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Zull 1925 Erscheint tügllch, auster Sonn- und Feiertags BcUa-rn: GießenerFomilienblLtter Heimat im Bild nionat$«lt}ig$ptti$: 2 (Bolomcrk u 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, cud) bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Ferns prech.Anschlüste: Schriftleitung 112, Der- tagunbBeto4ftsfte(le51. Anschrift für Drahtnachrichten Am,elßerLlehen. paßschetnenlo: $ranffutl a M. 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrttck und Verlag : vrühl'sche Universilätr-Vuch- nnd Skinöruderei IL Lange in Sietzen. 5chrrftleitung und Seschäftrftelle: Zchnlstratze 7. Anna tu. von Änjetgen für die Tagesnummer »ir zum Nachmittag norher ohnejedeVcrbindl'^deit. Preis für 1 mm HIHe für Anzeigen von 2< mm Breite örtlich?,auswärts 10 (Bolbpfennig; für Reklame-Anzeigen p 70mm Breite 35 O'olbpfenntg, Platzvorfchrift 20" . Aufschlag - Verantwortlich für Politik u. Feuilteion: Dr Friede Wilk 1‘ange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Haus Bcctt, sämtlich in Gießen, Der Reichstag billigt Stresemanns Austenpolitik Billigungsvotums mit Eine Rede des Reichskanzlers. — Annahme des t>on ie e - e n traten stellten mit Genugtuung fett, da st fetzt die ‘Parteien der Rechte,, die Ctfuli-n »vo l.il treiben, die sie frübci1 bekämpi i Wi en Angesichts der Vorbehalte des Rei s.'a z er« könnten sie aber einem VilligungSaistrage für die Regierung nicht zustimmen. Von den RegierrrngSpartoien ist folgen.*-er Antrag eingegangen: Indem der Rtt.'Zstag ü'^er die vertagten Anträge der TOITt!^’ und Ä -m- mumsten zu der Tagesordnung übertret. billigt er die Antragnote xmb die dar n zum Ausdruck fomrmnib? politische Stellungnahme der AeichSregierung. Abg Koch (Dem.) erklärt, die Deno'ratm hätten ein für die Regierung eingebrachie^ V-r- trauensvotum ablehnen mürfen, >en r>e. » genben Dilligungsanlrag aber wst dn sie z u st i m m e n. da er sich nur aus die ihnen ybilligte Austen» l tik b zi-'^e Aach längerer Ges.ch'i'tS*e' :t ü5 . Reih^rnf fgc der zur QT'fti n nun] ü he-i < ' A antrag tz'tflerrommcn. die ergi t f*i> nähme mit 235 gegen 158 2 l i bet 13 STmm entda'dingen ( Tbirtf Xift i *'< Die außenpolitische De ttl- ist ab-* sh' Berlin, 23. Juli. Präsident Lobe, auf dessen Plast ein Blumenstrauß steht, eröffnet die 100. Sitzung mit dem Wunsch, daß nicht mehr viel Sitzungen vor den Ferien hinzukommen möchten. In der Fortsetzung der außenpolittschen Aus- spräche stellt Abg. Dr. Haas (Dem.) fest, dast unter dem Druck der Berhältnisse sich für die Außenpolitik eine breite Einheitsfront zufammengefunden habe. Sie würde oon den Sozialdemokraten bis zu den Deutsch nationalen reichen. Die Besserung der deutsch-französischen Beziehungen ist die Grundlage der Gesundung des europäischen Lebens überhaupt. Die Tatsachen und Worte Elcmenceaus und Poincarös haben in Deutschland schwere und böse Erbitterung ausgelöst Wir wenden uns an das andere neue Frankreich und sprechen die Hoffnung aus daß die französisch.deutfchcn Beziehun- gen wieder in einem modernen freiheitlichen Geiste übergehen werde. Bei der Beurteilung des Sicher- heifpaktes erscheint zunächst die Idee sinnig. Das das „roaffenftarrenbe" Frankreich eine Gefahr von deni vollständig entwaffneten Deutschland befürchte, aber stets darauf besteht, dast die Wett- ge sichte es noch nie möglich gemacht fjat, dast ein großes arbeitsames, tüchtiges Doll auf Jahrhunderte hinaus unterdrückt und in Sklaverei gehalten wird. (Lebhafter Beifall.) Wir tragen für das Regierungsmemorandum keinerlei Ver - antwort ung und lehnen jede Verantwortung dafür ab. Wir wißen nicht, ob diele Form der Einleitung der an sich berechtigten Aktion notwendig war, eine (Einleitung, die uns leicht neue Fesieln anlegen kann Das Memorandum snricht den Verzicht auf Elsaß Lothringen aus. Das ist tief schmerzlich für uns. Auch wir wollen nicht, dast Elsast-Lothringen zum Kampf- opftr zwischen Deutschland und Frankreich wird. Wir haben ooer das Recht zu sagen, d^st Elsa st in seiner Kultur und Bevölkerung deutsch ist. Dabei verkennen wir nicht die nie- dcrträchtigen Methoden, mit denen die Oberste Heeresleitung im Kriege die Elsaß-Lothringer be» handelt und viele gute deutsche Herzen enlfrembet hat. (Sehr wahr! links.) Man hätte erwarten müssen, dast endlich einer von den Deutschnationalen aufgestanden und bekannt hätte: Wir haben durch die Mängel der früheren Regierung mit unseren maßlosen Angriffen bitteres Unrecht getan. (Lebhafte Zustimmung links.) Ein solches Dekenntms hätten wir verlangen können. Dir werden auch als Oppositionspartei nicht die Positionen des Ausien- minifters dem Auslände gegenüber schwächen. Die innere Herzlichkeit der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich kann nicht eintreten, solange noch ein französischer Soldat auf deutschem Boden steht. (Beifall.) Wir sind grundsätzlich für d e n Eintritt in den Völkerbund, aber er muß zu einem wahren Völkerbund gemacht werden und darf nicht eine Koalition der Westmächte gegen den Osten sein. Rbq. Dr. Bredt (Wirtsch. «er.) Man spreche immer davon, daß ein Sicher- heitSpakt gegen den Vertrag von Rapallo verstoßen würde. 8fr# komme darauf an. wie man den Eintritt Deutschland» in den Völkerbund aufuefrmen würde. Da müsse man befürchten. daß dieser Schritt katastrophal würde. Wir sehen ein langsame» Hinrücken der Reaie- rung zu dem Völkerbund. Wir vermissen aber, daß die Regierung un» rät: wir wollen in den Völkerbund. ' Der Auswärtige Ausschuß rafft sich nicht zu einer Stellungnahme zu dieser Frage auf. Da müssen wir sagen, da machen wir nicht mit! Muh die Regierung weitere Schritte unternehmen, ohne dast e» Hanz klar entschieden ist, ob der Eintritt Deuts«,lanb» in den Völkerbund unserem Vaterland und dem deutschen Volk nützt oder nicht? Abg. «raf Reventlow (Dslk.) wendet sich gegen die Dentschnationalen. bei denen beeeit» eine wahre Seelenruhe hinsichtlich der Außenpolitik eingelehrt sei. lieber das Februamtzemorandum, gegen das sich die Deutsch- nationalen wendeten, sei man zu weit hinaus- gegangen Seine Partei habe beantragt, festzustellen, inwieweit die Dawesgesehe v e r- sassung»ändernd seien. Wie die Datve«- gefetze so laufe auch der Sicherheit-Pakt darauf hinaus, Deutschland unter die Herrschaft der kapitalistischen Westmächte einschliestlich Amerika» zu bringen. Diese» Spiel werde den West- wächten erleichtert durch die oberflächliche leichtfertige Diplomatie deS Außenministers. DaS lranzöfische Entgegenkommen in der Räumungs- fraae war nur wieder absichtlich diktiert, den Sichcrheisspakt Deutschland schmackhaft zu machen und den Außenminister Dr. Stresemann im Amte xu erhaben. Entweder man verzichtet aus Sllast- Lothringen. oder man verzichte: nicht: einen Mittelweg gibt c« sticht. Wir meinen, diese Regierung hat keinen Schimmer einer Vefäht- gimg oder Autorisier«,«. einen solchen Veracht «usgufprechen. Anxestch« eines tautendrahrrgen deutschen «llast-Lothringen und einer ebens- laneen völligen Zngehörigkett zu Deutschland. Dast Elsaß-Lothringer, die vor dem Krrege sehr schlecht regiert wurden, nicht vrel Wert auf die etliche Zusehörissett zu Deutschland legten, 235 gegen 158 Stimmen. kann man ihnen nicht übel nehmen. (Lebhafte- hört, hört! bei der Mehrheit.) Reichskanzler Dr. Luther: Mir ist bis zu diesem Augenblick unbekannt, wie sich der formelle Abschluß dieser außenpolitischen Debatte gestatten wird. Es steht aber jetzt schon fest, daß eine große Mehrheit des Reichstages sich im Einklang mit der Note der Reichsregierung an. die französische Regierung befindet. Mit dieser Stellungnahme zeigt der Reichstag, daß die große Mehrheit des deutschen Volkes in dieser Frage hinter der Regierung steht. Dieser Außenpolitik gibt die weitgehende Zustimmung der einstimmig und unter Gesamtoerantwortlichkeit eingenommenen Haltung der Regierung ein besonderes Gewicht. Bei den kommenden Verhandlungen muß sich die Taktik der Sachlage anpassen und kann nicht vorher erläutert werden. Das Ziel wird immer sein, eine dauernde Grundlage für den europäischen Frieden zu schaffen. Deutsche land kann einem Sicherheitspatt nur auf der Grundlage voller G I e i ch b e r e ch 11 - gung und Gegenseitigkeit abschließen. Hinsichtlich der V ö I k e r b u n d s f r a g e möchte ich noch einmal aussprechen. daß die Darlegungen, die die deutsche Regierung schon nn Septembermemo- ranbum über den Eintritt in den Völkerbund gemacht hat, und auf die sie jetzt wiederum hinweist, gerade von dem Verlangen der deutschen Regie- rung getragen sind, eine wirkliche Gleichberechtigung im Völkerbund für Deutschland zu erzielen. Solche Gleichberechtigung kommt noch nicht in einer rechtlich formellen gleichmäßigen Geltung der Paragraphen zum Ausdruck. wirkliche Gleichberechtigung beruht vielmehr auf der Anerkennung, daß die tatsllchttch gegebenen verhöttniste berllcks'.chtiat werden m'ls'en. um eine wirkliche Gleichberechtigung herzu c'len. Dicie sind aber im Anwendungsbereich des § 16 der Völkerbundssetzung für Deutschland so a b w e i • chend von den für andere geltenden Verhättnillen, daß Deutschland auf eine Anerkennung dieses Unstandes und auf eine entsprechende Regelung dieser Verhältnisse ein, wie mir scheint, wesentliches Anrecht bet. Besonders die Abrüstungsfrage wird hier akut. Es ist ein vollkommen unhaltbarer Zustand, daß während der Durchführung der Entwaffnung bis zu einem Grade, der Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes wehrlos gemacht hat. andere Länder in ihrer Entwaffnung fortschreiten und die im Versailler Vertrag proklamierte allgemeine Abrüstung zu einem tot en Buch ft oben wird. Gegenüber dieser Sachlage muß Deutschland dafür sorgen, daß es wenigstens eine Gewähr dafür bekommt, daß fein Gebiet nicht Aufmarsch- und Dperationcgelänbe werden kann. Für ganz selbst- verständlich hatte ich. daß die im Gange befindliche Räumung des Ruhrgebietes nicht etwa nur eine T r u p p e n e e r I e gu n g dgrsteltt. Zu der von mehreren Rednern in dieser Richtung geäußerten Sorge kann ich mttteilen. daß bisher keine Tatsache für die Berechtigung dieser Befurchsting vorliegt. Auch ich benutze die Gelegenheit der post- tischen Aussprache, um dem deutschen Volke am Rhein. Ruhr und Saargebiet den Gruß des deutschen Vaterlandes zu übermitteln. (Lebhafter Bei- soll.) Und mit besonderer Anteilnahme gedenken wir derer, deren endgültige «esreiungostunde noch nicht geschlagen hat. Die deutsche Regierung w'rd zur Herbeiführung bis endgültigen Fr iedenszu stände s alle, tun, was in ihren Kräften steht. (Lebhafter Otta. Dr. Rosenberg (Komm): Rach dieser Rede de» Xnrk e re T)0 r - behalte für den Eintritt tn den Völkerbund mö für kn Abschluß de» SicherhettspaAe« ge- inacht. die etref-iuflim nicht gemacht bat. Dr. Ctresemann hat einen mystischen Glauben an die Srn.ade und Allmacht LnglandS. A-g. von (Breefe (Volk.) Der Reichskanzler ist mit keinem Wort auf die Entwaffnung» not e und Luft- fahrtnote eingegangen. Mir prvtesttereneegen die Salbung dieser Schmach. Mit dem Sicher' " hMtspakt wird tatsächlich der Verzicht auf ENast- Lothringen ausgesprochen. Wir protestteren gegen eine solche Anschwiichlung de» Vvkle«. Präsident Loebe: Sch nehme an daß Sie mcht den Reiierungsmitaliedern ober der Regierung Schwindel zuschreiben wollen. Aba v. Graefe: Ich mache den Vorwurf der objektiven Täuschung der Regierung und den hinter ihr fte&enben Parteien. g* nne ge- , rabe Linie von Srzberger. R-thenou zu Luther und ©trefemann und leider auch zu Schreie. (Hört hört!) Dem Gruß de» Rerchslanzlers , an hie Drüber des Rhein» und der Ruhr schlre- tzen wir uns an. Wir gehen aber weiter und schwören auch den deutschen Vrüdern am Rhein, die diele Regierung und diese Parteien im Stiche gelaste» hat. den e*mrr deutscher ■ Treue. (Veitall bei den Dölkllchen.) > Abg. Landsberg (Soz.j gibt für feine Sreitton ew ©rfUnm« ab, bie Sagialb«. namentliche Mchimmung über -e 1 ^l1 ■ - Das Haus oertaat sich aus Frntag Pors abbauvor rdmmg. A>im stiev"rläge un ft ■ entivurf ü^cr dos Recht zum Tragen der Mill är- uniform sowie kleinere Vorlagen. D»ePrüsunqderdculsä,2.t Note. Unterredung ,zw.ick>en Dr . L 0 n d 0 n, 24. Juli. (Havas.» Der fv. r- " 1 Votschaf'er d e 51 e u r i a u hat.,' c c e e wichrigr Untcrrevung m.t Lhamberla - 2 ~c Vo l schuf ter, der im Lauf: d. s Vor .1 > , e lange o t e deS Q 1 a i d'O rsay m sich! des Austenministers Vrian^ lll e deutsche Rote erhalten hatte, Hal >» i". -* t die Komme,'.lare VrlandS zum be -t > n »- ranbum und zu jedem ei.izelnen ferner graphen entwickelt. D.e Unt-rred t.j jivi 1 Sem Staatssekretär und dem Votic'>rftrr öe'< t ben Veginn einer Prüfung, die n i-r WahNchri-ckichke t nach lang und sehr verwickelt sein wird Der diplomal sche Derichterstatt , de' 4 a ly Telegraph" schreibt, daß die englische Di maten und Rechtssachverftänbij-■ 1 de P der drutsch-n Rote n 0 ch n i ch t b ende', h-.'de 1. Da daS Kabinett noch keine Stelluno. nien hätte, habe Chamberlain z- b -n • >n Frankreich aufgerollten Fragen noch nicht» sagen können. Roch dem Vericht d-s R-e> - erftatters soll be Flruriau beso de-S So 3 der deutschen Rote, der sich auf die mJjli c, e Aenderung des Rheinlanbrea imeS beziehe, al» unwesentlich und b'uvtsLch'ch für den deutschen Innen gebrauch befHuunt bezeichnet haben. Aus de« Reichs.agraur chlllse«. Der Auswärtige AnSschus des R-ichstags behandelt -anächft den tAesetzent- tourf über den deutsch-schwedischen und deutsch - sinni s ch en Schied»2erichls- und V e r g l e i ch S v e r t r a g 3r - er •' -r.e* rung lam insbesondere der Wunsch zum Qhidbtucf, dast dem Au-wärtigen Ausschuh möelichst l>ald Gelegenheit gegeben werde, zu ben ® r u 1. g - Problemen des Dhstem» der Schiedsgerichts- Verträge Stellung zu nehmen. Damit etfllrt 04) der Regierungsvertreter einverstanden Der Vorsitzende, Ri ü l l e r - Fransen iSo».). stellte dast die beiden Vertrage mit Schweden und Vn- lanb die Zustimmung des Ruswärtigui Rus- schusse» gefunden haben. E» fr,Igle eine Ve.xttung über den Gesetzentwurf betreffend den Warenaustausch zwischen Deutschland und dem Saargebiet in Verbin'ang mit e.nee Diskussion über die deutsch-französischen Handelsbeziehungen. Dc Hsndclspolitischc setzte die Generaldebatte über die Agrarzölle .ort Abg. Cammers (Z.) berichtete über das Zsllkam- promiß der Regierungsparteien. Die ftompromifj- Parteien Hütten sich bei ihrem Vorgehen auf das Ergebnis der Agrarenquete gestützt. Mer. Breit- scheid (Soz.) fragte den Minister, »b die Regte- rung nunmehr ihren ursprünglichen ;-;o!Ientanjrf aufgegeben und sich den Äompromifipurteien unter, warfen habe. Reichsernährungrminifter Graf Könitz entgegnete, dar Kompromiß habe ursprünglich feinen Ausdruck in der Reoierungsaar- läge gefunden, der alle Äabinettsmitglieber j-ige- strmmt hätten. Inzwischen '.ien bei ben Regierungsparteien gewiße Bedenken aufgetaucht, bie ju ben Aenderungen geführt hatten. Er bedauere, daß bie Mindestzölle für Getreide fallen lassen feien, denn gerade das Getreide brauche einen besonderen Schutz. 5a- bessen sehe die Reichsregierung ein, daß heute Sieh und Fleisch einen viel größeren Wert tzaben ate früher, und daß sich darüber retzan laß«, wetche b«r Das gollkompromitz. Solange auch bas Zollkompromih der Re- Qienmflar1eien au erwarten war, so überraschend kam es letzten EnbeS doch, vor allem für die Opp ttnon Die Opposttton hat t«n Mittel unversucht gelassen, um seit der Vorlage bc» D.-ikEntwurf»» eine gewisse Wnttnrtung auf das ^rlikern.Promis) ',u erziclen. Diese Destrebun- gen setzten vor allem beim linken Zen- t r u m 3 f l ü g c l ein, wo sie '»ei der Wirth- Gruppe zunächst auf dankbaren Dsden fielen. Demgegenüber ist es von befonlxrer Dedeutung, Ixch bei b r endgstltigen Zustandebrinqung und bei der Formulierung des Kompromisses die Initiative sehr stark auf Seiten des Zentrum» war. so dast nun also das Zentrum schon niu» Presiig-interesse sorgen wird, dast nun auch niemand mehr von dem abschwenkt, was nach vielen Mühen zustande gebracht ist. Gras K a n i tz hat im Handelspolitischen Aussch-st bereit» erklärt, dast die Regierung trotz schwerwiegender Vedenkett sich dei, Kom- romihi'-rrfchlag der Regierungsparteien z u igcii machen w rd, um im Augenblick tt>e- ligstens daS zu erreichen, waS erreichbar ist. Man kann nun mit ziemlicher Gew stheit damit rechnen, ah die toc terc D?ratung der Zollvorlctge ohne vesentliche Hemmungen vor s'ch gehen w rd Denn '.»ei der j»Ht er- eiten Oinig'-tug kann man mit der 'N sich schon über d e Mehrheit verfugende Unter- '.-ipm-i der Regierungsparteien, auher- >cm aber auch auf die völkische Srnppe rechen, die am Komprom st zwar nur teilweise durch tre .Unter!t^rift beteiligt ist. die die anderen Anträge aber nur darum nicht unterschr eben hat, weil sie die vorgesehenen Komprom stsätze nicht al▻ ausreichend an iebt. Rach den Erklärungen de» demokratischen Redners in der ersten Lesung im Plenum mkihte man eigentlich auch annehmen, 5afi j.cht auch d e Demokraten hre Zustimmung nicht mehr versagen können, ,>ciin sie bei ihrer handelspolitischen Stellung Anspruch daraus erheben wollen, als sachliche Mitarbeiter angefprochen zu werden. Damit wäre die Zolloorlage parlamentarisch idbcr gestellt. Schon wesentlich ander» sieht es ,it dem E i Li au», n-nn man an die volkswirtschaftliche V4deutung deS Kompro- lisses herangebt Bereits die Regierungsoor l a g e to-ar in ihrer ursprünglichen Form das Grgcbni» eine« Kompromisse», und >war eines Kompromisse« zwi'chen denselben Parteien, die jetzt da« ZolVomyronnst justande leb.acht biben. Und bereits die Regierungsvorlage z.ttzte deutlich gerade bei den lanb- N'irtschastlichen Positionen den Eharak^er des KomP^-on-ille». Sonst hätte man nicht bei d.-n Agrarzoll^risen die Äolsenttoertung un» die völlige ^Imschichtung der Produktion»- und ?lbsatzverhältnisse in der Welt außer acht lassen können. Diese lediglich unter politisoven Gekicht«- punTten zu verstehende Abfchwächu n g der igenttichen wirtschaftlichen, d. h. prodrcktior^- poliüfchen Tendenz de» landwirtfchaftlichen Zvll- mifS tritt nun noch schärfer in dem jetzigen Zolkkompromih zutage. Der einzige wesentliche Vorteil gegenüber der Regierunaeoorlage ist die Erzielung von M i n d e ,t z c. 11 e n für Vieh. Aber dieser, zwei- lellos wesentliche Vorteil wird durch die anderen Änderungen doch mehr als ausgeglichen. Die M in- Se st z 0 11 e für «Betreibe sind gefallen. Auch in den übrigen Positionen hat man sich auf gewisse Ermäßigungen eingelaffen. Dor allem aber erscheint hie Freigabe von Gefrierfleisch m der Hohe her letztjühriaen Einfuhr ohne jeden Zoll be- denklich. sic ist geeignet, schon für sich allein den Mindestzoll für Vieh illusorisch zu machen. Denn damit und mit der Riedrigholtung der Tarife für Lttchprodukte wird das Ausland geradezu dazu an- qcreixt, anstatt des Imports von lebendem Vieh den Import oon Diehprodukten und Ge- f r i e r f l e i f d) zu betreiben und damit die Vieh- vrcise unter Umständen noch stärker zu drücken als durch den eigentlichen Siebimport: dabei entgehen der deutschen Volkswirtschaft zugleich im entsprechenden Umfange all die Arbeitsmöglichketten, vorwie- end außerhalb der Landwirtschaft, die sich sonst ms der Schlachtung und Verarbeitung des m Deutschland geschlachteten Viehs ergeben wurden. Die Zurückstellung des Getreides gegen- ü b e r dem Vieh bringt auherdem die Gefahr mit sich, daß weite T..recken nicht befbnders erstklassigen - Bodens chr Rückgrat verlieren, welches hier, und nicht etwa nur beim Großgrundbesitz, stets das Getreide allein fein kann. Dazu kommt bie Er- mächtigung ber Regierung, im Einvernehmen mit hem Reichs rat und einem Reichstagsausfchuß die Zollsätze zu ändern ober aufzuheben. Das kann ein ähnliches unsicheres Element in die deutsche Zollpolitik bringen, rote es mit Rechts von Zereitfchaftszöllen erwartet wurde. Bei dieser Sach- läge ist also die Enttäuschung der Landwirtschaft öder das Kompromiß durchaus zu verstehen. Da es nun aber für den Augenblick die einzige Basis bildet auf der man überhaupt mit sofortiger Dir- •ung («nb«>irtf*aftli wird man es doch nicht adlehnen dürfen. Es erscheint aber bringenbft notwendig, daß ber Reichs- i'., in Cin»r besonderen Entscheidung zum Ausdruck 'ringt daß die wesentlichen Zollpositionen außer sen VrehßSllet auch nicht über eine bestimmte Grenze hinaus im Handelsvertragswege abge- handelt werden dürfen. aiiionen man unter Mindestzölle [teile. Bedenk- 11 ch erscheine der Reichsregierung die völlige Freigabe van Gefrierfleisch. Im ganzen glaube die Regierung ihre Bedenken über gewisse Einzel- uunfte des Komprornifles zurückstellen zu können. Auf eine Anfrage des Abg. Breitscheid teilte der Minister noch mit, daß die beteiligten Ressortminister ihre Zustimmung zum Kompromiß c/pfben hatten. Lon den Sozialdemokraten wurde in Gestalt eines Antrages ein Ernährungs-Jn- lens ioierungs Programm für die Landwirtschaft vorgelegt, das u. a. Abbau der Jn- duftriezölle, Verlängerung der Zollfreiheit für Le- bensmittel um ein Jahr, eingehende Prüfung der Lage der Landwirtschaft durch einen parlamentarischen Nntersuchungsausschuß, Aufhebung sämtlicher Ausfuhrverbote für Agrarprodukte und Aufhebung der Umsatzsteuer mindestens für Brotgetreide fordert. Der Lteuerausschuft des Reichstages erlebte die Verbr auchs - steuern. Bei der Weinfteuer ea-gab die 2T6* ftimmunf Mlehnung PL>es Steuersatzes, so daß sie Dorlage ohne Steuersatz an daS Plenum kommt. 6in Antrag der Sozialdematraten und Demokraten wurde angenommen, der die LI n 1 e r- stühung von Tabakar beiter n, Arrgestell- len und Hausgewerbetreibenden vorsieht, soweit sie durch das Gesetz arbeitslos werden. Angenommen wurden auch die Anzekdorschriften über die Verbindung von Banderolen - und Materialsteuer bei der Zigarette. Für das Inkrafttreten deL Gesetzes kommt frühestens der 1. Oktober in Betracht. Zugestimmt wurde auch einem deutschnationalen Antrag auf Errichtung eines Tabak-Forschungsinstituts. Die Not des Saargedietes. Sie fortschreitende Räumung des Ruhrgebietes hat automatisch ein immer schärfer werdendes Auftreten der französischen Besatzungsbehörden im südlichen Teile des Rheinlandes ausgelöst. Nun haben sich auch die Vertrauensmänner des Völker- b u n de s an der Saar zu dem französischen System der Drangsalierungen und des Terrors bekannt. Es ist noch in aller Erinnerung, daß die saarländischen Eltern aus Anlaß der I a h r i a u s e n dfe i e r ihre Kinder vom Schulunterricht fernhielten. Dieser Borgang hat im Kreise der Saarkommisfion eine heftige Erregung hervorgerufen, an alle Lehrer ist sofort eine Verfügung ergangen, jenen Kindern, die seinerzeit den Unterricht versäumt haben, die Verweisung von den An st alten anzudrohen oder sie auch vom weiteren Besuch der Schule aurzuschlie- ßen. Natürlich ist ein T s ch e ch e der Handlanger der nach der französtschen Pfeife tanzenden Saarkom- mifsion, es konnte ja auch nur ein Tscheche sein, da bekanntlich die tschechische Nation in der Unterdrückung und Schikanierung des Deutschtums in Böhmen so ziemlich das Unglaublichste leistete, was auf diesem Gebiet überhaupt zu erreichen war. Die Pariser Gewaltigen scheinen den gegenwärtigen Augenblick wirtschaftlicher Not an der Saar für geeignet zu halten, um Frankreichs Einfluß auf die saarländischen Verhältnisse noch erheblich zu verstärken. Der Währungsverfall in Frankreich hat die saarländischen Bergarbeiter in eine geradezu katastrophaleNotlage gebracht, da sich die frcmzösiichen Bergherren bisher stets weigerten, die Löhne entsprechend den Kursrückgängen des Franken zu erhöhen. Die Dinge sind jetzt soweit gediehen, daß zwischen dem Lohnniveau und dem Niveau der Lebensmittelpreise eine ungeheure Spanne besteht. Die Bergarbeiter wollen es jetzt auf eine gewaltsame Austragung der Lohn- ffreitigfeiten ankommen lassen, mit einem Streik < u f den Saargruben ist binnen kurzem zu rechnen, wenn sich die französischen Grubenbesitzer nicht im letzten Augenblick für die Annahme der cmfgestellten Lohnforderungen aussprechen sollten. Daran ist aber kaum zu denken, die Politik der französischen vergwerkrdesitzer geht einzig und allein darauf hinaus, aus dem Saargebiet herauszuschinden, was sich überhaupt nur herausschinden läßt. In den Gruoen wird ein ungeheurer Raubbau getrieben, der jetzt schon soweit gegangen ist, daß ganze Ortschaften wegen der durch den Abbau wichtiger Pfeiler entstandenen Erdsenkungen in die Gefahr des Einsturzes gekommen sind. Die Hauptlast der französischen Ausbeutung haben natürlich die Lohn - und Gehaltsempfänger zu tragen. Damit aber die deutschen Bergarbeiter auch weiterhin willige Objekte der französischen Grubenbesitzer bleiben, haben diese sich schleunigst aus Frankreich zahlreiche Panzer- automvbilkolonnen verschrieben, die in dem Augenblick in Tätigkeit treten sollen, in dem es der deutsche Bergarbeiter wagen sollte, die Arbeit nie« derzulezen. Streiken die Bergarbeiter, bann werden eben die französischen Maschinengewehre spielen. Das nennt man Dölkerversöhnung, die angeblich die Hauptaufgabe der Liga der Nationen ist. Die Krisis im Saarkohlen- dercchcm. Saarbrücken, 24. Juli. (T. U.) Die Versuche der Gewerkschaften, den drohenden Streik im Saar'oergbau in letzter Stunde im Interesse der Allgemeinheit zu verhindern, sind von der Berg- werksdirektion strikte abgelebt worden. Trotzdem von einem Bruttoertrag der Saargruben in den Jahren 1920 bis 1923 von 509 Millionen allein 228 Millionen Frcs. als Reingewinn in die französische Staatskasse geflossen sind und seitdem bedeutende Gewinne aus den Bergwerken herausgewirtschaftet werden, will die fron- osische Verwaltung bei der statistisch festgestellten ’ßprojentigen Teuerung unter keinen Imständen über die angebotene öprozentige Lohn- rhöhung hinausgehen. Infolgedessen ist jetzt bereits i mehreren Dertrauensmänneroersammlungen der 'ergarbeiterorganifationen beschlossen worden, aus er für Sonntag einberufenen Reoierkonfe- en j den General st reit zu proklamieren. Die aarregicrung selbst hat sich trotz mehrfacher ifforberung bisher geweigert, in dieser für 5 gesamte wirtschaftliche Leben des Saargebiets T;erit wichtigen Lebensfrage — es handelt sich um ja 74 000 Bergleute — zu vermitteln. Dafür d aber gestern aus der Richtung Saargemünd ie g'.ße.e Anzahl Tanks in das Sa arge- e t transportiert worden, die anscheinend die Aus- ■tt'mg von Land und Leuten des Saargebietes rch das französische Grubenkapitat mit mili« .irischer Waffengewalt unter stützen llen. Die Erregung unter der Bergnrbeiterbevöl- ■rung ist derartig groß, daß es in den kleineren rubenbezirken bereits zu mehrfachen ernsten Zwi- '’cnfäUcn gekommen ist. Schwere Niederlage der Franzosen in Marokko. Räumung dcr Stellung vor Fez. Madrid. 24. 3ulL (I.1L) Nach Meldungen aas Tanger wurden die Jrautojen, obwohl sie neue Reserven cinsehten, unter schweren kämpfen gezwungen. die Stellung von $ e 3 Z u r ä u - m e n. Auch bei A i n 2N a t o n e f wurden die Franzosen trotz Einsetzung von 10 Bombenstugzeugen geschlagen. Wesentlich günstiger lautet natürlich der Bericht der französischen „Haoas"agentur. Danach haben die Rifkabylen einen lebhaften Dorstoß auf A i n Aicha und A i n Ttaatuuf unternommen. Als sie unter starkes Feuer der französischen Artillerie aller Kaliber genommen wurden, flohen sie nach Norden, wobei sie die Bevölkerung und das Vieh aus allen Dörfern nördlich der Linie Djbel Aghil- Taunat-Senhadja mit sich führten. Teile der neuen Division konzentrierten sich in der Gegend von T a z a. Die aus verschiedenen Frontabschnitten heute vormittag eingetroffenen Nachrichten bestätigen, daß in der allgemeinen Lage eine Entspannung eingetreten sei. Marschall Petain habe sich nach dem Frontabschnitt von Quezzan begeben, wo er mit dem aus Fez eingetroffenen Oberkommandierenden der Marokkotruppen, General Raulin, zusam- mentreffeen werde. Das französisch - spanische Tangerabkommen. Die französisch-spanische Marokkokonferenz hat ihre Arbeiten beendet. Als letztes Abkommen wurde ein Dertraa unterzeichnet, der nach den Blattern die Neutralität und Sicherheit Tangers gewährleisten soll. Was eigentlich unter diesem Abkommen verstanden werden muß, läßt sich aus diesem knappen Angaben um so weniger ersehen, als ja durch den Vertrag von Algeciras England und I t a l i e n an der Garantierung der Neutralität der Tangerzone mitbeteiligt sind. Es darf allerdmas nicht übersehen werden, daß vor Abschluß des Abkommens Spanien und Frankreich besonders mit London Fühlung genommen Haden, in der Absicht, England zur Beteiligung an der Blockade zu bewegen. Frankreich und Spanien sind sich vollkommen darüber klar, daß die auf der Konferenz beschlossene Blockade der Rifküste vollkommen unwirksam verlaufen muß, wenn nicht auch der internattonalisiete 5)afen von Tanger in die Maßnahmen eingeschlossen wird, lieber Tanger erfolgt unter den Augen der Franzosen und Spanier bie Belieferung der Rifkabylen mit Waffen und Munition. Trotzdem scheitern alle Versuche, die Beteiligung der E n g l ä n - d e r bei der Verhinderung dieses Zustandes zu gewinnen, an der Berufung der englischen Regierung auf den Vertrag von Algeciras. England lehnte eine Beteiligung mit der Begründung ab, daß diese Abd el Krim, der bis jetzt peinlichst die Neu- tralität Tangers gewahrt habe, veranlassen könne, sein bisheriges Verhalten gegenüber England zu ändern. England will jede Gefahr einer kriegerischen Verwicklung mit den Rifkabylen vermeiden. Spanien und Frankreich haben sich vorläufig dadurch einigermaßen zu helfen gesucht, daß sie ohne die Genehmigung Englands uno Italiens ihre V o l i z e i - kräite in Tanger verdoppelt haben. Damit haben sie aber nur erreicht, daß England und Italien nur um so sorgfältiger alle Schritte der beiden Mächte in Marokko überwachen. Es wäre möglich, daß sich das Abkommen in Marokko auf diese Verstärkung der Polizeikrast bezieht und ihnen nachträglich einen Schein des Rechtes gibt. Fraglich ist aber, ob praktisch durch diese Berdoppelung der Polizeikräfte erreicht werden kann, daß die Waffenlieferungen über Tanger an bte Rifkabylen auf- bören. England wird besonders darüber wachen, daß sich die Polizeikräfte /einerlei Uebergriffe zuschulden kommen lassen, durch die die Neutralität Tangers verletzt wird. Für England ist die Berufung auf den Dlgeciras-Vertrag ein willkommener Anlaß, sich von einem Eingriff gegen Abd el Krim fernhalten zu können, da es sicher von einem gegenteiligen Verhalten Schwierigkeiten in anderen Teilen seines weitausgedehnten Kolonialreiches fürchten müßte. AsgebsicheM-enrbe-ingMgett Mi) el Krim*. Paris, 24. Juli. (TU.) Im Mittelpunkt des Interesses steht das vom „Quotibien" abgedruckte angebliche Friedensangebot Abd el Krirns, das folgende Punkte aufführt: 1. Der Rtssiaat soll anerkannt und vom Völkerbund mit einem Stand ähnlich dem von Afghanistan garantiert werden. 2. Der Sultan von Marokko soll von den Ristenten als oberster Zührer anerkannt werben. 3. Das ganze Gebiet der Djeballa soll in Rifienke einbefchlofsen und das Korbufer des Flusses Uergha die sichtbare Staatsgrenze bilden. 4. Spanien soll Ceuta und Melilla als verleidig-.'.ngsbasis sowie die Cifenerzgruben südlich von Melilla behalten. Die Riileute sollen die Erlaubnis erhalten, ein stehendes Heer zu unterhalten. $ßt die wirtschaftliche Entwicklung des Landes werde der Völkerbund erbeten, eine kleine Anleihe zu gewähren. Frankreich und Spanien sollen Erleichterungen für handel und Eifenbahnkonsimktionen angeboten werden. wie dasselbe Blatt erfährt, feien die Rifleute gewillt, ein Drittel der franzSiifchen und fpa- nischen Gefangenen ohne Lösegrld s r e } u - lassen und ihre politischen Agenten aus dem französischen Protektorat zurückzuziehen. Blatt weigert sich, die politische Persönlichkeit zu nennen, von der es diese angebfiAen Friedensbeiüngungen des RiffuhrerS erhalten nat. Am Quai d'Orsay weist man darauf hin, daß Abd el Krim im Besitz formeller französischer und spanischer FriedenS- Vorschläge sei und daß sich eine gemischte französisch-spanische K ommissivn im Lause der letzten zwei Wochen schon zweimal nach Aidir begaben habe und von Add el Krim empfangen wurde. Die Kommission stehe unter der Führrmg von Eccevarieta. Gin Brief mit den Friedens Vorschlägen sei bei der zweiten Reise nach Ai.'rir bei QI)') el Krim zurückgelassen worden. Gin» A kiwort sei dis zur Stunde auf dem vereinbarten Wege noch nicht erfolgt. Die Vermutung hat viel für sich, daß die Friedensbedingungen, die außerordentlich bescheiden e:f ;e'-en, a is einer sranzö i'chen Feder stam.'.en und eS sich lediglich um einen BrrfuchS- badon handelt, nm festzustellen, ob auS dem Rif ein günstiger Wind weht, der vielleicht die 2In- knüpfung von Friedensverhandlungen ermöglicht. Die Franzosen haben allen Grund, sich um die Wiederherstellung des Friedens in Marokko zu bemühen. Die Aufständischen sind nach wie vor in einer glänzenden Situation, eS muß weiter mit ganz ernsten Verwicklungen^ im übrigen Ma- rollo gerechnet werden. Will Frankreich wirklich Frieden und nicht nur eine Atempause, um dann mit herbeigerufenen Reserven über Md el Krim herzufallen, dann muh eS schon ganz andere Bedingungen zur Erörterung stellen. Englische Stimmen zum Marokkofeldzug. London, 24. Juli. (TU.) Nach Ansicht des Korefpondenten des „Evening Standard" werden sich die französischen Schwierigkeiten in Marokko in her nächsten Zett noch steigern. Großes! Mißfallen erregt die Besteuerungsmethode der französischen Behörden in Marokko, die Steuern von Grund und Boden anstatt von dem Ernteertrag ansetzen. In diesem Jahre ist die Ernte in Marokko sehr schlecht. Die Folge sei, daß die Steuer auf die Bodenfläche doppelt schwer empfunden werde und zu weiteren Aufwiegelungen Anlaß gebe. In einem Aufsatz über die Bedeutung des marokkanischen Krieges fragt der „Outloo k", wie es komme, daß die größte Militärmacht der Welt Freiwillige einfteUen müsse. Der Grund fei, daß die französische Militärpolitik in Europa einen Vernichtungskrieg als Möglichkeit ansehe, bei dem jeder waffenfähige Franzose notwendig sei. Die Franzosen müßten aus diesem Grund Freiwillige für Marokko mobil machen. Die Deutschen seien m.t ihrer Ansicht völlig im Recht, wenn sie die R ü u m u n g der Ruhr vor dem festgesetzten Datum nicht als Freundlichkeit gegen Deutschland betrachten, sondern fie auf den Druck der französischen Lage in Afrika zurückführen. Das englische Flottenbauprogramm. Eine Erklärung Baldwins im Unterhaus. London, 23. Juli. (WTB.) Premierminister Baldwin teilte im älnterhaus mit, daß im Oktober mit dem Bau von zwei Kreuzern und im Februar mit dem Bau zweier weiterer begonnen werden soUen. Dies bedeute für das gegenwärtige Finanzjahr den Bau von vier Kreuzern und für das nächste 2ahr den von drei Kreuzern. Die Regierung hat ferner beschlossen, jährlich neun Zer - ftörer und sechs Un terseeboote ein* chließlich verschiedener ErgänzungSschiffe zu bauen. Dieser Bau soll im Finanzjahr 1926'27 beginnen. Mit diesem Bauprogramm soll eine Vermehrung der Ausgaben der gesamten Vor- anschläge für die Seestreitkräfte nicht verbunden sein. Die friedliche Weltlage und das Fehlen von irgendwelchem Antagonismus zwischen den Großmächten zur See habe es ermöglicht, die vor zwei Ilahren gemachten Borschläge beträchtlich a b z u ä n d e r n. Einige der neuen Kreuzer würden dem bestehenden Zehntausendtonnentyp entsprechen. Die anderen würden mit ungefähr 8000 Tonnen etwas kleiner und daher billiger sein. — Henderson kündigte an, daß die Opposition am nächsten Dienstag eine Aussprache über diese Erklärung Baldwins herbeiführen würde. Die Kabinettsbildung in Holland. Amsterdam, 23. Juli. (TU.) Die Presse gibt bereits die voraussichtlichen Mitgli^>er des neuen Kabinetts bekannt: Coliyn Finanz* minifter und Ministerpräsident, van Dijk Kriegsminister, Westerveld Marineminister, van Karnebeek Außenminister, Rutgers Minister fiir Arbeit, Handel und Industrie, d e Geer Zustizminister, DongaertS Minister für Wasserverwaltung, K ovlen Minister des Innern und wahrscheinlich auch für älnterricht. Weiter besteht Aussicht, daß noch ein neues Ministerium für Landbau geschaffen wird. Als Kandidat dafür wird daS Mtt^ied der Ersten Kammer, D i e p e n h o st, genormt. Cs ist fraglich, ob Minister de Graaf Leiter des Kolvnialamtes bleibt. Ms seinen Rachfvlger nennt man den Aba. van Rijckevvrsel. Da der Ministerpräsident protestantisch ist, wird die römisch-katholische Partei den Posten des Präsidenten der Zweiten Kammer für den bisherigen Ministerpräsidenten Ruhsde Beerenbrvuck verlangen. 3n einer stürmischen Sitzung hat die sozialistische Partei heftig gegen ein Ministerium unter Leitung von Coliyn protestiert. Bandenunwesen m China. Peking, 23. 3uli. (WTB.) Major Morgan Palmer, ein Amerikaner aus Chicago, der in der nördlichen Mandschurei im Sntereffe von Flüchtlingen auS den HungerSnotbezirken eine a r m betreibt, ist am letzten Montag von Räubern überfallen worden. 2m Lause des Gefechtes, daS sich entsponnen hatte, wurde Palmer getötet und der Augenarzt Dr. Howard vom Rockesellerinstitut in Peking gefangen genommen. Die anderen Ausländer sind entkommen. Der amerikanische Konsul in Chardin hat sich zu T s ch a n g t s o l i n begeben und ihn ausgelordert, die Freilassung des Arztes zu bewirken. Wie daS Reutersche Bureau erfährt, hat sich die Lage im Gebiet von Tschenfan und im Linnern von Szetschuan gebessert. Die Konsu'aiSbeamten halten daher im Augenblick die Räumung der Missionen nicht für notwendig. Aus aller Wett. Wrotze Mosr- und WnILbrande in Hannover und der Mark. Bremen. 24. Juli. (SU.) Ein großer Moor- und Hci brand wütet zur Zeit im L i ch- lenmoor bei Rienburg a. d. Weser. DaS Feuer, das gestern au3j brvchsn war, hat bereit« über 4000 Morgen Moorland ergriffen. Die te-Hsrische Rtthilse von Rien- bürg f ytuie die SinwohneriHast der Moorgrenz- orte beteiligen sich an den -arbeiten. Reiben großen ausgest-spelten Dorsmeng-on find 1147 Moorbinsem str^cle'i verbrannt. DaS Feuer setzt sieh, vom Ostwald getragen, in westlicher Richkmrg fort. ES sind inzwischen versthiedene n eu e D r a n d he r d e entstanden. Die umlie- genden Ortschastett sind durch Aorieg lung von dem weiteren Ausbreiten des Feuers gesichert. Das Feuer ist durch die älnvorjichtig^ feit viehhütender Kinder entsta-rden. In der ßünebttrger Heide ' stehen an der Grenze der Regierungsbezirks Cüneburg und Hannover, vor allem im Kreisq Burgdorf, etwa 5000 Morgen in Flainmea. Der Brand begann bereits am Freitag. Zur Eindämmung und Bekämpfung des großen Bran- deS sind sowohl Formationen der Reichswehr wie Polizeitruppen und Mannschaften der Technischen Rothilfe aus Hannover und Lüneburg an der Arbeit. 3m Regierungsbezirk Lüneburg hat der Brand auf den fiskalischen Hochwald übergegriffen. Dom Kreise Burgdorf aus ist der Brand auf den benachbarten Kreis R e u- stadt übergesprungen. Auch dorthin wurde Jofort Schutzpolizei zur älnterstühung der Löscharoeiteir geschickt. Man hofft durchaus, den Brand an der weiteren Ausbreitung hirrdern und mehr eindämmen zu können. Weder Menschenleben noch die Ernte wurden bisher vemttchtet oder gefährdet. infolge der Dürre entstand im Steckelsdorfer Gemeindeforst bei Magdeburg ein großer Wnldörand, der sich schnell fortpflanzte und bisher den SchoUener und Großwudieker Forst innerhalb zweier Stunden in einem Umfang von mindestens tausend Morgen Wald ergriff. Das Feuer nahm seinen Weg von Ebelgund nach der Chaussee Stepelsdorf—Schöllcha und Hot Hot sich von dort durch Funkenflug auf die andere Straßenseite ausgedehnt. Die Verbindung Rathenow — chavelsberg i ft durchbrochen. Zur Hilfeleistung find außer den in der Nähe stationierten Reichswehrregimentern auch Spandauer Pioniere herangezogen worden. Die Dörfer Plietz und Karlstol sind bereits geräumt worden. Auch andere Dörfer, an die sich das Feuer bereits herangefressen hat, werden geräumt. Durch Funkensluo entstand im Gebiete der Ober- sörsterei K ü t t bei Hermskruo ein Waldbrand, dem bis gestern abend ein halbes Joch Waldbestand zum Opfer gefallen ist. Feuerwehr und Militär aus Altdamm wurden herangezogen. Es ist dies der dritte Waldbrand, der in diesem Jahre in der Oberförsterei Kütt entstanden ist. Die Stuttgarter Stadthalle eiugeftürzt. Stuttgart, 23. Juli. (TU.) Heute nachmittag kurz nach 1 älhr wichen die in der neuen großen Stadthalle, die im nächsten Monat durch den Deutschen Kcttholilentag erstmals in Betrieb genommen werden sollte, bereits aufgerichteten sechs großen Holzkonstricktiomtbinder dem Luftdruck und stürzten unter furchtbarem Krach zusammen. Zahlreiche an dem Bau beschäftigte Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. Die Bergungsarbeiten dauern noch an. Von allen Seiten werden Schwerverletzte in privaten' und städtischen Autos in verschiedene Krankenhäuser abtrairsporttert. Dis jetzt sollen etwa 5 Tote und 15 Schwerverletzte geborgen sein. Feuerwehr und Aerzte waren sofort zur Hilfeleistung erschienen. Die Wucht der stürzenden HoIzmaffen kann man davon ermessen, daß ein unter den Bindern stehendes Gespann (Wagen mit Pferd) buchstäblich zusannnengequetscht wurde. 3n der geplanten StadthaUe waren 8000 Sitzplätze vorgesehen. Die große Holzkonstruktion wird zur Zeit nach dem Zellinger-Shstem auf massive Detonmauern montiert. Der sechste Binder war heute mittag bereits aufgestellt, als unerwartet ein Sturm einsetzte, der den Binder auS seinen ümftridungen löste und die bereits stehenden fünf Binder mit umwarf. Die Halle brach durch den ungeheuren Anprall ganz in sich zusammen. Schweres Unwetter in Loudou. L o n d o n, 23. 3uli. (WTB.) Rach dem gestrigen, bisher heißesten Tage dieses Jahres wurden ßonbon und die Umgegend in der vergangenen Rächt von heftigen Gewittern mit Degen und Hagel heimgesucht. Der Blitz verursachte verschiedene Brände. Hunderte von Fenstern wurden vom Hagel zerschlagen. Der Sturzregen überflutete viele Straßen, so daß daS Wasser in Häuser und Läden einöranfl. Eine Reihe von Personen wurde durch Hagelkbrner von ungewöhnlicher Größe verletzt. Die gestrige Regenmenge war die größte seit Zähren. In der Rähe von Sevenocks wurde eine Feuerwachtstation vom Blitz getroffen und innerhalb von zehn Minuten durch Feuer zerstört. Ein Spitalfaal in der Rähe von Dart- fold wurde ebenfalls vom Blitz getroffen und brannte ab. Der Saal war glücklicherweise leer. Schachkongreß tu Breslau. 3n der vierten Runde des Meisterturniers gewann Riemzowitsch durch überlegene Spielführung gegen Blümisch. v. Gottschall überraschte wieder durch einen glänzenden Sieg über Sämisch. Reti hielt seinen Positionsvorteil gegen Prof. Becker siegreich bis zum Schlüsse fest. Grüisteld erbrütfte Moritz in einem hervorragend geführten (Jnbfbiel vollständig. Rach achtstündigem schweren Kampfe mußten sich die beiden Grohin-eister Bvgoljudow-R' b nftein mit remis begnügen. Auch Dr. Tarrafch m> ßte sich gegen Wagirer mit rem:8 zufrieden geben. Sn der vierten Runde deS Rundenturn'er S siegte Schmitt gegen ‘Bergmann durch ein älebersehen des letzteren, Gilg gegen Kafthenner durch gutes Spiel, v. Holzhansen gegen Müller in einer für Holz- Hausen auf Verlust stehenden Partie, Kühn durch starke» Spiel g^gen Hussong. Orb ach konnte gegen Schömnann nach achtstündigem Sp'e'e nicht mehr alt rerniS erzielen, ebenso F:chS gegen Urbach. Schwerer Aukounsall bei Siegen. Vergangene Nacht überschlug sich in der Nähe der Kronprinzeneiche ein mit drei Personen ^e- setzter Kraftwagen. Der Kaufmann Fey aus Siegen und der Obermeister Werthebach aus Wei- denau wurden getötet, während der dritte der Insassen mit dem Schrecken davonkam. Derand-rliche Bewöl'-mg, Tcmi>eraturen wenig anstei.ie-d. steilentvei^e R'ederschläge. Durch die RordwärtSb^wegung deS gestern morgen nach Süddeutsch!and Hine'nreichm" en Qlutläde.-S der westlichen Zyklone wurde die östlich? Lrsistromung un'er°s Oeb etct horäbev- n • b ;rJ> westlich? kühlere Lust überwunden, so daß kräftiger (teilweise g?iv't er Hafter) Reg^n Krefc*rrg: rß und LDkühuing eintrat. D e ©taWiiät der Wr.' -ringe ist zunächst unterbrochen, da die ßuftibru J,T*CTt?;I’rng auf dem Kontinent sehr un- reg^imäßig g worden ist und zunächst wechselnde Lr^tströmung in Aussicht steht. T, . k8««Ä8,v' -"/LK'L i.°Jen 6er?^tQn- S» §5? Lr/Zr ÄÄ Ü% 6er ' bernich7^ tfhei A^rkeü- löbranb Mut9fut Kr ^bisher rf'Ä*ta‘ ÄnS ^elgM !ZW ’nb im Qebittt btr Ob» tru9 «n Waldbrand dr ' «NMbefS^ -^r unb Militär aus Ali. W5 !f,!ies dttdriiie Jflf)rc in ber Dberjötlttm ldthalleeiugestürzt. ÜL??'1 ^ute nach- tol(9en die in der neuen 1 nächsten Monat durch •<% erstmals in Beiried bevnts ausgerichtrren ^wntburder dem Süll- furchtbarem .^cach zu- ii 'Bau beschäftigte Ar- Trümmern be» cbeiten dauern noch an. Vchvewerie^te in {m- A in verschiedene Kran- - MS jetzt sollm etwa verletzte geborgen sein, waren losort zur Hilfe- Ducht der stürzenden tawn ermessen, daß ein mdes Gespann sDagen rsannnengequetscht wurde. Sta&tßaue waren 8000 ie große SoljtonJmiX- dem Zellinger^tzsiM \ mvniieri. Der sechste tag bereits aufgestellt, mrm einsehte, der den strickungen löste und die Sinter mit umwarb Die mgeheuren Anprall ganz etter in London. WB.) Dach dem gestri- ige dieses Jahre- tour- ngegend in der vergan> ftigen Sevittern agel beimgesucht. verschiedene Brände, vurden vom Hagel zer- egen überflutete viele Laster in Hauser und eihe von Personen vurSe ungewvhnli^ Drohe genmenge war die gcoM ihr von Sevenorks wurte vom Blil.getrosten und muten durch S«er Jtr in ter Whe w" vm Blitz Ultb m glMch'M-letcer. & itt iBr*u LMZ iSs*5 B»xs rralch ml L gn ter frieden 9-fj!c&ynitt letz' ern LZK« lt>iqflLöefelttnt Herr Dr. mcb. C- in k. dat mit CÄ?.'5 9 e r b a - 5 c i f e Rachdch^ rbiuna’ tft Hk'»a.»r«ne hefenbetl tu nnefrlfen. 8u bobtn tn tiKe* »votaeten, Lroaerlen und Dai|eraitr.> yrcitltde arat 18. Alle Fußbeschwerden sindverschwundeu.seit ichPneumettetrciqe. Die Pneumette ist bas Beste rtnd Ve ignetste, was ich fe als Schuheinlage ge.ragen habe. Ich litt seit meiner frühen Jugend stets an Ballen und Hornhäuten an der Sohle, d:e das Gehen sehr erschwerten und sogar in den letzten Jahren Touren oder nur lange Sjiaziergäntze ganz unmög- ttch machten. All dies ist verschwunden, seit ich Ihre Pneumette trage und ich gebe der Ueberzeugung Ausdruck, das; alle, die irgendwie Fuks - Schmerzen haben, die Pneumette tragen sollten. Bruno g., Heidelberg. •) ‘Dneumette, die wettbekannte pneumatische Futzs'ütze, ist die beste Schuheinsage gegen Ucbermkkvng unb Senkfuß. Unsere ße'er se en Darauf aufmerksam gemacht, dah bie 'Pneumette an jeder« Tage zur ‘Probe unb mit halbjähriger (Darantte abgegeben wird bet der Firma Schuh^cms Metropol Seltersweg 19. 2029A ruöfsßieii. im ütt rwiv. -rEtt. 1 tottt. Sirsekl. WM. 7. 1. 2. $28 Eintritt für Einmaliger keit abzurufen. 0.30 j Emp leaaiaa * t> (10(111 DmgMmMkÄ Von der Reise zurück 71470 Arnold. 0*166 iSiültonängebot^ 13. 14. Freitag Sams ag Sonntag Montag Dienstag 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 3. 4. 1 — 0.50 1.— 1.50 32. WWW AlSÜM N sm, US! ZI. ]ali Bi!i 1 MW 1025 Nachf., Seltersroeg 46. 7072c zum beliebigen Ein- und Austritt während dieses Tages gültig. . . MK. 0.50 Fohlen 8 Mon alt, steht zum torlür W.>, HS. la. Es wird gebeten, von der Benutzung von Dauer- und Beistarten recht reichlich Gebrauch zu machen. Im Vorverkauf sind nur die unter 1 und 2 aufgeführten Karlen zu haben. Astes Mei »tZlelrövrem lauft BMlsche £ ruderet 1VD EchuMr 7'9. | Klemhenn, C. ©., Bahnhofstraße Markstratze 4; Löb, S., Bahnhofstr Seltersroeg 38, Bahnhsfstratze 92, Allendorf (Lahn), Breitscheidt (Westerwald), den 23. Juli 1925. Die Beerdigung findet Samstag, nachm. um 5 Uhr, in Allendorf statt. 7139D Union. Samstag, 25.Iuli Kneipe im Hindenburg Bullenverkauf. Die Gemeinde Mvach beabsichtigt, auf dem Wege schriftlichen Angebots einen schweren, fetten Dullen zu verkaufen. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum Dienstag, dem 28. Juli 1525, nachmittags 2 Uhr, bei der unter- zeichneten Dürzermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen bekanntgegeben werden. (SamStag und Montag erfolgt die Delaantmachung). Albach, den 23. Juli 1925. Hessische Bürgermeisterei Albach. Heute nachmittag 3V, Uhr entschlief sanft nach langem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Bertha Kaiser geb. Kreiling im Alter von 42 jähren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Kaiser, Postschaffner. Preise der Eintrittskarten Dauerkarten für alle Veranstaltungen einschl. Festbuch und Fest- abZeichen MK. 4.—, im Vorverkauf MK. 3.50. Zu jeder Dauerkarte werden bis zu 3 Beikarten für Familienangehörige ä MK. 1.— abgegeben. Männliche Familienangehörige über 18 Jahre haben Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Philipp Amend II., Rottenf jhrer i. R. nach kurzem Leiden im Alter von 78 Jahren zu sich in die Ewig- Statt besonderer Anzeige. AMen Pfreimdern und S» kanopen zur Kenntnis, daß heute früh plötzlich und unerwartet der unerbittliche Tod meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Anna Bruß geb. Schmidt im Alter von 65 Jahren von uns genommen hat. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Adolf Bruß, Eisenbahn-Sekretär a. D. Frankfurt a. M. (Raiffeisenstr. 60), Halle a.d.S., den 23. Juli 1925. Die Beerdigung findet Montag, den 27. ds., vormittags 9 Uhr, auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. 7135D f. LandhlmssNähe (Stehens) zur Aushilfe für Monat August gejucht. Schriftl. Angeb. unter 06170 an den Gietz. Anz. Für Giehen und weitere Umgeb, ist unsere Merlvertretung tu vergeben. Kapitalkräftige Firmen oder Herr«, die T)e-iehunHen-«r Autoindustrie haben, erhalten den Vorzug. 7132A Vhantal.Werke, Luitburg, Abt. Ksrnprsstorenbau. (ott8 ProooUS der r^eiieM Mir yeinge- ichmüre, näff. u. jutt siech'. u.An-fchläge, Geschwülste, Schmer- ach, sehr wirkst, Dose 1.00 J4. Nur Mrsftk- «ictzeu. ’*MD 0.50 1 — 0.50 0.50 0.30 Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, mein guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Scüwager und Onkel Herr Ludwig Ihm II. im Alter von 60 Jahren sanft entschlafen ist Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Ihm geb. Listmann Familie Otto Schäfer Wieseck, den 24. Juli 1925. Die Beerdigung findet am Samstag, 25. Juli, nachm. 4 Uhr, in wieseck, von Philosophenstr .12, aus statt. ________ 06190 Ein Knecht gesucht. 7140D Schäfer, Licher Str atze 9. Dritafl. Mrer, gesucht. («Ist» Nene« Bäue SS II. In tiefer Trauer: Luise Amend geb. Hahn Familie Heinrich Binz IV. Familie Ludwig Amend Luise Amend Anna Amend und Bräutigam Mariechen und Arthur Ulm (Enkelkinder) Vertreter gesucht bei höchster Provision für den Verkauf sog. FreLurger Brezel, Salz- und Käse- stan-en. Herren, die im gesamten Gast, »irts-ewerbe rote auch Hotels, Feinkost- aeschäften eingeftzhrt sind, wollen unter An-ave des bereite von ihnen bereisten Bezirkes Offerte einreichen an p»7D WieWKellmmNeMMk Wilhelm KSserle, Heidelberg. Zuverlüfftgen Anstreicher- aehilfeu für »eHere Arbeiten fteftt sofort ein U«D 3. Marcus, Wehlar a. d. L., «»nnstratze 16. Suche KWK bei hobem Lob« für hier und ai,SwärtA. Gewerbliche Dtelleuvermittung Ssvbtc L-Üllrr, NeustUkt 69. oeiei G. A. 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Schuhgeschäft gesucht. Schriftliche, nukführl. Angeb. möoL mit Bild unt. 7125D an den Gietz. Anzeiger erbeten. 3um Iuqendturnen, Sonntag, 26.Juli (Reichsjugendwettkämpfe) Die Dauerharten und die Beikarten berechtigen bereits zum Besuch des Iugendturnens. 3um Schwimmen................... Kinder unter 14 Jahren in Begleitung Erwachsener sind frei. 3«e Sm sucht sofort oder später Stellung als Privatsekretärin, Lohnbuchhalter. ob. Verkäuferin. Schriftl. Angebote unt. 7138D an den Gießener Anzeiger erb. in ®obocn, Erle und Kiefer 8—23 mm Sx* g schweb, u. bayr- HobeWretter, ionrtt? « * Svalterlateen. ebenso Eichen- und ■ £ £ Buchcnschnmware« tteiern in allen * n° GtAvten 2196c 3 SugenviirrLE,).,Gießen .SS Televbon 149. W w Mes nach Trohe! am Sonntag, dem 26. und Montag, dem 27. Juli 1925. !! Ä MiöW !! Es laden freundlichst ein Ar BKrWü 3fr M'Ärl z» Irrte. 06178 M. 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Mädchen bo* kochet: kann, nach anSwärta gehabt, Zu erfragen twlfl#« 6 L (86184 Wieseck, den 23. Juli 1925. Die Beerdigung findet Samstag, den 25. Juli, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Gießener Straße, aus statt. 7141D Der Vorverkauf findet bis einschließlich. Festsamstag, nachm. um 4 Uhr, in den nachstehenden, durch besondere Plakate kenntlich gemachten Geschäften statt: (F. E. Winter Vachs.), Walltorstrahe 16; Arnold, H. II (L. Schmitt), Kaiser- allee 19; Denner, Wilhelm, Marktstratze 34; Bepler, L., Bahnhofstraße 11; Bieker, Thr., Neustadt 5b; Bourgeois, Karl, Marktplatz 1; Brühl, Wilhelm, Neustadt 25; Duchacbcr, Nlchard, Nachf, Neuen Bäue 11; Lhallier, Trust, Neuenweg 9; Chambre,I., Bahnhofstr. 22; Driesch, Hrmrich, Seltersroeg 70; Likmeier & Loeb, Kreuzplatz 11 und Marktplatz 15; Emmerich, Konrad, Walltorstrahe 23; Flimm, Fritz, Walltorstrahe 63; Friesleben, Jakob, Vahnhofstrahe 48; Iekel, Karl, Marburger Straße 25; Jung, Ernst, Seltersroeg 33; Kalbfleisch, Heinrich, Liebigstraße 71; — • - ~ ~ ' 59; Köhler, Johann, Schulftraße 1; Lang 8- Wiederstein, rße 52; Maternus, Jakob, Klinikstrahe 22; Möser, Wilhelm, Liebigstraße 83, Mäusburg 1, Marktstraße 9 und Wolsstr. 7; Nennstiest "Fritz A.,'Seltersroeg 81’/10; Noll, Hans, Noonstraße 2; Noll, Heinrich, Mäusburg 7; Richter, Edmund, Frankfurter Str. 19; Richter, Kurt, Plockstraße 2; Richter, Paul, Bismarck- straße 9; Riebel, Karl, Marktplatz 18; Schäfer, Heinrich, Marktstraße 20; Scharmann, L. jr., Lindenplatz 3; Schmitt, Hans (Schnecko Nachfolger), Ludwigstr. 22; Semmler, Wilhelm, Seltersweg 25; Sonntag, Guf^o, Sonnenftraße 10; Spies, Christian, Neustadt 8; Weiler, Philipp Gr sichrem eS, tüchtig. Rädchen für ktetuen Hau-halt <2 Verfallen» »nm 1. Kaiujt oefu*. E chr. SlnLkv. «mter W74 a. d Gietz. Muy Gut enlpsotzlene», »nverlässiae», alt. MkillMdche« d«S selbf»äntz. kocherr kann, für kl. Hatr»- balt iv eaen Brr bet- rntuna deS jetzigen Mädchens gesucht. Zu erfifto. in der Geschäftsstelle deS «teh. An». sOSlA NMMes liüti Heinrich Driesch Seltersweg 76. Garben bänder Mafchincuaarn iStsal» emvfieylt6,,r L btam l?„ Vletchkrratz« 12. jedoch keinen Anspruch auf Beikarten. Tageskarten für Samstag....... „ „ Sonntag........ Soweit Vorrat reich! wird, im Preis mit einbegriffen, ein Festbuch abgegeben. Tageskarten für Montag ....... „ „ Dienstag ....... 1 Dchlaftzimnrer- Sinrichtnng und eine Küchen- SinrrchtllNg wegen fttensufl btflia . öerf Zn ertr. Scr-;n>«b»rp.w»ta H. Gur erhaltener «UM au verknusen 06171 Gchilirrnstr. 2 II. Stühle, Äsche u. Veit AU verk. "n6T! goriaB'aa» ».Mans. ] Unt erbiiteuer ’ gfeiflwn l und Etübicheu ah verkanfen Äeltcr^ I weg 50 II- r. i 3800 qm : Hafer bet der ZiegenAUcht- firttion. Anneröder Weg auf dem Halm M BfiW. Dchrtsil Angebote, unter 061!<> bl» 28 7 1 19S5 an den G AnA.' Früh- Kartoffeln Alt verkaufen. Tl44D. A. 1 Ibert. Fran kinrter Str. 52. | 1 sy&h ,cffingt o^ra k ®' Jirö." Ej^ ein o ^Wearbeii Laichst „ Msche 2 n neu, Ä S 311 L Mäher 5?" ??6c” Sa».; des oi“; Srt volkrio dar 6r£ jeit 191' öic '* ,l’' jjüinburtj ! ! Thüringen Lippe • ZaWN • Oldenburg Stenten (- Anhalt ' <3tnunia)® aiibeck (ol ^ceußen ■inöen ■ •ledlenbiin '^auinbW Aiyelit • Wlöttk • ■ Hesse" ■ ' fflledlcnburB’ $irtttmf>er9 ‘ le; °"e bei «rss- iBT-gk oetqletchcndin VUrac h,tt 6Q5 Wa°l-lUNt Johann M Die M^ordenlbch- registneren. D« öch Thurmg-n s im allgemeinen unt tunn von Frauen sind nämlia) 114 O1» wandert, davon wc 70500 dem weiblich [inb 62 Proz. mehr öerf, was ztt. eiiiem Thüringen geführt h auf 1000 »er 1 diese \W für im gleichen verhalln hällnis zu den Man! trägt, qUo aus IM ttn 23150 Stauen n ’ßeDÖUitung Itjürin !jtrmtl)tung um 6, bem hatte THTmzri buta den atöhen ? Für Lachsen ist starte Ülnwochsen d< der Grohslädte zi durchschnittliche 3ur. Sodiltns nur 4.38 fteifrbiinWwir, fo tung-zunahme für Sc berechnen würde Unter den Länder zu veneichnen habet Idinilt liegt, ragen ne' |en, Thüringen, Hip: hervor; im großen c Mitleldeulichiand. Die Zunahme für auch noch etwas übe önderl sich die Zahl s, davon ausnehmen. ?( liif) nur nach 4,75 !p 8rotzstäüte, besonders duslriegkbieles sowie Dderschlehen und Djtj ' schale gehalten betrachtet man m rungSWahme unter Erntezeit _ Erntezeit ist h out des Landma «reichste, best seir Dcröe schwebt üb hergeweht °u steigend aus de Gerung, in der Sä rranMete u £h?n«mÖ9‘^ Ä SS" biltJ CL6le Dervx Ur. 111 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, 24. Juli 1925 ———■»M—WURW«■—I «WT*X9MI«1 wie Sas r in e ’ "e e- in > h n 1 1 no ? des 4 5 4,45 4,05 Hamburg (Staat) Thüringen . . . Lippe .... Sad,jen . . . Oldenburg . . Bremen (Staat) . Anhalt . . . Braunschweig . . Preußen aoen .... lecficnburg-StrcüB Haumburg-Lippe Bayern . . • .Waldeck .... Hessen .... Mecklenburg-Schwerin . . 735 Proz. . . 7,15 „ . . 6,8 . . 6,15 „ . . 6,15 . . 6,05- „ . . 5,75 ., . . 5,45 „ . . 5,4 . . 5,35 „ . . 4,8 . 4,8 . 4,7 . . 4,6 trag von Deutschland abgerissenen Cebieten. ?>n Polen sucht die polnische Regierung durch A s- Weisung und Schikanisierung der Pfarre. ' sie dieser'„Musterstaat" allein fertig biingt, schen. Man kann sich nirf't mehr dem B r verschließen, daß das Geschick der 5)ci ■ rt auf ' • dcih und Verderb verbunden ist mit dem 5? ben n> r der Vernichtung der Auslanddeutschen. A:l-- z zurErhaltung ündFürderung diesesAusla tums geschi"ht, trägt seine frucht für unser land. Der G u st a v - 2l d 0 l s - V e r e i n , der : zehnte lang in all den erwähnten Sündern d c u evangelische Arbeit geleistet h l. i>' au ' >t der berufenste und sachk 11 ndiaste " ■ r • beiter bei dem dort im Interesse des deuts n Volkstums nötigen Wiederaufbau, oder dach er Rettung deutschen Lesens vor dem Unter v Wenn er auf seiner G eßener Haupt . - s.i'- l 7, in der die hervorragendsten Vertret-r aus den erwähnten Ländern das Wort ergreifen, an uns dcutschf hlende Oberhellen sich reenh-n wird br n wird er bei uns die Gesinnung und di- K-.-llende Hand finden, auf die er rechnete, als er &, - en ?u seiner diesjährigen Tcmungsstätte erwählte. Er wirv Slufflärung des deutschen Volkes bezeichnet werden, sondern auch in gewissem Sinne ol, ein Derk der Versöhnung. Der sachliche Austrag von Gegensätzen bei den Ausschuhberatungen lufjt erhossen. daß die Derössentlichunfi des Verbandlunasderichtes dazu beitragen kann, die öffentliche Meinung zu beruhigen und einen bisher aktuellen politischen Streit aus der Sphäre der Tagespolitik allmählich in die Sphäre der Wissenschaft zu tragen. In bireni Sinne können die bisherigen <■ rgebniffe der U Versuchungen des 4. Unterausschusses als ein Mittel betrachtet werden zur Befreiung unseres en ent- lichen Ledens von den ©iftltoffen. mit denen der unglückliche Kriegsausgang 1918 unser Volk verseuchte, Erntezeit — heiliqe Jrit. Erntezeit ist heilige Zeit. Es ist die schwerste Zeit de-? LandmannS im Jahre, aber auch die segensreichste, bestimmend für sxin Schicksal und das Schicksal seine- Lande«. Ein Geist der Weihe schwebt über diesen heißen und schweren Wochen, h rgeweht aus uralten 'Vergangenheiten, aussteigend au« dem ilnbettnifyten ferner ileber- lieferung, in der man die Softer der Fruchtbarkeit anbetete und die schädlichen Dämonen durch allen möglichen Zauber abzuwehren suchte. An diese Heiligkeit der Erntezeit klingen noch gewisse Gebräuche an, die sich hie und da erhalten wie da« Gebot de« Dchwkigen« beim Mähen der ersten Darben, da« Gebot de« Fasten« beim Erntobeginn, da« Verbot übermütiger Lustbarkeiten, die Verwendung der Kinder al« ©tnn- bilder der Tin schuld bei manchen Sitten. Die Ernte, die vielfach am Zakobitage, dem 25. 3uh, beginnt, wird durch feierliche« Glockengeläut ein» geweiht. Anderwärts gab früher der Gememde- oorsteher den Tag de« Erntebeginns durch das „Umklopfen de« Hammers" bekannt, mit dem er prüfend die Felder umschritt. Jsti katholischen Gegenden findet, bevor die Ernte anfängt, eine Messe statt, oder der Geistliche hält eine Ansprache. 3m Tlnhaltilchen ziehen morgens und nachmittags die Mäher schweigend, in lang- samem, würdevollem Schritt zur Arbeit. Vor Beginn des Schneiden« knien sie auf dem Felde nieder und beten. Auch sonst wird die Sense zum Mähen nicht angefeht, ohne daß wenigstens ein „Da« walte Gott" oder ,.3n GotieS Aamen erklingt oder ein anderer S^gensspruch aufgefagt wird. Ein Zeichen für die Feierlichkeit der Erntearbeit liegt auch in der Sitte, daß man möglichst in neuen Kleidern und mit reiner Wäsche zur Arbeit geht. Die Binderinnen schmücken sich mit weihen Schürzen und Miedern, die Mäher haben ihre Sensen und Mühen mit .Slräichen und farbigen Bändern geziert. In früheren Zeiten war c« auch s-.ttliche Pflicht de-r AachLarn, den andern bei der Ernte au«zu- helsen, und Gottfried Keller hat in einem wunderschönen Gedicht einen anderen frommen altdeutschen Erntebrauch verherrlicht, nach dem die Burschen des Tiachts die Felder der Witwen und Waisen auffuchen und nach schwerer Tagesarbeit noch für dies« hilflosen Wesen die Ernte vollbringen. Die Ursachen des Deutschen Zusammenbruchs im Zahre 1918 Tas Werk des Parlamentarischen Untersucbnndsansscht'sses. Don Dr. Albrecht Philipp, M.d.R., Vorsitzender des 4. Unterausschusses des Parlamentari- schen Untersuchungsausschusses*). Nach nahezu sechsjähriger Tätigkeit ist der Vierte Unterausschuß des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses über die Kriegsschuld in der Lage, mit einem Teil seiner Arbeiten über die „Ursachen des deutschen Zusammenbruchs im Jahre 1918" an die Oessentlichkeit zu treten. Die außergewöhnliche Verzögerung des Abschlusses der Untersuchung ist im wesentlichen auf zwei Gründe zurückzuführen. Erstens zwang der wechselreiche Gang der Politik den Ausschuß zu häufiger Unterbrechun fi feiner Arbeiten. Zwischen bereit Beginn am 21. August 1919 und der hiermit erfolget.den ersten Deroffent- lidjung fanden drei Reichstagswahlen statt, die zu breimaliaem Abbruch und monatelangem Nuhenlassen der Arbeiten zwang. Das zweite Hindernis für einen raschen Abschluß der Unterfud)ungen lag in ber U n b e ft i m m t -- heit ber gestellten Ausgabe. Erst nach monatelangem Suchen und Verh nideln mit dem 3. Unteraus- schuh gelang es, dem 4. Unteraw sch ß einen sachlich und zeitlich flar umrisfencn Anfgabenkrcis zu- zuweison. Die Untersuchung der U-sachen des deutschen Zusammenbruchs im Jahre 1918" bedeutete aber immer noch eine so weiigestrckte Ausgabe dah der Unteraueschuh sich von vornherein klar war, doh deren Dewältigung nicht in kurzer Frist möglich, *) „Die Ursachen des deutschen Zusammenbruchs im Jahre 1918." Vierte Reihe im Werk des Unter- fuchungsausschuftes der Deutschen Verfassunggebenden Nationalversammlung und des Deutschen Reichstags 1919—1926. Verhandlungen — Gutachten — Urkunden. Im Auftrage des Deutschen Reichstags. Unter Mitwirkung von Dr. Eugen Fischer als Generalsekretär und Dr. Walter Bloch als Sekretär des 4. Unterausschusses, hereusgegeben von Dr. Albrecht Philipp M. d. R., Dorsttzendem des 4. Unterausschusses. 3 Bände. 1. »and: Derhandlungsbericht, Stenographische Protokolle, Entschliehungen usw. 2. »and: Gutachten des Sachverständigen Oberst o. D. Bernhard Schwertfeger. 3. Band: Gutachten des Sachverständigen General der Inf. a. D. v. Kuhl. Korreferat des Sachverständigen Geheimrat Prof. Dr. Hans Delbrück. 1925. Deutsche verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin W. 8. gehängt, an die Haustür genagelt usw. Man glaubte früher, dah in den ersten Aehren oder der ersten Garbe ein Geist der Fruchtbarkeit wohne, dem man irgendwie an sich fesseln wollte, um dem Hause Glück oder ber Ernte Segen zu verleihen. In manchen märkischen Dörfern wird aus der ersten Roggengarbe eine Puppe gemacht, die die „Auftgarbe" heißt. Anderwärts wird die erste Garbe unter großem Jubel nach Hause getragen, und dem Haushahn, dem altgermanischen Sinnbild der Fruchtbarkeit, vorgeworfen. In Heften wirst man nachts die erste Garbe, die „der Erntesegen' heißt, durch die hintere Scheunentür, ohne sich um- zusehen, denn sie ist „für die Engel bestimmt. An anderen Orten wieder wird sie den Mausen geopfert; man bindet wohl auch einen Käse und andere Dinge hinein. Beginnt man damit, das abge- mähte Getreide in die Scheuer zu fahren I» schmücken die Knechte ihre Pferde mit bunten Bändern, und die Mädchen binden an bte Mutzen und Peitschen der Knechte den gleichen Schmuck. Beim Austaden des ersten Fuders darf nicht gesprochen werden. Bekränzt und umjubelt fahrt der erste Erntewagen in den Hof und wird wohl auch rmt Waller besprengt. Manchmal muffen kleine Buben »und Mädchen die ersten Garben heimbe,letten und der Ernte und den Menschen Gluck, den Mäusen und Ratten aber Tod wünschen. Oberhessischer Kunstverein ES ist nicht nur die Hitze, auf die man heule alles schiebt, nxsm Viele mcht ftxrren, toie auf diese Ausstellung von der Plastik her Bedeutsames sich äußert. Bur wenige Augen find vlastikveif und unfentimental genug, rind dazu gebärdet sich von den Wänden herunter in Farbe und Schtvaryweich-Allerlei, bei dem (zum großen Teil toemtten«) brf toaS n^nere Problematik sich nennt, auf unsachliche Einstellung rechnet — unbewußt, tote gerne zugegeben fei. wenn das eine Sntschuldiguna ist. Julius Bogel. Frankfurt: Es scheint unS, als wenn er auf einmal erprobte« Schema von Farbigkeit. Lime. Flüchenfp^el und Jeefr- fchem PrvSem" zu sehr sich verließe. Erich Grube, Frankfurt: Guter fyiw- pathifcher Durchschnitt bewährten Handweick« ohne anspruch»»oüe Q*. (BojsnderS: .Kirchon- hmete«“.) W. ßefebre. Frankfurt: Am bVi*\x die Blätter, d-e um Ar-,tilgte« I>-r-m sind, z S. die ..Urmenschen". Sonst in Technischen m,2 m Figürlichem (b;fanb~r« b i Sanf.-nbe*) ve 1- liche«, z. B. das Blatt über brr 53r . 1 H'i in Kabinett. Ganz anders die Plastik. bte sich t '<** mal eingefunden hat. Hier ist die Xit rätan-«• setzuna zwischen GestaUllngSto-ifen un» f ' ;»n zu fühlen. Grundlagen, die durch ba3 aV'_- n Handwerkliche und das fc^r^t Ze t "m V, bestürmt sind, werden hier nicht y.rm Well Habicht. Gießen zeigt ittxi B Id- nisse. Beim Bildnis ist ja die B?torgun«.;fc'.. -ck bc« Künstler« durch die Zweckbest mmthert Kunden, was aber nicht dasselbe ist »ie <•- hindert. Da« zeigt sich hier. Die zwei K^'e , staS auch rein vom Künstlerischen as« geka«’. , fam. Man beachte bei dem B.I--ri« L. P. Spiel von Äopftocnbung und Sockelbewe-t ni bei der Büste B. D. die Stelle, die etwa der Hrtt- ranb rein raumkörperlich hat. Gang scharf an plastische Grtmdfrag^n ü en auch die Gestaltungen von 3. . öd 0: ng, Dießen heran. Die mögen mrh: ohne wei.ereS fick) erschlichen. Zedenfall« gehören N« Gntfchiedensten. was an« dreier Künste, bl»ch« gezeigt hat. Am stärksten ist da« Motiv Stehens oder Aufgerecktfein«. bwl aus der An«- steklung erfreullcherioeise ohne scheint. Aicht „ber Mann", b?r will hier gesehen sein, sondern ba6 »eru 4 >~ to»« unter dem Einfluß ber Fragen, mit denen sich bie beiden anderen auscmandeNetzen. straff« aU diese. Aufschlußreich ist hier übrigen« reine 5'önuna. besonder« da« rein Tech', sche berftibcK, mit bvc Tönung der beiden Cbtffrnifk Habichts zu vergleichen. Hoffentlich sind Dinge vom Aane diese« fünf Plastiken von nun ab öft«» SLste auf u-Meeen Austz«Ü»S<-n. _ Deutschtum dadurch zu vernicktcn, daß er d« • ’ n Rückhalt, der in ber evangelischen Kirche liegt, s • i- bigt. So erklärt sich die Tatjache, bist de-' fb 3 bis 4 Proz. ausaewiefeiie.n katholif.t'n ii ’ >-n fast 60 Proz. ausge.viesei e coai: ■' e * « er gegeniiberstehen. In I t a l i e n ro.if'l der ' . • mus gegen das Deutschtum bar er wieder in i er evangelischen Kirche zu treffen si'chi. menn a ; 1 ;r die kalholische Kirche, da das s d!i-v er °'olk deutsch p?f:nnt ist, in größere Mitleidens-^- t zogen ist. Der stete Kampf der S ^tirol."- Welschen ist ja bekannt. Sehr schli.T n ir* 0 Cape der Deutschen, und damit auch ber cra li sehen Kirche in der Tschechoslowakei Siebenbürgen, das einst eine B irg des Tc ttims war. In großer Rot befinden sich De"tf' t und eoanaelis'tie Kirche in Rumänien nm s die deuts s-e Schule und die evongelif te f i großer PI ite standen. S.'ion d'-se fur’<* ? ’• gäbe der Ausführungen des Referent'.' lä'.t nen, wie mir1 tia die "(".faaben des 10 >st ' Vereins heute sind, urb daß er ein Jrfre"? I wirb, bas über bar Rein ’r ' Itr" du c 1 r gerade in urseren Tapen bri 'äftiren s - mehr wie früher bie Gedanken weiter K<-eis M tterlandes mit dem Sch'cksal der A-'- u-h Die Lasten, bie die Erntrzeit dem Ccmbmarm aufcrlegt, müssen wenigstens durch gute« Gsien unb ilntcrbaltung ein wenig gemilbert toerben. Deshalb wirb vor Beginn ber Ernte geschlachtet. Kuchen gebacken. Tabak und Bier rechlich beschafft, v« gibt in diesen Wochen besonders gutes und reichhaltige« Gffen, mancheror^ toirb eine Vespernrcchlzeit eingefügt. Gewisse Gerichte werden bei bestimmten Arbeiten gerercht. Do bekommen z. B. im Anhaltischen die S^ute twm Weizenhauen Heseklößl. denn .dann schüttel der Weizen gut". Anderwärts sind Kardosfelfladen die «hrenpreise der Ernte. 2luch gesungen toirb während deS ©raten«, aber leider hat diese uralte Sitte, die in der Ahtzthmisierung der Arbeit ihren Llrsprung hat, immer mehr nachgelassen. Früher wurde sogar am Abend auf dem Felde getanzt, und Musikanten spielten auf. Die Ernte ist aU ein heilige«. Gott wohlgefäU.geS Werk den bösen Mächten natürlich verhaßt, und man kann daher nicht vorsichtig genug sein, um schädliche Einflüsse sern zu hallen. Da« Läuten zu bestimmten Zeiten hilft gegen die Dämonen, ebenso der Gruß ,Hels ®attr‘ Einen Abwehrbrauch wivd man wohi auch in dem »Binden" ber Fremden zu erblicken haben, die auf bad gelb kommen. Man glaubt in biesem nicht Zugehörigen einen unheUvollen GmUuh fürchten zu müssen, und so wirb er mit einer Hand voll Achren ober einer Schnur gebunben. in eine Garde gewickelt, hier und da auch in die Höhe gehoben ober gar in bte Zehen gebissen, man wischt ihm die Schuhe ab, und jedenfalls muß er sich — waS jetzt die Hauptsache geworden ist, mit einem Trinkgeld auSlösen. Mit dem feierlichen Erntebetzinn sind auch eng bie Bräuche verknüpft, bie sich auf bie ersten Mehren, bie erste Garbe ober bas erste Fuder beziehen. In Hessen müssen die ersten Halme bei ber Ernte von einem Kinbe unter 5 Jahren geschnitten werden- bas erste Strohseil zu den Garben laßt man von Kinbern unter 7 Jahren binben. Im An- haitischen roinben bie Schnitter bie ersten befonbers großen Aehren zu einem Strauß zusammen,, ber am oberen Stiel ber Sense befestigt wirb. Haustß binbet ber Schnitter stillschweigend, bevor er bie Erntearbeit beginnt, brei nalrne um den Arm, um gegen Verwunbungen geschützt zu sein, ober man legt die ersten brei Aehren kreuzweise auf den Acker „für die Äommutter". Auch »erben bie ersten Aehren über den Spiegel oder en die Zinuaerdecke Kirche und Schule. gur Gujtav-A^o!s-^er ins- lagung in Gietzen. • Grünberg, 22. Juli Zu einer .111 feer- orbentlichen Konferenz waren gestern die Pfarrer des Dekanats Grünberg ei-.i^e- laben worben. Die Tagung galt ber Vorderen ng ber biesjährigen H a u p t 0 c r j a in in l u n g der Gu st av-Abolf. vereine, bie E n b e - e p - tember in Gießen tagen wirb. Als Ref.rcnt war Pfarrer W a g n e r - B e n s h e i m. ber 5dirift- Führer bes hessischen Hauptoereine. ber Gustav Aboif- Stiftung, erschienen. Seine Auesührunae! bie ron einer tiefen Sachkenntnis zeugteu. verfehlten ib en großen Einbruch auf die '.'Inmeienbai r i.: 1 unb ließen bei allen Hörern ben Entfchluß reifen, fiir ' ie kommende Ha >p oe bie ganze Gustav-Adolf Vereinssache beste Wt.v.beit zu leisten. Der Referent gab einen erschütternden lleberbllcf über bie Lage ber evangelischen Kirche m ben burch ben Versailler sogenannten Friedensner- sonbern dazu jahrelange Arbeit notwendig sein würbe. Im Verlauf ber Untersuchung stellte sich, wie von Anfang an erwartet war, halb heraus, baß, wenn die Verhandlungen nicht ins Uferlose gehen sollten, ber Aufgabenkrcis ftarf verengt werben mußte. Erst nach Ausscheidung großer, an sich wich- tiger Fragengruppen aus überwiegend praktischen Gründen, gelang es, entsprechend der Ausgabe des UntcrfuchungLausschusses, zu einer Reihe von Ein- zelsragen Stellung zu nehmen. Infolge dieser De- schränkung mag manchem bas Ergebnis ber Untersuchung im Hinblick auf die darauf verwandte große Mühe gering erscheinen. Auch die Mitglieder des Unterausschusses haben bie Lücken der Untersuchung schmerzlich empfunden. Es darf jedoch nicht oergeffen werben, baß bie Aufgabe des Unterausschusses nicht darin veftand, eine geschichtliche Darstellung ber „Ursachen bes Zusammenbruchs 1918" zu bieten, ionbern allein „Tatsachen" festzustellen, bie bie Verantwortlichkeit bestimmter Personen unb Personengruppen für ben unglücklichen Kriegsausgang betreffen. Die Voraussetzung für bie eigentlichen Unter- suchungen bilbeten eine Reihe von Gutachten berufener Fachgelehter unb Politiker. Diese Gutachten — die einen mehr ausführlich aufbaucnb, bie anberen mehr kritisch gerichtet — sinb, soweit sie nicht münb- lief) erstattet unb barum in ben folgenben „Verband- lungsbericht" ausgenommen wurden, in zwei besonderen Bänden dieser Reihe des „Werkes des Untersuchungsausschusses" veröffentlicht. Erst durch die Gutachten der Sachverständigen gelang es dem Ausschüsse, eine gesicherte Grundlage fiir hie „parlamentarischen" Untersuchungen zu bc- kommen. Es galt, die von ben Sachverständigen bewiesenen Tatsachen unb erkannten Zusammenhänge mit ben Mitteln ber parlamentarischen Untersuchung zu prüfen und zu ergänzen. Der Unterausschuß ist sich bewußt, daß die Er- gebniffe seiner Untersuchung nur Stückwerk sind unb alle bie Mängel aufweifen, bie sich aus ber für einen „parlamentarischen" Untersuchungsausschuß teilweise unlösbaren Ausgabe ergeben. Immerhin glaubt ber Unterausschuß, bie öffentliche Kritik feiner Arbeiten nicht fürchten zu mliffen. Alle Beteiligten waren, ungeachtet ihrer parteipolitischen Einstellung, von bem Drange nach Wahrheit erfüllt. Ob bie gemachten Feststellungen in allen Punkten von ber fommenben Geschichtsschreibung anerkannt werben, muß bie Zukunft lehren. Ist so bas Ergebnis ber Untersuchung nach ber historifck)-wissenschafili ^en Seite mit ben Mängeln aller geschichtlichen Untersuchungen über Vorgänge her jüngsten Vergangenheit behaftet, soweit sich biese Mängel aus bem Material ber Untersuch ng unb ; bem kurzen zeitlichen Abstanb von ben Ereignissen ergeben, so bars daneben nicht vergeften werden, baß bie Hauptaufgabe des Unterausschusses eine politische war: nämlich bie Frage zu prüfen, wie bie D e ra n t w 0 r t l i ch k e i t für ben bei'tf.chen Zusammenbruch 1918 zu verteilen unb ob gegen i bestimmte Personen ein Schuldspruch zu fällen i sei. Hier kam ber Unterausschuß ei n st i m rn i g zu bem negativen Ergebnis bvß es unmöglich ist, I soweit ber erste Fragenkreis der Ausschußarbeiten ! in Dttracht kommt, gegen irg.-nb jemand ben Vor- j wurs ber Pslichtoersäumnis ober bewußter Schäbi- fl'irg ber öffentlichen Interessen zu erheben. U'ber bie Frage, wieweit eine moralische unb histo- rifche Schulb von einzelnen unb von Perfonen- grupnen sich feststellen läßt, war es nicht möglich, im Unterausschüsse zu einer Einigung zu kommen. Es lag in ber Natur ber Dinge, baß h'erbei aus Mangel an nachweisbaren Tatsachen bie subjektiven Meinungen ber Unterausschußmitglieber in ben Vorbergrund treten mußten. Alles in allem glaubt ber Unterausschuß, dessen Verhandlungen vom Geiste größter Sachlichkeit getragen waren, mit dieser Veröffentlichung bem heutigen Volke einen Dienst zu erweisen. Trotz aller gegensätzlichen Auffassungen hat ber Verlaut ber Untersuchung gezeigt, baß es möglich war, in ruhiger Arbeit einer ber umstrittensten Fragen unseres öffentlichen Lebens nachzugehen, barüber sich aus- zusprechen unb in völliger U e b e r e i n ft i m • mung zu gewissen Teilergebnissen zu kommen. Die Veröffentlichung bes Unterausschusses kann daher mit Recht nicht bloß als ein Werk zur bürg hauptsächlich um süddeutsche Staaten handelt. Baden tz-rt nur eine Zunahme von 4,8 Proz., Bayern um 4,6 Proz. unb Württemberg sogar bloß um 2,8 Proz. Dabci bars nicht vergeßen werden, baß besonders in Süddeutschlano die Großstädte stark gewachsen sind. So beträgt die Zunahme ber beiben badischen Großstädte im Durchschnitt 6.6 Proz. und die bet vier bayerischen 7,63 Proz. Ohne diese Großstädte hätte die Bevölkerung Badens nur um 3,8 Proz., die Bayerns nur um 3,7 Proz. zuge- nommen. Ohne Stuttgart würde sich die Bevälke- rungszunattme für Württemberg auf nur 2,5 Proz. berechnen. Württemberg hat also von allen Staaten den geringsten Bevölkcrungszugang, was ohne Zweifel feine Hauptbegründung in ber starken Aus- Wanderung ber letzten Jahre findet, da Württemberg die größte Zahl der Auswanderer stellte. Aehn- liches gilt, wenn auch nicht in so starkem Maße, für das zum Grenzland gewordene Baden. Aber auch aus Hamburg, Bremen unb aus Dlbcnburg war bie Auswanderung stark, trotzbem marschieren diese ®c- biete in unterer Betrachtung an ber Spitze. Hier hat somit ein sehr lebhafter Devölkerungswechsel statt- gefunben. Verfrüht wäre cs, die oerschiebene Zunahme allein auf Geburtenrückgang oder Sterblichkeit zurückzuführen. Ob man anbercrseits von einem Zug vom Süden nach Mitteldeutschlanb reben kann, muß auch erst bie enbgültige Untersuchung des Materials ergeben, das bisher ja nur ein vorläufiges Ergebnis darstellt Württemberg ... 2,8 „ Ausfallend ist, daß Hamburg demnach den größten Zuwachs an Bevölkerung hat. Man muß Dabei jedoch, cbcn|D wie bet ben Freistaaten Bremen und Lübeck, berucksichttgen, daß die außerordentliche De- nölkerungszunahmc auf bie Zunahme ber Großstädte zuruckzusühren ist: so hat Hamburg-Stadt ein Wachstum um 7,5 Proz., Bremen um 6,60 Proz. unb Lübeck um 6,32 Proz. zu verzeichnen. Bei einer vergleichenden Betrachtung müssen baher biese oer- haltnismäßig kleinen Gebiete ausscheiben, zumal ba feier bas Wachstum ber Großstäbte den Ausschlag gibt. Sodann steht Thüringen an der Spitze. Es hat die außerordentliche Zunahme von 7,15 Proz. zu registrieren. Der Grund hierfür ist darin zu suchen, daß Thüringen seit 1910 eine starke Zuwanderung j,n allgemeinen unb eine noch stärkere Zuwanderung von Frauen im besonderen hatte. Seit 1910 sind nämlich 114 0IÄ) Personen nad) Iljüringen zuge- manberl, davon waren 43 500 männlich, während 70 500 bem weiblichen Geschlecht anyehörten. Somit finb 62 Proz. mehr Frauen als MÜnner zuaewan- tert, was zu einem erhöhten Frauenüberschuß in Thüringen geführt hat. Wöhrenb nämlich im Reich auf 1000 Männer 1074 Frauen kommen, beträgt diese Zahl für Thüringen 1088. Wären bie Frauen im gleichen Verhältnis zugewanbert, als das Verhältnis zu den Männern im Rsichsdurchschnitt beträgt, also auf 1000 Männer 1074 Frauen, so hät- ten 23 750 Frauen nicht zu wandern dürfen und die Vevölkening Thüringens hätte bann nur noch eine Vermehrung um 6,1 Proz. zu verzeichnen. Trotzdem hätte Tb ringen mit Lippe. S 1 sen unb Oldenburg den großen Zuwachs nuszui^eiien. Für Sachlen ist man leicht geneigt, das besonders starke Annmchsen ber Bevölkerung auf bie Zunahme .er Großstädte zurückzuführen. Jnbeften ist bie durchschnittliche Zunahme für die vier Großstädte Eachfens nur 4,38 Pro;., liegt also unter bem Reich-durrhschnilt, so baß ohne diese bie Veoolke- rungszunahme fiir Sachsen sich sogar auf 7,85 Proz. berechnen würde Unter den Ländern, btc demnach eine Zunahme xu verzeichnen Haden, bie über bem Reichsburch- schnitt liegt, ragen neben Oldenburg besonders Sach sm, Thüringen, Lippe, Anhalt und Braunschweig hervor, im großen ganzen also bas nichtpreuhische Mittelbeutschland. Die Zunahme für Preußen liegt mit 5,35 Proz. eud) nock) etwas über bem Reichsdurchschnitt, doch enbert sich die Zahl sofort, wenn wir die Großstäbte davon ausnehmen. Dann beträgt bie Zunahme nämlich nur noch 4,75 Proz. Die starke Zunahme ber Großstädte, besonders des rheinisch-westfälischen In- dustriegebietes sowie die Geburtenl)äufigkeit in Oberschlesien und Ostpreußen haben hier die Wag- schale gehalten Betrachtet man nun die Länder, deren Devolke- rungszunahme unter bem Reichsburchschnitt liegt, so fällt auf, baß es sich neben ben beiben Mecklen- Die Zunahme ber Bevölkerung im Deutschen Kelch. Nach ber Volkszählung vom 16 Juni 1925. Die jungst fiatlgcfunbene Volk Zahlung hat u. a. bas GirgcfmL" <_.■ > uigt, baß bie 'ScDÖlferung im )icichsgebl«.l |eit 1910 im Durchschnitt um 5 Proz. gestiegen ist. Betrachtet man die einzelnen Länder, so ist für diese die Zunahme folgende: uet auch ein aufmerksames Ohr finden, wenn er - und auch hier gab Pfarrer Wagner kurze Schilderungen — die erschütterndsten Bilder zeichnet van den Leiden der Evangelischen in Rußland, roo eiu Blutjeu§entum der Bekenner des evangelischen Glaubens an die alten Versolgungszeilen erinnert In Gießen werden uns Führer der russischen cvan» gelischen Kirche all das erzählen, was bei uns, aus politischen Gründen, um es mit der Sowjetregierung nicht zu verderben, oder um die dortigen Zustände denen, die nicht alle werden, als den Himmel auf Erden ovrzutäuschen, verschwiegen ward. Es aül, sich heute schon oorzunehmen, zur Gustoo-Adolf-Ve» oinstagung Ende September nach Gießen zu kommen, um das zu hären, was heute jeder evangelische Deutsche wißen muß. Relrsi»«s!el»rer-5ionferen.; in Nidda. eso Nidda, 22. Juli. Am heutigen Tage kamen die Religionslehrer des Dekanats Nidda zu ihrer diesjährigen Konferenz in Nidda zufammen. Prof. D. Matthes- Darm- flabt hielt einen Vortrag über die methodische Behandlung des 2. Artikels im Unterricht. Auster zahlreichen Lehrern und Pfarrern waren die Schulräte der drei Kreise Gießen, Büdingen und Schotten zugegen. Dortrag und Diskussion bewegten sich in der Hauptsache um die Frage, ob die im Katechismus enthaltenen Glaubenssätze über Jesus Christus von dem Kinde miterlebt werden könnten. Heber diese Frage waren die Meinungen geteilt. Die Pädagogen neigten mehr zur Verneinung, die Theologen durchweg zur Bejahung. Aus der Provinz. Laxvkreis Gießen. 1*1 Großen-Linden, 23. 3uli Der hiesige © eflügel« und Kanin chenzucht- verei n beabsichtigt am 3 0. August die Ab- haltuMg einer größeren Ausstellung von Rafse-geflügel itnZ> Kaninchen. !* 1 SttinaShausen, 23. 3uli. Die ®in» weihu ng de S Gefallenengedenk- steins soll voraussichtlich am 9. August erfolgen. t Grünberg, 22. Juli. Die neue Schützen- Halle wird in dieser Woche fertiggestellt. Am nächsten Sonntag findet die E i n w e i h u n g, verbunden mit Preisschiehen, statt. Kreis Friedberg. • Butzbach, 23. Juli. Gestern früh ist in Frankfurt a. M., wo er mit seiner Gattin bei Verwandten zu Besuch weilte, der Rektor i. R. Storch infolge einet HerzschlageS verstorben. Die Beerdigung wird am Freitag nachmitti in Butzbach stattfiüden. Mit dem so plötzlich debberufetron ist eine seit über 40 Jahren m Bntzoach allgemein befamrte und sehr beliebte Persönlichkeit auS dem Leben geschieden, ein gutes Stück Lolalgeschichte wird mit ihm zu Grabe getragen. -Xrffor Swrch, der als Lehrer und später alS Schulleiter imrne rbt-firebt war, das Beste für die hiesige Vorschule zu erreichen, und der es nach jahrelangem Mühen noch erleben durfte, ein neue- Schulgebäude erstechen und damit einen seiner Hauptwünsche erfüllt zu sH-en, wird in allen BrvöskerungSkreisen tmferer Stadt vermißt und sein jäher Heimgang aufrichtig betrauert werden. Der Berstorbene war nicht nur ein ausgezeichneter Schulmann .sondern auch im literarischen und öffentlichen Leben unserer Stadt stand er an hervorragender Stelle. So hat er u. a. ein heimatgeschichtliches Werk herausgcgeben, und ein HeimatS-Bolksstück („Die Hüttenberger") geschrieben, ferner war er Leider des BoÄbil- dungSvereinS, deS Gesangvereins Orpheus, deS Taunus klubs und sch! letzt ich Borsitzender des Lahntcil-Sängerbundr». zu dem 18 Vereine unseres Heimaigebietes gehören. 3n sämtlichen Stellungen wirkte der Verblicheire vorbildlich in eifrigster Weise, und allezeit war er ein srruird- licher, z-uvvrkomnrender Berater und Führer, dessen man sich hier stets gern erinnern wird. «Auch dem „Gieß. Qlrrg“ hat der Verewigte sein Interesse mrb seine Förderung zuteil rorrben I affen. So hat er uns z. D. noch kurz vor feinem Hin .'-erden einen Artikel übermittelt, dem wir demnächst in unserer Beilage „Heimat im Bild" abdrucken werden. DaS Andenken an diesen trefflichen Mann wird auch bei unS in Ehren fort- leben. D. Red.) Kreis Büdisrgen. y. Aus der W e t t e r a u , 22. 3uli. Bis jetzt sind im Kreise Büdingen noch feine Deigeordnetenwahlen abgehalten M>r- ben, während dieselben im Kreise Schollen schon an mehreren Orten stattgefunden haben. ES Ware erwünscht, wenn diese bald erledigt würden, damit wieder Ruhe in manche Gemeinde einkehrt. —— Ortenberg, 23. Juli. Unsere Wasserleitung zeigt in den letzten Jahren erhebliche M i st st ä n d e. In früheren Jahren stand ausreichend Wasser zu allen Zwecken zur Dersügung, jedermann konnte, wie man das bei einer Wasserleitung, wenn sie überhaupt ihren Zweck erfüllen soll, verlangen muß, sogar seinen Garten bewässern, was allerdings manche als einen überflüssigen Luxus anzusehen scheinen. Jetzt dagegen sind die Häuser in den oberen Stadtteilen bei heißem Wetter oft schon am frühen Morgen ohne jeden Tropfen Wasser, obwohl deren Bewohner zur Wassersteuer in gleicher Weise wie die übrige Bevölkerung herangezogen werden. Das ist natürlich auf die Dauer ein unhaltbarer Zustand, der bei eintretendem Brand zur direkten Katastrophe werden könnte. Denn bis zur Oeffnung der in solchem Fall wohl auch bald versiegenden Brandreserve könnte ein Brand schon furchtbare Folgen angerichtet haben, zumal das bei trockenem Wetter geringe Wasser der Nidder und des Stadtbrunnens nicht ausreichen würde. Es ist also nur zu wünschen, daß die die Verantwortung tragenden Behörden auf durchgreifende Weise für endgültige Abhilfe des schon jahrelang austretenden Mißstandes sorgen. Ob das auf dem Weg von anzubringenden Wassermessern für alle Abnehmer oder durch Abstellung des Wassers zu bestimmten Stunden, besonders des Nachts (auch hier denke man aber an Feuersgefahr) ober durch eine andere Zuteilung des Wassers in den verschiedenen Gemeinden seitens der Gruppenoersor- g u n g (manche Gemeinden sollen soviel Wasser haben, daß es überfließt) oder durch eine Erweiterung der ganjen Leitung bzw. der Behälter geschieht, ist Sache der zuständigen sachverständigen Behörden. Das beste ist wohl der letztere Weg, der in verschiedenen oberyessischen Städtchen in der letzten Zeit mit Erfolg und zur allgemeinen Zufriedenheit beschritten worden ist. Dann ist Wasser für alle und für alle Zwecke da, wie man das von einer richtigen Wasserleitung, die ihren Zweck vollauf erfüllen soll, unbedingt verlangen muß, dann könnte auch eine Versorgung aller Garteninhaber, die jetzt oft nur unter großer Mühe ihren Garten feucht halten können, mit Wasser versorgen. Kreis Schotten. O Schotten, 23. Juli. In der heutigen Sitzung des Kreisausschufses wurde die Dürgermeifterwahl von Herchen - Hain vom 14. Juni aufgehoben, da festgestellt worden ist, daß durch Trinkereien Wahlbeeinflussungen stattfanden. — Dm Sonntag wurde bei dem Landwirt und Müller Adam Schmidt n. dahier eingebrochen. Die Diebe hieben 200 Mk. mitgehen In der Dacht zum Donnerstag statteten Diebe dem Amtsgericht Schotten einen Besuch ab. Hier fiel die Ernte schlechter ans, denn nur 8 M7. fielen ihnen in die Hände. — Durch das heiße Wetter hat das Getreide in den letzten Lagen sehr rasch gereift, und es ist mit dem Schnitt begonnen worden. )—( Ruppertsburg, 22. Juli. Wie bereits früher mitgeteilr, wanderten im Februar 1772 zehn Ruvpertsburger Familien mit insgesamt 43 Personen als Siedler in die Gegend von B r i e g der von Friedrich dem Großen eroberten Provinz Schlesien. Ein Nachkommen der vielen Familien der Lehrer R. H u s s e l aus Breslau, weilte nun 14 Tage hier, um die Heimat seiner Ahnen kennen zu lernen. Als Zeichen des Dankes für die Anhäna- lichkeit und Liebe zur alten Heimat und als Abschiedsgruß brachten ihm am Montagabend der Männergefangoerein und der P s saune n ch o r ein Ständchen, dem ein großer Teil der Einwohner beiwohnte. Pfarrer D. Fritsch gab in einer Ansprache seiner Freude über den Besuch Ausdruck und dankte im Namen der Gemeinde. Der Scheidende erwiderte, sichtlich gerührt, mit herzlichen Worten, pries die Schönheiten unserer Heimat und rühmte den freundlichen Empfang, den er bei der hiesigen Bevölkerung gesunden habe. Kreis Alsfeld. *1* Merlau, 22. Juli. Bei einem Gewitter, daS gestern über unferm Dorfe niederging und ausgiebigen Degen brachte, schlug der Blitz in einen Kvrnhaufen unweit des Ortes und setzte ihn in Brand. Eine Warnung, bei Gewittern nicht in Kornhaufen Schutz zu suchen. Die Ernte des Getreides hat bereits in der vorigen Woche begonnen und verspricht einen reichen Ertrag. Die Beerenernte ist in diesem Jahre sehr reichlich ausgefallen, und es sind sehr viele Beeren aus den Wäldern geholt worden. Zum Wachstum der später zu erntenden Früchte bedürfte der Boden allerdings größerer Feuchtigkeit, wenn auch ein Landregen den Bauern jetzt in der Zeit der Getreideernte nicht gerade erwünscht wäre. Starkenburg und Rheinhessen. fpb. Offenbach, 23. Juli. Auf Antrag der hiesigen Ortskrankenkasse wurde über ein Offenbacher Fabrik - Unternehmen Konkurs eröffnet. Die Kasse hatte dem Fabrikbesitzer viele tausend Mark Kranken- kasfenbeiträge lange Zeit geftunbet, die der Mann bereits von seinen Arbeitern eingezogen, aber in seinem Betrieb verbraucht hatt. Auch die Steuer ft eile ist in den Konkurs mit erheblichen Summen verwickelt, die sie dem Unternehmen stundete. Beide Behörden dürften bei dem Konkurs leer ausgehen. — Bei einer Bootsfahrt zwischen Bürgel und Offenbach kenterte der Kahn und die beiden Insassen, die Brüder Hoppen st ädt aus Offenbach, fielen ins Wasser. Während der eine Bruder sich retten konnte, ertrank der andere. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Hessen-Nassau. ]( Marburg, 23. Juli. Die Marburger Studentenschaft ehrte heute abend den scheidenden Rektor der Universität, Kons.-Rat Prof. D. Bornhäuser, durch einen Fackelzug. — Am Dienstag wurde in der Nähe der Schlachthofbrücke der 79 Jahre alte frühere Molkereibesitzer Hermann Fink, ein sehr schwerhöriger Mann, von einem Wagen der Straßenbahn umgerannt. Er zog sich einen Schädelbruch zu, der gestern seinen Tod herbeiführie. Den Führer der Sttaßenbahn, der unablässig Zeichen gegeben und der gerade den Wagen stellen wollte, trifft keine Schuld. bl. Dillenburg, 23. Juli. Die Erwerbs- l o s e n 3 i f f e r für den Dillkreis beträgt neuerdings rund 30 Personen einschl. Zuschlagsempfängern. Gegenüber den Vormonaten ist eine b e - trächtliche Senkung eingetreten. Frankfurt a. M., 23. Juli. In den letzten Nächten wurden hier mehrere sehr schwere Wohnungseinbrüche in Abwesenheit der Inhaber verübt. In der Hauptsache fielen den Ein- brechern Geld, Schmuckstücke von bedeutendem Wert, Wäsche, Kleider und mehrere kostbare Geigen in die Hände. Don den Tätern fehlt bis zur Stunde jede Spur. fpb. Hanau, 23. Juli. Auf der Fahrt von Hanau nach Fechenheim explodierte der Motor eines Lastkraftwagens und geriet in Brand. In wenigen Augenblicken stand auch das Auto in Flammen. Die Insassen eines vor- überkommenden Kraftwagens retteten den Führer vor dem Derbrenmmgstode. Die Dörningheimer Feuerwehr konnte ihre Tätigkeit nur a auf den Schutz eines schwer bedrohten Kornfeldes beschränken. fpb. Kassel, 23. Juli. Heber das Waldecker Land zogen in den letzten Tagen schwere Gewitter, die vielfachen Schaden anrichteten. Bei Sachsenhausen schlug der Blitz in eine Sdjaf- Herde und tötete 36 Tiere. — In der Nähe der Edertalsperre wurden zwei Wände- r e r, die vor dem Gewitter unter einem Baum Schutz gesucht hatten, getroffen und getötet. Wirtschaft. Sanierunysmatznahmen im Ruhrbergbau. (Bon unserem Essener Mitarbeiter.) Die Lage im Duhrgebiet hat sich in den letzten Wochen weiter verschlechtert. Die deutsche Kohlenausfuhr ist zwar seit einiger Zeit nicht unbeträchtlich höher als die Kohleneinfuhr; diese Ausfuhrsteigerung konnte jedoch nur durch erhebliche Preisermäßigungen erkauft werben, so daß man den beim AuSlandverkauf entstehenden Verlust auf 4 Mk. je Tonne veranschlagen kann. Der Jnlandabsah ist nach wie vor schlecht. Man kann schätzen, daß die derzeitige Produktion auf das Jahr umgerechnet ca. 15 Millionen Tonnen hoher ist als der Verbrauch: wahrend die arbeitstägliche Forderung gegenüber der Friedenszeit im ersten Halbjahr 1925 nur um knapp 9 Prozent zurückgegangen ist, betrug der Rückgang im Kohlenverbrauch je Kopf der Bevölkerung ca. 15 Prozent. Der vom Weltmarkt kommende Druck ist nach wie vor sehr stark: man kann schätzen, daß zur Zeit die Weltkohlenförderung auf das Jähr berechnet rund 250 Millionen Tonnen höher ist als der Verbrauch. Reben den Absatzsorgen bestehen drückende finanzielle Sorgen. Je nach der Höhe der kommunalen Steuern entfällt z. B. auf die Tonne Kohle eine Steuerlast bis zur 1,70 Mk. Bei einer großen Zeche machten die Steuern 1913 23,4 Prozent vom Gewinn aus, 1924 dagegen nicht weniger als 764,4 Prozent vom DetriebSüberschuh. Die Kohlenfrachten sind nach wie vor hoch: sie liegen ungefähr 170 Prozent über Frieden; nicht zuletzt deswegen ist die Konkurrenzfähigkeit der Ruhrkohle zurückgegangen bis zur Linie Hamburg, Braunschweig, München, Würzburg, während sie früher bis nach Berlin ging. Die Belastung der Förderung mit Löhnen und sozialen Aufwendungen ist ebenfalls sehr stark. Man kann rechnen, daß jetzt auf die Tonne Förderung ein Lohn- und Ge- haltSanteil von 8,80 Mk. kommt gegen 6,30 Mk. früher. Die soziale Belastung beträgt ca. 2.10 Mark je Tonne gegenüber 70 bis 80 Pf. in der Vorkriegszeit. Eine Belebung des Ruhrkohlenmarktes ist nur herbeiHusühren durch eine erhebliche Preisermäßigung. Ohne Selbstkostenabbau ist dieS aber nicht möglich: wenn man den realen Verkaufswert der Kohle 1913 gleich 100 setzt, so betragen die Fräulein Fob. Roman von Anders Eje. _29. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Für die verblüffte Kammerjungfer, war die r Situation recht peinlich geDorden. Denn die fremde Dame trat gerade jetzt aus ihrem Versteck in der Rühe hervor. Sie stand ein paar Schritte hinter Fob und halte jedes der gewechselten Worte vernommen. Jetzt schlich sie sich lautlos und rasch vorwärts, schlug zum Entsetzen der Kammecjungfer beide Arme um FobS Hals, verdeckte ihr mit den Händen die Augen und sagte: „Rate, wer ist'»?" Fob zuckte zusammen, dann machte sie sich langsam los und fuhr sich über die Augen, als ob sie einen Traum wegwischen wollte. Dann wandte sie sich um und sagte mit einem fast stnnesverwirrlen Ausdruck in den Augen: „Sabbyll" „3a, Fob. Es ist Gabbh, und niemand anderer, obwohl ich verstehe, daß du ei schwer glauben kannst I Gott weiß übrigens, daß eS auch nicht leicht war, dich zu finden. Aber jetzt bin ich hier, tatsächlich und unleugbar." „@«561), eS ist nicht möglich, man kann doch nicht an das absolut Anmögliche glauben .....“ Zwischen heftigen Stimmungen hin und her geworfen, kämpf.e Fob mit den Tränen. Gabbh 'egte beide Hände auf Fobt Schultern und sagte, 'rit glänzenden Auge.«, aber mit einem heimlichen 3rnft in dec Stimme: „Fob, wenn du nicht augenblicklich alles zu- lidnimmft, was du eben gesagt hast, und um Verzeihung bittest, geschieht ein schreckliches iln- lückl" Die Situation klärte sich sehr rasch. Die eiben jungen Damen machen eine erste Wanbc- .ing über den Hof, sie war ebenso ziellos und erumirrenö wie ihr Gespräch. Fob sagte zu abbi), daß ihr eine ganze Reihe von Zimmern :r Verfügung stehe: „Sieh du, dort oben sind fiel" X. Eine Begegnung im Walde. Herr Fellips hatte tatsächlich einen ausge- ,eiu e en Geschmack bewiesen, als er Warminge zu seiner Residenz wählte. Für ein paar junge glückliche Menschen könnte man sich kaum eine vornehmere, einladendere, idyllischere und romantischere Zuflucht denken, fern allen unbefugten Augen und dem ermüdeten Trott der Welt, dem die Glücklichen mit Recht entfliehen dürfen. Sehen wir, waS der Dädeker des Landes über Warminge schreibt: „Mit den alten aristokratischen Herrensitzen ist es übel bestellt. WaS nicht von Rost und Motten zerfressen wurde, wurde von gottlosen Menschen geplündert und geleert. Die Maschine, der Herrgott der Jahrhunderts, schreitet blindlings vorwärts wie eine Lawine und reiht mit ihren Eisenarmen, ihrer seelenlosen, unbändigen Kraft nieder, waS liebevolle Hände auferbaut haben, unersetzliche Erinnerungen an eine Zeit, in der die Menschen größer und weiter dachten als jetzt, in der man naiv, brutal und romantisch war, unserer Auffassung nach primitiv, aber in dieser Primitivität tiefer und reifer als dieS spätgeborene Geschlecht, daS seine Seele für die brennende Jagd nach leeren Götzenbildern verkauft hat. Warminge ist es durch eine der kleinen Launen deS Schicksal» erspart geblieben, in der großen Mühle zerrieben zu werden. Vornehm, jeder Slein noch unberührt, liegt eS da, wie seit Jahrhunderten, dem Sturm der Zeiten trotzend. Das Schloß ist uralt, niemand weiß, wann und von wem es erbaut wurde. Aber die ganze Architektur, vor allem Graben und Zugbrücke, die noch erhallen sind, weisen daraus, daß mindestens der Grundstein schon im frühen Mittel- alter ge egt wurde. Der aller Wahrscheinlichkett nach älteste Teil besteht aus einem nach unseren Begriffen sehr kleinen und kompakten Hauptgebäude mit zwei Türmen, einem nach Osten und einem nach Westen. Die gelbbeworfene Fassade zeigt die beruhigende Flächenarchitektur alter Zeiten mit drei Reihen Fenstern, die weiten Llbstand voneinander haben. Diese Seite geht gegen daS Meer hinaus. Der Platz vor ihm wurde in eine Terrasse in mehreren Absätzen verwandelt. Wenn man dort steht, bietet sich dem Besucher eine weitreichende herrliche Aussicht. Die andere Seite, die einmal gewiß die Rückseile war, wurde aus praktischen Gründen für den Haupteingang verwendet. Der Bauherr einer späteren Zeit — aber doch noch einer von denen, die das Gefühl für Stil und Tradition nicht verloren hatten, hat hier zwei lange Flügel mit größeren und helleren Zimmern als im Mittelkomplex angefügt. Zwischen ihnen liegt die große Aufgangstreppe, flankiert' von mächtigen sechskantigen Säulen, die von wildem Wein und wilden Rosen von oben bis unten überwuchert sind." Das war also das stattliche Heim, in dem Gabbh ihre liebe verschollene Fob endlich wiedergefunden hatte, aber es schien keineswegs ein Heim deS Glückes zu sein, — eher das Gegenteil. Es ist ein sonnenfunkelnder, kühler Spätsommermorgen. Gabbh geht auf eigene Faust umher und inspiziert. Sie öffnet Türen zu altertümlichen, geheimnisvollen Kammern, reiht die Fenster auf und genießt entzückende Aussichten. Sie denkt, ironisch lächelnd, an eine alte Legende, die mit diesem Schloß verbunden ist: von einer Jungfrau, die einmal von einem Ritter Blaubart im westlichen Turm gefangen gehalten wurde. Sie denkt, daß das Schloß vielleicht auch ein Geheimnis jüngeren Datums birgt, ein Geheimnis, zu dessen Erforschung sie eigens hierher- gekommen war. Auf ihrer Wanderung durch einen der Flügel des Schlosses begegnet sie einer vergilbten, dürren Spukgestalt. Sie hat von diesem alten Möbel schon gehört, es ist Mamsell Rafaela. Sie hat schon unter fünf Besitzern dieses Schlosses gedient, und niemand von den Lebenden weiß, wann sie eigentlich hierhergekommen ist. Das vertrocknete, durchfurchte hexenartige Gesicht läßt das Alter der Mamsell Rafaela schwer erraten. Sie kann ebensogut einhundert wie zweihundert Jahre alt fein. Gabbh grüßt das alte Weiblein und will im schmalen Korridor an ihr vorüber. Mamsell Rafaela aber bleibt stehen, faltet die dünnen Hände mit den klauenartigen Fingern über dem Schoß und mißt Gabbh mit durchdringenden Blicken unter den weißen Augenbrauen. „Warum ist daS junge Fräulein hierher- gefommen?" sagt sie langsam mit einer Stimme, die von einer ganz anderen Richtung zu kommen scheint. Gabbh antwortet dec Wahrheit gemäß, daß sie gekommen fei, um Frau Fellips, ihre beste Freundin, zu besuchen. Mamsell Rafaela scheint sich um diese Antwort gar nicht zu kümmern. Sie legt ihre kalte, vertrocknete Hand auf GabbyS Arm und sagt langsam und bedeutungsvoll: „DaS junge Fräulein ist ein Kind der Zeit und will das nicht glauben, waS alte Leute wissen. Aber es gibt vieles zwischen Himmel und Erde, das den Richtwissenben nicht offenbar wird. Ich habe viel gesehen und gehört." „Was meint Mamsell Rafaela?" „Das Blut, das ruft, die Tränen, die nie trocknen, sehen Sie die, (Sie Kind eines törichten Geschlechts? Olein, Sie sehen sie nicht, älnd Sie hören auch nicht die Stimmen, die in der Rächt flüstern, Sie merlcn auch nicht, wie in der Mitternachtsstunde die Körper von Menschen, die nicht sterben können, um den Turm schleichen und Anglück und Tod verkünden." Die Alte leidet an dementia senilis, dachte sich Gabbh, aber eS war ihr nicht ganz behaglich zumute. Die Alte trat noch näher heran und preßte Gabbys Arm mit ihren sehnigen Klauen. Sie fuhr fort: „Weiß das Fräulein nicht, daß Schloß Warminge feit urdenklrchen Zeiten verwünscht ist? Wissen Sie nicht,- daß zwischen den Dachbalken alle bösen Geister deS Todes und deS älnhcils ihren Sitz haben? Sie schlafen niemals, sie begeben sich nie zur Ruhe. Sie peinigen, quälen und vernichten jeden, der unter dies Dach tritt. Keiner hat jemals diese» HauS verlassen, ohne Tranen oder Blut zu vergießen." Mamsell Rafaela hielt einen Augenblick inne, als ob sie die Wirkung ihrer Worte beobachten wolle. Dann fuhr sie mit lauter Stimme fort, in die sie einen Ton der Ueberreöung legte: „DaS junge Fräulein soll den Rat einer alten klugen Frau befolgen: packen Sie Ihre Sachen und machen Sie sich fort über alle Berge, bevor die Schatten der Derbli henen in der Rächt ihren Danse macabre an treten. Morgen kann es schon zu spät fein. Einen weisen Rat soll man befolgen, sagten die Alten. Die J.gend ist halsstarrig und unwissend. Aber S.e werden dahinter kommen, schönes, junge» Fräulein, daß die Mamsell Rafaela nicht ohne Grund gewarnt hat." (Sortierung folgt.) Universita s Restaurant Plockstraße 5 Inh.: F. C. Günther Fernsprecher 198 Saal und Räume für pr.vate und gesellschaftliche Verans.altungen Mittag-u. Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine Universitäts-Cafe Ms mit eigener erstklassige. 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Juli. 12 Llhr: Rachri cht«ck>ist. la5men im au. Mitarbeiter.) ÄS ä L N > Wltonen fcmJ ®a6«nb bk arbeit, Friebenizeit Ä’’’0“ Tagung w SibDUtning (o. iar“ fommtubtSnid vtan knn sj>^^ Wtmj Ws M| lmen Tomen Wr en den Absahsorga t Sorgen. 3e nach teuern entfällt z.2. Steuerlast 6i8 za Zeche machten bie Dom Gewinn auS, als 764,4 Prozent Kohlenstachten |inb 8tn ungefähr ITO t zuletzt deswegen t Kutzrlohle zurück- bürg, Braunschweig, :mb sie früher bi- stung bet Sitberung tfwenbungen ist eben- in rechnen, bah jt|l ein Lohn- unb (k< mmt gegen 6,30 M ng beträgt ca. 2,10 0 bii 80 M in -er Nachrichten. JfraekKSfche ®emeiwten. Jsr. MeItz»i»ckSO«Etznbe. «»4teSd. i. d.Synagoge (Südanlage). SaM-taz, den 25. Juli. Voravd 7.45, morg. 8.30, atd<. 8 35 tu 9.15. ••tMbit*8 bet tfr. RellgionSgesellschaft. Sabbat!eier de« 25. Je» IM». Freitag abend 7.35, 6e*Ulak) 18 W 30 Schweine: Bc-lllleifchiae twn 80 bt« 100 X* 80 bi« 82. imecr 80 Kg 75 di« 80, ~ 100 bi« 150 Kg. Hand gewinnen, die sich in der Hauptsache auf von der Spekulation oorgenommene Rückkäufe stützte. Begünstigt waren einige Montan- und Chemieaktien, aber auch Kriegeanleihen waren kräftia erholt. Die Besserungen am Aktienmarkt betrugen 0,5—1,5 Prozent. Die Erholung erstreckte sich auch auf den Psand- briefmarkt, besten Werte etwa 5 Prozent anzogen. freien Verkehr hörte man Kriegsanleihen zum Schluß mit 0,280. Die Abendbörse schloß in fester Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,251. Bankaktien: Commerzbank 96, Discontogesell- schäft 105,25, Dresdner Bank 100,12, Mitteldeutsche Creditbank 96, Oestererichische Kreditaktien 7,80, Montanaktien: DeutsH-Luxemburoer 61,50, Gelsen- kirchen 50, Rheinstahl 61,37, Kali Aschersleben 123,50, Kali Westeregeln 135. Chemische Aktien: Badische Anilin 124,50, Chemische Griesheim 114, Scheideanstalt 100, Elberfelder Farben 114,25, höchster Farben 114,87. Schiffahrteaktien: Nordd. Lloyd 54. Industrienktien: LEG. 97, Elektrisch Licht und Kraft 97, Fuchs Waggon 0,65, Siemens und Halske 74,50, Julius Sichel 33,50, Wayh und Frey, tag 74, Zellstoff Daldhof 9,62. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers" ) Berlin, 23. Juli. Die Anfangstendrnz der Börst war durch eine erhebliche Unsicherheit und Nervosität gekennzeichnet. Die Kurse zeigten zwar gegenüber den gestrigen offiziellen Schlußnotierungen eine leichte Senkung, lagen aber im Verhältnis zu den Rotierungen deS gestrigen RachmittagS- und de« heutigen Früh-BerkHprS leicht erholt. Rach Schluß der BormittagS5ör'e kam im Verkehr unter den Banken beträchtliche- Angebot herau-, daß die Kurse auf einen feit längerer Zeit tiefstm Stand senkte. Sn wurden z. D. Gelsenkirchen mit 46,5 und Phönir mit ^5 genannt. Gegenüber diesen Kursen waren zwar die offiziellen Rotierunaen gebessert, doch überwog nach wie vor die bisherige Verstimmung der Börse, ES spiel- rourben im Mai 42 498 000 (im April 40 636 000) Zugkilometer geleistet. Durch neue Aurnahmetarife, wie auch durch Aenderung bestehender Tarife wurden weitere ' rächtenermäßigungen gewährt. Die Durchfuhrtarife wurden dem Bedürfnis gemäß ausgestaltet. Die Brtriebsergebniste des Mai haben sich wie olgt auegeftaltet (in 1000 Rm.): Personenverkehr 127 963, Güterverkehr 227 415, sonstige Einnahmen 34 634, insgesamt 390 012. Die Ausgaben betrugen 289 541 000 Rm., wozu noch 25 015 (XX) Rm. außerordentliche Ausgaben treten. Die Verkehrseinnahmen des Mai sind hinter den Erwartungen nur unbedeutend zurückgeblieben. Es wurde möglich, planmäßig die Rückstellungen für die kommende Verzinsung der Reparationsschuldverschreibungen vorzunehmen und die gesetzlich vorgesehene Ausgleichsrücklage onzu ammeln. Rach dem bi» jetzt vorliegenden Ergebnis der Einnahmen im Juni kann damit gerechnet werden, daß die Gesamtwirtschaft im Jahre 1925 planmäßig verläuft. imsell Aasaela scheint r nicht zu lünimcrn. rle Hand aus SakW । bedeutungsvoll: [t ein Kind der Zeit m, lvaS alte Leute >i zwischen Himmel issenden nicht offen« gesehen unb gehört. Rafaela?" bie Tranen, bie nie Ainb eines törichten btn sie nicht. Uno Stimmen, die in der auch nicht, wie in b« örper von Menschen, n ben Turm schleichen künben." ementia senifc* ihr nicht ganz W her heran und chnisen Klauen. » nicht, dah M , c^iten vertvuM 'Sn m «s beS Todes unb M Sie schlafen nieM ». L Sie P°E ield vergießen- 5"®s**s len Sce A bevor ber.Q 'L Ät ihtt" en in d" M DE onn >n Ltat 1 .n kj[i« 5*4* ®,u,t j Tr"rrf V 5te#oua»«nf • WweeSbant - - - Mimui tenawanblt . . V.’-iim nnf ...... CTh*»wlkbr Crebttbanl . . Crfk*rrN8Md)e te'rcbümftatt. QBeftbanf Botömner (Zug 8hwtrx8 . . . leicht befestigt, troh niedriger amerNanischea Preise, weil an prompter iRkinbischer Ware noch nichts an ben OXcrK gelangt. Wintergerste weniger angebeten, H«ser in eiter Bbare an geboten unb im Prei» gastalten. W notierten per 1000 Kg.; Weizen, märkischer. Juli, 262 bist 266. Weizen, September, 240 bi4 242. 'Weizen. Oktober 243 bis 246, Roggen, mst»Richer 187 bis 192, Roggen, Just, 204 bl« 206,50, Roggen, September. 196 bi« 199, Roggen Oktober, 201 bi« 202. Futtergersie 196 bi« 212. neue Wintergerste 184 bis 190, Hafer, märt 243 bis 255, bo. 3ult 191 bis 192. bo. September 187 bi« 186, RlaiL (IoTd Berlin) 214 bi« 216. Rav« 345 bis 340; per 100Kg.: WachmuneOl 33 bis 35,60. Roggen- mehl 27 f*« X». WeizchnReie 13 bi« 13.20. Rvggen- fleie 13,50. TXTteeiaerbfen 26 bl» 34. kleine Srbleck 25 bi8 26.50. Suttnerbfen 23 bi« 26.50. Peluschken 23 biS 26.50. Ackerbvstnen 24 bi# 26, Wicken 26 biS 28. Luptne«. Mau 12 bi« 13,50. bo. gelB 15 biS 16,50. Rap»kuch-n 16.50 bi« 16,60, Lrtn- T»*»’. 22,70 biS 28. Trockenfchuihel 11,60 bifll 11,80. D^rfmchaffe 9.60 bi« 9.75, Kar-toffelflocken 26 bis 26,20. Z«tzer 21,40 bis 21,60. ten hierbei auhenpolittsche Dedercken eine Rolle (im Iusammmchang mit angeblichen Obeeeerfemgcn Briand« zur deutschen Rote) und ferner angeblich- weitere KomplckaLionen im Slinn«S- und Wolff-KowMM. Weiter wurden bie rückgängigen Steuereinnahmen de« Reiche« al« ein Zeichen für da« Darnieder liegen der gesamte» Win schäft verbucht Die SrRärung der Gels8»ttrche»er BergwerlS-Ä. G. über bie Unfinnigiiit der gestrigen Börsengerüchte und die bevorstehenden Hilf«- beratunaen für den Ruhrbergbau in der Reichskanzlei blieben demgegenüber zunächst etnTlu|lo« Ri^ebot bestand ferner auch in Kolonial- werten, von benen Diamanl-Sstare« auf Abgaben der Arbitrage hin bi« auf 18,5 zurückgingen. Die ®elbmar!llage zeigte keine Veränderung. Die Rachfrage ist etwa« stärker geworden. Tägliche- Geld 8 bi« 91/, Prozent, Mvnatsgeld 10 bi« 11 Prozent. Im internationalen Devisenverkehr lagen Franken und Lira stark im Angebot bei etwa« zurückgestenden Kursen. Die Reichsmark notierte in London 20,42, Amsterdam 59,22V?. Pari« 5,06. Börsenkurse. tee.» 73 2.6 34 i D.60 I 73 63,5 I * Auch Frankfurt im August ohne Samstagsbörse. 2m ülonat August bleibt am Samstag die Wertpapierbörse in Franksurt für den Verkehr geschlossen. Eine Rotierung der auslänbi« chen Zahlungsinittel findet nicht statt. Don Montag, 27. Juli, wird die Notiz der Aktien der Großkraftwerk Mannheim A.-G. bis auf weiteres eingestellt, da der für die Zulassung erforderliche Prospekt bei der Zulasiungrstelle noch nicht eingereicht ist. • Preußischer F i « k u « °- R. W. 2. Die vom Preußischen Frsku« übemommtne Stinn<-S- bctciligung beträgt noch nicht 10 Prozent de« R W. E. Verträge wie die der DtümeSgrupve mit dem R. W. E. bestehen nicht. Infolgedessen bedeutet die Transaktion kaum irgendwelche Machtverschiebung im Aktien besitz de« Werke«. Ihre Hauptbedeutung liegt darin, dost die Beteiligung nicht dem Au«land zugefasten ist. • Sie deutschen Kaliabmachungen mit Amerika. Die Verhandlungen der Vertreter der deutschen und elsässischen Kaliindustrie in Amerika hoben anscheinend ein für beide Teste befriedigendes ©rgebnte gehabt. Wie der Kölnischen Zeitung au« Reu York gemeldet wird, ist dem Deutst^n Kali-Hylckstkat cm Kredit von etwa 40' Mistümen Dollar auf eine Reihe von Jahren zu 7*/, br« 8 Prozent Verzinsung zugesagt worden, wofür als Gegenleistung langfristige Lieferuna«verträge zu Vvrzug«-P»eisen mit den tXmcrtfcnern vereinbart worden sind. Auch mit den elsässischen Werken sollen ähnliche Abmachuirgen erwogen werden. • Erfolgreiche deutsche Konkurrenz gegen den enalischen Kohlenhandel. Wie dem Hochblatt „Jndustrietzurier" au« London berichtet wird, ist die engtif^e Koh- leninbuftrie über die stündig wachsende KonLu» renz de« deutschen Bergbaues auf dem Weltmarkt auherordentlich erregt. So ist c« Deutschland vor einigen Tagen Gelungen, mit der lettischen Staatädah«. deren vevorzugier Kohlen sie ferant b^dher Sngland war. «n«n Abschluß zur svfvv- tigen Lieferung von 43 000 T. Kahlen zu tätigen, von denen 25 000 von der Sttnne«gruppe zum variablen Preise von 20 sh 6 d bis 23 sh 4 d je Tonne und 18 000 durch das rheinisch-westfälische KohlensnndOat zum Preise von 20 sh 11 d je Tonne geliefert we^»en snsten. Die Qualität der zu liefernden deutschen Kohle soll der der ersten Sorte Durhanckohle gleichen, die von den englischen V?porteueen zu 24 sh je Tonne offeriert wurde. Der englische Kohlenhandel lieferte bisher jährlich im Durchschnitt 120 bis 150 000 Tonnen Kohle an die lettische Eisenbahn. Weiterhin verlautet, dast e« dem westfälischen Bergbau eben fall« gegen englische Konkurrenz gelungen ist, vor kurzem eine Bestellung der chaswerße von Bordeaux xur Lieferung von 7000 Tonnen Kohlen zu erhalten. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 23. Juli. Bei sehr ruhigem Preise jetzt 65. Selbftlostenverringerungen durch technische Verbesserungen dauern sehr lange und erfordern viel Kapital: außerdem ist zu bezweifeln, ob von dieser Seite her der erwünschte Erfolg eintreten kann angesichts der Tatsache, daß zur Zeit im Bergbau ungefähr 400 000 P. S. mehr installiert sind al« in der FriedenSzeit, daß dagegen die Leistung immer noch unter FriebenS- hj-he liegt. Da im Bergbau die menschliche Arbeitskraft eine 'ehr große Rolle spielt, muß neben einer entsprechenden Ermäßigung her Steuern und frachtlichen Lasten die Selbstkosten- Verringerung vornehmlich auf dem Gebiete der Ark>eit«kraft gesucht werden. In Betracht käme vor allem ein? Verlängerung der Arbeitzeit auf Frieden«höhe (also um eine halbe stunde), allein diese würde eine Verbilligung der Selbstkosten von 1,20 bis 1,50 Alk. herbeiführen, träte gleichzeitig auch eine entsprechende QSerjingerung der Frachten und Steuern ein, so wurde insgesamt eine solche Prei«ermäßigung möglich werden, daß der Jnlandabsah einen starken Anreiz bekäme, und daß h«r Effport weiter finanziert werden könnte. . Gelingt e« nicht, auf dre-e Welle die Absatz- mößlichkeit zu steigern, so wird nicht« andere« übrig bleiben, als die Belegschaften solange zu reduzieren, bi« Förderung und Absatzmöglichkeit in Einklang gebracht sind: das würde gleichbedeutend sein mit einem noch weiteren Abbau von mindestens 40 biS 50 000 Personen. Beitritt Deutschlands zur Internationalen Handelskammer. Die Internationale Handelskammer teilt offiziell mit: Der Derwaltungsrat der Interna tio- nalen chaodelskammer erhielt den Antrag Deu t i ch lands auf Ausnahme in die Kammer imter Zustimmung zu ihren Grundsätzen. Der Derwaltungsrat wählte darauf die folgenden fünf Spitzenoerbände einstimmig zu Mit- gliedern: Den Deutschen Inditstrie- und chandels- tag, den Zentraloerband des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes, die chauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels, den Reichsverband der Deut- fchen Industrie und den Zentralverband des Deutschen Großhandels. Diese Verbände werden, der Satzung der Internationalen Handelskammer entsprechend, eine deutsche Landesgruppe bil- den, der die Vertretung Deutschlands in der Kammer obliegen wird und deren Geschäftsführung sich vorläufig beim Deutschen Industrie- und Handelstag in Berlin befindet. Zur Vorgeschichte dieses wirtschaftlich bedeutsamen Ereignisses wird noch mitgeteilt: Die Internationale Handelskammer trat an die Stelle des früheren Internationalen Handelskammerkongrestes. Ihre Errichtung wurde 1919 auf der Internationalen Wirtschaftskonserenz der amerikanischen Handelskammern in Atlantic City beschlossen, bei der außer den Vereinigten Staaten England, Frankreich, Bel- aien und Italien vertreten waren. Kurz darauf schlossen sich die Wirtschaftsorganisationen einer großen Zahl anderer Länder an. Als sie 1921 ihren ersten Kongreß in London veranstalteten, gehörten ihr bereits zwölf Staaten an, darunter auch Oester- reich. Heute zahlt sie 37 Länder zu ihren Mitgliedern, darunter 347 Handelskammern, 105 Industrie- verbände, 50 Handelsverbände, 54 Dankorganisa- Honen und 11 Reederverbände. Ms Einzelmitglieder gehören ihr 736 Industriesirmen, 376 Banken, 56 Schiffahrtsgesellschaften und 50 Eisenbahngesellschaften der verschiedensten Lander an. Sie bezweckt, den internationalen Handelsverkehr zu erleichtern, eine einheitliche Stellungnahme in internationalen Wirt- schaftsfragen herbeizuführen und die Schaffung des Friedens zu fördern fowie die freundschaftlichen De- ziehunoen zwischen den Völkern durch eine Zusammenarbeit der kaufmännischen und wirtschaftlichen Organisationen zu sichern. Die Deutsche ReichsbahngeselljchLtzfl im Juni. Den Güterverkehr im Juni beeinflußten neben der anhaltend ungünstigen Wirtschaftslage vor ollem die veränderten Wirtschaftsbeziehungen zu Polen, sowie die Obst- und Gemusetransporte. Nack dem vorläufigen Ergebnis wurden gestellt: 3 321000 Wagen (gegenüber dem Vormonat minus 446 000), dach ergibt sich ein lebhafterer werktäglicher Verkehr, da in ben Juni zwei katholische Feiertage fielen. Infolge des Zollkrieges mit Polen drohten an verschiedenen Grenzabfertigungen Verkehrsstauungen, die vorübergehend zu einer Annahmesperre von Braunkohlen uni) Briketts nach Polen führten. Zur Beschleunigung der Frühobst- und Gemüsetransporte wurden entsprechende Maßnahmen getroffen. Der Exprehgutverkehr gestaltete sich lebhafter und stellte erhöhte Anforderungen. Die Kohlenabbeförderum aus der Ruhr blieb bei einer Gestellung von 554 800 Wagen gegenüber dem Vormonat um 22 300 Wagen zurück. Die Anforderungen erhöhten sich ab Mitte Juni. Auch die Kohlenverladungen aus Deutsch- Oberschlesien fliegen von Mitte des Monats ab. Es wurden dort 83 9*00 Wagen gegenüber 81 300 Wagen im Vormonat benötigt. Die höhere Ziffer wird au die Einstellung der Einfuhr polnifch-oberschlesischer Steinkohlen zugeführt. Es konnte sogar von den Halden verladen werden, so daß die Haldenbestände um 11 000 Tonnen geringer waren als Ende des Vormonats. Auch in Mitteldeutschland und Sachsen trat eine Steigerung des Kohlenabsatzes ein, in Mitteldeutschland wurden 187 800 (plus 18 000) Wagen und in Sachsen 79 800 (plus 2500) Wagen gestellt. Der Versand von künstlichen Düngemitteln blieb mit 32 500 Wagen ungefähr auf der Höhe des Vormonats. Auch der versand an Brotgetreide, Mehl, Zement und Zucker war ziemlich unverändert, nur die Verladungen von Kartoffeln gingen, wie regelmäßig in diesem Monat, von 15 3Ö0 auf 4100 Waaen zurück. Der Personenverkehr war infolge der günstigen Witterung lebhaft. Die Zahl der Personen- nd Schnellzüge ist in dem neuen, am 5. Juni m ^-«ft getretenen Fahrplan überall vermehrt, die Ge- mindißkeit vielfach gesteigert worden. Insgesamt 113,74 114.1* S.t M M »3.76 53.H 74 55,6 61,25 4S 46 618 r, * ii^ti w 1,5 iur ens Unbbnet,Ho. u llond 5” in "lassen eS bas »«en Ä.doi. ’!e Sömlro?uN -it nur " n°n>f«n>/3 ‘2 unter einS ?e* Vttet 4.197 19.41 2,3h 10.44 19 7 169.07 6.61 59,40 112 93 81.87 66 76 12.45? _2-L_ <.177 19.11 91 82 10.846 19.*5 188.23 15,33 6.2 59.10 112.37 81. a 6U.43 12.44» 5.«-; Berlin. 23 stuli. 7imrrrranH*t Weta . . . , . fVfett*# Wetw ..«♦>. Steten ...... Eegltf®« Xetot ...... 3re>Hdt;i*f 'Hot&t ...... Ls5«ind' «riet UmN.-ÄPti Hucn •tTrtel RÜTV* 1.69? NÖ.ll 1,696 IW,18 1.01 Tot Ißcfi.'Xnttv ektflt 19 42 19,46 19,35 19,39 76.20 7« .40 76 32 76.92 91.39 91.61 91,88 92.12 eixn;ifw 112.86 113.14 112,66 112 04 kikMurtorS. 10,58 10,82 10,565 15,31 10,605 A'toiien - 16. V) 15.47 15,3 äeuten. 50.191 4.IW 19.80 20.443 4,2*1 10.84 4.194 19.71 <0.441 4.205 «Ä1 . 19.75 6*»ett • eveuten S1 44 60.7; 1.728 81,64 60,88 1,733 41,45 60,62 1,72 11,65 60.78 1,732 vtie le 7tan »tei. in»-« 9 485 1.487 0.491 0,495 Ctfi «b»eft .9.062 59,202 1J ,06 99,202 Pra« . 12.43 12.47 12.43 12.47 S^clireb 7.36 ;•& 3,64 .0,775 7,36 7.38 >.895 5.e'5 5,915 ■Ssr .,63 50 725 3.03 50,625 1,04 '0,675 Taupo SO 85 •1.05 *«1.83 81 0 ftenft nnn. i 315 2,345 ■i.i12 5,352 Vidra 6 69 6.71 .69 6.71 & Schlitz (0ö8rh8ssen)x» Tal gelegenes Burgstädtchen, unvergleichlich schön im Frühjahr, Sommer und Herbst. Behaglicher Aufenthalt. 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