat folgenden Vorschlag gemacht: Deutschland ist bereit, sich mit Frankreich zu verständigen und mit allen am Rheiq Dr Marx schloß mit seinem eindringlichen Appell zur Einigkeit des gesamten deutschen Volkes, die fr.e beste Waste ist, um unsere Rechte im Dölkcrleben zu wahren und dem deutschen Daterlande den ihm gebührenden Platz im Leben der Rationen wiederzugeben. EineErklärung des Reichsblocks Berlin. 24. März. (TH.) Von dem Vorsitzenden des Reichsblockes. Staatsminister von Löbell, wird mitgeteilt: Heber die Absichten des Reichsblocks bei einem eventuellen zweiten Wahlgange werden geflissentlich im ganzen Reich die unsinnigsten Gerüchte verbreitet. Obwohl der Reichsblock schon vor Tagen offiziell erfiärt hat, daß Dr. Jarres auch der Kandidat des Reichsblockes in einem ev. zweiten Wahlgange ist. werden Kombinationen darüber angestellt, ob der Reichsblock im zweiten Wahlgange eine neue Kandida ° tut proklamieren werde und im zweit.m Wahlgange neue Parteiverbindungen möglich seien. Ich wiederhole nochmals mit aller Bestimmtheit, daß die Aufstellung von Dr. Jarres für den ersten und zweiten Wahlgann von dem Reichs- block einmütig erfolgt ist. 'leichzeitig werden über Dr. Jarres selbst falsche Gerüchte verbreitet. Dr. Jarres soll Dissident und Freimaurer sein. Dr. Jarres ist evangelischer Konfession und hat aus seinem Bekenntnis niemals ein Hehl gemacht. Auch Frau Dr. Jarres ist in die Wahlagitation bereits hineinyezogcn worden. Al e sie betr st n en Gecüch e sind falsch und nur zu Propagan azwecken verbreitet. Der Reichsblock wird das Ergeb ns des ersten Wahlganges spätestens am Dienstag, dem 31. März, prüfen und dazm sofort Dr. Jarres für den zweiten Wahlgang wieder proklamieren. Hindenburg gegen gersplilterung. Berlin, 25. März. (TH.) In einer Unter» redung mit einem Pr.s.evertreter warnte H:nd n- burq vor Zersplitterung. Jin ersten Wahlgange müßte jeder unbedingt seine Pflicht tun Alle vaterländischen Kräfte müßten eingesetzt werden, um den üöerparteckichen Dr.Jarres im ersten Wahlgang durchzubringen. Dr. Jarres besucht Dr. Held. München, 24. März. (TH.) Der gegenwärtig in München weilende Oberbürgermeister Dr. Jarres hat heute Mit ag dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held einen Besuch abgestattet. schreitungen der D.'satzungstruppen im besetzten Gebiet zugegangen, fr.e im Januar 1925 abgeschlossen wurde. 3m allgemeinen sind nur die wichtigeren Fälle ausgenommen worden. Die tatsächlich vcrgekommene Zahl der Ausschreitungen ist erheblich größ.r. Im Ruhrgebiet sind, soweit bekannt, in der Zeit vom 11. Januar 1923 bis zum 1. August 1924 durch Maßnahmen der Desahungstruppen insgesamt 7 4 0 Personen körperlich verletzt worden, davon 137 tödlich, und xtoar 30 durch Schußoerlehun- gen auf Grund eines Willküraktes. 60 durch Schüsse von Wachtposten oder Streifen. 39 durch Kraftwagen, Fuhrwerke oder andere Hnfälle und 8 durch Mißhandlungen. Unter den 137 Toten war eine große Anzahl von Familien- GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk vnd Verlag: vriihl'sche Univerfitäk§-Vuch- und Zteindruckerei 1L Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. w t iber, Daß es nicht eines Tages die AenDe- iung der Grenze a u f friedlichem Wege und durch Vermittlung des Völkerbundes anstreben wird. 3d> in der Ansicht, sagte Chamberlain, das) die deutschen Vorschläge nicht ohne weiteres zurückgewlesen werden dürfen und die gleiche Ansicht konnte ich auch in Gens bei zahlreichen Vertretern fremder Regierungen seststellen. Zur Frage der Räumung Kölns erklärte Chamberlain, das) die deutschen Vor- schläoe diese Frage nicht berührten und auch keine Forderung auf Aenderung der im Versailler 'Vertrag festgesetzten Räumungsfristen entbieten. Als ich London verlieh, fugte Chamberlain hinzu, um cherriot in Paris zu treffen und an der Völlerbundstagung teilzunehmen, hatte ich einen unangenehmen Auftrag auszuführen Ich bin mir dessen voll bewuht. was Frankreich für die Well und für uns getan hat und muhte jetzt Herriot und den Vertretern der übrigen Mächte mittellen, dah wir das GenferProtokoll nicht unterzeichnen können. Ich muhte hinzufügen, dah es nicht in der Macht der britischen Regierung liege. Frankreich und Belgien einen einseitigen Sicherheitsvertrag zum Schutze ihrer Grenzen gegen Deutschland anzubieten, konnte chnen jedoch Mitteilen, dah wir den deutschen Vorschlägen die gröhte Bedeutung beimessen und sie als offene Tür zur Rettung vor der kriegerischen Atmosphäre betrachten könnten. Solange wir nicht dieser Atmosphäre der Furcht entgehen können, wird Europa nicht von der Gefahr eines neuen Krieges befreit werden. Untere Politik ist bisher, wenn auch nicht ganz ohne unsere Schuld, schwankend und unbeständig gewesen. Dadurch hat unser Einfluh bedeutend gelitten. In den deutschen Vorschlägen sehe ich die Möglichkeit 'einer besseren Zukunft und daher muh auch durch unsere Beihilfe das Kapitel Krieg zu einem Abschluh gebracht werden und ein tatsächlicher Frieden gesichert werden. Alles liegt in der Hand des britischen Reiches und wenn das Britische Reich den Krieg nicht will, wird es auch keinen Krieg geben. Der Rothardtprozeh. Magdeburg, 24. März. Als erster Zeuge tritt der frühere preuhische Handelsminister S i e- ring auf, der während des Ianuarstreiks Bevollmächtigter deS Deutschen Metallarbeiterverbandes war. Im Ja- miarftreil waren auch politische 'Momente maß- adoenD, deren Ertämpsung nicht im Rahmen des Aufgabenkreises der mehrheitssozlalistifchen Partei tag. Es seien aber Leute aus den Betrieben zu ihnen gekommen und hätten Beteiligung an öfer Bewegung verlangt, denn sonst würde die Arbeit in absehbarer Zeit nicht wieder ausgenommen Mrd en. Fortenbach. der in Spandau Führer der 'Ällitärhandwerker war, und ich waren gegen den Streik. Als unsere Funktionäre uns sagten, wir vom Metallarbeiterverband mühten doch unbedingt die Führung übernehmen, um eine Entwicklung der Dinge zu schlimmen Revolten zu verhindern, da rieten wir ihnen, sich an den sozialdemokratischen Parteivorstand zu wenden, da es sich hauptsächlich um einen politischen Streik handele. Der Zeuge Eckart sagt weiter au5: Gleich nach der ersten Sitzung , der Streikleitung, an der die MSPD.-Abgeordneten tellnahmen, sei es zu Plänkeleien mit diesen und den übrigen Mitgliedern gekommen. Ebert habe eine Aenderungder Streikforderung und eine paritätische Besetzung der Streikleitung beantragt Aus den übrigen Aussagen der Zeugen ist noch zu erwähnen, dah Ebert an de c Sitzung in der Treptower Küche teilnahm, in der das bekannte Flugblatt an Die Arbeiterschaft Berlins beschlosicn wurde. Ein Widerspruch gegen die Fassung des Flugblattes sei nach wenigen, von Ledebour veranlaßten Aenderungen von keinem Teilnehmer der Sitzung vorgebracht worden. Eckart sagt toeiter folgendes aus: Am 1. Februar fand eine Sitzung Der Streikleitung am Reuen Tor statt Ebert und Scheidemann sanden sich ein. Man konnte aber Heraussühlen, dah die Herren von der MSPD. mit uns nichts zu tun haben wollten. Sie suchten ganz offenbar nach einer Lösung des Verhältnisses mit uns. Sie haben sich auch bald verabschiede. Der Tschekaprozetz. Leipzig, 24. März. lWolss.) In Fortsetzung seiner Vernehmung führt der Zeuge Untersuchungsrichter Landgerichtsdirektor Dr. Vogt zum Beweise, dah es sich 1923 nicht um einen Verteidigungskampf zum Schutze Der Republik, sondern um einen Kamps z u ihrer Beseitigung handelte, verschiedene Schriftstücke an, Die in den Parlamentsbureaus der K. P. D. gefunden wurden, so Schriftstücke über eine Revolutionierung des Verkehrs. Aus einer Reihe von Heften gehe hervor, dah alles in der Partetaus ein bewaffnetes Losschla- gen eingestellt gewesen sei. Anderes Material bestätigte die Aussagen Reumanns, dah der Ordnungsdienst im wesentlichen zu einer m i - litä rischen Organisation geworden war und den GrunDstock der Roten Armee bildete. Ein besonders reichhaltiges Material hierüber sei In Bayern gefunden worden. Auch Be° wrise für einen Individualterror lägen vor, so in einem Artikel von Centn „Der Moskauer Aufstand von 19)5" sowie in einem weiteren Aufsatz über den Partisanenkrieg. Der An- fleflagte M argies versuchte, ihn anzulügen. Bei einer Gegenüberstellung mit Rcumann habe er aber bis auf geringfügige älnterschiede Die AngabenReumanns bestätig Der Angeklagte Huke habe bei einer Gegenüberstellung Mit Reumann bestätigt, dah dessen Angaben richtig feien. Huke selbst habe zugegeben, gewußt zu haben, dah es sich um die M.-Orgamsation handelte. Der Rame „Wols" für Helmut wurde durch Hule von sich aus erwähnt. Ebenso habe er zu- gegeben. dah Skoblewsly mit Wolf und Helnntt identisch fei. Der Zeuge erklärt weiter, an Den Angriffen in der Öffentlichkeit, er habe Die Angeklagten Diener und König als Spitzel benutzt, sei kein wahres Wort. Er habe es auch stets abaelehnt, sich über die Spiheltatigkett der beiden Angeklagten unterrichten zu lassen. Die Opposition gegen das Kabinett Ulrich. Dingeldcys Erklärungen im Hessischen Landtag. D a r m st a d t 24. März. (Eig. Der.) Wie wir chon in einem Teil unserer gestrigen Auflage melden konnten, haben die Rechtsparteien Die Wiederwahl Ulrichs zum Staatspräsidenten und die Erneuerung Der Weimarer Koalition mit einer scharfen Kampfansage beantwortet, die der Abg. Dingeldey in folgender Erklärung zum Ausdruck brachten Die Mitgliedervereinigung des Hessischen Bauernbundes, Der Deuts che n Volks- Partei und der Deutschnationalen V o l k s p a r t c i geben zur Regierungsbildung in Hessen folgende Erklärung ab: Die Tatsache, dah aufs neue eine Regierung aus Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrum, also die alte Weimarer Koalition zustande gekommen ist, muh die hessische Politik auch weiter verhängnisvoll beeinflussen. Dor allem wird durch die Fortdauer der seitherigen Linksregierung die unheilvolle Finanzwirtschaft des hessischen Staates weitergeführt. Der Steuerdruck wächst, der hessischen Wirtschaft werden untragbare Lasten aufgebürdet. Auf der anderen Seite wird der Durchsetzung unseres Beamtentums mit ungeeigneten, lediglich nach parteipolitischen Gesichtspunkten ausgewählten Beamten kein Einhalt geboten. Trotz der Erfolge, die das Zentrum ftir sich und seine Wellanschauung bei dem Wiederabschluh des alten Parteibündnisses glaubt errungen zu haben, hat es die internationale und unchristliche Sozialdemokratie von neuem In den Sattel gehoben. Unser öffentliches Leben, unser Beamtentum, unsere Jugend werden so bedauerlicherweise mit Zentrumshilfe natb und nach mit marxistischem und religionsfemdlichem Gift durchtränkt. In Voraussicht dieser Wirkung eines abermaligen Abschlusses Der Weimarer Koalition in Hessen, waren der Hessische Bauernbund und 5ie Deutsche Dolkspartei gewillt und bereit, m i t Dem Zentrum eine Regierung der staatsbürgerlichen Parteien zu bilden. Wenn nun die Sozialdemokratie und die Demokratie wiederum bedauerlicherweise nur durch Zentrumshilfe Die Führung Der hessischen Politik maßgebend bestimmen, so lehnen die Drei Mitgltedervereinigungen vor dem Lande die Verantwortung für die -ersetzenden Fot- Ben dieser Tatsache ab. Möglich war diese ntwicklung nur deshalb, weil sich die demokratische Partei, wie im Reich, so auch in Hessen ausscHiehlich als fügsames Bd e r k - zeug der Sozialdemokratie erwiesen hat. Die Drei Mitgliedernereimgungm werden deshalb mit allen verfassungsmäßigen Mitteln die baldige Auslösung des Landtage- und die Herbeiführung von R e u w a h l e n betreiben. Sie verweigern der Regierung das Vertrauen und sagen ihr in sachlic^r, aber entschlossener Opposition entschiedenen parlamentarischen Kampf an. Kleine politische Nachrichten. Die Rotwend gleit, mit mehreren Staaten gleichzeitig HandelsvertragsverhaiBlungen zu führen, hat es zweckmäßig erscheinen lassen, eine besondere interministerielle Stelle für die Bearbeitung der Handelsverträge zu schaffen. Durch Deschluh der Reichsregierung wurde daher aus Den Staatssekretären des Auswärtigen Amts, des Reichsfinanzministeriums, des R.iHswirischasts- ministeriums und des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ein ständiger handelspolitischer Ausschuß beim Auswä r tigen Aint gebildet. Er hat beson- D .re Vollmachten für die Vorbereitung von Wirtschaftsverhandlungen und für die Instrmerung Der Deutschen Handelsvertragsdelegationen. Die italienische Presse wünscht im Hinblick auf den nahen Ablauf des vorläufigen Wirt- schastsabkommcn mit Deutschland eine Verlängerung des modus vivendi mit einer Bevorzugung landwirtschaftlicher Produkte, wie Tomaten, Drangen, Zitronen, Weintrauben, indem sie auf die Erleichterungen hinweist, die Deutsch, land dem französischen Import dieser Art auf neun Monate gewährt habe. 1 t Präsident Coolidgc hat an den Staatssekretär Kelogg die Anregung gerichtet, nunmehr bestimmte endgültige Vorbereitungsschritte zu unternehmen, um die Grundlinien für eine neue Konferenz zur Beschränkung der Seerüst ungen festzulegen. In diesen Tagen wurden zum erstenmal Die wehrpflichtigen Oberschlesier zum polnischen Heeresdienst einberufen. Der Bevölkerung hat sich eine große Erregung bemächtigt, die sich in antipolnifchen Kundgebungen äußert. Viele der Gestellungspflichtigen sind über die Grenze nach Deutschland geflüchtet, um sich von hier aus ins Ausland $u begeben und sich vor Dem polnischen Militärdienst in Sicherheit zu bringen. In der Rähe von Beuthen sprangen aus einem von Kattowitz kommenden Zuge 50 Rekruten, überrannten Die Grenzposten unD flüchteten querfelDeln auf Deutsches Gebiet. Die Neuwahlen in Aegypten sind auf den 23. Mai und die Wiedereröffnung des Parlaments auf den 1. Juni festgesetzt worden. Wie verlautet, begibt sich Reichskanzler 2 r. Luther heute auf einen kurzen E r • holungsurlaub. » Anfang Juni findet ehre allgemeine Deutsche Leserversammlung in 1 Hamburg statt. ES wirb mit dem Besuch von 15 000 Lehrern aus dem ganzen Reiche geregnet. Im Mittelpunkte Der Tagung steht ein Referat Des früheren sächsischen Kultusministers Dr. Seifert über die „Schule als Kulturgut", Dem sich ein Referat des Berliner Oberlehrers Wolff über daS Thema .Schule und Reich" anschließen wird. Aus aller Welt. Raubüberfall in Berlin. In Berlin wurde eine 23 Jahre alte Kontoristin in der Passage, Die von der Friedrichstraße zu Den CinDen führt, von einem Manne überfallen, Der Ihr ein Dolchrn esser auf Die Brust setzte und ihr eine Aktentasche entriß. Der Räuber war Damit sofort in dem starken Gedränge verschwunden. Die Aktentasche enthielt 6000 Mark, die das junge Mädchen im Auftrage des Reichsblocks von einem Postscheckamt abgehoben hatte, außerdem Briefe an Di. Jarres. Unter den fahrenden Zug. Wie aus Pirmasens berichtet wird, kam auf dem Bahnhof Biebermühle der 44 Jahre alte Händler Josef Wild aus Kaiserslautern, als er auf einen schon in rascher Fahrt befindlichen Zug aufspringen wollte, unter die Räder und wurde auf der Stelle getötet. ©rubenungtüd. Durch her abfallende Steinmassen wurden in einem Schacht der Zeche Diergardt Dem Arbeiter Grebenstein Die SchäDelDecke zertrümmert. Der ToD Des 54 Jahre alten Mannes trat auf der Stelle ein. Tod im Else. Wie aus S t a r s e n bei Rummelsburg in Pommern gemeldet wird, ertranken im Star- jener See die 10 und 13 Jahre alten Söhne Des Besitzers Mischnik, als sie Das schwache Eis des Sees betreten hatten. Die zu Hilfe eilends 19jähr. Schwester der Knaben brach gleichfalls ein und konnte nur unter größten Schwierigkeiten von Rachbarsleuten gerettet werden. Falschmünzer. Rach einer Dlärtermelvung aus flauen« bürg wurde in einem Unterstand eine Falsch- münzer werk statt entdeckt, die ein lljähriger Bursche betrieb. Es wurde eine große Anzahl fertiger Fünf-Markscheine gefunden. Die gefälschten Scheine sind den echten sehr ähnlich, nur das Wasserzeichen fehlt. Einladung nach Philadelphia. Präsident C o o l i d g e hat eine öffentliche Bekanntmachung erlassen, in der alle auswärtigen Regierungen eingeladen werden, an der Internationalen Ausstellung in Philadelphia. die vom 1. Juni bis 30. Rovern- ber 1925 dauern soll, teilzunehmen. Die Ausstellung wird zur Erinnerung an die Unabhängigkeitserklärung vor 150 Jahren veranstaltet. D*3ug Krakau—Warschau entgleist. Bei Rogow ist aus bisher unbekannter Ursache der Schnellzug Krakau—Warschau entgleist. Bier Wagen wurden zertrümmert, drei Personen deS Zugpersonals getötet und zehn Reisende verletzt. Landesverband Hessen des Reichsbundes der givildienstberecht'gten. Der Landesverband Hessen des Reichsbundes der Zivildienstberechtigten hiell am Sonntag in Darmstadt feinen diesjährigen Landesverbandstag ab, zu Dem Vertreter aller hessischen Ortsgruppen und der Rachbarverbände, sowie Vertreter des Reichsbundes erschienen waren. Der 1. Vorsitzende Ruppel begrüßte die Erschienenen und gab den Geschäftsbericht, der den Ortsgruppen schon zugestellt worden war, bekannt. Hieraus ist zu entnehmen, daß als Ursache für das Richtunterkommen der Verso» gungsanwärter der verlorene Krieg, der Ruhrkampf, aber auch die Regierungskrise in Hessen zu bezeichnen sei. Weller seien besonders bet Den Kommunalbehörden noch viele Richtversorgungsberechtigte als Hilfskräfte beschäftigt, obgleich das Hess. Ministerium des Innern schon im Jahre 1919 verfügt habe, daß eine Entlassung der während des Krieges eingestellten Hilfskräfte dringend geboten erscheint, um die Stellen den Versorgungsanwärtern und Kriegsbeschädigten freizumachen. Gegen die Weiterbeschäftigung dieser Leute sei im allgemeinen nichts einzuwenden, soweit sie sich nicht in Stellen befinden, die gesetzlich den Versorgungsanwärtem vorbehallen seien. Es sei deshalb von allgemeinem Interesse, daß in Der Uebersicht über die Zahl der Beamten und Bediensteten Die den Versorgungsanwärtern vorbehaltenen Stellen kenntlich gemacht werden. Der Geschäftsbericht wurde ohne Widerspruch gutgeheihen. Auch der Rechenschaftsbericht wurde genehmigt und Dem Vorstand, sowie dem Rechnungsführer Enllastung erteilt Im Anschluß hieran machte der Vertreter des Reichsbundes sehr bemerkenswerte Mllteilungen über die in Aussicht genommene Aenverung des Wehrmacht- versorgungsgesetzes. Qlacb seiner Information sollen demnächst von dem Reichssinanzministerium wieder einige hundert und von der Post 1500 Dersorgungsanwärter einberufen werden. Es wäre auch ein Unrecht, wenn man die Defor- derungsfperre durch Schaffung neuer Beamten- stellen durchbricht und die große Zahl von De» sorgungsanwärtern, die ihre Befähigung zu einer mittleren Deamtenstelle durch Ablegung einer Vorprüfung bereits nachgewiesen "haben, weiterhin arbeitslos, brotlos und rechtlos lassen wollte Die 'Verhandlungen, die recht angeregt verliefen und nach einer kurzen Mittagspause sich bis gegen 6 Uhr abends hinzvgen, entrolllen erschütternde Bilder des Unglücks, das die gegenwärtigen politischen Zustände mit all ihren Folgerungen besonders für die jüngeren Dersorgungsanwärter gebracht haben. Der Ver - bandstag 1926 soll in Gießen abgehalten werden. Bewölkung wechselnd, Winde auf westliche bis nördliche Richtung drehend, vereinzelt Riederschläge in Form von Schauern, allmählich Temperaturen wieder abnehmend. Der mit feinem Zentrum gestern an der Westküste Rorwegens liegende Wirbel hat sich südlich verlagert, so daß seine Ausläufer vor« übergehend stärkeren E nfluß auf unsere Wettertag.' gewinnen. Jedoch dürften nur leichte Weder- schlage auftreten. Aus Der Rückseite des Wirbels strömt über England wieder kalte Lust südwärts, die auch unseren D zick nach dem östlichen Weiter- ziehen Des Wirbels erreichen dürfte Aus Stadt und Land. Gießen, Den 25. März 1925. " Zur ReichspräsiDentenwahk veröffentlicht Die Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil Die Einteilung Der Ab° stimmungsbez r£e. Die Wahlhandlung beginnt am Sonntag vormittag 9 Uhr. sie endet um 6 Uhr nachmittags. Zur Stimmabgabe dürfen nur amtlich berge)! eilte Stimmzettel verwandt werden. Die int Wahllokal zur Ausgabe kommen. Stimmscheine für solche Wahlberechtigte, Die am Abstimmungstage außerhalb Des Stimmbezirks sich aufhalten, können nur noch bis einscht Freitag. 2?. März, mittags 1 Uhr beim Städ.ischen Wahlamt beantragt toerDen. Räheres in der Bekanntmachung. Erlassene städtische Steuer. Das 6. Ziel der städtischen Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz ist erlassen worden. ** Das neue Schuljahr der Fort» bildungsschule beginnt am 20. April. Räheres in der heutigen Bekanntmachung. Das Schwurgericht f ü r Ober» Hessen hall unter Dem Vorsitz Des. Landgerichts-^ Direktors Kramer vom 30. März 2. April Sitzungen ab. Es kommen folgende Fälle zur Verhandlung: Montag: Anklage gegen Meyer (Gambach) wegen Meineids: Dienstag: Anklage gegen Schäfer und Zöller (Gambach) wegen Meineids; Mittwoch: Anklage gegen Den 2anD- wirt Stumps unD Witwe Albach (HattenroD) wegen KinDesnwrDs: Donnerstag: Anklage gegen Reubig und Balzer wegen Brandstiftung. ** Telegraphische Ueberweis un -- gen im Verkehr mit Danzig. Dom 1. April an können von einem Postscheckkonto in Deutschland auf ein Postscheckkonto in Danzig und umgekehrt Ueberweisr.ngen in unbeschränkter Stelegraphisch ausgesühri werden. Die Gern sind die gleichen wie für telegraphische Überweisungen des inneren Verkehrs. ** Oie Werbungskostenbei Kriegs; beschädigten. Die bereits früher gegebenen Richtlinien über die Zulassung höherer Werbungskosten bei Kriegsbeschädigten gelten auch für 1925. Das gleiche gilt auch für die Zivilbeschädtaten (Invaliden usw.). Zur Beseitigung von Zweifeln wird Darauf hingewiesen, daß den Kriegsbeschädigten (und entsprechend auch den Zioilbeschädigten), die um mindestens 30 Prozent in ihrer Erwerbsfähigkeit beschränkt sind, eine Erhöhung des steuerfreien Lohnbetrages nach dem Prozentsatz der Erwerbsbeschränkung zuzubilligen ist. Das gleiche trifft auch zu für Kriegsbeschädigte, die Landwirte, Gewerbetreibende oder Angehörige der freien Berufe sind. -"Warnungvoreinem Schwindler. Der Polizeibericht meldet: Am 13. März war hier in einer Wirtschaft ein angeblicher Reisender Albert Fendel, der angeblich für eine Tuch- firma in Aachen reifte und Stoffmuster bei sich führte. Cs fanden sich auch zwei Gäste, welche Stoff für je einen Anzug bestellten. Jeder der Desteller muh 5Mk. anzahlen, die Lieferung des Stoffes innerhalb 8 Tagen wurde ihnen zu- gesichert. Der Mann hat dann den neuen Kunden eine Bescheinigung und einen Lieferungsschein über Die geleistete Anzahlung und B stellu g ausgestellt. Hierzu benutzte er ein GeschästSformular und eine Karie mit dem Aufdruck der Firma M Orenstein, Großhandlung für Tuche, Buckskin und Manchester, in Hannover. Eine Anfrage an Die genannte Firma ergab, daß Die Bestelle, einem SchwinDler in die Hände gefallen waren Dem es nur darauf ankam. die Anzahlung zu erhalten. Das Publikum wird hiermit vor diesem Menschen gewarnt und ersucht, zur Festnahme desselben beizutragen. **" Erledigte Schulstellen. Erledigt sind je eine Lehrerstelle für einen -evangelischen Lehrer und eine evangelische Lehrerin an der Volksschule in Klein-Linden, Kreis Gießen. Dienstwohnungen sind vorhanden, die Wohnung für den Lehrer ist zur Zell noch nicht frei. RDD. Schonendere Zollabsertl' a u n g. Die Zolluniersuchung auf Den Grenzbahn. Höfen traf Die Schlafwagenreisenden besonders hart, wenn der Grenzübergang in spater Nachtstunde erfolgte. Die darüber erhobenen Klagen haben den Reichsminister der Finanzen zu einer Milderung der Bestimmungen veranlaßt. Grundsätzlich sollen die für die Reisenden mit der Grenzabfertigung verbundenen Unbequemlichkeiten soweit eingeschränkt werden, als es die Wahrung des öffentlichen Interesses gestattet. Insbesondere wird die Prüfung des Handgepäcks der Schlafwagen- reisenden nur auf einzelne Wagenabteile zukünftig beschränkt bleiben und nur von den Reisenden der zu prüfenden Abteile sind aufgefordert worden, daß sie für die Zeit der Zollabfertigung die Betten verlassen können. — Transitreisende, die als solche sick ausweisen können oder ausaewiesen werden, sollen bei den Abfertigungsmaßnahmen besondere Berücksichtigung finden. RDD Ermittelung Der Fahrgeschwindigkeit eines Zuges. Ost hört man auf Der Eisenbahn Die Frage aufwerfen, mit welcher GeschwinDigkell Der benutzte Zug im Augenblick fahren mag. Dei Beobachtung Der K lomctersteine ist es an Der Hand Der Uhr wohl möglich. Die Frage zu beantworten. Doch gehört zu Dieser Feststellung bei D;m schnellen Dorüberfliegen an Den Kilometersteinen, Die man oft verpaßt, schon eine gewisse Hebung. Auf ein erheblich einfacheres Verfahren verweist Der R'ichSbahnD rektionspräUDent von Käß. Regensburg. in Dem amtlichen Rachrichtenbkatt ..Die Reichsbahn". Er legt für Die Berechnung Die Anzahl Der befahrenen Schienenstöße zuqrunDe und kommt Damit zu einem Durchaus brauchbaren unD in Den meisten Fällen auch ausreichenDen Ergebnis. Vorausgeschickt muß Debet werden. Daß auf den wichtigeren Hauptb.abnstrecken entweder 12 oder 15 Meter lange Sck enen verlegt sind. Ermittelt man nun in 10 Sekunden beispielsweise 15 Schienenstöße, so ergibt sich bei Annahme von 12 Meter langen Sch enen das Rriullat für die Minute 15.12.6 und für Die Stunde 15.12 Meter.6.60 = 64.8 Klometer oD’r bei Annahme von 15 Meter langen Schienen 15.15 Meter. 6.60 = 81 K lometer ©tun- Dengeichw'nD gkeit. Da so hohe Geschwindigkellen wie Die letztere zur Zeit kaum erzielt toerDen, würde Die Schtenenlänge richtiger nur auf 12 Meter anzimehmen sein. , Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. StaDttheater: 63/- iÜhr „Der BettelftuDent". — Rrichsblock: 81 ; Ähr Turnhalle (OStoalMgatten) öffentliche Wählerversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Lotosblume. — Aus Dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es fei darauf hingewiesen, tue y"? M\a“ mit iHarter lSt" -Sesus ZK Äfc** JÄ& * ML bis zu den 0ue qedrungrn ist- '■ SelMlebtem u Geschichte d-s L die jüngste Derg Bekni" Betrifft: Die W° Für die M die Stadt Viehen berg und Hemm mrnigsbezirke ein Mchaße (W Mer "Röbgerweg Am MMtrn Mh r (8), An deriZohaiMsKi'" Annnödrr Weg »er Bach (1), % weg (9), Bahch Bismarckstrahe 'Branbgajje (16 M (16), 'S straKr(8),BM Burggraben (1) Me(2),Diej(l Dreihäusergasse firahe (2), 3n weg (14), LrdKc Frankfurter Sl Gabelrbergersli Bartenstroße ( Straße (13, ® straffe (12), S stroße (6), (Bnt He (5), An W (VI), hey SchichgLüensH mancher (8), strotze (9), 3it strotze (18), Kais .Kaplaneigasse Katharinengajs Kirchenplah (1 straße (8), k Platz (17), kr strotze <5), ßaii Philipp-'ptah 2eibgefkrner Leisingstraße । bebigstrahe (9 platz(l),InLöb CotDenqaffe (17) chtzG-Lud-vi Ma>gosse (17), Morkibubenstrc ™i'taae (1) strotze (15), Mg S°!sesö),Aahiul Kuenlveg(18), Oi|a"l-ige(15j, Pfad (10), gj Str°tzefl),Am! -oanögafjg (5), berg mit ®,e9(!3).Sd)iU SMMe (4) steche (16), y Stein® Suöanfage stz -tiefenroeg (5) A^erstraße (2) Aestanlage (6)‘ 5®6e(l), Wisse 3mQrer Sira EFonstraße (9) 9flto Boje' ME 3 4^? , Mnn KZ 5 in «N- e;" So ’ Land. 5*ölS** &*£<»( 4t uft*®’ ‘ifcf.nL6 H- Mt 5ffi«*2S Lk-7'K nÄ®5. ***Uä*5 1 bt dtzr e für o6 KM ÄJ: Änllag b?ö •fc , Brandstiftung. Dnn^'lun. S&nnS «Wto 'n Smria f *" “NÄStt L tocrbzn. M frn-bei Sriegs; früher gegebenen höherer Werbunas- !lten auch für 1925. iDilbe|d)äbigten (3m von Zweifeln wird firieosbt'fdjüö/gten wloeschädigten). die hrcc Elwerbssahia- rng bes fteuerfreten üfatz der Erwerb- 15 gleiche trifft auch anbmitk, (Bewerbe- freien Bernie sind. emSchwindler. 113. QHäii war hier lgMch« Reisender rblich für eine Tuch- Sloffmufter bei sich zwei ®äfte. welche esiellie». Jeder der :n, die Lieferung bei t wurde ihnen zu- uut den neuen Äun* inen LieserungSscheiu und T* ftellu g qu6- :ia VeschäilLioancku 2Iufbrud bei Firm für Tuche, Guckslü, r. Sine Zn frage an öafj die ‘SeftcÜo xbe qefaUzn waren it An'MMg zu et» > hiermit vor bideo uchi, jur Feftnahm »lstellen. Erledigl r einen evangeliichnr hc Lehrerin ar. der en, Kreis anbcn, die Dehnung noch nicht frei. c Zollabferti' auf den Oren Mn- nreifenben besonders ng in ipalcr W r erhobenen Klugen Finalen zu einer ; tuA ®<* ni»n mit t»r ®«* hequemlichleilen I» ttdieMEgder t. ansbefonbe« w« 5 der SchlafE QSenabteile ,0nben Me* * r.,;orhert worben, büß IW0, f Betten vck SftSft* n« 6eL oft W ■?. Uz- "Ufern#6 3"« 5 * ^**1$ I «Äi!* ■nt®°x cnr(on Dsrüb^ ««n * -steinen, ou- 3uf ein ih ^5d>.;»22 fahren H-M ^■cn^^L'^ren lang^ für lang^ grün' ®aC vae primge zuirnurrunfl deS .'Bettel« A uv ent", mit den bekannten (Säften von der frankfurter Oper, die letzte Aufführung der belebten Operette überhaupt ist. — Oeffentliche Wä h lervers am m- kuna. Die heute. Mittwoch, abend in der Turnhalle (Stttnstrahe) ftattfindende öffentliche Versammlung des Reichsblocks beginnt pünktlich 8> t Uhr Landtagsabg. Scholz^ Mairu spricht über die Reichspräsidentenwahl. vückertisch. — Jef u< der Jüngling Don Wilhelm .Scharrelmann. (Le in en band 4 Mk. Der lag von Quelle u. Weher. Leipzig., Wit einer geradezu traumhaften Sicherheit malt Scharrelmann einen Zyklus wundersamer Dilder, die er mit einem rankenreichen Ornament umgibt und vereinigt, dichtet da- Hobelied auf einen Jüngling, der Wunder und Zeichen vollbringt und künftiger Sendung Gröhe in sich trägt, den sie Jesu heißen, den sie einst Christus, Heiland. Messias nennen. Merkwürdig bezwingend ist das Buch geschrieben', man kann es nicht von sich schieben. Vielleicht, weil es so wunderbar schlicht und einfach ist. Ein zarter Dust liegt über dem Ganzen. 157 Zu den wenigen Deutschen, die die Welt in ausgedehnten Gebieten nicht nur gesehen, sondern auch zu ihrer Erforschung beige tragen haben und e- verstehen, von chren zahlreichen Reisen frisch und ünterhaltend zu erzählen, gehört der bekannte Dr. A. Verger. Gr hat jetzt im Volks- verband der Bücherfreunde (Wegweiser-Verlag. Berlin) ein neues Buch veröffentlicht: „Der heilige Ril". rn dem er schildert, wie er selbst als Jäger, Arzt und Forschungsreisender bis zu den Quellen deS heiligen Stromes vor- flebrungen ist. Jn spannendem Auf und Ab von Selbst erlebtem und Erlesenem weih er die ganze Geschichte des Landes von den Urzeiten bi- auf die jüngste Vergangenheit aufzurollen. Gr erzähll von den Sspedtttvnen, nte schon die Romer unternommen haben, um die Quellen des Rils zu finden: er berichtet von der Tätigkeit Emin Pa- schas. von den Leiden Slatins, von der Herrschaft des Mahdi. Aber immer wieder unterbricht er diese geschichtlichen Rückblicke durch eigene, zum Teil auch humoristisch gefärbte Srlebn.sfe. Das schön in Halbleder gebundene Buch ist mit 16 Einschaltbildern nach eigenen, Aufnahmen des Verfassers geschmückt. — De r Goldhunger war einer der stärksten Antriebe zur Erforschung der Erde. Die Rachrichten, die Marco Polo und andere Reisende seit den frühesten Zeiten des Altertums bis inS Mittelalter hinein von den Schätzen Cathays (Chinas) und Cipangus (Japans) heim- gebracht haben, Wieben lebendig Als Kolumbus für die Spanier das neue Jndien erreicht hatte, zogen auch die Portugiesen in der ihnen vom Papst zugewiesenen Grdhälfte auf EroberungS- züge aus. Einer der hervorragendsten Seehelden des Heinen Volkes war Dasc o da ® a m a, der zum erstenmal die ©cctxrrbinbung Westeuropas mit Ostindien herstellte Jn Band 13 der Sammlung .Reisen und Abenteuer" des Verlag- Brockhaus hat Privatdozent Dr. Hans Plischle die wichtigsten zeitgenössischen Berichte über die Reisen Vasco da Gamas unter Bern Titel .Der Weg nach Ostindien" (geb. 2,50 Mk, In Ganzleinen 3,20 Ml.) herausgegeben. Der Band ist reich mit wertvollen zeitgenössischen Abbildungen auSgestattet und mit einer interessanten, Einleitung über die weltpolitische Bedeutung der Ostindienfahrt Vasco da Gamas versehen. Es ist ein grvher Genuh, sich in die naiv erscheinende Darstellung eines Teilnehmers an der grohen Fahrt zu vertiefen. Man sieht, bah Der Berichterstatter der Wahrheit dient und dah er sich in den fernen Ländern wacker umgesehen hat. soweit eS die ost stark zutage tretende Feind- seligieit der Bewohner erlaubt hat. Wie es in Kolonien schon vor Jahrhunderten zuging, liest man an zweiten Teil des Buches, in dem die Herrschaft Vasco da GamaS als DizeLnig von Jndien nach einem zeitgenössischen Bericht un- geschmrntt dargestellt ist. 173 ' Von dem Schaffen eines der größten deut- scheg Verlag-Häuser gibt ein schmales schön auS- gcftatteteB Bändchen: Dr. G Lüdtke: Der Verlag Walter deGruhter u. Co. (Berlin 1924) interessante Kunde. Wie der Verlag au- der Verbindung sechs an sich schon bedeutender Verleger zusammengewachsen ist, so umfaht auch heute noch das Arbeitsgebiet de- DerlageS die verschiedensten Zweige der Wissenschaft. Genannt seien nur die bekannte Sammlung Göschen, Debios Geschichte der deutschen Kunst, die Gutten- lagsche Sammlung Deutscher Reichsgesetze oder die großartigen archaeologischen Werke deS Verlages Reimer. Veit- naturwissenschaftliche Der- lagswerke neben zahlreichen gelehrten Zeitschriften. im ganzen ein bedeutsamer Querschnitt deutschen Geisteslebens. 1582 — We st deutsche Monatshefte, Kurt Schröder Verlag. Sonn. Das dritte Heft dieser ausgezeichneten Reihe bringt im Zusammenhang mit der Jahrtousendseler der Rheinlande eine gute 'Arbeit des Stadtarchivdirektors Geheimrat Prof. Dr. Hansen -Köln „Rheinland und Rheinländer . Die miltelrheinschen Dome als Denkmäler deutscher Geschichte bespricht der Frankfurter Prosessor Geheimrat Dr. Kautzsch: der feinsinnige Düsseldorfer Dichter Karl R ö 11 g e r schreibt eines seiner visionären Dramen Richmuch von Aducht. Rundfunk-Programm des Frankfurter LeuderS. (Aus der »Radio-Umschau".) Donnerstag, 26. März: 10.45 injt: Wittschastsm.ldungen. 11.55 Hör: Zeitangabe. 12 Uhr: Rachrichtendlenst. 3 Uhr: Wirtscha.tsmeldungen. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldun- aen. 4.20 Hbr. Rachrichtendienst 4 30 bi« 6 Ubr: Rossrni-Rachmittag des Hausorchefters. 1. Ouvv türe z. Opei .Aschenbrödel" 2. Phantasie a. d Oper .Wilhelm Toll". 3. Arie a. d Oper „Wil Helm Teil". 4. Ouvertüre Oper „Othello". 5. Phaniasie a. d. Over „Der Barbier von Sevilla". 6. Arie deS Figaro a. d Oper „Barbier von Sevilla" 7. Ouvertüre z. Oper ..Die Jtalienerin in Algier". Mitwirkung Pr O Bacher (Bariton). — Am Flügel: Dt. Reinhold Merten von der Frankstlnei Oper 6 Ubr: Wirtschastsmell düngen. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lefestunde (Au. fernen Ländern): Aus bem Werk: .Eskimoleben' von Frithjot Rallen. 6.30 bis 7 Übt; Steno graphischer Foribildungstursu» rür alle Shstemc (Diktat von 80 Silben auftnäit«) 7 Llhr :Wirt- schallsmeldungen. 7 bis 7.30 Ahr: Deutsche Thcatergeschichte II". Vortrag von Johannes Trallw, Oberregisseur am Franlsurter Schau- spielhauS. 7,30 biS 8 ilbr: Funkhochschule. Vortrag von Prof. Küntzel „Aus. der Gllchichte der deutschen Untcmcbmcrtumd". 8,30 bis 9,30 Ubr Kammrrmuflkabend 9,30 Al&r: Rachrlchtendienst Wettermeldung, Sportbericht. 10 b:S 11 Ahr Sine Rheinfahrt mit Wein. Weib und Gelang verfaht von Jos. GareiS (verbindender Tert mb neuen Liedern). Kirchliche Nachrichten. Evangel'.fche Gemeinden. Mittwoch, den 25. Marz, ab ndS 6 älhr, Pas- stonSgottesdienst in der Stadtkirche. Korpulenz macht alt, verunstaltet die Körperformen und ist auch uiv gesund. Wir raten Korpulenten und allen zum Starkwerden Veranlagten, in derRpotheke 60ober30 Gramm echte Toluba-Kerne zu lausen, die unfchäd- liche Stoste von settzchrcnder Wirkung enthalten. Sicher: Universitäts-Apoth. „Zum goldenen Engel". Bekanntmachung. Betrifft: Die Wahl des Reichspräsidenten. Für die Wahl des Reichspräsidenten ist die Stadt Giehen mit Gemarkung Schiffen- berg und Herrnwald in folgende Äbstinv mungsbezirke eingeteilt: Alicestratze (Abstimmungsbezirst Rr. 18), Mter Rödgerweg (15), Am Kugelberg (14), Am Pfarrgarten (5), Am Steeg (8), Am Weih r (8), An den BahnhSfen (8), An der Fohanncskirche (18), An der Warte (10 , Anneröder Weg (14), Asterweg (2), Auf ber Dach (1), Auf der Weisterdc (9), Aul- weg (9), Dahnhofstrahe (6), Dcrgstratze (11), Bismarchstrahe (13), Dlelchstrahe (12), Brandgasse (16), Brandplatz (16), Brau- gaffe (16k Bruchstrahe (11), Buchner- straffe(8), Buddestratze(7>, Bückingstrai;e(4), Burggraben (l), Trednerstraffe (8>, Damm- straffe (2), Diezstraffe (16), Doeringstraffe(14), Dreihäusergaffe (16), Tbelstraffe (9), Lder- straffe (2), 3n den Eichqärten (14), Eich- weg (14), Erdkauterweg (9), Erlengaffe (16), Frankfurter Straffe (7), Friedrichstrahe (7), Gabelsbergerstraffe (5), Gaffkystraffe (8), Gartenstrahe (11), Georg - Philipp - Gail- Straffe (13, Glaubrechtstratze (8), Gnauth- straffe (12), Goethestraffe (12), Graben- jtröffe (6), Gntenbergstraffe (13), Hamm- [trübe (5), An der Hardt (3), Hensel- straffe (12), Heffenstrahe (13), Hinter den Schieffgärten (3), Hillebrandstrahe (8), Hof- mannstraffe (8), Hundsgaffe (1), Ihenng- straffe (9), Dm Gartfeld (2), Iobannes- straffe (18), Kaiserallee(15), Kanzleiberg(16>, Kaplane'gaffe (16), Kaplansgaffe (18), Katharinengaffe (18-, Keplerstrahe (13), Kirchenplatz (1), Kirchstraffe (1), Klinik- ftratst (8), Kornblumengaffe (5), Kreuz- platz (17), Krofdorfer Straffe (3), Laon- straffe (5), Landgra.eustrabe (16), Landgraf- Philipp Platz (16), Landmannstrahe (13), Leilgesterner Weg mit Bergwerk (9), Leisingstraffe (12), Licher Straffe (14), Liebigstraffe (9>, Lindenqasse (1), Llnde i. platz(1), DnLüdersHos (5), Löberstraffe(11), LSwengasie (17), Lonystraffe (12), Ludwigs- plgtz (10), Ludwigstraffe (10), Mäusburg (17k Maiga sie (17), Marburger Straffe (4), Mark:! ubenstraffe (16), Marktplatz (1), Marktilraffe (1), Mntelweg (8), Moltke« straffe (15), Mühlstraffe (5), Kleine Mühl- gasse(5),Rahrunqsberg(13),ReuenBäue(16), Neuenweg (18), Rustadt (5), Nordanlage (3), Ostanlage (15), Plockstraffe (18), Am Niegel- pfad (10), RUtergasie (17), Rodheimer Straffe(3), AmRodberg(4), Roonstra ,c (14), Sandgasie 5), Schon;enstraffe (5), Schiffenberg mit H.rrnwald (13), Schiffcnberger Weg(13), Sch.llerst a;e(2), Schloffgasie (16), Schottstraffe (4), Schützenstraffe (3), Schul- ftrahe (16), Selierswcg (17», Senckenberg- stratze (16), Sonnenltrahe (16k Steinstr. (4), Groffer Stcinweg (14), Stephanstraffe (11), Südanlage (18), Teufelslustgüttchen (17), Tiefenweg (5), Trill rgaffe (16), Wagen- qaffe(16), Wa lltorstraffc (1), Weidcngasie (16). W^'erstra e (2), Wcstanlage (6), Hinter der Westanlage ( >, Wektergasie (17), Wetzlarer Weg (8), Wetzsteingasse (1). Wetzstein- straffe (1), Willecker Weg (4), Wiesenstr. (15), Wlffmarer Straffe (3), Wtlhelmsttaffe (16;, Wilsonsiraffe (9), Wolfstraffe (13), Wolnen. gaffe (17), Zozelsgasie (1). Die Abstimmungs- (Wahl-) Räume be- finden sich: ... Für Abstimmunasbezuk: 1 im alten Rathaus. Marktplatz 14 - Itauunasfaal — Abstimmung^- (Wahl.) Dorsteh:r: Spengler- und DnstaHations. meister RudolsRödiger:stelloettreter: Kaufmann Louis Scharmann, 2 im städtischen Dienstgedäude Asterweg 9 - Zimmer Nr. 3. Wahlvorsteher: Fabrikant Karl Siü&ratb, Stellvettreler: Stadtbauinspektor Adam Wettläufer: 3 im E -w-rbehaus Kirchstraffe 16 - Saal la. Wahlvorsteher: Derwaltungs-Inspek- tor Karl Reitz: Stellvertreter: Kaufmann Julius Rothschild; 4 im Schulhaus Schillerstraffe 8 - Turn- Halle. Wahlvorsteher: Stadtverordneter ©g. Kling; SteuVertreter: Stadtverordneter Heinrich ®ettmann; S im Alten Schulhaus Neustadt 61. Wahlvorsteher: Kaufmann Ernst Krause; Stellvertreter: Kaufmann Edgar Dorrmann; 6 im Schulhaus Westanlage 43 - Turn. Halle. Wahlvorsteher: StadtverordneterL e o - pold Mayer; Stellvertreter: Stadtverordneter Ioh. Loh; 7 in der allen Klinik Liebigstraffe 16 — Zimmer Nr. 18 - (Eingang Hauptportal, links. Wahlvorsteher: Stadtbauoberinspektor Peter Grobe; Stellvertreter: Kaufmann Karl Seibel; 8 in der alten Klinik Liebigstraffe 16 - Zimmer Nr. 15 - (Eingang linker Flügel. Wahlvorsteher: Kaufmann Adolf Sudheimer; Stelloerireter: Lokomo- tioführer Emil Niederhausen; 9 in der alten Klinik Liebigstraffe 16 - Zimmer Nr. 10 - Eingang Hauptportal rechts Wahlvorsteher: Regierungsbaurat Friedrich Kuhlmann; Stellvertreter: Kaufmann Siegmund Fuld. 10 im Realgymnasium Ludwigstraffe 11 - Turnhalle. Wahlvorsteher: Reallehrer Ludwig Hebermehl, Stellvertreter: Kaufmann Ludwig Lembke; 11 im Stadthaus Bergstr 20 - Zimmer Nr. 6. Wahlvorsteher : Stadtverordneter Heinrich Höhn, Stellvertreter: Landgerichtsrat Adolf Irümpert; 12 im tzandelskammergebäude Lonystr. 7 - Sitzungssaal. Wahlvorsteher: Stadtoerordn. Ernst Rumpf, SteHoertretcr: Kaufm. Jakob Heilbronner; 13 in der Oberrealschule Stephanstraffe 12 - Konferenzzimmer. Wahlvorsteher : Stadtverordneter Hermann Schmid t, Stelloerireter: Kaufmann Hans Grieb; 14 im Israelitischen Gemeindehaus Lonystr. 4. Wahlvorsteher: Stadibauinspektor Georg Pairan, Stellvettreler: Stadtverordneter Joseph Maier; 15 im Iustizgebäude Ostanlage 15 - Saal Nr 18im Erdgeschoff - Eingang Südselle Wahlvorsteher : Stadtverordneter Theodor Schwieder, Stellvertreter: Derwaltungs - Amtmann W i l-h e l m Rothamel; 16 im R^gierungsgebäude Landgraf-Philipp. Platz 3 - Sitzungssaal. Wahlvorsteher: 'Verwalter Wilhelm Riebel, Stellvertreter: Univ -Dcrw.- Oberinspektor Theodor Kehler; 17 im Hotel Prinz Karl, Seltersweg 40 - Hinteres Sälchen. Wahlvorsteher DermesiungsJnspektor Karl Weith, Stellvertreter: Stadtverordneter Georg Appel. 18 im Stadthaus, Gattenstrahe 2 - Zimmer Nr. 7. Wahlvorsteher. Kaufmann Max Hammerschlag, Stellvertreter: Kaufmann Ernst Dinslage. Die Wahlhandlung (Abstimmung) finde! am Sonntag, den 29. März 1925, von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags ' statt. Zur Stimmabgabe dürfen nur amtlich hergestellte Stimmzettel, die alle zu- gelassenen Wahloor chläge enthalten und ausschliefflich im Wahllokal zur Ausgabe kommen, verwandt werden. Die Stimmabgabe geschieht in der Weise, daß der Stimmberechtigte durch ein Kreuz, das er in den auf dem Stimmzettel aufgedruckten kleinen Kreis setzt, oder durch unterstreichen oder in sonst erkennbarer Weise kenntlich macht, welchem Anwärter er feine Stimme geben will. Die amtlichen Stimmzettel erhalten ferner ein freies Feld, in das der Stimmberechtigte einen anderen Anwättrr eintragen kann, wenn er deinem der Dor- geschlagenen seine Stimme geben will. Stimmzettel, die mit sonst gen Vermerken oder mit Vorbehalten versehen sind, sowie nicht am - lich hergcstellte Stimmzettel sind ungültig. Die Ausgabe der amtlichen Sttmmzettel erfolgt im Abstimmungsraum unter gleich, zeitiger Aushändigung eines amtlichen Wahlumschlags. Stimmscheine, die nach § 9 der Reichsstimmordnung für besondere Anlässe aus- gestelll werden (z. B- wc n der Stimmberechtigte aus zwinoenden Gründen am Abstimmungstag aufferhalb seines Stimm- bezirks sich aufhält), können > ur noch bis emschliehlich Freitag, den 27. März 1925, mittags 1 Uhr, beim städtischen Wahlamt - Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer Nr. 14 - beantragt werden. Es ift unterlagt, duff in den Zu- und Eingängen der Wahllokale Plakate irgendwelcher Art (Wahlaufrufe usw.) aufgehängt werden. Gießen, den 25 März 1925. Der Oberbürgermeister. ___________F. D. vr. Seib. 30208 Beknnntulnctznng. Das 6. Ziel der städtischen Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz wird erlassen. Gießen, den 23. März 1925. (30398 Der Oberbürgermeister. Keller. Betannrniachnug. Das neue Schuljahr beginnt für die hiesige Fortbildungsschule am Montag, dem 20. Lpril 1925. Die Anmeldung der in die Fortbildungsschule neu eintretenben Schüler und Schülerinnen hat an diesem Tage, vormittags 8 Uhr, zu erfolgen und zwar: 1. für die Allgemeine und Kaufmännische Abteilung in der Alten Klinik, Liebig- strahe 16, 2. für die Mädchen-Mteilung im Schul- Haus. Aeustadt 61, 3. für die Gewerbliche Abteilung in dem Gewerbehaus, Kirchsttaße Giehen, den 24. März 1925. 30408 Stadtschulamt. J. D.: Or. AlleS. A.MW,MSMle 3052 D Telephon 924 Mühlstratze 33 Am 30. März geht mein iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiHiiiiimiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiinijioiiiiiiiiiiiiiiiiimiii von Wiesbaden leer nach Giehen. - Desgleichen am 31. März leer von Lindenfels nach Gießen. - Am 4. April leer von Aizey nach Giehen. Mitte April leer von Heidelberg nach Giehen zurück. (Rllfor rtHor Olri können auch von in der Nähe gelegenen U'tvt Orten wie Mainz, Darmstadt, Frankfurt usw. mitgenommen werden. - Ferner führe ich alle £tfflHrten8l$Ätl-Ir8iwtt in und außerhalb Gießens zu billigem Preise aus. Mit Kostenanschlägen stehe gerne zu Diensten. Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie an dem Weg von Allendorf (Lumda) nach Allertshausen hinter dem Ziegenberg liegt bei dem Post» amt in Londorf (Oberhessen) von heute ab 4 Wochen aus. 3042 D Gießen, den 24. März 1925. Telegraphenbauamt. faäMs pffle Itafn A. Fischer & C. Holzmüller Nutz-undVrennholz- Verfteigerung. Freitag, den 3. April 1925, vormittags 97, Llhr, in der Krugschen Wirtschaft zu Oltzenhain, aus den Forstorten Vorderster Winlelkopl, Schmidtbusch 1, 2 und 3, Sauplatz, Seilbach 2. Heegberg 1, 2, 3, Gr. Fii.kenwald, Simmelberg 4, 5. 6, 7, 8 und 10 der Försterei Atzenhain: Stämme, Eichen: 2 Stück 2. ÄL — 2,23 Fstm., 9 Stuck 4. Kl. - 7 Fstm., 14 Stück 5. Kl. - 8 Fstm., 21 Stück 6. Kl. — 8 Fstm. 4 Buchen 1. - 4. Kl. --- 5 Fstm. 8 Hainbuchen 4. und 5. Kl. — 4 Fttm. 8 Kiefern 1, 2, 3. und 5. Kl. — 9 Fstm. Fichten: 1 Stück 2. Kl. -- 0,69 Fstm., 4 Stück 3. Kl. = 8 Fstm., 9 Stück 4 Kl. = 14 Fstm, 14 Stück 5a-ÄL = 11 Fstm., 42 Stück 5b-Äl. — 14 Fstm. 86 Stück Fichtenderbstangen — 5 Fstm. Oluh» scheiter, Rm.: 6 Sichen (rund — 2 und 1 25 Mtr. lang), 30 Fichten (3 Mtr. lang). 6 Rm. Fichtennutzknüppel (3 Mtr. lang . Sern er Brennholz: Scheiter, Rm.: 293 Bucken, 6 Hainbuchen, 50 Eichen (hiervon 36 Rm. rund, 4 Birken. 4 Kirschen (rund), 2 Aspen, 20 Kiefern (rund), 52 Fichten (meist rund). Knüppel, R.: 106 Buchen, 35 Hainbuchen, 37 Eichen, vier Kirschen. 6 Erlen, Aspen, 10 Kiefern. 47 Fichten. Reisig. Rm.: 620 Buchen (teils Etammreisigi. 68 Eichen, 16 Kirichcäume, Erlen, Aspen, 2 Kie'ern, 118 Fichten (in Schichten-. Stöcke, Rm.: 126 Buchen. 55 Eichen, 2 Kiefern, 226 Fichten. Die zur Versteigerung kommenden Holznummern sind ert unterstrichen. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Scheig zu Ayenhain und die unterzeichnete Stelle. Grünberg, den 23. März 1925. -Hessisches Forstamt DiedettOhmen. 3046D Theresenkin-erheim Wetzsteinstrahe 43 Die Lieferung von täglich (3ngef. Firma .dauernden hoben Erwerb. Nur redegew., wirkt, stets,. Herren wollen Angebote eins, unt. L.s. k»>9K an Rud. Masse, Leipzig. Agentur Gesucht W. Ws« für dauernde Beschäftigung. [3045 D Bänninger, G. m. b.H., (Siehen. Tüchtige, jüngere MMm in gröberes Schuhgeschäft per sofort oder später gesucht. Schriftliche Angebote mit Angabe der seitherigen Tätigkeit und möglichst mit Bild unter 3034 D an den Gießener Anzeiger erbeten. Das Kind fagh Z15D Tiiiiit. orhtntl «NW perl.Avril gef.s^.v Fran Tbeo Jakob, Stephanfir. 28 L Baiikbkailittt 21 Jahre alt, L Bank- fach und allen kaufm. Arbeiten bestens bewandert, z. Z. im kaufm. Betrieb als Buchhalter n. Korrespondent tätig, sucht sich In Bank, Handel ob. Industrie zu verändern. Schriftliche Angebote untcr02530 an d. 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Maschinenfett ä 5 kg, 4 Kübel Schmierseife, 5 Mille Zigaretten. b) vor aussichtlich bestimmt: einengroßen Posten Schuhe und Stiefel, ca. 16 kbm Werkholz. c) 2 Kassenschränke, 1 Motorrad, 2 Schreibtische, 1 Büfett, 1 Schreibmaschine, 2 Hobelbänke, 1 Toilettenspiegel, 1 Thaiselongu«, 1 Schäftesteppmaschine, 1 Tisch, 1 Damenfahrrad, 1 Sopha und viele andere Mobilien. 02621 Dern Gerichtsvollzieher in Gießen Steinftratze 10. T. I. IMS. Grüne WW das Pfund 20 Pf., treffen heute, Jrei- tag und Samstag je eine Ladung ein. Hamhurger Fischhdlg. A. Koch Mächtige. 10 Lchuistrahe 10 Teleph. 1612. 5“‘c illiliii-Mi alle Größen lagernd im 846a nodehaus Salomon 5-6000 m: 1. Hypoth. auf Wohn- und GeschäftSha is sucht j.mger, stethi- fler Kaufmann bei nur günstigen Bedingungen. Schriftl. Angebote unt. 02597 an den Gieh. Anz. Läden uub Geschäfte mttu.ohneWobi una, ebenfolt irtschaften in Arnnffurt a.Main sofort abzugeben. Näheres bei ^A Andel, LicherStr.65 (k onntagst. Garleslaod zu verdachten Ludwigttrahe 281, Hinterhaus. Wfl welche gesehen ba- ben, dah am Freitag, dem 13. März, abdS. geg. 8 libr, an der Subanlage, in ber Nähe des Theaters, eine grau otfdUtti ist, werden um ihre A resse gebeten. Schr. Angeb unt. 026U2 an d. G. Anz. Suche tätige Beteiligung angutfloricrcnöcin Handels-Unlerlieh- mcn. Schr. Angeb. unter 3017V an bett Giehener Anzeiger. Pension für 1—2 Schüler in nut gutem Hause aeiucht. Schr. Angebote mit Preis tt. 02601 an d. G Anz. Einiys Herren zur Gründung einer Alten Herrenriegc i. 1846er Turnverein werden umAdressen- angabe unter 3(>58D an den (dienertet Anzeiger gebeten. Republ. Lehrerbund. Don 'erStag, dea 26. März, 8'/, Ubr: gertenftfiopprii tinli’eftour. Strasser Ludwigstr. 6. ”»*D UebunaSstunde« i i dec Turnballe fallen Donnerstag und Freitag _ aus. TerOberturnwarl Hnloerlllilh- Beflnaroat Dor und nach dem Theater warme und karte Speisen «°s Fürstenberg-Dräu Stadttheater Donnerstag, 25. März, 23. Don terstag- Moniiemenks-oorsk. von Ir1 n bts !il « ubt Die verlorene Tochter. Lustspiel in 3 Akten von ftulbn Aus Br. Unblutigs Praxis. Aufheben! 8. Fortsetzung folgt! Nanu, wer jagt mich denn da wieder zu nachtschlafender Zelt aus meinem keuschen Junggesellenbette, aus dieser Brutstätte humanitärer und sanitärer Gedanken? Die Kränke soll er kriegen, der ekelhafte Kerl mit schlechtem Charakter und Schweißlüßen, der niederträchtige. Ja doch, ich komme gleich, was ist denn los? In Ohnmacht gefallen ist der Vater, als die Mutter die Schuhe ausgezogen hat? Respekt! Die scheint mich nötiger zu brauchen als erl Der werden wir erst einmal die zarten Füßchen, die .goldenen Lilien*, wie sie die Chinesen nennen. In ein schönes Kukirol-Pußbad stecken. Dann schön trocken frottieren und Kukirol-Streupuder darüber. Die höchstwahrscheinlich voihandenen Hühneraugen werden wir mit dem millionenfach bewährten Kuklrol- Hühneraugen-Pflaster sehr schnell, unblutig, ohne Entzündung und ganz schmerzlos erledigen, und dann noch eine tüchtige Standrede mit der Pointe: Kuklrolen Siel Schwelßftlße sind ungesund! Abgesehen davon, daß sie leicht kalt werden und zu Erkältungen führen, ist es auch im höchsten Grade gesundheitsschädlich, wenn Körperteile fortwährend in einem solchen Verwesungsgestanke stecken. Denn auch durch die Haut atmet der Mensch I Weder an sich, noch in sich soll der Mensch Fäulnisgase dulden. Deshalb heißt mit Recht eine alte Gesundheitsregel: Kopf kühl, FÜCe warm. Leib offen, dann darfst Du hohes Alter erhoffen. Leute mit Schwelßfüßen haben meist ein ungesundes Aussehen. Darum sollen sie kukiroien, das heißt richtige, also Kukirol-Fußpflege treiben. Abends ein Kukirol-Fußbad nehmen, das die Nerven, Sehnen und ( elenke stärkt, die Blutzirkulation befördert, die abgestorbenen Hautschichten erweicht und ablöst und die Poren öffnet. Morgens Kukirol-Streupuder einstreuen, der die Füße trocken, scbsrlßfrei und geruchlos erhält. Keine Pfuscherei mit unbekannten Präparaten, die nicht ärztlich kontrolliert sind. Achten Sie auf die Bezeichnung .Kukirol" und auf die Schutzmarke .Hahnenkopf mit Fuß*. Die ganze Kukiroi-Kur (also alle 3 Präparate zusammen) ist In einer Sonderpackung für nur 2 Mark in jeder Apotheke und Drogerie zu haben. Die 3 Präparate werden aber selbstverständlich auch einzeln abgegeben. Verlangen Sie noch heute unser neues wichtiges Büchlein, betitelt Kuklrolen Sie- Dieses gibt ihnen wichtige Aufklärungen über die Notwendigkeit der Fußpflege und enthält u. a. auch einige Photographien unserer Fabrik. Kuklrol-Fabrik, Groß-Salze (Bad Eimen). gt. n Swetler Blatt Eietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Mittwoch, 25. AM; (92g Die politische Perspektive Frankreichs. Don Fritz Diettrich. Dte politisch« Gesinnung Frankreichs ist — betrachtet — ein Konglomerat, das sich In der Hauptsache aus den Gesinnungen der IGrvHtndustriellen. der Bürger und der Pazifisten i(Ärbeiter und Intellektuelle) zusammenseht. natürlich übt der Groh industrielle wie in jedem modernen Land so auch hier die entscheidenden riinslüsse aus die Politik aus. Wegen einiger Zolloorteile ist er imstande, die Richtlinien der ,jeweiligen Regierung au ändern. ®lem Verstand Den einzig möglichen Weg zum Oluf ft .eg und zur Befreiung: Revision des De.1a.ller Fehlspruchs! Ritti hat selbst am 10. Ia luar 1920 im llhrensaal am Quai d'Orsay die Destätigu gs- urkunde des Versailler Di lates untersch.ieben und weih hinter den Kulissen des Weltthea ecs Bescheid. Sein Urteil üder den Versailler „Vertrag'' und Frankreichs Schuld an dem mihglückten „Frieden" fällt deshalb umso schwerer ins Gewicht. In seinem neuesten Werk „Die Tragödie Europas — und Amerika?", das 1924 ebenfalls von der Frankfurter Sozietätsdruckerei in deutscher Sprache herausgegeben wurde, wendet sich nun Ritti an das Gewissen der Amerikaner, denen er mit offenem Freimut die Kriegsschuldfrage dahin beantwortet: „dah die Verantwortung nicht auf Deutschland allein, ja nicht einmal au! Deutschland in erster Linie zu.ückjällt. Die Archive von Petersburg und Berlin haben sich bereits geöffnet und die grössten Ueberraschungen gebracht. Schon heute und ohne besondere Forschungen kann man behaupten, dah, wenn wir während des Krieges von den Deutschen gesagt haben, sie seien das Kriegsvolk Europas und Krieg sei ihre einzige wahre nationale Industrie, wir damit eine vollendete Unwahrheit verbrei et haben und dah nicht Deutschland, sondern Frankreich das Kriegsvolk Europas ist. Eine Untersuchung der Kriegsschuld ist in der Tat unerlählich. der Betrug des Art. 231 des Versailler Vertrags kann nicht andauern. Die Wahrheit muh ganz gesagt werden. Denn es handell sich nicht nur um einen moralischen Betrug, sondern auch um eine systematische Ausbeutung der Lüge zugunsten grober kapitalistischer Interessen". Rittis Warnruf findet jenseits des groben Wassers ein Echo, das von Tag zu Tag anschwillt und eine neue Zeit ankündigt. Schon am 18. Dezember 1923 hat der Senator Robert L. Owen, Mitglied des Oberhauses des Kongresses der U.S. 21., idle unhaltbare Behauptung von der deutschen KriegsSchach-Ecke. Bearbeitet von D. Orbach. Endspiel Nr. 3. In diesem Endspiel, das in dem Weltturnier ?u Reuyork von Capablanca gegen Dr. Tarta- ower gewonnen wurde, zeigte sich der Weltmeister nach einem unglücklichen Start in seiner vollen Stärke. Wir lassen daS Endspiel zum Tell mit Anmerkungen von Dr. Tartakower hier folgen. Dr. Tartakower. 8 7 6 5 4 3 2 3 g b 8 6 7 5 4 3 2 1 b c d e f g h Schwarz, b c d e 3 S S W : MW • DM WLM S Weitz. Capablanca. Weih: 8 Steine. K»2. Th7, Ld3, Ba4, c3, d4, f4. g3 Schwarz: 8 Steine. Kf8, Tc6, Sa5, Bd7, b6, c7, db,g6. Ein klassisches Schluhspiek. 31. g3-g4! S35-C4 DaS Verdoppelunasmanöver 31 g5 32. fg Tc3: 33. Lf5 usw. würbe keine Befreiung bringen, da der vorgerückte Bauer gb übermächtig wird. 32 l-4 - g5. Vielleicht war 32. Kf2 noch präziser. Hier wurde die Partie abgebrochen. 32 ... Sc4 - e3 Bester vielleicht 32 Sd2 (33 Kf2, Se4+). 3t g2-13 Se3-f5 34 L : *xf5 gfixfb 35. KL>-g3!!! Einleitung eines studicnhaft.Gewinns. 35 ... Tc6xc3+ 3 Kt'3-h4 Tc3-f3 Immerhin sträubt man sich gegen den Gedanken, dah Schw. mit einem Bauern mehr und mit starkem Gegendruck am Dn.nenslügel unrettbar verloren sei. Ungenügend wären z. B. die Rettungsversuche 36 ab wegen 37. Td7 usw.', 36 c5 wegen 37. g5 usw., sowie 36. Kg8 wegen 37. Td7 mit leichtem Gewinn. 37. g5-g6! Diel präziser als 37. Kh5 37 Tf3xf4 4- 38 Kh4-g5 Tf4-e4 Rach 38 Td4: 39. Kf6, Kg8 40 Td7 würbe Schwarz hinter der eigenen Bauernmaste ersticken. 40. Th7-g7+* KgS-h8 41. Tg7xc7 „Fallen seh ich Zweig auf Zweig . 41. .. 1l4-c8 42. Kf6xf5 TeS-e-l 43. Kf5-f6! Tc4-f4 + 44. Kf6-e5 Tf4-g4 45. gb-g7+ Kh8-g8 Und Weih gewann in wenigen Zügen. Aus der Echachwelt. Mitte 2lplil beginnt in Baden-Baden ein InlernationalcS Schachturnici. d-as v et Wochen dauern wird, und andern sich 20 M.iücr l heiligen werden. Der erst e Preis beträgt 1503 Mk. Die Teilnehmer erhalten freies Logis un> Verpflegung in erstklassigen Hotels und Erstattung der Reisekosten. Wir werden noch Räheres darüber berichten. Problem Nr. 4. Don 21. Reggio in Mailand. (PaSquin-Tumier, 1. Preis.) Schwarz. 8 4 7 6 5 3 2 1 a a b b c d e f g h h 8 6 7 4 3 M i MR ■ c d e f Weih. Mat in zwei Zügen. Z/z/zet ... Weih: 6 Steine. Ka6, Df3, Te7, Sd8, Bb3, d5. Schwarz: 4 Steine. Kd4, Sg4, Bc6, d6. Lösung des Problems Ur. 3 von F. M. Feeb in London. 1. Dg6-gl, Kd7-c7 2. Dgl-a7, Kd7 oder c8 3. Sb7-d6+4-. 1 . . . , auf den ersten Zug Kc8 anstatt Kc7 führt 2. Da7 zur selben Matstellung. 1 Kd7-e7 oder e8 2. Dgl-g7, Ke8-e7, oder Ke7 - e8 3 Sf7-d6-H-. schuld zerpflückt und in einer vielstündigen Rede an Hand von Geheimakten nachgewiesen, wie die Welt von einer gekauften Presse über den wahren Sachverhalt getäuscht tourbeCunb noch heute hinter das Licht geführt wird. Owens aufsehenerregende Rede, eine Befreiungstat, ist auf deutsch durch die „Deutsche Derlagsgescllschaft für Politik und Geschichte" in Berlin 8. Unter den Linden 17/18 und durch alle Buchhandlungen für 5 Mk. zu beziehen. Unb jetzt Hal der Senat sogar, am 14. Febr. 1925, den Antrag Owens auf die Untersuchung der Kriegsschuldfrage durch einen unparteiischen Historiker angenommen. Die Wahrhell ist auf dem Marsch! Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher! Sache Deutschlands wird es alsbald fein, die vergebliche Menschheit an das Bekenntnis von Lloyd George auf der Londoner Konferenz zu erinnern (3. März 1921): „Die Alleinschulö Deutschlands ist die Grundlage, auf der das Gebäude des /Vertrages von Versailles errichtet ist. Fällt die Alleinschuld Deutschlands, so ist auch der ganze Vertrag nichtig." Denn „die Deutschen haben eine Rechtslage, die, angemessen vertreten, alles zum Schwingen bringen muß, was an Gefühl für Moral in Ser Welt noch verblieben ist". (E. D. Morel in den „Foreign Affairs", Iuniheft 1923.) Ein Kampf der Geister ist es, der die Kriegsschuldfrage endgültig entscheiden muh. Wenn auch der in alle Verhältnisse ringe» weihte britische stock konservative Staatsmann Winston Churchill*) Ende September 1924 feststellte: „Frankreich ist bis an die Zähne bewaffnet. Deutschlandhat in gewaltigem Ausmab abgerüftet und hat sein Militärsystem zerbrochen. Die Franzosen hoffen, diesen Zu st and zu einen dauernden zu gestalten durch die Technik ihres militärischen Rüstens, durch ihre schwarzen Truppen und Surch ein System von Bündnissen mll den Heinen Staaten Europas. Und so ist zur Zell die überwältigende Machtfülle auf der französischen Seite." — Die Stuirde naht, wo die durch Lug und Trug aufeinander gehetzten Völker ihren Hast gegen jene Regierungen und Staatsmänner kehren, die böswillig und kaltblütig die größte Tragödie der Weltgeschichte verschuldet haben. Hochfchulnachrichten. Von der Landes-Universität ttZießen. L. U. Der ordentl. Professor an unserer Landesuniversität sürRöm sches, Bürgerliches und Zivilproz.brecht Dr. Leo Rosenberg hat einen Ruf an bie Universität Greifswald erhalten. ') ..Shall we commll fuidbe?“, in Rash s Pall Mall Magazine, 24. September 1924. Bachs ßebensfpur. Zu sein e m 240. Geburtstag, 21. März. Io ha nn Sebastian Dach ist unS heute em so lebendiger Meister, daß es nicht erst der 240. Wiederkehr seines Geburtstags bedarf, um ihn in unsere (Srutnenrnq zu rufen. Sein Werk spricht zu unS aus unzähligen Konzerten, überall da, wo edle Hausmusik gepflegt wird, vor allem aber in der nahenden Osterzell aus dem groben Wunder seiner Passionsmusiken. Und doch gedenken wir an seinem Geburtstage auch gern einmal des Menschen Dach, von dem wir so wenig wissen, der nur aus seinen Werken zu uns spricht und dessen Persönlichkeit wir uns aus unzusammenhängenden Zeugnissen heraufbefchwv- ren müssen. Dem tiefer Blickenden freilich ersteht aus seinem Werk seine Gestalt, und es ist der besondere Wert des vor kurzem im Fu rchc- Verlag zu Berlin erschienenen lleinen Buches über Dach von Oskar Daher, das uns diese „Kunde vom Genius" auch ein Bild des Menschen schenkt. Aus den erhaltenen Porträts liest der Verfasser über seine leibliche Erscheinung heraus: „Man sieht einen Mann, der mit festem Tritt und starkem Willen über den Boden schreitet. Richt einen Kovfhänger ober Träumer oder zart besaiteten Seelenfreund. Fest, mit breiter Brust und derben Knochen, aufrecht, gedrungen, männlich steht er mitten im Getriebe feiner Zell. Der Leib von mächtigem Frieden durchwaltet, der geistigen die leibliche Zeugungskraft ebenbürtig. Das Griicht des Menschen aber ist sphink» hast, jede „Beseelung" scheint ihm fremd. Merkwürdig breite Flächen im Gegensatz zu sonderbar engen Augenspalten. Die Augen kurzsichtig, erdfern, wie von innerem Licht geblendet. Keiner kann lesen, was hinter dem Dorhing vor sich geht. Das Ineinander von verdichteter Persönlichkeit und restloser Selbstentäuberung wirkt auf die Dauer geradezu beängstigend Im ganzen hat die Erscheinung bürgerlichen Schnitt. Die höfische Kostümierung, die „barocke" Hlltung, die Welt- mannsgeste Händels oder Gottscheds ist ihr fremd. Die Einfachheit und Sicherheit ist von Ralur aus." Roch heute spielen vor dem breiten, bergan gebauten Vaterhaus Dachs am Frauenplan zu Eisenach die Kinder wie damals, als der kleine Sebastian mit Geschw-stern und Rachbarskindern spielte. DaS feste Gebälk des Flurs, der Treppe, der Dielen und Stuben ist wie ein Sinnb'ld dieses gefunden, knorrigen Dachgefchlechtes. dessen so weitverzweigte musikalisch?Degabung in Johann Sebastian den krönenden Gipfel erreichte. Mit neun Iahren stirbt ihm die Mutter, im Iahre darauf der Vater. An der Hand eines sehr viel älteren Druders muh er die Heimat verlassen, um als ewiger Wanderer von Ort zu Ort zu ziehen. Selbst als er in Leipzig fehhaft wurde, war stets Unruhe in ihm, denn er wohnte im oberen Stockwerk der Thomasfchule. umdröhnt von dem Summen und Lärmen der Lehrer und Schüler. Kein Glanz fiel auf sein Leben, das von Derus unt> Familie, von der Enge des Alltags und dem Reid der Mitmenschen eingeengt war ..Es war der Kantor." so schildert ihn Daver. „ber abseits wirren Tagestreibens als ein ehrenfester Hausvater mit den Seinen das tägliche Brot ab. der Frau und Kinderschar zu häuslicher Musik und Klavichord versammelte, der abends eine Pfeife Tabak rauchte oder auch mit irgendwem bri einer arünen Flasche Gofe faß und über Menschen. Dinge und Begebenheiten sprach, ganz so to:c andere Bürger. Ein einfacher Mensch. der sich nicht durch geistreiches Wefen hervortat. Ein Handwerker und unermüdllcher Arbeitsmann, der am Tisch sitzt und den Teppich seiner strenggefügten Stücke webt, durch dessen Hirn eine unerschöpfliche Kraft immer neue Ornamentik wirkt. Den Zeitgenossen viel au unscheinbar, zu streng und sachlich, viel zu hanowerlsmätzig. Sie schätzten mir die „virtuose" Selle, bewunderten im Grunde nur den Orgelspieler, dem allerdings kein anderer gleichkam. Das wahre Ausmaß seines Wirkens mutzte verborgen bleiben. So ist es nicht verwunderlich, dah schliehlich der Tod des erblindeten Kantors, der symbolischerweife genau in die Mitte des 18. Iahr- hunderts fiel, die Fläche der Zeit nur wie ein Windhauch träufelte, lind man versteht, dah die Kantaten und Passionen rasch in ftaubigem Archiv verschwanden, daß der größte Tell der Manuskripte sich in Leipziger Kramläden verzettelte, daß die Witwe Anna Magdalene bald auf Almosen angewiesen war und das Grab in so gründliche Vergessenheit geriet, daß es nach wenigen Iahrzehnten eingeebnet wurde." Der Instanzenweg. Als Liebig Professor in (Sieben war, sollte eines Tages für die Vorlesung am nächsten Morgen eine gröbere Quantität fester Kohlensäure hergeftelll werden. Die Ueberführung des Kohlenfäuregases in den flüssigen und festen Zustand geschieht, wie man weih, unter Anwendung einer starken eisernen Komprellionspumpe, welche in einer hochgradigen Kältemischung arbeitet. Dei der Darstellung im Iahre zuvor hatte eine heftige Explosion stattgefunden, durch welche der eiserne Pumpenzylinder zersprengt und der mit dem Pumpen beschäftigte Arbeiter durch einen Eifensplitter verletzt worden war. Die Ausführung der Arbell war also mit einiger Gefahr verbunden. Es enttoidelte sich nun folgender Dialog: Erste Szene: Der berühmte Chemiker (zu dem ersten Äfllstenten): „‘Sitte, stellen Sie doch für morgen eine gröbere Quantität feste Kohlensäure dar. ich muh heute ausgehen." Erster Assistent: „Sehr wohl, Herr Professor!" Zweite Szene: Der erste Assistent (zum zwei« ten Assistenten): „Wir brauchen für die Vor« lefung eine gröbere Quantität fester Kohlensäure Sie besorgen wohl die Sache. Ich habc für heute einen notwendigen Gang " Zweiter Assistent: „Soll besorgt werden, Herr Doktor." Dritte Szene: Zweller Assistent Izum Laboratoriumsdiener): „Müller. Sie müssen heute nachmlltag eine gröbere Quantität fester Kohlen- säure für morgen Herstellen. Sie wissen ja. mit der Pumpe unten hn Keller. Ich habe heute eine dringliche Abhaltung, ich muh ausgehen." Vierte Szene: Laboratoriumsdiener Müller (zum Kohlenprovisor): „Kulicke. ich muh heute fortgehen, um für den Professor Besorgung er au machen, pumpen Sie doch mal die Kohlensäure im Keller, ich habe alles vorbereitet." Cs ist nachmittags fünf Uhr. Ein? ungeheuere Detonation im Souterrain erfolgt. In allen Stockwerken hört man Türen zuschlagen, die Professoren und Dozenten stürzen die Treppen herunter Plötzlich stehen der Herr Professor. der erste Assistent, der zweite Afnsteni und der Labvratoriumsdiener um Kulicke, bei zum Glück ohne Schaden davongekommen ist einander gegenüber, und indem Kulicke sich gleichmütig die Stirn wischt, sagt er zu den Herren, die sich erkundigen, wie es ihm gehe „Ich danke für gütige Rachfrage. Ich glaubte die Herren wären ausgegangen " Liebig, bei die Situation sofort durch chrute, gab lächelnd dem Heizer eine grvhe Silbermünze mit den Worten: „Hier. Kulicke, stärken Sie sich nach dem Schreck und gehen Sie wenigstens aus. Wir haben leider dazu heute noch feine Zeit oo» habt." ß. A. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. (j* Lollar. 23. März. Am Sonntag hielt die im Jahre 1919 gegründete Spar- und Darlehenskasse G. m. b. H. Lollar ihre diesjährige Generalversammlung ab. Aus Dem Geschäftsbericht war zu ersehen, daß die Hoffnungen, welche die vorjährige Generalversammlung für die stabilen GeldverhäÜnisse hegte, weit über» troffen wurden. Der kleine Stand Der Mitglieder bei der Gründung, 46 an der Zahl, hat sich trotz der schlechten Verhältnisse während der Inflationszeit stark vermehrt; heute kann mit Stolz auf eine Mitgliederzahl von 126 blicken. Durch den Beitritt zur Landesgenossenschaftsbank, auch an den Rentenmark-Krediten beteiligt, konnte den Ansvrü- chen der Mitglieder im großen und ganzen Rechnung getragen werden. Wenn bei anderen Kassen schwere Bedingungen und viele Schwierigkeiten für die Darlehen bestehen, so kann man sagen, daß bei Der hiesigen Kasse derartiges nicht in diesem Maße zu beobachten ist. So war denn auch der Geldverkehr ein sehr reger; es erreichten die gewährten Kredite im abgelaufenen Geschäftsjahr die Höhe von 36 000 Gm. Da die Rentenmark-Kredite auf Wechsel gingen, konnten die Darlehen auch nur kurzfristig gewährt werden. Die Zinsbemessung wurde ebenfalls etwas besser und betrug jetzt 18 Proz., gegenüber 24 Proz. im Borjahre. Feste Hypotheken wurden noch nicht gewährt, doch dürfte, nach Mitteilung von gut unterrichteter Seite, im laufenden Jahre mit einer Besserung in dieser Beziehung zu rechnen sein. Daß die Spartätigkeit wieder mehr Platz greift, beweise die Höhe der Spareinlagen, welche die Summe von 20 000 Gm. erreichten. Ganz besonders hervorgehoben zu werden verdient die Spartätigkeit in den Schulen. In wenigen Wochen konnte eine sehr große Anzahl der neueingesührten Schulsparmarken abgesetzt werden, ein guter Erfolg, die Kinder zur Sparsamkeit zu erziehen. Wenn auch die Gesamterfolge der Kasse auch an die Dorkriegsverhältnisse lange nicht herankommen, so ist nach dem Resultat des vergangenen Jahres doch zu erwarten, daß es mit dem Spar-- und Darlehnswesen immer besser wird. * Alten- Duseck, 24. März. Bei der HolzsubMission unserer Gemeinde wurden folgende Höchstgebote erzielt: Fichtenstämme 2. Kl. 33 Mk., 3. Kl. 30 Ml.. 4. Kl. 27 Mk., Sa-Kl. 25 Mk., 5b-Kl. 22 Mk. Kiefecnstämme 3. Kl. 32 Wr., 4. Kl. 25 Mk.. 5. Kl- 20 Mk., Lärchen- stärnrne 3. Kl. 2Z Mk., 4. Kl. 22 Mk.. 5. Kl. 15,50 Mk. je Fstm. sk. Reis ki rchen. 24. März. Gestern abend mit dem letzten Zug verließ der 22jährige Fritz Eisenacher von hier seine Heimat, um nach (Nordamerika auszuwandeni. Fast die ganze erwachsene Jugend unb auch viele ältere Leute gaben ihm das Geleite zum Bahnhof. Dort fang ihm der Gesangverein zum Abschied einige Lieder. Man brachte den jungen Mann förmlich LiS in den Zug hinein. Als sich der Zug in Bewegung setzte, sangen jung und all »Run ade, du mein lieb' Heimatland". Er fährt zunächst nach Hamburg, wo er Freitag das Schiff besteigt, das ihn über das große Wasser bringen soll. Möge der junge Mann auch im fremden Land seinen guten deutschen Geist bewahren und dem deutschen Domen Ehre machen. f- G r u n b e r g, 24- Marz. Au» der gestrigen Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Da einige Gewerbetreibende bei der Stadt- Verwaltung um Abgabe von Nutzholz vorstellig geworden sind, wurde beschlossen, noch 40 Festmeter Fichten- und 30 Festmeter Eichenholz zu versteigern. — Das Gesuch des Schützen- Vereins um lleberlassung von ungefähr 15 Festmeter Holz zur Erbauung einer neuen G-ch ü h e n h a l l e wurde nach längerer Besprechung zurückgestellt. — Der Gemeinderat genehmigte den Ankauf eines Bullen für 553 Mark in Röthges und gleichzeitig den Berkaus eines abgängigen Bullen. — Dem Antragsteller Grün wurde ein Garten von 1510 Meter im Drunnental zur Weidenanlage auf 12 Jahre zugesprochen. Als Pachtpreis soll der Durchschnittspreis von fünf Jahren vor dem Kriege und des Jahres 1921 zugrunde gelegt werden. — Den Arbeitslosen wurde eine wöche.ntliche Zulage von 2.70 Mk. gewährt. — Dem Gesuch deS Vereins der Leichskurzschrist, ihm einen Unterrichtsraum zu überlassen, wurde zugestimmt, jedoch soll der Beigeordnete sich mit dem Schulvorstand ins Benegmen yegm, tib ern wchulzwuner zur Verfügung steht. — Auch hier hat sich ein Orts- außlcbufo des Leichs blocks für die Lelchs- präsidentenwahl gebildet. Er veranstaltet am Sonntag einen vaterländischen Abend, zu dem alle Kreise des Reichsblocks eingeladen find. Redner ist der Landtagsabgeordnete Bürgermeister Dr. Diepoth-Schlitz. Kreis Friedberg, sf. Friedberg, 24. März. Der gestrige neunzigste Geburtstag des Geheimen Justizrats Jöckel, über den wir bereits berichteten, gestaltete sich unter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung zu einem Ehrentage für den greifen Jubilar. Schon am Vorabend brachte die Turngemeinde ihrem verdienten Ehrenmitgliede und früherem langjährigem Dorstandsmitgliede einen Fackelzug und überreichte den Ehrenbrief des 9. Lurnkreises. Die Stadt Friedberg ernannte Jöckel wegen feiner großen Verdienste, die er sich als langjähriger Stadtverordneter und Beigeordneter um das Gemeinwohl erworben hat, zum Ehr en bürg -r. Zahlreiche Deputationen, so seitens des Kreises, der Deutschen Volkspartei, der Anwaltökammer, des Kasinos usw. überbrachten Glückwünsche und Blumen- spenden, ebenso viele Einzelpersonen, so daß das ganze Haus einem Blumengarten glich. Mit bemerkenswerter Frische nahm der Jubilar alle Glückwünsche entgegen; allgemeine Bewunderung erregte es. als er am Vorabend bei dem Fackelzug des Turnvereins mit weithin tonender Stimme eine Ansprache hielt, die in einem Hoch auf die deutsche Turnerei auSllang. Kreis 4- Schotten, 23. März. In der Jn- slationszeit mit ihrem reichlich fließenden Geldstrom machte sich ein starkes Dachlassen der Vogelsberger Heimindustrie bemerkbar. Die jetzt herrschende Geldknappheit zwingt die kleinbäuerliche Bevölkerung, sich wieder ihren allen Einnahmequellen zuzuwenden. Während des Winters schnitzte man wieder Löffel, Gabeln, Wäscheklammern und viele andere Gebrauchsgegenstände aus Holz und betrieb die Anfertigung von zierlichen, bunt bemalten Rechen mit großem Eifer. In den letzten Wochen sah man bereits viele Hausierer aus dem Vogelsberg in den angrenzenden Ebenen, die Erzeugnisse ihres häuslichen Fleißes zu vertreiben. Auch die Scherenschleifer, die dem dörflichen Straßenbilde ganz entschwunden waren, haben sich jetzt darauf besonnen, daß ihr Handwerk wohl geeignet ist, feinen Mann zu ernähren. Ihr Rad schnurrt wieder an der Straßenecke, die Funken sprühen, und stumpfe Scheren gibts in jedem Hause. □ Laubach. 23. März. Gestern abend trat die hiesige Realschule mit der Vorführung eines stimmungsvollen Märchenabends vor die Öffentlichkeit. Die wohlgelungene Feier fand im großen Festsaale des Solmser Hoss stall. Zahlreich waren die Hörer aus Stadt und Ilmgegend zusammengeströmt. Studiendirektor Dr. Hainer eröffnete den Abend mit einem lehrreichen und anziehenden Vortrag über „Entstehung und Wesen des deutschen Märchen s". Die verschiedenen Elemente und Motive dieser Dichtung wurden eingehend nach allen Seiten erörtert. Auch seine Beziehungen zum Traumleben wurden gründlich behandelt. Lauter Beifall setzte am Ende des Vortrags ein. Da van schloß sich die Vorführung von lebenden Di ldern zu den bekanntesten Märchen (Rotkäppchen, Dornröschen, Schneewittchen, Hänsel und Gretel, Aschenbrödel), ilm die mühevolle Anordnung dieser Bilder hatten sich besonders Frau Studiendirektor Hainer, Frau Studienrat Frank und Sekretär Elbe verdient gemacht. Die einzelnen Bilder wurden durch einen einleitenden poetischen Text In feinsinniger Form erläutert Hierauf folgte unter stimmungsvoller Musikbegleitung ein sehr hübsches Märchenspiel, „Das Sternenkind". Das leitende Motiv bildete die reiche Belohnung deS wohltätigen Kindes durch die Höhere Macht Gin in vollendeter Weise vorgetragenes Lied des Schülerchors („Der Mond ist auf gegangen", gedichtet in Darmstadt von Matthias Claudius), unter Leitung von Oberreallehrer Gerhard, beschloß die in allen Teilen trefflich verlaufene Feier, die durch wiederholten starken Beifall ausgezeichnet wurde. — Die Rechnungsablage auf der Hauptversammlung des Laubacher Schütz en» Vereins, die unter dem Vorsitz des Oberschützenmeisters, ses Malermeisters Ruy! statt- fand, ergab die trotz der schweren Zeitverhältnisse günstige finanzielle Lage des Vereins. Hervor- zuheben ist, daß verschiedene Schühenbrüder sich bei den hiesigen und auswärtigen Preisschießen in hohem Maße ausgezeichnet haben. Dachüem vor der Dorstandswahl Herr R Ü h! erllärt hatte, aus beruflichen Rücksichten leine Wahl mehr annehmen zu können, wurde als sein Rachfolger der Kaufmann Wilhelm Kreiker (m Firma Rudolf Ritter Rachsolger) zum Oberschützenmeister gewählt. Herr Rühl hat in vorbildlicher Weise sein Amt sechs Jahre (von 1919 bis 1925) geführt. Durch seine erfolgreiche Tätigkeit hat er sich zahlreiche Freunde allerwärts erworben. Als er die Leitung übernahm, zählte der Verein nur gegen 70 Mitglieder. Jetzt hat er deren über 130 aus allen Ständen der Bevölkerung. Seiner vorzüglichen Leitung ist die günstige finanzielle Lage des Vereins, der sich, als er den Vorsitz übernahm, in erheblichen Schwierigkeiten befand, in erster Linie zu danken. In Würdigung dieser hohen Verdienste wurde Herr Rühl zum Ehrenober- schützenmeister ernannt. Er versprach, auch weiterhin dem Verein nach besten Kräften mit Rat und Hat zur Seite zu stehen. Kreis Büdingen. nd. Ridda, 22. März. Gestern wurde hier unter zahlreicher Begleitung der Vorsteher des hiesigen Derme sungsamts. Oberlandmefser Heinz Böck, zur letzt en Ruhe bestattet. Besonders zahlreich waren seine Berufsgenossen aus Oberhessen und den Lachbargebieten im Leichenzug vertreten. Der im besten Mannesalter einer schleichenden Krankheit erlegene Beamte hatte den Weltkrieg mitgemacht und war ein echt deutscher Mann. Dazu zeichnete er sich durch peinliche Gewissenhaftigkeit in seinem Berufe und einen vornehmen, uneigennützigen Charakter aus. Während der Inflationszeit erwarb er hier ein stattliches Haus, worin das Dermessungsamt mietweise untergebracht war, behielt es aber nicht für sich, sondern trat es sofort ohne jeglichen Gewinn an den hessischen Staat ab, der dadurch ein praktisches Dienstgebäude für das Vermes- fungsamt billig erlangt hat. Pfarrer Köhler würdigte in seiner Grabrede die Tugenden des Verstorbenen und Obervermessungsrat Lindenstr u t h aus Darmstadt als Beauftragter des Landesvermessungsamts die Berufstätigkeit des verdienstvollen Beamten unter Riederlegung eines Kranzes. Weiter legten unter herzlichen Rachrufen der Vorsitzende des Vereins hessischer höherer Bermessungsbeamten Obervermessungsrat Schad aus Mainz, im Ramen des Kreisamts Büdingen Vermessungsrat Hohenadel aus Büdingen und Dermessungsrat Knapp (Gießen) im Auftrage der dortigen höheren Vermefsunos- beamten Kränze nieder. Für die Beamten des Vermessungsamts Ridda rief Vermessungssekretär Wenzel dem verstorbenen Vorgesetzten herzliche Worte der Liebe, der Verehrung und des Dankes unter Liederlegung eines Kranzes nach, schließlich widmete noch Studienrat Markert (Gießen) als Vertreter der dortigen Freimaurerloge dem dahingeschiedenen Logenbruder liebe- und dankesvolle Abschiedsworte und legte die üblichen drei Rosen auf seinen Sarg nieder. Das Andenken des Verstorbenen, der 13 Jahre lang dem Vermessungsamt Ridda Vorstand, wird bei allen, die ihn näher kannten, stets in Ehren gehalten. )( Stockheim, 23. Mörz. Der B o r t r a g. den gestern nachmittag die Schriftführerin des Nationalvereins der Freundinnen junger Mädchen. Frau Dr. Blank- Heidelberg, im hiesigen alten Schulsaal hielt, hate eine große Anziehungskraft auf die Frauen und Mädchen von Stockheim und den umliegenden Gemeinden ausgeübt. Schon lange vor Beginn war der Saal bis auf den letzten Platz besetzt. Nack einer geschichtlichen, interessanten Einleitung, die Das Anwachsen des in der Schweiz gegründeten Vereins aus kleinsten Anfängen bis zur heutigen Zahl von allein 32 deutschen Landesverbänden zeigte, führte die Rednerin die Versammlung in äußerst klaren und warmherzigen Ausführungen in die eigentlichen Ziele und Aufgaben der „Freundinnen" ein und zeigte an einigen Beispielen aus dem Leben der anbefohlenen Schützlinge den Wert der fchon geleisteten und die Notwendigkeit der noch zu leistenden Arbeit. Mit größter Aufmerksamkeit war die Versammlung den Ausführungen gefolgt und spendete wohlverdienten Beifall. Mit einem Dankeswort und einer Sammlung, die 14 Mk. erbrachte, schloß die Leiterin die Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Von Karl-August von Lassert. 1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Wenn es Herrn Sanders trotzdem In zwei Fällen überraschend gut gelang, so brauchen wir nicht einmal einen glücklichen Zufall anzunehmen. Jeder Geologe, der genau mit dem Terrain vertraut war, auf dem wir die Versuche anstellten, hätte mit ziem, llcher Sicherheit die gleichen Angaben gemocht." „Aber die streng geheimgehaltenen Ergebnisse unserer Oelbohrungen konnte er doch nicht wissen", ertönte ein Einwurs. „Das war auch nicht nötig, weil wir, seine Begleiter, um so besser Bescheid wußten. (Erinnern Sie sich, bitte, jener professionellen Gedankenleser in den Varietees, die sich van einem Zuschauer an der Hand führen lassen, um erst dem Herrn I seine Schlipsnadel fortzunehmen und diese bann am zarten Busen der schönen Madame B zu befestigen. Der den Gedankenleser führende Zuschauer bringt ihn durch unwillkürliche Bewegungen ober burch reine Gebankenübertragung aus ben richtigen Weg, auch wenn er glaubt, sich auf keine Weise zu verraten. Ich behaupte baher, unser Rutengänger ist nichts weiter als ein exzellenter Gedankenleser. Stellen Sie ihm eine Aufgabe, die keiner der dabei Anwesenden bereits weiß, und ich bin überzeugt, er wird versagen. Iebensalls halte ich das von ihm geforderte immense Jahresgehalt, das wir im voraus zahlen sollen, direkt für weggeworsen. Wollen Sie ihn aber durchaus der Gesellschaft verpflichten, so versprechen Sie ihm für jede ourch eine erfolg» reiche Bohrung erwiesene richtige Angabe eint hohe Belohnung, während er bei einem Mißerfolge die gleiche Konventionalstrafe zu entrichten hat. Ich bin allerdings überzeugt, der kluge Deutsche wird auf einen derartig loyalen Vorschlag nicht ein- B‘*n" 3. Der Maneger des Hotels Boulevard führte Sanders In seine ihm von der Petroleumkompagnie bestellten Zimmer: Salon, Schlafraum und Bad. „Stab der Herr zufrieden?" hieß es auf deutsch „Bitte, warten Sie einen Augenblick." Sanders nahm die Silberrute aus einem Kästchen, durchquerte rasch den Salon und umschritt langsam sein Schlasgemach. In der Nähe des Bettes machte das Wunderinstrument den Wasserausschlag. „Das Haus besitzt doch Blitzableiter?' „Wir hielten es nicht für nötig. In der Großstadt schlägt es selten ein, und unsere Feuerwehr ist gut" „Trotzdem bitte ich Sie, mir ein anderes Zimmer anzuweisen. Unter meinem Quartier befindet sich eine Wasserader, die mich beim Schlafen stören wurde. Und vielleicht könnte der Blitz doch einmal hier einschlagen." „Wie der Herr befehlen." Das neue Appartement wies nicht ganz die Eleganz des ersten auf. Dagegen verhielt sich die Silberschlinge ruhig. Man brachte die Koffer. San» ders begann auszupacken. (Eine ältere, würdige Hausdame erschien und erkundigte sich nach etwaigen Befehlen. Sanders dankte. „Woher wußten Sie, daß der Blitz kürzlich in jenem Zimmer eingeschlagen hat, das Ihnen zuerst bestimmt war?" fragte sie neugierig. „Woher wissen Sie, daß ich es weiß?" Sie lachte. „Der Manager erzählte es mir." Der Deutsche sagte ernsthaft: „Ich besitze ein merkwürdiges Instrument, bas mir bie verschieben- sten Geheimnisse zu enthüllen vermag. Wenn Sie es wünschen, so kann ich mit seiner Hilfe auch Ihren Charakter enträtseln." (Er griff nach dem roten Kästchen. Lachend wehrte sie ab. „Vielen Dank. Ich weiß allein, daß ich einen viel zu gutmütigen Charakter besitze." „Gute Nacht", sagte Sanders. 4. Speiseraum des Hotels. Zigeunerkapelle. Schwarzlockige Burschen, die selbst Richard Wagner herunterfiebeln, nicht immer richtig, aber feurig und sckmachtenb zugleich. Herren im Frack, Smoking ober Jackettanzug. Domen in vollster GeseU- schaftstoilette. Junge Mabchen schon mit letztem Pariser Schick. Zigorettenrouch zum Durchschnei, ben. Helles Frauenlachen aus blau gepuberten, durch Musik und Champagner errroton «-,ftd)tern. Weiße Hemdenbrüste und Damennacken. Würdig zurückhaltend allein die Kellner. Stefanescu und Sonders am kleinen Tisch. Dor ihnen der rötliche Wein aus der königlichen Domäne Segarcea. „Man will mich also zunächst auf bie Probe stellen", meinte Sanders. „Genügten den Herren meine Erfolge nicht?" „Sie wissen doch, daß die zünftigen Geologen sich immer noch ablehnend gegen die oaguette divi- natoire verhalten. Was diese Herren nicht auf der Bergakademie gelernt haben, das glauben sie nicht. Bor allen Dingen nicht, wenn ein Nichtfachmann mit neuen Entdeckungen kommt. Daß ich persönlich auf Sie schwöre, brauche ich Ihnen nicht erst aus» einanderzusetzen." „Ich kann mich auf nichts weiter einlassen. Sie kennen meine Bedingungen. Wenn die Kompagnie ohne mich auszukommen glaubt, so soll es mir recht sein. Ich reise dann sofort nach Konstantinopel. Wir sind im östlichen Armenien in der Nähe von Ersindjan gewaltigen Erdöllagern auf der Spur." „Ich siehe Sie an, bleiben Sie noch einige Tage. Morgen möchte ich Sie wieder mit nach (Eampina nehmen. Eine unserer Bohrungen ist bei 490 Meter findig geworden. Leider läuft das Del nur schwach. Mir läge sehr viel an einem Gutachten von Ihnen." „Drei Tage will ich noch jugeben und verlange dafür 500 Dollar." „Spielen Sie nicht billiger?" „Rein." „Also wir fahren morgen früh", seufzte der Direktor. „Wann kann ich Sie abholen?" „Von 5 Uhr an." „Nachmittags wäre etwas spät." „Vormittags meinte ich," „Um Gottes willen! Vor zehn Uhr höbe ich nicht ausgeschlafen. Man muh hier in Bukarest doch bie Nächte ausnutzen." „Also um zehn Uhr." „Sagen wir um zwölf. Wir nehmen bann hier noch ein kleines Frühstück zu uns." Der Rumäne grüßte eine junge, sehr elegante Dame, bie — trotz ber Hitze im langen Nerzmantel — zum Nachbartisch schritt. Ein Offizier in eng anüegenbcm Waffenrock folgte. wohlvorberettete und beshalv auch für oie Sache jo erfolgreiche Versammlung. Am Abend sprach die Rednerin noch in Büdingen. Kreis Alsfeld. H Alsfeld, 22. März. Gestern sand in der hiesigen Turnhalle die angekündigte sachpolitische Bildungstagung der Reichszentrale für Helmatdienst, Landesabteilung Hessen, statt, die aus dem Kreise und der Stadt Alsfeld gut besucht war. Es fanden drei Borträge statt. Zur Eröffnung der Tagung begrüßte der Geschäftsführer der Landesabtellung. Herr Olmert, die Erschienenen, wobei er die Ziele und Ausgaben der Reichszentrale für Heimatdienst näher erläuterte als einer von Reichswegen geschaffenen Organisation, die vollkommen politisch neutral zur Versachlichung des politischen Lebens dienen soll. Den ersten Vortrag hielt Studienrat Strem- mer aus Kassel über „Die Großmächte der Geaenwart". wobei er ein anschauliches Bild über die weltpolitische Kräfteverteilung nach dem Frieden von Versailles gab. Er kam dabei zu dem Ergebnis, daß der wirkliche Sieger aus dem Weltkrieg Amerika sei, daß sich seit dem Friedensschluß bereits bedenkliche Risse in dem Friedensvertrage gezeigt Mtten, und daß Frankreich in letzter Zeit in wichtigen Fragen in Gens, in der politischen Angelegenheit unv in der Ruhrfrage vor England zurückgewichen sei. Jedenfalls hätten sich die weltpolitischen Kräfteverhältnisse seit dem Fviedensschlutz bereits wesentlich verschoben, was Deutschland mit Aufmerffamteit verfolgen müsse. Den zweiten Vortrag hielt Privatdozent Dr. Friedrich Raab aus Frankfurt a. M. über „Die Londoner Vereinbarungen und der Da w e s p l a n". In überaus anregender und fesseln der Welse gab der Vortragende ein anschauliches Bild von der Bedeutung und Tragweite des Dawesplans. Besonders interessant waren bw Darlegungen über unsere finanzielle Belastung aus dem Dawesplan, die der Vortragende ar Hand der einzelnen Ziffern sehr eiMeheick» beleuchtete, wobei er zu dem Ergebnis kam, daß dem deutschen Volke finanziell jedenfalls eine sehr schwere Last auferlegt sei. Ob diese tragbar oder nicht tragbar sei, lasse sich nicht mit einem bestimmten Ja oder Rein' beantworten. Den dritten Vortrag hielt Studienrat Dr. F. König aus Gießen über das Thema: „Vom Reich, vom Volk und seinen Grenzen". Ausführungen hatten einen volkspolitischen Charakter, wobei der Vortragende an Hand ber geschichtlichen Entwicklung Deutschlands ein anschauliches Bild über deutsches Volkstum im Vergleich zu den Landesgrenzen und Sprachgrenzen zu geben wußte und den Kampf des deutschen Volkstums nn Westen und Osten unseres Reiches um seine Existenz schilderte. Besonders interessant waren die Ausführungen über das derzeitige Verhältnis von Glsah-Lothrinaen zu Frankreich, das gegenwärtig In einem heftigen Kulturkampf mit der französischen Regierung stehe. Man sehe dem Ausgang mit Spannung entgegen. Infolge der vorgerückten Stunde konnte Über den letzten Vortrag eine Aussprache nicht mehr ftattfinden. Die Erschienenen dankten den drei Vortragsrednern für die lehrreichen und sehr anregenden Vorträge durch lebhafte Bei sallsbezeugungen. In einem Schlußwort sprach Regierungsrat Strack vom Kreisamt AlSfelo den Veranstaltern der Tagung namens des Kreises Alsfeld dessen Dank für die wohlgelungene Tagung au». v. Als selb, 23. März. (Oberreat- schule.) Rach einer Pause von 10 Jahren ist wieder ein Jahresbericht der Schule erschienen. Das Programm für das abgelaufene Schul jahr 1924/25 zeigt, daß die Anstalt in 11 Klassen von 215 Schülern und 21 Schülerinnen besucht war. Davon waren 203 evangelischer Konfession, 15 katholisch und 18 israelitisch. 153 Schüle> waren in Alsseld ansässig, 74 aus Hessen und < aus anderen deutschen Staaten. An der Schult unterrichteten 15 Lehrkräfte und 3 Hilfslehrer. Die Reifeprüfung am 3. März haben sämtliche Schüler (18) bestanden. *!* Rieder-Ohmen, 24. März. Eine g e => heimnisvolle Geschichte hat sich dieser Tage auf der Straße zwischen hier uich Elpenrod zugetragen. Einem jungen Manne, der nach Elpenrod ging, begegnete dn Auto, das kurz hinteq ihm umkehrte und auf ihn zufuhr. Die Insassen, fragten ihn, ob er mitfahren wolle. Ass er verneinte. erflärten sie ihm, er müsse mitfahren „Schöne Frauen haben Sie hier", bemunberte ber Deutsche. „Und Gott sei Dank selten tugendhaft", sagt« ber Rumäne. „Jene auch?" fragte Sanbers. „Ich kann mich leiber nicht au ben Intimen ber Fürstin Lahory rechnen. Da Die schöne Linbo aber seit zwei Jahren Witwe ist, so nehme ich an „Daß sie es Gott sei Dank nicht allzu genau nimmt." ,/Jm Gegenteil", sagte Stefanescu, „Eine Witwe will bock wieder heiraten. Da gehört Vorsicht zum Geschäftsbetrieb." — Rach beenbetem Diner nahmen sie ben tür kischen Kaffee in ber Holle. Die Fürstin mit Ihren Begleiter saß in ber Nähe. Interessant sah San bers einige Male hinüber, ohne einen Blick oon ber schönen Frau aufzuiangen. Der rumänische Ritt meister schien ihr eifrig ben Hos zu machen, wäh> renb sie gelassen seinen Rebeschwall über sich ergehen ließ. , Der Kellner brachte Stefanescu em Billett. Die fer las überrascht. „Die Fürstin Lahory möchte Sie fennenler nen", sagte er lebhaft. „Sie hat von Ihrer Tätigkeit gehört unb behauptet, sich für bie baguette bivinatoire zu interessieren." „Ich bin bereit", entgegnete Sanbers. „Doch kann ich nur Deutsch sprechen.' „Aber Sie verstehen doch glanzenb Franzo sisch?" „Geschäftlich, wenn es nicht anders geht. Pri vatim nicht?" _ „Ich begreife", sagte ber Rumäne unb mo fierte sich innerlich über ben schwerfälligen Den! sehen. Sie erhoben sich unb gingen zum Tisch ber Fürstin. Stefanescu stellte vor. „Herr Sanbers möchte nicht in ber Sprach« feiner (Erbfcinbe reben", erklärte er wenig taktvoll Lächelnd reichte ihm bie Fürstin bie Hanb zurr Kuß. r . „Ich freue mich außerorbentlich, eine so mter effantc Persönlichkeit kennenzulernen", begrüßte si« ihn in tabellosem Deutsch. „Setzen Sie sich ein wenig zu uns. Sie müssen mir erzählen." (Fortsetzung folgt.) die lehrreichen unk durch lebhafte 2ei t Schlußwort sdrach n KreiSamt Melo gung namad des nf für Wt toi# rct (ObemaV w W Ichnn ist ;l der Schule Mc- 18 abgelaufene Schul Anstalt in 11 ftlaflcr Schülerinnen befud)'. mgellfcher Sonfeffion cktO. 153 SM 74 au8 Hesten uich aien. 2n der Schul, e und 3 -Micher. Mrz ^aben fSmtllch 24. Mrz. Sinegk chke Hal sich b!ese> n hier und SIMM irme, der nach «M- lo, das kriK ufufc. L»e dnM" S. M -r M° er Me miifcch^ äTKTb*®* [ten tugendhaft^ W w*- (i, hen tue ' nal,SnJn rnit lhrcl1 «5 ^•*** -eSK »ff* •** -' flndl ft»*, X : »’S* . vor. Sprach - •RäÄ***' " 5 lo Wt !>«** 'pk»ch bk d. ^^igteT? -Q9un9g '°ch. tft, ftntfvenft, l-feld g^aus * Ä» tc der LZ. ett Or eleM/.die ?^lnch^°! 6en 2A^rn anichonliLr? Ailant waren biv raiwcac Mftum ^ Vortragende ar be. ^bms kam, bah iMall« eine ..Ob diese tragbar lch mcht mit dnent ^antworten. Den 'at Dr. 5. ffönlfl >'• .Dom Leich Grenzen". Diele Wpolttifchen Tha ld« an tzarch der utschlandS etn an« M lototum up. inzen und Spruch :b den Kampf des sten und Osten un- stenz schilderte. Je Ausführungen über on Elsah-Lvthrinaen Tty In einem hefti- nzosischen Legierung lang mit Spannung ücktcn Stunde konnte vnb rooenen tyn zwangen, etnaufltigei, Dlüs- Vcherweise tarn zur rechten Zeit ein Förster hinzu und verhinderte die Entführung. Man Der» mutet, daß es sich um Werber für die Fremdenlegion gehandelt habe Ärcie Lauterbach. hml Lauterbach. 24 März Ein zahlreiches Trauergefvlge gÄlertete am Montagmittag den hiesigen Lehrer Heinrich 2t i n n er zu seiner letzten Ruhestätte. Mit ihm ist ein Mann dahingeoangen, der alS Menlch und Lehrer sich der Liebe und Wertschätzung seiner vielen ehemaligen Schäler, sowie der ganzen Bürgerschaft in höchstem Maste erneute Sein biederer, ehrenhafter Tharakt er. seine außerordentliche Tüchtigkeit alS Erzieher der Jugend hat ihn in den 43 Jahren seiner reich gesegneten Wirksamkeit an der ihiesigen Stadtschule die Liebe und Freund, schäft vieler gewinnen lassen. Das kam so recht bei der Kunde von feinem Hinschriden rrnd bei seiner Beerdigung zum Ausdruck. Sein Tod bedeutet für unsere Stadt, für Stiele uich Kirche einen großen Verlust An feinem Grade entwarf Stadtpfarrer Schlösser ein Lebensbild des Dahingeschiedenen alS eines frommen und ge- rreuen HauSvaterS und LehrerS, eine» ManneS, der über 26 Jahre als Organist und Kantor feine reichen Gaben in den Dienst feiner Kirche gestellt hatte Wie er ein hervorragender Meister tn der schule war, so war er eS auch auf feiner Orgel und im Gesangsunterricht feiner Thorschule Mit herzlichen Worten der Anerkennung der treuen und ersprießlichen Arbeit deS von feinen Kollegen hochgeschätzten ManneS legte Rektor Holler im Rainen des Lehrerkollegiums der Stadtschule einen Strang am Grabe nieder Lehrer Mink- Blitzenrod rief für den Bezirkslehrerverein dem Heimgegangenen Freunde einen herzlichen Ab- .schiedsgruh nach. Den Dank und die Anerkennung SeS Stadt- und Schulvorstandes sprach Dürger- ■mciflcr Walz aus Was der Entschlafene der chiesigen Kirchengemeinde als Organist und Kantor war und wie viel der Kirchenvorstand mit Lehrer Rinner verlöret! hat, brachte Dekan M ü (- f e r mit herzlichen DankeSwor ten zum Ausdruck. Dem Freunde und Berater des Kirchengesangvereins legte Professor Bentz einen Kranz aufs «Grab Auch ehemalige sowie die letzten Schüler brachten ihrem verehrten Lehrer ihren Dank und TMumen zum Grabe Das Gedächtnis des verdienten ManneS wird weiter leben. Starkenburg «uv Rheinhessen. Darmstadt, 24. März. (TDilff.) Auf Anlegung deS Hessischen Automobilklubs wurde in Darmstadt eine DerkehrSw ach t für Hcs - s c n gegründet, um die Schwierigkeiten der Q3et- kehrsregelung. besonders mit Kraftsahrzeugen, in den Städten und an der Bergstraße durch Selbstzucht und Selbstschutz beseitigen zu helfen. " Darmstadt, 24. März. Die Unterschlagungen deS sozialdemokratischen Stadtverordneten Hille, der als Oberinspektor bei der Stadt beschäftigt war. scheinen sehr erheblich zu fein. Die Feststellung dco unterschlagenen Betrages ist außerordentlich schwierig, es handelt sich im wesentlichen um Beträge, die für die städtische Getränke st euer entrichtet wurden. Auster Hille kommen noch andere Personen in Betracht. Runmehr hat die Staatsanwaltschaft alle Personen. die feit 1923 Getränkesteuer zu entrichten hatten, ausgefordert, die in ihrem Besitz befindlichen Belege vorzulegen. Vielleicht gelingt es auf diese Weise, den Umfang der Unterschlagung einigermaßen zu ermitteln. — Da es bi« jetzt noch nicht gelungen ist, den Tätern deS GinbruchSdlebstahls im Stadthaus in - der Rächt zum 26. Februar auf die Spur zu kommen, hat die Stadtverwaltung eine Belohnung von 1 000 Mark für die Ermittelung der Täter ausgesetzt. Diefen find ungefähr 9000 Mark in die Hände gefallen. Amorbach, 24. März. (Wolfs.) Der Prokurist Josef Straust auS Frankfurt a. M. wurde vor 2 Jahren in Hannover ermordet. Der ■eine Täter, ein Kaufmann Dräy, wurde ermittelt, und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Jetzt wurde auch der zweite Mörder. In Gestalt Des Drogisten B ä h r e, auf dem Reidhof bei Amorbach, wo er sich als Knecht verdingt hatte, tc ft genommen. Hessen-Nanau. fpd. Frankfurt a. W., 24. März. Hier bimmelt cs augenblicklich von Schwindlern. So tritt ein falscher Gerlchtsvoll- tzieher auf, der unter Vorlage angeblich amtlicher Schriftstücke sich vorwiegend bei Geschäftsleuten einen ..Kostenvorschuß" auf eine angebliche Streitsache geben läßt. Dann macht ein falscher Steuerbeamter die Stadt unsicher, der mit felbstauSgefülltcn Dlankoformu- laren angeblich rückständige evangelische Kirchensteuern cinzutreiben versucht. Beide Betrüger haben leider vielfach Glück, besonders bei den Frauen. — Die Kriminalpolizei verhaftete in dem Arbeiter Reinhold Roll einen unge- wöhnlich vielseitigen Verbrecher, der durch zahllose Tricks seine Mitmenschen ums Eigentum zu bringen verstand. Als Bettler suchte er Herrschaften in allen Stadtteilen auf und kundschaftete bei dieser Gelegenheit Diebstahls» Möglichkeiten aus, nahm aber, wenn sich die Gelegenheit dazu bot, gleich auch die erreichbaren Kleider von den Flurgarderoben mit. Dann brach er einige Rächte später in die Wohnung ein. So hat er in vielen Fällen mit großem Erfolg gearbeitet, bis er jetzt abgefaßt wurde. In seiner Wohnung sand man ein bedeutende- Lager von Kleidern, Stiefeln, Uhren, Wäsche, Zigarren und vielen anderen Sachen. Frankfurt a. M. 24. März. (Wolff.) Die Arbeitnehmer in den Lederfabriken in der Umgebung von Frankfurt a. M haben, nach- '»em Verhandlungen über Lohnerhöhung zwischen den Organisationen und vor dem Schlichtungsausschuß resultallos verlaufen sind, ihre Arbeit in den einzelnen Betrieben aufgekündigt. Diesem Vorgehen haben sich auch die in den Lederfabriken beschäftigten Maschinisten und Heizer angefchlosfen. Rotstandsarbeiten zu verrichten, hat die Arbeiterschaft abgelehnt. Durch die Regierung Wiesbaden wurde daher der Technischen Rothilfe die Genehmigung zum Einsätze erteilt. Kleine Strafkammer Gießen. * Diesten, 20. März. Die Ehefrau P. au- Frankfurt a. M. und ihr Vater Heinrich D auS Rohrbach hatten im Rovember 1923 ohne behörd- liche Erlaubnis einen geschlachteten Hammel nach Frankfurt ausgeführt bzw. ausführen helfen. Sie Waren deshalb vom Schöffengericht wegen Der- gehens gegen die Verordnung über HandelS- befchränrungen sowie wegen Uedertretung gegen daS Flelfchbe^chaugesey zu Geldstrafen verurteilt worden. Ihre Berufung hiergegen wurde verworfen: das Gericht maß ihrer Behauptung, sie hätten das Fleisch für eigene Zwecke verwenden wollen, lehren Glauben bet Dem HandelSmann H tn Ortenberg war jur Last gelegt, Vieh in Frankfurt eingeführt Sv haben, ohne dieses in das Straßensteuerheft einzutragen (§ 32 ilmfaQftcucrgefeß * DaS Schöffengericht sprach ihn mangels Beweises frei und legte die gesamten Kosten, auch diejenigen der Verteidigung, der Reichskassc auf Gegen die Belastung der ReichSkasfc mit den Kosten der Verteidigung richtete sich die Berufung der Staatsanwaltschaft. Sie war teilweise von Erfolg, da bei den rein tatsächlichen Verhältnissen, die Zuziehung eines Verteidigers als notwendig nicht anerkannt wurde. Wirtschast. ' Der deutsche Erzbergbau im Februar. Bei den Siegerländer Gruben trat in Förderung und Absatz gegenüber dem Vormonat keine Veränderung ein. Dagegen haben die Selbstkosten in letzter Zeit eine neue Steigerung erfahren, so daß auch eine Ausbesserung der Eifensteinpreife nahelag. Trotzdem bleiben die im Februar geltenden Preise auch für März unverändert bestehen, da die Gruben ihren vollen Absatz behalten wollen. Die kleine Dersandbele- bung, welche sich Im Lahn- und Dillgebiet und Oberhessen auf dem Gisenerzmarkt im Vormonat bemerkbar gemacht hatte, hielt auch im Februar an, ohne daß es indessen den Betrieben möglich gewesen wäre, wirtschaftlicher zu arbeiten. Die erzielbaren Preise decken noch immer nicht die Selbstkosten, und sie werden fic fo lange nicht decken, bis die Reichsbahn durch eine ent» sprechende Senkung der Frachtsätze einen erfolgreichen Wettbewerb mit den ausländischen Erzen ermöglicht. Die Löhne haben den Stand der Vorkriegszeit um etwa 5 bis 10 Prozent überschritten, auch hie Materialpreise, besonders für Sprengstoffe, Fette und Holz find für die finanzielle Tragfähigkeit der Grubenbetriebe noch viel zu hoch. • D i e Reichsbank schüttet 10 Prozent Dividende für 1 9 2 4 aus. Der Abschluß für 1924 zeigt ein sehr günstiges Ergebnis: der Rohgewinn beziffert sich auf 307 073 350 Rm., von dem die Ausgaben mit 184 559 160 Rm. in Abzug zu bringen sind, fo daß ein Reingewinn von 122 514 191 Rm. sich ergibt Davon werden dec gefehlichen Rücklage 24 502 838 Rm. überwiesen, 55 608 515 Rm. erhält das Reich, die dem Rentenmark-Tilgungsbestand zufließen. Den Anteilseignern stehen 42 402 838 Rm. zu, sie erhalten 10 Prozent Dividende auf das eingezahlte Aktienkapital von 90 Mill. Rm. 9 Mill. Rm. Der Rest wird der Sonderrücklage für künftige Dividendenzahlung zugeführt. Reichsbankpräii- dent Dr. Schacht begründete diese große Rückstellung damit, daß die Reichsbank hoffe, den Diskontsatz in der Zukunft wesentlich ermäßigen zu können, wodurch die Gewinne naturgemäß ungünstig beeinflußt werden. Zur Bilanz führte der Reichsbankpräsident aus, daß sich das Kapital im laufenden Jahre um 32 783 000 Rm. erhöht habe. 2n der Bilanz werden ausgewiesen an Guthaben an ausländischer Währung, Bestand an ausländischen Roten, Auslandwechseln und Schecks 1,306 Milliarden Rm., an eigenen Wertpapieren mit 172 Mill. Rm. Unter den Vermögenswerten werden Ansprüche aus gewaltsamer Fortnahme durch Ruhrbefehung und Separatisten mit 1,784 Mill. Rm. aufgeführt: Gebäude und Grundstücke mit 30 Mill. Rm.: Forderungen aus der Auseinandersetzung mit dem Reiche mit 143,7 Mill. Rm. Die Verpflichtungen beziffern sich insgesamt auf 1,511 Milliarden Rm. Abschluß und Bilanz wurden genehmigt, ebenso die vorgeschlagene Ausschüttung einer Dividende von 10 Prozent. Aus dem Geschäftsbericht ergibt sich, daß die Gefamtumfähe 526 Milliarden betrugen, davon 223 Milliarden bei der Reichshauptbank. Der Goldbestand stieg auf 760 Mill. Ende 1924. Der Personalbestand der Reichsbank ging von 22 909 Ende 1923 auf 14 635 Ende 1924 zurück. spd. Mitteldeutsche Ereditbank, Frankfurt a. M. Die ordentliche Generalversammlung, in der 34 Aktionäre 16 155 620 R.-M. Stamm- und 20 030 R -M Vorzugsaktien vertraten, genehmigte den Geschäftsbericht für 1924 und setzte die Dividende auf 8 v. H. fest. Ein Aktionär regte an. bei der Gewinn- und Der- lustrechnung das Unkostenkonto genau zu spezifizieren. Ein Antrag, der völlig erschöpften Wohl- fahrtskaffe aus dem Reingewinn 40 030 R.-M. zuzuweifen, wurde von der Verwaltung mit der Begründung abgelehnt, daß die Verhältnisse das zur Zeit nicht gestattetem Für Unterstützungen und Pensionen feien jedoch zu Lasten dos Unloft enfonto« Summen auegegeben worden, die f.?br erheblich größer feien als die beantragten 40 000 Mark. Auch die Versammlung lehnte den Antrag ab. Die ausscheidenden AufsichtSratSmitglieder wurden wiedergewählt. * Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M, 24. März An der Abendbörse. die weiter unter dem Zeichen großer GefchästSunlust stand, ließ sich die Stimmung etwas freundlicher an, indem das Angebot sich nicht mehr so scharf fortseyte. Die Kursänderungen waren minimal, teilweise um ein Geringes erholt, ' es erfolgten aber auch neue Abbröckelungen, so daß die Stimmung als nicht einheitlich anzusprechen ist. In Anleihen wurde dagegen weiter realisiert. Im freien Verkehr schlossen 3pioz. Reichsanleihen zu 0,677' .. Der Bankaktienmarkt zeigte gehaltene Kurse. Die Börse schloß gefchättslos bei wenig veränderten Kursen. Bankaktien: Berliner Handelsges llschast 157, Commerzbank 108,25, Darmstädter Bank 137.50, Deutsche Dank 134. Disiontogessllfchaft 125,37, Dresdner Dank 114,53, Metallbant 117,50, Mitteldeutsche Kieditbank 106.75. Reichsbank 150. Oester- reichische Kreditaktien 9,10. Montanaktien. Deutsch-Luxemburg 72,50, Gellenkirchen 81. Har- Pener 138,50, Mansfclder 425, Oberbedarf 10,62, Otavi-Minen 28, Tellus 3.50, Kali Aschersleben 17.50. Kali Westeregeln 22. Chemische Aktien: Badische Antlin 145,37, Scheideanstalt 141. Elberfelder Farben 27,37. Th. Goldschmidt 112.50, Höchster Farben 27,50, Holzverkohlung 8. Rüt- gerSwerke 16. Sleitroaktien: AEG. 11,43, Licht und Kraft 6,80, Lahmeyer 80. Transportwerte: Rordd. Lloyd 3,75, Schantungbahn 4. Sonstige Jndustrieattien: Kleyer 3.62, Dyckerhoff 4,60, Holzmann 5,75, Gebi Junghans 12. Karstadt 4,60, Kemp-Stettin 0,52, Rheinisches Metall 67,62, Wayß und Freytag 3,475, Offsteinzucker 3,55. Börsenkurse. l'rtupifdK KoutotS . . Hesirn.......... 1.15 1 01 126,25 125,75 10.5 2,5 1-8 5 — 91 $5 85,2 146 16,25 16,50 89 103,5 1 1 4 05 Banknoten. tü 7» 3,9 112 27,15 27.3 82.73 139.5 15« 134.5 465 0,190 1,10 1 11 157.25 1(N.5 1.7,5 131,25 139,5 17 5 15 108 2 159 148 12.20 « 9 10.8 55 90 106,5 105 75 3,50 87 3 80 63,75 73 11,60 18 11.3,25 28 .8.13 69 O.kl 0 M 1 14 0.4i 0,96 1,015 3.6; 5.6 0,6775 0.86 0 M 1 13 0,170 0,975 117 0.46 114 27 "5 27,90 8 16,2. 141 11.60 94 75 91 9 10 160 108 75 138 134 25 o .26 126 13 118 107,5 9 0,11 SS:::::::::: TruHdje Sertb. Dollar-Lnl. bto- Toll Schal».Ämretln-'j 1.15 1 94,75 H .75 9 80 11.60 18.10 22 6,75 10,62 10,62 8,1 102,25 o.:« 125.40 117 5 106,75 9 I 0,11 F5.4O 3,75 5,75 145 4) 0,45 1 12,5 27.-5 27,50 8 16 141 <1 40 17.85 81.', 63 75 72,5 :. 62 86.50 1 3 75 3.15 8 5 6 83 10.6! h .'3,62 105,25 0,730 l- 88 0.8,5 106 I 82 17,31 5.7 3,2 8.5 0.65.5 1,1 131 25 2,27 3 6 2 52.5 103 3,30 86 3,7. O 730 0,880 0,8-1 1.115 0,470 0.98 04,n *1 75 0,6. I '5 131 2,3 3,7 2,60 12,50 4 .5 3,4 22 13 7 2 11,125 6? 2,25 3.4 2 6 12,33 2 25 3.5 2,62 12,3 106,2> 9 0 2 81,18 17 50 10-» 78 0 >2,10 i40 5*'. TegtftSe RklchSonlrN)« . CI» Tru'scht RrlchSanIcihe . 8',,°/. leuksch- 'Jktd»-an leibe 8* £rutfdK 'Jieu64aiikibe . leim die evcruramienan leibe 1 98 9,9 *le Hcnturftn......... 5*/« @.lhmerifaner Berliner Hondel-acsellschaft. Lommer; und Privai-L-ank. Ta rum. und 'Jlarioimlban! . Teunche Bonk......... Tcmfctie BeieinSbont .... DiSeonio Cornmandil .... Meialldanl........... Miitcldcutiche Lredilbank • . CefteiTei(f)tfd)e Crebitanftalt. Wcstdauk........... Bochumer Satz ....... Buder S........ Taro Deuvcd VurcmburQ...... ^.Usenkirchcncr ^eratoert« . . feorpener j-ci^bau...... staliwerkc Aschersleben. . . . Äoiirocrf Westeregeln Itourabuttc........... Cbcrbcbarf .... Vbonu Bergbau pit-cmuadl........... Rikd.'t Montan........ TelluS Bcrabau Hamdurg-?lmcrika Paket. . . Rorddeulscher "lovd..... Lheramische Werke Albin . . ^iemtulmcrk Heidelberg . , . Vi-ilipv Holjinonn...... Analo Tont -Guano..... Badische Anilin........ komische Mayer Slavin . . Molblrt mtbt (V-ried.eimer Electron .... Höchster lyarbroerte 6oUDcrlot)(ung........ iHütflcräiorrfe......... Echcideanstalt......... 91Hg- Elektrijiläir.Sesellschaft Bcrflmaim........... *j|’rtiifmftroerfe........ Cd) udert........... Siemens L Halske tüblertverTe Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Hcyliacnftaedt......... ■’ eguin............. Motorenwerke Mannheim . Rianffurt.r Armaturen . .. uoiiservcnfabrik Braun . . . Mckallnesell chast Frankfurt. Pcl Union A -G..... . Schub'abrtt Herz Sichel.............. ZeUsto ' Waldyos...... Huderfabdf Frankenthal . . Zuckerfabrik Waol-auiel - . . Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. (^n Billionett'Mark auSaedrückt- BuenoL-Airet, London, Neu» Sork, x1auan, Rio d.- Janeiro für eine Elubeii. Wien and lodavcs» für 100000 Einheiten, alle» übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Wrtm*»nrtt W Brrfbt nut* borlt Stitufo flut« SdiiiBL Wittag- t-*de Datum: 21.3. 24 3. 23.3. 24 3 21. Mär; 11. Mär; Amtliche Leid Notierung Brte, 8ltii.li. 6: «Leid lotletJl j vmsl.-iitott. 167.41 167,83 id.35 167,81 Buch. AircS 1,658 1/62 l,f 61 1.665 Brss. ’?intn>. 71.235 21 235 21.333 21 395 6brifttania . C5.I.9 M 23 65 32 '5.18 floD.-nhaaefi 76.08 76 28 76 22 76 42 Stockholm 113,05 113,33 113,05 113.38 6clfmoior6 Mallen - . 10.565 17 015 10.603 17.08.3 10,555 17.06 10,59.5 17.10 London. . . 20,057 20 107 20 057 20,157 '.'.'euyork . . PorlS. . . 4,193 4,303 4,195 4.205 21.74 tl 8) 21 97 SH 03 Sdnvetz . fc« 8.3 61 05 80,883 £1 08.5 Sva> ien . b'J 93 60 07 b'J 83 69.97 Japan . . 1 752 J,7o6 1,728 1,7.32 0,466 io de (Van Wien in D-« 6,463 0,465 1,464 £eft. Qbgefl 59,13 60.26 59,1.3 59,27 Prag .... Belgrad . . 12,135 12.175 6 65 12,i?« 12,478 6 61 6 63 6,63 Budapest. . SBuluorkn 5.803 E,8:6 6.8)9 6,829 5,055 8,065 0,051 19 923 8,063 Lissabon 19 92 5 19.97.3 19 975 Taniig. . ■ 79.65 7J 8.5 -V 8 - 80 05 Konst ntin- - 172 2,182 2 174 2,184 Athen- . • • 6 69 <- 71 6,78 6.80 Berlin, 2« Mär^ ®eV> Brle' slmeritanilche Note» ..... 4,18 4 20 9Mflifd)e OZotcn ....... 21 29 21.39 Dänische Noten........ 76 06 76 41 Englische Noten 20 0'28 20.128 Franiäsilche '.'2 06 Holländische Noten...... 167 03 167 87 f"'t iicni'die Noten...... 17105 17 183 Norwegische Noten...... 05 19 05.51 Deutsch ^esterr ,Atoo Jkonee 08.'>9 00.29 9iumänifd)e istoten ...... — — Lchlvediicho Noten...... 112 82 113,39 Sch:»>-i;er Noten....... 80.75 H 15 Evonischi- Noten ...... b'J 80 60,10 Ticheck iownt,sche Noten - . H 39 K Xb Ungartichc Jloiea . ■ ... 5,77 5,79 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 24. März. Die Börse bot heute im allgemeinen das gewohnte Bild. ES herrschte große Geschäftslosigkeit an den Aktienmärkten, dagegen war die besondere Aufmerksamkeit der Spekulation auf Anleihen gerichtet. Die Tendenz war bei Beginn des Verkehrs auf der ganzen Linie schwach, da die Spekulation mit Rücksicht auf den bevorstehenden Ultimo keinerlei Unternehmungslust aufbrachte und das Publikum mit Abgaben hervortrat. Wenn auch die Abgaben auf allen Gebieten gering waren, so vermochten sie doch bei der nicht vorhandenen Aufnahmefähigkeit des Marktes allgemein Kursverluste ausxulöfen. Man besprach dabei an der Börse vor allem die Erscheinungen auf den zur Zeit stattfindenden Messen. Da allgemein über schichte Geschäfte geklagt wird, schließ man daraus, baß die Lage in den meisten Industrie- und Gcwsrbe- zwcigen sehr ruhig ist, daneben wurde bekannt, daß im Kohlenbergbau tneitere Feierschichten eingelegt worden sind. Gut gehalten waren bei Beginn des heutigen Verkehrs lediglich Vorkriegspfandbriefe. in denen rege Umsätze fiattfanben Von Kolonialpapieren behaupteten Diamant ißren Kurs von 22*/«. weil angeblich eine größere Rückzahlungsverpftichtung der Gesellschaft über 8proz. Fonds auf 10 Jahre prolongiert fein soll. Der Geldmarkt behielt fein fluffige» Aussehen bei. Es scheint, als wenn die Disponierungen der Danken für den Ultimo inzwischen als unnötig erkannt tourben, so daß b?r Geldmarkt auch trotz deS nunmehr herannahenden Quartalswechsels kurzfristige Gelber reichlich zur Verfügung hat. Insbesondere soll die Seehandlung zur Zeit sehr kritisch sein. Man horte Tagesgeld mit Z biä 9 Proz., Monats- geld 10 bis 12 Proz. Privatdiskont 8 Proz. Der internationale Dedisenverkehr lag allgemein ML Auszahlung uontxm gegen Kadek Paris wurde vormittags mit 91,75 genannt, das bedeutet gegenüber den Vortagen eine leichte Be feftigung des französischen Franken Frankfurter Häuteversteigeruugen. fpd. Frankfurt a. M. 24. Marz. Heute nachmittag begannen die Versteigerungen vor rund 7000 Großviehhäuten, 9300 Kalbsellen. 330< Hammelsellcn. Der Bc'uch von Käu'eru war fehl gut. Die Preise für Schasfelle stellten siw drei bis -ebn Prozent höher als im Dormonai. Kalbfellerzielten eine Preissteigerung von fünf bis sechr Prozent leichste Rinderhäute erfuhren einen Preisaufschlag bis zu sechs Prozent gegen bk Äormonatsprefte. Frankfurscr ®c!rc;ßeT)örfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a. M. 24. März Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer. 19.50 bis 25, Roggen. inländischer 19.50 bis 23.25, öommergerft* für Brauzwccke 23 dis 30. Hafer, inländische. 17 bis 22.25. Mais (gclo) 20. Weizenmehl, in ländisches. Spezial 0. 39 dis 40.50, Roggenmeh 32.50 vis 34. Wei,zcnklcie 13 bis 13 25. Roggen lleie 14.25 bis 14.50 Tendenz: Stetig, für Roggen und Roggenmehi fester. Berliner Produktenbörse. Berlin, 24. März. Der Produnenmartt war fest, besonders für Roggen, spcite- wurde die Tendeirz wesentlich ruhiger 'Abfchwächend toiifte vielleicht das wanne Wetter. Gerste war ruhig. Hafer etwas vermehrte SrporlNachfrage, ebenso Roggenmehl gefragt Weizenmehl blieb ruhig. Es wurden notiert für je 1000 Kiko Weizen, mark. 248 bis 251. do. April 266. do Mai 273 bis 275, do Juli 270 bis 272, Tendenz fester, Roggen, mär! 230 bis 234, oo. Juli 238 bis 239, Tendenz fest Gerste, mark, 225 bü' 246, Suttcrgerftc 205 bis 224, Tendenz behauptet, Hafer, märf. 183 vis 190, do, Juli 185, Ten den,; stetig. Mais, Mai 181 bis 181,50, do. Juli 176. Tendenz rußig, Raps 395, Tendenz stetig Leinsaat 390 bis 400; für je 100 Kilo. Weizen mehl 32.75 bis 35,50, Tendenz fester, Roggen mehl 31,50 bis 33,75. Deizenlleie 13,80 bis II, Tendenz still, Roggenkleie 14,40 bis 14,50, Tendenz fester, Diktorlaerbsen 22 bis 29, kleine Erbsen 18 bis 20, Futtererbsen 18 bis 19, Pe luschken 18 bis 19, Ackerbohnen 19 bis 20, Wickel. 18,50 bis 20, Lupinen, blakt 11 bis 12, do. gelb 13,50 bis 15,50, Veradella, neu 13 bis 15, Raps kuchen 15,30 bis 15,60, Leinkuchen 21.20 bis 21,70 Trockenschnitzel 9,80 bis 10, Torsmelasse 9 bk 9,10, Kartoffelflocken 18,90 bis 19,10 Ans dem Amtsverkinrdsattnasblatt. ' Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 24 vom 24. März enthält: Feldbereinigungen Allendorf a. d. Lda und Langd. Dienstnachrichten. (In einem Teil der Auflage wiederholte Neuwahl der Hessischen Regierung. Scharfe Opposition der Nechten gegek das Kabinett Ulrich. Darmstadt, 24. März. (Eigen. Berichte Die heutige Landtagssitzung verlief ohne die Spannung, die im Januar vorigen Jahres ge herrscht hatte. Die Galerie war mäßig besuch! nur die reservierte Galerie wies fbarten Besuch auf. Der Platz des Abgeordneten l r i ch, bei fein 40jähriges parlamentarisches Jubiläum feierte, war mit Blumen geschmückt. Der Präsident eröffnete die Sitzung um lOVt üßr und wies in seiner Ansprache auf das Jubiläum hin und erklärte, daß der Abgeordnete Ellrich der älteste Parlamentarier in Deutschland sei. Zunächst werden kleine Anfragen erledigt, darunter eine Anfrage der Abg. Sri. Birnbaum über das hohe Schulgeld an den höheren Schulen. Ministerialdireftor Urft ab t erwiderte, daß die Regierung wegen dei augenblicklichen finanziellen Lage den Schulen nicht helfen könne. Es fei eben noch tragbar. Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung die Wahl des Staatspräsidenten. Abg. Kaul (Sozi schlug den Abg. Ulrich vor, Abg. Dingeldey (D. Vp.) den Abg. v. Helmold (Hess. Bb.), die Abg Frau Roth den Abg. Dr. Greiner (Korn) als Kandidaten vor. Die Wahl erfolgte durch Stimmzettel. Es wurven 65 Zettel abgegeben, und zwar 39 für Ulrich, 20 für Helmold, 4 für Greiner und zwei Weiße Staatspräsident U l r i ch ist damit wieder- gewählt. Der neugewählte Staat .Präsident dankt in seiner Ansprache für die Wiederwahl und erklärt, von einer Regierungserklärung ad- sehen zu können, da die bestehende Regierung schon seit 6 Jahren ihres Amtes walle. Er belief Herrn von Brentano zu feinem Stellvertreter und zum Minister des Innern, her Abgeordneten Henrich zum Finanzminister und Abg. Raab zum Wirtfchaftsminister. Das I u - st i zm i n i st e r i u m wird vom Innenminister verwaltet, bis ein Justizminister berufen wird Der höchste Justizbeamte hat beratend? Stimme im Kabinett erhalten. Die parlamentarische Verantwortung für das Landesbildungsamt hat der Staatsminister. Abg. Dingeldch (D. Dp.) gab hieraus im Rainen der Rechtsparteien eine Längere Erklärung ab, in der Sie Wieder kehr der Weimarer Koalition als Verhängnis voll bezeichnet wird, vor allem wegen der unheilvollen Finanzpolitik, des Steuerdruckes und der Auswahl der Beamten nach parteipolitischen Gesichtspunkten Die drei Rechtsparteien würden mit allen verfassungsmäßigen Mitteln die Auflösung des Landtages und dic Erreichung von Reuwahlen betreiben. Sie verweigerten der Regierung das Vertrauen und fagten ihr in fachlicher, aber entschlossener Opposition entschiedenen parlamentarischen Kampf an. In der Abstimmung wird die Zusammensetzung des Ministeriums gegen die Stimmen der Rechtsparteien und der Kommunisten gebilligt_________________________________ plagt Sie Rheumatismus oder Eicht, fo raten wir Ihnen, 60 Gramm echten Hroga» Extrakt zu kaufen. 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N-nOsteurop ^'en S »11J * Mi««"; 2 Jräg tat* pulte« «• ”■ Lichtspielhaus • Bahnhofstraße Heute letzter Tag: Das schöne Abenteuer Ab morgen bl# auf weitere«: Der erste Großfilm in Naturfarben Lotosblume Die Geschichte einer kleinen Frau Schmetterling. Nach dem berühmten Roman von Frances Marion in 5 Akten. In der Titelrolle die jung*- Japan. Küns L-rin A na JlayW ong. Ort der Handlung; Das malerische farbenprächtige Geheimnisland Japan. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß es sich bei unserem Film tatsächlich um den | ersten vollkommenen | ■ Film in Naturfarben ■ handelt. Dieser Film stellt die neueste Erfindung auf dem Gebiete der Farbenphotographie dar Sie besteht nicht, wie es bei den bisherigen Filmfarben d*-r Fall war, in hahdmaschineller Kolorierung, sondern in direkten Aufnahmen auf farbenempfindlichen Film. Ein Höhepunkt der Lichtspielkunst! Vorher: Baby Peggy als Geschäftsfü hrerin Lustspiel in 2 Akten. — Sowie: Harry und. sein Esel i0^2 Akten. Zn den Machmittagsvoretelln gen haben Jugendliche ermäßigten Eintrittspreis. Großes Orchester. 3051c As.oria-LicNspiele Palast-Lichtspiele HARRY PIEL Kirchenplatz Ab Freiing: Keltersweg Ab morgen Donnerstag: der große Sensationsdarsteller, in: Der Mann ohne Nerven - 7 Akte - Ungeheuer spannende Handlung, fabelhafte sportl. Leistungen, unübertroffenen Mut und Unerschrockenheit kennzeichnen diesen neuesten, überall mit Enthusiasmus aufgenommenen Film. — In den weiteren Rollen nur rstklassige Kräfte, wie Albert Faulig. Dary Holm, Denise Legeay, Hermann Picha uew. Eintrittspreis in beid.Theatern : Mk 0.80,1.00,1.20,1.50,2.00 Anfang 4, 6, 8,15 Uhr — Sonntags ab 3 Uhr «•V In fast allen einschlägigen tie*chüfien künfllctu 2808ss Üitiön-Äugsburg