Nr. 274 Lrftes Blatt m NeichLverkehrsmintsterium gepflogenen Der- banblungen über Die Heranziehung der Automvbrlbesitzer zu Abgaben für die Erhaltung der Chausseen und W^e nähern srch jetzt, wie wir erfahren, ihrem Ende. DaS Ministerium steht grundsätzlich auf dem Standpunkt, daß Automobil- und Fuhrbesiher ohne Ausnahme herangezvgen werden müssen, um die öffentlichen Dege im Reich, die infolge des Krieges und der Inflation sich in einem Zu st and großer Derwahrlosungbe- finden, wieder auszubessern. Die hohe Geschwindigkeit der Personenkraftwagen und die hohe Belastung durch bte Kraftlastwagen, deren' Verwendung von Jahr zu Jahr steigt, machen hier eine durchgreifende Reform zur Notwendigkeit. Das Reich bedarf zum Ausbau neuer moderner Straßen und zur Erhaltung der vorhandenen Wege jährlich einen Betrag in Hohe von mehreren hundert Millionen. Preußen allein hat im Etat die Megebauten mit 110 Millionen Mark eingestellt. Im Reichsverkehrsministerium will man nun. wie wir hören, die augenblicklich geltende Steuer für Kraftfahrzeuge bis au 6 P. S. um etwa 50 Prozent, bei Wagen bis 10 Steuer-P. S .um 16 Prozent erhöhen. Auch die L a st k r a f t w a g e n. die erfahrungsgemäß die Straßendecke besonders stark angreifen, werden zu einer angemessenen Abgabe herangezogen. Wahrscheinlich wird das Ministerium einem Vorschlag der Industrie folgen, sich dazu entschließen, die Automobilsteuern künftig in vier Jahresraten einzuziehen, um den Besitzern die Abgaben zu erleichtern. Aus dem Hessischen Landtag. S a r m ft a v t, 22. Nov. Abg. Dingel- dey iD. V. P.) hat im Hessischen Landtags nach- stehenoe Anfragen eingebracht: In Nr. 250 der Darmstädter Zeitung vom 26. Oktober 1925 erschien mit der äleberschrift „Vaterländischer Dtock in Gießen" ein durchaus tendenziöser Bericht über eine Veranstaltung der vaterländischen Verbände in Gießen. Dieser Bericht hat das Landesamt für das Bildungswesen veranlaßt, die Gießener Schulleiter zu einem dienstlichen Bericht darüber auszusordern. welche Vereine an der Veranstaltung beteiligt waren, ob Schüler anwesend waren, die dabei namentlich fest- gestellt werden sollten, endlich, ob und welche Lehrer teilnahmen. Wir fragen an: 1. Glaubt die Regierung, durch solche lln- tcrsuchungsmethodcn den Geist des Vertrauens zwischen Schule und Elternhaus. zwischen Schülern und Lehrern und zwischen Lehrern und Schülern einerseits und der Regierung des hessischen Volksstaates andererseits stärken zu können? 2. Sieht die Regierung nicht ihre Aufgabe darin, die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den eben genannten, am Erziehungswesen beteiligten Faktoren zu pflegen? 3. Ist die Regierung der Auffassung, die Staatsgefinnung in Schülerschaft. Elteri- schaft und Lehrerschaft durch derartige engherzige, an den Polizeistaat ältesten Stils erinnernde Antersuchungsmethode fördern zu können? Ein volkparteilicher Antrag beschäftigt sich mit bem Dorschlagsrecht be r Senate der Technischen Hochschule und der Lanbesuniversi- t ä t unb lautet: Wir beantragen, bic Regierung zu ersuchen, bei ber 'Berufung von Hochschullehrern bie von ben Senaten ber Technischen Hochschule unb ber ßanbesunioerfität eingereichten Vorschläge zu berücksichtigen, jedenfalls aber von ben Vorschlägen nicht abzuweichen, ohne baß ben Senaten Gelegenheit gegeben wirb, ihrerseits neue Vorschläge einzureichen, keinesfalls aber kurzerhand Berufungen ohne Rücksicht auf die Vorschläge berSenate der Technischen Hochschule ober ber Sanbesuniverfität vorzunehmen. Ein öoutfdjnationaler Antrag betrifft d.e Durchführung der hessischen As f ist e n t e n o r d n u n g. Er lautet: Nach § 3 der Asfistentenordnung für die llniocrfität Gießen und die Technische Hochschule Darmstadt sind die Afsistentenstellcn für Reichsdeutsche Vorbehalten, unter denen bei gleicher Eignung hessisrye Staatsangehörige den Vorzug haben. Den Reichsdeutschen find bei entsprechender Vorbildung Aus anddeutiche aus den abgetretenen deutschen unb den ehemaligen österreichischen Sebie-en gleichgestellt. I'n zweiter Linie können sonstige Deutschstämmige derücknchtigt werden, falls ihre Vorbildung derjenigen gleichwertig ist, die von einem Reichsdeutschen gefordert wird. Die Bestellung anderer Ausländer kann nur ausnahmsweise mit ausdrücklicher Ge - nehmigun g des LandeSamts beim Fehlen geeigneter deutscher Bewerber erieügen; sie geschieht auf Widerruf und durch priva.rechtlichen Vertrag. Diese durchaus cinbeutig-Larcn Bestimmungen mühten sinngemäß auch auf die Institute ausgedehnt werden, die vom hessischen Staate unterstützt werden. Dazu gehört z. B. bie Lupusheil statte in Gießen, bic vom hessischen Staate recht erhebliche Beihilfen empfängt. Dort wurde einem ganz bestimmt nicht „Deutsch- stämmigen", einem Herrn S. Rathrnann, der obenbretn noch aus der deutschfeindlichen Tschechoslowakei stammt, eine Assistentenstelle übertragen, die ihm die Habilitation ermöglich'.e. Rothrncu.lt soll weder deutsche Approbation noch den deutschen Dol- toriitel besitzen. Daß dieser Fall höchst überflüssigen Ausländertums eine Schädigung des deutschstäm- rnigen wissenschaftlichen Nachwuchses bedeutet, steht außer Frage. Wir beantragen daher einen Beschluß des Landtags, ber bas Bildungsamt für das Bil- dungswesen auffordert, in Zukunft die Beachtung der hessischen Assistentenorbnung genauestens zu überwachen und ihre sinngemäße [Übertragung auf die Assistenten an staatlich unterstützten Instituten zu sichern. Eine Anfrage der Abgeordneten Frau Hatte» wer unb Genossen (Ztr.) betrifft bas Kinderheim Lindenfels: Wie uns bekannt geworden, hat bie Provinzialbirektion Darmstadt in Lindenfels ein An wesen gekauft unb beabsichtigt, dort ein i n ° terkonfessionelles chcim für Kinder von 1 — 6 Jahren und darüber zu errichten. Wir fragen an: 1. Ist der Regierung die vorstehende Absicht bekannt unb entspicht sie den Tatsachen? 2. Ist der Regierung bekannt, daß ein Bedürfnis für ein interkonfessionelles cheim in der Provinz nicht besteht? 3. Ist ber Regierung bekannt, baß die Vorschriften bcs Jugendwohlfahrtsgesetzes tz 33 Abs. 3 u. des §69 Abs. 1 nicht zu vereinbaren ist? 4. Was gedenkt bie 'Regierung zu tun, um ben reichsgesetzlichen Vorschriften Geltung zu verschaffen und bie Errichtung bes Heims als interkonfessionelle Anstalt zu veryinbern? Eine Anfrage des Abg. Hauck (Nat.-Soz.) lautet: Die auf den 9. November 1925 einberufene Versammlung der Nationalsozialen deutschen Arbeiterpartei, in welcher der Reichstagsabgeordnete und bayerische Landtagsabgeordnete Strasser, Landshut sprechen wollte, ist polizeilich verboten worden. Ich frage an: 1. Ist dieses Verbot im Einverständnis mit der hessischen Staatsregierung geschehen? 2. Wenn nicht, wie gedenkt die hessische Staatsregierung die laut Artikel 123 und 124 der Reichsverfassung verfassungsmäßig garantierte Freiheit zu schützen und zu wahren? Russische KonzesflonspoMik. Paris, 21. Nov. (SU.) Wie aus London gemeldet wird, ist es zwischen dem Harriman-Konzern und der Sowjetregierung zu einem schweren Konflikt gekommen, der darin seinen Grund haben soll, daß die Sowjetregierung in ber Ukraine eine neue Mangan- Konzession an eine deutsche Firma erteilt hat. Der Harriman-Konzern, der bereits früher einen Konzessionsvertrag mit der Sowjetregierung abgeschlossen hatte, hat an die Moskauer Regierung eine Summe von drei Dollar pro Tonne für eine Ausfuhr von 800 000 Tonnen zu zahlen, gleichgültig, ob diese Ziffer erreicht wird oder nicht. Der Harriman-Kozern befürchtet infolge der deutschen Produkion einen starken Rückgang der Manganpreise. Kleine politische Nachrichten. Der Geschäftsführende Ausschuß unb bie Landtagsfraktion ber Demokratischen Partei in Baden haben zur Frage ber Neubilbung ber babischen Negierung einstimmig beschlossen, baß sie bei dem derzeitigen Stand der Dinge eine Fortsetzung der Verhandlungen über bie Erneuerung ber Weimarer Koalition für zwecklos erachten. Der Großmeister der italienischen Freimaurerlogen erläßt einen Aufruf, in welchem er alle Logen Italiens für a u f g e l ö st erklärt. Er betont, daß bie Freimaurerei bas neue Gesetz gegen bie geheimen Gesellschaften anerkenne unb neue Logen im Einklang mit ben neuen gesetzlichen Bestimmungen in Italien grünben werde. Der Kardinalsekretär G a s p a r r i hat sich geweigert, das Beglaubigungsschreiben des neuernannten südslawischen Geschäftsträgers bei dem Vatikan, Jaoanowitfch, entgegenzunehmen, ohne dafür Gründe anzugeben. Man erwartet, bah es zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Sübstawien unb bem Vatikan kommen wirb. Hochschulnachrichten. Besuch der Frankfurter Unidrrsitat. Nach einer vorläufigen Zusammenstellung ergibt die Uebersicht über den Besuch der Unrver- sität im gegenwärtigen Wintersemester folgende Zahlen: Studierende 2853, dazu Gasthörer und Besucher 773, insgesamt also 3655 . Personen. Davon: Rechtswissenschaftliche Fakultät 465, Medizinische Fakultät 248, Philosophische Fakultät 340, Naturwissenschaftliche Fakultät 437. Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät 1393. Die Pfalz will eine Universität. In Neustadter Blättern wird zur Zeit stark Propaganda für die Errichtung einer pfälzischen Anivcrfttät mit dem Sitze inNeustadt a. i. Sy, l er „Perle der Pfalz", gemacht. Es wird Darauf hingewiescn, daß das in großer Blüte stehende Neustädter Humanistische Gymnasium mit Hilfe von Stiftungen ins Leben gerufen wurde, und daß der gleite Weg auch bei der Anivrrsi- tätsgründung gegangen werden könne. Die Universität sei deshalb vor allem notwendig, well in der ganzen Pfalz und im Saargröiet mit etwa zwei Millionen Einwehnern keine Hochschule vorhanden sei, während Baden mit derselben Be- völlcrungszahl segar zwei besitze. AlZ Vorbild wird die hessische Landesuniversitat in Gießen hingcstellt. Infolge seiner zentralen Lage und and' deshalb, weil bereits früher eine Universität in Neustadt gewesen sei. sei die Stadt der geeignetste Platz für eine derartige Neu- schöpfung. Ein UniversltätSgründunglvcrein wird demnächst ins Leben gerufen werden. Aus aller Welt. Sie Opfer des Wilderrrunwesens. Aus einer Zusammenstellung der statistischen Ab'eilung des Deutschen Försterbundes geht hervor, daß seit Ende 1919 bei 472 Zusammenstößen mit Wild- und Holzdieben 63 Forst beamte getötet und 69 mehr oder weniger schwer verletzt worden sind. An die Regierung wurde deshalb das Ersuchen um erhöhten Schuh der Forstbeamten durch eine entsprechende Vorlage gerichtet. Vier Menschen vom Feuertode gerettet. In Heilbronn brach im Hause des Schuh- machermcisters Trabingeo ein Brand aus, der sich so rasch ausdehnte, daß für die Hausbewohner ein Entrinnen unmöglich war. Zur Rettung der Bewohner mußte das Sprungtuch benutzt worden. Zuerst wurde bas zweijährige Kind in das Tuch geworfen, dann folgte dir Frau unb zuletzt der Mann, der infolge der Raucheinwirkung bewußtlos vom Platz getragen werden mußte. Aus dem dritten Stockwerk wurde dann noch ein Lehrling und ein Hund mittels Sprungtuchs gerettet, im ganzen also vier Menschenleben. Das Haus ist vollständig nieder- gebrannt. W?LLervorarrs;afte. Heiter bis wollig, bei frischen nördlichen Winden etwas kälter, nachts Frost, leichte Niederschläge, morgens Reifbildung. Wie vorausgesehen, ist das Tief südöstlich wettergezcgen und liegt mit seinem Kern heute über Finnland. Dagegen hat sich nun das von Westen nachrückende Hoch, dessen Ausläufer uns morgen erreichen werden, etwas verstärkt. Wir dürften somit einer neuen Kälteperiode ent- gegengehen. Gestrige Tagesteinperaturen Maximum 4,6 Grad Eelsius. Minimum 0,0 Grad Eelsius. Niederschläge 0.8 Millimeter. Heutige Morgentem- i?eratur 0,5 Grad Celsius. Aus -er Provinzialhauptfta-t. Gießen, Den 23. November 1925. Wer kann eine Vorzugsrente beantragen? Die Leitung bes diesigen Rentncrbunbes bittet uns um bie Aufnahme ber folgenben Erläuterung zu bem A u f w e r t u n g s g e f e tz vom . 16. Juli b. Js. betr. bie Ablösung ber Markanlechen bes Reiches: Wer kann eine Vorzugs- rente beantragen? Jeber im Inland wohnende Reichsangehörigc, der Besitzer von Reichsanleihen (Kriegsanleihen) oder vom Reich übernommenen Staatsanleihen soweit ihm ein Auslosungsrecht zuerkannt ist oder er ein solches beantragt hat, und dessen Einkommen 800 Mk. nicht übersteigt. Eingerechnet werden in diesen Betrag nicht: 1. Leistungen, die ein anderer auf Grund gesetzlicher Unterhaltungspflicht ober ohne rechtliche Verpflichtung gewährt, sofern er nicht als Ehegatte, als geschiebener Ehegatte, ober als Verwanbter auf- fteigenber Linie (Eltern, Großeltern) unterhaltungspflichtig ist, unb bie Leistungen ohne-Gefährdung seines eigenen stanbesgemäßen Unterhalts gewähren kann. 2. Versoraungsbezüge von Kriegsbeschädigten, und Kriegeryinterbliebenen. 3. Renten der Reichsversicherung. 4. Vorzugsrenten, die auf Grund dieses Gesetzes gewährt werden. Bedürftigkeit liegt nicht, vor, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß Hilfe nicht benötigt wird. Nachzuweisen ist vom Antragsteller, daß er die Wertpapiere seit dem 1. Juli 1920 ununterbrochen besessen oder in dieser Zeit ererbt hat. Die Höhe der Dorzugsrente beträgt von 1000 Mark Nennwert 20 Mk. jährlich (also 2 Proz.). Verzichtet der Antragsteller zugunsten bes Reiches auf das Auslosungsrecht, so erhöht sich bie Rente auf 25 Mk. (also auf 24 Proz.). Ist ber Antragsteller 60 Jahre alt, so beträgt bie Rente bet Verzicht auf bas Auslosungsrecht 30 Mk. (also 3 Proz.). Der Antragsteller auf Dorzugsrente hat bei ber Bank ben Nachweis zu erbringen, baß er feit bem 1. Juli 1920 bie Wertpapiere ununterbrochen be festen hat. Daraufhin wirb ihm eine Bescheinigung ausgestellt, baß er bie für bie Vorzugsrente in Bc tracht kommenden Wertpapiere bei einer Bank zum Umtausch in Anleiheablösungsschuld angemeldet hat Die Dorzugsrente soll den Bedürftigen zugute kommen und ihnen wenigstens eine kleine Verzinsung von 2, 2) und 3 Proz. bringen, während sonst feint Zinsen gezahlt werden. Was die Auslosung betrifft, worauf der Antragsteller verzichten soll, so bietet diese die Möglich feit, daß, wenn beispielsweise ein Papier von 1000 Mark berausfommi, er die fünffache Rente, also 5X25 Mk. = 125 Mk. zurückbezahlt erhält. Diesem • Betrag werden vom 1. Januar 1926 an 44 Proz. Zinsen pro Jahr zugeschrieben. Es muß jedem überlassen bleiben, ob er sich für Lebzeiten wenigstens eine kleine Verzinsung in Gc statt einer lebenslänglichen Rente sichern, ober ob er an ber Verlosung teilnehmen will, bie unter Um ftenben, da sie 30 Jahre bauert, erst ben Erben zugute käme. Sch. Furchtbares Familiendrama in Grotzen-Lrnden. Ein schreckliches Familiendrama ereignete sich in der letzten Nacht gegen i/212 Uhr in unserem Nachbarorte Grohen-Linden Dort war der 40 Jahre alte Taglöhner Heinrich Degen angetrunken in seine Wohnung zurück- gekehrt und begann, wie früher schon oft in diesem Zustande, Streit mit seiner Famlli-e. Schließlich ergriff er eine A x t und ging damit gegen feine Frau und deren Mutter los. um sie zu erfchlagen. In diesem Augenblick trat der 19 Jahre alte Sohn Wilhettn Degen dem Vater entgegen und entrißihmdie A^t. Nunmehr wandte sich der Date r, der jetzt ein Küchenmefser ergriffen hatte, gegen feinen Sohn, der mit ber Axt auf die Straße flüchtete. Der Vater verfolgte den jungen Mann. Als dieser bemerkte, daß sein Vater dicht an ihn herangekommen war und ihn bedrohte, schlug er mit der Axt um sich. Dabei traf er seinen Vater so unglücklich gegen den Kopf, baß der Mann tot zusammenbrach. Der junge Mensch wurde verhaftet ^ind in das Amtsgerichtsgefängnis in Gießen cii'gelieferi. Ergibt an, in Notwehr gehandelt zu haben. Gießener Wscherrmarktprelse. Es kosteten auf dem Wochenmarkt am Samstag: Butter 200 bis 230. Matte 40, Käse 75. Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 5, Rotkraut 10, gelbe Rüden 12, rolc Rüben 10, Spinat 35. Anter-Kohlrabi 6 bis 10, Grünkohl 20, Rosenkohl 40, Feldsalat 100, Zwiebeln 12, Meerrettich 30 bis 100, Schwarzwurzeln 50, Kartoffeln 4. Aepfel 15 bis 20, Birnen 35, junge Hahnen 120, Suppenhühner 100, Gänse 90 bis 110, Nüsse 50 Pfennig das Pfund: Eier 19, Blumenkohl 20 bis 10Ö, Salat 10, Endivien 10 bis 20, Ober- Kohlrabi 5, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40 Pfennig ba& Stück. Vornotizer: — Tageskalender für M ontag. Reichsbunb ber höheren Beamten: 8t Uhr im Sing- faal bes Realgymnasiums Mitglicberversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhosstr.: „Prater". — Astoria- Lichtspiele: „Das Zeichen an ber Tür". — Aus bem Stabttheaterbureau wirb uns geschrieben: Wie schon heute bekannt gegeben, finbet am Freitag, 27. November, bie Ur» Aufführung eines neuen Lustspiels von Harry P o h l m a n n statt, bas ben Titel führt: „D e n Teufel durch Beelzebu b". Der Autor ist kein Unbekannter hier, benn im November 1917 wurde bereits einmal die Uraufführung eines Werkes von ihm, bas Schauspiel „Das Recht auf bie Frau", auf unserer Buhne herausgebracht, unb zwar mit starkem Erfolg; Eugen Klöpfer gastierte damals in einer der Hauptrollen. Auch Pohlmanns Lustspiel „Der Bursche ocs Herrn Oberst", das zu jener Zeit über die meisten deutschen Bühnen ging, wurde hier wiederholt gegeben unb sehr beifallsfreubig ausgenommen. — Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Cs ist nach vielen Bemühungen gelungen. in diesem Winter 2 Orchesterabemde zustande zu Bringen und für den ersten, am Donnerstag, 26. November, das Meininger Staatsorchester zu gewinnen. Der Name ..Meiningen" (frühere Hofkapelle) ist für Gießen kein unbekannter: bat doch vor vielen Jahren Dülvw, später Steinbach und zuletzt vor dem Kriege Max Reger mehrere Male mit dieser wohldisziplimerten Orchesterschar große Triumph« gefeiert. Da« Orchester genießt, tote früher, auch jetzt noch den Ruf eines ausgezeichneten Ensembles, den eS gerade 1924 auf dem großen Drahmssest in Meiningen wieder gefestigt hat, unter der Führung seines jugendlichen, yoch- lalentierten Kapellmeisters Peter Schmrtz. Don den letztes Wochen liegen eine große -Reihe sehr günstiger Besprechungen vor aus Köln (too Die Mozartvaria tionen Helle Begeisterung hervor- riefen), Solingen. Eisenach, Siegen und anderen Städten. Das Programm ist so gewählt. -daß jeder auf seine Kosten kommt. Ioh. ^eb. Dachs 0-Dur-Suite (mit der bekannten Air) eröffnet, De et Hovens „®roica" beschließt den Abend: zwischen diesen sind die herrlichen Mozart-Daria- tioncn das letzte Orchesterwerk Max Regers eingeschaltet, so daß ein großer Kunstgenuß bevorsteht. Es muß noch einmal darauf h.n- gewiesen werden, daß Die Gutscheine ohne Rachzahlung bis 24. Rovember bei Herrn Ernst Shallier eingelöst werden müssen. — DieDortrags-Dereinigung hat, wie man uns schreibt, mit Rücksicht auf Den vor- jährigen interessanten Filmvortrag über die Gewinnung der Kohle auch für dieses Iahr einen ebenso interessanten und wertvollen Filrstvortrag angesehl, indem sie den Leiter Der kinemato- graphischen Abteilung der Firma Krupp, Essen, Diplomingenieur H u z e l aus Essen, zu einem Dortrag über das Thema „Dom Erz zum C t t e'n" gewonnen hat. Beginnend mit einem gerichtlichen Rückblick auf die Erzgewinnung toirü Der Redner gn Hand von Filmen und zahlreichen Lichtbildern die mühevolle Arbeit des Bergmannes im Erzbergwerk, die Befo^>e- tung des gewonnenen Erzes zur Eisenhütte schU* Dem. Hier in den Hochöfen der Eisenhütte . vollzieht sich unter Zusatz von Koks und anderen erforderlichen Zuschlägen die IhntoanDlung zu Roheisen. Weitergehend wird Der Dortraaende Die verschiedenen Arten Der Roheisenbehandlung erläutern. In Ausnahmen, Die unter äußerst schwierigen Verhältnissen hergestellt wurden, wirD schließlich Der Redner Das Schmelzen des Eisens zeigen und Dann noch seine Zuhörer in eine Tiegelstahlgießerei und ein Walzwerk fuhren.. Der Besuch Dieses außerordentlich inhaltsreichen Vortrages ist sehr zu empfehlen. (Siehe heutige Anzeige.)^ $ Leben, Lieben und Leiden der Frau" ist Das Thema, über Das Frau Anna Martens, Aerztin aus Der Schweiz, am kommenden Mittwoch auf Einladung Des Ra- turheilvereins im großen Hörsaal der Uniber« sität sprechen wird. Der Vortrag ist nur für Frauen und erwachsene Mädchen. (Siehe Anzeige.) L. U. iß o n der Landes Universität. Nach einem soeben eingcaangenen Radiotelegramm von Bord seines Schiffes wird der ordentliche Professor der Geographie Dr. Klute, der sich auf einer Studienreise in Grönland befand, gegen Ende dieses Monats wieder in Gießen eintreffen und alsbald feine Vorlesungen beginnen. * Der geftrige Totensonntag brachte unseren Friedhöfen regen Besuch, der natürlich auf dem Neuen Friedhof ganz besonders stark war. Die Gröber wiesen durchweg sehr schönen Strang und Blumenschmuck auf und boten in diesem Kleid sürsorgender Hinterbliebenenliebe einen würdigen Anblick. Nur die Ausgrabungsstelle des Kriegen friedhofs zeigte ein sehr bedauerliches Aussehen. Hier sollte endlich eine würdige Wiederherstellung vorgenommen werden. •• Zwei GefaNenen-Gedächtnis- feiern vereinigten gestern nachmittag eine sehr große Menge Mitbürger von hier und Wieseck aus dem Ehrenfriedhos unseres FrieDhofes. Die erste Gedenkfeier, Die gegen 2 Uhr begann, veranstaltete Der ReichsbunD Der Kriegs- beschäDigtenunDKriegerhinterblie- Denen unter Mitwirkung Der Kapelle Topp unD Des Gclangve.eins Concordia, Gießen. Rachdem Die Kapelle Das RieDerlänDische Dankgebet gespielt, brachten Die Sänger Die ergreifende Weise „Wie sie so sanft ruhn" zu Gehör. Daraus hielt der Sekretär des Reichsbundes, Benner. Die Gedächtnisrede, In der er ermahnte, allezeit der gefallenen Helden zu gedenken und ihr teuerstes Dermächtnis, ihre Hinterbliebenen Angehörigen, mit unserer Fürsorge zu betreuen. Als äußeres Zeichen des Gedenkens legte der Redner einen Kranz nieder. Mit Den Klängen „Ich halt' einen Kameraden" fand die Feier ihren Abschluß. — Bald darauf nahm Die zweite Gedenkfeier ihren Anfang, die vom Reichsbanner S ch w a r z - R o t - G o l d veranstaltet ward. Die Musikkapelle des Reichsbanners spielte zur Eröffnung der Gedächtnisstunde „Ich be e an die Macht der Liebe", darauf sang der Gesangverein „Eintracht" „Wie sie so sanft ruhn". Die Gedenkrede hielt Pfarrer Wendel von Heuchelheim, der gleichfalls zur unvergänglichen Liebe und Ehrung Der gefallenen Brüder aufforderte, und darüber hinaus Die Lebenden ermahnte, wieder zur einigenden Bruderliebe zurückzukehren und dahin zu streben, Daß auch die deutsche Seele in allen Volksschichten wieder zur lebendig treibenden Kraft werde. Diplom-Do.kswirl Gumbel sprach kurz über Die Pflichten des Staatsbürgers gegen die deutsche Republik, Darauf legte Studienrat Schön zur Ehrung Der schlummernden Kameraden einen Kranz nieder. Spiel und Oefang „Ich hatt' einen Kameraden" bildete den Ausklang Der Feier. *♦ Der Winter schickt wieder einmal seine .weißen Sendboten, die Schneeflocken, zu uns. Dem feinen Sprühregen des gestrigen Rach- mittagS und der letzten Rächt folgte heute vormittag verschiedentlich leichter Schneefall, der auf den nassen Straßen natürlich sofort zu „Matsch" wurde. Im hohen Vogelsberg ist, wie wir auf Anfrage auf dem Hoherodskopf erfahren, in Der Rächt leichter Spurschnee gefallen, heute früh ist es Dort oben 1 Grad kalt. " Die Ausstellung von Wandergewerbescheinen und Gewerbe-Legi- timation starten betreffen Bekanntmachungen des Kreisamts Gießen im neuesten Amts- verkündigungsblatt. Interessenten seien Darauf hingewiesen. ** Personalien. Ernannt wurden: der bisherige ständige Hilfsarbeiter bei dem Ministerium für Aroeit und Wirtschaft, Regierungsrat Dr. Ad. Kraft, z. Z. Privatdozent an der Landesunioer- sität Gießen, zum Landwirtschaftsrat an einem Landwirtschaftsamt', der Lehrer Wilh. Alles zu Emartshausen, Kreis Schotten, zum Lehrer an Der Volksschule zu Ober-Widdersheim, Kreis Büdingen: der Lehrer Albert Rieß zu Offenthal, Kreis Offenbach, zum Lehrer an der Volksschule zu Sichenhausen, Kreis Schotten; der Lehrer Karl Bernhard zu Sichenhausen, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksschule zu Offenthal, Kreis Offenbach; der Schulamtsanwärter Heinr. Franz aus Heldenbergen, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksschule zu Ober-Roden, Kreis Dieburg. •• Immer wieder derselbe Schwindel. Wolffs Bureau meldet aus Weinheim: 3n den Dergstraßenorten wurde eine aroße Anzahl von Firmen dadurch betrogen, daß ihnen von einem angeblichen 3 n | e r a t c n a t q u i f i = teur für ein angeblich geplantes Berg st raße n- Adreßduch Beträge von 15 bis 30 Mark abge- nommen wurden, ohne daß das betreffende Adreßbuch bisher erschienen ist. Die Beträge sollen sich insgesamt auf 80 —100000 Mark b e - lausen. Es soll sich um ein Unternehmen handeln, das seinen Sitz m Frankfurt o. M. haben soll. Bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft haben bereits ungefähr 40 geschädigte Firmen gegen das betreffende Konsortium Anzeige erftattei. Mehrere Verhaftungen sollen in der Angelegenheit bereits erfolgt fein. ’* Auftrieb auf Dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 307 Ochsen, 49 Bullen, 957 Färsen unD Kühe, 479 Kälber, 571 Schafe, 3254 Schweine. Kirche und Schule. Der Dekanatstag des errang. Dekanats Gießen findet morgen, Dienstag, 24. d. M., vorm. 9 Uhr, im Iohannessaal dahier statt. Die Morgenandacht hält Pfr. K a l b h e n n - Großen-Buseck. Den Haupt- gegenftanb der Verhandlungen leitet ein Vortrag von Pfr. Schultheis -Großen-Linden ein über die Bedeutung der Kirchengemeindevertretung und des Kirchenvorstandes für das Gemeindeleben und ür das allgemein-kirchliche Leben nach der neuen Kirchenoerfafsung. Das Gegenreferat hält Alt-Bürgermeister Leun- Großen-Linden. Gießener Jugendgericht. In der jüngsten Sitzung wirkten als Iugend- chöffen mit Sardine Pfeiff und Karl Voigt, beide von Wieseck. Ein jugendlicher Buchdruckerlehrling, der unbefugterweise die Eisenbahngleise auf dem Bahnhof Gießen überschritten hat, erzielte im Wege des Einspruchs eine Herabsetzung seiner Strafe, da er noch kein Einkommen hat und seine Mutter in bedürftigen Verhältnissen lebt. Immerhin verdiente die leichtsinnige Handlungsweise einen Denkzettel. Ein siebzehnjähriger, aus mißllchen Familien- verhältnissen stammender, bisher unbestrafter, jedoch arbeitswilliger junger Mann aus A.-B. wird wegen eines an einem neunjährigen Mädchen begangenen Sittlichkeitsverbrechens, das er nach früheren Geständnissen nunmehr leugnet, zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt. Er muß seine Strafe sofort antreten. Gleichzeitig ordnete das Gericht Erziehungsmaßregeln an. Hiernach wird er der Fürsorgeerziehung überwiesen werden. Zu acht Wochen Gefängnis bei sofortiger Verhaftung wird ein jugendlicher Hahrradmarder und Urkunden falscher verurteilt, der In Gießen das Fahrrad eines yortbtldungsfchülers während des Unterrichts gestohlen und späterhin durch einen von ihm selbst getriebenen, mit Unterschrift eines anderen versehenen Zettel, den er an sich leibst richtete, den Verdacht in raffinierter Weise auf den andern oder besten Vater zu lenken suchte. Auch in diesem Falle wurden Erziehunasmaßregeln angeordnet. Es kann nur Fürsorgeerziehung in Frage komemn. Ein von hier stammender Junge hat als Fürsorgezögling in einem Dorfe eine strafbare Handlung begangen. Es erschien angezeigt, eine Beobachtung seiner geistigen Verfassung durch einen Psychiater herbeizuführen. Das Verfahren wurde deshalb bis auf weiteres ausgesetzt. Ein halbwüchsiges Mädchen hat in Bad-Nauheim Hausierbettel verübt. Nach Herkunft und Erziehung konnte es der Tat nicht widerstehen; es wurde deshalb zwar von Strafe freigespro - den. Das Gericht hielt jedoch Erziehungsmaßregeln für erforderlich und überließ ihre Anordnung und Auswahl dem Dormundschaftsgericht. Buntes Allerlei. 2000 Kindcrnnfälle im Jahr. Es ist festgestellt, daß fick in Deutschland jährlich über 2000 Kinderunfälle im Straßenverkehr ereignen. Die Unfälle sind meist sehr schwer. Don Tag zu Tag nimmt der Straßenverkehr, nicht nur in den Großstädten, zu. Natürlich muß damit unsere Vorsicht auf der Straße um so größer werden. Kinder haben diese Vorsicht aus sich selber heraus nicht. Sie sind unbesorgter und unachtsamer als die Erwachsenen und musten daher dauernd cngeßalten werden, die Gefahren der Straße zu oerr ?iö:n und durch eigenes Verhalten nicht noch selber herauf- zubeschwören. Die meisten Unfälle der Kinder entstehen beim Spielen auf der Straße. Beim Ball- und Rcisenspiel, beim Rollschuhlausen entsteht ein Hin- und Herrennen der Kinder auf der Straße. Sie laufen oft in die Verkehrsgefahren geradezu hinein. Auch die Unsitte, sich an fahrende Wagen hinten anzuhängen ober kurz vor dem Fahrzeug über die Straße zu laufen, hat viele schwere Unfälle herbeigeführt. Ein eigenes Kapitel sind die Straßenbahn und die Auton.udile. Ein Auto fährt zehnmal so schnell, als ein Kind sich vorwärts bewegt. Es kann infolgedessen nicht plötzlich halten. Die meisten scheinen aber das Absteigen von der Straßenbahn noch nicht gelernt zu haben. Leider gehen da viele Eltern den Kindern noch mit schlechtem Beispiel voran. Eltern und Schule sollten sich zusammentun, um in steter eindringlicher Belehrung den Kindern die Gefahren der Straße und die für das ganze Leben schweren Folgen eines Unfalles warnend vor Augen zu führen. Gerade die Schule hat im Unterricht selbst mannigfache Gelegenheit dazu. Im Aufsatz, im Physikunterricht, im Zeichenunterricht usw. können die Gefahren der Straße und die Verhütung der Straßenunfälle den Kindern anschaulich beigebracht werden. Unsterbliche Tiere. Unsterbliche Tiere sind nach W e i s m a n n jene einzelligen Tiere, Die sich Durch einfache Teilung vermehren, D. h. sie altern nicht, und wenn sie nicht Durch äußere Verhältnisse zugrunde gehen, leben sie immer weiter. Die Sache hat seinerzeit einen lebhaften Gelehrtenstreit hervorgerufen. Manche „Einzeller" gelang es tallächlich, Durch taufende von Generationen durch Teilung zu erhalten Woodruff znch- ist die beste Seife Kreuz-Drog. August Noll, Heus’udt-Drog. Hans Noll, P. J. Böbs, 3ei!enlabrlL-, German a-Drog. C. Seibel. Adler-Drogerie W. Waldsehmldt, Drogerie Georg Wallenlele, Drogerie Otto Winterbo!!. 4€o tete so von 1907—1917 vom Pantoffeltierchen (Paramaecium) 4500 Generationen. Bei anderen wieder mußte nach einiger Zeit Verschmelzung verschiedener Individuen eintreten, also ähnlich wie bei der geschlechtlichen Fortpflanzung, wobei wohl eine Auffrischung eintritt. — Durch interessante Versuche von Hartmann hat sich nun gezeigt, daß die einhelligen Tiere dann Doch sterben, wenn man ihnen die Möglichkeit nimmt, sich zu teilen. Teilungsiähig scheint Darnach also Der Grund Des WeiterlebenS zu sein, in der Tat können auch nicht mehr teilungsfähiae Gewebe höherer Tiere für sich gemeinhin nicht weiterbestehen, wenn man sie auch durch gewisse Versuche lange lebend erhielt. Hcbrigenä gehen bei diesen Teilungen höherer Tiere inner- id) Veränderungen vor sich, wodurch Die Tei- lungsfähigkeit verhindert wird; dies unterbleibt bei Einzellern, da hier die Teilzellen stets gleichwertig sind. Ganz unzweifelhaft bewiesen scheint die „Ilnsterblichkeit" dieser Tiere aber doch noch nicht; und wäre es Der Fall, so würde sie durch Die Teilungsfähigkeit aucy noch nicht erklärt sein; Denn ein ursächlicher Zusammenhang zwischen beiden Erscheinungen ist noch nicht einzufehen. Der Man« mit der Kngel im Herzen. Ein englischer Kriegsteilnehmer, Michael Reilly, der 10 Iah re lang eine deutsche Kugel im Herzen getragen hat, verläßt jetzt das Krankenhaus frisch und vergnügt als ein vollkommen gesunder Mann. Die Geschichte dieser einzigartigen Kriegsverwundung, die Londoner Blätter erzählen, Hingt wie ein Roman. Im Frühjahr 1915 erhielt Reilly bei Reuve Chapelle eine Kugel, die beide Lungen durchbohrte und ins Herz Drang. Er lag eine Woche bewußtlos, aber die Kugel konnte nicht festgesiellt werden. Da er keine großen Beschwerden hatte, wurde er wieder an Die Front geschickt, wurde 1916 in Der Somme- Schlacht durch eine Granate verschüttet und schwer verwundet. Er wurde zweimal operiert und durchleuchtet, aber immer noch nicht entdeckte man. daß eine Kugel im Herzmuskel war. Erst nach dem Waffenstillstand kam er in das Richmond-Hospital zu Dublin, wo er wiederum durchleuchtet wurde und nunmehr stellte man Den Sih Der Kugel fest, die bereits 6 Iahre im Herzen tag. Die Kugel wurde ihm nun dura, eine kühne Operation von dem Cirurgen Roberts entfernt, und die Heilung ging so gut von statten, daß Reilly bereits vor einiger Zeit wieder Fußball spielen konnte und jetzt vollständig gesund entlassen wird. Wenn man keine Zeitung liest. Ramentlich auf dem Lande gibt es viele Leute, die, meist aus übertriebener Sparsamkeit, keine Zeitung lesen. Mitunter ist diese Sparsam- keitsrechnung aber falsch. In Pirmasens wollte sich vor einigen Tagen ein Mann eine Fahrkarte laufen und Den Fahrpreis mit einem längst außer Kurs gesetzten 20-Dillionenfchein bezahlen. Natürlich konnte der Beamte Den Schein nicht annehmen. Dabei geriet der unglückliche Fahrgast von einem Schrecken in den andern. Er hat, wie er erzählte, zu Hause noch eine größere Anzahl dieser längst wertlosen Banknoten, außerdem noch zahlreiche 50-Rentenmarkscheine von der Gattung, die ebenfalls aus Dem Verkehr gezogen sind. Auf die Frage, ob er v Den in Den Zeitungen veröffentlichten Hngültii tserklärun- gen dieser Geldscheine keine Qltn genommen habe, mußte er eingestehen, daß er l. .ne Zeitung lese. Biichertlsch. — Der Verein für Deutsche Schäferhunde (S. 23.), Sitz München, Hauptgeschäftsstelle Augsburg 3, gibt eine vorzüglich ausgestattete, lehrreiche Werbeschrift heraus. 699 — Köhlers illustrierter Kolonial-Kalen- d e r in Buchform für 1926 (Verlag von Wilhelm Köhler in Minden i. W ). 602 — Köhlers illustrierter Flottenkalender 1926 (Verlag Wilhelm Köhler, Minden l. W.). 601 — Mutter Deutschland, großdeutscher Heimatkalcnder, herausgegeben von W. Muller-Rüdersdorf. (Verlagsanstalt Görlitzer Nachrichten und Anzeiger A.-G. in Görlitz.) 687 — Kumsteller — Haacke — Schneider: G e - schichtsbuch für d i e deutsche Jugend (Dolksschulausgabe). Verlag Quelle & Meyer in Leipzig. 663 — Lehmann: Sudetendeutsche Volkskunde. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. 652 * Die bekannte Musiksammlung „Sang und Klang" bringt in ihren einzelnen Bänden eine Fülle von bekannten Stücken aus Dem Gebiete Der klassischen Musik, Der Ober, Operette und Tanz sowie Des Liedes. Der besondere Wert Der Alben liegt Darin, Daß das Darin Gebotene nur etwa Den zehnten Teil Der Summe kostet, Die Der Einkauf Der einzelnen Stücke für sich beanspruchen würde. Aus Diesem Grunde beträgt Die Zahl Der bereits verbreiteten Bände schon einige Millionen und wächst ständig weiter. Der reiche Inhalt, der gediegene schöne ©in» band und der niedrige Preis machen die Alben für jeden Musikfreund unentbehrlich. Der uns vorliegende zehnte Band enthält insgesamt 97 Musikstücke, er wird auch in diesem Iahr ein beliebtes Weihnachtsgeschenk werden. (Verlag Reuseld L Henius, Berlin SW. 11.) 600 — Rudolf Herzog, Gesammelte Werke. Dritte Reihe in sechs Bänden. In Ganzleinenband 40 Mk., Halbleder 65 Mk. (Verlag der 3. G. Cotta'schen Buchhandlung Rachfolger, Stuttgart.) Diese Dritte Reihe Der Gesammelten Werke Rudolf Herzogs bringt von seinen Romanen, neben seinen Erstlingen „Das goldene Zeitalter" und „Der Adjutant", Die Drei letzten großen aus Deutschlands jüngster Leidenszeit geschöpften Werke „Die Buben Der Frau Opterberg", „Kameraden" und „Wieland Der Schmied". Ihnen gesellen sich seine Dramen, darunter das bisher noch nicht veröffentlichte „Der letzte Kaiser", sowie seine Rachdichtung des Ribelungenliedes und seine Darstellungen Der Deutschen Götterwelt unD Der Geschichte Preußens. 646 — D i e Reise des Baron Francois. Roman von Herbert Herbesthal. Verlag Ernst Keil's Rachfolger (Aumllt Scherl, G. m. b. H., Leipzig. Gan?,leinen 5 Mk. Als kleine, sorgenvolle Geschä'tsreise beginnt Die Fahrt des Barons. Heber einer Frau vergißt er fein Ziel, Dann ergreift ihn das Leben, reißt ihn mit, verschlägt ihn über den Rhein nach Frankreich, Rizza, Venedig. Von einem Erlebnis stürzt er ins andere und rafft das Glück, das ihm auf allen Wegen zufällt. Rach Jahren treibt ihn die Sehnsucht in die Heimat. Als gereifter Mann kehrt er wieder. 531 — K. Ströse: Lehrbuch der Chemie und Mineralogie, der Gesteinskunde und Geologie für höhere Schulen. (Quelle & Meyer, Leipzig.) 650 — Gerade zur rechten Zeit erscheint im Verlag von E. Scribas Buchhandlung, Friedberg t. H., ein neues Krippenjpiel von der Geburt des Herrn. Das vorliegende Spiel will altes Volksgut wieder ncubclcbcn Es geht zurück in feinem ersten Teil auf das althcsstsche Weihnachts- spiel Ludus de nativitate Domini, das um das Jahr 1500 wohl in Alsfeld entstanden sein mag »nd dort auch gespielt wurde. Der zweite Teil geht zurück auf das Erlauer Dreikönigsspiel. Beide Spiele sind mit wenig Acnderung geschickt zusammengearbeitet. Durch reiche Ausschmückung mit alten Weihnachtsliedern und Weihnachtsmusik wird das Spiel belebt und wirkt anheimelnd. Der Herausgeber des Büchleins ist Pfarrassistent Haßlinger. Der Preis des Bändchens beträgt 1,50 Mk. 756 — Stenographisches Lehr- und Lesebuch in Reichskurzschrift von Joh. Rolle (Verlag Quelle & Meyer in Leipzia). 648 — Sophie Kloerß: I o h a n n i ö t r i e b (Engelhorns Romanbibliothek 38. Bd. 22/23), verlegt bei I. Engelhorns Rachf., Stuttgart 716 — Prof. D r. FritzStier-Somlo: Politik (Wissenschaft und Bildung Nr. 4). Preis geb. IM Mk. Verlag Quelle & Meyer in Leipzig. 723 — Burgen, Schlösser und Herrensitze im Gebiete der unteren Werra, Heft 1—5. Verlag von H. Lücke, Parcusen bei Nör ten in Hannover. 678 — D. Willy Lüttge: Das Christentum in unserer Kultur. Leipzig, Quelle & Meyer. Das Buch gibt in großen Linien eine Geschichtsphilosophie der christlichen Religion. Es ist in zwei Abschnitte gegliedert, der erste behandelt dar Christentum in der Geschichtsphilosovhie der Religionen, der zweite in der Problematik der Kulturphilo- jophie. Dabei kommen u. a. so tief dringende Fragen zur Sprache wie Erlösungsglaube und Religion. Gottesglaube und Religion, das Problem geschichtlicher Religion, Kultur und Geschichte, Metaphysik und Religion, die Wahrheit der Gottesidee. Die Darstellung ist wissenschaftlich gehalten, aber jedem an ernste Denkarbeit Gewöhnten verständlich; Anmerkungen bringen Literaturangaben. Kein Buch für die große Masse, aber sehr geeignet zu gründlicher Vertiefung. (568) M. Schian. — Religionsgeschichtliche Quellen- bücherei, herausgegeben von Prof. W. Oppermann. Leipzig, Quelle & Meyer. Jedes Heft 60 bis 90 Pf. Erschienen sind neu 5 Hefte: Auswahl aus Lu ther, Luthers Leben in Briesen (ein besonders gute. Gedanke), Franziskus von Assisi, Bernhard von Clairvaux und „Lebensfragen der Gegenwart". Les, tcres Heft stellt Stücke aus modernen Schriftstellern zusammen (Lhotzky, Naumann, Hilty, Eucken u. a.) lieber die Auswahl der Stücke läßt sich streiten; die Hefte als Ganzes sind jedenfalls sehr praktisch, Hand- lich und geschickt. (660) M. Schian. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 24. Rovember: Tiefland. Mittwoch. 25.: Othello. Donnerstag, 26.: Hoffmann« Erzählungen. Freitag, 27.: Madame Butterfly. Samstag, 28.: Eine Rächt in Venedig. Sonntag, 29.: Othello. Schauspielhaus. Dienstag, 24. Rovember: ßaiuelot und Sanderein. Hierauf: Die Geschwister. Mittwoch, 25.: Der Unwiderstehliche. Donnerstag, 26.: Kabale und Liebe. Freirag, 27.: Der Unwiderstehliche. Samstag 28.: Einer von unsere Leut. Sonntag, 29.: Der Kreide kreis. Abends: Die drei Zwillinge. Ans dem Amtsverkündigrrngsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt R r. 91 vom 20. Rovember enthält: KreistagS- wahl 1925. — Ausstellung von Wandergewerbescheinen — Gewerbe-LegitimationSfarten. — Auswärtige Amistage. — Ausstellung von Ursprungszeugnissen. — Osterferien 1926. — Feldbereinigung Watzenborn-Steinberg. Rundfunk-Programm des Sender-. (Aus der .Radio-Umschau".) Dienstag, 24. Rovember: 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert Des Hausorchesters: Oskar-Straus-Operetten. 6—6.30 Uhr. Die Lese- stunde. 6.30—7 Uhr: Anläßlich der Aufführung „Der Schweiger" tm Kleinen Theater in Kassel spricht der Dramaturg des Kleinen Theaters, Dr. Karl Ritter, über „Werfel und seine Dichtung". 7 Uhr: lieber« tragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Tiefland", Musikdrama in einem Vorspiel und 3 Akten von Eugen d'Albert. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt Die Redaktion Dem Publikum gegen'''ber ke'nerle' Verantwortung.) Klein-Linden, 21. Rov. Die elektrische Straßenbeleuchtung unseres Ortes hat eine unangenehme Lücke. Unter Der Brücke Der Umgehungsbahn über die Frankfurter Straße herrscht abenDs große Dunkelheit. Für Frauen und Mädchen ist es gefährlich, in Den Abendstunden diese Stelle zu parieren, da nicht selten dort Zigeuner lagern und auch sonst unheimliche Gestalten auftauchen. Die zuständigen Stellen, EUnbahn-Verwaltung und Gemeinde, seien hiermit auf Den Mißstand mit Der Bitte um balDige Abhülfe aufme.kfam gemacht. L. VERTRETER: H. Eines jr„ Gle'en. Seltersweg 68 f' SEIT 1865 SCHIERSTE!« I. BHG Jeder Weinhändler liefert: = 11087V - 7ii" i r 111111 > 11111 u< 1111 u 111 ri i n 1111 n 111111111 n n 11 ij n r 1111 h 11 ui 1111 ii 11 > 111111 ii 111111 in 11 h i h i rr *>- X :< Ein reelles Hustenmittel! so bezeichnen unsere meist. 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Bieber, den 22. November 1925. Die Beerdigung findet Dienstag, den 24'. November, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus statt 11098D In tiefer Trauer: Frau Elise Rosenbaum nebst Kindern. Heute nacht entschlief sanft mein innigstgeliebter Gatte, unser treusorgender Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Herr Hirsch Rosenbaum Ausführung aller bank- und börsenmäßigen Geschäfte Kontokorrent- und Scheck-Verkehr Annahme von Depositengeldern und Spareinlagen Stahlkammeranlage mit vermietbaren Tresors Versicherungs-Abteilung Beratung in allen Versicherungsfragen Bankhaus HERZ & CO. Gießen, Neuen Baue 23 Tel. 1303,1304. Telegr.-Adr.: Herzbank-Gießen Lichtspielhaus Heute I>Ih clnsclil. Sonntag: Henny Porten in Prater Die Erlebnisse zweier Nähmädchen. Schauspiel in 6 Akten Personen: Annemarie........................Henny Porten Franzi..................................Cläre Lotto Graf Rynon.........................Ossip Rnuitsch Marquis de Monroir.................Angelo Ferrari Die Mutter des Marquis Gertrud de Lalsky Gräfin Wy........................ Lilian Järnefeld Diurnist..........................Friedrich Lobe Fritz, ein Lokomotivführer.. . Johannes Riemann Martin, ein Matrose.................Carl de Vogt Die Amme......... . Augusto Prasch-Grevenberg Ein Strolch.................Friedrich Kühne Ferner. , e DERCBRCUS-KOme Lustspiel in 6 Akten Hauptdarsteller: Ketty........... Vilma Banky Graf Pompadour.......................Eugen Burg Max, sein Neffe......................Jlax Linder Kettys Vater........................Julius Szöregbi Kettys Partner.........................Fred Boston Der Kammerdiener................Eugen Günther Der Clown........... Walter Corty Dieses große prachtv. Programm wird auch den verwöhntesten Besucher zufriedenstellen. — Gewöhnliche Eintrittspreise!! Verstärktes Orchester! ASTO RIA-LICHTS PIE LE Das Zeichen an der Tür Detektivfilm in 6 Akten. Ferner: Der Mann mit den zwei Gesichtern Kriminalfilm in 5 Akten 11097c 3 Uhr, vom Trauerhause, Gießener Straße 56, aus statt. 09449 erhoben. Nalurheilverein. Gäste willkommen. HOStiD Heuchelheim, 23. November 1925. Die Beerdigung findet am Dienstag, 24. November, nachmittags mit Lichtbildern Daran anschließend Mitgliederversammlung 3-a. 4-Z.-Wok». OReit=> bau» m. Zeniralh. zu vermieten. Näh. Crcdnerstr. 161 Oberhessischer Geschichtsverein Donnerstag, den 26. Nov., abends 87» Uhr, im Hörsaal des Physikalischen Instituts der Universität: Vortrag des Henn Geheimrat Prof. Dr. Küch Direktor des Staatsarchivs Marburg Am 22. d. Mts., morgens um 3 Uhr, wurde mein lieber Bruder, unser Schwager und Onkel Herr Heinrich Rinn XIII. im Alter von 67 Jahren von seinem Leiden erlöst. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Jung. Mittwoch, 25. November, abends 8 Uhr im Drohen Hörsaal der Universität Kauenvorirag von Frau Anna Martends, Aerztin, Trogen (Schweiz). — Thema: Zrauenleben, -lieben und -leiden Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 80 Pf. für Gäste und 50 Pf. für Mitglieder Vortrags^ereinigung (Goethe-Bund — Kaufm. Vereiu - Ortsgewerbeverein) Mittwoch, den 25. November 1925, abend* 8 thr in der Neuen Aula der Universität Film- und Lichtbilder-Vortrag Vom Erz zum Eisen Diplom-Ingenieur Huzel, Leiter der kinematogr. Abteilung der Firma Krupp-Essen. Eintrittskarten in der Musikalienhandlung Challier für Mitglieder zu Mk. 07,5 pro Platz treuen Verzeigen der Vortrags-Ausweiskarte und nur im Vorverkauf: für Nichtmiri glleder zu Mk. 1,50. Studentenkarten zu Mk. 0,75 gegen vorzeigen der Studentenkarte bei Herrn Sekretär Ritter. MnuWtaM Butzbach-Wen. Cfierten unter A. B. Postlagernd Bad- Naubeim. 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Der bekannte Verfasser verteidigt in seiner Schrift mit Recht den Standpunkt, daß cs eine Zweiheit, eine Trennung dieser Ideen überhaupt nicht gibt, daß vielmehr schon in der unermeßlich verflochtenen Welt der Wirklichkeit das individuale und das soziale Moment nur schwer voneinander zu scheiden und zu unterscheiden sind, daß aber beide als Ideen ewige Aufgaben bezeichnen und bedeuten, die das eine Mal als die Vollendung des Ich, das andere Mal als die Dollenbuna der Menschheit zu denken sind. Beide Ideen existieren aber nur in enger Wechselbezogenheit zueinander, denn, so wie einerseits ja eine Gemeinschaft nie anders gegeben ist und sein kann im Bewußtsein der Individuen, so ist andererseits das Individuum aufs allerstärkste beeinflußt durch die Umwelt, das Milieu, die Gesellschaft und alle Formen der Gemeinschaft, die Familie, die Gemeinde, den Staat, so daß die Frage nach demjenigen, welches von beiden, Individuum ober Gemeinschaft, das erste ist, müßig erscheint. Melde, Dr. Ernst, Stadtmedizinalrat in Leipzig, Gesunde Schulkinder, Neuzeitliche deutsche Schulkinder-Vorsorge. I. F. Lehmanns Verlag, München 1925. 143 S. Preis 5 Mk. (geb. 6 Mk.). Verfasser hat als Schularzt eines unserer größten deutschen Industriestädte das heutige Kinderelend in seinem ganzen Umfang kennen gelernt und hat erkannt, daß diesem Elend nur durch eine tatkräftige Schulkinder-V o r sorge begegnet werden kann, setzen doch, wie allgemein bekannt ist, Fürsorge und Heilbehandlung häufig genug erst dann ein, wenn es zu spät ist. Da Schularzt und Schule allein nicht kmstande sind, ausreichend für die Gesunderhaltung des Schulkindes zu sorgen, so haben sich gleichzeitig „Die Erziehung." Monatsschrift für den Zusammenhang von Kultur und Erziehung in Wissenschaft und Leben. Herausgeber: A. Fischer, ■ T. Litt, H. Nohl und E. S Seidig. Die am 1. Oktober 1925 zum ersten Male erschienene Monatsschrift trägt ein wissenschaftliches Gepräge. Sie will die pädagogische Forschung und die lebendigen Kulturbeziehungen der Erziehung in unserem Volke als ein Ganzes beobachten und fördern. Ihr Ziel sucht sie durch Zusammenfassung der gesamten Einzelforschung zu einer erneuten Wissenschaft von Erziehung und Bildung zu erreichen. Die Zeitschrift wendet sich nicht allein an die berufsmäßigen Erzieher, sondern auch an die volkserzieye- risch so wichtigen Vertreter der Politik, der Verwaltung, der Wirtschaft, der Wohlfahrtspflege, der Medizin, an die Geistlichen, die Gelehrten, die Künstler usw. und fordert sie zur Mitarbeit auf. Sie behandelt deshalb u. a. neben der allgemeinen Theorie der Erziehung und Bildung auch die Fragen der Wechselbeziehung der Erziehung und der anderen Kulturgebiete: Staat, Wirtschaft und Recht, Sitte, Gemeinschaftsleben, Dolksgestalt, Kirche, Kunst, Philosophie und Einzelwissenschaften, Weltanschauung und Religion. Sie will ferner Abhandlungen aus den Gebieten der Menschenkunde, Iugendkunde, Psychologie und Medizin bringen, soweit diese erzieherische Bedeutung besitzen. Aus dem Inhalt des Oktoberheftes: Bros. Dr. A. Fischer: Unsere Zeit und die Mission der Pädagogik. Prof. Dr. Th. Litt: Gedanken zum kulturkundlichen U n - terrichtrprinzip Prof. Dr. Nohl: Der Sinn der Strafe. Pros. Dr. E. S p r a n a e r: Das deutsche Bildungsideal der Gegenwart in geschichtsphilosophischer Beleuchtung. mit ihnen die Eltern in den Dienst der Vorsorge zu stellen. Den Ellern und den Elternvereinigungen sei desh ilb auch in erster Linie das Weldesche Buch empfohlen, ebenso wichtig ist es aber auch für den Lehrer, ohne dessen tatkräftige Hilfe jegliche Schul- tinberfürförge überhaupt unmöglich ist, behanbelt es boch in seinem reichen Inhalt sozusagen alle biejenigen Probleme, bie für eine gefunbe Erziehung unserer Iugenb in Frage kommen unb an benen der Erzieher von heute nicht achtlos Vorbeigehen barf. Katz, Prof. Dr. Daoib, unb Katz, Dr. Rosa: Die Erziehung im vorschulpflichtigen Alter. Wissenschaft unb Bildung 217. Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig 1925. Aus dem Inhalt: Die Ausgabe der Erziehung, bie Macht unb bie Grenzen der Erziehung, Bebeutung ber vorschul- pflichtigen Erziehung, Bebeutung ber Kinberpsycho- logie, Pflege und Gewöhnung. Stnfänge ber Erziehung, Beschäftigung bes Kinbes, Uebung ber Sinne, Kinb unb Kunst, Körperkultur, Willensbil- bung, die wichtigsten kindlichen Tugenden, Strafe und Belohnung, Anfänge ber sozialen Erziehung, bas schwer erziehbare Kinb, bas kranke Kinb. Die kleine Schrift, bie ein sehr wichtiges Teilgebiet ber Päbagogik in anschaulicher, flüssiger unb gemeinverständlicher Darstellung behandelt, verfolgt das Ziel, allen denen zu helfen, die an der Erziehung ber Kinder vor dem Eintritt in bie Schule beteiligt finb. Als OriginalqueUe dient den Verfassern vor- nehmlich das wissenschaftliche Tagebuch, bas sie sich über ihre beiben Kinder angelegt haben, unb in bas sie ihre psychologisch-päbagogischen Erfahrungen über dieselben niedergeschrieben haben. Wenden sich bie Ausführungen ber Schrift in erster Linie wohl an bie Elternkreise, so sind sie aber andererseits auch geeignet, auf die Tätigkeit aller derer, die die Erziehung vorschulpslichtiger Kinder zu ihrem Lebcns- beruf gemacht haben, befruchtend zu wirken. R. Reue paedagogische Literatur. Besprochen von Oberstudiendirektor Dr. Roller, Professor an der Universität Gießen. Schede, Dr. Franz, und D i e tz e , Helmuth, Turnen im Klassenzimmer, Bekämpfung der Sitzschäden in der Schule. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig 1925. Jeder, ber berufsmäßig Schulkinber zu unterrichten hat, macht die traurige Erfahrung, baß ein wohlentwicketter, kräftiger Körper mit guter Haltung beinahe eine Seltenheit zu nennen ist, besonders in stark industrialisierten Bezirken Deutschlands. Die Mehrzahl ber Schulkinber zeigt mehr ober weniger ausgesprochen einen Haltungsverfall, ber eine Folge ber Sitzfchäbigung ist. Da bie Schule die Sitzschäbigung erzeugt, so hat sie nach Ansicht des ersten ber beiben Verfasser ber Schrift auch bie Pflicht, ein Gegengewicht zu schaffen. Die wenigen wöchentlichen Turnftunben finb bazu nicht imstande, deshalb verlangt Schede die mehrmalige Einschiebung täglich von Turnübungen (5—10 Minuten lana) in den Unterricht. Im zweiten Teile der kleinen Schrift gibt ber zweite Verfasser, Dietze, eine Zusammenstellung von Turnübungen (Freiübungen, Hebungen bes Schultergürtels, Hebungen ber Bauchmuskeln, ber Rückenmuskeln, Beinübungen, Atemübungen), bie er zur Behebung ber Schäbigungen burch bas Bank- fltzen für geeignet hält. Der Gedanke, den Unterricht gelegentlich durch körperliche Uebungen zu unterbrechen, ist durchaus nicht neu, neben Freunden hat er aber in den letzteren Jahren, selbst unter den Aerzten, auch Gegner gefunden. eg 89 t erteilt lerrW Im *»• vmaeb. u. d.Mb «nz. tiheater ag.24.Siov. eilten* oele M ein 1 L°r' n öoöjSS 'tMtn, A, 24. Nvv., no6 $, **• ch? mumSW . trieuger.fc «en eon SS® Ht. 274 Zweiter Blatt Syrischer Küstenbummel. von Triest nach Konstantinopel. Don unserem ä. V?. K.-Korresponbenten. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. II. Well springt die Helle Felsensoitze von (Korfu in das blaue Meer vor. Aus ber geschwungenen Bucht dahinter grüßt ber Lorbeerhain, in bem bas Achil- leion gebettet ist. Dies ist wohl boch ber letzte Gruß Europas, des Europa, so wie wir es kennen unb mie wir es sehen. Gewiß, auch Griechenlanb ist noch europäische Erde, aber boch ist es fremb unb fern von Europa. Einmal ist es steingeworbene Erinnerung, unb wer an ber Insel Ithaka vorbei- gleitet auf sanft roiegenbem Schiss, ber glaubt ben homerischen Telemach bort auf seinen Stab gestützt zu sehen, um nach bem Vater Ausschau zu halten. Unb doch ist es lebendiges Leben, aber nicht das Leben Europas, sondern ein Leben, das ganz vom Orient beherrscht ist. Dieser Hafen Patras, wie ganz anders ist er, als irgendein Haken einer europäischen Küste. Das ist Farbe unb Geschrei unb Bewegung, aber boch Schmutz unb Unorbnung unb Trägheit unb Staub unb überall Verfall. Etwas Europäisches ist vielleicht hier unb bas ist bas Europäische, was man nicht von Europa lernen sollte. Obwohl die Möglichkeit besteht, Ladung unb Passagiere unmittelbar am Quai abzusetzen, barf bas nicht geschehen, muß in Boote umgelaben werben damit bie Gilbe ber Bootsleute nur ja nicht ihre Einkünfte verliere unb zu einem anberen Beruf gezwungen werbe. Ach nein, günstig ist ber Einbruck nicht, ben man von ben ökonomischen unb sozialen Verhältnissen biefes Lanbes gewinnt, bas einen Imperialismus zur Schau trägt, ber schon größenwahnsinnig zu nennen ist, wenn man Griechenlands Kraft an ber Kraft ber anberen Mächte mißt, die im Mittelmeerbecken um die Herrschaft ringen. Günstiger ist der Eindruck schon in Kreta. Aber Kreta war lange in türkischer Hand und wenn auch alle Türken jetzt ausgetrieben finb, so haben sie boch einen Wohlstanb, eine Orbnung unb faßt eine Reinlichkeit hinterlassen, wie sie auch Europa nicht an ollen Stellen besser kennt. Kreta. Vielleicht ist biefe Insel bie Wiege bes Menschengeschlechts: jebenfalls ftnbet man hier bie Spuren ältester Menschheits- tultur, einer Kultur, bie auch von ben Aegyvtern kaum ganz erreicht mürbe. Hier war bes Mino- tauros Palast. Hier ist bas Labyrinth, bas wahrlich wenn es für unser Auge auch nur bie primitive Aneinanberreihung von Einzelgemächern barstellt, in ber Zeit feiner Entstehung, wo man nur ben Einzelraum mit bem Dach barüber kannte, ein Meltwunber genannt werben burfte. In biefem kleinen Museum von Kanbia finb Schätze angehäuft, wie man sie in solcher Geschlossenheit wohl boch kaum in irgenbeinem Museum ber Welt, fei es im Louvre ober sei es im Britischen Museum, zu finden vermag. Ist es nicht überhaupt ein Barbarismus, eine Kulturlosigkeit sondergleichen, ein Verbrechen, durch das Europas Kulturwillen auf das traurigste geschändet wird, daß man wie Räuber in diese alten und ältesten Kulturstätten eindrang und aus ihneil bas wegführte, bas, so schön es an sich unb so geschlossen es in sich fein mag, boch nur Teil ist, Bruchstück bleibt, entwurzelt ist, wenn man es aus bem Boben nimmt unb aus ber Umgebung reißt, wo es erwuchs. Wäre es nicht eine Aufgabe für ben Völkerbund, dafür Sorge zu tragen, daß eine Insel, wie Kreta, ein unantastbares Heiligtum der Menschheitskultur werde, daß alles dorthin zurückgeschafft würde, was gestohlen wurde und was nun in allen möglichen Museen hängt unb steht ober gar in ben Prioatfammlungen amerikanischer Millionäre frem- ben Augen für immer verborgen bleibt? Der Völ- ferbunb ist nur ein politisches Gebilbe unb aller Kultur gänzlich fern, unb er vermag nicht einmal seiner politischen Ausgabe im geringsten gerecht zu werden, denn sonst häuften sich hier an ber levan- tinischen Küste nicht so die Explosivstoffe, wie sie sich häufen: denn sonst wäre bas Selbstbestimmungsrecht ber Völker, auch ber kleinen Völker, nicht bie hohnvolle Phrase, als bie sie heute von jebem empsunben wird, ber zu einem unterbrückten Volke gehört. Man sollte vor Aegypten warnen. Der Berliner, der bort hinkommt, wirb sehr halb bas ominöse Wort „Nepp" über bie Zunge springen lassen. Schon bei ber Ausschiffung in Alexanbrien beginnt es-, Außerordentlich höflich finb bie Herren. Auch die englischen Beamten, bie immer noch in ihren alten Stellen tätig finb, weil bie ägyptische Regierung angeblich nicht genügenb anbere Kräfte zu ihrem Ersatz finben konnte, bemühen sich, selbst dem Deutschen gegenüber höflich zu sein, aber_ man spürt boch von ihrer Seite eine verhaltene Feinb- Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) feligfeit, bie sich auch in ganz realen Wirkungen äußert, bie man aber nicht nachzuprüfen vermag, ba man fremb unb bes Lanbes untunbig, allem wehrlos ausgeliefert ist. Eine vorzügliche Bahn führt nach Kairo. Man fährt hier in Afrika burch- aus nicht schlechter, als man in Belgien ober Frankreich fährt, eher ein wenig besser, benn auf Reinlichkeit wirb ein beachtlicher Wert gelegt. Baumwollfelber, Baumwollfelber. Hin unb roieber kurzer Aufenthalt auf einer Station, wo man einige eingeborene Gestalten sieht, bie aber boch, selbst wenn sie ihre Lanbestracht tragen, völlig europäi- fiert sinb. Auch Kairo ist auf ben ersten Anblick nichts anberes als eine europäische Stabt mit Autos, elektrischen Bahnen, Lichtreklame- Warenhäusern unb Mobegeschäften unb Hotels, Hotels, bie sich von benen ber Großftäbte Europas in nichts anbc- retn unterscheiben, als baß sie an Stelle bes in Europa gebräuchlichen schwarzen Portiers einen weißen Portier unb biefen in einer Kosakenuniform haben. „Das ist nun Afrika", seufzt man unb fragt sich etwas unlustig, warum man bie Fahrt gemacht hgt. Am anbern Tage erhält man bafür benn boch bas freinbe Bilb, bas man ersehnte, wenn man eintaucht in bie Gassen unb Gäßchen ber Gin geborenen- stabt, wenn man ben Bazar mit seinen Tausenbcn von kleinen unb kleinsten Geschäftchen burchstreift, wenn man bie verschleierten Frauen sieht, bie mit grell geschminkten Augen, über ben schwarzen Schleier hinweg blitzschnell ben Frembling mustern, unb wenn man hinaufsteigt zur Zitabelle unb bort mit schuhlosem Fuß bas stille Heiligtum ber Moschee betritt. Hier fühlt man sich aus allem Hasten unb Jagen Europas herausachoben, hier werben Iugenbfehnfüchte wach unb Märchen von Taufenb- unbeiner Nacht lebenbig. Hier von ber Zitabelle aus fieht man benn auch fern am Horizont bas Wun- oer ber Pyramiben unb von hier aus finb sie ein Wunber. Fährt man jeboch mit ber elektrischen Tramway hinaus bis zu bem fashionablen Hotel, bas an ihrem Fuße liegt, so hält es schwer, ihren Einbruck als so überroältigenb zu empfinben, wie man nach ben Sternchen im Baebecker sich eigentlich für verpflichtet hält. Nur bie Sphinx — bie Sphinx, bas ist wirklich etwas, wo man steht unb schaut und stille wird, und wo die Ahnung von Jahrtausenden einen geheimnisvoll berührt. Aber da laufen langbeinige Engländerinnen herum und quetschen ihr „very nice" und ihr „mounberful" zwischen dünnen Lippen und haben doch nur Augen, nicht um zu sehen, sondern um den Kodak richtig einzurichten. Ganze Rudel schwärmen hier herum, unb ihr Austreten ist nicht gerabe geeignet, bas Prestige Englanbs in Aegypten zu verbessern. Die Geschichten, bie von arabischen Führern, die mit einzelnen Damen Monbscheinexkusionen in bie Wüste unternehmen, erzählt werben, mögen nicht alle wahr fein, fjaarfträubenb sind sie jebenfalls. In Port Said erreicht man wieber bas Schiff. Ein toller Hafen, wo sich ber Abschaum breier Kontinente mischt, unb ber aus einem einzigen Slum zu bestehen scheint, wenn man in bie nächtlichen Gassen einen Blick wirft. Frische Meerbrise unb bann wieber Lanbfchutz, Lanbschutz ber kleinasiati- fd)en Küste. Hier eigentlich erst beginnt ber syrische Küstenbummel. In Jaffa kommt ein Triumvirat an Borb. Da ist ber Englänber, als Vertreter ber Manbatsmacht, ber sich sehr zurückhält, ein Zionist, ber alle Sprachen beherrscht unb ber bie Pässe ber Einwanberer sehr genau barauf siebt, ob nicht körperliche ober geistige Infektion ins Lanb getragen werben. Unb als Dritter ein Araber, ber Würbe ?eigt, nichts als Würbe, unb ber höchstens einen freunblidjcn Blick hat, als er hört, baß Deutsche an Bord finb. Schon in Aegypten war man als Deutscher bei ber eingeborenen Bevölkerung bas Objett einer befonbers ausgeprägten Höflichkeit. Der Haß gegen ben Englänber ist ungeheuer unb aus biefem Haß entspringt wohl bie Sympathie für ben Deutschen, auf besten Senbung für bie Völker Afrikas unb Asiens man Hoffnungen zu setzen scheint, bie fast mystisch genannt werben können. Spannungen auch hier. Die Zionistenstabt Tel-Aviv ist an bas alte orientalische Jaffa herangebaut, wie man bei einer europäischen Stabt eine orientalische Siedlung als Lunapark errichtet. Unzweifelhaft bewunderungswürdig, was hier in kurzer Zeit geleistet wurde. Ein kleiner Ostseekurort hat kein besseres Ansehen, im Gegenteil, manche europäische Stadt kann bas neue Zion um seine Straßengestattung und um die Schönheit seiner öffentlichen Gebäude durchaus beneiden, aber wird es Bestand haben, wird bie zionistische Leitung wirklich auf bie Dauer für all bie Bauarbeiter, Hanbwerker unb ungelernten jübischen Abschub, ber aus allen Teilen ber Wett hier zusammenströmt, Brot unb Arbeit schaffen können? Wirb man es einmal fertig bringen, sich mit ber arabischen Urbevölkerung zu verstän bigen? Das sinb ungelöste Fragen, auf bie alle bisher gegebencen Antworten nicht genügende Antwort geben. Heiliges Land! Und wenn man tausendmal im Automobil sitzt, wenn man auch rechts und links moderne Kulturen sieht, über einem ein englisches Flugzeug knattert, man ist boch im tiefsten Innern ergriffen unb glaubt doch, dort die heilige Familie baherwandern zu sehen. Die Mutter mit bem Kinbe auf bem Esel und zur Seite schützend unb fürsorglich Joseph. Unb dort oben am bämmemben Himmel leuchtet ba nicht ber Stern auf, ber bie Hirten führte, unb ber auch ben Königen Leitstern war. Der Abend legt einen Vorhang über das moderne Jerusalem, unb so gewinnt man am Morgen als ersten Einbruck bas Bilb ber Innenstabt, bie ganz noch so ist, wie die Bilder unserer Schul- fibel sie malen. Verweilen, verweilen, das Grab fchildern, wo man tief gebeugt, demütig durch eine niedrige Pforte hinzutritt, den Gang durch die Kapellen unb Krypten mit flatfernbcn Wachskerzlein, an blinkten, heiligen Altären vorbei unb bie tiefe Anbacht, bie sich auf ben Gesichtern biefer armen Pilger ausprägt, die auf den Knien von einem Altar zum andern rutschen. Verweilen, verweilenl Der Oelberg unb bie Kreuzesstätte unb bie stille Kapelle ber Himmelfahrt unb bann ber Blick über bas Lanb Genezaret, wo jeher Stein ßegenbe ist, unb der Dornbusch am Wege dich anschaut wie eine Mahnung. Haifa war ehemals eine blühende deutsche Kolonie. Jetzt scheint auch hier der Zionismus stärker vorzudringen, unb, wie bas zwischen Jaffa unb Jerusalem geschehen ist, bas fdjon Geschaffene als ben gegebenen Unterbau für das in Angriff genommene Werk zu betrachten. Hier will man Industrien errichten. Eine Zementfabrik ist bereits beinahe fertigqefteUt, und andere Werke sind projeziert ober beftnben sich schon im Stabium ber Errichtung. Reges europäisches Leben auf ber Stabtfeite, hinter ber ber Berg Karmel mit feinen Klosterbauten aufragt. Auf ber anbern Seite ein Dünenftreifcn, ber im Meer verfließt unb ber eine Reihe von Palmen trägt, bie im melancholischen Auf unb Ab die Wipfel nach dem Hauch des Windes neigen. „Carnaro" nimmt den Kurs auf Beirut. Deutschland, Oesterreich und der n?.he Osten. Don unserem Wiener Berichterstatter Dr. Ernst Riesin er. Zwei Wochen nach Abschluß des Vertrages von Locarno wurde in München die deutsch* österreichische Arbeitsgemeinschaft begründet, die cs sich zur Ausgabe gesetzt f>at, den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Oesterreich zu pflegen und dadurch den Anschluß Oesterreichs an das deutsche Mutterland politisch, rechtlich, wirtschaftlich und — was vielleicht das Wichtigste ist — psychologisch vorzubereiten. Man mag sich zum Vertrage von Locarno und zu manchem seiner Details wie immer stellen, nicht zu bestreiten ist, daß er, im Zusammenhang mit den militärischen Rückschlägen Frankreichs in Syrien, Deutschland im östlichen Europa eine gewisse Bewegungsfreiheit sichert und die Möglichkeit einer aktiven Außenpolitik eröffnet. Und man muß dem österreichischen Gesandten in Berlin, Dr. Frank, beipflichten, wenn er jüngst als außenstehender Beobachter erklärte, daß daS politische und moralische Ansehen Deutschlands seit Locarno, namentlich in Ost- und Südost- curopa, erheblich gestiegen sei. Deutschland wird diese Wendung am besten dadurch auswerten können, wenn es sich auf jene Aufgaben besinnt, die seiner im nahen Osten harren. Das östliche Mitteleuropa hat die »Friedensverträge" noch nicht überwunden und wird diese auch niemals überwinden Das alte Oester» reich-Ungarn wurde nach dem richtigen Ausspruche Bismarcks seit 1848 nur mehr durch die Furcht der im mittleren Donaubecken ansässigen Heinen Völker vor dem übermächtigen Rußland zusammengehalten: dazu kamen noch wichtige wirtschaftliche Gründe, insofern sich die einzelnen Teile des ehemaligen Oesterreich-Tlngarn wirtschaftlich ergänzten. Mit dem Untergang deS Zarentums war die einigende Furcht vor Rußland weggefallen, die Habsburger Monarchie zerfiel. Aber der Raum an der mittleren Donau war nicht zu befrieden. AIS belebende Momente der Unruhe machten sich geltend das magyarische Ressentiment, die nationalpolitischen Kämpfe in der neugegründeten Tschechoslowakei und die wirtschaftliche Unausgeglichenheit Rest-OesterreichS. Montag, 25. November 1925 Schon feit 1920 sucht man nach Möglichkeiten, das mitteleuropäische Problem zu lösen. Die grohösterreichische Lösung, die Bildung eines Föderativstaates unter Führung W ens, war früher durch den ungarischen Unabhäng gkeits- drang sabotiert worden und ist seit dem unglücklichen KrieasauSgang erledigt. In der RachkriegS- zett bestand einige Zeil die Gefahr einer groß- tschechischen Lösung, einer polit.schen Ueberwälti- gung Oesterreichs und Ungarns durch b.c kleine Entente, unter Führung des Tschcchentums. Ein Paroli bot ihm die Haltung Italiens, das schon In seiner vorfaszistischen Zeit, noch mehr unter Mussolini, peinlich alle Ansätze zu einer neuen Grobmachtbildung an feiner Rordostgrenze zu vereiteln bestrebt war. So blieb also bis heute bie östliche Hälfte bes mitteleuropäischen Raumes ein politisches Chaos, obwohl bie bonaulänbische Wirtschaftsgemeinschaft mit bem Mittelpunkt Wien ben Fortbestanb ihrer Realität baburch sozusagen bemonftratio bewies, baß bie sich zoll- unb handelspolitisch voneinanber abschließenden sieben Nachfolgestaaten in eine große volkswirtschaftliche Bedrängnis gerieten unb von bie,er, trotz ber seither abgeschlossenen Hanbcls- verträge nicht befreit finb. Statt einer großen, naturgegebenen Autarkie sucht man jetzt, namentlich burch künstliche Züchtung von Inbustrien, sieben neue kleine Autarkien zu schaffen. Iammerschabe um bie baburch bebingte Vergeubung unb Fehlveranlagung vom Wirtschaftskapital! Im östlichen Mitteleuropa fehlt ein Wirtschaft^' regent. Dieser kann nur Deutschlanb sein: als Mittler unb Wegbahner kommt Oesterreich in Betracht. Historisch, wirtschaftlich, geopolitisch unb — ja nicht zu vergessen — auch psychologisch. In einem jüngst erschienenen Werke schilberte ein Schweizer ben österreichischen Menschen als einen eigenartigen Eha- raktertypus, als einen feinfühlenben, verftehenben, schmiegsamen Kulturmenschen, berufen unb geschult als Vertreter mitteleuropäischer Dermittlungsarbeit. Dieses österreichische Talent muß sich Deutschlanb auf seinem Wege nach Großbeutschlanb zunutze machen. Mit ber Cinglieberung Oesterreichs in ben beutschen Staatskörper wäre nur halbe Arbeit getan. Sieben Millionen Einwohner mehr, schöne Alpengegenben unb, wenn einmal es sein muß, tüchtiges, wetterhartes Solbatenmaterial. Alles recht schön, aber Deutschlanb barf nicht vergessen, baß cs zwei Drittel seines Außenhanbels verloren hat, daß in biefer Beziehung Rnßlanb noch lange bie Rolle ber „ewigen Braut" spielen wirb unb baß auch ein ober bas andere Kolonialmandat nicht im entferntesten einen Ersatz bedeutet. Durch unb mit Oesterreich aber kann Deutschlanb Mittel- unb Sübofteuropa wirtschaftlich burdjbringen. Anschluß Oesterreichs, Großbeutschlanb, Mitteleuropa finb Begriffe, bie — man denke nur an Naumanns „Mitteleuropa" unb an bie österreichisch- deutschen Zollverhanblungen in Salzburg von 1917 —, noch in der Kriegszeit wurzeln, bie nach 5>teber(age unb Umsturz Jahre hinburch ein from- Die junge Muster trinkt während der Stichelt ?ur Stärkung, Appetit- anregung und Förderung der Älilchbildung täglich dar extraktreiche, alkoholarme Angenehm im Geschmack wird es gerne dauernd ge- nommmen. Das Hacker-Nährbier ist }U haben in allen durch Schilder und Plakate kennttid) gemachten Apotheken. Lebensrnittel- und Feiekostgeschäften. Man verlange ausdrücklich Hacker-Nährbier, nicht ngend ein Bier, welches nur mit Farbmah schwär) gefärbt ist und auch nicht annähernd den gleichen Nährwert bat. Alleinige Herstellerin: Actiengesellschost Hackerbräu München, 500 Fahre bestehendes Brauhaus. Alleinvertrieb für Gießen u. Umgebung: Firma Georg tzebstreit.Giehen,Klinilstr.2l, Fernruf 163. flter Wunsch blieben, jetzt aber wieder zur Wirk- vchkeit reifen. Das Wichtigste ist, sie richtig zu prägen, nicht als Äußerlichkeit zu erfassen, sondern rnnerlich zu durchleben. Dann besteht die Gewähr, daß Deutschland im Osten mehr zurückgewinnt, was ihm der Friede zu Versailles im Westen genommen hat. Oberhessen. Lanvrreis Gienen. £ Wieseck, 23. Nov. Endlich ist die Eröffnung der Autobusoerbindung Wieseck — Gie- h e n in greifbare Nähe gerückt. Sicherem Vernehmen nach treffen die bestellten Büssingwagen gegen Ende der Woche hier ein. Sie haben bekanntlich ein Fassungsvermögen von 52 Personen bei 42 Sitzplätzen. Me begreiflich großer Spannung sieht man hier dem Eintreffen der Wagen entgegen. In dem engeren Ausschuß wird gegenwärtig mit Hochdruck gearbeitet, um die letzten notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Der in Aussicht genommene Fahrplan versucht den verschiedenartigsten Wünschen und Bedürfnissen gerecht zu werden. Der Fahrdienst soll sofort nach dem Eintreffen der Wagen aufgenommen werden. Die Inanspruchnahme des Verkehrsmittels dürfte bei dem gegenwärtigen ungünstigen Wetter sofort eine sehr rege werden. * Alten-Buseck, 21. Nov. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hält der hiesige Arbeiter- Gesangverein ..Germania" sein diesjähriges, zum ersten Mal größeres, Wintervergnügen ab. Dec Verein steht unter der Leitung des be.oährten Dirigenten Heinrich Meyer aus Wie, eck. y. Lollar, 22. Rov. Die Feier des Totensonntags versammelte, wie immer, so auch diesmal eine große Gemeinde in der Kirche zu Kirchberg. Im Mittelpunkte des Gottesdienstes stand der mehrstimmige ergreifende Chor der Konfirmanden: „Mitten wir im Leben sind von dem Tod umfangeji" (vorreformatorisch), dessen erster Vers Luthers Ueberfetzung des lateinischen Liedes darstellt, das auf Notker von St. Gallen zurückgeführt wird. An den Gemeindegottesdienst schloß sich eine kurze, würdiae Feier vor der Kirche am Gefallenendenkmal an. Dort legten fünf Konfirmanden mit passenden Worten selbstoersertigte Kränze für die Gefallenen der fünf Kirchspielgemeinden nieder, wie dies alljährlich zu geschehen pflegt. — Gestern feierten Christian Viehl und seine Ehefrau Katharina geb. Schwalm im Kreise ihrer Kinder und Enkel das Fest der goldenen chochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich guter körperlicher und geistiger Gesundheit. In einer ernsten kurzen Feier sprach am Vormittag der Ortsgeistliche herzliche Glückwünsche aus. Ebenso der erschienene Vorstand des evangelischen Frauenvereins, der zugleich ein passendes Geschenk überreichte, begleitet von dem selbstverfaßten Gedichte einer Vorstandsdame. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 22. Nov. Es i|t dankbar anzuerkennen, daß sich Gießener Untversitäts- professoren auch in den D i e n st der Volksbildung stellen und so weiteren Kreisen Gelegen- hett gediegener Unterhaltung und Belehrung geben. So hatten wir im Volksbildungsverein wieder Gelegenheit, Professor Dr. Harrafsowitz von Gießen zu hören, der durch seinen früheren hochinteressanten Vortrag über den „Rhein" noch in bester Erinnerung steht. Diesmal lautete das Thema: „Die Geologie Oberhessens". Der Redner erläuterte an der Hand einer Anzahl sehr guter Lichtbilder die geologischen Verhältnisse unserer näheren Heimat, besonders des Vogelsberges. Er zeigte die typischen . Kennzeichen der vulkanischen Gegend an zahlreichen 1 Lichtbildern vom Vesuv, Aetna usw. Dieselben Kenn- --zeichen finden mir auch zahlreich im Vogelsberg, die vielen Soolquellen, dis mir hier finden, sind Zsu- • gen der ehemaligen Vulkane, ebenso das Vorkommen von Steinsalzen, Düngersalzen usw. Die zahlreich erschienenen Zuhörer dankten dem Redner, der es verstand, den Stoss sehr anschaulich zu beleben, durch reichen Beifall. — In schlichter, aber überaus feierlicher Weise begingen die Mitglieder der vereinigten Militärvereine heute die Feier des Toten- festes. Vormittags fand Gottesdienst in der Stadtkirche statt. Diese war bis zum letzten Platz besetzt. Stadtpfarrer Lic. Gengnagel hielt eine der Bedeutung des Tages angepaßte Weiherede. Nach Beendigung des Gottesdienstes formierten sich die Vereine wieder zum Gang auf den Friedhof. Hier fegte Bürgermeister Dr. Seyd im Namen der Stadt an dem Grabe der 1870,71 hier beerdigten Feldzugsteil- Franziska. Roman von LieSbet Dill. 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Wenn ich sie nicht zu überspannen Pflege, i G a m b a ch, 21. Nov. Heute morgen 3 Uhr kündete die Sirene der in unserer Gemarkung gelegenen Grube „Adler" Feuer an. Der Hilferuf wurde jedoch infolge der Nacht nicht gehört. Nur unser Schäfer, brr sich gerade auf dem Felde befand und einen Waldbrand an= nahm, hatte sofort den Förster benachrichtigt. Es war jedoch anders: die Holzbaracken des Werkes in einer Länge von 50 Metern standen in Flammen. Da nur einige Arbeiter zu dieser Zeit beschäftigt waren und eine schnell e Hilfe nicht möglich wurde, griff das Feuer rasch um sich. 3n einigen Stunden waren sämtliche Räume, der Ausenthaltsraum für die Arbeiter, das Magazin, das Bureau, d'.e Schreinerei und die Küche des Werkes vollständig nieder- gebrannt. U. a. sind zwei Waggons Dielen dem Feuer zum Opfer gefallen. Auch drr Kassenschrank, der sich im Bureau besaiür, bat starken Schaden erlitten. Ueber die Ursache de§ Brandes ist bis jetzt noch nichts befamit. Der Sachschaden ist erheblich. £ Rockenberg, 22. Nov. Der am 15. November gewählte Gemeinderat seht sich in beruflicher Hinsicht wie folgt zusammen: 4 Landwirte, 4 Beamte, 3 Arbeiter, 1 Gewerbetreibender. Wie verlautet, ist gegen das Ergebnis der Wahl Einspruch erhoben worden. —Afsenheim, 22. Nov. Durch Groh- feuer zerstört wurde heute nachmittag d'.e an dem Zusammenfluß von Wetter und Nidda gelegene Walzenmühle des Besitzers Koch. Das Fer.er brach nachmittags kurz nach 2 Uhr aus, es fand in dein Getriebe der Mühle und in den großen Mehl- und Fruchtvorräten reiche Beute. Aus allen Fenstern des vierstöckigen Gebäudes und aus dem Dachräum konnte man bei Einbruch der Dunkelheit weithin die Flammen gegen den Himmel lohen sehen. Ein Glück war es, daß die beiden Flüßchen reichlich Wasser zum Löschen boten, sonst hätte sich eine furchtbare Feuersbrunst entwickeln können. Aus der gesamten Umgegend waren die Feuerwehren an die Brandstätte geeilt. Die Mühle war mit allen neuzeitlichen Einrichtungen versehen und erst seit zwei 3ahren von dem Besitzer Koch umgebaut worden, so dah sie eine der größten Mühlen der Weiterau war. Die Ursache des Brandes dürfte wohl auf Kurzschluß zurückzuführen fein. C Niederflorstadt, 21. Nov. Hier wurden von den Schulkindern Geldspenden für das Krüppelheim in Nieder.Ramstadt gesammelt. Trotz der großen Geldknappheit steuerten die meisten Schüler ihr Scherflein bei. In einer Schulklasse von 49 Kinben — fast nur aus Ar- beiterkreison — wurden 19,20 Mk. aufgebracht. Das Gesamtergebnis aus allen Klaffen belauft sich auf 73.10 Ml. Der Grund für diese große Opferfteudig- feit der Kinder, die zum Teil auf ihre Frühstücksbrötchen verzichteten und das Geld ablieferten, liegt wohl darin daß von hier ein zwölfjähriges, ganz verwachsenes Mädchen in Nieder- Namftadt untergebracht ist. Das Kind kann nun nach etwa anderthalbjähriger Behandlung stehen und hoffte bei feinem letzten Besuch hier, auch bald gehen zu können. Es ging sehr gern wieder nach Nieder- Ramstadt zurück, um ganz geheilt zu werden. Kreis Büdingen. Echzell, 22. 2Iov. Gegen die Gemeinderatswahl ist Einspruch erhoben worden. Es sollen bü der Wahl Ungesetzlichkeiten vor gekommen fein. Kreis Schotten. WSN. Rebgeshain. 21. Nov. Artbürgermeister 3ohannes Rausch ist im Alter von 78 3ahren gestorben. Er war 35 Jahre lang Bürgermeister unserer Gemeinde. • Aus dem Vogelsberg, 21. Nov. Der Frost spanne r, der im vorigen Herbst zu Hunderten an den Klebgürteln hing, ist in diesem 3ahre kaum anzutreffen. Die in diesem 3ahre angelegten Klebgürtel find fast völlig , leer geblieben. Die großen Schäden, die im Frühjahr durch Frvstspannerraupen hervor» gerufen wurden, haben viele Obstzüchter zum Anlegen von Fanggürteln veranlaßt. Die hoch- erfreulichen geringen „ Fangergebnisse" dieses Herbstes dürfen aber doch niemand abhalten, diese unbedingt nötige Maßnahme im kommenden Herbst zu treffen. und ihre Nerven erzittern zu lasten und in Schwingungen zu versetzen. Es gab in dieser wunderbaren Stadt, die sich im Frühjahr mit Florenz vergleicht, so viele verborgene Wege, auf den Höhen, in heu Wäldern, zwischen den Weinbergen, so viele 'Bänke, Bänke mtt Fernsichten auf das grüne blühende Tal und auf die blauen Berge, die sich da- zwischenschoben, und lauschige Plätzchen, so viel versteckte Restaurants, in denen beim Schein der Gaslaternen Paave saßen, die hier in der Abenddämmerung zu Abend aßen. Zu ihren Fußen lag die Stadt im Dunst der roten Lampen. Der Bahnhof schien in ein wahres Feuermeer von roten Flammen und Lichtern, die sich mit aufsteigendem schwarzen Dampf und Rarrch vereinigten, getaucht. „Wie eine Holle", sagte Franziska. Es war so verlockend, auf dis Höhen hinaufzufahren mit der leichtgleitenden. Bahn, welche die Berge so bequem ertfomm, und diese leichte Gebirgsluft dort oben zu atmen, und den Duft der Gärten des Malerdorfs mit den reizenden Häuschen, den weißen Zäunen und Blumei?. Franziska war bisher nicht über die Königsstraße, den Theaterplatz und den Bahnhof hinausgekommen. Die weiße Blütenpracht verwandette sich in einen staubigen Sommer, auf dem Königsplay sielen die Blätter von den Däwnen, die Häusev schlossen ihre Augen, und die Sorlnenlichter spielten hinter geschlossenen Lidern auf dem Teppich. Franziska trug zu HauS ein weißes, svihen- besehtes Gewand aus weißer Crepe, hatte ihr Haar aufgelöst und genoß ihre freien Tage, auf der Chaiselongue ihre Rollen studierend, bis 5um Abend, wenn Hasse aus 6ent Lazarett kam um sie abzuholen. Sie hatteit einen großen, wenig besuchten Garten am anderen Ende der Stadt zwischen einer alten Allee und dem Fluß ausfindig gemacht. wo man sicher war vor Bekannten. Eine Kapelle spielte, wie man sie manchmal in solchen Gärten findet, zufällig beseht mit einer führenden Geige, einem verkommenen Genie, über das der Sommerabend Hnen Zauber übte und das sich hier in Tönc-n berruschtc-, während das Cello, die Dratsck'e und ein Klavier, ihm fölgten. gleichsam mitberaus 5'. 1 Fortsetzung folgt.) - Karin Fall von - All m S W01 Mensühreci gewiesen. W 6inet drr aU8 'TübM wieder S dah der2« anval« jungen ilw Gröhe einer DöA. bullen im ■ endeten K a Ueber M-w Orte wurde dieselbei'. gelten. r-'M-' »S Strecke, to(ei IM." N C DSA. Zvangsi anstall ver Dienstknecht nenDier und verdus gelungen, i zunehme ein seststchei Strafe wird «brach! ttt. t ß der M Selchckfts Kleider in 1 Ser Polizei zunehmen. Q konnte Wied * Dei Zur 3ür( 5erfammhin teir und Gtabtbeit Einstimmig 6 dah cs ein r wäre, wenn i als sachli« würde. Mit ticren hiehe der En'wickl Dienst ettoei und QIngeih weiftet, her sehr bebaut die Stabt' gehen hochg ihm haben. aufderHSk Fortsntwick ist letzten ( stelltenschofj ihre etfofgr die bisher bleibt Es t gemein ane einen Stillst Grunde, wej Atigen Du, Amtsdauer n Angestellten nüen das Nftettoafti um das D, Innern ur *1, die K unter Kn Mvn Qermeii Kch die ^ersanunlu mnter dem W SjÄ 6,40 Füller c klontet Indien ^gesahr feier «a; H /11« । Oh, M Bor 'Wine4» geti^ u äl erlitt ? le Tvd jn lcht n wen . wbibet ■'Mei "led-r. "^Dielen ÜUtarfen ' SranM WMtR £<& L^S • W ni*. M'7u Ld^' JW Es &A* rt ®n 15. ‘ M fi* r,b dos ®tlb er ein zwöls-- en Mühlen S Drcmdrs Henlein. hier wur- enben für Üiamstadi citfleuerten L 3n einer ir -aus Ar- ibradjt Iss uft sich aus mn nun nad) stehen und ch bald oehen nach Dliebtr >rbtn. en. HGroh- JiniUag und Aidtza h'.rs Avch K 2 Uhr Kugle und wten reiche UcrMgen •onnte mm e Flamm ück Lar es, Soffer »um furchLara s der ge° vchrm an >r mit allen nd erst leit Lernern- )vdm öor* WW1 lov. Dtbür- n Mr ton Jahre lang II, M. i Herbst fii >ing, ist in elfen. ®k ctel find fofi Schäden, die iben hervor' lzüchter M t Die hoch' rilfe“ dM 15 abhauen, im kommen- [en und in etabt, die M so viele in den Dai' Diele W- inc blühend di- M $ chen. fo Al S K hier m der . Zu chren c roten ahresSe-^ MU? * S’nL B. am JJ Ne«*1 m edlonun. lervvrss ®'- Zäunen £ M r V5* tjuniJ KreiS Alsfeld. *e& BurgTemünden, 20. Rov Welch reiche Jagdbeute bei den .^^^hngen Treibjagden erzielt wurde, beweist die Tatsache, daß gestern auf der Station Burg- und Nie- der^Gemimden 4 7 Rehe und fast eben oviel Hasen verladen wurden. Dabei muß berückI'chttgt. werden, daß die Jagd noch nicht beendet rst. Sämtliches Wild wurde in den staatlichen Waldungen, die zwi- schen Maulbach, Homberg, Dühleld und Nieder-Ge- münden gelegen sind, erlegt. Aus dem nördlichen Teil der Gemarkung Nieder-Gcmunden und m einigen Distrikten der Försterei Homberg kamen gestern insgesamt 17 Rehe, 11 Hasen und 1 Fuchs zur Strecke, währenddem ein zweiter aufgetriebener Fuchs rechtzeitig das Weite suchte, so baß ihn das W nicht mehr erreichen konnte. Daß m die.em Oflh- eine so große Beute an Rehwild erzielt wurde, Iwt seinen Grund wohl darin, daß der Abschuß in den beiden vorhergehenden Jahren nur in beschränktem Maße erfolgte. bl. H a i g e r, 21. Rov. Im Laufe dieses Jahres sind in unserer Stadt etwa 15 Neubauten in Angriff genommen worden, von denen der größte Teil bereits fertiggestellt ist. Die Häuser enthalten im Gesamt etwa 2 5 Wohnungen. Bon feiten der Stadt wurden 3 Gebäude errichtet, die im Rohbau dastehen. bl. Fleisbach, 21. Noo. Nunmehr sind auch in imfcrer Gemeinde Bestrebungen zwecks Errichtung eines Kriegerdenkmals im Gonge. Der Kriegerverein hat sich der Sache angenommen. bl. S e ch s h e l d e n , 21. Nov. Die hiesige evangelische Kirchengemeinde läßt z. Z. die K i r ch e r e - no vieren. So wird der Boden neu gelegt ui!b sonstige dringend erforderlich gewordene Ausbesse, rungen erledigt. — Im Laufe dieses Jahres entftan* den in unserer Gemeinde etwa 10 Neubauten. bl. Manderbach. 22. 'Nov. Vor einigen Tagen hat die hiesige Schwerspatgrube ihren Betrieb wieder ausgenommen. Zirka 70 Arbeiter aus unserer Gemeinde unb dem Nachbarort Frohnhausen werden dadurch wieder lohnende Beschäftigung finden. Maiugau. WSN. Frankfurt a. M, 22. Nov. Sn der am 20. November stattgefundenen Ziehung der großen Wohlfahrtslotterie de» Dühnenvolksbundes ist der Hauptg«-» toinn, eine Billa mit vollständigem Mobiliar, auf die Nummer 419 705 entfallen. Der Gewinner ist ein unbemittelter jungverheirateter Angestellter aus unserer Nachbarstadt Höchst fehlen. Damenhockey-SLädtekamps Hamburg - Berlin 2:2. oo. Bei trübem, zu Regen neigendem Wetter fand am gestrigen Sonntag in Hamburg (THC.-Platz) der Städtekampf der Damen Hamburg—Berlin statt. Beide Mannschaften lieferten sich ein schönes, im großen und ganzen ausgeglichenes, faires Spiel. Wenn die Hamburger Damen auch zeitweise etwas mehr vom Spiel hatten, so reichten sie doch wiederum an die vorzüglicbe Kombination der Bereliner Stürmerinnen nicht heran. In der 15. Minute der ersten Halbzeit fällt durch eine verwandelte Ecke das erste Tor für Berlin. Fünf Minuten später schäften die Hamburgerinnen durch den Durchburch der rechtsaußen spielenden Stürmerin den Ausgleich. 1:1 zu Halbzeit. Acht Minuten Mb Wiederbeginn geht Berlin mit 2:1 in FuhrunAMber schon vier Minuten später gelingt es Hornburgs Mitte, einen glatten Durchbruch zu verwandeln. Beim Stande 2:2 bleibt es, bis zum Schluß sieht man offenes Feldspiel und manche kritischen Momente, besonders günstig für die Berliner Damen. Doch zu einem zählbaren Erfolg kommt es nicht mehr. Berliner HandbaAmeisterschast Äer Turner. vo. Die Spiele der Berliner Handballmeistsr schäft der Turner brachten fast durchweg die erwarteten Favoritenftege. Der Kreismeister TSV Lichterfelde gewann gegen den Liganeuling MTV Adlcrshof 2:0 (0:0). — TV Gutsmuths mußte im Spiel gegen BT 7. M. A. auf seinen altbewährten Tormann verzichten, konnte aber trotzdem 3:1 gewinnen. — 3m Spiel DTG — TD Dörner errang die Turngenossenschast nur einen knappen 1:0 Sieg. Heber Erwarten gut schnitt M. T. V. gegen TSV Spandau 1860 ab, indem er dem Altmeister nur mit 5:4 die Punkte überließ. Die einzige Lleberraschung des Tages gab es in dec Begegnung BT 2. M. A. gegen TSV Tempelhof, indem hier BT mit 1:3 verlor. TSV Schöneberg setzte sich mit einem 2:0 Siege über VfL Charlottenburg an die Spitze der Tabelle. 3m Gesellschaftsspiel mußte MTV Mariendorf von Nowawes 62 eine 2:4 Niederlage chinnehmen. Von den beiden Tumerinnenspielen endete die Begegnung MTV Adlersdvrf gegen BTSD Frieden unentschieden 0:0, während die Turn- gemeinbe i. D. ihren größten Rivalen, die BT, mit 2:1 (0:0) zu schlagen vermochte. Tagung des 5 chwimniausschusses der D. T. vo. Dieser Tage trat der Schwimmausschuß der Deutschen Turnerschaft zu einer Tagung in Mainz zusammen, in der einige wichtige Fragen ihre Erledigung fanden. Das Schwimmfest der D. T. kann nicht, wie beabsichtigt, in Leipzig ausgetragen werden, da die Schwimmbahn nicht den Anforderungen von Meisterschaftskämvfen entspricht. Es sind dafür Düsseldorf oder D u i s b u r g_ in Aussicht genommen, doch ist eine endgültige Entscheidung noch nicht getroffen worden. Bekanntlich hat sich auch der Kreis Mb Berlin um die Austragung der Veranstaltung beworben. Als reichsoftene Veranstaltungen wurden folgende Schwimmfeste aenehmigt: Jahn- schwrmmen der Halleschen ^.urnerschaft am 13. und 14. Februar: das Jubiläumsschwimmen des Turnerbundes Stuttgart am 25. April anläßlich des lOjähr. Bestehens: im Rahmen der Kampfspiele das Fest des Turnvereins Frankfurt a. M. im Oktober und eine Veranstaltung des Stettiner Turnvereins, deren Termin aber noch nicht festgelegt ist. Auch zu den Deutschen Kanrpsspielen zu Köln wird die Deutsche Turnerschafl ihre besten Schwimmer entsenden. Die Schwimmlehrgänge werden von der D. T. auch finanziell unterstützt. Die hierzu verfügbaren Gelder werden nach Maßgabe des Schwirnm- wartes der D. T. angewiesen. Recht erfreulich ist es, feststellen zu können, daß die Turnerschaft alle Bestrebungen der Deutschen Lebensrettungsgesell- schast tatkräftig unlerstutzt. Auf dem Turntag 1926 in Bremen wird der Antrag gestellt, daß jeder Turnkreis die Mitgliedschaft der B. L. R. G. zu erwerben hat. Auch ift beschlossen, auf dem Turntage eine Sitzung der Kreisschwimmwatte abzuhalten. Ein Schwtmmiehrgang für Turnerschwimmer soll bei der Preußischen Hochschule für Leibesübungen beantragt werden. Turner-Schwimmwettkampf. Die Tumerschwimmer trafen sich zu einem Stadtekampf in Hamburg, der von den besten Mannschaften der Städte Hamburg und Berlin ausgefochten wurde. Nur sehr knapp konnte Berlin den Sieg sichecstellen. Mit 44 Punkten gegen 43 Hamburgs hatte sie das bessere Ende für Nch. Berlin gewann die Punkt« in der 4x40- Metcr-Lagenstafsel, 100-Meter-Brustfchwimmen, lOck'Meler-Del.-Schwimmen, 100-Meter-Rücken- Schviimmen, während Hamburg das 100-Meter- Seitt-Schwimmen, 4x40-Meter-Bruststaftel und die Schnellstafsel gewann. Beim Springen und Tauchen teilten sich beide Städte in die Punkte. Gesallenen-Gedächtnis- schwimmen des S. S.C. 89 Berlin Das bereits traditionell gewordene Ge- fallenengedächtnis-Schw.mmen. das der Schwimmsportclub vdn 1889 Berlin alljährlich am Toten- foimtag zum Austrag bringt, erfreute sich auch diesmal reger Beteiligung und 'eine- für Berlin nicht immer ztr findenden guten Besuches. Eine vorzügliche Leistung stellte Schubert - BreSIau im zweiten Rück-iftchwimmen über 200 Meter auf. Mit 2:54,8 schuf er Rekordzeit, die jedoch keine Genehmigung finden kann, da die Dahn nichi den Vorschriften entspricht. Das 1. Brustschwimmen 100 Meter und auch über 400 Meter gewann Kummert-Hellas-Magdeburg. Heinrich Pos.-Leipzig hatte in 400 Meier Freistil in Neitzel keinen schweren Gegner. Dagegen tonnte er die 100 Meter nur knapp gegen Holtmann- Magdeburg und Dahlem- Breslau an sich bringen. Das Zürner-Gedächtnissprinqen sah Luder- Berlin knapp vor Schrotte r-Breslau als Sieger. Die zweite Senior-Freistil- uitZ> auch die zweite Senior-Lagenstaffel konnte Poseidon- Berlin beide Mal« vor S. S. C. 89 gewinnen. Wirtschaft. Die Lage auf dem Kohlen- und Eisenmarkt. (Bon unserem Essener Mitarbeiter.) Die Lage auf dem Kohlenmarkt hat sich in der letzten Zeit ziemlich erheblich verschlechtert, wie schon die neuerlichen Stillegungen, Feierschichten usw. beweisen. Sowohl in Industrie- als auch in Hausbrandkohle ist der Absatz zur Zeit sehr schlecht. Besonders unangenehm ist auch die Verschlechterung des Ausfuhrgeschästs. In den letzten Monaten hat sich die Einfuhr an Steinkohle erheblich gesteigert, während die Ausfuhr deutscher Steinkohle zuruckgeaangen ist, eine Verschlechterung, die zum großen teil von dem stärkeren Eindringen der von der englischen Regierung subventionierten englischen Kohle herrühtt. Große Schwierigkeiten machen zur Zeit auch die Einfuhrerschwernisse, die oon verschiedenen Ländern (z.B. von Belgien) der deutschen Kohle bereitet werden. Die jetzt festgesetzte Lohnerhöhung macht, auf die Tonne berechnet, eine Der teuciung der Förderkosten von etwas Über 60 Pf. aus. Dadurch wird die infolge der Steigerung der Leistung erstelle Selbstkostenverbtlligung oon 30 Pfennig wieder restlos hinsällitz. Da auch die Gewinne aus der Nebenproduktton und aus öem Kohlenhandel nur relativ geringfügig sind — insgesamt 75 Pf. je Tonne Nutzförderung — bei ver lustbringenden Preisen in der Förderung, bezeichnet der Ruhrbergbau allgemein die Lohnerhöhung als untragbar. Aus dem Eisenmarkt ist die Lage nach wie vor flau. In der Schwerindustrie, die in normalen Zeiten eine der stärksten E'isenverbraucher ist, werden Neu- und Umbauten kaum errichtet. Die weiterverarbeitende Industrie kauft nur das Aller- nötigste: sie schließt neue Käufe erst nach Verarbeitung des bereits lagernden Materials ab; außerdem geht sie teilweise sogar dazu über (wie z. B. die Werften), oon den eigenen Lagerbeständen die überflüssigen Mengen abzustoßen, um dadurch ihre finanzielle Lage zu erleichtern, auch findet man häufig zwischen befreundeten Firmen Umtausch von Material, um dadurch neue Bestellungen zu ersparen. Der Handel kauft nur soviel neu ein, wie er vorher an seine Kundschaft an alten Beständen verkauft hat. Das Auslandgeschäft hat sich in der letzten Zeit erheblich verschlechtert; der dauernde Rückgang des französischen Franken macht den französischen Werken eine starke Steigerung ihrer Dumpingverkäufe möglich. In der letzten Zeit ist daher die Einfuhr französischen Eisens nach Deutschlang ungefähr 6—7mal stärker als in der ent sprechenden Zeit des Vorjahres. Für die deutschen Werke sind die im Ausland erzielbaren Preise so verlustbringend, daß die Verluste durch die Jn- landpreise nicht mehr ausgeglichen werden können. Von den Auslandverhandlungen auf dem Eisenmarkt hört man beinahe nichts mehr; die Forderungen der Franzosen sind unerfüllbar. Die Preise sind schlecht; sie halten sich auch für die in Verbänden zusammengeschlossenen Produkte vielfach nicht unerheblich unter den offiziellen Sätzen. Die Beschäftigung der Werke ist verschieden; da, wo ausgesprochene Qualitätsware hergestellt wird, dürfte sie für längere Zeit reichen. Die neuen Aufträge der Reichsbahn, des Auslandes usw. sind im Vergleich zur Gesamtproduktion bei weitem nicht so groß, als daß eine grundsätzliche Belebung durch sie herbeigesuhrr werden könnte, von diesen Aufträgen ist mehr Aufhebens gemacht worden, als ihrer tatsächlichen Bedeutung entspricht, da sie sich weit mehr unter den in normalen Zeiten üblichen Ziffern halten. An eine Besserung des Eisenmarktes in der näheren Zukun'i wird allgemein nicht geglaubt, zumal die zahlreichen noch lausenden Dorverbandsabschlüsse infolge der mangelnden Aufnahmefähigkeit dieses Marktes zu ihrer Abwicklung doch längere Zeit gebrauchen, als man ursprünglich gedacht hatte. Stabilisierung des französischen Franken und befiere Versorgung des Kapitalmarktes m Deutschland sind die ersten Vorbedingungen für eine grundlegende Besserung des Eisengeschäftes; daß diese beiden Voraussetzungen bald eintreten werden,daran ist wohl nicht zu denken. # • Vom Erzbergbau im Oktober. Aus dem Lahn-Dillgebiet und Ober - Hessen wird gemeldet: Entsprechend den vermehrten Stillegungen von Hochöfen im Ruhr- gebiet hat sich die Lage auf dem Eissnrrzmarit im Monat Oktober weiter verschlechtert. Dir Dedarssbasis ist enger geworden, und eS ergab sich ein äleberangebot hochprozentiger Ausland- 7i ZA gt. 2?5 $$£: *8? -Die S 2^eichbM *a« M« l>°* S$; $ä- 5en: W1 119 nw; Ser Md) UebertoW eine ganze - gung der das ganze i- damit auch ren tnnn.»« behalten, du verfrefung f flug wüt.DQi aber ofsenbai kr die Wui getan, den » viel tiefer Jh alles, was di berichte- übt träges selbst Neues zu I- was er sagt aus die Oppi Kabinett noch einmal tion zu gel Deutschland, dem auch fü der W. i lesen. Da» f[ch in venia an, daß er oi Diöerrus eimal iwtifi ähnliches für 16 plant, so mchr für 5 Er prägt öc der ®etDi unb läßt m mand von i frieden iff; Ac umu.ng 13one in a fremde Tr den kein 7 Teilt von Lx Auch He dar inner! Aur in den Tiüdititt bei bemerkt dazu Wesen wäre, fobinett die nicht getan Locarno nich Wang in Jeichspr Sah ist zd> er enthält < on die deut her dem A. erkennenstve deren rechtem Men die $ lausen. Man Ht.& mac x deckt rj vlrefetnai.n u S0 hätten i “jwn. 3ebe SS , 8 , Berlin «nb üherfüi! Beratung fr ZLr° ^.-30 Uhr, m Knister 2r Öraj$nil}i .Präsident fe«- '««"ierf N)t .d.> beuti*1? Börsenkurse. sich am Berlin, 09447 der Vorstand. 11093b Die Tel.'240 nud) nackt- November 1926 S4U. Berliner Produktenbörse. 21. Rov. Heute konnten 388 BIS Gießen Wetzlarer Weg 51 Karbach bei Marktheidenfeld Bei Eis und. Schnee gebrauch.' sie täglich. Stets scharf und Kronentritt unmöglich Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Censi Schürger Christian Eckhardt Mille, MWMS wird voraussichtlich in aller Kürze wieder nach Selteravrear tn tbren nrforüngllchen Raum verlegt. Wir sehen unSdaher veranlasn, dieselbe am Sktrckenolatz ab 25. bteie» Monars zu Rc'iließen. welches wir den werien Besuchern zur Kenntnis zu bringen. Hkrso, Mittel!«. Alilioiicell-Erllttl. Giehen. Pferdeverkanf. Am 25. November 1925, 10 Ahr vormittags, wird auf dem Hofe der Denen Kaserne ein ältere-, arrangierte- Reitpferd öffentlich versteigert. 11091D I. (Hess.) Bataillon 15. Znf.-Regls. LZWWWWK 9/füröie Ifcpfivälehe Jr Pariangen Sie die neue Doppelpackung. Preis 35Pf* litt idealster Korsettersatz. Verkauf jeden Mittwoch PIMr. 131. i Berliner Produktenmarkt die Preise für Brotgetreide nicht behaupten. Immerhin waren die Anfangsnotierungen für handelsrechtliche Lieferung nur wenig matter. Zeitweise waren Frühjahrsmärkte wieder bevorzugt. Das Angebot vom Inland war von einzelnen Seiten etwas mehr zunehmend, im Durchschnitt noch immer ansehnlich klein und in den Forderungen nicht nachgiebiger. Gerste ziemlich fest. Hafer in feinen Exportwerten weiter begehrt, aber nicht teurer, sonst ruhig. Für Mehl waren-die erhöhten Mühlenforderungen nicht durchzusetzen. Futterartikel ruhig. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märf. 233 bis 236, do. Dez. 250,50 bis 249, do. März 255,50 - bis 255, do. Mai 258, Roggen, mark. 150 bis 153, d. Dez. 171, do. Marz 184 bis 183,50, do. Mai 187 bis 186,50 bis 187, Gerste, märf. 187 bis 212, Futtergerste 150 bis 162, Hafer, märf. 170 bis 181, do. Dez. 182,75 bis 182,50, für 100 Kilo: Weizenmehl 29 bis 33,75, Roggenmehl 22 bis 24,25, Weizenkleie 11,30 bis 11,50, Noggenkleie 9,60, Diktoriaerbsen 23 bis 31,50, kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbsen 18 bis 20, Peluschken 16 bis 18, Ackerbohnen 19 bis 22, Wicken 20 bis 25, Lupinen, blau 11,50 bis 12,50, Rapskuchen 14,60 bis 15, Leinkuchen 21,75 bis 22, Trockenschnitzel 7,60 bis 7,70. Original'H 'Stollen) 3 mit der Fabrik - Marke 1 Leonhardt & Co.Berlin-Schöneberg Zu haben bei Jhrem Eisenhöndlep oder Schmied Besserungen ein. Bankaktien verkehrten fast un verändert. Schiffahrtsaktien lagen vernachlässigt. Ansehnlich gebessert waren Autoaktien, die Gewinne bis zu 1,25 Prozent aufwiesen. 21 n • leihen lagen sehr still und kaum verändert. Für ausländische Renten, besonders Ungarn, bewirkte eine gebesserte Nachfrage ein leichtes Anziehen der Kurse. Im Freiverkehr fiel der starke Rückgang von Growag auf, die von 51 auf 44 Prozent sielen. Man hörte Benz 22, Brown Bo- veri 51,5, Ufa 43 Prozent. 3m weiteren Verlaufe drückte große Geschäftsstille auf die Tendenz, auch kam es zu Gewinnsicherungen, wodurch die Stimmung wieder unsicher und schließlich schwächer wurde. An der F l ü s s i g k e i t d e s Geldmarktes hat sich bei fast gleichen Sätzen nichts geändert. Monatsgeld schwankte zwischen 10,5 und 11,5 Proz. je nach Adresse. 3m Deoisenoerkehr stellte sich Paris gegen London mit 122 etwas niedriger. Mailand notierte gegen London 120,85. Das englische Pfund lag etwas abgeschwächt mit 4,84z gegen Kabel. Die Reichsmark ist unverändert. Debifrnmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Selegro vhische Auszahlung Frankfurter Börse. Frankfurt, 21. Noo. Tendenz befestigt. Der Nachmittageverkehr der Börse eröffnete trotz der an diesem Tage üblichen großen Geschäftsstille in gu t erholter Stimmung. Die freundliche Veranlagung, die sich gestern abend schon zeigte, fand eine 'wesenlliche Stütze in dem Rückgänge des Anae- bois, das heute nur noch ganz vereinzelt zu beobachte i war. 3u Börsenspekulations-Kreisen wurde die politische Situation infolge der Erklärungen der Sozialdemokraten bezüglich ihrer Stellungnahme zum Vertrage von Locarno günstig beurteilt. Unter dem Einfluß dieses Faktors nahm die Spekulation Veranlassung, infolge des stark erniedrigten Kurs- standes Rückkäufe vorzuneymen, wodurch die Ge- amthaltung günstig beeinflußt wurde. Zu größeren Umsätzen kam es indessen auf keinem Gebiet. Die Deckungen wurden namentlich auf dem Montan- unb Eyemiemarkt getätigt, wobei ersterer Kursbesserungen von 2—3 Proz. ünb letzterer von 1* bis 2 Proz. zu verzeichnen hatte. Sehr begünstigt lagen K a l i w e r t e, die 3 Proz. höher gingen. Für Elektrowerte stellten sich nur mäßige Ich bin gewiß verwöhnt, aber „Quida" ist prima! .Quieta", die köstlichen Mischungen von Bohnenkaffee mit Kaffee- ßewürzen nach Wiener Art, sind in Geschmack und Aroma unübertroffen, dabei jedermann, auch Kranken und Kindern bekömmlich und im Gebrauch außerordentlich billig. Erste Kasseeleute wählen besonder« geeignete Bohnenkaffeesorten aus und überwachen deren sorgfältige Bearbeitung. Hierdurch wird der den Quietamischungen eigene Wohlgeschmack und hie große Ausgiebigkeit erzielt. Kaffeegehalt: „Qmeta" Rot 10»/«, 50Pf.. „Qutita" Gelb 25»/o. 80Pf. „£iuieta" Gold40»/o. NO Pf., „Qaiete" Grün mit Kaffee-Aroma 28 Pf. In Vr Pfund - Paketen, niemals lose' Erste führende Weingroßhandlung im Erzeugungsgebiet, mit eigenem Weinbergbesitz, sucht zum Vertrieb ihrer anerkannten Qualitätsweine von Rhein u. Mosel rührigenVertreter Gut eingeführte Herren mit eignem Kundenstamm und nachweisbaren Erfolgen wollen Angebote einsenden u. K. H. 6879 an Rudolf Moese, Köln. W962ss , abgesehen von der Veränderung der Arbeiterzahl, hauptsächlich auf die Veränderung der Schichtzeit zurückzufuhren (jetzt achtstündige Arbeitszeit einschl. Ein- und Ausfahrt gegen fiebenstündige Arbeitszeit 1919). • Tleberzeichnung der Gutehosf- nungshutte-Amerikaanleihe. Die in Aeuhork aufgelegte Anleihe für die Gutehoff- nungshütte ist rasch überzeichnet worden. Die Anleihe ist durch eine erste Hypothek gesichert.— Die neue Tranche der Bremer Anleihe ist gleichfalls überzeichnet worden. • Elektrizitäts A G. vorm. W. Lahrn eher & Go., Frankfurt a. M. 3n der H. D. wurde der Abschluß für das Geschäftsjahr 1924/25 genehmigt. ES wird demnach eine Dividende von 8 Proz. auf die Stammaktien und von 6 Proz. p. r. t. auf die Vorzugsaktien verteilt. Zu der geplanten Errichtung e.neS neuen Elektrizitätswerkes zur Ausbeutung der Lahn- w ass er fräste erfährt die „Franks. Zig.", daß das A. K. der neuzugründenden Gesellschaft vor- käusig mit 2 Mill. Mark in Aussicht genommen worden ist. Bei schätzungsweise etwa 5 Mill. Mark Baukosten soll daS fehlende Kapital von den an der Gründung beteiligten Stellen, also dem Preußischen Staat, dem DezirfSverband, den Kreisen der Provinz Aassau, sowie von den Mainkraftwerfen aufgebracht werden. Ob dies in Form einer Anleihe oder auf anberem Wege erfolgen wird, ist noch unentschieden. * Betriebsstillegungen im Ruhrgebiet. Bisher sind im Ruhrgebiet insgesamt 48 Betriebe mit 43 252 Mann Belegschaft still- gelegt. Damit sind die Betriebsstillegungen noch letzten Tagen zahlreich veröffentlichten Mel.unaen ' nicht zum Abschluß gekommen, wie die in den erkennen lassen. Mehrere Werfe haben sich be- •• teils durch die erhöhten Lohnkosten gezwungen - gesehen, Betriebseinschränkungen und Stillegun- * gen größeren Umfange« in Aussicht zu nehmen. 'Konkurseröffnung über dieAga. Der Aussichtsrat und der Vorstand der Aga (A.-G. für Automobillau) kamen nach eingehender Prüfung zu der Auffassung, daß das all- jÄm Piioli-ippris und Io;Mc Kinos Vorrätig in allen Preislagen. Photohaus Karn, Schuistr. 1OOO tttl* WW abzugeben. 11099D Karl Sier Tel. 1561 Aliceschulverein. Die diesjährige BlHrtMilN findet Mittwoch, den 25. November 1925, nckchmirtnas 5 Hbr, im Lebricknl des SchalbnnkeS Dietnlirafre 10 mit folgender Tagesordnung stalt: 1. Jahresbericht 2. Auelchutzwahl 3. Verschiedenes. 11090V Der Vorstand. gemeine Gläubigerintereff« nunmehr die sofortige Konkurseröffnung erfordere, um Me Auszehrung der Substanz bei fortdauernder Geschäftsaufstcht zu vermeiden. • Die Heidelberger Amerika-An» leihe. Der Betrag der amerikanischen Anleihe von IVi MM. Dollar» ist bereits eingetroffen. Die Reichsbank hat der Stadt die Summe zum vollen Kurs von 4,20 Mk. für den Dollar überwiesen. Die Anleihe gilt vom 1. 3uli 1925 bis zum 1. 3uli 1950 zum Ausgabekurs von 98V, Prozent und 7V, Prozent Zinsen. Die Anleihe, die seinerzeit bereits nach einer Viertelstunde an der Reuyorker Börse überzeichnet war, darf nur für weichende wirtschaftliche Zwecke Verwendung finden und muh unter genauer Kontrolle der DtaatSaufsichtsbehorden stehen. • Ausland anleihe der pfälzischen Städte. Rach dem Muster anderer süddeutscher Städte, wie Mannheim, Frankfurt a. M., Heidelberg usw., wollen auch die pfälzischen Städte jetzt eine große Amerikaanleihe ausnehmen. Die bayerische Regierung hat bereits ihre grundsätzliche Genehmigung dazu gegeben. An der Anleihe werden sich fast alle großen und mittleren Städte der Pfalz 6 et eilt gen. Die Verhandlungen mit den amerikanischen Banken und der Reichsberatungsstelle in Berlin werden durch die Oberbürgermeister von Ludwigshafen und Kaiserslautern geführt. Der Dtadtrat von Landau hat beschlossen, sich mit zwei Millionen Gold- mark an der Anleihe zu beteiligen. * Der französische Außenhandel. Während der ersten zehn Monate dieses 3ahres betrug die französische Einfuhr 39 Millionen Tonnen im Werte von 33 961 Millionen Franken gegen 47 Millionen Tonnen im Werte von 32 562 Mill. Franken in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Der Export belief sich auf 25 Mill. Tonnen im Werte von 36 295 Millionen Franken gegen 24 Millionen Tonnen im Werte von 33 914 Millionen Franken im Vorjahre. Berliner Börse. (Eigener Drahtderichl des ,Gießener Anzeigers".) Berlin, 21. Nov. Durch den starken Kursdruck der letzten Tage waren für heute die Vor- aursetzungen für eine Reaktion gegeben. Es trat in der Tat an der Effektenbörse eine wesentliche Beruhigung ein. Die Aktienkurse waren durch Deckungskäufe leicht erholt und hatten durchschnitt, lich Kursgewinne von 1—2 Prozent zu verzeichnen. Immerhin blieb die Umsatztätigkeit eng be- grenzt. Eine günstige Aufnahme fand die Erklärung des preußischen Zentral-Landwirtschafts. direktoriums auf Grund der gestrigen Beratungen der deutschen Landschaften, wonach in Zukunft eine Beunruhigung des Pfandbriefmarktes durch das bisherige Bewertungssystem der Emission ausgeschlossen wird. Die landwirtschaftlichen Pfandbriefe sollen nur noch über die Land- schäften und nicht mehr über den Börsenmarkt verwertet werden. 3m Zusammenhang hiermit zeigte der Pfandbriesmarkt selbst ein freundliches Aussehen. Don Spezialwerten fanden Ufa einiges Zntereffe, und zwar zu 47 Proz. (am Vortage 44 Proz.). Am heutigen Tage findet bekanntlich die Di- lanzsitzung des Aufsichtsrates dieser Gesellschaft statt, dem dem Vernehmen nach ein etwas angespannter, im ganzen aber günstiger Abschluß vorgelegt wird. Am Geldmarkt machte sich eine leichte Versteifung der Tendenz bemerkbar, bte man mit den Rückzahlungen an die deutsche Rentenbank- Kreditanstalt in Verbindung brachte. Don einigen Instituten wurden mehrere große Betrüge zurück- geführt. Tägliches Geld stellte sich auf 7i—9 Proz., Monatsgeld auf 10—11 Proz. Auch Privatdiskon- ten wurden etwas mehr angeboten. 3m Devisen- verkehr stellte sich Paris gegen London auf 122,65. Der Kurs der Lira war mit 121,25 gegen London weiter stabil, was im Zusammenhang mit der Ucberzeichnung der amerikanischen 100-Mil- lionc..-Dollar-Anleihe zu bringen ist. Nordische Va- luten lagen unverändert, ebenso Warschau. Aus dem Auslande wurde die Reichsmark gleichfalls unverändert gemeldet. äMifolizei- WWWI W-Sporimein “ mtglieäer- Versammlung Mittwoch, den25.Nov.,abenvS 87, Ahr bei Mitglied Dippel (OSwaldSgarten) Am vollzähliges Erscheinen bittet Frankfurt a.M. Berlin Schiuh» Kur» Schlug.', tibeno- Mi Schlich. Ku.» Schlutzk, Mittag bstt» Datum: 20 11. 21 11 20. 1t. 21 11. 5% DeuNche Rctchsanletpe 0,185 0 184 0.1 5 " 18 4% Deutsche ReichSanlcihe — 0.195 ) 1925 i Deutsche Retchsanleihr 0 185 0 19 0.183 0.19 3*/, Deutsche RcichSanlcihe Deutsche Svarprämienanteihe 0,23 ' 25 0 19 0.285 0.11 0.11 0.115 0 1125 4’/o Preußische Konssls • . • 0 2 i.19 0 17 0.215 0.17 90.75 19 0,18 0.18 0 18 91.75 0.19 31/.0/ .......... 0 21 0,2 0 2 Deutsche Wertb. Dollar-Aul. 90.25 01,54 bto. Doll.-Schatz-Anweisna-'I 97.1 97,2 97,4 •17,7 «'/<> Zolltürken........ 6 9 7 S 6 8 0,875 5% Goldmerikaner ... . 43.13 43 — — Berliner HandclSaesellschast ■ Commerz- und Pnvat-Bank 128' 93* 128.5* 93* 129,5* 93', 129 5' 93 5' Darmst. und Na'iynalbank • 103* 102.5' 102,9' 1J.3* 103,2* 103.2* Deutsche BercinSbank .... — — Disconro Commandit 100.5* 100.2* 10J.5* 100.5* Mctallbank.......... Mitteldeutsche Treditbank. 69.25 64.25 . — — —- • — — Oesterreichilche Creditanstalt 7.1 7 15 7 13 7,25 0.03 0,03 _ 4.75* 64,4* 30.4 3 .4* 63.4' 68.5* 30 31 80.3 32* 3 75* 69' Deutsch-Luxemburg ..... tzclseniirchener Bergwerke . 68 5* —* Harpcncr Bergbau . . . . ztaltwcrkc Aschersleben.... 93.13' 95 5' 94 93 5' 96 97 95 25' 97 Kaliwerk Westeregeln..... 104 1116 103.5 105 25 Laurabüne ........ 32 33 31,75 31 Öberbedarf..... . . » . 36.5' 38* 38.5* Phönir Bergbau ...... 60' 58.75* 59.62* 58.25* Atheinitahl . . ....... 48.5' 18 4* 47,15* 61 42.5 61.75 61 Telluü Bergbau..... . 42 5 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo ... 67.5* 70.62* 67* 71* 67.25* 71.5* Theramtsche Werke AlbM . . — — Zementwerk Heidelberg . . 49 51 _ Bbilivv Holzmunn ..... 36.-5 38,5 35,5 41 Vnglo-Tont-Guano..... — — _ Badische Anilin ..... . 112 2* 112,2' 113* U2.5* Tbc mische Mayer Alavbt . . — — Soldschmidi ..... 52 52 6 52,25 54,5 Gries eimer Electron .... 111.5* 110 5' 111,2. vöcbstcr Farbwerke...... 111.5* III' 111.5* 111,2* Holjvcrkoblung........ RükgerSwerke ........ 41 2.5 41.25 46.5* 4J,75 50,75* Scheidcanftalt ........ 69 63,25 Dllg. ElekrrtzttStS-Gesellschast 87* 87,25* 87.5* 88.5* Bcrmnann ......... Mainkraftwerke........ - • 13* 64.5* 63, ä* 63,5 64 — — Schucken ........ , __' 57,62' 57.75* 57.75* Siemens L HalSke ...... 72* 74* .2.5* 72* '.'ldlcrwcrke Kleger ...... 21 5 21.75 22 22.5 Daimler 'i\’otorcn. ...... 17.5 18 25 16,5 18.75 Hetiligcnstacdt. . ....... 16 16 ''peguin........... 25,5 25 26 Motorenwerke Marmbelm 27 28 Frankfurter Armawren Konservenfabrik Braun . . U 15 — — Metallgescll chast Frankfurt. Pet. Union A.-G. .... Schnb'adrik Her; ..... 83.5 53 83-5 53 50 50 21.75 20.75 — — Sichel. . ... .... 2 1.5 1.5 — ZelNo^i »aldbof...... 75,5 5 8 75 75,25 Zuckerfabrik Frankentdal . . Zuckerfabrik Dagbäukel . . . 41 40,25 45 39,75 44.-5 39,5 41,25 20 Novbr. 8Z _Aov r. Amtliche Noli rmtq Amtliche- Notierung t^eld Brie' 65eld '-."ries Anvl.-rxolt 168.70 169,12 168 70 169,12 Bae n.-Aires 1.745 1. 49 1.747 1.751 Brff.-Ankw 19,01 19.05 19 01 19.0.5 Christiania. 85.54 85.76 8.5.6 8.5.91 Kopenhagen 104.4? 104,73 104.54 1'14,84 Stockholm • 112,26 112, 4 112,28 112,46 HMngfors 10.55 10,59 10.55 10,59 Italien . . 16 81 16.88 16,76 16.81 London. . 20.323 20.37 3 20,324 20,3-4 Neupork . . 1.195 1,215 4.195 4,20' Paris. . . 16.71 16,75 16.41 '6.45 Schwei; . . 80.85 81.05 80 85 81.0.5 Spanien. 54,73 59.87 59.73 59,87 Japan . . . i.7«0 1.784 1.783 1.787 'Hio de Jan Wien in D-> 1.604 0.605 9-604 1.606 Ceft. abgest 59.10 59.24 39.10 59,24 Prag .... 12,422 12.46 12,422 12,462 Äelzrad . . 7,435 7,455 7.435 7,455 Budapest. - 5,865 3,885 a.87.1 -3,89.5 Bulgarien 3,045 1,055 3,04 3.05 Lissabon 21,275 0,325 21 275 31,32a Danzig. . fionft.'ntin. 80,57 80.77 80 57 80.77 2,315 2.320 V 2 2,33 Athen 5 69 5 71 5.64 6 66 Tanada. . 1.197 1.207 4 197 4,2 7 Uruguay . 4.315 4.325 4,315 4,525