Mittwoch, 25. September 1925 175. Jahrgang Nr. 223 Erstes Blatt (l> Annahme von Lnzeiaen für die lagesnummtrbis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichsteit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- klame-Anzeigcnv.70mm Breite 35 Goldpsennig, Platzvorfchrift 20% Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansDeck, sämtlich in Giessen. Erscheint täglich, äusser Sonn- und Feiertags. Beilagen: GiebenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monat,-Bezog,preis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. . Fernsprech-Anschlüsse: Schristleitung 112, Ber» lagundGelchäftsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerElehen. poftschecktonto: Krankfort a. M. 11886. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'sche Untverfilälr-Vuch- und Steinörudcrei H. Lange in Sieben. Zchristleitunz und Seschästsftelle: Zchulftrahe r. Vie D. v. p, zur Sicherheitsfrage. Die Nationalliberale Korrespondenz veröffentlicht folgende parteiamtliche Kundge- b u n g: Nach Beendigung der Londoner Juristen- konserenz und dem Beschluss des Notenwechsels trat das Sicherheitsproblem auS den Dorerörterungen in das Stabium der Verhandlungen ein. Aus diesem Anlass wird die öffentliche Meinung in Deutschland durch Falschmeldungen. Sensa- tionsartikel und leider auch durch voreilige Parteientschliessungen in bedauerlicher Weise irregeführt und aufgeregt. Die Deutsche Voftspartei kann ihrerseits diesem Treiben im Bewusstsein der von ihr einmütig eingenommenen Haltung gelassen gegenüber stehen. Vie hat ihre Richtlinien zu der Sicherheitsfrage am 2. Juli in folgenden Hauptgrundgedanken scstgelegt: „Sicherung der deutschen W e st - grenze gegen französische Angriffe und Sank- tionen ohne Preisgabe deutschen Volkstums. Aenderung und möglichste Abkürzung der R h einlan dbeseh un g. Näumung der er st en Zone vor Abschluss irgendwelcher Vereinbarungen. Bereitschaft auch zu ö st l i ch e n Schieds- vertragen, ober unter Zurückweisung einer französisc^n Garantie und ohne Verschleierung des Zieles einer friedlichen Abänderung der unhaltbaren östlichen Grenzen. Endlich Eintritt in den Völkerbund bei Wahrung der Forderungen des 1 deutschen Memorandums vom September 1924, ' insbesondere unter ents chOe dener Ab« ' lehn ung jeder aus dem Eintritt 1 etwa herzuleitenden Anerkennung der von uns stets bekämpften Kriegsschuldlüge." Diese Grundgedanken sind auch Ausgangspunkte und Ziele der Neichsregierung. wie sie insbesondere in der deutschen Antwortnote vom 20. Juli und in den Erklärungen von Reichskanzler und Aussenminister im Reichstagsplenum am 22 und 23. Juli zum Ausdruck gekommen sind. Die Deutsche Volkspariei hat das feste Vertrauen zu den leitenden Männern, dass sie un« lbeirrt an dieser Politik fest halten und zu deren Durchführung die Einladung der West Mächte annehmen. Nicht durch doktrinäre Entschliessungen und «starre Festlcgun gen. sondern nur durch das vertrauensvolle Zusammenwirken und das gemeinsame patriotische Handeln aller verfassungsmässigen Organe. die allein die Llebersicht über das ganze verwickelte Problem besitzen, kann die deutsche Politik im gegenwärtigen ernsten Augenblick gc- sördert werden. Die Verwirrung der öftentlichen Meinung ist auch deshalb besonders gross, weil die verhandlungstechnische Seite des Problems in schiefes Licht gesetzt wird. Das Stadium der Verhandlungen, in das wir jetzt eintreten, wird nicht mit einem Schlage beendigt werden. Die bevorstehende Ministerzusammen- kunft kann nicht den Abschluss bringe n. Es handelt sich um Besprechungen nur mit Vertretern der Westmächte, die hoffentlich zu einer weitgehenden Einigung führen und die selbstverständlich alle Fragen umfassen werden, welche die deutsche Antwortnote vom 20. Juli d. I. aufgeworfen hat. Zum Abschluss aber werden die Verhandlungen — vielleicht nach einer besonderen Äonferen; mit Vertretern der östlichen Grenzstaaten — erst aus einer, wie offiziöse englische Meldungen sie Nennen. Ge- neralkvnfercnz gelangen. Gelöst wird das Problem endgültig erst nach Beendigung der Völkerbundsaktivn. .die zwar in engem Zusammenhang mit den Sicherheitsverhandlungen steht, aber dennoch für sich ablaufen Muss und der Generalkonferenz noch folgen wird. Die deutsche Oeffenllichkeit muss sich auf etappenweises, mühsames Dor- wärtsdringcn der deutschen Politik einstellen. Sie darf bei solchen Verhandlungen nicht die Nerven verlieren. Notwendig vielmehr ist. dass der Reichsregierung Freiheit. Ruhe und Zeit gelassen wird, das ihr vom Reichstag erteilte Mandat zur Fortführung und - Beendigung der deutschen Sicherheitspolitik zu erfüllen. Am Donnerstag Kabinettsrat Berlin, 22. Sept. (D)IB.) 3m Laufe des heutigen Tages fanden eine Reihe von Erörterungen zur Vorbereitung des morgigen Minister- rates statt. Der unter dem Vorsitz des Herrn Reichspräsidenten slattsindende k a b i - nettsrat ist für Donnerstag in Aussicht genommen. Für Freitag sind die M i n i st e r p r ä - f identen der Länder zu einer Konferenz nach Berlin eingeladen. Der Auswärtige Ausschuss wird am Samstagoorrnittag 10 Uhr zusammentreten. Die Haltung der Deutschnationalen. Berlin, 22. Sept. (LU.) Der Partei* vorstand der Dcutschnationalen Volkspartei trat heute vormittag im ..Rheingold" zusammen, um die Verhandlungen der Partei über den Sichcrheitspakt vorzubereiten. Die Partei gibt darüber folgende Erklärung aus: 2n einer langen und eingehenden Aussprache nahmen Parieivorstand und Landesverbandsvorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei Stellung zu den «grossen aussenpolitischen Fragen. Die Aussprache ergab völlige Liebereinstimmung über die politischen Ziele. Die Sitzung hat begonnen mit einem einleitenden Referat des Vraktionsvorsitzenden Graf von Westarp. Weltwirtschafts- und Abrüstungskonferenzen. Loucheurs Vorschlag zur Bekämpfung der Weltwirtschaftskrisis vor dem Völkerbund. — Das „theoretische Studium" der Abrüstungsfrage. Gens, 22. Sept. (IDIB.) Der Technische Anschuss der Völkerbundsversammlung beendete heule nachmittag die allgemeine Aussprache über den von Loucheur- Frankreich eingebrachten Antrag zur Einberufung mer Internationalen Mrtschastskonse- renz. Der Ausschuss beschloss, dass ein Komitee eingesetzt werden soll, das sich mit den vorbereitenden Arbeiten zur Einberufung dieser internationalen wirtschaftskonserenz beschästigen soll. Auf englischen Antrag soll jedoch den Regierungen b i s zur nächsten Völkerbundsversammlung Zelt gelassen werden, um den Plan näher zu prüfen, Indessen soll entsprechend einem weiteren Antrag Loucheurs-Frankreich der Rat bereits in feiner nächsten Session im Dezember das Komitee ernennen. Ferner sollen bis dahin die technischen Organisationen des Völkerbundes und des Internationalen Arbeitsamtes dem Rat die notwendigen Unterlagen für die Aufnahme der Vorarbeiten liefern. In der Aussprache entwickelte Loucheur- Frankreich in einer viel beachteten Rede die Gründe, die die französische Regierung zur Vorlegung des Antrages auf Einberufung einer Wcltwirtschaftskonferenz veranlasste. Er erinnerte zunächst daran, dass Kriegsursachen viel- ach wirtschaftlicher Art sind. Es sei eine Tatsache, dass die gegenwärtige allgemeine Wirtschaftskrise morgen eine schwere Gefahr werden könne, denn tatsächlich habe sich die Wirtschaftslage nur dem Anschein nach gebessert. Rach seiner Auffassung leide die heutige Welt nicht nur unter den Missständen des Krieges, sondern ebenso sehr unter der wirtschaftlichen Organisation der Vorkriegszeit. Der Krieg habe nur dazu geführt, dass diese schwierige Lage sich noch weiter verschlimmerte. In Wirklichkeit sei eS die industrielle Des. organisation und der Fehler der Regulierung der allgemeinen Produktion, die Europa 1914 in oen Krieg gebracht habe, und die morgen zu einem neuen Kriege führen könne. Wenn man nach den Tlrsachen dieser Sachlage suche, so könne man sie in dem ilmflanb finden, dass man den individuellen Initiativen ohne irgendwelche Kontrolle allzu freien Lauf kaffe. Er persönlich habe zwar kein Vertrauen in die Fähigkeiten eines Staates. der gleichzeitig industrieller Unternehmer sei. Aber er habe sich auf Grund zahlreicher Erfahrungen in allen Zweigen der Produktion überzeugen müssen, dass die Staaten von Zeit zu Zeit dem übermässigen wirtschaftlichen Jndividualis- mus gewisse Fesseln anlegen müssen. Loucheur ging dann auf die Lage des Kohlenbergbaues in England ein und erklärte, dass England vor dem Kriege infolge feiner leichten Kohlenausfuhr geringe Frachtkosten für die Versorgung des inneren Marktes mit Lebensmitteln beizubringen hatte. Als der Krieg gekommen fei, fei das wirtschaftliche Betätigungsfeld für England enger geworden. Gleichzeitig habe aber die Kohlenproduktion in den Bergwerken zugenommen, so dass heute die englische Ausfuhr unter ernsten Schwierigkeiten leide. Diese Missstände setzten England vor ein Problem, das allgemeine Beunruhigung schaffen müsse, weil die liebel, unter denen England leide, auch seine Nachbarn nicht indifferent lassen könne. Die Erfahrung habe tatsächlich gezeigt, dass innerhalb ganz kurzer Zeit dieselben wirtschaftlichen liebel auch andere Staaten ebenso schwer belasten können. Er habe die Kohlenproduktion in England, Frankreich, Deutschland und verschiedenen anderen Kohlenlän- dem geprüft und dabei feftgefleUt, dass die Kohlenproduktion in Europa heute 700 Millionen Tonnen erreicht habe. Das bedeute eine Ueberprobuftion von höchstens 15 Millionen Tonnen. Diese Ueberprobuftion sei schliesslich ber Grunb bet augenblicklichen Störung bes internationalen Kohlen- marktes. Ebenso wichtig sei aber bie Erscheinung, dass in Oe st erreich, in Ungarn unb in Deutschland auf die kaum erfolgte Stabilisierung der Währung ernste wirtschaftliche Krisen ausgebrochen feien, so dass man zu dem erstaunlichen Parador kommen müsse, dass m i t der fort- schreitenden Stabilisierung ber Wäh. tun gen der Ausbruch von Wirtschaftskrisen direkt gefördert würde. Der Haupt- gründ aber, der die französische Regierung zur (Einbringung ihres Vorschlages veranlasste, liege darin, dass sie mit Schrecken dos Rennen nach mag- lichft hohen Schutzzöllen beobachte, das man sehr wohl mit dem Wettrüsten der Vorkriegszeit vergleichen könne. Schliesslich ging Loucheur auf die Zufamme n- f e g u n g des Komitees für die Vorarbeiten der Wirtschaftskonserenz ein und forderte, dass in ihm nicht nur die technischen Organisationen des Völkerbundes und des Internationalen Arbeitsamtes vertreten seien, sondern dass auch Männer der Praxis zu diesen Vorarbeiten herangezogen würden. von ber Internationalen wirtfchaftskonferenz könne ein Erfolg nur erwartet werben, wenn alle Völker baran tdlnehmcn würben. Rach feiner Meinung fei es absolut sinnlos, überhaupt bie Wirtschaftslage Europas noch einer Prüfung zu unterziehen, wenn Deutschland am Beratungstische nicht mitwirke. Man müsse also auch bei der Bildung dieses vorbereitenden Komitees auf jene Nationen Rücksicht nehmen, die zu den Arbeiten der Konferenz selbst einmal zugezogen werden sollen. Loucheur schloss mit der Erklärung: „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!" Allgemeine Beachtung fand eine längere Darstellung des französischen Generalsekretärs Jouhcuaux noch, der als Vertreter der internationalen Arbeiterschaft und als Mitglied ix# Internationalen Arbeitsamtes die Forderung der Arbeiterschaft, nach internationalem Vorgehen zur Gesundung der Wirtschaftslage aller Länder im Interesse der Arbeiterschaft selbst entwickelte. Er gab sich freilich keinen Illusionen über unmittelbare Brauchbarkeit der Ergebnisse hin, da man wegen deS heute allgemein herrschenden wirtschaftlichen Nationalismus' mit grössten Schwierigkeiten rechnen müsse. Das Programm müsse so vollständig als möglich aufgestellt werden. Auch die Fragen der Einwanderung und Auswanderung sowie die der Roh- slvffverteilung könnten nicht ausgeschlossen werden, da alle diese Probleme viel zu eng zu- fammenhingen. Für eine erfolgreiche Vorbereitung der Konferenz sei es ausserdem notwendig, dass in das Komitee Männer aus allen Zweigen des Wirtschaftslebens gewählt werden, die gleichzeitig befttebt seien, in internationalem Geiste zu arbeiten. veneschr Abrüstungsbericht. Genf. 22. Sept. (Wolff.) Der Ausschuss für Rüstungsfragen lieh sich heute nachmittag von D e n e s ch - Tschechoslowakei über die Arbeiten seines Unterausschusses berichten, durch die eine Synthese für die verschiedenen von Spanien, Holland und Ungarn eingebrachten Anträge hinsichtlich der weiteren Behandlung der Abrüstungsfrage gefunden werden soll. Der von dem älnterausschuss vorgeschlagene R e s o - lutionsentwurf besagt in seinem wesentlichen Teil, dass die Völkerbundsversammlung unter Berufung auf Artikel 8 des Dölkerbunds- pakts den Dölkerbundsrat auffordert, die V o r - arbeitcnfürbieOrganifierungeiner KonferenzzurHerabsehungundEin- schränkung der Rüstungen aufnehmen zu lassen, damit sobald im Hinblick auf die allgemeine Sicherheit alsbald befriedigende Verhältnisse geschaffen find, die betreffende Konferenz einberufen und die Herabsetzung und die allgemeine Einschränkung der Rüstungen durch- geführt werden kann Im übrigen erklärt ber Resolutionsentwurf, bass die Völkerbundsversammlung mit Genugtuung bie Bemühungen verschiedener Staaten zum Abschluss von Schiedsverträgen und von Verträgen zur gegenseitigen Sicher, beit verfolgt. Diese Verträge sollen im Geist des Völkerbunds- Paktes und im Einvernehmen mit den Grundsätzen des Protokolls (Schiedsgericht. Sicherheit. Abrüstung) abgcfasst werden. Sie mühten nicht unbedingt auf bestimmte Gebiete beschränkt bleiben, sondern aufdieganzeWeltausgedehnt werden. Nachdem der Parteivorfitzende Dr. Winkler durch eine wirkungsvolle Einleitung in die Lage und Aufgaben der Sitzung eingeführt hatte, wurde am Schluss folgende Entschliessung angenommen: Parteivorstand und Landespartei- vorsihende der Deutschnationalen Volkspartei billigen die Ausführungen, die die Vorsitzenden der Partei und der Reichstagsfraktion, sowie Minister Schiele über die programmatische Stellungnahme zur gegenwärtigen auhenpoliti- schen Lage gemacht hatten und geben ihre Zu-» ft i m m u n g zu der hiernach zu führenden Politik der Reichstagsfraktion. Eine Erklärung der Vaterländischen Verbände. Berlin, 22. Sept. (LU.) Die Vereinigten Vaterländischen Verbände Deutschlands fassten gestern zu den Sicherheitspaktverhandlungen eine Entschliessung, in der es heisst: ,Die Recchsregte- rurtg steht vor Beantwortung ber Konferenzetn- ladung der Ententemächte. In dieser entschei- dungsvollen Stunde rufen wir die Parteien, rufen wir das ganze deutsche Volk zur Selbstbesinnung. Will eine deutsche Regierung wiederum in Verhandlungen mit den Feinden eintreten, ehe die Lüge von der .Schuld Deutschlands am Kriege beseitigt ist? Wollen Deutsche freiwillig den Anspruch auf deutsches Land freigeben? Wollen Deutsche, dah wir im Völkerbund neu in Fesseln gelegt werden? Wir wollen nicht Verräter werden an uns und unseren unerlösten Brüdern und nicht Verräter werden an uns selbst. Wir wollen nicht ein neues freiwilliges Versailles." Der in der Ent- sch liess ung zum Ausdruck gebrachten Auffassung haben sich angeschlossen: Der deutsche Reichs- kriegerbund Kyfihäufer. der Stahlhelm und der Bund der Frontsoldaten. Um die Räumung Kölns. Berlin L2. Sept. (LU.) Das Achtuhr- Abendblatt meldet aus Köln: Aus Kreisen, die Der Bericht von Benesch erwähnt ferner die Kritik, die an der sogenannten Koordina- tionSkomMission geübt worden fei, die sich bereits in den letzten zwölf Monaten mit den Vorfragen zur Vorbereitung einer Abrüstungskonferenz befasste. Der Dölkerbundsrat soll auf polnischen Antrag aufgefordert werden., bei der Auswahl der Mitglieder dieser Kommiftion die Notwendigkeit zu berücksichtigen, dass in ihr auch Vertreter von Ländern aufgenommen werden, die infolge ihrer geographischen Lage sich gegenüber dem Ab - rüstungsproblem in einer besonderen Situativnbefinden und nichts bereits anderweitig in der Kommission vertreten find Auf französischen Wunsch und trotz italienischer Einwände sollen ferner sämtliche Mitglieder dieser Kommission gleichberechtigt sein. Jedoch kann die Kommission nur Empfehlungen an den Dölkerbundsrat richten, während die Entscheidung selbst dem Rat Vorbehalten bleibt. Die seitherige Koordinationskommisfion soll von jetzt ab den Namen tragen „Studienkommission für die allgemeine Herabsetzung und Einschränkung der Rüstungen-. Gleichzeitig soll das Personal des Völker- bundssekretariats, das sich ständig mit den Vorarbeiten zur Abrüstungslonferenz befasst, zahlenmässig vermehrt werden In der Aussprache über den Bericht rechtfertigt (Y r a h a in - England die Haltung der englischen Delegation in der Abrüstungsfrage. England laste sich nicht im geringsten von irgendwelchen Hinter- gebanfen leiten. Von Meinungsverschiedenheiten könne man nur hinsichtlich des materiellen Vor- gehens, nicht aber hinsichtlich des allgemein erftreb- len Zieles sprechen. L o u d o n - Holland legte besonderen Nachdruck auf die Feststellung, dass die grosse Mehrheit des Unterausschusses für die so- fertige Aufnahme der Vorarbeiten unb für die beschleunigte Einberufung der Abrüstungs-Konferenz war. Paul Boncour. Frankreich erklärte, bie tatsächliche Lage sei bie, baß heute bie sofortige Einberufung ber Abrüstungs- konferenz unmöglich, bass aber andererseits die Notwendigkeit unb die Möglichkeit ihrer sofortigen Vorbereitung gegeben sei. Auf die Frage von Loudon-Holland, ob bie Abrüstungskonferenz universell ober auf die völkerbundsslaalen beschränkt bleiben soll, was bie vorgelegte Resolution offen lasse, erklärte Benesch. dass es keinen Zweifel über die Universalität ber Abrüstungskonferenz geben könne. * Nach dem Bericht von Benesch zeigten sich bei den Beratungen des Unterausschusses über die Abrüstungssragen zwei Strömungen. Die eine Strömung setzte sich dafür ein. dass zunächst der Ausgang der Verhandlungen über den Abschluss von Sicherheitspakten und deren Wirkung abgewartet werden solle, bevor der Rat in allzu präziser Weise mit der Vorbereitung der Abrüstunqs- kvnferenz befasst werde. Der italienische Delegierte bezeichnete die vor bereiten den Arbeiten als unnütz, nahm aber seine Einwände schliesslich zurück, obwohl er der Auffassung ist, dass eine Herabsetzung und Einschränkung der Rüstungen nur auf politischen Grundlagen durchgeführt werden farm. Die zweite Strömung, die durch Dänemark, Belgien. Frankreich, Ungarn. Norwegen, Holland und Schweden vertreten war, bestand dagegen auf der Notwendigkeit der sofortigen Aufnahme der Vorarbeiten, die auf einer breiteren Grundlage und unter Zusammenarbeit aller technischen Organisationen des Völkerbundes sowie des Arbeitsamtes in Angriff genommen werden sollen, lo dass das Abrüstungsproblem technisch jederzeit < t konkreten Lösung zugeführt werden könne. Don französischer und polnischer Seite sei jedoch dazu festgestellt worden, dah diese Vorarbeiten nur dasProgramm einer eventuellen Konferen z betreffen, nicht aber konkrete Prüf ungen der Mögtichkeitim eines bestimmten Landes veranlassen dürfen. Cs müsse sich vielmehr um t hevret Ische Vorarbeiten handeln. der interalliierten Rheinlandkommission nahe- stehen, wird heute mitgeteilt, dah die englische Regierung im Einvernehmen mit dem französischer Kabinett beschlossen habe, die Kölner Zone bis spätestens Mitte November zu räumen. Dom englischen Hauptquartier in Köln wird diese Meldung zwar noch nicht amtlich bestätigt, doch wird erklärt, dah alle Wahrscheinlichkeit für eine baldige Rä umung der Kölner Zone spreche. Sofort nach Abschluss des Sicherheitspaktes fei mit einem Abzug der englischen Truppen zu rechnen. Die Engländer würden nach dem Koblenzer Bezirk abtransportiert werden. Der ^Börsenkurier" meldet auS Koblenz hierzu über die Frage der Räumung der Kölner Zone, dass bisher offiziell nichts bekannt geworden ist. Man betrachtet eine Festsetzung des Räumungstermins auch darum für nicht sehr wahrscheinlich, weil ihr nach dem bisherigen Verhalten der Besatzung Verhandlungen über die Sntwaffnungsfragy vorausgehen mühten. Derartige Verhandlungen, die einen solchen Beschluß der Ententemächte herbeizuführen geeignet wären, haben jedoch be- kanntermahen noch nicht stattgefunden. Die polnische Flottenbasis in Danzig. Einspruch des VölkerbundskommrssarS Genf, 22. Sept. (Wolff.) Mac Donnell, der Oberkommissar des Völkerbundes in Danzig, hat heute den Ratsmitgliedern die Mitteilung zugehen-lassen, dah Polen beabsichtigt, auf der W e st e r n p l a t t e. die kraft eines Beschlusses des VöKerbundsrates vom letzten Samstag f ü r Zwecke eines polnischen Munitionslagers von Danzig an Polen übergeben werden muh, eine ständige militärische Wache von mindestens 38 Mann einzurichten, die die für' Polen eintreffenden Munitionstransporte bewachen sollen. Der Völker - bundslommissar erinnert die Ratsmitglieder an den Umstand, dah seinerzeit auf Veranlassung Les Völkerbundes in die Danziger Verfassung eine Bestimmung ausgenommen werden muhte, wonach in der Freien Stadt ohne Genehmigung des Völkerbundes keine Flottenbasis und keine militärische Basis eingerichtet werden darf. Mac Don- nell fügt hinzu, dah Zweifel darüber bestehen könnten, ob die polnische Absicht nicht unter dem gleichen Gesichtspunkt betrachtet werden sollte, besonders angesichts der Tatsache, dah Polen im Danziger Hafen bereits 15 Kriegsschiffe mit einer Besatzung von rund 600 Mann unterhält. Die deutsch-polnischen Wirtschaftsverhandlungen. Warschau, 23. Sept. (SU.) Wie die TU. von zuständiger Stelle erfährt, haben gestern zwischen der deutschen und der polnischen Delegation Verhandlungen stattgefunden, in denen die Grundfragen der beiderseitigen Wirtschaftsbeziehungen eingehend erörtert wurden. Hierbei stellte sich heraus, dah die polnische Regierung im Begriff ist, neue Zolltarife auszuarbeiten. Bei dieser Sachlage wurde daher von der deutschen Delegation vorgeschlagen, die weiteren Verhandlungen bis zur Bekanntgabe der neuen polnischen Zolltarifsätze auSju» sehen. Die polnische Delegation hat zuge» sichert, sobald wie möglich die neuen polnischen Zollsätze der deutschen Regierung bekanntzugeben. Rach den letzten Meldungen aus Warschau wird im polnischen Finanzministerium an dem neuen Zolltarif gearbeitet, da er die Grundlage für die Handelsvertragsverhandlungen bilden soll. Hrankreichr amerikanische Schulden. Erklärungen Senator Borahs. London, 23. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Der Washingtoner Sonderberichterstatter der „Daily Expreß' hatte eine Unterredung mit dem Vorsitzenden des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Senator B o r a h , der ihm erklärte: „Meines Erachtens ist Frankreich gegenwärtig ebenso imstande, seine Schulden zu bezahlen, wie Großbritannien es war, als es das Schuldenab- . kommen traf. Wenn Frankreich nicht gewesen wäre, so würde ich für die Annullierung aller Schulden an Amerika eingetreten (ein, aber ich (ehe keinen ' Grund, ein Land mit Sympathie zu behandeln, das . nicht nur selbst ein großes Heer aufrechterhält, son- 1 dern auch noch andere Länder aus- y- r-stetund Europa wieder in einWaf- fenlager verwandelt hat, wie es vor dem Kriege der Fall gewesen war. Dann ist Frankreich in das Ruhrgebiet eingedrungen und hat damit die Uhr um mindestens 50 Sabre zurückgestellt. Würde Frankreich das Ersuchen gestellt haben, daß das von ihm geschuldete Geld für friedliche Zwecke gebraucht würde, so wäre dieses Ersuchen gut ausgenommen worden. Es hat das nicht _getan und deshalb kann es auch keine besseren Bedingungen erhalten, als sie England erhalten hat." Senator Dorah erklärte noch, er glaube, die französische Regierung habe sich vergewissert, dah Frankreich in der Lage sein werde, in Amerika Geld aufzuneymen. mit anderen Worten, die französische Schuldenfundierung ähnele in verschiedenen Punkten der Regelung des deutschen Reparativnsprvblems: Amerika werde mit amerikanischem Gelde bezahlt werden und Frankreich werde seine Valuta mit dem Gelde von Wallstreet stabilisieren. Die Regelung der französischen Schulden erfolge ohne Rücksicht auf die Daweszahlungen und die künftigen Abmachungen zwischen Frankreich und England. Der einzige maßgebende Faktor bei den Verhandlungen sei die f r a n z ö s i - sche Zahlungsfähigkeit. Weiterhin stehe fest, dah Amerika keine Deringerung der Kapitalschuld bewilligen werde. Das Kapital der Schuld schließe die vor dem Waffenstillstand ausge- liehenen Beträge und 400 Millionen für die in Frankreich zurückgelafsenen Warenlager ein, so daß die Schuld 3340 Millionen Dollar beträgt. Zu diesem Kapital komme noch die Summe von 860 Millionen Dollar an Zinsen und ferner im Oktober noch weitere 73 Millionen Dollar, die einen neuen Bruchteil der Zinsen darstellen. Von französischer Seite werde beabsichtigt, Amerika eine wesentliche Ermäßigung des Zinsfußes vorzuschlagen. Spanische Niederlage in Marokko. London, 23. Sept. (WTB Funkspruch.) „Daily News" berichtet aus Madrid, die Spanier hätten bei ihrem ersten Versuch, die Rifleute von der Küste aus anzugreifen, eine Niederlage erlitten. Am Dienstagmorgen hätten die auf der Halbinsel Moro Nueoo stehenden spanischen Truppen d i e Offensive eröffnet durch einen Angriff au die Stellungen der Rifleute auf dem Malmusi-Berg. Als die vorrückenden Kolonnen dem Ziele bereits nahe waren, seien sie von außerordentlich heftigem Artillerie- und Maschinengewehrfeuer überschüttet worden, durch das sie sehr schwere V e r l u st e erlitten haben. Schließlich seien die Truppen gezwungen gewesen, sich auf ihren Stützpunkt zurückzuziehen. Sn amtlichen Kreisen in Tetuan hege man Besorgnis um die in der Ducht von Cebedilla gelandeten spanischen Trupepn. Das Gewehr- und Geschützfeuer auf die spanischen Stellungen habe sich erheblich verstärkt. Seden Tag träfe ein Hospitalschiff mit Verwundeten in Me- lilla ein. Abd el Krim (oll die französische Front von Truppen entblößen, um sie gegen die s p a • nischen Linien von Tetuan einzusetzen, die er zu durchbrechen hoffe, um bann in b i e Tanger- zone einzubringen und dadurch internationale diplomatische Verwicklungen zu schaffen. Dor einer neuen französischen Offensive. Paris, 23. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Sm gestrigen Ministerrat hat Painleve Erklärungen über die Lage in Marokko abgegeben. Die ersten ranzösischen Operationen in Marokko seien durch die Einnahme des Bibano-Motios gelungen, und zwar unter geringen Verlusten für die Franzosen. Die angekündigte zweite Offensive werde demnächst beginnen. Alles sei darauf gut vorbereitet und man dürfe voraussagen, daß das dadurch zu erringende Resultat schnell und entscheidend sein werde. Schließlich hat Painlevö mitgeteilt, daß die französischen Behörden t ä g- l i ch neue Unterwerfungsangebote der Stämme erhielten, u. a. auch von den Beni-Ceroual, die bisher besonders viele Kämpfer für Abd el Krim gestellt hätten. Der Snnenminister hat die Rekrutierung von 1200 Reitern in 211 = g e r i e n genehmigt, die zu mehreren eingeborenen Reiterabteilungen zusammengestellt, unter dem Kommando des Generals de Sonchay, dem Führer der Kavallerie in 2llgerien, kämpfen sollen. Schwere Kämpfe in Syrien. Pairut, 22. Sept. (Havas.) Rachrichten über die letzten Vorgänge in Syrien besagen, daß die Drusen gestern einen heftigen An griff gegen.die Stadt Mseifra südlich von Sueida unternommen haben, um Pferde und Maultiere zu erhalten. 3n den Straßen hätten erbitterte Kämpfe stattgefunden. Die Aufständi- chen hätten eine schwere Riederlage erlitten; sie hätten 500 Tote, ebenfoDiele Veri wundete und mehrere Fahnen verloren. Das ranzösische Bataillon, das Mseifra verteidigt )at, habe einen Offizier verloren; außerdem eien 50 Mann verwundet worden. Am gleichen Abend sei auch Sueida im Süden von den Drusen angegriffen worden, doch habe man den Gegner zurück geschlagen, wobei auf französischer Seite ein Mann verwundet worden sei. Vor Beginn der Operationen im Dschebel Drus habe sich General Sarrail nach Damaskus begeben, wo er seine Kommando- telle eingerichtet habe. Der Tag sei überall ruhig verlaufen. Um Mossu!. Wachsende Spannung zwischen England und Angora. Angora, 22. Sept. (Anatolische Tel.»Ag.) Die türkische Delegation hat Ordre erhalten, gegen die Grausamkeiten zu protestieren, die nach den Versicherungen von Flüchlingen die Englön - der in den benachbarten Dörfern der Brüsseler Linie begehen sollen. Einer der bebeutenbsten Re- ligionsführer der nestorianischen Religionsgemeinschaften ist bei den türkischen Behörden vorstellig geworden, um sich über das Treiben der Engländer zu beschweren und das Wohlwollen der Türkei zugunsten der Nestorianer an« zurusen. ' Aus Konstantinopel kommende Kaufleute schildern die Erregung über die Mossul- angelegenheit als außerordentlich groß. Man habe den Eindruck, als stünde die Türkei vor großen Entschlüssen. Die Kriegsbefürchtung ist allgemein. Man rechnet damit, daß jeden Augenblick die Schließung der Dardanellen angeordnet wird. Die offiziöse Zeitung „H a k i m i e t i Milli" erklärt zur Mossulfrage: Wir gehen nicht vor den Haager Schiedsgerichtshof. Alle Beschlüsse, die darauf abzielen, unsere Rechte zu annullieren, werden bereits jetzt für null und nichtig erklärt. Cs gibt heute eine wachsame und selbstbewußte Türkei, die bereit ist, ihre kleinsten Rechte mit den schwersten Opfern zu verteidigen. Die englischen Staatsmänner verwechseln die Türkei mit den anderen Völkern d^ Orients und die Karte der Türkei mit der Afrikas. Der Reichshandwerkslag zum Preisabbau. 3n einer Dertreterversammlung des Reichshandwerkertages, an der Ministerialrat Hoppe, Berlin, teilnahm, wurde eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: Das Handwerk unter** stützt die Maßnahmen zur Senkung der Preise, soweit es die Verhältnisse gestatten. Es lehnt aber die von öffentlichen und privaten Auftraggebern unternommenen Versuche ab, das Handwerk seiner Selbständigkeit zu berauben. Kleine politische Nachrichten. Der preußische Landtag nahm Mitt, wochnachmittag nach mehrmonatiger Pause seine Sitzungen wieder auf- mit einer Debatte des Be- richts des Llntersuchungsausschusses über die Landespfandbriefanstalt, die nichts Reues ergab. * 3n der brandenburgischen Generalshnode wurde ein Antrag v. Gersdorff. die Generalsynode um Erlaß eines Kirchengesetzes zu bitten, durch das den Generals uperin tend en« ten die Amtsbezeichnung „Bischof" beigelegt wird, bem Derfassungsausschuß überwiesen. * Zm polnischen Senat kam es bei der Abstimmung über die Agrarrefor m zu heftigen Szenen, worauf die Senatoren der Bauernparteien, der Sozialdemokraten und Christlichen Demokraten den Sitzungssaa l verliehen. Das ganze Gesetz über die Agrarreform wurde angenommen. Für das nächste Zahr ist ein offizieller De - s uch des dänischen und des norwegischen Königs in Finnland geplant. Das schwedische Königspaar hat den finnischen Präsidenten für 1926 auf ihren Sommersitz „Sol- liden" eingeladen und gedenkt, diesen Besuch mit einem Gegenbesuch auf dem finnischen Lustschloß „Gullranda" zu erwidern. Der Rat der Volkskommissare wird demnächst der allrussischen Zentralexekutive einen Plan über die Amwa ndlung Sibiriens in eine selbständige Republik vor- legen. Die neue Sowjetrepublik wird aus den Gebieten Omsk, Rowonikolajewsk, Altai, Zenessei und Zrkutsk zusammengesetzt werden. Als ihre Hauptstadt ist Rowonikolajewsk aus- ^sehen. Die körperliche Ausbildung der Polizeibeamteu. Sn der Preußischen Polizeischule für Leibesübungen in Spandau sand am 21. September eine Adschlußvorführung des Polizeioffizieranwärter- Lehrganges statt. Der preußische Minister des Snnern, Severing, der Leiter der Polizeiabteilung des Ministeriums des Snnern, Ministerialdirektor Dr. Abegg und weitere Herren preußi- cher Ministerien wohnten den Vorführungen bei. Sn der Begrüßungsansprache erläuterte der Schulleiter, Polizeioberwachtmeister W e s s i g, Ziel und Sinn der Ausbildungsarbeit. Es gelte nicht, Sport- Höchstleistungen zu erzielen, sondern der Zweck fei, eine gründli che Durchbildung des Körpers der Schutzpolizeibeamten für ihren Polizeiberuf durchzuführen. Mit der gründlichen Körperschulung werde gleichzeitig S e l b st b e - herrschung Ueberlegungsfähigkeit und Verantwortlichkeitsgefühl geschult. Die Vorführungen des letzten Lehrganges beweisen, wieviel praktisch erreicht worden ist. Der 106 Mann starke Lehrgang — mit einem Durchschnittsalter von 27 Sahren — leistete Vorzügliches. Ein Rundgang durch die Räume der Schule schloß sich an. Dabei ergriff Minister S e v e r i n g das Wort zu einer Ansprache, in der er noch einmal den von ihm schon oft betonten Leitsatz der Polizei heroorhob, daß der Polizei- beamte heute Kamerad und Berater des Publikums (ein müsse und sich nicht als fein Vorgesetzter fühlen dürfe. Eine polizeiliche Leistung sei nur dann vollkommen, wenn unter möglichster Schonung kostbaren Menschenblutes sie gelöst werde. Tagung der höheren Reichsbahnbeamten. Die Vereinigung von höheren Reichsbahnbeamten e. V. hielt ihre diesjährige wissenschaftliche Tagung vom 18. bis 20. September in München ab. Sm Mittelpunkt standen die Vorträge des Reichsbahndirektionspräsidenten Frhrn. v. Eltz-Rübenach- Karlsruhe über „Organisationsformen und -fragen" und des Prof. Dr.-Sng. Blum, Mitglied des Der- waltungsrats der Deutschen Reichsbahngesellschaft, über „Eifenbahnwirtschast einst und jetzt". Besonderes Gepräge erhielt die Veranstaltung dadurch, daß sie alle höheren technischen Reichsbahnbeamten und auch Vertreter der verwandten Wissenschaftsund Fachkreise zur Förderung gemeinsamer Wege und Ziele zusammenführte. Die Versammlung umschloß außer den wissenschaftlichen Vorträgen und einer geschäftlichen Vertreterversammlung der Vereinigung Besichtigung der Deutschen Verkehrsausstellung und des Deutschen Museums in München. Den kollegialen Zusammenhalt förderte ein geselliger Abend, während auf einem lehrreichen Ausflüge zum Walchenfeewerk bei strahlender Herbstsonne auch die landschaftliche Schönheit des Bayernlandes den Teilnehmern die Herzen öffnete. Die Ursache der „Shenandoah"-Katastrophe. London, 23. Sept. (WTB. Funkspruch.) Von dem amtlichen Untersuchungsausschuß der „Shenan- doah"-Katastrophe wurde erklärt, aus den Zeugenaussagen der 23 Ueberlebenden gehe hervor, daß der Wunsch, das teure Helium-Gas zu bewahren, die Veranlassung dazu gewesen sei, daß von den 18 Sicherheitsventilen 10 entfernt worden sind, als das Luftschiff durch eine vertikale Luftströmung auf 6000 Fuß in die Höhe gerissen wurde. Als die Befehle gegeben waren, die Ventile zu offnen, sei durch den un- geheuren Luftdruck das Luftschiff mit dem Stahlgerippe gesprengt worden. Aus Stabt und Land. Gießen, den 23. September 1925. Die Ernte- und Saatenstands- Berichlerstattung. Don der hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik in Darmstadt wird uns geschrieben: Auf das Eingesandt des Vogelsberg- Pfarrers in Rr. 215 des „Gießener Anzeigers" erwidern wir, daß die kurzen Berichte über den Stand der Feldfrüchte in Hessen sich auf den Mitteilunge n der Saatenstands- berichter (tatter aufbauen. 'Sie können selbstverständlich nur ganz allgemein die Verhältnisse kennzeichnen, ohne auf örtliche Besonderheiten einzugehen. Da uns aus den verschiedensten Gegenden Hessens gleichmäßig gemeldet wurde, dah die Ernte beendet ist, uns aber von keiner Stelle, auch nicht aus dem Vogelsberg, eine gegenteilige Mitteilnug gemacht worden war, so mußten wir annehmen, daß die Ernte in der Hauptsache beendet war." Grohfeuer in Wetzlar. ** Metzlar. 23. Sept (Eigene Drahtmel- bung.) heute morgen kur; nach 1 Ahr brach in bem bet Firma Buderus gehörigen Zementwerk ein Branb aus, der sofort einen größeren Umfang annahm. Die städtische Feuerwehr sowie die Vehr der Sophienhütte waren nach kurzer Zeit zur Stelle und begannen mit der Bekämpfung des Brandes, der gegen 51 Uhr morgens endlich gelöscht war. Zur Stunde läßt sich weder die U r - sache noch der angerichtete Schaden genau übersehen. Es steht lediglich fest, daß eine Abteilung des Zementwerkes vollständig vernichtet ist. Die Produktion erleidet dadurch vorläufig einen, wenn auch nur geringen Ausfall. Wie uns dazu vom Vahnhofsporstanb Gießen mitgeteilt wird, war durch den Funkenflug des Großfeuers die Strecke nach Koblenz und Köln gefährdet. Mehrere Z ü g e, in der Hauptsache Güterzüge, mußten deshalb zurück- gehalten werden und erlitten Verspätungen bis zu 50 Minuten. Wettervoraussage. Meist trübe und regnerisch, auffrischende Winde, dann geringes Aufklären. Schnell ist der Kern des gestern nach westlich von Irland gelegenen Teilwirbels ostwärts vorgestoßen und liegt heute morgen schon östlich von Schottland. Mit Ausnahme des Ostens liegt ganz Deutschland in seinem Regenbereich. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 16,7, Minimum 7,4 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 16 Grad Celsius. Bornotizen — Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstr.. „Schatten von Paris". — D. H. V. Morgen abend Vortragsabend. (Siehe Anzeige). • * Vom Winterfahrplan. Die bisher nur im Sommer beförderten -Bäderzüge zwi- chen Berlin und Mainz (Gießen, Rau- heim), ab Berlin, Potsdamer Bahnhof 8.05 vorm. und an 10.28 nachm., werden im kommenden* Winter beibehalten. Damit im Zu- ämmenhange werden auch die Flügelzüge Frankfurt (Main)—Rauheim, Trier—G iehen und Sangerhausen—Halle (Saale) weiter 6c» ördert. ” Steuer-Abzugs-Tabelle! Die either schon zeitraubende Steuerberechnung für Lohn- und Gehaltsempfänger ist nach den ab 1. Oktober d. 2s. in Kraft tretenden gesetzlichen Bestimmungen wesentlich erschwert worden. Und zwar bringen die neuen Bestimmungen mit sich, daß die Familienermäßigungen für Lohn- und Gehaltsempfänger nach zwei Systemen: der prozentualen Ermäßigung und der festen Abzüge (Pauschbeträge) berechnet werden müssen, um bei dem Steuerpflichtigen das jeweils günstigste Resultat der fälligen Steuer anzuwenden. Diese Mehrarbeit wird durch die Benutzung einer soeben im Selbstverlag von Friedrich Cgjjg, Darmstadt, Darkhausstr. 25, erschienenen Steuer- Abzugs-Tabelle, aus der die entsprechende Steuer glatt abgelesen werden kann, erspart. • * Von der Garnison. Linser Bataillon wird am morgigen Donnerstagnachmittag, 3 Llhr 17 Minuten, aus dem Manövergeländo zurückkehrend, auf dem hiesigen Bahnhof ein« treffen. " Straßensperrungen. Folgende Straßenzüge werden vom Polizeiamt als gesperrt gemeldet: Die Frank furter Straße oberhalb der Eisenbahn zwischen der Liebig- und Friedrichstraße, der A u l w e g zwischen Liebigstraße und Leihgesterner Weg, sowie zwischen Schiffenberger Weg und Riegelpfad. Die Maßnahme wurde durch die Vornahme von Pflasterungen erforderlich. * * D i e Schuhmacherfachs ch^r le Gießen (Abteilung der Gewerbe- und Maschinenbauschule) hat auf der Ausstellung in Bingen anläßlich des Derbandstages des Hessischen Schuhmacherverbandes am 5., 6. und 7. September einen schönen Erfolg erzielt. Sie erhielt für Arbeiten von Fachschülern drei silberne. Medaillen und acht lobende Anerkennungen. ** Die Gießener Feüerbestattungs- Anlage. Die seinerzeit von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Feuerbestattungs- Anlage auf dem Reuen Friedhöfe ist am Montag in Angriff genommen worden. Sie wird hinter der Friedhoftskapelle im unmittelbaren Anschluß an diese unterirdisch eingebaut, so daß sie von außen für die Besucher des Friedhofes unsichtbar bleibt. Selbst der Rauchabzug wird unauffällig vonstatten gehen, indem die an der äußeren Rückwand der Kapelle befindlichen Strebepfeiler als Schornsteine benutzt werden. Die Vereinigung für Feuerbestattung, die zur Zeit 348 Mitglieder zählt, nahm am Montagabend einen Bericht des Stadtverordneten Mann über die Besichtigung einer Anzahl deutscher Krematorien entgegen, die der Vortragende im Verein mit einigen anderen Stadtverordneten im Auftrag der Stadtverwaltung unternommen hatte, u. a. in Erfurt, Arnstadt in Thür., Weimar, Stettin und Treptow. Redner berichtete, daß die besichtigten Anlagen den besten Eindruck in bezug auf Anlage and Zweckmäßigkeit gemacht hätten und geeignet seien, die gegen die Feuerbestattung noch bestehenden Bedenken, namentlich was Pietät, Aesthetik, Schutz gegen Rauch und Gerüche und nicht zuletzt Wirtschaftlichkeit betrifft, zu entkräften. Da die Kommission Gelegenheit hatte, den Einäscherungsvorgang selbst zu beobachten, konnte der Redner mitteilen, daß Erzählungen über Bewegungen der Leiche oder einzelner Gliedmaßen nach Einführung in den Verbrennungsraum Märchen seien. Dies bestätige auch die zunehmende Benutzung der Einäscherungsanlagen; so fänden z.B. in Berlin- Treptow täglich bis zu 25 Einäscherungen statt. Als besonders musterhaft bezeichnete Redner die Friedhofsanlagen in Stettin, bei deren Besichtigung man sich in einem großen Park mit Blumenbeeten und Baumgruppen verseht glaube und die jeglichen „Schmuckes" an fabrikmäßig her- gestellten „Denkmälern" entbehrten. 3n der dem Vortrage folgenden Aussprache kam die Heber- zeugung zum Ausdruck, daß nach Fertigstellung der Anlage auf dem Gießener Friedhöfe der Kreis der Freunde und Förderer der Feuerbestattung sich erweitern werde. Landkreis Gietzen. .L Wieseck, 22. Sept. Das sehr schön am Rande des „Hegwaldes" mit einem herrlichen Blick ins Dusecker Tal gelegene Lokal „Zur Ludwigsburg" ist, um den Anforderungen als Ausflugsort mehr gerecht zu werden, durch den Anbau eines recht netten Saales erweitert worden. Zn seiner letzten Sitzung genehmigte der Gern ei nderat das betreffende Gesuch um Konzessionserweiterung. Ferner wurden die Schuldscheine üb er staatlicheDau- kostenzuschüsse für die im Bau befindlichen privaten Wohnhäuser genehmigt und eine in einem der Gemeinde gehörigen Wohnhause frei- gewordene Wohnung an einen als „dringlich" anerkannten Wohnungsuchenden vergeben. Die weitere Tagesordnung betraf interne Gemeindeangelegenheiten. Ll. a. wurde von einem Mitglied des Finanzausschusses mitgeteilt, dah eine neuerliche Verteilung von Bau- geldern an private Bauherren stattfand, und unter welchen Gesichtspunkten die weitere Verteilung stattfinden soll. — Bei der Versteigerung des Gemeindeobstes wurden im ganzen 440 Mark vereinnahmt. Zwetschen und Birnen gab es fast gar nicht, nur etwas Aepfel. Wie gering die diesjährige Obsternte hier ist, ersieht man daraus, daß bei der am gleichen Tage vor 10 Zähren stattgefundenen Versteigerung 1500 Mk. eingenommen wurden. — Ein interessantes Geländes piel führte am Sonntag die hiesige Freie Turners chaft durch: eine Schnitzeljagd, an der sich eine stattliche Anzahl jugendlicher Turner und Turnerinnen beteiligten. Der Gedanke des Spiels ist kurz folgender: Die „Füchse" befinden sich auf der Flucht und werden von den „Hunden" (den „Sportlern") verfolgt. Die Fährte wird durchhier und da gestreute Papierschnihel markiert und nach Möglichkeit an Wegkreuzungen und Abzweigungen irreführend vorgenommen. Dadurch entstehen Aufenthalte, die das „Abfangen" der Füchse erschweren und mitunter köstliche Situationen schäften. Für Langstreckenläufer ist dies eine unterhaltende Hebung, die noch jedesmal ihren besonderen Reiz ausgeübt hat. Mit Vr"stündigem einer glänzenden Opfertombi- ■ S 7 6 5 5 3 2 1 60 Pro- rechnen muh. Schwär doch. Kreis Metzlar. Deren rennen statt, das glanzend gelang, 'ixm miet* crkrankt essanlen Schauspiel wohnte eine mehrtausend- Dergiftungserschei n u n g en Modehaus Salomon, Schulstraße 4 8884a 8873V geziemend in Kenntnis zu setzen. Gießen Friedberg 8860D verstorben ist Gießen, Marktplatz 22 G2D W71 A Fraitfvt » wenden. Tel. 240 auch nacht» 20. h2-h4! 21. Da4-c2 22. Telxe8+ 23. Tbl -cl 24. Lg2-h3! 21. Tf8-e8 22. Db8Xe8 23. De8-d7 24. f7-f5 mit bis Tal-bl Sc3-d5 Dd3-a3 1. Sgl -f3 2. g2-g3 3. Lfl-g2 4. e2-e4 5. 0-0 10. c6-c5 11. Se7-c6 12. d7-d6 13. Lc8-e6 llllllllllllllllllllllllllllllllllU Altes Blei lBlelröhrew laufe BrühlfcheLrackerei llD Scbulstc. 7'9. mnHiiiiiiiiniiiiiiiiimiiuui 27. Tb6-b8 28. Tb8-fS 29. Kg8Xg7 Verein der Gastwirte von Gießen u. Umg. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Kollegen Herrn Wilh. Bastian Weih. Matt in zwei Zügen. Der Beginn nattvn. 26..... 27. Dc2xf5 28. Tel-e7 Die Beerdigung findet statt: Donnerstag, den 24. Sept., 2'/, Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof. Um zahlreiche Beteiligungbittet der I. Vorsitzende. Weih: 9 Steine Ka2, Dc4, Tbl, Ta8, Lb3, Lf2, Ba5t Bc5, Bd6. Schwarz: 9 Steine Kb7, Dh7, Tg6, Th8, Le8, Lg7, Ba7, Ba6, Bf6. Anstatt dieses Zuges dürfte sich besser Sc6 empsehlcn, um den folgenden befreienden Zug des Weihen zu verhindern. 6. d2 —d4 6. e5xd4 7. Sf3Xd4 7. Sb8- c6 8. Sd4Xc6 8. b7xc6 9. Sbl — c3 9. Ta8-b8 Hiermit wird der weihe Damenflügel etwas Partie Nr. 20 Gespielt in der 8. Runde deS internationalen, Meisterturniers zu Debreczin am 19. Aug. 1925. Zukertort-Gröffnung. Wei h: Przepiorka Schwarz: L. Steiner. Hesien-Nassau. ][ Marburg, 21. Sepi. Während der Reit- und Fahrverein Warburg beim letzten Pferdemarkt von einer Veranstaltung abgesehen hatte, fand gestern seitens der Ortsgruppe Ebs- dorfer Grund zwischen Mölln und Heskem ein großes landwirtschaftliches Reiten und Schaufahren mit Flachrennen statt, das glänzend gelang. Dem inter- am 27. September 1925, vormittags 9 Uhr, im Städtischen Dolksbad zu Dießen. Eintrittspreise: Sitzplatz 1 Mk. Stehplatz 50 Pf. Im Dor- verkauf bei den Schwimmwarten und an der Kasse deS VolkS- bades 80 Pf. und 40 Pf. [8751c] Der Vorstand. XX Krofdorf, 22. Sept. Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat den kommissarischen Bürgermeister Brockmeier endgültig für die vereinigte Bürgermeisterei Ahbach- LaunSbach bestätigt. XX Frankenbach. 22. Sept. Frankenbach ist jetzt der Postagentur Erda zugeteilt, bisher gehörten wir zum Bestellbezirk Rodheim an der Bieber. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 21. Sept. Da alle Bemühun- gen, den Mord in der Nähe von Mörlenbach oufzuklären. bisher vergeblich waren, hat die Staatsanwaltschaft einem Ausschreiben ein neues Bild der Ermordeten beigefügt, dazu auch treffen. 4. Trohe. 20 Sept. Heute nachmittag vereinigten sich die Mandolinenvereine von Wismar und Trohe auf dem Gleiberg, um das neue Wimpel des Troher Vereins zu weihen. Daran beteiligte sich auch eine Mädchengruppe aus Trohe, die mehrere Lieder zum Vortrag brachte. Die im Zusammenspiel der beiden Vereine gebotenen Musikstücke ebenso die Einzeldarbietungen fanden den reichen Beifall der übrigen aus Gießen und der Umgegend anwesenden Gäste auf dem Gleiberg. Großen-Duseck, 22. Sept. 3in Laufe dieser Woche finden in Bersrod, Grohen-Buseck und Beuern die O b st - Versteigerungen der Gemeinden statt. : Beuern, 22. Sept. In Gegenwart deS gesamten Gemeinderates sand am Freitag durch den Vertreter des Kreisamts Gießen, Oberregierungsrat Dr. Heß. die Einführung unseres neugewählten Bürgermeisters. Gg. Wilhelm Linden st ruth, statt. Damit geht das Bürgermeisteramt, das seither durch unseren Beigeordneten. Heinrich Arnold 5., versehen wurde, an den neugewählten Bürgermeister über. Beigeordneter Arnold chat in der schweren Zeit der Inflation, im September 1923, das Amt übernommen und zur Zufriedenheit der Einwohner geführt. Den Dank dafür zollte ihm die Gemeinde, indem sie ihn vor einigen Wochen einstimmig zu ihrem Beigeordneten wiederwählte. Möge nun der neue Bürgermeister recht segensvoll in Ruhe und Frieden die Geschicke unseres Dorfes leiten I Am heutigen Tage sand durch einen Beamten des Kreisamts Gießen die Uebergabe der Akten und des Inventars an den neuen Bürgermeister statt. — Unser langjähriger Untererheber, Karl Ludw. Ranft, hat nach 23jähriger Amtsführung die Untererhebestelle abgegeben. Als sein Rachfolger wurde in diesen Tagen sein Sohn. Alb. Ranft, durch das hessische Ministerium ernannt. 5d)ad)*(Edie. Bearbeitet von W. Orbach sind. Man nimmt an, daß es sich um einen Selbstmordversuch der Frau handelt. Ummeln non 1846 • Wen Vereinszweikampf im Schwimmen 14. Da3-a6 Eine mutige Dame! 14..... 14. Sc6 - d4 Sc5 dürste den Vorzug verdienen. 15. c2 —c3 15. Sd4-b5 16. Lei — d2 Es drohte Sc3; usw. 16..... 16. Le6xb5 Dieser Zug räumt dem Weißen eitert noch größeren Stellungsvorteil ein, jedoch dürfte es schwer sein, für Schwarz eine befriedigende Lösung kenswerter Weise hat Seine Durchlaucht der Fürst zu Stolberg-Wernigerode. Patton der hiesigen Kirche, seinen der Kirchen- gemeinde gewährten Beitrag zu den Kosten der Reparaturen an hiesiger Kirche um ein Wesentliches erhöht. Die Gemeinde empfindet diele Beihilfe um. so erleichternder, da man hier einem Ernteverlust von schätzungsweise 50 1. g7-g6 2. Lf8-g7 3r e7-e5 4. Sg8-e7 5. 0-0 10. 11. 12. 13. 2 leere Zimmer evtl, ein .großes von jungem Ehepaar zu mieten gesucht. _____ Schriftliche Angebote unter 8882D an den Gießener Anzeiger. MenMrMeruW - SeWWl die einem der grünten SachverÜcherungö« Momente angehört, lucht für bte plan- mastige Bearbeitung deS biengen Bezirkes eine tottiöffifle vmiiMkkll für angenehme Dauerstellung. Geboten iverden: zeilgemähes Gehalt. Reisefvesen und Provisionen. sowie Tuverprovifion auS dem Bezirksgeschäsk. 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Das Gebiß zeigt im Oberkiefer drei künstliche Schneidezähne, die zu einer Brücke vereinigt sind, außerdem einen Stiftzahn, dem die Porzellanfront fehlt: ferner fehlt bei der Toten ein Backenzahn. Für die Feststellungdes Mörders ist erneut eine Belohnung von 500 Mk. ausgeschrieben. • Darmstadt, 22. Sept. In der hiesigen Kaserne der Schutzpolizei wollte der Wachtmeister E r h a r d t seine Pistol e entladen: diese entlud sich vorzeitig, die Kugel traf den Wachtmeister Ludwig, der in die Stirn getroffen tot niedersank. — In das Krankenhaus wurden die Frau und das Kind eines Beamten eingeliefert, die an schweren Alle für die Rcchaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des .Gießener Anzeigers". Problem Nr. 2V. Bon W. Grimshaw (1853.) Schwarz. Drucksachen aller Art ftattung Itllrein nnMrtüwert Me vrRhl'sche Universitäts-Druckerei, H. Lange, Gießen, Schulstt. ?. Dorsprung begaben sich die .Fuchse" auf bie Strecke. Der Weg führte zunächst nach dem Philo- svfchenwald. wo umfangreiche Täuschungen vorge- Twmmen wurden, durch den Stadtwald nach dem Wiesecker Sportplatz, von hier immer durch den Wald an dem Flugplatz vorbei in Richtung RSdgen Die reichlich vorgenommenen irresüh- renben Streuungen hatten viel Zeit in Anspruch flenommen und Die in scharfem Tempo folgenden Hunde dichtauf rucken lassen. Der starke Verkehr fern den Verfolgenden ebenfalls zuftatttn, sie konnten oft aus die richtige Fährte ^wiesen werden Durch Zuruf wurden die .Füchfe in tXfrbflen davon verständigt, daß die Verfolger auS dem Walde l>eraus in Sicht kommen, die nun ihrerseits ebenfalls ein schärferes Tempo vvr- 1 egten Rödgen wurde schnell umgangen, am Dahnhos die Eisenbahnlinie überschritten und in Trohe das Heil versucht, die Verfolg« von sich abzuschütteln Sm zu lrützfitig emgefchla- gener Seitenweg sah die .Füchse plötzlich vor Den .wogenden Fluten" der Wieseck, em äleber- sctzen an dieser Stelle war nicht möglich, hier wurden sie von dem Schicksal ereilt, wenige Minuten später konnten sie von der Spitzengruppe abg. sangen iverden. Die solgende Gruppe, dar- unter die Turnerinnen, wurden durch die inzwischen geschlossenen Schranken an der Bahnüberführung am Bahnhof Rödgen aufgehalten. Rach Vereinigung aller Teilnehmer ging« mit frohem Sang durch Trohe nach der .Ludwigsburg" am Hegwald, wohin der inzwischen dort eingetroffene Gesangverein ..Sängerkranz" einen Familienausflug unternommen hatte. Dort konnte an folgende Turner die gestifteten Preise, lauter Gebrauchsgegenstände für Turner, verteilt werden: 1. Ludwig Kreiling. 2 Alfred Oßwald. 3. Artur Seibert, 4. Karl Voigt 5 Hans Bremer. 6. Wilh. Werner, 7. Wilh. Weller. 8. Karl Lotz. 9. Otto Schnabel, 10. Karl Volzel, 11 Artur Mährländer. In dem neuen Saal der Ludwigsburg herrfchte inzwischen ein lebhafter Betrieb Der auf 120 Sänger und Sängerinnen angewachfene Ehor des ..Sängerkranz" bot mit seinen gesanglichen Darbietungen hervorragende Leistungen, die stürmischen Beifall fanden, der Männer- sowie der Frauenchor mußten sich wiederholt zu Zugaben verstehen. In froher Eintracht wurde so ein Sonntagnachmittag beschlossen, der in seiner Vielseitigkeit jedem etwas Unterhaltendes bot. Die .Schnitzeljagd" selbst erregte auf der Strecke bei den sehr zahlreichen Passant en einiges Aufsehen, teilweise verwundertes Kopfschütteln und lebhaftes Interesse. Das Wetter blieb der Veranstaltung günstig, es war wenigstens von oben trocken, wenn auch durch den vorherigen Regen die Benutzung der meisten Feldwege unmöglich war. Zur Ehre der.Hunde" !muß gesagt werden, daß sich diesmal keiner soweit verlief, um erst am Abend am Ziel einzu- zu finden. 17. e4xd5 17. Tb8-b6 18. Da6-a4 18. a7-a6 19. Tfl-el 16. Sd5-a7 Dieser Springer spielt in vorliegender Partie eine traurige Rolle, und an demselben geht Schwarz schließlich zugrunde. ------- 20. Dd8-b8 Nähmaschinen Erleichterte Zabluugöbedingungen. Ersatzteile ♦ Nadeln ♦ Oel ♦ Garn ♦ Reparaturen ♦ Singer Nähmaschinen Akt.-Ges. Äreie ArieDberg. :: Pohl-GönS, 21. Sept. Im Jahre 1922 war dahier der Inhaber der 1. Schulstekle gestorben. An seiner Stelle wurde alsbald Lehrer Schäfer von M a i b a ch zum Lehrer in unserer Gemeinde ernannt, welcher jedoch sein Amt nicht antreten tonnte, da die Lehrerfamilie in der Dienstwohnung bleiben mußte, biS sie sich «in eigenes HauS gebaut hatte. Rachdem diese- nun sertiggestellt ist und bie Dienstwohnung geräumt wurde, wird Lehrer Schäfer nach Beendigung der Reuherstellung der Lehrerwohnung feinen Dienst in der Gemeinde an treten, und zwar nach Beendigung der Herbstferien. Der seitherige Verwalter der Lchulstelle, Lehrer Dachtel, wird alSdann nach Maibach übersiedeln. — Der hiesige Landwirt Ludw. Röhrig stürzte beim Rüsseabmachen vom Baum auf das Straßenpflaster und erlitt neben der Zerschmetterung des Rasenbeins einen schweren Armbruch. Kreis Schotten. no. Dolkartshain, 21. Sept In ban- äöei?? bifa "Hof jjj K ^abrli,, 'ich Lb 8 Üdrils Nutzung einer ivn. Unser W’Bnatalttaa, wt Auliveg mj. jnft Aiegchsad. Dic Vornahme von Fachschule Ai,, be-und Maschinen, rstellung in Ijngen ^.bes hrssischen 6. und ?. tzev- etjidt. tzie erhielt cn drei silberne M. mennunzen. "rbestattungj. on der Stadtvervid» te Feuerbestallungk- lrdhofe ist am >n- worden. Eie toiri e im unmittelbar ich eingebaut, M tchrr des FrWoses er Rauchahuz tritt i, indem bk an der Kapelle befindlichen fine benutzt werden rbesiattung, die zur nahm am Montag- l Stadtverordneten gung einer Änzchi egen, die der Völligen anderen Stadt- vr Stadtverwaltung 'n Srfutt, Arnstadt b Treptow. Leoner Anlagen den besten ze and ^weämdstig- gnri seien, die gegen «stehenden Dedrnlen, esthetik, Schuh gegen cht zuletzt WiMaft- i. Da die Kommission cherungsvorgang selbst Seiner mitteilen, daß igen der Leiche oder Einsührung in den m seien. Dies de' : Benutzung Ser fr' » i.T. i» Einäschcru^ ltatt )ezeichnete Wer du / bei Seren Destchst Ln^miiMtnen- S* Md M fabrtkmasttg yet Arten. In^dem St tarn dw Hebet* h nach ^erttgßellung $nÄu« Förderer der erde. Aietzcn. mit etntj o u r ^L^demngen m den » . öard) LZ erweitert genehmigte n Gesuch um '“ftSi 6ie tficbe Dau- , ^Äubefindli^ ie1a8-flf uni> eine " ^4ohnhaule IM' ige" „u dringlA einen Sic ^".^Seme^ L'Lneinem» dc.List, daß em- nWKUl' Redner: Herr Gauoorsteher Auerbach, Frankfurt: 8871c Were zeliensMk m Welt- MWtWMZMM«, #nni|slii Gießen—Offenbach a. M.: Geboten wird in Gießen sch 4-Z.-Wohng. Gesucht wird in Offenbach sch 3-Z.°Wohng. Gießen—Bad -Naubeim: Geboten wird in Gießen 4-Z.-Wohnung Gesucht wird in Bad-Nauhetml-Z.-Wohng. Gießen—Frankfurt a. M.: Geboten wird in Gleßen fch. 2-Z.-Wobng. Gesucht w. in Frankfurt a. M. 2-Z.-Wohng. Wir geben unseren Mitgliedern hiermit bekannt, daß die , ... r „ .Dressurstunden für das ltde. Winterhalbiahr ab 23. Setzt. 25 wieder regelmäßig unter fachm. bewährter Leitung abgehalten werden Beginn der UebungSstunden jeden Mittwoch von abends 8 bla 10 Uhr, in der Universitäts-Reitbahn (am Brand), desgl. jeden Sonntagmorgen ab 10 Uhr anl dem Triebgelände. 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Mahnert-Innsbruck in der Massenversammlung am Sonntagnachmittag in der Volkshalle in erschütternder Weise in folgender Rede in Dersen zum Vortrag: Wenn der erste Schnee von den Bergen glänzt, Wenn unseres Hauses Wände Des wilden Weines Purpur kränzt. Dann reichen wir uns die Hände, Dann kommen wir aus allen ®au'n Des Vaterlands gefahren. Ernste Männer und holde Frau'n, Erwartungsfrohe Scharen. Deutschland feiert ein Heimatfest, Ein trautes Stelldichein, Wenn seine Fahnen wehen laßt Gustav Adolss großer Verein, Dann leuchtet wie ein ewiges Licht In dämmernden Kirchenhallen Die Freude auf jedem Angesicht Und fromme Lieder schallen, Lieder zu Gottes Ehr' und Preis, Und alle Herzen glühen heiß, Es schlagen tausend Flammen Zu einem Feuer zusammen. Im Feuer der Liebe läutern wir. Geschart um Gustav Adolss Panier, Unser Denken und Wollen und Leben Zu heiligem Opfern und Geben. Wir geben uns Gott und den Brüdern hin. Den in der Welt zerstreuten, Und durch den ich-besreiten Sinn Geht es wie Glockenläuten. Mir aber wird bei diesem Klang, 3m Glanz der Festtagskerzen Mit einemmal so weh und bang, Und alte Wunden schmerzen, Wunden, verheilt von keiner Zeit, Für die kein Arzt sich findet, Daß er in Heilandssreundlichkelt Die blutenden verbindet. Das deutsche Leid, das deutsche Leid, Es geht im Saale um, Und in leetiefer Traurigkeit Wird jede Seele stumm. Und in die Stille bleiernschwer Ertönt ein leises Weinen: Schwarzgekleidet kommen sie her. Die Großen und die Kleinen. Kinder kommen zur Mutter und klagen ihr Leid: „Was man uns angetan wider Recht und Gerechtigkeit, Mutter, hörst du, wie es zum Himmel schreit? Grausam rissen die rohen Feinde uns los Von deinem warmen, gesegneten Schoß. Ausgeftoßen in finstere Nacht und Not, Müssen wir essen der Fremde bitteres Brot. Sie schlugen des Vaterhauses Tore uns zu. Nun laßt das Heimweh nach dir uns feine Ruh'. Mutter Deutschland, sieh, wir kommen zu dir. Eine große Schar von kleinen Kindern sind wir. Sind deine Kinder, Bäumchen von deinem Holz, Und daß wir es sind, wir sagen 's mit edlem Stolz. Haben blaue Augen und blondes Haar, Sprechen die Sprache wie du, die uns gebar. Deutsch ist das Blut, das die Adern durchkreist, Deutsch unser Herz und deutfch unser Geist, Deutsch unseres Wesens tiefinnerfter Kern, Beten mit dir zu demselben Herrn. Er ist der Vater, die Mutter bist du. Du bist die Heimat, der Friede, die Ruh'. Denken wir deiner, so werden wir stille. Ebnet sich sonst der stürmende Wille. LIU unser Sinnen wird frommes Gebet, Das zu den Höhen des Himmels geht, 3m Lichtmeer der Ewigkeiten sich wiegt Und an das Her§ des Vaters schmiegt. Mutter, du kennst deine Kinder wohl: Aus Steiermark, Kärnten und Tirol, Aus Siebenbürgens Sachsenland, Von Schleswigs nordischer Wasserkant', Don Danzig, der stolzen Stadt am Meer, Dom Wasgenwalde kommen wir her. Dort, wo der Schlesier Eisen gießt. Die Elbe durch Böhmens Fluren flieht, 3n Städten und Dörfern zu deinen Toren Sind wir als deine Kinder geboren, Und haben nun unsere Mutter verloren. Mutter, du kennst die Stabt an der Drau In Steicrmarfs weingesegnetem Gau, Der Bachern hält seine schützende Hand Heber das maisfrohe lachende Land, Auf den roten Siegeln liegt Sonnenschein, Aus den Häusern dustet's nach jungem Wein, Und die Glocken läuten den Sonntag ein. O Marburg, du Stadt an dem rauschenden Strom, Stolz ragt in dir der „Narodni Dom , Und wo die Hungerglocke geklungen. Ist das deutsche Lied nun ausgefungen. In Ketten liegt eine blutende Stadt, Ihr Auge meint und weint sich nicht satt. Um sechzehn Gräber, die Feindesgewalt Aufwarf an einem Iännertage, Heult heute der Herbstwind rauh und kalt Eine schauerliche Totenklage." Mutter, verhülle dein Angesicht, Mutter, hör', ein Tiroler spricht: »Hofers Fahne trägt einen Trauerflor, An jedem zehnten Oktoberlage Schreit wie mit einem einzigen Schlage Der Kirchenglocken machtvoller Chor Zum Himmel die herzzerreißende Klage, Daß Deutschland Südtirol verlor! Dort, wo der Rosengarten liegt, Dort, wo des Südens warmer Schein Sich wohlig um Laurins Wände schmiegt. Wo die Sonne das Blut in dem Rebenwein Zu einer lieblichen Süße kocht, Wo unter dem ewig blauen Himmel Schneller und leichter das Herze pocht, Wo aus der Menschen frohem Gewimmel Die Freude in Liedern zum Himmel geht. Wo am Passeier das Sandwirtshaus steht. Wo Walter von der Vogelweide Sang von der Minne süßem Leide Und auf Meran im schönen Kleide, Wie eine liebende Braut geschmückt, Der Himmel die Sonnenküsse drückt. Mein Südtirol, mein Heimatland, Um dessen Stirn der Herrgott wand Ein Diadem aus Silberlicht, ©ie’s aus des Himmels Toren bricht. Mein Heimattand fft nicht mehr frei. Verfiel der welschen Tyrannei, Und seine Trikolore bißt, Verhaßt und haßend der Faszist. Mein Südtirol, mein Heimatland, Der Feind mit Eisenketten band, O Mutter Deutschland, vergiß es nicht, Das Land, das deine Sprache spricht, Das Land, das immer an dich denkl. Das „Glaube und Heimat" dir geschenkt. Und das durch Andrä Hofers Ruhm Den Weg dir weist zum Heldentum." Und die Mutter hebt ihr Angesicht: „Euch, meine Kinder, vergess' ich nicht: Zwar bin ich selber krank und arm. Geschlagen, daß es Gott erbarm. Doch meine Liebe hört nicht auf. Und was auch bringt der Zeiten Lauf, Ihr sollt in meinem Herzen bleiben, Kein Feind soll euch daraus oertreiben, Denn einer Mutter Liebe ist Viel stärker als Franzmann und Faszist. Meine Liebe fällt wie Sternenschein In eure dunkeln Nächte hinein. Meine Liebe legt wie ein warmes Kleid Sich um der Kinder Armseligkeit. Meine Liebe gießt euch trutzigen Mut Und eiserne Kraft ins matte Blut. Meine Liebe baut euch Knochen und Marl, Denn Deutschlands Liebe ist wunderstark, Deutschlands Liebe wahrt euch das Haus, Wacht und wartet, hofft und hält aus. Blickt zum Himmel: in seinem Zelt Wohnt und maltet der Herr der Welt, Hat sein Deutschland immer gesegnet, Ist ihm liebreich und freundlich begegnet, Wird auch in Zukunft uns nicht lassen, Ob uns die Feinde verachten und hassen, Wird uns erretten aus ihren Händen, Daß wir getreu die Sendung vollenden: Als Volk des Gemüts, als Volk der Pflicht Können versinken, ertrinken wir nicht, Haben der Welt auch in diesen Tagen Etwas zu geben, etwas zu sagen. Sind im Menschheitstempel der güldene Schrein, Gott legte ein kostbares Kleinod hinein. Das ist das treue und fromme Herz Mit seinem Sehnen und Heimwehschmerz, Das auf Erden niemals Ruhe findet, Wenn es sich nicht mit ihm verbindet, Der alles Ledens Urgrund ist Und unser Vater in Jesus Christ. Solang' noch Kirchenglocken hallen Durch unsere Täler feierlich, Und fromme Kirchenlieder schallen Und deutsche Menschenseelen sich In einem gottgebor’nen Sehnen Dem Himmelslicht entgegendehnen. Solang* noch deutsche Mütter beten Und mit des Herzens tiefem Glück Vor ihres Herrgotts Augen treten Und sich in ihrem klaren Blick Des Himmels blaue Reine spiegelt, Bleibt unseres Volkes Sein versiegelt Und feine Zukunft fest verbrieft. So sehr uns Gott auch wägt und prüft. Und unser Gottesbund wird stehen. Bis Erd' und Himmel untergehen. Das sei euch Trost, ihr meine Kinder. Mit diesem Trost seid Ueberwinder, Mit diesem Tröste haltet aus, Bis einst ich euch das Vaterhaus Aufschließe mit entbunb'nen Händen. Dann ro.rb ein Jubel aller Enden Aufjauchzen zu dem Himmelszelt, Zu Gotk, dem Vater aller Welt, Ein Danfesjubel, unermeffen. Und alles Herzleid ist vergessen. Dann ist das Lied vom deutschen Leid Mit einemmal zu Ende, Und alle Deutschen, weit und breit, Reichen sich froh die Hände, Und Gottes tapfrer Pionier Mit den blaugelben Fahnen, Der nächste Dank gebührt dann dir, Du brachst die Siegesbahnen, Du schlangst der Liebe Rosenband Um alle deutschen Seelen, Daß sie aus fernem, fremdem Land Den Heimweg nicht verfehlen. Du halfst mit ihrem Kirchentum Zugleich ihr Volkstum pflegen. Das bleibt in Ewigkeit dein Ruhm, Dein Stolz und reicher Segen." Der gestrige Tag. • Gießen, 22. September 1925. Heute war die Stadtkirche die Stätte, da die Hauptversammlung des Gustav-Adolf-Vereins zur ersten öffentlichen, festlichen Veranstaltung des Tages sich zufammenfand. Hm 11 Ähr begann dort der Festgottesdienst in Gegenwart einer Menschenmenge, wie sie gleich groß — trotz des üblich starken Besuchs unserer Kirchen — unseres Wissens in der Stadtkirche noch nie beisammen war. Sämtliche Sitzgelegenheiten waren in Anspruch genommen, außerdem standen in den Gängen noch Hunderte in dichtgedrängter Fülle. Schätzungsweise mögen es wohl mindestens 1500 Personen gewesen sein, die an der denkwürdigen Gottesdienstfeier teilzunehmen wünschten. Der Evangelische Kirchengelangverein mit Unterstützung einiger weiterer Kräfte unter t>er Leitung von stud. Knott und die Kapelle Topp hatten chre Kunst zur Verherrlichung der Feier zur Verfügung gestellt und bereicherten den Gottesdienst durch die Wiedergabe der Chöre ..Gott, der Herr, ist Sonn und Schild" und „Erhalt uns in der Wahrheit", beide aus der Reformatio nsfestcantate von Ioh. Seb. Vach, in hohem Maße. Den Altardienst verlah P'arrer Mahr. Gießen, die Festpredigt hielt Generalsuperintendent D. Kalweit, Danzig, über das Evangelium Ioh. 14.6 „Ich bin der Weg, Die Wahrheit und das Leben". Die glanzende und sehr tiefschürfende Festpredigt war den Gläubt- gen ein weihevoller Genuß. Dielet Gottesdienst wird in der Kirchengeschichte unterer Evangelischen Gemeinde als ein besonders leuchtendes Dkatt allezeit fortleben. Die Kollekte galt natürlich der Liebesarbeit des Gustav-Adols-DereinS. Nachmittags um 4 Uhr begann in der Neuen Aula der Universität die Erste öffentliche Hauptversammlung. Auch hier war die Beteiligung der Abgeordneten und Interessenten ganz außergewöhnlich stark. Mit Gemeindegefang wurde die Tagung feierlich eröffnet. Darauf hielt Geh. Kirchenrat Prof. D. Rendtorff-Leipzig. als Vorsitzender des Zentralvorstandes des Evangelischen Vereins der Gustav-Adols-Stisung die Eröffnungsansprache, in der er u. a. sagte Die Predigt in dem gewaltigen Gottesdienst heule morgen hat uns die Herzen warm und weit gemacht für das große Werk, zu dessen Vertretung und Pflege wir hier versammelt sind. Wir lind im Hessenlande versammelt, damit kehrt unser Verein in seine Heimat ein, denn neben dem Sachlenland muß auch das Hessenland als ein Quellgebiet des Gustav-Adols-VereinS bezeichnet werden. Hessen und Sachsen. Großmann und Zimmermann, sie haben sich in diesem unfern Werk in wundervoller Weise die Hand gereicht, bewundernswert dadurch, daß sie uns das erhebende Bild einer brüderlichen Weihe boten. Was der Verein sein will, wozu er gegründet ward und welches sein Ziel ist, das hat bei seiner Gründung der Leipziger Großmann dahin zufammengefaht: Die Kirche ist sein Ziel, Brüder, laßt uns allezeit bei allem, was wir vorhaben und beschließen, dieses eine als unser Ziel bewußt bleiben, damit dereinst dieser Verein eine Seele der evangelischen Kirche könne genannt werden. Ob heute unser Verein auf diesen Namen einer Seele der evangelischen Kirche Anspruch hat, ob er mit gutem Gewissen bekennen darf, allezeit mit festem Blick auf dieses Ziel seiner Aufgabe treu geblieben zu sein, das mögen die Verhandlungen und Beschlüsse und die Begrüßungsworte vor der Oeffentlichkeit bezeugen. Mich aber lassen Sie ein Dreifaches bekennen: Der Kirche unverrückbarer Grundstein ist die Offenbarung, die geschichtlich in Jesu Christi ist, das Evangelium von dem für uns Gekreuzigten und Auferstandenen. Hierbei hat alle kirchliche Arbeit, auch in Verwaltungsdingen. aufzugehen, allein in dem Endzweck der Verkündigung des Evangeliums. Auch das kirchliche Re- qiment ist nur ein Hilfselement des Pfarramtes, das nur dem Dienst der Kirche gewidmet ift Der Gustav-Adolf-Verein hat immer der Verkündigung des Evangeliums die Bahn freihalten wollen. Daraus ist er immer mit heißem Herzen gerichtet gewesen, damit niemand fort könne von dem Grund, der gelegt ist von dem alten, festen Glaubenstrost. Aller kirchlichen Arbeit Sinn ist, daß sie Liebesarbeit ist. Die Liebe ihres Herrn und Meisters Jesus Christus ist auf die Einheit seiner Glieder gerichtet, darin, daß sie alle eines Sinnes und eines Herzens werden, gipfelt das letzte hohepriesterliche Gebot unseres Herrn. Der Gustav-Adolf-Verein darf sich bezeugen, daß sein Dienst allezeit Liebesdienst gewesen ist. gerichtet auf die Einheit derer, die Jesu Leben haben. Tausende von Gemeinden können es bezeugen, daß die Gabe des Gustav-Adolf-Vereins ihnen eine ©tärfunq gewesen ist. And wenn auch viele biefer Gemeinden eine Minderheit sind, so sind doch auch Minoritäten kein- Minder- beiten mehr, wenn sie sich eingeschlossen wissen in ein großes Ganzes Auch die Zerstreuung ist nicht mehr Verlassenheit, wenn sie hinter sich weiß einen Bruderbund, der sie trägt mit seiner Liebe Die Kirche der Heimat hat auch die Liebe des Vereins erfahren, auch das, was wir hier tun können, macht uns froh in dem Bekenntnis: Ich glaube an eine heilige allgemeine christliche Kirche. Der evangelischen Kirche ist es tief eingepflanzt. sonderlich der Kirche, der Luther fein Gepräge gegeben hat. daß sie in das Volkstum eingesenkt und mit ihm verwachsen ist, daß sie dieses Volkstum mit den Grundsätzen des Evau- geliums durchdringt und erneuert Der Gustav- Ädolf-Verein hat mit sonderlicher Freude deutschen Volksgenossen evangelischen Bekenntnisses in der Zerstreuung gedient, wie er mit gleicher Liebe auch evangelischen Glaubensgenossen slawischer Zunge sich gewidmet hat- So ist auch heute noch das Bekenntnis am Platze: Was wollen wir? Die Kirche ist unser Ziel! Es gehört zu dem größten Erlebnis unserer Zeit, daß aus dem großen Zusammenbruch unseres Volkes keine öffentliche Organisation so unerschüttert hervorgegangen ist, wie die Evangelische Kirche, und daß bei all den Stürmen dieser Zeit keine öffentliche Organisation einen so allgemeinen Kredit in der Oeffentlichkeit genießt. wie die Evangelische Kirche. Auch in der Diaspora steht alles unter dem Zeichen des Baues von Kirchen. Schulen, Pfarrhäusern usw., und in der Heimat ist es genau ebenso. Zu dem bewundernswertesten Zeugnis der letzten Zeit gehört es. daß in dem scheußlich verwüsteten Rußland unmittelbar nach dem Zusammenbruch die Evangelisch? Kirche sich zu einer neuen Or- ganifation zusammengesaßt hat und dort daran ist, die Evangelische Kirche wieder zu einer einigen Kirche zusammenzufassen. And in den anderen fremden Ländern beobachten wir überall. daß heule wieder der Ruf ergeht: Die Kirche muh gepflanzt, gebaut und gepflegt werden. So sieht es in der Diaspora aus. Wir stehen freilich unter schweren Hemmungen, gegen die wir zum Teil wehrlos sind. Da sind vor allem die Christenoerfolgungen durch die Bolschewisten. Daneben stehen die nationalen Bedrückungen unserer deutschen Glaubensgenossen in der Tschechoslowakei. Allein an 4000 deutsche Schulklassen sind dort in der letzten Zeit geschlossen worden. Man 1 kann der Eoong. Kirche kaum tödlichere Stteiche versetzen, als wenn man sie in der Ausbildung un- crer Jugend in der Muttersprache und im evangelischen Geiste behindert. Und dann die abscheulichen Ausweisungen der deutschen Optanten aus Polen. Die Schuinöte der Evangelischen in Siebenbürgen sind gleichfalls sehr groß. Aber fast noch schwerwiegender ist. daß remdstämmige Glaubensgenossen den Deutsch-Evangelischen im Auslande das Leben bitter schwer machen. In gleicher Weise sehen wir noch in vielen Ländern große deutsch evangelische Not. Endlich R o m. Der Gustav-Adolf-Verein kann es sich bezeugen, daß er niemals eine .Kampforganisation gegen Rom war und muh es mit aller Bestimmtheit ablehnen. als eine Sturmtruppe in diesem Kampfe angeführt zu werden. Wir haben eine Aufbauarbeit unseres evangelischen Gemeindelebens zu treiben. Aber wir empfinden es bitter, wenn bei einer Ca- nifius-Feier Luther mit Beschimpfungen bedacht wird. Wenn jüngst auf dem Stuttgarter Katholikentag Frhr. v. Clett die Erklärung abgegeben hat, daß Rom die Herrin der Welt fei, wenn bei einer Heiligtumsfeier Erzbischof Schulte beweisen wollte, daß die dort ausgestellten Windeln Christis echt seien, so berühtt dieser Konttast zwischen mittelalterlichem Wunderglauben und moderner Katholikenschast recht eigenartig. In Stockholm hat Rom gefehlt. Möge in Rom ein Geist lebendig werden, der den Herrschaftsgedanken aufgibt, sonst wird über Rom das Schicksal einer Sekte sich vollziehen. Hinsichtlich unserer Aussichten und Aufgaben ist festzustellen, daß in weiten Kreisen unteres Volkes das Interesse für unsere deutsche Aus- landdiaspora in außerordentlichem Maße gestiegen ift. Unsere Brüder und Schwestern dort draußen haben es heute unendlich viel schwerer als vor 1914. Für sie könnte heute noch viel mehr geschehen, wenn jeder Deutsche es als heilige Pflicht ansehen würde, mit aller Kraft für sie einzutreten. Dankbar sind wir dem Verein für das Deutschtum im A u s (a n b e , der in vielerlei Beziehung mit uns am gleichen Werk arbeitet und dem wir herzlichen kameradschaftlichen Gruß senden. Besonders dankbar gedenken wir aber der Tatsache, daß das Deutsche Reich in seinen Höch st en Stellen an der deutsch evangelischen Diasporapslege als der selbstverständlichen Wahrung des Protestantis- mus volles Interesse hat. Ergreifend war es, als Reichskanzler Dr. Luther in feiner Botschaft an die Kirchenkonferenz in Stockholm das Evangelium als den Wurzel stock bezeichnete, der allein in den Realitäten u n • serer Zeit uns st ü tz t. Zu diesem Bekenntnis des Reichskanzlers stehen wir freubig. Bei ber wei- tcren Besprechung ber Stockholmer Konferenz gab ber Reoner ber Hoffnung Ausbruck, baß aus einer Fortsetzung biefer Zusammenkünfte eine Einigung ber Völker heroorgehen möge. In biefem Zusammenhang roanbte sich Rebner gegen bie Saat b e s Hasses, die von Frankreich aus In Schul- büdjern, wie man sie in Stockholm gesehen hat, noch immer gegen Deutschlanb ausgeftreut wirb. Dieses Verhalten mache es unmöglich, an bie Ehrlichkeit ber Versicherungen bes Frie - benswillens zu glauoen, mit benen man uns überschwemme. Im Gustav-Abols-Verein regt sich überall große Freubigkeit zur Arbeit. Dadurch sinb wir mächtig unb bürfen hoffen, daß Gott unser Werk segnen wirb. Wir müssen über Lanb unb Meer zu unseren bebrängten evangelischen Brübern unb Schwestern gehen. In ber Erfüllung dieser Pflicht wollen wir treu fein, denn diese Pflicht ist wundervoll und heilig. (Stürmischer Beifall.) Oer Gruß der Reichsregierung. Hierauf sprach Ministerialdirektor Dr. Dem« mann vom Reichsministerium des Innern im Auftrage der Reichsregierung. Er sagte: Im Namen der Reichsregierung habe ich die Ehre, bie 70. Hauptversammlung bes Vereins ber Gustav-Abolf-Stiftung zu begrüßen, ihr Grüße unb Wünsche zu überbringen, so herzlich, wie sie Ihnen gestern abenb bereits in ber Iohannestirche in so reichem Ausmaß von berebten Munbe bargebracht worben sinb. Dem Herrn Reichskanzler Dr. L u - t h e r sowie bem Herrn Reichsminister bes Innern Schiele, meinem Herrn Chef, unb bem Reichs- minifter bes Auswärtigen Dr. Strefemann würde es eine besondere Freude gewesen sein, hier selbst bei der Tagung zu erscheinen, um Ihnen per- sönlich die Teilnahme zum Ausdruck zu bringen, die die Reichsregierung ständig den Arbeiten des Gustao-Adolf-Vcreins entgegenbringt. Zu ihrem Bedauern ist es den leitenden Staatsmännern des Reiches in diesen Tagen nicht möglich, von Berlin abwesend zu fein, da das Reichskabinett zu ernsten Beratungen über schicksalsschwere Fragen für Reich und Volk gufammengelreten ist. Und so ist denn mir, der zu seiner großen Freude bereits wiederholt mit Ihrem hochverehrten Herrn Vorsitzenden in för- berfamer Arbeit hat zusammenstehen bürfen unb weiterhin in verstärktem Maße zusammenstehen wirb, bie Ehre zuteil geworben, im Namen ber Reichsregierung einige Worte an Sie zu richten. Wenn ich heute auch als Vertreter politischer Ressorts zu ihnen entlaubt bin, so lassen Sie mich doch über politische Dinge schweigen. Lassen Sic mich vielmehr nur kurz aussprechen, wie ich empfinde, und was mich bewegt, namentlich auch in meiner amtlichen Stellung, wo ich zum erstenmal das Glück habe, der machtvollen unb erhebenden Tagung des Vereins der Gustao-Adolf-Sttftung beizuwohnen. Hochansehnliche Versammlung, wie leben — leider sei es gesagt — noch immer in einer fried- unb freublosen Zeit, in ber Kleinmut unb Verzagtheit bie Herzen nieberbrürfen, ben Drang zu frohem Schaffen hemmen wollen. Schwere politische Ereignisse haben bie Reiche unb Völker Europas in ihren Grunbfesten erschüttert, schwere wirtschaftliche Schäden haben in unserem Volke Sorgen unb Etend als tägliche Gäste an den häuslichen Herd geführt. So lasten seelische unb wirtschaftliche Nöte schwer auf den Gemütern und drohen alle ideal nach oben gerichteten Kräfte zu unterdrücken, die uns aus bem Elenb ber alltäglichen Sorge emporziehen wollen. Sie banben den einzelnen zu sehr an die eigenen materiellen Note unb alles geistige Schaffen neben bem Willen zur opferbereiten Hilfe für ben Nächsten unb für bie Gesamtheit. Wie eine Helle Fanfare klingt in diese dunkle Zeit des Kleinmuts der Ruf hinein, den Gustav Adolf auf sein Panier geschrieben Hot, der Ruf, der uns erinnert an die hehre Heldengestalt des Schwedcn- königs, an seinen Kampf für die Freiheit des Glaubens, an seinen Tod auf dem Schlachtfeld von Lützen für Die große Menschheitsidee der Frei- Helt des menschlichen Gei st es: der Ruf, der uns im Hinblick auf das läuternde Vorbild trifft, auf die, die tagtäglich mit Widerständen zu kämpfen haben, um sich und den Ihren den kostbaren Schatz an religiösen Gütern zu erhalten, der tief in ihrem Herzen liegt. Zur Hilfe für die in der Zerstreuung Leden- Len ruft uns der Geist Gustav Adolfs, ruft uns die Satzung der Gustav-Adolf-Stiftung: ein Werk idealster Art ist das Ziel der Gustav- Adolf-Stiftung. Was wir auch immer aus dem Vorbild Gustav Adolfs entnehmen, ist das mannhafte, tapfere, bis zum Tode getreue Eintreten für die große Idee und für die in ihrer Freiheit gefährdeten Glaubensgenossen. Sie bedürfen der Hilfe, die evangelischen deutschen Brüder und Schwestern, die in der Zerstreuung leben, sie bedürfen tatkräftiger Hilfe mehr denn je. Ich denke dabei namentlich an die evangelischen Glaubensgenossen, die durch die politischen Ereignissen der letzten Jahre von dem Heimatboden losgetrennt und fremden Ländern zugeteilt wurden, der Fürsorge durch die Kirche, der Heimat entzogen. Ihre Zahl ist groß und unter ihnen ist die Zahl der evangelischen Deutschen bei weitem am größten. Das Werk des Gustav-Adolf- Vereins ist ein Werk des Friedens. Die Gustav- Adolf-Arbeit trägt dazu bei, in der Welt des Gei st es die entzweiten Völker wieder zu verbinden. Sie soll die giftige Saat des Hasses und der Verleumdung ausmerzen, die im vergangenen Jahrzehnt über die Erde ausgestreut ift, und die sich im Ilebermah gerade das deutsche Volk zum Ziel gesetzt hatte. Der Ehristenmensch weiß, daß unter den Kräften, die das Leben des einzelnen bestimmen und die Welt bewegen, die geistigen Kräfte die stäicksten sind. Unter den geistigen Kräften ist die Macht der Religion am tiefsten und innerlichsten ins menschliche Herz eingebettet. Der Glaube der Heimat, in dem die Mutter ihr Kind schon im surren Alter unterwies und das erste Gebet in der Muttersprache gelehrt hat, ist ein kostbares Heiligtum, das den Menschen mit geheimnisvoller Schuhkraft begleitet, ein Urquell ewiger Kratt, die ihn innerlich läutert und ausharren läßt im Kämpfen und Dulden, die ihn stählt zur Selbstüberwindung und zu frohem Schaffen für die Seinen und die Gesamtheit. Diesen kostbaren Schatz haben an sich auch unsere deutsch-evangelischen Brüder und Schwestern in der Fremde, und sie bedürfen seinen segenspendenden Kraft in besonderem Maße. Sie stehen allein im täglichen Ringen um ihr ideelles und wirtschaftliches Dasein. Sie dürsten nach seelischer Aufrichtung durch die Glaubensgenossen der Heimatkirche, um gegenüber all den zermürbenden großen und kleinen Widerständen aufrecht zu bleiben, denen sie täglich ausgesetzt sind. Ihnen zu helfen ist das Ziel der Gustav-Adolf-Stiftung. Daß diesem edlen Werk auch fernerhin volles Gelingen beschießen sein möge, ist der aufrichtige, innige Wunsch der deutschen Reichsregierung. Möge die Tätigkeit der Gustav-Adolf-Stiftung unsere evangelischen Brüder und Schwestern erfüllen mit tapferem, freudigem evangelischen Geist, wie er uns aus den -machtvollen Akkorden des Liedes entgegen» klingt, mit denen der große deutsche Reformator die evangelischen Herzen noch heute auf das tiefste bewegt, mit dem Liede, das Gustav Adolf am Morgen der Schlacht bei Lützen seine Truppen anstimmen liefe: „Ein' feste Burg ist unser ©ott, ein' gute Wehr und Waffen.'' Das walte Gott! Der Vorsitzende Geh. Kirchenrat Prof. D. Rendtorff-Leipzig sprach dem Abgesandten der Reichsregierung in herzlichsten Worten unter lebhaftem Beifall der Versammlung den Dank des Vereins für die freundliche Begrüßung und die guten Wünsche aus, gab weiterhin Kenntnis von dem gestern bereits gemeldeten Begrüßungstelegramm des Reichsaußenministers Dr. S t r e fern a n n , der außerdem noch den Vortragenden Rat im Außenministerium Legationsrat Dr. S ö h ri n g als Vertreter entsandt hatte, und verlas schließlich Begrüßungsschreiben von Frhrn. v. Pechmann- München und Präses D. Wolff- Aachen. Der Jahresbericht, den der Generalsekretär D. Geißler- Leipzig erstattete, berichtete von erfreulich fortgeschrittener —MSV.'AMJj'uurzacTagjffii II — im i u Ium Gedächtnis Georg Schwsinsurths. Von Dr. F. Ern st. Dis in die letzten Jahre konnte man in den Sitzungen der Berliner Gelehrten-Gesellschaften, der anthropologischen, ethnologischen und geographischen besonders, einen beweglichen schlanken älteren Herrn beobachten, vornehm und weifehaarig, der etwas Internationales in seiner Haltung, seinen Gesten und im Zuschnitt seiner Kleidung hatte: er folgte den Vorträgen mit gespanntem Interesse, brachte oft in den Diskussionen ein kurzes, inhaltreiches Wort an und wurde mit ausgesuchter Ehrerbietung behandelt. Das war Georg Schweinfurth, und man hätte ihn vor ein paar Jahren auf fünfundsechzig Ibis höchstens siebzig geschätzt, während er in Wirklichkeit das achtzigste Jahr schon überschritten hatte. Georg Schw e i n f u r th, der uns am ^.September verlassen hat. ist am 29. Dezember 1836 geboren: in ihm ist der letzte der grofeen Garde von Afrikaforschern gestorben, ein Meister der Forschung, sticht eines bestimmten Wissensgebietes, sondern aller, die in Betracht kommen. Denn das war seine Eigenart und sein Wert, dafe er, wie etwa die grofeen englischen Naturforscher, wie Darvpiu und Hurley, universal arbeitete und alles beobachtete, was zu beobachten war und alles mit der gleichen Meisterschaft ergründete und verknüpfte. Wie Darwin in seiner „Reise eines Naturforschers um die Erde" Geologie, Zoologie, Botanik, aber auch Geographie. Ethnologie, Oceanographie in gleicher Weise durch neuartige Beobachtungen fördert' und auf neue Geleise schob, fo auch für sein Forschungsgebiet, das östliche Afrika, Georz Schweins'rth. In Riga von deutschen Eltern geboren, trat schon bei dem hochbegabten Gymnasiasten die Forscherfreude gebietend hervor. Er durchstreifte auf weiten Wanderungen seine Heimat und entfaltete eine rege Sammlertätigkeit. Auf deutschen Llniversitäten studierte er Botanik und verwandte Fächer, wurde Wiederaufbauarbeit im Verein, wobei der H e s s i - sche Gustav-Adolf-Verein besonders rühmend hervorgehoben wurde, und gab frohgestimmten Hoffnungen auf weitere gute Aufwärtsentwicklung des Vereins Ausdruck. D. Geißler wurde vom Vorsitzenden unter dem starken Beifall der Versammlung herzlichst bedankt und seine großen Verdienste um den Verein in schmeichelhafter Weise gefeiert. Kirchenpräsident v.Wehrenfennig-Gablonz berichtete anschließend in sehr fesselndem, rein auf das kirchliche Gebiet eingestellten Vortrag über die Deutsche evangelische Kirche in Böhmen, Mähren und Schlesien. Seine aufschlußreichen Mitteilungen wurden mit gespanntestem Interesse verfolgt und machten auf die Versammlung einen starken Eindruck, dec sich in lebhaftem Beifall äußerte. Nach dem Dankeswort des Vorsitzenden an den Redner wurde die Versammlung mit Gemeindegesang geschlossen. Volkstümliche Versammlungen in den Kirchen vereinigten am Abend große Massen der Glaubensgemeinde. Ansprachen von Vertretern der Diaspora gaben ein Bild von der Lage dev deutsch-evanaelischen Brüder und Schwestern im Auslande. Wir werden über diese Veranstaltungen morgen berichten. Das hassende Polen. Don A. Beu er mann. M. d. pr. L. Das einzig greifbare Ergebnis der Veth- mannschen Kriegspolitik war die Wiederher- ft e II ung Polens, die Eintreibung eines Pfahles in den Leib Deutschlands. Das neue Polen überfiel die wehrlosen Provinzen Westpreußen und Posen und schuf dadurch jene bekannte „fertige Tatsache". Leider verhinderte unsere Revolutionsregierung das Wehren der 1 200 000 Deutschen in diesen Gebieten. Darauf zerstückelte die Entente Deutschland weiter _ zu Polens Gunsten und schuf dadurch sowohl den unhaltbaren Danziger Korridor als die unerträglichen Verhältnisse in Oberschlesien. Durch den Raub an Deutschland also gewann dieses Staatswesen mit seinen 27 Millionen Einwohnern, von denen fast d i e H ä l s t e Nichtpolen sind, erst Leben. Bei der Abreißung von Westpreufeen und Posen ha> - sogar deutsche Soldatenräte, gelockt von gleißnerischen polnischen Versprechungen, mitgeholsen. Doch als der Pole sich stark genug fühlte, entledigte er sich dieser deutschen Helfer. Die meisten von ihnen liegen eingescharrt auf dem Kernwerk der Festung Pofen. Diese Art Dankbarkeit ist es, die der Pole bis zum heutigen Tage dem deutschen Volk zeigt, das seinen Staat geschaffen und beftandsfähig gemacht hat. Innerhalb eines Jahrfünfts hat dieses Polenvolk es vermocht, d i e größte Völkerwanderung aller Zeile n zu vollziehen, indem es rund 1 Million Deutsche aus seinen Grenzen vertrieb: doch hat das sogenannte Wellgewissen bis zum heutigen Tage von dem Notschrei der vertriebenen Deutschen keine Notiz genommen. Manchmal sogar schien es. wie es im Fälle ber. Briefkastensache in Danzig geschehen ist, als ob fast alle fremden Kuliurmächte sogar eine Billigung dieser mittelalterlichen Rohheiten aussprachen. Diese Stimmungslage gegen uns hatten wir selbst besonders wieder zu fühlen, als zum 1. August ds. Is. die mit nicht zu überbietender Rohheit ins Werk gesetzte Austreibung der deutschen Optanten aus Polen erfolgte. Es ist eine polnische Eigenheit, sich über die Frage „Wahrheit oder Lüge" nicht sehr aufzuregen. Auch in dieser Angelegenheit hatte man es in der geschicktesten Weise verstanden, diese ganze Barbarei mit einem Lügengewebe zu umgeben, aus dem Polens „Recht s- st a n d p u n k t" edel hervorleuchtete. Der Polnische Außenminister S k r z h n s k i war nach Amerika gefahren und hatte dort dargelegt, daß Polen gar nicht anders tun konnte, als dem Schiedsgerichtsspruch in der Optantenfrage Folge zu leisten. Leider ist dieser falschen Darlegung gegenüber die Einsetzung einer deutschen Gegenpropaganda in Amerika nicht bekannt geworden. Die Sachlage war folgende: In dem Versailler Vertrage ist die Optantenfrage klar ausgesprochen. Danach hatten die Deutschen in Polen das Recht, sich für Deutschland oder Polen zu entscheiden, das heißt, zu Dr. Phil und bereiste dann fünf Jahre Europa, sich für seinen zukünftigen Beruf vorbereitend. Da griff der Zufall schicksalbestimmend in sein Leben ein, ein Herbarium aus Afrika, das ein jungverstorbener Botaniker ziemlich ungeordnet zurückgelassen hatte, erregte seine Phantasie, und in den Jahren 1864 bis 66 sehen wir ihn als botanischen Forscher am Nil, der Küste des Roten Meeres und in Nubien. Die überreichen Ergebnisse, die er mitbrachte, sicherten ihm die Hilfe der Berliner Akademie, und er konnte 1868 seine berühmteste Forschungsreise antreten, die er später fo anschaulich in seinem Werke „I m Herzen von Afrika" beschrieben hat. Von Chartum aus erforschte er, dem weißen Nil folgend, die Länder der Bongo, Dinka und Niam- Niam, im Gebiete des Mangbattu entdeckte er den großen Nebenfluß des Kongo, den pl-älla. Am Hofe des Mangbattukönigs Mansu fand er auch Männer und Frauen jenes rätselhaften Volkes der Tikki-Tikki oder Akka, der Pygmäen, deren Schilderung durch Herodot man für ein Märchen gehalten hatte, niedrig stehende Zwergmenschen von kaum anderthalb 'Meter größter Höhe. And daneben vermittelte ihm diese Reise eine unendliche Menge naturwissenschaftlicher, ethnologischer und kunstgeschichtlicher Kenntnisse, die ihm den Ruf eines universalen Forschers einbrachten: tatsächlich kann man kein Spezialwerk über Ostafrika lesen, ohne oft auf Schweinfurths Namen als den eines Bahnbrechers zu stoßen. Lind Afrika wurde seine neue Wahlheimat, seit 1873 weilte er in Aegypten, forschend, aufbauend, gründete die ägyptische geographische Gesellschaft, wurde Präsident des „Institlcks" und der beste Kenner des alten Kemilandes, hochgeschätzt von den Engländern, die schon damals wie grofee Schatten hinter dem Khediven standen. Der Weltkrieg erst brachte auch ihn endgültig nach Deutschland. In b efer langen Zeit, die seit 1888 wenigstens jeden Winter einen afrikanischen Aufenthalt brachte, wuchs sein Ruhm ins Größte. Vor allem rufjt die Botanik Ostafrilas auf seinen Schultern, aber auch Zoologie, Geographie, Anthropologie. Ethnologie, Linguistik, optieren. Sie waren danach ganz selbstverständlich aber berechtigt, in jedem Falle der Entscheidung in Polen wohnen zu bleiben. Polnische und französische Verdrehungs- künste in ber Auslegung dieser Bestimmungen brachten es aber fertig, daß man trotzdem in Streit über die Optantenfrage geriet. Die deutsche Regierung hat in der Lleberzeugung, daß bei dieser einfachen Sachlage, eine andere Entscheidung gar nicht möglich sei, eingewilligt, eine Schiedsgerichtsentscheidung herbeizuführen. Der Vorsitzende der Oberschlesischen Völkerbundskommission, ber holländische Rechtslehrer Kaekenbeck hatte diese Ent- scheibung zu geben. Am 30. August 1924 wurde sie in Wien verkündet. Herr Kaekenbeck nahm folgende erstaunliche Stellung ein: Jeder der beiden Staaten hat das Recht, gegebenenfalls alle Einwohner, die gegen ihn optieren, aus seinen Grenzen zu verweisen, aber die Ausweisung darf frühestens mit dem 1. August 1925 beginnen. Der kluge Holländer hatte vermitteln wollen und hatte geglaubt, daß niemals einer der beiden Staaten seine fleißigen Bürger in Massen zur Ausweisung bringen würde zum Schaden des eigenen Landes. Er hatte damit den Maßstab von seinem eigenen Kulturvolle genommen, aber nicht bedacht, daß Polen eben kein Kulturvolk i ft. Der Pole war natürlich nach seiner ganzen nationalen Einstellung, ohne jede Rücksicht auf die wirtschaftliche Auswirkung auf fein Land, nur darauf bedacht, den deutschen Wohlstand in Polen zu vernichten oder an sich zu bringen. So begann für die deutsche Bevölkerung, eigentlich überraschend, jene beispiellose Austreibung zum 1. August. Zu Tausenden. im ganzen waren es rund 40 000 Optanten, die ausgetrieben werden sollten, mußten diese Leute fas? über Nacht ihr Hab und Gut und Heimat verlassen und wurden über die Grenze getrieben. In wenigen Tagen waren 11 300 dieser Llnglücklichen, meist kleine Bauern. Kaufleute und Handwerker, in Schneidern ü hl zusammengeströmt. Sie suchten Obdach, Hilfe in ihrer Verzweiflung und Nahrung, und fanden leider eine Aufnahme, die jeder Beschreibung spottete. Nicht nur die deutsche Oefsentlichkeit. sondern auch die ganze Kulturwelt nahm entrüstet Anteil an diesem Zuge des Elends. Aber diese Entrüstung richtete sich leider nicht in erster Linie gegen das in mittelalterlicher Rohheit handelnde Polen, sondern gegen Deutschland. welches diese Vertriebenen so kläglich ausnahm. Wieweit ist dieser Vorwurf berechtigt? Die Reichsregierung hatte schon im Januar und danach im März b. Is. mit der preußischen Regierung Fühlung genommen, nm eine zweckmäßige Aufnahme und spätere Unterbringung der Optanten in Arbeitsstellen zu ermöglichen. In Preußen, dessen Innenminister für diese Angelegenheit zuständig ist. war man der Anregung insofern gefolgt, als man der Regierung in Schneidemühl die Vorbereitung für die Unterbringung etwaiger Optanten zum 1. August aufgab. Das Flüchtlingslager bei Schneidemühl wurde dann langsam wieder hergerichtet. Diese ehemaligen Riefenhallen der Albatroswerke waren am 1. August in der Lage, rund 3000 Flüchtlinge ordnungsgemäß aufzunehmen und im Notfall diese Zahl etwa bis auf das Doppelte zu steigern. Für einen Riesenandrang von nahezu 12 000 Menschen war man aber nicht eingerichtet. Der preußische Innenminister hatte ein solches Zuströmen von Vertriebenen nicht erwartet, und wenn man einen Vorwurf erheben soll, so muß er der fein, daß man nicht rechtzeitig große Geldmittel gegeben hatte zur Ausgestaltung des Lagers, weil eben der Minister die hassende polnische Seele nicht in Rechnung gezogen hatte. Wer das Elend in diesem Flüchtlingslager in Schneidemühl einmal selbst hat sehen können, wie ich das konnte, dein werden diese Eindrücke durch das Leben folgen. Dabei war am 19. August, als ich das Lager sah, ber schlimmste Ansturm schon vorüber. Es waren nur noch 3000 Menschen im Lager, weil die Lagerdirektion und die Wohlfahrtsstelle in geschickter Zusammenarbeit schon Tausende der Unglücklichen in ihre zukünftigen Arbeitsstellen gebracht hatten. Bei der Besichtigung der Lagerkojen sah man Elend und Jammer auf Schritt und Tritt. In einem Raum von vier Meter Länge und vier Meter Breite, mit Brettern verschlagen und mit Pappe überzogen, standen drei roh gezimmerte Lagerstätten, ein roh zugehauener Kunstforschung. Geologie hat er entscheidend beeinflußt, es war ihm gegeben, in drei Sprachen sich meisterhaft auszudrücken, deutsch, englisch und lateinisch. Seine Kunst war es. alle Wissensgebiete zu verknüpfen und sie gegenseitig zu befruchten. Wenn er bei den Niam-Niam zum Beispiel beobachtete, daß die dortige Wildkatze, die sogenannte Falbkahe, auffallend leicht sich zähmen lieh, so verknüpfte er das mit den Funden von Kahenmumien in Aegypten aus dem dritten Jahrtausend, stellte fest, daß diese Mumien ursprünglich echte Falbkahen waren, die in den Tempeln der Göttin Bast gezähmt wurden, daß um 1500 v. Ehr. diese Katzen aber schon unserer Hauskatze gleichen und brachte damit den Beweis. daß unsere Kater von der innerafrikanischen Falbkahe abstammen. Dies nur ein Beispiel für tausende. Seine ungeheure Arbeitskraft mag aus einer einzigen Zahl zu erkennen sein: die Menge seiner Arbeiten und Bücher, seiner größeren Aufsätze und Abhandlungen beträgt fünfhundert. Lind wenn er jetzt seine gediegene Gelehrtenwohnung in Berlin-Schöneberg verlassen wird, deren Wände in beredter Weise von seinem reichen Leben erzählten, so schlingt sich auf seinem Sarge um die Palme des grofeen Gelehrten der Lorbeer des Künstlers und des Menschen, der seine Jahre köstlich, nämlich in unermüdlicher frucht- reicher, tiefsinniger, gedankenstarker Arbeit vollendet bat. Japanische Anzeiqen-Pocsic. Während bei uns in der Reklame der sachlich praktische Geist der Amerikaner sich immer mehr durchsetzt, lebt in dem Anzeigewesen der Japaner, deren Weltanschauung so viel mehr ästhetisch eingestellt ist, die blühende Phantaste und Poesie des Orients. So wird ein erfrischendes Konkett mit den poetischen Worten angeboten: „Vom Süden weht der Wind: unter den grünen Schatten die Schönheit der Natur. Kühle, von Menschen geschaffen. Selbervergeffen und verändert. Gelegentlich ein Stück — ein Genuß." Ein anderer Text lautet: „Cal- pie ist ein Orchester von Wohlgeschmack, ein Schluck Tisch und ein Stapel von Reisekörben und Truhen. Zwischen diesem Hausgerät wohnten noch am 19. August zwei Familien mit zusammen dreizehn Köpfen. Wenn auch andere Wohnräume nur mit einer Familie belegt waren, und man schon den Eindruck gewann, als ob man sich beruhige und wohnlich einzurichten bemühe, so kann man sich doch leicht ausmalen, welch ein Jammerbild dieses Lager geboten hat in den ersten Tagen des August. Daß man es vermocht hat, in diesem Jammer lager den Ausbruch von Krankheitsepidemien zu verhindern, ist als anerkennenswerte Leistung zu bewerten. Cs ist im Lager manches getan, das Elend zu lindern: aber die Verzweiflung über den Ver - l u st ihres Hab und Guts — der Pole hat Bauern mit 50 Morgen Land abgefunden mit 3 bis 4000 entwerteten polnischen Gulden — hat man den armen Vertriebenen so schnell nicht nehmen können. Es sind dort Fälle vorgelommen, wo aus dieser Verzweiflung der Flüchtlinge voller Wahnsinn geworden ist. Man hätte die amerikanischen und englischen Delegierten der Kirchenkonferenz in Stockholm, die da begeistert für den Völkerbund eintraten, in das Schneide- mühler Lager führen sollen. Sie würden gewiß bald erkannt haben, daß die, Worte unserer deutschen-Delegierten „Der Völkerbund könne von uns Deutschen nicht als religiöse Macht eingeschätzt werden, sondern er sei für uns vielmehr der Bürge für einen unerträglichen Zustand" selbst kirchlich als sanft und mild an* zufehen sein. Was wir aber dem Herren Innenminister Severing im Parlament zu sagen haben werden, wird das sein, daß er endlich d i e Seele des Polenvolkes richtig werten und sich, frei von internationalen Verbrüderungsideen, nüchtern danach einstellen soll. W:nn er das tut, dann muß er unverzüglich und mit größten Mitteln das Flüchtlingslager in Schneidemühl so ausbauen lassen, daß die etwa für den Winter dadrin verbleibenden Vertriebenen eine menschenwürdige Wohnstätte haben und daß die zum 1. November schon zu erwartenden nächsten Zuzüge unserer unglücklichen Volks- genossen dort ein Heim finden, welches ihnen das Gefühl gibt, unter ihren Vollsbrüdern und in ihrem Heimatland zu sein. Die Reichs- regierung muß aber gebeten werden, in dem gleichzeitig von Polen leichtfertig gegen Deutschland vom Zaune gebrochenen Zollkriege durchzuhalten und hart zu sein. Polen hat diesen Streit gesucht, um das verhaßte Deutsch)land zu schädigen, obwohl es wußte, daß es sich selbst schwere Wirtschaftsschäden zufügen würde. Nun ist es notwendig, da wir die Stärkeren find, den Polen die Wirtschaftswunden in diesem Kampfe fo schmerzhaft wie möglich >n niachen. Das allein kann die größenwahnsinnigen Führer I dieses polnischen Wackelstaates bekehren und in der Furcht vor der deutschen Kraft von späteren ilnfinnigfeiten und Barbareien abl: asten. Gesundheit und Arb.it. Von Dipl.-Jng. Mangold. Nachdruck verboten. Von Mitte bis Ende September findet in Essen zugleich mit der zweiten Jahreshauptversammlung für Gewerbehygiene eine Fachausstellung statt, welche zwar nicht mit großen Schaustücken aus dem Gebiete der Technik aufwarten kann, aber doch wegen ihres alle Kreise aufs lebhafteste interessierenden Inhalts einen großen Besuch haben wird. Es ist die erste deutsche F a chw e r k a u s st e l - lang für Gewerbehygiene und Unfallverhütung. Wir alle wissen ja und lesen es täglich in den Zeitungen, wie viele Opfer die Stätte der industriellen und gewerblichen Arbeit täglich fordert. Dazu kommen noch die vielen Krankheiten, die durch die berufliche Tätigkeit verursacht oder begünstigt werden. Dadurch werden nicht nur große Lasten der Wirtschaft aufgebürdet, sondern, was nach viel mehr ist, kostbare Menschenleben frühzeitig vernichtet und ihre Arbeitskraft der Familie und der Allgemeinheit viel zu früh entzogen. Es ist deshalb begreiflich, daß von Behörden. Arbeitgebern und Arbeitnehmern alles mögliche getan wird, um diese Gefahren auf ein Mindestmaß zu beschränken. Es ist dies aber nur dann mit Erfolg möglich, wenn alle beteiligten Kreise, vor allen Dingen die Angestellten und Arbeiter selbst die natürlichen Gefahren ihres Betriebes und die Mittel zu ihrer Ver- , Hütung und Unschädlichmachung in weitgehendstem Maße kennen. So ist denn hier in Essen unter der Mitwirkung der maßgebenden fachlichen und indu- , als Probe, und die Zunge beginnt zu tanzen." Ober: „Dem würdigen Hausherrn sei ein Glas empfohlen : et gibt ihm Energie. Der lieben Frau fei ein Glas empfohlen — und es gibt Frieden." Eine große Rolle spielen in der japanischen Anzeige die Jahreszeiten und die einzelnen Monate, deren Kult sich das Volk von Nippon von alters- her hingibt. Die Kirschen-und Pflaumenblüte wird . ebenso verwendet wie die schneebedeckte Kiefer zur Neujahrszeit und der rinnende Regen im Juni. , Wie gefchult der Blick des Japaners für bildliche s Andeutungen ist, beweist die Anzeige einer Par- , fümhandlung, auf der eine Schnecke an einem | Bambuszweig in die Höhe kriecht: sie verkörpert | die Regenzeit und macht den Betrachter mit einem I Schlage den Sinn der Anzeige offenbar: Das Par- I füm wirkt so erfrischend, wie Geist und Körper durch < die Regenzeit frisch werden, und steigert die Leistungsfähigkeit so, wie die des Bambuszweiges, wenn er ausschlägt. Neben den Jahresfesten, auf die in ! den Anzeigen Bezug genommen wird, verwertet man auch sofort außergewöhnliche Ereigniffe. Eo erschien nach dem großen Erdbeben im vergangenen Jahr eine Anzeige der Kao-Seife: „Für die, die sich mit dem Mut der ausgehenden Sonne dem großen Werk des Wiederaufbaus widmen — Kao-Seife. Sie erfrischt morgens und verleiht abends freudige Belebung." Eine Firma brachte „Erdbeben-Pillen" ' gegen Kopfschmerzen und Fieber heraus, und die bekannte Firma Maruzen zeigte an: „LlnfereFabrik ist ' glücklich der Katastrophe entronnen und bemüht sich wie immer, erstklassige Tuschen und Tinten herzustellen. In jeder Schreibwaren- und Buchhand- 1 lung zu beziehen." Das größte Glockenspiel der Welt. I. E. Rockeseller jun. hat zum Andenken l an seine Mutter einer Baptistengeme.nde in 1 Neuhort ein Glockenspiel von 53 Glocken ge- I schenkt, das dieser Sage zum ersten Male ge- I spielt wurde. EL ist das größte Glockenspiel ber 1 Welt und hat 60 020 Dollar gekostet. Die größte | Glocke wiegt 9’/» Tonnen, d'e kleinste nur zwölf ; Pfund. Das Gesamtgewicht der in England gegossenen Glocken beträgt 50 Tonnen. P-i-U Ä loorde"', .jzs ''4 Dabei 9' will w @rlln von de>n ^ u wirke«, j 5 genE, r r> L L »«Tuntü s 1)615. ^r Schutz des ? Daran IW den g.eseb Seine gunM der M--er bieten viel w' Lerbc legt mit N beiter flcniJd' ff mehr Mk--l5 ist wb y Frachten M seriell und der Gefahr, m (fnlinredjenb 01 nes, des Augei Endigungen machen sind, ' schail für W einer richtigen Augenlichte? g schöftigl mit t Unfällen in $ behelfsmäßiger provisorischen gerichtete Fab interessante A len und Zat rostendem Sto wenig bekannt Auf dem 0 interessante Ai Staub, Tempj menschlichen .’t lverbeaufsichtsbi der Universität drnslen Stau pachvlozischen Glaub erzeugt« Eine besonder! ratur und lungen aus l farnmengestellt deren die Tc Atmungrsläche als die Körp« schließen, ein . bilbc un/ere 2. einzelnen Lung der sjeuchtigleU aus die Lristrm nenstiches und Maßnahmen Inhalts dieses Im Anfchli das Gebiet AI Wir komm hiilung, v« Apparate und Maschinen odei sotten. E§ wer! Werkzeuge und t-ingen an elek: autogenen Schi vriginalmaschin sehen u.a. eine scheibenantrieb, Vorrichtungen' bildet eine a maschine. DieReichsar ®nippe „6f( welche in Mot Mg in den '"teressant ist e Achtung von 6i f-Wffen, w •Wen Am Ise Unfalloer Webenf) wirb von d ™ targeffeü *>n, bei y>Wn Aufro 2" werden, Ur Än- Auch if| fc kürzere ober Mr Sy Lebens?/, e,nei Ä die bikbung in der öifentnbuftri« bliebtn infolge- brodeln der anff irrt a-M- Berlin Datum: ist deshalb nn^uftrcben, daß die von ieraus- um 1333 Köpfe oer- Konklirsnachricht. lieber das Vermögen und Borrichtungen gehören, welche an Banknoten. Berlin, 21. Septbr Brief Be. Dorfe. (Eigener Drahtbericht des ..Gteßencr Anzeigers" .) ' ! Iagdwochen- Gottl. Korn, Mk., Einzel- Ap parate Maschinen sollen. Es Werkzeuge hingen an 157 524 000 Rm. 234 092 000 „ 27 268 000 „ an» son- um 2872 Köpfe vermindert, ftättenarbeitcr hat sich weiter mindert. 1. Personenverkehr 2. Güterverkehr 3. Sonstige Einnahmen 1. Persönliche Ausgaben 2. Sachliche Ausgaben 3. Zinlendienst deffen eindruck-los. ES verstimmte im Gegenteil nod) dos ungünstige Bild, das sich auS dem Bericht der Reichsbank übet den Monat August ergibt. Die bisher lebhaft gehandelten Spezial- 206 915 000 „ 115016000 .. 700 000 „ dafür gebauter Spezialvorrichtungen noch zu be- ichäftigen. Man schafft dadurch den Leschädigien nicht nur einen befriedigenden Lebensinhalt und Lebensunterhalt, sondern nutzt noch vorhandene Kräfte volkswirtschaftlich aus. id Ardrit. antzvld. K-Hdruck oabottn. ember finbtl in Cflwi iresfrouplucrfümmlunc laäjau^tellung stau tyauftüden am km n kann, aber doch WW mititifie Haden wirt adjroertflusltel- itne unb Unfall' Die zweite Halle der Ausstellung ist der Sonder» ausstellung der Hygiene und Unfallverhütung im Bergbau und Hüttenwesen Vorbehalten. An Hand vieler Modelle und Apparate werden all die Schwierigkeiten gezeigt, mit denen der Bergmann unter der Erde zu kämpfen hat. Dir sehen bann weiter die vielseitigen Schutzmahnahmen, welche wir heute schon besitzen und an deren Verbesserung ständig gearbeitet wird. Wie auch auf so manches Interessantes der ersten Halle, so müssen wir uns es auch heute versagen, darauf näher einzugehen. Wenn wir noch einmal einen kurzen Rückblick auf die gesamte Ausstellung werfen, so dürfen wir feslstellen, daß durch das Zusammenarbeiten von Behörde, Industrie und der verschiedensten Berufsorganisationen etwas geschaffen worden ist, das ein abgerundetes Bild ergibt unb in feiner Wirksamkeit durch die gute unb ansprechende Darstellung erhöht wirb. Die Ausstellung verfolgt einen kulturellen, belehrenden unb die Unfallverhütung fördernden Zweck und dürste zu den wichtigsten Veranstaltungen gehören, welche auf dem Gebiete der Wirtschaft?- und Sozialpolitik in diesem Jahre in Deutschland zu sehen sind. marcks, „Die wirtschaslliche Bedeutung der Jagd", der erste Beitrag Bis- Biichertisch. — Der Heger, illustrierte schrift, Heft 37 (Heger-Verlag Wilh. Breslau 1). Preis vierteljährlich 4,50 <.269 18,<8 102.81 20,395 19 95 169,00 17,24 89.-2 59.21 112,88 81,15 □0.45 12.45 5.875 Berlin. 22. Sept. Die Geschäfts- unlust bet letzten Lage hielt bei Beginn des heutigen Verkehrs im wesentlichen an. Der Auftragseingang seitens des Publikums war wiederum gering. Die vorliegenden Dividenden- erfiär ungen. ferner die Nachricht, daß die Phönix- A.-G. mit einer ihr nahestehenden englischen Banke^gruppe über die Aufnahme einer großen internationalen Anleihe ausgefüllt ist. Hatte schon marcks, „Jäger und Jagd von heute", berechtigtes auiogencn , Originalmaschinen und von Modellen gezeigt. Wir werte lagen anfangs ebenfalls vernachlässigt TS ergab fick somit ein weiteres leichtes Ab- ' " * ' * Aktienkurse. Am Geldmarkt hat Wirtschaft. Die deutsche Reichsbahngesellschaft im August Der Güterverkehr ist im August nach der Zahl der gestellten Wagen zurückgegangen, und zwar um arbeitstäglich 2600 Wagen. Der Kohlenversand ist um fast 43 000 Wagen gegenüber dem Vormonat zurückgeblieben: nur aus dem mitteldeut- scheu Braunkohlengebiet war der Versand etwas stärker. Der Verkehr für künstliche Düngemittel war im ganzen etwas stärker als im vorigen Monat. Die Ernte führte zu lebhafteren Verladungen von Kartoffeln, Brotgetreide unb Mehl. Dagegen gingen bic Beförderungen von Zucker infolge Rohstoffmangels verhältnismäßig stark zurück. Der Versand von Baustoffen ist durch die Beendigung des Bau- arbeiterftreifs wegen der zuweit vorgeschrittenen Jahreszeit nicht belebt worden. Der Personen- verkehr war im August äußerst lebhaft. Die Betriebsabwicklung in den letzten Monaten ist gekennzeichnet durch folgende Angaben. Es wurden an Zugkilometer geleistete Im Personenverkehr im Juli 29 790 000 (im Juni 28 025 000), im Güterverkehr im Juli 16 017 000 (im Juni 16 409 000). Die Betriebsergebnisse im Juli zeigen folgendes Bild: Einnahmen: 727 280 Köpfe. Er hat sich gegenüber dem Vormonat Die Zahl der Werk- des Fahrradhändlers Hans Burucker in Mainz wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 9. Oktober beim Amtsgericht Mainz anzumelden. * Die Konkurse im August. Rach der Finanzzeitschrift „Die Bank" wurden im August 1925 nur 721 Konkurse neu eröffnet gegen 788 im Juli, 740 im Juni unb 778 im Mai. Die Abnahme ist gegenüber der starken Zunahme in den vorhergehenden Monaten und der Dergleichszahl vom August des Vorjahres, 729, immerhin bemerkenswert. ' Die Fusion des Anilinkonzcrns. Wie die „Köln. Ztg." aus Wiesbaden meldet, ist der Fusionsvertrag innerhalb der Interessengemeinschaft der deutschen chemischen Großindustrie (Ani» linkonzern) nunmehr unterzeichnet worden. Einzelheiten sind vorerst noch nicht bekannt. 1 Weitere Betriebseinschränkung bei den Rheinischen Stahlwerken. Bei den Rheinischen Stahlwerken sollen, wie die Blatter melden, wegen Auftragmangels Anfang Oktober 350 Arbeiter und Angestellte entlassen werden. Die Belegschaft des Werkes, die im vorigen Jahre noch 2000 Mann betragen hatte, würde damit auf 250 zurückgehen. * Bau einer Schiffswerft am Rhein- Herne-Kanal. In Duisburg-Meiderich wird die erste Schiffswerft am Rhein-Herne Kanal angelegt. Das Gelände des Wendehafens. auf dem eine Anlage für den Schiffsaufzug und den Stapellauf errichtet werden soll, wird gegenwärtig erweitert. • Bauxiterwerbungen in Rumänien durch d i e Firma Schneider-Creuzot. Die französische Firma „Schneider-Creuzot" steht, wie der D. H. D. erfährt, mit der rumänischen Re- gierung wegen Erwerbung der im „Biarer-Komi- tat' gelegenen Bauxitlager in Unterhandlungen. Die Firma Schneider-Creuzot will bas Baurit quer ft in Frankreich verarbeiten, im späteren Verlauf aber am Ort selbst Werke errichten, um das Bauxit an Ort unb Stelle zu verarbeiten. Die Firma Schneider-Creuzot hat sich bereit erklärt, ein Kapital pem 20 Millionen Schweizer Franken zu investieren. Staat!» rt« ’ t - Frankfurt a. M., 22. Sept. Die lustlose Haltung der Börse übertrug sich auch auf den heutigen Abendverkehr, der nur unbedeutendes Geschäft hatte. Die Stimmung für Aktienwerte nahm erneut eine rückläufige Bewegung an. Am Bankaktienmarkt gaben Reichsbankanteile 0,25 Proz. nach. Für Kriegsanleihen hörte man einen Kurs von 0,225 bis 0,230 ohne Geschäft. Stärkeres Interesie wandte sich die Nachfrage weiter verstärkt, doch war tägliches Gelb ausreichend vorhanden Eine Qfcn- berung der Zinssätze trat daher nicht ein. Tägliches Geld 8 bis 9 Prozent, MonatSgeld 10 bis 11,5 Prozent. Am Devisenmarkt war Warschau stark angeboten und gegen Kabel auf 6,35 ermäßigt. Auch London war gegen Kabel mit 4,845 etwaS niedriger. Im Zusammenhang mit dem Mißerfolg der inneren französischen Goldanleihe lagen Paris und Brüssel ebenfalls schwächer. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 22. Sept. Gs wurden notiert: Weizen tWetteraueri 24. Roggen (inländischer) 18,50 biS 19, Sommergerste (für Brau- zwecke» 25 bis 27,50, Hafer (inländischer 20 bis 21, Mais (gelb) 20,75, Weizenmehl (inländisches. Spezial 0) 38,50, Weiienkleie 10,50 biS 10,75, Roggenkleie 11. — Tendenz: Ruhig. Berliner Produ" cnbörse. Berlin. 22 Sept Der Produklenmarkt konnte sich eine Kleinigkeit erholen, da Die Preissenkungen einerseits und die Steigerung in Amerika andererseits die Möglichkeit der Ausfuhr vergrößert batten 3m LieferungSgeschäft war aber erneut Dezembenermin abgeschwächt Gs kosteten 1000 Kilo: Weizen, märt 204 biS 210, dto Oktober 227 biS 225',.. dtv Dezember 234* - biS 233'i, Roggen, märf 153 bis 160, dto. Oktober 174 biS 174* _• biS 173. dto Dezember 181 biS 179* 2. dto Meklenburg 151 bis 156. Gerste, märf 206 biS 230, Wintergerste 172 bis 175, Hafer märf. 172 bis 180. dto Oktober 179 biS 178' . dto. Dezember 188. Mais (loko Berlin) 205 biS 209, Raps 350; es kosteten 100 Kilo. Weizenmehl 28,50 bis 32,25, Roggenmebl 23 biS 25, Weizenkleie 11 bis 11,20, Roggenkleie 10, Diktoriaerbsen 26 bis 31, Futtererbsen 21 biS 24, Wicken 24 bis 27. Rapskuchen 15,70 biS 15,90, Leinkuchen 22,30 bis 22,50, Trockenschnihel 11,50, Torfmelasse 8.20 biS 8,40, Kartoffelflocken 16,40, Zucker 20.80 biS 21 ober im Betrieb bie Unfälle ausschließen werben eine große Anzahl unfallsicherer unb Maschinen sowie die Schutzvorrich- elektrifchen Anlagen, Sicherungen beim Schweißen unb Schneiden an Hand der lejen er täglich in -V bie Ställe der mto- Atbeit täglich ''ordert Dielen ÄWntyewn, die :it oerWchl ober bt' jeröffl nidu nur grofjt tbM loM ®Q- Rfntiwkto fnW frei der JJ ibfiiWn. Mite’ Orden. Artmtgrtm M getan wird, M Mi» Erfolg moflhih. rwm Hon Singen bi« J"* B bie natürlichen w l| E WUuibrci'W- ng in weitgebenbMl ier in Gfien unUt ^L n sachlichen unb h^L Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark «msgedrücki. BurnoS-AtreS, London, flltn- dort, Invan. Rio be Janeiro für eine Eindeir, Wien unb Bababeit für 100000 Lm beiten. alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. heft 60 Pf. — Die durch ihr unentwegtes Eintreten für weidgerechte Jagd, für Hege und für den Kampf gegen all die sogenannten „i)eger", die die grüne Farbe durch ihre Handlungen, ihr sinnlos brutales Vernichten der Ratur in Mißkredit bringen, bekannte Zeitschrift „Der Heger" bringt ein Heft, das fast ganz von einem Artikel Otto o. Bis- Amerikanische Roten .... Belgische Roten ....... Dänische Noten Noten ....... französische Noten ...... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch C efterr., i 100 Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten Evanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Roreu Berliner zus. 419 884 000 Rrn. Ausgaben der Betriebsrechnung: unb Frankfurter Hypothekenbank erzielten bei größeren Umsätzen Äursaurbeficrungen von 10 bis 20 Pfennig. Die Lbendbörse schloß in schwacher Haltung. Deutsche Anleihen Lchungebietsanleihe 5,800. Auslänbische Renten: Ungarftche ©olbrente 8,20, 5proz. Goldmexikaner 39,75. Bankaktien: Commerzbank 95.50, Darmstädter Bank 109, Deutsche Bank 110. Disconlogesellschaft 102,75, Dresdner Bank 100,25. Mitteldeutsche Creditbank 93.25, Reichsbank 135,75, Ocstcrreichische Kreditaktien 7,50, Montan- aktien Deutsch-Luxemburg 70,50, Gelsenkirchen 54, Monsielder 68,50. Kali Westeregeln 129. Chemische Aktien: Elberfelder Farben 119,87, Th Goldschmidt 70,25. Höchster Farben 1 ‘20,50. Schifiahrtsaktien: Nordd. Lloyd 6.3,50. Industrieaktien Adlerwerke Kleyer 40,75, AEG. 93,62 Dyckerhoff 28, Elektrisch Licht und Krast 94,75, Fuchs Waggon 0,4, Holz- mann 56,50, Gebr. Iunghans 63. Dörfenknrfe. . beginnt ju tanjen* IC ■ä*‘3e,9, e np c nerförpff- kL einet und i*^ . , iU*W 'Z» U3 widmen z ' enirenne" hinten ibwaren' MF Aron"^ gebrachten Bilder in jedem Betrieb ausgehänyt werden und den Arbeiter so immer wieder auf die Gefahr, in der er schwebt, aufmerksam machen. Entsprechend der Wichtigkeit unseres höchstens Sinnes, des Augenlichtes, und des Umstandes, daß die Schädigungeii hier meistens nicht wieder gut zu machen sind, wird von der Lichttechnischen Gesellschaft für Rheinland und Westfalen die Wichtigkeit einer richtigen Beleuchtung für die Erkaltung des '2(ugcnlid)tes gezeigt. Eine besondere Anleitung beschäftigt nut dcu zu ergreifenden Maßnahmen bei Unfällen in Werkbetrieben und zeigt neben einem behelfsmäßigen Verbandsraum mit zweckmäßigen provisorischen Tragbaren usw. eine vollständig eingerichtete Fabrittrankenstube. Dazu kommt eine interessante Ausstellung von ärztlichen Instrumenten unb Zahnerfatzstücken aus Kruppschem nicht- rostendem Stahl, dessen gute Eignung noch viel zu wenig bekannt ist. Auf dem Gebiet der Gewerbehygiene finden wir interessante Angaben über die Einwirkung von Staub, Temperatur und Feuchtigkeit auf den menschlichen Körper. Der Verein Deutscher Ge- werbeaufsichtsbeamlen unb das Hygienische Institut der Universität 'Würzburg zeigen hier die verschiedensten S t a u b j o r t e n, und durch Ausstellung von pathologischen Lungenpräparaten die durch den Staub erzeugten Krankheiten und ihre Verhütung. Eine besonders interessante Gruppe ist „Temperatur unb 5 e u d) t i g f e i t". welche aus Sammlungen aus dem bayerischen Arbeitermuseum zu» sammengeftellt ist. Hier sehen wir neben vielen anderen die Tatsache vor Augen geführt, daß die Atmungssläche unserer Lungen etwa 75mal so groß als die Körperoberfläche ist. Daraus können wir schließen, ein wie feines und weitverzweigtes Ge- b.tde unsere Lungen sind, welche aus unzähligen einzelnen Lungenbläschen bestehen. Der Einfluß der Feuchtigkeit und Hitze in dem Arbeitsraum auf die Leistungen, sowie die Gefahren des Sonnenstiches und der Verbrennung und die Schutzmaßnahmen dazu bilden einen weiteren Teil des Inhalts dieses Standes. Im Anschluß hieran stellt das Reichsarbeitsamt das Gebiet Atem- und Augenschutz aus. Wir kommen nun zur reinen Unfallverhütung, wozu in erster Linie die Werkzeuge, Aufsehen in allen Hegerkreisen hervorgerufen, so dürfte viele seine jüngste Schöpfung dazu angetan fein, die Aufmerksamkeit weiter, nicht nur jagdlich interessierter Kreise zu erregen. Gerade der materiellen Seite unserer Jagd, die auch da sein muß, um sie vor unbedachten Angriffen zahlreicher Nei der und Besierwisser zu schützen, wird Bismarck durchaus gerecht unb wirft, das sei besonbers her- oorgehoben, manch neuen Gedanken in den steten Kampf für und wider dos deutsche Jagdwesen. — Einige aktuelle Beiträge über Wesen unb Werden der Deutschen Iaadkammer und über die Einwirkung der klimatischen Faktoren auf die zahlenmäßige Entwicklung des Hoch- und Niederwildes seien noch besonders genannt. — „Der Weg zur ft r ei beit", das Mitteilungsblatt des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände, Berlin NW. 7, Schadowstraße 2, bringt in seiner September-Nummer eine eingehende Behandlung des gesamten Problems der Sicherheitsfrage in ihren einzelnen Etappen, an Hand deren nachzuweisen versucht wird, wie Frankreich darauf ausgeht, Deutschland in ein europäisches Garantiesystem hin» ein zu spannen, das auf eine Verewigung des Der- sailler Diktates hinzielt. — In der neuesten Nummer der Illustrierten Zeitung (Verlag I. I. Weber, Leipzig) werden von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Christian Eckert „Auslandkredite" von allen Seiten beleuchtet. Aus dem übrigen Inhalt des Heftes sind hervorzuheben: Der illustrierte Beitrag „Die Ausstellung, Das Bayerische Kunsthandwerk" von Dr. Georg Jacob Wolf, der Artikel „Wie Charles Darwin arbeitete" von Geh. Med.-Rat Dr. Richter, der uns das Heim und die täglichen Lebensgewohnheiten des großen Natur- wissenschafllers vor Augen führt, sowie der Aufsatz „Der Naturschutzpark in den Hohen Tauern Salzburgs". Rundfunk-Programm des frankfurter Tenders. (Aus der ^Radio-Umschau".) Mittwoch. 23. September: 4.30—6 Uhr: Nachmittagskonzert des Haus- Orchesters: Operetten von Ioh. Strauß. 6—7 Uhr: Kinderstunde, 13. Sagennachmittag, veranstaltet von Rektor Wehrhan. unter Mitwirkung des Haus- orchesters. 7—7.30 Uhr Stenographischer ftortbil- dungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.30—8 Uhr: „Philosophie als Lebensmacht" Vortrag des Pfarrers laefler. 8—8.30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung. — Vortrag von Prof. Dr. von Düring: „Neuere Anschauungen der Seelenkunde". 8.30 Uhr: Kabale und Liebe. Ein bürgerliches Trauerspiel von Schiller. Donnerstag, 24 September: 4.30—6 Uhr: Nachmittagskonzert des Haus- Orchesters: Bellini (zur 90. Winderkehr seines Todestages). 6—6.30 Uhr: Die Leseitunde (Aus fernen Ländern): Aus dem Buch: Unter Indianern Südamerikas, von Proi. Dr. Max Schmidt-Berlin. 6.30—7 Uhr: Briefkasten. 7—7.30 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: 21. Kurs-Vortrag von Dr. P. Michel: .Lichtbogenfender". 7,30—8 Uhr: „ftinbernot und Kinberhilie in Frankfurt a. M.". Vierter Vortrag: „Gefährdeten-Fürsorge für bas Kleinkind. — Das geistig minderwenige Kleinkind. — Das uneheliche Kind". 8.30—9.30 Uhr: lieber« tragung von Kassel: 7. Kasseler Sinfonie-Konzert. ftrieQen Organisationen eine Ausstellung aufgebaut worden, welche die gesamten Erfahrungen in der Gewerbehngiene und Unfallverhütung in anschaulicher Weise weitesten Kreisen vorführen und zeigen will. Dabei geht der ganze Aufbau der Ausstellung von dem Grundsatz aus, belehrend und fördernd zu wirken. Sie ist deshalb für jeden, gleich welchen Berufes und ob es ein Erwachsener oder ein Jugendlicher ist, von der größten Bedeutung. Denn hier findet er die Belehrung, wie er seinen eigenen Körper vor Schaden schützen kann. Bewährte Fachleute auf den einzelnen Gebieten haben die verschiedenen Gruppen meisterhaft zusammengestellt. In sehr richtiger Weife beginnt die Ausstellung mit einer kurzen Einführung in den Bau und die Funktionen unseres Körpers, die vom Museum für Volkshygiene in Köln eingerichtet wurde. Die vorzüglichen Modelle, Bilder und Erläuterungen geben dem Besucher ein kurzes, aber verständliches Bild über die Organe unseres Kör- pers. Ihre Kenntnis ist bie Grundlage für den Schutz des Körpers gegen die Gefahren der Arbeit. Daran schließt sich eine statistische Einführung in den gesetzlichen Arbeiterschutz, welche feine günstigen Einwirkungen auf die Verringerung her Unfälle zeigt. Die hier ausgehängten Tabellen bieten viel interessantes Material. Der Verband Deutscher Berussgenosienschasten legt mit Recht besonderen Wert darauf, dem Ar- beiter bic Gefahren seines eigenen Betriebes durch lebhaft und anschaulich wirkende Bilder vor Augen zu ''ihren. Man hat damit sehr gute Erfahrungen gemußt und festgestellt, daß ein gutes Bild viel mehr wirkt als die beste Verhaltungsmaßregel. Es Cftetb *.249 18.3< 1« 29 20.293 19.85 168, IG 17,16 79.18 58.91 113,32 80,75 •0,15 18.39 5.835 ys tQnn. Q(Lr s I ^a:en I °ten ßä: l1) * man ln I tn %, bermc5- btcoem-n ar, «u ft n Uber utg A(r- 5Jo !*„,[. Ml 9 fe siuS ' 'n Elegie««- l, ML r^Z ”ft "Nb M Z c^nennMtt 9!n werdet d" Seele bei & und sich, [ ■ er bag tur, S S * lLlnt-6^nei?emü6i ^asurdenMntn ” eine mengen, und dass die » uuulhen Tolks. ^en, I°elLes ihnen n -LolksbiÄrn unb ein- Sie Aeichs, «>«« werden, in den lethg gegen Deutsch, enen Zollkrieg, un. Polen hat bie!er Mle Deutschland v. dah er sich k.'M- Mgen würde. Tm die Stärkerer llftswunden in Wem möglich tu ciüifn wahnsinnig: Deck lies bdciiu u.rt in n Äraft "an späteren ien ööfa'ten. sich dem Pfandbrief markt zu. Rheinische Hypo- | verhandelt und die fortldbreitcnbe, Dcrband - thekenbank. Preußische Zentralbodenkreditanstalt zus. 322 631 000 Rm. Außerordentliche Ausgaben 33 537 000 Rm. Rückstellungen 62 000 000 Rm. Die Steigerung der Einnahmen gegenüber dem Vormonat entspricht der normalen Entwicklung. Die planmäßig vorgesehenen Rückstellungen sind für die Verzinsung der Reparationsschuldoerfchreibun- gen, für die gesetzlich vorgesehene Ausgleichsrück- Inge und zum Ausgleich von Mindereinnahmen in den schlechten Verkehrsmonaten erforderlich. Im August hat, wie die bis setzt vorliegenden Teilergebnisse zeigen, die Gesamtwirtschaft der Reichsbahn den Erwartungen entsprochen. Der Personalstand betrug Ende Juli insgesamt Be* ötublverstopfung, Darmträgheit 6**jiv?sg*S41 besten^bewäh^^1"^’«»^^^ und deren Folgen ä & ja JEjF JEl In jeder Apotheke. Schachtel Rm. 2 — nur die echten Apotheker Richard Brandts uÄ» sehen u. a. eine moderne Schnelldrehbank mit Ein- scheibenantrieb. welche mit allen möglichen Schutz- Vorrichtungen versehen ist. Den Gegensatz hierzu bildet eine alte neben ihr stehende Werkzeugmaschine. Die Reichsarbeitsverwaltung stellt eine besondere Gruppe „Staub und Entstaubung" aus, welche in Modellen und Bildern die Staubbeseitt- gung in den verschiedenen Betrieben zeigt. Sehr interessant ist eine selbsttätige Wäge- und Mischvor- richtung von Superphosphat-Aufschließmaschinen von Krupp-Essen, welche die Bedienung vor Staub und schädlichen Dämpfen schützt. Die Unfallverhütung im Bauwesen, welche wegen der Verschiedenheit der Arbeiten oft recht schwierig ist. wird von der Tiefbauberufsgenossenschafi eingehend dargestellt. Wenn auch chier oft die Schutzmaßnahmen, besonders bei hohen Bauten, einen erheblichen Aufwand verlangen, so muß doch alles getan werden, um die Arbeiter vor Schaden zu bewahren. Auch ist zu beachten, daß oft ein Unfall für kürzere oder längere Zeit den ganzen Betrieb stillegt und dann noch viel" höhere Kosten ver- ur|adit. Sehr lehrreich sind die etänbe der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Betriebsingenieure im Verein Deutscher Ingenieure, welche die Fragen der Arbettswirtschast und Arbeitseignung behandeln. Schon beim Heranwachsenden Knaben und Mädchen läßt sich erfennnen, für welchen Beruf der gehende Mensch nicht nur besonderes Interesse, dem auch die dazu notwendigen Fähigkeiten hat. Durch sinnreiche Anwendung der Methoden der Psychotechnik ist man in der Sage, unter den Be- werbern für eine Berufsart diejenigen heraus» zuwählen, welche auf Grund ihrer Fähigkeiten in der Lage sind, den Anforderungen des Berufes auch wirklich zu genügen. Besonders gilt das für die Eisenbahn und das übrige Verkehrswesen. Durch sorgsamste Auswahl der hier Tätigen kann man viele Unglücksfälle verhindern. Hier zeigen auch die Liemens-Schuckert-Werke. wie cs gut möglich *ft, Kriegs- und Unfallbeschädigte, sogar Blindes mittels ?/, Ttutfdjt 9tcie 9tctd)*anlcibt . 3V///. TcuNch« Nc'cheanlkide 3* Trntfdjc Ncttvc-inlride . Icuritte tSncrpramicnanlcibc ivlo 'Urtufttltbt SorirfoU . . . 4e o Hesien ... 3'///, Heften........ . 3% Heften........... Teukiche -Strtb. Toaor-anl. dto. Doll. Schav-Antreilng.') <•/• Zolltürken 5% Äoldmerikaner ... . Berliner HandelSaesellschaft. Commerz- und Pnoat-BLnk Darmft. und Nanonalk-nnk . Teun'che Bank......... Deutsche BercinSbank .... DiLconlo (Eommanbit . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Lrcdirbank. . CeftinriditfCDe Lreditanllalt. Weftbank. Bochumer Gntz . BuderiS Caro Deutsch ^»remdura (4clfentnd)em*r Berawerke. . Harpcncr Bergbau Kaliwerke LscherSIeben.... ikaliwerl Westeregeln..... Vaurabnlle......... . Oberbcdars Phonir Bergbau Rheinuol-l........... Nie deck '/tontan TelluS Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo Cberamische Werke Albin . . Jcmcnirocrf Heidelberg . . . Pbiiivv Hol;niann...... Anglo-Lonk-Guano Badische Anilin........ Cdemische Mayer Alaptn . . Goldschmidt GrieStcimer Electron .... vochster Farbwerke HoUverkoylung . . Nülgerswerke Lchetdeanstalt ...... All«. ElektrijitätS-Tekellschast Bergmann........... '.Viatnfrafttoerfc ....... Lchuckert Siemens L Halüte ...... Adlerwerke Kleyer ...... Daimler Motoren. ...... Heyligenftaedt..... . . . 'vteguin............. Motorenwerke Maunbeim frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell^aft Frankfurt. Schubiadrik Her; Sichel.............. Zellstoss Waldbof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . S»lu6- Itur» Stinhk Ldend- bflrf« S<$lufr | Pur» Mittag Lirf« 21.9. 22 9. 51. 9. | 82 W 0.230 0.230 0.2325 0.2273 — E. 0.3O5 I.3UZ5 0,270 0.270 0.30 0,3 0.450 0.450 0.45 0.452 O.ltO 1.1375 3.1375 0.25V 0.265 ).2625 0.2b — — 0,27 0.23 — 0 2X5 — 0.26 0.285 0.26 0,25 90.25 90.25 91.75 91.75 24.85 91,8 94.8 94.85 7.8 7.75 7.9 41 7.8 39.5 39,5 41 129 129 129.75 129.9 95.5 95.6 95.25 95.5 109.75 109 109.5 109 109.8 HO 110 110.25 — 55 — — 103,13 102..5 102,75 103 76 76 * 93,5 93,85 93,5 93.50 7.5 7 5 7.5 7.5 0,028 0,028 — — 69 70,5 71.25 48.25 41 49.5 47,75 40.5 40,25 40,25 40 70,25 70.5 71 71,25 59,25 54 54 75 54 107 104,75 106 5 105.13 121 121.25 12t 120 1<9 129 19.3 19.25 4.'.5 41 40,75 <0,75 52,5 52.3 58,5 52,13 75,5 75.25 75.5 74,25 62.9 62.5 63.25 62,13 78 75,75 75.75 75,25 67,5 65 Gl 59.6* 60,5 60,25 63.5 63,5 61,5 .3.6 1 65,75 •5.25 _ — 1 57 56,5 57,5 5< — — 96,2’. 96.13 125 121.25 125.75 124.5 70,25 70 25 70.:; <0,3 111,75 119 2.5 120 119.5 120,62 120.5 120,25 119.75 57.5 56 — —» 73,in 71 78.5 72 91.75 -2,5 — — 95 93,62 95 94 — 75 76 75.5 76,25 77 6» o3,^> 62,62 61.75 80 79 80,25 79,75 42 40,75 42 40.25 42 40 42 40,13 31 27 - 37 .16 .36 36 — — 50 50 0,38 0.38 — — 98 25 99 — 63,25 63 63.5 62,75 — 31 34 34 6,18 6,5 6 6 9 8,8 8.9 8,9 61 60 1 — 56.13 56 56.25 56,25 21 Septbr. 22. Septor. Amtliche Notierung Amtliche Notierung <1elt> Bries ßc(6 Brief Ainit-Roll 168,62 169,04 168,57 168,9? Bu n-Aire« 1.696 1.704 1.628 1.702 Brss.-Antw. H 59 19,6.3 18,41 18,45 Cbrisiiania. 59,59 89.81 89,32 89.54 .ftoprnbagen 1U2.82 lf)3,vS 102,57 102,81 Stockholm . 112,62 112,91 112,66 112,91 Helsmgfors. Italien. . . 10.505 17.26 10.605 17.30 10.565 17.10 10.605 17.14 London. . 20.331 20.384 -0,328 .-0,378 ‘Ocuiiort . . 4>195 4.205 4,195 4.2)5 Pari». . . 19,96 20.00 19,88 19.92 Sckwei; . . 80.975 81.175 80,95 81,15 S van ien. 60,42 60.58 60.32 60.48 Japan .. . 1.722 1.762 1,718 1.722 '»io de Jan. SBien in D- ) 569 1.571 D.581 0.583 CtfL abgest 59,10 59,24 >9,09 59,2-3 Prag .... 12.424 12,464 (2,432 12.472 Belgrad . . 7.45 7.47 7,48 7,.50 Budapest. ,8» 5.90 5,88 >.90 Bnlganen 3.045 3,05-5 3.055 :.065 L'ftabon 21 075 21,12-5 21,075 .0,125 Daruig- . . .ftonstintin. SO 64 80.84 80,64 60.81 2,347 2.377 2,365 2.375 All-en. . . 6 09 6.11 6 09 6 11 Canada. . 1,195 4,205 4.195 4,20.5 Uragua« . 4.185 1.195 4.181 4,195 (Nachdruck verboten.) 17. Fortsetzung. Die' rasch und uns Qlbteu sprach, hetzte ihn durch die Gassen. vom i 9.25 pro Woche 0777« Unser ■ l Sehr schöne, trockene zur wie und l F Drucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und grdswert die Brflhl’iche Univ.-Druckerei, R. Lange. Leistung 600 kg pro Stunde 88550 verkauft sehr preiswert A.K.M.SMW. Neu ein getroffen: Kinder-Kleidchen Kinder-Mäntel Kinder-Häubchen Kinder-Hütchen und ging weiter, mit verbissenen Zähnen, in die Dunkecheit hinein, die an den Mauern des Städtchens silbergraue Dünste spann. Nun war es still um ihn her. Nur der Rhein sang sein altes eintöniges Lied, und die Grillen zirpten im Gras. Herber Tannenduft stieg von den Bergen. Und weiter lief Hanns Ingold, von einem heißen Einsamkeitsgefühl gepackt, mit trotzig gestacheltem Willen, aber todwundem Herzen. und lachte plötzlich, lachte, von Zorn und Weh verraten, um die klebrige Feuchte Lügen zu strafen, die ihm die Augen verbrannte. Dor vier Monaten war er heimgekommen, zurückgekehrt als ein Mann, der das Leben gemeistert hat und der Zukunft ins Gesicht sieht, lieber ins unbekannte Dunkel hineingreift, als in der Helle geht: die Heimat hatte er gesucht, ihr verklärtes Bild war vor ihm aufgestiegen, und er hatte am ersten Tag die gute alte Frau sterben sehen, die in ihm schon lange eher einen fremden vornehmen Herrn, als ihren ältesten Sohn erblickt hatte. Er war zur IugendgeUebten geeilt und hatte sie nicht mehr gefunden. Sieben Jahre waren vergangen und hatten sie zu anderen Menschen gemacht, die sich nicht mehr kannten, nicht mehr fanden. Und fremd hatte er selbst vor seinem Dater gestanden, und als ihm wie ein Blitz vom Himmel die Eingebung gekommen war, hier ein Werk aus den Felsen zu sprengen, das sein Bestes, vielleicht alles, vielleicht sein ganzes Leben, ja mehr als das Leben von ihm forderte, da war ihm von allen Seiten Hohn, Unglaube, Fluch und Verachtung entgegengetragen worden und nichts geblieben als die trotzige Bewunderung des scheuen Knaben, der, von den Schauern und Geheimnissen des Ent- wicklungsalters geschüttelt, ihm die erste Inbrunst seines jungen Herzens dargebracht hatte. Armer, lieber Junge — der allein hatte den Glauben, und nur wer den Glauben hat, besitzt die Zukunst! Warme, wolkige Rächt — verschleiert blickte der weihe Mond, wie mattes Silber glänzten, von oben beschienen, die Weidenblätter, lauter rauschte der Strom. kennen, mit wem der Vater sprach. „Fräulein Ruth", sagte Hanns leise, um sie vorzubereiten. „Hanns — Herr Ingold!" „Er reist morgen ab und kommt sagen", fiel Engelhardt ein. Und dann Schweigen. Niemand Gewerbe-und Maschinen- bauschulederStadtGieflen Baugewerbe und Maschinenbau Schreiner- und Schuhmacherfachschule kunstgewerbliche Klasse 8854h Semesterbeginn LNovbr.1925 Bor politische schass mng- * fühl-c au butd) 8,e rcgieM alt M und ihren gen, da! die pr.e qU5® V gierungj lassen, di Taris tei einseitige bleichte kleinen : [teilt die , Allfhel leichter Der Plan über die Aenderung einer oberirdischen Telegraphenlinie in der Grünberger und Allendorfer Straße in Londorf (Oberheffen) liegt bei dem Postamt in Londorf von heute ab 4 Wochen aus. 88700 Gießen, den 22. September 1925. Telegraphenbauamt. Die Holzabfuhr in den Staats- und Gemeindewaldungen inuh bis 17. Oktober 1925 beendet fein Lei Meldung forstgerichtlicher Anzeige. Gießen, den 23. September 1925. Hessisches Forstamt Gießen. 88590 Der gefesselte Strom Roman von Hermann Stegemann. Melwagen-Lastzug fährt am 2. X. leer Rtchlg. Nidda-Büdingen« Gelnhausen-Schlüchtern. — Güter jeder Art können mitgenommen werden. Kehler & Merkel Tel. 1368 Möbeltransport Kreuzpl. 6 I Franz Bette Spezialgeschäft für Erstlingsund Kleinklnder-Kleidung 8864s zu tragen. Für Versicherte, deren Entgelt 6 Mk. pro Woche nicht übersteigt, sowie für Lehrlinge hat der Arbeitgeber nach den neuen Bestimmungen die Beiträge allein zu tragen. Die Beiträge zur Krankenkasie bleiben wie seither bestehen. 18877c Der Vorstand. Gelbe Lichter fleckten die schwarze Masse vor ihm, eine Mauer, flüsternde Baumkronen, der schattenhafte Umrih eines Glockenturms — Hanns Ingold war blind den Weg _ nach St. Joseph gegangen und fand sich plötzlich vor Ruth Engelhardts Tür. Er wollte umkehren. Aber auf einmal erwachte in ihm der Wunsch, sie zu sehen, der Wille, ihr zu begegnen. Er hatte sie nicht wiedergesehen, seit sie ihm die Grenze verboten hatte. Und mit dieser Farce durfte ihr Erlebnis nicht zu Ende fein, dazu war es zu tief, zu süß, zu schön gewesen, dazu waren sie einander zu nahe gekommen, auch wenn jetzt sieben Jahre darüber hingegangen waren. Er zog die Uhr hervor und ließ den Schein seiner Taschenlampe darauf fallen. Halb Zehn, er zögerte. Dann fiel ihm ein, daß der Doktor erst spät zur Ruhe ging, und er setzte sich über die Bedenken hinweg. Als er in den Garten trat, hörte er, wie die Kurgäste sich voneinander verabschiedeten. Sie hatten vor dem Hause auf den breiten Steinen gesessen, wo die uralten Granatbäume in den mächtigen Kübeln standen. Hanns wartete, bis die Stimmen sich zu verlieren begannen, und kam gerade recht, um Doktor Engelhardt von der Rückkehr in sein Arbeitszimmer abzuhalten. Ruth stand mit zwei Damen im Gespräch auf der Diele. Zwei große Lampen brannten und erleuchteten den hellgetäfelten Raum. Sie war im Abendkleid und erschien schlanker und fremder als je. Doch das bestärkte und befestigte ihn nur in seinem Verlangen, ihr noch einmal Äug' in Auge gegenüberzustehen und ihr alles das zu sagen, was noch nicht gesagt worden war und doch gesagt werden muhte, ehe sie auseinandergingen. Engelhardt schützte die Drille vor dem blendenden Licht, das aus der offenen Tür in den Garten fiel, und blickte Hanns forschend an. „Sie, Herr Ingold! Ich weiß nicht —“ „Verzeihen Sie die unerlaubte Stunde, Herr Doktor, ich reise morgen in der Frühe ab und möchte Ihnen noch ein Lebewohl sagen. Ihnen und Ihrem Fräulein Tochter." ßt.' Lischt Hel" LÄ lagunt>® Llnschnst jtanff"1 Allgemeine Orttlrankentasse Gießen-Stadt. Auf Grund des Gesetzes vom 28.7.25 sind die Beiträge zur Invalidenversicherung erhöht worden. 8877c Sie betragen ab 28.9.25 pro Woche Er sah seine Schwägerin Genovefa ,Fenster zurückweichen, hörte die Stimme seines Bruders rufen, sie solle die Läden schließen, Wer liefert 07763 Kelterobst und Speisekartoffeln frei Waggon Frankfurt? Offerten mit Preisangabe unter F. 100 postlag. Ostbahnhofpost Frankfurt a. M. Hcndelss. ?l^ung Mreis LZ Doppellalzziegel u. Biberschwänze liefert promptu. billigst C. Rübsamen Gießen Telephon 1659. Die Beiträge sind, wie seither, je _ Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer Bekanntmachung. Delr.: Errichtung einer Zwangsinnung der Spengler und Installateure für den Kreis Gießen. l Rachdem einAntrag aufErrichtung einer Zwangsinnung für das Spengler- und In- stallatenrhandwerk,derenVezirkdieGemein° den des Kreises Gießen umfassensoll, gestellt worden ist, fordere ich alle selbständigen Handwerker, die in dem genannten Bezirke das Spengler, und Installateurhandwerk betreiben, auf, mir schriftlich oder mündlich in der Zeit vom 15.—25. September mitzuteilen, ob sie sich für oder gegen die Errichtung der Zwangsinnung aussprechen. Die Abgabe der mündlichen Erklärung kann während des angegebenen Zeitraums wochentags von 9-12 Uhr in den Dienststunden des Kreisamts Gießen, Zimmer 11, erfolgen. Die Abgabe ist auch für die Handwerker erforderlich, die den Antrag auf I Errichtung der Zwangsinnung gestellt haben. Rach Ablauf des obigen Zeitpunktes eingehende Aeuherungen sowie solche Erklärungen, die nicht erkennen lasten, ob ' der Errichtung einer Zwangsinnung zugestimmt wird oder nicht, bleiben unberücksichtigt. Gießen, den 1. September 1925. Der Kommissar: Guthermut h. Vorstehende Bekanntmachung bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis unter gleichzeitiger Ausforderung aller selbstän- Ligen Handwerker, die im Stadtbezirk ein Handwerk obenbezeichneter Art betreiben, sich bis 24. d. M. auf dem Versicherungs- amt der Stadt Gießen, Gartenstrahe 2, Seitenbau, Zimmer 2, zu erklären, ob sie für oder gegen die Errichtung der Zwangsinnung sind Gießen, den 22. September 1925. Der Oberbürgermeister. I. D.: 0r. Selb. 8866B per Zentner 8 Mark '°w'° •ggygfc tÄÄ*’"1" -M. W.Hankel & Bestellungen aus Winterkartoffeln werden enigegengenommen. 88810 ,3m Ministern muh die ter Hau Horden, terenD Dir habe einer grol und sie : Dichtigke seicking f rung toii achtet, t mittel Kartoffel Zeit so g noch liegen. H in den [ Tonne g regelmähi surKarl schnittspre ichr. Der Detreidepr Vw W noch Alber 35 Ebjlligu, fe. da M io» wird. 5>er im 3uli Y) Mäeitn Sr L'd« bttti Aktii ,^rchfuhi 3euget AÄalb ^gemein ?llerdmg" ba/d öuti „Ziehen Sie die Hand zurück. Das Land ist mir nicht feil." „Richt feil? Zehntausenddreihundertmark bar Und nicht feil? Wenn ich in Ihren Schuhen steckte, Herr Inschenör, ich schlüg' zweimal ein." „Ich verkaufe nicht. Aber wenn Ihr den Ertrag pachten wollt — gegen dreiundeinhalb vom Hundert des Kaufpreises, den ich Euch bar auf die Hand bezahlt habe, geb' ich Euch die Pacht." u „Zwei vom Hundert und auf fünf Jahre", bot Hohwald schnell gefaßt. „Dreiundeinhalb und auf em Jahr. „Auf ein Jahr! Kein Landwirt macht auf eine Ernte Vertrag. Wir haben auch mit dem Himmel keinen und müssen nehmen, was kommt!" Ungeduldig erwiderte Ingold: „Ich muß über den Boden verfügen können. Wenn das Werk im nächsten Jahr gebaut werben soll, kann ich —" Eine laute, höhnische Lache schnitt Hanns Ingold die Rede vom Mund. Und ohne ein Wort, immer noch lachend, kehrte ihm Hohwald den Rücken und schritt ins Dunkel hinein, aus dem sein höhnendes Gelächter schallend zurückschlug. Es lief im Widerhall an ben Häusern hin, Stimmen fragten, erhielten Antwort und nahmen das Lachen auf, wie ein Ballspiel war's. Hin und her geworfen flog es von Tür zu Tür und in die Gassen. Eine Weile stand Hanns Ingold, von diesem höhnischen Gelächter verfolgt und umklungen, regungslos, brennende Scham im Gesicht, auf dem engen Platz, der im Zwielicht verblaßte. Unwillkürlich trat Engelhardt einen Schritt in den Schatten. Gr fuhr sich durch das wirre Haar. Also war seine Prognose richtig gewesen. Das unsinnige Unternehmen Ingolds war schon im Plan zusammengebrochen. Er wußte, daß da einer mit eingedrückten Rippen vor ihm stand. Beim Stapellauf gescheitert. „Wir haben uns seit der Versammlung in der „Post" nicht mehr gesehen, Herr Ingold. Aber wenn Sie das Bedürfnis fühlen, dem Mann Adieu zu sagen, der geholfen hat, Ihnen die Rippen zu brechen — also gut — na ja — das mußte ich doch — ich weiß ja, daß der Fall erledigt ist — der Tag war Ihnen zu hell, deshalb kommen Sie jetzt — reden Sie nicht, Hanns Ingold — hier ist meine Hand — die Welt ist groß, sprengen und bauen Sie in allen fünf Erdteilen, nur hier nicht, stellen Sie sie auf den Kopf, machen Sie Geld wie Heu — apropos Geld und Heu — Sie haben ja Ihr Geld hier buchstäblich ins Heu gesteckt — wie wird denn das nun?“ Hanns hatte Engelhardt ein paarmal unterbrechen wollen, aber es kam nicht zu Wort und lieh sich das auch gern gefallen, denn er war nicht gekommen, um den Dater Ruths herauszufordern. Beinahe tat ihm der altL Herr leid, der ihm so gut zuredete und mit festem Druck die Hand schüttelte. Er war jetzt wieder ganz Herr seiner selbst. „Ich bleibe Ihr Rachbar, Herr Doktor" versetzte er ruhig. Da kam Ruth und suchte im Dunkel zu er- gungslos standen sie im dichter fallenden Dunkel. Ruth war zu ihrem Dater getreten, und er horte ihren heftigen Atem, heiße Pulse zitterten zu ihm herüber, ein ahnungsloses Der- stehen zog bei ihm ein. (Fortsetzung folgt) in Äuss eine En Erklärun ein versc brauch lung M bilöung ■ Vorgehen Ausdruck ständig den tonnt einseitig' Reserven sowie W natürlich der Dir vor aflei bleibe Eindruck werbskre feite’ jegli Damit Ion cm der P' ten Kreist Nachbarn im Inte strebende Reichs Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B. wurde heute bei der Finna Hertog & Wolf, Gut Mittelsmühle, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Mittelsmühle bei Alten-Buseck, folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 23. Juli 1925 ist die Firma geändert in: Rübsamen & C Gut Mittelsmühle, Gesellschaft mit beschrä, ter Haftung. Der seitherige Geschäftsjahr Gutsbesitzer Henry Wolf, Mittelsmühle, abberufen. Geschäftsführer ist Wilhelm Rübsamen, Landwirt, Mittelsmühle bei Alten- Buseck. 8890c Gießen, den 21. September 1925. Hessisches Amtsgericht. SoiMrsW. öen 24. September 1925, nsWiilngs 2 W versteigere ich im „Löwen", Neuenweg, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Herde, 2 Kaflenschränke, 1 Sekretär, 2 Büfetts, 2 Schreibtische, 1 Küchenbüfett, 1 Klavier, 1 Schriftschrank, 2 Sofas, 1 Nähmaschine, 2 Dertikows, 200 Doröerradgabeln, 10 Motvr- laternen, 1 Tischdecke, 2 Chaiselonguedecken, 2 Wandteppiche, großen Posten Herren- und Damenstiefel. Dern, Gerichtsvollzieher in Gießen, ___________Steinstrahe 13. 88880 la. sächsische Zwiebeln haltbare Ware, laufend frei Haus und ab Lager lieferbar. 88860 Hermann Sauer Walltorstraße 36 H Tel. 1154 Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Arn 16. September 1925 a) die Firma F. & G. Stern, Gießen. Gesellschafter sind die Viehhändler Joseph Stern in Gießen und Gustav Stern in Marienburg. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. August 1925 begonnen. Dem Erich Stern in Gießen ist Prokura erteilt, b) Bei der Firma Pfälzisch-Hessische Landbau - Maschinen - Ge- sellschast Grünstadt (Pfalz) in Gießen: Die Firma ist geändert in Pfälzisch-Hessische Landbau-Maschinen-Gesellschaft Gießen, Inhaber Heinrich Wilhelm Schäfer. Die Zweig- niederlaffung in Büdingen ist aufgehoben. Die Prokura des August Oßmann in Gießen und Joseph Anton Spiegel in Grünstadt sind erloschen. Kaufmann Emil Schulte ist aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese erloschen, c) Bei der tfirma Gießener Vernickelungs- und Emaillieranstalt Grün und To., Gießen: Johannes Fritz und Wilhelm Grün sind aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese erloschen. Alleininhaber ist Heinrich Mauermann in Gießen. Am 21. September 1925 a) die Firma He nrich A. Funker in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Heinrich Adolf Funker in Gießen. Der Heinrich A. Funker Ehefrau, Fohannette geb. Brückmann in Gießen ist Prokura erteilt, b) Bei der Firma Wilhelm Rudolph Pianosorte-Handlung in Gießen: Die Iweigniederlaffung Marburg ist aufgehoben. 8891c Gießen, den 22. September 1925. Hessisches Amtsgericht Stimmung, Denken, Tätigkeit sowie jede Bewegung des Körpers sind abhängig vom Gehirn. Mattigkeit, Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, Nervenschwäche und allgemeine Körperschwäche sind Zeichen mangelnder Nervenkraft. Wollen Sie sich munter fühlen, mit klarem Kopf und kräftigem Gedächtnis, wollen Sie Arbeit und körperliche Strapazen leichter ertragen, so nehmen Sie Kola-Dultz es bringt Lebenslust und Tatkraft! Nehmen Sie Kola-Dultz eine zeitlang täglich, es wird Ihre Nerven erfrischen, Unlust wird verschwinden und unter seinem Einfluß werden Sie von Unternehmungslust erfüllt sein. 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M W W M M behalten. <5s ist aber- wichtig, weil das Obeh- M Jeder länger halten soll a/s bisher. gibt nuhi& besseres für Jhre &chuMf Dann ging er, erst langsam, zuletzt mit raschen Schritten weiter, und das Lachen lief hinter ihm her, umhüpfte, umtollte ib n blaffende Hunde den. schweißenden Hirsch Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister, Abt. B, wurde heute bei der Firma Arnold Mueller, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen, folgendes eingetragen: Jeder, der Geschäftsführer Gustav A. Mueller und Helmut Mueller-Leutert ist zur Einzelver- tretung der Gesellschaft berechtigt. Gießen, den 16. September 1925. 8892c Hessisches Amtsgericht.__________ n •vrrvY-i r T~rrrnrrrtf~t^r~r • r» •rv^rrrrrrrrrrrvY'. Die Anstreicherarbeiten zum Reubau des Telegraphenamts in Gießen sollen im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Preisverzeichniffe liegen im Postbauamt in Gießen, Bahnhofstraße 85, Hofgebäude, während der Dienststunden zur Einsicht aus und können daselbst solange Dorrat reicht zum Preise von 1,90 RM. bezogen werden. Die Angebote sind verschloßen und I mit einer den Inhalt kennzeichnenden Aufschrift versehen bis zum 1. Oktober, vormittags 11 Ähr, an das genannte Postbauamt postftei einzusenden. Die Eröffnung der Angebote erfolgt in Gegen» wart der etwa erschienenen Bieter. Falls feind der Angebote für annehmbar befunden wird, bleibt die Ablehnung sämtlicher Angebote Vorbehalten. Frist für die Zuschlagserteilung 30 Tage. Gießen, 22. September 1925. Der örtliche Bauleiter. 8878D I. Krankenkaffenstuse. . • . 0.25 Mk. II. . 0.50 „ III. . 0.70 , IV. . 0.70 , V. . 1— . VI. . 1— „ VII. . 1.20 „ VIII. . 1.40 , IX. . 1.40 „ X. . 1.43 „ XI. . 1.40 „ XII. M • • • • 140 .