M. 20 Erster Blatt 175. Jahrgang Samstag, Januar 1925 (ErMjetnt täglich, aufoer Smuu unb Feien»,«. Beilagen: TleßenerFomckienblLtter Heimat im Bild. tnaeaU-Brjr^iprtii: 2®olbmorh u. 20 Gold» Pfennig für TrLgerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r« ch.Anschlüße: Schnftleirung 112, Der» lag undDeichäft,stelle 51. Anschrift für Drahtnach» richtenLnzeigerOiesten. poftschrckfonto: SreNttert a. M. 11W. SietzenerAiizeiger General-Anzeiger für Gberhessen Brotf und Verlag: vrühl'sche Univerfitütr-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Seschäftrltelle: ZchulVraße 7. Annahme lnjei»ei für die Tagesnummer die zum Nachmtnag vorhe* ohne jedeDerdtndlichdeil. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Doldpfennig; für Ne» Klame-Anzeigen o 70 nm Brette 35 Goldpfennig, Platzvorschrift20^ .Ausschlag. - Derantworilich für Polmd u. Feuilleton: Dr. Frledr Wiih Llongc; für den übrigen 2cd: Ernst Biumfcheln: für Öen Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. An die Arbeit. Die Iteglenmaeerfiarurtg deS Kabinetts Luther hat der Reichstag mit großer Mehrheit gebilligt. Zweier Rednergarnituren bedurfte eS a fier Ding» erst jur Stellungnahme der Parteien. ReueS brachte die mehrtägige Redeschlacht nicht allzuviel. 3m Grunde konnte auch der erbittertste OppositumSrebner — Ruth Fischer, die Moskowiterin, natürlich ausgenommen — dem Regierung-Programm nur zustimmen. Fortsetzung der politischen Linie des Kabinetts Marx, dem konnte sich auch Herr 2 reit scheid nicht verschließen. Wenn er trotzdem schärfste Opposition der Sozialdemokratie gegen das „reaktionäre" und „monarchistische" Kabinett ankündigte, so spricht daraus lediglich daS grenzenlose Mih- Irauen, daS die Sozialdemokratie und ihre bürgerlichen Freunde den Männern des Kabinetts . Luther entgegenbringen. Zur Begründung ihrer Ausstellung wurden dann aus Mangel an sachlichen Einwänden neben den altbewährten Schlagworten von der „gefährdeten Republik" und dem .Mißfallen deS Auslandes" über einen Rechtskurs, recht kümmerlich ausfallende Versuche gemacht, aus der politischen Vorgeschichte einzelner neuer Minister etwas Anstößiges oder gar Ttaatsgesährliches hervorzusuchen. Es hat den Herrschaften bei dieser Schnüffelei sichtlich schwer gehalten, etwas herauszukramen, womit sie sich im Parlament sehen lassen konnten. So mußte die erschreckliche Tatsache, daß Herr von Schließen, der neue Finanzminister, Ehrenritter des Iohanniterordens — bekanntlich eine ausgesprochen charitative Adelsgemeinschaft — ist, dazu herhalten, diesen um das finanzielle Sanierungswerk hochverdienten Staatsmann als rechublikfelndlich zu verdächtigen. Vei seinem Kollegen R e u h a u s sollte der nicht geleistete Ver- sassungseid gleichen Zwecken dienen, wobei die Feststellung des Kanzlers für die Opposition einigermaßen peinlich war, daß der demokratische Handelsminister F i s ch b e ck den damals unentbehrlichen Ministerialdirektor von der Eidesleistung entbunden hat. Kurzum, diese Mätzchen sind schwerlich dazu angetan, die neuen Minister, die sich für die Arbeit zum Wohl des Dolle« zur Verfügung gestellt haben, in den Augen ruhig wägender Männer aller Parteirichtungen zu diskreditieren. Wenn die Sozialisten ihre Aufgabe als Opposition in derart kleinlichen und engstirnigen Röraeleien erschöpft sehen, dann ist allerdings von ihnen an positiver Mitarbeit an den großen Fragen, die den Reichstag schon in allernächster Zeit beschäftigen werden, nicht allzuviel zu erwarten. Die bürgerliche Linke scheint die bedeutsame Dolle, die einer großen Oppofitionsgriippe im parlamentarischen System zugedacht ist, besser erfaßt zu haben. Die Demokraten werden für die Außenpolitik des Reichskanzlers zu haben lein. Daß die Fraktion darauf verzichtete, gegen bas Kabinett zu stimmen, wird ihr zwar von ihrer Großstadtpresse schwer verdacht, von ihren Parteifreunden im Lande hingegen wohl nur gedankt werden. Kuhl und zurückhaltend war die Wort für Wort sorgsam abgewogene Erklärung des Zentrums. Oie es seinem linken Flügel ermöglichen sollte, der Villigungsformel für Luther zuzustimmen. Das ist denn auch geschehen. Rgr ein kleines Grüpplein, darunter die durch den Darmatskantal kompromittierten Abgeordneten, blieben der Abstimmung fern. Zwei Unentwegte. Wirth und der Gewerkschaftler 3 mbusch. stimmten mit den Sozialisten gegen die Regierung. Mit dieser offenkundigen Riederlage seines linkem Flügels scheint ,das Zentrum die innere Krise zu einem guten Teil überwunden zu haben. 3n gemeinsamer Arbeit wird es nun Aufgabe des Kanzlers sein, die Parteien, die heute noch mit allem Vorbehalt hinter ihm stehen, einander zu nähern und zu einer zuverlässigen parlamentarischen MehrhKt zusamm->nzuschweißen. .Rach ihren Taten werden wir die Regierung beurteilen!" so tönte es aus aller Munde dem Kanzler entgegen, als er für sein riesenhaftes Programm die V'lliaung des Reichstages erbat Taten erwartet auch das deutsch: Volk vom Kanzler, den es als einen harten, willenskräftigen THamt achten gelernt hat. wenn es galt, etwas durchtusetzen. was er für richtig gehalten hat Und durchzusetzen gibt es übergenug, inner- wie außenpolitisch, das hat schm die Reat?rmtgserkla- rung zwar nur in kurzen Stichvorien. aber diese in erdrückender Fülle, aufgezeigt. Der Rahmen, den Dr. Luther sich gesteckt hat. ist ungeheuer, er bietet Raum für jahrelange Arbeit, mi: deren Ableistung das Kabinett am einwandfr'testen den Rachweis seiner von der Linken so vielfach ange» gweifelten Existenzberechtigung erbringen kann. Deshalb tut der Reichstag klug daran, wenn er sich in unfruchtbarer, nörgelnder Kritik größte Zurückhaltung auferlegt und dem Kabinett einmal Zeit läßt, zu zeigen, was es leisten kann. Außenpolitisch wird Dr. Stresentann in dem Kampf um die Kölner Zone und die R u h r» räumung das ganze Haus und das ganze deutsche Volk hinter sich haben. 3n der Ent ° wafsnungsfrage erwartet Deutschland den Echlußbericht der Generalinspektivn und dir detaillierten Beschwerden der Entente, die man uns bislang vorenthalten hat. um durch die Feststellung einer Vertragsverletzung in Bausch und Bogen einen Vorwand für die Richträumung der Kötner Zone zu haben. Breit- scheids schamlose Denunziationen, deren 3a- halt den Ententeregierungen seil langem amtlich befannlq-'geben sind, werden der chauvinistischen Presse in Paris und London natürlich neues Wasser auf ihre Mühlen sein und dafür dienen, das Märchen vom waffenstarrenden Deutschland erneut in alle Welt hinauszupo- Der Sturz des Kabinetts Braun. Die Abftimmut.gskomödie im Landtag. — Keine Mehrheit für Braun. Rücktritt des Kabinetts. Die Weimarer Koalition hat das verzweifelte Spiel, das sie in Preußen spielen wollte, verloren. Darüber kann ein Zweifel nicht sein, auch wenn sie es mit Hilfe eines par> teiischen Präsidenten vermieden hat, daß der Zusammenbruch ihrer Hoffnungen und der Zusammenbruch des ganzen Kabinetts in öffentlicher LandtagssiYung sich vollzog. Wohl selten ist in der Politik soviel mit Beeinflussung, Drohung und Fälschung gearbeitet worden, tote in den letzten Tagen in Preußen. Die Dinge lagen doch ganz klar. Die Oppositionsparteien der Rechten hatten die Verfassungsmäßigkeit der Regierung bezweifelt mit der Begründung, daß nach einer 3nterpretation der Verfassung jeder neue Landtag auch eine neue Regierung zu wählen hat. Dieser Meinung haben Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten widersprochen. Die Deutsche Vollspartei wollte auf dem Wege einer Abstimmung darüber Klarheit schaffen, die Regierungsparteien aber haben es verstanden, sich um diese Entscheidung herumzubrücten, indem sie diesen Antrag an den Geschäftsord- nungsausschuß schickten, wo er erst einmal bis zum 2. Februar ablagert, aber früher oder später doch einmal an das Plenum zurückkommen muh. weil die Deutsche Vollspartei sich mit einem derartigen Begräbnis ihrer Forderungen nicht einverstanden erklären kann. 3nsoweit also war der Angriff der Deutschen Volkspartei abgeschlagen. Aber am Schluß einer politischen Aussprache muh irgend ei ne Abstimmung erfolgen. Der sozialdemokra- tische Ministerpräsident Braun hatte am ersten Tage der Aussprache den Mund sehr voll genommen und erklärt, daß er ein Vertrauensvotum des Landtags verlangen würde. Seine eigene Partei hat aber dann Angst vor dieser Kurage bekommest und die unmißverständlichen Worte dahin umgedeutet, daß auch die Ablehnung eines Vertrauensvotums die Zustimmung zur Regierungs erklärung bedeuten müßte. Das hat natürlich seinen guten Grund, denn nach Art. 57 Abs. 5 der Verfassung bedarf ein Mißtrauensvotum, durch das eine bestehende Regierung gestürzt werden soll, der Zustimmung der Hälfte aller überhaupt gewählten Abgeordneten. Da nun die Kräfteverteilung in Preußen so ist. daß Zentrum. Demotraten und Sozialdemokraten zusammen 223 Stimmen haben, die anderen Parteien aber zusammen 227, so muh es als ausgeschlossen gelten, daß die erforderliche Mindestzc.hl sü. ein Mißtrauensvotum im verfassungsmäßigen Sinne (das wären 225 Stimmen) zusammenzubetommen wäre. Darauf baute sich die Rechnung der Sozialdemokraten auf, die fest entschlossen waren, weiter §u regieren, auch wenn das Mißtrauensvotum rein zahlenmäßig angenommen werden sollte, wobei sie sich jedoch immer noch mit der Hoffnung trugen, daß ein glücklicher Zufall ihnen zu einer knappen Mehrheit in der Abstimmung selbst verhelfen würde. Darin haben sie sich allerdings getäuscht. Das Abgeordnetenhaus hat eine Besetzung ausgewiesen, wie wohl sehr selten ein Parlament. Es fehlten im ganzen Hause nur 8 Abgeordnete von 450. Alle Parteien hatten die letzten Reserven auf die Deine gebracht. Und das Ergebnis über den kommunistischen Mihtrauensantrag — bei dem die Kommunisten selbst auf die Begründung verzichteten, also dadurch den rechtsstehenden Parteien die Zustimmung möglich machten — gebt dahin, daß zwar formell und verfassungstechnisch der Antrag mit 221 gegen 221 Stimmen, allo mit Stimmengleichheit, abgelehnt war. Gleichzeit g aber hätte daraus hervorgehen müssen, daß eine Regierung, nachdem sie die Kampfansage mehrerer großer Rechtsparteien erhalten hat. bci_ einer solchen Ausgeglichenheit der Ma chtver hüll niste einfach nicht weiter regieren kann. Diese Folgerung aber eben wollten die Sozialdemokraten nickt ziehen. Sie glaubten schon den Sieg in der Tasche zu haben, als das Mißtrauensvotum ab- gelehnt war und sahen nun auch der weiteren Abstimmung mit großer Zuversicht entgegen. Da spielte ihnen ein sehr kluger, taktischer Schachzug der Deutschnationalen einen bösen Streich. Der Ministerpräsident Braun hak nach dem Ausscheiden der volksparteilichen Minister das Kultusministerium und das Finanzminister selbst als Minister übernommen. wozu er al? Ministerpräsident berechtigt ist. 3n dieser Eigenschaft als Finanzminister und als Kultusminister hat er ein Vertrauensvotum des Landtags bisher überhaupt noch nicht bekommen. Rach dem Artikel 57 Abs. 1 der preußischen Verfassung bedarf aber der Ministerpräsident ebenso wie jeder andere Siaatsminister zur Führung der Geschäfte das Vertrauen des Landtages. Die Deutschnationalen folgerten infolgede sen sehr richtig, daß zwar das Kabinett im ganzen, wenn die versassungs- rechtliche Deduktion der Regierungsparteien richtig wäre, der Ges amtrückt ri tt des Kabi- netts nur erzwungen werden könnte, falls m e h r als 225 Stimmen für ein Mißtrauensvotum abgegeben wären, daß dagegen Herr Braun als Fi n a n z m in i st e r und Kultusminister schon mit einer einfachen Mehrheic erledigt sein muhte, weil er als Leiter dieser beiden Ressorts bisher überhaicht noch Lein Vertrauensvotum bekommen hat, in diesem Fall aber die einfache Mehrheit genüge. älnd es zeigte sich, dah die Kalkulatron richtig war. Einige Mstgl eder des Zentrums haben sich doch' gescheut. Herrn Braun als Kultusminister ein Vertrauensvotum ane'Gn- speechen. Er hat infolgedessen in letzter Frage als Kultusminister, als Finanzminister und als Ministerpräsident zusammen mit den beiden anderen sozialdemokratischen Ministern ein Mißtrauensvotum erhallen, das jeweils m t t einer Mehrheit von drei stimmen angenommen wurde. Die logische Folge mußte der Rücktrltt dieser mit einem Mißtrauensvotum bedachten Minister fein. Der sozialdemokratische Landtagspräll- dent Bartels aber versuchte, seinen Freunden aus der Verlegenheit zu Helsen, indem er erklärte, daß für sie alle die Ausnahme des Absatzes 5 des besagten Artikels gelte, daß daher alle diese Mißtrauensvoten, obwohl sie angenommen wären, nicht a l s vollwertig anerkannt werden könnten, da ihnen die erforderliche Zahl von 225 feF>ft. Die Parteien der rechten Opvosition haben sich dem nicht gefügt, sondern erklärt, daß sie ihre Konsequenzen daraus ziehen müßten. Der Ausgang war dann ein Sathrspiel: Die Regierungsparteien wagten es überhaupt nicht, die Abstimmung über das ironischerweis? von rechts her beantragte Vertrauensvotum zuzulassen und entzogen sich der Katastrophe durch schleunige Flucht, wodurch sie die Beschluß- Unfähigkeit des Hauses herber ührten und eine Vertagung bis zum 2. Februar erzwangen. Aber sie konnten dadurch nichts mehr daran ändern, daß das Schicksal des Kabinetts Braun und damit der Rumpfkoalition in Preußen besiegelt ist. Sitzungsbericht. Berlin, 23. 3an. Haus und Tribünen sind stark beseht. Päsidenl Bartels eröffnet die Sitzung um 12.25 älhr. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Antrag der Kommunisten zur Gewährung weitgehender Amnestie. Die Beratung wird unterbrochen zur Vornahme der Abstimmung über die für 1 Uhr auf die Tagesordnung gefetzten Vertrauen s- bezw. Mihtrauensanträge Abgestimmt wird zunächst über den fern» munistischen Antrag: „Das S-aatsmini- sterium" besitzt nicht das Vertrauen des Landtags. Dem Antrag ist eine längere Begründung beigegeben. Für den Mißtrauensantrag stimmten die Kommunisten, die Deutschnationalen, die Deutsche Volksdartci, die Rationalsozialisten unb die Wirtschaftliche Vereinigung. Dagegen stimmten die Sozialdemokraten, die Demokraten und daS Zentrum. Es wurden insgesamt 442 Stimmen abgegeben, davon mit 3a 221, mit Rein 221 Stimmen. Der Antrag hat also nicht die erforderliche Mehrheit, ist also abgelehnt. Es folgt dann die namentliche Abstimmung über den deutschnationalen Antrag, der den Ministern Braun. Severing und Si e- ring das Vertrauen entzieht. Die Abstimmung übet die einzelnen M nistet wird getrennt. Es wird zunächst abgestimmt über den Kultusminister Braun. Es schlieHen s:ch daran an die Abstimmungen über den Finanz- miniflcr Braun, den Ministerpräsidenten Braun, den CVnnenminiftcr Se v e» ring und den Handelsminister S l c r i n g. Die Abstimmung über den Kultusminister Braun ergibt 220 Stimmen mit 3a, 217 mit Rein. Das Ergebnis wird von der Rechten mit stürmischem Beifall anfgenvmmen. Präsident DartelS erflärt den Antrag für abgelehnt, da die Mehrheit bei 450 Sand- tagsabgeordneten 226 betragen müsse. An dieser Mehrheit fehlen also sechs Stimmen. Don der Reckten wurde gegen diese Auslegung stürmischer Widerspruch erhoben. Das Haus nahm beim die namentliche Abstimmung über die Entziehung des Vertrauens gegenüber Braun als Finanzminister vor. Die Abstimmung hat das Ergebnis. daß 221 Stimmen mit 3 a und 218 mit Rein abgegeben wurden. Der Präsident trifft dieselbe Feststellung wie bei der vorigen Abstimmung, daß auch hier nicht die verfassungsmäßige Mehrheit der gesetzlichen Mitgliederzahl er- reicht worden fei. 3n einer Abstimmung erledigte sodann bas Haus den Mihtrauensantrag gegen Ministerpräsident Braun. Minister deS Innern Severing und Handelsminister Siering. Abgegeben wurden 439 Stimmen. Für den Mihtrauensantrag stimmten 221. dagegen 218. Präsident Bartels erklärt den Antrag für angenommen, hebt aber toieber hervor, daß d i e verfassungsmäßige Mehrheit nicht erreicht fei. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen bei den Sozialdemokraten. Don einem kommunistischen Abgeordneten wird unter schallender Heiterkeit der Rechten an dem Platze des Ministerpräsidenten Braun ein grüne« Kranz niedevgelegt.) Abg Koch- Oynhausen (Dntl.) erklärt, ec erwarte bringend, daß das Kabinett auS der Abstimmung die Konsequenzen mtt bet gebotenen Schnelligkeit ziehe» toetbe. Bei der Abstimmung über daS von den Rationalsozialisten und einem Teil der Deutsch- nationalen eingebrachte Vertrauensvotum erhärten die Regierungsparteien (Zentrum, Sozialdemokraten unb Demokraten), daß sie sich an der Abstimmung nicht beteiligen würden, da der Antrag eine Unaufrichtigkeit und Unwahrhaftigleit darstelle. 3n der Abstimmung wurden 223 Stimmen für den Antrag abgegeben. Präsident Bartels erklärte, daß seine und die Stimme eines Schriftführers nicht mitgezählt worden seien. Da zwei Stimmen an der notwendigen Anzahl von 225 fehlten, sei das Haus beschlußunfähig. Aus der Rechten erhob sich bei dieser Verkündigung großer Lärm. Zwischen den Sozialdemokraten und den Kommmiisten drohte es zu einem Handgemenge zu kommen. Die Worte des Präsidenten, der die nächste Sitzung seststellte. gingen im allgemeinen Lärm verloren. Auch von den Tribünen hörte man lärmende Kundgebungen, worauf die Kommunisten antworteten. Als der Präsident nach Feststellung der Tagesordnung der nächsten Sitzung seinen Platz am Präsidententisch verlieh, stürzte der Abg. Pieck (Komm.) auf die Präsk- benlentribüne und riß die Glocke deS Präsidenten an sich und übernahm unter großem Beifall seiner Fraktion und ungeheurem Tumult den Vorsitz. Es wird ein Hoch auf die Dritte 3 n t e r n a 11 o n a l e ausgebracht, in das auch die Tribünenbesucher einstimmen. Der Rücktrittsbeschluß. Brauns Schreiben an den Landtag. Berlin. 23. Ian. (WTD.) Wie auS par- lamentarischrn Kreisen verlautet, sind im Anschluß an die Plenarsitzung im Preußischen Land- tag daS Zentrum, die Demokraten und die Sozialdemokraten zu einer Inter» fraktionellen Sitzung zusammengetreten, gen und gleichzeitig von Amerika Zugeständnisse zu verlangen. Ein deutsch-französisches Garantieabkommen? Paris, 23. Jan. (TU.) Zu ter FragS eines deutsch-französischen Garantieabkommens nimmt man in englisch-französischen K. fen erneut Stellung. Unterrichtete Pariser Kreise lassen verlauten, es bestehe Grund zu - ter.. Annahme, daß Dr. Luther durch das Anerbieten eines gegenseitigen militärischen Abkommens bei der französischen Regierung auf Entgegenkommen stoßen würde. Heber ten Eindruck in englischen Kreisen erfährt das „Pettt Journal": Die Londoner politischen Kreise kommentieren die Meldung, wonach Dr. Lutter Frankreich einen gegenseitigen Garantiepatt anbieten werde, mit großem Interesse. Man ist ter Ansicht, daß diese Meldung begrüntet ist, weist aber daraus hin, daß die neue Reichsregierung wahrscheinlich noch keine endgültige Entscherdung getroffen hat. Immerhin ist man davon überzeugt, daß Deutschland tem französischen Standpurckt in ter Frage ter Sicherheit größtes Verständnis entgegenbringt. Man hall eine zufrie- tenftellente Lösung des Problems für möglich, wenn die deutsche Regierung Schritte am Quai) d'Orsay unternehme. Allgemein wird angenommen, daß die Meldung als Versuchsballon losgelassen wurde. Nichtsdestoweniger: geht die Auffassung der mafjgebenten Kreise dahin, daß Deutschland seine Stellung tn Europa erheblich verstärken würde, wenn ter Kanzler Herriot einen Vorschlag auf Unterzeichnung eines Garantiepaktes tatsächlich unterbreite. Aus aller Welt. Amerika und die Sonnenfinsternis. Zur Beobachtung ter Donnenfinster- n i s am 24. Januar sind die weitgehendsten Vorbereitungen seitens ter wissenschaftlichen Institute getroffen worden. Der Zeppelin „Los Angeles" tritt heute abend eine 24flünbige Fahrt nach Nantucket an. An Bord befinden sich Astronomen ter Washingtoner Sternwarte, die eventuell über den Wolken die Sonneniorvna studieren und photographische Aufnahmen machen wollen. Die Spannung auf die Sonnenfinsternis ist am Vorabend in Neuyork auf das höchste gestiegen. Spaltenlange Artikel in ten Zeitungen stellen alle anderen Geschehnisse tn ten Hintergrund. Den Hauptpunkt erreichte heute die Aufregung, als ter Führer ter „ Los Angeles", Kommandeur Klein, die Mitteilung machte, daß das Luftschiff wahrscheinlich bereits heute nacht von Lakehurst nach Neuyork fsiegen und erleuchtet über der Stadt kreuzen werte. Morgen früh wird dann der Zeppäin» Kreuzer vor Beginn ter Sonnenfinsternis am äußersten Ost-Zipfel von Lang Island erscheinen, um die Beobachtungen zu machen. Ein Pionier der deutschen Lusttechnik. Fabrikbesitzer Dr. Richard Gradewitz, einer der ersten Pioniere ter deutschen Flugtechnik, ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Der Verstorbene war Präsident des Aeroklubs. Vorstandsmitglied tn der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftschiffahri und hat sich auch um die Motorluftschifs-Studiengesellschaft große Verdienste erworben. 1918 versieh ihm die Tech- nische Hochschule Karlsruhe die Würde eine# Dr. ing. ehrenhalber. Grubeuexplosi», in Bochum. Heute vormittag 43/4 Uhr erfolgte aus bis» her nicht gcflärtcr Ursache eine Explosion schlagender Wetter beim Aufhauen deS Flözes 36 der 8. östlichen Abteilung auf der 615 Meter Sohle ter Schachtanlage Hannibal I. Die Explosion hat sich in ter Abteilung Querschlag bis auf eine Entfernung von 200 Meter auSgewirkt. Die Explofionsslamme tourte durch die erste Gesteinsstaufchranke aufgehalten. GS verunglückten sieben Arbeiter tödlich, von denen ztoei bereits geborgen werten konnten. Fünf Arbeiter^ werten vermißt. Die Aufräumungsarbeiten wurden sofort ausgenommen. Eine deutsch-dänische Lustsahrtgesettschaft. In Kopenhagen tourte eine deutsch-dänische Luftfahrtgesellschaft unter dem Namen „San 6 t Lufttransport" gegründet. AlS Routen, die die neue Gesellschaft bestiegen will, toer* genarmt: Kopenhagen-Berlin, Kopenhagen-Hamburg, Kopenhagen-Amsterdam und Kopenhagen- Danzig-Warschau. Schwarze Räuber in Worms. In ter Donnerstag nacht gegen 12 llfrr wurde hier in wenigen Wochen ter dritte Raub- überfall durch Marokkaner auSgeführt. Der Ehauffeur Philipp Bohn tourte von vier Marokkanern auf ter Rheinstraße angehalten und seiner sämtlichen Wertsachen beraubt Die Bevölkerung ist über den erneuten Raubüberfall in höchster Erregung. Drahtlose Dottorpromotion. Berlin, 23. Ian. Die Blätter melden auf Straßburg: Auf ter hiesigen Universität bediente sich ein Student der Medizin bei Ablegung seines Doktorexamens ter drahtlosen Telephvnie, intern er mittels eines kleinen Radioapparates, ten er an versteckter Stelle am Prüfungstisch angebracht hatte, mit seiner Wohnung eine drahtlose Verbindung herstellte, wo ein Freund des Kandidaten an Hand einer reichhalligen medizinischen Bibliothek die gestellten Fragen beantwortete. Durch Indiskretion des Freundes kam jedoch der Betrug ans Tageslicht und ter Kandidat wurde sofort von tem Examen ausgeschlossen. Der Typhus in Weißenfels. Die im Dezember infolge einer Milchinfek» tion hier ausgebrochene Typhus-Epidemie ist nach 41 Erkrankungen und 1 Todesiallen zum Stillstand gefommen. Die in Behandlung befindlichen Neuerkrankungen lasten eine Genesung erhoffen. ’u & Nttg, SR r»>F4 '-^SL LAS- • ($11.) o„ . • chtete $Qtiu »?'. er .f$ das ^erfii«. ^v. -/"arisch / eines */chen Reg^.^bkvm. urde. LZuÄÄ?-^ ^ührt das Eischen ft ""»4 2u m ®acantiebT3CQnt‘ Mfe Ä *ÄtS?34* HW «« wi«m Z A , -Regierung Lch^?^ ^5 Mgemrin wird omc Ä9 5* wurde. AichlsdchodL bet mchiebendn fcjf ferne Stellung in 8ur»hc 1 Kurde, wenn der äqjX A?us Un^rzetchmmg ein» ilt<9 unterbaue. ller Welt. dir eonmMttiU. ! der Lvnnenf inster- ir strch bk weitaehendtzm is der wifienlchafilichw 3iu rden. Der Zeppelin .Los >eute abend eine 24|Migc lei an. Än Dord besinden i der Dashinatoner 6tem- [ über den Dollen die studieren und phoivgra- machen wollen. auf die Sonnenfinsier» nd in ÄWhork auf das höchste mge Attikrl in tat Zeitungen i Geschehnisse in den Hinter* ?unft erreichte heute die Lus' sührcr der .Los Angeiqs". n, bic 2Uitieilung machte. toafrffyinM) bereitf (jfiiic noch Äeuyock ffitfitn und der Stadi treuen ) wird ton der Zeppelin» n der Sonnenfinsternis am vvn Qong Island erscheinen, gen zu machen. itt deutschen Lustüchnil. Dr Tichard Gradevih. Moniere der deutschen «V wn 60 Jahren gestorben, ar Präsident des 2m>llubs. 7i ter Wissenschaftlichen De- chiffahri und hat sich auch hjss.Studiengesellschaft gr°^ . J918 verlieh IN xlsruhe die Wirk etne* lost- in Docho«- 43/, Uhr erfolgte ilrfaAe eine ® ,t?et W WM«n W ftCuben Äbteilung «dj# Stassfi Entfernung von « ^uV^u r tödlich, ien ArbeUek. w **!*& äff^syys Sss*5" ***’ wn? ■sSÄtr« rtetti oer n g der -- "-LZ-- sS?W 001»*, l«IK” tag. Wettervoraussaqe, zunehmende Welter. Statt Karten I W 0689 Lieh, den 24. Januar 1925. Statt Karten Ruttershausen, 23. Januar 1925. 0706 Aullagematratzen M-kte Münchholzhausen, den 21. Januar 1925. 0683 bei Im Winter MfgMNbSNÜ sollten Tie nidtt nu ae-en ohne W««IIM Wit VII WM il 1 : Telephon 1571 r 776D 0625 Men-Buseck, Steinstrahe U ;w Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem tiefen Schmerz sagen wir innigsten Dank. 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DereinshauS Jabres-Hauptversammlung. — Lichtspielhaus. Dahirhofstrabe. .Qllecanbra“. — Palast»Lich»spiele. .Aelly, die Braut ohne Wann". — Astoria-Lichtspiele: .Doulevard-Dlut-. — TageSkalender für Sonntag Stadttheater: 3i/, Uhr „CBilbcIni Xefl'; Z‘/9 Uhr ,Der Teufelsschuler^. — Diehener Kvnzert- schlafen, wie bet bert Sp rechvvrtrstgen an diesem „'Bunten Wend". Radioleid! 2eht trägt sich der Gute, der etwas nervöS ist und allerlei De- schwerden mit dem Einschlafen hat, aut der Absicht, den Frankfurter Sender zu bitten, bald mal wieder so einen .Bunten Abend" zu veranstalten, damit er mit seinen angestrengten.Her* ven beizeiten die wohlverdiente gute Schlafruhe finde. So gehts nun in der Welt zu. Da freuen sich die einen, bat) sie mal .los» gelassen" werden, und die andern sind auch gluctitch, dab sie da ganz unvermutet ein so wunderbares Schlafmittel entd«lt haben. Mich drückt beim Radi, dem ich sonst für seine vielseitigen und guten Darbietungen dankbar bin, noch ein anderer Schuh. Ich habe^nämlich bis jetzt noch immer nicht einsehen können, wozu ich auSgerechnet vom Radi hören soll, day man die beste Stieselschmrere von Schulze in Buxtehude beziehen kann, dah meine Foau meine Oberhemden und Äragen am feinsten mit der Glanzstärke von Lehmann in Treuenbrietzen herzurichten vermag, usw. usw. Ich wage natürlich nickt zu behaupten, das) ich in derlei Sachen so reklamesachverständig bin wie der gute Sender- onkel, oder wie die geschäftstüchtige Post, bei der ja die MiNionen nur so Herumfliegen und »liegen. In meinem bescheidenen Dürgerverftand meine ich nur. dah mir in den Zeitungen doch genug Reklame geboten wird und dah diese doch die Stelle sind, wo ich derartiges zu beachten pflege. Die Sender-Regierung Hal es zu verantworten, dah ich bei diesem Kapitel regelmäßig vor der geliebten Radiokiste Re hauS nehme. Ich weih, dah viele meiner Radiofreunde es ebenso machen. Warum ärgern unS denn eigentlich die Sender- gewaltigen mit diesen Heberslüss gkeiten und verderben uns beinahe die ganze Radifreude? Das ist gar nicht nett von ihnen. Wenn sie sich in btefer Hinsicht nicht bessern, berufe ich eine Radio- teÜnehmer-Rationalversammlung ein, in der ich dann ein Mihtrauensvotum gegen die Sender- machthaber einbringen werde, das sicherlich einstimmig angenommen werden wird. Dann muh das heutige Senderkabinett eben zurücktreten und wir bekommen ein neues, das nach dem Willen des Radivvolkes ohne Radioreklame die „Kiste schmeihen" muh. Ich bin ein friedliebender Mensch. Meine Frau sagt sogar manchmal, ich hätte eine Lammsgeduld. Raturlich widerspreche ich dem nicht, denn wenn die Frau etwas sagt, soll der wohlerzogene Ehemann nie das Gegenteil b.haupten oder tun. Aber wenn die Rund- funlrctlame auch weiterhin der Rahmen für die guten Radiokonzerte uno -Dorträge bleiben soll, dann wäre ich in meinem Zorn doch noch imstande, die gute Ehe-Erziehung zu vergrssen Wissen Sie schon daß Sie einen Fehler begehen, wenn Sie bejm Ein« kauf kurzweg „Kopfwaschpulver" fordern ? Es handelt sich um Ihr Haar, den schönsten, Ihnen von der Natur verliehenen Schmucke: deshalb sollte Ihnen zur Pflege desselben das Beste gerade gut genug sein. Verlangen Sie ausdrücklich das altbekannte „Sdiaumpon mit dem schwarzen Kopf“. Sie haben dann die Gewähr, ein seit Jahrzehnten erprobtes und bewährtes Fabrikat zu erhalten. Allein. Hersteller: Hans Schwarzkopf, Berlin-Dahlem. • • Die Arbeitsmarktlage im nördlichen Teil der Provinz Oberhessen hat sich in den letzten Wochen nicht wesentlich verändert. Im Gebiet des Arbeitsnachweises, zu dem die Stadl und der Kreis Giehen, sowie die Kreise Alsleld, Lauterbach und Schotten gehören, betrug nach dem Stand vom 15. Januar die Zahl der unterstützten Dollerwerbslosen 808, die der Zuschlagsempfänger 1429. Davon entfallen aus die Stadl Dieszen 136 Haupt- und 247 Zuschlagsempsänger. aus den Kreis Giehen 480 bzw. 773, auf den Kreis Alsfeld 65 bzw. 130, auf den Kreis Lauterbach 56 bzw. 96 und den Kreis Schotten 71 bzw. 183. * Die Abgabe von Umsatz st euer- erklärungen für daS Kalenderjahr 1 92 4 muh bis spätestens zum 31. Januar erfolgt fein. • • Das Schwurgericht wird am Montag und Dienstag nächster Woche tagen. Am Montag wird gegen Lllbrrt Hein von Dad-- Rauheim wegen Mordversuchs verhandelt Minuten Derspätung begann DonnerStagabatd eine Deranstallung, die iSlse Speckhardt Goethe-Abend genannt hatte. Den dazu n6tlqeii Beleuchtungskörper hatte die Arma D. Ast mann zur Verfügung gestellt. Ein D o r t r a g der feine Entstehung einer sehr eingehenden De schäftigung mit einer mir im Augenblick «richt zugänglichen Literaturgeschichte verdankt, belehrte die Besucher über GoetbcS Beziehungen vorn Orient bis zum Westöstlichen Diwan. Dem folg1 ten nicht ganz ein Schock Testproben, zu denen Else Speckhardt wohl nur rin düsteres Verhältnis gewonnen hatte. Den Flügel schlug Herr Walther Eschborn. Was irach bei Pause gc schah, entzieht sich ber Kenntnis des Referenten. e»s. *’ Weitere Rachrichten aus Stad! und Land finden die Leser Im Zweiten Blatt Um Platz zu bekommen 831a Besichtigung ohne Kaufzwang. für meine neue Abteilung Bett-, Leib- undTischwäsche verkaufe ich Einzelmöbel, Schlaf-, Speise-, Herrenzimmer zu niedrigsten Preisen. Teilzahlung gestattet Betten und Matratzen in jeder Ausführung J. Jttmann, Inh.: A. 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[nec Lonntag, l.fiFebr., ErmäßigtePreise! Bon3'/-, bis5-, Uhr: 3m masen höbi Lustspiel tn 3 Aus» zügen von Blumenthal und Kadelburg. 'j'Oii 7*/tb.g 10*/tUbr: Die luffiqen weidet boh SinölOL Lustspiel in 5 2(uf- zügen (11 Bildern) von Shakespeare. OMHMWOIO Trolch Dar ff, dir D«mitie! Mr kriege ich bestimmt arbeit Mr tävsche ich mich Bitt für die Schuhpflege MW UÄbM- jn ■ S« ; OTOR «erarbeit »••Stunde n A.-G. enbau 6,161.928 I03D i)t hat ibigung weitere werbe lich beim reifen Wo? ästsst. l*TW von ü’/i—91/, U6r: 8»m fehlen Stole: Seräigeunetuottra. Operette in 3 Alien von M Straub. Tonner-t.rs.gau. 16. Doanecstns- Ifljonaement-Bom. 1 n L t tl? unter Anz. ju ver- |e** fS Reifing affe 7. Jan. 1925. $66®^ ege**- von I?/« bi» H Ubr. MeillMlEma schwank in 3 Akten von frriebmann- &rtbfthbiMtrtS Kreitaa, 80.3aa.. 16. WWfoA 9ltu eto'tublert. v.7!,b.LkL.M.UHr: \WMBpMR uon Bhiölor. Suftföiel in 5 Auf- aünen (11 Silbern' von Ehokefveare. Stadttheater ronntaa.r5.gan. BOllS* ÜBÖ SfllOltt- Boffleiiüaa 8to.bl6b«6r; „ ffliHelm M. »»aufnlel bt fünf Sufiüg. I138tibetn) von Schiller. ^on?,bis IS'/. Ufii säe; 6 Bildern« v.Sbaw. Ttensta-.ri.gau.. 15.W«rt.M oonT'iibtoWi.U^f leim. ilermil Anna ! Cito, ' aufen. t Lohnt leuHna 1, au» ,d)t» zu UUJ üonVibteiiy/.Ubr1 fri» B« IWWN. nnnn ^^E>n3Akien n®n?h5^Ubett)ae6a» trbrev Mittwoch,rsgao. SamStas.Sl.gau» Bolte- odö Söjilier- Bornenang von 3-H Übt- MUD ML, Schaiiipiel in fun von isdiiQer. Imc Sonntag. I.^ebr.. Ermäbis/eBrejle. Pon3'/,W5 ,W uuitinlel in 3 W' S vonAumen- ffunlSaMti" W WknMi ne,pe11jooDimiit OB en. fobnung 069d toria. selber sich so an dieser Regelung interessier: ES bleibt unabhängig und frei, und Eu ropa kann nur wünschen, bah die weitere Entwicklung schneller gehe, daß den Konferenzen von London und nunmehr Paris die dritte von Washington folge. Die dritte nämlich und notwendige, die endlich mit der Kriegsschul- benfragc der Alliierten aufräumt und so überhaupt erst einmal wirklich Lust macht in dem Streit um die Reparationen, aus bem Dawes-Plan unb Londoner Konferenz ja vollständig gar nicht heraus führen konnten. 3n die Pariser Konferenz platzte die Rach- richt bah Hughes am 4. März, dem Tage deS Antritt« für den neugewählten Präsidenten und Kongreh. durch den bisherigen Botschafter in London, Kellog, ersetzt werde. Mll Hughes tritt ein Staatsmann großen Stils von der Bühne ab. Gr war Me eigentlich bewegende unb entscheidenbe Kraft für den Dawes-Plan und für die Rückwendung der Vereinigten Staaten nach Europa, bie immer mehr als wichtigste« weltpolitisches Ereignis Der letzten zwei Zähre hervortritt. Er war überhaupt bie weitblickende, vorwärtstreibende Kraft ber amerikanischen Politik. Zetzt aber brängte hinter ihm ein gleichfalls Energischer hervor, Senator B 0 rah . ber nunmehr Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Senat ist. Seine Auffassung weicht in manchen Punkten von der von Hughes ab. Andererseits will nun wohl Präsident Coolidge in seinem eigentlichem „lernt" selbständiger und persönlicher regieren, als es bisher möglich war. Er wird sich der Übermächtigen Persönlichkeit entziehen wollen, und darin sehen wir den Hauptgrund für den Wechsel. Ein Wechsel der großen Richtlinien kann das nicht sein und wird es nicht fein. Paiserr Konferenz unb Isolierung Rord» amerikas von Europa passen ebensowenig zusammen. wie Isolierung Amerikas unb Abrüstungskonferenz. oder schließlich Dawes-Plan und Sanktionenpolitik. Diese Zusammenhänge, die immer enger werden und dadurch immer stärker das weltpolitische System wieder schaffen, diese übersieht sicherlich Dvrah ebenso wie Coolidge. Unb ihre Meinung, im Gegensatz zu Hughes, daß auch Rußlanb hereinzuziehen und deshalb anzuerkennen sei, paßt gleichfalls herein. Cs ist seltsam und interessant, aber jetzt einfach zwangsläufig, bah die Republikanische Partei Rorbamerikas, an sich die Trä- Dietz-Edzard. Von Ehrharb EverS. Der Oberhessische Kunstverein stellt ge.' dentoärtig eine Anzahl von Bildern bes Münchener Künstlers im Turmhaus am Dranb aus. Obwohl wir schon kürzlich einmal über bie Ausstellung gesprochen haben, nehmen wir noch einmal zu ihm Stellung, diesmal einen größeren Abschnitt seines Schassens umfassend. Da ist ein Selbstbildnis aus bem Jahre 1919. Mit großen, rocitgeöffnelen Augen und leicht offenem Mund. Dieser Kopf sieht nicht, er schaut. Ohne alle intellektuelle Hemmungen. Mit Ausschluß aller Definition oder Reflexton. Dazu ein sehr nervöser Rasenflügel unb scharfe Dacken- knochen. Rimm und lies: Fetnnervigcr Mensch, faytg, bis zur vollen Selbstentäuherung an die Dinge heran Antreten — nein, sich in ihnen aufzulösen. Dazu die Kraft, sich wiederzufinden und schaffend sich zu erlösen: Künstler. Da ist ein Buch im Ernst-Rowohlt-Derlag. .Dietz-Edzard", von Lev Balet. (Sin schlechtes übrigens, was den Textteil anlang*..) Unb in diesem Buch ist Gelegenheit, mehr von bem Merk des Künstlers zu sehen. Menn man will, sogar eine Entwickelung — obwohl ich Leber die Konstante in ber Entwickelung als diese selbst auf- zeigen möchte. Entwickelung ist (1912—1920) im Koloristischen wie nn Formalen eine Wandlung von barocken Gesten zu gotischen Gebärden. Die innere Haltung ist dieselbe. Gleich, ob es sich um einfachstes Menschentum, gesteigertes Dvtt- fvchen ober um das Göttliche selbst handelt. Eine gewisse Resignation, die nicht Kampf unb I im Sinn moralischer Wertung, un£ Liden suchte, sondern die es voll über sich hin- Menschsiches. ,bes " DottnaheS wtd GottferneS steht hter auf gleicher Ebene betemanber. unb in der Hingebung an da« Seiende, tote es nun einmal ift, klingt eine Harmvme auS all dem Leid, erwachsen aus Miterleiben. auf geblüht zu Verstehen. Vergeben, zu Liebe. Selbst bas Grausige wirkt so nicht mehr abschreckend, benn e« gibt ja Tränen, bie den Schmerz lösen. (Beweinung. 1919.) Die Aermsten, denen das Geschick irgendein Glied nahm, denen irgmdein Sinn mangelt, sie sind nicht allein tn ihrem Schmerz, selbst wenn sie bis an die Grenzen des Tieres oder be« nur noch Ding-sein« gelangen: ber Raum, in dem sie nach des Künstlers Willen stehen, nimmt sich ihrer an; sie sind nicht beziehungslos zu ihm. Irgendwo ift doch noch ein Kontakt vorhanden, und fet es in ber letzten Etappe, der vollsten Verblödung Wunschlosigkeit. Ruhe m sich. HLrschtand deftflfoffe, zo» bete Kabbefttzwise aach de Redakkion rn^Ioa^ un c @f>refoart zu schicke, mer hoffe befchtimmt, du se erscheine un en schneidige Bericht obbrucfe un über des reichhaltige Prokramm ihre Leser unnerrichte, womit «ich bestens griehe. Unkil Schosch in de Dveihäusergass. Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. Januar 1925. Gietzener Wochenmarktpreise am 24. Januar 1925 (Händlerpreise). HS kosteten: Butter Pfund 170—180 Pf.. Watte 40. Käse 60—65. Wirsing 15. Weihkraut 12. Rotkraut 20, gelb« Rüben 12. rote Rüben 12. Spinat 50, Römischkohl 15. Unter» Kohlrabi 8, Grünkohl 20. Rosenkohl 60, Feldsalat 100, Tomaten 110, Zwiebln 15, Meerrettich 40—80. Schwarzwurzeln 60—70. Kartoffeln 5. Aepsel 12—15. Birnen 10, Honig 40, junge Hahnen 100. Suppenhühner 120, Gänse 100—120, Endivien 100. Eier Stück 17—18, Blumenkohl 120-180, Lauch 5—20, Sellerie 20—70. Borrrotizen. — Zn der DortragSvereinigung bildet das KonigsgrabTutanch — Amun das interessante Vortragsthema des nächsten Vortragsabends am Donnerstag. 29. Januar. Zahlreiche Prächtige Aufnahmen, so schreibt man uns, werden die Ausführungen des Redners des Abends. Professor H. Ranke aus Heidelberg, über diese wertvollen Funde aus dem erst jüngst geöffneten Grabe des Aogypterkönigs illustrieren. Der Redner wird berichten über die Entwicklung der ägyptischen Königsgräber. über ihre Aus- rcuchungen und über ihre religiöse Bedeutung. Er wird von den unermeßlichen Schätzen der alten Grabkammer erzählen, die ein anschauliches Bild von der religiösen und künstlerischen Kultur des Pharavnenrerches geben. All diese Alten- tümer sind aus edelstem Material, und in ihrer künstlerisch vollendeten Form entrollen sie ein Bild von höchster Pracht, so daß man kaum glauben kann, dah diese Gegenstände vor mehr als 3000 Zähren dem Aegypterkönig mit ins Grab gegeben wurden. Ein allseitiger Besuch diese- internationalen Vortragsabends dürfte zu erwarten sein. (Siehe heutige Anzeige.) — Kulturliga. Man schreibt uns: Der „Liga zum Schutze der deutschen Kultur" ist es gesungen. für Mittwoch. 28. Jan., einen unserer besten Wirtschaftsköpfe, Dr. Walter Croll aus Berlin für einen Vortrag zu gewinnen. Dr. Croll ist nicht nur als Vorstandsmitglied der Lrga. sondern auch als Herausgeber einer Wirt- schaftSkorrefpoirdenz und als wirtschaftlicher Mitarbeiter von Zeitungen bestens bekannt. Er wird in seinem hiesigen Vortrag den uns alle interessierenden „Berliner Fi- nanzskanbal" behandeln und über seine Lehre für baS deutsche Volk zu uns sprechen. Die bestens bekannte, ruhige und fachliche Art des glänzenden Redners bürgt dafür, daß dieses Thema von einem streng über den Parteien stehenden Standpunkte aus behandelt wird. Wir möchten daher nicht verfehlen, schon jetzt auf diesen Vortrag aufmerksam zu machen. Räheres ist aus dem heutigen Inserat, sowie aus der örllichen Benachrichtigung ersichtlich. s Die Einheitskurzschrift. Auf Der- zmkassung deS LandeSamtes für das Dildunas- wefen finden demnächst in den größeren hessischen Städten Umstellungskurse für stenographiekundige Beamte und Lehrer statt. Die Kurse, sowie die Gehrmittel sind unentgeltlich. In G i e ß e n nimmt ein solcher Kursus am Mittwoch, den 28. Januar, in der Oberrealfchule seinen Anfang. Die erste staatliche Stenognaphielehrerprüfung in Hessen findet am 6. April in Darmstadt statt. Das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen. Das Kreisamt gibt folgendes bekannt: „Im Jahre 1923 fanden 83 Besichtigungen durch den Herrn Kreisseu^rwehr-Inspektor statt, wobei di« Feuerlöscheinrichtungen in den Gemeinden Albach. Dettenhausen, Birklar, Göbelnrod. Großen-Buseck. Großen-Linden. Grünberg, Heuchelheim. Hungen. Lich, Lindenstruth, Lollar (Gemeinde), Lollar (Duderussche Eisenwerke), Londorf. Lumda. Münster, Vieder-Dessingen, Röthges und Stangenrod sehr gut und in den Gemeinden Allendors a. d. Lumda, Allertshausen, Alten-Buseck, Annerod, Arnsburg, Bellersheim. Beltershain, Daubringen, Dorf-Gill, Ettingshausen. Grüningen. Harbach. Holzheim. Inheiden. Klein-Linden, Lang-Göns, Langsdorf, Lauter, Muschenheim, Ronnenroth,' Obbornhofen, Ober-Bessingen, Oppenrod, Queck- born, Rodheim, Rödgen, Ruttershausen, Schamotte-Fabrik Mainzlar. Schiffenberg, St.inbach. Trohe, Utphe, Dillingen und W:itershain gut angetroffen wurden. Im Jahre 1924 fanden 39 Besichtigungen statt, wobei die Feuerlöscheinrichtungen der Gemeinden Beltershain, Hungen und Londorf mit sehr gut. und der Gemeinden Allertshausen, Alten-Buseck, Bellersheim. Burkhardsfelden. Geilshausen, Grüningen, Holzheim Inheiden, Klein-Linden, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Queckbvrn, Ruttershausen, Utphe und Weickartshain mit gut bewertet werden konnten." Zum Schluß spricht das Kreisblatt den betreffenden Gemeinden und Ehrenfeuerwehren öffentlich Dank und Anerkennung aus. ** Der Landesverband der hessischen Kleingartenbauvereine, dem 31 Vereine mit 5000 Mitgliedern angehören, hielt dieser Tage in Frankfurt seine Hauptversammlung ab. Die Reuwahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender wurde Studienrat Fischer- Offenbach, 2. Vorsitzender Schreiber -Mainz Schriftführer K a n o l d - Darmstadt, Rechner Platt- Offenbach. "• Der hessische Gastwirfetag und eine Gastwirteausstellung werden Anfang Mai in Offenbach abgehalten. Es soll eine Ausstellung größeren Umfanges toerben, worauf nicht nur Rahrungs- und Genutzmittel aller Art, sondern auch Maschinen und die neuesten technischen Einrichtungen gezeigt werden sollen. •* Verbesserung des Postver - lehrs mit Reuyork. Um das Sortieren der nach der Stadt Reuyork gerichteten Briefe usw. zu erleichtern und dadurch ihre Aushändigung zu beschleunigen, ist es notwendig, daß in der Aufschrift nicht nut Straße und Hausnummer, sondern auch das zuständige Reuyorker Orts Postamt angegeben wird, in derselben Weif wie dteS für Berlin. Hamburg. München. Breslau und andere deutsche Großstädte seit langer Zeit vorgeschrieben und üblich ist. Sobald die Zahl der so bezeichneten Sendungen es irgend erlaubt, werden die in Betracht kommenden deutschen Postanstalten neben den b-Lherigen 'Briefbeuteln für „Reuyork City" besondere Driefdeutel für die größten Ortspostämter im Hauptgeschaftövierlel von Reuyork abfertigen, damit diese Deutel sofort nach der Landung der Postdampfer unter Umgebung der Staatssortierstelle der Reuyorker Hauptpostgebäude unmittelbar nach dem Zustellpostamt geschafft werden. Die in diesen Svnder- beuteln enthaltenen Briefschaften genießen durch den Wegfall der Umarbeitung im Hauptpostamte den Vorteil eines Zeitgewinns bis zu 24 Stunden. Landkreis Gießen. = Beuern. 22. Ian. In der jüngsten Gemeinderatssihung wurde von den Vertretern des Bauernbundes und der Arbeiterpartei gemeinsam ein Mih- trauen äant rag gegen den Bürgermeister Walther angenommen. Die Annahme erfolgte mit 8 von 9 berechtigten Stimmen. Die Tagesordnung der Sitzung wurde jedoch erledigt. — Wie bekannt geworden ist, geht die 3. Klasse unserer Schule in nächster Zeit, wahrscheinlich ab Ostern, ein. V Londorf. 23. Jan. Bei der Dorstandswahl der israelitischen Religionsgemeinde Londorf mit Kesselbach. Geilshausen und Rüddingshausen wurde David Stern mit 16 gegen 14 Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr stark. Don 34 Wählern machten 30 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. ] Kessel dach. 23. Jan. Das erste Geschäftsjahr bei der hiesigen Spar- und Dorsch u ß k a s s e nach dem Währungszusammen- bruch hat sich besser gestaltet, als man anfangs glaubte. Weim auch die Spar-Einlagen noch nicht so fliehen, wie vor dem Kriege, so ist es immerhin erfreulich, daß allmählich das Vertrauen wieder zurückkehrt und auch hier wieder Anfänge zu verzeichnen find. Die Einzahlungen auf laufende Rechnung sind sehr rege, und es ist zu begrüßen, daß dieser neue Geschäftszweig von den Mitgliedern fleißig benutzt wird. Die Kasse, die dem Darmstädter Verbände angehört und Mitglied der Landtsaenossenschaftsbank in Darmstadt ist, zählt zur 3eit 300 Mitglieder und konnte, da ihr von der Landesbenosfenschaftsbank in Darmstadt ein Detri bskredrt gegeben wurde, den Kreditbedarf der Mitglieder befriedigen. Die Soll-Zinsen wurden am 1. Januar um 6 Proz. herabgesetzt, dagegen die für Einlagen erst um 2 Prozent. Um unsere Jugend zum Sparen anzuregen, ist die S ch u l s p a r k a s s e eingeführt, die bei allen Kassen des Verbandes eingerichtet wird. Da die Lehrer zum größten Teile schon genossenschaftlich tätig sind, ist zu hoffen, daß sie auch dieser Einrichtung im Anschluß an die Kreditgenossenschaften ihres Ortes das erforderliche Interesse und die notwendige Unterstützung entgegenbringen. L Reinhardshain. 23. Jan. Der hiesige Zweigverein des Evang. Bundes veranstaltete gestern abend einen gut besuchten Vortragsabend. Als Redner war Generalsekretär Pfarrer Haupt gewonnen, der der Gemeinde schon durch eine Predigt von Wirberg her bekannt war. Zwölf neue Mitglieder für den Verein wurden gewonnen. al. Allendors (Lahn). 22. Jam. Am Samstagabend feierte der Gesangverein .Einheit" im gutbesehten Saale bei Gastwirt Hörr sein alljährliches Wintervergnügen. Rachdem ein Redner die Bedeutung des deutschen Liedes für unser Volkstum in bester Weise bar- gelegt hatte, erfreute die wackere Sängerschar unter Leitung des Dereinsdirigenten Köhler- Großen-Linden mit ihren Liedern, deren Vortrag von ausgezeichneter Schulung zeugte. Eine Musikkapelle. die ebenfalls unter der Leitung des Herrn Köhler stand, mancherlei Thectterdarbie- tungen und weitere Gesangsvorträge des Vereins gestalteten den Abend recht abwechslungsreich. Bier Sänger wurden für 25-jährige Sängerschaft mit Ehrenurkunden ausgezeichnet. Ein flottes Tanzvergnügen bildeten den Abschluß der wohlgelungenen Veranstaltung. o Lich, 21. Jan. Dank den eifrigen Bemühungen des Turners A. H i s g e n von hier konnte der Turnverein am Sonntag den amtlichen Film der Deutschen Turnerschaft vom Deutschen Turnfest in München vorsühren. Turner 21. Hisgen hatte in anerkennenswerter Weise sich mit seinem Kino in den Dienst der guten Sache gestellt. Die Turnhalle war in zwei Vorstellungen, nachmittags und abends, jedesmal vorzüglich besetzt, auch auswärtige Turner hatten sich trotz des sehr schlechten Wetters eingefunden. Alle Besucher waren von dem Dargebotenen begeistert und ließen die starken Münchener Eindrücke nachhaltig auf sich wirken. df. Langsdorf. 22. Januar. Die hiesige Ortsgruppe der Liga zum Schutze der deutschen Kultur veranstaltete gestern im Saale von Gastwirt Schäfer ihren zweiten Lichtbilderabend. Derwaltungsinspektor Wagner, Gießen, der mehrere Jahre als Beamter in China tätig war, führte wunderschöne, teils farbige Bilder vor. die er während einer Urlaubsreife nach dem Rorden Chinas aufgenommem hatte. Er schilderte an Hand derselben seine Erlebnisse, Land und Leute in der Gegend der großen chinesischen Mauer. Ein vollbesetzter Saal lohnte dem Vortragenden seine Bemühungen und Vorführungen, die von einigen. Volksliedern umrahmt waren. Man wird es freudig begrüßen, wenn der Redner in einigen Wochen nochmals hier spricht. Kreis Friedberg. 2$. Dad-Rauheim, 23. Jan. Rach der geplanten Reuorganisation der hiesigen Polizei, die den Landtag beschäftigen wird und auch wohl durchgeführt werden wird und muh. tarnt das alte Polizeigebäude in der Durgsttahe für die Zwecke der Polizeiverwaltung nicht mehr ausreichend fein. Wohl werden durch den Reubau der Ortskrankenkasse, die bisher mit der Polizei im selben Hause untergebracht war. im Frühjahr einige Räume frei. Aber in feiner ganzen Anlage ist das Gebäude, beffen Räume in langer Flucht nebeneinander liegen und einzeln nicht zugänglich sind, modernen Anforderungen einer Badestadt nicht mehr gewachsen. Man beabsichtigt daher die Polizei in das jetzige Stadthaus in der Friedrichstraße zu verlegen, das wegen seiner Lage im Mittelpunkt der Stadt, da wo sich Alt- und Reustadt die Hand reichen, trefslicy alS Pv- lizeiamt geeignet wäre. Wie es heißt, würden die Bürgermeisterei und die seither im Stadthaus untergebrachten Derwaltungsbetriebe sich in der nach dem Krieg von der Stadt erworbenen Villa Heinemann in der Durgallee einrichten. Das weiträumige Gebäude könnte den städtischen Verwaltungen leicht Unterkunft schaffen, den Vorzug der zentralen Lage besitzt es jedoch nicht in dem Mähe, wie das alte Stadthaus. Ob die Lösung der schwebenden Frage nun ganz in der geschilderten Weise durchgeführt werden wird, ist noch nicht sicher. Die Stadtverordneten- s i tz u n g hat sich mit der Angelegenheit >rvch nicht befaßt. Da auch Stadtkrankenhaus und Stadtschule sich als zu klein erweisen, ergibt sich ein ganzer Komplex von Gebäudefragen, die nur im Zusammenhänge gelöst werden formen. Die nach dem Kriege von der Stadt mit Weitblick durch den Erwerb größerer Anwesen betriebene „Häuserpolitll" wird sich dabei glänzend bewähren. — Die Hauptversammlung des Mieterschuhvereins war sehr stark besucht. Die Mitgliederzahl des Vereins beträgt 357, der Kassenbericht schloß in Einnahme und Ausgabe mit 2096 Mk. ab. Als monatlicher Beitrag wurden 50 Pf. festgesetzt, nur die Gaben» Inhaber zahlen während der Saison I Mk. pro Monat. Zum 1. Vorsitzenden wurde Stadtverordneter Rößler wiedergewählt. — Die von 200 Mitgliedern besuchte 19. ordentliche Generalversammlung des Sportvereins gab ein erfreuliches 'Bild von der vielseitigen Betätigung und den schönen Erfolgen des Vereins im ^gelaufenen Jahr. Zu letzteren gehört die Schaffung einer vorbildlichen P l a tz a n l a g e, die nicht nur dem Verein, fondern auch unferer Dadestadt alle Ehre macht. Dah die vielerlei Arbeiten an den Verein in finanzieller Hinsicht große Anforderungen stellten, ging aus dem Kassenbericht hervor, der einen Umsatz von rund 30 000 Goldmark auf- weisen konnte. Die Stadt hat die großen Ausgaben, die an den Verein im letzten Jahre gestellt waren und auch in nächster Zeit gestellt fein werden. zu würdigen gewußt, «idem die Stadtverordnetenversammlung nach warmer Fürsprache des Stadtverordneten Krauß eine ansehnliche Unterstützung der Vereinsbestrebungen bewilligte. D'e Tätigkeit des Vereins erstreckt sich auf folgende Arbeitsgebiete: Leichtathletik, Fußball, Hockey, Wandern, Wintersport. Jede dieser Büätigungs- moglichkeiten wird durch einen besonderen Obmann betreut. Zum 1. Vorsitzenden wurde Kaufmann Karl V i e to e g wiedergewählt. Der frühere langjährige 1. Vorsitzende, Kaufmann L. Genzel, wurde zum Ehrenmitglied ernannt Kreis Schotten. O Schotten, 23. 3an. Gestern fand eine Besprechung zwischen den Vertretern der Stadt Schotten und Interessenten (Gastwirten usw.) über die Hebung des Fremdenverkehrs in Schotten statt Das seit Jahren Versäumte soll nun wieder eingeholt werden. Insbesondere, will die Stadtverwaltung alle Wege und Plätze Herrichten lassen, neue Wege sollen erschlossen werden, es soll darauf hingewirkt werden, dah der Zug abends 9 Uhr ab Schotten und das Postauto Sonntags wieder eingelegt werden. B. Burkhards. 23. Ian. Bei der R e u- Verpachtung der hiesigen Gemeindejagd steigerte der Steinbruchbesitzer Z i n h aus Gedern den einen Bezirk für 700 Mk. Der andere Jagdbezirk, für den 1000 Mk. erlöst wurden, &an den Besitzer der Engelswerke in bei Solingen über, dem durch Pachtvertrag nunmehr das Iagdrecht in den meisten Gemeinden der Rachbarschast (Busenborn, Breungeshain, Eschenrod, Kaulstos) zusteht. L Wingershausen, 22. Ian. Die 22- jährigeTochter des Landwirts Rau stürzte in der Scheune ab und war sofort t o t Der Vater fand die Tochter tot in der Tenne liegend auf. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 23. Ian. (Eig. Bericht.) Die Darmstädter Handelskammer hat wegen der Zunahme ihrer Geschäfte neue Räume in dem eben fertiggestellten Umbau des Gebäudes der Disconto-Gesellschaft bezogen. Aus diesem Anlah sand eine Feier statt, der der Finanzminister, der Minister des Innern und der Wirtschaftsminister sowie andere Vertreter von Behörden und Korporationen beiwohnten. Der Vorsitzende der Handelskammer, Fabrikant E. Schenck, forderte in feiner Begrüßungsansprache tu a., dah bei der bevorstehenden Steuerreform auch eine Reuregelung des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden erfolgen müsse Ferner wurde eine Herabsetzung der Gebühren der Gisenbahnfrachten gefordert. Syndikus Dr. Human gab in einer Rede einen Uebecblick über den Werdegang der im Jahre 1862 ins Leben gerufenen Handelskammer. - != Of fenbach , 22. Ian. Die Deutsche (liberale) Volkspartei, Ortsgruppe Offenbach, hielt gestern ihre Iahres-Haupt- verfammlung ab. Die Mitgliederzahl ist auf 900 gestiegen. Einen großen Verlust erlitt die Ortsgruppe durch den Entschluß des durch feine langjährige politische Tätigkeit weit bekannten Fabrikanten Theodor Böhm, im Hinblick auf fein vorgerücktes Alter sein Amt als 1. Vorsitzender niederzulegen An seine Stelle trat Regierungsrat a. D Hey ne, 2 Vorsitzender wurde Alb. Schreiber, ein Handwerkervertreter, zum 3. Vorsitzenden wurde Studienrat Lohnes gewählt. Die Bildung eines PresseausschusseS sott demnächst erfolgen. Eine Anregung, die Jugend mehr heranzuziehen, wurde gutgeheißen. Die Vorfitzende der Frauengruppe teilte mit, dah Frl. Birnbaum-Gie- hen demnächst über die Kylturtagung der Deutschen Volkspartei hier sprechen wird. Heber die Werbetätigkeit auf dem Lande und die dabei gemachten Erfahrungen berichtete der Schriftführer I o st. Das letzte Wahlergebnis zeigt, daß diese Arbett sehr erfolgreich war. * Offenbach, 23. Jan. (Gig. Bericht.) Der M i l ch p r e i s ist in Offenbach um 5 Pf. je Liter herabgesetzt worden. Die Milch kostet jetzt 33 Pf., ins Haus gebracht 35 Pf. — In Offenbach wurden zwei junge Leute im Alter von 19 und 20 Jahren aus Marburg auf gegriffen, von denen der eine seinem Vater 500 Mark gestohlen hatte. 220 Mk. haben sie davon in 4 Tagen in Frankfurt verbraucht. Sie wollten aus Abenteuer ausziehen und führten einen Dolch und Dietriche mit sich. — Der 16 Jahre alte Alexander Pren- ninger aus Offenbach hatte vor einiger Zeit seinen Eltern einen gröberen Geldbetrag ge- stöhlen. Jetzt kommt aus Braunschweig die Racyrichr, daß NH Der lunge Men,cy oon, nachdem er das letzte Geld verausgabte, erschossen hat. Kreis Wetzlar. S Wetzlar, 23. Ian. Der Vaterländische Frauenverein hatte auf gestern abend zu einem Rokoko-Abend in den Schützen-- garten eingeladen. Der grohe Saal war bis zum letzten Platz besetzt. Die Aufführungen fanden bat ungeteilten Beifall aller Anwesenden. Die einzelnen Retten waren gut verteilt, alle Spieler gaben ihr Bestes her, um her Veranstaltung einen vollen Erfolg zu sichern. Besonders gefiel die erste Aufführung: „Der Schweinehirt" von Reto, Lustspiel in 1 Akt nach dem gleichnamigen Märchen von Anderseir. Die zweite Aufführung: „Meißener Porzellan". Tanz-Gavotte von E. Stahl, wirkte so auf, dah sie wiederholt werden muhte. Den Schluß bildete eine Aufführung: „Der alte Diener", Kammersingfpiel von Dr. Fischer. Eine amerikanische Versteigerung brachte ein hübsches Sümmchen und erregte allgemeine Heiterkeit. Alles in allem kann man sagen, dah der Vaterländische 'Krauenverein Wetzlar mit großem Geschick Die Veranstaltung arrangiert und durch» geführt hat. Das Ergebnis Dürfte eine erkleckliche Summe fein, die vom Frauenverein für Die lieben Alten der Stadt Wetzlar zur Verfügung gestellt wird. Der Dank dieser Allen Dürfte Dem Vaterländischen Frauenverein gewiß sein. Möchten dem Beispiel Des Wetzlarer Datei - ländischen Frauenvereins andere folgen, so könnte manche Rot gelindert werden. Hessen-Rabatt, T Waldgirmes, 23. Jan. Was untere Dorfväter früher versäumt haben, soll jetzt nachgeholt werden. Im Jahre 1911 konnte unsere Gemeinde eine Wasserleitung unentgeltlich bis an den Ort haben. Das kam so: Die Gemeinde Dorlar (Kr. Wetzlar) hatte eine Quelle oberhalb Morgenstern in unserer Gemarkung vom Privateigentümer des Grundstücks soweit käuflich erworben und wollte diese an Waldgirmes vorbei nach Dorlar leiten. Unser Ort konnte dann in Gnaden einen Abzweig machen. Das wollten Die WalDgirmeser nicht, schürften oberhalb Der Quelle auf Gemeindeeigentum und suchten dadurch den Dorlarern das Wasser abzuschneiden. Es wäre ein regelrechter Prozeß entstanden, wenn sich nicht die Landräte von Biedenkopf und Wetzlar ins Zeug gelegt hätten. Dabei blieb die Sache. Augenblicklich ist nun unsere Gemeinde daran, obige Quelle zu fassen. Die Gemeinde Dorlar will sich Daran beteiligen, will aber kein Wassergeld bezahlen, sondern nur die Hälfte der Kosten bis an unfern Ort, dafür aber als Miteigentümer Der Quelle und Gütung eingetragen werden. Für Waldgirmes ist das weniger verlockend, da die größeren Röhren und ein umfassenderes Bassin Den Mehrbeitrag zum größten Teil wieder verschlingen werden und zu befürchten ist. Daß später bet der jetzigen Zunahme der Dörfer eine zweite Quelle hingu- gefüqt werden muh. In entgegenfommenoer Weise setzte unsere Gemeindevertretung in ihrer letzten Sitzung eine einmalige Forderung an Dorlar mit 25 000 Mark fest,dafür soll Dorlar eingetragener Miteigentümer werden In der Voraussetzung, dah es Waldgirmes bei günstigerer GtteTenhe't zur Errichtung einer Sisenbahnhalte stelle in Der Gemarkung Dorlar auch Entgegenkommen zeigt. Für WaldgirmeS ist die Wasserleitung mit 70000 Mk. berechnet. DaS war früher für uns eine Kleinigkeit, heute ist eS eine harte Ruh. bl. Dillenburg. 23. Ian. Don den 72 Gemeinden, einschl Städten, des Aillkreises haben bereits 60 Gemeinden für ihre gefallenen Helden ein Denkmal errichtet. Die noch übrigbleibenden Dörfer werden bald Nachfolgen. Mit großen finanziellen Schwierigkeiten konnte manche Gemeinde nut einen Gedenkstein errichten, doch der Gedanke an Die heilige Pflicht hierzu führte zur Tat. Die beiden Städtchen Haigev und Herborn haben beato. wollen in Kurze einen Stein fetzen, während befchämend gesagt werden muß. dah unsere Stadt als „KreiShaupt- ort" noch nicht zu einer Tat gelangen konnte. fpd. Frankfurt a. M., 23. Ian. Der 70-jährige, alleinstehende Schneidermeister Friedrich Dillemu ty 'n der Schleiermacherstra^ 40 wurde in der vergangenen Rächt von einer bisher nicht ermittelten Person in der Wohnung überfallen und wahrscheinlich Im Schlaf durch ein in den Hals gestecktes Taschentuch auf entsetzliche Weise erwürgt. Der Mörder hat dann mehrere in der Werkstätte befindliche Klei- derstücke, die Brieftasche mit wertvollem Inhalt, und die goldene Uhr des alten Mannes geraubt. Don dem Raubmörder fehlt bis ietz( jede Spur. Amtsgericht. * Giehen, 23. Ian. Ein Geschäftsinhabee K. von hier hatte die Parterrewohnung seines Hauses mit Ausnahme eines Zimmers, das ec für sich zurückbehalten hat, an eine Witwe vermietet, die ihrerseits einen Teil Der Wohnung an einen Kaufmann H. untervermietet hat. Wegen dieses Untermierters ist es -wischen K. und H. zu Auseinandersetzungen gekommen, die vor dem Mieteinigungsamt und dem Amtsgericht ausgetragen wurden. In dem Zimmer, das K. für sich zurückbehalten hatte, hatte schon wiederholt ein Angestellter desselben geschlafen. Mitte Oktober sollte sein Reffe Darin schlafen. Als dieser abends nach 10 Uhr in dieses Zimmer gehen wollte, war Die Vorplahtüre verriegelt. Trotz allen Schellens und Klopfens wurde ihm nicht geöffnet. Er holte deshalb seinen Vetter, Den jungen K., zu Hilfe, und beide füllten und klopften Dann so lange an Der Vorplahtüre, bis endlich H- im Vorplatz erschien. Auf feine Frage, was denn da los fei, antwortete der junge K. ihm, er sei mit feinem Detter, der in Dem Zimmer schlafen sollte, da, H. möge ihnen doch öffnen. Als H. hierauf antwortete, es tommc niemand in das Zimmer herein, wiederholte der junge K. nochmals seine Ditte, erhielt jedoch die gleiche Antwort wie vorher. Runmehr schob H. Den Riegel zurück, öffnete Die Türe, die Durch Einhängen einer Kette gesichert war. ein wenig, schlug dein K., als dieser nun seinen Fuß dazwischen schob, mit einem Stock auf Die Hand und gab ihm einen Stoß vor die Drust. Die Folge des Schlages war eine bfutenbe Der- letzung an der Hand, die den Ä. mehrere Tage arbettsunfähig machte. H, Der Der Körperverletzung angeklagt war, tourDc dieser für überführt erachtet und mit Rücksicht auf das zwischen rFM-L ti einen hat. '- r"tte batte W" ®ittc ® Wd^ Hti« * ?ÄMBUt wf« ^LS»L r „ an der seilte lange «chicn. iunge ?«Ä*?Ä los I«' rßgttet, der S). "WS' A loM eraut VteE^ hie unter bs erh^ schob feine $ltt ^untn^rJ® h>M •MfÄ ^r'^M- Z. m11 ^r,.- !Fħ .ML W Don Alls, w Ä Don 8 k"^' c6olt toerXp« im*, Von '4 ’Sytc 21(- > bracht^.Sme a,t lagen ^t, vetletfeii • ®«Ä **»««• ebniä öürfiö • durch- > KT»■ -Nassau. Lik!.1 a?4 uncntQtft. »»MSÄ ben und wollte diese wch Dorlar [eiten. ©naben einen Lbwei« ‘ öle Waldgirmes« miy tt Quelle aus Gemeinde' n dadurch r^n Dorlarern erden. Ss wäre ein regele *■ bmm sich nicht di- rop und Wetzlar ins Zeug 1 blieb die Lache. Äugen- re Gemeinde daran, vbrge L Die Gemeinde Dorlar gen, will aber kein WaÜer^ n nut die Mste der fa- Ort, dafür aber al8 Dille und Leitung eingetragen lirmes ist das weniger ver- inen Rohren und ein um- !en Wehrbeitrag zm motz- «schlingen werden und zu spater bei der jetzigen Zu- eine zweite Quelle himu- ch. In entgegenkommender erc Gemeindevertreten Sitzung eine elnma- j an Dorlar mit 25 0CO oll Dorlar eingetragener ■n In Der Doraussehung, bah günstigerer (Mcitr.beit zur enbabnf)alteftel(c in lar auch Sntgegenlvmmrn mes ist die Wafferleiwng hnei. DaS war früher für , heute ist es ehre hart« rg, 23.3an. Don den N Städten, des Dillkreifes haber^ !>en für ihre gefallenen nkmal errichtet. Die M •fer Verden bald Nachfolgen. Zellen Schwierigkeiten konnte r einen Gedenkstein emchten. ‘„Äf MW beiden Städtchen Saiger ien Btt», vollen m W während beschämend M ber Schleiermacherstraste TÄÄ ,W MU Ä *■ Raubmrder icgn te Spartetsx yerrschenbe gespannte VechLltnis imb seine Erregung über die Storung seiner Nachtruhe zu einer Geldstrafe von 25 Mk. verurteilt. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 25. 3an.: Das -MbmärmleiiL Abends 7 llfrc: Mignon. Mon» taa. 26.: Lohengrin. Dienstag. 27., nachm. 3 alyr: Das QBalbmdmtleiit Abends 7 2Ihr: Figaros Hochzeit. Mittwoch. 28.. nachm. 3 llbr: ®a8 aMbmärmlern. Abends 7 llfrr: Der fuhe Kavalier. Dom»erStag, Ä. Tosco. Freitag, 30.: Der Etxrngelimann. Samstag, 31., nachm. 3 olhr: Das Waldmännlein. Abends 7 Uhr. Ptgue Same. Sonntag. 1. Febr.. «achur 3 Uhr: DaS Wald- männlern. Abends bi/. Mr: Tannhäuser. — Schauspielhaus. Sonntag. 25 Jan. trachm. ?Mc: Aalhan der WeifE Abends 7> . Mc: B amm el studenten. Montag. 2b.: Borneo unb 3ultcu Dienstag, 27.: Medea des Euripides Mittwoch, 28 Der Tokaier. Donnerstag. 29.: Der -treibe- kreis. Freriag. 30.: Der Kreidekveis. Samstag, 31.: Die Frau Rat. Sonntag, 1. Febr.: Der Kreide- kreis. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Eoaatag, 25. Januar: 8,30 Mr: Morgenfeier, veranstaltet von der Baptisten-Gemeinda. 1. Orgelpräludium in 0-Dur von Thrill ÄiMcr. 2. „'s war in der Sonntags-- srühe" für Männerchor von Wein Hard. 3. „Psalm 121“ für gemischten Ehor von Gäbler. 4. Ansprache Prediger Putensen. 5. „Traue 3ehi“ für Männerchoc von E. Ruh. 6. „Äur eins ist mein Verlangen“ für gemischten Ehor von F. A Gerling. 4 bis 5 Ilhr: Kinderstunde. 1 Grimms „Vremer Stadtmusikanten" «dramatisch darge- stellt). 2. Fabeln. 5 bis 6 Mr: Sonnlag-Aach- mittags-Konzert. 6 bis 7 Mr: Stunde des Ahetn-Mainischcn 'Verbandes für Volksbildung (Vortrag von Pros. Dr. Stein: Vorlesung aus rheinischen Dichtern!. 8.30 Mr: Kammermu'it- abend (Sonaten für Bratsche und Klavier). 1. Märchenbilder, A. Schumann. 2- Sonate für Arpeggione und Klavier (vorgetragen auf der Bratsche). F. Schubert. 3. Sonate für Bratsche und Klavier. A. Honegger: Aussührendc: Paul Hindemith (Bratsche). Frau Emma Lubbccke-3ob am Flügel. Montag, 26. Januar: 11,55 Mr: Zeitangabe. 12 Mr. Aach richtendienst. 4 llhr Wirtschaftsmeldungen. 4.30 bis 6 ilhr: Rundsuntnachmittag in Oliufit und Wort. 6 ilhr. Wirtschaftsmeldunacn. 6 bis 6.30 ilhr: Die Lesestunde (Die Aooelle): Aus den „Betrachtungen und Bildern" von Adalbert Slister. 6.30 ilhr: Vortrag von Erwin Bever. Divlom-Han- delslehrer der städt. Handrlslehranstalt: I. ..Die Bedeutung und die Organisation des Fratrksurter Handelsschulwesens“. 7 ilhr: Die Besprechung (Literarischer Teil I). 7,30 Mr: Funkhochschule. Vortrag von Dr. O. Götz „Die Würzburger Qtefu denz". 8 ilhr: Englischer ünterricht. erteilt von Paul Olbrich. Studiencat an der Musterschule. 830 Mr: Volksliederabend des Schulerschen Männerchors unter Leitung von Pros. TrMtb- mann. Programm: Deutsche Volkslieder aus allen Gauen und Zeiten. Mitwirkung: Frau R. von Groh liest aus dem .Leben eines Taugenichts" von Eichendorfs. 9.30 Mr: Aach richten. Wettermeldung. Sportbericht. 9.40 ilhr: Die Spätankündigung: „OpernhauS!" 9.55 ilhr: Zeitvorbecei- tung. 9,56 ilhr: Drei Minuten dec Hausfrau. 10 ilhr: Zeitangabe. 10 bis 11 Mr: ichrik und Ballade. Frau Mecrwarth-Scbotd spricht ®e- dichte von Hofmannstbal. Herr Duhlmann singt Balladen von Loewe. Mitwirkung: ein Kammerorchester. Kirchliche Nachrichten. Cvangel'sche Gemeinden. Diesten. Sonntag. 25. Zanuar. 3. Sonntag n. Epiph. Stadtkirche. 9 : Pfr. Mahr. 11: Kindeckirche f. d. MatthauSgemeinde. Pfr. Mahr. 5: Pfc. Becker. Zohanneskirche. 9',: Psr.DechtolSbeimer. 11: Kin- derkirche für die Lutasgem. Pfr. BechtolSheimer. 5: Psarrafi. Schultheih. Beichte und heilig. Abendmahl für Lukas- und Iobannesgemeinde. - Neuen Aula. 11* ilniversitäts-Gottesdienst m. Predigt von Privatdozent Lic. Dell. — Kirchberg. 10. Daubcingen 1'/,. Mainzlar l1^. — Watzenborn- Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 10. Garbenteich: 1. Katholische Gemeinden. Diesten. SamStag, 24. Ianuar. 4’ . u. 7 Beichte. Sonntag, 25. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanie. 6", Deichte, 7 Messe, 8 Kom., 6 Hochamt. 11 Messe. 5‘.. Andacht. — Grünberg, 9*, Messe m. Predigt. Manthti tttzrgrld unßt.mMt Slrt Igoren, der,Äcmtt'gtroöMt Das noue Modell K 24 der Komet-Fre laufnabe ist o e letzte Errungenschaft der Fahrradtechnik. Kein Rad sollte ohne dieses Frazislonsstück sein Stemptlwerk • Frankfurt am Main-Süd Auch im neuen Reichstag wird mancher Abgeordneter für keine belfere Stimme oder Husten die dafür vor^uallch occiflnetri Fan» echien Sodener Mineral-Pnsttlleu mttnebmen. um 'ich durch deren Gebrauch bei Debatten wirksames Gehör »u verfcha icn. Probatum e»L w« A MCL li Rabletten aN«,v^n' e. wJlW UW 2* *11 Or»yn«n »httltch für länger, Lporisleutr, Raucher £€KRNN€ 792D behördliche Anzeigen im I. Obergefchoh. Los VI 28 Stück ;__I ein- und zweifl. Türen 83,29 38,69 0,52 65,95 2,64 781D 8158 DESHALB DER BILLIGSTE U.ZUGLEICH DER FEINSTE TEE IM VERBRAUCH Freiherr von RabenauscheS Aevier Friedelhausen. Schneider. Ja, denn Sie haben sicher schon oft nach einer Bereicherung Ihres Frühstücks verlangt - Belegen Sie einmal Ihr Brötchen probeweise mit Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Rosenberg. im I. Obergeschost Los VII 511 lfd. m Fustfockel, 18 qm stammreifer (Bohnenstangen) Rm: 22. Aus D:strikt Wetterauerberg und Wetterauerstrauch werden nur Stöcke und Reiser- Holz beider Reviere flachenweise. Auskunft erteilen Förster Schreiner zu Altenhain für Revier Oberseen und Förster Krautwurst zu Glashütte für Revier Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf die ministeriellen Bestimmungen sollen nachbenannte Schrci- nerarbeiten für den Deubau deS Pbv» siologischen Lnst'tuls zu Gietzrn öffentlich vergeben werden: Los I 127 qm eichener Aiemenparkett- boden in Asphalt im Erdgeschotz. Los II 134 qm tannener Aiemenfust' bvden, 150 lfd. in Fustfockel, 5 qm Fenster- bedbretter, 18 Türen usw. im Erd- und Kellergeschoh. Los 111 251 lfd. m Fustfockel. 13 qm Fensterdeckbrettec, 38 qm Glasabschlüfle im Erdgeschost. Los IV 23 Stuck innere Türen, 9Fenster- klappläden usw. im Erdgeschost. Los V 495 lfd. m Fustfockel, 20 qm Fensterdeckbretter. 23 qrn Glasabschlüsse Fenslerdeckbretter, 22 qm Glasabschlüsse im II. Obergefchoh. Los VIII 31 Stück ein- und zweifl. Türen. 5.5 qm Gesimsabdeckung im Ü. Obergefchoh. Los IX 497 lfd. m Fustfockel, 25 qm Glasabfchlüfle, 154 lfd. m Eckwinkel, 15 qm Derfchalung, 2 Türen, 75 lfd. m Treppen- handleisten, 50 qm Bretterbelag im Dach- Holzversteigerung. Fn denDistriktenHainbuchundSttacken- loh follen Dienstag, den 27. dS. WtS. versteigert werden: 723 Fichten-Derbstangen 1. u. 2. Kl. mit 57.24 Fstm. 1140 Fichten'Derbstangen 3. ÄT. mit 31,51 Fstm. und 1000 Fichten-Bohnenstangen. Zusammenkunft vormittags 10 Mr auf der Marburger Sttaste an der HoheitS- grenze. Friedelhaufen, den 23. Januar 1925. Zagdverpachtung. Die Jagd der Gemeinde Daubringen, bestehend aus 258 ha Feld und 78 ha Wald soll am Samstag, den 31. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr, ht der alten Schule dahier auf weitere 6 Jahre öffentlich verpachtet werden. Daubringen, den 23. Januar 1925. Hess. Bürgermeisterei Daubringen. Dreis. 818V AQUW1A, der neue Genien - KAFFEE Deutichu Reicht-Patent 331168 In allen elnsdil Afft gen Geschäften aliAMldL Federprilschenwagen Einspänner, ca. 40 Zentner Tragkraft zu kaufe i gelucht. Schriftliche Angebote mit Gewicht und Preis unter 0738 an den Gießener Anzeiger. 3 Rm. Eichenuhscheiter in 1 Los, 133 „ Fichtenutzreisig (Schichthaufen) in 2 Losen. LoseeinteilungennebstDersteigerungs- bcdingungen können zum Preise von 50 Pf. für das Stück von unterzeichneter Stelle bezogen werden. Rach den Dersteigerungsbedingungen kann Stundung des Kaufgeldes auf 3 Monats erfolgen. Gießen, den 22. Ianuar 1925. in 2 Losen, Fichtebauholz 3., 4., 5a und 5b Kl. in 4 Losen, Eichebauholz 2. bis 6. Kl. in 6 Losen, Ahornstammholz 6. Kl. in 1 Los, Fichtederb- und Reisstanaen 1. und 2. Kl. in 20 Losen, Eichederbstangen 1. Kl. in 1 Los, Ftowiil lZweisitzerl zu ver kaufen. Christ. Lollar. Derdstangen: Esche 1. Kl. 4 St. — 0,35 Fstm.: Lärche 1 Kl. 20 St. - 2,21 Fstm.: Fichte 1. Kl. 2 St. =- 0,20 Fstm Nutz schciier Rm.: 5 Fichte 1. Kl. Nuh- hnüppe! Rm.: 6 Fichte 1. Kl., 6 2. Kl. Nuhreisig Rm.: 14 Fichte. Brennholz: Scheiter Rm.: 194 Buche 1. Kl., 37 2. Kl, 1 Hainbuche, 10 Eiche, 5 Obstdaum, 10 Alpe, 5 Kiefer, 50 Fichte. Knüppel Rm.: 93 Buche 1. Kl., 13 2.Kl., 4 Esche, 14 Ahorn, 52 Eiche, 3 Obstbaum, 40 Weichholz, 12 Kiefer, 1 Lärche, 6 Fichte. Reisig Nm.: 920Buche, 55Eiche, 14Ahorn, 100 Weichholz. Stäche Nm.: 34 Buche l.Kl., 6 2. Kl., 4 Eiche, 4 Kiefer, 40 Fichte 1. Kl., 23 2. KI Das Hol; beliebe man sich vorher anzusehen. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Bechtold zu Kiliansherberge 09,79 Fstm. Kieferbauhol; 3., 4. u. 5. Kl. tüten usw. im Dachgeschoß. Die Vergebung mehrerer Lose zu- fammen oder nach einzelnen Losen getrennt bleibt Vorbehalten. Die Verdingungsunterlagen und Zeichnungen liegen von Mittwoch, den 28. d. M. ab auf unserem Amt Stephanfttahe 18 zur Einsicht offen. Von diesem Tage an sind Angebotsvorfchriften (keine Zeich- nungen) dafelbst, soweit der Vorrat reicht, zum Herstellungspreis erbälllich. Angebote sind verfchloflen, mit entsprechender Aufschrift vecfehen, bis Samstag, dem 14. Februar b. IS., vormittag- 11 Mr, bei uns einzureichen. Zufchlagsfrist 4 Wochen. Giehen, den 22. Januar 1925. Hessisches Hochbauamt Giehen. 3. V.: Kuhlmann. 808c Zigarren! Solange Vorrat reicht, versende ich aus der Konkursmasse einer bedeutenden Zigarren-Fabrik A.-G. Vorstenlanden-Sandblatt zu 12 Pfg. 50 Stück 6 Hik. gegen Voreinsendung auf Postscheckkonto 46857 Frankfurt a. M. oder per Nachnahme franko. Bei Nichtgcfallen Zurücknahme, daher kein Risiko. 760m Versandhaus Jos. Seifert Frankfurt M. W 13, Mühlgasse So. Streng reell! - Haben Sie Vertrauen! Holzversteigerung im Fürstlichen Forstrevier Hungen, Distrikt Dietrichsberg b. Villingen, am Donnerstag, dem 29. Januar ds. IS., 10 Mr vormittags, im Saale der Gastwirtschaft Strack zu Villingen. Zum Aus gebot kommen: Buchen Am.: 305 Scheiter. 240 Knüppel, 57 Stöcke, 421 Astreifer EichenAm:32Knüppel,5Stöcke.25Astreifer Fichten Am.: 3 Knüppel. Für die auswärtigen Käufer steht am 7°Mr.Zuge vormittags ein Führer zur Besichtigung des Holzes zur Verfügung. Das Holz sitzt meistens an der Ehauffee oder ganz in deren Aähe, ' Stunde von Villingen entfernt- Das blau durchkreuzte Holz kommt nicht zum Verkauf. Braunfels, den 22. Januar 1925. Fürstliche Aentkammer. 778D Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf die Verdingunaß- Vorschriften follen nachstehende Arbeiten am Teichhaus zu Bad-Aauhetm vergeben werden: Glaserarbeit: 20 qm Fenster. 20 qm Aohglas: Weitzbtnderarbekt: 800 qm Wand-, Decken- und Faffaben- putz, 880 qm Kalk-, Leim- und Oelfarb«- anftrich, 340 qm Fuhböden zu ölen, 6 300 kg Eifenkonstruktion zu streichen, 340 qm Zementrabitzdecken; Schreiner arbeit: 15 Zimmertüren ufw-, 60 qm Türen der Aestaurationshallen, 15 qm Holzwände, 340 qm Aiemenfuhboben: Qchlofferarbeit: 25 Türen zu befchlagen 100 kg Lichtschachtroste, 50 kg eifern« Eckwinkel, 35 eiserne Fenster: Installa« tionsarbeit: 40 m D.-A.-A.-Rohre, 50 rr. WafferleitungSrohre,Abortanlage. - An. gebotsunteclagen auf Zweigbureau ir Bad-Aauheim, Badehaus 8. Mit ent* sprechender Aufschrift versehene Angebot« bis Mittwoch, den 4. Februar 1925, vormittags 11. Mr, erbeten. Eröffnung in Friedberg im Beisein der Bewerber. Zuschlagsfrist 14 Tage. Friedberg, den 22. Ianuar 1925. Hessisches Hochbauamt: Haag. 779D Nutz- und Vrennhotz- versteigerung. Donnerstag, den 29. Januar 1. I., vormittags 10 Uhr, werden auf dem Forsthaus Kiliansherberge bei Schotten aus den Staatswalddistrikten Kohlhaq 1, 2, 4, 10 und 11, Hirzenberg 1, 2, 7, 8 und 10 und Rüdewald 3 und 6 der Försterei Kiliansderberge versteigert: Nutzholz: Stämme: Eiche 2. Kl. 2 St. — 4,18 Fstm., 3. Kl. 1 St. - 1,63 Fstm., 4. Kl. 5 St. 4,40 Fstm., 6. Kl. 8 St. - 1,54 Fstm.: Esche 6. Kl. 2 St. = 0,20 Fstm.: Ahorn 5. Kl. 3 St. — 0,66 Fstm., 6. Kl. 2 St - 0,17 Fstm.: Buche 2. Kl 2 St. - 1,32 Fstm., 3. Kl. 4 St. = 3,53 Fstm., 4. Kl. 2 St. 1,42 Fstm.; Hainbuche 5. Kl. 3 St. - 0,61 Fstm., 6. Kl. 8 St. - 0,91 Fstm.; Obstbaum 5. Kl. 2 St. — 0,68 Fstm , 6. Kl. 2 St. - 0,67 Fstm ; Elsbeere 6. Kl. 2 St. - 0,39 Fstm.; Kiefer 3 Kl. 6 St. = 7,52 Fstm , 4.61. 14 St. = 11,09 Fstm., 5. Kl. 40 St. - 18,22 Fstm.; Lärche 3. Kl. 1 St. - 0,71 Fstm., 5.61. 16 St. = 2,96 Fstm.; Fichte 3. 61. 9 St. = 10,97 Fstm., 4. 61. 19 St. ~ 17,89 Fstm, 5a 61 64 St. = 45.27 Fstm , 5b 61. 70 St. - 22,87 Fstm.; Weymutskiefer 5. 61. 1 St. — 0,19 Fstm. Aonkurrverschren. Heber das Vermögen des Viehhändlers Albert Rühl in Trohe bei Giehen, wird heute am 23. Januar 192-5, vormittags 10 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Louis Althoff in Giehen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 10. Fe^ bruat 1925 bei dem Gerichte an-umelden. Es wird zur Beschlu^zfaffung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Derw >lters sowie über die Be- stellung eines Gläubigerausschusies und eintretenden Falls über die in tz 132 der Kon kur?ordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemelte en Forderung.n auf Frei ag, den 27. Februar 1925, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Saal 101, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Kon- kursmasse gehörige Sache in Besitz haben ober zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemein- schuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderun- gen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 10. Februar 1925 Anzeige zu machen. 835B Hessisches Amtsgericht in (Biegen. Alle Einzelteile i. Selbstbau von De> tettoren- u. Röhrenemvlitug. Isolier» planen werd, auf Wunsch L aCL Gröh. zugeschnnten. Schrauben mit Muttern in allen Stärken und Längen. Stopf- Hörer, Heiz- u. Anodenbatterien, Akkumulatoren stets auf Lager. Beste» Material und billigste Preise. [757A MSÄS »atzio-vietz Errichtung und Betrieb von Funk» emviang-einrichtungeu ohne behördl. Genehmigung ist verboten u. strafbar. hotzversteigerung öcs Gräflichen Zorstantts zu Laubach Donnerstag, den 29. d. M., von 10' , Mr vormittags an, im Solmjer Hof zu Laubach: 1. aus den Distrikten Peters- wald 1b, Baumkircherwald la und 1b des Reviers Oberfeen: Scheiter Rm.: 380 Buche 1. und 2. Kl., 2 Esche und Kirschbaum, 10 Fichte 2. 61.; Knüppel Rm.: 115 Buche, 10 F chte; Stöcke Rm.: 50 Buche, 10 Fichte; Reiserknüppel Rm : 60 Buche; 2. aus den Distrikt-'n Kreuzseencrberg 1, 2, 3, 5, We - terauersiranch, Wetterauerderg, Tränkbach, Steinbiegel, Hoherein und Imsenhau des Reviers Freienseen: Scheiter Rm.: 350 Buche 1. und 2. 61.; 20 Eiche und Birke 1. und 2. 61; 3 Fichte; 6nüppel Rm.: 300 Buche (teils abständig); 20 Ltche und Birke, 5 Fichte, 80 (Erle 1. und 2. 61.; Stöcke Rm.: 160 Buche, 3 Liche, 2 Fichte; Reiserknüppel Rm.: 200 Buche; Fichten- Vcgtsche SÄÄ'5 Aufnahme für die neu begonn. Kune noch bis Ende Januar möglich. Proap kostenl.d.(LSchullelL Dr. Beiknul Freienseen. Weitere größere Versteigerungen finden in beiden Revieren nicht mehr statt. [822D Holzverfteigerrrng im Fürstlichen Forstrevier Hungen, Distrikt Fuchssttauch bei Garbenteich, am Mittwoch, dem 28. Januar dS. IS. Zum Ausgebot kommen: Buchen Am.: 27 Scheiter, 10 Knüppel, 6 Stöcke, 140 Ast- und Stammreifer Eichen Am.: 10 Knüppel, 15 Stöcke, 65 Ast. und Stammreifer Fichten Am.: 9 Knüppel, 4 Stöcke, fowie 511 Stück Ftchten-Aeisstangen 1. Kl. Zusammenkunft 10'4 Llhr vormittags bei Bahnwärter Giller. Braunfels, den 22. Januar 1925. Fürstliche Aentkammer. 777V aefchofi |:rauo) roeroen nur siome unu zieiici- Los X 34 Stück Türen, 2Wandfchranb- Knüppel ausgeboten Kohlreiser und Lese- // „Adi, meine Nerven slud furchtbar schlecht!* „Das ist der Mokka, der dich rächt! Doch wenn Sie fortan ..Aguma" kaufen. Dann brauchen Sie nicht zum Arzt zu laufen!* General-Vertretung für Oberhessen u. Hessen-Nassau: Fr. A. Pannecke, Gießen ,09D Gießener Konzertverein Uhr Statt Karlen! r Bleichstrahe 25 Gießen, im Januar 1925 828 D Statt Karten der Universität 576c Lang-Göns Januar 1925 Vortrags-Vereinigung Gießen 0652 Die Geburt eines gesunden Mädels zeigen an Berthold Kühne und Frau 31 N fr. 6HA Gießen, den 23. Januar 1925. 828V 769c K. Michel 0729 M’D Lichtspielhaus Bahn hofwtraöe W Nur noch heute und morgen 819c W Anfang wechentag« 4 Uhr, Sonntage 3 Uhr. Letzte Aufführung ab 8.15 Uhr. TTt Rheinwerft Telephon 31 SW Die Abonnenten werden gebeten, die 2. Rate desAbonnements bei ErnstChallierabzuholen Am Freitag, dem 30. Fan. 1925 findet in Hungen ein großer Geschäftszimmer: Bismarckstr. 491. Fernsprecher 3124. Anna Martini Otto Stoll Verlobte 3 Guter Schlaf tit d. besteHetlmittel. Melallbeit. s.Gronu Klein. m.od.o.Zubeb Stahlmatr., a. Priv. BeauemeBedtng.Kar 3n raschem Siegeslauf hat sich Kathreiners Malzkaffee den ganzen Erdball erobert. Er wird täglich von vielen Millionen Menschen getrunken. Oer Sehalt macht's! Tf"'„nu — ii i— ninm-MmaMM——c———■ Kleins Tabak- und Zigaretten-Fabriken o. H. G., Schifferstadt AKTIENGESELLSCHAFT VORM. SEIDEL & NAUMANN DRESDEN Palast Lichtspiele Kirchenplatz । ElieamflbeHabrik Sahl (Thar.). ff Pt* am Odle- faern au verpachten, dtäh. ®6W Bergstraße 7 1. LBeroard Bismarckstr. 6 L 0723 J Reinwollene schwarze Cheviots Mk. 1.90. Margit Barney in dem Gesellschaftefllm Alexandra 1 Vorspiel und 5 Akte. Ferner: Die neueste Wochensch au Dazu: Die tolle Groteske in 2 Akten Boiler Im Lunapark Darmstädter Bläser-Quintett Martin Geisler (Flöte) — Ernst Schaefer (Oboe) Fritz Heynau (Klarinette) — Aug. jaud (Horn) Emil Wischer! (Fagott) — am Klavier: Gusti Beck Quintett Es-dur v. Beethoven — Sonate H-moll v. Bach — Sextett B-dur v.Thuille Eintrittskarten: Mk. 5.-, 4.-, 3.- und 2.- bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. 1.— nur im Vorverkauf beim Hausverwalter Sonntag, den 25. Januar 1925, nachmittags 47a in der Universitätsaula SECHSTES KONZERT Das vereinigter Mannerchor Harmonie-Gemütlichkeit Samstag, den 31. Januar, abends 7.59 Uhr. im Kalhol. Dereinshaus Großer Maskenball Khttritt: Damen \ HL, Herren 2 M. Sorten ftnd nur im Vorverkauf Lei den Herren Friseuren I. Dauv. Vabnhosstr. 64, P.MÜller.Wagengassell, 4. Möbl. Ecke Bahnhosstr.—KavlanS« gaffe und Zigarrengeschäft Sonntag, Dchulstrahe, zu haben. Su regem Besuche labet ein Der Vorstand. MM SlIMlsl Wh Mitt mit neuem Repertoir Wiederauftreten bei AmmMWi Beramioltingen und BMWMWIM Theo Schäfer, Giehen ^^Neustadt^41^^E^^7^^2eIepho^4S8 so lang-Borrat reicht zu staunend billigen Preisen «st H. Schön Marburger Strahe. JmInwtWSI.-£Wn findet am Sonntag, dem 25. Januar 1925 WWlII statt. ES ladet freundlichst ein 0680 MWW Holanö slelnTinöeü Der Vorstand Expreß- und Didampferverbindungen mit Holland Verfrachtungen von und nach allen Ländern - Speditionen aller Art - Lastwagenverkehr 8,9D Durchfrachten auf Anfrage Eckstein & Simon, Spediteure Oberlahnstein statt. Amreten 10.25 Uhr aus dem Warft» vlav am Schulhaus. Nach dem Avvell im Kestzng zum Vofal „Darmstadter Hos", anschliekend große Verwammlung. ^n bezug aus den Charakter sind alle Herren, die sich dafür interessieren, ein- getaden, vor allem die Ortsvorsteher. Der Vorstand. Wieseck Lang-Göns J Palestrinas Missa „papee Marcelli“ Ikataito tapra Wiederbeginn der Proben amMontag,dem26.Januar abends 8 Uhr im großen Hörsaal der Universität zur Einübung 744D Palestrinas Missa „papae Marcelü“ Allseitige Beteiligung dringend erwünscht. Musikalische, stimmbegabte . Damen und Herren sind willkommen. E I Anmeldung bei H rrn Professoi Traut- WW>0MMWWW»WWW«WWWM» Astoria-Lichtspiele Seltereweg B Schwarze MM und Mllirit große Auswahl beste Qualitäten sehr preiswert! Biskot Meyer in BoulevardßlutlV.Teil Dazu: Fern Andra in dem Zirkusfilm Der rote Reiter 6 spannende Akte. ÜMMWSeMMMUl Am Mittwoch, dem 28. Januar 1925 abends 8 Uhr, int Saalbau Sauer WlWVmW des Herrn Dr. (Kroll aus Berlin: Der Wim WWM MMWnaiteüfla. Eintritt: Mitglieder gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte frei. Nichtmitglieder 50 Pf. Freie Aussprache! 7940 Freie Aussprache! Lia Mara die beliebte Künstlerin in UMMMi 5 Akte. Dazu: Hella Moja in Felicitas Grolandin Schauspiel in 5 Akten. Zwecks Gründung der Ortsgruppe Gießen des Bundes Saar-verein werden alle hier ansässigen Saarländer sowie Freunde des deutschen Saargebietes gebeten, sich am Mittwoch, 28. Jan. im Bayerischen Sos, Saal, Bahnhofstraße einzufinden. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Ich habe mich in Darmstadt als Rechtsanwalt niedergelassen. Dr. Fritz Freund Toni Mendorf Ottomar 3rle Verlobte Steinstratze 69 Schäler- und Birten - ippell ® uXerr rtntt, trptpt» 1ß9-t 11k,*. m.t sm-....- * . . Alleinvertrieb: Ernst Balser, Gießen Haus für Bürobedarf 3i7a Günstige Zahlungsbedingungen Gröhe Auswahl! la Rotzhaarbesen und sonstige vürstenwaren. Reparaturen von Rohnern sowie Anfertigung von Spejialbürften, liMgKohlermannlV. Bleichstrahe 12. oeoi Donnerstag, 29. Januar abends 8l/4 Uhr in der Neuen Aula der Universität Lichtbilder-Vortrag desHerrn Prof. Dr. H. Ranke- Heidelberg DasKönigsgrabTut anch-Amun Eintrittskarten für Mitglieder im Vorverkauf gegen Vorzeigen der Vortragsausweiskarte pro Platz 0.75 Mk., für Nichtmitglieder zu 1.50 Mk. in der Musikalienhandlung Challier. Studentenkarten gegen Vorzeigen der Ausweiskarte zu 0.75 Mk. bei Herrn Oberassistent Ritter. 9 deal Nr. 2) Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen) Samstag, 24. Iaimar (925 Gesellschaft für Erd- u. Völkerkunde. 3m Rahmen der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde entwickelte am Mittwoch abend Herr H. K. E. Krueger aus Darmstadt den Plan feiner arktischen Expedition. Die bisherigen Wege zum Pol führten fast alle vom Atlantischen Ozean durch die Lücke zwischen Spitzbergen und Grönland nach Rorden oder auf der Westseite Grönlands vorbei. Die Trümmer des Schisses Jeannette, das bei den Wrangel- infein einfror, wurden später an der Ostküste Grönlands angetrieben und gaben Ranson den Fingerzeig für die Trist seines Schisses Frcun. Die Trift des Wassers des nördlichen Eismeeres von Osten nach Westen, die dadurch bewiesen wurde, ist nun deshalb merkwürdig, well durch die Erdumdrehung eigentlich ein Strom in umgekehrter Richtung ertoartct werden soll. Diese Tatsache und bestimmte Erscheinungen von Ebbe und Flut an der nördlichen Küste Kanadas liehen den Amerikaner Harris zu dem Schluß kommen, dah sich nördlich der Derrngsstrahe noch ein Land besindet, das die Ablenkungen der Meeresströmung verursacht. Raufen hrngegen nimmt eine Tiefsee dort an, gestutzt auf dre Lotungen bei der Framtrift, die allerdings mehr als 500 englische Meilen von dem hypothetischen Land von Harris entfernt liegen. Diese» vermutete Land bezeichnet Steffanson als den 4>ol der gröhten Unzugänglichkeit. Die Bezeichnung hat darin ihre Berechtigung, dah mit den alten Methoden der Polarforschung bei dem Lebenvon mitgenommenen Vorräten etwa 500 englische Melken als Maximum zurückgelegt werden können. Zieht man nun mit diesem Radius Kreise um die Ausgangspunkte für Reisen ins Polarmeer, so bleibt davon jenes oben bezeichnete Geblet unberührt, das nördlich der Deringsstrahe liegt und auch bisher von keiner Expedltion erreicht wurde. Der Plan des Kruegerschen Unternehmend geht nun dahin, im ersten 3ahr nach Etah an der grönländischen Westküste mit etnem dänischen Schift zu gelangen und lm folgenden Jahr ErkundungSreisen in den Archipel nördlich Eonadas zu machen und Evgänzungen zu den Forschungen öteffansons zukbringen. Im dritten Jahr "soll dann ein Vorstoß gegen den Pol der Unix«iänalid)!ett gemacht werden. DieBarmet, Kutiskr und Konsorten. Don Reichssinanzminister a. D. Du. Decker (Hessen), M. d. R. Als vor einigen Jahrzehnten in Frankreich auS dem bekannten Panamasumpse recht üble Gerüche aufstiegen, rümplten wir in Deutschland stolz und erhaben die Rase. »Sowas kann bei uns doch nicht vorkommen," so hörte man allgemein sagen und man hatte damals wohl auch recht: ein absolut zuverlässiges 'Beamten« tum und ein Parlament, dessen Mitglieder doch im allgemeinen aus persönliche Wohlanständigkeit und Ehrlichkeit hielten, rechtsertrgten diese Meinung. Inzwischen haben wir so manches erlebt, was uns schon grundsätzlich in unserem Stolz aus die Unversehrtheit und Unangreifbar- feil von Beamten und Parlamentariern irre machen konnte. Dah allerdings sich Dinge ereignen konnten, wie sie anscheinend in den die Oefsentlichkeit so stark beschäftigenden Fällen Darmat. Kutisker ufw. vorgekommen sind, hätten auch pessimistisch veranlagte 'Beurteiler neuzeitlicher Verhältnisse nicht sür möglich gehalten. So sehr man zunächst auch noch mit einem abschließenden Urteil zurückhalten muh. so scheint doch wirklich das für unglaublich Gehaltene Ereignis geworden zu fein: Beamte und Parlamentarier scheinen in trautem Verein mit Schiebern übelster Sorte und Herkunft Reichs- und Staatskassen um hohe Geldsummen geschädigt zu haben: an dieser Tatsache ist wohl heute überhaupt kein Zweifel möglich, zweifelhaft ist mir noch die Frage, inwiefern verbrecherische A 'sichten bei den einzelnen Beteiligten vorgelegen haben. Reben der Staatsanwaltschaft beschäftigen sich mit diesen Dingen zur Zeit auch sehr stark die Parlamente. Die Deutsche Dolkspartei bat ihnen ihre Aufmerksamkeit nicht erst seit den Tagen zugewandt, seftdem die Staatsanwaltschaft die Verfolgung gegen die ‘Beteiligten eingelettet hat. Schon in den ersten Wochen nach dem Zusammentritt deS vorigen Reichstags — es war wohl im Iuni vorigen Iahres — hatten in einer durch den Derfafter dieses veranlaßten Sitzung des Steuerausschusses des Reichstages deutschvolkSparteiliche Abgeordnete, besonderster QTbg. Dr. Hugo, die Regierung darüber zur Rede gestellt, wie das durch hohe Steuern und noch höhere Tarise von Post und Eisenbahn aus der Devölkerung herausgezogene Geld, das damals weit über die zur Deckung notwendigen Reichs- bedarss erforderlichen Summen hinausging, verwendet worden und ob es tatsächlich richtig fei, dah eS darlehnsweise an einzelne mehr oder weniger- zweifelhafte Banfiinnen usw. gegeben werde, die es dann wieder zu wucherischen Zinsen weiter verleihen. Die Auskünfte, die damals ?:sgeben wurden, befriedigten die Fragesteller eineSwegs. und so beauftragte die Fraktion schon damals mehrere ihrer Mitglieder, bei den zuständigen Reichsstellen nochmals unmittelbar vorstellig zu werden. Das ist gc» schehon, freilich, wie die nun durch die Oeffent- lichkeit gehenden Rachrichlen über die Fälle Darmat usw. zeigen, ohne dah es den rechten Eindruck auf die Reichsstellen gemacht hätte. AlS dann die ersten Gerüchte über die ‘Begebungen jener Schieber zu Reichs- und Landes- behörden bekannt wurden, hat die Fraftion der Deutschen Volkspartei dem Entwurf einer Interpellation Dr. Decker und Genossen ^ugeftimmt, da der Reichs reg ierung so rasch tote möglich Gelegenheit gegeben werden sollte, im Plenum des Reichstages auf die Frage der Interpellanten zu antworten, wie die beklagenswerten Vorfälle sich überhaupt haben ereignen können, insbesondere wie es möglich war, dah in einer Ze i t schärfster Kreditnot und noch schärferer Einschränkung der Kredite durch die Reichsbank, in einer Zeit, in der die ganze solide Wirtschaft und vor allem der Mittelstand in schwerster Verlegen heit um Detriebsmittel war, Reichs- und sonstige öffentliche Mittel in so verschwenderischer und leichtferttger Weise jenen Schieberfirmen zugewisen werden konnten und inwieweit an dieser leichtherzigen Kreditvermittlung ‘Beamte ober Parlamentarier beteiligt waren. Die Interpellation wurde nicht mehr förmlich dem Reichstag vorgelegt. weil inzwischen der Antrag der Deutschnalionalen Fraftion auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Reichstag einmütig angenommen worden war. Inzwischen hat sich der „Darmat-Aus- schuh" im Reichstag konstituiert Es wird Ausgabe dieses Ausschusses sein, dafür zu sorgen, dah rasche und gründliche Arbeit geleistet und vor allem dasür gesorgt wird, dah in alle Winkel der üblen Sache ohne Ansehen der Person hineingeleuchtet wird. Er wird auch dafür sorgen müssen, dah diese Untersuchung nicht ins Uferlose verläuft, da sie dann leicht überhaupt kein Ende finden wird und das Interesse von der Kernfrage abgelenkt wird. Auf was wird es dabei im wesentlichen an- kommen? Riemand wird eS für falsch halten, dah das Reich im allgemeinen und vor allem, dah die Derkehrsanstalten die Mittel, die sie nicht sofort brauchten, verzinslich anlegten und sie damit der Wirtschaft, der sie entstammten und die sie dringend benötigte, wieder zu- führten. Ob cs gerade besonders geschickt war und ist, dah die verschiedenen Ressorts nebeneinander arbeiten, darüber kann man verschiedener Meinung sein. So manche böse Erfahrung wäre natürlich vermieden worden, wenn alle überschüssigen Reichsgelder der ReichS- bank zugesührt und von dieser dann in die Kanäle der Wirtschaft nach einheitlichen und wirtschaftlich vernünftigen Grundsätzen weitergegeben worden wären. Ieder Reftortchef dünkt sich aber nun einmal heute — auch in der Republik — ein eigner König und glaubt der sachverständigen Beratung der nun einmal dafür zuständigen Stellen sich entziehen zu müssen . Gleiches hat sich beispielsweise ja auch in der Devisen-Poli- t j k des Reiches gezeigt, die keineswegs von allen Reichsressorts nach einheitlichen Grundsätzen gehandhabt worden ist. Was aber zu beanstanden und zunächst auch zu klären sein wird, das ist die Qualität der Betriebe, denen man jenen Kredit zuwies. Es ist bereits eingangs darauf hingewiesen worden, wie der Verdacht besteht, dah man gerade S ch i e b e r f i r m e n , die sich besonderer Gunst und besonderer Begünstigung und Unterstützung erfreuten, dabei i n erster Linie oder gar aus schließlich bedacht hat, während die anständigen Wirt- schastslreise in schwerster Rot und Bedrängnis waren und keineswegs ebenso günstige Behandlung erreichen konnten. Es wird die Frage ferner zu prüfen und aufzuklären fein, unter welchen Bedingungen die Kreditgewährung erfolgte und ob vor allem auch die nölige Sicherheit für die gewährten außerordentlich hohen Summen gegeben und gehalten wurde. Endlich aber wird es daraus antommen, festzustellen, inwieweit sich bei Gewährung von Krediten an einzelne Unternehmungen parlamentarische Einflüsse geltend gemacht haben ober gar direkte Best e ch u n g e n offener ober verdeckter Art vorgekommen sind. Es ist bedauerlich, daß, auch wenn man von den umgehenden Gerüchten noch so viel als unwahr aozieht, doch heute schon eine Anzahl von Personen stark bloßgestel11 ist. Bkr aber objektiv denkt, wird sich über jede Aufklärung freuen, die einen so Bloßgestellten wieder rechtfertigt. Wen die Untersuchung aber schuldig findet, gegen den muß ebenso rücksichtslos, soweit möglich, mit st r a f r e ch t l i ch e r V e r s o l g u n g, soweit dies nicht möglich ist, mit öffen11icher Brandmarkung vorgegangen werden. Daran haben wir alle ohne Unterschied der Parteirichtung das höchste Interesse. Der- deutsche Beamtenstand genoß in der ganzen 'Welt größtes Ansehen und höchstes Vertrauen gerade wegen feiner unbedingten Unbestechlichkeit und Zuverläftigke't. Werden einzelne Angehörige des Beamtenstandes als räudig befunden, so wird damit gewiß kein Makel auf den ganzen Stand fallen unter der Voraussetzung. daß rücksichtslos gegen die Schuldigen vorgegangen wird. Genau so wird es mit den Angehörigen des Parlaments sein. Hoffen wir nur, daß die Untersuchung deS ReichStagSauS- schuf les bald zum Abschluß kommt und daß die verschiedenen Verfahren, die nunmehr im Reichstag. im Landtag und bei den Gerichten nebeneinander anhängig sind, sich in ihrem Gang nicht stören, sondern ergänzen. Sie alle haben ja das gleiche Ziel: ErforschungderDahr- heit, rücksichtslose Feststellung und Brandmarkung etwaiger Schuldiger und Schaffung von Sichcrungsmaßnah - men, daß sich ähnliches nicht wiederholt. Die Türkei zwischen Diktatur und Parlamentarismus. Don unserem türkischen 3- B.-Mitarbeiter. Konstantinopel, Anfang Ianuar 1925. Die jungtürkische Revolution, welche zum Sturze Abdul Hamids geführt hatte, brachte der Türkei bekanntlich im Iahre 1908 das erste Parlament, das erste, wenn man von dem kurzfristigen Versuche absieht, welcher dreißig Iahre vorher aus der vom unglücklichen Großwcsir Midhat Pa cha entworfenen Beriaffung hervorging. Zehn Iahre lang stand dieses Parlament unter der unbedingten Herrschaft der 3ung- türken, welche sich mit kühler Selbstverständlichkeit offen als die einzige legale Partei des Landes erklärt hatten, und welche kaum einer nennenswerten Opposition begegneten. So glich das türkische Parlament eher einer jungtürkischen Parteiversammlung. a s einem Abgeordnetenhaus nach westlichen Begriffen. Als der Zusammenbruch, welcher den AuSgang des großen Krieges bezeichnete, die Partei der Iungtürken bintpeggefegt hatte, mußte Mustafa Kemal Pascha eine neue Partei gründen, welche dem unternehmenden General und feinen Anhängern den nötigen gesetzlichen Rückhalt gab, dessen sie bedurften, um das große nationale Befreiungswerk, welches in der Folge zu einem vollen Siege geführt hatte, durchführen zu können. So entstand die „Volkspartei", die das Erbe der Iungtürken zu übernehmen hatte. Und wie früher Die Iungtürken eifersüchtig über ihre Alleinherrschaft im Lande wachten und keine Opposition duldeten, fo hielt es auch die Volkspartei der neuen Türkei. Sämtliche Mitglieder der Großen Rationalversammlung waren bisher auch gleichzeitig Mitglieder der Volkspartei. Dies ist für westliches parlamentarisches Denken unfaßbar. Die Folgen eines Derartigen Parteimonopols sind einleuchtend. Icde Freiheit, welche die Verfassung dem Volksvertreter gewährt, wird durch die Parteidisziplin sabotiert und eine verschleierte Parteidiklatur aufgerichtet, welche sich von Der moskowitischen nur Durch die Form unterscheidet: eine Parleidikiatur mit all ihren schädlichen Folgen für die Entwicklung des Landes und Die Moral des öffentlichen Lebens. Mit Dem Zerfall des eisernen Ringes der äußeren Feinde lockerte sich Die innere Disziplin Der herrschenDen Partei, in welcher sich Die Vertreter verschiedenster politischer Anschauungen durch das gemeinsame Ziel der Unabhängigkeit des Landes notgedrungen geeint hatten. Die stramme Parteidftziplin Ismet Paschas und andererseits Bestimmungen Der Verfassung, Deren Auslegung es ermöglicht, „Anhänger Des Gewesenen in irgenDeiner Form oDet irgenbeiner ihrer Institution en" als Vaterlandsverräter zu verfolgen — eine Auslegung, mit welcher man jeden polttischen Gegner, stehe er rechts oder links, vernichten kann — verhinderten zunächst das Aufkommen politischer Richtungen, welche Der Parteileitung nicht genehm waren. Schon im Frühjahr dieses Iahres, bei der Beratung der Verfassung, brach sich Die Unzufriedenheit der andersdenkenden OltgeorDneten Bahn, welche die Verfassungs- Punkte über die Auslosung Der Rationalversamm- luug und das Vetorecht des Präsidenten der Republik zum Vorwand nahmen, in die Opposition zu treten, welche sie nach den Parlamentsferien und Der Eröffnung Der Herbstsession fort- setzten, inDem sie Der Regierung eine Liste recht zahlreicher Anl agen gegen Deren Verwaltungstätigkeit überreichten. Abgesehen von den Vorwürfen der Unzulänglichlert des Schulwe'enS. der Vernachläsfigung der wirtschaftlichen und kultu- reellen Hauptstadt Konstaminopel. der Ueber- grif e deS früheren Gouverneurs von Konsian- tu j,cl oder des derzeitigen UnterrichtSministerS sowie zahlreicher anderer höherer und weniger hoher R^glcrungsorgane hätte nach europäischen Begriffen allein Der Vorwurf, daß etwa 350 000 ans Griechenland nach Anatoften verpflanzte Austauschtürken, dank Der Unzulänglichkeit der ReglerungSvorsorgen und beim AnftedlungSwerk vorgekommenen Unregelmäßigkeiten lid) wirtschaftlich und gesundheitlich in der Gefahr des ZugrundegehenS befinden — soweit sic nicht scbon zugrunde gegangen find — vollständig genügt, um jede Regierung zu stürzen. Aber Die unorganisierten und ihr Angrisssmalerial schlecht vorbereitet habenden oppositionellen Gruppen, deren Führer entweder erkrankt waren, wie Reus Bett. Der frühere Ministerpräsident und populäre Kommandant Der .Hamidle". oder infolge einer nicht sehr eleganten Maßnahme Der Regierung, durch Festhalten an ihrem militärischen Dienstort. am Erscheinen In Der Ratio- nalDer'a.ninlung verhindert wurden, wie Die Generale Ali Fuad unD Kiazim Kara Bekir, erlitten eine rhetorische Riederlage. Die Regierung erhielt bei Stellung der Vertrauensfrage — eS waren allerdings ungefähr 40 Prozent Der Abgeordneten nicht im Haufe anwesend — mit 149 gegen 19 Stimmen eine bedeutende Majorität. Um nun Dem DrofoenDen Ausschluß auS Der Volkspartei zuvorzukommen, beschloß der größte Teil der Oppositionellen, sich als neue Partei außerhalb Der Dolkspartei zu organisieren Es gehören ihr mit Ausnahme von Mustafa Kemal und Ismet Pascha Die besten Barnen au« Der Zeit der Unabhängigkeitskämpse an: die volkstümlichen Generale Refat, Ali Fuad und Kiazim Kara Bekir, Reuf Bey, Die früheren Minister Rifa Rur Bey, Bekir Sami Bey, ferner Adnan Vey, Ismael Djambolat und andere. Da« Programm der neuen Partei, welche sich „Republi- lanische Fortschrittspartei" nennt, umfaßt als wichtigste Punkte: Allgemeines direktes Dahl» recht, "Dezentralisation und Vereinfachung Der Verwaltung, eindeutige Dienstvorschriften für Offiziere und Staatsbeamte, Erweiterung Der Rechte Der Rationaloersammlung gegenüber Regierung unD Präsidenten Der Republik. Ismet Pascha, Dessen Durch Malaria geschwächte Heroen die für Die Regierung bestehenden Gefahren scheinbar schwärzer sahen, als dies die Umstände rechtfertigen, wollte gegen Die Oppositionellen und ihre Anhänger mit den schärfsten Mitteln vorgehen. Er fetzte zunächst ein drakonisches Parteistatut durch, welches Die MitglieDer der Dolkspartei im Parlament an jeder 2Ieupc- rung, Interpellation oder Anfrage, welche nicht genau Den Vorschriften Der Parteileitung entsprach, hindern sollte, unD veranlaßte Die Einsetzung eines Parteigerichtes mit außerordentlichen Vollmachten. Man kann nur ermessen, was Diese Maßregeln beDeuteten, wenn man einerseits weiß, wie hierzulande Partei und Regierung identisch sind, unD andererseits, welche ungeheure Gewalt eine türkische Regierung m ihrer Hand vereinigt. Die Maßregeln Ismet PafchaS, weit entfernt, Den Zweck, die Partei straffer zu einen, zu erreichen, drohten, Öen Vogen überfpannt habend, den völligen Zerfall Der Partei yerbeizuführen. Ferner kuabsichtigtc Ismet Pascha, in Konstantinopel, welche« ihm als frühere Sultansresidenz und Hauptfitz der Unzufriedenheit besonders verdächtig erschien, das Standrecht zu publizieren, und ein außerordentliches Tribunal nach Der früheren Hauptstadt zu entsenden. Dies alles führte zu heftigen Auseinandersetzungen innehalb Der Partei, welches schließlich mit Der Ablösung ISmet Paschas Durch seinen Parteigenossen Fethy Bey endeten. Die oppositionellen Abgeordneten, in der „Fortschrittspartei" — von einer dreiköpfigen Gruppe „Konservativer" und einigen Unabhän« gigen abgesehen — vereinigt, kämpfen nunmehr, unorganisiert wie sie find, einen Kampf um Zeitgewinn. Es gäbe für Die junge Fortschrittspartei keinen vernichtenderen Schlag, als ser lange Aufenthalt in der Polarwelt gestattet eine Menge wissenschaftliche Beobachtungen zu machen. Das durchzogene Gebiet soll kartographisch ausgenommen werden, geologische Beobachtungen find möglich, ferner Tiefenlotungen, De» obachtungen über das Tierleben und das Klima der polaren Gebiete. Lebhafter Beifall gab Ausdruck für die Sympathie des Publikums mit Den Plänen und der Perfon Herrn Kruegers. Daraus ergriff der Vorsitzende der Gesell- fchaft für Erd- und Völkerkunde, Herr Prof. Dr. Klute das Wort und danfte dem Redner für feine interessanten Ausführungen. Da die Gesellschaft zur materiellen Hilfeleistung jetzt nicht in Der Lage ist, gab er im Einverständnis mit der Versammlung Herrn Krueger das Der- sprechen, seinem Unternehmen jede ideelle Unterstützung zuteil werden zu lassen. Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde tritt mit ihrem Barnen für das Kruegersche Unternehmen ein und wünschte dem Vortragenden die besten Erfolge für seine schwierige Arbeit, die Mittel für bai Unternehmen zu gewinnen. Sollten sich Mitglieder der Gesellschaft finden, die das Unternehmen auch finanziell unterstützen können, so ist der Kassenwart Der Gesellschaft, Herr Dr. h. c. Alfred Toepelmann, Eüdanlage 4, bereit, auch kleine ‘Beiträge entgegenzunehmen. Darauf erteilte der Vorsitzende dem 2. Redner des Abends, Herrn Prof. Dr. Waull, Frankfurt a. W., das Wort zu feinem Dorttag über eine geographische Forschungsreise durch Mittel-Brasilien von der Küste bis zum Paraguay, die den Dor- tragenben in Deutschlands valutaschwächster Zeit, dank besonderer Gunst durch Die brasilischen Staaten Rio de Ianeiro, Espirito Santa, Minas Geraes. Sao Paulo, das südliche Goyaz und Matto Grosso halb durch den fübameri- kanischen Kontinent hindurch bis zur bolivischen Grenze führte. Abwechslungsreiche Bildei aus wesensverschiedenen Landschaften zogen vorüber. Sie schroffen Gegensätze, die vornehmlich durch das unmittelbare, fast übergangslose Rebeneinander von Ratur- und Kulturlandschaft erzeugt werden, überraschen. So beginnt kurz hinter ber Riesenstadt Rio de Ianeiro. der erstaunlichsten Auswirkung europäischer Dollkultur, der malariaverseuchte, kaum besiedelte Sumpfwald Der Daixada. Dictoria, Santos und andere Orte KüstenbrasilienS bilden dazu vollkommene Analoga. Unmittelbar hinter dieser in einzelne Oasen, Küstenhöse, aufgelösten Küstenkulturzone Brasiliens steigt die Derkehrsbarre des Küstenwaldgebirges im Staate Rio de Ianeiro und im westlichen Sao Paulo zu bedeutenden, alpin geformten Höhen auf. Prof. Maul! berichtete von Forschungsfahrten in dieser Region, die von den Hochgipfeln aus — auch der 2700 Meter hohe Itatiaya wurde erstiegen — die Anordnung Der einzelnen Gebirgsgruppen und deren Oberflächenentwicklung kennen lehrten. Das Reisen im Gebirge war z. T. ein wahrer Kampf mit Dem Walde. Aber es wurde doch wieder begünstigt durch den verhältnismäßig großen Siedlungsreichtum an größeren und kleinen Stützpunkten. Die Siedlungs- und Wirtfchaftsentwick- lung einzelner Orte bot Anlaß zu interessanten Fragen und Aufklärungen. So sind z. D. Petropolis, das gewöhnlich nur als Gesundheitsstation für Rio de Ianeiro und Diplomatenstadt bekannt ist, und Rova Friburgo durch deutsche Siedler begründet, die dort Hackbau trieben. Ihre Entwicklung und ihr heutiges Bild verdanken die Städte aber vornehmlich Dem Einzug einer jungen Industrie, genau so wie die große Stadt Sao Paulo, in einem geräumigeren Becken des Küstenwaldgebirges gelegen, erst seit ihrer InDustrialisierung und ihrer EinorDnung in Die Weltwirftchastsbeziehungen ihren riesigen Aufschwung zu verzeichnen hat. Tie Reife durch Das mittlere Espirtto Santo führte Den Redner in einen völlig anders entwickelten. viel rückständigeren Abschnitt des Küstenwaldgebirges und zugleich in das größte deutsche Kolvnisationsgebiet. Dort wohnen auf Den Kulturoasen des urwaldbedeckten. mittelhoh.n Berglandes, zumeist in Ginzelhösen, etwa 22 0 00 deutsche Einwanderer, die im wesentlichen Äaffebau treiben. Sie rasche Erschöpfung des Urwaldbobens hat Die jüngere Generation nach Rorden in tiefere, klimaungünstigere Gebiete gedrängt. Doch kann man von einer gelungenen Akklimatisation dieser weißen Siedler sprechen, fie leben dort schon in der dritten Generation und können im allgemeinen als physisch gesund galten wenn sie auch kulturell viel eingebüßt haben. Denn sie leben hart an Der Kultur grenze. Unmittelbar nördlich liegt noch unberührter Urwald, in dem noch wildschweifende Indianer Hausen. Durch Errichtung von festen Lagern — eines davon wurde besucht — sucht der Staat mit ihnen in Beziehung zu treten, Kultur zu bringen, indem er zur Ansiedlung einlädt. Rur ein Der Küste relativ naher Saum ist von typisch-tropischem RegenwalD bedeckt. Rach innen wird Das Gebirge verkehrsfteuiidlicher und Der Wald schütterer. Altes, zum Teil für den Anbau schon erschöpftes Kulturland überzieht im südlichen Minas GeraeS die Hochflächen. Roch weiter im Innern löst die verkehrsfreuab- liche Pflanzenformation Der Savaonne. Die brasilische Kampformation, Öen Wald überhaupt ab. Immer weiter schreitet hier wie in Goyaz und Sao Paulo die Besiedlung binnenwarls: auch Die politische Hauptstadt von Minas Geraes ist diesem Zuge von Ouro Preto nach Bello Horizonte schon gefolgt. Das Landschaftsbild ist einförmig und. in Der steten Wiederkehr des Gleichen, langweilig: Riesenhafte Savaonnenhoch- cbenen werden durch Täler, an deren Rinnsalen Galeriewäldchen entlang ziehen, meist nur schwach gekerbt. Es sind Diehzuchtsgestiete mit nur spärlichem Anbau. Die Siedlungsickchte wird darum gering. Anders in der Provinz Sao Paulo. Das mittlere Sao Paulo, jenseits des Küstenwaldgebirges. ist geschlossenes Kulturland mit zahlreichen städtischen Mittelpunkten, vie'en Kleinsiedelungen und einem belebten, dichten Verkehrsnetz. Weiter westwärts folgen Zonen, die durch immer zunehmende Kultur auflockerang charakterisiert werden, in Denen aber Die Besiedlung neuerdings rasch vordringt. Der Parana, heute mehr noch Verkehrs scheide als — Weg, trennt dieses Gebiet von dem Savannen- Hochland Süd-Matto-Groffos. auf Dem wieder die Viehzucht heimisch ist: und bann folgt, wieder einen schroffen landschaftlichen Gegensatz bildend, die strombestimmte Fluß- und Sumps- nieberung des Paraguay, eine Region, die mit ihrem ganzen Umland verkehrsgeographisch noch heute zur La-Plata-Mündung bingraoitiert Westlich vom Paraguay war es Dem Redner vergönnt, noch ein Stück weit in Öen Trocken- rnald Der bolivischen Platte bis zum einzigen bolivischen (Paraguay-) Hafen Porto Suarez vor- zubringen. so daß er einen vollkommenen Heber- blick über Die Landschaften Mittel-BrasilienS geben konnte. Den lebhaften Vortrag b'gftiteten schöne und lehrreiche Lichtbilder u::D Hafter Beifall danfte dem Redner wenn die '-Regierung ryre Drohung der Auf - f o f un g des Parlaments und der Ausschreibung von Neuwahlen wahr machen würde. Nicht etwa, weil die Opposition im Lande über keinen genügenden Anhang verfügte, wohl aber, weil — von der eigentlichen Parteiorganisation der Kemalisten abgesehen — der behördliche Ver» waltungsapparat in durchaus ausschlaggebendem Mähe in die Wagschale geworfen toerben könnte. Charakteristisch hierfür find Zeitungsmeldungen von Verhaftungen, mit welchen Provinzgouver- neure gegen Wahlmänner, welche erklärten, bei den kommenden Ersatzwahlen gegen die Negierungspartei stimmen zu wollen, vorgegangen sind. Wenn auch die Fortschrittspartei prinzipiell für die Abkürzung der Mandatdauer der Abgeordnetenmandate eintritt, so ist es ihr doch unmöglich, schon jetzt der Negierungspartei in einem Wahlkampfe gegenübertreten zu können. Die Existenzfrage der Fortschrittspartei ist zugleich auch die Existenzfrage des Parlamentarismus der Türkei überhaupt. Denn es ist klar, dah das Zwei- oder Mehrparteiensystem dem Parlamentarismus die Möglichkeit seiner eigentlichen Aufgabe der Kritik und Kontrolle der Regierungshandlungen gibt, ohne welche andererseits nicht von einem parlamentarischen Regime, sondern nur von einer verschleierten Parteidiktatur gesprochen werden könnte. Landwirtschaft und Gartenbau. Die Ernährungsansprüche von Gerste und Hafer. IL Nachdruck verboten. 3m Vergleich zwischen Gerste und Hafer lassen sich gewisse ifebereinftimmungen erkennen. 3m groben und ganzen bilden beidö Tetreidearten jedoch Gegensätze. Die stofsliche Zusammensetzung ist ziemlich ähnlich biS auf den Fettgehalt, der im Haferkvrn höher ist, als bei der Gerste, und bezüglich der Äschenbestandteile bis auf Kali und Kalk, ersteres findet sich im Hafer in geringerer, letzterer dagegen in wesentlich gröberer Menge. Ganz allgemein kann man sagen, daß gegenüber der Gerste als ai= spruchsvvllste aller Getreidearien der Hafer das genügsamste Getreide ist. Dies äubert sich schon allein darin, dah Hafer auf Böden der verschiedensten Art gedeihen kann, sofern er nur genügend Wasser zur Derfügung hat. Gerade auf nassen Böden, auf denen andere Getreide nicht mehr leben können, kommt man mit Hafer noch zu einer Ernte. Da nasse Böden meist hohe Säuregrade aufweisen, so ist damit auch gesagt, dah Hafer einen hohen Säuregrad ver» trägt. Diese Mgenfchaften des Hafers liegen vorwiegend naturgemäß in seiner Wurzclb^schas- fenheit begründet. Die Wurzel ist ausgedehnter und kräftiger als die der Gerste und erreicht auch gröbere Tiefen. Hand in Hand damit geht ein gröberes SäureausscheidungZvennögen, das sie befähigt, besser nährstoffausschliebend im Boden zu wirken. Daher wird der Hafer vielfach als „abtragende Frucht“ angebaut. Auch an die physikalische Bodenbeschaffenhett stellt er keine groben Ansprüche und ist daher für schlecht kultivierte Böden. Neuland, Wiesenumbruch und dergl. geeignet Aus dem Borbemerkten ergibt sich von selbst, baß der Hafer nach jeder Vorfrucht gebaut werden kann. Am schlechtesten verträgt er sich mit sich selbst, es sei denn, daß es sich um jungfräulichen Neulandbvden handelt. Gegen die Folge von Hafer auf Hafer spricht die Nematodengefahr, da er selbst Nematoden- träger ist. Wenn nun auch durch die Anspruchslosigkeit des Hafers weite Grenzen für seinen Anbau gesteckt sind, so muß auf der anderen Seite betont werden, daß er eine gute Behandlung bezüglich Vorfrucht, Vorbereitung des Saatbettes und Düngung doch außerorbenttid) lohnt. Unter den extrem schlechten Verhältnissen ist meist nur eine rauh aufgezogene Landkarte verwendbar. Die hochgezüchteten Kultursorten dagegen können bei besseren Vegetationsbedingu^- gen ohne weiteres bis auf 20 Ztr. je Vi Hektar im Körnerertrag gebracht werden. Gerade das «MSgedehnte Wurzelshstem ermöglicht es der Pflanze, die bargebotenen Nährstoffe in weitgehendstem Mabe aufzunehmen und zu verwerten. Als Stickstoffdünger sollen die Salveter- formen nicht auf sandigem, durchlässigem Baden angewendet toerben; dagegen wird in solchen Fällen Ammoniak embfoßLen, weil es für den Wasserhaushalt zweckmäßig erscheint. Es wird behauptet, baß d»r Haier sogar imstande fei, den- Ammoniakstickstoff direkt au^zunebmen. ohne vorherige iLnwandlung in bi2 Salpetei-farm. Doch ist diese Frage noch nicht als geklärt zu betrachten. Eine besonders gute Ausnutzung des Ammoniaks tritt jedenfalls in Verbindung mit einer Kalkdüngung ein, worauf noch näher hinge- wiesen wird. Der Phosphorsäurebcdarf des Hafens ist gering. Liegt ein an Phosphaten angereiche rt er Boden vor, so kann man unter Ilm» ständen von einer Phvsphorsäuredüngung ganz absehen. Doch kann andererseits eine schwache Phosphorsäuregabe immer nur von Nutzen sein, zumal sie nicht ausgewaschen wird und der Ackerkrume erhalten bleibt für die Nachfrucht. Infolge des AllfschlietzungsvermögeTrs des Hafers kann man daher von dem teuren Superphosphat ab=> sehen und zu der weit billigeren, schwerlöslichon Knochenmehlphosphorsäure greisen. Zum kleineren Teil wird sie dann dem Hafer, zum größeren Teil seiner Nachfrucht zugute kommen. Was das Kali angeht, so ist schon erwähnt, daß Hafer weniger davon braucht als Gerste. Trotzdem ist fein Kalianeignungsdermögen erheblich größer. Die Ausnutzung einer Kalidüngung wird also nach dem Gesetz des Minimums ganz davon abdängen, wievlel Stickstoff, Phosjchorsäure und sonstige lebensnotwendige Stoffe zur Verfügung stehen. Einer der wichtigsten Dünger für Hafer ist der Kalk Die ihm eigene bobeiraufschließende Wirkung tritt zu derjenigen der Haferwurzel hinzu, so daß diese in die Lage verseht wird, um so mehr Nährstoffe aufzunehmen. Kalk ist daher gerade auf Neuland besonders notwendig zu Hafer. Doch auch auf Land, welches in guter Kultur steht^ ist der Kalk in Verbindung mit anderen Kunstdüngern von großem Wert, lieber sein Zusammenwirken mit Ammoniaksti lstaff gibt ein exakter Feldversuch eht treffendes Bild, welcher in diesem Jahre in einem praktischen Betriebe des Kreises Gießen frei Göbelnrod unter wissenschaftlicher Leitung durchgeführt wurde. Es handelte sich dabei um einen guten sandigen Lehmboden. Die Parzellen mit einer Größe von etwa 1 Ar waren in dreifacher Kontrolle angelegt. Als Grundlage diente eine normale Kaliphosphatdüngung; Vorfrucht war Roggen. Di« Durchschnittsergebnisse der Parzellen in Zentner je Vi Hektar waren folgende: Kaliphosphat ohne Ammoniak: Körner 11,77 Stroh 24.88. Kaliphosphat und 1 Ztr. Ammoniak: Körner 13,47. Stroh 29,10. Kaliphvsphat und V? Ztr Ammoniak mit 5 Ztr. Kalkmagnesia: Körner 13,31. Stroh 34,31. Kalivhvsphat und 1 Ztr. Ammoniak mit 5 Ztr. Kalkmagnefia: Körner 13,18. Stroh 31.62 Aus diesen Zahlen ergibt sich zwrüchst daß durch die Düngung von 1 Ztr. schwefelsaurem Ammoniak zu der Kaliphosphatdüngung etwa l12 Ztr. Körner und 4 3tr. Stroh je Morgen mehr geerntet wurden. Ferner zeigt sich, daß bei gleicher Kaliphospyatgabe mit der Hälfte des Ammoniaks der gleiche Kömerertrag, aber über baS Doppelte des Mehrertrags an Stroh erzielt wurde, und zwar dadurch, daß 5 Ztr. Kalkmagnesia je Morgen hinzugegeben wurden. Und schließliche ergibt sich noch aus dem Versuch, daß bei der letztgenannten Düngung eine Zugabe von einem weiteren halben Zentner Ammoniak nicht zur Ausnützung gekommen ist. Werden diese Ergebnisse in Geld ausgedrückt, so heißt das, daß außer der Kaliphosphatdüngung noch etwa 11 Mk. je Morgen an Dünger ausgegeben werden muß, jedoch nicht für einen Zentner Ammoniak, sondern für 1/2 Zentner Anmoniak und 5 Zentner Kalk, was zusammen etwa 11 Mk. kostet. Dazu kommen noch geringe Kosten für das Ausstreuen des Düngers. Demgegenüber steht einmal ein Mehrerlös für Körner von ungefähr 13 Mk. und von Stroh von wenigstens 27 Mk., zusammen von 40 Mk. Haüdelt es sich um Saatgut, so würde sich aus 11/2 Ztr. Körnern nach Reinigung vielleicht 1 Ztr. Saatware ergeben, dementsprechend also noch 5 Mk. zu 40 Mk. hinzuzu- rechnen sein. Rechnet man 12 Mk. davon ab. so blieben 28 bis 33 Mk. Gewinn allein durch die Mehrerzeugung. Nun kommt aber noch etwas weiteres hinzu. Die Güte des Ackers hat gewonnen. weit er ein Mehr von 5 Ztr. Kalk und ein Weniger von 43 Ztr. Ammoniak erhalten hat. Die Zugabe von ersterem hat die Krume physikalisch. biologisch und chemisch verbessert, das Weglasfen von letzterem Hal die Versäuerung des Bodens verhindert ober wenigstens nicht gesteigert. Dieses Versuchsergebnis ist ein erneuter Beweis für die Wichtigkeit des Kalkens, welche leider noch in weiten Kreisen der Landwirtschast verkannt ist und völlig unberücksichtig! bleibt. 3niDietr*eit in vorli gendem Versuche die Magnesia als Bestandteil des gegebenen Kalk- magnesia^üngers als Reizmüt.l gewirkt bat, mag hier unerörte'-.t bleiben. Es farm aus alle Fälle als feststehend angenommen werden, baß dem Kalk eine wesentliche Rolle zukam. Zusammenfasienb kann gesagt werden, daß auch Hafer, der als anspruchsloseste Getreidrart bekannt ist, einer Volldungung dankbar ist und die Ausgaben für Kunstdünger bei sachgemäßer Anwendung reichlich bezahlt macht. Es ist jedoch nichts verkehrter als die Dünger wahllos und ohne Ueberlegung anzuwenden. Man wird dadurch mehr schaden als nützen. Dafür, daß der Landwirt sich die nötige Belehrung holen kann, falls er sie nötig hat, ist zur Genüge gesorgt. Er muß nur kommen. Von nichts kommt nichts, darüber müssen wir urrs klar fein. Dr. Cy. Kennzeichen guter Pferdehuse. (Nachdruck verboten). drb. Das Hauptwerk eines Pferdes beruht auf guten gesunden Hufen. Ein gesunder Huf besteht aus einet Hormnasfe, die geschmeidig, stark und von einerlei Farbe ist, keine R'urge und Erhöhungen zeigt, aber auch keine Spalten und Risse. Bei der Zehe muß der Huf rund und nicht zu lang fein, die Ballen oder Fersen müssen weit, nicht eingezogen sein und dürfen sich nur wenig umbiegen. Die Seitenwände und Trachten müssen gerade herunterlaufen, die Wand an der Zehe, vom Saum an, muß zwar schief, aber glatt verlaufen. Sie darf nicht zu flach, noch weniger aber eingebogen sein. Pferde mit eingebogenen Hufen sind ..versprengt", sie fallen leicht. Die Trachten müssen stari und dürfen weder zu hoch noch zu niedrig sein. Zu hohe Trachten geben Veranlassung zu Zwanghufen. Bei hochgefesselten kann man sie nur dulden, weil dann ein Fehler einen andern verbessert. Die Hornmasse oben am Saum muß nur einen unt etwas weniger schmäleren Umfang haben, als der Rand unten am Huf. Am Saum muß eine merklich dicke Krone wahrzunehmen fein, die auf einen guten Homwuchs schließen läßt. Die Hornsohle muß nach dem Strahl hin etwas vertieft fein, bei ihrer Verbindung mit Zehe, Wenden und Trachten keine Abtreirnungen oder Riffe zeigen, auch in der weißen Linie feine roten Flecken aufweifen. Der Strahl endlich muß weich, elastisch und etwas feucht sein; aus der Spalte darf keine stinkende Flüssigkeit sickern. 3e elastischer der Strahl ist, umso besser ist er, doch darf er nicht allzu groß fein. Ein Pferd mit Hufen, wie sie hier beschrieben sind, kann ohne Nachteil etwas barfuß (unbeschlagen) und auch bei schlechtem Beschlage einige Zeit gut gehen. Bei trockenem Wetter ist ein öfteres Bespritzen der Hufe mit Wasser angezeigt, um der Sprödigkeit vorzubeugen. Pflanzt Krrschbäume. (Nachdruck verboten.) Vor dem Kriege gab es iit Oberhessen 75 000 tragbare Kirschbäume. Damit war unsere Provinz den andern weit über, denn Rheinhessen hatte deren nur 63 000, Starkenburg mit seiner obstgesegneten Bergstraße sogar nur 48 000 ^vaume. Allerdings muß man drbei in Betracht fließen, daß die meilenlangen Alleen mitgezahlt sind, welche den Vogelsberg nach allen Seiten durchziehen und mit wilden Vogelskirschen bepflanzt sind, welche nur wenig Ertrag abwerfen, weil man sich dort einen vvlltragenden Baurn oft schon für eine Mark steigern kann. Inzwischen ist mehr als ein Jahrzehnt verflossen, das Verhältnis dürfte ein anderes geworden sein, denn unsere Straßenverwaltungen verhalten sich gegen Reupflanzungen von Kirschbäumen ablehnend. Da« gleiche gilt vom privaten Obstbau. 3a, vielfach dazu übergegangen, tragbare Ktrschbäume zu beseitigen, und begründet diese Maßnahme damit, daß es in vielen Gegenden, besonders m der Nähe von Städten, nicht möglich sei, die Bäume zur Reifezeit der Früchte gegen Diebstahl, Abbrechen von Aesten imb gegen Spatzen und Stare zu schützen. Trotzdem sollte nicht vergessen werden, daß der Kirfchbaum zu den einträglichsten Obstarten gehört. Man hat festgestellt, daß auf 14 3ahre höchstens zwei Mißernten kommen, daß der Kirfchbaum nur wenia unter Ungeziefer zu leiden hat und Näscherei uno Diebstahl von Menschen und Vögeln sich nur da empfindlich bemerkbar machen, wo Kirschbäume selten sind. 3n Den Kirschgegenden am Rhein z. B., wo es nicht weniger diebische Menschen uni> Stare gibt als bei uns, kommt der Ausfall, der von ihnen verursacht wird, kaum in Betracht, aber manche Gemeinde dort ist steuerfrei, weil die Kirschenernte alle Gemeindelasten deckt. Die Nachfrage an frischen Kirschen kann in feinem Jahr nvll gedeckt werden, unb der Verbrauch in dieser Obftart wäre auch in Gießer, ein bedeutend höherer, wenn nicht soviel Früchte aus den Markt gebracht würden, die durch den Transport bereits gelitten hätten. Darum pflanze jeder, der Obstbäume setzt, auch Kirschbäume, besonders bann, wenn er Kinder hat, und wähle folgende Sorten: Cassins frixfjc Herzkirsche, Große Prinzefsinkirschs, Hedel- finger Riesen kirsche und von Sauertirichen die große lange Lotlirsche, die auch als Schatten- morelle bekannt ist. R. Fragekasten. Frage 13: An meiner südlichen Hauswand steht ein alter Weinstock, der im letzten Winter durch die Kälte Not gelitten hatte. Er hat nur schwach g.'trieben und das alte Nebholz ist unter der Rinde voller Schildläuse. 3ch möchte ihn gern durch einen jungen Stock ersetzen und frage daher an, wo man solche bekommt und welche Sorte man wählen soll? Antwort: H-ssen, einschließlich Oberhessen samt Vog lsberg gehört zum Weinbaugebiet. Infolgedessen würde sich jeder Lieferant, der Ihre Bestellung ausführte, gegen das Reblausgesetz vergehen und sich strafbar machen. Sofern Ihr Weinstock reife edle Trauben brachte, würden wir Ihnen raten, es noch einmal zu versuchen, indem Sie ihm jetzt im Herbst eine reichliche Stall- miflbüngung und bei der Gelegenheit eine größere Menge frischer Erde geben. Im nächsten Frühjahr schneiden Sie ihn mehr als gewöhnlich zurück und [treuen als Ergänzungsbünger noch etliche Hänbe voll Wagnecschen Gartendünger im weiteren Umkreise um den Stock herum, der sorgfältig untergegraben wird. Das Reinigen von Schilbläufen, die sich gerne, ja fast immer, an ung.'bänqten unb erschöpf en Stöcken einbürgern, ist leicht. Man schält die lose an den Reben sitzenbe alte Rinbe ab unb wäscht alsdann mittels Bürste unb Seifenbrühe von Schmierseife das Urg.ziefer fort. Auch können Sie Ihren Weinstock durch Absenker verjüngen. Das geschieht, indem man jetzt einige gesunde, noch nicht zu alte Reben nieberbiegt, sie auf eine Länge von 1 bis IV» Meter hanbtief im Boden durch einen Haken befestigt unb mit Erbe bebeckt. so daß bas obere Ende über der Erde bleibt. Der in die Erde eingelegte Teil der Rebe wird sich bald bewurzeln und liefert Ihnen den erwünschten Ersah. Ist die Sorte aber für unsere Gegend untauglich, bann müssen Sie versuchen, sich durch Bekannte Blindholz von einer der folgenden Sorten zu verschaffen. Diamant ©utebel, früher roter Malvasier, blauer Portugieser, diese drei Sorten kommen auch bei uns an jeder sonnigen Wand zur Reise. Setzlinge von Weinreben, genannt Blindholz, müssen entweder schon jetzt oder im zeitigen Frühjahr bis gegen Mitte März geschnitten werden und bald in feuchten Boden kommen. Der Erfolg wird aber nicht befriedigen, wenn die Pflanzstelle, sofern sie schon einen Weinstock getragen hat, nicht einen Meter im Quadrat ausgehoben unb mit srifcher Erde zubereitet worden ist, R. Frage 14: Vor etlichen Jahren habe ich einen Blätterkaktus als Geschenk erhalten, der alljährlich eine Menge Knospen ansetzt, die aber unentwickelt abfallen. Wie ist dem abzuhelfen? Antwort: Wenn die Pflanze gesund ist, kann das Knospermbwerfen verschiedene Ursachen haben. Die häufigste ist das Umstellen von ihrem gewohnten Platz während der Knospenentwicklung, aber auch zu schattiger Standort oder Zugluft können die Wachskumsstockung. welche zum Ab- toetfen der Knospen führt, Hervorrufen. Geben Sie Ihrem Dlätterkaktus einen Hellen Platz, wo er die Morgensonne genießt, rucken Sie ihn im knospentragenden Zustande nicht von der Stelle und verwenden Sie zum Begießen erwärmtes Wasser. R. Frage 15: Mein Nachbar hat auf die Grenze meines Gemüsegartens einen Hochstamm gesetzt. Ist er dazu gesetzlich berechtigt? Antwort: Nein, denn Artikel 85 der hessischen Gesetze zur Ausführung des Bürgerlichen Gesetzbuches bestimmt, baß Bäume und Sträucher, die mehr als 2 Meter hoch sind (oder hoch werden), nur in einem Abstande von 2 Metern von der Grenze, gemessen bis zum Mittelpunkt des Stammes, gepflanzt werden dürfen. Nach Artikel 86 können Sie die Entfernung des Dcmmes ohne weiteres verlangen. In einet unserer nächsten Nummern kommen wir noch ausführlich auf diese Frage zurück. R. Frage 16: Wie heißt der ginsterartige Strauch, welcher jetzt im Januar in den Ablagen bereits Blütenknospen zeigt und hin und wieder auch schon ein paar der gelben Blüten entfaltet hat? Antwort: ES handelt sich um frühblühenden Jasmin, Jasminum nudiflorum, der bereits im Februar ober spätestens Anfang Marz blüht und durch seine auffallend frühe Blütezeit auffällt. Da, wo er, wie an einer Gewächshausmauer des Schlosses Braunfels, geschützt gegen das Erfrieren, um die erwähnte Zeit bereits übet und über blüht, ist er eine Sehenswürdigkeit für jeden Naturfreund. Die Heimat des Strauches ist das iwrdliche China. A Zürnen, Sport und Spiel. Propagandaftnffel beim deutschen Rnndflug 19165. Beim Deutschen Rundflug 1925 wird ein 15gl:ebrigc8 Geschwader von kleinen zwei- s-tz gen Dietrich - Gobiet- Flugzeugen die Teilnehmer des Rundslu^s begleiten unb in den en» zelnen größeren Städten Staffel-, Kunst- und Reklameflüge auSführen. De Staffel setzt sich auS Flugzeugen verschiedener § rmen zusammen, welche diese zu ständigen Propagandazwecken an= i geschafft haben. Rätsel-Ecke. Kapselrätsel. Tatendurst Fuchsjagd Sacharin Rhobobendron Gastwirtschaft Hand- maleret Weinklause Flugzeug. Man entnehme jedem der vorstehenden Wörter tud aufeir.anberfolgenbe Buchstaben, dem letzten zwei. Dieselben cneinanbergereißt nennen ein Sprichwort. Besuchskartenrätsel. Heinr. Bützel Ems WaS ist der Herr? Rösselsprung. nid). euch witz wirk- hann ma» er- lä» nichtb ä)#n ver» chen und ver» »ich ädjt nicht W- den» Uch- fteät ver- tft chelnd" wisst Ipöt» ! zürn, der I ködert । BMI» ter fr cum» lich I lata I wi» de I ren ' wenn Die Auflösung ergibt einen Spruch Friedrich Bvdenstedts. t 8 10 10 2 8 7 3 3 19 3 4 13 5 5 3 8 6 6 7 3 4 7 8 2 5 8 6 7 3 9 4 5 10 10 4 6 6 Zahlenrätsel. 4 8 Dtreifzug 1 Getrei bepflanze Laubholzgattung 3 weiblicher Vorname 3 9 Stadt Italiens 9 Sternbild des nbrbL Himmel« 3 militärisches Feldzeichen 9 Baumsrucht Stadt an der Donau 3 Singvogel. Die Anfangsbuchstaben der Wörter nennen einen bayerischen Regierungsbezirk. Anagramm. Du kannst sie einzeln kaum gebrauchen, Zur Fortbewegung brauchst bu zwei; Doch machst du ein „ieu aus „ei“, Mutz es im Korbe sich verkrauchen. Magisches Quadrat. E E E E Die Buchstaben an Quadrat sind so zu ordnen, daß von links nach rechts, von rechts nach links, von oben nach unten und von unten nach oben Wörter von folgender Be- bcutung gelesen werden tön» nen: Anregung, weiblicher Bor- name, nützliches Insekt, Schmuck. I 1 I I M M M M R Z Z Auslösungen. Silbenrätsel. Weipert, Elbe, Reinhard, Nervi, Eschwege, Ideal, Dromedar, Eberesche, Lausend — Wer neidet, der leidet. Rösselsprung. Der Mensch kann nichts Höh'res erstreben Im Kampfe mit Sorge unb Not, Als ein gutes Gewissen im Leben, Unb einen guten Namen im Tod. Fr. B 0 denstedt. Tauschrätsel. Falter, Filter, Folter. SteigeruagSrätsel. 1. Schnitt — & )nitter. 2. Ma(as)s — Maser. 3. (Burg — Bürger. Geographisches Namenrätsel. Antwerpen — Nagusa — Göteborg — Euphrat — Nanking — Tarnopol — Italien — Nordsee — Ithaka — Edinburgh — Nagasaki — Argentinien. Sattenrätfel „Ein edler Mensch kann einem engen Kreise nicht seine Bildung danken. Vaterland und Welt muß auf ihn wirken? Rrchm und Tadel muß er ertragen lernen.“ Goethe: „Torquato Lasso“ I, 1. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 6 vom 23. Januar enthält: Das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen. — Zwangsinnung für das Schneiderhandweri im Kreise Gießen. — Statistik der Streiks unb Aussperrungen. — Gefunden, verloren. — Dienstnachrichten. Dem IMüRSli seine Krane, - „caiwer" Krönt nie Wohne! Sie kannten bisher nur „reinen Bohnenkaffee". Gut, aber teuer! — Die Erfahrung lehrt, daß die Löslichkeit seiner Extraktstoffe eine beschränkte ist Er bedarf sozusagen eines Schlüssels, um stärker zur Wirkung zu gelangen. Erst durch eine Zugabe von Webers Carlsbader „mit der Krone0 __ erlangt das Getränk Voll- kommenheit in Farbe, f 1 Aroma und Fülle. / l-Lche. ‘'«fiel, SjjjjMtta/** r> ßützel tn allen PreiSlaaen etanetrofren. Mri & Sau [manu, Srnntfntt a.$. BetgertttlB-119 • letdtmla 1882 B2427 Mio nennte immimiiiinmiiiiiiniiiimniiimiiiii sämtlicher Apparate und Einzelteile! 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Unter leinenen Schutzdächern knüpften die Deiber ihre Teppiche und fangen und schielten verstohlen nach den beiden Europäern. Run spielte das Leben tm Freien sich ab. DaS Grus begann zu grünen, die Herden wurden auf die Deiden fieirteben. Es begann auch die Zeit der HochzeitS- eiern, und Bruder Dorotheas hatte viel zu fegnen und zu predigen. 6r tat es. weil man es wünschte. *2L .S buddhistischen Erinnerungen aalt der Stammcsälleste für den Lama, den Ober» Priester Wer Togo! trat zurück vor dem Apostel, der auS der gerne gekommen war. Der Missionar beherrschte jetzt die Sprache des Völkchens in ihrer klingenden Dolalharmonie. Wer er war kein Eiferer, er ging willig auf alle Gebräuche der Dsungaren ein. auch auf die noch heidnisch gefärbten, und immer lag ein güt'geS und verzeihendes Lächeln auf seinem Gesicht. Es lebten zwei Seelen in ihm. das wußte nun Gert. Der fromme Mann muh'« aus einem ritterlichen G schlechte stammen. Er beteiligte sich an den Reilerpirlen der Kalmücken, und wie sah er zu Pferde! Er zog auch mit auf die Jagd, man schoß den Düffel, erlegte den Wolf und stellte Fuchseisen auS. Und er wußte "Bescheid in der Landwirtschaft und gab gute Ratschläge. Dann kamen eines Tages die ersten Tadschiks, und das Tal wurde zum Hand.lSplatz Zwischen den Bergen verfing sich die Sonnenglut. im Goldgelb entfaltete sich ein unerhört bunteÄ Leben mit taufendfarbigen Tupfen. Die Stille wandelte sich in lautes Geschrei, man schacherte tote tn den Basaren der Städte. Die Tadschiks brachten aus Kaschmir und Afghanistan auch manches, was den Europäern nützlich erschien, und da unter ihnen ein Dann war. der behauptete, et komme aus ©rinigar und wolle dorthin zurück, so schoß ®ert der Gedanke durch den Kops, mit ihm zu flüchten und über Indien den Heimweg zu suchen. Wei Bruder Dorotheus sprach sich dagegen mit Entschiedenheit aus. DaS wäre der Untergang der Dsungarengerneinde gewesen Die Chinesen sind rachsüchtig. Ueberdies stand ja der 3uli vor der Tür. und dann mußten die Abgesandten aus Dulunkul eintreffen, und man konnte mit ihnen verhandeln. Und wieder kam ein Tag. da man beschloß, nach der in der Schneespalte auf der Pahhöhe versunkenen Karawane zu forschen. Da flieg denn von selbst grauses Erinnern an die Schrecknisse des Buvan in Gert wieder auf. Jetzt freilich sah die Landschaft anders aus. _ Gelber Flugsand deckte den Boden, auf dem spärliche Teresken wuchsen, und nach den kulissenartig ansteigenden Felsen zu hatten sich Dünenketten gebildet. Man fand auch die Schlucht, aber die Sonne hatte den Schnee in ihr kaum zur Hälfte schmelzen können. Trotzdem versuchte man hinabzusteigen. um unter den Schnee zu bringen. Drei waghalsige Kalmücken wurden an festen Stricken über die mit Schiefergrus beworfene Halde hinabgelassen und schaufelten mit breiten Spaten den Schnee auseinander, daß er in Dollen in die Höhe stiebte Und da stiest man zunächst auf die Packlast eines Pferdes, die mit Chemikalien, Arzneimitteln und Fleischkonserven gefü’.lt war und die man heben konnte. Wer weiter kam man nicht. Das darunter lag. war eine einzige riesige vereiste Masse. Dies Sis war spallenlo« Und flimmerte grünlich und konnte tief, tief hinunterreichen bis zum Grunde der Rinne. Und man sah auch oder glaubte zu sehen, daß etwas Dunkles wie mächtige Schattengebilde in diesem SiSbette lag. Das konnten die Toten sein, sie konnten es sein. Liber kein Hackenschlag drang bis zu ihnen durch. Man mußte sie ruhen lassen Sie verwesten da unten nicht. Sie konnten friedlich weiter schlummern — vielleicht in Ewigkeit. Dorotheus sprach oben ein Gebet, und Äalmüden sanken in die Knie. Dann errichter sie am Rande der Schlucht eine Steinpyrmnid< und formten aus Tereskenholz ein einfaches Kreuz und setzten es aus die Spitze: ein Denkmal, wie das. das im Märzsturm die Karawane Murrays äeschen hatte und das der tn dieser selben »egend gleichfalls untergegangenen Expedition Tugatschowfki galt — Die geretteten Fleifchkvirierven brachten einige Abwechslung in die Mahlzeiten der beiden Europäer Gert und der Millionär luden sich gegenseitig in ihren Iurten zum Diner. Rn einem schwülen Wend lauerten sie wieder einmal auf ihren Teppichballen einander gegenüber, der Zelteingang stand offen, draußen lag Mondglanz und Stille der Rächt. Das Lager war zusammen- geschmolzen. Die 3ugcnb war mit den Herden auf der Sommcrweide, in den Gehegen waren nur ein paar Paks. Schafe und Ziegen verblieben, um die tägliche Milch zu liefern. daS wechselnde Konzert der Tiere, Grunzen, Blöken und Meckern, war stumm geworden. Und da die jungen Tllänncr fehlten, so suchten die Mädchen frühzeitig ihre Lagerstätten auf. Sonst sah man oft noch lange zusnnmen. am Debstuhl ober arbeitSmübe. erzählte sich Geschichten unb spielte die Gitarre und wer ein ..Sprecher" war, der warf sich vielleicht in die Brust unb trug ein Teilstück aus der Dschanggariade vor, dem kalmückischen Helden- epo«. daS der alte Togos ihn gelehrt hatte. 3m Zelte des Missionars säuberte Surbu. der kleine Diener mit dem gutmütigen Asfen- gesicht, das Hausgerät unb stellte bie fassen- förmigen Porzellanschüsselchen auf. aus denen man den Kaffee trinken wollte. Den hatte man von den Tadschiks erhandelt, unb er sollte nun das Mahl beschli-ßrn. daS üppiger gewesen war als das übliche Schasfleisch nach der Herstellung^ kunst Turbus. Gert übernahm die Bereitung, die Bohnen waren zwischen zwei Steinen gerieben worden, im Eisen topf über dem Feuer kochte schon daS Dasser für den Aufguß. Auch frischer indischer Tabak war cingetroffen. er war grobsträhnig und mutzte erst zerschnitten werden, sah auch sonst nicht verlockend aus. aber da ein Versuch nichts schaden konnte, so stopfte Binder Dorotheus die Pfeifen. (Fortsetzung folgt.) Kindermatratzen auf Teilzahlung Son “4 S1 Die rote Kaschgar. Roman von Fedvr von Zabeltitz. 60. Fortsetzung. lBuchdruck verboten.) Freund wäre vielleicht zu viel gesagt, denn Fieser Missionar hatte bei aller entsthnchenen Herzlichkeit des Empfindens nicht b:c Gabe, schnell eine Atmosphäre des DertrautscinS um sich S» schaffen, wie Murray. Immer sprach etwa« Zurückhaltende« aus Ihm. Aber ein guter xamcraö war er trotzdem Für die kleine Ädlmudenhorbe war er ein Apostel, der neue Heilsbotschaften brachte. Er war der erste weiße Mann der zu ihnen in da« Tal gestiegen war. und er kam aus Sfarepta. mit dem bte Gemeinde alte, von Sagen durchwebte Ucberlieferungen verband aus jener Zeit her. da bie Große Katharina christlich geworbene kalmückische Elemente aus ber Dungarei in die Kaspische Senkung verpflanzt^ Ihre Re- (igion war ein wunderliches Gemllch von gne^ chisch-katholischen Ritualien und lutherischem Einschlag von Heidentum und Rechtglaubtgkeit. aber sie lebten in sittlicher Strenge und hatten einzelne Gebräuche, die unverkennbar an bte Anfänge ber Herrnhuter erinnerten, unb bte es zweifellos erfcheinen ließen, daß fte mm al mit tfjuen in engere Berührung getreten waren. Vie sprachen ein Russisch, da» mit mongolischen Leuten durchsetzt war und das für Bruder Dorotheus halb verstänblich würbe. Auch Gert bemühte sich um bi es Derstänbnis. Diese Dell einer höchst naiven Ursprünglichkeit war für ihn wieder etwaS ganz Reue«, war in ber Tat ein Bruch mit aller ererbten Kultur. Die Gefangenschaft d-ückte Ihn nicht. Die Gemeinde betrachtete auch ihn mit fcheuer Et>durcht. Man errichtete für ihn eine eigene Jurte aus Weißem Kaschma und stattete sie mit Teppichen aus. baute eine Art Feldbett für ihn. gab ihm in einem jungen Dengel einen gewandten Diener, ber auch leidlich zu kochen verstand — man sorgte für ihn wie für einen willkommenen Gastsreund. Zuwellen hatte er das Gesühl. al« umspinne ihn ein Traum. Die schon auf dem Karawanenzuge über die Höhen Pamirs, so überkam ihn auch jetzt häufig das Empfinden, als gehe ein tiefer Riß durch sein Leben, ber ihn enbgültig Die Nibelungen das National-Epos der Deutschen, kommen, umtre- sebaffeo für den Film, vom Donnerstag, dem 29« Januar, ab Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße, zur Aufführung. Die Gest al-en der Sage, gewaltig in der starren Größe der Dichtung, werden auf der weißen W and zu blühendem Lehen erweckt \V eiche Kunst vermöchte Jung-Siegfried im Zauberwald, den Kampf mit d,im Drachen oder die im Nordlicht strahlende Burg Brünhildes so glaubhaft und doch i romantischen Schimmer der Saze wiederzugeben. Hunderte von Bildern und Gestalten, die dem Beschauer jetzt erst lebendig und durum unvergeßlich »ein werden. Zur Zeit läuft der Film mit dem denkbar größten Erfolg in Neuyork, London. Pans und Brüssel, und e» ist ein nicht zu unterschätzender Gewinn, ein solch einzig dastehendes Werk dem Ausland als deutsche Kunst zeigen zu können. Im Lichtspielhaus wird der Film täglich dreimal, wochentags wie Sonntags um 3.30, u. ö.1ü Uhr aufgefül.rt. Unser großes Orchester wird die Wirkung durch eine feinfühlende Begleitung, vorzugsweise aus den Werken Richard Wagners und Beethovens, vertiefen. Jugendliche haben zur’ 4-ühr-Aufführung wochentags Preisermäßigung. Desgleichen ge ten nachmittags die Ermäßigung n für Studenten u. Muilär. Nibelungen I Teil «pielt vom 29. Januar bte 4. Februar, Nibelungen IL Teil vom 3. Februar bie elneeblb-ßHch Hittaoeh, 11. Februar 192o. 738c sowie werden and Größe igemäß und durch P3la Rudolf Rödiger Walltorstraße 35 jimiiiiiiniiiiinniiin^iiiiHiHjmiiniwiiiiiiniiiiih-iiininuilillllllllllllllllllllllllUlllllllllllliminilimilllllllllilllllliniinmaülUiUlUUI^ DUSdiolTs 771a Gewissenhafte Fuß-Untersuchung Sachgemäße - für Sie unverbindliche - Beratung Fuß-Prüfung nach Fuß-Abdruck Die Broschüre „Die Pflege der Füße”. Separater Beratungsraum. 1. 2. 3. 4. Krankenkassen. Vollständig kostenlos: Keinerlei Kaufzwang. Schuhhaus Reiss M8*g12 Gießen Fernspr. 210 Alleinige Niederlage der Dr.-Scholl-Fußheilmittel für Gießen und Umgegend. bester Fußspeziallst von der Dr.-Scholl-KHnik in Chicago sowie ein sachverst. Arzt erteilen von Montag, den 26. Januar, bis Samstag, den 31. Januar einschliefil. 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Ffrf*n Rr,43 5.90 14,91 63,90 57,70 14,60 29.73 3,9 82.13 25.90 24 7, C 16,26 24,50 83,3 11.4 41 177 0 10 14, 0 12,9 18,50 1,9 10.60 0,25 91,10 LI,40 14 94,4 101 157,50 17 21,25 7.10 14 25 61, 0 6,9 30,90 29 3.9 22 50 14,40 97 10, 158 22 14 62,76 -7.2- 12,93 3 29,8 11,13 j 18 ,25 6,75 1 i,5 13,13 18,30 20 1,9 Lelegrap 63 . 1,11 1,11 1.19 .33 1.52 J..0 1.1 1 12 1 49 0 7 1,37 1,5 74 8 20.1 .2,7 1 8. 8 17,4 t-3.81 2.1 . 4.K2 21 6 7,.1 rc.2 28 69.8 1 45 94.75 8 ,90 11 47,2 179 6.62 4,5 13,20 18,90 8.13 '35 32,62 25,62 0,2 27.40 21,13 13,40 21,90 75,9 90 3,9 5,40 11,25 M 2.4 18,2s 8,13 1 1 81,62 24,80 25 9 26 40 20,8 12.80 20,9 73,59 b7,4 3,75 ,25 10,9 1,12 2.1. | 3 1 Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. 9Sb 11,40 | 18' 6, 0 14, 3 1»,2 0/7 IS,9 20 1,90 10,63 0,1l 94,5 22,6 15,2 98 107, ISO, 18 23 i6y 64,40 68,4 b S 39 8.9 100 6,4 141 S2,- 06 26.2 23, C ,7.0 10 2 22,25 14,50 13 K .2,5 r.i 71,2 93.50 3,3 5,<« 7,9 10 . 0,79 Id *4,5 3 13 Btntonen Marl anOjtbrflttt vuriiob-wrr». London. Nea» 5>avan Rio bt Haretro für ein» Lin bet», dien an» iaiuft für 100000 Cinbetten, alle« ibrtae für 100 tuibtitnU BmrritanUdit Nete» ,,,,, Mgifdif Noten Tonifttr Noten ...... fnalfftbe Noten. ...... ftraruöffttt» Note» 6oaanbU(6r Noten ..... 5t iltentfche Noten . . . . Norweaische Noten . . . Drillich Öftere .6100 Jhonai 9iumänH<6f Noten EchwedUche Noten Schweizer Noten Svaniich, Nv'en ..... HchechoUowaMche Not« . . Unganfdje Noten . . • 6e/c »eattche RetSSon'elv, 4*/. Detttfche N/chSanlrih« DeutfLe Si.-tch^anletbe 8*/, Dentfche ReichSuuleide Deunche dLnrör.irmencmtetbe «•/, Preuhifche fionfol« 4* f ©eilen fbamburt-lmrrffe 9iM. . . I Nordd«t1chee ölovd . . . | Iberamtfdje Werke flibta . ■ Zementwerk Heidelberg . . Vdiltvv HoUmaim..... flnafo-ttont -®uano ..... Badische Anilin ....... ttbcnttitfte Mayer Sla»hl . ®oldlchmidt Gitte« eintet Elektron .... Höchster Farbwerke...... Hol,verkoolung . . .... Vtrttaertlvrrfe ........ kchetdeaustal» ..... 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Ablaut der vlaamäiugen (Erneuerungstritt am nächsten Uretlaa, dem 30.3an., abenvS 6 Uhr. Ziebunasbeginn am 6. Febr. ,Mtd Während die Berichte au« der Industrie »dauernd recht günstig lauten, wenigstens soweit bei der allgemeinen Lage von 0un“lÖ^ h itnridlung reden kann, war die Börse in den -jten Tagen, vor allem in den Äoaptmarttim. «öfteren Schwankungen unt.rworfen. Die Grunde n- die Schwankungen muh man in der technischen torlenlagc suchen. Wir haben schon s^her an >chser Stelle darauf ftingewtesen, daft die Spe- 'nhtion von sich aus bereits wieder m grofterem ^Tafte -um Tcrmmgcschdft -uruttg:kchrt .st, ohne Lcft dieses btShec oss zull zur Wiedereinführung -langt ist Man will durch diese Einführung i ic« freien Termingeschäfts emen Druck au». i len, um auch das offizielle Termingeschäft recht pclb wieder in Gang zu bringen. (Srne« der i>ruptmomente gegen die Einführung des 5er- i ngeschafts liegt in den zur Zett noch Viel zu I'chen Prolongationssätzen. die gegenüber den l-.k'olongat tonen ganz prahibiliv wirken. Darum bicht auch die Spekulation vor, ihre Engage- mt« per ultimo Januar zu lösen, anstatt sie h, den neuen Monat h.neinzubringen. Man muft lerum bunt rechnen, daft bis zur Ueb.iw.ndung li?S Ultimos sich gn der jetzigen Dörsenlage nur arg ändern wird. ■5>ie leichte Anspannung deS Geldmarkts, bhe m den letzten Lagen zu bemerken war, dürfte benfallS auf die Entwicklung de« Ultimo-Ge- Hästs zurückzuführen sein und darum auch recht tolb wieder einer gröberen Flüssigkeit Platz uchen. ES hat auch den Anschein, als wenn die iTttovflung des Privatdiskontgeschäfts etwas it-öftere Ausdehnung anninnnt. und zwar dürfte i, ?rzu die Dereitwilligkeit der Aeichsban', wenig- stanS innerhalb eines gewissen Kontingents sich ten Groftbanken zum Rediskont zur Verfügung n> stellen, beigetragen haben. Die Danken haben Ich zwar entschlossen, im Kontokorrentverkehr kleine Erleichterungen eintreten zu lassen, die croc Derbilligung des Kontokorrentkredits mit Iich gebracht haben. Da aber gleichzeitig auch t-w Habenzinsen der Danken ennäftigt worden litib, ist die Spanne von etwa 10 Prozent untrer»- .ubert geblieben. Angesichts dcr D sserung in | ter Industrie dürfte man wohl damit rechnen, 1 trift die Danken aus ihrer Zurückhaltung iin .'ltmtoforrentlrebit halb mehr heraustreten und eiaien Teil ihrer flüssigen Gelder bei' Wirtschaft in erträglichem Zinsfuß xur Derfügung ft Uen. Die Destrebungen der Bant von England, bte Goldparität deS Pfundes recht bald zu erleiden, haben bisher noch nicht zu ihrem letzten 3tel geführt. Immerhin ist das Pfund so viel peftiegen, daft es notwend'g erschemt. e-nmal auf Mt Kehrseite der Medaille für Deutschland hin- ubliden mit Rücksicht darauf, daft im Laufe be6 vorigen Sommers beträchtliche Posten an 'Hlundkrediten in Deutsch! nd ausgenommen toor- ben sind. Diese Pfundkredite haben sich durch die Steigerung de« Pfundes um etwa 10 Prozent verteuert, d H. bin Rückzahlung müssen etwa 10 wzent an Mark mehr aufgebracht werden, als i-er Kreditnehmer seinerzeit erhalten hat. was lieb erlieft für diesen eine recht unangenehme Dei- (nbe und für die deutsche Dolkswirtschast einen beträchtlichen Verlust bedeutet. • Die deuts chen Anleihen in Ame- | rlf a. Wie der ^Deutsche AandelSdienst" aufl 'Teuftorf meldet, sind nach Auffassung maftgeben- ber Wallstrect-Kreise die Der Handlungen über btc Anleihcb'gebung an die Stadt Hamburg, an ben Siemens-Konzern und die Haniel-Gruppe nahezu abgeschlossen. Der Kredit an die Frei- icdt Hamburg werde rund 10 Mill, betragen. >;e an die Stadt Der!in bereits gegebene Anleihe »l später durch eine langfristige erseht werden. • Konkursnachrichten. lieber das 9 Vermögen des Schuhmachermeisters Franz Xawr uidelberger in Reckar-Steinach wurde s Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind , 3 zum 2. Februar b?im Amtsgericht zu Hirsch- n anzumelden. Ferner wurde über das Der- zen des Kaufmanns Alerander Heinrich, »aber des Schuhgeschäftes unter der Firma ichen Ramens in Mainz, das Konkursver- Aktionäre daS Wort. Die Derwaltung ging über den grössten Teil der Anfragen und Anregungen mit Stillschwe gen hinweg. Es wurde lediglich erklärt, daft weder in Amerika noch England nennenswerte Werte vorhanden feen und daft von irgendeiner beabs chtiaten Einführung der Aktien in London nichts bekannt sei. Die Anträge der Derw. Itung sowohl b zügl ch der Umstellung, wie auch bezüglich des Abschlusses für 1923/24. der bekanntlich eme D vidende von 5°/o vors.eht, wurden durch Zuruf genehmigt. • Opposition bei der Zlse-Derg- bau- A »G.. Grube Ilse, R.L. 3n der ao Hauptversammlung der Gesellschaft, de ebmio wie die lert.n Hauptversammlungen einen zahlreichen Desuch ausw es, lag die Reichsmark-Er- öfsnungsb.lanz Mir Deschluftfcssung vor Dei den Abstimmungen über die Anträge der Derwaltung zur Reichsmarl-Eröffnungsbilanz, Kapitalumstel- lung und der entsprechenden Satzungsänderung ergab sich ein Verhältnis von 195 893 000 Mk. für und 1 857 000 Mk. gegen die Derwaltungs- vorschläge. Diese sind damit zum Deschluft erhoben worden. Die Opposition gab Protest zu Protokoll. • Der Kalizusammenschluft gegen Wintershall. 3m Zusammenhang m t der gestern berichteten Derb ndung ber Mehr c t bei deutschen Kaliindustrie gegen die Wint rshall- gruppe wird noch b fannt. daft der mugeschassenen Gruppe insb sonder? folgende Untevneftme.i angeh Ören: Salzdetfurth. Asch rsleb.n, We e c ein, Bürbach, Gumpel, Äeu-St iftsurch, Fr c r chsh II, Deutsche Solvay. Dr W lh Sauer. Adi r-Kali, Hall sche-Kali, der Anhalt sche F.skuS, Einigkeit und ManSfeld. Die neue G-.-uppe vertritt im Kalisyndikat die absolute Mehrheit. r Börsenkurse. 39,75. Weizen kl eie 15 bis 15.50 'Rrggenfleit 14,15 bi« 1525 Mk. Tendenz: schr fest. Derliner Produktenbörse. Berlin. 23. 3an. Der PrvduktemnarN war weiter fest, bei anziehenden Preisen. ZnlandS- geschäst zurückhaltend, dagegen wurde von AuS- landsmatei-ial manäx-S gehandelt 3m Lieterunas- termin war die Preissteigerung für Riggen stäiker als für Weizen. Auch Gerste und Hafer blieben fest, die Unternehmungslust aber gering. Futterartikel unverändert. Es notierten pro 10OÖ Kilo Weizen, märt 263 bi« 270. dto. März 292. dto Mai 300 bis 302. Roggen, märt 258 bis 266 dto. 3anuar 280. dto März 287 biS 289. dto April 292 dto. Mai 296 bis 297.50. Gerste, mark 280 bis 312. Futtergerste 230 bis 252. Hafer, märt 191 bis 203. pomm. 184 bis 192. dto. Mai 225 bis 226 Mais Ist man auch da, Häuberle? (Das war btt Schuldiener.) Knut Hamsun« Kamps um feinen Rainen Knut Hamsun hat gegen feinen Bruder, einen Zollkontrolleur Thorwald Hamsun, und dessen Sohn, einen Journalisten Almar Hamsun, Klage erhoben, um ihnen das Tragen de« Ramens Hamsun zu verbieten, auf den er allein Anspruch habe. Da« Gericht in O«lo sprach jedoch die Angellagten frei. Bei der Gelegenheit wurde bekannt, daft Knut Hamsun Sohn de« Peder Pedersen und der Tora OlSdatter sei, die den Hof Hamsund besahen. Diesen Hamen Hamsund nahm der Schriftsteller an, al« er im Jahre 1838 fein zweites Buch, den bekannten Roman „Hunger", herausgab. Mer als in einer amerikanischen Übersetzung des Buches durch einen Druckfehler der Autorname in Hamsun geändert wurde, behielt der Derfasser diesen Hamen endgültig. LonntanSdikntt b."Mente tu Avotbeken am2b. L2'e Dr. Kleivitz Pros. Dr. Hmitamann. Enaelavotfteke Zahnarzt: Dr. Bau», TelterSiveg. oren eröffnet. Forderungen sind bis zum 13. Sfibruar beim Amtsgericht Mainz anzumelden. Lhlieftlich wurde noch über das Vermögen des Staufmann« Gottlieb Kiesel, Leder Handlung H ujib Schuhbedarfsartikel in Offenbach, das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zrun 18. Februar beim Amtsgericht Offenbach üizumelden. • Die Badische Anilin- undSoda- ! febril in Rußland. Hach Meldung fran- i ,, Mischer Blätter hat eine Gruvve von Arbeitern und Technikern der Badischen Anilin- und Soda- fedbrif jetzt Riga passiert, um sich nach Ruft- !*;nb zu begeben, wo eine Fabrik eingerichtet tuerben soll. Die Gesellschaft soll die Genehmi- ging zur Eröffnung eines Zweigbetriebes er» falten haben. • Interessengemeinschaft m der Ehernischen Industrie. W'e die „Do'sische ,-ic:tung“ erfahren haben to;n, beabsichtigen die ^Verwaltungen der St chfurt.r Ehern schen Fabrik toorm. Dorster & Grünberg A G. und der Eon- cwdia Ehemische Fabrik AG., ihren General- Dzrlammlungm e n n Jnterellengeme nsch. stsver» I rag mit den Anbalt'schrn Salzwerken G. m. d H. wrrzulegen. Es ist ein Austausch von Aufsichts- nit5mitglicb'rn vorgesehen. • Allgemeine Elektrizitäts-Ge- I s ellschaf t, Berlin. In der aufterordent- \ I chen Hauptversammlung waren insgesamt 3ch ■ Millionen Stimmen vertreten, Darunter etwa ■ : 5»X)000 Stimmen der Dorzugsaktionäre. Zu der lirrgeschlagenen Umstellung nahmen verfch ebene Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M.. 23. Jan. Die Umsatztätigkeit an der heutigen Abendbörse nahm keinen giDöcren Umfang an, obwohl die feste Strömung die Oberhand behielt. Im Derlaufe fetzte in Rachwirkung der günfttg lautenden Mitteilungen aus verschiedenen Industriezweigen einige neue Käufe, besonders für die Werte der Rhein-Elbe-Union, ein, die erhebliche Kurssteigerungen erzielten. Am Montanmarkt lagen besonders Gelsenkirchen sehr fest. Am (Sleltro- markt waren es Schuckert und Siemens L Halske, die ansehnlich höher gingen. Dagegen zeigte der chemische Markt kein einheitliches Kursgepräge. Am Dankenmarkt, der ruhiges Geschäft hatte, waren Berliner Handelsgescl.schaft um ein weiteres Prozent fester. Schisfahrtsaktien tendierten leicht nach oben. Deutsche Anleihen lagen lustlos und hatten nennenswerte Umsätze nicht zu verzeichnen. Don ausländischen Renten kam es zu einigem Geschäft in Türken und ungarischen Werten. Am Markte der Dersicherungs- aftien neigte die Tendenz zum Rachgeben. Die Börse schloft in ruhiger, fester Haltung. Deutsche Anleihen: 5prvzentige Reichsanleihe 0.905, 3pro- zentige Preufttsche Konsols 1.3. Ausländische Renten: Bagdad H 10,75, Zolltürken 11,40, 4prvzenUge Türken 1905 8,25, do. von 1908 8,25. 4' prvzentige Ungarn von 1923 9,80, do. von 1924 9,80. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 181, Kommerzbank 6.87, Darmstädter Bank 14 25 Deutsche Bank 13,25. Diseontogesellschafi 18,95, Dresdner Dank 9,75, Metallbank 20, Mitteldeutsche Kreditbank 1,90, Reichsbank 82,87, Oesterreichische Kreditaktien 10,65. Montanaktien: Buderus 22.5, Deutsch-Luxemburg 98, Gelsenkirchen 10750, Mannesmann 72.50. Mansfelder 5.10, Ob-erbedars 15.75 bis 16 25, Earo 14.75 bis 15,25. Phönix 64.37, Rheinische Braunkohlen 56.25. Rhein stahl 58,37, Stinnes-Riebeck 55, Delius 3, Laura 7,40, Kali Aschersleben 18, Westeregeln 23. Ehemische Aktien: Anglo Gua-w 14,10. Badische Anilin 32,23. Anilin Berlin 26, Chemische Griesheim 26,50, Scheideanstalt 24,50, Ell-erfelder Farben 27,87, Goldschmidt 26,25, Höchster Farbwerke 27,87, Holzverkohlung 10,25, chemische Rütgers werke 22.25. Elektroaktien: AEG. 13.65, Bergmann 22,50, Licht und Kraft 8.62. Felten 44.50, Lahmefter 15,25, Reiniger 4 10. Schuckert 79.75 bi« 79 25, Siemens & Halske 9350. Transportaktien. Hapag 30, Rordd. Lloyd 3.90. Sonstige Industrieaktien: Kleyer 3,85, Daimler 5,60, Zement Heidelberg 100, Dftcker- hosf 5,05, Deutsches Erdöl 62,50, Holzmann 6,37, Karlsruher Maschinen 4.40. Lechwerke 23,25, Debr. JunghanS 13. Metallgesellschaft 18. Rheinische« Metall 13. Kemp 0,W, FvanAsnthalzucker 5,37, Anatolier II 10. Berliner Dorfe. (Eigener Drahtberichi des „Siebener An.^rtgerS".) Berlin, 23. Ian. An der Berliner Börse setzte sich immer mehr eine günstigere Auffassung über die Lage der deutschen Industrie durch, die wohl in der Hauptsache au-gelöst wurde durch die Ausführungen des Geheimrats Deutsch auf der Generalversammlung der AEG. So eröffnete die Börse außerordentlich lebhaft, und besonders am Montanmarkt waren in der Hauptsache Geldkurse zu hören. Harpener eröffneten zum gestrigen Schluftkurs Sehr gefragt waren Gelsenkirchen und oberfchlesische Werte. Auch am Bankaktienmarkt setzte sich die Aufwärtsbewegung durch. Gesucht waren Berliner Handel und Reichsbankanteile. Auch Schiffahrts- aftien und Petroleumwerte waren lebhaft gefragt. Don Da hnaktien erregten Hochbahn besonderes Interesse und konnten 1 Prozent gewinnen. Lebhaft verkehrte auch der Markt der ausländischen Renten, jeboef) führten Gewinnrealisationen in bosnischen Anleihen und Russenwerten eine leichte Abschwächung herbei. Am Elektromarkt fanden Sttnnes-Clektrv- toertc Interesse, Schuckert setzten 1 Prozent höher ein. Siemens waren leicht abgeschwächt. Auch Chemiewerte wurden lebhaft gehandelt, Oberkoks setzten 2 Prozent höher ein. 2un Markt der heimischen Renten zeigte sich etwas freundlichere Stimmung. Die Sage am Geldmarkt ist etwas erleichtert, doch wird tägliches Geld noch immer gesucht. Die Einengung machte sich aber heute nicht mehr so fühlbar, da die Ultimo-Glattstellungen teilweise schon erfolgt sind. Tägliches Geld etwa 8 bis 12 Prozent p. a., Monatsgeld 9 bis 12 Prozent p. a. Prival- diskont 8 Prozent. Am internationalen Devisenmarkt sind keine wesentlichen Der änderen gen eingetreten. Frankfurter Oetreibebörfe. (Eigener D^ahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 23. Ian. (Eigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeigers".) Es wurden notiert: Weizen, Wetteraue/ 21,50 b s 26,25, Roggen, inländischer 2250 bis 25,75. Sommergerste für Drauzwecke 26,50 bis 34,50, Mais (gelb) 23 bis 23,75. Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 4150 bis 44, Roggenmehl 37 bis t.fO 113.91 11,4 M 5.8 5 Di-utzchr tBertb. TolIffr-KnL bto Dvll.e<6aw-üüuet8 64,0? 64,'8 011 voll Äoptnbngcn 14 76 ;«,o4 1 ,01 <8,11 voll DOJ Etorfbolm . -.13,01 11 ,3? •3,01 113,^9 . Ci. V0.I ßelflnafori- ntaltrn . . W, 6 •7,34 1b,6u 17 3 10,5,5 V, 6 10.5: 9 V, in Oll voll l-Oll DOd London. . . Nenpor' . . 20,-2 40,132 20,14 20,19 toii vod 4,195 4,20 4,1 li 4,?fl. von voll Parti.... e<6roct| . . tn 75 12,77 $2,81 DOLiDO.l l 01' voll LOU D0U M.83 61,03 80,94 bl, 14 Svo ien . . Die" In D-- V9.58 *9 72 »3.7d 19,9 i os vast Oft adgrst 5,91 8,9? 5,805 7,925 Vraa 1?,56 18,60 14,54 17,58 voll,uoa vadavest. . 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Januar 1925. Abteilungen t. Architektur Bauingenieure, Elektrotechnik u. Maschinenbau Keine Bem sstörnng. Nat argem. schmerzlose Be- handL v. LoiMtenbrncli WHhe!m Kröck Dachdeckermeister Telephon 755 Gießen, Lahnstraße 19 (Hammstr. 9) Achtung! Geschäfts-Eröffnung! Der verehrlichen Einwohnerschaft von Lollar und Umgegend bringe ich hiermit zur Kenntnis, daß ich in Lollar, Daubringer Straße 23 eine feinmechaiLReparatur-Werkstatt Mein Angebot in Küchen ist konkurrenzlos Besichtigung ohne Kaufzwang im eigensten Interesse empfehlenswert Günstigste Zahiungsweiso Ernst Rau, RffiSbeShandlung Gießen, Wailtorstraß.» 37 s,oa Beachten Sie bitte meine Schaufenster Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Diplom» Kauf man n Dipl.- Handelslehr Gießen, Blcichstr. 5 A UeinigeHandelsschale am Platze, deren Inhaber Schulleiter, Lehrer und Fachmann Ist. Täglich Anmeldung für die neuen Kurse !■Auskunft und Prospekt frei. L 812.1 J Dr. Baur. Henk. Gg. 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