Donnerstag, 24. September 1925 175. Jahrgang Nr. 224 Lrft« Blatt Annahme von Anzeigen für die lagesnummetbls zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbmdlichbeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich?, auswärts 10 Doldpfennig; für *Rc- Klame-Anzeigen o.TOmm Breite 35 Doldpfennig, Platzvorfchnst 20°/, Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil: H ans Beck, sämtlich in Dieben. Erscheint täglich, außer Somu und Feiertags. Beilagen: GiebenerFamilienblätter Heimat im Bild. monats-Bejigsptels: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch.Anfchlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundGelchaftsstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGiehen. Potzscheckkonto: frtanffnrt a. M 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnick und Verlag: vrühl'sche Unioerfiläls-Vuch- und Stcinöruderci R. Lange in Lietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7. DiePreissenkungsaktion Regierungserklärungen im Neichswirtschastsrat. Berlin, 23. Sept (WTB.) Der wirtschasts- politische Ausschuß des vorläufigen Reichswirt- schastsrates behandelte in seiner heutigen Sitzung die Preissenkungsaktion der Reichsregie, rung. Reichswirtschaftsminister Dr. Neuhaus führte aus: „Nach der Entlastung der Wirtschaft durch die neuen Steuergesetze hat sich die Reichsregierung mit ihrer Erklärung vom 27. August an alle Kreise gewandt, um ihnen die Notwendigkeit und ihren festen Willen zum Bewußtsein zu bringen. das Preisniveau abzubauen und die preissenkenden Momente sich voll auswirken zu lassen. Die Erklärung der Re- gierung ist die Bekundung des Willens, nicht zuzulassen, daß die Z 0 11spanne, die der autonome Taris teilweise gewährt, von irgendeiner Seite zum einseitigen Nutzen ausgeschöpft wird, oder daß die Erleichterungen auf steuerlichem Gebiet nur einem kleinen Kreise zugute komemn. In diesem Sinne stellt die Erklärung der Reichsregierung die Aufhebung der Geschäftsaussicht und die Erleichterung deS Zinssatzes unter Einsetzung der öffentlichen Gelder in Aussicht Auch die Reichsbank wird sich für eine (SrmäfHgung der Zinsspanne einsetzen. Die Erklärung der Reichsregierung sieht ferner auch ein verschärftes Vorgehen gegen den Mih - brauch wirtschaftlicher Machtste 1 - l u n g vor. wo immer sie einer lünstlichen Preisbildung Vorschub leistet. Es ist vor allem ein Vorgehen gegen Klauseln vorgesehen, die als Ausdruck des Mißtrauens In die De- ständigkeit der Währung aufgefaßt werden können, gegen solche, die die Abnehmerschaft einseittg durch Treurabatte, Preisbindungen und Reserven im Kartellinteresse übermäßig festlegen, sowie vor allem gegen die Klauseln, die den natürlichen Preis- und Risikoausgleich innerhalb der Wirtschaft hindern könnten. Zu letzteren zählt vor allem der Verkauf mit dem Vorbehalt »freibleibender Preise". Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als ob in vielen Gr- werbskreisen eine gewisse Tendenz bestehe, ihrerseits jegliches Opfer abzulehnen, und von andern Geschäftsstufen wieder Zugeständnisse zu fordern. Damit kommen wir nicht weiter. Rur wenn alle an der Produktion und Güterverteiluna beteiligten Kreise ohne Rücksicht auf ihre wirtschaftlichen Rachbarn durch die Tat mitwirken, wird sich das im Interesse unserer Gesamtwirtschaft zu erstrebende Ziel erreichen lassen." Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Graf v. Kanih: „3m Arbeitsbereich des Reichswirtschaftsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft muf) die Einwirkung zur Senkung der Preise in Iber Hauptsache von den örtlichen Behörden, den Kommunen und den unteren Verwaltungsbehörden ausgehen. Wir haben aber auch vom Ministerium aus mit einer großen Anzahl von Verbänden verhandelt und sie in eindringlichen Aussprachen auf die Wichtigkeit und die Rotwendigkeit der Preis- feickung hingewiesen. 3n der öffentlichen Erörterung wird leider vielfach nicht hinreichend beachtet, daß bei wichtigen Rahrungs- mittelgruppen, wie z. V. bei Getreide und Kartoffeln, die E r z d u g e r p r e i s e sich in letzter Zeit so gestaltet haben, daß sie sogar zum Teil noch unter den Friedenspreisen liegen. Zum Beispiel ist der RoggenpreiS in den letzten Tagen unter 160 Mark für die Tonne gesunken, während der Friedenspreis regelmäßig höher war. Auch der Erzeugerpreis für Kartoffeln liegt zurzeit unter dem Durchschnittspreis für Kartoffeln im letzten Friedensjahr. Der B r 01 p r e i s ist der Senkung deS Detreideprcises gefolgt. Z. B. betrug in Berlin der Drotpreis für das Kilogramm am 10. März 1925 noch 40,8 Pfennige, dagegen am 8. September 35,3 Pfennige. Allerdings wird diese Verbilligung des Brotes nicht unmittelbar sichtbar. da in Berlin nicht der Preis heruntergefetzt. sondern das Gewicht des Brotes erhöht wird. Der Index für Getreide und Kartoffeln ist im Juli 129,1 gewesen, während er am 9. Sept. 109,6 betrug. — Bei Fleisch müssen allerdings die Ladenpreise im Verhältnis zu den Erzeuger- preisen als außerordentlich hoch bezeichnet Herben. Die hiergegen ergriffenen Maßnahmen,. insbesondere die von den Berliner Behörden eingeleiteten, sind bekannt. In her ersten und zweiten Septcmberwoche ist bereits eine kleine Senkung der Spanne zwischen Dem Schlachtvieh- und dem Klein- verkaufSpreiS eingetreten. Die Aktion befindet sich zur Zeit noch in der Durchführung. Die- Steigerung der Erzeugerpreise für Vieh ist bei Rindfleisch und Kalbfleisch nicht außerhalb des Rahmens der allgemeinen Teuerung, bei Schweinefleisch ist sie allerdings erheblich. Es ist aber zu hoffen, daß die Preisentwicklung auf diesem Gebiete bald durch größeren Auftrieb in andere Bahnen gejenft wird. Auf dem Gebiete der Fette und Milch bcbarf es der Prüfung, inwieweit die Handelsspanne überschritten ist. Die Warga- rineindustrie hat sich bereit erklärt, die Bindung des Kleinhandels an bestimmte Verkaufspreise fallen zu lassen. — Auch der Zuckerpreis hat sich feit Mitte August gesenkt. Wenn fast überall die Spanne zwischen dem Erzeugerpreis und dem Kleinverkaufspreis sich gegenüber dem Frieden wesentlich erhöht hat, so ist dies in der Hauptsache darauf zurückzuführen, daß b e i geringerem Umsatz eine größere An- Das Reichskabmett zur Sicherheitskonferenz. Das Kommunique der Deutschnationalen über die Verhandlungen zwischen Parteileitung und Landesverbänden hat trotz seines nichtssagenden Inhalts eine gewisse Entspannung ausgelöst, da doch aus ihm hervorgeht, daß 'so ziemlich alle Meinungsverschiedenheiten aus dem Wege geräumt worden find und nennenswerte Schwierigkeiten von Seiten der Organisationen im Lande nicht mehr erwartet werden dürften. Aller- dings handelt es sich nach allem, was durchgesickert ist, nur um eine vorläufige Beilegung des entstandenen Konflikts, die Opposition wird in dem Augenblick unzweifelhaft wieder in ihre alte Kampfstellung einrücken, wenn sie vor der Türe stehende Außenministerkonferenz nicht die Ergebnisie zeitigen füllte, die von den Deutschnationalen vorausgesetzt worden sind, d. h., die Deutschnationalen werden ihre Zustimmung dem Sicherheitsvakt versagen, wenn die Räumung des besetzten Gebietes nicht durchgeführt und unsere an den Artikel 16 des Dölkerbundspaktes geknüpften Bedingungen nicht erfüllt werden. In diesem Zusammenhang mag fcftgeftellt werden, daß die Aufregung der deutschnationalen Landesverbände im Grunde unnötig war, denn auch Herr S t r e s e - mann würde niemals einen Sicherheitspakt _ zu verteidigen wagen, der Fragen ungelöst läßt, die mit unserer Gleichberechtigung unter den Nationen Europas eng verknüpft sind. Alles in allem kann wohl gefaßt werden, baß bie Deutschnationalen ihre Einwilligung zu der Entsenbung Stresemanns. evtl, in Begleitung LutherS zu ber Außenministerkonferenz geben werben. Allerbings haben sie hieran die De- bingung geknüpft, baß bie Auhenministerkonferenz keine n endgültigen Charakter haben soll, baß vielmehr eine b r i 110 große Konferenz die Entscheidung fällen soll. Mit anderen Worten, die Deutschnationalen wollen erst einmal sehen, ob sie bas, was bie Außenminister beschlossen haben, auch akzeptieren können. Ein entsprechender Beschluß wirb also am Donnerstag in dem schon mehrmals angekündigten außerordentlichen Kabinettsrat unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten von Hindenburg zustande kommen. In dieser Sitzung wird auch der Wort kaut der Antwortnote auf die alliierte Einladung formuliert werden, fv daß die Rote dann vielleicht schon am Donnerstag abend oder am Freitag vormittag abgehen kann. Im Ausland sind natürlich die deutschen innerpolitischen Vorgänge mit gespanntester Aufmerksamkeit verfolgt worden, gewisse Kreise haben es sogar für angezeigt gehalten, mit einigen Kolonialmandaten und der unmittelbar bevorstehenden Räumung Kölns zu winken, um vor allem unseren Eintritt in den Völkerbund zu beschleunigen. Die Frage der Räumung Kölns muh indessen doch eines Tages kommen. Lind die uns in Aussicht gestellten Kolonialmandate sind so minderwertig, als daß wir daraufhin nun schleunigst unser Eintrittsgesuch nach Genf absenden würden. Die Alliierten müssen sich bann doch etwas mehr anstrengen. Die gestrigen Beschlüsse. Vor der entscheidenden Kabinetts- sitzunq- Berlin, 24. Sept. (111.) Der gestern um 6 llhr zusammeugetrelene Kabinettsrat tagte bis gegen 9 Uhr, Endgültige Beschlüsse werden erst in der heutigen Kabincttssitzung, die unter dem Bor- sih des Reichspräsidenten stattsindet, gefaxt werden. Wie die „Tägliche Rundschau", das Blatt des Außenministers, ergänzend meldet, ist bei den Beratungen des ftabinefles in sachlicher Beziehung schon ein gewisser Abschluß erreicht worden, da in allen Fragen Uebereinftimmung herrscht. Bis in die späten Rachmittagssiunden stand die Zusammensetzung der deutschen Delegation noch nicht endgültig fest, doch ist auch darüber dann im weiteren Verlauf der Beratungen eine Entscheidung getroffen worden, an der sich in dem heutigen Kabinettsrat wohl nichts mehr ändern wird. Der Kabinettsrat tritt heute vormittag 11 Uhr unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten 0. Hindenburg zusammen. Es steht sest, daß er die Annahme der Einladung w einer INinister- konferenz beschließen wird. Ebenso sicher ist damit zu rechnen, daß der Kabinettsrat den Reichskanzler Dr. Luther und den Reichs- außenmiulster Dr. Strefemunn als bie beiden Hauptvertreter Deutschlands zur Konfernz entsenden wird. Die deutsche Delegation wird in der jetzt beschlossenen Zusammensetzung ein vollgültiger Beweis dafür fein, daß die Beschickung der Konserenz auf der Linie der bisherigen Regierungspolitik liegt und ihre weiterfüh- rung bedeutet. Heber den Ort der Konferenz ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Locarno kommt nach dem jetzigen Stand der Dinge ebenso wenig in Frage wie Lugano, wie cs scheint, hat Luzern jetzt wieder die meiste Aussicht, als Konferenzort gewählt zu werden. An dem 5. Otto ber wird als Anfangstermin festgehalten. Die Dauer der Konferenz ist mit Bestimmtheit natürlich nicht vorauszusehen. Wan wird immerhin mit 14 lagen rechnen mästen, wie es scheint, glauben die andern verhandlungsmächte an eine Tagung von kürzerer Dauer, doch hat das Beispiel der Londonier Konferenz im vorigen Jahre gezeigt, daß man gut tut, die Dauer der Verhandlungen von vornherein nicht zu kurz anzufehen. Die Zentrumsfraktion wird heute jufammenlreten; es ist aber nicht damit zu rechnen, daß die partel- tagungen oder die Tagung der w i n I ft e r Präsidenten und die Sitzung des Auswärtigen Ausschusses irgendwelche Abweichungen von den Kabinettsbeschlässen zur Folge haben, da innerhalb der Regierungskoalition weinungsverschiedenheiten nicht be- steheu und auch von den Regierungen der Länder volle Zustimmung zu den Beschlüsten des Reichskabinetts erwartet werden kann. Die Richtlinien für die deutsche Delegation basieren auf der deutschen Note vorn 20. Juli und auf den Erklärungen, die die Reichsregierung zur Paktpolitik im Reichstage abgeaeben hat. Ziel der Kon- ferenz soll sein, mit den Unterhändlern der W e st - möchte zu Vereinbarungen zu gelangen, die nach Genehmigung durch die Regierungen und die Parlamente auf einer zweiten Konferenz unterzeichnet werden sollen. Ueber die Beratungen der deutschnationalen Reichstagsfraktion, die gestern abend wieher aufgenommen wurden ,teilt der „Lokalanzeiger" mit, daß auch die deutschnationale Fraktion durchaus auf dem Standpunkte steht, daß die deutsche Note vom 20. Juli für die deutsche Paktdelegation bindend bleiben müsse. zahl von Personen an ber Spanne zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreis teilnimmt. Cs ist unmöglich, bie im Verteilungsprozeh überflüssigen Personen unb Betriebe von heute auf morgen auszuschalten. Rach eingehenber Aussprache würbe folgenbe Entschließung einstimmig mit einer Stimmenthaltung angenommen: „Der wirtschaftspolitische Ausschuß beschließt in Uebereinftimmung mit bem entsprechenden Beschluß bes Reichstages bie Einsetzung eines sechSgliebrigen Ausschusses zur Vorbereitung ber Fragestellung, um durch eine umfaffenbe Erhebung über die Probuktions- unb Organisationsbedingungen der deutschen Wirtschaft bie nötigen Grunblagen für bie Handels» unb Preispolitik zu schaffen." DieKreditnole derLandwirtschast Berlin, 23. Sept. (WTB.) Die Preußen- fraftion ber Deutschen Dolkspartei hat im Landtag folgende „Große Anfrage" eingebracht: Die Reichsbank verlangt die restlose Abdeckung aller bei ihr laufenden landwirtschaftlichen Wechsel bis zum 31. Dezember 1925. Die rücksichtslose Durchführung dieser Maßregel bringt die deutsche Landwirtschaft unb die mit ihr in Beziehung stehenden Industrie» unb Handelsunternehmungen in schwersteBedräng» it i s, und viele dieser Existenzen werben vernichtet. — Gedenkt das Staatsministerium burch die Reichsregierung bei der Reichsbank bringend Einspruch zu erheben, daß zur Sicherung der Volks ernährung aus deutscher Erde unb zur Erhaltung des Rationalvermögens die verfügten Rückzahlungsbedingungen erheblich abgcmil- dert werden? Der Streit in der sächsischen Sozialdemokratie. Leipzig, 24. Sept. (Wolff.) Eine Dersamm- hing her Sozialhemokraten von Groß-Leipzig faßte gestern zu bem Beschluß bes Heibelberger Parteitages über bie Beilegung bes Kon- f 1 i ? t e s in ber sächsischen Sozialbemokratie eine Entschließung, in ber gegen bie vorn Heibelberger Parteitag getroffene Etscheibung schärfster Protest erhoben wirb. Die Parteigenossen werben aufgeiorbert, im Sinne ber bisherigen Taktik ber sächsischen Partei ihre Pflichten vollauf zu erfüllen. vanzig gegen öie völierbundsratentscheibung. Danzig, 23. Sept. (TU.) • Heute nachmittag fanb auf bem Langen Markt bie große Protestversammlung ber Danziger Bevölkerung gegen bie Entscheidung bes Dölkerbunbsrates in bem Briefkastenkonflikt statt. In allen Ansprachen würbe bem energischen Protest gegen bie wiberrechlliche Ent- scheibung bes Sölterbunbes Ausbruck gegeben. Zum Schluß würbe folgenbe Entschließung gefaßt: „Zwanzigtausenb auf bem Langen Markt versammelte Bewohner ber Freien Stabt Danzig geben einmütig ihrer bitteren Enttäuschung darüber Ausbruck, baß ber Dölkerbunbsrat bie Frage bes P 0 st streites im Sinne bes für Danzig unerträglichen Gutachtens ber Postkommission entfliehen hat. Das Vertrauen her Danziger Bevölkerung zum Völkerbunb als ben berufenen Beschützer ber Rechte Danzigs, hat eienn neuen schweren Schlag erlitten. In Danzig kann man es nicht verstehen, baß neben bem staatlichen Postbienst ber Freien Stabt ein eigener polnischer Post- b i e n ft im Innern ber Stabt Danzig bestehen soll. Insbesonbere ist es unverstänbllch, baß bie Post- Kommission keine Bcgrünbung für ihr Gutachten unb baß ber Dölkerbunbsrat bie schweren Bebenten, bie von ber Freien Stabt Danzig geltenb gemacht würben, gänzlich beiseite geschoben hat. Die Danziger Bevölkerung gibt ber bestimmten Hoff- nubg unb Erwartung Ausbruck, baß nach ber vorgesehenen Zeit von brei Monaten eine neue unb auf ben Grunbtsätzen bes Rechts unb ber Gerechtigkeit ruhenbe Regelung ber Postfrage erfolgt." Die Versammlung fanb mit bem Abfingen bes Deutsch- lanbliebes ihren Abschluß. Bölkerbundsrefolutionen zur Abrüftungsfrage. Genf, 23. Sept. (WB.) Der Rechtsausschuh der Döllerbundsversammlung genehmigte den von Rollin-Delgien ausgearbeiteten Bericht über die von seinem Unterausschuß vorgelegten drei Resolutionen zum Problem Schiedsgericht. Sicherheit und Abrüstung. Die erste Resolution ist identisch mit der gestern vom Ausschuß für Rüstungsfragen angenommenen Resolution über die Aufnahme der Vorarbeiten für eine spätere Abrüstungskonferenz. Die zweite Resolution betrifft die weitere Prüfung des Ausbaues eines Systems zur friedlichen Lösung internationaler Konflikte. Die dritte Resolution nimmt bezug auf die Zweckmäßigkeit der Ausarbeitung einer neuen allgemeinen Konvention über das obligatorische Schiedsgerichtsversahren und lenkt die Aufmerksamkeit der VölkerbundS- staaten auf den Vorteil, den der Abschluß von besonderen Verträgen über Schiedsgerichtsbarkeit oder über richterliche Regelung für ihre eigene Sicherheit haben könnte Lieber die Definierung des „Angriffskrieges" als „internationales Verbrechen", entstand eine längere Diskussion, in der man schließlich zur Abänderung des Berichtes schritt. In der neuen Fassung, wird bedauert, daß der Grundsatz, daß der Angriffskrieg ein internationales Verbrechen darstelle, noch nicht ganz in daS internationale Recht übernommen worden sei, und gefordert, daß alle Anstrengungen gemacht werden, um eine juristi- fdte Formel für diesen Grundsatz zu finden. L 0 u ch e u r betont, daß Frankreich dem von der letzten Dölkerbundsverfarnmlung proklamierten Grundsatz „Schiedsgericht, Sicherheit unb Abrüstung" in vollem Umfange treu bleibe. Rach der Auffassung Frankreichs sei auch nicht die lleinste Abänderung in dieser Hinsicht zulässig. Frankreich bleibe dabei, daß die Annahme der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit, für die es I sjch bereits im letzten Jahre ausgesprochen habe, nur bei gleichzeitiger Gewährung der Sicherheit möglich fei. Völkerbund unb Presse. Der Völkerbund auf der Suche nach neuen Aufgaben. Genf, 23. Sept. (WTB.) Der Politische Ausschuß des Völkerbundes beschloß auf Antrag Chiles, dem Völkerbundsrat die Bildung eines Ausschusses der Pressesachverständigen aller Welt nahe zu legen. Falls der Rat dieser Aufforderung nachkomntt. sott sich ber Ausschuß mit ber Möglichkeit der rascheren Beförderung und der Verbilligung der Presseberichterstattung und mit anderen Berufs- fragen befassen, deren Lösung zur Beruhigung der öffentlichen Meinung und zum Ausbau des allgemeinen Friedenswerkes dienlich sein kann. Der frühere belgische Außenminister Hymans erstattete ben Bericht. Die Zeitungen, sagte er, wären bie Unterlagen für das Urteil der öffentlichen Meinung über die Vorgänge im AuSlande, daher fei bie Presse auch in ber Lage, wirksamer als irgendeine andere Einrichtung an der moralischen Entwicklung der Welt mitzuarbeiten und die internationalen Beziehungen zwilchen ben einzelnen Staaten zu verbessern. Die Presse wache, wie jebe Großmacht, eifersüchtig über ihre nationale Unabhängigkeit. Der Völkerbund hätte nicht bie Absicht, sich in die Angelegenheiten ber Presse einzumischen unb wolle seine Hilfe erst bann gewähren, wenn sievonberPresse selbstalsnühlichundersprießlichbe- fanden werbe. Unter lebhafter Zustimmung aller Delegierten würbe dann eine entsprechende Entschließung einstimmig angenommen. DasneueHeim desVölkerbundes Genf, 23. Sept. (WTB.) Der Haushaltsaus- schuß ber Dölkerbunbsversammlung bewilligte bie Summe von 11700 000 Fraken zum Bau eines Konferenzgebäubes für bie verschiebenen Veranstaltungen bes Völkerbundes unb zur Erwei- terungterung bes gegenwärtigen Sitzes des Völker- bunbsekretariats. Auf acht Millionen Franken werben die Ausgaben iür ben Neubau angesetzt, zwei Millionen wirb ber Ankauf des Gelänbes kosten unb 1 700 000 Franken sollen für bie Errichtung eines Nebengebäubes oerwenbet werben. Das H 0» t e 1 National, in bem bas Bötterbunbfefretariat sich zur Zeit befinbet, soll verkauft werben. Polen kandidiert für den Dölkerbundsrat? Warschau, 23. Sept. (WTB.) In politischen Kreisen spricht man von der Möglichkeit eines Eintritts Polens in ben Dölkerbunbsrat, unb zwar meint man, baß Polen bas demnächst freitoerbenbe Mandat Schwebens übernehmen werbe. Polen wäre ein aussichtsreicher Äanbibat aus dieses freiwerbende Mandat. Man rechnet in politischen Kreisen Warschaus damit, daß die Kandidatur Polens durch die baltischen Staaten, die Kleine Entente, Kanada, Brasilien unb vor allem natürlich von Frankreich unterstützt würde. Firmen bevorzugt wer- ! und Wohnungsfragen dem Ministerium für Handel und Gewerbe übertragen werden. Sueida von den Drusen genommen? London. 23. Sept. (WTB. Funkfpruch.) .Times" berichtet aus Beirut, die Vorhut der Kolonnen deS Generals Gamelin sind kaum noch 5 Meilen von Sueida entfernt. Mehrere Angriffe der Drusen sind zurückgeschlagen worden. Es wird angenommen, daß die Franzosen eine Anzahl von Panzerwagen mit sich führen und in kurzem Sueida entsetzen werden. Aach einer anderen Meldung aus Konstantinopel ist Sueida gestern von den Drusen im Sturm genommen. Die 400 Mann starke Besatzung soll gefangen genommen fein. Zahlreiche MunitionSbeständc und Kriegsmaterial, darunter zwei Panzerwagen, sollen von den Drusen erbeutet worden sein. Die Lage in Marokko. Madrid, 23. Sept. (Havas.) Alle Mitglieder des Direktoriums und alle Anterstaats- sekretare fanden sich gestern abend im Ministerpräsidium zusammen, um der telephonischen Unterhaltung des Admirals Magaz mit Dem Oberkommissar von Tetuan beizuwohnen. Kurz daraus wurde der Presse eine Mitteilung übergeben, in der es heißt, man beobachte im allgemeinen eine ziemlich deutliche Auflösung der feindlichen H a u p t st r e l t m acht. Mehrere feindliche Stämme hätten sich gegen Ald el Krims Oberhoheit aufgelehnt. General Primo de Rivera habe von Alhucemas aus mitgeteilt, das) die Vorbereitungen für denspanischenVormarsch eifrig betrieben würden. Am Frontabschnitt von Alhucemas haben das Flugzeuggeschwader und d^c Batterien von Mvrro Ruevo die feindliche Stellung heftig beschossen. Die Stämme der Geanaja und der Beri Genil sind der Aufforderung Abd el Krims, neue Kontingente zu stellen, nicht nachge- kommen und erklären, daß ihre sämtlichen verfügbaren Mannschaften bereits an die französische Front abgegangen seien. Gestern stieg eine feindliche Abteilung die Feldsenkung von Morro Ruevo hinab, um eine Kompagnie der spanischen Legion und eine Schützenabteilung im Rücken zu überraschen. Sie wurde ledoch unter schweren Verlusten zurückgeschl a g e n. Ein höherer spanischer Offizier hat der lleber- zeugung Ausdruck gegeben, daß der Vormarsch der spanischen Truppen auf Ajdir zum Scheitln komnie. wenn die Franzo f en nicht gleichzeitig durch eine energische Offensive an der ^lerghafront die Rifftruppen fesselten. Jn T e- tuan herrscht große Besorgnis wegen des Schicksals der Expedition nach der Ceba- drllabucht. Das feindliche Gewehr- und Ge» schühfeuer wird immer heftiger. Jeden Tag bringt ein Hospitalschiff Verwundete von Cebadilla nach Melilla. Die amerikanischen Flieger bleiben in Marokko. Paris, 23. Sept. (W.T.D. Funkspruch). HavaS meldet aus Fez,, die amerikanischen Flieger haben beschlossen, auch fernerhin trotz der ibnen zugegangenen Warnung aus Washington Dienst in den gegen Abd el Krim kämpfenden Heeren zu leisten. Rach dem Reuhork Herald" sollen die Flieger erklärt haben, es sei ihnen offiziell von ihrer Regierung keine Mitteilung zugegangen. Das, was ihnen über die Angelegenheit gesagt worden fei,, hätten sie lediglich aus französischen und amerikanischen Zeitungen entnommen. Die polnische wirtfchaftsttisis. 9 Warschau, 23. Sept. (WTD.) Die Dor- -Arbeiten im Finanzministerium für das San i e° rungsprogramm sollen noch diese Woche beendet werden. Der Sejm wird in seiner ersten Sitzung dieses Jahres, am 1. Oktober, sich mit dem Dudgetvorschlag für 1926 beschäftigen. Bei dieser Gelegenheit wird der Ministerpräsident ein umfangreiches Expose über die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Landes geben. Don dem Verhalten der Regierung und des Sejm zu den neuen Gesehesprojekten hängt das weitere Schicksal der Regierung ab. Verschiedene Parteien der Mitte und der Linken wollen die Wirtschaftspolitik Grabskis einer scharfen Kritik unterziehen. In der polnischen Arbeiterschaft macht sich eine starke Erregung über die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse bemerkbar. Die Arbeiter der Lodzer Textilindustrie hielten eine Versammlung ab, in der auf die Rotlage der Arbeiterfamilien hingewiesen wurde. Die Arbeitgeber entlohnten ihre Arbeiter nicht mit Geld, sondern mit Textilerzeugnissen, mit denen sie nichts anfangen könnten. In verschiedenen Betrieben zwinge man die Belegschaft zu Heberftunöen, die nicht bezahlt würden. Es wurde der Beschluss gefaßt, nicht mehr Waren statt des Geldlohnes anzunehmen. In einer Entschließung werden die Arbeiter zum Selbstschutz gegen die Arbeitgeber aufgefordert, die die große Arbeitslosigkeit und die schlechte Wirtschaftslage ausnuhten, um die Lohn- und Arbeitsbedingungen dauernd zu verschlechtern. Mißhandlungen Deutscher in Oberschlesien. Deuthen (O.-Schl.), 23. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die ,Ostdeutsche Morgenpost" meldet aus Hohenlinden: Am Samstagnachmittag drang eine Horde Insurgenten mit Knüppeln in das Beamtenkasino in Hohenlinden ein und vertrieb unter Mißhandlungen die deutsch- gesinnten Personen. Diese mußten durch die Fenster auf die Straße flüchten. Selbst Kinder, die auf der Straße deutsch sprachen, wurden mißhandelt. Einschränkung des russischen Außenhandelsmonopols. Moskau, 23. Sept. (TU.) Der „International Preß Service" teilt mit, daß vom 1. Oktober ab das russische Außenhandelsmonopol eingeschränkt werden soll. Einige Funktionen des Außenhandelskommissariats sollen deutschen Privatfirmen übergeben werden. Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Geschäftstätigkeit der Berliner sowjetrussischen Handelsvertretung beabsichtigt des Außenhandelskommissariat die A u s f ü h rung von kleineren Aufträgen den deutschen Privatfirmen zu übertragen, wobei die in sowjetrussischen Hauptkonzej lionskomitees eingetragenen den sollen. Die 3eppelin«Eckener-§pende. Der ReichSauSschuß für die Zeppelin-Ecke» ner-Spende schreibt: „Zahlreiche uns vorliegende Anfragen veranlassen unS zu folgenden Feststellungen: Die im Anschluß an die Friedrichshafenev Tagung stattgehabten Besprechungen haben zu dem Ergebnis geführt, die Haupt fammel- tätigfeit, vor allem die geplante Zeppelin- Eckener-Woche, die Straßensammlungen usw. in die Monate Oktober und Rovernber zu verlegen. Maßgebend für diesen Entschluß war die Erwägung, daß in vielen Teilen des Reiches die großen Ferien sich bis in die zweite September hälfte erstrecken, daß die Beendigung der Ernte in den ländlichen Kreisen eine höhere Geldflüssigkeit herbeiführen und daß Zeit gewonnen werden sollte, die einzelnen Sammlungen gründlich vorzubereiten und die mancherlei zeitraubenden Formalitäten zu erledigen, die mit der Einholung der Genehmigung zur Sammlung bei sämtlichen deutschen Freistaaten nun einmal verbunden sei. Daß die Spenden angesichts der schlechten Wirtschaftslage nicht in dem Ausmaße und dem Tempo wie nach Echterdingen einlaufen würden, war von vornherein klar, und deshalb ist bereits vor Monaten ein Arbeitsplan aufgestellt und dann später in Friedrichshafen gebilligt worden, der von den bisherigen Sammel^thoden, die an sich erprobt, aber für die derzeitige Wirtschaftslage nicht geeignet sind, grundsätzlich abweicht und darauf abgestellt ist, kleine und kleinste Beträge restlos zu erfassen. Der Aufbau der dafür erforderlichen Organisation erfordert indessen trotz fieberhafter Arbeit Zeit und deshalb müssen wir an unsere Freunde im Lande die Bitte richten, noch etwas Geduld zu üben. Cs wird in den nächsten Wochen jedem Gelegenheit geboten werden, sein Scherslein bei» zusteuern, auch wenn es so klein ist, daß er es nicht in der Zeitung quittiert zu sehen wünscht oder es sich nicht verlohnt, damit zur Bank oder zum Postamt zu gehen. Es hat sich bislang alles planmäßig entwickelt und wenn jeder seine Pflicht tut, wird trotz der Unbill der Zeit ein voller Erfolg erreicht und Zeppelins Werk dem deutschen Volk erhalten werden. Der Einzelhandel im Reichswirtschaftsminifterinm. Am 18. September fand im Reichswirtschaftsministerium eine Besprechung zwischen Vertretern der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels und aller ihr ongefchlosscnen Verbände statt, bei der die Vertreter des Einzelhandels unter Tieberreichung des einschlägigen Materials über die gegenwärtige Lage und die Preisgestaltung im Einzelhandel Bericht erstatteten. Es wurde dabei seitens der Vertreter des Einzelhandels sowohl auf die Preisgestaltung der Vorlieferanten, als auch auf die übrigen Momente, die die Kalkulation des Einzelhandels beeinflussen, hingewiesen, insbesondere auf die Steuergesetzgebung des Reiches und die Anforderungen der Länder und Gemeinden. Lebhafte Klage wurde über die außerordentlichen Belastungen durch die verschiedenen Maßnahmen der Reichsbahndirektionen geführt, insbesondere wurde darauf hingewiesen, daß trotz der fortdauernden, unbewiesenen Behauptung, daß der Handel überseht sei, seitens der Reichsbahndirektionen eine Ladenverkauf s st e l l e nach der anderen in den Bahnhöfen mit unbeschränkter Verkaufszeit eröffnet werde. Der Vertreter des .(.ichswirtschaftsministe- riums entwickelte dann den Gedankengang, der bei der Regierung einen Versuch zur Herbeiführung einer Preissenkung veranlaßt habe, wobei er ausdrücklich betonte, daß seitens der Regierung der Einzelhandel nicht etwa als der vorwiegend für die Verteuerung in Betracht fom- ! meade Faktor angesehen werde und daß daher i besondere, über das allgemeine Maß hinaus- gehende Einwirkungen gerade gegen ihn nicht beabsichtigt seien. Die Stellen der Verteuerung lägen für die verschiedenen Waren durchaus nicht einheitlich, viel eher kämen verschiedene Stufen in der Gütererzeugung und Güterverteilung in Betracht. Das Ziel der Maßnahmen der Reichs- regienmg sei, zu verhüten, daß der autonome Zolltarif, der im wesentlichen zu Verhandlungszwecken bestimmt sei, bis zum Abschluß von Handelsverträgen von der deutschen Wirtschaft zu einer Erhöhung der Preise aus- g e nützt würde, und darüber hinaus zu bewirken, daß diejenigen Verbilligungen, die au > Grund der Aufwertungs- und Steuergesetzgebung des vergangenen EommerS möglich seien, sich in einer sinkenden Preiskurve äußern können. Mit dem Worte „Zwischenhandel" sollte nicht der Einzelhandel besonders getroffen werden. Kleine politische Nachrichten. Das hessische Justizministerium hat dem Landtag die hessische Verordnung über Straffreiheit übermittelt und ihn gebeten, nach seinem Zusammentritt sie zu bestätigen. Die hessische Amnestievorlage unterscheidet sich von Der des Reiches dadurch, daß für Hessen als Stichtag für alle Straftaten der 15. Juli 1925 angenommen worden ist. Der Finanzausschuß des hessischen Landtags beriet die von verschiedenen Parteien des Hauses eingebrachten Dorstellungen der Rückzahlung der Notstandskredite für die Landwirtschaft. Minister Raab gab hierzu eine Erklärung ab, daß die Regierung auf der Rückzahlung bei i. Rate, und zwar am 10. September, b e st e h e n müsse. Die Regierung wolle versuchen, die anderen beiden Raten in langfristige Kredite umzuwandeln oder den Zeitpunkt der Rückzahlung weiter hinauszuschieben, so daß aus dieser Ernte nichts mehr zurückgezahlt werden braucht. Der Ausschuß erklärte sich mit dieser Regelung einverstanden. Die Wirtschaftliche Vereinigung hat im preußischen Landtag einen Antrag eingebracht, nach dem aus Sparsamkeitsrücksichten das W o hl- sa h r t s m i n i st e r i u m a u f a e l ö st werden soll, mit der Maßgabe, daß die Wohlfahrtsfragen wie früher dem Kultusministerium und die Bau- Rach einer Verordnung der Regierungs- kommission vom 22. d. Mts. fällt ab 1. Oktober die Zolls per re an der Grenze des Saat' gebiet« für Tabakerzeugnisse fort. Im königlichen Schloß in Racconigl and Die Vermählung der Prinzessin, Mafalda box Italien mit dem Prinzen von Hesse nftatt, zu der rund zweihun- dert Gäste mit Sonderzug und in Kraftwagen eingetroffen waren, Darunter der frühere König Georg von Griechenland, Fürstlichkeiten aus Oesterreich, Belgien und den Balkanstaaten, ferner Mussolini und Senatspräsibent Sitton i. Bei der standesamtlichen Trauung wirk- ten Tittoni als Standesbeamter und Mussolini als Krvnanwalt mit. Im Anschluß daran erfolgte in der Schloßkapelle die kirchliche Zeremonie. Mittags fand ein Galaessen statt. Aus aller Welt. Karlshorfter Heldcngedenktag. Die Rennbahn in der Wuhlheide bei Karlshorst war am Mittwoch der Schauplatz einer großen Erinnerungsfeier für die im Weltkrieg gefallenen 150 Herrenreiter und Berufsreiter, die durch die Anwesenheit des Reichspräsidenten ein besonderes Gepräge erhielt. Alle offiziellen Organe des deutschen Rennvereins, des deutschen Rennsportes und der Angehörigen der Gefallenen nahmen an der Feier teil. Unter den vielen Offizieren der früheren Armee sah man die Generale v. Einem und v. Kluck, ferner die Prinzen Eitel Friedrich und Sigismund non Preußen. Die Reichswehr vertraten der In- fpefteur der Kavallerie und die zweite Schwadron des Reiterrreaiments 4. Stürmisch begrüßt, erschien der Reichspräsident in Generalsuniform. Er fand für jeden Mann des Karlshorfter Kriegervereins ein freundliches Wort. Dann begrüßte ec die beiden Prinzen und ließ sich In ein längeres Gespräch mit ihnen ein. Graf Westfalen hieß den Reichspräsidenten namens des Vereins für Hindernis- rennnen und des gesamten Rennsports willkommen. Der heutige Renntag sei ganz dem Gedenken der gefallenen Rennreiter gewidmet. Das Denkmal soll aber gleichzeitig eine Mahnung an die heutige Generation sein und ein Ansporn, es in der Erreichung hoher deutscher Mannestugenden den gefallenen Rennreitern gleich zu tun. Rach Dankesworten an den Bildhauer Fritzsch fiel die Hülle. Als erster trat der Reichspräsident an das Denkmal, einen Kranz niederzulegen. Das Denkmal zeigt auf hohem Sockel einen stolzen Reiter auf ungesatteltem Pferd. Rach der Enthüllung nahm der Reichspräsident die Parade der Schwadron.ab und begab sich dann zu den Tribünen, um dem Rennen beizuwohnen. Immer wieder war er Gegenstand lebhafter Ovationen. Deutscher Tag für Denkmalspflege und Heimatschntz Freiburg, 23. Sept. (TU.) Bei der Tagung für Denkmalspflege und Heimatschutz hielt Regierungspräsident Pauli -Potsdam ein Referat über die Denkmalspflege in Elsaß - Lothringen. An die Ausführung :i des Redners knüpfte sich die Vorführung zal)' sicher Lichtbilder, die die praktische Handhabung Der Denkmalspflege zeigten. Das Referat von Prof. Wichert-Frankfurt a. M. beschäftigte sich mit dem farbigen Element in der Baukunst. Es sprach hierauf Dr.-Jng. Phle ps-Danzig über die farbige Außenarchi- tektur und die Denkmalpflege. Das letzte Referat hielt der Berliner Architekt Steinmetz, der aus- siihrte, daß bei den bisherigen Bemühungen, d i e Farbe im Stadtbild zu erreichen, meist nicht Belebung, sondern nur große Buntheit erzielt worden wäre, was er an Hand einiger typischer Beispiele nachwies. Der Nachmittag führte die Teilnehmer nach Breisach. Die Gesellschaft begab sich dann zum Freiburger Münster, wo sachgemäße Erläuterungen gegeben wurden. Jnternaiionalc Konferenz landwirtschriftltcher Gereinrgr'ngen. Am 22. und 23. September sand in Lern eine internationale Konferenz der landwirtschaftlichen Bereinigungen statt, auf ber die bedeutendsten landwirtschaftlichen Verbände aus Deutschland, Italien, Oesterreich, Ungarn, Jugoslawien, Frankreich, der Schweiz, der Tschechoslowakei, den Niederlanden, Oststaaten und den Vereinigten Staaten vertreten waren. Die Zweckmäßigkeit der Schaffung einer engeren Verbindung zwischen den landwirtschaftlichen Organisationen der einzelnen Länder wurde nicht bestritten: dagegen gingen die Meinungen über die beste Art der Lösung auseinander. Der Schweizer L a u r empfahl die Gründung einer provisorischen Organisation, welche die Schaffung eines ständigen Sekretariats im Programm aufnehmen soll. Es wird den landwirischaftlichen Organisationen aller Staaten empfohlen, einen Statutenentwurf einer internationalen Konferenz und das Protokoll der Konferenz von Bern anzunehmen. Die beigetretenen Vereinigungen werden anläßlich der Generalversammlung des internationalen wirtschaftlichen In- siituts im Jahre 1926 zu einer konstituierenden Versammlung nach Rom eingeladen. Berliner Vclchrsziffern. Rach Mitteilung des Berliner Statistischen Verkehrsamtes wurden im August im Rcchverkehr 121.3 Millionen Fahrgäste befördert, täglich also rund vier Millionen. - Die Berliner Straßenbahn hat mit 57,4 Millionen Fahrgästen ihren Vorkriegsstand wieder erreicht. Die Stadt-, Riny- und Vorortbahn hat schätzungsweise 36 Millionen Fahrgäste befördert. Der Verkehr auf der Hoch- und Untergrundbahn stieg auf 1,3 Millionen, der der Omnibusaefelllchaft auf 6.6 Millionen Fahrgäste. Fliegerunalück bei Bccmberg. Ein schweres Fliegerunglück ereignete sich Mittwochabend auf dem Bromberger Flugplatz. Einem Flugzeug, das sich in 600 Meter Höhe befand, wurden durch eine Windböe d i e Tragflächen zerbrochen und der Apparat sauste 1 in die Tiefe. Die «Maschine wurde vollständig zertrümmert und die beiden Insassen, Oberleutnant Globski und Feldwebel Viktorowski als Beobachter, konnten nur als verstümmelte Leichen geborgen werden. Ein amerikanisches Flugzeug-Mutlerschiff. Für die amerikanische Marine ist ein Flug» zeua-Mutterschiff im Bau. das bei_ einer Raum» Verdrängung von 33 000 Tonnen 72 Flugzeugen zur Ausnahme dienen soll. Ein zweites Flugzeug- Mutterschiff wird demnächst in Bau gegeben werden. Wettervoraussage. Weiter aufklärend, westliche bis nördliche Winde, zunächst etwas kühler, nur noch vereinzelt Riederschläge, Morgennebel. Das Fallgebiet ist weiter nach Rordosten vorgerückt und liegt heute mit seinem Kern über Skandinavien, während seine Ausläufer bis nach Südeuropa herunterziehen. In seinem Rücken zieht von den britischen Inseln ein Zwischenhoch vor. dem aber über Island bereits ein neuer Druckfall folgt. Rach kurzer Besserung dürften daher in den nächsten Tagen neue Störungen bevorstehen. Frankfurter Oper. Die Herbstsaison wurde eingeleitet durch ein Spätwerk des russischen Symphonikers und Dramatikers Rimskh-Kprsakow „Der Goldene Hahn". Auf die Einstudierung dieser Märchenoper wurde ebensoviel Sorgfalt als Fantasie verwandt, trotzdem blieb nur schönes Theater, aber kein nachhaltiger Eindruck, denn die Stil- reinheit dieses schwer zu verwirklichenden Werkes — das von Fokin und seiner Truppe mit großem Erfolg auch als Ballett und Konzert gegeben wurde — kann weder durch die Betonung des parodistisch-burlesken, noch des märchenhaft' romantischen Elements hergestellt werden^.immer klaffen unüberbrückbare Lücken. Es scheint sich um eine symbolische Handlung zu drehen, die im Rahmen einer komischen Oper die Verwendung der Puschkinschen Dichtung noch am ehesten zuläßt. König Dodon im Märchenlande liegt auf der faulen Haut, Feinde bedrohen das Reich, widerwillig schickt er ein Heer aus, das vernichtet wird, inzwischen bringt ein Magier einen goldenen Hahn, dessen Ruf die Gefahr kündet, Sie dem Reich droht. Der Hahn ruft und nun zieht Dodon selbst ins Feld und findet zunächst die Leichenhügel der Erschlagenen, dann taucht in einem schimmernden Zelt eine herrliche Frau auf, die Dodon berückt und sich schließlich mit ihm vermählt. Da erscheint der Magier wieder und begehrt als Lohn für den goldenen Hahn die Braut des Königs. In der Wut erschlägt Dodon den Magier, wird aber selbst von dem goldenen Hahn getötet, der ihm in den Schädel hackt. Läßt diese Handlung, auch wenn sie nur als Gaukelspiel gedacht ist, kaum eine richtige Deutung zu. so ist auch die Musik wenig aufschlußreich. Es ist ein sprödes Werk, das melodische Element ist bizarr behandelt, die Partitur ungleich in ihren musikalischen Werten, vor allem fehlt der hinreißende Zug starker schöpferischer Kraft. Manches klingt zwar recht hübsch, aber bei aller Gewandtheit des Ausdrucks fehlt doch die überzeugende Kraft, die gegensätzlichen Stimmungen und die Stilarten künstlerisch zu gestalten. Es war ein lauer Achtungsapplaus für die hin- gebende Arbeit des Orchesters und der Darstellung. die ausgezeichnet war. besonders aber * für die Inszenierung Ludwig Sieverts , der die Bilder mit blühender Fantasie gestaltete. L. D- Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. September 1925. Haben Sie schon Winterkohlen? „Im Nachbarhause haben sie gestern ihre Briketts gekriegt. Du hast immer, noch keine Kohlen bestellt, foll ich denn jeden Tag fünf Pfund einzeln kaufen?" Mit diesen Worten begrüßte mich heute meine Frau. Ein Seufzer entrang sich meiner Brust. Die leidigen Kohlen! Tag für Tag hatte ich An- geböte mit der Post bekommen, in denen von „prompter Bedienung", „erstklassigen Marken" und „größter Heizkraft" die Rede war, aber im Hinblick auf meine Finanzen hatte ich mich noch zu keiner Bestellung entschließen können. Dabei das kalte Wetter! „Heizen müssen wir nun sowieso. Ich kann mir doch jetzt im kalten Zimmer keine Lungenentzündung holen!" heißt es stündlich. Das stimmte allerdings. Und in den letzten Tagen war schon ein bedenkliches Loch in den Kohlenvorrat gerissen worden. Ich nahm mir daher den Schlüssel und stieg hinab in den sogenannten Koh- lenleüer, der aber nur noch traurige Fragmente von Kohlenvorräten aufwies. Zwei ganze Reihen Briketts waren noch da! Das war das einzige, was vom warmen Sommer herübergerettet mar! Sonst waren nur noch Spinnweben zu sehen. Da war also nichts zu machen! Kohlen mußten bestellt werden. Mit einem Entschluß stieg ich wieder hinauf in die durchkühlten Zimmer. „Was sagst du nun?" empfing mich meine Frau. Ich sagte aber nichts (sie hätte doch recht behalten) und bestellte prima Salonbriketts. Und sie kamen pünktlich, sogar eher, als mir lieb war, gerade zur großen Wäsche! An der Haustür läutete es Sturm. Im Eiltempo die Treppe hinunter, den Keller aufgeschlossen, die Winterbriketts kommen! Von einer Sorge war ich befreit: Die Lungenentzündung konnte jetzt nicht mehr kommen! Dafür kam aber eine neue Sorge aus der Mutze des Kutschers heraus: die Rechnung. „Lieferung zu Tagespreisen" hatte aist der Empfehlung gestanden. Hier hatte ich den Tagespreis, denn gerade heute waren die Kohlen wieder teurer geworden! Ich bin nun einmal ein Pechvogel und sehe es hier wieder bestätigt. Haben Sie schon Winterkohlen? KeineMielerhöhunginPrsuhen. Wie vom preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt mitgcieilt wird, wird die Miete am 1. Oktober nicht erhöht. Man will auch von weiteren Mieterhöhungen in der nächsten Zeit absehen. LioVNSir'.t'U- — Tageskalender für Donnerstag. Deutschnatl. Handiungsgehilfenve-.hand 81/.- älhr, „Kciufmänn. Dereinshaus": Vortragsabend. — Deutsche Demokrat. Partei, 3 Uhr, ..Saalbau Sauer": Vortrag- Astoria-Lichtspiele: „Der Boxerkönig von Reuyork". — Im Kaufmännischen und Gewerbeverein wird am nächsten Montag, 28., abends 81/* Tlhr, Dr. jur. Ruckels Hausen einen Vortrag über die Aufwertungsbe- stimmungeu halten. Er wird die Frage nicht vom politischen, sondern vom rein juristischen Standpunkt aus behandeln und dabei die Falle, in denen Anträge und Anmeldungen zur Aufwertung seitens des Gläubigers wie Schuldners erforderlich sind, besonders berücksichtigen. Der Vortrag findet im Kaufmännischen DereinshauS statt. (Siehe Anzeige.) ** Vorsicht, Hochspannung! Lebensgefahr! Die Oberweser-Kraftwerre werden ab morgen, Freitag, die ilcberlanblcitung Q5o tf en—<9 t e ff cn—Sr a n f f u r t a M unter Strom setzen. Es erscheint au< diesem Qlnlaf) wichtig, daraus hinzuweisen, daß daS Berühren der Drähte, auch der herab- gefallenen, mit Lebensgefahr verbunden ist. Auch das Erklettern der Masten kann den sofortigen Tod zur Folge haben. •• D i e Ziehung der Wertlotterie deS VolkshallenvereinS ® iefjen findet endgültig am 15. Oktober statt. Gs ist jedermann Gelegenheit geboten, durch Erwerb eines Loses an dem weiteren Ausbau unserer Volk-Halle mitzuhelsen. Auch auf die günstigen Gewinn- möglichkailen sei besonder- bingewiefen. " Zu dem ®ronfeuer bei der Firma Buderus in Wetzlar ist noch au berichten, bafr der Brand das Rohmühlengebäude der Zementfabrik vernichtete. Die übrigen Betriebe des Zementwerke- sind nicht gestört. Die Ursache des Brandes ist noch nicht aufgeklärt. man nimmt aber an, bafi sie wahrscheinlich in der Derarbei- fung der heißen Schlacke zu suchen sein wird, lieber die Schadenshöhe ist noch nichts genaues bekannt. •• D i e Bewilligung des Armcnrech. t c s in Preußen. Aus Anlaß von Klagen bar- IIher, daß die in § 118 *2(bf. 2 ZPO. vorgesehenen Armutszeugnisse nicht selten ohne ausrei- cnenbe Prüfung erteilt würden, hat der preußische Minister jur Volkswohlfahrt im Einverständnis mit dem Innenminister und dem.Justizminister durch Erlaß oom 25.7. d.I. den' für die Erteilung dieser Ze'.igniiie zuftänbiaen Behörden nochmals die größte Sorgfalt in der Prüfung der Einkommen-, Ver- mögens und Familienverhältnisse der Antragsteller ,xur Pslichl gemacht. Wie die „Amtliche Preußische Pressestelle" mitteilt, ersucht nunmehr der Justiz- Minister in einer allgemeinen Verfügung (1.1702) die Justizbehörden bei der Behandlung der Armen- rechtsgesuche der Frage, ob die Bedürftigkeit de» Antragstellers ausreichend dargelegt ist, besondere Sorgfalt zuzuwenden. Insbesondere ist von den Beamten, welche Armenrechtsgesuche zu Protokoll aufnchmen, bei dieser Gelegenheit aufmerksam zu prüfen, ob die vorgelegten Zeugnisse ein deutliches und vollständiges Bild der für die Prüfung des Unvermögens in Betracht kommenden Derhältiiisse ergeben und erforderlichenfalls durch Befragung der Antragsteller auf die Beseitigung von Unklarheiten oder auf die Ergänzung unvoll- ftänbifler Angaben hinzuwirken. •• Keine Abac-Klubflaggen im besetzten Gebiet. Zur Frage der Älub- abzeichen des Allgemeinen Deutschen Automobilklub- lA. D. A. E.) hat blc Rheinlandkommission nach einer neuerdings bekannt gewordenen Ent- scheibung zwar die Genehmigung zum Führen b c r Klubflaggc nicht erteilt, „da ber Verkehr in den besetzten Gebieten von Automobilen! mit einer derartigen Flagge geeignet ist, Zwischenfälle hervorzuruscn", feboch die Anbringung der emaillierten Schilber gestattet, da .dieselben infolge der Art und Weise ihrer? Anbringung an die Automobile und ihres verhältnismäßig geringen Almfang« kein Beflaggen im Sinne der Verordnung Ar. 30 bilden und daher kein Grund zu deren Verbot vorliegt". *• Aufwertung von Kommunalanleihen in Polen. Der Deutsche Dftbunb in Berlin teilt mit: Die Stadtanleihen von Posen, Gitesen, Bromberg, Thom, Graudenz und Katto- witz, sowie von Lodz, Lemberg, Krakau und Wilna, wie auch die Obligationen, die durch den Landes- kominunalverband der Provinz Posen herausgegeben worden sind (Posener Provinzialanleihen), müssen bis spätestens zum 1. Oktober 1925 ange» meldet (ein. Befanden sich Stücke am 29, Juli 1925 in Polen, so hat der Besitzer sie unter Angabe des Tages, der Ausgabe der Serie, der Nummer und des Nennbetrages bei dem Selbstverwaltungskörper (Stabt- ober Provinzialverwaltung), der diese Wertpapiere ausgegeben hat, anzumelden. Befan- den sie sich am genannten Tage außerhalb Polens, so kann die Anmeldung durch Vermittlung der polnischen Konsulate erfolgen. Bei Nichtanmeldung verliert der Inhaber das Recht auf Aufwertung. Näheres über die oben erwähnten Anleihepapiere und die Posener Landwirtschaftsbriefe ist durch den Deutschen Ostbund, Berlin W. 9, Potsdamer Str. 14, zu erfahren. spd ..Wolle mer wieder?" Sin reizendes Gcschichtchen. bas sich zwischen einem Landjäger und einem Landstreicher abspielte, wird aus der Vachbarschast von Frankfurt a. M berichtet: Ein „Monarch der Straße" wirb von einem sehr beleibten Gcnbarmeriewachtmeister verfolgt, weil er gebettelt haben sollte. Der Bettler gibt Fersengeld, ber dicke Wachtmeister hinterher. So geht die 3agb ein Stück Wgs, bis sich ber Verfolger. ermüdet und sich ben Schweiß obtrocknend, am Grabenvand niedersetzt Hundert Meter weiter sitzt ber Bettler und wischt sich auch ben Schweiß ab. Vach einiger Zeit beginnt die Verfolgung wieder. Das gleiche Ergebnis. Beide sitzen in respektvoller Entfernung im Straßengraben, und das Bilb wieberholt sich noch einige Male. Da. als bie Vast etwas länger al- seither bauert, ruft ber Bettler: ,Vu, Herr Wachtmeeschter, wolle mer toicbcr . . .?*' •• Männerturnverein Gießen. Sn der am SamStag stattgehabten und sehr stark besuchten Herbst-Mitgliederversammlung warf ber I Sprecher zunächst einen Vückblick auf das 32. Mittelrheinisch.' Kreisturnfest. Heber das finanzielles Ergebnis konnte etwa« Endgültiges nicht mitgeteilt werden Der Dere-inslpielplah am Schreiberweg soll in ÄürAc spielfähig hergestellt werden. Zu diesem Zwecke wurde beschlossen, eine einmalige Umlage von den Mit- allcbcm zu erbeben DaS 40jährige Stiftungstest des Vereins findet im Vovember in der Turnhalle (Steinstraße) statt Hierbei wird eine Anzahl älterer, verdienter Mitglieder besonder- geehrt werben. Die Weihnachtsfeier (Liebigs- "be) wurde auf den 26. Dezember, eine weitere '-ranstaltung (ebenfalls Liebigshöhe) auf den R Februar 1926 festgesetzt. Zum neuen Dereins- h-'im wählte man das Gasthaus zum KarlSbof tH Faul'lich), Bahnhofstr. Die Eröffnung des neuen Heimes erfolgt durch einen Herrenabend am 3 Oktober Ein weiterer Herrenabend wird zu ber Feier des 40 Stiftungsfestes am 7. Vov. abgehalten. Bei dem weiteren Punkte der Tagesordnung. Vorstands- und TurnratSwahl. wurde beschlossen, den seitherigen Vorstand. Gg Kling. C. Lang und Gg. Dreher, bis zur nächsten Frühjahrsmitgliederversammlung in seinen Aemtern zu belassen, dagegen den Turnrat neu zu wühlen bzw. zu erweitern. Oberturnwart wurde V. Paul, Zeugwart V. LeiSler, 2 Sprecher R. Bauten berg. 2. Schriftführer H De chert, Turnwort L. Hebstreit. Su- gendturnwart W. Gerhard. Schülerturnwart H Brasch. Turnwarl für das volkstümliche Turnen W. Mohr, Gegenrechner P. V i i s e r t. Fechttoart 9 Bürck, Spieswart A Vl a Wi tz - f y , Schwimm wart Gg Mayer. Wände rw an O. G u t j a h r, Beisitzer K. H u h k e , Gg. Hofmann, K. Deeg und W. Größer Erst gegen Mitternacht konnte der 1 Sprecher bie sehr anregend und harmonisch verlaufene Derfamm- lung mit einem .Gut Heil" auf den M. T. D. schließen. •• Austrieb auf dem Frankfurter Schlachtviehmarkt: 19 Ochsen. 4 Bullen, 10 Kühe. 824 Kälber 687 Schafe 582 Schweine. tanotrcie vttctzcn. !*! Klein-Linden. 22. Sept. Die O b ft • Versteigerung brachte der Gemeinde trotz der die-Iährigen geringen Ernte eine Einnahme von rund 1000 Mk. Die Preise bei der gestrigen Versteigerung waren verhältnismäßig hoch Der Zentner kam am Baum je nach ber Sone auf 10 bis 15 Mk. Wesentlich niedriger kamen die Pceife bet der heutigen Obftt>crSteigerung an der Krei-straße Klein-Linden Dutenhofen. Je nach ber Sorte kam ber Zentner 6 bis 10 Mk. Das Obst würbe nur gegen Barzahlung abgegeben — — Watzenborn-Steinberg. 23. September. Wieber wurde eine Kirchweih gefeiert, bie mit schönem Wetter sehr wenig zu tun hatte. Vielleicht lag eS baran, baß die Stadt Gießen gleichzeitig ein Fest feierte. Vur aus ein nasses und ein trockenes Auge hatte sich das Wetter eingerichtet. Trotzdem scheint man allerseits auf seine Kosten gekommen zu sein. Sowohl bie Feiernben als auch die Wirte sah man fröhlich. Vun wirb wohl jeher fein Schmunzeln verbergen, benn ber Alltag kommt griesgrämig daher. Der Landwirt hat große Sorgen, benn noch manches Grummet sitzt draußen, da- aus- gebreitete wirb wohl verloren (ein. Auch für die Kartoffelernte bürste enblich trockene Witterung eintreten. Die Obsternte entsprach nicht den Erwartungen. Teilweise waren sogar bie Erträge schlecht. !—! Stangenrod, 23. Sept. Die Feld- bereinig ung ist in hiesiger Gemarkung im Gange. Zahlreiche langausgebehnte Gröben müssen zur Entwässerung nasser OelänbcfteUen angelegt werden. Die Gemarkungsgrenzen sind bereits reguliert, die Wunschzettel werden demnüchst verteilt. Jedenfalls läßt alles darauf schließen, daß bis zum Herbst 1926 die Zuteilung erfolgen kann. Der größte Teil der St oft en wird durch Verkauf von j)ol) aus dem Kemeindewald und nur zum kleinen Teil durch Anleihe gedeckt. Die Drainier ung unserer Felder, die bis jetzt nur zum Test ausgeführt ist, soll ebenfalls so gefördert werden, daß sie bis zum Herbste 1926 beendet ist. Die Ehaussierung einer Teilstrecke des Weges zwischen Stangenrod und Beltershain wird im Laufe des Winters ausgeführt. — Die Gemeinde Hal beschlossen, im nächsten Jahr ein Familienhaus mit vier Wohnungen zu erbauen. f Reinharbshain, 23. Sept. Die Gemeinde beabsichtigt, in einem Teil unserer Dor fst raßen das Pflaster neu Herstellen zu lassen. Entsprechende Aufforderungen sind bereits an Interessenten ergangen. )—( Vil 1 ingen, 23. Sept Zwecks Gründung einer Ortsgruppe bes Stahlhelm (Bund beutscher Frontsoldaten) fand am Samstagabend im Saale des Gastwirts Strack dahier eine Versammlung statt, die stark besucht war. Auch die Ortsgruppe Vuppertsburg und Vertreter der Ortsgruppe Laubach hatten sich eingefunden. Der Kreissübrer, Dr. Philippi aus Laubach, hielt eine Rede, in der er Zweck und Ziele deS „Stahlhelm" klarlegte. Trotz verschie- dentlicher Störungsversuche, hauptsächlich durch Jugendliche, konnte eine Ortsgruppe gegründet werden, der sofort 16 Mitglieder beitraten. Gruppenführer wurde Otto Klaus. Die Gruppe wächst beständig. Heute zählt sie bereits über 20 Mitglieder. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 23. Sept. Die landwirtschaftliche Kreisschau, die am Montag um 12 Ahr geschlossen wurde, hat einen in jeder Art alle Erwartungen übertreffenden Verlauf genommen. Wenn man schon am Sonntag einen starken Besuch verzeichnen konnte, so Übertraf die Frequenz des Montags die des Vortages noch weiter. Am Vachmittage wurde nochmals das prämiierte Vieh vorgeführt, im Saale von Groß-Friedberg wurden von der Badischen Anilin- und Sodafabrik und der Hess. Grünlandgesellschast wissenschaftliche Filme über Düngungserfolge und das Wachsen der Ruh-" pflanzen vorgeführt. — Ein an demselben Tags stattfindender Blumentag zum Vesten der Kriegerehrung ergab den Betrag von 261 Mk., so daß der Denkmalsfonds nunmehr auf 5071 Ml. angewachsen ist. — Der Beschluß der letzten Stadtverordnetensihung, die Arbeiten für ein städtisches Beamtenwohnhaus nochmals auszu- schreiben und nicht bet Firma Th. Mörschel zu übertragen, wie es nach dem Gutachten bes Oberbaurats Haag das Richtige gewese, wäre, hat den Inhaber dieser Firma veranlaßt, lein Stabtverordnetenmandat niederzuleg e n. Dieser Entschluß wird allgemein bedauert, da der Betressende der einzige Sachverständige der ganzen Versammlung in Tarif- und Bausachen war und sein Amt stets mit der größten Anparteilichkeit und Aneigennützigkeit ausübte. Man ist deshalb vielfach der Ansicht, einen bezahlten technischen Beigeordneten anzustellen, um (o mehr, als das Stadtbauamt schon lange mit Arbeit überlastet ist: vorerst soll der Leiter der hiesigen Gewerbeschule, Rektor Reu- bauer, den Vorsitz des Dauausschuftes übernehmen. Bad-Nauheim, 23. Sept. Unsere Bade- ftabt, bie in biefem Jahre so oft Gelegenheit hatte, neben größeren Kongressen wissenschaftlicher Art auch zahlreiche Tagungen hessischer Verbänbe gastlich auhunebmen, rüstet sich zu festlichem Empfang ber 800 „freiwilligen Sanitäter", bie zu dem am nächsten Samstag und Sonntag statt- finbenben 7. Hessischen Kolonnentag bes Verbandes ber hessischen freiwilligen Sanitätskolon- nen vom Roten Kreuz hier eintreffen. Wir haben auf bie Bebeutung bes Tages vor kurzem schon ganz allgemein hingewiesen. Heute soll noch in Kürze einiges über bie geplanten Veranstaltungen gejagt werden. Für den Samstag ist ein Begrü- ungsabenb vorgesehen, besten Unterhaltungsprogramm von hiesigen Vereinen bestritten wirb Der Sonntag beginnt mit einer Gebächtnisfeier auf bem Friebhoi. Es schließen sich, bie Verhanblungen an, die bis zum Mittag währen werben. In ihrem Mittelpunkt stehen zwei aufflärenbe Vorträge. Der hiesige Arzt Dr. Haederlin wird über ..Einiges über Alkoholfragen" sprechen, während Privatdozenl Dr. R o t b m a n n ■ Gießen dos Thema „Die so- Kreis Schotten. x!x Schotten. 23. Sept. Heute wurde vor !dein Kreisausfchuß des Kreises Schotten die zweite Bürger m ei st erwähl von Her- ch e n h a i n verhandelt. Die unterlegene Partei hatte gegen den Ausgang der Wahl reklamiert. Vach Vernehmung von ca. 20 Zeugen zog sich der Kreisausschuß zurück und fällte daS Arteil. daß die Reklamation zurückgewiesen wird. „?“ Ober-Schmitten, 23. Sept. Seitdem der hiesige Verein für BewegungS- 1 piele einen Sportplatz in unmittelbaren Rahe des Dorfes hat, ist es ihm gelungen, seine Leistungen im Fußballspiel gut in die Höhe zu schrauben, so daß er jetzt zu den spielstärksten Vereinen unseres Bezirkes zählt. 3m Verbandsspiel am vergangenen Sonntag gegen Sportklub 1919 Schotten gewann er mit 8:1. XlX Laubach, 23. Sept. Am Samstag, 26. und Sonntag, 27. d Mts., findet im Saale des Solmser Hofes in Laubach eine Obst - und Gemüseschau für die Gemeinden L a ubach und Wetterfeld statt. Wie man hört, soll eine reiche Beschickung stattfinden. ganz besonders in Aepfeln. Es ist auch die Einrichtung getroffen, daß die AussteUer auf den Zetteln bei den Obsttellern vermerken, welche Mengen sie davon verkaufen können. <> Feldkrücken, 23. Sept. Das Reichs- poftminifterium hat die Einführung ber Autopost Feldkrücken — Mücke genehmigt. Die Strecke wird eröffnet, sobald der Kraftwagen geliefert ist. Feldkrücken erbaut eine Autohalle. HreiS Wetzlar. d. Wetzlar, 22. Sept. Der KreiSt ag hat beschlossen, daß zur Bestreitung der nicht durch Reichssteuer-Aeberweisungen und die sonstigen Einnahmen gedeckten Ausgaben des Kreises sowie der Provinzialumlagen und der Kosten für Geisteskranke usw. im Rechnungsjahre 1925 eine Kreisabgabe in Höhe von 25 Proz. der den Gemeinden deS Kreises zufliehenden Aeberweisun- aen aus der Reichscinkommen- und Körper- schaftsstcuer und 52 Proz der Realsteuern erhoben werden soll. — Der Regierungspräsident in Koblenz macht die Gewerbetreibenden, die im künftigen Jahre ein Gewerbe im Amher- ziehen auShben wollen, daraus ausmerksam, den Antrag aus Ausstellung eines neuen Wandergewerbescheines möglichst schon im Oktober zu stellen, weil bei der Menge der Anträge und wegen Der erforderlich werdenden Ermittelungen die Anfertigung längere Zeit in Anspruch nehme und sonst die Aushändigung der Scheine zu Beginn deS neuen Jahres nicht gewährleistet werden könne. Da sich unter den Lesern des „Gießener Anzeiger" auch viele im Kreise Wetzlar wohnende Wandergewerbelrei- bende befinden, glauben wir auf die Bekanntmachung des Regierungspräsidenten im 3nteresse dieser Leser ebenfalls Hinweisen zu sollen. b. W e tz I a r, 23. Sept. Der Kreisausfchuß hat bie Zahl ber im Kreise Wetzlar zu wahlenben Sreistagsabgeorbneten auf 26 festgesetzt. Zum Wahl- kommissar für bie Kreistagswahl ist Lanbrot Dr. Sartorius unb zu besten Stellvertreter Regierungsassessor Raguse zu Wetzlar ernannt. bl. Greifenstein. 22. Sept. 3n unserem wunderbar gelegenen Bergdörfchen herrschte am Sonntag ein äußerst buntbewegtes Leben. Der Lahn -Dillbund des Deutschen Rad- fabrerbunbes hatte nach hier seine Bundes fahrt unternommen. Am die Mittagszeit zialhygienische Bedeutung ber Geschlechtskrankheiten" behandeln wird. Der Nachmittag des Sonn tags wird bann eine größere öffentliche Hebung ber hiesigen Kolonne am Grand-Hotel unb in ben Trinkkuranlagen bringen. Die fiel) anschliehenbc Jufftellung ber Kolonnen und ber Vorbeimarsch ber '00 Sanitäter in Uniform bürste sich zu einem Höhepunkt ber Tagung gestalten. Eine kurze Besprechung über bie Einbrücke unb Ergebnisse brr Tagung wird darauf den offiziellen Teil ber Tages oronung beschließen. Für den Sonntagabenb ist noch ein zwangloses Zujammen sein mit Damen auf ber fiurhausterrafle vorgesehen. Den Teilnehmern unb ihren Angehörigen sink» van brr Kurverwaltung Ausenthastsvergünstigungen gewährt, u. a. freier Zutritt zu den Konzerten der Kurkapelle, sowie Führungen durch bie Babebeiriede. — Die Versteigerungen des staatlichen und städtischen O b st e s brachten Hunderte von Kauflustigen aller Bevölkerungskreije auf die Beine. Trotz der überaus reichen Obsternte in unserer Gemarkung kam ber Preis bes Obstes recht hoch. Durchschnittlich stellte sich ein Zentner Aepfel am Baume auf etwa R bis 10 Mark. Für einzelne stark behangene Bäume mürben bis zu 80 Mark bezahlt. Kreis Büdingen. Vidda, 22. Sept. Das neue gefällige Gewand des Kurhaufe- in Bad Salzhausen, das. trotz kühner Farben- symphonie (orange und tiefgrün) überaus vornehm und ruhig wirkt, scheint auch für die Umgebung vorbildlich zu werden. Eine Anzahl von hiesigen Häusern ist bereits dazu übergegangen. die gleichen Farben anzulegen. Sie beleben das Straßenbild und gewähren dem Auge einen ungemein freundlichen Anblick. Eine Verallgemeinerung dieser Farbenzusammenstel- lung darf aber nicht eintreten, namentlich nicht da. wo es sich um zusammenhängende Häuser- sronten handelt, die nicht durch das Grün von Bäumen oder Gärten unterbrochen werden. Das Einerlei der Farben ermüdet, und wären sie, oasenartig angewandt, noch so wirksam. — Die Aepfel werden in diesem Jahre früher abgeerntet, als eS sonst gebräuchlich ist. Sie fallen sehr stark und zwingen dadurch den Obst- züchter zum raschen Abernten. Schüttelobst ist begehrt. Man zahlt 10 Mark und auch höhere Preise für das Malter. „?" Nidda, 23. Sept. In diesen Tagen findet die V e r ft e i g e r u n g des Obstes an den Kreis ft raßenpflanzungen unseres Bezirks statt. Die Apfelbäume sind, wie überall, gut behangen, während Birnbäume nur spärlichen Ertrag liefern. Man schätzt den gesamten Dbftertrag dieses Bezirks auf etwa 1500 Zentner, so daß dem Kreis aus dem Verkauf eine schöne Einnahme ,ju- fließt. — Die alte Turnhalle auf der sog. Gänswiese, die die Anforderungen unserer neuen Zeit nicht mehr erfüllen konnte, ist jetzt n i e berge l e g t worden unb soll burch einen zeitgemäßen Neubau ersetzt werben, der auf etwa 60 000 Mark zu stehen kommt. Man hofft, durch Zuschüsse von Staat und Stadt, freiwillige Spenden und Ausgabe von Anteilscheinen die Bausumme aufbringen zu können. Die neue Turnhalle, die gleichzeitig einen modernen Bühneneinbau erhält, soll nach Fertigstellung auch den übrigen Vereinen der Stabt zu ihren Veranstaltungen zur Verfügung stehen. kamen aus ollen ®auen etwa 20 0 Lavier unb Radlerinnen, die. nachdem sie sich gesammeit batten, der altehrwürdigen Ruine einen Besuch abstatteten. Vach eingehender Besichtigung von Schloßkirche. Ruinen. Gewölbe usw. saß man tm Doi fe in verschiedenen Lokalen noch längere Zeit gemütlich beieinander. Verschiedene Ortsgruppen blieben bis zum Spätnachmittag noch hier. Entweder gingS durch daS Dilltal in die Heimat, ober man fuhrt über Waldhof .Elgershausen" resp. die .Dianaburg" zurück. d. Dornholzhausen, 21. Sept. Der hiesige Turnverein hielt am Samstag in der Turnhalle sein diesjähriges VereinSsest. verbunden mit einer geschlossenen Tanzbelustigung und einer Versosung, ab. Starkenburg un. Rheinhessen. 0 Kelsterbach, 23. Sept. Auf bem Gelände des früheren Mttnitionsdepots in Kelsterbach stehen eine Reihe von Gebäulichkeiten, die in den Jahren 1917 und 1918 auf f iskali schem Grund und Boden errichtet wurden, die nunmehr von ber französischen Besatzung freigegeben sink» unb zum Verkaufe kommen sollen. Wie wir hören, befinbet sich unter unteren Bewerbern auch der (Earitasoerbanb ber Diözese Mainz, der sich mit dem Gedanken trägt, die Gebäulich. feiten für soziale Zwecke, insbesondere für ein Kinderheim unb ein Heim für gefallene Mäbchen nutzbar zu machen. • Darmstadt. 23 Sept. Auf dem frier abgehaltenen ersten Bundestag des Bunde- ehemaliger Leibgardisten wurde u a. die Frage der Errichtung eines Gefallenendenkmals erörtert. Es besteht die Absicht, das Denkmal aus der Vordwestecke des Schloß- graben-, gegenüber dem Landes- museum, zu errichten. Das Denkmal soll in einem mächtigen Granitblock und einem sterbenden Löwen bestehen. Für die Ausführung soll ein Preisausschreiben an die hessischen Künstler ergehen. Außerdem sollen, in Gemeinschaft mit anderen Regiments vereinen, Gedenktafeln für die Gefallenen im Schloßhof angebracht werden. Zum Ort der nächsten Tagung des Bundes wurde Friedberg bestimmt Zwischen der Heff. Eifenbahnaktienge- fellfchaft (Heag), einem gemischtwirtschaftlichen Betrieb, an dem die Stadt Darmstadt beteiligt ist, und dem Vorort A r h e i I g c n ist jetzt nach langwierigen Verhandlungen ein Abkommen über die Weitersühru ng der elektrischen Straßenbahn biS in den Ort hinein zustande gekommen — In Sugenheim fand eine von vielen Bewohnern der unteren Bergstraße besuchte Versammlung statt, die sich nrit dem Blan der Erbauung einerelektrischenDahn von Gberstadt über Malchen nach Seeheim und 3ugcnfreim. beschäftigte Die Versammlung leitete Bürge, - meister Burkhardt - Jugenheim Anwesend war u. a. KreiSdirektor Dr.. Reinhardt- BenSheim. Direktor Bohnenberger von der Heag legte der Versammlung die Pläne über die beabsichtigte Linienführung vor. Die Dahn soll zunächst biS AlSbach gehen: die Kosten betragen etwa 820 000 Mark. Die Heag verlangt von den Gemeinden kostenlose Bereitstellung des Ge- lätrdes und eine Zinsgarantie. — Vergangen^ Woche fuhr der Motorradfahrer Hans Fal- t e r von Heppenheim bei Kirschhausen in der Dunkelheit gegen ein Fuhrwerk und trug so schwere innere Verletzungen davon, daß er ihnen jetzt im Krankenhaus zu Heppenheim erlag. — 3n Jügesheim bei Offenbach sind drei mit Heu- und StrvhvorBäten gefüllte Scheunen, sowie einige Vebengebäude durch Fetzrer vollständig zerstört worden. Das Feuer brach nachts aus: man vermutet Brandstiftung Hcssen-Rassau. ][ Marburg, 23. Sept. Mit Rücksicht auf die vom Bund Deutscher Architekten erhobenen Ein- wände dagegen, baß die Baupläne ö e.s Iubi- läumsinftituts zur Vierhunbertjahrseier ber Universität nicht zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben sind, beschloß der Arbeitsausschuß, über die ganze Angelegenheit nochmals mit dem Minister rium in Verhandlungen zu treten unb dabei auch den Gedanken eines Wettbewerbs zu erörtern. J[ Fronhausen, 23. Sept. Arn Sonntag begingen die Eheleute Lehrer a. D. Müller in Bellnhausen, früher in Wolfshausen, das Fest der goldenen Hochzeit. ][ Wetter (Kreis Marbug), 23. Sept. In Birkenbringhausen wurde die in den 60er Jahren stehende Ehefrau Naumann von einer Kuh derart vor ben Leib gestoßen, baß sie bald darauf unter qualvollen Leiden ft a r b. bl. Herborn, 23. Sept. 3m Oktober beginnen hier wieder Kurse in der Kleinkinder^ und Säuglingspflege. Die Lehrgänge sollen Frauen und Mädchen über Pflege und Ernährung der Kleinen gebührenden Aufschluß g^ben. Um weiten Kreisen die Teilnahme zu ermöglichen, ist der Besuch kostenlos spd. Frankfurt a. M, 23. Sept. Bürgermeister Asch aus Höchst a M hat die auf ihn gefallene Wahl als Stadtkämmerer von Frankfurt angenommen und wird fein Amt sobald als möglich antreten. Die Bürgermeister- stelle in Höchst wird zur Veubefetzung bereits ausgeschrieben. — Der Besitzer einer Vergnü- gungs- und Animierstätte auf der Zeil, Vathan Herbst, war mit 2000 Mk. Dergnügungs- steuern veranlagt, erhob aber gegen die Höhe Widerspruch. Bei der Revision stellte es sich heraus, daß er In seinem Lokal junge Mädchen beschäftigte, die gegen Bezahlung die Gäste zu tunterhcüten und mit ihnen zu tanzen hatten. Vunmehr muh der Mann die für solche Fälle vorgesehene fünffache Strafe der Veranlagung in Höte von 2 2 000 Mk. bezahlen oder 220 Tage Gefängnis absitzen. 3n der Begründung wurde ausgeführt, daß Herbst in seinem Lokale nur die erotischen Beziehungen ausnützen wollte, und daß auch die Strafe so hoch ausfallen müsse, weil derartige Häuser ganz enorme Elnnahmen zu verbuchen hätten. — 3n den städtischen Zei» tungshäuschen wird, wie in einer Versammlung des Frankfurter Verbandes zum Schuhe der Jugend gegen die Schundliteratur festgestellt wurde, neben den Zeitungen und Zeitschriften eine Fülle sehr minderwertiger Literatur verttieben, die Kinder und Jugendliche sehr stark gefährdet. Die Versammlung beschloß, beim Magistrat die Beseitigung dieser slanda' lösen Zustände in den städtischen Zeitungshäuschen durchzusetzen. Auch in ungezählten anderen hiesigen Geschäften macht sich die Schundliteratur wieder außerordentlich bemerkbar und wird von den Geschäftsinhabern ben Jugendlichen und Kindern offen angeboten. niaüorl «wemM hüpftt würbe in Keich viel raten, als 2Bir müßt Weltreiche! Kußlan vollends a Deutsch suchen, wo moralische' ein Vmbi essenreibun Schwäche für die Si ehrliche Ai gründen n vor und in seitdem ei' einer Welt düchn sie haben. Man n Derhandlu kommen I würden, f sie sich sch fehlt ihne knstallisier tjrlebensoe eurßpäifäer vollzogen, l Rußlands A sich sehr ' wuchs den mittleren 1 heute verh land vor bundsversl zeit im gleichhl nen” hak die fron die gras deutsche und Nordo Stimme vo Auch Italic solche Post rüdmitten. werden ja Daß a eine solch bestimmter nicht vorc Besonders wönnen (? Bolkerwelt liefen, fit schmälen. ' kleineren ( deutsche Lac *’j erspri h°sfen. Cinl °us. emem' J* jun, 9elt Manne m annn *Dn einer Irgend ei l°eni9 Mü Ä bat Waren ei rverkrvürd « der üie gewölbten £einem 0 nickte. . ' -üb" r seiner »'k i Drdmgs SC* solchen M land noch UL Aus ' mit der ' Deutsche ? land verpc Gleichw ein triD' land dann lange '^u !m>r werden. *r KiE. die deuts^ jtintn mu «Jlheiten am dem ü ^roaret) Don denen werden - , ober bet $ ^ach dem i prunkvollen gnlid) hen S ßrndut ^«e.unbir 5" W S** ..... I--=========a^.- ■■ ■■!■■■■ -l-r "....." Danksagung. Am Schlüsse unserer Tagung drängt es uns, allen dankbar die Hand zu drücken, die uns dies wundervolle Fest bereitet haben, an erster Stelle dem treuevangelischen Kirchenvolk in Stadt und Land, vom Herrn Oberbürgermeister und Herrn Universitätsrektor an bis zu den Schlitzer und Schwälmer Mädeln und all den lieben Landleuten beim Sonntagsfest. Dank für den Schmuck der Straßen und Häuser, Dank dem Festausschuß, den Kirchenvorständen, der Presse, den Ordnern, den Pfadfinderbuben, dem Kirchenchor, den gütigen Gastgebern unserer Diasporapfarrer, den Spendern der überraschend großen Festgaben und all denen, die irgendwie mitgeholfen haben, unsere Tagung auf eine seltene Höhe zu heben. — Möge der Gustav-Adolf-Ruf: Ml jur WWW io leo bedrängten HiMvoemom, w Den Bottsgenoften öer SliWi! lange im lieben Gießen und im schönen Hessenland nachhallen und vielen zur Freude an der Kirche und zum nötigen Glauben an ihre Zukunft verhelfen. Der Zentralvorstand des evang. Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung: D. Rendtorff, Vorsitzender. Modehaus Salomon, Schulstraße 4 8884a echte Halberstädter Modehaus Albert Rinn Empfehle meinen Damen-Salon für Eröffnung: Samstag, 26. September t923D Vogtsche Kopfwäschen Ondulieren Maniküren N.S.U.- flioionoö 0 p Q nut erhalt., ö * • zu vert.07794 Klein - Linden, Frankfurter Str. 27. WMchWM? 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L Ur. 224 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gderheffen) Donnerstag, 24. September {925 daS Tie Pensionärfragen. Bon Direktorin Dr. Matz, M. d. R. unserer Kreise gestanden hätten, würden Sie ihn schon oft gesehen haben, denn es gibt kaum eine Ge- sellschast, bei der er nicht tätig ist. Er befehligt em Heer von Dienern mit der gleichen Ruhe und Umsicht, mit der er als einziger in einem kleinen erlesenen Kreise aufwartet. Sein Rat und seine Hilfe sind sowohl der Frau Neureich als dem Botschafter «rasen T. unentbehrlich. Er weiß, daß Herr N. nur französischen Rotwein, Frau v. Z. nur Sauer- brunnen trinkt. Beim Tischdecken am Vormittag rät er der Frau Arinisterialrat, nicht ihr neuestes Gewand anzuziehen, wenn sie sich nicht bei der Frau Minister unbeliebt machen wolle. Seine Vorschläge für die Tischordnung werden immer befolgt, denn er kennt genau die Cliquen, die man zusammen- und die man unbedingt auseinandersetzen muß. Er bringt das Kunststück fertig, bei einer Besuchsrund- fahrt mit einem jungen Ehepaar achtzig Besuche an einem Bormittag za erledigen." Ich lachte: „Wahrlich ein vielseitiger Mensch!“ - Mein Gegenüber blieb ernst. „Sie haben doch den berühmten Rennrcitcr Rittmeister von M. gekannt? — Er und Adolf Müller sind dieselbe Person." — 3* fuhr aus. „ Sie wollen mich wohl zum besten haben?" — „Nein, ich scherze nicht. Es ist die all- tägliche Geschichte des verarmten Offiziers a. D. Im Kriege schwer verwundet, dienstunfähig, verab- schiedet, oerbittert. Eines Tages sieht man sich mit einer unzureichenden Pension, einer garten Frau und drei balberwachsenen Kindern der Notwendig- keit gegenüber, sich einen Nebenerwerb suchen zu müssen. Bei Herrn von M. der übliche Leidensweg: Dettretungen von Likör- und Zigarrenfabriken, Zimmervermieten, Heimarbeit der Frau. Er viel Ju vornehm für das erste, sie zu schwach für das letzte Tie Kinder wachsen heran, möchten in einen Beruf hinein. Ter älteste Sohn will Iura studieren, der zweite, em Musiker von Gottes Gnaden, ist in keinem anderen Beruf denkbar. Woher die Mittel deutsch-österreichischen Handelsvertrag seinerzeit oer- tretenc, daß politische Freundschaft und Handels- beziehungen sich fremd zu bleiben hätten, ift durch die fortschreitende Verkettung politischer und wirtschaftlicher Bande entkräftet. Die Schranken für eine handelnde, d. h. zum Handeln entschlossene deutsche Staatskunst sind in der heute noch so zerrisienen Welt übcdieigbarer, als der Zaghafte meint. Hat man Deutschland mit den schlechtesten Mitteln zu degradieren gesucht, so nehme es sich homöopathisch daraus das Beste und suche seinen Platz einstweilen an der Seite der kleineren Völker, gegen die morgen schon Willkür der Großen sich wenden kann — nicht als ein von sich gering Denkender, sondern als ein Führer und zur Führerschaft und Wegweisung bleibend Berufener. noch immer nicht gelöst. Eine Denkschrift des Reichs- sinanzmimsters zur Ältpensionärftage vom Februar d. I. stellt sich auf einen ablehnenden Standpunkt, ogar zu der abgcmilbcrten Form der Forderung, für den Fall, dah die nach dem Pensionsergänzungs- gcsetz zuständige Pension geringer ist, als die, welche dem Beamten vor dem Inkrafttreten des Reichs- besoldungSgesetzes vom 30. April 1920 gewährt worden ist, die letzte Pensum an Stelle der ersten zu bewilligen. Tic Gcgengründe der Tenkschrist sind wenig einleuchtend, und die Frage wird nicht ruhen. Eine weitere Benachteiligung eines ziemlich großen Krciics der Pensionäre bedeutet die Regelung des Wohnungsgeldcs. Bekannttich erhalten alle Pen- sionärc daS Wohnungsgeld der CrtMlaiie B. Mit der Neuordnung des WohnungSgeldzusv.iusses im Herbst 1924 ist Klasse E in Fortfall gekommen und eine Sonderklasse aufgesetzt worden, so daß Klasse B au5 der 2. in die 3. Gruppe gerückt und die Mittelklasse geworden ist, die den Turchschnittsbettag der Ortsklassen nicht erreicht. Besonders schwer geschädigt sind die Pensionäre der Ortsklasse A und der Sonder- klasse, die heute unter den schwierigen Wohnungs- verhältnissen nicht in eine kleine Stadt ziehen und ihre Wohnung in der Großstadt trotz deS geringeren Wohnungsgeldes behalten müssen. Anträge verschiedener Parteien auf Gewährung deS vollen WohnungsgcldeS der Klasse A Haden bisher keinen Erfolg gehabt. _ Von besonderer Bedeutung für die Pensionäre ist endlich die Ausgestaltung deS Frauenzu- schlages zu einem Haushaltungszuschlag. In zahlreichen Füllen wird einem verwitweten Pensionär von einer älteren Tochter, die oftmals dafür ihren Berus hat aufgeben müssen, oder durch eine zur Pflege angenommene Persönlichkeit der Hausstand geführt, ohne daß der Frauenzuschlag nach dem Gesetz gewährt werden kann, obwohl der verwitwete Pensionär dadurch gegenüber dem verheirateten be- sondere Aufwendungen zu machen hat. Eine entsprechende Ausweitung deS Frauenzuschlags zur Hausstandszulage ist dringend geboten. Auch die Frage der Versorgung der hinter- blicbencn alten Töchter der Pensionäre, bte ihre Eltern bis zum Tode gepflegt haben und nunmehr vielfach keinen Beruf und keine Erwrebs- möglichkcit finden können, harrt noch der Erledigung. So gilt auch für die Pensionäre und Beamten- Witwen gegenüber dem Erreichten ein Goethewott, das heute die gesamte Lage Deutschlands kennzeichnet: „Das Wenige verschwindet leicht dem Blick, der vorwättS sieht, wie viel noch Übrig bleibt." Der Lohndiener. Von Else Ebel, Stettin. ES war eine jener gesellschaftlichen Veranstaltungen, von denen niemand weiß, weshalb sie gegeben werden - es sei denn der Koch, der die Speisen oder der Weinhändler, der die Getränke liefert. Nach dem Essen verteilten sich die Gaste in den prunkvollen Räumen des Gastgebers. Ich war ziemlich ftemb in dem Kreise, da ich mich em Trauer- fahr hindurch von aller Geselligkeit ferngehalten hatte, und freute mich daher, den Sohn lieber ,yrcunbe, einen jungen Gutsbesitzer, zu treffen, ben ich lange nicht gesehen hatte. Ww setzten uns m em Plauder- eckchen, und ich ließ mir von seinem Ergehen und seinen guten Aussichten für die Zukunft erzählen. Ein Lohndiener trat an unseren Tisch und bot auf einem Silbertellor Likör an. Ich dankte, und mein junger Freund winkte, wie mir schien mit einer gewissen Verlegenheit, ab. Ich folgte dem Manne wohlgefällig mit den Augen, wie er sicher, mit anmutigen, fast etwas lässigen Bewegungen von einer Gruppe der Gäste iur anderen schritt. Irgend etwas in dem scharsgeschnittenen, nur ein wenig müden Gesicht zog mich an, aber es lag etwas darin, daS mich quälte wie ein falscher Rhythmus. Waren es die angegrauten Battkoteletten, die so merkwürdig zu den kühnen Augen standen? War eS der vielleicht falsche Scheitel übet der prachtvoll gewölbten Stirn? „Schauen Sie," sagte ich zu meinem Gefähttev, „bet Mann hat ein Schicksal." Er nickte. „Was für einen guten Blick Sie haben!" — ,Sennen Sie ibn denn?" — „Cb ich ihn kenne? _ Ich weiß, Sie ehren die Tapferen und den Opfetwillen, in welchem Gewände sie Ihnen euch entgegentreten. Ick will Ihnen ferne Geschichte erzählen. 0 ener Müllet ist ein Meister in feinem Fach. Denn Sie nicht so lange außerhalb bringen. Eine schwache Hoffnung winkt. Es gelingt dem Vater, kleine witzige Plaudereien, beißende Satiren, Augenbücksbilder aus der Gesellschaft bei einigen Tageszeitungen anzubringen und damit eine be- scheidene Erwerbsmöglichkeit aufzutun. Aber eS ist wenig. Zudem mangelt es ihm bald an Stoff für diese besondere Art der Schriftstellerei. Die Gesellschaft von heute ist eine andere als die, in der er sich vor dem Kriege bewegt hat. Sie aus eigener Anschauung kennen zu lernen, dazu fehlt die Gelegenheit. Ein Zufall verschafft sie ihm. Das Mädchenzimmer seiner Wohnung hat et einem früheren Burschen überlassen gegen eine geringe Miete und etwas Hllfeleistung im Haushalt: Kohlentragen, Stiefelputzer: usw. Er ist Lohndiener von Beruf und hat ein gutes Auskommen. Plötzlich wird er nach Hause abberufen, um die Gastwirtschaft eines jäh verstorbenen Bruders zu übernehmen. Der Lohndiener Meister verschwindet, unb — — — Adolf Müller tritt an seine Stelle. Die näheren Umstände entziehen sich meiner Kenntnis. Tie Spuren deS Kampfes können Sie auf seinem Gesicht sehen, mehr noch auf dem seiner Frau, wenn dar Schicksal Sie einmal mit dieser armen Dulderin zusammenführen sollte. Niemand hat Herrn von M. bisher in der Maske deS Lohndieners erkannt. Die Battkoteletten und die eigenartige Scheitelperücke entstellen ihn bis zur Unkenntlichkeit." - Zum Preisabbau. Der Mittelrheinische Fabrikantenverein hat auf einer in Mainz adgehaltenen Tagung die nach steh»nde Entschließung angenommen: „Der Mittelrheinische Fabrikantenoerein billigt die Maßnahmen der Reichsregierung betreftend die sogenannte Preissenkung als ein Zeichen ber Abkehr von ber bisherigen Politik ber Zwangswirtschaft unb staatlichen Seoormunbung. Mtt ber Reichsregierung ist Der Verein ber Ansicht, bah nur auf dem Loben ber freien Wirtschaft bte Mißstände, die sich — vorzugsweise gerade infolge der früheren Zu angsmahnahmen — entwickelt haben, Aum Der- schwinden gebracht werden können. Was die Maß- nahm-'n des Staates betriff, so billigt der Verein ein Vorgehen gegen die Auswüchse tm Verbands wesen, wobei Industrie, Handel unb Hanbwerk gleichzeitig in Betracht gezogen werben müssen-, ebenso billigt er bie in Aussicht gestellten Schritte zur Sicherung bes freien Wettbewerbes bei öffent lichen Gelbem, baß diese burch Reichsbank unb Privatbanken unmittelbar der Wirtschaft Angeführt werben. Diele Maßnahmen sinb aber durchaus unvollständig, solange nicht auch bie Zwangswirtschaft auf bem Gebiete bes Arbeitsmarktes beseitigt unb demgemäß bie Verorbnungen über Tarifverträge unb Schlichtungswesen aufgehoben werben. Des weiteren sinb die notwirischastlichen Verordnungen über Preistreiberei unb Kettenhandel als überflüssig unb ftörenb aufzuheben, bie Sozialbelastung ber Industrie ist mit ihrer Leistungsfähigkeit in Einklang zu bringen unb ber Gesamtavparat ber öffentlichen Verwaltung ist nach ben Grundsätzen äußerster Sparsamkeit zu gestalten. Auch die Tarif- Politik ber Eiesndahnen unb ber Post muß sich mehr wie bisher ber Wirtschaftslage anpassen. Was die Maßnahmen ber Wirtschaft betrifft, so wäre es falsch, von ihr am 1. Oktober b. I. wegen ber Herabsetzung ber Umsatzsteuer um i Prozent sofort eine automatische Senkung aller Preise zu erwarten; Revision erfolgen sollte. Gleiches gilt von der Ausfuhr von Schweine- fleisck', dessen Qualität zwar gut sei (die Grundlage der Schweinezucht bildet ein von den Portugiesen vor Iahrhundetten aus China eingeführtes und nun bodenständig gewordenes, stark behaartes Tier, der sog. Kolbrock-Typ), aber dem Züchter nur ganz geringen Nutzen bringe, wenn er auf Ausfuhr angewiesen sei. Jeder praktische Landwirt weiß nun, daß das Vieh ein Produkt der Scholle ist. Je weniger diese hergibt an Nahrung, desto Schlechter die Qualität be» Fleische» unb desto größer bie Anfälligkeit ber Tiere beiSeuchen. Anstatt vorbeugend durch Weideverbcsserung und Anbau von Kraftsutter vorzugehen, kämpfen die Institute für tierärztliche Forschung unter Auf- Wendung ganz ungeheurer Geldsummen (wieviel mehr leistete daS Institut GamannS in Südwest verhältnismäßig, als z. B. da» Institut in Onderste Po ort, bei Pretoria!) gegen bie Seuchen selbst. Würbe hier gespart unb vom Fiskus ber Eisenbahn die Ersparnis überwiesen, um die Tarife für Stickstoffdünger zu ermäßigen, der gerade südafrikanischen Böden so nötig ist, dann würde die Viehzucht ungleich besser in Wettbewerb treten können. Neuerdings hofft man durch ben Aufbau eigener Jnbustrien den Markt für landwirtschaftliche Erzeug nisse zu vergrößern. Dann würde die Wirtschaft wohl gesunden können, und ebenso würde die Eisenbahn wirtschaftlicher zu arbeiten in der Lage sein. Wenn man nun au» politischen Gründen deutsche Landwitte ins Land ziehen möchte, so müssen wir sagen: lieber- lege sich jeder, der etwa nach der Südafrikanischen Union auSwandern möchte, daß viele Jahre vergehen müssen, bevor er Aussicht hat, sein Leben so zu gestalten, wie er eS verlangen muß als Deutscher. Vor allem müßte die Regierung hinsichtlich Massenansiedlung Deutscher hinsichtlich der deutschen Schule und ber Gleichberechtigung der deutschen Sprache ganz andere Zn geständnisse machen, als eS selbst seitens der Regierung Hertzog geschieht. ... Pensionäre teilen mit den Rentnern Schicksal von Menschen, die auS dem Kreis des Erwerbslebens ausgeschiedeii sind und in dem wirbeln- den Strom der Ereignisse in ihrer stillen Zurück- gezogenheit immer in Gefahr geraten, vergelten zu werden, obwohl die Volksgemeinschaft der noch Arbeitsfähigen gerade diesen Veteranen der Arbeit gegenüber besondere Verpflichtungen hat. Erfreulicherweise sind aber in ben Fragen der Pensionäre unb Beamtenwitwen in den letzten Monaten Fortschritte zu verzeichnen. Zwar haben auch sie unter den AuswettungSgesetzen dadurch zu leiden, daß ihr erfpattes kleines Kapital, dessen Zinsen einen erwünschten Zuschuß zu der oft unzureichenden Pension darstellen sollten, einengnur ganz geringen ober gar keinen Zinsenertrag ab wirft; andererseits sind aber durch das Gesetz über die Veränderung der Personal-Abbauverordnung gerade für Pensionäre und Beamtenwitwen wesentliche Besserungen erreicht worden, die vom Reichsver- band der Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen schon seit Jahren immer erneut und bisher immer erfolglos erstrebt waren. Einmal sind die Bestimmungen über daS Ruhen bzw. der Kürzung der Pension bei Bezug von Privateinkommen ober Arbeitseinkommen gefallen. Diese PensionS« kürzung, bie vom Reichstag seinerzeit ausdrücklich abgelehnt, dann aber auf Grund de» Ermächtigungsgesetzes von der Regierung in die Personal-Abbau- verordnung einbezogen war, bedeutete einen schweren Eingriff in ein wohl erworbenes Recht des Pensio- närs, da die Anwaltschaft auf ein ungekürztes Ruhegehalt einen Teil deS Entgelts für seine Tätigkeit bildete und das Gehalt des aktiven Beamten um dieses Pensionsanspruchs willen entsprechend niedriger war. Durch weite Kreise der Pensionäre wird mit bem Fallen dieser Bestimmungen ein Aufatmen gehen, Weil nunmehr keiner mehr daran gehindert wird, sich unter Ausnutzung der verbliebenen Arbeitskräfte eine Nebenbeschäftigung zu suchen, deren Erttag nunmehr restlos ihm selbst und nicht dem Staate Deutsche Führermission. # Don Dr. Siegfried Brose. Nachfolgenden Attikel geben wir als inter« * effanten Beitrag zur Diskussion unserer • " außenpolitischen Orientierung, ohne uns mit r feinem Inhalt zu identifizieren. D. Red. Es ist immer noch eine politische Professorenfrage, ob Deutschland sich nach W e st e n 0 der Osten orientieren solle. Verbreitert hat sich allerdings die richtige Erkenntnis, die auch Außen Minister Stresemann in seiner letzten Paktrede vor Dem Reichstag aussprach, daß die Zett zu einer folchen Wahl nicht schon gekommen, daß Deutsch- land noch nicht vollauf Herr seiner Entsendungen tfL Aus diesem Grunde hinkt auch die Parallele Mit der Zeil vor einem Menschenalter, als das Deutsche Reich den Anschluß an England oder Rußland verpaßte. Gleichwohl liegt den „Drienticrungs ermagungen ein triftiger Gedanke zugrunde. Je mehr Deutsch. lanb danach strebt, für die Vertretung einer De- lange Raum zu gewinnen, desto unfruchtbarer oder unballbarer muß der reine Einsamkettsstandpunkt »erben Tritt es in Ermangelung einer bestimmten Richtschnur in ben Völkerbund em, so werden bic deutschen Vertreter, ohne Anhang und mit ber Gegnerschaft gewißer Mächte von vornherein rechnen müssend, es doppelt schwer haben, Mehrheiten sich zu verschaffen. Run steht gewiß aus dem Ententelager England den deutschen yestlandansprüchen an sich wohlwollend gegenüber, aber abgesehen davon, daß es bie deutschen St 0 Ionia l f 0 r b e r u n g e n minder gönnerhaft befrachtet, und seinerseits durch koloniale Interessen- Gemeinschaft mit Frankreich n g verknüpft bleibt — bei einer Anlehnung an England würde in der derzeitigen Machllage das Deutsche Reich viel fester in das angelsächsische Schlepptau geraten, als es einst seine Staatsmänner befürchteten. Wir mühten uns bann für Interessen bes britischen Weltreiches exponieren, bie nicht bie unseren sind, Rußlanb aber, bas ohnehin kopfscheu geworben. vollenbs aufbringen. Deutschland hat Freundschaft vor allem da zu suchen, wo es Führer fein unb einen Hochstgrad moralischer Unterstützung für seine Belange burch ein Minbestmaß von Blohgade in fremben 3n er- essenreibungen erreichen kann. Ihre wilttarische Schwäche gegen bie Großen macht sie empfänglich für bie Verfechtung eines Rechtsfriedens, per auf ehrliche Achtung aller berechtigten Ansprüche sich gründen muß. Gewisse Vorurteile der Neutralen vor und in bem Krieg sinb ja hinfällig geworben, feitbem ein „entmilitarisiertes' Deutschland von einer Welt in Waffen eingeengt bleibt. Natürlich dürfen sie nicht bas Gefühl einseitiger Ausnützung Haden. . Man roenbe nicht ein, baß bie Kleinen auch am Verhandlungstisch nicht gegen die Großen aus- kommen könnten ober es überhaupt nicht riskieren würden, sich ihre Ungnade zuzuziehen. Alles haben sie sich schon im Weltkriege nicht gefallen lassen. Es fehlt ihnen nur eine feste Größe, um bie sie sich kristallisieren möchten. Anbererseits haben sich burch griebensDcrträge unb Genfer Organisation in der europäischen Schichtung bedeutsame Wandlungen vollzogen. Der Areopag der Großmächte hat durch Rußlands Ausschluß unb Deutschlands Mißhanblung sich sehr verschmälert; durch die Neuschöpfungen wuchs demgegenüber die Zahl ber kleineren unb mittleren Staaten erheblich an. Das Europa von heute verhält sich zu bem von vorgestern wie Deutsch, land vor 1866 zu bem späteren. In ber Volker- bunbsDerfammlung ist überbies anders wie seiner- zeit im Deutschen Bundestag bie Stimmen- glei chheit durchgeführt. Gewisse ,,0 r a ktio- nen" haben sich freilich auch dort schon gebildet: die französische mit den östlichen Trabanten, die großbritische. Dazwischen mußte eine deutsche treten, die außer Oesterreich die Nord- unb Nordoststaaten, bie bulgarische und ungarische Stimme von Fall zu Fall in sich begreifen konnte. Auch Italien würde wohl leicht dahin neigen. Eine solche Position müßte auf ben Völkerbundsrat zu- rückwirken. Denn die wechselnden Ratsmitglieder werden ja von ber Bundesversammlung gewählt. Daß auch außerhalb des Genfer Bodens eine solche Einstellung Deutschlands, die späterem bestimmten Verhältnis zu den anderen Großmächten nicht vorgreift, Auswirkungen übte, versteht sich. Besonders gilt dies für Amerika. Allgemein ge- Wonnen Gewicht und Ansehen Deutschlands m ber Dölkerwelt, ohne ber Abgunst die Handhabe zu bieten, über hinterhältige deutsche Manöver zu schmälen. Jede Anschuldigung träfe die befreundeten kleineren Staaten mit, bie man nicht vollenbs ins deutsche Lager würbe treiben mögen. Wirtschaft- lieh ersprießliche Folgen wären gleichfalls zu erhoffen. Eine Auffassung wie bie von Bismarck zum zugute kommt. Eine weitere Besserung bedeuten bie Besinn- mungen über die „nachgeheirateten Frauen", nach welchen der Witwe und den Kindern eines Pensionärs aus einer Ehe, die erst nach der Versetzung in den Ruhestand geschlossen ist, Witwen- und Waisengeld in den Grenzen der gesetzlichen Hinterbliebenenversorgung gewährt werden kann. Damit hött endlich ein altes Unrecht auf, baS manchen Ruhestanbsbeamten, bet nach seiner Pensionierung noch eine Ehe eingegangen war, mit Sorge um bie Zukunft seiner Frau erfüllt hat. Erfreulich ist bie Tatsache, baß bie Gewährung bieser Witwen- unb Waisenrente nicht an ben Nachweis irgenbeiner Bebürftigkeit gebunben ist. Zu erstreben Bleibt bie Umwandlung der „Kann"- in eine „Mußvorschrift". Auch die Möglichkeit der Bewilligung einer Witwen-Beihilfe an bie ohne ihre Schuld geschiedene frühere Ehefrau eines verstorbenen Nuhegehaltsempsängers wird in den beteiligten Kreisen dankbar begrüßt werden. Für die Beamten- Witwen bedeutet eine weitere Möglichkeit, daß das Witwengeld im Falle der Wiederverheiratung nur ruht unb roicber aufleben kann, wenn ber zweite Ehemann innerhalb von 10 Jahren stirbt, eine wesentliche Sicherung und Beruhigung, die mancher Beamtenwttwe ben Entschluß, eine neue Ehe, etwa mit einem Angehörigen freier Berufe, einzugehen, erleichtern wirb. Auch hier erscheint statt ber „Kann"- bie „Muß"vorschrift notwendig. Wenn auch die gesamten Verbesserungen an- zuerkennen sind, bleibt doch noch genug zu wünschen. Einmal ist die Frage der Aufrücke st eilen der Pensionäre, die seit Jahren die beteiligten Kreise in Unruhe versetzt unb für die Geschädigten m bem Zurückbleiben um 1 bis 2 Gehaltsklassen hinter bem tatsächlichen Anspruch ein schweres Unrecht darstellt, Zur Lage der Zarmwirtschast in Südafrika. Von HanS Berthold. Als der ehemalige Gouverneur von Deutsch-Süd- westafrika, Herr von Schuckniann, einmal tm Gouvernementsrate über die Wirtschaftsziele der Farmwittschaft sprach, sagte er: „Meine Herren! ©treben Sie schon jetzt durch Zuchtverbesserung und, wo es möglich ist, durch Gewährung von Zufutter in der winterlichen Trockenzeit auf schnellere Schlacht- reife Ihrer Tiere und bessere Fleischqualität. Nur auf Massenproduktion sich einzustellen kann zu Krisen führen, die schwer zu überwinden sein iverden!" Aehnlich wie d-'ser Landwirt drückte sich lange vorher einmal der Soldat Leutwein aus, als er eine Farmer- abordnung empfing: „Riesensarmen nützen weder Ihnen, noch dem Lande. Mit Betrieben, die Sie übersehen können, kommen Sie selbst und daS Land letzten Endes weiter!" In Südafrika hat man anders gehandelt. Und nun erkennt man zu spät die wirtschaftlichen Folgen einer planlosen Siedlung, der eine noch planlosere, nur auf „Show", auf „Schein" eingestellte Eisenbahnbaupolitik folgte, bie in keinem Verhältnis zu der Entwicklung ber Wirtschaft steht. Gewiß haben einzelne Zweige ber Lanbwirtjchaft in Sübafrila Fortschritte gemacht. Aber unter Aufbietung gewaltiger Mittel, bie, well Praktiker nicht zu Wotte tarnen, ober wenigstens nicht Praktiker mit Rückgrat, in keinem Verhältnisse zum Erfolge stehen. Die Sübasrikanische Union hat einen Bestaub von ungefähr zehn Millionen Rinbern. Davon werben 10 v. H. alljährlich geschlachtet. Die Hälfte etwa wirb im Lanbe selbst abgesetzt, ber Rest wird zu genügen Preisen ausgeführt. Aber bie Qualität ist so minderwertig, daß eher mit einer Verminderung, als einer Vermehrung ber Fleischausfuhr gerechnet werben muß. Rechnet man in Argentinien auf 1 Rmb 1 ha Weibe im Jahre, so muß man in Sübafrtta 8—20 ha auf ein Rinb rechnen. Besorgen 2 Mann 1000 Rinber in Argentinien, so sinb bazu in Süb- afrika 6-14 Eingeborene als Hirten nötig. Unb obwohl Argentinien keine Kohlen besitzt, arbeiten bie argentinischen Eisenbahnen ganz bebeutenb billiger als die südafrikanischen. Wie kann da Südaftika in Wettbewerb treten mit einem Lande, das drei Fünftel des Deltbedarses an Fleisch deckt? In bezug auf Schweinezucht unb Geflügel hat Südafrika allerdings erreicht, daß eS aus einem einführenden zu einem ausführenden Lande wurde. Nock vor zwanzig Jahren schrieb ein ehemaliger deutscher Offizier, der in Amerika sich mit Geflügelzucht im Großen beschäftigt batte (ein Invalide von 1870), Südafrika könne leinen Bedarf an Eiern selbst decken. In der letzten Nummer des amtlichen „Journal of the Department of Agriculture" wird nun berichtet, daß die Eierausfuhr von 1927 Kisten im Jahre 1914 auf 76281 Kisten im Jahre 1024 gestiegen sei, float aber über die geringen Erlöse, infolge unerhört hoher Eisenbahn- unb SchissStarise, bie zu Rückschlägen führen müßten, wenn keine „Unb das Opfer ist nicht umsonst gewesen?" — „Gottseidank nein. Wie ich Ihnen schon sagte, er ist sehr gesucht und wird dementsvrechend bezahlt, unb---Kennen Sie ben Schriftsteller- Ernst Lacher?" — „Aber natürlich, Sie meinen boch ben, ber die köstlichen Satiren auf unsere neuen Reichen, die politischen Emporkömmlinge, diese ganze herauf- gestiegene Gesellschaft schreibt'-' Aber warum fragen Sie? Sollte er etwa---?" — „Jawohl, es ist unser Freund Adolf Müller oder Herr von M., wie Sie wollen. — Schauen Sie, wie er eben mit undurchdringlicher Miene im Herrenzimmer Zigarren anbietet! Ich bin sicher, er hött jedes Wott, daS der Ministerialrat N. mit dem großmächtigen Bankdirektor B. spricht — und übermorgen können Sie eine geistreiche Plauderei von ihm in irgendeiner großen Berliner Zeitung lesen." — „Welch ein Mensch! — Können seine Kinder ihm je vergelten, was er für sie tut?" — „Sie hängen mit abgöttischer Liebe an ihm und arbeiten nun auch ihrerseits über die Kraft, um sobald wie möglich das Ziel zu erreichen, d. b. eine Stellung zu erringen, die ihrem Vater erlaubt, sein Sklavenleben, wie sie eS nennen, aufzuyeben. Bald ist es so weit. Ter älteste Sohn steht dicht vor dem Assessorexamen, der zweite tritt in diesen Tagen eine Stelle als Konzertmeister in einem unserer großen Orchester an. Tie Tochter, die bisher nur im Haushalt tätig war, da sie ihrer kranken Mutter wegen keinen Beruf ergreifen konnte, ist ebenfalls versorgt. Ich denke, daß auch sie einer freundlichen, sorgenlosen Zukunft entgegengebt." - „Sie wissen ja sehr genau Bescheid, lieber Freund. Woher haben Sie eigentlich diese Kenntnis?" Mit strahlendem Lächeln antwortete mir mein Gefährte: „Ter .Lohndiener Adolf Müller' ist mein hochverehrter Schwiegervater; seit gestern ist seine Tochter meine inniggeliebte Braut." n Sie ihn zum Studium der beiden nehmen? DaS Vernünftigste Wäre, bie Jungen gäben biese Wünsche auf unb lernten irgenb etwas, woburch sie so schnell wie möglich zu Lohn unb Brot kämen. Aber bas bringt der Vater ebensowenig übers Herz, wie seiner Tochter eine Stellung als Haustochter bei Fremden zu verschaffen. Tas edle Blut in ihm bäumt sich dagegen auf. Wenn er schon verzichtet--seine Kinder sollen den stolzen Namen wieder zu Ehren eine solche kann sich mir allmählich auswirken, muß sich aber auswirken, je mehr die Preissenkung durch Die vorerwähnten Umstände gefördert wird. Auf keinen Fall darf der nicht sofortige Eintritt der Preissenkung ein Grund zu Lohnerhöhungen sein, denn es ist ein schwerer Irrtum zu glauben, daß hohe Lebensmittelpreise durch Lohnerhöhungen ausgeglichen werden können. Solange die Wirtschaft nichts verdient, solange die Produktion nicht geftei- gert und auf diese Weise verbilligt wird, solange haben Lohnerhöhungen nur selbst wieder preisstei- gernde Wirkungen. Ein ebenso großer Irrtum ist es anzunehmen, daß die wirtschaftlichen Verbände (Handelskammern, industrielle und kaufmännische Verbände) Preissenkungen aus eigener Macht her- beiführen können, solche können sich nur aus der Marktlage ergeben, die ein Produkt aus Angebot und Nachfrage ist. Der Staat und mit ihm alle Bürger sollten sich sagen, daß nicht durch Gesetze, Verordnungen, Reden und Beschlüsse der Wirtschaft aufgeholsen werden kann, sondern nur dadurch, daß man ihr und Gemeinden wie der Bevölkerung über- Haupt der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft anpassen muffen." Die Tagung des (öustav-Adolf-Verems. volkstümliche Versammlungen. Ju der Ltadtkrrche. k. Die am Dienstagabend in der S t a d t k i r ch e stattgefundene Versammlung war außerordentlich stark besucht. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch ein Lied der Gemeinde: „Lobet den Herrn". Oberkirchenrat Herrmann-München, Mitglied des Zenttalvorstandes des Gustav-Adolf-Ver- eins, der die Versammlung leitete, führte in einer kurzen Begrüßung etwa folgendes aus: Der Guftav-Adolf-Verein hat viele Freunde und Verehrer in Gießen, von den Männern der hohen Wissenschaft bis zum einfachen Mann. Das Verständnis für den Guftav-Adolf-Verein und die Hingebung für die Gustav-Adolf-Sache hat feit der letzten Tagung in Gießen nicht nachgelassen. Es ist in diesen Tagen viel gesprochen worden von der Bedeutung des Gustav-Adols-Vereins, aber das Wichtigste ist, daß er der Bruderhelfer vieler Gemeinden ist. Es handelt sich jetzt besonders um die Erhaltung der im Ausland befindlichen evangelischen Gemeinden, die durch den Krieg und seine Folgen schwer zu leiden haben. Wir hören heute von verschiedenen Rednern von der Not unserer evangelischen Brüder im Ausland. Was hier geboten wird, soll uns das Herz öffnen und uns veranlassen, unseren evangelischen Brüdern da draußen zu helfen. Hierauf sprach der erste Redner Senior D. Stöckl - Wien. Er berichtete über etliche Aufgaben aus Oesterreich, insbesondere über Kärnten, das von vielen evangelischen Brüdern bewohnt ist. Er schildert die Schwierigkeiten, unter denen Kirchen und soziale Anstalten geschaffen wurden, die heute vor dem Zusammenbruch stehen, weil Geld an allen Ecken fehlt. Zum Schlüsse legte der Redner Verwahrung dagegen ein, daß man ihn als Sprecher einer außerdeutschen Diaspora bezeichnet. Er beendete seine Ausführungen mit den Worten: „Wir gehören zu euch, habt uns lieb und helft uns". Der nächste Redner, Pfarrer Z i e r m a n n - Oebenburg (Ungarn) gab feiner Freude Ausdruck, daß es ihm nach langer Zeit wieder vergönnt ist mit vielen evangelischen Glaubensgenossssen zusammen zu weilen. Die Feinde möchten das Rumpfungarn gerne ganx aufteilen. So sei es auch mit der kleinen evangelischen Kirchengemeinde in seinem Wirkungskreis. Schwere Kämpfe müßten gegen innere Feinde, insbesondere Sekten, geführt werden. Ein wirksames Mittel hiergegen fei Die Schaffung von Kirchen, die Anstellung von Pfarrern, die Erbauung von Schulen und die Verteilung geeigneter Schriften. Der dritte Redner Probst Ti11elbach - Litauen schilderte die Not unserer deutschen evangelischen Brüder in diesem Land, die durch den russischen Staatsbankerott und später durch den finanziellen Zusammenbruch Deutschlands alles verloren haben. Auch der Mangel an geistlichen ^Arbeitskräften macht sich dort außerordentlich bemerkbar. Die Arbeit ist aber auch dadurch außer- STrbentlid) schwer, daß Einrichtungen der Inneren Mission völlig fehlen. Trotz dieser Not will der '»Redner entgegen dem ihm erteilten Auftrag nicht um Gaben zu bitten, weil er bei den Verhandlungen hier in Gießen hat erfahren müssen, daß die Verhältnisse in anderen Ländern nod) viel trostloser sindals in Litauen. Er versprach, bei seiner Synode dahin wirken zu wollen, daß von dieser den andern noch schwerer bedrückten Glaubensgenossen geholfen wird. Der nächste Redner, ein Pfarrer aus Galizien, schilderte die furchtbare Not der dortigen evangelischen Glaubensgenoffen und die dort geleistete soziale Arbeit. Er berichtet von dem Wachs- tum der dortigen Anstalten, die wegen Mangels an Der gefesselte Strom. Roman von Hermann Stegemann. 18 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Mit einem Schlag erkannte er, daß Ruth an feiner Seite einen langen schweren Kampf ausgefochten hatte, und er erinnerte sich an Hanns Ingold, den Knaben, an die Zeit, da zwei blutjunge Menschen im erwachenden Lebensdrang sich lieb gewonnen hatten und hatten lieb Awinnen müssen, denn es gab ja keinen anderen Zungen in Rheinau, wie Ruth einmal in ihrer impulsiven Wahrhaftigkeit gesagt hatte. Dieser Traum war schon vor sieben Zähren ausgeträumt worden. Und heute kam Hanns Zngold nach seiner großen Riederlage, um für immer Abschied zu nehmen. Engechardt wollte es ihnen leicht machen. Er räusperte sich. „Also ich wünsche Zhnen alles Gute, Herr Zngenieur. Sie brauchen die weite Welt und ein Feld für Zhre Taten. Die Heimat ist zu eng für Sie. Geben Sie mir noch einmal die Hand. Behalten Sie die Heimat trotz allem lieb! Leben Sie wohl! Ruth wird Sie bis ans Tor begleiten." Und bevor Hanns antworten und Ruth Einspruch erheben konnte, ging er hastig ins Haus. Wieder fiel Schweigen ein. Rur das Rauschen des Rheins... Dann schritt Ruth langsam in den Garten hinein, und Hanns Zngold ging stumm neben ihr her. Die schwarzen Bäume wichen beiseite, die Büsche duckten sich, unendlich dehnten sich die duftenden Wege ins Weite. Keins sprach. Und zweimal kamen sie am Tor Dopüber, schlugen einen Seitenweg ein und gingen tiefer in den Garten. Ruth konnte nicht sprechen. Sie hatte in den letzten Sagen zu viel ausgekämpft. Als ob sie hinter einem Sarge gingen, so war ihr, als ob sie nun ihre Jugend, ihren Anteil am Glück, ihre große Lebenserwartung begraben müßte. Er ging neben ihr, aber es war nicht meh/ Hanns Zngold. Sie hatte ihn geliebt, war von ihm geliebt worden und hatte dann die Hoff« nungen wieder verkümmern sehen, die vor sieben Mitteln vor dem Zusammenbruch stehen, erläuterte die dortigen Schulnöte und gibt ein kurzes Bild über das kirchliche Leben, insbesondere in seiner Eigenen Gemeinde. Er schließt mit den Worten: „Wir wollen nicht nur eure Gaben, sondern auch euch und eure Liebe, mir bleiben deutsch und evangelisch, Treue um Treue." Nach einem Gesangsvortrag des Kirchenchors sprach Dekan Reichardt-Siebenbürgen. Er führte unter anderem folgendes aus: Oft ist uns Erreichtes vernichtet morden. Ich mill versuchen zu berichten, mas solches Leid bei uns in Siebenbürgen gemirft hat, mozu uns die größte Not getrieben. Dor allem haben mir jetzt nur eine einzige Partei, deren Programm Erhaltung deutschen Volkstums und evangelischen Glaubens ist. Volk und Kirche ist unser Heiligtum. Man hat unseren Lebenszmeck eingeengt, uns Land enteignet, mir arbeiten aber jetzt desto intensiver und machen dadurch wirtschaftlich Fortschritte. Im Winter beschäftigen mir uns mit Bildungsbestrebungen, um unser Volk zu befähigen, innerlich Durchzuhalten. Unsere Jugend wird für Handel, Handwerk und Technik erzogen, mo Ausdehnung möglich, denn der Eintritt in die geistigen Berufe wird uns außerordentlich erschmerl. Wenn Siebenbürger Studenten in Deutschland ihr Wissen ermeitern wollen, kommt ihnen meitgehend entgegen, denn mir brauchen diese geistigen Führer für unser Volk. Aber noch eines hat die Not bemirkt, insofern als das religiöse Leben und die Opferfreudigkeit bei uns im Wachsen begriffen sind. Der nächste Redner, Pfarrer P o t r i - B u k a- r e ft, schildert die deutsch-evangelische Bemegung in Alt-Rumänien. Die Deutschen mahnen außerordentlich zerstreut, mechseln ihren Wohnsitz sehr oft, wodurch die kirchliche Arbeit außerordentlich erschwert wird. Der Redner warnt dringend vor dem Zuzug nach Rumänien, wo besonders viele junge Mädchen, in der Hoffnung, eine geeignete Existenz zu finden, einreifen, bald aber in schwere Not geraten. Er berichtet dann eingehend über das Leben dort eingewanderter, sdeutscher Bauern, die am Schwarzen Meer entlang wohnen, bis heute noch sehr kirchlich gesinnt und trotz aller Schwierigkeiten ihr Deutschtum hochhalten. Einen ergreifenden Bericht erstattete . Pfarrvermalter Sommer-Schutzberg (Iugoslamien). Er erzählte von einer dortigen evang. Kolonie, in der er arbeitet. Ein Dorf, im Urmalb errichtet, mürbe miederholt von Naturereignissen (Ueberschmemmun- gen usw.) heimgesucht, so daß die Demohner auch jetzt mieder vor der Frage stehen, ob sie aufbauen ober ausmanbern sollen. In jahrelanger, mühevoller Arbeit mürben segensreiche Einrichtungen (Gemeinbehaus, Kindergarten, Fortbildungsschule und Schmesternstation) geschaffen, die jetzt mit einem Schlage vernichtet mürben. Was ber Reb- ner hier in kurzen Worten erzählte, mar das Erschütterndste, was an diesem Abend zu Gehör gebracht wurde. Als letzter Redner sprach D. Koch-Wien über unsere deutsch-evangelischen Brüder in Rußland, deren Zahl über eine Million beträgt. Früher waren ungefähr 300 Pastoren dort an der Arbeit, jetzt sind es kaum achtzig. Früher war Rußland reich, jetzt ist es ein Trümmerhaufen. Redner schilderte die politische Not in Rußland. Wer nicht Kommunist ist, hat kein Recht, feine Kinder dürfen keine Bildungsanstalten benutzen. Ueberatt Not und Elend. Die Hungersnot hat eine halbe Million evangelischer Brüder zum Wandern gezwungen, viele sind unterwegs umgekommen. Wer sich nach kirchlichem Leben sehnt, wird als Staatsverbrecher angesehen. Die Religion wird von den Kommunisten in ber gemeinsten Weise verspottet. Wer Evangelium Haden will, melbet sich zum seelischen unb körperlichen Galgen. Nach einem weiteren Gesangsvortrag bes Kir- chenchors sprach Oberkirchenrat Herrmann- Jahren ihr Leben blühend und reich gemacht hatten, ilnb als er wiedergekommen war, da waren sie fremd, neu geworden in ihren Oe-1 danken und Empfindungen voreinander hingetreten und hatten die Gegenwart nicht mehr an1 die Vergangenheit knüpfen können ... da war er ein Mann mit tausend Gedanken und Plänen, die nicht mehr um sie kreisten, und sie, sie war zu eigenem Leben gekommen und nicht mehr das hinschmelzende, tagträumende Geschöpf ... „Ruth, ich muh gehen. Ich danke Ihnen für diese Stunde. Es ist wieder klar zwischen uns. Ich habe Sie sehr lieb gehabt, Ruth." Langsam, mit verhaltener Stimme hatte er gesprochen, während sie still nebeneinander herschritten. Ruth antwortete nicht. Ihre Lippen versagten den Dienst. Und eine Weile war nur der gleichmäßige Schritt zu hören, in dem sie weitergingen, als wäre noch fein Wort von Abschiednehmen gesprochen worden. „Ruth, Sie wissen, daß ich hier überall auf Widerstand und Unverständnis gestoßen bin. Ich soll ein Frevler an der Ratur sein, sagt Ihr Bater, und ich ginge darauf aus, Rheinau zu verderben, sagen andere. Mein Bater hat mir die Vaterschaft gekündigt und will den Sohn nicht mehr kennen. Run ja, ihm habe ich ja nichts zu verzeihen. Er steht auf seinem Platz und verficht sein Recht, er kann mich in den Laufs-w stoßen und sagen: „Trink den Rhein, Fischersohn, eh' du mir die Wasserweide zuschanden machst," und ich müßte ihm im Untergehen noch recht geben. Aber ich hab' auch ein Recht an mein Leben und an meine Zukunft. Und meine Zukunft hängt jetzt mit allen Angeln an diesem Weck, das mir fertig aus dem Kopf gesprungen ist und nur noch in Stein und Eisen wachsen will. Riedergeschrien haben sie mich, zu Boden geschlagen hätten sie mich, wenn nicht der Bub wie eine Flamme dazwischen gefahren wäre. Ausgelacht, von ihrem dummen, blöden Witz verlacht, bin ich heute durch die Gassen Gegangen. Spießruten gelaufen, Ruth! Weil ich meine besten Gedanken, vielleicht den besten, den einen großen, den ein Mensch hat in seinem Leben, über sie ausgeschüttet Habel Und außer dem Buben, außer dem Bruder, den ich zu München noch ein kurzes Schlußwort, worauf mit dem gemeinsamen Lieb: „Ach bleib mit deiner Gnade" die schön verlaufene Versammlung ihren Abschluß fand. In der Johanneskirche. Wegen Ueberfüllung ber Stabkirche fand eine Paralleloersammlung in ber Johanneskirche statt, die von Generalsuperintenbent D. Gennrich - Königsberg geleitet würbe. Verschiedene Vertreter bes Deutschtums im Ausland kamen zum Wort, nacheinander sprachen Vespermann aus Graz, Senior Dr. Scholtz aus Agendorf (Ungarn), Pfarrer Cu chaNa aus Hermcmnstadt (Siebenbürgen), Pfarrer Oehlert aus Canjaluka (Bosnien), Pfarrer May aus Cilli. (Jugoslawien), Superintendent G r ä m e r aus Ermland und ein Rebn"r aus Polen. Mit Orgelspiel unb Gesang wurde ber Vortragsabend eingeleitet unb geschlossen. Die zweite öffentliche Hauptversammlung. * Gießen, 23. Sept. 1925. Mit ber heutigen zweiten öffentlichen Hauptversammlung unter der Leitung des Vorsitzenden, Geh. Kirchenrats D. Rendtorff-Leipzig fand die denkwürdige Tagung des Gustav-Adolf- Vereins einen erhebenden Abschluß. Die Reue Aula der Universität als Versammlungsort war wiederum bis auf den letzten Platz beseht. Zunächst hörte man von dem Schatzmeister den Bericht über die Zentralkassenrechnung. Danach belief sich das Vermögen am 31. Dezember 1924 auf 624 123,38 Mk. Für die allmähliche Wiederauffüllung des Vereinsvermö- gens ist gesorgt. Die Einnahmen des Vereins, die der Berichterstatter im Vergleich zum Jahre 1913, dem letzten normalen Wirtschaftsjahr vor dem Kriege, unb zum Jahre 1924 zum Vortrag brachte,, weisen eine erfreuliche aufwärtsstrebende Richtung auf. Mit besonder er Freude hob der Berichterstatter hervor, daß dem Verein von einem Freund, der seinen Rarnen nicht genannt haben möchte, 600 000 Mark gestiftet worden seien. (Lebhafter Beifall der Versammlung). Gestützt auf diese schöne Gabe habe der Verein im lausenden Jahre bereits annähernd eine Million Goldmark verteilt. Der Weiterentwicklung der Vereinsfinanzen könne man mit Vertrauen entgegensehen. — Mit herzlichem Dank für die vortreffliche Kassenführung wurde dem Schatzmeister Entlastung erteilt. Anschließend sprach Pfarrer D. Dr. Schubert- Rom über die Deutsche evangelische Kirche in Italien Sein feinsinniger, von tiefster Liebe zu seiner Heinen Gemeinde in Rom zeugender Vortrag zeigte deren geschichtliche Entwicklung und warb darum, der kleinen Gemeinde immer warmherzige Liebe zu schenken und bei Besuchen im Rom teilzunehmen an ihrem vortrefflichen Glaubensleben. Der Vortrag fand bei der Versammlung besten Widerhall. In feierlicher, außerordentlich eindrucksvoller Weise ging nun die Aeberreichung der Festgaben vor sich. Die Reihe ber Gäoenbringer eröffneten die Geschwister Waltraut unb Gisela von Eisenhart-Rothe, sowie Doris unb Lenore Krenzien, das fieinfte der Mädchen war allerliebst in hessische Tracht gekleidet, mit der hier gesammelten Gießener Ä i n b ergab e, die sich auf 3363,50 Mcvrk belief. Die Ueberreichung ber Gabe begleitete eines ber Mädchen mit dem Vortrag des nachstehenden, von Pfarrer Bechtolsheimer - Gießen verfaßten Gedichts: In Hessens altberühmten Gauen Ist Gottes Segen recht zu sehn. Am Rheinstrom hoch die Berge blauen, Die Halme auf dem Kornfeld stehn. Am Reckar rauschen dunlle Wipfel, Am Mainstrom hämmert die Fabrik, Und von des Oberwaldes Gipfel Dringt weit hinaus des Wandrers Blick. Wohin man schaut, ein frohes Regen Vom Frührot bis zur dunklen Rächt, Doch bei der Arbeit allerwegen Des treuen Gottes wird gedacht, Roch lebt der Väter fromme Sitte, Roch betet man in Haus unb Feld, Roch steht in unsres Volkes Mitte Der, der uns alle trägt und hält. Allüberall die Glocken Hingen, Allüberall braust Orgelton, Und frommer Menschen Stimmen fingen Und preisen Gott auf seinem Thron. Wir Kinder fingen fromme Lieder Am Sonntag in dem Haus des Herrn Und knien betend vor ihm nieder Und loben ihn von Herzen gern. Wir denken aber auch in Treue Der Glaubensbrüder fern unb nah, Und heute steht vor uns aufs neue Die Rot in der Diaspora. Drum haben wir aus frommem Triebe Im Sammeln fleißig uns geregt, Don Haus zu Haus und voller Liebe Scherflein auf Scherflein froh gelegt. Rehmt, liebe Herrn, was wir hier bringen. Gott segne das, was wir getan, Er lasse euer Werk gelingen! In seiner Hut hinauf, hinan! Hieraus wurden noch die folgenden Gaben in die Hand des Vorsitzenden des Zentralvorstandes gelegt: Dom Hessischen Gustav-Adolf-Frauenverein 4115 Mk., vorn Hessischen Hauptvevein ber Gustav-Adolf-Sttftung 32 000 Mk.. vorn Verband Evang. Frauenvereine Hessens 1491,45 Mk., von den deutschen Gustav-Adolf-Frauenvereinen 7364 Mk., die dem Katharinenstift in Wittenberg zufließen sollen, als Bremer Kindergabe 30 000 Mark, ke für den Kirchenbau in Hochstetten (Pfalz) bestimmt sind, außerdem noch eine Altar- bibel und mancherlcä anderes Kirchengerät. Mit den herzlichsten Grüßen ber Evangelischen ber Schweiz überbrachte Pfarrer Schmidt aus Solothurn (Schweiz) zugleich mit einem warmherzigen Bekenntnis zum deutschen Volke eine Gabe von 500 Schweizer Franken von dem Schweizerischen Gustav-Adols-Hilfsverein, die zum Besten evangelischer Pfarrerkinder in Rußland Verwendung finden follen. Ferner erfiärte sich das Dekanat Groß-Gerau bereit, die Kosten für die Erziehung eines evangelischen Pfarrerkindes aus Rußland zu übernehmen. Sämtliche Gaben wurden von dem Vorsitzenden mit herzlichsten Dankesworten an die Spender und die ileberbringer belohnt. Die große Liebesgabe des Gustav-Adolf- hauptvereins wurde wie folgt verteilt: Die evangelische Gemeinde in Hattersheim, Kreis Höchst a. M., erhält 28 738 Mk. zum Kirchenbau, für die Errichtung eines Pfarrhauses in Oderberg (Tschechoslowakei) und zur Gründung eines Einwandererpfarramtes in Rio de Janeiro (Brasilien) wurden insgesamt 23148 Mark zur Verfügung gestellt. Die nächstjährige Tagung soll nach einer Einladung von Pfarrer D. Niemöller- Elberfeld und nach einstimmigem Beschluß der Versammlung in Düsseldorf stattfinden. Für das Jahr 1927 bittet die Hauptstadt Steiermarks, Graz, den Guftav-Adolf-Verein zu Gast. — Der Abschluß der Tagung. Der Vorsitzende Geh. Kirchenrat Prof. D. Rendtorff - Leipzig, betonte in seiner Schlußrede, der Gustav-Abolf-Verein habe allen Grund, am Ende dieser Tagung tief dankbar zu sein. Alles, was dem Verein auf dieser Tagung beschert und geschenkt worden sei, habe ihn stärken können in der Ueberzeuqung, daß er auf dem rechten Wege fei. Dem Hexischen Hauptverein der Gustav-Adolf-Stiftung und Dem Zweigverein Gießen gebühre inniger Dank für die überaus sorgsame, umsichtiae und fürsorgliche Liebe, mit der er die Tagung vorbereitet, der Stabt Gießen, der Universität, Der Bürgerschaft Gießens für den herrlichen Schmuck der Häuser und die herzliche Gastfreundschaft gleichfalls tiefgefühlter Dank. In ganz besonderem Maße sei auch dem hessischen Kirchenvolk zu danken, was man bei dem herrlichen Festzug am Sonntag an Erhebendem erlebt Jjabe, sei ohne jeden Vergleich. Der Gustav- Abolf-Verein werde auf diese Tagung mit lebhafter Dankbarkeit zurückblicken. Möge der Segen dieser Tage auch zurückwirken auf die hessische Kirche, ihre Diaspora-Gemeinden, ihre Regierung und Verwob tung und ebenso zurückwirken auf alleGlieder dieser Tagung und des evangelischen Kirchenvolkes, daß sie mit neuer Kraft weiterschreiten auf den Wegen, die Gott gewiesen. Mit Gottes Segen, ohne den wir nichts sind, weiter vorwärts. Anschließend sprach Generalsuperintendent G e n n r i ch - Königsberg i. Pr. das Schlußgebet. Mit Gemeindegesang schloß die Tagung. seinem Vater zurückschicken mußte, hat keiner ein Wort des Vertrauens für mich gehabt! Was ich in sieben Jahren erschuftet habe und geworden bin, das haben sie niedergetrampelt. Ich meine nicht die paar Kröten, die ich draußen gefunden habe, ich meine den Respekt, heilige Scheu vor dem eigenen Hirn, wenn es plötzlich eine Idee gebiert, die zum Leben kommen will, und wenn man darüber zugrunde gehen müßte." Der Rhein sprang nicht stürmischer durch den Lauffen, als diese leidenschaftliche Anklage über Hanns Ingolds Lippen. Mit unterdrückter Stimme schrie er seinen Kampf, feine Rot, die Empörung seiner innersten Ratur in die ruhe« volle Rächt, die kein Ohr für ihn hatte. Zweimal setzte Ruth zu einer Antwort an, und zweimal versagte ihr der Ton. „Ja, ich bin's vielleicht noch nicht gewohnt, das mit mir allein auszumachen, ich brauch' noch jemand, vor dem ich das ausschütten kann! Ich weiß nicht, ob es männlich ist, aber ich tu’ß vvr niemand sonst als vor dirl" Es war wie ein Schluchzen in feiner Kehle, eiskalte Finger krampften sich um Ruths leblose Hand. Da blieb sie stehen, hob die Augen zu seinem Gesicht, von dem nur ein heller Schein zu sehen war in der umwölkten Rächt, und sagte voll trotzig verhaltener L ebe: „Hanns, ich hab' immer an dich gedacht, ich hab' am Brunnen gestanden, als sie dich niederschrien, und gebangt und gewartet, bis es zu Ende war. Hanns, warum gehst du fort?" „Ruth, du? Du hast um mich gesorgt! Ja, Ruth, dann bin ich ja nicht allein, dann hab' ich ja dich, und dich, dick hab' ich ja lieb. Anders als früher, bewußter, lebendiger!" Er wollte sie an sich ziehen, ein Glücksrausch war über ihn gekommen. : „Ruth," bat, befahl er noch einmal, und als sie seiner Umarmung widerstand, schmolz sein Begehren, wurde er sanft, löste sich die leidenschaftliche Spannung seines Wesens, die ihn seit Monaten gefesselt hielt, und langsam glitt er an ihr nieder, drückte das Gesicht in ihren Schoß und hielt ihre Knie umfaßt, von einem lautlosen Krampf durchbebt und geschüttelt. Regungslos stand Ruth Engelhardt, beide Hände in fein Haar gegraben, und verheimlichte das Zittern ihrer Knie und die glücklichen Tränen, die langsam über ihre Wangen zogen. Als er wieder aufstand, waren beide zur Ruhe gekommen. „Ich reise morgen, ich will draußen für meine Idee wirken. Ich geb’ sie nicht preis." Mit leisem Jubel in der Stimme rief sie: „Gibst sie nicht preis! Hanns, dann brauchst du mich. Dann geh', Hanns Ingold, und ich will auf dich warten und an dich glauben, wie ich immer an dich geglaubt habe!" Lind nun hob Ruth die Arme und legte sie freiwillig um seinen Racken, und ein leiser, glückatmender Seufzer befreite ihre Brust. Als sie sich küßten, ging jahrelange Sehnsucht zur Ruh'. Arm in Arm schritten sie langsam zum Tor. Vom Rhein her Hang der heisere Schrei eines Reihers, der schon vor Mitternacht dem Morgen rief. • Eine feine, safrangelbe Helle, die noch keinen Glanz hatte, hing im Osten. Resedengrüne und rosenfarbene Töne spielten darin, der Qauffen begann im ersten Morgenschein zu flimmern und schleuderte perlgraue Dünste ins keimende Licht. Die Rehschnur auf dem Rücken, ging Christian Ingold den schmalen Pfad, der sich zwischen den Schnellen und der Felswand durch die zerfurchten Klippen zog. Die Bleigewichte der Schnur schlugen an die überhängenden Felsen, wenn Ingold vor dem Wasser zur Seite weichen, mußte. Der Rhein lies voll, im steigenden Lich-t glänzte er wie Bernstein von den Regenfluten, die die Aare in sein Bett gewälzt hatte. Ingolds Kahn lag am Ausgang der Enge. Als er das Retz hineinwarf und die schweren Ruder in die Krampe schob, blitzte der erste sichere Tagesschein den Strom hinab. Wie ein feuer» flammendes Band rollte die glänzende Bahn zwischen den waldigen Ufern in die Ferne. Wildenten stießen mit vorgestreckten Hälsen und schnellschlagendcn Flügeln durch die Luft. Der Vater stand schon im Boot, als Hermann ihn einholte. (Fortsetzung folgt.) Datum: fannt. 23. Sept2r. 23 Ecptbr. Getreidebörse. Frankfurter : UttgSbk dem Amlr-r eine er- Der Fußball-Länderkampf Ungar n— Oe st erreich, der in Budapest ausgetragen wurde, endete unentschieden 1:1. 179 bis 180. Md MeNcnburger 151 bi» 156. Gerste, märk 206 bi» 213. Wintergerste 172 bi» 175. Hafer, mdrf 172 bi» 180. Mo Oktober 178i . bi» 178. Mo Dezember 188 bi» 187, Wai» lloko Berlin) 205 bi» 209. Rap» 350; c» kosteten 100 Kilo Weizenmehl 28,50 bi» 32,25, Roggen- mehl 23 bi» 25. Weiten kleie 11. Roggenklele 10. Diktvriaerbfen 26 bi» 31, Futtererbsen 21 bi» 24. • Das Amtsverkündigungsblatt Ur. 75 vom 22. September enthält Die Wahlen der Sradtverordneien, der Gc-meinderats-, der Kreis- und Provinzialtagsmitglieder. — Haupt- körungen im Jahre 1925. — Cchosräude in Rd.-Deslingen. — Feldbereinigung Stangenrod. Die Ober schlesische Landesmeisterschaf t des Oppelner Motorradclubs gewann M o s l e r - Beuthen, der einen Stundendurchschnitt von 103 Kilometer auf der 3,5 langen Rennstrecke bei Oppeln erzielte. Zu dem Ergebnis der Moskauer Auto- prüfungsfahrt ist nachzutragen, daß in der Lastwogenklasse bis 2i Tonnen Steyr und in der Lastwagenklasse bis 5 Tonnen Mercedes und K o m n i ck für beide teilnehmenden Wagen den ersten Preis erhielten. Der Münchener W ö l p e r t stellte im Leichtgewicht im beidarmig Drücken mit 97,5 Kg. einen neuen Weltrekord auf. gericht hatte sich der 32jährige Maurer Georg Philipp Wüst aus Steinau i. O wegen Meineids zu verantworten. Er hatte in einem Gerichtsverfahren vor dem Amtsgericht Reinheim beschworen, einen Brief nickt geschrieben zu haben. Gerichtechemiker Dr Popp- Frankfurt stellte aber fest, daß Wüst der Schreiber war. und dieser gestand dies dann auch ein. Dem Angeklagten wurden mildernde Umstände zugcbilligt. weil er sich bei wahrheitsgemäßer Aussage einer Strafverfolgung ausgesetzt hätte. Statt auf eine Zuchthausstrafe wurde auf Gefängnisstrafe von 6 Monaten Die Deutsche Meisterschaft im Mannschaftsringen gewann der A. S. D.-Kreuznach mit 24:13 P. gegen die Sportvereinigung Ost-Berlin. Bei einem Automobilrennen „Rund um das Mohrental" über 100 Kilometer fuhr Wege- Apolda auf N. A. (9. einen Stundendurchschnitt von 117,2 Kilometer. Gerichtsfaal. Darmstadt, 23 Sept Dor dem Schwur- W, Leutkche RrichSan leihe . 4*o Teuischc ReichSanleidc . 8* ,* leuifche ^telchSanlrihe Turnen, Sport und Spiel. Sporlspiege'l Der Schwede Lindstrom stellte bei einem Leichtathletik-Länderkampf, den Schweden mit 31. P. gegen Norwegen mit 27 P. und Dänemark mit 15 P. gewann, einen neuen Weltrekord im Speerwerfen mit 67,31 Meter auf. Buntes Allerlei. Wieviel Millionen die Amerikaner für geilungsreklame ausgeben. Eine volkswirtschaftliche, höchst bedeutsame Aufstellung ist soeben von der Bereinigung der amerikanischen Industrie in Verbindung mit dem Verleger-Verein über die Höhe der amerikanischen Reklameunkosten ausgestellt worden. Diegröh- ten Ausgaben für Reklame hatte die Talling. Maschinen-Company, die insgesamt 3 Millionen Dollar für ihre Reklame ausgab. von denen 2800000 Dollar jährlich auf Zeitungen entfielen, während nur 200000 Dollar auf Plakat-Reklame, Lichtreklame uud andere Arten der Ankündigung kamen. Die Buen.-Aires Brss-Antw- Sbdftiania. .Qopinbngen Stockbolm . HclsingforS- Htalten . . . London • ■ Neunork . . Dari». . . Schweiz . . Spanien. . Japan . - . ?Hlo de Jan Wien in D- Oest. abgeft. Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien . Lissabon Damtg - . . »onftinttn. Athen. . . Canado. . - Uruguay Worträtseln geschmückt stnd. 3n den größten Lichtspieltheatern werden Vie ckaratteristischen Kreuz- wonauadrate auf die Leinwand projiziert- Kirche und Schule. b. Lauter, 21. Sept. Gestern feierte unsere Schule unter sehr starker Beteiligung der Gemeinde nnd vieler aurwäNiaer Gaste ihren diesjährigen I u g e n d t a g. Die Veranstaltung stand im Zeichen einer Rheinlandfeier und wurde nach vor- ausgegangenem Musikstück durch einen Gedichtvor- trag „Der Rhein" eingeleitet 3n seiner Ansprache wies Lehrer Bender aus die Bedeutung der Rheinlande für das Reick bin, gab dann einen geschichtlichen Ueberblick und schloß mit einem Treu- gelöbni« für Reich und Rhein. Die Schuler führten auf der Freilichtbühne das Jugendspiel ..Jung-Sieg- rieb" und das dramatisierte Märchen „Rotkäpp- chen" auf. Schülerchöre, Chore des Gefangvercins. Mufikvorträge unteres Musikoereins, Reigen, turnerische Hebungen und Spiele vervollständigten das Festprogramm. Rach den Dankesworten des Bür- germeUters '21 f f an Veranstalter und Mitwirkende and die wohlgelungene Feier ihr Ende. Eine freiwillige Sammlung ergab den Betrag von 43 Mk., die teils zur Deckung der entstandenen Unkosten, teils zum weiteren Ausbau unserer Dolksbibliothek Verwendung finden soll. Es wurden auch Brezeln unter die Schüler verteilt, die die Gemeinde gestiftet hatte. Gießener Jugendgericht. Wirtschaft. Der deutsche Außenhandel im August. Nach der amtlichen Statistik weift die reine Wareneinsuhr im August gegenüber dem Vormonat eine Steigerung von 24 Millionen Reichsmark auf, wahrend die reine Warenausfuhr demgegenüber etwas zurückgegangen ist, nämlich um 18 Millionen Reichsmark. Die sich auf Grund des reinen Warenverkehrs ergebende Passivität der Handelsbilanz beträgt im August 4 3 4 Millionen Reichsmark gegenüber 411 Millionen Reichs mark im Zull. Die Einfuhrsteigerung verteilt sich hauptsächlich auf Lebensrnittel und Getränke, nämlich vier Millionen Reicksmark. An dem Ausfuhrrückgang sind beteiligt Lebensmittel und Getränke mit 6 Millionen Reichsmark und Fertigwaren mit 15 Millionen Reichsmark. Konkurse undGeschästsaufstchten im August. Aach Feststellungen des Statistischen-Reichsamte» wurden im August 751 neue Konkurse und 379 angeordnete GeschäftSaufsichten im Reichsanzeiger dekanntaegeben. Den entsprechenden Iultzlffern gegenüber bedeutet da» bet den Konkursen eine Abnahme von 5,8 Pro,., bet den GeschäftSaufsichten eine Zunahme von 1,9 Proz. Ein Vergleich mit den Vormonaten ergibt folgendes Bild: Konkurse. 3uni 766. Juli 797, August 751. GeschäftSaufsichten: Juni: 328. Juli 375, August 379. Die meisten Konkurse entfallen auf die Gruppe de» Warenhandels, während In der Gruppe Danken die geringste Anzahl von Kvnkursfällen zu verzeichnen ist. Unter den Ve- schästsaussichten entfällt die größte Anzahl auf die Gruppe Industrie, der nach einem kurzen Abstand auch hier die Gruppe Warenhandel folgt. e • Krupp und die neue Eisengesell- schaf t. Wie die .Köln. Ztg" erfährt, hat die Firma Friedrich Krupp A. G. Essen die Detetlt- gung an der Gründung der neuen Eisengeseil* schäft formell zurückgezogen. Dem weiteren Vernehmen nach werden die Verhandlungen über etwaige Unterbeteiligungen fortgesetzt. * Roch kein Jusivn»vertragtnder Anilin gruppeunterschrieben. Wie der DHD. von DerwaltungSseite erfährt, sind Me Meldungen über den Abschluß der Fusionsverhandlungen in der Anilingruppe durch Unterschrift des FusioNsvertrage» verfrüht- Dekanntltch schweben die Verhandlungen bereits seit längerer Zeit und haben keinerlei Schwierigkeiten ergeben. Die Transaktion wird jedoch kaum vor Anfang Oktober zustande kommen. Llähere Einzelheiten aus den Verhandlungen können noch nicht be- lanntgcgebcn werden. Alle bisherigen Meldungen sind nur Vermutungen. Auch Verstörten über eine Fusion- ober Interessengemeinschaft mit der japanischen Farbindustrie entsprechen nicht den Tatsachen • Ende des (Bergarbeiterft rett» im unteren Lahntal. Der Streik der Berg- leutc in den Dl ei- und Zinkerzgruben der unteren Lahn in der Rahe von Draubach. der volle drei Monate dauerte, ist beendet- Durch ein vom ReichSarbeitSministerium eingeleitete« Zwangs. Schlicktungsversahren wurde ein Vergleich her- beigeführt', das die Dertrauensmännerkonferen- des Dezirksverbande« annahm. Die Arbeit wurde unter Beibehaltung der alten Löhne wieder ausgenommen Frankfurter Abendbörfe. Frankfurt a. M. 23. Sept. An der heutigen Mendborse zeigten Aktienwerte bei belanglosen Umsätzen vereinzelt leichte Erholungen, zum Teil waren die Kurse gehalten. $ic Stim- ntung war also etwas sreundlicher. Das Anleihegeschäft stagnierte. Pfandbriefe hatten bei geringem Geschäft unveränderte Haltung. Die Abendbörse schloß in gut behaupteter Tendenz. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsan leihen 0,210, Schutzgebietsanleibe 5,100. Ausländische Junten. Zolltürken 7,50. Oesterreichische Staatsrente 2,10. Dankaktien: Commerzbank 95, Darmst. ‘Banl 109, Deutsche Dank 110, DiscontogeseMchaft 102,75, Dresdner Dank 100, Mitleid. Lreditbank 93.25, Reichsbank 134.75. Oesterreichische Kreditaktien 7.50. Montanaktien: Deutsch-Lurernburg 69. ManSselder 67,50, Phönix 70,75. Kali AfcherS- leben 119. Chemische Aktien: Dadifche Amlm 122.25, Th. Goldschmidt 70. Höchster 118,75, Holzverkohlung 75,50. Industrieaktien: AEG 93.50, Dhckerhoff 28. Vhlinger Maschinen 38. Hammersen Spinnerei 16,75, 3naq 0,48. Karstadt 100. Lahrn eher 76,50. FuchS Waggon 0,48. Am Montag, 28. d Mts., findet keine Abendbörfe statt. Berliner Börse. (Eigener Drahtberichi des ..Gießener Anzeigers".) Berlin, 23. Sept- Infolge der anhaltenden Gcschäftsstille neigte man anfangs an der Börse zu Abgaben, die auf das Kursniveau drückten. Die Tendenz war anfangs -schwächer gestimmt, vor allem mit Rücksicht auf die neuerdings einqctrctencn Schwierigkeiten bei der Bildung des Westdeutschen Eisentrusts, ferner den ungünstigen Verlauf der Kreditoerhandlungen mit Amerika und schließlich der Geldknappheit, die sich mit dem heran- nahenden Ouartals-Ultimo bemerkbar macht. Demgegenüber übte die Tatsache, daß die Bremer Stabt- anleihe gestern in Amerika überzeichnet wurde, und daß die Auflegung deutscher Anleihen in Amerika 3n her Sitzung vom 18. September 1925 waren als Jugendschöffen tätig: Vermessuntzs- oberfefretär Ludwig Dörin a und Bureaugehilfe Peter T a st e i n . beide von Gießen. Zwei jugendsi-pe Zigeunerinnen, die offenbar diebisch veranlagt, jedoch noch nicht vorbestraft find, entwendeten anfangs September in Watzenborn aus der Kasse eines WirtSzimmer», in dem sich sonst niemand befand, einen Geldbetrag von 36 Mk. Sie wurden dabei jedoch ertappt und sitzen seit Meser Zeit in Untersuchungshaft. Urteil: Reun Tage Gefängnis. Ein Sechzehnjähriger, der es hier in seiner Lehrstelle grundlos »nicht aushielt". ging auf Wanderschaft und irrte dann planlos umher, wobei er gelegentlich auch, jebod) immer nur vorübergehend. Arbeit fand. In Thüringen packte ihn kurz vor Pfingsten das Heimweh. Um nach Gießen zurückkehren zu können, entwendete er in Bitterfeld ein Fahrrad, wurde jedoch in Fulda abgefaht. Er erhielt wegen der Gemeingefährlichkeit der immer wieder vorkommenden Fahrraddiebstähle eine Gefängnis st raf e von einer W o ch e. Die Strafe wurde jeboeb ausgesetzt und, die Bewährungsfrist auf drei Ckrbre festgesetzt. Gin junges Mädchen aus Wieseck benutzte die Abwesenheit von Hausmitbewohnern. um zu verschiedenen Zeiten ein Stück neues Tuch, zweimal fünf Man', insbesondere aber auch em silbernes Armband und eine goldene Damenuhr zu ent wenden. Sie will diese -Ubr an den hiesigen Alt Händler A. Eh. für drei Mark verkauft haben Das Mädchen wurde zu einer Gefängnisstrafe unter Strafaussetzung verurteilt. Gleichzeitig wurden Erziehungsmahregeln angeordnet Deren Auswahl Sache des VormundschaftSrichters sein wird. Gegen den Althändler stand Hauptverhandlungstermin vor dem Sinzeirichter an Aach Eintritt in die Beweisaufnahme wurde der Termin zwecks Herbeischaffung weiteren Materials durch die Staatsanwaltschaft vertagt. In Mainz hatte eine Anzahl älterer Jungen auf dem Landgoaf-Philipp-Platz ihre Freude daran, abends nach eingetretener Dunkelheit ein junges wehrloses Mädchen derart mit Schneeballen zu bewerfen, daß es weinend nach Hause lief. Roch am andern Tage verspürte es die durch die Schneeballwürfe verursachten Schmerzen. Im Hinblick darauf, daß die ilnfitte des Schnee- ballwerfens in der Stadt und die damit verbundene Belästigung des Publikums nicht dadurch sanktioniert werden Tann, daß man etwa hier einen „besonders leichten Fall" aimiinmt, in dem nach dem Iugendgerichtsgefeh Straflosigkeit cin- treten kann, sprach das Gericht eine kleine Geldstrafe au«. Seifenfirma Levers Brothers gab 21/, Millionen Dollar für Reklame aus, von denen nur 50 000 Dollar auf Plakatreklame entfielen, während der' ganze übrige Rest Den Zeitungen zugute kam- Eine Automobil-Fabrik, welcke die Dodge-Auto- mobile herstellt, verwendete gleichfalls 2 Millionen Dollar in einem Jahr für Zeitungsreklame, wobei allerdings die Ausgaben für Zeichner mit einbe- griffen sind. Diese Fabrik beschäftigt ein eigenes Zeichnungsbgreau, das nur die Vorlagen für Rekla- meklifchees zeichnet. Diefe Firma hat andere Reklame als Zeitungsreklame überhaupt nicht gemacht. Es werden noch eine große Anzahl anderer Firmen genannt, die auch mindestens 1 Million Dollar für Zeitungsreklame ausgegeben haben. Sie sind aber so zahlreich, daß sie sich nicht nennen lasten. Richtig ist aber, was der König der Reklame über das WeseneinerwirkungsvollenReklame auSführt. Der Direktor einer Grammophon-Gesellschast, die gleichfalls für 27, Millionen Dollar Reklame im letzten Jahre machte, erklärt, daß er immer mehr davon abgekommen ist, Reklame in anderer Art als Zeitungsreklame zu machen. Während er in früheren Zähren die Hälfte der ausgeworfenen Summe für Plakatreklame und nur die Hälfte für Zeitungsreklame verwendete, läßt er jetzt nur noch in Zeitungen inserieren, da er die Erfahrung gemacht hat, daß nur diese Reklame wirkungsvoll ist. Alle anderen Reklamen rauschen so schnell am Auge des Betrachters vorüber, als daß sie Eindruck hinterließen. Es sind immer wieder die Zeitungsinferate gewesen, welche die großen Bestellungen brachten. Den Grund dasür steht dieser Meister der Reklame darin, daß ein Zeitungsinserat mit Ruhe und Sorgfalt gelesen wird und auch die Möglichkeit gibt, den Suchenden genau zu unterrichten. Die Psychologie des Volkes geht dahin, etwas, das man laufen will, in feiner Zeitung zu suchen oder ein Urteil darüber in der Zeitung zu finden. Andere Empfehlungen haben nicht die Autorität beim Käufer, welche gerade den Zeitungsinseraten innewohnt, Auf diefe Autorität aber kommt es fehr viel an, denn der Käufer muß das Zutrauen haben, das er in den meisten Fällen, wie der Reklamekönig festgestellt hat, aus den Zeitungen und ihren Empfehlungen gewinnt. Wenn man also etwas zu verkaufen hat, so muß man es in den Zeitungen anzeigen, die ihr ständiges Leserpublikum haben und täglich auf« genaueste gelesen werden. Ein Zeitnugsinserat bringt fast so viele Leser, wie die Zeitung Abonnenten hat. Ein Plakat aber wird in der Hast und Eile der Geschäfte noch nicht vom hundertsten Teil der Vorübereilenden betrachtet. Wenn es beachtet wird, wird es ganz flüchtig gelesen. Wenn man also nachdrücklich au den Käufer wirken will, dann muß man die Ware dort anpreisen, wo der Käufer gewohnheitsmäßig feine Blicke hinlenkt, nämlich in der Zeitung. Der (Erfinder des Kreuzworträtsels in Europa. Der volkstümlichste aller Amerikaner weilt feit einigen Tagen in Paris, der Erfinder deS Kreuz- Worträtsels Mister Gellet Burges. Er wollte ursprünglich ein berühmter Maler werden. Als seine Gemälde nicht den gewünschten Erfolg errangen, entschloß er sich, seinen Ambitionen eine andere Richtung zu geben. Er veröffentlichte eine Reihe humoristischer Bücher, die besonders durch ihre bizarren Titel ausgefallen sind. Auch eine Sammlung von Gedichten hat Gellet Burges unter dem Titel .Die purpurne Kuh" erscheinen lasten. Dor zwei Jahren hat er die erste Sammlung von Kreuz- worttätseln herausgegeben Der Versuch schlug ein. Das Buch wurde in wenigen Wochen in einigen hunderttausend Exemplaren vergriffen und erwies sich als die große Sensatton des amerikanischen Büchermarktes. Gellet Burges ist heute Millionär. Selbst seine früheren Werke werden vom Publikum eifrig gelesen und vor kurzem erhielt er von einem Verleser Den Auftrag, einen Roman, in besten Mittelpunkt ein Kreuzworträtsel stehen soll, zu schreiben . . - Gellet Burges befindet' sich derzeit auf einer Vortragstournee in Europa. Zn Paris oird r über die Entstehung des KreuzworirätselS zwei Vorttäge halten, und hat die Absicht, eine Reihe von europäischen Großstädten, vor allem London, Berlin uni Wien zu besuchen. Allerdings halte er einen Vorfahren, den Journalisten A. Franklin, deS Rätselredakteur der.Aeuyork World", der bereits im Jahre 1857 mehrere Kreuzworträtsel veröffentlichte. Ja Franklin hat sogar eine größere Geschicklichkeit in der Erfindung von Kreuzworttät- feln an den Tag gelegt. Er verwandte hierzu nicht nur Quadrate, sondern alle möglichen geomettischen Formen. Allerdings war ihm nicht eingefallen, mit dieser Kunst Geld verdienen zu können. Er erzählte dem Vertreter eines Pariser 'Blatte», daß in Amerika selbst die Wände der Eisenbahncoupes mit Kreuz- 4% Preußische Konsole . . . 4° o Hessen........... 3' .,♦/<, Hessen y/0 Hessen Truiscdc Send. lollar Aut. d'o. Doll -Schatz-Anweilng.') 4*/e Zolltürken 5% Solbnicrifancr . . • Berliner Handelsgesellschaft. tfommerv und Privat Bank Darmst- und Nationalbank . Deutsche Bank........- Tcursche Beretnsbank .... DiSeonio Eommandit . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Lreditbank . Oesterreichische Lreditanstalt. Vestbank • ....... Bochumer Guh BnderuS............ Taro . Deutsch ^lucmburo Gelsenkirchener Bergwerke . . Harpener Bergbau...... Kaliwerke AscherSleben...» Kaliwerk Westeregeln Laurabütte........... Oberbedars Phönix Bergbau Rheinttahl Nicdcck Montan ....... TelluS Bergbau........ Hamburg.Ämerika Paket. . . Norddeutscher üloöb Theramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philivv Holzman»...... «nglo-Tont (Huano . . . . Badische Anilin........ Theuülche Mader Alapiu . . Soldschmidi (Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung RuigerSwcrke......... Lchcideanstali . . . «llg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Matnkrastwerke....... Schultert . . Siemens A Halske ...... Sdlerwcrke Kleber ..... Daimler Motoren Hcyligensraedr Meguin............ Motorenwerke Mannbeim Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgcselllchaft Frankfurt. Pet. Union L.-G........ Schuhfabrik Her; ■ • . . . . Sichel ......... Zellsto-' Waldhof Zulkersabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . beoorfttht (Elektt. Derk A.-G. Freistaat Bayern) keinen nennenswerten Einfluß aus. Die Börse be- indek sich eben in einem Stadium großer Lustlosigkeit und geht über die vorliegenden Anregungen wirtschaftlicher und polittscher Art hinweg. Dorkriegspfandbriese waren gegenüber dem Vortag niedriger, ebenso Goldpfandbriefe. Dageaen konnten ausländische Renten, vor allem Buüapestec Stadtanleihe und tschechifche Titres, ihre befestigten Dortagskurse behaupten. Arn Geldmarkt blieb der Bedarf rege, doch stellte sich lagesgelb unverändert auf 8 bis 9i Pro;., Monatsgeld auf 10 bis 111 Pro;. Arn Devisenmarkt wurde seitens der Bank Polst, interveniert, io daß der Zloty-Kurs bei 6,1 gegen Kabel keine weitere Senkung erfuhr. Nordische Währungen zeigten eine schwächere Veranlagung, ebenso Mailand. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,35, Amsterdam 59,25, Paris 5,03j. Börsenkurse. Ein gemeinsames Mittagessen vereinigte für einige Zeit die Teilnehmer der Hauotversammlung. Bei diesem Zusamensein wurde der höchsten Reichs- leitung mit einem vegrühungstelegramm an den Reichspräsidenten von Hindenburg gedacht, das folgenden Wortlaut hatte: „Die 70. Hauptversammlung der Gustao-Adolf-Dereins entbietet Ihnen, Herr Reichspräsident, in tief dank- barem Gedenken an Ihr (Eintreten für die Evangelischen in Ober-Ost und im Vertrauen auf Ihr künftiges Wohlwollen für unser, insbesondere der Kirche des Auslonddeutschtums gewidmetes Werk ehrerbietigsten Gruß. D. Rendtorff, D. Frhr. o. Heyl." Die Drahtantwort des Reichspräsidenten hat folgenden Wortlaut: ,Lch danke Ihnen aufrich- tig für das freundliche Meingedenken und wünsche Ihren Beratungen reichen Erfolg. Mit freundlichen Grüßen v. Hindenburg, Reichspräsident." Abends fand in der UnioersitStsaula ein Dortrag mit Dorführung des Siebenbürgenfilms statt. Ein sehr großer Besucherkreis folgte der Darbietung mit starkem Interesse. Beim Bergrennen des A. D. 81. E. auf dem Pöhlberg fuhr Paetzold- Köln auf einer Imperiamaschine mit 2:21,3 auf der 2* Kilometer langen Strecke die beste Zeit des Tages. (Eigener Drahtberichi des „Giehener^Anzeigers".) Frankfurt a. M., 23. Sept. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 23,75, Roggen, inländischer 18,50, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 27,50, Hafer, inländischer 20 bis 21, Mais, gelb 20,50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 38,50, Roggenmehl 26,50 bis 27, Weizenkleie 10,50, Rog- genkleie 11,75. Tendenz: Geschäftslos. 3c;iincr Pro? ' c - . rfe. (Berlin, 23. Sept. Der Prvduktcnmarkt hatte bei kleinen Ansätzen" ruhiges Geschäft. Die Preise blieben fast unverändert Es kosteten 1000 Kilo: Weizen, märt 204 bis 210, Mo. September 225» s, Mo Oktober 2251 3 bis 227, Mo Dezember 234 bis 235. Roggen, märf. 153 bi« 160, Mo. Oktober 1721; bis 173, Mo. Dezember Devisenmarkt Berlin—Frankfurt B'le Schlntz- flute SMuftk börle 22.9. 23 9. 82.9. 23 9. 0 230 0 810 1.2275 u.215 — 0.3025 • O.-.-Ti) 0,270 0,3 0.285 0.45') 0.430 0.4.52 0.455 — 0.135 9.1375 0,13 0,265 0.2425 0.26 0.25 —» 0.25 0,27 0 2X5 O.M5 0.26 0 ?r, 0.285 0.265 0,25 O.ZI 90.2.5 W.25 91,75 91.75 94,8 94.8 94.85 95 1 7 7.5 7,5 7.8 7.75 39.5 39.25 41 — 129 127.25 1'29.9 126,75 95.5 95 95.5 95 IC 9 109 109 1o9 110 llOj 110.25 110 5.5 55 —- 102,.5 102.75 Ml 102.62 76 76 93.2-5 93,25 91.50 93.25 7 5 7.5 7.5 7.5 0,028 0,028 — «— '.9 67 5 71.25 69.25 45.5 47,7.5 46,75 4'1 40.25 40 40 70.5 69 71.25 69,25 54 54 62 101,75 101.75 105.13 102,13 111.25 119 120 1l7,i:i 129 1:8.75 19,25 19 41 40 10,75 39,i:i 52,5 5'2 52,13 50.5 75,25 70,7- 74.25 71.75 62.5 59 62,1.1 69.5 75,75 75 75,25 74 9 65 61 59.62 .7.5 60,2 > 57,9 63,5 61,13 63,6 62,25 e— — _ 5.25 M.5 - 36,5 57 56 — — 96 13 95,5 124.25 122,25 121,5 I2Z 75 70 25 70 70.3 69,9 119 25 117,75 119.5 117.25 180,5 118,75 •19,75 118.1 56 55,5 —• 71 70.2j >0,25 •2,5 91,5 E - 93,62 93.6 94 03,’S 75 72.5 75,5 71 77 79 — 53,<5 bl.25 61,75 61,25 .9 77,5 79,75 78.75 40.75 4 1,25 40 25 40 40 39,25 40.13 39 27 28 — 36 36 :u> : 6 — W- 50 48 0,38 0,36 — | 99 SS — 63 62,5 62,75 6 i 31 31 34 35 ri,5 5,5 6 1 5.5 8.8 8.9 8.9 8.8 60 1 60 — — 56 56 5 üv.25 57 Amtliche Geld Noti rung Brick Amtliche Notierung lveld Briet 168..(7 168,'.' 168,57 168,99 1.628 I..02 1.699 1,703 18,41 18,45 IS 31 18,35 89,32 89.54 87,09 87.31 102,57 10'2,84 101,57 101.83 112,66 112.94 112,66 112,91 10.565 10.605 10,56 10,60 17.10 17,11 17.10 17.15 20,328 20,378 20,321 20.374 4.195 4, »15 4.195 4.20- 19,88 19,92 19,87 19,91 10,95 61,15 80.96 81,16 60.32 60.48 60.32 60,48 1.718 1.722 1.715 1,719 0.581 0.583 0 578 1.580 .9.09 59,23 59,09 59,23 12.432 12.472 12.432 12,472 7.48 7,50 7.45 5.47 5.88 S.90 0.88 5,90 3.055 1.065 3,055 3,065 21.075 -0.125 21 075 21,125 0.15 Tschechoslowakische -Noten . . 12.395 12.455 Ungarische Noreu . . .... 5.835 5.875 > Kranefuss. Cassel 49. 5onfl,t ytl» §k- Fernsp,' Ms togunö® «rist pol jtontt»’ r 9oi WH»' -M Drage. Ion» ö,- cng^pn" «fc Mli^ taLiFtt alle Kon Menbv Phasen, an bem wir mti srlbei waren, auf bei ganzen Saß er well sie Entsend ferenz 1 geben v noch all gang bi treffen. Noch ob diese erst am kommen unter 2 dann be mintst' olfo der joflte. 2 gebend < achllche ich der Lahnen Gedeih Seite ol der ßo: gleich betätigt Mr M gegtnübei SitlfQi fe'üe ftefd gäbe, bei wachse Das dem die teil gel was sie in Luzl dann if Aerha Ulfen jufammi nern o gelingt, dah der ein Lor' Ctrefem alles all nicht ve Dollfom davon, scheidun der Au- hing be Dai örutschn und die einer fen bl. über An üb f'ch entfd Ertrag biefe W Test Händen । vtreit |o' sonnen. 1 gefallen Nite(. W- Lv Rettung «uittHone l'nreij beitoeg du de biet den 6i .hn b. M । oll'tz bah bj Deutsch t'Sen aus Qi ^rden totrf[ derstehk ’«uf 6. ?le aus fa, Krein schritt U der ^eitspos Büchertisch. — Prof- Dr. Eduard Spranger Psychologie deS Jugendalters. Vierte verbesserte Auflage. Verlag Quelle und Meyer, Leipzig. Gs ist immer ein packendes Zusammen: Wissenschaft und Kunst. Als ein solches grüßen wir Eduard Sprangers neustes Werk .Psychologie des Jugendalters". Sprache und Ausbau gewähren ästhetischen Genuß; besonders Entzücken bereitet es, wenn inmitten begrifflicher und kategorialer Ausführungen zarteste und feinste dichterische Bilder angetroffen werden. Die psychologischen Untersuchungen am jugendlichen, reifenden Menschen bereiten den künstlerischen Genuß eines aus wunderreichen Tiefen leuchtenden Gemäldes. Don Sprangers Buch kommt wieder reine Luft in die Welt, die Luft der Geistnatur, die uns gründlich verdorben war. Spranger mußte den großen Schritt tun, nur aus Erlebniffen, aus Seelischem Seelisch es zu verstehen, nicht aus Drüsentätigkeit. Der Eindruck des Buches ist durchaus: hier ist ein ungemein tiefes und reiches Verstehen der jugendlichen Seele in ihrer Selbstentdeckung, ihrer Sehnsucht, ihrem Ehaos, ihren Versuchen, innerhalb der gesellschaftlichen Bildungen Eigenform, Persönlichkeit zu werden. Aus der Ganzheit des Lebens, wie es an ihn selbst herangetreten ist, hat Spranger die Jugend zu verstehen gesucht, ein Liebender der Jugend, ein Liebender der göttlichen Form, die werden will, selbst ein Junger in der Aeife, ein Künstler, der Seele und Leib an sein Werk gibt: setzen wir gleich ihm nicht nur unsere Gedanken, sondern unser volles Leben für die Jugend ein. — Das neueste Sonderheft der „Süddeutschen Monatshefte" beleuchtet unter dem Titel „Bauer in Not" das zweifellos ernsteste Teilproblem unserer Wirtschaftslage. Hier sprechen hervorragende Fachleute und Praktiker sachlich und ohne jeden Angriff auf andere Erwerbsgruppen. Dr. Georg Heim, einer der anerkannten Führer der deutschen Landwirtschaft, betont in seinem Einleitungsaufsatz, daß es bei dem Kampf, den heute 5 Millionen selbständige landwirtschaftliche Besitzer (und damit indirekt etwa 25 Millionen ländliche Bevölkerung überhaupt) um ihre Existenz kämpfen, keinen Unterschied gibt zwischen Großbesitz, Mittel- und Kleinbesitz. Nähere treffliche Erläuterung er- fahren die „wirtschafllichen und politischen Aufgaben des Großgrundbesitzes" durch Landrat v. Wilma w s k i. Eein umfassendes Bild entwirft Dr. H o r l a ch e r, Direktor der bayer. Landesbauernkammer und Mitglied des Reichstags, von der „handelspolitischen Lage Deutschlands und der deut- scheu Landwirtschaft". Was Dr. Eichhorn, Direktor der Bayerischen Landwirtschaftsbank, in feinem Aufsatz „Kreditnot der Landwirtschaft" über die Formen und notwendigen Aenderungen der landwirtschaftlichen Kredite, über Auslandkredit, über Unterbringung deutscher Hypochekenpfand- briefe im Auslande, über Wechselkredit satzt, ist nicht nur für den Laien lehrreich. Wie stark die „steuer- liche Ueberlastung der Landwirtschaft" ist, legt dann Genossenschaftsdirektor Wittwer dar, unter Anführung von Ueispielen verschiedener Betriebsgrößen. Stärksten Eindruck machen die Ausführungen von Gutsbesitzer Rieth über den „Niedergang der Bauernschaft", die selbst gesammelte Erhebungen aus einem Teil Oberbayerns bringen. „Heute stehen wir vor einer Katastrophe, die furchtbare Folgen haben wird. Es knistert im Gebälk der Bauernhäuser, und der Mörtel fällt ab," sagt Dr. Heim. Wenige wird es geben, selbst wenige Landwirte, die dieses Heft nicht mit Nutzen und Erkenntnis lesen werden. Und jedem dürste daraus klar werden, daß es sich bei dem Rus „Bauer in Not" nicht um einen einzelnen Erwerbsstand han- beit, sondern um das ganze schaffende Volk, daß es nicht nur um unsere Gegenwart geht, sondern um Deutschlands Zukunft. — Die Bedeutung Stuttgarts, der in großstädtischer Entwicklung stehenden Zentrale von Württemberg rückt die neueste Nummer der Stuttgarter illustrierten Zeitung „3. Z." in hellstes Licht. — Eine gute Würdigung und Kritik der diesjährigen Rhönsegelflüge gibt ein Sonderbericht aus der „Rhön", der beweist, daß es sich bei den hier gebotenen Schauflügen nicht um eine leere Spielerei handelt, sondern um ein zielbewußtes Streben, die Kunst des Fliegens zu fördern. — Reich ist der aktuelle Teil des Blattes. (Verlag Ringier & Co., G. m. b. H., Stuttgart.) Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Fsr. ReNgionSgemeinde. Gottrsd. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, den 26. Septbr. Vorabd. 6.00 morg. 8.30, abds. 6.20 u. 7.00. Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft. Samstag, den 26. Septbr. 1925. Freitag abd. 5.45, Samstag vorm. 8.00, Predigt, nachm. 4.00, Sabbatausgang 7.00. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. Freitag, 25. September. 4.30 bis 6 Ahr Hausfrauen-Aachmittag mit Vortrag „ Film und Jugend". 6 bis 6.30 Ahr Die Lesestunde, Aus „Don Quichote" von Cervantes. 6.30 bis 7 Ahr Die Bücherstunde. 7 bis 7.30 Ahr Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: „Die Stromquellen für Röhrenempfänger", 19. Spe° zialvortrag. 7.45 bis 8 Ahr Die Besprechung. 8 bis 8.30 Ahr Aeberttagung von Kassel: Dortrag des Dramaturgen am Staatstheater Kassel Hans Schlenk über „Calderon und seine Dichtung" zur bevorstehenden Aufführung von' „Das Leben ein Traum". Ab 8.30 Ahr: Die siamesischen Zwillinge, Kabarettabend in zwei Teilen. Sparen ! heißt es heute? und deshalb .büffle* Ich und pflege meine ßretierböden und I reppen, ob oll, ob oeu nur nodi mit b„ JMZfeAÄeZze, der oaßwischbaren GUnzwochsbelie geruchlos, gelb, rot, braun. Denn das Beste ift immer noch das Billigste, weil ausgiebig u. anhaltend, u. es Ift wirklich kein Geld, was die Büffel-Beize ko ft et Alles hab’ kh, waS ich will, ohne Mühe: Parkettglanz, klöne Farben und kann den Boden naß entwischen. Auch mein alter abgenutjter gestrichener Boden sieht wie neu aus. Deshalb sag’ Ich zu feder Hausfrau: .Büffle“ wie ich, es gibt keine einfachere, bessere und billigere Pflege für alte «. neue Bretterböden. Treppen a. abgenutzte geftrtthene Böden! Zu haben in den Fachgeschäften! Koch & Schenk, Chemische Fabrik, A.-G., Ludwigsburg (Wttbg.), Vertretung und Lager: A. Zimmermann. Frankfurt a. 3L. Speicherstraße 9. 2300A werden sollte 42 Stadtverordnete, Straße 5 offen. 8848V 0.75 1.10 Siebener Zleischhalle, 8022D Walltorstratze 32. 2. 3 Winterprogramm Verschiedenes. Ma iliUeW Biödsniütftdjen 8908c Der Vorstand. Die Angebote sind bis zum Montag, dem 28. dS. MtS.» vorm. 11 Ahr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an die Lupusheilstätte, Gaffky- strahe, abzugeben, woselbst auch die Eröffnung der Angebote stattsindet. Gießen, den 21. September 1925. Der HeiWtten-Vmiii für Schn. Bekanntmachung. Laut Bekanntmachung des Provinzial, birettors der Provinz Oberheffen findet die Aeuwahl der Stadtverordneten-, Kreis- tags- und Provinziaitagsmitglieder am Sonntag, dem 15. November 1925 statt. Es sind zu wählen - falls nicht durch Gesetzesänderung etwas anderes bestimmt Arbeitrvergebung Die nachstehenden Arbeiten zum Reubau an der Lupusheilstätte dahier sollen öffenttich vergeben werden: 1. Beschlag- u. Kunstschlvsserarbeiten, 2. Linoleumarbeiten, ca. 680 qm. Die Unterlagen liegen im Bureau des Architekten Baurat Meyer, Frankfurter 30 Kreistagsmitglieder, 35 Provinzialtagsmitglieder. Die Offenlegung der Wählerlisten wird am 2. Ottober 1925 beginnen. Die Gemarkung Schiffenberg mit Herrn- wald ist der Stadt Gießen - Abstimmungsbezirk 13 - zugeteilt worden. Die Bewohner dieser Gemarkung sind nur für die Kreistags, und Provinzialtagswahlen stimmberechtigt. Gießen, den 24. September 1925. Der Oberbürgermeister. 3. 03.: Dr. 6 ei 6. 89138 Generalversammlung drS ttonzertvereins Montag, den 28. September, abends 7 Uhr nn BeralungSzimmer der Universität Tagesordnung: 1. Kassenbericht und Entlastung d. Rechners WWMW größere Posten bis zu 3000 Festmeter mit 11 Meter Mindestlänge, in der Hauptsache 30-35 Itm. Durchmesser mit ca. 60°/„, 25 - 30 Itm. Durchmesser mit ca. 40°/,, sowie Schleifholz r zur sofortigen Lieferung zu Kausen gesucht. Carl Scholl, Äom.-Ges. VampfsägewerK und Solzhandlung Bürbach (Westfalen). '"'mpseble: laWenfleHd] »M.1.20 8ijch-3entrale Marktlauben 0T7M Freitag vormittag verknusen in der Marktlaube von rischen Sendungen telis* S. L A. Verbev. 6088ss Grabenstraße 7. Televbon 1313. sand Th. Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Qießen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes Neue Kurse . 12. Oktober. Betten echtrot federdicht Daunenköper, U/,- schlfrg.-großesOber- bett, Unterbett und 1 Kissen mit 14 Psd. grauen Federn ge- füllt, ä Gebett Gm. 43.— , daSs Gebett, 2 Kissen und 16 Psd. zartweichen Federn gefüllt, Gm. 63.—. Settfedern graue, per Psd. Gm. 1.10, zart u. welch 1.50, graue Halbdaunen 3.25, Schletßfedern grau 2.25, weiße Halbdaunen 5.—, Daunen grau 9.25, weiß 12.50. Bettbezug aus gutem weißen Linon ob. bunt geblümt ob. kariert, per Stck. Gm. 7.20. Metallbetten u. Matratzen. Alle Aussteuer-Artikel billig, Muster tu Katalog frei Nicht gefallend. Geld zurück. Bett» sederngrobbanblung Bettenfabrik u. Ver- Tel. 240 auch nachts Verblüffend billig, sparsam und gut finb meine MM- MkMkl ber verschiebensten Art. Daber großer Umsatz. la Referenzen vorhanben. Vertreter od. Händler für ben Besuch ber Privatlunbschaft für ben dortigen KretS gesucht, ber die Verteilung von Sam- melsenbungen möglichst übernehmen kann. 8916D Max Kunzke, B a d - Naubeim. Aiissorimiig zur Amel-rnig Des MbcsiWv.Wiislck-MWtiMn Gemäß § 39 des Aufwertungsgesetzes vom 16. Juli 1925 - RGBl. X, S. 117 - fordern wir die Altbesitzer unserer 4*/,% Anleihe vom Jahre 1911 auf, ihre Schuldverschreibungen, für die die Dorrechte des Altbesitzes in Anspruch genommen werden, zur Vermeidung des Genußrechtes innerhalb einer Frist von einem Monat seit dem Erscheinen dieser Aufforderung im Deutschen Reichsanzeiger bei uns oder bei dem Bankhause Baruch Strauß, Marburg a. d. Lahn Baruch Strauß, Frankfutt a. M. Direction der Disconto-Gesellschast, Zweigstelle Gießen Dresdner Bank, Filiale Caffel anzumelden. Der Anmeldung find die Mäntel der Schuldverschreibungen oder der Rachweis ihrer Hinterlegung beizufugen. Altbesitzer sind die Inhaber von Schuldverschreibungen, die ihre Schuldverschreibungen vor dem 1. Juli 1920 erworben haben und die bis zur Anmeldung Obligationengläubiger geblieben find. Den Altbesthern stehen gleich die Inhaber von Schuldverschreibungen, die gemäß § 38 des Aufwertungsgeses als vor dem 1. Juli 1920 erworben anzusehen sind. Beweismittel für den Altbesitz sind binnen einer Frist von 2 Monaten feit dem Erscheinen dieser Aufforderung im Deutschen Reichsanzeiger einzureichen. Gießen, den 24. September 1925. Hehligenftaedt & Comp. Werkzeugmaschinenfabrik u. Eisengießerei, Akttengesellschast. Der Dorstand. 8896D May.Fahlenkamp. Aepfelversteigerung Dienstag, den 29. September, von vormittags 10 Ahr an, sollen die Aepfel der Gemeinde Lauter an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist an der Straße Grimberg - Lauter. Lauter, den 22. September 1925. Hessische Bürgermeisterei Lauter. ____________AN._________89030 Heute und morgen erhalte frische Seefische in guter Sispackung. [8917c Neue gesunde haltbare Winterzwiebeln zu billigsten Preisen. Auguftwallenftls Marktplatz Telephon 1662. la Speisekartoffeln auf Lager. Wiederverkäufcr DorzugS- preifc. Bestellungen für Winterkartoffeln werben angenommen. [07792 Weise