ar. qr Erstes Blatt 175. Jahrgang Mittwoch, 25. Februar 1925 Erscheint täglich, außer Somu und Feiertag«. Beilagen: GießenerFomilienblütt« Heimat im DUd. Monat».vez^,preis: 2 Goldmark a. 20 (Bolb- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Ferns p rech. Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. rln;riaer«iehei». Postscheckkonto: firanffurt a. M. 11686. GietzennAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'fche UniverfitälrGuch- und Stchtörndtrci H. Lange in Stetzen. Schrtfttettung und Sefchäftrftelle: Lchulfttatze 7. Annahme von Inyctate für die Iage»numm«r oi» zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichbeiü Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite önlich8, ousöärt« 10 Goldpfennig; für Re- Klame-An zeigen v 70mm Breite 35 iholfrpfenniQ, Platzvorschrist 20 ,Aus- fchlog. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton' l)r.Friedr 2v,lh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Sachliche Politik. Der Reichskanzler hat in der groben Rede die er am Montag abend bei dem ersten Bankett der deutschen Presse hielt, jene- Ziel wieder aufgegriffen. und in den Vordergrund geruckt, d".S bereits an der Spitze feiner Regierungserklärung stand und das ganz schlicht in zwei Worten ausgedrückt wird: sachliche Politik. Herr Dr. Luther ist bei aller Energie seines Handelns, für die ja das unpopuläre Werk der Haushalts- und Währungsstabilisie- rung ein starker Beweis ist, doch auch eine grüblerische und reflexible Ratur. ein Mensch, der in seiner Aufgabe ein Problem sieht, zu dem er erst durchdringen muh, bis er den prak- tischen Weg beschreitet, der zu seiner Lösung führt. So hat Herr Dr. Luther in dieser Rede denn auch den Begriff sachlicher Politik hin und her gewogen und abgetastet. biS er ihn schlieblich so interpretierte: sachliche Politik heißt, dah die Regierung ohne Rücksicht auf spart ciftellungcn daS Ganze suchen muh. Das soll nicht etwa eine Politik der faulen Kompromisse sein, sondern eine Politik der Synthese, der Zusammenfassung und damit der Gewinnung eines neuen Standpunktes zum weiteren Boranschreiten deS Volkes Herr Dr. Luther war vorsichtig genug, hinzuzufügen, dah daS wenigstens das Ziel und Wollen der Regierung sei. Vorsichtig genug, weil wir ja schliehlich alle wissen, dah gerade die Streife, aus denen eine Regierung, eine parlamentarische Regierung ihre Kräfte ziehen soll, bei uns nur zu sehr in der PrariS genau das Gegenteil betreiben Wir sind doch dabei, gerade in diesem Ölig mblid wieder in eine Zuspitzung der parteipolitischen Gegensätze hineinzuwachsen, wie sie selbst in den letzten sechs Jahren in solcher Schärfe nur selten waren. Die Sozialdemokratie treibt eine Opposition, die im Parlament allein nicht ihr Genüge findet, sondern ihren Schwerpunkt sogar ins Land hinaus zu verlegen fucht und dabei in Wirklichkeit die Geschäfte der Kommunisten besorgt. Ein seltsames Paradoxon, wenn man bedenkt, dah doch der erste Vertrauensmann der Linken, Herr Dr. Marx, sozusagen selbst eine Politck der Synthese, der Zusammenfassung. durchführen will- Wenigstens ist der Gedanke der Dolksgemeinschaf tt an sich nur der praktische Begriff für dasselbe was Herr Dr. Luther akademischer als eine Politik der Synthese bezeichnet Ein Unterschied besteht freilich, und zwar ein sehr entscheidender älnterschied. Und das ist, dah Herr Dr. Luther ausdrücklich feine parteipolitische Reutralität unterstreicht, und zwar nicht nur mit Worten unterstreicht, dah er sich die Kräfte, die an seinem PersönliMkeits- programrn Mitarbeiten wollen, herholt, wo sie ihm zuströmen, während Herr Dr. Marx, nachdem er doch eigentlich selbst die Verschwommenheit eingesehen haben muh, die sein Projekt im ersten ötabium hatte, feine Idee jetzt so auslegt, dah sie nur eine Volksgemeinschaft der Linken umfassen soll. Gewih, eine Volksgemeinschaft oder eine Regierungskoalition kann nicht Gesinnungsgemein- schast sein, denn dann könnte man die verschiedenen Parteien ja nur viel richtiger und einfacher in einen Topf zusammenwerfen. Soweit haben die Sozialdemokraten mit ihrer Argumentation durchaus recht. Aber, man kann doch auch nicht ein Pferd vorne und das andere hinten vor den Wagen spannen, ein solches Der- sahren mühte jede Regierung schon nach kurzer Zeit zerreiben. Das ist das. was Herr Dr. Marx bei der Volksgemeinschaft, wie er sie auf- fabte. übersehen hat. Er hat dann unter dem Druck bet Wirklichkeit eine Umorientierung vorgenommen, aber nicht etwa in dem Sinne, dah er nun die von rechts her verlangte Volksgemeinschaft der nationalen und christlichen Parteien scharf. sondern derart, dah er sich ganz auf links einstellte. Er hat das Wagnis unternommen, eine Regierung zustandezubringen. die sich im besten Falle auf eine Mehrheit von zwei oder drei Stimmen hätte stützen können. Und er ist bezeichnenderweise an diesem Versuch gescheitert gerade durch die Opposition. >ie er in feiner eigenen Fraktion fand, »ine Opposition, die doch stärker ist. als es zum Ausdruck kommt in dem Konflikt mit den drei Abgeordneten, die sich dem Gewissenszwang, der vom linken Flügel her auf sie ausgeübt werden sollte, nicht unterwarfen. Nebenbei hat gerade der Exponent dieses lipken Flügels. Herr Dr. Wirth, noch vor gar nicht langer Zeit öffentlich erklärt, dah die Tradition des Zentrums Gewissensfreiheit verbürge und er sich infolgedessen Vorbehalten müsse, gegen das Kabinett Luther zu stimmen. Man sieht, was dem einen billig ist. kann auch im Zentrum dem anderen teuer zu stehen kommen. Aber dieser Konflikt ist auch für die ganze Partei ein außerordentlich kostspieliges Unternehmen. zum mindesten nach der Prestige- lei t e hin. Das hat die Tagung in Hamm doch deutlicher aejeigt. alS dem Zentrum wahrscheinlich lieb ist. Sie „Germania" bläst zwar Triumph, um die Dissonanzen nach außen hin gut zuzudecken, aber schon die Tatsache, daß Herr Dr. Marx es für nötig hielt, selbst nach Hamm zu fahren, ist bezeichnend für den Ernst der Krise. Und aller Siegesjubel täuscht nicht darüber hinweg, dah die Entschließung der Provinzialtagung dem Kanzler in der Fraktion zwar ihr Vertrauen auSspricht. daß aber mit keinem Wort auf bie Weiterverfolgung der Maß reg e- tunfl ber Abgeordneten ein gegangen wird, ditz ihre Gewissensfreiheit verteidigten. Sin Beweis, wie stark trotz aller Beschönigungen nach außen hin der GefolgschaftSkreis dieser Abgeord- Die Die Entente kommt immer mehr zu der Einsicht, dah die Kontroll- und Sicherheitsfrage sich am allerbesten auf dem Wege einer mündlichen Aussprache regeln läßt Mm plant nun neuerdings, aus dem ursprünglich vorgesehenen Besuch Chamberlains bei Herriot eine allgemeine Konserenz zu machen, die vermutlich in Brüssel abgehalten werden soll. Gegenwärtig unterhalten sich die alliierten Regierungen darüber, welche Rolle Deutschland auf dieser Konferenz spielen soll. Rach den letzten Rachrichten ist Frankreich tote- herum im Begriff sich durchzusehen, und zwar in der Richtung, Deutschland eine Einladung zu übersenden, es jedoch bann nur von ben Beschlüssen der Konferenzteilnehmer i n Kenntnis zu sehen und mit ihm nur über die Durchführung der bereits vorher festgesetzten Bedingungen zu verhandeln Deutschland dürfte also bann schwerlich erfahren. welche Verfehlungen es sich hat zuschulden kommen lassen. Dafür würde es aber neuen Demütigungen ausgesetzt sein, so dah schon jetzt gar keine Veranlassung besteht, eine Einladung Deutschlands zu begrüben, wenn nicht in ihr der Grundsa h ber restlosen Gleichberechtigung anerkannt wird. Allerdings liegt die Brüsseler Kontrollkonferenz noch in weiter Ferne, so dah noch Wochen und Monate vergehen werden, ehe von feiten der Alliierten diesem Projekt nähergetreten werden dürste. Eine möglichst lange Hinauszögerung der Lösung der Kontroll- und Sicherheitsfragen liegt auch ganz im Interesse Frankreichs, dessen Presse jetjt schon durchblicken läßt, dah mit einer Räumung Kölns vor Jahresende nicht zu rechnen ist, während H e r r i o 1 den deutschen Untcrbänblcm seinerzeit in London Hoffnungen machte, dah die französischen Truppen voraussichtlich Mitte des IahreS das Ruhrgebiet verlassen und dann auch sofort eine Räum ung Kölns eintreten könnte. Die englisch-französischen Verhandlungen. London, 25. Febr. (WDB Fui.fspi.uch.) Der Pariser Berichterstatter des .Daily Telegraph" schreibt, es bestehe kein Zweifel, dah in Paris die Stimmung gegen irgendeine neten ist. Man weih ja auch nicht, waS in den vertraulichen Verhandlungen alles getagt worden ist; sicher ist nur, dah es dabei ziemlich lebhaft zugegangen ist und daß aller Anlaß zu ber Vermutung besteht, dah Dr. Marx das Vertrauen des Provinziallandtages nicht g a n z u m s v n st bekommen hat. Ob er nach dieser Richtung hin weiter eine Jgnoranzpolitik treibt, muh natürlich abgewartet werden. Vorläufig will es jedenfalls so scheinen; Herr Marx hält an Herrn ©ebering fest, diesem seltsamen Grund- und Eckstein seiner Volksgemeinschaft, und damit bürftc das Spiel, das zunächst mit dem Sturz des Kabinetts Marx geendet hatte, in der nächsten Woche wieder von vorne anfangen. Wobei dahingestellt sein kann, ob das sachliche Politik ober nicht vielmehr eine Politik parteiegvistischen Eigensinns ist. Verewigung der hessischen Krisis. Darmstadt, 24. Febr. ($11.) Der Del» t e ft e r r a t des Hessischen Landtages beriet heute über den Antrag der Deutschen DolkSPartei auf sofortige Einberufung des Landtages. Begründet wurde der Antrag mit der Notwendigkeit, die Versa f f u n g schnellstens dahin abzuändera. daß der Landtag durch einfachen Mehrheitsbeschluß aufgelöst werden könne, damit durch evtl. Neuwahlen die hessische Regierungskrise zu einem Ende komme. Da der Antrag der Deutschen DollSpartei nur unterstützt wurde vom Hessischen Bauernbund und von den Deutschnationalen, so erreichte er nicht die vorgeschriebene Anzahl von einem Drittel aller Stimmen. Er ist somit a b gelehnt, und eS bleibt dem Präsidenten überlassen, den Landtag zu einem ihm gutdünkenden Termin einzuberufen, jedoch ist damit zu rechnen, dah der Landtag in der nächsten Woche -u- sammentritt. Die Erkrankung des Reichspräsidenten. Berlin, 24. Febr. (DTD.) Di« heute abend ist im Zustand des Reichspräsidenten keine Veränderung etngetreten. DaS Befinden ist befriedigend. Rach der „Voss. 3tg." hatte die Operation ergeben, daß beim Retchspräsibenten schon früher mehrere Fälle von Dllnddarmentzündung vorangegangen fein müssen. Aus Anlaß ber Erkrankung haben die fremden Diplomaten teils durch persönliche Besuche, teils burch Besuche ihrer Vertreter ihre Teilnahme zum Ausdruck gebrach:. 3m Laufe des gestrigen Tages haben vorgesprochen: ber päpstliche Nuntius QEfgr. Pacelli, ber englische Botschafter Lorb b'Ä b e r n o n, ber spanische Botschafter S oker, ber französische Bot- Kontrollkonferenz. Beteiligung der Deutschen an ben Erörterungen über dieRäumung der Kölner Zone sich versteife. DaS Lanb sei entschiebcn dagegen, bah bie französische Regie- rung mit der deutschen über bie RäumungSfrage verhandele. 3m Gegensatz hierzu meldet .T i - meS" aus Paris, es scheine sicher zu fein, dah die französische Regierung jetzt bereit sei. zuzustimmen. dah die Deutschen eingclabcn werden und mit den alliierten Regierungen zusammen- träfen, wenn die letzteren über die Form Beschluß gefaßt haben, die sie ihrem Ersuchen an Deutschland, seine Abrüstung zu vollenden, geben werden. Bevor der Bericht des Militärkomitees eingegangen sei. werde die britische Regierung nicht in der Lage sein, irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Der allgemeine Sinn des Berichtes des Militärkomitees sei den Alliierten natürlich bekannt und inoffizielle Besprechungen feien im Gange. Die britische Regierung bleibe dabei in dem Punkte fest, daß die Räumung Kölns von der französischen SicherheitS- frage deutlich getrennt bleiben müsse. Rach Ansicht der britischen Regierung müsse ber Z--'tpunkt der Räumung Kölns von der Durchfüh- ruiia der militärischen Bestimmungen des Der- faiUcr Vertrages durch Deutschland abhängig gemacht werden. Das „3outnal des Debats" will erfahren haben, daß das interalliierte m i (i t ä r i f ch e Komitee von Versailles der Botschafterkonferenz seinen Bericht über ben Stand der deutschen Entwaffnung und das Ergebnis ber General- inspektion erst anfangs kommender Woche übermitteln werde. Gleichzeitig unternehme daS englische Kabinett eine minutiöse Unter» suchung des Berichtes, so daß die Konklusionen des Marschalls Foch schon im voraus diskutiert worden seien. (inzwischen würden die diplomatischen Derhandlungen zwischen Paris und London fortgesetzt werden, um eine Formel zu suchen, die es erlaube, den Deutschen bie Möglichkeit zu geben, sich anläßlich ber Entscheidungen, die die Alliierten treffen würden, Gehör zu verschaffen. Dep -Temps" seinerseits will erfahren haben, ",aß bie Verhandlungen auch mit der belgischen Regierung geführt werden. Man sei in Paris immer noch nicht offiziell von dem Besuch EhamberlainS unterrichtet worden. Für schaster d e M a r g e r i e. ber russische Botschafter Kresczinski. ber italienische Botschafter Graf B o s b a r i. bet japanische Botschafter Honda, ber türkische Botschafter Kemal Ebdi. der österreichische Gesandte Riedel, der schwedische Gesandte FreiherrvonRamel. ber schweizerische Gesanbte Dr. Rüsenach. der belg.sche Gesandte Graf de la Faille, ber dänische Gesandte Kammerherr Zahle, bie Gesandten von Uruguay, Lettland. China und Salvador sowie ber Generalagent für die Reparationszahlungen Parker Gilbert. Ferner haben ber Reichskanzler, bie R ei ch s m i n i st e r, ber preußische Ministerpräsibent Marx, ber bayerische Gesanbte Dr. v o n P r c g e r , ber toürttem- bergifche Gesandte Dr. D o s l e r . bet badische Gesandte Dr. R i e s e r, ber hessische Gesandte Dr. Freiherr von Diegeleben. ber sächsische Gesandte Dr. Gradnauer und zahlreiche Parlamentarier und andere politische Persönlichkeiten ihre Anteilnahme bezeigt. Aus dem Barmatausschuh KutiskerS Geschäfte mit der Altledcr- verwertunqsftellc. Berlin, 24. Febr. (TU.) Der preußische Untersuchungsausschuß für die Barmataffäre vernahm ben Zeugen Handelsvertreter Wilhelm Dehler, ber Abteilungsleiter in ber Altleder- verwertungsstelle war. Dehler sagte aus, er habe gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern deS Detriebsrates sich verpflichtet gefühlt, über bie unzulässige Begünstigung Kutis- k e r s settenS beS Generaldirektors der Altlederverwertungsstelle. Warnholz. Beschwerde zu führen und ben Strafantrag zu stellen. Die Leitung ber Derwertungsstelle habe an Kutisker Waren abgegeben zu Preisen, bie weit unter bem Selbstkostenpreis lagen. So wurden ihm beispielsweise große Mengen militärischer Ausrüstungsstücke. deren Selbstkostenpreis 40 Mark betrug, für 1 Mk. überlassen. Ein großer Posten Geschirr, der ben landwirtschaftlichen Genossenschaften zugeführt werden sollte, wurde plötzlich zu einem Spottpreis a n Kutisker abgegeben, ebenso eine große Menge von Schnürschuhen. Diefe Schnürschuhe sollten eigentlich der ärmeren Bevölkerung und der Arbeiterschaft zugute kommen. Weiter wurde an Kutisker ein großes Depot des Reichenbacher Lagers verkauft. Der Betriebsrat habe ermittelt, daß Generaldirektor W a r n h o l z . der eifrigste Förderer KutiskerS. eine Anst^lung als Direktor von Kutisker erhalten sollte. Diese Anstellung wurde aber durch die Beschwerde des Betriebsrates vereitelt. Der nächste Zeuge, ber Handels- rertreter Simon, der seinerzeit Stattstiker in ber Altleberverwertungsstelle war und gleichzeitig ben Posten bes Vorsitzenden im Betriebsrat belleibete. gibt an. bah in einem Falle beispielsweise an Kutisker für angeblich minderwertige Ware, die tatsächlich gar nicht minderwertig war. ganze Waggons gratis als Entschädigung nachgellesert wurden. die Einberufung einer internationales Konferenz, an der den Engländern besonder« gelegen fei. schlage man hierfür Brüssel al« Derbandlungsort vor. weil man annehme daß die dortige Atmosphäre für eine Verständigung günstig sei. Es scheint indessen zweifelhaft, vv lic wegen der belgischen P a r l a m e n t s k r i f e in Brüssel Aufammcntretcn kann. Der belgische Ministerpräsident hält an seinem En« schlich. von den Geschäften zurückzutreten, fest. Gegen die Verschleppungstaktik. London, 24. Febr (T 11.) Unter bef Ueberschrift .Au f Befehl Focbs fdtreibi die .W estminster Gazette" an Ic ttntc Stell' . Es sind fast zwei Monate vergangen, seitdem die Kölner Zone geräumt werden sollte, und mit Ausnahme weniger Politiker hat sich kein einziger Mensch etwas von dem Bericht angesehen, auf Grund dessen die Regierungen ihre Ablehnung, den Kölner Brückenkopf zu räumen, gründen Rur ein paar Leute in Paris hätten den Kommission-' bericht gesehen, und Marschall Foch und fein Komitee stellten jetzt ihre Betrachtungen darüber an. Es fei für jedermann rätselhaft, den Grund für die Einmischung Marschall Fochs in eine An gelegenheit zu verstehen, die in der Hauptsache England und Deutschland beträfe Cs sei denn, so schreibt das Blatt, daß man glaubt, sich nicht länger um bie Ehre des englis che n Volke- kümmern zu müssen, die m i t d e r E i n- Haltung deS Versailler Vertrages auf das eng sie verbunden ist ES sei höchste Zeit, daß hiermit ein Ende gemacht wird. Wenn tatsächlich ernste Brüche der Klauseln des Vertrages vorliegen, so sollte sowohl die englische Bevölkerung und noch mehr die deutsche wenigstens im allgemeinen mit der Beweisführung vertraut gemacht: werden. Gegenwärtig vesaße weder das englische Volk, noch Deutschland die Möglichkeit, darüber zu urteilen, ob und welches von den beiden Ländern die Bestimmungen des Friedensvertrage« verletzt habe. Das Blatt gibt alsdann der Hoff- uulig Ausdruck, dah bie Regierungen die Notwendigkeit einer sofortigen Abhilfe zu würdigen wissen. Der Tschekaprozeß. Leipzig. 24. Febr. (Wolff.) Gleich zu De« ginn der Sitzung kommt es zu einem Zwischenfall. Rechtsanwalt ö amt er will bem Angeklagten Szon einen Vorhalt machen, ber sich auf ben Fragenkomplex bezieht, ber nach bem Gerichtsbeschluß erst später verhandelt werden soll, nämlich die Behandlung ber Angeklagten in ber Voruntersuchung. Der Vorsitzende entzieht ihm das Wott. Samter bittet um einen Gerichts^ beschloß Reichsanwalt Reumann tritt bem Standpunkt des Vorsitzenden bei. Als Samter sich hierzu äußern will, entzieht ihm ber Vorsitzende daS Wort, was Samter zu dem Vorwurf ber Gesetzwidrigkeit veranlaßt. Rechtsanwalt Wolfs bittet um eine Deratungs- pause für die Verteidigung, bie ber Vorsitzen de ablcbnt. Die Verteidigung verläßt danach ben Saal. Hieraus unterbricht der Vorsitzende die Sitzung um eine Viertelftun de. Rechtsanwalt Fränkel will hierauf eine Erklärung abgeben. Diese wird jedoch vom Gericht ab- gelehnt, da es sich nach Aeuherungen Fränkels nicht um eine Erklärung zur Sache handelt, sondern um eine Kritik des Vorsitzenden. Fränkel sagte, die Erklärung solle bie Aufrechterhaltung ber Würde ber Anwaltschaft wahren. Frankel bittet um Protokollierung, und als dies abgelehnt wird, um einen Gerichtsbeschluß. Der Vorsitzende fragt die Beisitzer, bie zustimmen. Fränkel erhebt Einspruch gegen btefe Art ber Beschlußfassung. 3m Anschluß hieran kommt es zu wetteren Auseinander fetzungen. Samter ruft: Sie wollen nicht bie Wahrheit haben! Der Vorsitzende droht mit ber Anwendung der ihm zustehenden Mittel. Samter will einen Antrag stellen, den der Vorsitzende nicht zuläßt. Da Samter trotzdem weiterfpricht und den Antrag auch dem Gerichtsschreiber trotz der gegenteiligen Erklärung des Vorsitzenden überreicht, fordert dieser kraft des Hausrechtes Samter auf. ben Saal zu verlassen Samter Weiger' sich und wird von zwei Schutz- v o l iz e i b e a m t e n aus bem Saal geführt. Die Verteidigung beschließt, sich sofort an das Reichsjustizministerium zu wenden und instruierte die Angellagten dayin. ohne ihrr Rechtsverteidiger nicht zu sprechen. Hierauf tritt eine Pause ein. 3n bet Rachmittagssihung gibt Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld namens ber Gesamtverteidi- Sung eine Erklärung ab. in der um Vertagung er Verhandlungen auf Donnerstag vormittag eriuchl wird, da bie Verteidigung, um bie Angelegenheit auS der Welt zu schaffen, bei den zuständigen Stellen wegen der Vorgänge am Vormittag vorstellig werden wolle. Reichsanwalt Reumann etfiärte hierauf, bei den Maßnahmen des Vorsitzenden bandele es sich nicht um bie Frage der Derwattung, sondern um eine ber Rechtsprechung, auf bie von keiner Seite ein Einfluß auSgeübt werben könne. RamenS der von ihm vertretenen Behörde bitte er, bem Antrag nicht stattzugeben, um nicht den Eindruck zu erwecken, als ob richterlich- Entscheidungen einer Änrrelh.; ^nteLibyen »erben tonnten. dadurch würde das Palladium der richterlichen Uns abhangigkeit schwer erschüttert werden. Aach IVs3 stündiger Beratung wird der Antrag der Verteidigung auf Aussetzung der Verhandlungen ab- aelehnt. Dr. Rosenfeld gibt hierauf die Gr- Hätung ab, daß die Verteidiger, sowett sie nicht als Offizialverteidiger durch besondere Bestimmungen gebunden seien, der Verhandlung vor Erledigung der Verhandlungen mit den zuständigen Stellen im Augenblick nicht weiter beiwohnen könnten und daher den Saal verlassen würden. Hie würden jedoch die Verteidigung beibehalten und Donnerstag früh wieder zur Stelle sein. Sämtliche Verteidiger, mit Ausnahme der Rechtsanwälte Dr. Goldstein und Dr. Schuemichen verlassen den Saal. Auf Antrag des Reichsanwalts Dr. Reumann wird die Verhandlung bis morgen vormittag unterbrochen. um inzwischen Offizialverteidiger zu bestellen. Vorher gibt der Angeklagte Riader zugleich im Auftrage der Angeklagten Kuhls, Jntorf und Hallup die Erklärung ab, daß sie mit den Offizialverteidigern keinerlei Besprechungen abhalten und jede Aussage verweigern würden, falls sie ihre Wahlverteidiger nicht bekommen würden. Der Vorstand der Strafrechtsvereinigung tritt am Mittwoch vormittag ll Uhr zusammen, um dann gemeinsam mit den Verteidigern aus dem Lscheka-Prozeß sich zum Reichsjustizminist er zu begeben. Die Anwälte wollen gegen die Mandatsentziehung, von der Dr. S a m t e r durch den Präsidenten des Staatsgerichtshofs betroffen worden ist, Protest erheben, und zwar soll es sich hierbei nicht nur um eine Sympa.h ekundgebung für den betreffenden Anwalt handeln, sondern um einen Protest, der aus prinzipiellen Gründen erfolgt, wortet. Der Streik in der rheinisch-westfälischen Metallindustrie. Bochum, 24. Febr. (SU.) Die Wetall- ürbeiterverbände haben den die Arbeitszeit betreffenden Teil des Schiedsspruchs für die Metallindustrie, Aordwestgruppe, a b g e - lehnt. Die Arbeitgeber haben sowohl die für die Lohn- wie für die Arbettsverhältnisso vorgesehene Regelung des Schiedsspruchs abgelehnt. Die Rachverhandlungen für den Schiedsspruch in der Metallindustrie finden am kommenden Donnerstag im Reichsarbeitsministerium in Berlin statt. Da es in manchen großen Betrieben zur Arbeitsniederlegung gekommen ist, haben fünf der größten Werke den Streik mit der Entlassung ihrer gesamten Belegschaft beant- Die Umsatzsteuer. Der Artikel pom 21. Februar 1925, „Reichsfinanzen und Steuerreform", hedarf insofern einer Berichtigung, als eine Ermäßigung der Umsatzsteuer von anderthalb auf ein Prozent bis jetzt noch nicht eingetreten ist. Die Steuersenkung vollzog sich vielmehr wie folgt: Der bis zum 30. September v. 2. bestehende Steuersatz von 2Vü Prozent wurde ab 1. Oktober 1924 auf 2 Prozent ermäßigt. Eine weitere Ermäßigung trat ab 1. Januar d. 3. ein, indem der Steuersatz auf Prozent herabgesetzt wurde. Gegen den Anschluß Oesterreichs. Wien, 25. Febr. (TU.) Die diplomatischen Vertreter der im Obersten Rat vertretenen Mächte beabsichtigen, bei der Bundesregierung gegen die Anschlußkundgebungen »führender österreichischer Politiker vorstellig zu werden. Die österreich'sche Regierung ^müsse derartige Angriffe auf den Versailler Vertrag verhindern, da der Der- 'trag nach dem FrieDensschluß von St. Germain auch für Oe st erreich bindend geworden fei. Die Anschlußkundgebungen würden in wirtschaftlicher Beziehung ungünstige Folgen für Oesterreich nach sich ziehen. Hjalmar Branting f. Htockholm. 24. Febr. (Wolff.) Der schtoe* bische Minister Branting ist heute 12.37 Uhr gestorben. Rach wochenlangem schweren Leiden ist jetzt im Alter von 64 Jahren Schwedens sozialistischer Ministerpräsident Hjalmar Danting verschieden. Mit ihm ist eine Persönlichkeit ersten Ranges dahingegangen, ein Mann, mit dessen Ramen die letzten dreißig Jahre der Entwicklung Schwedens auf das innigste verbunden sind. Er war der erste schwedische Sozialdemokrat, den die Kammer sah. unter seiner Führung nahm die sozialdemokratische Bewegung einen starken Aufschwung. Man kann wohl mit Recht behaupten, daß er von seinen deutschen Genossen viel gelernt hat, er erkannte aber auch, daß es grundfalsch war, auf die Internationale zu schwören. Deshalb war es auch für die deutsche Sozialdemokratie ein harter Schlag, als sie wahrend des Krieges feststellen mußte, daß gerade Brau- tina in das Lager der Entente hlnübex- wechfelte und immer deutschfeindlicher wurde. Spater allerdings, nach dem Abschluß des Ver- salller Diktat-Friedens, hat Branting versucht, manches wieder gut zu machen. Er war einer der stärksten Befürworter des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund, die letzten Jahre seines Lebens widmete er ganz besonders dem Pazifismus. Seine größte Tat bleibt aber doch dis Stärkung des Einflusses seiner Partei auf die innerpolitischen Angelegenheiten Schwedens. Heule ist sie mit 104 Abgeordneten im Parlament am stärksten vertreten. er *>ann bauernd leitete. Gleichzeitig war v- beim Aufbau der schwedischen sozialdemorrattschen Parteiorganisation tätig. 3n den schwedischen Reichstag wurde er 1896 als der erste Sozialist gewählt. Inzwischen hatte sein religionsfeindliches Auftreten ihm 1889 eine Gefängnisstrafe zugezogen. Auch in den Arbeiteraufständen in Ror- berg und Gesle spielte er eine Rolle. Später ührte er mit Erfolg einen lebhaften Kamps um das allgemeine Wahlrecht, nach dessen Einführung der Einfluß der sozialdemokratischen Partei und damit der Brantings als Parteiführer in Schweden erheblich stieg. Rach den Herbstwahlen von 1917 trat Branting als Finanz- Minister in das neue liberal-sozialistische Kabinett ein. Anfangs Januar 1918 jedoch trat er üt seine Person zurück. Inzwischen war die sozialistische Bewegung in Schweden stark angewachsen, so daß nach den Wahlen vom Frühjahr 1920 Branting sein erstes Kabinett bilden konnte. Aus Reuwahlen im Herbst 1920, die wieder eine Stärkung der Konservativen ergaben, trat Branting zurück, nachdem die Liberalen den Eintritt in ein Koalitionsministerium abgelehnt hatten. Ein zweites rein sozialistisches Kabinett bildete Branting im Oktober 1921, nachdem die Septemberwahlen eine Partei wieder erheblich verstärkt hatten. Als dann die Rechte in der ersten Kammer durck Reuwahlen zunahm, trat er April 1923 zurück. Cs folgte ein Ministerium Trygger. Dieses löste Branting nach den für ihn günstigen Reuwahlen im Herbst 1924 wiederum mit einem dritten, rein ozialistischen Kabinett ob. Branting war auch Mitglied des VölkerbundSrates. Beileidserklärungen zu Brantings Tode. Berlin, 25. Febr. (TU.) Die Reichs- regieiung hat den deutschen Gesandten in Stockholm, Dr. Rosenberg, beauftragt, der chwedlschen Regierung ihr Beileid zum Abeben Brantings auszusprechen. Der Vorsitzende des Dö lke r bundrats, der Brasilianer Mello Franco, bat an die schwedische Re- porung ein Telegramm gerichtet, in dem er im Ramen des Dölterbundrats das Beileid zum Tode Brantings aussprichl. Seine großen Er- ahrungen, sein sicheres Urteil und seine Objektivität hätten ihm die hohe Wertschätzung aller, die mit ihm in Verbindung traten, eingebracht. Griechisch-südslawisches Bündnis gegen die Türkei. Belgrad, 24. Febr. (£11) Zwischen Süd- slawisn und Griechenland ist ein neues, gegen hie Türkei gerichtetes Abwehrbündnis beschlossen worden. Das Bündnis ist von Wichtigkeit, da Serbien noch nicht den Friedensvertrag mit der Türkei unterzeichnet hat und Griechenland sich dadurch die volle Mitwirkung Süd- slawiens i m Falle eines Krieges mit der Türkei sichert. Die britische Regierung billigt das Abkommen, das ihrer Ansicht nach das Gleichgewicht aus dem Balkan aufrecht erhält und ein Gegengewicht zu der Türkei und zu Italien bilden wird. Kleine politische Nachrichten. Die sozialdemokratische Fraktion hat im Hessischen Landtag eine Anfrage an die Regierung eingebracht, ob ihr bekannt fei, daß die Reichsbahnverwaltung beabsichtige, die Eisen* bahnbetriebswerkstätte in Mainz aufzuheben, diejenige in Frankfurt nach Kassel zu verlegen und eine Verkleinerung der Darmstädter Werkstätte vorzunehmen. Von der Fraktion wird angefragt, was die Regierung gegen die Maßnahmen der Reichsbahn zu tun gedenkt, um die dadurch eintretenden Schäden für den Dvlksstaat Hessen abzuwenden. Die Regierung hat über di c Aufwertungs-Gesetzentwürfe, deren endgültige Formulierung vor b:m Abschluß steht, vor einiger Zeit die notwendigen Besprechungen mii den Parteivertretern begonnen. Diese Haden durch die Vertagung dcs Reichstags eine Unterbrechung erfahren. Sie werden jedoch Anfang nächster Woche wieder ausgenommen und mit größtmöglichster Beschleunigung durchgeführt werden. Die Regierung wird sofort nach Abschluß der Besprechungen die Gesetzentwürfe den gesetzgebenden Körperschaften zuleiten. Die französischen Zollst ellen haben am 19 Februar ohne j d? vorherige Ankündigung mit sofortiger Wirkung die Einfuhr von Rohtabak und Tabak-Fertiafabrrkaten in das Saargebiet gesperrt. Die Handelskammer Saarbrücken hat sich mit einer entsprechenden Eingabe an die Regierungskommission gewandt. Der „Vorwärts" meldet, dah die Maschinisten und Heizer der Berliner Großbetriebe der Metallindustrie beschlossen haben, die Arbeit wegen Lohndisferenzen ainzu stellen. Im Allgemeinen ElettrizitätSwerk in Hennigsdorf bei Berlin ftreifen bereits 1000 Arbeiter. Das genannte Blatt schreibt, daß Berlin am Vorabend einer großen Streikbewegung stehe. Ser ehemalige Kaiser von China ist, als Kuli verkleidet, mit seiner Gattin nach Tientsin geflohen und hat dort bei der japanischen Vertretung Zuflucht gesucht. Er will von hier nach Japan Weiterreisen, da er in China ein Attentat befürchtet. Karl Hjalmar Branttng wurde am 23. Ro- oember 1860 in Stockholm geboren, wo sein Vater als Lehrer der Heilgymnastik lebte. Seine Mutter stammt aus adeliger Familie und war recht tzwhl- habend, so daß Branting von ihr später ein nicht unerhebliches Vermögen erbte. Gr besuchte die vornehme Detkowsche Schule in Stockholm, wo der Unterricht auf Religiosität gegründet war. Dort war Branting Schulgenosse des späteren Königs Gustav von Schweden. Früh schon regte sich in ihm ein lebhaftes Interesse an der Astronomie. Als Schüler war er im Observatorium in Stockholm tätig, ebenso später, nach den UniversltälsjaKren in Upsala, als Assistent. Rach einer Reise ins Ausland jedoch, bei der er mit bet Sozialdemokratie bekannt wurde, gab er feine wissenschaftliche Laufbahn als Astronom auf und widmete sich feit 1834 der syzialistifchen Propaganda. 1886 begründete ec die Tageszeitung „Sozialdemokraten , die I Aus aller Wett. Erdbeben inBelgien und Holland Brüssel, 25 .Febr. (TU.) In der Provinz Lüttich und in Belgifch-Luxemburg wurde ein heftiges Erdbeben verspürt, das 30 Sekunden dauerte und von unterirdischem Donner begleitet war. Der Erdstoß wurde auch in mehreren, Ortschaften auf dem rechten Ufer der MaaS bet* fpürt. Der Erdbebenherd scheint in der Gegend von Limburg zu liegen. Die Erdbebenwarte von Ukkel verzeichnete den Erdstoß am Montagabend 9 Uhr 33 Minuten 15 Sekunden. Das Deden war das stärkste fett dem Jahre 1904. Seine Ursache ist noch unbekannt Es wurde auch in den meisten Kohlenbergwerken im Lim* burgischen wahrgenommen. Schaden wurde nicht angerichtet. Das Erdbeben war das stärkste seit 1 90 4 in Belgien. Am stärksten war die Cr- fchütterung in H a s s e l t und in den nördlichen Vororten von Brüssel. In einigen Orten bemächtigte sich der Devöllerung eine große Panik. Die Einwohner flüchteten auf das freie Feld und suchten auch zum Teil ihre Habe in Sicherheit zu bringen. Die Stürme an den französischen Küsten. An den Küsten 'Frankreichs tobt ein heftiger Sturm, dem bereits verschiedene Dampfer zum Opfer gefallen find. Der belgische Dampfer „Armicito" ist gestrandet. Man weih noch nicht, ob die Rettungsarbeiten gelungen sind. Der spanische Dampfer „G o l d m e v s", der eine Kohlenladung an Bard hatte, strandet e ebenfalls. Ein anderer spanischer Dampfer. „Christina Rüda", ist bei der Insel de RH untergegangen. Ein Matrose, der sich durch Schwimmen retten wollte, ertrank. 16 Mann der Besatzung haben sich in die Masten geflüchtet. Die Rettungsboote konnten sich infolge der heftigen Brandung bisher noch nicht dem Dampfer nähern. In Conarneau sind vier französische Fischdampfer zusammengestohen. Die Besatzung konnte gerettet werden. Heftige Stürme in Südengland. In Großbritannien herrschte am Dienstag stürmisches Wetter, Hagel tmö Schnee. Teilweise hatte der Wind eine Stärke von 60 Stunben- metern. Die Uferbefestigungen in Folkestone und Dover wurden von dem hohen Seegang überspült. Unwetter in Oesterreich. Rach Blättermeldungcn aus Wien ist über Südsteiermark ein schweres Unwetter niebergegangen. In ben Gemeinden Mur eck, Sulzbach und Gleizenberg richteten bei einem heftigen Gewitter Hagel unb Blitzschlag großen Schaden an. Die Lawinengefahr in den Alpen. Im Paznauer Tal in Tirol wurden zwei Damen von einer Lawine getötet In Arlberg gerieten sechs Touristen in eine Lawine. Drei von ihnen wurden fortgerissen, einer erstickte in den Schneemassen unb zwei konnten mit Verletzungen geborgen werden. Im Gesäuse in her Steiermark werden fünf Touristen vermißt, die vermutlich durch eine Lawine verunglückt sind. Ein neues Zeppelin-Lustschisf. Der frühere Chefkonstrukteur der Zeppelin- Werke in Friedrichshafen, Dr. Karl A r n st e i n , der bekanntlich die Pläne für eine Reihe von Zeppelinen, darunter auch für den Amerika- Zeppelin, entworfen hat, ist vpn her Goodyear Zeppelin Corporation in Acron mit dem Entwurf des größten starren Lust- schifses, das je erbaut worden ist, betraut worden. Das Schiff soll doppelt so groß fein wie bet Z. R. 3 unb 5 Millionen Kubckfuß Gasgehalt haben. Die Motoren werden 4000 Pferdestärken entwickeln. Das neue Luftschiff soll regelmäßig zweitägige Fahrten zwischen London und Reuhork und zurück aussühren. Die Lustverlehrsfragen deS Ruhrgebiets. Im Essener Rathaus fand eine Versammlung statt, die sich mit dem Anschluß des rheinisch-westfälischen Industriegebietes an den Welt-Lustverkehr beschäftigte. Sie größeren Städte des Industriegebiets und die Handelskammern sowie die großen Jndustrieuntcr- nehmungen besJnbustriegebiets hatten ebenso wie die Junkers-Luftverkehrs A.-G. Vertreter entsandt. Es wurde eine Luftverkehrsgesellschaft Ruhrgebiet A-G. gegiü.ibet, die ihren Sitz in Essen haben soll. S'.e Gesellschaft wirb ausschlleßliich bem öffentlichen Verkehr dienen unb den Anschluß des Industriegebietes an den deutsch m unb ben internalio- nalui Lustverkehr durchführen. Sie wird Personen unb Güter aller AN auf dem Luftwege befördern und Flugzeuge vermieten. Sie will sich auch an anderen Luftfahrunternehmungen beteiligen und Interessen- unb Betnebsgemeln- schajten mit andern eingehen. Das X'tientapital beträgt 2 Mill. Mk. Finanziell beteiligt sind die Großstädte des JndustNebezirt'S, die Industrie- und Handelskammer Essen, der SiedlungSverbanb Ruhrlchlenbezirt. verschiedene industrielle Werke Rheinlands und Westfalens und die Junkers- Flugvcrkehrs-A.-G. Admiral von Usedom In Schwerin starb am Dienstag im 71. Lebensjahre Admiral Guido v. Usedom. Er war der deutsche Offizier, der bei der Sey- mour-Expedition nach Ostasien auf den Ruf des englischen Admirals „The Germans t o th e front" seinen tapferen Truppen voraneilte. Im Weltkrieg verteidigte er die türkischen Meerengen gegen das Eindringen der englisch- französischen Flotte. Die ($nth) ckelung des Rundfunks. Staatssekretär Bredow schilderte in einem Dortrag vor Pressevertretern die bisherige Entwicklung des Runbfunkwesens. Bisher sind im Rundfunk 14 Sender tätig und drei weitere im Bau. Die Sender sind alle Eigentum der Reichspost. Die Teilnehmerzahl betrug Ende Dezember 1924 in Berlin 200 000. Ohne Bayern, das den Rundfunk als eigene innere Angelegenheit betrachtet, find in ganz Deutschland ungefähr 600 000 Teilnehmer am Rundfunk ange- schlofsen. Die Ausgaben der Post für daS Funkwesen beliefen sich im vergangenen Jahre auf ca. 7 Millionen. Sie Verbreitung von Presfenach- richten ist der Gesellschast „Buch und Presse", die von unterhaltenden Rachrichten der Gesellschast „Die Deutsche Stunde" übertragen worden. Ser Staatssekretär schilderte in längeren Ausführungen die Entwicklung der beiden Gesellschaften und tellte zum Schluß mit, daß der Voranschlag des Funkwesens für das nächste Jahr bei 75Ö 000 Teilnehmern eine Gefamtelnnahme von 18 Millionen vorsieht, davon wird die Reichspost 7.2 und die Sendestationen 10.8 Millionen erhalten. Man rechnet mit einem lieber* schuh von 300000 Mk. Wettervoraussage. Unbeständig, südliche bis westliche Winde, auch Riederschläge, wenig geänderte Temperaturen. Sie eingestromte ozeanische Luft hat die Frostgrenze in Deutschland ostwärts verdrängt, so daß nur noch der Osten Morgen-Temperaturen unter Rull Grad auftvelst. Sa ein Storungsgebiet unverändert über den britischen Inseln liegt, so bleibt die Witterung zunächst unbeständig bei wenig geänderten Temperaturen unb einten Niederschlägen, •Bürgermetper Krenzien f- Ein jäher Tob hat gestern nachmittag Uhr dem Leben des Bürgermeisters Günther Krenzien ein Ziel gesetzt. Der so plötzlich Verewigte befand sich mit seiner Gattin und einen drei Kindern auf einem Kinderfest im Klub, vor seinem heiteren Blick tummelte sich )ie frohe Jugend, als er jäh zusamrnensank und wenige Augenblicke später seinen Geist aufgab. Eine Embolie als Folge einer schweren Verwundung im Kriege hatte den schaffensfreudigen Mann in einer Stunde der Erholung dohinge- rafft. Sie sterbliche Hülle wurde von der Freiwilligen Sanitätskolonne bald nach dem tragischen Vorfall in das Trauerhaus überführt. Die Beerdigung wirb am Freitagnachmittog 3 Uhu auf dem Reuen Friedhof stattfinden. Bürgermeister Krenzien wurde am 15. September 1873 in Eisenach als Sohn des damaligen Postsekrclärs Ä. geboren, er ist also nur 51 Jahrc alt geworden Er besuchte das Kgl. Wilhelms- gl)mnafium und toibmete sich nach bestandener Reifeprüfung zunächst der Offizlerlaufbahn in einem Pionierbataillon in Metz. 3m 3ahre 1900 bezog er die Technische Hochschule in Darmstadt, um seinen Reizungen entsprechend Architektur zu studieren. Sie Ferien seiner Studienzeit benutzte er, um sich als HilsStechnlker bei der Baupolizei der Stadt Frankfurt a. M. und später bei der Aufnahme romanischer Baudenkmäler in Hildesheim zu betätigen. 1902 bestand er die Vorprüfung, 1905 die Hauptprüfung für das Hochbaufach und erledigte hierauf den Dorberei- timgsdienst der hessischen Staatsbauverwaltung als Regierungsbauführer bei dem Hochbauamt in Mainz und bem Kreisbauinspektor des Kreises Darmstabt. Im Herbst 1908 '(egte er bie Prüfung für ben höheren Staatsdienst Im Baufach ao. worauf er als Aeglerungsbaumelster bem bau* technischen Bureau ber Ministerialabteilung für Bauwesen unb alsbann dem Krelsbauinspektvl des Kreises Offenbach zugeteilt wurde. In letzterer Stellung war er in vielseitiger Welse namentlich bei dem Bauwesen der Gemeinden tätig. 3m Jahre 1911 bekleidete er eine Assistenten- stelle an dem Lehrstuhl für Baukunst an der Technischen Hochschule In Darmstadt. Dom Frühjahr 1912 an war er bei Reubauten der Ohren* und der Hautklinik und seit Beginn des Jahres 1914 als Regierungsbaumeister bei dem Kreisamt Gießen beschäftigt. Am 28. Mai 1914 wurde er von der Stadtrerorbneten-Dersammlung duft immig zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Gießen gewählt, in der Stabtverordnetensitzung vom 25. Juni 1914 wurde er in sein neues Amt eingeführt, das er sofort antrat. Es war ihm damals aber nur wenige Wochen vergönnt, fein Amt auszuüben. Bel Kriegsausbruch eilte er sofort zu den Fahnen und mit ins Feld. Rach schwerer Kriegsverwundung kehrte er tm April 1918 in die Heimat und, da er seine Felddienst* sähigkeil verloren hatte, auf Absorbern der Stadtverwaltung in sein Amt zurück, dem von dä an bis zu feinem tragischen Ableben seine nie ermüdende. hingebungsvolle Schassenssreudigkeit galt. 3m April 1921 wurde ihm die Amtsb^eich- nung „Bürgermeister" verliehen. Er war Stellvertreter des Oberbürgermeisters, zu seinem Dezernat gehörte das gesamte Bauwesen mit seinen verschiedenartigen Rebenbetriebon. das Wohnungswesen, mehrere städtische Betriebe. Gc* ländewesen. Feuerlöschwesen usw. Mit Bürgermeister Krenzien ist ein verantwortungsbewußter, allezeit voll und ganz in seiner Pflicht ausgehender Beamter der Stabt aus bem Leben geschieben. Aber nicht nur seine vorbildliche Pflichterfüllung, sondern auch sein liebenswürdiges unb stets hilfsbereites Wesen machen ben Verlust dieses Mannes beklagenswert. In der Beamtenschaft und in weiten Kreisen der Bevölkerung brachte man ihm vollste Hochachtung und herzliche Sympathie entgegen, seinem engeren Bekanntenkreis war er stets eine angenehme und hochgeschätzte Persönlichkett. Seine ganz besondere Fürsorge im Rahmen seines Amtes galt der Linderung der Wohnungsnot, unb in dieser Richtung hat er nach Maßgabe der städtischen Finanzkraft für den Wohnungsbau vieles getan, wofür man ihm volle Anerkennung schuldig ist. Leider versagten es ihm die unglücklichen Zeitverhält nisse, fernen Willen und feine beruflichen Qualitäten noch stärker alÄ geschehen zur Auswirkung kommen zu lassen. Jedoch sein Rame wird in der Stadtverwaltung und 'n der Bürgerschaft stets in hohen Ehren gehalten werden, unb das Andenken an diesen trefflichen Menschen Wird bei denen, die ihm nähertrcten konnten, allezeit unvergeßlich blcU ben. Aus Stadt und Land. Gießen, den 25. Februar 1925. Bolkstrauertaa. Vom Volksbund Deutsche KriegSgräbedür- sorge, Ortsgruppe Drehen, wird uns geschrieben: Ern allgemeiner deutscher Dolkstrauertag (ft feit langem der Wunsch Welter Kreise des deutschen Volkes gewesen. Am meisten haben die ihn herbeigesehnt, die der Ueberzeugung sind, daß uns nichts so bitter not tut wie Einigkeit und Ausgleichung der Gegensätze, die unser Volk mehr denn je zerreißen, alle, die bas Wort jenes Römers nicht vergessen, daß man die Deutschen am besten bekämpft, wenn man fte ihren inneren Zwistigkeiten überläßt Wo aber wollen wir uns zusammenftnden, es sei denn an den Gräbern unserer Gefallenen ? Sie opferten sich für ihr Volk ohne Unterschied des Standes, der Partei, des Bekenntnisses. Ihr Opscrtob wäre schon bann nicht vergeblich gewesen, wenn ihr Gedächtnis ein einigendes Band um alle Deutsche zu schlingen verniöchte. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat diesen Gedanken vor allem gepflegt. Auch In ihm haben sich Deutsche aus allen Kreisen des Volkes zusammengefunden. So hat es der Volksbund auch übernommen, überall in Deutschland zu einer gemeinsamen Feier aufzurufen, nachdem nun erstmalig am Sonntag, 1. März, der Vollst rauec- t a g begangen werden soll In Gießen findet eine Ferer vormittags 1 V ? Uhr in b er Reuen Aula statt. Pfarrer Becker wird bie Gedenkrede halten. Musik und Dichtung werden die Feier umrahmen. Die Einwohnerschaft wird herzlich hierzu eingeladen. Der Zutritt ist unentgeltlich, jedoch werden am Eingänge mit Nummern versehene Programme ausgegeben, bie zur Einnahme der Plätze berechtigen, die enb' sprechende Nummern tragen. Es soll hierdurch^ vennleben werben, daß durch Gedränge bie Würbe ber Feier beeinträchtigt wird, oder bah infolge ungenügender Ausnutzung des Raumes 's« Komm äer Sieß- Limburg^ 3 Uhr. V tf 3,52 $ 6,02, abb.i «• m Februar M halbe", lührung un fanden pmj unb W U W Sie ME Derg crivay Enttoicilung । schnllsvefenS. Sieben UJ Senosfens^ tzckulen. Instrai der fchen Schule geteilt, oatz mcht, wie i DrMchüker aufnnnml. so LMlllätsklas Mimsstanbe Deshalb ist Mr du Hof toeiS der 01 werlia-n Li m tiingsste Deutsche 1 Lage ist, Deutschen; lchten öihi Deibehaltu gesprochen. Mnaten Sturm gell Bei der b Regierung erster Stel (fabtüealu Mfpielhau Mvüe-Äch 18 Tagen". - Ar wird uns A'mburgrl Freüag- n Veils um Gegeben : Stadtmi ritz" nach zeige). - $ 'Kreide nerstag fta kleineren 2 Un beite A ke-ensvette 2lm Aoienows Awsants V 2lderpelz^ j men. Dis •) ton Obette Teil de« -Ober Avrgen S( an bE ntä über Zer Dort« SWanü Aichtrnitgli« tnt gestrige, w l- S Donra And. Au 5 sprech« JW des Wn, und SS aus Äa) Albend t 5 Anzes t { Bitner Ma ab®. Die diel hiiiii kn MUS| *onzerti Ä’ v,rw” C'n,l'nT. W'. SÄt eSü Ms* StjJfc f'-’i.. SftÄ»«* “ M. MÄ. L”4) S£*; ?ÄC yte AJÄt M|"ng füt £ "*hen brietet, ""sbauvenvaltuna Äjsri k'M'7 bemC I'eHalableüung । XreiibautnlM*. tourte. 3n ä' «lohfl«: TMle na- 'er ©emetnbea lLlia. " eine Mlfttntet r Dnukuns! an btt MsiM Som KM- "boulen bn OJren» bet Ortrrt T«i dm Xrtäau Stal 1914 tirortc 1‘Serlammlunfl tbv rortneten bet Stabt iblbetortnctenfi^una : In Uln neue- Lnl intrat. ES war itzm )vchrn vergönnt, |ttn :Qsau8bru(t) rille er mit ins Held. 5a4 l lebile er im M i er leine foWi Ansordrm der SM« irütf, dem von da an übleben seine nie er LchassenssrrrtM Stic Lntjbvri-- i. Lr Var 6toQ« nsters, zu seinem Le. Sauipefen mit seinen trieben. i>aä Dp^ W Ztliicbc, Sc» jfa. ijien Ist ein bcranb M und 4$Mi in 'Beamtet bet Stabt n. Wn nicht nur lullung, sondern auch tets hilfsbereites M> les Mannes bcÜaganl« hast und in Wetten rächte man ihm vollste Lympalhie mtflMtn. nkreis «U schätzte Person! M >rge im Sabinen seines Q -er DobnunaSwt' St er nach 2*k für d-n DohnuA' man iD volle 2n' «er oerfagten 0® Inlffe, seinen W taten noch t tommat * bet 6labtW® Ü- $Äss S&Ä IfÄrf •SÄ» 3eu« s!»Ls as IV- «oder » en 5er o"*e mit $5.58-5 Ä'S’rt Mfc fernen r^AplLtz ditben Am Butqanq anrb fftt bee BvVSvund cm freiwilliger 'Beitrag erhoben. SS wird gebeten, ein jeder wolle nach fettet Selbst einschätzung etwas spenden Es sollen htrrfevrch bie nicht unbeträchtlichen Xeftcn der Feier gebttft werden. Ferner aber wird der BvlkSbund am Xrauertaae sämtlich« Kriegergräber auf den beiden Di eben er Friedhöfen, mehr all 400 an bet Zahl, gleichmäßig schmücken. Auch hierzu soll der erbetene Beitrag dienen. B5a6 bann trvch übrig bleibt, dient den Zwecken des BokkSbundes. nämlich der Unterhaltung und Schmückung der Kriegergräber im In- und AuS- lanb. der Rachsorichung nach Grabern und der Verbindung der Gräber im Ausland mit den Hlnterblie^nen in Deutschland. • < Messe-Sonderzug nach Leipzig Kommenden SamStag, 28 Februar, verkehrt ein Messe-Sonderzug von Koblenz nach Leipzig über Giehen- Kassel mit folgendem Fahrplan: Limburg ab 2.29 Uhr nackm, Weilburg ab 3 Uhr. Wetzlar 3.26 Uhr. Dieben an 3.42, af 3.52 Uhr Marburg ab 422 Uhr, Kassel an 6.02. ab d l) Uhr Leivzig an 10,53 Uhr abends. ** Der hessische DenossenschaftS- verband Darmstadt hiell vom 18. biS 21. Februar hier einen Rechnerlehraang ab. An vier halben Tagen wurde Unterricht in Buchführung und Bilanzftellung erteilt. Abwechselnd sanden verschiedene Berträge über das Geld» und Warengeschäft sowie praktische Genossen- schiftSarbeit statt, zu denen auch die Borftanbe» und AussichtSratSmitglieder eingeladen waren. Die Beteiligung war sehr gut. Verbandsdirektor Berg erwähnte in seinem Referat die günstige Entwicklung des landwirtschaftlichen Genossen- schnftswesenA Im Kreise Dieben. Der Berband besitzt jetzt in den 79 Gemeinden des KreiseS Dieben 110 und in Hessen zusammen rund 1000 Genossenschaften. •* Oefsentliche kaufmännische Schulen. Mit Bezugnahme auf daS heutige Inserat der Leitung der Oestentlichen kaufmännischen Schulen der Stadt Giehen wird uns mit» geteilt, daß die zweijährige Handelsschule nicht, wie vielfach angenommen wird, wahllos DollSschüler und höhere Schüler unterer Klassen aufnimmt, sondern nur g u t veranlagte Kinder in QualitätSklassen sammeln will, um dem Kaufmannsstande wertvollen Rachwuchs zuzufuhren. Deshalb ist die Aufnahmeprüfung vorgesehen. Für die höhere Handelsschule genügt der Nachweis der Obersekundareise oder einer ihr gleich- toertiaen Operetten und Walzern zu Gehör bringen. (Siehe heutige Anzeige.) Kirche und Schule. Kirchliche Dienstnachrichten. Am 16. Februar wurde der evangelische Pfarrer Karl Wagner zu Darmstadt mit Wirkung vom 1 März l. IS zum Superintendenten der Provinz Oberhessen und geistlichen Mitglied des LandeskirchenamlS mit dem Titel „Oberkirchenrat" ernannt. Am 18. Februar wurde st)er Dekan deS Dekanats Grünberg, Pfarrer Otto Röschen zu Freienseen, auf fein Rachtuchen unter Anerkennung feiner lanajährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. April l. 36 von der Bcr- waltung des evangelischen Dekanats Grünberg entbunden. -t. Aidda. 24. Febr. Gestern fand eine DekanatSkonferenz des Dekanats Ridda hier statt. Professor Werner (Friedberg) hielt, ausgehend von der groben Herrnhuter Missionswoche im vorigen Jahre, ein Referat über: „Born heutigen Recht und von den Wandlungen in den Zielen der deutschen eoangeltschen Mission unter den Heiden". Rach diesem Vortrag berichtete Lehrer Würz von Gichelsdvrf alS Mitglied des Landeskirchen tags über dessen Verhandlungen Mitte Februar. Turnen, Sport und Spiel. Votn Radsport. Der Landesverband Hessen deS BundeSDeut scher R a d f obrer wird am 2. Ofterfeiertag, 13. April, seine sportliche Saison im Straßenrennsport eröffnen. Die groste Fernfahrt wird die vierte W.edn:holung des klassischen Rennens „Quer durch Ohrn° und Lahntal" fein. Die 180 Kilometer lange „Achter"-Fahrt wird vom Startplatz Kirchhain ihren Anfang nehmen, über Alsfeld. Ziegenhain. Treysa. Reustadt, Kirchhain die nördliche Schleife der „8" passieren und alsdann vorbei an der Amöneburg über Marburg, Staufenberg. Gleiberg die „8" mit dem Zielorte Kirchhain schließen. Taunus Rennen. Für da- am 23. August auf der 31,5 Kilometer langen Rundstrecke bei Bad Hornburg vorgesehenen TaunuSrennen hat der Autonwbll- cfub von Deutschland seine Ausschreibungen erlassen. Vorgesehen sind drei Klassen von Sportwagen. welche getrennt bewertet und in folgenden Kategorien ausgefahren werden: Kategorie I offen für Wagen von 2001 bis 2625 ccm, Kategorie II für Wagen von 150! bis 2000 ccm und Kategorie III für Wagen von 1101 bis 1500 ccm Zylinder Inhalt. Jede- Fahrzeug muh mit zwei Personen besetzt fein. Die Rundstrecke ist vierzehn Mal zu durchfahren, so dah sich eine Ge^ lamtlängc von 438,2 Kilometer ergibt Rennberechtigt sind die Mitglieder des A. D. D. und der Kartellclubs, sowie die vom Veranstalter eingeladenen Mitglieder ausländischer Glubs. Rennungsschlust ist der 1. Juni. Halle wird ^luqhafen. Rachdem nun schon über 40 deutsche Städte bie Rotwendigkeit des Flugverkehrs erkannt Haden, ist jetzt auch der Halleschr WirtschaftS- und Verkehrsverband an die Stadtverwaltung sowie an die Vertreter der Industrie, des Handels und der Wirtschaft herangetreten, um die Gründung einer FlugbetriebSgesellschaft auch für Halle in greifbare Rahe zu rüden. Der Magistrat bezeigte sein Interesse an dem Projekt durch lieber- Weisung eines 100 Morgen umfassenden Platzes, der zu geringem Pachtsatze überlassen werden soll. Ferner stellt er noch eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 40 000 Mark in Aussicht. Durch weitere Zeichnungen konnte dieser Betrag auf 75 000 Mark erhöht werden, so dah damit zu rechnen ist. dah Halle, daS als Kontrvllstation für die Deutschlandslüge im Juli angesetzt ist. biS dahin die Einrichtung des Flugplatzes vollendet hat. 400 Meldungen zur Deutschlandfahrt des A. D. A. C. Bad&bem schon die Winterfahrt deS A D. A C. faßt 300 Teilnehmer vereinigte, hat die für die 3ett vom 1. bis 12. März mit Start und Ziel in Köln vorgesehene Deutschlandfahrt mit zirka 400 Rennungen einen austerordentlichen Erfolg aufzuweisen. Sie ist feit der Wiederaufnahme Deutschlands in die F. I. T. M. die erste internationale Kraftradveranstaltung und sieht neben den besten und bewährtesten deutschen Fahrern auch solche auS Schweden, der Schweiz, Belgien, Oesterreich, Italien und England am Start. Schöffengericht. " Giehen, 23 .Febr Ein Schuhmacher- gehllse in Reichelsheim hatte für einen neuzu- grünbenben Musikverein Beiträge zu sammeln. Die einzelnen Spenden wurden in eine Liste eingetragen Von 72 Wt. mc et eingenommen hatte, hat er drei Mark für sich behalten und auf der Liste an zwei Barnen die Zahlen entsprechend geändert. Bkacn Betrug# und Unterschlagung erhielt er eine Geldstrafe von 60 Bl L; Urkundenfälschung wurde nicht angenommen, ba die Beweiserhebllchkcit der Aufzeichnungen nicht unzweiielhaft feststand. Der wegen Diebstahls bereits bestrafte Ar- beiter Karl Friedrich P rescher von SimrachtS- hütte bat im August 1924 in Giehen und Haufen drei Einbruchsdiebstähle ne rühr wobei ihm Zigarren. Zigaretten. Bettzeug. Handtuchstoffe, Schokolade. Hosenträger und Einbruchswerkzeuge (In der Werkstatt eines Schlossers) in die Hände fielen; in einem weiteren Fall blieb es beim DiebstahlSversuch. ba der Hund anschkug bevor die Tat vollendet war und der Verbrecher sich aus Furcht vor ßr.lbedung entfernte. Der kaum zwanzigjährige Angeklagte, der sich damals offenbar aus Ich! ich ich von Diebstahl ernährt hat, erhielt eine Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten. Wegen Blutschande, begangen an seinem neunjährigen Kinde wurde der Viehschweizer Wilhelm Rank in Bübingen zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Verhandlung fand hinter verschlossenen Türen statt. Ein Vanklehrling aus Kirchhain versuchte, sich in Friedberg durch ‘Bo.läge zweier von ihm gefälschter Schecks bei ber Hsll Landesbank erhebliche Beträge zu erschwindeln Die Bankbeamten. die zufällig die Unterschriften der angeblichen Aussteller kannten, schöpften Verdacht und ließen ihn festnehmen. Er will unter dem Einfluß eineS fremden Menschen gestanden haben, der ihn zu seinem willenlosen 'Werkzeug gemacht habe; er müsse von ihm hypnotisiert worden sein. Rach dem eingehenden Gutachten des Professors Dr. Stertz in Marburg kann hiervon nicht die Rede sein, wie denn bisher auch nicht ein einziger Fall bekannt geworden ist. in dem eine sittlich einwandfreie Persönlichkeit durch Hypnose zu einem Verbrechen bestimmt worden wäre. Dagegen ist es wahrscheinlich, dah der Beschul- btgte einem Erpresser in die Hände gefallen und von ihm zu der Tat gebracht worden ist. Wegen Urkundenfälschung und VetrugSversuchs erhielt er eine Gefängnis st rase von drei Monaten. Gerichtsfaal. Frankfurt a. BL, 23. Febr. (WB.) DaS erweiterte Schwurgericht in Frankfurt a. BI. verurteilte nach vierstündiger Verhandlung den früheren Stabtlctrtiär Karl Krebs beim Wohnungsamt Frankfurt a. Bl. wegen Bcftc» chung zu zwei Monaten Gefängnis, den Stadtangestellten Wilhelm Eckstein wegen Beihilfe zu zwei Monaten Gefängnis. Die BestechungSgelder. die Krebs erhalten hat, wurden alS der Staatskasse xugefaHcn erklärt Bei beiden " Angeklagten wurden drei Wochen Untersuchungshaft auf die Strafe ungerechnet Der Stadtangestellte Reith wurde freiae- sprochen. Die Haftbefehle wurden aufgehoben. Buntes Allerlei. Aus der Schachwelt. Das Programm des Schachturniers von Baden-Baben, das die Dortige Kurverwaltung veranstaltet, ist soeben erschienen. Da« Turnier beginnt gleich nach Ostern, am 15. 4., und dauert vier Wochen. Jede Woche werden fünf Runden erledigt, während die übrigen Tage der Erledigung von abgebrochenen Partien gewidmet sind. Zwanzig Meister sind eingeladen, und Awar ist die Auswahl Derart getroffen, dah möglichst jedes schackspielende Land vertreten ist. Die Koryphäen werden nahezu vollständig erscheinen mit Ausnahme einiger weniger, die sich gerade jenseits des Ozeans befinden. Es sind fünf Preise ausgesetzt von 1500, 1000. 700, 500 und 300 Mark. Die Richtpreisträger erhalten für jede Gewinn- bzw. Remispartie ein Honorar von 20 bzw. 10 Blf. Alle Teilnehmer erhalten freien Aufenthalt und Beköstigung in erstklassigen Hotels. Das Turnier, das jedensalls das bedeutendste Schachereignis des Jahres bilden wird, ist der Initiative des Herrn Dr. T a r r a s ch zu danken, in dessen Händen auch die Organisation liegt. Großmeister Alechin, der erst kürzlich in Reuyork 26 Partien gleichzeitig blind, d. h. ohne Brett und Figuren, durchgeführt hat, hat nunmehr seinen eigenen Rekord geschlagen, indem er soeben in Pans die geradezu unglaubliche Anzahl von 28 gleichzeitigen Blindpartien fertiggebracht hat. von Denen er 22 gewann, drei verlor und drei unentschieden machte. Die Vorstellung dauerte von 10 Uhr vormittags bis 11 Uhr abends. In dieser Zeit trank der russische Meister, ohne etwas zu essen, zwölf Tassen Kaffee und rauchte fünf Schachteln Zigaretten, was ver» mutlich ebenfalls eine Rekordleistung darstellen Dürfte. Der Affe tm Säuglingsheim. Der Frankfurter Tierpsychologe Professor P u n g st berichtete in Der letzten Sitzung Der Berliner Physiologischen Gesellschaft über bemerkenswerte Erziehungsresultate an einem Aesfchen. einer Kreuzung eines javanischen und celebischen Makaken. Um sest- zustellen, ob mar. ein solches Tier überhaupt unter menschenähnlichen Bedingungen aufziehen könnte, ob und inwieweit Die früheste Jugend entscheidend für bie wichtigsten Eindrücke sind, wie sich Instinkt und Gefühle auibtlben. touebe c» ber Mutter fortgenonrmen und in eine Berliner. später Frankfurter Säuglings- k l i n i t gebracht. Unter der Obhut einer Säuglingsschwester wurde es mit Der Flasche < Frauenmilch» ernährt und. um tunlichst äußere Einflüsse fernzuhalten, -abgetchreden aufgezogen; eS sollten, soweit wie nwgltd'. die Bedingungen des .einzigen .KindeS" geldiaflen werden SaO Tier entwickelte sich körperlich gut. bei der Geburt wog es 400 Gramm, jetzt wiegt cs 8 Kilogramm, ist kräftig. Demoliert alles, was in fein Bereich tommi, und aui der Bahnfahrt nach Frankfurt a. Bl. trieb es im Soupc allerlei Allotria (wie übrigens manche Menschen auch» eS klingelte, drehte da» elettrifche Licht aus ufw. ufw. Das Tier ist frech und empfindlich, interessiert sich für alle beweglichen Gegenstände, luscht am Daumen. waS fonst Affen nicht tun. beherrscht Die Technik deS Lausens, obwohl es nie Gelegenheit hatte, sie kennenzulernen. Dieses äffische Spiel. Da$ nicht etwa Der Beseitigung von Läufen gilt, übt es an feinen Pflegern, für das Geiauftwerden hat eS offenbar gar kein Verständnis während sonst manche Alfen Dabei in eine Art Trancezustand fallen. AlS Zeichen der Wut reiht es das Biaul auf. das typische Afsenkompiiment Dai Zeigen des Hinterteil- scheint eS nicht zu tKt- stehen; als eS im vierten Jahre zum ersten Male einen anderen Affen kennen lernte, begann ei nach anfänglicher Angst zutraulich zu spielen. Au» Der Fülle dieses und anderer Aeußerungen hofft Pfunast wichtige Aufschlüsse über da- Erwachen der Triebe und Leidenschaften, bei Charakter* und Seelenlebens zu erhalten. Spitzbergen eisfrei Infolge des milden Winters find die Lisoek» bältniffe im hohen Norden für die Polarforscher außerordentlich günstig Spitzbergen ist eisfrei und die Fjorde sind offen. (Eine norwegische (Expedition geht nach der Bören-Insei, was sonst vor Ablauf des Winters unmöglich war. Amundfen wird feinen beabsichtigten Flug nach Dem Nordpol bereits im April ober noch früher antreten können. Die Temperaturen des Golfstroms im hohen Norden sind um 3—4 Grad höher, als sie von Nansen vor 12 und 14 Jahren feftgefteUt wurden. Ablehnung eines deutschen UniversitätSprosessors durch Die lettische Regierung. DaS Herder-Institut in Riga hatte Den in Jena ansässigen und an der dortigen Universität tätigen Professor Dr. jur. tt phil. Em ge ber* fdjiebentlid) zu Vorlesungen an Die Rigaer Universität eingeladen, und drr Genannte war bann zum ordentlichen Proseffor für Soziologie berufen worden. Runmehi hat aber daS lettische Blinifterium die für Richtangehörige deS lettischen S:aates erforderliche Bestätigung xxx- fagt Die lettische Regierung bat dadurch ein Zeichen nicht nur ihrer Deutschfeindlichkeit. sondern auch ihrev Kulturseindlichkeit überhaupt zum Ausdruck gebracht. Aus bem Amtsverkündtaunasblatt. • Das AmtsverkündigungSblatt R r 15 vom 24. Februar enthält: ErgänzungS- wnbl zur Handwerkskammet. — Errichtung von Prüfungskommissionen zur Abnahme der Meisterprüfungen. - Erweiterung des Anschlußgleises der Stadt Gießen an der Margarethenhüttc. — Erweiterung ber Wasserleitung unb Kanalisation der Stadt Lich.. - Feuerlöschwesen. Auswärtige Amtstage. — Gesunden, verloren. Vrieskaffen der Redaktton. lRechtSgutachten sind ohne Verbindlichkeit bet Redaktion.) K. W. Wenden Sie sich an die Junkers» Flugzeugwerke in Dessau. Rundfunk-Programm des Frankfurter Lenders. (Aus der ^Radlo-Umschau".) Donnerstag, 26. Februar: 11,55 Uhr: Zeitangabe. 12 Uhr. Nachrichtendienst. 4 Uhr: WirtschaftSmeldungen 4.30 biS 6.30 ilbr: Rachmittagskvnzert de» durch Mandolinen verstärkten Hausorchesler». 6 Uhr: Wirt- schastsmeldungen. 6 bis 6,30 Uht. Die Lesestundc (Aus fernen Ländern): AuS den „Japanischen Tänzen" von B. Kellermann 7 biS 7,30 Uhr Vortragszyklus der Philosophischen Bereinigung Frankfurt a. Bl. (Dozent Pfarrer Taesler). 14. Vortrag ..Fichtes Leben unb Werl". 7,30 bis 8 Uhr Funlhochschule; Professor Künzel: ,Aus der Geschichte des deutschen Unternehmertums' (2. Vortragi. 8,30 Uhr: Konzert des A-canella Chores 1923. Programm u. a.: Deutsche russische, französische und italienische Volkslieder (gelungen in Den Originalsprachrn): ferner: Aus dem letzten Werk Verdie ..Pezzi facti“ (1. Ave Maria unter Benutzung der Scala cnigmatica", 2. AuS Dantes .Paiadiso") — musikalische Leitung. Kapellmeister Hermann Scherchen. 9.30 Uhr Rach richtendienst. Wettermeldung. Sportbericht. 9,55 Uhr: Zeitvorberellung. 10 Uhr Zeitangabe. 10 bis 11 Uhr Chorkonzert deS Gesangvereins „Meyers Quartett". Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den %5. Februar, abends 6 Uhr PafsionSgottesDientt in Der Iohanneskirche. Ptr Bechtolsheimer. Für ein hiesiges Werk wird tüchtiger zuverlässiger Kontorbote der radsahren kann, gesucht. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, sowie allen denen, die Kränze an seinem Grabe niederlegten, sagt herzlichen Dank Blaue Melton-Anzüge Mk. 29.00, 26.00, Blaue Cheviot-Anzüge Mk. 42.00, 38.00, 32.50, WMWlS- Montont. Dor und nach dem Theater warme und kalte Speisen 920a Fürstenberg-Dräu Konfirmanden-Anzüge MMMMMMMWMMM 8WMVW.A. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute abend 6V2 Uhr wurde uns mein heißgeliebter Gatte, unser treuer Vater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Herr Bürgermeister Günther Krenzien Hauptmann der Landwehrpioniere im Alter von 51 Jahren durch einen jähen Tod entrissen. In unserem unsäglichen Schmerz bitten wir um stille Teilnahme- Stadttheater Donnerst.26.Febr. 19. Doimerstag- MlmnemenlS'vorsk. von fr'/« bis 9‘.. Uhr' Der fitelöeltete. Svtel in fünf Akten nach dem Chinesischen von Klabund. Bühnenmusik von Scheffler. Freitag, 27. 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Schon zu Zeiten, als Cäsar das viel mit)- brauchte Dort vom Rhein als Grenze Galliens prägte und es auch wahr machte, waren die Germanen auf das linke Rheinufer vorgedrungen. Spätere Ansiedlungen ganzer Stämme auf der mit Ausnahme etwa des heutigen Rheinhessens und der Pfalz, die zum Ostreich kamen. Der Rhein bildete im Wesentlichen die Ostgrenze Lotharingien-. Rach dem Tode feines Rachsol- oers Lothars ll. versuchte dellen Oheim Karl der Kahle, dem 643 das Welt re ich zugefallen war. sich ganz Lotharingtens zu bemächtigen. Er stich habet aber aus den Widerstand Ludwig; deS Deutschen, seines "Bruders, der das Ostreich beherrschte. Karl wurde zu dem Den rage von Meerscn (870» gezwungen, durch den Lotharingien zwischen Ost- und Weltreich au'getcilt wurde. Die Grenzlinie fiel etwa mit der Sprachgrenze zusammen. "Beim Sode Ludwigs des Deutschen versuchte Karl das östliche Lotharingien zu gewinnen, ia«er soll sogar Absichten auf Mainz. Worms und Speyer gehabt haben. Lolhoringifn b.$ 8 3n iJf »t^rsn F==3 830 Lem WCstreich 8 3q tvm Osteeich. MM 2# 70 tym 0Streich w,_ Heutige gii dbgefaüni , g!5 turuckgewonnen. westlicheir Seite machten den Rhein noch viel mehr zu einem rein germanischen Strom, wenn er auch noch Fange Zeit die Ost grenze des Romer- reichcS bildete. Erst die germanische Völkerwanderung bereitete der Römerherrschalt in Gallien ein Ende. Westlich des Rheins setzten sich die salischen und ripuarischen Franken fest. Von ihnen ging unter der Herrschaft der Merowinger eine Einigung der germanischen Stämme aus. 3mmer weiter dehnte das entstehende Frankenreich seine Grenzen aus. besonder- unter den nachfolgenden Karolingern, bis es unter Karl dem Grotten seinen größten Machtbereich auf- wies. Aber schon setzte der Verfall ein Die Söhne Ludwigs des Frommen teilten nach längerem Bruderkrieg 843 in Verdun das Land unter sich auf. Lothar, der älteste, erhielt den mittleren Teil und damit die Lande westlich des Rheins Wieder taucht hier der Gedrnke der Rheingrenze auf. Sein Unter- nehmen wurde jedoch von Ludwig III. vereitelt, der ihn bet Ank er nach schlug (876*. 3a, nach seinem Tode gewann Ludwig sogar noch Welt-Lothringen für das Ostretch durch die Verträge von Verdun-Ribemont (879 bi» 80). Die frühere Westgrenze Lotharin» giens wurde so zur Westgrenze des Ostreiches, das sich jetzt bis zur Schelde und weit westlich der Maas erstreckte. Als im 3ahre 911 die Karolinger tm Ostreich mit Ludwig dem Kmd auSstarben, trennten fteh die lothringischen Grotten vom oftfrän- kifchen Reich und schlossen sich dem Weltreich an. 3m Ostreich hatte man die Konradincn zu Herrschern erwählt. während die Lothringer am Erbrecht der Karolinger scsthielten und sich infolgedessen den westfrän- kischen. Karolingern unterstellten Das Ellah blieb damals wahrscheinlich beim Ostreich. Vergebens versuchte Konrad I. die verlorenen Gebiete zurückzuerobern (912 bis 13). Der Rhein war wieder einmal, zum letzten Male für falt 900 3ahre, die Westgrenze Deutschlands Heinrich I wandte sich bald nach seiner Wahl den verlorenen Gebieten zu. Ein Teil der lothringischen Grotten rief ihn selbst ins Land, denn im west- fränkischen Reich waren die Karolinger entthront worden. 923 war der größte Teil Lothringens zurückgewonnen. Der Westen wurde 925 zur Unterwerfung gezwungen, so die Westgrenze von 879 wieder erreicht war. und sie blieb jahrhun» " ttifgi4» dertelang die Westgrenze Deutschlands. Die Rheinlande selbst find aber seit 925. abgesehen von der ue»tqrenie turnen Franzofenherrschaft, dauernd beim Reich geblieben. Unter all den Veranstaltungen, die man zur 3ahrtaufendfeier plant, verdient die Kölner Ausstellung. deren Eröffnung am 1. Mai erfolgen foll, wohl das meiste 3ntereffe. Will sie doch die gesamte kulturelle Entwicklung der Rheinlande in diesem letzten 3ahrtaufend darstellen. Es scheint dies fast unmöglich, wenn man daran denkt, was alles zur Darstellung gelangen muh. Es soll auch nicht das geringste vernachlässigt werden, was das rheinische Kulturleben anbelangt. Es soll aber damit andererseits nicht gezeigt werden, datt die Rheinlande etwas durchaus Selbständiges sind, ganz abgesondert vom übrigen Deutschland. Rein, das wäre nur Wasser auf die Mühle der Sonderbündler. Die Ausstellung soll im Gegenteil die starken Beziehungen zwischen Rheinland und dem Reich aufzeigen. Sie soll zeigen, dah beide aufeinander angewiesen find und dah keins das andere missen kann. Vie verunglückte Opiumkonferenz Sie feit langen Wochen in Genf tagende Opiumkvnferenz ist nun endlich zu Ende gegangen. Sie hat leider nicht den Erfolg gehabt, den man von ihr erwartet hatte, sie mutt als verunglückt angesehen werden schon deshalb, weil sowohl die amerikanische al- auch die ch i- nefische Delegation vor lurzem demonstrativ Genf verlieh und in ihre Heimat zurück- lehrte. Dar man zu Anfang ziemlich hoffnungsvoll. fo stellte (ich doch bald heraus datt die Engländer andere Wege g:hen wollten als die Amerikaner, ja, die Gegensätzlichkeiten spitzten sich im Laufe der Verhandlungen fo zu, dah nichts anderes übrig blieb, als eine Pause einzuschieben. Wenn England sich gegen eine restlose Unterbindung de - Opiumhandels wehrte, so ist fein Standpunkt insofern verständlich, al- 3 n d i e n so ziemlich den gesamten Weltbedarf an Opium erzeugt, und in China den grössten Teil seiner Produktion ab- seht. England konnte natürlich 3ndien nicht in Stich lassen. Dafür hat man jetzt im Schlutt- Protokoll den Terwr auf die Unterdrückung des Opiumschmuggels und den G c - nutt präparierten OpiumS gelegt, was praktisch reckt bedeutungslos ist. da 3nöicn nach wie vor Rohopuim nach China ein führen wird. Aber auch der Zeitraum von fünf 3ahren. der für die Anwendung derartiger Mattnahmen vorgesehen ist. behindert den Opiumhandel keineswegs. Das Ergebnis der langen und an Zwischenfällen reichen Opiumkonferenz wird darin bestehen, datt ein Teil der Mächte, darunter die Vereinigten Staaten, sich weiterhin an die Haager "Bestimmungen aus dem 3ahre 1912 halten wird, während sich der Rest an die jetzt gefaxten Beschlüsse für gebunden erachtet. Die Thüringischen Wahlen. 3n der früheren Hochburg der roten Radikalen ist am Sonntag eine für die Sicherung der Weimarer bürgerlichen -Staatsregierung bedeutungsvolle Entscheidung gefallen. Die Linksparteien hegten bei den Gemeinde wählen Thüringens die stille Hoffnung, be feinem für fic günstigen Ausfall gegenbenenfalls die (Staate- rcg.ciung zum Rücktritt zwingen zu können. Bemerkenswert besonders ist der Ausfall der Geraer Wahl, wo bei der starken Fabrikarbeiter- bevölkerung die rote Mehrheit seit der Revolution das Zepter der Stadt geführt hatte. Auch hier ist nun eine bürgerliche Mehrheit gewinnen. Die bürgerlichen Parteien haben durchweg geschlossen nebeneinander gestanden, nur in Weimar und Eisenach zeigte sich wieder jene die bürgerlichen 3ntercffcn so überaus schä rügende Zersplitterung, die sich dann auch in dem Wahlausfall ungünstig ausprägte. Der Wahlkampf felbft scheint in voller Ruhe verlaufen zu sein. Seitens der Regierung waren alle Mattnahmen zur Aufrechterhaltung der Ruhe getroffen worden. Es bleibt zu wünschen, datt die in Thüringen gemachten Erfahrungen den bürgerlichen Parteien weiterhin als Richtschnur dienen mögen; nur durch ein unbedingtes Zusammenhalten kann die Gefahr einer rolcn Mehrheit beseitigt werden Für Mitteldeutschland gilt diese Mahnung umsomehr, weil hier gerade noch bis über die letzte Reichstags- wähl hinaus die Einzelgruppen im bürgerlichen Lager immer wieder geneigt waren, eigene Wege zu suchen und dadurch Stimmenverluste herbe iführt en. Aus der Provinz. Landkreis Witfien. Lg G r.-D u f e d, 24. Febr. Der neuere Teil der Kaiser st raste ist wegen Kanalisations- arbeiten für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. — Samstag, 28. d. M. feiert das Ehepaar Balthaf er Dort in der Kleinmühle das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Beuern. 24 Febr. Ein eifriger Forderet allgemeiner Volksbildung, Lehrer Schmoll von Elpenrod, hielt am Samstagabend im hiesigen Volksbildung-verein < Vorsitzender Leh ter Raut einen Lichtbildervortrag über .Ludwig Richter, bei Male r mit dem Kinberycrze n". 3m schönen und vergraster- ten Saale .Zur Germania" erzählte Vehtev Schmoll vor mehr alS 400 Menschen vorn L-'bcn unteres deutschen Maler-, Mit packenden Wpl- ten. durchwürzt mit feinem Humor, iru« ie erbte aufmerksamen Zuhörer zu bannen Di: Sil- wurden umrahmt von dazu passenden Gedichten und Kinderchoren. Auch der hiesige K i i chen- gelang rcrcin < Dirigent Lehrer Rau> unter- stützte diele VolkSbildungsarbeu durch einig: Lieder Dem Redner des Abends wurde durch den Vorsitzenden de» Volksbildung»^, rein» Dank gezolli für feine vorzüglichen Ausführungen. R e i n h a r d S h a i n. 24 Febr T rotzdem schon oft vor den wilden Sammlern gewarnt wurde, killen manche Leute immer wieder herein und lallen sich durch die Zudringlichkeit sclcker Leute dazu verleiten (^elb au geben. Ter Geldbeutel tonb dabei itrichtert, einer guten Sack? liegen gewöhnlich nicht oder nur in. g ringem Matte dem Sammler aber immer gebient, Vergangene Woche sammelte hier wieder einmal ein solcher Hei r, verkaufte Sprüche, an geblick für Wallen im besetzten Gebiet Beim Pfarrer liest lick der gute Mann natürlich aus bekannten Gründen nicht leben. Man mache e- sich endlich zur Richtschnur^ ohne amtliche, mit Stempel und Unterschrift versehene Empsehlung des Pfarramtes gebe man nichts, und wenn der Betresfend: noch so zu dringlich ist Auch vor dem Ankauf von Büchern bei fremden hausierenden Händlern mutt dringend gewarnt werden. Gewöhnlich stimmt hier auch etwas nicht, entweder ist der Preis übertrieben hock, oder wird eine Anzahlung verlangt, das Buch aber nicht geliefert, ober eine Unterschrift verlangt, bann kommt per Rücknahme ein Buck, das man nicht bestellt hat. Ter reelle Buchhandel und die Hauskoiportage der evangelischen Vereine, besorgt durch die Pfarrer, die gerne jede» Buch besorgen, be- wahren jeden vor Schwindlern und sektierischen Büchern, besonder- der Adventisten, dte immer wieder das Land abgrafen. Dn Odenhausen 22. "< nvfst im L Sud im ei Die ■ Besit len - reiche viel । Prog hab ' roinnt 5,9 159 30 33,13 24,63 85,62 1« 19 12 82,25 91.62 148 19 11,13 63,40 57 46,25 3,7 99,62 1,10 0,915 1,26 0,48 1,05 1,35 1,5 9l!-5 91,5 10,8 40 160 6,50 13,75 132,50 124,20 ~3 9.75 0,225 90.25 18 9 12,4 82,30 92 149,75 19,30 24,40 7,75 11,50 63.85 d7.9 47,25 4,3 2,9 15,50 1.12 134 2,3 2 9(1 13,50 4.65 3.8 11.9 19 69.63 79,90 4,13 6 0,1 100,75 0,713 • — 0,925 1 1,275 j 0,50 I 1,05 I 1,25 1,10 1 94,75 91 I 10,9 j 39,4 ! 160 ' 6,55 13.62 ; 132 0.448 i 125 118,5 ! 1.05 i ö,vr! abgehi hörige letzten die-r kostenl förtner bringe solche die im Fmpfp gesund können vorgesl 5)ii aebadei ijmpfun (Um findet zu die gestt N9 de Tie 18.9 i 12 1 8t | 81,75 149,9 | 69.4 24,50 | 7,95 I 11,25 63,9 57,75 46,75 j 3,7 j 30 I 3,9 | 0,705 0.9 1,27 1.037 1,20 1,10 1.09 94,75 91 10.90 39,1 159 6,55 13,5 132 0.440 123,75 110 1,95 9,5 0,121 Guatemala für AGG. tn Hohe von 4 OEitt Srllar blieb am Markt der Slektrow erte ohne jeden Einfluß. Bei AEG. selbst ergab sich nur eine geringe Aufbesserung des Kurses. An der heutigen Börse lassen sich auf allen Märkten größere Kursabschwächungen feststellen. Von M o n t a n w e r t e n liegen Dcutsch-Lux und Harpener im Angebot. 3m Zusammenhang mit der Zusammenlegung bet Oberbedarf liegen aber auch oberschlesische Werte im Angebot, besonders Hohenlohe erlitten erhebliche Kursverluste, Vhönik und DHeinstahl konnten ihre Kurse bc- haupten. Am Clektromarkt waren Schuko lert, Siemens usw. abgeschwächt. Ser Dankenmarkt lag ohne Interesse und ohne Umsätze. Auch Schiffahrtswerte warenabgeschwächt. Größte Zurückhaltung herrschte auch am Petr o l e u m m a r f t. Deutsche Erdöl waren gebessert. Am Kali markte waren die Kurse im allgemeinen rückgängig. Ser Markt der heimischen Renten liegt lustlos. Sie Lage am Geldmarkt ist etwas flüssiger. Täglich^ Geld 9-12 Proz.. Monatsgeld 11—14 Prozent. Privatdiskont 8 Prozent. Am internationalen Devisenmarkt liegt der französische Franken weiter schwach. Auch der belgische Franken scheint sich dieser Bewegung anschlic- ßen zu wollen. r-, • Börsenkurse. I 1,15 I #4,75 I 91,30 I 10." I « 1 160 6,50 13.60 132,13 124,W 2 9.62 0,225 88,62 19 12 81.5 $0,8 147,60 19,1 24 5 7,13 11,.50 63,30 57 50 46,90 33. 2. I 24 2. 0,915 ; 0,915 " "" 0,895 Mr«! »ttj SS-ne fe ^üdlvjg 0 Alle jjjf«"1®, Wirtschaft. * Sie Dollar-Anleihe Thyssens. Einer Deuter-Meldung aus Mülheim (Ruhr) zufolge hält sich eine amerikanische Abordnung zur Zeit im Ruhrgebiet auf und steht mit Thyssen wegen Dorstreckung einer Anleihe von 12 Milt. Dollar in Unterhandlungen. Cffiic der „S. H. S.“ ergänzend dazu mitteilen kann, handelt es sich bei dieser Anleihe um die bereits seit mehreren Wochen bekannten Anleihe-Verhandlungen, die nun so weit vorgeschritten sind, daß die ame- kanischen Interessen an Ort und Stelle im Ruhrgebiet die Sicherheiten begutachten sollen. 4 Oberschlefs. Eisenbahnbedarfs- Derttner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 24. Febr. Sic Gerüchte über eine Herabsetzung des Deichsbank-Diskonts werden im allgemeinen recht pessimistisch aufgenommen. Am wenigsten Glauben findet die Version der Herabsetzung ab 3. März oder ab 9. März. Ser Geldmarkt zeigt sich wohl etwas erleichtert, aber erfahrungsgemäß traten die größten Schwierigkeiten des Ultimo Januar erst sehr spät ein, und so zeigt man auch bezüglich des Ultimo Februar sich sehr zurückhaltend. Ser Auftrag auf Walter Fürst. Melchtal, v. Attinghausen, (Schier, mit seiner Feder ganz prächtig darzustellen. Einige bewegliche Bilder sorgten dafür, daß auch der Humor zu seinem Recht kam. Andere Filme brachten noch heitere Bilder der verschiedensten Art. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt. 24. Febr. Prof. Adolf Deher in Darmstadt erhielt den Auftrag zu einem Porträt färben jung ft en Ehrenbürger der Stadt Darmstadt, Freiherrn Ma? von Hehl. Das Porträt soll in den Besitz der Stadt übergehen. -- Hier sind gestern und heute drei Selb st morde Zugendlicher zu verzeichnen. Der Schauspieler Schüler vom Hessischen Landestheater hatte gestern abend noch einen Maskenball besucht und war sehr vergnügt. Zu Hause schrieb er dann Abschiedsbriefe, Die aber feinen Anhalt für den Anlaß zum Selbstmord geben, hierauf öffnete er den Gashahn und steckte den Gasschlauch in den Mund. Schüler war erst seit Beginn dieser Spielzeit beim Landestheater und galt als ein sehr begabter Schauspieler. (Schüler gehörte in der vorigen Spielzeit dem Gießener Stadtthoater an. D. Red.) — Ferner hat sich ein Haus bursche im Alter von 19 Jahren aus Liebeskummer erhängt und ein 21jähriger Gutsverwalter aus unbekannten Gründen erschossen. —- Hier wurden zwei Schüler im Alter von 10 und 12 Jahren als gewohnheitsmäßige Taschendiebe ermittelt. — Gestern sand man in der Lairdgras-Philipp-Anlage ein junges Mädchen besinnungslos auf, Gm Arzt stellte fest, daß der Zustand durch übermäßigen Alkoholgenuß (eine Folge des Karnevals) herbeigeführt war. Kreis Wetzlar, 0 Lützellinden, 23. Fehr. Die heutige erste Drennhvlzvevsteigerung im hiesigen Gemeindewald ergab folgende Durchschnittspreisen Duchenscheiter 20 Mk., Buchen knüppel 16 Mk. pro Rm., Buchenwellen 20 Mk. und ge« Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M.» 24. Febr. Lustlosigkeit und weiteres Rachgeben der Kurse war wieder das Kennzeichen der heutigen Abendbörse. Keinerlei Interesse für irgendwelche Aktiengruppe trat hervor. Infolgedessen verlief der Verkehr fast geschäftslos. Reben geringen Gewinnen waren auch vereinzelt neue mäßige Abbröckelungen zu beobachten. Der Anleihemarkt war überhaupt geschästslos. Sic Börse schloß lustlos und in stärkster Zurückhaltung. Ausländische Rcnten- Zolltürlen 10.87. Bankaktien: Commerzbank 6.55. Darmstädter Dank 13.50, Discontogesellschaft 123.75. Oesterreichische Kreditakticn 9.50. Moni an - aftien: Harpener 148, Phönix 63.37, Kali Aschersleben 19, Westeregeln 24. Chemische Aktien: Bad. Anilin 30, Th. Goldschmidt 23, Höchster Farben 25,70, Dütgerswcrte 18,25. Elektroaktien: AEG. 12, Licht und Kraß 8.10, Mainkraft 14.20. Trans- Portaktien: Rordd Lloyd 4.10, III. Anatolier 8.75. Sonstige Industrieaktien: Kleyer 4.05, Afchaffenburger Zellstoff 108.75, Dyckerhoff 4.50, Sehr. Iunghans 12,62. Kemp-Stettin 0,54, Lechwerke 21, Rheinisches Metall 10.70. Frankenthal» zucker 4.65. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark ausgedrückt. BuenoS-AtreS, London, Neu- York. Japan, Rio de Janeiro für ein« Einheit, Wien and Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) ein gemütliches Tänzchen die Anwesenden noch 'echt lange zusammen. * ©rüningen, 24. Febr. Rächsten Sonntag nachmittag spricht Landwirtschastsrat Dr. Schneider vom Landwirtschaftsamt In Lich auf Veranlassung der Landwirtschastskammer hier bei Gastwirt Wilh. Heinr. Bender in einem öffentlichen Vortrag über „Raffensragen". Lich, 24. <5ebix Wegen Vornahme von Wasserleitungs- und Kanalisationsarbeiten in Lich wird die K r e i s st r a ß c L i ch - - Dieder- Bessingen von Mittwoch, 25. Februar, ab bis auf weiteres für den Durchgangsverkehr gesperrt. • Rieder-Bessingen. 22. Febr. Der hiesige Kriegerverein hielt gestern abend im Gasthaus „Zum Löwen" feine 5 0. Generalversammlung ab. Der 1. Vorsitzende, Gastwirt Wilhelm Loh, begrüßte die Kameraden und schloß seine kernrgen Worte mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland, worauf die Versammlung stehend das Deutschlandlied fang. Ser Verlauf des Abends brachte allen Dersymm- lungsteilnehmern einige genußreiche Stunden. * Bellersheim, 24. Febr. Aus Veranlassung der Landwirtschaftskammer hält Land-- wirtschaftsrat Dr. Lehr vom Landwirtschasts- amt in Lich am nächsten Sonntagnachmittag in der Gastwirtschaft von Heinr. Angermüller einen Vortrag über „Anwendung und Wirkung der künstlichen Düngemittel". R. Ronnenrvth, 22. Febr. Gestern veranstaltete der Gesangverein „Lieder-- kränz" einen Familtenabend. bei dem Gesang und Humor zu ihrem Rechte kamen. Den Glanzpunkt des Abends bildete eine Ansprache des Diretvrs Hassinger von der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen. In atemloser Stille lauschten alle Anwesenden den Ausführungen und nahmen sie mit großem Beifall auf. Kreis Büdingen. —t. Ridda, 24. Febr. Pfarrer Oberg er aus König i. O. hielt auf Veranlassung des Evangelischen Bundes - Zweigver- eins hier einen Vortrag über das Thema „Sie , heutigen Bestrebungen zur Bekämpfung der evan» jqelischen Kirchen". Rach dem einleitenden Bundeslied und nach Degrüßungsworten von Pfarrer Laut ergriff der Redner das Wort zu seinem etwa zweistündigen Vortrag. Er beleuchtete zunächst den Verfall der öffentlichen Moral und Sittlichkeit, wie er sich in den großen Skandalprozessen der jüngsten Zeit zeigt. Das ganze öffentliche Leben oben und unten sei zersetzt von dem Amerikanismus, jenem Geist schrairkenloser Geschäftsmacherei uni) Genußsucht. Wir hätten nicht nur eine Inflation des Geldes, sondern auch des Geistes und der Seele erlebt. Ein Fremdes habe die deutsche Seele in Dann geschlagen und krant gemacht. Sie könne nur gesunden, wenn sie sich auf ihr eigenstes Wesen besinne, wie es in der größten deutschen Volksbewegung, der Deformation, zum Durchbruch kam. In, dem freien, frommen Lukhergei st sei man durch 4 Jahrhunderte hindurch über alle Stürme des Dreißigjährigen Krieges und der Dapoleonszeit Herr geworden. Run fei unser Volk in Gefahr zu verlieren, was es besessen. Fremder Geist beherrsche den Deutschen und bringe ihn um lein Bestes. Auch ultramontaner Geist sei es. der überall in die Politik einbringe, er suche das ganze Geistesleben zu beeinflussen, die Schulen und die Verwaltung zu beherrschen. Auch spreche man schon von einem Reichskontordat. Immer deutlicher gewinne man den Eindruck von einer Gegenreformation. Demgegenüber rufe der Evangelische Bund zur klaren Besinnung, die innersten Bräfte deutschen Seelenlebens zur Einigung aller oangelischen in einem Geiste auf. Er rufe auch «if zu einer bewußteren Pflege des eigenen religiösen Innenlebens, einer freudigeren Hingabe an die Heilkräfte des Evangeliums. Aus ihm allein wachse hervor • mutiger Luthergeist, der alle Rot überwinde. Rur wenn er wieder lebendig teerbe, könnten wir glauben an das Morgenrot einer besseren Zukunft. Machtvoll und entschlossen ertönte hieraus das Lutherlied und gab dem Abend die letzte Weihe. Kreis Alsfeld. m. F lens UN gen, 24. Febr. Am Sonntag- 6 bend veranst attete der Dadfah ververein 1920 Flensungen-Mücke in dem Reitz- lchen Saal dahier sein zweites Wintervergnügen. Rach einem Erössnungsmarsch der Kapelle Bloß dahier begrüßte der Vorsitzende Heinr. Lag die Erschienenen. Cs folgten nun verschiedene theatralische Aufführungen. Alle Mitspielenden gaben ihr Bestes, um zum guten Gelingen der Aufführung beizutragen. Die Pausen wurden ausgefüllt durch Konzertstücke und humoristische Vorträge und Couplets. Dann folgte noch ein flottes Tänzchen. m. Mücke, 23. Febr Am Samstag sand bei Gastwirt Weisenbach die erste Versammlung des Krieger Vereins Flensungen unter dem Vorsitz seines neuen Präsidenten, des Kaufmanns Langohr-Mücke statt, der Mitte Januar einstimmig gewählt worden war, nachdem der feitherige Präsident, Beigeordneter Bräu- nin g - Flensungen, sein Amt niedergIegl. hatte. In seiner Begrüßungsansprache drückte der Vorsitzende seine besondere Freude über das Erscheinen der Ehrenmitglieder aus und tief den Reuanwcfcnden. die dem Verein beitreten wollten, ein herzliches Willkommen zu. Zunächst ersrlgte die Ausnahme derselben. Die Verteilung der neuen Abzeichen muhte zurückgestellt werden, da diese noch nicht eingetroffen waren. Zuletzt wurde noch über den Aufbau des alten Schieß st andes beraten. Man einigte sich dahin, daß die Grube Luise in Rieder-Ohmen bei Kugel fang, der Verein den Schießstand wiedcrhcrzustellen habe, der bis zum Frühjahr schußbereit sein müsse. Es folgte nun noch ein Lichtbildervortrag von Lehrer Da ch - Flensungen über „Wilhelm Tell". Redner ging zunächst auf Entstehung und Zweck des Dichter- Werkes ein und gab dann eine kurze Inhaltsangabe mit Anführung der Hauptstellen. Hierauf zogen 51 Bilder eines Filmstreifens nach Federzeichnungen des befannten Malers Franz Staffen auf der Leinwand vorüber. Der Maler hat es meisterhaft verstanden, die charakteristischen Personen des Dichterwerks, Tell, Staussacher, -TteDart. »/« voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll 5% Deutsche ReichSankcihe . 4% Deutsche Reichsanleihe . 3'V'o Deutsche Reichsanleth« 3% Deutsche RetchSanftihe . Dcuische Sparprämftnanlcthe 4c/s Preußische «onsols . . . 4°'6 Hessen........... y'.V’/n Hessen.......... 3% Hesse« Deutsche Werth. Dollar-Ank. dto. Doll.-Schatz-Anlreisng.') 4°/o Zolltiirlen 5% Goldmekikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Darum. und Nanonalbank . Deutsche Bank......... Ternsche BereinSbauk .... Disconko Commandit .... Metallbau!........... Mitteldeutsche Creditbank. . l7cslerreichischc Lredilanstalt. Äestbank Bychurner Guß ....... Buderus ............ Caro ............. Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurabütte Oberbedarf . Phönix Bergbau . Rhcinstabl........... Niebcck Montau ...... Tclluö Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Ehcramische Werke Akbtu .. Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Auglo-Cont.-Guano . . .. . Badiiche Anilin . . Chemische Mayer Alaptu .. Goldschmidt Gries! eimer Electron . . . . Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung ....... Rutgerswrrkr...... Echerdeanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mamkraftwerke........ Lchuckert . . . Siemens & Qalite...... Adlerwerle Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedk Meguin......... Motorenwerke Mannheim . frankfurter Armaturen . .. Äonservensabrik Braun . . . Metallg^sell chaft Frankfurt. Union A.-G.. Schlrbwbnk Herz Lich-l Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel ... Universität. Ziehens Arbeitsgebiet erstreckte sich auf alle Fragen des Schulwesens, der Wissenschaft. Kunst und Volksbildung. - Don bet Kriminalpolizei wurden in drei noch jugendlichen Personen ganz besonders raffinierte Scheckfälscher festgenommem Das Lrio hatte versucht, im Wege der telephonischen Uebcrtoeifung von einer Frankfurter Dank 8000 Mark zu erschwindeln, es wurde bei diesem Manöver aber überrascht und sestgenommen. Im Lause der Untersuchung stellte es sich jedoch heraus, daß dieselben Durschen vor einem halben Jahr sich in der Weise die Unterlagen sür einen großen Scheckbetrug verschafst hatten, daß einer von dem Kleeblatt sich in dem Schalterraum der Dank aufhielt und dem 'Briefträger unter bem Vorgeben, er fei Beamter der Bank, die gesamte Tagespost abnahm. Mit Hilfe reicher technischer Mittel fälschte das Trio sodann die Unterschrift des Direktors nach einem ölten Zeugnis. Run gelang es den Burschen tatsächlich, 5000 Mark von dem Postscheckkonto abzuheben. Einer der Schwindler, der früher bei der Dank angestellt war, hat auch das Institut während seiner Amtstätigkeit um eine erhebliche Summe geprellt. 0,62 1.15 133 3,35 3,95 4.9 13.5 4,55 3,90 29,76 0.48 23,5 i 25 . 25,70 | 0 18.25 145 1 12' 18,75 - 1« ; 69.1 1 78,5 | 4,05 I 6 8,75 ! 8.9 | 19 Jahre besteht, hielt am Sonntagabend in dem mit Tannengrün geschmückten Gemeindesaal ein gut besuchtes Konzert ab. Richt nur der geräumige Gemeindesaal, sondern auch der angrenzende Schulsaal war von Zuhörern beseht. Ein flotter Armeemarsch für Klavier und Violine leitete das Konzert ein. Darauf fang der gemischte Hhor: „Gott grüße dich". Fräul. Marta Messerschmied trug in vollendeter Form den Prolog vor, in dem das deutsche Lied verherrlicht wurde. Lieder für Männerchöre und gemischte Ehöre wechselten bann ab mit Klavier und Violinvorträgcn. Sie Lieder für Dariton: „Sie Ülhr" von Löwe, die beiden Löns-Lieder: „Ueber die Heide" uund „Rose im Schnee", vor- getragen von Lehrer Gerhardts, fanden reichen Deisall. Ser gute Vortrag jeder einzelnen Rümmer des Programms erntete die vokle Anerkennung der Zuhörer. Ser Dirigent des Vereins. G. Ä ch noi b vmü l ler , hatte mit viel Fleiß und Geschick die Chöre durchgearbeitcl, und ihm ist es zu verdanken, daß der Verein auf seiner heutigen Höhe steht. Am. Schlüsse des Konzertes fand eine Verlosung statt, die viele freudige Ueberraschungen unter den Gewinnern brachte. Im kommenden Jahre gedenkt der Verein sein 20jähriges Destehen in besonderer Weise festlich zu begehen. * Krofdorf, 24. Febr. Dei der gestrigen Dren n Holzversteigerung der hiesigen staatlichen Oberförsterei in Odenhausen wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Eichenscheiter 7,—, Eichenknüppel 6,—. Duchenscheiter 12, Duchenknüppel 11 Mk., Duchcnreiser 3. Kl. 80 Pf., Fichtenknüppel 5 Mk. je Am. Da Dar- zahlungimTermin gefordert wurde, legten sich die Besucher beim Bieten eine gewisse Zurückhaltung auf, die sich auch in den Preisen äußerte. Waldgirmes. 24. Febr. In diesen Lagen scheidet Hauptlehrer a. S. Klein aus unserer Gemeinde, um seinen neuen Wohnsitz-in Riedercisenhauscn bet Biedenkopf zu nehmen. Mit ihm fcheidet ein Mann von uns, der über 40 Jahre feine ganze Wirksamkeit als Lehrer in den Dienst unserer Gemeinde gestellt hat. Ser größte Teil der hier lebenden Generation ist von ihm unterrichtet worden. Seine ganze Kraft hat Herr Klein in den Dienst der Schule und der Gemeinde gestellt. Lange Jahre war er Leiter der christlichen Gemeinschaft und Borfitzender des Iüngltngsvereins. Auch als Leiter des gemischten Gesangschores, als Organist und durch die Lesegottesdienste hat er unserer Kirche treue Dienste getan. In den Kriegsjahren war er ein treuer Berater und Helfer in dec Gemeinde. Gar viel waren die Muhen, die er selbstlos für die Gemeinde trug. Einern Erzieher ist cs nicht vergönnt, die Erfolge seines Wirkens und Schaffens mit den Händen zu greifen; doch ist der Segen der jahrelangen treuen Wirksamkeit unseres scheidenden Lehrers spürbar in unserer ganzen Gemeinde. Schulrat Eckard t und Pfarrer Anthes haben am 1. Oktober vergangenen Jahres bet der Abschiebs- feier die großen Verdienste des Hauptlehrers Klein in rechter Weife gewürdigt. Hoffentlich ist es unserem lieben, scheidenden Lehrer noch ost vergönnt, unfern Ort zu grüßen, bem er fein Bestes gegeben hak. Die ganze Einwohnerschaft wünscht ihm einen glücklichen Lebensabend. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 24. Febr. Der Frankfurter Magistrat und mit ihm das gesamte Frankfurter geistige Leben erlitten einen überaus harten Verlust. Stadtrat Professor Dr. Julius Ziehen verstarb an einer schweren Dlinddarmerkrankung. Der Verstorbene wurde in Frankfurt a, M. im Jahre 1864 geboren, und war nach seinen Studien Studiendirektor bei der Kadettenanstalt in Groß-Lichterfelde, dann Direktor des hiesigen Wöhlergymnasiums und wurde vor gerade 20 Jahren besoldeter Stadtrat in Frankfurt. Seit 1915 bekleidete er einen Lehrstuhl für Philosophie und Pädagogik an der hiesigen Berkin, 24. stebruar. Amerikanische Noten .. ... Belgische Noten ........ Dänische Noten........ Englische Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten ...... Italienische Noten Norwegische Noten Deu'sch-Ocslcrr, ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten ....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungariiche Noten Frankfurter Getreidebörse. 1 v (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger^.H F r a n k f u r t, 24. Febr. Es wurden notiert. Wetterauer Weizen 21,25 bis 25,50. Roggen, in- länd. 22 bis 25,25, Sommergerste für Brauzweckc 24 bis 31,50, Hafer, inländ. 17,50 bis 22,75, Mais (gelb) 22 bis 22,50, Weizenmehl, inländ.. Spezial 0 40,50 bis 44,25. Roggenmehl 35,50 bis 39. Weizenkleie 14 bis 14.25. Roggenkleie 14,25 bis 14,50. Tendenz; unverändert. Berliner Produktenbörse. Berlin, 24. Febr. Der Produktenmarke war heute fester, im Einklang höherer ausländischen Meldungen. Für Weizen und Roggen war das Inlandangebot klein, mehr Ä auf lüft bestand bet höheren Preisen im Lieserungsgeschäst. Gerste und Hafer ruhiges Geschäft. Mais befeftigt Es wurden notiert für je 1000 Kilo. Weizen, mark. 253 bis 260, do. RMrz 280 bis 281,50. do. Mat 289,50 bis 291,50, Roggen, märf. 250 bis 255, do. März 264, do. Mai 281 bis 282.50, Gerste, märf. 255 bis 268, Futtergerste 215 bis 238, Hafer, märf. 187 bis 193, do. März 205, dv. Mai 212 bis 211, Mais lloko Berlin) 223. do. Mai 202 bis 204, Raps 390; für je 100 Kilo Weizenmehl 35,25 bis 37,25, Roggenmehl 35 bis 37. Weizenkleie 15, RoggenNeie 15, Viktoria- erbfen 27 bis 34, kleine Erbsen 21 dis 22. Futter- erbfen 19 bis 21, Peluschken 18 bis 19. Ackerbohnen 19.50 bis 26, Wicken 18,50 bis 20, Lupinen, blau 12,25 bis 13,75. do. gelb 12,50 bis 16, Serradelle, neu 14,25 bis 16.50, Rapskuchen 17.80 bis 18,20, Leinkuchen 23,80 bis 24, Trocken- schnitzet 9.30 bis 9,50, Torfmelasse 9,50 bis 9,60, Ka, löffel flocken 19,90 bis 20. Sie können so schlecht abhusten und raten wir Ihnen daher, 80 Gramm echten Tobala-Balsam zu kaufen, der lösende und heilende Balsamstoffe und Pflanzenextrakte enthält. Einen Kaffeelöffel voll in heißem Zuckerwasser aufgelöst und 3—4mal täglich getrunken, schaffk schnelle Linderung. Sicher erhältlich: AniversitatS-Apother« zum goldenen Engel. 2pl8ss Petrin s*»j- ZL *ur* i börl« 3. Februar 34 Februar yievart. Amtlich, Notierung Anuli t): Jlori’r i n 01 üV!b Briet Gela Hr.ef TA. |’4. Amsr.-Äoll. 16«.04 168.46 168,14 168,56 voll Völl Buen.-Aires 1.654 1,658 1,6.8 1,662 voll voll Brss.-Annv- 21,10 2Llb 21,10 21.16 voll voll Christianta. 63,74 63,90 63,87 64 03 vollwoll Kopenhagen 74,65 74.73 74,71 74,89 VOlllDoil istockholvi . 113,02 113,30 113.02 113,30 roll voll Helsingfors 10.555 10,559 10,53 10.60 voll voll Italien. . 17.15 17,19 17,055 17,09. vou.voll London. . . 19,550 20,0'1.5 19,993 20,042 voll voll Reuyork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 voll voll Paris. . . 21,83 21,89 21,83 21.88 vol!;voll Schweiz . . 80,60 80,80 80,62 80,82 voll voll Spanien. 69,53 69,67 69,48 59,62 Japan .. . 1,643 1,647 1.646 1,650 voll voll >Hio de Jan 0,459 0,461 0,465 0,467 voll voll Wien in D.» voll voll Oelt. abgest. 5,91)8 5,928 5,908 5,928 voll,voll Prag . . . . 12,125 12,465 12,43 12,47 voll voll Belzrad . . 6,75 6 77 6,71 6,73 Ü011|Jüll Ludapest. . 5,78 6,80 5,80 5,82 voll voll Bulgarien 3,045 3,055 3,045 3,055 voll voll Lissabon 19.975 20,025 19,975 20,025 üu’uuU Danzig. . . 79,13 79,3.1 79,30 70,50 voll voll Konstantin- 2,217 3,218 2.15 2,16 vollvoll Athen. . 6,59 6.61 6,79 6,81 voücholl 4,173 4,193 21,0« 21,1« 74.51 74.89 19,98 20 08 21,86 21 96 167 78 168 61 17.09 17,17 63,69 64,01 5,918 5,938 112,77 113,33 80,52 60,92 59.37 59,77 12,41 12,47 5,78 5,76 Die Oberwalder. Roman von AlfrebVock. b. Tottsetzung ('Satynauf Deuteten.) 5er ßobrer begab sich in daS Stäbchen, nahm auf einem vom 2Uiei gebräunten Lehn' ftuljl Platz und begann. „Sie wisfen, ich hänge schon lang dem Gedanken nach, wie ich die Drohen und die kleinen hier ^ufammenbring*. Sie haben wahrscheinlich nft gedacht, der Lehrer hat mehr Stangen wie Dohnen Allerdings, Kramerskarl. mit beni Mundspihen ist's nicht getan, 's muh endlich gepfiffen tonten ;3m Dorf fehlt das Gemeinfch^ftSgefuhl. Wecken kann'- nur eine Genossenschaft Und waS wir vor allem brauchen, ist eine Spar- und Darlehnskasse. Die hab ich im Sinn. Sie soll die geringen Dauern von den Wucherern freimachen und von den Ausbeutern 'm eignen Dorf Sie soll den Handwerkern unter die Arme greifen. Sie soll auch den gröberen Desihern dienstbar sein. Sie soll einen neutralen Boden schaffen, auf dem sich alle die Hände reichen. Sie werden sagen. „Das ist ein bihchen viel auf einen Dagen geladen." Einerlei! Mein Programm ist fertig. Die Kleinen, schätz ich, hab ich auf meiner Seite Die Drohen zu gewinnen, wird viel Schweiß und Arbeit kosten." .Man soll sich nicht einbilben .dah man einen Menschen kennt", sprach der Krämerskarl bei sich „Ich dab gemeint, den Weilandt kenn ich Und kenn ihn so wenig wie den Kaiser von Marokko Das seh ich erst jetzt. Tat er nicht immer, als wär er durchsichtig wie Glas? Und heckt hehlings die Kasse aus. Der Heimduckser der Schuhspitzengucker! WaS will er ? Er will sich einen roten Rock verdienen. Und will seinen Schnitt machen nebenbei Er hat'S auf den Rechner abgesehen Das ist so gewiß wie das Amen in der Kirche." Sin bitteres Gefühl stieg in ihm auf Gr durchmaß ein paarmal daS kleine Gelaß und blied dann, die Hände auf dem Rücken, vor dem Lehrer stehen. „Der Pfarrer Hoffmann selig hat am Palmsonntag einmal von der Kanzel herunter ge- donnert, das ganze Dorf fäm’ ihm vor wie ein gwher Sumps. Auf dem täten allerlei DM- «rtH « b”"* 6*« Dell)ft sucht, den Aetd und die Hinterlist. Dazu- «s In dem Pfarrer seiner Predigt i» W vergeht einem der S#af. * »ar aber Z>en Ochsen ms Horn gepetzt. Jeder zog seinen Karre« weiter. Und tut's M auf bea heutigen Tag Angenommen. Sie heben Ihr Kind aus der Taufe. Glauben Sie, daß es anders, wird?" Äarf, das glaub ich Die Genossenschaft tst eme Macht, der sich alle beugen müssen. Sie « ~, ?°n sozialem Geist getragen und hat für Selbstlinge Feinen Platz" Weilandt stand auf. .34) den!, die im Vorstand und Aufsichisrat fitzen sollen, hab ich bald beisammen. Die Seele des Ganzen ist der Rendant." Der Krämer runzelte hie Stirn. »Und der sind Sie." .Rein. Karl, der bin ich nicht Einmal möcht ich mir von niemand nachsagen lassen, daß ich an der Kaffe ein persönlich^ Interesse hätte, dann geht mir die Geschäftserfahrung ab, die ich für unbedingt nötig halte, wenn man so einen Posten ausfüllen will. Gerad' deswegen komm ich zu Ihnen." .Zu mir?“ stotterte der Krämer. „Ja, zu Ihnen. Der berufene Mann, daist doch fiat, sind Sie. Hoffentlich geben Sic mir keinen Korb " Der Karl, obwohl er ein wenig beschämt war. weil er den Lehrer so falsch beurteilt hatte, wußte sich schnell zu fassen und fagte: „DaS Amt weist auS. was einer kann. Wann ich gewählt werd', nehm ich's an.“ 2US Weilandt gegangen war. hieß der Ärä- merSkarl die Pörtegritt. die in der Küche Kartoffeln schälte, auf den Laden achtzugeben Er wollte einen Sack Weizenmehl bestellen. Darauf verließ er daS Haus und schritt talabwärtS ber Mühle zu Der Dach führte reichlich Wasser. Hie und da sprang eine Welle luftig über den Userrand. Auch der KrämerSkarl suhlte sich von frohem Mut gehoben. Das Schreckgespenst des Konsumvereins zerfloß vor dem Plan der Spar- und Darlehnskasse tn nichts. Der Lehrer Wei- landt war fein Häbling. Was der sich vornahm, küvrte er durch W« hatte er gesprochen? „Tic Seele des Ganzen ist der Rendant " Dis ^ieß auf gut deutsch- Vorstand und Lufftchisnu wurden von der Kasse so viel verstehen tote die Äub vom Kalender. Ihm, dem Kiamerskarl, war ajdaegeben. das göltet Rädchen laufen zu lass«. Unb er locht« »toet Suppen tn einem Topf. Er behielt sein Geschäft und strich den Gehalt des Rechners ein. All die Jahre war er im grauen Einerlei schier erstickt. Das würde mit einem Male anders werben Die Kasse brachte Leben ins Dorf. Wan mußte auch außerhalb Mitglieder werben. Großer Umsatz war Grundbedingung. Daß man den kleinen Leuten Kredit gewahrte, ihnen aufhalf, wenn sie's halbwegs nerbienten. darüber war kein Dort zu verlieren. Aber davon würde der Schornstein nicht rauchen Es galt Geschäfte za machen, die den Kassenschrank füllten. Er hatte den Schlüssel. Er hatte das Geld. Er hatte die Macht. Unwillkürlich blieb er stehen* Fern im Westen glitt die Sonne hinter den Kegelbergen der Rhön hinab. Der Himmel war wie in Gold getaucht. Gold, nichts alS Gold! Dem Krämers- fad war s. als schaute er in eine neue Welt Plötzlich seuszte er auf. Seine Hrau würde es nicht miterleben, wenn fein Glücksstern zu leuchten begann Ihr Unverstand hatte sie fort- getrieben. Vielleicht, daß sie jetzt QJtangel litt. Er hätte fein Letztes bingegeben. ihr eine gute Stunde zu machen. Er rieft ihren Ramcn. Sie hörte ihn nicht. Und doch, er lieh die Hoffnung nicht sinken. Es war nur eine Frage der Zeit, daß sie den Weg wieder zu ihm fand. Unterdessen wollte er anfangen, das Eckstubchen im Oberstock für sie einzurichten. DaS konnte er sich erlauben, denn feine Einnahme würde um das Doppelte wachsen. Er stellte ihr eine Räh- maschine hin. Die hatte sie sich oft gewünscht Die Wände schmückte er mit Dildern ihrer westfälischen Heimat. Die mußte er sich irgendwoher verschaffen. Die Dechenhöhle durfte dabei nicht fehlen, von der sie Wunderdinge erzählte. Und der Lünkenhohl. wo fie mit ihrer Mutter gewohnt hatte. Wenn er fie dann hinaufführte, würde fie ihren Augen nicht trauen. Lach«, und Weinen hatte sie immer in einem Säckchen beisammen gehabt. Run würde sie Freudentränen vcrgwßen Uno er, er wurde vor Jkr» arrugtbeti nicht wissen, wo er in seiner Hara bietoen sollte. OJon heiteren Dildern umgaukelt, setzte er feinen Weg fort, und der Dach mit melodischem Rauschen begleitete seine .Träumereien. — Der 3ufforöcrung des Lehrers folgend, kamen am anheim Abend im .Ritter" etwa drei- ßig Männer zusammen. Damit sie ungestört feien wies ihnen bei Wirt die Oberftube an In de, Mehrzahl waren c* geringe Dauer», doch waren auch ein paar größere Besitzer erschienen. AI« der letzte stellte der Krämerslari sich ein. Weilandt. der eine stärkere Drteiligung nicht erwarte! hatte, erklärte, er wolle über eine Angelegenheit 'prechen. die für alle von höchste. Bedeutung fei. Der Ortsdtenei habe bereits befanntgemadit, worum es sich handle, um die Gründung einer Spar- und Dahrlehnvkasse. In Deutschland hab« das Denoffenschaftswefen einen ungeahnten Aus- fchwung genommen. Drunten in Davern Hatter die Kafsenvereine im vergangenen Jahre achtundvierzig Millionen Mark umgefehl Das sei ein schlagender Deweis dafür, dast die öffentlichen Sparkassen den Forderungen des modernen Wirtschaftslebens nicht mehr genügter Was bezweck« die Genosscnschaftskassc? Sie unterbinde die Vereinzelung. die gerade auf dem Lande Die schlimmster Blüten treibe, und schließe alle Kräfte Zusammen. Sic schütze den Landmann vor gewissenlosen Geld- verleihern und Leuteschindern. Sic gewähre die Mitgliederschaft nur Männer», deren Lebens« und Wirtschaftsführung unantastbar sei. Sie erkenne an. daß auch de- Aermstcn Arbeitsleistung ein Kapital terstelle man in Rechnung ziehen müsse Darum fehle sie den Landarbeiter an die Scholle und wirke der verderblichen Landslucht entgegen. Durch Bürgschaftsleistung beuge sie menschlichen Wechsellälten vor. Indem sie die Genossen zu solidarischer Haftung verpslichte. biete sie den Sparcinlcgem volle Sicherheit CBcbcnfc man, daß die Genossenlchaftsbanl auch für die öffentliche Wohlfahrtspflege eine Stühe abgeben könne, so dürfe man gewiß lagen, daß fie den Einrichtungen beizuzählen fei, die Segen säen unh Legen ernten. (Fortsetzung folgt.) Bekanntmachung. Am Mittwoch, dem 4. März 1925, nachmittags 3 Uhr, wird in der Turn teile der Stadt - Mädchenschule, Schillerstraße 8, ein öffentlicher Impftermin abgehalten, in welchem diejenigen Angehörigen odii Impspflichtigen, die in den letzten Wochen eine Aufforderung durch die Polizei erhalten haben, ihre Kinder kostenlos der Impfung unterziehen lasten können. Di« Aufforderung ist mitzubringen. 3u den Terminen haben nur solche impst)süchtige Kinder zu erscheinen, die im Jahre 1923 und früher geboren sind. Impfpflichtige, deren Zurückstellung aus aefunbhcitlid)en Gründe» gewünscht wird, können in den Terminen dem Impfarzt vorgestellt werden. Die Kinder müsten rein gewaschen ober gebadet und mit frischer Leibwäsche zur Impfung gebracht werden. Am Mittwoch, dem 11. März, rinhet xur selben Stunde am gleichen Ort die gesetzliche Nachschau und Aushändigung des Impfscheine« statt. Gießen, den 20. Februar 1925. Der Oberbürgermeister. _______ I. V.: Krenzien. 1989V Bekanntmachung Liehmarkt in Giehen. Der nächste Diebmarkt findet wieder am 3. und 4. März 1925 statt, und zwar: Dienstag, den 3. März, Rindviehmarkt Mittwoch, den 4. März. Schweine- und Schlachtviehmarkt. Die AuftriebSzeit zum Rindviehmarkt ist am Markttage von 8 — 9 Uhr vor« mittags, vor diesem Zeitpunkt darf das in den Ginstallungen untergebrachte, noch nicht untersuchte Vieh nicht auf die Straße gebracht werden. Für den Schweine- und Schlachtviehmarkt findet der Auftrieb am Markttage von 8-9'/, Uhr vormittags statt. 2006B Dießen, den 25. Februar 1925. Der Oberbürgermeister ______I D. Klingfpor.________ Arbeitsvergebung. Für den Bau eines Dierfainilienhauses Am Augeiberg sollen die Tüncher und Anstricharbeiten,sowie die Kanalisterungs-, TDaflcr: und Gasleitungsarbeiten vergebe» werde». Näheres durch Architekt Hamann, Bergstraße II. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag, den 2. März, nachm. 5 Uhr, daselbst einzureichen. 1998V Gießen, den 24. Februar 1925. Baugenossenschaft 1894 zu Gießen, , e. Gen, m. b. H. Einladung Aur Ergänzungswahl des Vorstandes der israelitischen Neligionsgemeinde Gießen. Es wird zur Kenntnis der Interessen, len gebracht, daß in Gemäßheit der Ve- ftimmungen der Wahlordnung für die des Vorstandes der israelitischen Neligionsgemeinde Gießen vom 4. Aug. 1871 infolge Ausscheidens der Serren Strauß, Leopold Mader und? Ludwig Liebmann eine Ergänzungswahl notwendig geworden ist, und daß diese Wahl Sonntag, den 1. Marz 1925 im ^itjungöfaal des Gemeindehauses in der Landstraße dahier stattfinden soll. Alle nach § 2 und 6 der Wahlordnung stimmberechtigten werden tu dieser Wahl mit dem Bemerke» ringe- laden, daß die Abstimmung in den Stunden von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags ftatt finbet Zum Wahlkommissar wurde Herr Adolf Baer ernannt. 1996V Gießen, den 24. Februar 1925. Der Vorstand der israelitischen Neligionsgemeinde Gießen. ein/tw .Wm kostet der Java?" •Drei Mark fünfzig, Frau Muth." »Dann nehm’ ick .Aguma', Der Ist billig und gut!" AQUMA, der neue Geraten-KAFFEE Deutschu Rächt-Patent 337168 A allen eineddiglgeo GeediAPen crhAldüh. Oeffentl. kaufmännische Schulen der Stadt Stehen Nordanlage 15. Gefsentl. höhere Handelsschule für Schüler(innen) mit Obersekundareife bzw. Reife der Höheren Mädchenschule. — Einjähriger Kursus mit 32 Stunden vormittags. Verkürzung der kaufmännischen Lehrzeit. Berechtigung zum Hochschul- studium für Wirtschaftswissenschaften. 2. Geffentl. zweijährige Handelsschule für Dolksschüler(innen). Bestehen einer Aufnahmeprüfung am 24. März, 81/- Uhr, erforderlich. — Befreiung von der Fortbildungsschule. Verkürzung der kaufmännischen Lehrzeit. Zugang zu mittleren Deamtenberufen. Anmeldungen werden bis zum 15. März entgegengenommen. Dr. Feld. Teppiche in allen Großen und Qualitäten Vorlagen und Decken wegen Ausverkauf äußerst preiswert Heinrich Hochstätter Brandplatz 1 :: :: Ecke Schlohgasfe ' ----- Drucksachen aller Art SÄW» dir vrühl'sche Univerfitätr-Vnlckerei. 8. tauge, Liehen, Schulftr. 7. 004D ’ Herde i Gaöberde und Gasberdtlsche H. Schön ^Marb.Str.^ Vertretonff und tabriklager: l.öich A Trftnk Gießen, N'enatadt 57. Telephon 851. Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Mainzlar soll nachstehend angeführtes Holz auf dem Submissionswege verkauft werden: 1. Eichen-Stämme: Heute und morgen erhalle Irische Seelische la neues Sauerkraut Rheinische WBraierei mit vorzüglichen hellen und dunklen Qualitätsbieren sucht noch einige Bier-lusscliäöke in Gießen u. Umgebung unt. günstigen Bedingungen zu mieten. Schriftliche Angebote mit Darlegung der näheren Verhältnisse unter 1985 nz an den Gießener Anzeiger. 56’eWe o. 8. Sflöelifln o. k. SeelMs o. 8. SelMM 0.8. grüne bringe emvfiehll 01716 Georg Wallenfels gegenüber d Engel- aooibeke. rkischeMapQan'neWerkt. ssersiediA-ti. Elberfeld und Berlind^chelsdorf Bertiis< la Apfelsinen -u billigsten Breiten. 2007c lugust Wallenfels Marktvl.17.rel.1663 Karoseerlen BeschlHs .Lniti Wagen BeiohUti- and Federkirren Bepariteren in Wagner-, Sattler-. Schmiede- und Lackier- Werkstätten. Otto Faber Gießen, Toi. 1096. ■ Mühlstr. 2± 1,4SD . Glaserei Einrabwuugtn, Spiegel, Bilder, alle Reparaturen billigst 1691V Kanzleiberg 7, am Alten Schloß. Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bleichstr. 5 21. April und 4. Mai Beginn neuer Kurse. Prospekt frei. ^J\ 2. Klasse 1 Stück mit 1,23 Fstm. 3. „ 13 „ „ 11,26 „ 4. „ 71 „ „ 50,72 „ 5. „ 13 ,, „ 6,17 „ 2. Kiefern Stämme: 3. Klaffe 18 Stück mit 16,03 Fstm. 4. „ 13 „ „ 8,98 „ 3. Fichten-Stämme: 3 . Klaffe 2 Stu» mit 2,20 Fstm. 4 . „ 5 „ 5,91 „ 5 .a „ 15 „ „ 9,22 „ 5 .b „ 172 „ „ 48,01 „ 4. Fichlen-Derbstangen: 1. Klaffe 157 Stück mit 20,66 Fstm. Die Angebote sind verschloffen mit Aus. schrift „Hokzsubmission" getrennt nach Sortimenten und Klaffen in Reichsmark bis Montag, den 2. März I. I., nachmittags 4’ . Uhr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo die (Eröffnung der Angebote erfolgt. Die Verkaufsbedingungen werden vor der (Eröffnung bekannt gegeben, der jetzigen Zett entsprechend. Die Besichtigung des Holzes vorher erwünscht, da später Reklamationen nicht berücksichtigt werden. Mainzlar, den 21. Februar 1925. __________________Bürgermeisterei. Bogel. Der vom Gemeinderat beratene Dor« anschlag der Gemeinde Bellersheim für 1925 Rj. liegt vom Donnerstag, den 26. Fe. bruar ab 1 Woche lang auf der Bürger meisteret zur (Einsicht offen. (Einwendungen gegen seinen Inhalt können van den Beteiligten innerhalb der Offenlegungsfrift schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. Ls ist eine Umlage beschlossen worden, zu der auch die Ausmärker beftzutragen haben. . 1999B Bellersheim, den 22. Februar 1925. Bürgermeisterei Bellersheim. Müller Holzsnbmifsion. Auö den Waldungen der Okmcinbe Rüddingshausen soll nachstehendes Nutzholz auf dem Submissivnswcgtz »ergeben werden. Eichen Stämme: 3. Klaffe 1 Stück 0,61 Fstm. 4. „ 2 2 11 Fstm. Fichten-Stämme: 3. Klosse 9 Stück 15,02 Fstm. 4. „ 45 , 49,30 „ 5s- „ (54 „ 50,39 „ 5b- „ 305 „ 79,12 „ 193,83 Fstm. Kiefern-Stämme: 3. Klasse 5 Stück 5,04 Fstm. 4. „ 16 „ 11,51 „ 5. (20—24) „ 20 „ 8,43 „ 5. (12-19) „ 2 ,, 0,54 „ 25,52 Fstm. Angebote sind bis spätestens Samstag, den 28. Februar, nachm. 3 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei ein- zureichen, wo anschließend die Eröffnung ftattfinbet. Nähere Bedingungen werden daselbst betaimtgegebeii, bzw. sind vorher bei der Vltrgerinetstercl zu erfahren. Auf Verlangen erteilt Jöcrr Förster Kalberloh Auskunft. Nllddingshausen, 23. Febr. 1925. Bürgermeisterei Nüddingshausen (Post Londorf). 1975V _______Müssig. ________ Nutz- und Brennholz" Versteigerung Nr. 3. Montag, den 2. März, werden in der Gastwirtschaft Erb in Beltershain aus der Försterei Lumda versteigert: 9.30 Ahr vorn,.: Nutzholz: Stämme: Eichen 1. Kl. 3,81 Fstm.. 4. Kl. 0,85 Fstm., 5. Kl. 0,40 Fstm., 6. Kl. 8,59 Fstm ; Eschen 5. Kl. 0.15 Fstm.: Birken 5. Kl. 0,29 Fstm.: Kiefern 2. Kl. 0,48 Fstm., 3. Kl. 3,36 Fstm., 4. Kl. 5,45 Fstm., 5. Kl. 7,16 Fstm.; Grubenholz 8,44 Fstm.; Lärchen 5. Kl. 0,41 Fstm . Fichten 3. Kl. 0,88 Fstm., 5s-Kl. 20,57 Fstm., 5d-KI 14,20 Fstm., Grubenholz 1,43 Fstm. 1 Buchen-Haustock. Derbstangen: Eschen 0,51 Fstm.; Fich- leit I. Kl. 0,92 Fstm., 2. Kl. 2,23 Fstm. Neisstangen: Fichten 1,62 Fstm. Nuhscheit: .Hainbuchen 1 Nm. Nuhknüppel: Fichten 2. Kl., 3 Meter lang, 6,3 Nm. 1.30 Uhr nachm.: Brennholz, Rm.. Sckeiter: Buchen 667, Hainbuchen 49, Eichetr 57, Birken und Erlen 6, Kiefern 20, Fickten 2. Kl. 25. Knüppel: Buchen 165, Hainbuchen 97. Eichen 117, Eschen, Erlen und Aspcr 26, Kiefern 21, Fichten 36. Reisig: Bucken 605, Hainbuchen 725 Eichen 271, Eschen und Birken 12, Kiefer» 4, Fichten 2. Stöcke: Blicken 108, Hainbuchen 12, Eichen 67, Erlen 2, Kiefern 5, Fichlei 2. Kl. 32. Die zum Ausgebot kommenden Nummern sind rot unterstrichen. Es empfiehlt sich, das Holz vorher einzusehen, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werben. Auskunft durch Herrn Förster Markart, Lumda. 1991D Grünberg (Hessen), 21. Febr. 1925. Hess. Forstamt Grünberg. Fischerei-Verpachtung. Montag, den 16. März b. I., mittag« 4 Uhr, wirb im ..Hessischen Hofe in Butzbach, die dem Fürstlichen Hause Golms-Draunfel- zustehende Fischerei in der Wetter innerhalb den Gemarkungen Aieder-Desfingen^ Gambach und Griedel auf 12 Jahre öffentlich meistbietend Per- pachtet. Draunfels, den 24. Februar 1925. Fürstliche Aenlkauuner 2010* Husten Die Au W-S-. M 8r«ti Torten 6® <®on unfe ZK Uten ** ICT ^r«n ißelÄ Ci ’üSs &ste Kr '"mi liegt oL°^ 1*5 wä Zischln S?-^ Nithn ^d" N^te16 einer Ti, “ er tonn. nt toiri ?^ter5xCei * be! . ürage linken Ileoercy sich die Land Papen und ■ Mn begreift monla“ über bi gen die sie 'm wn Hanm h« ii- Mr auch alle anbei e- dürfte aber nichtöffentlichen ländlichen de- linken W testiert und tet mb dem t Hrrvid M Kamps nicht t Am 3. W& wieder yifonn Klänmasprv^ jedenfalls na LoennLch, bi haben, auf E schäft bekundc daran denken yir Derfügur Die rhei wirtscha^ rege Köln. ! .Her beiden . Ift Papen toi toref/e -es i erörtert Ärs odn6a>frtf^aft, Leitung“, nt [lung. Sie weist abgnÄmedm 5 Mfi immun- ü Äeichsregierun Zentrumsparti ^hätten als es «Papen getan nicht gegen d Hewerkschastle seine QIrt die verurteilten b wünsche v gericht ausge "nicht nur ang höchster 2 müffe Mnn eigenen Persc der Landbevöl möglichen 3n ber g< Ortsvereins d bauernfchc und Mühl Dauern-Derei wurde in eii Landtagsabge "artz und ll trauen au arten gebeten zuuben. Di ?qd die gem Ä" S\$oi6e' Zur Ne 5°^ srila-r" *s5? i‘iS tzK SchrisE?« NZ ■*;S Srrttfxrt o-11 Lichtspielhaus, Giessen, Bahnhofstrasse 34 MESSALINA“ PREMIERE Morgen Morgen 2005c 2 tolle Akte. Astoria ■ Lichtspiele, Seltersweg DieJagd um die Welt intSTagen. 2.Teil. Ferner: Harry als Automobilhändler die wahllos war In ihrer Liebe und ihrer Rache. Ein Spiegelbild der Sittenverderbnis des alten Roms. II. Teil; „Messalinas Tod“ Trotz der hohen Anschaft'ungskosten keine erhöhten Eintrittspreise. Freikarten haben keine Gültigkeit. Jugendliche haben zu diesem Film keinen Zutritt. ■ Täglich 4, 6, 8.15 Uhr. ... Palast - Lichtspiele, Kirchenplatz Ab Freitag: —„Mutterliebe“ =zzzz 7 Akte mit Mary Carr. Ferner: Hochzeitsrummel, tolle Groteske Das gewaltigste Filmgemälde, welches je in Gießen zur Aufführung gelangte. 2 Teile, 13 Akte in einem Spielplan. Ungeheure, nie dagewesene Prachtentfaltung, riesige Massenszenen, große Wagenrennen, erbitterte Gladiatorenkämpfe. I. Teil; „Die Geschichte der Kaiserin Messalina“ Voranzeige Seltersweg 52 Sie würden nicht ,a ■ ßOenn der ßfrüßling näßt nur im 1875c D,T07 Sofort lieferbar 2 1396 D Hartgeld Deutsche Raiffeisenbank A.-G Filiale Frankfurt a. M. Maschinenabteilung Ausstellungs- und Verkaufslager: Gießen, Margaretenhüttenweg. Gold Hypotheken Leicht zu licbiencnbe, wäscbeschonende Waschmaschinen 8 dis 10% pro Jahr, von 1 bis 10 Jahre feit, werden bei Barauszahlung sofort tageweise zu verleihen. 1777c gewährt W. Weber, Nranksnrt a.M. Oberhesstsches Korbwarenhauö. illeckarstrahe 9. 2011A Dr. Frey Beigeordneter Trümper Landgerichtsrat. wird es tPeit, daß der £artendesitjer und Landwirt seinen Bedarf an Saatgut eindeeßt Sein Stugenmerü muß er daß ei vor alten Gingen auf die Qualität und richtige Sortenwaßl nehmen Um in ßeiden Ställen sießer ju sein, de eßt man seinen ßßedarf 311 wirk ließ vovteilßaften ßPreis en Versteigerung. Wegen Sterbefall Kommt nächsten Freitag, 27. Februar 1925, vormittags IOV2 Uhr, in der Hofreite der Iohs. Wilh.Dern Wwe.Langgöns, Mohrgasse,gegen Barzahlung folgende Maurergeräte zur Versteigerung: 1. 12 eiserne Wellenbogen 2. 2 eiserne Schubbogen 3. zirka 40 Bohlen 4. 1 Messingzementwalze und sonstige verschiedene Geräte. Langgöns, den 24. Februar 1925. 01703 Dern & Vopf. Gedenkfeier zu Ehren unserer Gefallenen Sonntag, den 1. MSrz 1925, vormittags 11' Uhr pünktlich, in der Neuen Aula der Universität. Gedenkrede Herr Pfarrer Becker. Weiter wirken mit: Frau Dr. Spohr, Herr sind, theol. Knodt, Herr Juhnke, Mitglied des Stadttheaters, und die Wellerfche Kapelle. Die Einwohnerschaft Giehens wird zur Teilnahme herzlich eingeladen. Eintritt unentgeltlich. Zur Deckung der Unkosten wird am Ausgang ein freiwilliger Beitrag erhoben. Fahnenabordnungen können wegen Platzmangels nicht zugelassen werden. Sämtliche Plätze sind numeriert. BieAusgabe derBummern erfolgt am Eingang. 02002D Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Ortsgruppe (Stehen. Samenßaus ßjßeinricf) SKaßn gemüse-, ßftlumen- u. landwirtscß. Samen aller ßdrt , J3a/jnfjofstvaße, 8cRe TVolRengasse. 'Telephon 1403. MWU vorzügl. StärkungS- roein, per Liter 1.80 Sch. Kalbfleisch Liebiattr.71, Tel.1685 aiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiih 100 Zentner Kirsches Eelbhafer zur Saat, 1. Absaat, hat abzugeben I8S1D Fürstliche ®u tsderwaltung Xolnhanaeu bei Lich. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIID 8 Reklame-Verkaufstage vom 26. Februar bis 5. März. Während dieser Zeit sind die Preise für sämtliche Artikel bedeutend herabgesetzt. 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