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Fernsprech-Anschlüsse: schriftleitung 112, Der. lagundBefchäftsstelleSI. Anschrift für Drahtnach. richten: AnzeigrrStetzen. poflfdfedtonto: Frankfurt a. M. 11686. Donnerstag, 25. Juli 1925 Blatt 175. Jahrgang leMerrmzeige General-Anzeiger für Obecheffen vrvtk und verfüg: vrühl'fche Unioerfiläls-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Siegen. Zchriftleitung und Seschäftsftelle: Zchnlftratze 7. llnnat .on Anzeigen für btt lagesnummer bis zum Nachmittag oorher ohne itdeDerdindlichkeit. Dreis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichB, auswärts 10 Goldp ennig; für Ne» Klame-An eigen v 7O.rm Breite 35 iholbpfenniq, Vlat3Dorfd)rift 20" Oluf» schlag Dcrantworilich f ür Politik u. Feuilleton: Nr.Friedr.'Ivilh Lange; für den übriien Teil: ErnstBlumsct ein Würden 2ln;eigenteil: Hans Deät, sämtlich in Dietzen Die autzenpolitische Aussprache im Reichstag. Dr. Stresemann zum Sicherheitspakt: die deutsche Friedensoffensive. Am Mittwoch ist nun endlich die außenpolitische Aussprache in Fluh gekommen, für die Sozialdemokraten allerdings reichlich spät, die ja noch vor kurzem durch die Einbringung einer besonderen Interpellation die Behandlung der Sichrrheitssrage zu überstürzen versuchten. Don einem besonders groben Interesse der Ao- geordneten war leider nichts zu merken, fast schien es, als sollte der Rcichsauhenminister Dr. Stresemann vor leeren Bänken sprechen. Erst später, als er schon längst bei der Behandlung des Sicherheitspaktes war, füllte sich das Haus allmählich, doch blieben auch jetzt noch ganze Bänke leer. Das hielt aber den Reichsaußen- Minister nicht ab, mit seinem gewohnten Temperament einen Lieberblick über die Entwickelung der Sicherheitshesprechungen bis zur Absendung der deutschen Bote zu geben. Seine Ausführungen waren ebenso kurz wie sachlich, nach knapp fünfzehn Minuten räumte er die Rednertribüne. Seine Ausführungen selbst knüpften an die von ihm am 18. Mai im Reichstage gehaltene Rede an, in der er dargelegt Halle, daß eine Lösung der Sicherheitsfrage ohne Deutschland eine Lösung gegen Deutschland sein würde. Die Aergangenheit habe ihm Recht gegeben, Frankreich habe durch den Abschluß verschiedener Militärbündnisse versucht, sich zu sichern. Die Militärbündnisse wären nicht zustande gekommen, wenn schon früher diese Frage an- geschnitten worden wäre. Die Ruhrräumung ergab bann den unvermeidlichen Zusammenstoß mit dem Grasen R e v e n t l o w , der sich nicht gescheut hatte, in aller Deffentlidjfeit festzustcllkn, daß Frankreich zur Räumung des Einbruchsgebietes noch gar nicht verpflichtet fei. Die fcharfe Zurückweisung dieser Behauptung durch den Reichcautzenminlster rief natürlich bei den Völkischen lebhafte Unruhe hervor, ebenso wie die Zurechtweisung eines Kommunisten bei dessen Fraktionsfreunden stürmische Proteftruse auslöste, der versucht hatte, die Worte de» Außenministers, die S a n k t i o n s st ä d t e wurden ebenfalls demnächst geräumt werden, anzu- zweifeln. Auch die unter Poincars besonders geförderten Annexionsabsichten auf das Rheinland rückte der Außenminister in den Vordergrund. Um eine Spekulation Frankreichs auf separatistische Umtriebe restlos unmöglich zu machen, sei einer der großen Gedanken des Sicherheit-paktes die positive Sicherung des Rheinlandes. Dr. Strese- mann kam bann auf die Wirtschaftskrise zu sprechen und konnte unter dem Beifall des grützten Teiles des Kaufes mit der Feststellung schlietzen, daß Deutschland eine Friedensoffensive groben Stils begonnen habe, und datz die Reichs- cegierung roünfAe. diese Bestrebungen mögen zu einem günstigen Erfolge führen. So konnte dann die D e b a 11 c ihren Anfang nehmen. Wie nicht anders zu erwarten war. nahm sich der Sozialdemokrat Breitscheid die Deutschnationalen aufs Korn, stellte aber auch gleichzeitig fest, das) die Sozialdemokratie gar nicht daran denke, das Kabinett zu stürzen und die Deutschnationalen. die heute den Standpunkt verträten, den früher die Sozialdemokratie verfochten hätte, aus der Verantwortung herauszulassen. Die Sozialdemokratie sei zwar keineswegs mit allen Handlungen des Kabinetts Luther einverstanden, sie sehe aber nicht ein, weswegen sie die gegentoärtiq befolgte Außenpolitik nicht unterstützen solle. Ihm folgte der Graf Westarp, der auf alle Einzelheiten der Bote cinginq, dabei aber zu der Feststellung kam, daß seine Fraktion trotz der im deutschnationalen Lager herrschenden Skepsis ernstlich gewillt sei, alle Möglichkeiten im Interesse des allgemeinen Friedens und im eigenen deutschen Interesse auszuschöpfen. Er und seine Freunde ftimmten der Rote in der Erwartung zu, daß das Kabinett als Ganzes hinfor: in geschloffener Einheit und entschlossener Festigkeit die Würde und die Le- bensnotwendigkeiten Deutschlands wahren und um das Recht der deutschen Ration auf Dasein und Freiheit ringen werde. Schließlich legten roch die Abgeordneten K a a s für das Zntrum mb Curtius für die Deutsche Dolkspartei den Standpunkt ihrer Fraktionen dar. Sitzungsbericht. Berlin, 22. Juli. Auf der Tagesordnung steht die autzenpolitische Aussprache^ Zu deren Beginn führt Neichsminiftec des Aeuhern Dr. Stresemann folgendes aus: In meiner Erklärung vom 18. Mai habe ich die grundsätzliche Einstellung der Reichsregierung zur Sicherheitsfrage bargelegt und erklärt, daß eine Lösung ohne Deutschland eine Lösung gegen Deutschland sein würde. Aus dieser grundsätzlichen Haltung halte sich die weitere Stellungnahme der Reichsregierung in der Frage des Sicherheitspaktes ergeben. Welche Mächte sich an diesen Vertrag noch weiter beteiligen werden, lässt sich zur Stunbe noch nicht übersetzen. Zwei- ielhasi ist babei noch die StcUui g Italiens, das sich hoffentlich an diesem Werk auch beteiligen wird. In der Frage des Völkerbundes haben mir ausgesprochen, daß wir den Gedanken des Völkerbundes der gewaltsamen Entscheidung einzelner Mächte entgegenstellen. Wir haben den Gedanken abgelehnt, datz innerhalb des Schiedsgerichtsverfahrens der Sekundant gleichzeitig Unparteiischer sein kann. Air haben es auch ab» gelernt, daß Schiedsgerichtsverfahren ersetzen zu (affen durch das einseitige subjektive Er- messen des einzelnen Staates. Diese Darlegungen des deutschen Standpunktes haben in Varis und London volle Würdigung gesunden, so datz die Hoffnung auf ein positives Ergebnis berechtigt erscheint, wir hoffen, datz die Lösung sich vollzieht in der Atmosphäre der Londoner Konferenz, wir werden in dieser Hoffnung bestärkt durch die Tatsache, datz Frankreich und Belgien die Ruhrräumung noch vor dem vertragsmäßigen Termin vorgenommen haben. Ich siehe nicht an, die Genugtuung über diese Befunbuna des guten Willens aus- zuorückcn. Frankreich und Belgien haben das getan, obwohl sich der Abg. Graf R e v e n t 1 o w krampfhaft um den Nachweis bemüht hat, daß nach dem Wortlaut des Londoner Vertrags diese Länder noch gar nicht zur Räumung verpflichtet seien, (hört! hört! und Entrüstungsrufe bei der Mehrheit.) Der Minister stellt bann fest, bah nach London ein starker Zustand der Entspannung der öffentlichen Meinung festzustellen war. Aber die Nichträumung der nördlichen Rheinland z o n e , die am 10. Januar erfolgen sollte, hat diese Entspannung wieder zurücktreten lassen. Selbst die noch offenen Restpunkte der Entwaffnungsnote boten keinen Grund für die weitere Besetzung der Rheinlandzone. Die Reichsregierung hat nie einen Zweifel daran gelassen, datz sie die schweren, seelisch drückenden Verpflichtungen der Entwaffnungsbestimmungen vertragsmäßig AU erfüllen bereit war. Wir können aber nicht über das hinaus gehen, was in dem Versailler Vertrag niedergelegt ist. Der Versailler Vertrag darf nicht aus die Dauer einseitiger Auslegung von einer Vertragsseite unterworfen sein. Die Alliierten werden jetzt auch wohl darin einig sein, datz diese schwebenden Probleme vorher ober wenigstens gleichzeitig mit bem Abschluß des großen Sicherheitspaktwerkes vereinigt werden können. Bei der Erledigung des Sicherheil.-paktwerkes wii» es an unserem guten Willen nicht fehlen. Wir dürfen bestimmt annehmen, daß er auch bei der Gegenseite vorhanden sein wird. Dann wird die richtige Basis vorhanden sein. Es ist nun jetzt wohl mit Sicherheit anzunehmen, daß die Fortführung der Verhandlungen über den Sicherheitspakt erfolgt. Dr. Strefe- mann erinnert an die Rede Chamberlains, der von einem Wendepunkt von historischer Bedeu- Hing hinsichtlich der Sicherheitsfrage sprach. Man habe manchmal die Empfindung, als ob einzelne Persönlichkeiten glauben, datz es sich hier um einen blitzartigen Einfall handle, der in die Weltöffentlich, feit geschleudert würde. Diese Sicherheitsfrage schwebte aber schon seit Jahren zwischen Frankreich und den Alliierten und soll jetzt zwischen Frankreich und uns zur Erledigung komme.:. Alle Anwendungen von Gewattmatznahmen wurden immer begründet mit dem einen Gesichtspunkt des bedrohten Frankreich, das Anspruch auf erhöhte Sicherheit hätte. Wäre es gelungen, diese Frage früher zu lösen, so hätten sich die Verträge Frankreichs mit Polen und der Tschechoslowakei erübrigt. Der Außenminister verweist dann auf die grafte Bedeutung des Sicherheitspakles gerade für das Rheinland. Er zitiert eine Rede Poincaräs vom Jahre 1923, in der dieser unverhüllt der Hoffnung Ausdruck gab, datz die Separatisten im Rheinlande (Erfolg haben würden, und datz eine Loslösung der Rheinlande vom Reiche zu erhoffen wäre. Daher auch die große Bedeutung des Sicherheitspaktes für das Rheinland und für fein Verbleiben bei Deutsch- lanb. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die von der Fortsetzung des Währungsverfalles in Frankreich Vorteile für Deutschland erhoffen. Auch glaube ich nicht, datz die Groftmachtstellung Frankreichs durch die Verwicklungen in Marokko irgendwie erschüttert werden kann. Nicht da liegen die Probleme. Nicht nur wir, sondern auch weite Kreise Europas haben ein Interesse daran, datz sich alle Weltmächte f ü r den Wiederaufbau des zusammenge- brochenen Europas einsetzen. Mit der Politik der S a n k t i o n e n und dem Weiterbestehen des gegenseitigen Mißtrauens kann dieser Wiederaufbau nicht durchgeführt werden. Deutschland hat eine Friedensoffensive großen Stils begonnen. Der Wunsch der Reichsregierung oeht dahin, daß diese Bestrebungen zu einem günstigen Erfolge führen. Tibg. Dr. Breitscheid (Soz.) bezeichnet eS zunächst als eine Mißachtung der Mochte deS Parlaments, daß der Reichstag erst letzt Gelegenheit erhält, nachträglich zu den wichtigsten außenpolitischen Aktionen der Regierung Stellung zu nehmen. Das fei um so bedenk, sicher, als die deutschnationale Regie- rungsvartci behauptet habe, daß sie an das Februar-Memorairdum der Regierung nicht gebunden sei. und weil auch der deutschnationale Innenminister Schiele sich ähnlich geäußert habe. Hm diesen eigenartigen Konslrkt auszu- klären fei die sozialdemokratische Interpellation eingeb'.acht worden, nicht etwa, um 6ie Regierung zu stürzen. (Gelächter rechts Der Redner fahrt, nach rechts gewandt, fort: Ich kann Ihnen fob- gcndos mitteilen: Bei aller Gegnerschaft kur dre jetzige Regierung haben toir doch BerstandmS für die Zweckmäßigkeit, gerade die Deuts^nar-.o- nalen nicht aus der Verantwortung heranszu- lassen. Ihre Beteiligung an der Regierung wird immer mehr zu einem heilsamen Anschauungsunterricht für die deutschnationalen Wähler. Wir können, obwohl wir im vorliegenden Soll gegen die Außenpolitik nicht opponieren, und zu einer Billigung der Regierungs- Politik nicht entschließen. Die Politik des Eicherheitspakts ist die Fortsetzung der Verständigungspolitik, die unter Wirth und Rothenau so heftig von den Deutsch- nationalen bekämpft wurde. Der SicherheitSpalt geht sogar noch hinaus über die Erfüllungspolitik der Wirth und Rathenau und ist schließlich eine freiwillige Anerkennung der territorialen Bestimmungen des Dersaitter Dertrags. Wir Sozialdemokraten heißen das Februar-Menrvrin- dum der Regierung gut. Wir haben sogar das Bedenken, daß in einigen Punkten nicht alle unsere nationalen Forderungen erfüllt werden. Wenn Sie in der neuen Rote den Besitzstand am Rhein garantieren, dann bedeutet das den Verzicht auf Elsaß- Lothringen. Ich begrüße die Räumung der Ruhr und begrüße unsere deutschen Landsleute in den besetzten Gebieten, insbesondere unsere deutschen Arbeiter, die während der ganzen Zeit die treuesten Hüter der deutschen Republik geblieben sind. (Lebhafter Beifall links.) Wenn wir nun Frankreich die Sicherheit gewähren, ist ein Grund zu der Verlängerung der De- sehungSfristen nicht mehr vorhanden. Deutschland solle endlich seine Vorbehalte aufgeben und i n den Völkerbund ein- treten. Abg. Graf Westarp (Dn.) Das außenpolitische Interesse gebietet eine parlamentarische Rückendeckung für das Kabinett zu schaffen. Die neue Note ist in einer ganz anderen politischen Situation entstanden als das Februarmemorandum. (Gelächter links.) Ein Streit um die vergangene Zeit scheint daher keinen Zweck zu haben. (Aha-Rufe und Gelächter links.) Dr. Brests,Heid hat sich 'N inanc!" Widersprüche verwickelt. Er hat dieses und jenes an den Memorandums ausgesetzt und aber immer wieder die Gretchenfrage gestellt :Wie hältst du es mit dem Memorandum? Die Antwort ist sehr einfach. Lesen Sie die jetzige Note und hören sie unsere Aeußerungen an. Wir sind in diesen Dingen keineswegs negativ eingestellt gewesen und billigen d i e Grundgedanken der heutigen Politik. Ob der in dieser Note erstrebte Weg beschritten werden kann, ist abhängig von dem Inhalt der Antwor- ton, die wir nun zunächst erhalten werden. Die Note ist nur eine Fortsetzung der Borer« örtcrunq und das erleichtert uns untere Zustimmung. Die Note bedarf einer sehr wesentlichen Ergänzung. Als gleichberechtigter Partner kann Deutschland sich nur beteiligen, wenn das Ruhrgebiet und die anderen Sanktionsgebiete vollständig geräumt sind. Bei der Räumung, die wir im Interesse unserer rheinischen Brüder begrüften, handelt es sich nur um die Beseitigung eines uns zuge- fügfen Anrechts. Sie müssen nicht nur ein Gegenstand, sondern eine Voraussetzung der Verhandlungen werden. Wir billigen es, daß die Note auf das Memorandum vom September Bezug nimmt. Insbesondere gilt das von der Verwahrung, daß Deutschland bei einem etwaigen Eintritt in den Völkerbund unmöglich die Belastung des Versailler Vertrages erneut anerkennen könne. Wir müssen noch darauf bestehen, datz keine Gelegenheit oorübergelaffen wird, dieses Schuldbekenntnis amtlich und ausdrücklich zu prüfen. (Lebhafter Beifall rechts.) Wenn meine Freunde und ich heute der Note zustimmen, so geschieht das in der bestimmten Erwartung, daß das Kabinett als Ganzes wie bei dieser Note, so auch hinfort in geschloffener Einheit die Würde mb Notwendigkeiten Deutschlands wahrt. Abg. Dr. Kaas (Z-) Wir haben schon beim Antritt der heutigen Regierung erklärt, daß wir uns für die K o n t i n u i« tät der deutschen Außenpolitik mehr als für irgendeine andere Komponente des heutigen Kabinetts verantwortlich fühlen. Daß wir uns einmutig mit unserer ganzen parlamentarischen firaft gegen eine wesentliche Umbiegung dieser Linie einsetzen, ist klar. (Hört! Hört!) Jede Partei hätte die Pflicht, den verantwortlichen Außenminister des Deutschen Reiches in seiner Außenpolitik zu unterstützen.(Rufe: Namentlich die Regierunysparteien.) Wir bedauern nur das lange Schweigen des Außenministers, das uns die Mitverantwortung für feine Außen- Politik sehr erschwert hat. Wir brauchen eine aktive Außenpolitik. Wir würden es nicht biüiaen können, wenn die Aktivität aus innerpolitifchen Rücksichten verlassen würde zugunsten einer tatenlosen. Politik machtpolitischer Zukunftsillufionen. Die deutsche Note ist eine Friedensoffensive q r o ft e n S t i 1 5. (Beifall.) Wir erkennen damit die wefentiichen Grenzen des Versailler Vertrages an. Damit ist aber noch nicht a 1 s gerecht anerkannt, was unter dem trügerischen Schein einer Abstimmung in Eupen und Malmedy geschehen ift Dann verzichten wir auch nicht darauf, dem kulturellen Eiqenleben der deutschstämmigen Be- wohner des E 1 s a ft unsere Aufmerksamkeit zu schenken. Deutschland geht mit dem Sicherheitspakt einen schmer lichen Schritt der Selb st über- Windung, der in der Geschichte einzig dafteht. 5)ätte man Frankreich 7 Jahre nach 1871 eine solche Anerkennung der reuen Grenzen zugemutet, cm Schrei der E n t r ü st u n g wäre die Antwort des sranzösischen Volkes gewesen. (Sehr wahr.) Deutschland aber geht diesen Schritt im Vertrauen auf den Sieg des Rechtes. Dir vermissen in der Bote das Bedangen nach der Räumung Kölns, ebenso eine Bcrroabrnng gegen die Entwafsnungs-und Lusliahrlnote. Der Sicherheitspakt ist lmmoglich ohne den psychologischen Unterbau eines anderen deutsch- französischen Verhältnisses am Rhein. (Sehr richtig.) 9lad) dem Abschluß des Sicherheitspaktes ift das Besetzungsrecht und nod) mehr das jetzige Be- satzungsregime eine Politik von A nachro- n i s m u s schlimmster Art, ein störendes Ru- biment einer Gewaltpolitik, bcrcn_ Ucbcriuinbung gerade das vornehmste Ziel des Sicherheitspaktes bilden soll. (Beifall.) Notwendig ift eine Genera (• bereinigung des Befatzungssysterns, die grundsätzliche Entfernung der farbigen Truppen. Wir halten die Dölkerbundssrage für außerordentlich wichtig und sehnen den Augenblick herbei, in dem Deutschland als gleichberechtigtes Mitglied in die Körperschast eintritt, die b i s jetzt nur eine Organisation der Sieger- ftaaten war. Die Entwassnungsnote und die ßuftfaftrtnote sind freilich Barrikaden auf dem Wege nach Genf. Erst wenn eine befriedigende Bereinigung dieser Probleme in Aussicht gestellt ist, wird Deutschland dem Völkerbund beitreten können. Aby. (Curtius (DDP.) Wir fordern eine Abkehr von den Methoden der Rheinlandkommission. Die Sicherheit bedeute eine Verhinderung eines neuen Weltbrandes. Der Redner betont die Kontinuität der deutschen Außenpolitik und erklärt weiter, daS deutsche Memorandum sei eine logische Form der deutschen Außenpolitik gewesen. Die Gefahr einer Stabilisierung der französischen Hegemonie sei in unmittelbare Rähe gerückt. Diesen Gesichtspunlt habe auch der Führer der englischen Opposition klargeleqt und wenn Pharisäer In England sa en. dnn der Licherbcitspakt nur am schlechten TB'üen Deutschlands scheitern könne, so müsse man fragen, ob es wirklich Vorteilfttt.t für die Engländer seft die He' emrn'ie-'e oalt Frankreichs zu unterstühen. (Sehr gut! rechts.) Bezüglich des Eintritt.' in den Völkerbund stehe die Deutsche Vo!kspart>.i nach wie vor auf dem Standpunkte, daß Dcuis..)- land nur a l s voll gleichbere>tigter Staat seinen Einzilg in den Völkerbund halten könne. Eine notv.endige Form des Eintritts wäre nicht nur die Räumung der ersten Rheinlandzone, sondern die Aufhebung der jetzigen Besetzung. Es läßt sich nicht verschweigen, daß in den letzten Monaten manches geschehen ist, was dec verfassungsmäßigen Form des parlamentarischen Regiments wenig entspricht. Diese Schwierigkeiten sind jetzt aber überwunden. Das Kabinett steht geschlossen hinter der Rote. Damit wird die sozialdemokratische Interpellation gegenstandslos. Die Eozialdemokralen sollten sich daher ent- schließen, ähnlich wie die Deutsche Dollspartei unter dem Kabinett Wirth irr,ft grundsätzlicher Gegners^ast gegen die Regierung im Interesse der Außenpolitik durch ihre Zustimmung die Front der Regierung bei den kommenden Verhandlungen zu ber- brettern. (Lebhafter Beifall bei der Deutschen Vollspartei.) Abg. S t o e ck e r (Komm.) bezeichnet die deutsche Antwortno.e als eines der traurigsten Dokumente der deutschen Geschichte. Dic e^ Dokument sei noch schlimme: als der Deutschland aus- gezwungene Versailler Vertrag; denn damit erkenne eine deutsche Regierung al das Unrecht an, das Deutschland von seinen Feinden in Versailles zugelügt worden ist. Vizepräsident Dr. Bell gibt dem Hause Kenntnis von einem kommunistischen M i ß- trauenSantrag gegen den Außenminister Dr. Streseamnn. Dann vertagt sich das Ha.s auf Donnerstag. Fortsetzung der außenpolitischen Aussprache. Bria-.ö prüft die No e. Zahlreiche Vorbehalte 7 rnntre Paris, 22. Juli. (Habas.) Der Minister des Aenfern, Brian!) hat die giun <:c;e erste Prüfung ter deutschen Sicherheit. a .note vollendest Er richte c an den französischen Botschafter in London ein lan Schreiben, worin er ihm das Erc.e >n 6 fe;:;e^ kritischen Äntersuchung aaseinandersetzt und ihn beauftragt, Ehamberlain zahlre.r e Vorbehalte der sranzvsische Regierung zu unter* breiten. Die franzöf.schen Bertre.e; in Prag und Warschau wurden vea.'.f rast, bet,: ec v- slowa.:sche bzw. polnische Re' erung zu un errichten, daß, wenn die Antwort des Re.^eS die Eröffnung von Verhandlungen mit Deutschland gestatie sich daraus ni( poliert 2,50 Mk., Erbsen und Linsen 1,50 Mk., Futterbohnen, Lupinen und Wicken 1,50 Mark, Fleisch, ausschließlich des Schweinespecks und ungenießoarer Eingeweide von Vieh, ausgenommen Federvieh, frisches Schweinefleisch 21 Mk., andere und ungenießbare Eingeweide 24 Mk., Schweinespeck 24 Mk., Schmalz und schmalzartige Fette 6 Mk., Butter 22,50 Mk., Mehl aus Getreide mit Ausnahme von Hafer 8 Mk., aus H a f e r 10 Mk., Reis, poliert 2,50 Mk., Melasse 3 Mk., Margarine 20 Mk., Büchsenmilch 40 Mk., Büchsenfleisch 40 Mk. (Regierungsvorlage 20 Mk.); ferner wird für frische Kartoffeln in der Zeit vom 16. Februar bis 31. Juli und vom 1. August bis 15. Februar 1926 ein ermäßigter Zollsatz von i Mk. erhoben (Regierungsvorlage: Für den ersten Zeitraum 4 Mk., für den letzten 50 Pf.). Der fünfte Antrag lautet: „Die Reichsregierung wird ermächtigt, Gefrierfleisch im Rahmen der bisherigen Einfuhr zollfrei zu lassen, sofern die zur Abgabe verpfllchteten Gemeinden das Gefrierfleisch zum Selbstkostenpreis oder mit einem mäßigen Aufschläge minderbemittelten Schichten zuführen und sofern ein Mißbrauch verhindert wird. Der sechste Antrag lautet: .Die Reichseinnahmen aus den Zöllen auf Roggen, Weizen, Spelz, Rindvieh, Schafe, Schweinefleisch und Schweinespeck und Mehl sind zur Gewährung von Wohlfahrtsrenten an Anstalten und Vereinigungen der freien und der kirchlichen Wohlfahrtspflege (nach Art. 137 RV.) sowie an Anstalten für die wissenschaftliche Förderung zu verwenden. Hierfür sind jährlich 10 Mill. Mark in den ordentlichen Haushalt einzustellen." Hierauf wurden die Verhandlungen auf Donnerstag vertagt, um der Opposition Gelegenheit zu geben, zu der neuen Lage Stellung zu nehmen. Der Reichslandbund zum Zollkompromitz. Berlin, 22. Juli. (TU.) Der Reichsland- bund nimmt zum Zoll-Kompromiß mit folgender Erklärung Stellung: Die von parteipolitischen Rücksichten diktierten Kompromihver Handlungen über oie Zollvorlage haben ein Ergebiris gezeitigt, das die deutsche Landwirtschaft nur mit ernster Sorge erfüllen kann. Entgegen der einmütigen Forderung der beut- scheu Landwirtschaft ist das Prinzip eines geschlossenen und ausreichenden Zoll- s ch u h e s aller landwirtschaftlichen Produkte dem Konzes ftons bedürf nis der Pcrrteipolitik geopfert worden. Besonders die Preisgabe der erforderlichen Sicherung des Getreidebaues läßt den Reichslandbimd fürchten, daß dadurch die überaus notwendige Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion gefährdet wird. Der Reichslandbund wird den Kampf um die Sicherung der landwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten auf allen Gebieten fortsehen, um die Mängel im Interesse der gesamten Volkswirtschaft zu beseitigen. Die Chinakonferenz. T o k i o , 22 Juli. (WTB.) Auf die amerikanische Note, die die Einberufung einer Konferenz zur Erörterung der Fragen der Exterritorialität und anderer Probleme in China vorschlägt, erteilt Japan eine zusagende Antwort. Amtlich wird gemeldet, daß Großbritannien und Japan über die in Nachdem am 19. Juli Recklinghausen geräumt worden ist, können sich nunmehr auch die Städte Bochum, Herne und Gelsenkirchen der langerwarteten Freiheit erfreuen. Um Mitternacht auf den 20 Juli wurden Bochum und Gelsenkirchen von der französischen Besatzung verlassen lind von den Kirchtürmen erschallte Glockengeläut und Posaunenchöre. Sämtliche Werke ließen ihre Sirenen ertönen und eine freudig bewegte Menge durchzog die Hauptstraßen und Marktplätze beider Städte, um unter Absingen des Deutschlandliedes ihrer Freude über den Abzug der französischen Soldateska Ausdruck zu geben. Leider ereigneten sich in Bochum und Herne durch das Hissen von schwarz- weiß-roten Fahnen bedauerliche Zwischenfälle, die zu erregten Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern nationaler Verbände und dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold führten. Durch das Dazwischentreten eines Ueberfallkommandos der Blauen Polizei konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Nach einer Melduna der „Times" haben die alliierten Regierungen auch die Räumung der Städte Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort in Aussicht genommen. Jedoch soll diese e r st erfolgen, wenn die Räumung der Ruhr vollendet sein wird. Es ist zu begrüßen, daß man aus der alliierten Regierungsseite wirklich mit der Räumung Ernst macht. Man möge hierbei aber nicht vergeßen, daß es nicht allein die Achtung vor den getroffenen Abmachungen, die teilweise nicht aktenmäßig in London festgelegt sind, ist, die heu*e besonders die französische Regierung zu einer loyalen Befolgung derselben zwingt, sondern daß der wachsende Druck Abd el Krims in Marokko auf der 300 Kilometer langen Front — ein Drittel der Front des Weltkrieges im Westen — so stark geworden ist, daß eben alle militärischen Reserven an die bedrohte Stelle geworfen werden müssen. Fortgang der Räumungsaktron. Das rechtsrheinische Embruchgebiet bis 1. August frei. Mülheim, 22. Iuli. (TU.) Dem Oberbürgermeister ist felgendes Schreiben des Kommandanten des Gebietes Essen, Generals D r a - quet, zugegangen: China zu befolgende Politik und die amerikanischen Vorschläge zu einem vollständigen Einvernehmen gelangten. Die nationale Einigung in Zugostavien. Regierungserklärung des Kabinets Pasitsch-Raditsch. Belgrad, 22. Iuli. (TU.) In der Skup- tschina wurde die Regierungserklärung deS Kabi- nets Pasitsch-Raditsch verlesen. Sie betonte, daß zwischen den beiden größten parlamentarischen Gruppen volle Uebereinstimmung über die Gmmdprobleme des Staates erzielt sei. Die Regierung werde die nationale Verteidigung festigen und kein Opfer scheuen, um die Schlagfertigkeit der Armee zu erhalten, solange die Militärmacht die einzige Garantie der Sicherheit nach außen bilde. Die Bestimmungen der Verfassung, die volle Gleichberechtigung aller Serben, Kroaten und Slowenen gewährleiste, würden durchgeführt werden. In der Außenpolitik soll das gute Einvernehmen mit allen befreundeten und verbündeten Staaten fortgesetzt werden. Der vor einigen Tagen aus der Haft entlassene Führer der kroatischen Bauernpartei, Stephan Raditsch, wurde vom König in dreistündiger Audienz empfangen. Gegenüber Pressevertretern äußerte sich Raditsch sehr befriedigt über diese Aussprache, in welcher die nationale Einigung und die sich daraus ergebenden weiteren Entwicklungen besprochen wurden. Raditsch erllärte: „Ich wußte, daß der König ein Held ist, aber ich wußte nicht, wie er über die Kroaten denkt. Die Unterredung offenbarte mir sein tiefes politisches Verständnis, das mich mit Bewunderung erfüllt." Kleine politische Nachrichten. Im Rechtsausschuß des Reichstages wurde ein vom Zentrum gestellter Antrag angenommen, nach dem ein Zweikampf unter Soldaten mit einer Freiheitsstrafe nicht unter sechs Monaten, eine Herausforderung und eine Annahme einer Herausforderung mit einer Freiheitsstrafe von zwei Monaten bis zu einem Iahre bestraft wird. Ein Vorgesetzter, der die Untergebenen zum Zweikampf zu bestimmen unternimmt, soll mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Iahre bestraft werden. Im württembergischen Landtag wurde bei der dritten Lesung des Etats von sozialdemokratischer Seite beantragt, den bereits in der zweiten Lesung angenommenen Antrag aus sofortige Einführung der Friedensmiete aufzuheben. Das Zentrum beantragte, die Frage der Einführung der Friedensmiete dem Finanzausschuß zu über- weisen. Dieser Antrag wurde angenommen, wodurch der in zweiter Lesung gefaßte Beschluß außer Kraft gesetzt wird. In Dortmund wurde der frühere preußische Ministerpräsident Paul Hirsch (Soz.) mit 67 gegen 36 Stimmen zum zweiten Bürgermeister der Stadt Dortmund gewählt. Für die Wahl stimmten die Sozialdemokraten, die Kommunisten, die Kriegsbeschädigten und die Demokraten. Der seit 1902 als Bischof der Augsburger Diözese wirkende 83jährige Bischof D r. Maximilian Lingg begeht das feitenc Fest des diamantenen Priesterjubiläums. Unter den zahlreichen (Gratulanten befindet sich der Papst, Kardinalerzbischof Dr. v. Faul- haber-München, der Erzbischof von Bamberg unb der bayrische Kultusminister. sahungsbehörden an nachstehenden Zeitpunkten aufhören: Am 20. Juli, 12 Uhr nachts, für die besetzten Gebiete der Provinz Westfalen, am 21. Iuli, 12 Ahr nachts, für den Rest der seit dem 11. Januar 1923 besetzten Gebiete. Hiernach wird derjenige Teil Mülheims, der seit dem 11. Ianuar 1923 besetzt ist, mit Wirkung vorn 1. August ds. Is. ab gleichfalls geräumt. Heber die Räumung des schon vor dem 11. Ianuar 1923 besetzten, zum Brückenkopf Duisburg-Ruhrort gehörigen Teiles des Stadt ist eine Mitteilung bisher mcht ergangen. Die Befreiung Essens. Essen 22. Juli. (TU.) Die Besatzungskommandantur in Essen hat dem Besatzungsamt mitge- teilt, daß sämtliche von den Besatzungsbehörden besetzten Quartiere bis zum 25. Juli den deutschen Behörden übergeben sein müßten. Zur Durchführung dieser Aufgabe sind vier Kommissionen mit je einem deutschen Mitglied eingesetzt worden, die heute über 50 Quartiere übergeben haben. Die Arbeit konnte bisher ohne Schwierigkeiten abgewickelt werden. granzösische Ausschreitungen. Scharfer Protest des Koblenzer Oberbürgermeisters. Koblenz, 23. Juli. (T.U.) In der geftriaen Stadtoerordnetensitzung erhob der Oberbürgermeister scharfen Prote st gegen dieAusschrei- tungen französischer Truppenange- höriger am französischen Nationalfeiertag. Es handelt sich darum, daß ein Polizeikommissar, der mit der Kontrolle des deutschen Absperrungskordons beauftragt war, von einem französischen Fahnenträger mit dem Fahnen- schast gegen die Brust gestoßen wurde, so daß er mehrere Tage dienstunfähig war. Der Fahnenträger hatte angenommen, der Kommissar würde die Fahne nicht grüßen (!). Weiter wurde ein Mädchen in den Rheinonlagen von Ma r o k k a - n e r n angefallen und durch neun Bajonettstiche lebensgefährlich verletzt. Ein anderes Mädchen wurde von französischen Soldaten tätlich be» I ä ft i g t. Auf den eindringlichen Einspruch des Oberbürgermeisters hat die Besatzungsbehörde die Vorfälle bedauert und strengste Bestrafung zugesichert. Die Kundgebung des Oberbürgermeisters betont, die Gerechtigkeit der Welt verlange von der Besatzung die Achtung vor dem Lande und der Ehre der Bevtölkerung. Sie wurde von der Versammlung mit lebhafter Zustimmung ausgenommen. Das Kriegsgericht von Amiens hat den Oberstleutnant Wächter in contumaciam zum Tobe verurteilt, weil er während des Krieges angeblich ohne kriegsgerichtliches Verfahren Bewohner des Aisne-Bezirkes habe erschießen lassen, da diese französische und englische Soldaten in ihren Häusern verborgen gehalten hätten. Nach einer Meldung des „Berk. Tagebl." hat der belgische Ministerrat die Anstellung eines deutschsprechenden Richters in Verniers beschlossen, um den Bedürfnisien der von Deutschland abgetrennten Gebiete entgegenzukommen. * Die bolschewistische Flotte bereitet seit einigen Tagen große Manöver im Schwarzen Meere vor. Diese werden sich in der Richtung auf Odessa aus dem jenseitigen Ufer des Dnjester abspielen. Das rumänische Ufer des Dnjester ist feit einigen Tagen nachts über stark von Scheinwerfern der Einheiten der Sowjetflotte beleuchtet. Die Hitzwelle. Wassermangel in Berlin. Die neue Wassernot in Steglitz und Friedenau, die in Anbetracht der großen Hitze erhebliche Beunruhigung h^rvorgerufen hat, ist auf einen Betriebsunfall im Wasserwerk Dee- lihhof zuriickzuführen. Der eigentliche Schaden formte in drei Stunden behoben werden, jedoch wird der Wassermangel in den betroffenen Stadtteilen auch heute noch andauern, da die Konsumenten aus Besorgnis, daß die Wassemot längere Zeit andauern würde, große Mengen von Wasser „gehamstert" haben. Dazu kommt, daß der Wasferkonfum infolge der großen Hitze in den letzten Tagen ganx anormal hoch ist und an die Leistungsfähigkeit der Wasferwerke die allergrößten Anforderungen stellt. So betrug der Wasserverbrauch in den von den städtischen Wasserwerken belieferten Stadtteilen mit drei Millionen Verbrauchern am Montag 510 000 Kubikmeter, d. h. 170 Liter auf den Kopf. Die Charlottenburger Wasserwerke hatten am gleichen Tage 219 000 Kubikmeter für eine Million Verbraucher zu liefern, fo daß dort über 200 Liter auf jeden Verbraucher kamen. An die Bevölkerung wird der Appell gerichtet, nicht mit dem Wasser Verschwendung zu treiben. Schwere Gewitter in Thüringen und im Ruhrtal. Die letzten Tage haben im Schwarzatal und Thüringen äußerst schwere Gewitter mit Wolkenbrüchen gebracht, die zum Teil großen Schaden anrichteten. Verschiedene Eisenbahndämme wurden durch Erdrutsch und Steinschlag so schwer beschädigt, daß der Zugverkehr unterbrochen werden mußte. Auch auf den Feldern und in den Gärten entstand großer Schaden. Die G e - treideernte ist teilweise völlig vernichtet. Bei Wilhelmstal wurden das Kind des Schneidermeisters Becker und in Prächting die Landwirtschaftsfrau Gehringer auf dem Feld durch Blitz getötet. Durch Blitzschläge gingen auch verschiedene Gehöfte in Flammen auf. Von schweren Anwettern würbe auch bas Ruhrtal heimgesucht. Auf ber Strecke Kettwig—Werben würben zahlreiche Telegraphenstangen niebergeriffen, wodurch im Eisenbahnverkehr starke Verspätungen eintraten. Zahlreiche Kornfelder find niedergeschlagen. In Paris und ganz Frankreich sind ebenfalls gestern abend und im Laufe der Rächt schwere Gewitter niebergegangen. Aus der Provinz toerbeit Wolkenbrüche gemeldet, durch Wettervoraussage. Noch meist heiter, warm, verstärkte Gewittern * neigung. Die ungewöhnlich starke Sonneneinstrahlung der letzten, besonders des gestrigen Tages (das lägest mittet am Beobachtungsort lag mit 26,0 Grad Celsius um 8,4 Grad Celsius über dem zwanzigjährigen! Monatsmittel), hat den hohen Druck über Deutschland etwas abgeschwächt. Nur im Ostseegebiet hat er sich gehalten. Nach Süddeutschland hat sich ein Tief- ausläufer des westlichen schwachen Fallgebietes vorgeschoben, auch liegt eine schwache Tiefbildung über Norddeutschland. Wenn sich hierdurch auch die Möglichkeit der Zufuhr kühlerer Luft und damit der Gewitterbildung wieder verstärkt hat, so bleiben wir weiterhin hauptsächlich unter der Einwirkung warmer östlicher Luft. Gestriger Thermometerstand: Höchsttemperatur 32,4 Grad Celsius, niedrigster Stand der vergange- nen Nacht: 17,4 Grad Celsius. Stand von heute vormittag 7,25 Uhr: 23,8 Grad Celsius. die die Ernte schwer geschädigt wurde. Der Tele- 1 Phon- und Tclegrammverkehr ist teilweise unterbrochen. In St. Leonhard wurden zwei Personen durch eine Windhose getötet. Vom Hrgschlag getroffen. In den letzten Tagen haben sich in Berlin m e h- rere Fälle von Hitzschlag ereignet. Gestern nachmittag brach ein öljähriger Kutscher, vom Hitz- schlag getroffen, auf der Straße zusammen. Er wurde in das Krankenhaus gebracht, wo er schon nach zwei Stunden verschied. Aus aller Welt. Die Thphusepidcmieen in Anklam und Solii'gcn. Berlin, 22.Iuli. (WB.) Zu den Thphus- erkrankungen in Anklam wird von maßgebender Seite mitgeteilt, daß die Epidemie auf die im Süden der Stadt gelegene Sarnmelmol- E e r e i zurückzuführen ist, aus der die meisten Kranken ihre Milch bezogen haben. Die Zahl der Erkrankungen beträgt bis jetzt 185. Vier der Erkrankten sind bereits gestorben. Es ist mit einer gewissen Vermehru ng der Sterbefälle noch zu rechnen, obwohl der Höhepunkt ber Epidemie als überschritten angesehen werden kann. Die Epidemie ist örtlich beschränkt. — In Solingen sind 61 Thphusfälle gemeldet, von denen vier tödlich verlaufen sind. Auch hier ist die Epidemie örtlich begrenzt. Erfolgreiche Kalibohrungen in Baden. Auf dem mit Unterstützung des badischen Staates zwischen bem Rhein und ber Bahnlinie Freiburg - Mülheim - Basel errichteten Kaliwerk Buggingen ist es nach dreijähriger Arbeit nunmehr gelungen, in einer Tiefe von 800 Meter . auf Kalisalze zu stoßen, deren Beschaffenheit ♦ außerordentlich gut fein soll. Im Iahre 1922 war mit den Arbeiten begonnen worden. Die Bohrungen waren sehr schwierig, da das Kali unter wasserreichen Kiesschichten liegt, so daß der Schacht von unten nach oben gebaut werden mußte, während die Kiesmassen unter seiner Grundfläche miltelS eines Greifbaggers weg- geholt werden mußten. Hierdurch senkte sich ber Schacht jeweils tiefer und wuchs so als ein großer Schornstein von unten nach oben. Außer dem Schacht I ist gegenwärtig noch ein Schacht II im Dau, ber schon weit vorgeschritten ist. Tfioorbtanb. Das große Wiechendorfer Moor (Pommern) brennt seit Freitag vergangener Woche. Am Dienstag griff das Feuer auch auf die benachbarten Wald- und Heidebezirke über. Die Ortschaften Wie- chendorf, Resse, Schlage und Schadehop sollen zum Teil stark gefährdet fein. Hundert Mann Reichswehr sind zur Hilfeleistung entsandt worden. Im Moor sind bisher Hunderte von Fuhren Torf verbrannt. Als Ursache vermutet man leichtfertiges Umgehen mit brennenden Zigarrenresten. Seilschwebebahn Garmisch—Kreuzeck. Dem Architekten Deininger - München i ist die Bau- und Betriebskonzession für eine Seilschwebebahn zum Kreuz eck bei Garmisch erteilt worden. Sie wird von der Aulealp ausgehen. Die Arbeiten sollen fo schnell gefördert werden, daß Weihnachten der Betrieb aufgenommen werden kann. In der Stunde sollen 140 Personen befördert werden können. Tod durch Tollwut. Einen tragischen Tod erlitt in Oppeln der 15jährige Sohn des Eisenbahnschaffners Sojer. Der Iunge war von einem Hunde gebissen und sollte in Breslau schutzgeimpft werden, was der Vater verweigerte. Als man zur Zwangsvorführung schritt, war es bereits zu spät. (Sitte tollwütige Katze. In einem französischen Städtchen ist eine fünfköpfige Familie von einer tollwütigen Katze gebissen worben. Die ganze Familie wurde zur Schutzimpfung in das Pariser Pasteurinstitut eingeliefert. „Neuzeitliches Wohnen." Der Deutsche Werkbund veranstaltet im Jahre 1926 in Stuttgart eine Ausstellung „Neu- zeitliches Wohnen". Im Jahre 1927 soll in B e r l i n eine große Ausstellung stattfinden, in der dem deutschen Kunstgewerbe und der deutschen Tech- n i k Gelegenheit gegeben werden soll, das zu zeigen, was sie infolge der Nichtbeteiligung Deutschlands an der Pariser Slusftellung in diesem Jahre nicht ausstellen konnten. 6ine Wr.gnergesellschaft. Die ordentliche Hauptversammlung des Allge- meinen Richard-Wagner-Vereins hat einstimmig beschlossen, den Aufsichtsrat der Deutschen Festspiel- ftiftung in Bayreuth zu ersuchen, die notwendigen Grundlagen zur Gründung der Wagnergesellschaft, *> die alle den Namen Richard Wagner tragenden Vereinigungen zusammenfassen soll, zu schaffen. Die Columbusmedaille für Amundsen. Wie ans R e u h o r k gemeldet wird, soll Amundsen die höchste amerikanische Auszeichnung für Forscher erhalten, die Columbusmedaille, die bisher u. a. Ransen und Sven Hedin verliehen wurde. Unter dem Verdacht des Gattenmordes verhaftet. Halle (Saale), 22. Iuli. (Wolff.) Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ist der Lagerhalter Lehnert unter dem Verdachte, seine Ehefrau erschossen zu haben, verhaftet worden. Rach der Darstellung Lehnerts soll seine Stau am 17. abends auf einem Spaziergang in der Umgebung der Stadt von drei jungen Durs'chenüberfallen und d'.rch einen Schuh tödlich getroffen worden sein. Es haben sich aber nun im Verlaufe der Untersuchung Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß die französische und die belgische Regierung die Räumung der seit dem Ianuar 1 923 auf dem rechten Rheinuser besetzten Gebiete beschlossen haben. Gemäß dem Befehl des Kommandierenden Generals der Armee wird die Kontrolle über die geräumten Gebiete durch die De» rr—rr--~ U6l«9t. ""N, n , ‘ k h &t#K ‘•e^* ■&-as ' wurden .Ä- e uetatet. J®*1 th- ’ qcfroffcn. & -LrL Veit J ”™ " •■«.. ? toi-? Hphui. bj iS n„ «Piötnii? aus M« 9«n« ©ammelmo * QU8 btt hi» mtif( n ^en. Sie Äh185' * tu nn f* ifl * tu"9 der Slerbrsäll- 6cr Höhepunkt btt „angesehen werbn vrtlch beschränk!. - -r-hPhuSsälle gtmtlbtt, » verlaufen sind. 2uü llch begrenzt. ruttgen in Bade», iühung beS babtscht? in und der Dahnlrnie errichteten Äarürxrf » dreijähriger Arbeit Tiefe von 800 Meter ■ deren Beschaffenheit >ll. Im Jahre W gönnen wvrdrn. Du >wveng, da daS Rai' Achten liegt, so daj i) oben gebaut werdet esmasfen unter seine es GreisbazaerS tocg* lierdurch senkte sich bä wuchs so als ein groß« ich oben. Außer dem noch ein Schacht II in geschritten ift. nd. orser Moor (^om- zergangener Woche. Ar uch auf die benochbartit er. Die Ortschaften Meld Schadebop follen zum sein, hundert Manr eistung entsandt worden ibcrtc von Fuhren Torf mutet man leichtfertige; Ügarrenresten. misch-KrenzeL eininger-Mnchcn ebskonzession für eme ned bei Samisch «* M der Aulealp aus- m so schnell gesvrdek. >ten der Betrieb ' kam. 3n der Stmck tbart werden können- Lvlwut. , ,d erlitt m OppeU SisenbahnsM »on einem »»»» ;n Dreslau f©0 ^ngsvorfüMgschntt, - S ftSU ■SSfiSÄ WSSc i*"; Ü*« z-»‘ b'M M» nW Ärfs chard schossen- ;her u. a & ^rdes verE E? Verdat Vgf t-l ^^Lehne^.,i-rgang teHÄ Ä verschiedene Verdachtsmomente gegen ihn ergeben, die der Klarstellung bedürfen und seine Festnahme notwendig machten . Lehnert halt seine zuerst gemachten Angaben aufrecht. Der 24. Kougreß des Deutschen LchachbundeS zu Breslau. 2n der gestrigen 3. Runde des Meisterturniers gewann Wagner gegen Bogoljubow, nachdem Schwarz in chancenreicher Stellung nicht den stärksten Zug fand Samisch bekam seine Partie gegen Riemzowitsch als verloren angerechnel, da er eine Stunde zu spät kam. Reti gewann, wie oorauszu- sehen war, gegen o. Goltschall durch Einschnürung desselben. Daß auch Rubinstein geoen Moritz ge- wann, darf man wohl als Selbstverständlichkeit nehmen. Die Partie Grunfeld gegen Pros. Becker wurde nach sechsstündigem Spiel remis gegeben. Biümisch steht wohl gegen Dr. Tarrasch etwas des- ler, doch wird der Gewinn schwerlich zu erzwingen sein. In der 3. Runde des Rundenturniers gewann Kuhn nach wechseloollem Stampfe gegen Müller, Halzhausen, der einen guten Anlauf zu nehmen 'cheint gegen Urbach, Kaltheuner gegen Fuchs trotz Bauernplus de» Letzteren und Orbach hervorragenden Kombinationspartie gegen Gilg. Auch Schönmann gewann durch sehr starkes Spiel gegen Schmitt. Die Partie Hussong gegen Bergmann wurde in einem ungleichen Läuferendspiel trotz des Erste- ren remis. Aus Stadt und Land. Diesten, den 23. Juli 1925. Iugendlurnen in Giefzen. Al» Auftakt zum 32. MUtelrheinischen Kret»turnfest wird am nächsten Sonntag, 2fl. Juli, nachmittags ein Iugendlurnen (ReichSjugenDwettkämpfc) auf dem Trieb statt- ftnden. Die fugendlichen Turner und Turnerinnen treten um 1 Ühr auf O s w a l d s g a r t e n an und marschieren von da aus im Festzug nut Musikbegleitung durch die Aeustadt, Marklstraste, Schulstraste. Reuen ‘Säue. Ludwigsplah und Kafferallee zum Festplah (Trieb). Der Abmarsch de» Zuges vom Oswaldsgarten erfolgt um V/g Alfrc, die Mitglieder der Giestener Turnerschaft werden sich der Schar der Jugendlichen im Fest- zuge anschliesten. Auf Dem Trieb bleibt der vordere Teil von der Germania bis zur Kirschenallee ohne jede Absperrung, so dast also jedermann diesen Platz betreten kann. Der Zutritt zu dem Zuschauerraum bei den Turnplätzen ist gegen Vorzeigung der Dauerkarte und Seif arte für das Kreis- turnfest gestattet, wer diese Karte nicht besitzt, zahlt am Portal der Turnplätze 30 Pfg. Eintritt Damit dieser Zugang zum reibungslosen Verkehr des Publikums offen bleibt, wird der Zug der jugendlichen Turner den Turnplatz aus der Richtung deS alten V. f. B.-Plahes betreten. Die Vorführungen der Jugendlichen bestehen aus Freiübungen der Knaben und Mädchen, Geräteturnen und Wettkämpfen, gegen 1 LIHr abendS ist die Siegerverkündigung. Die Freiübungen werden mit Musikbegleitung auSgeführt, später konzertiert die Kapelle auf dem vorderen Teil des Triebs. An dieser Stelle werden auch bereits zwei Erfrischungshallen im Betrieb sein. Die F e st P o st k a r t e des KreiSturnfestes mit eingedruckter Rheinlandmarke wird an diesem Tage auf dem Trieb ebenfalls schon zum Preise von 15 Pfg. einschl. Marke zum Verkauf kommen. Abends erfolgt gemeinsamer Rückmarsch mit Musik. Am Samstag vormittag findet in der Müllerschen Badeanstalt ein Iugendwettschwimmen statt. Im übrigen verweisen wir auf die heutigen Anzeigen. Annahme von Schecks an den Reichskassen. Durch eine Verfügung des Reichsfinanz- minifteriums vom 29. Februar 1924 war die uneingeschränkte Annahme von Schecks an den Reichskassen mit der Begründung abgelehnt worden, dast die Reichsfinanzverwaltung bei der Finanz- und Kassenlage des Reichs auf schnellste Zuführung der eingehenden Steuerbeträge Wert legen mühte. Aachdem die Wrrtstelluna der bei den Banken eingeritten Schecks am Tage de» Eingangs, tpätestens jedoch am nächsten Werklage, erfolgt, hat der Zentraloerband de» deutschen Bank- und BankierSgewerbes bei dem Reichsfinanzministerium den Antrag gestellt, im Interesse der wirtschaftlich austerordentlich wichtigen Wiederbelebung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs eine Aufhebung de» seinerzeitigen Verbots zu Deranlaffen. Daraufhin hat das Reichsfinanzministerium die Finanzämter angewiesen, zur Förderung deS bargeldlosen Zahlungsverkehrs bei der Entrichtung von Abgaben Schecks in Zahlung zu nehmen unter den folgenden Bedingungen: 1. die Schecks müssen am Orte Der Kasse zahlbar fein; 2. Die in Betracht kommenden (SelDanftalten müssen sich verpflichtet haben, für den Fall, dast einer etwaigen Bareinlösung Der Schecks Hindernisse entgegenstehen, den Betrag spätestens am Vormittag des her Vorlage deS Schecks folgenden Werktages Dem von Der Finanzlasse zu bezeichnenden Konto gutzuschreiben oder diesem zu überweisen, wenn Die Finanzkasse bei der bezogenen Geldanstalt kein Konto hat. Hierbei ist zu berücksichtigen, dast von Der Bareinlösung von Schecks nur bei vorliegendem Bargeldbedarf Gebrauch zu machen ist. Bestätigte Reichsbankschecks sind ohne jede Einschränkung zur Abgabenentrichtung anzunehmen. Bor..-. '»en. — TageSkalender für Donnerstag. Obcrbeffifcbe Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde: 8'_> Mfor Hörsaal des Satanischen Instituts Vorträge. — G. S. C. von 1900: 8> 3 Uhr bei Söller auherorderckliche Generalversammlung. — Lichtspielhaus. Bahn bof strafte: „Sie schönste Frau Der Welt". — Aitoria-Lichtspiele: „Gefährliche Abenteuer auf Dem Meeresgründe". "Verunreinigung d e r L a h n. Es ist in letzter Zeit häufig oorgekommen, daß Abfälle aus Gärten, wie Salat, Gemüsepflanzen usw., in die Lahn geworfen wurden, hauptsächlich aus den (Sötten von der oberen Lahn (ab Woog aufwärts). Ferner konnte man dieser Tage eine Anzahl Würste, die natürlich verdorben waren, stromabwärts treiben sehen. Diese Verunreinigung des Wassers ist aufs schärfste zu verurteilen, .zumal jetzt an diesen heißen Tagen das Wasser von Hunderten zum Baden ausgesucht wird. Wer Unrat zu beseitigen hat, muß sich einen anderen Platz als die Lahn aussuchen, so viel Rücksicht sollte jeder schon von selb t auf seine Mitmenschen nehmen! Wer Verunreinigungen des Flußlaufes beobachtet, sollte im Interesse der All- gemeinheit Anzeige erstatten. "Erledigte Schul st eilen. Erledigt sind eine Lehrerstelle für einen evang. Lehrer an der Volksschule in Daudringen, Kreis Gießen. Dienstwohnung ist dis zum Winter vorhanden; eine Lehrerstelle für einen kathol. Lehrer an der Volksschule in Armsheim, Kreis Oppenheim. Dienftwoh- nung ist vorhanden und frei. •• Personalien. Ernannt wurden Der Baupraktikant FerDinand Jung aus Klein» Linden zum Oberbausekretär bei Der hessischen BranöversicherungSkammer mit Wirkung vom 1. August; Der Lehrer Heinrich Heb der ich zu Grüningen (Kreis Gießen), zum Lehrer an Der Volksschule zu Leusel (Kreis Alsfeld); Der Schulamtsanwärter Heinrich Holzapfel aus Stein- heim (Kreis Gießen), zum Lehrer an Der Volksschule zu RudlNgshain (Kreis Schotten); der Lehrer Ludwig Stoll zu Lehrbach, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der Volksschule zu Altenburg, Kreis Alsfeld. •• Eine Waren-Lotterie zu Gunsten Der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinter- bliebenen wird in unserem heutigen Anzeigenteil angekündigt. Man beachte Die Anzeige. ch. KreisverbanD Oberhessen Des evangelischen Verbandes der weiblichen Jugend in Hessen. Am Sonntag sand unter der Leitung des Kreisverbandsvor- sitzenden Pfarrer B e h r i ch - Münzenberg in Bad-Salzhausen, das' mit seiner idyllischen waldversteckten Lage für solche Veranstaltung der rechte Ort ist. ein I ugendtr ef sen der evangelischen 2 u n g m ä D ch e n ve r e in e OberyessenS statt. Es waren 10 Vereine mit etwa insgesamt 160 Mitgliedern vertreten. Die Kurverwaltung hatte für die Tagung in dankenswerter Wrile eine herrllche, schattig» Wald- wiese zur Verfügung geftdlt Rach einem Gottesdienst, bei Dem Pfarrer Beyrich auf Grund von Jak. 1, 25 Die Predigt hielt, berichtete die Serbandssekretärin. Frl. Ecker, über die große Tagung des deutschen VerbandeS. Die in Der Pfingstwoche in Bremen stattfand, und sprach Darüber, wie das. waS Bremen gebracht hat. für Die Vereine fruchtbar gemacht werden könne. Es handelte sich besonders um die in Bremen erörterten Themata: „Reue Menschen und die harte Wirklichkeit des LebenS" unb .Junge Christen und ihr Dienst". Rach der Mittagspause wurde das am Morgen Gehörte in Gruppen- briprcchungen weiter vertieft und herausgearbeitet. in welcher Weise man das alles nun in Die Tal umsehen könne. Mit Singen. Obringen und Nein en Aufführungen verging die übrige Zeit gar rasch bis zum Abmarsch oder zum Abgang des Zuges. Der Tag von Salzhausen hat erwiesen. Daß es mit Der cvangelisrchen MäDcken- vereinssache auch in Oberchesfen vorwärts gehl, daß in der evangelischen Jugend ein neuer Wille erwacht, daß man um eine wirklich reine Freude und ein echtes Iugendglück ringen will. Unb wo ein Wille, da ist auch ein Weg! " Vortrag in der Gießener Theo- logenschaft. Man berichtet uns: Am Dienstagabend hielt Lic. Dr. Hartmann- Solingen auf Einladung der Theologenschaft einen Voriraa über „Die Bedeutung des französischen Protestantismus für die innere Erneuerung Frankreichs". Der Vortragende berichtete über die Eindrücke, die er bei dreiwöchigem Aufenthalt in der Gegend von Lille, in Paris und im Elsaß erhalten hat, namentlich auf der Liller Konferenz der Vereinigung „Evangelisch-christliche deutsch-französischc Einheit". Unter den Evangelischen Frankreichs haben sich hin und her Kreise der „Stillen im Lande" gebildet, denen das Christen- tum mehr bedeutet als der Staat. Diese kleinen Kreise, denen z. B. die meisten evangelischen Pfar- rer Frankreichs angeboren, wirken nach drei Richtungen: Wissenschaftlich stehen sie in enger Verbindung mit der Theologie des gesamten Protestantismus, namentlich des deutschen, und befruchten damit auch die katholische Theologie, z. B. in Paris. Volksmission treiben sie mit Erfolg unter den Arbeitern und längs der belgischen Grenze; endlich versuchen sie den völkischen Gegensatz gegenüber Deutschland zu überbrücken, durch Erörterung der Kriegsschuld- frage, durch den Willen, sich näherzukommen und sich zu verstehen. Die Wirkung dieser kleinen Kreise auf das Dolksganze ist jedoch äußerst gering; die erdrückende Mehrheit der Franzosen hat gar kein Interesse für die Lage der Deutschen, noch viel weniger etwa den Willen, am deutschen Leide mitzu- tragen. — Selbst für den geübten Beobachter dürfte es ein Wagnis fein, nach nur dreiwöchigem Aufenthalt unter französischen Pietisten über die Erneuerung Frankreichs zu sprechen. So müssen wohl entschieden Abstriche gemacht werden. Es ist ein verhängnisvoller Irrtum des Vortroaenden, wenn er meint, Frankreich kenne den Begriff des Erbfeindes nicht, oder fei etwa augenblicklich saturiert Hinsicht- lich Revanche. Die Liebenswürdigkeit wie die Frömmigkeit eines Kreises erlesener Persönlichkeiten dürsen nicht über den wahren französischen Charak- ter Hinwegtäuschen, der da besteht in Grausamkeit, Wollust, Eitelkeit und Untreue, verborgen unter dem glänzenden Firnis höchster Zivilisation. Einst war der Calvinismus im Begriff, durch feinen Ernst und feine Strenge eine, eingehende innere Erneuerung Frankreichs zu bringen. Mit feiner Austreibung hat Frankreich feine besten Söhne ausgetrleben. Wird die weltgeschichtliche Stunde seiner Erneuerung je wiederkehren? Lic. theol. T e i ch m a n n. ' Auftrieb auf Dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 39 Ochsen. 4 Bullen, 1 Kuh, 975 Kälber, 96 Schafe, 1451 Schweine. Kirche und Schule. )( Büdingen, 21. Juli. Gestern fand im hiesigen Gemeindesaal eine Pfarrkonferenzun- feres Dekanates statt, an der auch der Su- penntenDent von Oberhessen, Oberkirchenral D a ntr test nahm. Die Konferenz galt in erster Lim» der Dordereittmg de» großen, au» ganz Deutschland, ja der ganzen Welt beschickienG u sl a v - A d o l f« Fe st es in Gießen, das dort vom 20.—22. •September statt findet. Al» Mitglied de» chesstschen Hauptoereins war Pfarrer W a g n e r - Bensheim zur Konferenz erschienen unb gab als Einleitung erschütternde Bilder deutsch-evangelischer Rot unter den Brudcrn in der Zerstreuung in Rußland, Polen, Rumänien und anderen Ländern. Ein großer Fest- zug in Gießen mit anschließenden großen Volksversammlungen, in denen Vertreter der evgl. Diaspora au» der ganzen Welt zu den Evangelifchen Oder- Hessens sprechen werden, soll dendeulsch-evangelischen Brüdern draußen in der Welt zeigen, daß auch die evanaelischen Gemeinden Obcrhesiens an dieser Rot den stärksten Anteil nehmen. Bei genügender Be- teiltgung der Gemeinden, für die sich einzusetzen die Defanatspfarrer herzlich gebeten wurden, sollen von Gedem, Gelnhaufen, Scholten usw aus am Sonntag, 20. September, Extrazüge gefahren werden, die die Massen ’um Feftzug nach Gießen bringen, außerdem sollen in allen Gemeinden am Vormittag Festgottesdienste stattfinden, in denen Dia- fporapfarrcr predigen werden Als äußeres Zeichen der Liebe und des Dankes soll in Gießen seitens der evangelischen Gemeinden Hessens eine große Liebesgabe überreicht werden, xu welcher die Mittel aus einer b. willigten Haus« sammlung zusammenfließen sollen. Man hofft, gerade aus dieser 2. Haussammlung. die in diesem Jahre ausnahmsweise erhoben werden wird, aus unseren Gemeinden außerordenlliche Gaden zu erhalten. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 18. Juli. Eine Verkäuferin hatte gegen einen hiesigen Geschäftsinhaber, bei dem sie bedienstet gewesen war, Klage auf Zahlung und auf Feststellung, daß sie zur friftloicn Lösung des Der- tragsverhälmisses berechtigt sei, bei dem Kaufmannsgericht erheben lassen. Zur Begründung der Klage hatte sie anführen lassen, daß der Geschäftsinhaber sie wörtlich und tätlich beleidigt, sie wiederholt unsittlich bclüftigt und sich an ihr mit Gewalt vergangen habe. Der Beklagte hatte Demgegenüber in einem Schriftsatz erklärt, daß die Angaben der Klägerin auf Unwahrheit beruhten und lediglich von ihrem Prozeßbevollmächtigten in Szene gesetzt werden seien. Daraufhin erhob letzterer gegen den Geschäftsinhaber Privatklagc wegen Beleidigung. In der Lsauptverhandlung bekundete die Verkäuferin unter ihrem Eid, daß der Angeklagte sie beschimpft und ms Gesicht geschlagen unb daß er sie auch gegen ihren Willen geschlechtlich gebraurfjt habe. Sie habe diese Vorfälle ihrem Vater erzählt. Der sie seinerseits dem Privatkläger mitgeteilt habe. Das Gericht gewann hieraus die Ueberzeugung, daß die Behauptungen des Angeklagten, die Angaben der Verkäuferin seien unwahr und lediglich von dem Prozeßbevollmächtigten in Szene gefetzt, der Wahr- heil nicht entsprechen und wider besseres Wissen aufgestellt seien. Der Angeklagte wurde deshalb wegen Verleumdung zu einer Geldstrafe von 25 Mk. verurteilt. Mbfrfitift! Zollamtliche Bekanntmachung. Rach der am 1. August 1925 in Kraft tretenden Verordnung vom 29. Juni 1925 über Aenderungen Der Ausführungsbestimmungen zum Dranntwein- monopolgefetz haben Die am 1. August 1925 vorhandenen Betriebe, Unternehmen oder Personen, die Branntwein Herstellen, auftaufen, lagern, vertreiben. bearb.itcn ober toelteroerarbeiten, spätestens am 8. August 1925 Der zustänDigen Zollstelle eine besonders vorgeschrlebene Anmeldung In doppelter Ausfertigung zu übergeben und die vorhandenen Bestände an Branntwein nach dem Stande vom 8. August 1925 in ein SranntweindertriebSbuch als Zugang einzutragen (Reichsministerialblatt 1925 S. 358 ff). ES empsiehlt sich, die Anmeldungen tunlichst schon vor dem 8. August 1925 abzugeben. Händler mit fertiggestelltem Trinkbramitwein sind nicht anmeldepstichtig. Rähere Auskunft erteilen die Zolldienststellen. Gießen, Den 21. Juli 1925. Hauptzollamt. 71O2D Bei hartem Wasser isl Henka, Henkel's Wasch- und Bleich-Soda unentbehrlich. Henko macht das Wasser weich wie Regenwasser, verhindert die Entstehung von Kalkflecken und spart viel Seile. WWWWWW Henko Möbelfabrik Th. Brück Inhaber: Th. Wunen Brandptan C^11 pRpD HalieUeUt der Wtnüber dem Alte* Schielt V_> LVJJ V! 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Die durch die Hypothek gesicherte p e r f ö n l, ch c Forderung wird grundsätzlich ebenso aufgewer let. wie das dingliche Rech«: wird die Aufwertung der persönlichen Forderung unter den Normalsatz herabgesetzt, weil dies zur Anwendung einer groben Unbilligkeit unabweisbar ist, dann mindert sich auch die Auswertung des dinglichen Rechtes entsprechend, und es steht dem Gläubiger nun nicht mehr, was nach der 3. Steuernotverordnung streitig war, bc- züglich des dinglichen Rechts ein Anspruch aus Auswertung in voller Höhe zu. In besonderen Fällen kann die persönliche Forderung aber über den Normalsatz von 25 d. H. ausgewertet werden. Besonders wichtig ist dies bei den Restkaufsgeldsorde- rungen, die nach dem 31. Dezember 1908 begründet worden sind. Diese höhere Aufwertung der persönlichen Forderung muß bis zum 31. März 1926 beantragt fein. Soweit der Gläubiger bei der Annahme der Leistung einen Vorbehalt gemacht hat, steht die Annahme der nachträglichen Aufwertung nicht entgegen. Neu ist, Daß eine solche nachträgliche Auf. Wertung aber auch dann erfolgt, wenn der Gläubiger nach dem 14. Juni 1922 seine Forderung ohne Vorbehalt zurückgenommen hat. Auch die, die sich nach diesem Zeitpunkt über die Auswertung durch einen Vergleich verständigt haben, sind an diesen nicht gebunden, eine Bestimmung, die böse in den Grundsatz der Vertragstreue eingreift. Auch wer nach dem 14. Juni 1922 seine Hypothek abgetreten hat, kann die D i f f e r e n z zwischen dem Aus. wertungsbetrage und der Summe, die er seinerzeit für die Abtretung erhalten hol, noch nachträglich beanspruchen: eine Ausnahme gilt nur dann, wenn die Rückwirkung für den Eigentümer des belasteten Grundstücks oder für den persönlichen Schuldner mit Rücksicht auf feine wirtschaftliche Lage, insbesondere auch auf erhebliche, auf den Währungsverfall zurückzuführende Verluste als eine unbillige Härte erscheint. Die zwangsweise Stundung der ausaewerteten Verpflichtungen bis 1. Januar 1932 ist beibehalten, doch kann nunmehr die Aufwertungsstelle die Stundung bis zum 1. Jan. 1938 verlängern, unter Umständen allerdings auch schon gewisse beschränkte vorzeitige Zah. langen bewilligen. Der Z i n s s a tz der aufgewer» tcten Forderung beträgt für dos erste Halbjahr 1925 i Proz. Dieser an sich zunächst etwas merkwürdig anmutende Zinssatz findet darin seine Erklärung, datz 2 Proz. von 15 denselben Betrag ergeben wie j Proz. von 25. Alle die Hypothekenschuldner, die für das erste Halbjahr 1925 aus Grund der dritten Steuernotverordnung bereits 2 Proz. an ihre Gläubiger gezahlt haben, sind damit au chihren sich aus dem neuen Gesetz ergebenden Verpflichtungen nach- gekommen, es sei denn, daß es sich um Jnflations- Hypotheken handelt, bei denen infolge der Berechnung des Geldwertes nach Meßzahlen anstatt nach dem Dollarkurs sich ein anderer Aufwertungsbetrag ergibt Dom 1. Juli 1925 ab beträgt der Zinssatz 2i v. H., für die Jahre 1926 und 1927 sodann 3 v. H. und von 1928 ab 5 v. H. Dieser Satz ist auch dann zu zahlen, wenn ursprünglich niedrigere Zins- Vereinbarungen getroffen waren. Industrielle Schuldverschreibungen werden mit 15 o. H. aufgewertet, doch steht den alten Besitzern, d. h. denen, die die Schuld vor dem 1. Juli 1920 erworben haben, ein Genuß- recht zu, das einen Wert von weiteren 10 Proz. hat. Eine Rückwirkung auf vorher eingelöste Schuld- Verschreibungen sieht das neue Gesetz nicht vor; es kommt den Interessen der Gläubiger aber insoweit entgegen, als es die Schuldverschreibungen noch nicht als elngelöft betrachtet, die noch bei den Banken liegen geblieben sind. Es wird sich demzufolge emp- fehlen, daß die Besitzer gekündigter und eingelofter Schuldverschreibungen sich vergewissern, ob ihre Stücke auch an die Gesellschaft zurückgelaugt sind. Allzu viele Hoffnungen sollen sich jedoch die Gläubiger nicht machen, da die Steuereingange aus der weifen neben einer Erhöhung der Festigkeit gegenüber derjenigen der Einzelbestandteile keinen Verlust an der so wichtigen Geschmeidigkeit auf, und zeichnen sich überdies durch große chemische Widerstandsfestigleit aus, wie z.B. ein neuerer von Krupp für chemische Zwecke herausgebrachter Stahl. Die Tatsache, daß auch nach der Erstarrung einer Legierung bei weiterer Abkühlung innere Umwandlungen stattsinden können, wurde schließlich noch eingehender am Beispiele des Stahles besprochen. Der Vortrag des Herrn Direktor Pohl von der Osramgesellschaft, der in liebenswürdiger Weise für den leider erkrankten Professor Dr. Gehlhosf einsprang, behandelte Probleme der modernen eiet- krischen Beleuchtung. Er zeigte vor allem das Wer- den der modernen Lichtquelle, der elektrischen Glühlampe. An der Hand zahlreicher Lichtbilder erläuterte der Vortragende die Herstellung, die Wahl und Bearbeitung der verschiedenen Metallfäden, wobei die metallographischen Eigenschaften dieser Fäden ausführlich besprochen wurden, die Verbindung beider wesentlicher Glühlampenteile beim Ein- schmelzen, die Entlüftunasverfahren, die Prüf- Methoden für die gewünschte Kerzenzahl und Netzspannung der Lampen. Dann führte er die Grundsätze aus, nach denen die Wahl der Beleuchtungsart und der Beleuchtungsstärke foroie der Ltchtsarbe eines Raumes zu erfolgen hat. Dabei ergaben sich bc- sondes interessante Einblicke in die ständige Verbesserung der Produktionsmethoden, die nicht nur eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Glüh- lampenfabriken bezwecken, sondern auch eine immer größer werdende Präzision und damit eine Verlängerung der Lebensdauer der erzeugten Lampen. Bachmittags sprach bann zunächst Herr Dr. Lihvhkh, Wehlar, über den Aufbau und dieTechnikeinesKinoapparates. Der Vortragende erinnerte kurz an die Bedingungen des Zustandekommens „lebender Bilder" und besprach Möglichkeiten, das Kinobild.durch planmäßige Aenderung des scheinbaren zeitlichen Ab- laufes — viel zu langsame oder viel zu schnelle, gegebenenfalls auch umgekehrte Vorführung — in der Wissenschaft als Forschungs- und Lehrmittel zu verwenden, wie dies etwa zum Studium von Explosionserscheinungen, der Bewegung und Wirkung von Geschossen einerseits, des Wachstums von Pflanzen z.B. andererseits schon vielfach geschehen ist. Daran schloß sich die kurze kritische Schilderung des Aufbaues des gebräuchlichen Aufnahmegerätes und Projektors mit ruckweise geschaltetem Film. Eben diele Schaltung mit ihrer großen Beanspruchung des Triebwerkes und Films bedingt zwischen je zwei aufeinanderfolgenden Phalenbildem eine Dunkelpause, die nicht beliebig abgekürzt werden farm und An- gar nicht ober wenig auffällig bemertbar sind, verraten fich rm polarisierten aufs deutlichste. Aber auch fast jedes Teilgebiet der Biologie kann bei geeigneter Formung der Fragestellung aus dem Gebrauch des Polarisationsmikroskops Butzen Rieben: die Systematik, die vergleichende Morphologie, die Histologie, die Physiologie. Ein Beuland liegt vor uns, dessen Grenzen sich noch nicht überblicken lassen. Die Sitzung am Sonntag, dem 12. 3uli leitete Professor Dr. ® u e r 11 e r von der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg mit einem Dort rage über die neueren optischen Untersuchungsmethoden der Metalle, besonders des Eisens, ein. Ausgehend von der hervorragenden Bedeutung der Metalle für alle Gebiete unseres Lebens wies; ber Vortragende die Wichtigkeit der wissenschaftlichen Erforschung von Metallstrukturen im Zu- fammenhange mit ihren technisch wertvollen Eigenschaften nach. An Hand zahlreicher, zu anschaulicher Erläuterung vorgeführter Lichtbilder folgte die Besprechung der wichtigsten Typen von Metallstrukturen. Das feinkristalline Genüge aller Metalle bleibt bei Betrachtung ihrer rohen Oberfläche zwar oft verborgen oder ist nur hier und da für den ungeübten Beobachter leicht erkennbar: ganz andere Bilder erhält man indessen, wenn man polierte Oberflächen betrachtet. Hier heben sich die Einzelkristalle durch hellere oder dunklere Farbe von einander ab, da sie je nach der kristallographischen Orientierung, in der sie angeschliffen find, das Licht in verschiedenem Maße reflektieren. Doch schärfer kann man d.iese Einzelindividuen hervortreten lassen, wenn man Aehungen anwendet. Handelt es sich nicht um reine Metalle, sondern um Legierungen, so können die verschiedenartigsten Bilder auftreten. So findet man zum Beispiele in Legierungen von Kupfer und Wismut, Silber und Blei oder Aluminium und Silicium Kristalle des einen Metalles in die des anderen als sogenannte Dendriten, Kristalle mit baumähnlicher Verzweigung, eingebettet, während in komplizierteren Fällen — etwa bei der Erstarrung einer Schmelze von Blei und Zinn — sich zunächst nur das eine Metall in größeren Kristallen ausscheidet, um erst vor der völligen Erstarrung von einem feinkristallinen Gemenge beider Kristallarten, dem Eutektilum, umschlossen zu werden. Schließlich können Metallgemenge auch unter Abscheidung von Mischkristallen erstarren, die keine verschiedenen Bestandteile mehr erkennen lassen, sondern den Eindruck emes einheitlichen, reinen Metalles Hervorrufen, wie z.B. Kupfer und Bickel. Dieser Erstarrungstypus ist weit verbreitet: die hierher gehörenden Legierungen Das neue Aufwertungsgefetz. Von Rechtsanwalt Dr. v. Karger. 'Bei der Bedeutung der Aufwertungs- frage und dem großen Jntereffe der Allge- meinheit an der nun Gesetz gewordenen Lösung geben wir im Folgenden nochmals eine knappe, zusammenfassende Darstellung aus berufener Feder. D. Red. Unter schweren Kämpfen ist das neue Aufwcr- tungsgesetz vom Reichstage verabschiedet worden, nachdem auch der Versuch der Minderheit, seine Ver Mmbuiig auf mehrere Monate hinauszufchieben, an dem Beschluß der Mehrheit, das Gesetz al= Dringlich zu erklären, gescheitert ist. Der Reichspräsident, bei dem die endgültige Entscheidung lag, hat das Ge- setz vollzogen, eine Maßnahme, die ihm angesichts der mancherlei Härten, die cs birgt, und ber ftarlen Anfeindungen, denen es ausgesetzt ist, sicherlich nicht leicht gefallen ist, die aber notwendig war, weil endlich einmal in der Frage der Auswertung eine Klärung erfolgen mußte, und es nicht anging, daß Gläubiger und Schuldner auch weiter noch auf un bestimmte Zeit hinaus darüber im Unklaren bhc den, was sie zu sordern bzw. zu leisten haben. Man muß jetzt den dringenden Wunsch haben, daß der Kampf um die Aufwertung mit dem Erlaß des Aus- wertungsgefetzes endgültig erledigt ist, da ein Rechtszustand, der die Verpflichtungen des Schuldners immer wieder ändert und auf eine neue Basis stellt, auf die Dauer unhaltbar ist. Die Fassung, in der das Gesetz endgültig verabschiedet ist, weicht in einer ganzen Reihe von Punkten nicht unerheblich von den Vorschlägen ab. die der dem Reichstag vorgelegte Regierungsent- rourf enthielt. Die bedeutungsvollste Aenderung ist die einheitliche Festlegung des Auf- wertungssatzes für Hypotheken auf 25 d. H. an Stelle der von der Regierung vorgefchlage- nen Normal- und Zufatzaufwertung. Der Goldwert der Forderungen errechnet sich — zweifellos ein erheblicher Fortschritt gegenüber dem gegenwärtigen Rechtszustande — nach besonderen Meßzahlen, die dem Gesetz als Anlage beigegeben sind und die den Fehler ausschalten sollen, der durch die starken Schwankungen des Dollarkurses und durch besten Vorauseilen gegenüber bem Sinken ber Kaufkraft ber Mark bebingt ist. Bestehen geblieben ist bie Bestimmung, baß sowohl der (Eigentümer Deo belasteten Grundstücks als auch der persönliche Schuldner, der durch die Hypo- thet gesicherten Forderung eine Herabsetzung verlangen kann, wenn diese mit Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage zur Anwendung einer groben Unbilligkeit unabweisbar erscheint. Der Rang der aufgewerteten Hypothek ändert sich durch die Auswertung an fich nicht, sofern sich nicht aus den Vorschriften über den Erwerb von Rechten im guten Glauben etwas anderes ergibt, doch gehen bie aufgemerkten Hypotheken ben zwischen dem 14. Februar unb 1. Oktober 1924 von einem anbe- ren erworbenen Rechten insoweit nach, als fich gegenüber ben Bestimmungen ber 3. Steuernotoer- orbnung eine höhere Auswertung ergibt. Durch biese Bestimmung werben biejenlgen geschützt, bie im guten Glauben an bie 15prozentige Aufwertung ber bereits eingetragenen Hypotheken weitere Rechte an dem Grunbstück erworben haben. Slenberungen des Aufwertungssatzes, bie lediglich durch die Anwen- düng von Meßzahlen anstatt des Dollarkurses be- hingt sind, haben jedoch keine teilweise Verschiebung Des Ranges zur Folge. ri k ,. Dem Eigentümer ist das Recht zugestanden, hinter bem an erster Stelle eingetragenen aufgewerteten Recht eine Hypothek ober Grunbfchulb in gleicher Höhe wie bieses für sich eintragen zu lassen. Diese Bestimmung verhütet, baß nachstehende Hypotheken- gläubiger infolge der Aufwertung mit ihrem Rech in eine Wertparzelle des Grundstückes einrucken, auf die sie an sich keinen Anspruch haben. Soweit das Grundstück jedoch auf Goldmork ober auf ähnlicher roertbeftänbiger Basis belastet ist, treten diese Rechte Giehener hochfchulgefellfchast. GS war ein glücklicher Gedanke, die tDiUen- schaftlichen Vorträge der diesjährigen Fest- tagung der Gießener Hochschulgesellschaft zu eröffnen mit einem Vortrag des Herrn Professor Scheumann über optische Bilder vom Bau und inneren Zustande der mineralischen Körper. Es läßt sich kaum em anderes Gebiet der Baturwissenschaften benten, auf dem die hervorragende Bedeutung optischer Llntersuchungsmethoden für Forschung und Lehre so klar hätte herausgearbeitet werden können. Der Vortragende gab an der Hand überaus zahlreicher wohlerprobter Versuche in der kurzen ihm verfügbaren Zett einen Einblick in die Arbeitsweise und Erfolge der modernen Kristallographie. Der Zuhö^r sah. wie alle Lichtarten, vom kurzwelligsten Bontgenlichte bi« zu den längsten roten Wellen sichtbaren Lichtes, in der modernen Uniersuchungstechnik genutzt werden um den Aufbau der in den KristaUen geordneten Materie zu ergründen wie natürliches Licht einerseits und wie in semer Schwm- gungsebene künstlich geordnetes Licht polarisiertes Licht — von den KristaUen reflektiert, gebrochen, gebeugt wird. . v , Gerade dieser Vortrag zeigte, wie dringend notwendig die Ausstattung eines modernen Forschungsinstitutes mit allen Hilfsmitteln der Optik und Böntgentechnik sei. Unmittelbar daran schloß sich em Vortrag von Herrn Prof. W. 3. S^chmidt aus Bonn: Die Bedeutung des polarisierten Lichte« für die mikroskopische Untersuchung von Lebewesen. Die allgemeinste Bedeutung des polarisierten Lichtes für die Erforschung der Organismen liegt in der Erku ndung ihres submikro- skopischen Feinbaues, wofür dieses Verfahren gegenüber DunkÄseldbeleuchtung und Böntgenspektroskopie Vorteile bietet. Insbesondere erlaubt die von H. Ambronn ^gearbeitete Jmbibitionsmethode mit Flüssigkeiten von verschiedenem Drechungsinder gesicherte Schlüsse auf Form. Lagerung und atomen Ausbau (Kristallinität) der Submikronen in organischen Strukturen. Versuche an Chitin-, Seide- und Zellulosefasem. ferner an Muskelfasern und am Zahnschmelz haben die Anwesenheit anisodiametrischer. regelmäßig geordneter, kristalliner Submikronen ergeben: diese Erfahrungen stimmen den allgemeinen Feststellungen der Böntgenspektroskopie an ähnlichen Objekten zu und sind im Einklang mit Bägelis Mieellartheorie. Chemische und physikalische Aen- benmgen der Struktur, die ttn gewohiilichen Licht GelDenlwertungsausaleichsfteuer beweisen, Daß Die Die weitaus größte Zahl Der von Den Banken ihren Kunden gutaeschrtebenen gdunbigten Obligationen auch an die GcicUschasten zurückgclangt ist, unD Daß cs sich in Der Regel nur um Spitzcnbeträge hanDeln kann. Die bei Den Banken liegen blieben unD nunmehr an ihre früheren Besitzer zuruckzugeben sind. Ein Pfandbrief gilt bezüglich der ben Kunden bereits gutgeschriebencn. aber noch bei den Banken verbliebenen Stücke das gleiche wie bei Den industriellen Schuldverschreibungen. Im übrigen wer- den diese in der Weise aufgewertct, daß aus der auf- gewerteten Deckung eine Teilunas mässe ge- bildet wird, die anteilig unter Die PfanDbriefgläu- biger zur Verteilung kommt. ' Dasselbe System der Bildung einer Teilungs- masie findet sich bei den S p a r k a s s e n g u t- haben und den Lebensoersicherungsge- s e 11 s ch a f t c n , doch muh bei den ersteren der aufgewertete Betrag mindestens 12 v. H. des Goldwertes erreichen. Die Aufwertung sonstiger Dermögensanlagen ist auf 25 v H. begrenzt. In welcher Höhe sie innerhalb dieser Grenze aufzuwerten sind, richtet sich nach den allgemeinen Bestimmungen. Zu beachten ist, daß Guthaben bei Fabrik - und Werkspar- fassen nicht als Bermögeneanlage gelten und Deshalb unter UmftänDen auch ü b e r 25 o. H. aufwert, bar sind. Endgültig llargestellt ist durch das neue Gesetz, daß Bankguthaben nicht auf geroertet werden. Diese Bestimmung rechtfertigt sich, weil die Banken nicht in der Lage waren, die bei ihnen unterhaltenen Guthaben wertbeständig anzulegcn, und es deshalb jetzt nicht möglich ist, sie einseitig mit einer Aufwertung zu belasten. Vergleiche über die Aufwertung sowie ge- nchtliche Entscheidungen bleiben grundsätzlich u n • berührt, doch gilt Dies nicht für Vergleiche, wenn diese in Der Zeit vom 15. Juni 1922 bis 1. Oktober 1924 geschlossen worden sind. Ist ein Gläubiger Kaufmann und hat er den Vergleich im Betriebe seines Handelsgewerbes abgeschlossen, bann ist er an ihm unter allen Umständen gebunden. Diese 'Bell immun g wird sich insbesondere gegen die Pfand- briefanftalten und Lebensverficherungsgesellschaften auswirken, bie vielfach in Der Inflationszeit mit einem mehr ober minber geringen Aufgelb ihre Hypotheken zurückgenommen haben. Betrachtet man bas Aufwertungsgefetz als ganzes, so wirb man zugeben müssen, bah es gegenüber der 3. Steuernotverorbnung sachlich unb gesetzestechnisch einen ganz erheblichen Fortschritt bedeutet. Ob Die neuen Sätze für Die Wirtschaft tragbar finD, unb ob cs möglich sein wirb, im Jahre 1932 alle bie Dann fälligen Forderungen zur Rück- zahlung zu bringen, ist eine offene Frage, bie heute wohl liicmanb beantworten kann. Zu wünschen ist, daß bas Aufwertungsgesetz sowohl nach ber einen wie nach ber anberen Richtung eine endgültige Lösung bringt, unb daß es nicht notwendig sein wird, diese Frage, die bereits genug Unheil im politischen Kampfe angerichtet hat, erneut aufzurollen. Das polnifcheAgrarresormgefetz. Die Annahme des polnischen Agrarreformgesetzes in der Sejmsitzung vom 20. Juli muß in ber polnischen Innenpolitik als Meilenstein betrachtet werden, ber bie Einseitigkeit ber Nachkriegsagrarreformen aufs neue bestätigt unb bie Richtung für bie Zukunft weist. Uns Deutsche interessiert an diesem Gesetz vornehmlich die p o l it i s ch e Seite, bie sich ausgesprochen gegen Die Minberheiten in Polen richtet. Am schwersten sind naturgemäß die Deutschen betroffen, Denn es gehört bekanntlich zur Weltanschauung des polnischen Staates unb leider auch eines überroiegenben Teiles des polnischen Volkes, baß alles, was beutsch ist, entwurzelt wird. Die Weißrussen und Ukrainer in Polen haben sich gegen die Polonisierungsversuche entschieden ge- wehrt unb bas Grabski-Kabinett hielt es eine Zeitlang für möglich, mit chnen Komprvmihoerhand- langen zu führen. (Es war höchst ergötzlich zu beobachten, wie Grabskt versuche anficUte. die Front der Mmderbeitcii gegen bas Gesetz zu lähmen. Schliehllch sind aber auch die Ukrainer unb Weih- rüsten hinter die Schliche gekommen, und so beobachten wir das Bild, dah zusammen mit den Deutschen und einer christlich nationalen Gruppe auch die Ukrainer unb Weißrussen gegen Das Gesetz stimmten. Staatswissenschaftlicher Dertretertag. Die staats- unD wirtschaftswissenschaftliche Fachgruppe Der deutschen Studentenschaft (Stawifag) hielt in diesen Tagen ihren Dertretertag in Heidelberg ab, ber oon allen Universitäten unb Handelshochschulen gut besucht war. Im Mittelpunkt ber Beratungen stand bas Problem der wirtschaftswissenschaftlichen Stu- dienresorm, das am Begrüßungsabend bereit» durch ein Referat über politische Bildung (Dr. Berg- strajscr) cingelcitct wurde. Der Hauptverhandlungs- tag führte gründlich in die fachwissenschaftlichen und pädagogischen Fragen Der Bildungsresorm ein. Professor Dr. I c Eoutre zeigte Die Struktur Der neuen Wissenschaft Der Betriebswirtschaftslehre auf unb ihre BcDcutung für Die verschiedenen Staate- und iorstwistenschaftlichen Berussarten, wobei er ihren Wert für die allgemeine und formale Bildung neben der materialen hervorhob und dadurch gegenteiligen Ansichten entgegentrat. Die Beziehungen zwischen der 'Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sollen gefördert werden. Prof. Brink m a n n • Heidelberg bedauerte das noch immer vorherrschende Unverständnis mancher Untcrncbmerfrci|c bezüglich ber Wertung ber wirtschaftswissenschaftlichen Bildung für bie wissenschaftliche Durchdringung des Betriebs. Auch er sah keine scharfen Grenzen zwischen Volks- und Betriebswirtschaft und wollte neben Der vollen Aufrechterhaltung Des bisherigen nativ- nalökonomifchen Stubiums eine Annäherung Dieser Disziplin an die Betriebswirtschaftslehre. Wertvolle Ergänzung brachte die Diskussionsrede des Prof. A 11 m a n n • Mannheim, Der vor allem den Beziehungen des Studiums zum gegenwärtigen vulfie- renben Wirtschaftsleben das Wort rebele und alle abstrakten unb historischen Konstruktionen in der Nationalökonomie auf ein Mindestmaß beschränkt wissen wollte. Er wies damit zu weitgehendes Spezialistentum ab, dem bie Kraft bcs Zusammen- schauens verloren gegangen sei. — Geheimrat Prof. Weber- Heibelberg glaubte in einigen Punkten ben 'Borrebnern entgegentreten zu müssen. Er wollte an Der bisherigen volkswirtschaftlichen Ausbildung nichts geändert wissen, auch Der Wirtschaftsgeschichte ben breiteren Raum erhalten. Durch größere Betonung ber praktisch technischen Stoffe glaubte er Die wissenschaftliche AusdilDung gesährbet unb ent- schieb sich für vollständige Trennung ber Ausgaben ber Universität unb ber Fachhochschule. — Die päba- gogischen Gebanken leiste Prof, ßeberer-Heidel« berg ein mit einer Kennzeichnung bcs Typus ber Hochschule unb ber Krisis ber Wissenschaft an ber Universität. Durch Betonung ber Notwenbigkeit eines reichen wirtschaftspraktifchen unb begrifflichen Materials zwecks Ermöglichung eines an Intuitionen reichen unb fruchtbringenden Stubiums stellte er Dem Stanbpunft Des BorreDners eine nnDere Meinung gegenüber unb näherte sich bamil Den ersten Rebnern. Währenb bie bisherigen Referate bie Stubicn- reform im Rahmen Des akabemifchen Stubiums be* sprachen, zeigte her Leiter ber öffentlichen faufmän- nischen Schulen unb Univ.-Dozent Dr. Selb- Gießen bie Notwenbigkeit einer v o r a k a b e rn i s ch e n Reform, um bie Erreichung ber Hochschulziele bei Der Berufsbilbung bester möglich zu machen. Diese Reform hat sich auf eine Berücksichtigung Der elementaren unD technischen GrunDlehren ber Wirt- laß zu ber bekannten Erscheinung beS „Flim* merns" gibt. Diese nottoenbigen Mängel DeS üblichen Projektors sinb in ben besten Äon* ftruftionen zwar so weitgehend gemilbert, bah sie bem Zuschauer sich nicht mehr unmittelbar aufbrängen, sie lassen es aber begreiflich scheinen, daß ber Wunsch nach einem Apparat ohne ruckweise Bewegungen mit kontinuierlich laufenbem Filmbanb unb Antriebsmechanismus Ersinber unb Konstrukteure seit jeher biS heute lebhaft beschäftigt. Das babei auftretenbe Pro* 6km. jedes für sich bewegte Phasenbilb ruhend auf Den Schirm zu projezieren, läßt sich burch (stetig) bewegte Spiegel z.B. verhältnismäßig leicht lösen. Die Schwierigkeit liegt zum Teil im ilebergang von einem Phalenbilb zum nächsten einerseits, ber zweckmäßigen Bachführung Dec Beleuchtung anDererfeita. 3n mustergültiger Weise finD all Diese Schwierigkeiten erstmal« im Mechau-Projektor bewältigt, ber bisher auch Der einzige feiner Art ist. Für Den Zuschauer besonDers bemerkenswert ist ber völlige Fort* fall von Helligleitsschwankungen am Projektions* schirm, Der an HanD ber Besprechung bes Auf* baues erklärt würbe. Mit solchem Mechau-Projektor, ber in der Beuen Aula von ber Firma Le i y-Wehlar ausgestellt war, wurde schließlich ein mehrteiliger Film, ben bie Badische Anili n - u n d Sodafabrik ber Gießener Hoch'chulgesellschaft in liebenswürdiget Weise zur Verfügung ge* stellt hatte, vorgeführt. Herr Dipl.-Landwirt Stortz gab hierzu kurze einleit enbe TD orte, in denen er ausführte, wie de Badische Anilin* und Sodafabrik das Problem ber Erzeugung, künstlicher Düngestoffe in Angriff genommen und in welch großzügiger Weise es bis heute gelöfi: wurde. Der Film zeigte in feinem ersten 2eile die ins Riesenhafte gewachsenen Fabrikation-* anlagen in Leuna und Oppau, die ber Erzeugung! dieser stickstoffreichen Düngesalze dienen: in fernem weiteren Teilen zeigte er, daß bie Gesellschaft ihre Hilfsmittel auch der Erforschung wissen* ichaftlicher Probleme zur Verfügung zu stellen weiß Ein zweiter Teil zeigte die WachStumsent* Wicklung verschiedener Butzpflanzen bei natür* lieben Wachslumsbedingungen unb bei künstliches Düngung. Ein dritter Teil die Blütenentwicklung und bie dabei eintretenben Bewegungen! verschiedener Pflanzen. Zeitlich weit auSein* anberlicgenbc Einzelaufnahmen ber Pflanzen sind in diesen Filmen zu rasch folgenber Bildfolg« Der einigt und lassen in wunderbarer Weise bi< Gesamtvorgänge überblicken. Mit dieser gtaiu^ vollen Vorlührung schloß bie Tagung ber Hoch, schulgesellschaft. bie allen Teilnehmern reiche 7k* regung gebracht hat. jchaftswissenschaften in der Höheren Schulbildung zu erstrecken derart, daß den dafür besonders veranlagten jungen Meyschen in einer auf der Obersekundareife aufbauenden, selbständig organisierten dreijährigen Wirtschaftsoberschule die Möglichkeit zur Erlangung einer wirtschaftswissenschaftlich ausgestalteten Hochschulreife gegeben wird, die zum vollen und hemmungslosen staats- und wirtschaftswissenschaftlichen Studium berechtigt. An einer Reihe von Belegen führte der Referent die begriffliche und organisatorische Neuorientierung der Pädagogik im Sinne der Berücksichtigung der spezifischen jugendlichen Anlagen und Fähigkeiten an und setzte sich für die vollwertige Anerkennung der neuen Berufsbildungsidee neben den bisherigen Bildungsprinzipien ein. Ein Einblick in die Organisation des neuen Schultyps und die Lehrerbildungsfrage vervollständigte das Bild. — In der Besprechung traten sich zwei Meinungen gegenüber. Ein Teil der Vertreter wollte im Interesse der Reinerhaltung des bisherigen allgemeinen, humanistischen Bildungsganges von der Reform absehen, während der andere Teil sie als^Mittel zu einer besseren Borbildung für die Studienzeit und einer Entlastung von der Erarbeitung elementarer Wirtschaftslehren erst auf der Hochschule, begrüßt. Unsere Ansicht ist, daß, sich trotz allem die pädagogisch-wissenschaftlich begründete Reform bald durchsetzen muß, mit der Baden bereits jetzt durch Errichtung der dreijährigen „Oberhandels- jchule", aufbauend auf der Obersekundareife mit Maturitätsabschluß, den Anfang gemacht hat. — Jedenfalls war es eine sehr anregende Tagung, deren Ergebnisse in mehreren geschlossenen Sitzungen der Studentenschaft weiter verarbeitet wurden. Für unsere Stadt Gießen sind die eben skizzierten Gedanken deshalb von besonderem Werte, weil einmal unsere Universität an den Alisbau des betriebswirtschaftlichen Studiums und die Errichtung einer hauptamtlichen Dozentur für Betriebswirtschaftslehre herangeht, und weil zum andern auch in öffentlichen kaufmännischen Schultypen der Stadt die kaufmännisch-wirtschaftlichen Bildungsmöglichkeiten erweitert werden. Aus der Provinz. Landkreis Girfzen. V Watzenborn- Steinberg. 20. Juli. Das Waldfest des Evang. Bundes am Sonntag in Watzenborn-Steinberg und auf dem Schiffenkerg nahm, von schönem Wetter begünstigt, einen erhebenden Verlauf. Cingeleitet wurde das Fest durch einen stimmungsvoUen F e st g o t t e s d i e n st auf dem schönen Kirchenplatz zu Watzenborn, in welchem Pfarrer Haupt- Gießen über 1. Cor. 16, 13 predigte und zu männlich-starkem Christentum mahnte. Die Buderuskapellc Wetzlar und der Posaunenchor Obermockstadt, beides vortrefflich geschulte Chore, sowie unser nimmermüder Kirchengesangverein, der Psalm 121 und „Wach auf, meines Herzens Schöne" klangschön zu Gehör brachte, gaben der Feier ein feierliches Gepräge. Vach Schluß des Gottesdienstes zog man zum Gefallenendenkmal, wo nach den Klängen des »Ich halt' einen Kameraden" der Ortspfarrer einen Kranz des Gvang. Bundes mit einer Ansprache niederlegte. Mit „Jesus meine Zuversicht" klang die Feier aus. Ilm 1 Uhr stellte sich dann in Steinberg der schöne Festzug auf, der durch seine ansehnliche Länge allgemein auffiel und schöne Gruppen sehen ließ. Eröffnet durch drei Vorreiter in der Totenkopfhusarenuniform, ein schöner Anblick, schlossen sich an die Vorstände Fraulein Fob. Roman von Anders E j e. 28. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ' Ein schwacher Windstoß rauschte durch das dichte Laubwerk der Eichen und das wirre Grün ^der Büsche. Es war die laue Mittagsbrise eines »reifen Spätsommertages, gesättigt mit den Düften vom Salz des Meeres, von der Ueppigkeit der .Wälder und den blühenden Wiesen — aber Fob fröstelte, sie fühlte es wie eine Ahnung des nahen Herbstes. Sie sah schon die Vögel zu ihren herbstlichen Flügen die Schwingen rühren. Cs war -Zeit, heimzugehen. Apathisch erhob sie sich von der Bank und begann den ansteigenden Weg hinaufzugehen. Sie ging dahin, ohne zu wissen, wohin — nichts sah sie von dem verschwenderischen Reichtum der Natur. Sie sah nicht den geschmeidigen Sprung des Eichhörnchens von dem äußersten Ast der Eiche hinab in den dichten Haselnußbusch, und auch nicht den eleganten Flug des Sperbers in der Waldlichtung. Wenn sie die harmlosen Triller der Gartensänger gehört hätte, hätten sie ihr wie blutiger Hohn geklungen. Als sie den zerrissenen Film zum hundertsten oder vielmehr zum tausendstenmal wieder ab- aehaspelt hatte, traten in ihrem Bewußtsein dessen Lücken wie klare Zwangsvorstellungen hervor. Warum, warum hatte Papa Fili das getan? Warum nur? Gab es etwas Hoffnungsloseres und Sinnloseres, als nach dem Warum dessen zu fragen, was nicht mehr ungeschehen gemacht werden konnte? Auf dieses Warum konnte sie aber nicht kommen, da sie vor dem Unwahrscheinlichen, den, komplett Unmöglichen stand. Dies Warum bildete den Pulsschlag ihres ganzen Wesens, und alles, was um sie geschah, drang ihr nicht * ins Bewußtsein, als sie jetzt mit nervös raschen Schritten zwischen den Wiesen dahinging. Einige hundert Meter von der Bank entfernt, auf der sie gesessen, verengte sich die Aussicht. Der Weg wand sich durch eine enge Kluft, die auf der einen Seite von schweren Htm eit begrenzt wurde, die ihre Kronen mächtig über des Evang. Bundes und der Kirchenvorstand. Ein lieblicher Anblick waren die Kinderscharen in Weiß mit ihren je nach der Klasse verschiedenen Blumenkränzchen im Haar. Die Dundes- fahne wurde geleitet von 2 Fahnenbegleitern in schmucker Uniform und 28 Ehrenjungfrauen in Weiß. Es folgten wieder 2 Dorreiter und dann die sämtlichen Vereine des Dorfes mit ihren Fahnen. Besonders erfreulich ist die schöne Einmütigkeit, mit der man sich am Feste beteiligte. Ein schönes -Zeugnis für unsere Gemeinde: möge es auch fernerhin so bleiben. Als der von zwei Kapellen und der Musik des Turnvereins geleitete -Zug auf dem Schiffenberg ankam, waren dort schon Tausende versammelt. Eine so große Schar hatte sich wohl lange nicht auf dem herrlichen Platze zusammengefunden. Musikvorträge und Gesänge des Kirchengesangvereins Watzenborn und des Frauenchors Wieseck wechselten mit einer Begrüßungsansprache von Pfarrer D i t t m a r ° Hausen und der Festansprache von Pfarrer Haupt- Gießen. Den Mittelpunkt der Feier aber bildete die Aufführung von Schön- herrs „Glaube und Heimat" durch Mitglieder des Evang. Arbeitervereins Gießen, unter Leitung des Schauspielers B e ch st e i n vom Stadttheater Brandenburg, der die Titelrolle spielte. Cs war eine wvhlgelungene Aufführung und der Eindruck nachhaltig und tief. Die Erinnerung an die schöne Feier wird noch lange in den Herzen der Teilnehmer fortleben. * Hungen, 22. Juli. Bei der hiesigen Beigeordnetenwahl machten 797 Wähler von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Der bisherige Beigeordnete B e r l e t t erhielt 423, sein Gegenkandidat Gemeinderat Karl Stein 366 Stimmen. 8 Stimmzettel waren ungültig. B e r l e t t ist somit wiedergewählt. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 22. Juli. Einer der angesehensten deutschen Gesangvereine Reuhorks, der Beethoven-Gesangverein, hat sich angeschickt, eine Reise in die alte Heimat anzutreten und ist in diesen Tagen in Hamburg eingetroffen. Er wird auf seiner Reise eine Anzahl größerer Städte besuchen, aber auch das kleine Friedberg wird, wie hier bekannt wird, die Ehre haben, die Sänger als Gäste in ihren Mauern zu begrüßen. Diese besondere Ehre verdanken wir dem Umstande, daß der Führer der Reisegesellschaft, William Strauß, ein geborener Friedberger ist und hier noch einen Bruder und sonstige Verwandte wohnen hat. Wenn man berücksichtigt, in welcher geradezu großzügigen Weise Herr Strauß im Vereine mit anderen Landsleuten, von denen wir besonders rühmend rwch einen Friedberger, Theodor G r o e d e I, nennen wollen, eine Liebestätigkeit entfaltet haben, um währeird des Krieges und besonders in den ersten Rachkriegsjahren durch Geld und Rahrungsmittel Bedürftige zu unterstützen, so dürfte schon diese Tatsache genügen, um unseren Landsleuten hier einen begeisterten Empfang zu bereiten. Auch die Stadtverwaltung wird es sich natürlich nicht nehmen lassen, die Gäste offiziell zu begrüßen, und man darf überzeugt sein, daß die ganze Bevölkerung sich freudig anschließen wird. Z Bad-Rauheim, 20. Juli. Als ein freundliches und wohl selten wiederkehrendeL Kuriosum im kirchlichen Leben unserer Stadt sei erwähnt, daß Dekan Vogel (Bruchenbrücken) vom Dekanat Friedberg im Jahre 1902 als erster Assistent dem jetzt noch wirkenden Ortspfarrer, die schmale Oeffnung wölbten, auf der anderen von einem fieinen Plateau, das mit wenigen Büschen und einzelstehenden Fichten bestreut war. Als Fob bis ungefähr in die Mitte dieser Schlucht gekommen war, hörte sie irgendwo hinter den Büschen heftige Stimmen: auf der einen Seite ein paar hohe, unkultivierte Knabenstimmen, auf der anderen eine kräftige, männliche. Es machte ihr den Eindruck eines erregten Wortwechsels. Fob wußte selbst nicht warum, aber es war etwas, das sie für einen Augenblick aus den quälenden Zwangsvorstellungen ritz. Als sie den Klang der klaren und bestimmten, jetzt gerade harten und bestrafenden Stimme dort droben vernahm, fühlte sie, daß sie beinahe auf» lebte. Sie konnte es nicht unterlassen, stehen zu bleiben und zu lauschen. Für die streitenden Teile gab es keinen Anlaß, ihre Stimmen zu dämpfen, weshalb der Lauscherin der Zusammenhang bald klar wurde. Zwei Jungen wurden dabei überrascht, wie sie auf eine besonders rohe Weise ein Kaninchen mißhandelten. Der sie bei dieser, nach ihrer Meinung vollkommen erlaubten Beschästigung überraschte, ließ sie gerade jetzt wissen, was sich gehörte. Aus der unverschämten Antwort der Schuldigen ging hervor, daß sie solche Zurechtweisungen nicht gewohnt waren. Aber nach ihrem mißglückten Plaidoyer folgte unmittelbar die Strafe. Fob hörte deutlich das Geräusch schallender Ohrfeigen. Jetzt mischte sich aber eine vierte Stimme in die Debatte, ein grober, rauher Branntweinbatz. In welchem Verhältnis er zu den abgestraften Sündern stand, ging aus dem Zusammenhang nicht hervor, hingegen war es klar, dah er sich vorbehaltlos auf deren Seite gegen die unberufene Einmengung stellte. Fob fing folgende Worte auf: — Du verdammter Ausländer, du, du wirst uns in Warminge neue Methoden lehrenI Rimm dich in acht-- Hier wurde der verhältnismäßig geordnete Wortwechsel jäh unterbrochen. Von der einen Seite hörte man nichts, von der anderen einige haarsträubende Lästerungen. Fob konnte sich nicht mehr zurückhalten. Sie kletterte einige Steinblöcke hinauf und bog die Zweige auseinander. Kirchenral W i s s i g. be.gtgeben wurde, und dah er nun als Dekan in diesem Jahre in der Person von Pfarrassistent Hofmeher den 12. Assistenten desselben alten Pfarrers ordiniert hat. Kreis Büdingen. „ T Ridda, 22. Juli. Das sogenannte „Kaiserorchester", das auf hoher künstlerischer Warte stand und während eines Vierteljahrhunderts mit dem gesellschaftlichen Leben unseres Städtchens eng verwachsen war, mutzte jetzt aufgelöst werden. Infolge Ausscheidens verschiedener tüchtiger Kräfte durch Tod und Wegzug, schmolz, da gleichwertiger Nachwuchs fehlte, die Schar der Mitwirkenden so stark zusammen, dah schon seit einiger Zeit jede künstlerische Betätigung unterbleiben muhte. Das bei der Auflösung verhandene Vermögen wurde zu gemeinnützigen Zwecken verwandt Auch der Evangelische Kirchenchor hat seit längerer Zeit seine Wirksamkeit im Dienst der Allgemeinheit e i n g e ft e 111. Hier ist es die Dirigentenfrage, die von bestimmendem Einfluß war. Im Hinblick auf das kirchliche Leben, in dem auch die Tätigkeit des Kirchenchors überaus aufbauend wirkt, wäre es sehr zu begrüßen, wollte sich der Verein wieder im Dienste des deutschen Liedes zusammenfinden. Kleinliche Bedenken dürfen hierbei nicht hemmend im Wege stehen. Kreis Büdingen. M Nidda, 22. Juli. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: lieber Neufestsetzung der Kaufpreise für das bereits vor dem Kriege an die Finna I. Himmelsbach, Freiburg i. Br., verkaufte W e r k g e - lande in der Gröhe von 183128 Quadratmetern schwebten seit einiger Zeit Verhandlungen. Der Gemeinderat stimmte der oergleichsweisen Regelung, wonach der Kaufpreis auf 37 500 Mk., zahlbar am 1. August und 1. Oktober l. Js., festgesetzt worden ist, zu. Dem Verkauf des Grundstücks zwischen dem Werkgelände und der Kreisstraße in der Gröhe von 7944 Quadratmeter, worüber ein Angebot der Fa. Himmelsbach von 50 Pf. pro Quadratmeter vorliegt, soll dagegen vorerst nicht nähergetreten werden. — Die Erbauung einer Realschule ist seit längerer Zeit Gegenstand der Beratungen im Gemeinderat, da die Räume in dem Volksschulgebäude unzulänglich sind. Das Schulgebäude soll auf dem kürzlich erworbenen ehemaligen Kraftschen Anwesen zu stehen kommen und zu diesem Zweck der Saalbau mit Nebengebäuden einschl. der offenen Halle niedergelegt werden. Mit der Ausarbeitung eines Projektes ist das Hochbauamt Büdingen beauftragt. Das Wohnhaus bleibt unverändert, während in dem Brauereigelände zunächst einige Mietwohnungen eingerichtet werden sollen, auch soll die Anlage eines Volksbades in den unteren Räumen ins Auge gefaßt werden. — Die F i f ch e r e i p a ch t für das Jahr 1925 wurde ebenso wie für das Jahr 1924 auf 172 Rm. festgesetzt. — Es wurde Kenntnis davon genommen, daß der Errichtung von Bealn- tenmietwohnungen mit Hilfe von Reichsbaudarlehen wegen Mangel an Mitteln zur Zeit nicht nähergetreten werden kann. — Wegen der notwendig gewordenen baulichen Aenderun- gen im Rathaus wurde die Baukommission ermächtigt, die erforderlichen Schritte einzuleiten. — Dem Turnverein soll der zwecks Erbauung einer neuen Turnhalle erforderliche Bauplatz zum Eigentum überlassen werden. — Dem Kreisziegenzuchtverein wurde für Prämiierungszwecke gelegentlich der Ziegenschau am 26. tz. Mls. in Nidda der Betrag von 50 Rm. zur Verfügung gestellt. — Auf der linken Seite der oberen Bahnhofstraße von Dr. Koch bis Justiz, rat 2/cetz Ww. soll erhöhter Fußsteig hergestellt werden. — Dem Verkauf des städtischen Ge- ländes hinter dem Anwesen des Karl Reuß kann erst nähergetreten werden, nachdem die Baupläne vorliegen. △ Echzell, 22. Juli. Das Fest der Goldenen Hochzeit begingen die Eheleute Adam Spengler. Kreis Schotten. „ ?" Ober-Schmitten, 22. Juli Trotz schwieriger Geldbeschaffung und hohen Zinsfußes lassen sich die Bau lustigen nicht abschrecken. Äachdem bereits in diesem Jahr ein Doppelwohnhaus erbaut, werden jetzt zwei Cinsamilien- häuser angefangen. Zwei weitere Einwohner unterhandeln bereits wegen Erwerbs von Bauplätzen. Auch die eine der beiden Papierfabriken nimmt größere bauliche Veränderungen vor. — Ein gestern in den Rachmittagsstunden vorüberziehendes Gewitter brachte wiederum der Gemarkung einen halbstündigen kräftigen Regen. Wenn auch diese Gewitterregen nicht ausreichen, das Wachstum des Wiesengrases und des Klees stark zu beeinflussen, so kommen sie den Hackfrüchten doch sehr zu statten. Auch den Gartengewächsen, die unter der Trockenheit leiden, sind sie außerordentlich willkommen? Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 22. Juli. Der eine der beiden Verbrecher, der bei dem Raubüberfall auf das Mess eler Stationsgebäude durch mehrere Schüsse verwundet wurde, mit Namen Gebhard, ist im Städü Krankenhause gestorben. — Der zu leben 8- lä nglichem Zuchthaus verurteilte Wilhelm Kinkel aus Frankfurt, der vor drei Jahren in Darmstadt nachts einen Schuhmann auf der Straße erschoß, soll jetzt im Zuchthaus Marienschloß irrsinnig geworden fein, so dah er einer Irrenanstalt zugeführt werden muß. Kreis Wetzlar. * Hohensolms, 22. Juli. Die Christ- deutsche Jugend, die im fürstlichen Schlosse zu Hohensolms ihr Bundesheim einrich. ten durfte, hat nunmehr von Sr. Durchlaucht dem Fürsten vonLich den ehemaligen Kerker gepachtet und darin eine Jugendherberge eingerichtet. Die „Alte Wacht", so nennt sich der Kerker, liegt hinter den beiden Festungstoren, die jedem Besucher des schönen Hohensolms in Erinnerung sein werden. Alles, was Jugendherzen jubeln läßt, kann sie bieten: Trauliche Stübchen erbieten sich zu froher Geselligkeit nach fahrtschwerem Tage; vom Fenster kann der Blick weit hinausschweifen zu den fernen Höhen des Taunus und des Westerwaldes, und er kann sich festhängen an den romantischen Toren und Wehrtürmcyen der alten Burgbefestigung. In den kleinen Kerkerzellen, die jetzt zu Wasch- und Bade- räumen werden, erzählen eingemauerte Ringe und Ketten schauerliche Geschichten aus der Zeit, wo sie nou, ihrer ehemaligen Bestimmung dienten. Der „Hals" und der „Hintergarten", die den schattigen Schloßpark bilden, bieten jedem ein Plätzchen nach seinem Wunsch. Deu Ruhebedürftigen zum Aus- ruhen unter schattiger Linde mit einem weiten Blick über das hügelige L-nd, der tanzfrohen Jugend herrliche Wiesen $u Sang und Tanz, gesunden Jungens Uebungsgelände zu Sport und Turnen. Das Bundesheim der Christdeutschen Jugend entfaltet dazu ein reges Jugendleben und bringt dem Dorf Droben auf dem Kamm stand Horace Mill- torp und war im Begriffe, die Affäre endgültig abzuschliehen. Er hatte den anderen — allem Anschein nach einen Arbeiter — emporgehoben und hielt den Zappelnden und Fluchenden hinaus über den Höhenkamm. Vor der Eventualität, die ihn bedrohte, begann der Besiegte sehr schnell zu einem anderen Wörterbuch überzugehen. Er bettelte herzerweichend um Erbarmen. Fob ließ die Zweige fallen und sprang wieder auf den Weg zurück. Gesicht und Stimme des Mannes dort droben hatten eine Erinnerung in ihr geweckt. Sie hatte Milltorp sofort wiedererkannt, konnte aber in dieses Erinnerungsbild feinen ordentlichen Zusammenhang bringen. Es war eine ganze Reihe von Erinnerungen aus einer Zeit, die letzt wie ein längstvergangener, phantastischer Traum erschien. War es möglich, daß ein und derselbe Mensch zwei voneinander so grundverschiedene Leben leben konnte? In unbeschreiblicher Stimmung eilte Fob nach Hause. Auf der Brücke blieb sie einen Augenblick stehen und sah zurück auf die wogenden Felder, die schwankenden Baumwipfel und die von der Sommersonne rotgefärbten langen Wolken, die gegen Osten zogen. Sie umarmte das Bild mit einem raschen, intuitiven Blick, dann kehrte sie sich mit einem resignierten Seufzer um und ging entschlossen dem Gefängnis ihrer Abende und Nächte entgegen. Sie hatte nichts zu erwarten, — nichts anderes als einen langen, trostlosen Abend und eine noch längere Nacht, so wie die vielen Abende und Nächte bisher. Die Tage gingen noch an mit ihren banalen Zerstreuungen, aber die Abende, die Nächte — die waren schrecklich. Da fliegen die grauen Phantome, die das klare Tageslicht wenigstens für einige Stunden verscheucht hatte, aus allen Ecken und Winkeln hervor. Sie grinsen aus dem Dunkel, sie drängen sich bis in das innerste Bewußtsein und werden zur einzigen Wirklichkeit, die besteht, — zermahlen ein gepeinigtes Hirn, bis endlich ein barmherziger Geist für ein paar selige Stunden dem Bewußtsein und allen Gedanken ein Ende macht. Beinahe mit einem Gefühl des Ekels trat Fob in den Hof vor dem Gebäude. Sie zögerte einen Augenblick. Gab es wirklich nichts, das ihr die nächste Stunde oder wenigstens einige Minuten verkürzen konnte? Der Hof lag leer in der Nachmittagsstille. Neben der großen Treppe schlummerte der Bernhardiner, abgestumpft und sorglos. Bei dem Geräusch der Schritte hob er für einen Augenblick den Kopf, wedelte pflichtschuldig mit dem Schwanz und döste dann sofort weiter. Fob wollte gerade ihren Weg fortsetzen, als die Kammerjungfer um die Ecke gelaufen kam. Ein besserer Beobachter als Fob hätte sofort gesehen, daß sie etwas Wichtiges mitzuteilen hatte. „Gnädige Frcku," agte sie, „es ist eine fremde Dame hier, die die gnädige Frau sucht." Fob war nicht einmal überrascht. Diese Mitteilung war allzu unglaubwürdig. „Mich? Das muh ein Irrtum sein," antwortete sie ganz gleichgültig. „Nein, ich versichere die gnädige Frau, es ist eine Dame, die schon vor einer Stunde ge* kommen ist und bat, die gnädige Frau sofort sprechen zu wollen." Fob sah das Mädchen scharf an, so als ob sie an dessen Verstand zweifeln würde. Es fiel ihr nicht einmal ein zu fragen, ob die Dame ihren Namen genannt habe. ES wollte sie jemand, aufsuchen? Das war ja wahnsinnig. Fob, die doch verlassen von Göttern und Menschen war. Die Kammerjungser war verlegen stehen geblieben, sie wartete auf Antwort. Da ihre Herrin fortfuhr, ihre Mitteilung nicht ernst zu nehmen, wagte sie die untertänige Frage: „Soll ich der Dame sagen, daß die gnädige Frau sie empfängt — oder —" „Nein, nein, absolut nicht! Ich will keinen Menschen treffen. Wer die fremde Dame auch ist, sag ihr, daß ich krank bin, verreist, gestorben, was du willst! Schau nut, daß die Dame so rasch als möglich wieder fortkommt." Fob stieß die letzten Worte mit einer ihr sonst ganz fremden Schärfe hervor. (Fortsetzung folgt.) vis ideale Erfindung gegen Fußschmerzen ist Pneumette, der „Pneumatik im Schuh". Versuchen Sie selbst! / 8 Tage zur Probe. 2029A Schuhhaus Metropol, Seltersweg19 / Fachk. Bedienung Mi girm D i Volks tr Frl. 2 Mrbm n™ AM Stau Frey Areissr Aoölfl Zlvöl !amP j. ffalf1 turne: fmnpf ' 191 rinnen. - mtn nw >rtunfl <00 bi? folg' richtet Schmor Mgae' rät), 6 (Gerät), Men Mrn), Oeriel- Mams-h aut her (Einer u comae (W und auch Wch ge und ®ie Kassel die (Eint Mmn Müll! den (Ev Erfolg (Älat hos) in eins R Sie lömtlid unb S (Einer, wird oc deutsche. L $on Der Börsenkurse. Banknoten. I Wttt> WELTHÖLZER SIND IMPRÄGNIERT Samstagbörsen i. Dörsenvorstand bekannt- auch im August dieses 96 74,3 ■>7,75 72.25 57 bO 46 62.25 dicke PUt]. 34,75 '.10 62,76 97 73 59, <0 71.50 57 50,75 45 62.25 71.25 2 5 34.5 j.6:i 62,1 0.36 0.8 100,5 72 2.6 34 9.50 72 62,5 Aug : !. Wie vom gegelen wird, bleibt 3oi)rcx- die Wertpapierbörse an den Samstagen geschlossen: auch sollen ausländische Zahlungsmittel (Devisen und Roten) an diesen Lagen nicht notiert werden. 97.75 । 56.25 73, 661 50.5 I 40 4.176 19.37 91 62 20,345 19.77 168.25 15,51 76.?1 69,12 112,62 «1,47 60.45 L2.4OO 5,82 96,50 74.25 83,75 59,50 74 55,5 51,25 40 45 0,8 100.5 71,25 l 2 6 34,25 9.40 72 62,5 London aus 26.35. Kopenhagen gegen Lvndv« aus 22,60 zurück. Die sonstigen Datuten waren wenig i^ränderi. Eucopällche Werte waren int allgemeinen eher angeboten. Die Reichsmark no- tienc gegen Mittag In London 20,42, Amsterdam 59.21. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtberichl bcS „Gietzener Anzeiger«E^ Frankfurt a. 2H„ 22. Juli. Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer 24 bi» 24,75, Roggen, inländ 19.50 bi» 21L0. Hafer, inländ. 20.50 bi» 23.50. Mais (gelb) 21.25 bis 21,50, Weizenmehl, inländ.. Spezial 0 37,25 bfe» 38, Roggennnchl 30.50 bi» 31,50, Weizenkleie 11,90 bis 12.25. Roggen kleie 12,50 bi» 12.75. Tendenz ruhig« r Berliner Produktenbörfe. e Berlin. 22 Juli Der Produktenmarkt verharrte weiter in seiner Zurückhaltung, infolge weiteren Llnlicherheu der Zollsragen. Aas schwächere AuSlandSmeldungen war auch hier die Tendenz schwächer. Gs notierten per 1000 Kilo: Weizen, mark, 3uli 260 bis 263, do Septembeu 238,50. do. Oftobcv 240. Roggen, märt 187 bl» 192. do. Juli 202 bi» 204. do September 194 bis 196. do. Oktober 195. Futtergerste 198 bis 212, Wintergerste 184 bi» 190. Haler, mark. 248 bis 255. do. Juli 191. do September 192 bis 190, Mais (loko Berlin) 214 bis 216. Rap» 345 bi» 340; per 100 Kilo: Weizenmehl 33 bi» 35.50, Roggenmehl 27,25 biS 30. Weizenkleie 13.20, Roggenkleie 13.50. Diktoriaerbscn 29 bi» 34.50. kleine Erbsen 24 bi» 26,50. Futtererbsen 23 bis 26 50. Peluschken 23 bi» 26.50. Ackerboden 24 bis 26, Wicken 26 bis 28. Lupinen, blau 12 bis 13.50. do. gelb 15 biS 16,50, Rapskuchen 16,30 bis 16,50, Leinkuchen 22,70 bis 23, Lrockenschnihel 11,50 bis 11,75, Torfmelasse 9.60 bi« 9.75. Kartosselslocken 25.80 biS 26. Zucker 18 bi« 19. Beachte ein jeder bei einer Schuhcreme von Quaüt&t Gibt sic schnell Glanz? Bleibt der Glanz? Erhält sie das Leder? Hierfür garantiert die blau-weifje Dose, auf da4 Welt"-Schuhcreme sieht! grttf 4.196 19.17 ' 2,08 40,445 19 87 169.09 15.59 76,69 59.4Z 113.18 81.87 60 75 12.460 5.8 Rundfunk-Programm des Frankfurter Lenders. (AuS der .Radio-Umschau".) H Freilag, 24. Dull: 12 Uhr: Nachrichtendienst. 3 Uhr: Wirtschasts« Meldungen. 4 Uhr: Wetterbericht die Gießener Wetterdienststelle. 4 Uhr: Wirtschastsmeldungen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30—6 Uhr: Hausfrauen- 'Nachmittag. Programm u. a.: „Was muh die chaus- frau vom Steuerrecht wissen?". Dortrag von Dr. Liebmann. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6—6.30 Uhr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Welllitera- tur) Aus „Soll und haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6.30—6.45 Uhr: Juristenfunk. 6.45 dis 7 Uhr: Die Besprechung. 7—7.30 Uhr: „Thile: Die Leute!" Vortrog von Major a. D. Dansa, gesprochen von Marlin Gien. 7.30—8 Uhr: Funkhoch, schule. Vortrag von Professor Dr. Schultz: „Dom Wesen der Novelle". 8—8.30 Uhr: „Der bayerisch- böhmische Wald". Dortrag von Pfarrer Lic. Dr. Schwarzlose. 8.30—9.30 Uhr: Humor und Tanz. Anschließend: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportfunkdienst. scheu Frachtsästen berechnet. ZvllabfenigungS- gebühren werden weder von brr Reichsbahn noch von der Saarbahn erhoben. Die Bestun- mungen des internationalen Llebereinkvmmrn» über den Eilenbahnfrachtverkehr finden Anwendung. Die Auflieferung der Güter erfolgt mit deutschem Frachtbrief, dem eine Durchfohrbekla- ration beizufügen ist. Frankfurter Abenbbörse Frankfurt a. M. 22. 3ufi. 3m Abend- verkehr kam die lustlose Haltung recht scharf insofern zum Ausdruck, al» Umsätze kaum getätigt wurden. Die wenigen Dotierungen, die zustandekamen. tendierten zumeist nach unten. Schiffahrtsaktien blieben umsatzlos. Auch am Anleihemarkt herrschte gröbere Stille. 3m freien Verkehr hörte man Kriegsanleihen 0L42'/?Geld, 0.245 Brief. Am Montanmarkt zeigten Deutsch- Luxemburg eine leichte Besserung. Don Kali- werten gaben Aschersleben weiter nach, während Westeregeln etwas gebessert waren. Auf den übrigen Märkten bröckelten die Kurse weiter ob. Die Börse schloß in schwacher Stimmung. Deutsche Anleihen: Schutzgebietsanleihe 4350. Ausländische Renten: Ungarische Goldrente 7.95 Bankaktien: Eommerzbonk 96, Darmstädter Dank 115, Diseontogelellfchalt 105,50, Dresdner Bank 100,12, Mitteldeutsche Kreditbank 96, Oesterreichische Creditatlien 7,80. Montanaktien: Deutsch-Lurem- bürg 60, Olavi Minen 28, Phönik 76,50, Rhein- stahl 61,50, Kali Aschersleben 124.75, Wester- egeln 135. Chemische Aktien: Badische Anilin 124.12, Th. Goldschmidt 80. Höchster Farben 114.12. Jndustrieaktien: Adlerwerke Kleyer 55,50, AEG. 96,50, Dhckerhoff 39, Fuchs Waggon 0,65, Holzmann 59, Lahmeyer 72,25, Rheinmetall 29. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gietzener Anzeigers".) Berlin, 22. Juli. Die günstige Aufnahme. die die deutsche Rote nach den bisher vorliegenden Meldungen in Paris und London gesunden hat. die sichere Aussicht auf das Zustandekommen eines Kompromisses in der Z o l l f r a g e und die Erleichterung der Lage am Geldmärkte wirkten zusammen, um die Stimmung der Börse etwas zu heben. Auch die fortschreitenden Realisationen der Stinneswerte verhinderten die Gefahr, daß von dieser Seite durch größere Abgaben ein Druck aus ben Markt auSgeübt werden könnte. Unter diesen Verhältnissen zeigte die Börse bei Beginn des Verkehrs eine Fortsetzung der schon gestern im Spätverkehr erkennbaren Stursbefestigung. Allerdings erfuhr hierdurch der Geschäftsumfang keine Vergröberung, was z. B. daraus hervorgeht. daß Gelsenkirchen trotz ihrer Erholung mangel» Aufträgen nicht notiert werden konnten. Bevorzugt wurden K a l i w e r t e. da hier der günstige Verlauf der Verhandlungen des deutschen Kalishndikates mit Amerika anregend wirkte. Am Geldmarkt war eine Erleichterung zu bemerken. Tägliches Geld 81 2 bis 9* Proz. Monatsgeld 10 bis 11 Proz. Am Devisen- markt konnten die nordischen Werte ihre gestrigen Erholungen nicht behaupten Oslo g nq gegen und der durchwandernden Jugend Anregungen. | Leicht war es nicht, das alte Gebäude, an dem der ■ Zahn der Zeit merklich genagt hat, wieder in bewohnbaren Zustand zu versetzen, und no... ist auch tas ganze Haus noch nicht benutzbar. Mit jreube und^Genugtuung ist aber festzunellen, daß diesem Iugendwerk weitgehendes Verständnis entgegenge- bracht wird, haben es doch viele Firmen der um liegenden Stabte durch reichliche Materialstiftungen unterstützt. Jetzt sind benutzbar ein S ch l a f r a u m mit 22 Betten, 3 kleine Zimmer mit insgesamt 6 Betten und eine kleine Küche. Die Teilnehmer an einem Ferienlager der Christdeutschen Iungstreiter werden die ersten Gäste sein. (Erft wenn der ganze Bau vollendet fein wird, soll die Jugendherberge feierlich eingeweiht werden Turnen, Sport und Spiel, gum Kreisturnfest in Gietzen. Die Kampfrichter deS töaueö. z Wie der KrelSobertur ntvart Frey mitteilt, haben die Meldungen für das Kreisturnfest in Dietzen ein sehr gutes Ergebnis gezeitigt. Aus den 26 Sauen b« -reifes wurden | folgende Meldungen abgegcb.’i Oberstufe: Zwölfkampf 182. Zehnkampf 130; Unterstufe: Zwölfkampf 529. Zehnkampf 773, Drei- kämpf 516, Altersturnen: Reunkampf 1 Klasse 167. Reunkampf 2 Klasse 154; Frauenturnen: Reunkampf 178, Eechskampf 263. Dreikamps 47. Am Riegenturnen beteiligen sich: 191 Riegen der Männer. 31 Riegen der Turnerinnen, 5 Gau- und 3 Dezirksriegen. Dazu kommen noch die Fechter und Schwimmer. Für die Wertung der einzelnen Wettkämpfe werden etwa 400 Kampfrichter benötigt. Au» unserem Turngau Hessen werden die folgenden bewährten Turner alS Kampfrichter amtieren Für Männerturnen: Will-Tietzcn (Gerät), Textor-Marburg (Gerät). Gatzmann-Marburg (Gerat). Schüler-Wetzlar (Gerät). Zeschky-Schotten (Gerät). Bastian-Alsfeld (Gerät), Hanmann-Bad-Rauheim (Gerät), Leib-Krosdorf (Gerät,. Mädler-Wetzlar (Gerät). Wagner-Marburg (Gerät). Müller-Gietzen (Gerät,. Lrb-Dietzen (Gerät). Gehler-Frankenberg «Gerät), Vaubel Gietzen (Riegenführer). Huske- Dietzen (Riegenführer). Schulte-Gietzen (Riegenführer). Wenzel-Grünberg (Riegensuhrer), Oertel-Rieder-Wöllstadt (Riegenführer). Seibert- Wetzlar (Dolksturnen). Luckbardt-Marburg (Dolk-turnen). Wack-Dad-Aauheim(Dolksturnen), Wolf-Ridda (Volk» turnen,. Peter-Marburg «DolkSturnen). Lang-Lang-Göns (DolkSturnen), Fleischhauer-Bad-Rauheim (Dolksturnen). Für Frauenturnen: Paul-Giehen (Gerät), Schneider-Wetzlar (Gerät). Fisch-Butzbach «Dolk-turnen). Hebstreit-Gietzen (Dolksturnen). Frl. Daubel-Gietzen (Riegenführer), Dender- Marburg (Riegenführer), Dickhaut-Alsfeld (Riegensuhrer). Der Derechnungsausschutz setzt sich au» 25 Turnern der verschiedensten Gaue zusammen. Dom Dau Hessen gehören ihm an Da Hiner -Du Hb a ch und Otzwald-Da d-Rauheim. Die (Siebener Ruder-Gesellschaft 1877 auf auswärtigen Regatten. Nach den achtunggebietenden Erfolgen, die die Mannschaften der Gietzener Rudergesellschaft 1877 auf der Gietzener und der Frankfurter Regatta im Einer und Akademischen Vierer erzielt hatten, ent- schiotz sich die Trainingsleitung, die Mannschaften zu den Regatten nach Kassel, Bamberg und Bad Ems zu melden. Dieser Besuch war von vollem Erfolg gekrönt. Der Akademische Vierer, der in Bamberg in der Besetzung Müller (Fran- coniae). Petermann (Franconiae), Vetter (Melphiae), Georgi, ruderte, gewann sein Rennen überlegen gegen den Akademischen Ruderklub Würzburg. In E m s startete in Behinderung von Petermann Weber- Nonnenhof (Darmstadtiae), und rtud) hier gewann die Mannschast in gleicher Weise gegen ihre Kommilitonen aus Bonn, Köln und Gießen. Auf denselben Regatten, sowie in Kassel holte sich G r e g o r i in überlegener Form die Einer-Rennen, und auf letzterer mit Müller .zusammen den Doppelzweier ohne Steuermann. Müller gewann schliehlich noch in Bamberg den Einer für Iungmannen, und mit dem gleichen Erfolg starteten die Iungmannen im Vierer (Klaus, Becker, Detter, Weber- Nonnenhof) in Bad Ems gegen die Iungmannen des Der- eins Rudersport Gietzen. Die Gietzener Ruder-Gesellschaft beabsichtigt, ihre sämtlichen Mannschaften am kommenden Samstag und Sonntag in Limburg bzw. fianau im Einer, Vierer und Achter starten zu lassen, und sie wird voraussichtlich ihren Einer, Georgi, zur deutschen Meisterschaft nach Hannover melden. Leistungsprüfungen für Leibesübungen. Von dem neugebildeten Sonderausschutz für Lei- besübungen des Preußischen Landesgesundheitsrats wurde die versuchsweise Einführung von Leistungsprüfungen (Leistungsmessungen) allgemein gutgeheißen. Diese Prüfungen sollen an sechs einfachen Hebungen (zwei Läufen, zwei Sprüngen und zwei Würfen) geschehen. Heber die Durchführung der Leiftungsprüsungen an den Schulen wird in einem Unterausschuß weiter beraten. Wirtschaft. Der preußische Staat erwirbt Stinnesanteik. Wie der amtliche Preußische Pressedienst meldet, hat der preußische Staat durch Erwerb des Stinneschen Anteils bei den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken maßgebenden Einfluß gewonnen. Der Erwerb der Aktien ist aus den Mitteln erfolgt, die dem preußischen otaat vor einiger Zeit vom Reiche als Entschädigung für infolge des Friedensoertrages verloren gegangenes Staata''ermögen überroielen wurden. Es war von Anfang an beabsichtiat, diese Beträge wieder m werbenden Anlagen für den Staat anzulegen. Die Beteiligung an den Rheinisch-Westfälischen Elektrizi- tatswerken scheint vor allem deshalb geeignet, weil so dem Rheinland, das unter den Folgen des Friedensvertrages besonders zu leiden hat, ein erheb- Ucher Teil jener Mittel zugeführt werden kann. Außerdem sprach für die Beteiligung, daß eine Verstärkung der elektrowirtschaftlichen Belange des Staates in den westlichen Provinzen und die Herbeiführung eines engeren Zusammenarbeitens mit den staatlichen Elektrizitäts- werken, namentlich in Hannover, erwünscht war. * Dom Erzbergbau i m Lahn- und D i 11 gi e b i e t. Auf dem Eisensteinmarkt des Lahn» und Dillgebietes ist infolge der niedrigen Ueberfee- fruchten und der dadurch bedingten billigen Auslandserzangebote im Juni eine weitere Verschlechterung eingetreten. Grubenbetriebe, welche nur geringere Erzsorten fördern, werden deshalb, soweit sie nicht schon still liegen, in Bälde zu dauerndem Erliegen kommen. Verhandlungen über die Lieferung kleinerer Mengen besserer Eisensleinsorten waren wohl im Gange, sind im wesentlichen aber ergebnislos geblieben, ein Beweis, daß von ge- fteigertcr Kauflust keine Rede fein kann. Zur weiteren Verschlechterung der Lage trägt die Reichsbahn noch durch betriebliche Erschwernisse bei, wodurch das Versandgeschäft erschwert und verteuert wird. Es ist bedauerlich, daß die Reichsbahnoer. roaltung in der Frachtenfrage für den hiesigen Erz- versand noch immer nichts unternommen hat. • Durchgangsverkehr über die Eaarbahnen. Der .Köln. Ztg." wird auS Trier berichtet: Rach längeren Verhandlungen mit der Direktion der Saarbahnen hat diese die durchgehende Güterabfertigung von den Stationen der Reichsbankdirektionen Trier und Köln nach der Pfalz und Süddeutschland, sowie umgekehrt wieder zugelassen, soweit der Weg über die «Saarbahnen kürzer ist als jeder andere. Ab 15. Juli werden derartige Sendungen wieder so behandelt, als wenn sie ausfchlietzkich über Reichs- bahnftrecken befördert werden, d. h die Fracht wird für die ganze Deförderungsstrecke ein- schlietzlich der Saarbahnstrecke nach den beut- Berlin, 22 Auli. Hmtrlfanlfde Rote» . . .,, Belgische Roten •«.»»•* Dänische Roten Englisch: Noten Franj^sische Rote« ..... Holländische Roten...... Italienische Roten ...... Norwegische Noten...... Denlsch-Qesterr-, 4100 ÄrontM Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schwei»«'. Roten Evanisck. Reken....... r(chechoi!ewe.lische Noten ■ - Ungar ! . -Jlottn . . . . . • Ausfall der Devisenmarkt Derlm—Frankfurt a. M. (<»n Biatontii Mack ausvrdrückt. BnenoS-AireS, London. Neu- Dort Japan. Rio de Janeiro für eine Einbeit. Wien und Budapest ffir 100060 Einheiten, alle« übckae für 100 Einheiten.) $eIegraphische Auszahlung. irranthm a-M I Berlin _________Tnttnn: r renckche NetasmUckd, « Ten'sche Stritt)«cultibc Dcuöche Rrichrsnleide Deutsche Reichstnteihe Deoöche Sparer >iuleuanleid» Cl, Preußische Ronloll C c Hesten tiMap........ ™lt Henen ......... Tratsche Lerrb- Dollar Lnl. bio- Dell Schav-Äurrelttta-1 *1« ......... 6*/. Eoldnircktaner - - - Berltnn HandcieariellschaU - Hemmtrt- and Privat«Bank 5 Lest, abfltft j'J ,06! 69,202 59.062 59,202 Prag ... 12,43 12,47 12.43 12,47 Belgrad . . 7,36 7.38 7.36 7.38 Budav.'st - - 5.^5 5,915 5,89.» ■»,915 Buloarlen 3.03 3.04 3.03 3,04 Lissabon tU,725 20,776 20 725 -0,775 Danzig. - 80.85 81.0.5 80 85 '1.05 flonfLintt» 2.317 2,324 2.335 2.345 HlbtH. . 6.69 6.71 6 69 6.71 Mx ;»■ - V- 'l< 31. Juli bis 4. August 1925 Mitbürger in Stadt und Land! sich an dem 7110D 2 2 4 Abends 81/, 7 8 Brandplatz 7037. ! Abends grotzes Feuerwerk! Mnmgn der Wem MWermM Gießen, den 22. Juli 1925. 06148 .................................................................iiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiniiiiiiiiiiii| iniiinnninminiiiiiiiiiiiiiii(iiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiuiiiniiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiirliiiiiii)iiiiiiiii| 8 8 SV, 11V. 2 5 6 6 7 sv. SV. I F Hebungen (Meisterschaften); (Kampfbahn). Fortsetzung des Wettfechtens. glieder der Gießener Vereine mit etwa 1000 Fahnen, vielen Festwagen, geschmückten Gruppen und rund 700 Mann Marschmusik teilnehmen. Allgemeine Freiübungen der Turner (Massenchor der Kreis sängerschaft). Entscheidungen in volkstümlichen Hebungen. Allgemeine Freiübungen der Turnerinnen. Aiegenturnen und Sondervorführungen der Turnerinnen. Wettspiele in Faustball, Schlagball und Handball. Sondervorführungen der Gaue und Vereine: Kürturnen der besten Turner. Freiübungen der Dolksturner. Siegerverlündigung vom Vereinsturnen, Frauenturnen und Schwimmen. LMMWW KmlMsWAW (Turnplatz). Fortsetzung der Wettkämpfe im Spielen und Fechten. Vor-, Zwischen- und Entscheidungskämpfe in volkstümlichen Hebungen (Kampsbahn). Beginn der Wettkämpfe der Turnerinnen (Aeun-, Sechsund Dreikampf): Turnplatz. Fugendfeierstunde in der Stadtkirche. Wettringen (Freiringen). Siegerverkündigung: Konzert in der Festhalle. Dienstag, den 4. August: Turnfahrten. Volksfest auf dem Festplatz. 4 4V. 5 5 5‘A MW.ÄWRMl uni Sonntag, M 26. Juli recht zahlreich zu beteiligen. Abmarsch nachm.vom Oswaldsgarten. Der Ausschuß. Beginn der Wettkämpfe im Fechten (Festplatz). Beginn der Wettkämpfe im Spielen (Festplatz). Vorverkauf: Im Zigarren h Eikmeier & Loeb, Markt 15 und ab 10 Uhr vorm. ununterbrochen an der Circuskasse Vachm. 2 Hhr: Fortsetzung der Wettkämpfe im Schwimmen, Spielen und Fechten. 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August: Dorm. 7 Hhr: Beginn des Zwölf- und Zehnkampfes der Turner (Turnplatz). „ 8 „ Beginn des Sechs- und Zehnkampfes in volkstümlichen Der Mittelrheinkreis der Deutschen Turnerschaft hält vom 31. Juli bis 4. August sein 32. Kreisturnfest in Gießen ab. Freitag, den 31. Juli: Abends 8 Hhr: Begrüßungsabend für die Turner aus dem besetzten Gebiet, veranstaltet von der Gießener Turnerschast, in der massiv gebauten 3000 Personen fastenden Festhalle. Samstag, den 1. August: Dorm. 8'/, Hhr: Beginn der Wettkämpfe im Schwimmen (Müllersche Badeanstalt). Aachm. 2 Hhr: Abmarfch des Festzuges. An dem Festzug werden etwa 12000 Turner und Turnerinnen und etwa 3000 Mit- Borm. 5l/a Hhr: Weckruf. Beginn des Turnens der Gaue, Wetturnen der Vereine Masfenchöre der vereinigten Gießener Männergesangvereine und der Turner. KreiS-Sängerschaft. Fahnen in allen Größen liefert preiswert Th. Brück 32. IMIkttM WMW Jiigendwetlschwiflunen Samstag, vormittags 9 Uhr: Müllersche Bade-Anstalt. 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