Nr. M Erster Blatt 175. Jahrgang Dienstag, 23. Juni 1925 Erscheint täglich, außer Sonnj und Feiertags. Beilagen: GiebenerFamilienblbtter Heimat im Bild. Monats.Bezvgspreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch.Anschlüsse: Schrifllcitung 112, Der« lag undGeschästsstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Sichen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen t)md und Verlag: vrühl'sche Universitäls-Vuch- und Zleindruckerei R. Lange in Stehen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örttich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen 0.70mm Breite 35 Goldpfennig, Playvorschrist 20*/, Auf« schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 3. D.: Ghrhard Evers; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. Das Beltheimer Mrenunglück vor Gericht. Minden, 22. Juni. (511) Dor dem erweiterten Schöffengericht in Minden begann heute der Prozeß gegen den Oberleutnant Jordan vom Pionierbattaillon 6 in Minden, dem vorgeworfen wird, durch Fahrlässigkeit den Tod von 80 Reichswehrsoldaten verschuldet zu haben. Am 31. März d. 3. hatte Jordan bei einer Manöverübung Truppen in der Rähe von Veltheim über lms Wasser der Weser zu sehen. Gr belastete nun die Fähren mit 160 Mann, während nach Ansicht der Sachverständigen höchstens 125 Mann auf der Fähre untergebracht werden dürfen. Die Delastung der Fähre führte ein furchtbares Unglück herbei, dem 81 Mann zum Opfer fielen. Etwa 1 00 Zeugen und eine Reihe von Sachverständigen, die gehört werden sollen, sind aufgeboten. Der Angeklagte gibt eine Schilderung der Maßnahmen, die er seinerzeit in Ausführung des Defehls, das Pionierbataillon auf einer Pontonfähre überzusehen, getroffen habe. Der Angeklagte bekundet, das; gegen eine Be- lastung der Fähren mit 200 Mann nichts sin- zuwenden sei. Er habe die Vorschriften auf jeden Fall für ausgeprobt und vollgültig gehalten. Alle Hilfsmaßnahmen seien getroffen gewesen. Für die Besetzung der Fähre habe man nur erfahrene und tüchtige Leute ausgesucht, außerdem habe er die ^eberzeugung gehabt, daß eine Ueberlastung der Fähre nicht erfolgt war. Die Vernehmung des Angeklagten ist Damit zunächst beendet. Es wird in die Beweisaufnahme eingetreten. Als ersten Zeugen hort das Gericht den Leutnant Heidkämper. Er sagt aus, daß ihm Oberleutnant Jordan zugerufen habe: „Sie haben schon genügend Freibord, Sie können losfahren." Die Fähre sei sofort in starke Gierstellung gekommen Der starken Strömung wegen sei es schon schwierig gewesen, die Pferde am Ufer zu halten Als die Fähre sackte, seien die Leute nicht mehr zu halten gewesen und sprangen ins Wasser. Der Zeuge hatte den Eindruck, daß einschließlich der Bedienungsmannschaften 140 Mann auf der Fahr elagen. Unteroffizier Müller hätte nicht rufen dürfen, daß Wasser im Ponton sei. Hauptmann 3fermann erklärte, er habe eine weitere Belastung der Fähre, wie Jordan es wollte, in kategorischer Weise ab- gelehnt, da die Fähre bereits dicht beseht gewesen sei. Danach kam es zu einem kleinen Zwischenfall als die Staatsanwaltschaft unter Widerspruch der Verteidigung den Sachverständigen, Hauptmann a. D. Reh, von den Verhandlungen ausschloß, weil er für befangen gelten müsse. Der Zeuge. Hauptmann G a p k e , sagt, daß Oberleutnant 3ordan kurz nach dem Unglück in großer Erregung gewesen sei und erklärt habe, er verstehe das nicht. Er hätte noch 30 bis 40 Mann mehr aufladen können. Auf eine Frage des Vorsitzenden erwiderte der Angeklagte, er glaube, daß die Bauart der Fähre Schuld trage. 3n der Mitte der Fähre entstehe ein Wasserschwall, wodurch das Wasser hochgedrückt werde und in den Ponton laufe, ferner möge auch das Reißen des Taues und die Gepäckbelastung zu dem Unglück Beigetragen haben. Die Verhandlungen werden darauf auf Dienstag vormittag vertagt. Die Spaltung im Linksblock. Morgen Entscheidung. Paris, 23. 3uni. (TU.) Die Abstim - m u n g unter den Sozialisten ist gestern abend abgeschlossen worden. Das vollständige Ergebnis ist noch nicht bekannt, da noch 40 Stimmen ausstehen. Auf den Antrag Concpere Morels gegen die Unterstützung des Kabinetts entfielen Bisher 40, auf die Resolution Rcnaudel für zeitweilige Unterstützung 35 und auf den Antrag Auriol für weitere Unterstützung 11 Stimmen. 3n sozialistischen Kreisen wird großer Wert auf die Feststellung gelegt, daß der Austritt aus Dem Kabinett nicht mit fortgesetzter Opposition gegen das Kabinett gleichbedeutend sei und lediglich bedeute, daß die Partei ihre Handlungsfreiheit zurücknimmt. Wie man ausdrücklich hinzu- fügt, ist eine gelegentliche Unterstültzung des Kabinetts nicht ausgeschlossen. 3n der heutigen K a m m e r d e b a 11 e . der man mit großer Spannung entgegensieht, wird cs sich zeigen, welche Taktik die Sozialisten einzuschlagen gedenken. Unter der Voraussetzung, daß der Ministerpräsident die Friedensbedingungen Frankreichs unzweideutig darlegt und erschöpfend über den angeblichen Friedensvorschlag Abd el Krims spricht, ist es möglich, daß die Sozialisten trotz des Austritts aus dem Kabinett mit der Regierung stimmen werden. Wahrscheinlicher ist es jedoch, daß die Sozialisten zum Teil gegen das Kabinett stimmen, zum Teil sich der Abstinnnung enthalten werden. Aus alle Fälle ist das Kabinett Painleve einer Mehrheit von 420 Stimmen getzrih. Wahrscheinlich wird die Debatte durch eine Erklärung des Ministerpräsidenten über das Marokkoproblem eröffnet werden, da der radikalsozialistische Abgeordnete Berthod seine Interpellation zurückgezogen hat und auch der Kommunist Doriot nicht mehr in der Lage rft zu interpellieren. Die Debatte dürfte int Verlaufe einer Rachtsihung erschöpft werden. Am Mitt- Von Kopenhagen nach Zürich. Rekordfahrt des Siebenstaaten-Fluges. Kopenhagen, 22. 3uni. (TU.) Heute morgen 8*/» Uhr ft arteten vom Militärflugplatz zu Kopenhagen die Siebenstaatenflieger. Die dänische Presse berichtet spaltenlang über den Siebenstaatenflug. Die schwedischen Zeitungen bedauern, daß ungünstiges Wetter die Flieger gezwungen habe, ihren Besuch in Malmö aufzugeben. Station Dorsten. Essen, 22. Juni. (TU.) Rach vierstündigem Flug landete das Großflugzeug des Siebenstaatenfluges um 12.40 Uhr auf dem Flugplatz D o r st e n an der Grenze des besetzten Gebietes. Unterwegs hatte die Maschine zuweilen mit sehr schweren Böen und Unwetter zu kämpfen. Der Flug ist vollkommen programmäßig verlaufen. Die Siebenstaatenflieger begaben sich i m Kraftwagen nach der Stadt Dorsten, wo ein von der Stadt Essen vorbereiteter Imbiß eingenommen wurde. Dr. Meurer- Essen überbrachte als Vertreter des abwesenden Oberbürgermeisters die Glückwünsche der Stadt Essen für den weiteren Flug. Redakteur Adams als Vorsitzender des Ortsvereins der Essener Presse sprach in warmen Worten die herzlichen Glückwünsche für die weitere Fahrt aus. Im Romen der Fahrtteilnehmer dankte Redakteur Holstein- Königsberg. Der Start nach Zürich erfolgte um 3.15 Uhr. Dorsten — Frankfurt — Zürich. tag, eine wundervolle Rekordleistung vollbracht. Die Strecke Kopenhagen—Dorsten—Zürich wurde in gestrecktem Flug in gut Z*/2 Stunden zurückgelegt, obwohl das Wetter auch gestern namentlich über dem Sauerland und der Rhön sehr ungünstig war. Die M o t o r c haben noch dem Bericht unseres Piloten auch gestern hervorragend ohne die kleinste Storung gearbeitet. Die Strecke von Kopenhagen bis Zürich über Dorsten, das ungefähr in der Mitte liegt, Beträgt 1200 Kilometer. Mit der Ankunft in Zürich sind also 2300 Kilometer der ®e- samtstrecke von 4000 Kilometer zurückgelegt. Um 1 Uhr abends landete das Flugzeug auf dem Flugplatz von Zürich, wo die Tecknehmer von Vertretern der befreundeten schweizerischen Presse empfangen wurden, in deren Ramen Herr Redakteur Dr. D i e r 6 a u m uns hn^lich toill- kommen hieß. Die Flugteilnehmer wurden dann in das Hotel Dolder geleitet, wo sie bis zum Weiterflug am heutigen Dienstag nach München-Wien übernachteten. Der gestrige Flug überbot nicht nur wegen der kolossalen Streckenleistung, sondern auch an landwirtschaftlichen Eindrücken die vorhergehenden Tage noch bedeutend. Um 5 Uhr üBerqucrten wir Frankfurt a. M. und eine habe Stunde später lag Heidelberg in malerischer Abendstimmung unter uns. Um 6.50 Uhr flogen wir bei Schaffhausen über den Rhein. Der Rh ein fall bot mit seinem weißen Gischt und dem tiefgrünen Wasser aus 13^0 Meter Höhe einen einzigartigen Anblick Pilot wie die journalistischen Flugteilnehmer sind vön dem prächtigen Ergebnis dieses Tages außerordentlich befriedigt. Zürich. 23. Juni. (TU.) Das Großflugzeug des Siebenstaatenfluges hat gestern, Mon- Englisches Eingreifen in China. Eine Proklamation der britischen Regierung in Hongkong. Paris, 23. 3uni. (121.) Rach einer Meldung aus Hongkong hat die britische Regierung in den Straßen der Stadt eine* Proklamation angeschlagen, der zufolge nachstehende Maßnahmen beschlossen wurden: 1. Brief- und Telegrammzensur. 2. Durchsuchung der Geschäfte und Wohnungen. 3. Ausfuhrverbot für Lebensmittel, Gold und Geldwerte ohne besondere Erlaubnis. Die britische Regierung hat ferner bekanntgegeben, daß sie den Schuh der Einwohner übernimmt und wenn ein Beamter im Dienst gelötet wird, den Hinterbliebenen eine Entschädigung von 225 Pfund Sterling gezahlt wird. Telegramme aus Schanghai zufolge ist die Schiffahrt völlig eingestellt. Sämtliche Kulis haben die Arbeit niedergelegt. Verstärkter Widerstand. Paris. 22. Juni (WTD.) Havas meldet aus Hongkong: Die Arbeiter von Hongkong haben eine geheime Gesellschaft, genannt Arbeiterkommission, gebildet, die der Regierung von Kanton beigegeben werden und Vollmachten hinsichtlich der Streikangelegenheiten erhalten sollen. Diese Kommission fordert das Recht der freien Meinungsäußerung, gleichmäßige Behandlung aller Chinesen, Abschaffung des Deportationsgesetzes und der Unterscheidungen bezüglich der Geburteneintragung in das Zivilregister, das Recht für die Arbeiter, Chinesen in den gesetz- gebenden Rat zu wählen, Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Einführung des Achtstundentages. Verbot der Kinderarbeit, Zurückziehung der Verordnung betreffend die Heraufsetzung der Mieten um 15 Prozent ab 1. Juli und die Erlaubnis für die Chinesen, in den europäischen Vierteln zu wohnen. Wie Havas weiter aus Hongkong berichtet, ist die Streikbewegung im Wachsen Begriffen. Die Arbeiter und Schriftsetzer des „Daily Bulletin" haben bereits die Arbeit niedergelegt. Die Schristseher anderer europäischer Druckereien drohen, ebenfalls in den Streit zu treten. Kriegserklärung Japans an Südchina? London, 22. Juni. (TU.) In Hongkong ist wie „Central Rews" melden, das Gerücht verbreitet, Japan habe Südchina wegen der Ermordung des Schatzmeisters des japanischen Hospitals in Kanton den Krieg erklärt. Es soll in Kanton eine ungeheure Aufregung herrschen. An zuständiger Stelle in London bezeichnet man diesen Bericht als eine Erfindung. Meuternde Truppen. London, 22. Juni. (WTD.) Aus Schanghai wird berichtet, daß der Sohn Tschangsolms eine zweite Brigade Mukdentruppen dorthin gebracht hat, um bei der Aufrechterhaltung der Ordnung in dieser Stadt mitzuwirken. Aus Tientsin wird berichtet, daß das dritte Mukdenregimeirt in Tschendhsin an der Eisenbahnlinie Peking- Mulden gemeutert und den Bahnhof beschädigt habe. Der Befehlshaber der Gendarmerie entlaubte gegen die Meuterer eine Truppen- abteilung. Lin Zwischenfall. Vor der chinesischen Botschaft in Paris. Paris, 22. Juni. (WTB.) Gestern nachmittag hat vor der chinesischen Gesandtschaft eine chinesische Demonstration stattgefunden. Die chinesischen Demonstranten sind, nachdem sie den Pförtner wehrlos gemacht und die Telephonleitungen im Erdgeschoß durchschnitten hatten, bis zum Arbeitszimmer des chinesischen Gesandten oorgedrungen, der gerade aus seinem Zimmer trat Er wurde infolge der drohenden Haltung der Demonstranten dazu gezwungen, eine Reihe von Schriftstücken und Manifeste zu unterzeichnen, die im wesentlichen eine Sympathiekundgebung für die in China stattfindenden Kämpfe gegen die Fremden enthalten. Auch verschiedene Legationssekretäre und sogar der Sohn des Gesandten konnten infolge der entschloßenen Haltung der Demonstranten nichts ausrichten. Schließlich gelang es, einen der Gesandtschaft gegenüber wohnenden Kaufmann aufmerksam zu machen, der die Polizei herbeirief. Als diese eintraf, flüchteten die Demonstranten. Es gelang jedoch, einen von ihnen sestzunehmen, der Dem Polizeikommissar vorgeführt wurde. Seine Vernehmung scheint soviel ergeben zu haben, daß diese Demonstration auf Betreiben französischer Kommunisten unternommen wurde. Jedenfalls will man einige Franzosen inmitten des Demonstrationszuges bemerkt haben. Wegen der Kundgebung ist eine gericht- l’idje Untersuchung wegen mit Vorbedacht von in öffentlichem Gewahrsam befindlichen Eigentum und Unterschriftenerpressung, verübt gegen den chinesischen Gesandten, eingeleitet worden. 3m übrigen hat ein Beamter der chinesischen Gesand- schaft dem „Journal des Debets" erklärt, die Eindringlinge hätten keine Gewalt angewendet. Sie seien ohne Zweifel bewaffnet gewesen, aber sie hätten ihre Waffen nicht gezeigt. Sie seien nur gekommen, um vier Schriftstücke, von denen sie gesprochen hätten, unterzeichnen zu lassen. Sie hätten allerdings unter Drohungen der Versuch ge- macht, den Gesandten zum Unterzeichnen zu zwingen, ohne daß er die Schriftstücke gelesen hätte. Da der Gesandte das ablehnte, hätte die Unterredung länger gedauert, als die Manifestanten geglaubt hätten. woch soll dann dir Aussprache über das Budget eröffnet werden und am Freitag zu Ende geführt werden. Botschafter v. Hösch bei Vriand. Paris, 22. Juli. (WB.) Der deutsche Botschafter v. Hösch hat heute nachmittag den französischen Außenminister Brian d ausgesucht und mit ihm eine Reihe schwebender Fragen besprochen. Die Sicherheits- und Paktfrage waren nicht Gegenstand der Demarche. Ratifikation des deutschspanischen Handelsvertrags. Berlin, *22. Juni (WB.) Der Austausch der Ratifikationsurkunden zu dem deutsch-spanischen Handelsvertrag vom 25. Juli 1924 ist gestern in Madrid erfolgt Painlevss Marokkobericht fertiggestellt. Paris. 23. Juni. (T. U.) Painleos hat gestern die Abfassung feiner Erklärungen ü 6 e r M a - r o k k o beendet, die er heute nachmittag dor Kammer vorzulegen gedenkt. Das Exposö wird heute dem Ministerrat vorgelegt werden. Der Ministerpräsident wird außerdem neue Ausschlüße über die antimilitaristische Propaganda der kommunistischen Partei geben. Bis gestern abend lag der Kammer noch kein Antrag auf Aushebung der Immunität Doriots und Martys vor. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß ein solcher Antrag noch heute vormittag eingereicht wird. Französisch- spanische Einigung. Paris, 23. Juni. (T. U.) Wie aus Madrid gemelbet wird, ist aeftern dos französisch-spanische Abkommen zur Ueberwachung der marokkanischen Küste unterzeichnet worden. Derhandlungsbeginn? Paris. 22. 3unL (1.21.) „Daily Rews" be- richkek, Abd el Krim habe durch Vermittlung einer bekannten Persönlichkeit Frankreich F r i e - densvor ich läge unterbreiten taffen. Der „Temps* erfährt aus Madrid, daß der Schiffsreeder E ch eo a r i e t a auf seiner Jacht nach den Gewässern von Alhucemas aufgebrochen ist, um Abd el Krim ein Angebot der spanischen Regierung zu überbringen. Der Heeresbericht. Paris, 23. Juni. (T. U. Der amlliche Kampsbericht aus Fez lautet: Feindliche Truppen haben nördlich von Luckos uns am 20. Juni heftig angegriffen. Eine unterer fliegenden Kolonnen mußte Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Die Mesguilla haben bisher vergeblich die Beni Mahara zum Abfall zu überreden versucht. Die Anhänger haben mit Maschinengewehrabteilungen die Dörfer der Djebel Messaouds angegriffen und dem Feinde schwere Verluste beigebracht. Der Gegner ließ auf dem Kampfplatz 13 Tote und 23 Verwundete zurück. Bei Paunst ist die Lage unverändert. Die Kampfflugzeuge haben die Siedlungen der Stämme El Hai Beni Beranat und der Chafrias wirksam unter Feuer genommen. In Algeciras ist der französische Kreuzer „Straßburg" eingelaufen. Eine Torpedobootflottille von 14 Zerstörern hat auf dem Wege nach Marokko den Hafen von Lisiadon passiert. (Eröffnung der internationalen Handelskammer. VernichtendeKritikamDawesqutachten Paris, 22. Juni. (T. U.) Die französischen Blätter haben die Rede des Präsidenten der Brüsseler Bank D e s p r e t s und des Präsidenten der Handelsbank William B o o t h bei der Eröffnung der Internationalen Handelskammer mit Stillschweigen übergangen. Der Grund dafür liegt offenbar darin, daß die beiden Redner nach amerikanischen Pressetelegrammen angesichts der geradezu unlösbaren Schwierigkeiten des Uebertragungs- Problems von der Undurchführbarkeit des Dawesgutachtens zum Ausdruck gebracht haben. Besonderes Aufsehen erregte die Ansprache De- prets, der unter anderem ausführte: „Nach der fast allgemein vorherrschenden Auffassung .roirb angenommen, daß auf Grund des Dawesplanes tatsächlich Zahlungen erfolgen und daß die Gläubigerstaaten Beträge erhalten, die sie zu Rückerstattung der für Reparationszwecke veraus- gabten Summen und zur Erleichterung der drückenden Steuerabgaben benutzen. Aus politischen Grün- den hat man allgemein diese Ansicht verbreitet. In den in Frage kommenden Ländern wird sie als Wahrheit angenommen und von denjenigen ver- treten, die um Versprechungen angegangen wurden und schwach genug waren, sich hinreißen zu lassen. Ist es wirklich möglich, Tausende von Millionen zu zahlen und zu erhalten, ohne daß katastrophale Folgen für das zahlende Schuldnerland wie für den Empfänger einketen? Und wie können wir an Stelle von Barzahlungen entschädigt werden? .... Und wenn das Schuldnerland in Waren zahlen wird, so ist die Frage die, wie weit es solche Zahlungen vornehmen kann, ohne den ©laubiger ft aat z u benachteiligen, der ohne Zweifel auch die Güter erzeugt, die er als Zahlungen entgegennehmen soll, und wenn nicht in Waren geliefert wird, kann der Schuldnerstaat durch Dienstleistungen entschädigt werden? Und welcher Art werden diese fein, ohne daß dem Gläubigerstaat in feiner Wirtschaft und Industrie Schaden zugefügt wird? Janssen pflichtete dem Redner bei und legte das Schwergewicht seiner Ausführung auf die Feststellung der Unlösbarfeit des Uebertragungs- Problems. Der Brüsseler Vertreter des „Neuyork Herold" hört von unterrichteter Seite, daß die Aufsehen erregenden Aeußerungen der beiden Finanzleute eine ganze Reihe von Erklärungen einleiten, die dazu bestimmt sind, die von interessierten Politikern de- mußt irregesührte östentliche Meinung über die Schwierigkeiten einer Durchführung des Dawesgut- achtens auf $u Hären. Sir Josiah Stamp wird am Dienstag bei einem Vortrag über das Problem der Geldübertrogungen noch auf andere unlösbare Schwierigkeiten des Dawesgutachtens Hinweisen. Die Enthüllungen Sir Stomps werden noch größere Sensationen Hervorrufen als die Mitteilungen einschlugen. ner steciums sapothe - Bei einem Landungsversuch geriet am Samstag ein französisches Flugzeug in die Hochfort. Der Dumm Paris in Erwartung der deutschen Antwort. Paris, 23. Juni. (TU.) Nach dem „Petit Parisien" rechnet man damit, daß die Uebcrreichung der deutschen Antwort schon im Lause der kommenden Woche erfolgt. muS werde ein Schank st ättengeseh verlangt. das auch den Gemeinden auf diesem Gebiete ein Mitbestimmungsrecht geben solle. Hierbei könne seine Partei nicht mitmachen. Die Schankstätten täten schon von selbst das Ihrige, um die Ausschreitungen des Alkoholismus zu ver- ' hindern. Wenn Rarcotica wie das Kokain einfach tersuchungen bewiesen werden. Abg Petz old (Wirtschaft. Vgg.) spricht die Hoffnung aus, daß wenn auch Vie Etatmittel für das Gesundheitswesen im Ganzen bescheiden seien, das Reichsgesundheitsamt doch mit den etwas erhöhten Summen seine verdienstvollen Arbeiten zu Bekämpfung der Krankheiten mit Erfolg fortsehen werde. Die D.'völkerung müsse durch Vorträge über die Hhgimschen Erfordernisse belehrt werden. Zur Bekämpfung des Alkoholis- Wettervoraussage. Schwächer bewölkt, wechselnde Winde, etwas milder, noch vielfach Aiederschläge. Das Tief über Mitteleuropa Hal sich noch weiter aufgefüllt, während das Hochdruckgebiet im Rordwesten an Stärke und Ausdehnung zugenommen hat. Immerhin ist vorläufig noch mit wechselnder Witterung und nur langsamer Erwärmung zu rechnen. Debatte angenommen. Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes zur Aenderung der Verbrauchssteuern. Reichsfinanzminister v. Schlieben Desprets, die wie eine Bombe unter den Delegierten , ten wegen nicht ordnungsgemäßer (^schäf^süh- ----- ' ning den Zusatz gemacht, daß der Handel mit Prämienwert-Losen für Anleger und Sparer nicht Vern.eidbar sein soll. Abg. Bauch-München (Dayr. Vollsp.) beantragt die Streichung dieses Zusatzes. Aach Ablehnung dieses Zusatzes wurde die Borlage in zweiter und sofort auch in dritter Lesung mit der Maßgabe angenommen. daß das Gesetz mit dem 31. Dezember 1926 (Regierungsvorlage) außer Kraft tritt. In dritter Beratung wird der Gesetzentwurf über die Wechsel- und Scheckzinsen ohne auf. Zunächst spricht Abg. Kindt (DntL), der zur letzten Rede des Finanzministzrs bemerkte, sie ent- | halte nichts von politischer Bedeutung. Aus der ; Rede des Abg. Kaul habe ich nichts, so erklärt der Redner, als ein Bekenntnis zur Republik behalten. Dasselbe sagte ja auch Abg. Ruß. Das Zentrum wollte durch dieses Bekenntnis dartun, daß es brav und ehrlich zur Koalition steht, denn sonst wissen Sozialdemokratie und Demokratie nicht recht, wo das Zentrum steht. In Württemberg steht es rechts, ebenso im Reich, in Hessen und in Preußen steht es aber links. Im Himmelsbachausschuß hat Pfr. K o r e l l den Himmelsbachs den Abg. Reiber als einen zuverlässigen jungen Mann empfohlen. Eigenartig ist auch die Rolle des Abg. Knoll: diese Freundschaften sind so eine Art Rebenreglerung wie die Gewerkschaften. E s darf nicht fein, daß Abgeordnete sich zugunsten von Erwerbsgruppen bei Ministern verwenden. Der Redner kommt auf die Aufwertungsfrage zu sprechen und weist an Hand von Flugblättern nach, daß die Deutschnationalen ihren Wählern keine hundertprozentige Aufwertung versprochen haben, sondern nur eine Aufwertung nach der wirtschaftlichen Möglichkeit. Weiter wendet sich der Red- gegen die E r f ü l l u n g s p o l i t i k, das Dawes-Gutachten und die Erzbergersche Finanzreform. Die jetzige Regierung sei nicht schuld an dem Finanz- elend. Sie will nicht, daß das Nationalvermögen weiter verbraucht wird, sondern sie will, daß Ausgaben nur aus Einnahmen gedeckt werden. Bei der Erörterung der ©teuerfragen weist Abg. Kindt auf das steuerliche Existenzminimum von 80 Mark hin, die Stadt Darmstadt sei sogar der Meinung, daß ein Mensch mit 40 °ch° ihnen die ,°hr ernste Berpflichtung. den totiÄ' a® t g^n bj Mtag des Ans. Bemet- zu liefern daß die Polizei in Deutschland schilleS Dies->r Antraa sei nur gestellt worden trotzdem m der Lage ist, ihre gemeinschaftlichen imt dwdu?ch die Mehrheit der Buchten im Aus- Adben zur Zufriedenheit der Bevölkerung zu er= toUVog.^Schu7z'°Dromberg (Dntl.) erwidert, U daß Über diesen Antrag vorher mit der Rechten 3er das Wort. Er sagte: Das Reich habe das verhandelt worben sei Seht ständen sich im Rinchstrnmnalgesetz ans smanziellcn Gründen nicht Ausschuß Mehrheit und Minderheit Immer mit durchführen können. Die Reichereg>erung Nkrsalge der gle d>cn Stimmens, von 14 Mitgliedern °b-r mi dem gto&ten Interesse den G°ng dieser gegenüber' Dieses AerKiltniS entspreche nicht Verhandlungen, die da- zu err ,chen °°riuch°n. w°- dem Plenum ™ R-Ichekriminal-Polizeigesetz erreicht werden Abg. Drüninghaus (St. Dpi., beantragt l°Me. ^e R-ichsregi-rung h°sse, datz d,e SonfEreni nunmehr, die Frag, der Verstärkung des Steuer, em praktisches Resultat zemen werd und eme Ner. uusschusseS dem Aeltestenrat zur Entscheidung elnbarung zmschen den Landern zustande kämmt, zu überweis-n Der Vorsitzende legte, nachdem er für die verstand- Abg. Müller-Franken (Soz.) bezweifelt nisvolle und schätzenswerte Mitarbeit der Presse nn die Beschlußfähigkeit des Hauses. Infolgedessen Kampfe gegen das Verbrechertum gedankt hatte, das wird Über den letztgenannten Antrag Brüning- Programm der Konferenz dar, als deren Haus namentlich abgcstimmt. Die Abstimmung wichtigstes Ergebnis er die Schaffung einer stan- ergibt die Beschlußfähigkeit des Hauses. Der dtgen k r i m i n a l p o l i z e l l i Ä e n Arb eits - Antrag Brüninghaus auf Entscheidung durch den gemein schäft der deutschen Lander und freien Aeltestenrat wird mit 173 gegen 116 Stimmen Städte bezeichnete. Es soll eine deutsch-kriminal- angenommen. Die Vorlage selbst wird dem polizeiliche Kommission gegründet werden. Man will Steuerausschuß überwiesen Daraus seht das Haus zunächst den gesamten Fragenkomplex tn einzelnen die Beratung deS Haushalts des Reichsmini- Kommissionen behandeln und so die Vorarbeiten in der Aussprache über das I für die 1926 in Berlin aus Veranlassung der preu- bischen Regierung stattfindenden deutschen Polizei- konferenz durchführen. Nach einer kurzen Pause begonnen die Beratungen, die meist interner Art sind. Präsident des Gesundheitsamtes Dr. _ macht Mittellung über die Arbeiten des 211,(1(1,15 fahrt Amtes zur Erforschung verschiedener Krankheiten, M a c M i l l a n hat die Nebelbanke der Bay namentlich der Berufskrankheiten. Cs o f F o n d y erreicht. Er fährt nach Sidney auf Neu- seien Untersuchungen im Gange über den Ein-- schottland weiter Dort sollen neue Kohlen aufge- fluß des Staubes auf die Tuberkulose, über die nommen werden Bcrgmannskrankheiten über die Gefahren der -klugieug Amundfens geborgen. Röntgenbehandlung für die Krankenschwestern m usw Zur B^ämpfp,na der Tuberkulose seien . Das istugzeug Nr. 23, mit dem A rn u n d s e n besonders umfangreiche Arbeiten vom Reich und, und feine Begleiter bte Rückreise gemacht haben und den Ländern gemach! worden. Das Reichs-- düs sie m Fugle Bay verankern mußten, ist min- tuberknlojegesey sei fer tig gestellt mehr von Riiser-Larsen, Dietr.chsen Omdal und und werde den Reichstag wobl in der nächsten Feucht in sicherem Flug nach K i n g s b a y g e h o l t Session beschäftigen. Große Verdienste hätten sich worden. die Frauen in der Bekämpfung der Säuglings« | Jlugjeugunfall. sterblichkeit, namentlich im Kriege, erworben. Hoffentlich gelinge es, das Reich ' ..... _ . fc na cf cb zustande zu bringen und darin auch fpannungßlcilung der elektrischen Bahn die Frage der Arzneitaxe zu regeln. Daß Ruh- Bonn —Siegburg und stürzte ab. Beide land, wie die Abg. Arendsee behauptet habe, Flugzeuginsassen sind wenige Stunden nach dem Un- Deutschlanb in den hygienischen Einrichtungen fall gestorben. überlegen sei, müsse erst noch durch weitere Un- I --- verboten werden könnten, so wäre wohl jeder Abgeordnete dafür. Aber diese Mittel würden (eiter aus dem Auslände eingeschmuggelt. Das Gesetz gegen die Geschlechtskrankheiten werde wohl hoffentlich diesmal durchgebracht werden können. Das Geheimmittelunwesen müsse energisch verfolgt werden. Auch das Spezialistenwesen bedürfe sorgfältigster Beobachtung. Das Kurpfuscherwesen müsse auf das schärfste bekämpft werten. Einer Reuregelung bedürfe die Frage, dmungen seien bei der Weinsteuer notwendig, geta?r!tn 3 9 Vr * » n i » 1 h zmnnpr mnIf5n x Wenn auch der Reichstag soeben vorläufig noch .. Aa. Graf Ler ch e n s e l d (Bayer. Illlksp^ Aenderungen beschlossen hätte. Steuererhöhun- wünscht, daß das wichtige Bevölkerungsproblem gen seien aus die Salz- und Zuckersteuer nicht nur von der wirtschatlichen Seite aus betrautet nicht Beabficbtiat Bei der Salzsteuer sei eine werden möge. Der Geburtenrückgang im deutschen SmUung^TfSfim^ifSXtroä?^ das ®c- Volke sei durch die wirtschaftlichen Kriegsfolgen ent- werbesalz von der Steuer befreit werden, der ^^eL'. 65 UC^nn^! Ausfall aber auf das Sveisesalz aeleat werten Anschauungen im Volke hingestrebt werden. Die müßte Die IndustÄe hate ^eine" L L Z^vorlage solle die Landbevölkrung wieder heben ftelluna veranlaßt Das Speisesalz müsse des- unb die Bevölkerung könne aerobe baburch eine ver- halb den Sah von 32 PfP per Doppelzentner nünftige Beoölkerungspolitik treiben. (Wiberspruch ± L Siutenffir’tette ten ) In der Wohlfahrtspflege dürfe nicht nur ber bisherigen Sähen. Die Steuer solle aber fünf- Staat mit rauher polizeilicher Hanb tätig fein, son- tig von dem Eigengewicht des Zuckers nach Ate dern es müsse auch dem zarteren Vorgehen ber pn- zug aller blmstellungen erhoben werden. Eine ^aten Organisationen freier Raum gelassen werden. Verminderung der jtiderfteuer sei nicht möglich. Die Wohlfahrtspflege sei ementl.ch Sache der Lan- Abg. Wentemuth (Soz.) führt aus, daß der: aber auch das Reich könne durch zentrale 2ln- ettoa 100 Millionen Mark direkter Steuern zu- selten mitwirkeii. viel erhoben worden seien. Demgegenüber sei l Abg. Dr. M 0 s e s (Soz.) verteidigt die Organ- die Einkommensteuer bei den Besitzenden nicht fation ber Krankenkassen, die zum Bezüge der Heil- genügend herausgezogen worden. Für 1925 seien mittel geschaffen worden sei. Sie liege gerade im die Einnahmen aus den Verbrauchssteuern auf Interesse der Versicherten. 1408 Millionen Mark veranschlagt. Dazu kom- Damit schließt die Aussprache über bas Ge- men aus der bevorstehenden Erhöhung der Ta- sundheitswesen. bak- und Diersteuer 380 Millionen Mark. Ganz Don den Etatpositionen werden bewilligt das abgesehen von den Zöllen, mache das 1748 Mil- Gesetz über die Bekämpfung der Ge- lionen Mark aus. Damit erhöhen sich die Ein- s ch l e ch t g k r a n k h e i t e n. Die Anträge ber Kom- nahmen, aus denen die Dawesverpflichtungen zu munisten wegen Bekämpfung ber Tuberkulose leisten seien, um 250 Millionen Mark und um und roeaen vlanmäßiger Geburtshilfe werden einen Teil hiervon stiegen dann die Leistungen an den Ausschuß für Beoölkerungspolitik verwiesen, für das Dawesgutachten. Darum sei nicht ein- Bei der Abstimmung über die zprückgestellte Etatzusehen, wie sich die Regierung gegen eine Herate Position von 3 867 000 Mark für die Technische sehung ter Zuckersteuer sträuben könne. Bei der N 0 t h i l f e wird der Ausschußantrag auf Bewil- Salzsteuer werde die Industrie durch die Frei- ligung dieser Summe angenommen, nachdem em (affung des Gewerbesalzes bevorzugt, aber das Antrag der Kommunisten unb Sozialdemokraten auf Speisesalz auf Kosten der breiten Massen ver- Streichung dieser Summe und ein deutschnationaler teuert. Dadurch werde sich eine Verdreifachung Antrag auf Bewilligung von 8 Millionen Mark ab- ter Einnahmen aus ter Salzsteuer ergeben. Seine I gelehnt worden waren. Partei verlange die völlige Beseitigung der --------- Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. Juni 1925. Sine Saar-Kundgebung and am Samstag abend auf Einladung des Hessischen Vaterländischen Blocks, Bezirksoerband Gießen, in der Turnhalle am Oswaldsgarten bei sehr starker Beteiligung aus allen Einwohnerkreisen und insbesondere der Studentenschaft tatt. Es galt, den unter dem feindlichen Druck lebenden deutschen Brüdern und Schwestern an der Saar zu bekunden, daß das unbesetzte Deutschland ihnen ebenso unverbrüchlich die Treue hält, wie sie mit ganzem treuen Herzen zu ihrem deutschen Vaterlante stehen. Diesen großen Leitgedanken stellte ter erste Sprecher des Abends, der Vorsitzende des Bezirksverbantes Gießen des Hessischen Vaterländischen Blocks, Dr. Jung, flat heraus, und er betonte dabei besonders die niemals wankende nationale Zuverlässigkeit der Saarbewohner. Das Saarland bekenne sich ftvlz.-und frei zum Deutschen Reich, und wir bekennen uns ebenso aufrecht zu ihm. Den Saarländern gelte unser Gruß und unser Dank, daß sie allen französischen Machenschaften bisher standhaft die Stirn geboten haben, und ihnen sei unser Glaube gewiß, daß sie auch weiterhin im Saargebiet treue deutsche Wacht halten und im Jahre 1935 bei der Abstimmung das Saarland wieder zum Deutschen Reiche zurückführen werten. Der Hauptredner des Abends, Landgerichtsdirektor von Kraewel aus Frankfurt a. M., kennzeichnete die schmählichen Machenschaften, die von ten feindlichen Machthabern nicht verabscheut wurden, um das Saargebiet in die Hand zu bekommen. Er schilderte weiter die vielfachen Bedrückungen, die unsere Stammesgenossen im Saarland auch heute noch unter der Regierung des sogenannten Völkerbundes, der in Wirklichkeit nur eine Puppe Frankreichs ist, zu erleiden hätten und die dahin geführt haben, daß das Saargebiet die autokratischste Regierung der Welt hat, die jede Regung des freien Volkswillens brutal unterdrückt, nur in der Hoffnung, dadurch auf Schleichwegen die Geschäfte Frankreichs zu besorgen. Die Saardeutschen ab»r ständen demgegenüber aufrecht und fest zusammen, in einer Einheitsfront, die geradezu vorbildlich sei. Sie nehmen die Leiden auf sich und stärken darin ihren Mut und ihre Geduld zum Aus- harren für das geliebte deutsche Vaterland. Die kerndeutsche Gesinnung der Saarbewohner ist über jeden Zweifel erhaben, das Jahr 1935 werde ein wuchtiges Bekenntnis der Saar für Deutschland und eine überwältigend starke Absage an Frankreich und seinen Völkerbund bringen. Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar. Untere Aufgabe fei es, dem Saargebiet stets unsere Liebe und Treue zu bewahren und seinen Bewohnern Beistand zu leisten, wo es nur irgend möglich sei. Treue um Treue, dann werde auch die Saar wieder für uns frei werden und gemeinsam mit uns an der Wiedererstehung eines neuen, starken Deutschland arbeiten. Ein Vertreter vom Haupt-Saarverein hob gleichfalls die felsenfeste deutsche Gesinnung der Saarbewohner hervor, begrüßte die Gründung eines Saar-Vereins in Gießen und bat, diesen Verein kräftig zu unterstützen, denn er bezwecke, unseren Brüdern und Schwestern im Saargebiet in ihrem schweren Kampfe gegen die feindliche Gewalt- und Unterdrückungspolitik beizustehen. Mitglied des Saar- Vereins könne jeder Deutsche werden, nicht etwa nur an der Saar geborene Volksgenossen. Im Saar-Verein mühten alle Deutschen zu- sammenstehen und einig und geschlossen dafür wirken, daß das deutsche Saargebiet dem Deutschen Reiche ungeschmälert wieder zugeführt werde. Sämtliche Ansprachen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen, der Zeugnis dafür gab, daß auch in unserer Stadt herzliche Sympathien für unsere Swmmesgenossen an der Saar lebendig sind und daß man auch hier gewillt ist, dem Saarland in Treue beizustehen. Musikalische Darbietungen und gemeinsame Gesänge umrahmten den bedeutsamen Abend, der mit einem begeisterten Hoch auf das deutsche Vaterland und dem Gesang des Deutschlandliedes ausllang. < Sommersonderzüge werden über Gießen gefahren: Am 4. Juli Sonterzug (nur 3. Kl.) Frankfurt—Rordteich, über Gießen — Siegen — Emden. Gießen ab 7.44 vorm. Preis ter Rückfahrkarte 3. Kl. bis Rordteich 31,40 Mk., bis Emden 29,40 Mk.', bis Borkum 44,70 Mk.. bis Vorderney 37,60 Mk. Schluß des Fahrkartenverkaufs 1. Juli, 6 Uhr nachmittags. Die Karten werden auf den Haltestationen bei den Fahrkartenausgaben ausgegeben. Kinder im Alter von 4—10 Jahren fahren zum halben Preis. Rähere Auskunft erteilt die Fahrkarten-Aus° gäbe ober die Auskunstsstelle tes Bahnhofs. < Billigere Reisegepäckversicherungen. Am 1. Juni ist eine erhebliche Ermäßigung der Gebühren für die. Reisegepäck- Versicherung durch Derficherungsmarken in Kraft getreten. Für je 1000 Mk. Versicherungssumme werden erhoben: bis 150 Kilometer 1 Mk., bis 400 Kilometer 1,50 Mk.. bis 700 Kilometer 3 Mk., bis 1200 Kilometer 4,50 Mk. und auf größere Entfernungen 6 Mk. Es kommen jetzt auch Versicherungspolicen mit 30tägiger Geltungsdauer zum Preije von 10 Mk. für je 1000 Mk.„ Versicherungssumme zur Ausgabe. Die 60tägigen Policen sind beibehalten worden. *’ Preisgekrönt. Auf ter 31. Wander- Ausstellung ter Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Stuttgart erhielt Augusts Schmanß in Lindenstruth einen 1. Preis für eine tragende Kuh, die Gemeinde Gr 0 ß e n - L i n den für einen Dullen einen 3. Preis, und die Gemeinde Queckborn eine Anerkennung für einen Bullen. Im ganzen erhielt die Oberhessische Herdbuch-Gesellschaft für das Vogelsberger Rind vier 1. Preise, zwei 3. Preise und drei Anerkennungen. Die Sammlung der Herdbuchgesellschaft wurde im Wettbewerb mit 8 anderen Sammlungen mit dem Sieger-Ehrenpreis des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ausgezeichnet. !*! Mit Pferd und Wagen in das Schaufenster. Gestern mittag sauste ein Fuhrwerk der Firma Rinn & Cloos mit dem beladenen Wagen in den Laden des Metzgers Vogt in der Bahnhofstraße. Der Lenker des Fuhrwerks hatte die Herrschaft über die scheuenden Pferde verloren. Daß es bei dieser programmwidrigen Fahrt natürlich allerlei Klein- alas und Kleinholz gab. versteht sich von selbst. Die Tiere erlitten einige Schnittwunden, die aber anscheinend nicht allzu erheblich waren. .Land. ..3U:'1 1923. e«ung 'M W Sä; «Ä $ stellte der «Menbe bti “ ^raus, im6 ft* C nMaatbcto°6- 1A.1- nne” Uns LMfli btt 'e.1 uHtztaube . J01 K-r ?rÄnb°eti*U* Stantfun q H Ä^b?'dik M verabscheut 6l? zu bc. e v elfachen 2e- Holsen im Saar. ' ^eglcrung des .m DiMchkej, y-ju crleibm haben, bah daS Regierung bet freien Tvlls- "er Hoffnung, Geschäfte Iranl- tscheu ab»r ftin- fest zusammen, ldezu vorbilbllch fich und stärken Mb zum Aus- ■ Tetetlonb. Die 'bewohnet ist über )aht 1935 lortbe Saar für Deutsch, starke Absage an lerbunb bringen mmerbar. liniere biet stets unsere : und seinen 3e« dd es nur irgenb dann toerbe auch Verben unb ge- kretflebung eines beiten. it'Laarverein hob he Gesinmwg der ßte die Grün- eins in Sie- fräftig zu unter- in Stübern unb ihrem schweren Dali» unb Unter- itglteb bei Saat« he werben, nicht ine CßoUigenoffen. le Deutschen zu- geschlossen dafür tgcbiei dem Deut- Wieder zugesührl rten mit lebhastem eugnis dafür aab. rzliche Sympaihm m der Saar leben- 1 hier gewillt ist, ufteben. . " u°° ’“Ä ibeutiamcn Abmd, h auf bas deutsche bei Deutschland- üae werden über M Sonberjug (nur f, über Sieben- )^44 vorrn. öorkum 44/0 T , ßilufj des W 3e'L t rn»-, Dreis. DahnhofS- Sä t und Der- nnen A^gsdaucr t£ 601^ abr jotbe"' , Zander- stzs irohen'^ Ae° )reis. uu c'l(Ien i^tfbeff'ft LhrunS 101 &fl. i "sauste ei" mit169 t bem &6to0e?«9J i K. aller^. Mi- strH. sjch ' bic rrM linben, SS-"" z Bornotizen. — TaaeSkalender für Dienstag. Stadttheater: 8II hr .Dir vertagte Rachf — — Dierter Welder-Dortrag. Am nächsten Freitag spricht der Frankfurter Archäologe Hans Schroder über die Gemälde des Polygnot (f. Inserat). Professor Schrader war ein Lieblingsschüler des Darmstädter« Reinhard Äefule, dem wir daS schöne Buch über das Leben I. G. Weickers verdanken. 6r" ha, in den Jahren 1895 bis 99 mit Theodor -Wiegand die Ausgrabungen in Priene geleitet, durch die diese jonisch« Stadt in sonst kaum erreichter Dollstänbigkeit ausgedeckt wurde. 1901 bis 1905 war er Sekretär des Deutschen Archäologischen Institut- in Athen, dann Professor in Innsbruck. Graz und Wien, hier -ugleich Direktor der Antikensammlungen deS kunsthistorischen HofmuseumS. Seit 1914 wirkt er an der Universität Frankfurt. DeuerdingS hat er durch ein g^nzendes Werk über Phidias Aufsehen erregt. In dem angekündigten Vortrag wendet er sich nun einem der berühmtesten griechischen Waler zu, mit dessen großartigen delphischen Wandgemälden sich schon Welcker eingebend beschäftigte (1847). Der Vortrag wird die Fortschritte erkennen lasten, die die Forschung seitdem gemacht hat. Lanvkreis Gicsjcn. £ Heuchelheim. 22. Iuni. Am Samstag und Sonntag feierte der hiesige Ar bei ter- gefangverein das Fest seines 25jähri- gen Bestehens und verband damit die Weibe feiner Fahne. Die Festlichkeiten wurden durch einen Fackelzug eingeleitet, der sich am Samstagabend bei einbrechender Dunkelheit durch den Ort nach den: Festplatz in Bewegung setzte, und an dem sich fast sämtliche hiesigen Vereine beteiligten. Auf dem Festplah eröffnete der Iubelverein den daselbst stattfindenden Kommers mit einem sehr gut zum Vortrag gebrachten Begrüßungschor. worauf Bürgermeister Kreiling eine herzliche Ansprache hielt. Gleichzeitig übergab er bei dieser Gelegenheit den von der Gemeinde nach jahrelangen Vorarbeiten und unter schweren Opfern geschaffenen Sport- und F e st p l a tz der Allgemeinheit, war das Iubel- fest des Ärbeitergesangvereins doch das erste Fest, da- auf dem neu geschaffenen Platze stattfand. ®r betonte hierbei besonders, daß der Platz nicht in erster Linie dazu dienen soll, geräuschvolle Fest zu feiern, sondern daß er eine Stätte werden möge, auf der durch ernsten Sport wertvolle Erziehungsarbeit geleistet wird. Der Vorsitzende des Arbeitergesangvereins Denner übernahm den Platz mit herzlichen Dankesworten an den Bürgermeister und die Gemeindevertretung, zugleich im Aamen der ganzen Gemeinde. An diesen besonders bedeutungsvollen Akt schlossen sich gesangliche Darbietungen der Heuchelheimer Gesangvereine „Germania", „Liederkranz" und „Teutonia", sowie des festgebenden Vereins. Die Freie Turnerschaft Heuchelheim zeigte gymnastische Freiübungen, die von der Sportlerabteilung in mustergültiger Form zur Vorführung gebracht wurden. Die Frauenabteilung des gleichen Vereins folgte mit Freiübungen und Keulenschwingen nach Musikbegleitung und einem von drei Turnerinnen vorgeführten allerliebsten „Pferdchenspiel", einer Neuheit auf dem Gebiete des rhythmiswen Turnens. Sämtliche gesanglichen und turnerischen Darbietungen, besonders die zuletzt erwähnte, fanden bei den zahlreichen Anwesenden ungeteilten Beifall. Vervollständigt wurde das Programm durch Konzertmusik der Kapelle Pauli-Marburg. Am Sonntagmittag bewegte sich ein recht stattlicher Fest- zug, zu dem noch eine größere Anzahl auswärtiger Gesangvereine eingetroffen waren, durch den überaus festlich geschmückten Ort. Nach der Ankunft auf dem Festplatz folgte der Begrüßungschor des Jubelvereins, dem sich eine Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Benner und ein Prolog, den Frl. Steinmüller recht wirkungsvoll sprach, an- schlossen. Die hierauf vorgenommene Weihe der Fahne, die von der Godesberaer Fahnenfabrik angefertigt war, gab dem Vorsitzenden Gelegenheit, daraus hinzuweisen, welche Bedeutung der vereinigte Männergesang für unser Volksleben hat und daß sich der Jubelverein ganz besonders die Pflege des Volksliedes, der Perle des Männergefangs, angelegen fein lasse. Die nun folgenden Gefangsvorträge der Heuchelheimer und der auswärtigen Gastvereine wurden beifällig aufgenommen, einzelne Vereine boten hierbei Hervorragendes. Der inzwischen ein« gesetzte Reqcn konnte der Festfreude keinen Ab- bruch tun (schon deshalb nicht, weil febermann feine unbedingte Notwendigkeit einsah), Musik, Tanz und allerlei Kurzweil hielten die Festbesucher noch lange zusammen. Hervorgehobcn werden muß die Gastfreundlichkeit. mit der die gesamte Heuchelheimer Einwohnerschaft die auswärtigen Gäste aufnahm: dies war schon äußerlich an dem überaus reichlichen Schmuck des Ortes zu erkennen, war doch fast kein Haus ohne, wenn auch nur dem einfachsten, Schmuck. I*' Klein-Linden. 21. Iuni. Der hce- fige Gesangverein „Ar Ion" blickte heute auf sein 35jähriges Bestehen zurück. In .Anbetracht her Tatsache, daß der Gcsangverem „Eintracht" dieses Iahr ein größeres Sängerfest öbhält, verzichtete der Verein auf eine größere Feier. Vormittags war Kirchgang, nach dessen Beendigung der Verein geschlossen auf den Friedhof marschierte. Hier rußen 32 verstorbene Der- einsmitglieder, darunter auch der erste Dirrgcnt, Lehrer Karger. In dem Weltkriege verlor der Verein sechs Mitglieder. Zum Gedächtnis an die gefallenen und verstorbenen Mitglieder hielt Pfarrer Ackermann eine zu Herzen gehende Ansprache. Namens des Vereins widmete der Vorsitzende Wein and t den Entschlafenen einen warmen Nachruf und legte einen Kranz nieder. Nach ihm sprach ein Enkel des verstorbenen Lehrers Karger. Sehr eindrucksvoll gestaltete sich die Feier durch die beiden Chöre ..Matrosengrab" und „Wie sie so sanft tt. Allendorf a. d. L da.. 21. 3 uni. Ein von cttDd 500 Personen aus nah und fern besuchtes Dolksmissionsfest fand heute auf dem großen, schönen Platz vor unserer Kirche statt. Nach einem CröffnungSchor des Kirchen- gesangverelns Beuern begrüßte Pfarrer Andres hier die große Versammlung, worau Schriftsteller N a u m a n n - Nenzhausen, der auch am Vormittag in der Kirche eine religiös« Ansprache gehalten hatte, im Anschluß an das Wort der Apostelgeschichte: „Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Drotbrechen und im Gebet" von den rechten Mächten, die zum Aufbau unseres .Volkes allein helfen können, das Festhalten an Dottes Wort, am christlichen Sonntag und an der christlichen Ehe in herzbewegenden Worten sprach. Der nach Schluß seiner Nede einseyende Regen zwang zur Fortsetzung der Versammlung in der Kirche, die leider die Anwesenden nicht alle fassen konnte. Hier sprach Missionar Walt ßer- Deuern über den sittlichen und religiösen Bankrott und zeigte den Weg zu seiner Verhütung. Die zum Schluß erhobene Kollekte ergab den Betrag von über 130 Mk., die den Zwecken der Oberhesslfchen Volksmission zugewiesen wurden. t Grünberg, 22. Iuni. Trotz der an« ?lallenden Trockenheit in den letzten Wochen hat ich die Frucht hier und in den Gemarkungen der Umgegend prächtig entwickelt. Die Noggen- felder bieten einen herrlichen Anblick, die Frucht ist über mannshoch, die Aehren sehr schön ausgewachsen. Der Weizen blüht und verspricht ebenso wie die sehr gut ausgewachsene Gerste eine recht gute Ernte. Der Hafer ist etwas kurz, aber der gestern und heute niedergegangene Negen wird sein Wachstum fördern. Das Heu ist gemacht und ist in Qualität und Quantität so vorzüglich ausgefallen, wie es in den letzten» Iahren nicht der Fall war. Der Negen wird auch dem Ansetzen des Grummetarases sehr zustatten kommen, und man wird auch hier Hoffnung für die Zukunft hegen dürfen. Das Dickwurzsetzen ist durch die Trockenheit etwas in Nückstand gekommen. Die vor einigen Wochen beim damaligen Negenwelter ausgesetzten Pflanzen stehen recht gut; auch die Pflanzen, die in den letzten kühlen Tagen gesetzt und mit Wasser begossen wurden, sind angegangen. Ganz anders verhält es sich mit der Obsternte. Wohl sind Mo Apfelbäume fast durchweg gut behangen, aber l,lcr sind gar zu viele Stellen mit Naupen vorhanden. Birnen gibt es kaum, die Zwetfchen- ernte wird eine mittelmäßige werden. t Beltershain, 22. Iuni. Die hiesige Feldbereinigung nimmt einen guten und schnellen Verlauf. Schon zum Herbst hofft man die Zuteilung der Grundstücke nach der östlichen Nichtung, nach Grünberg hin, vornehmen zu können. Die Hauptzuteilung erfolgt jedoch erst im nächsten Iahrc. Die Kosten für die Vorarbeiten, wie Parzellenvermessung, Anlage von Wegenetzen u. a. m., sind durch Umlagen aufgebracht, die weiteren Kosten werden durch den Verkauf von Massengeländen und durch eine Anleihe gedeckt werden. Bei dieser Bereinigung ist ganz besonders hervorzuheben, daß die tiefer gelegenen Wiesenflachen, die voriges Iahr infolge des angesammelten Wassers nicht ab- geerntet werden konnten, eine Entwässerung erfahren. Zu diesem Zwecke werden Gräben bis zu 5 Meter Weite und bis zu etwa 2,5 Meter Tiefe angelegt, um einer Wiederholung des vorjährigen Uebelstcmdes vorzubeugen. !*! Dors.Gill, 22. Juni. Der hiesige Männergesangverein feierte gestern sein 5 0. Stiftungsfest, an dem sich dreiundzwanzig auswärtige Gesangvereine der nördlichen Wetterau beteiligten. Lehrer Mattern hielt die Festrede. Namens der Frauen und Jungfrauen überreichte Frl. Mattern eine Fahnenschleife. Zwei Mitglieder des Gesangvereins „Germania"-Lang- göns — sie sind geborene Dorf-Giller — überreichten einen Fahnennagel. Die gesanglichen Leistungen der Vereine waren vorzüglich, unb man muß feststellen, baß auch bei ben ßanboereinen bie Sangeskunst in ben letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat. Kreis Friedberg. sf. F r ie d b e r g , 21. Iuni. In einer nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde der langjährige Beigeordnete der Stadt. Geh. Iustizrat W i n d e ck e r, mit allen gegen vier weiße Stimmzettel auf sechs Iahre wiedergewählt. — Der „Verein für Feuerbestattung" hielt unter Leitung des Dorfitzenden Vektor Mayer seine Hauptversammlung ab. Der Verein zählt jetzt 180 Mitglieder. Mit dem Verein ist eine Sterbe- raffe verbunden, bei jedem Todesfälle eines Mitgliedes wird eine Umlage von einer Mark erhoben. Die Hinterbliebenen e rhalten eine Unterstützung von 150 Mk. Die Neuwahl des Vorstandes ergab Wiederwahl des seitherigen 1. Vorsitzenden Vektor Mayer, zum 2. Vorsitzenden wurde Pfandmeister Wagner gewählt. — Die Feier des Augustinerschultag c s. die gestern und heute stattfand, nahm in diesem Iahre einen besonders feierlichen und erhebenden Verlauf. Am Vormittag sammelte sich eine zahlreiche Festgemeinde in der Aula der Schule, nach einem Musikstück begrüßte namens der Schule der Direktor der Anstalt die Erschienenen, die teilweise aus weiter Ferneherbeigeeilt waren, um in der alten Schulstadt einige frohe Stunden im Kreise der früheren Kameraden zu verleben. Namens der Stadt Friedberg sprach Bürgermeister Dr. Sehd. namens der Vereinigung ehemaliger Augustinerschüler der Vorsitzende. Medizinalrat Dr. Adolf Weckerling. namens der Schüler Oberprimaner May. Dann ergriff Altbürgermeister Maul bon Offen- heim das Wort, um in einem von Humor durch- würzten Vortrage ein Bild der Schulderhältnisse Ende der sechziger und anfangs der siebziger Iahre zu entwerfen. Der Vortrag, der oft wahre Lachsalven auslöste und ein treffliches Bild der damaligen, teilweise sehr bewegten Zeit gab, wurde mit größtem Beifall auf genommen. Dann folgte der Höhepunkt der Feier, die Enthüllung des von etubienrat Roth hergestellten, hervorragenden Kunstwerkes „Der Fackelträger", das von nun an auf einem der Gänge der Anstalt ausgestellt und eine besondere Zierde der Anstalt bittren wird. Ein von dem Vorsitzenden der Vereinigung gedichteter Vorspruch wurde beim Fallen der Hütte von Frau Professor Kloos in meisterhafter Weise vorgetragen, die S^ußworte lauteten: „Sei Flamme der Liebe, fei Leuchte der Wahrheit, sei Lohe der Freiheit!" Am Nachmittag bewegte ließ ein stattlicher Festzug mit Mu,ik und einer von Schülern gebildeten Trommler- und Pfelferabteilung nach dem Festplahe, der Seewleie. wo alsbald die sportlichen Kämpfe einsetzten. Galt es doch dem Kampf um den von der Vereinigung gestifteten Wimpel zwischen der Oberrealschule und dem Gymnasium, der in verschiedenen Spielarten. Tauziehen. Faust- batt, Turmball auSgefochten wurde. Lange war der Kampf, in dem die Gegner ihre ganzen Kräfte einsetzten, unentschieden, nach heißem Vingen blieb die Oberrealschule Sieger mit 6 zu 5 Punkten und darf nun den Wimpel für ein Iahr führen. Einen von einem früheren Schüler (K ander) gestifteten silbernen Becher erwarb der Schüler Schwarz im Stafettenlaufen. Der Abend vereinigte die Festteilnehmer nochmals zu einem frohen Kommerse im Hotel Trapp. Hier begrüßte Professor Gebhard die Erschienenen in geistvoller Rede namens der Schule. Bürgermeister Dr. Seyb betonte namentlich die großen Verdienste, bie sich Mitglieder der Schule um die Geschichtsforschung der Stadt und der Wetterau erworben hätten und gedachte außer den drei Verstorbenen Diesenbach. Falk, Dold- mann noch der drei Lebenden: Prof. Helmke (jetzt in Gießen), der noch an der Anstalt wirkenden Prof. Dr. Blecher und Prof. Dreher. Auch der Vorsitzende der 'Vereinigung Dr. Weckerling ergriff nochmals das Wort zu einer warmen Begrüßungsansprache. Von früheren Augustinerschülern gedichtete vortreffliche Festgesänge trugen dazu bei. daß sich bald eine sehr gemütliche Stimmung entwickelte, die die Teilnehmer bis zur späten Stunde zu- sammenhielt: ganz besonders zur Verschönerung des Abends trug das vortrefflich gespielte Lust- piel in Darmstädter Mundart von Nerking „Der Kaktusfreund" bei. Am heutigen Sonntag and bei schönstem Wetter ein Frühkon^rt in unserem herrlichen Schloßgarten statt, das überaus zahlreich besucht war: ein Ausflug nach dem Frauenwald zwischen Bad-Nauheim und Niedermörlen, bei dem auch die tanzlustige Iugend zu ihrem Rechte kam. bildete den Ab- chluß des schön verlaufenen Festes. Kreis Büdingen. nd. Nidda, 22. Iuni. Die Feier zum ®e- dächtnis der tausendjährigen Zugehörigkeit der Rheinlande zum Deut- chen Reich soll hier in umfangreicher Weise mit dem diesjährigen Iugendsest der Schulen gemeinsam begangen werden. Für den 11. Juli ist abends ein Fackelzug der Vereine und eine Vorfeier auf der Gänsweide geplant. Am drauffolgenden Sonntag findet dann ein Festzug, woran die Schuljugend teilnehmen sott, durch die Stadt zum Festplatze statt. Passende An- prachen, Gesangsvorträge, turnerische Vorführungen, Iugendspiele und eine Theatervorstellung werden für genußreiche Abwechslung sorgen. A Nidda, 22. Iuni. Die Beratung des Kirchenvoranschlags deS ebanp. Kirchspiels Nidda ergab, daß die Ausgaben die Einnahmen um 5865 Mk. übersteigen. Es muß beSßalb außer der allgemeinen staatlichen Kirchensteuer von 15 Proz. auch eine ö rt- ljche von 15 Proz. erhoben werden Das Kirchspiel hat einen recht ansehnlichen Betrag zur Deckung des Defizits Im ZentralkirchenfondS beizutragen. Als KlrchenvorstandSmitglleder wurden für den verstorbenen Bürgermeister Erk dessen Nachfolger, Bürgermeister Vtngs- Hausen, und für die verstorbene Frau Ober- lustizinspektor Haubach Frau Helene 11 ßI I. neugewählt. A Kohden. 22. Iuni. Bei der gestern hier abgehaltenen Bürgermeisterwahl siegte nach erbittert geführtem Wahlkampfe der seitherige Bürgermeister Friedrich Kromm mit 127 Stimmen über seinen Gegenkandidaten, Landwirt Heinrich Koch, der 112 Stimmen erhielt. Nur 14 Wahlberechtigte machten von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch. Bürgermeister Kromm bekleidet fein Amt schon 23 Iahre unb hat sich für die Gemeinde nicht nur während deS Krieges, sondern auch durch Erbauung einer Wasserleitung, Einführung der elektrischen Beleuchtung unb Durchführung der Feldbereinigung unbestreitbar verdient gemacht. !! Nieder-Mockstadt, 22. Juni. In har- tem Wahlkampf wurde bei der gestrigen Bürgermeister-Stichwahl der Landwirt Leonhardt gegen den Altbürgermeister Reuther zum Bürgermeister gewählt. y. Aus der Wette rau, 22. Iuni. Das anhaltende trockene Wetter hat das Wachstum des Sommergetreides sehr nachteilig beeinflußt. Es fängt schon an zu schoßen, unb bie Halme sind noch recht kurz. Nur auf ben größeren Gütern und den Pachthöfen ist der Stanb Infolge stärkerer Düngung besser unb das Wintergetreide teilweise so stark, daß ein kräftiger Regen für dasselbe sogar nachteilig geworden wäre unb zur Lagerung geführt haben würbe. Die Wintergerste ist so lang wie ber Roggen, mit ihrem Schritt ist bereits begonnen toortem. Sie liefert vorzügliche Erträge. Manche Pächter schätzen bis 18 Zentner Äörnercrtrag von dem Morgen. Auch bie Frühkartoffeln sehen sehr gut aus unb sind in größerer Menge angebaut, beispielsweise beim Hof Schleifett» allein 40 Morgen. Zu einer großen Plage scheinen die Spatzen zu werden. In großen Schwärmen halten sie sich jetzt in den Gärten und Daumanlagen in ber Nähe ber Dörfer und Höfe auf. um dann, wenn bie Weizenkörner etwas härter geworden sind, in bie Felder verheerend einzulallen. Ein Abschießen ber Schädlinge wäre im Kreise Büdingen sehr wünschenswert. !! Bingenheim, 22. Juni. Gestern fand hier die Bürgermeister-Stichwahl statt. Gegen den alten Bürgermeister Schultheis war der Landwirt Karl Müller in die engere Wahl gekommen. Schultheis erhielt 316 Stimmen, während Müller nur 168 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Schultheis ist hiermit wiedergewählt. Kreis Schotten. O Schotten, 22. Iuni. Am Samstag unb gestern. Sonntag, fand hier das 5 0. Stiftungsfest bes Kriegervereins Schot- t e n verbunden mit bem Bezlrksfest bes Bezirks Vogelsberg ber Kri eger- kameradschaf t Hassia statt. Die Stobt hatte reichen Flaggenschmud angelegt. Am Samstagabend marschierten der Kriegerverein unb noch einige andere Vereine unter Trommel- unb Pfeifenklang zum herrlich gelegenen Festplatz auf bem Bockzahl. Hier wurde ein Festkommers ab- gehalten, wobei der Vorsitzende des Kriegervereins, Reallchuldirektor Hertsch. eine Ansprache hielt, die Spitzen der Behörden unb der Stadt begrüßte und nach welcher ber Schottener Musikverein konzertierte. Am Sonntagmorgen um 6 Uhr erscholl durch bie Straßen der Stadt der Weckruf. Ilm 9 Uhr war allgemeiner Kirchgang und daran anschließend Niederlegen von Kränzen in ber Kirche an der Kriegevebrung und am Kriegerdenkmal von 1870,771. Die Beteiligung an bem gemeinschaftlichen Mittagessen war eine sehr rege Unter Beteiligung von sämtlichen Vereinen der Stabt und der Kriegervereine der Umgegend kam ein imposanter Festzug zustande, der sich burd) die Hauptstraßen der Stadt bewegte und allgemeinen Beifall fand. Besonders hervorzuheben waren der Vadfahrervereln. ber Turnverein. ber Fußballverein und bis Ehrendamen. Für die Veteranen waren Wagen zur Verfügung gestellt. In mustergültiger Ordnung marschierte der Zug. in dem drei Musikkapellen spietten. vorüber. Am Festplah angelangt, wurden mehrere Ansprachen' gehalten, darunter vom Vorsitzenden des Bezirks. Apotheker S c r i b a - Schotten Oberst Schliephake von Darmstadt. Geh. Re- rungsrat Dveckmann als Vertrete i de» Kreises. Bürgermeister Mengel als Vertreter der Stadt Schotten sowie noch von einigen Vertretern der verschiedenen städtischen 'Vereine. Dabei wurden silberne Fahnennägel überreicht Frl. FritzeS überreichte für die Festjungfrauen eine schöne Schleife. Stubtcnbirrftor Hertsch bankte namenS deS Kriegervereins für die vielen Glückwünsche unb Gaben. Der darauf einsetzende Regen konnte die Feststinnnung nicht verderben Rur die Iugend kam nicht voll zu ihr*m Recht. Der Abend vereinigte noch die Scholtencr Bürgerschaft bei froher Stimmuna. Der Kriegerverein kann auf ein wohlorganislerteS und wohl- gelungenes Fest jurüdblidcn. — Am nächsten Sonntag, 28. Iuni. wird hier die Bürger- meisterwahl stattfinden, für die 2 Kandidaten ausgestellt sind. - Llnter-Schmitten, 21. Iuni. Unfer Bürgermeister Doll, dessen seitherige Amtszeit von Pflichttreue und Wohlwollen getragen war. wurde heute einstimmig wiedergewählt. Nach Beendigung der Wahl ehrte der Männergesangverein den Wiedergewählten durch ein Ständchen, was dem Wahltag besondere Weihe und Feierlichkeit aab, und am Abend fand such Iung und Alt aI6 ijöaft deS Bürgermeisters in bem Köchling'schen unb Kaiser schen Saale ein, den Tag mit einem kräftigen Trünke zu beschließen.—Der Besitzer des Gutes ,Haubenmühle", Rittmeister a. D. Merton. Frankfurt, spendete dem hiesigen Männergesangverein anläßlich dessen Fahnenweihe den Betrag von 800 Mark Solche ®önncr wären in der heutigen Zeit, wo alle ersparten Dereinsgelber den Weg der Inflation gegangen, jedem Verein zu wünschen. Sta.icnburg und Rhcinycsscn. • Darmstadt, 22. Iuni. Der Provin- zialauSschuß verhandelte in einer für G c • meindebeamte wichtigen Angelegenheit, über bie bereits ausführlich berichtet wurde, als sie den KreiSauSschuß beschäftigte. Die Gemeinde V i e r n h e i m hat bekanntlich einigen Beamten gekündigt unb s e bann auf P riva tdienst- vertrag angelt eil t. Fenier mußten sich einige Beamte Gehaltskürzungen gefallen taffen. Der Kreisausschuß hatte gegen den Gemeinderat entschieden, der inzwischen auch einen anderen Beschluß gefaßt hat. Die Berufung der Gemeinde wurde vom Provinzial- auSfchuß kostenpflichtig verworfen. Einer Berufungsklage bes Geinelndcrates von Sprend- IIngen bei Offenbach wegen eine- gleichen Streitfalles ging es ebenso. — Auf eigenartige Welfe beging ein hiesiger ©tubent Selbstmord Er band sich im Walde auf feinem Fahrrad f e st und fuhr so in einen Teich, in dem er ertrank. — In Sandbach i. O. wurde der praktsche Arzt Dr. med. Gustav Korn- messer von Höchst i, O. vom Eisenbahnzug überfahren und sofort getötet Man vermutet als Ursache des Unglüds, daß Dr. Kornmesser, ber auf einem Motorrad faß, durch ben Staub, den ein voimberfahrendes Automobil aufwirbelte, verhindert wurde, am Bahnübergang das Herannahen des ZugeS zu sehen. Der Verunglüdte hinterläßt eine Frau mit zwei unmündigen Kindern. — Bei Grabungen in der Nähe des Altrheins in der Gegend von Lampertheim wurde ein Kiefer mit Zähneneines Mammuts zutage gefördert. Der Fund wird dem Landesmufeum in Darmstadt zugeführt. Kreis Wetzlar. d. Hörnsheim, 22. Iuni. Zum Flurhüter der hiesigen Gemeinde wurde ber Landwirt und frühere Fleischbeschauer Iakob H i n k - ler von der Gemeindevertretung gewählt und von beifi Landrat zu Wetzlar bestätigt. d. Dornholzhausen, 22. Iuni. Bei der ‘ hier im Gange befindlichen wirtschaftlichen Umlegung der Grund st üde wird durch bas Kulturamt zu Wetzlar auch ein Platz für einen neutn Friedhof angewiesen werden. d. Niederkleen, 22. Iuni. Der vom hiesigen Kriegerverein gebaute Schieß- stand ist nunmehr fertiggestellt. Das erste Schießen wird sofort nach der polizeilichen Abnahme, bie beantragt ist, stattfinden. Hessen-Nassau. fpb. Frankfurt a. M., 22. Iuni. Auf den Straßenbahnen treibt seit einigen Tagen eine Bande von Taschendieben ihr gefährliches Unwesen. Als Täter kommen zwei ober brei junge Burschen in Frage, die zu- fammenatbeilen unb mit außeraewöhnlicher Frechheit auf tret en. Unmittelbar nach dem Diebstahl springt ber Dieb von ber fahrenden Straßenbahn ab unb verfchwinbet im Straßengewühl. In den letzten Tagen wurden zahlreiche goldene Uhren auf diese Weise gestohlen. — An einem Boten einer hiesigen Großbank wurde Samstag nachmittag von drei Taschendieben ein verwegener Raub ausgeführt. Der Bote kam von der Reichsbank und wurde von hier aus unauffällig von drei internationalen Taschendieben verfolgt. Auf ber Straßenbahn schnitt einer der Diebe dem Boten unauffällig bie unter bem Ueberrock aufgehängte Geldtasche ab, während die beiden Helfershelfer ein künstliches Gedränge verursachten. An der nächsten Haltestelle stiegen d'ie Gauner mit ber Tasche, bie 1 9 000 Mar k enthielt, aus und verschwanden. Sofort aufgeiiommene Verfolgungen führten zu keinem Erfolg. bl. Dillenburg. 22. Iuni. Obwohl alle Mittel angewandt werden, um in unserem Luftkurort den Fremdenverkehr wieder zu Heben, ir.erft man bislang noch recht wenig Erfolg. Kurhaus und Schloßhotel haben nur einige Gäste in Quartier. — Die Erwerbslosenziffer des Dillkreises ist auf ein Minimum jurüdgegangen. Die Gesamtzahl der unterstützten DollerwerbSlolen und ZuschlagS- empfänger beträgt 50 biS 60 Personen. Die erfreuliche Herabminderung liegt in der besseren Sätigfeit der Fabriken und Dasaltgruben begründet. Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS. (Aus der „Radio-Umschau".) Mittwoch, 24. Juni: 12 Uhr Nachrichtendienst. 3 und 4 Uhr Wirt- schcistsmeldungen. 3.30 bis 6 Uhr Nachmittagskonzert des Hausorchefters: Walzer von Joh. Strauß. 6 Uhr Wirtjchaftsmeldungen. 6.30 bis 7 Uhr Kinder stunde. 7 Uhr Berfuchsüberttagung aus der Berliner Staatsoper „Der Evangelimann" Oper in zwei Akten von Wilh. Kienzb Anschließend Nachrichtendienst, Weiiermeldung. < I w'-. M S>aä dankbare Seifenpu/ver' Größte Ergiebigkeit und hervorragende Waschwirkung! Dixin ist für jedes Waschverfahren geeignet. Besonders vorteilhaft für Maschinenwäsche zu verwenden! Dixin < - - und rooCfe Fragen bes Ober für In der le für Nat SW fluche erfou mIet{ner = : ?r®enbunq t * Nmerff 8°8en h^. ,a Die Artille ^hren auf e *"Ü«m g9, 6*5 »te Äeiner l'd HL fo.inienNi AK stei LK flUm ®ib.o|fo CiE°u ncn ober ne\ Um hfi(t ?iL9eS8enein -en Sn??' ■*<*1 H 9 durch Meeren friftfi eintrePd emWelilt billigst, siiili z. EimaKei! W. Hankel 1 Nene« Silit 7 Teleph. 612. 05261 RkanntiUluhuilg. Sn dem Konkurse über das Vermögen des Schneiders Lucian Decht in Gießen soll eine Abschlagsverteilung erfolgen. Dazu sind Mk. 3027.29 verfügbar. Zu berücksichtigen sind Mark 26 978.13 nicht bevorrechtigte Forderungen oder 11%. Das Verzeichnis der zu berücksichtigenden Forderungen kann auf der Gerichts- schreiberei des Hessischen Amtsgerichts Gießen eingesehen werden. 6213V Gießen,23.IuniI925 Der Konkursver- walter L. Althoff. Warne hiermit jedermann, meinem Sohne Karl auf meinen Namen et= was zu borgen od. zu leih., da ich für nichts mehr aufkomme. ■mm, Karl Wittig. Verloren: Elsevdei» - Ne mit Sette. Gegen Belohnung abzugeben 05370 Landgrafenttr. 8II. Gietzener üaöf.- vecein 1885 e. B. Donnerstag, den 25. d. M., 9 Ubr, im Vcreinslokal: Auherordentl. Haupt vers ammlg. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. 6iu5c Der Vorstand. M. G. Liedertafel. Mittwoch,24.Iuni 2Bteöerbeninnbec SMMMt. C?21D Ber Vorglanr. Turnverefe von 1846 Giessen SGhwimmabteiluriü. Donnerstag, 25. 3i" . nöenös7-9 w läiiiiplm im städtischen Schwimmbad. Sümtl. Schwimmer und Schiinmerinnen haben au erscheinen. Der 5(ijroimmroorL tatiitstois in bester Lage, jetzige Miete 4000 Mk., für nur 50000 Mk. bei nur 15000 Mk' Anzahlung z. verkaufen. 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Wini erhoff, Kreuzpl.9/10 1000,00 Mk. 39,50 . 2907,03 . 420,68 „ Vie Zahl d. Mitglied, betrug Ende 1923 Es gingen ab in 1924 ........ Es gingen zu in 1924 ......... Zahl der Mitglieder Ende 1924 . . . ' Saasen, den 18. März 1925. Passiva Aufgenommene Kapitalien Mitgliederguthaben.... Warenschulden....... Fritz Greilich Lestaumon „3um (BaiMlm-Btflii , Klinikstraße 21 Roch zu zahlende Gehälter Reingewinn.......... 400,31 Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen. Am 17. Juni 1925 bei der Firma Tonwerk Hüttenberg, Inhaber Oscar Will in Leihgestern: Der seitherige Inhaber ist verstorben. Das Geschäft ist auf dessen Witwe Helene geb. Langenhan in Leihgestern übergegangen. Die Firma ist geändert in: Tonwerk Hüttenberg. Inhaber Helene Will, Leihgestern. Die Prokura der Helene Will ist erloschen. Am 19. Juni 1925 bei der Firma Schunk & Ebe, Heuchelheim: Die Prokura des Lorenz Zilken in Essen ist erloschen. Ferner wurde eingetragen unter dem gleichen Datum in Abt. B bei der Firma Ziegelei Lang-Göns Wilhelm Fischer & Co. G. m, b. H. in Lang-Göns: Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 21. April 1925 ist das Stammkapital auf 10000 Reichsmark festgesetzt worden. Giehen. den 20. Juni 1925. 6203c Hessisches Amtsgericht. Grotzbrauerei sucht gewandten, tüchtigen, in der Wirte« kundschaft gut eingesührren Reisenden Lchrtslltche Angebote mit kurzem Lebens- Ruf unter 6219D au den Gieß. Anz. erb. t£anöroirnii)ofil. Gotin® - Beteln r e. G. in. b. tz., Saafen. '»Wilhelm Böcher I. Heinrich Wagner VI. Für den Aufsichtsrat: Karl Jakob. 6187D BIW0ni31.1Weil924. Aktiva Warenvorrat......... 2082,37 Mk. Debitoren........... 2685,15 „ 4767,52 Mk. verleiht einen gesunden Schlaf und stürkt bei längerem Gebrauche die Nerven. Man hüte sichvorNachalimung. und achte auf dieSchutzmarke ,.Ostag**und den Namenszug „W. Ullrich“. In Originalfiaschen zu haben in allen ApoUieken und Drogerien, bestimmt: Central-Drogerie, Schulstraße Germania-Drog..Frankf. 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Denn was ist die Bri- ondsche Rote anders als die Absicht, in dieser neuen Form den alten Streit wieder zu eröffnen, daß das Rheinland bestimmt sei, wenn es schon nicht ein Stück Frankreichs sein solle, doch ein ohnmächtiger Mittel-und Pufferstaat zwischen ihm und Deutschland, mehr noch ein Glacis und ein Aufmarschgebiet für französische Feindschaft gegen das Streben der Deutschen, in Mitteleuropa eine starke eigene Machtorganisation sich zu erhalten? Man muß die Briandsche Rote in der Erinnerung an die französische Rheinpolitik durch rund ein halbes Jahrtausend hindurch lesen, und dann wird man wissen, wie man sich zu ihr zu stellen hat. In der Note ist endlich das deutsche Memorandum vom 9. Februar öffentlich bekannt gegeben worden, nachdem wir es bisher nur aus fremden Zeitungen und Parlamentsverhandlungen kannten. Man vergleiche das Memorandum und die Note Frankreichs, um zu sehen, wie Ausgangspukt und Grundlage verschoben sind, und auch um zu sehen, wie geschickt die andere Seite Zugeständnisse unserer Seite, wie die Entmilitarisierung des Rheinlandes, für sich benutzt. Was Deutschland anregte, und was Frankreich vorschlägt, sind gänzlich verschiedene, wir wollen sagen: «Systeme oder Netze von Vertragsbeziehungen, die den Frieden von Europa dauernd sichern -sollten. Das wird in den nächsten Wochen immer schärfer und deutlicher herauszuheben sein. Die Note geht davon aus, daß ein Sicherheitspakt nur oer- wirtucht werden könne, wenn Deutschland in den Völkerbund eingetreten sei, während die deutsche Anregung den ganzen Komplex von Fragen von der Voraussetzung aus behandelt, daß Deutschland nicht Mitglied des Völkerbundes ist. Wie steht es mit Deutschlands Bedingungen und Vorbehalten für einen Eintritt in den Völkerbund? Artikel 16? Durchmarschrecht und dergleichen mehr? Alles ist abgelehnt: die Note bezieht sich kurzerhand auf jene Note des Völkerbundsrates vom 13. 5. 1925, die von Deutschland den vorbehaltlosen Eintritt in den Völkerbund fordert. Im Grunde ist damit gesagt, daß eine Einigung und Verständigung auf einen Garantiepakt dieser Art schon von hier aus für die deutsche Seite unmöglich ist. Wie steht es mit der Reihenfolge, die für Deutschland lebensnotwendig ist? Kontrollnote und Räumung der Kölner Zone? Die Note ist von der Absicht getragen, den Versailler Vertrag und alle daraus heroorgehen- den ober in ihn zu interpretierenden Abmachungen noch fester zu verankern. Indem sie ausdrücklich sagt, daß ein solcher Pakt die Bestimmungen des Vertrages über die Besetzung der rheinischen Gebiete und die Ausführung des Rheinlandabkommens nicht berühren dürfte, sagt sie indirekt, daß schlechterdings nichts an Bestimmungen und Methode der Besatzungsfrage ufw. geändert werden soll. Die Schiedsgerichtsverträge: Der deutsche Vorschlag ging aus von der Nichtmitgliedschaft Deutschlands im Völkerbund und wollte durch Schiedsgerichtsverträge die Fragen des Ostens zu friedlicher Revision kommen lassen. In der Note wird das ins Gegenteil umgekehrt. Ein vom französischen und polnisch-tschechischen Standpunkt aus glänzend ausgedachtes Netz von ineinander greifenden gegenseitigen Garantien und Verpflichtungen wird damit geknüpft, das man sich erst allmählich vollkommen klar macht: Schiedsgerichtsverträge der am Rheinpakt nicht beteiligten Staaten, Garantie für erstere durch die Unterzeichner des Rheinlandpaktes, und über dem Ganzen das Dach des Völkerbundes mit feinen bekannten Rechten und Verpflichtungen im Falle einer Verletzung der Verträge durch Angriff. Wenn der tschechische und der polnische Außenminister sich das genau durchdenken, so können sie mit diesen Vorschlägen zufrieden fein. Und wenn der eng= Ii|d)e Außenminister sich das genau durchdenkt, so wird er eingestehen müssen, daß so in etwas anuercr und verwickelter Form Frankreichs doch gelingen würde, das Genfer Protokoll vom 4. Oktober 1924 durchzusetzen. Auch das wird in den nächsten Wochen deutlicher und deutlicher werden. Und auch das ergibt für uns, für die deutsche Seite das gleiche Urteil wie zu Anfang, daß auf diesem Wege und in dieser Anlage eine Verständigung und Einigung nicht möglich ist. Zwei Fragen zum Schluß: Nach Durcharbeitung dieser Note und des ganzen umständlichen und wichtigen Materials, das von französischer und englischer Seite mitgeteilt worden ist, erhebt der Deutsche die einfache und bestimmte Frage: Wo sind die Vorteile für Deutschland, wenn es sich auf ein solches Geschäft einlaffen würde? Die haben sich im Laufe der Verhandlungen und Reden von Anfang Januar bis jetzt immer mehr und mehr verflüchtigt. Uebrig geblieben ist für Deutschland nur: Verankerung der alten Verpflichtungen und des alten Unrechtes und Ergänzung dieser durch neue Verpflichtungen Deutschlands. Diese Feststellung dürfte für die Stellungnahme höchst einfach, ausschlaggebend für die deutsche Politik fein. Die andere Frage aber: Wie stellt sich England zu dieser Note? Ist das wirklich, wie die Note sagt, eine Kundgebung Frankreichs und seiner Verbündeten? (von Italien ist bekannt, daß es sich zurückhält), so ist ohne Zweifel Briand im Ringen der Staatsmänner in den letzten Wochen der Sieger geblieben. Deutet das lange Wegbleiben Chamberlains vom Parlament schon darauf hin, daß man in England diesen „Erfolgen" sehr zweifelnd gegenübersteht? Die englischen Unterhausverhandlungen der nächsten Zeit werden jedenfalls sehr interessant für uns werden. Denn sie werden unter dem Zeichen stehen müssen, daß für ein „Verständigung" und für einen solchen Garantiepakt zu drei oder fünf, mit dem ja England das Militärbündnis mit Frankreich vermeiden wollte, die Zustimmung Deutschlands, ohne die das ganze Werk überhaupt keinen Sinn hat, nicht zu erreichen fein wird! Kirche und Schule, Kreislehrerkonferenz Büdingen. y. Stockheim, 20. Juni. Heute fand hier die diesjährige Kreislehrerkonferenz statt, wozu sich im Weitzeischen Saale alle Lehrpersonen der Volks- ued Gewerbeschulen des Kreises eingefunden hatten Nachdem der Vorsitzende, des Kreis- fcqulamts Büdingen, Krcisdirektor D. G a ß n c r , die Erschienenen aufs herzlichste begrüßt hatte, wurden zuerst die Wahlen von drei Lehrern zu Mitgliedern des Kreisschulamts und von deren Stellvertretern angenommen. Die bisherigen Lehrervertreter : Gatzert - Nidda, Stork- Altenstadt und H e u s o h n - Lorbach wurden wiederund zu deren Stellvertretern Henkel- Bisses, V i e r h e l l e r - Düdelsheim und Knaus-Bind- sachlen neugewählt. Die vier vom Kreiscusschuß gern»:'' c*i Mitglieder des Kreisschulamts Büdingen find Obers udiendirektor Dr. Mohr, Dekan S ch ä - fer, Frau Glasermeistcr Treut, sämtlich in Büdingen und Bürgermeister Jakobi- Rohrbach. Den Wahlen folgte ein hochinteressanter Vortrag des Direktors Beckmann aus Frankfurt a. M. über „Staatsbürgerliche Erziehung". Als Ziel derselben bezeichnete der Vortragende die Freude am Staat, durch dessen großartige Leistungen sich das Staatsgesuhl des Staatsbürgers entwickele. Nationalgefl...» decke sich nicht mit dem Staatsgefühl und schwinde in manchen Staaten, wenn letztere nichts Großes zu leisten vermochten. Daher fei es eine große Idee. Deutschöfterreich an Deutschland anzuschließen. Hierauf verbreitete sich der Redner eingehend über das Wesen des Staates, in dem der Mensch das Zentrum ist lind durch Persönlichkeit und Gehorsam dem Staate bient, also die Notwen- digkeil von Gesetzen anerkennt, den Geist der Ver- söhnlichkeitübt und Achtung vor dem Staate beweist. Nach der Mittagspause setzte Direktor Beckmann seinen Vortrag fort und zeigte in wahrhaft meisterhafter Weise, wie der staatsbürgerliche Unterricht in den einzelnen Schulgattungen erteilt werden könnte, dabei aber der Charakter jeder schule bleiben müsse. Und man sich nicht totschlagen lassen dürfe von den Spezialisten, deren viele Bücher auch viel Unheil angerichtet hätten. Häufig wurde der Vortragende durch Beifallskundgebungen der Zuhörer unterbrochen, und der stürmische Beifall am Schlüsse sowie die herzlichen Dankesworte des Vorsitzenden bewiesen, daß der Vortrag eirt Erlebnis war, dessen begeisternde Nachwirkungen nach lange die Zuhörer erfüllen und im Unterrichte gute Früchte bringen werden. Als zweiter Redner^sprach nachmittags nach Regierungsrat Dr. Keck, Syndikus der Handelskammer in Frankfurt a. M., über das große Gebiet der „Grundzügc der Volkswirt- schaftslehre". Für heute hatte der Redner die Entwicklungsgeschichte der deutschen Volkswirtschaftslehre vorgesehen und behandelte besonders die Wirtschaft des sozialen Lebens, die Gütererzeugung, den Güterverbrauch und die einzelnen Wirtschasts- stufen. Auch dieser Vortrag fesselte die Hörer zur spannendsten Aufmerksamkeit und erntete gleichfalls großen Beifall. Die Vorträge werden am 24. d. Mts. und am 1. Juli nachmittags in Stockheim fortgesetzt und sind unentgeltlich. In einer längeren Ansprache gedachte noch Schulrat G ö ck e l von Büdingen der heute stattfindenden Iahrtaujend- feicramRhein und schilderte in kernigen Worten das geschichtlich denkwürdige Ereignis des Erwerbs der Rheinlands durch Heinrich I., ohne die das Oesterreich damals und heute auch nicht zu bestehen vermag. Bedauerlicherweise enthalten die meisten Geschichtsbücher nichts von dieser hochwichtigen Tatsache. Das Hoch des Redners auf das herrliche Rheinland fand feurigen Widerhall. Damit schloß die sehr ausgedehnte, eindrucksvolle und belehrreiche Tagung. Turnen, Sport und Spiel Dom Mbetter - Turn- und Sportbund. Das Bezirksturnfeft des S. Bezirks, 9. Kreis in Herborn. L Herborn, am äußersten Ende des Bezirks gelegen, hatte bas Wagnis unternommen, ein Bezirksturnfest zu übernehmen. 3n recht großer Anzahl waren die Turner und Sportler dem Rufe gefolgt, um auch einmal der dortigen Gegend zu zeigen, daß es dem Arbeiterturnerbund Ernst ist mit der Pflege der Leibesübungen, war es doch das erste Mal, daß die Arbeiterturner eine derartige Veranstaltung im Westerwald abh.elten. Di? umfassendsten Vvrb re.tungen toarengetreten worden. 3n bereitwilligster Weise stellte die Bürgerschaft Freiquatiere in genügender Anzahl zur Verfügung, um die Wetturner und Kampfrichter unterzubringen. Zahlreicher Fahnenschmuck in den Reichsfarben bekundete die Anteilnahme der ganzen Bevölkerung. Der herrlich gelegene Fest- platz war in recht hübscher Weise hergerichtet worden, um dem Fest einen würdigen Rahmen zu geben. Am Samstag abend erfolgte die Einholung der eingetroffenen Turner vom Bahnhof, in einem recht stattlichen Zuge wurden die Vereine in die einzelnen Standquatier? geleitet. Dri ein- brechender Dunkelheit ordnete sich ein imposanter Fackelzug. der sich, von zwei Musikkapellen begleitet. nach dem Festplah bewegte. Rach einem Degrüßungslied des Arbeitergesangvereins „Freundschaft" und einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Turn- und Sportvereins Herborn folgt ein Schauturnen -er Bezirksmeiste rri ege, deren hervorragende Leistungen stürmischen Beifall sanden. Weitere turnerische Sondervorführungen und Gesangsvorträge vervollständigten das Programm Der Weckruf der Herborner StadtkapeUe rief am Sonntag früh die Dettumer zum Wettkampf. bei unter der bewährten Leitung deS Dezirkstumwarts Am end in glatter Weife durchgeführt wurde. Eine recht zahlreiche Zu- fchauermenge hatte sich eingefunden, die die in- terefsanten Wettkampfübungen mit großer Anteilnahme verfolgte und bei besonders guten Leistungen mit dem Beifall nicht kargte. DaS Wetter hatte sich aufgeklärt, lachender Sonnenschein lag auf der herrlichen Umgebung Herborns. Am Rachmittag durchzog ein recht langer Festzug die Stadt, an der Spitze sämtlich? teilnehmende Turner in Turnkleidung, dem Zuge dadurch das richtige Gepräge gebend. Aus dem Festplah begrüßte zunächst Bürgermeister R i e d e r s chu l l e - Herborn im Ramen der Stadl die von auswärts gekommenen Turner. In seiner Ansprache betonte er, daß das Turnen und der Sport in den letzten 10 Jahren einen großen Aufschwung genommen habe, weil man heute mehr denn je erkannt habe, daß das Turnen der Gesundbrunnen ist, aus dem unser Volk seine Lebenskraft schöpft. Der stellvertretende Bezirksvorsitzende Schleenbecker-Krofdorf ging in seiner markanten Festansprache näher auf die Eigenart des Arbeiter-Tum- und Sportbundes ein. sein begeistert aufgenommenes Frei- beil galt der Arberterturnbewegung. Die unter den weitausladenden Qleften der uralten Linden, die dem Festplah fein besonderes Gepräge gaben, vorgesührten Massenfreiübungen fanden ob ihrer Exaktheit lebhaften Beifall. In bunter Reihenfolge wechselten turnerische Vorführungen mit Konzert- und Gesangvorträgen, und pünktlich, fast gleichzeitig mit der Deendiguirg des turnerischen Programms, setzte der Regen ein. Das sonst übliche fröhliche Gewoge aus dem Festplah wurde nach den weiten Hallen verdrängt, wo bald eine „drangvoll-fürchterliche Enge" herrschte, die aber die allgemeine frohe Stimmung nur erhöhte. Gegen 1 »10 ilfcr ging der letzte Zug. der die Teilnehmer von auswärts wieder in ihre Heimat bringen sollte. Unter den Klängen der Stadtkapelle und den jubelnden Zurufen einer riesigen Menschenmenge rollte der Zug aus der Halle. Vorher wurde natürlich erst die Preisverteilung vorgenommen. Wir bringen aus der Siegerliste den folgenden Auszug: Geräte, a. D b e r ft u f e. 1. Otto Spuck, Wieseck 344 Punkte, 2. Fritz Döring, Burkhardsfelden 328, 3. Otto Füll, Herborn 316, 4. Willi Winter, Launsbach 314, 5. August Geis, Lollar 306, 6. Otto Debus, Launsbach 304, 7. Friedrich Wagen- bad), Staufenberg 301, 8. Gustav Jung, Hartenrod 276, 9. Heinrich Stroh, Großen-Linden 258 P, — Außer Konkurrenz: Ludwig Stroh 344, Ferd. Würtz 328, Fritz Bender-Krofdorf 295 P. — b. M i t t e 1 - stufe. 1. Heinrich Nuhn, Treis 343 Punkte, 2. Willi Möhl, Wieseck 342, 3. Heinrich Becker, Krofdorf 341, 4. Karl Rink, Hattenrod 339, 5. Rudolf Kern, Naunheim 332, 6. Willi Bier, Staufenberg 331, 7. Karl Rohm, Wieseck, Otto Fischer, Großen Linden, Heinrich Koch, Wißmar 329, 8. Karl Fink, Steinbach 324, 9. Heinrich Horrmann, Staufenberg und Karl Leib, Fellingshausen 323, 10. Otto Muhly, Beuern 322 P. — c. Unterstufe. 1. Friedrich Meinhardt, Hartenrod 355 Punkte, 2. Willi Wagner, Launsbach 350, 3. Karl Will, Gießen 335, 4. Heinrich Schick, Treis a. d. Lda. 326, 5. Albert Schäfer, Launsbach 324, 6. Georg Schneider, Treis 320, 7. Karl Bender, Krofdorf und Karl Stroh, Wißmar 317, 8. Alfred Oßwald, Wieseck 316, 9. Willi Frey, Wißmar 314, 10. Heinrich Debus, Hartenrod 310 Punkte. Volkstümlich, a. Oberftufe (über 18 Jahre). 1. Gustav Gäbler, Gleiberg 86 P., 2. Rudolf Pfaff, Launsbach, 82, 3. Albert Lautz, Gleiberg 79, 4. Gustav Lust, Gleiberg, 78, 5. Karl Schäfer, Daubringen und Otto Becker, Lollar 72, 6. Hans Scheid, Fronhausen und Willi Neuhaus, Krofdorf 71, 7. Hugo Germer, Klein-Linden 69, 8. Alex Tureck, Lollar 68, 9. Willi Barschel, Lollar 67, 10. Otto Mandler, Launsbach und Rudolf Velten, Wieseck 65, 11. Karl Hasfelbach, Lollar und Heinrich Deibel, Staufenberg 63 P. — Mittelstufe, Sportler von 16 —18 Jahren. 1. Wilhelm Zecher, Staufenberg, 117 Punkte, 2. Will). Bender, Rodheim a. d. B. 111, 3. Wilhelm Bech- linger, Rodheim a. d. B. 109, 4. Berthold Richter, Krofdorf und Richard Schäfer, Launsbach 108, 5. A. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. In der letzten Sitzung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde hielt Herr Geheimrat Professor Dr. König einen durch zahlreiche Versuche erläuterten Vortrag über den Magnus- Flettner--Effekt, der durch seine praktische Verwendung von Windkrastschiffen in jüngster Zeit die Aufmerksamkeit weitester Kreise auf sich gezogen hat. Die Artilleristen waren bereits vor über hundert Jahren auf gewisse unregelmäßige Abweichungen aufmerksam geworden, die die Geschosse von der erwarteten Bahn erfuhren, und man hat diese Erscheinungen auch schon in Zusammenhang mit der zugleich stattfindenden Rotation der Kugeln gebracht. Um zu einer sicheren Entscheidung über die hier obwaltenden Verhältnisse zu gelangen, stellte der Physiker Magnus in Berlin im Jahre 1852 einige Versuche an, die zugleich die physikalische Grundlage darstellen, mit deren Benutzung Flettner seine Idee, ein Windkraftschiff zu betreiben, verwirklichen konnte. Wie das in etwas modernerer Form wiederholte Experiment lehrte, weicht ein beweglich in einen Luftstrom gestellter, rotierender Zylinder in der Richtung senkrecht zum Luftstrom und fenfred)t zur Zylinderachse aus, und zwar immer nach derjenigen Seite hin, auf der sich der Umfang des Zylinders in der Richtung des Luftstromes bewegt. Dieses Ergebnis deckle sich in der Tat mit den bei den erwähnten Schiehversuchen gemachten Beobachtungen. Die Anwendung dieses Effektes auf die Praxis mit derartigen Zylindern ausgestatteter Windkrastschiffe bedeutet also die Nutzbarmachung einer senkrecht zum Winde auftretenden Kraftwirkung, je nach dem Sinne der den Zylindern erteilten Rotation nach der einen oder nach der anderen Seite. Um zu einem Verständnisse dieser Erscheinung zu gelangen, müssen die Gesetze des hydrodynamischen Druckes zu Rate gezogen werden. Unter Erläuterung durch Zeichnung und Versuche machte der Vonragende die Druckoerteilung klar, die sich etwa in der Umgebung eines in einem Luftstrome befindlichen Hindernisses von zylindrischer Gestalt einstellen müßte, sofern man die Lust im Sinne einer sogenannten idealen Flüssigkeit als ein reibungsloses Medium ansieht. Das wesentliche Merkmal einer derartigen Strömung ist, daß die einzelnen Flüssigkeusreile dabei nicht zur Drehung und mithin Ausführung irdengwelcher Wirbelbewegungen gelangen können. Haben wir cs wie in Wirklichkeit, nicht mit einem reibungslosen Medium zu tun, so ergeben sich allerdings wesentlich andere Verhältnisse. Da sich die Luftschicht "unmittelbar an der Zy- linbcrobcriiöd)c nicht frei an dieser vorbeibewegt, sondern infolge der austretenden Reibung von ihr mitgenomemn uurd und in allerdings immer abnehmendem Maße die benachbarten Luftschichten ebenfalls mitgeriffeii werden, kommt es hinter dem Störungsförper zur Ausbildung eigentümlicher Wir- bclerschcinuugen, wie an Versuchen in einer Wasserströmung gezeigt werden konnte. Je nach dem Drehungösinne eines in Wasser rotierenden Zylinders treten an der einen oder an der anderen Seite Stauungen und Wirbel auf, die sich schließlich von dem Zylinder ablösen und denen in regelmäßigem Wechsel immer wieder neue Wirbel folgen. Bei genügend starker Rotation kommt auf der mit dem Strome lausenden Seite des Zylinders feine Verzögerung und daher auch keine 'Jßirbelablöfung zustande, baaegen bilbet sich auf ber gegenläufigen Seite ber Wirbel aus. Steht ber Zylinder still, fo ergeben sich beiberfeits Wirbelbilbungen infolge ber burch Reibung verursachten Stauungen; bei schwacher Rotation bes Zylinbers wirb nur ber eine ber beiben Wirbel kleiner, ber anbere größer als beim nicht- kreisenben Zylinber. Um eine Vorstellung von ber Größe ber auf» trcicnben Kräfte zu geben, führte Herr Geheimrat König, nachbem rr bie Druckverteilung an verschiedenen Stellen bes ruhenben unb bewegten Magnus- Zylinbers im ßuftftrome mittels eines Manometers gezeigt hatte, eine Messung ber ablenfenben Kraft aus, inbem er mittels eines burch Gewichte aus- geübten Zuges von ber Gegenseite aus gerabe bie Ablcn'Tna kompensierte. Diese Kraft erwies sich auf Grunb genauerer Stubien bei gegebener Winb- geschwinbigkeit proportional der Ansangsgeschwin- bigteit bes Rotors, um erst bann abzunehmen, wenn sich ber Rotor schneller als ber in unmittelbarer Nähe an ihm oorbeigleitenbe Luftstrom bewegt. Man kann auch, wie an einem von Herrn Professor dermal1 angegebenen Apparat gezeigt wer- ber. konnte, bie Winbströmung selbst benutzen, um dem Zylinber bie erforberlidje Rotationsbewegung mittels eines ausgesetzten Schauselkreuzes zu erteilen. Schließlich sührte ber Dortragenbe noch einen einsachen Versuch mit einer rotierenden Scheibe vor, bie sich, in einen Luftstrom gestellt, bann weiter breht, währenb sie, ohne burch vorher- gehenbes Anstoßen in Umbrehung versetzt worben zu sein, sich lebiglich senkrecht zur Strömungsrichtung einstellt. Auch biefe eigentümliche Erscheinung hat sich auf Grunb seiner Versuche als eine Folge bes Magnuseffektes erwiesen. Zum Schlüsse gaben Lichtbi 1 ber von Flett- ners Winbkraftschiff „B u ck a u" eine anschauliche Vorstellung von ber praktischen Anwenbun^ bes Magnus-Effektes, bei ber die Segel eines Segelschiffes durch zwei hochragende, allerdings weniger poetifd) anmutenbe Rotoren ersetzt sind. In dem darauf folgenden Vortrag des Privat- dozenlen Dr. Hock „lieber bie Faserstruk - tur gebehnten Kautschuks" würbe eine Anzahl von Versuchen gezeigt, bie als Beweise für bie bei ber Dehnung bes Kautschuks erfolgenbe Gleichrichtung seiner Moleküle angesehen werden können, bie sich babei wie gebünbelte Stäbchen parallel lagern. Mit biefer Stäbchenpackung ist bas Austreten von neuen Kohäsionskräften zwischen ben langgestreckten Molekülen verbunben, bereu Wirksamwerben mit bem Freiwerben von Wärme Hand in Hanb geht. Bei tieferer Temperatur, unterhalb ber Zimmertemperatur etwa, ist biefe erzwungene Neuorientierung bei* Moleküle stabil, so baß beträchtlich gebehnter Rohkautschuk trotz ber ihm innewoh- nenben großen elastischen Gegenkraft im gestreckten Zustanbe verharrt; bei höherer Temperatur wirb infolge lebhafter werbenber Wärmebewegung ber Moleküle die Kohäsion zwischen ben Stäbchenlagen geschwächt, so baß nunmehr wieber eine Zusammenziehung bes Kautschuks erfolgt. Es gibt also ein vergleichsweise wie ein Schmelzpunkt anmutendes Umwandlungsintervall. Die Faserstruktur, die aus der Theorie folgt, wurde insbesondere durch folgenden Versuch bestätigt: Wird stark gedehnter Rohkautschuk in flüssiger Luft hart gefroren, so erfolgt unter der Wirkung von Hammerschlägen, wie der Vortragende zeigte, ein Aufspaltung in ein Bündel parallel liegender Fasern, bie in der Dehnungsrichtung verlaufen. Wiederholt man den Versuch dagegen mit ungedehntem Kautschuk, so zerspringt er bei gleicher Behandlung wie Glas in unregelmäßige Scherben, da eben keine bevorzugten Richtungen in seiner Struktur vorhanden sind. Zu einem ganz entsprechenden Beweise haben jüngst veröffentlichte Röntgenspektro- skopische Untersuchungen geführt, so daß die Faser- ftruftur gedehnten Kautschuks als eine experimentell gesicherte Tatsache angesehen werden darf. L. H. Am Sonntag, dem 14. 3uni, veranstaltete die Oberhessische Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde eine Exkursion zur Beobachtung der Tierwelt im Krofdorfer Forst. Herr Pros. Dr. Ehrhard leitete freundlicher Weise den vorn besten Wanderwetter begünstigten Lehr- ausflug. auf dem sich bald auf Schritt unb Tritt Gelegenheit bot. interessante Beobachtungen anzustellcn und insbesondere Bekanntschaft mit zahlreichen heimischen Singvögeln zu machen. Dank der nimmermüden Bereitschaft des Leiters. an ihn gelangende Fragen eingehend zu beantworten und zu immer neuen Beobachtungen zu führen, wurde dec von der Morgenfrühe bis zur Mittagszeit ausgedehnte Ausflug von den Teilnehmern als eine sehr willkommene und zur Wiederholung in ähnlicher Form einladende Abroechslung in buntem Kranze der von der Gesellschaft veranstalteten abendlichen Vorträge empfunden. L- H Geld Zr«rttfsrt «. M. I F (Nachdruck verboten.) 2. Fortsetzung. bafj 3 ich richtiger J auf Warum 61 Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) „Danke", antwortete Fräulein Lisa freundlich, liebe Konfekt nicht." „Saun vielleicht eine Zigarette?" sagte er. „Ist das nicht verboten?" „Sie haben recht, Fräulein Lisa, wir müssen später warten." Amtsgericht Wetzlar. Wetzlar. 21. Juni. Wegen Betrugs und Unterschlagung war der Schweinehändler Philipp B. aus Wehlar-Aiedergirmes angeklagt. Wie 9 c u die Angeklagte behauptet, soll der Angeklagte auf einem Hofgut im Kreise Wetzlar den Gutsverwalter B. durch Vorspiegelung falscher Tatsachen geschädigt haben, indem er in dessen Mwesenheit von der Ehefrau des Gutsverwalters fünf Ferkel zum Preise von 70 Mar? kaufte. Beim 216= holen der Ferkel aus dem Stall soll er jedoch nicht die Ferkel, sondern fünf Läuferschweine von bedeutend höherem Wert mitgenommen haben, auch soll er die zum Transport der Schweine von dem Hofgut entliehene Kiste nicht mehr zu- rückgegeben, sondern für sich behalten haben. 3n der heutigen Verhandlung vermochte das Gericht keine strafbare Handlung im Sinne der Anklage festzustellen und sprach daher das Gericht den Angeklagten kostenlos frei. Der Invalide G. V. von Wetzlar wurde unter Ausschluß- der Oefsentlichkeit wegen Erregung öffentlichen Aergernisses zu ein em Monat G e f ä n gnis und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. gnügte sich mit einigen halblauten Bemerkungen über das Spiel der Mitwirkenden, da aber auch dieser Kvnversationsversuch an dem vollständigen Schweigen des Mädchens scheiterte, schwieg auch er. Die im zweiten Zwischenakt von Herrn Fellips vorgebrachte Einladung zum Souper schien dem Mädchen nicht zu mißfallen. Sie zuckte nur ganz leicht die Achseln und meinte: — Warum nicht? Tatsächlich waren ihre Gedanken aber ganz wo anders. „Woran denken Sie, Fräulein Lisa?' fragte der Kavalier bekümmert. Er fürchtete, daß sie die Bedeutung seiner letzten Frage nicht ganz (Sn Billionen Mart ausged rückt. DuenoS-LireS, London, Neu» vork. Japan, Rio de Sanctro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Embeite«.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.)_______________ 4.179 19,30 20.355 19.51 11(7,88 15.81 71.12 59.10 111.99 81,48 11,11 12,415 5.85 fragen Sie, kennen Sie ihn?" „Aber das müssen Sie doch wissen Herr Fellips entschuldigte sich lächelnd. „Ach ja, gewiß. Wo hatte ich nur meine Gedanken? Sie kommen immer wieder auf unser : kleines Mittagessen zurück, während ich ... „2hxn?" Herr Fellips versuchte, seinen Sitz um einen Zoll näher an den des Mädchens zu rücken, es mißglückte aber. Die Fauteuils waren am Boden festgeschraubt. ,Während ich nur an das Jetzt denke , setzte der Kavalier fort. ..Sie dürfen nicht lachen, aber Ihr Interesse für den alten Thorben machte mich ein wenig eifersüchtig." Fräulein Lisa brach in schallendes Lachen aus. Ein paar Operngucker im Parkett eröffneten sofort das Feuer gegen die Loge des Bankdirektors. „Glauben Sie, auf Exzellens Thorben 2ifcr» süchtig sein zu müssen?" ? „Der Alte hat eine Schwäche für das weibliche Geschlecht und ist nicht ganz ungefährlich." Die Augen des Mädchens blitzten, es schien sich für Herrn Fellips Worte außerordentlich zu r interessieren. „Wenn Sie wüßten, wie neugierig ich bin," sagte sie, „Erzählen Sie, erzählen Sie ..." 2Iber die Antwort, die Fräulein Lisa erhielt, war ein Schlag auf den Gong hinter der Bühne, ünb im gleichen Augenblick ging der Vorhang zum letzten 2lkl in die Höhe. (Fortsetzung folgt.) Als der Vorhang nach dem ersten Akt gefallen war, fragte Herr FÄips: „Gestatten Sie, ich Ihnen ein wenig Konfekt bringe?' d 9 Fräulein Fod Roman von Anders E j e. a •• C)Q. h Der Einwurf war zu erwarten gewesen. Herr Fellips wollte eben behutsam Vorgehen. Aber das Mädchen antwortete nichts — und fragte erfaßt habe. Fräulein Lisa erwachte. „Sagen Sie", bat sie und berührte mit ihren Fingerspitzen Herrn Fellips Rockärmel, „der alte Thorben damals, das ist doch ein -T-t- Schlauberger. Richt, Herr Fellips?" „Wer? Der alte Thorben . . auch nicht weiter. Ihre Blicke fixierten irgendeinen Punkt unten im Orchester, und von ihren Lippen konnte Herr Fellips nichts sehen, denn sie hielt, absichtlich oder unabsichtlich, den Fächer vor das Gesicht. Herr Fellips benützte die Gelegenheit, um genau und mit Kennerblick das wenige zu studieren, das vom Gesicht des Mädchens unbedeckt blieb. Dor allem staunte er über ihren Teint, diesen reinen, fast durchsichtigen Teint, von Schminke und Puder unberührt, diese weiche Rundung der Wange, frisch wie eine Aprikose mit dem Seidenglanz deS Pfirsichs, ilnb daS sollte ein Kaffeehausmädchen sein I Da mußte sie noch nicht lange diesem Berufe angehören Fräulein Lisa lächelte. „Warum schauen Sie mich so an?" fragte sie ruhig „Ich kann nicht begreifen, wo ich meine Augen hatte, als ich Sie nicht wiedererkannte", log der Kavalier. Dann kam das Gespräch wieder auf jenes Mittagessen im Sommer. Fräulein Lisa bedauerte, daß der Bankdirektvr damals so über Hals und Kopf die Gesellschaft verlassen mußte, und der Dankdirektor beklagte es auch. „Das Lustigste kam erst zum Schluß", erklärte das Mädchen „Ich verstehe," sagte Herr Fellips, der infolge seines Berufes niemals das Pekuniäre vergessen konnte, „Fräulein denken an die Trinkgelder." In der Loge angekommen, blieben beide einen Augenblick im Hintergrund. Die linke Draperie, die die Loge dem Parkett verbarg, war ein wenig zur Seite geschoben, was zur Folge hatte, daß man von einem Teil der ersten Parkettsitze einen ganz genügenden Einblik in Herrn Fellips' Loge hatte. Das Mädchen machte seinen Kavalier darauf aufmerksam „Sie haben Recht", sagte er, nahm einen Stock und zog damit den Vorhang vor. „Haben Sie Furcht?" fragte Fräulein Lisa, als sie sich in den Fauteuils zurechtsehten. „Ja," nickte er, „wir haben beide ein schlechtes Gewissen." Es fiel dem Mädchen nicht ein, die Konsequenzen aus dieser Antwort zu ziehen, — daß Herrn Fellips' Angst, gesehen zu werden, für sie selbst kompromittierend war. Aus der Bühne floß das Spiel wie ein leicht schäumender Strom dahin. Schon von Anfang an war ein jagendes Tempo eingehalten worden, der Dialog des Stückes gallopierte in einer hals- brechenden Steeplechase vorwärts, die rundum Wolken von atemloser Spannung aufwirbelte. Das Um und Aus der Handlung folgte dem französischen Clichc': ein halbes Dutzend spaßhafter Mißverständnisse, einige Telegramme, die in die unrichtigen Hände kamen, ein paar Seitensprünge, ein stupid echter Gatte samt einer übel zugerichteten, aber schließlich noch notdürftig geretteten Moral. Das Stück unterhielt wie die Rervenstöße bei einer waghalsigen Autofahrt, -ein paar kecke und gewagte Worte erleichterten den Druck gerade in dem Augenblick, wo es gefährlich wurde, - und dann ging die Jagd weiter Herr Fellips war sentimentalen Kmdereien sängst entwachsen, als daß er im Halbdunkel des Saales die kleine Hand seiner Dame gesucht hätte Im übrigen yielt er auf seinen Ruf als Gourmand, - es wäre ihm niemals eingefallen, sich den Appetit auf ein leckeres Mittagessen durch einige Kaviarbrote zu verderben, so verlockend diese auch sein mochten Er be- Wirtschaft. Felten-Guilleaume, Carlswerk A. G., Köln-Mülheim. In der H.-V. wurde der Abschluß für 1924, welcher mit-einem Reingewinn von 4 064 000 Rm. abschließt, genehmigt. Es werden 6 Prozent Dividende verteilt. Generaldirektor Dr. Zapf betonte, daß die De- fchästigung des älnternehmens gut sei. In den letzten Tagen habe man den Auftrag auf Lieferung und Legung eines mehradrigen Teleson- kabels von Holland nach England erhalten. Außerdem stehe man für das Rordenhamer Werk mit der Ostatlantischen Telegraphengesellschaft vor dem Abschluß eines Lieferungsvertrages auf ein Seetelegraphenkabel nach den Azoren. Die finanzielle Lage des Unternehmens habe sich seit Abfasfung des Berichtes nicht verändert. Kre- dite seien nur in allerkleinstem Maße in Anspruch genommen worden. ' Deutsche Petroleum A. G., Berlin. In der o. H.-V. wurde die vorgelegte Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung einstimmig genehmigt und beschlossen, den Reingewinn von 167 278 Mk. auf neue Rechnung vorzutragen. Dr. Emil von Stauß führte in Ergänzung des Geschäftsberichtes aus. daß die Ergebnisse im Berichtsjahre beeinflußt seien durch die Schwankungen der Weltmarktpreise und durch Rotverkäufe schwach gewordener Importfirmen, die viel billige Ware an den Markt brachten. Trotzdem gelang es, den Absatz in allen Produktionen zu heben, so daß das Handelsgeschäft in Anbetracht der Verhältnisse noch einen recht zufriedenstellenden Gewinn abgeworfen habe. Die junge Dame wandte ihr Gesicht dem Mann zu, der schräg hinter ihr sah, und ihre ausdrucksvollen Aug.n funkelten vor Lustigkeit. „Ja," sagte sie nachdrücklich, „ich denke an die Trinkgelder, Herr Fellips. Die waren nicht gering." Der Banidir.ktor biß sich auf die Lippen. Er war dumm genug darin eine Bosheit zu wittern. „Und Sic," setzte das Mädchen fort, „Sie verdienten wohl auch an dem Geschäft? Richt wahr?" „Entschuldigen Sie, aber ich verstehe nicht.. " „Sie kauften doch eine Eisenbahn, ober nicht?" „Ja ..." „Run also. Wenn man etwas kauft, so gewinnt man doch ober verliert man. Was taten Sie?" Herr Fellips begann zu lachen. Auch was die Konversation betraf, gehörte das Mädchen nicht zur gewöhnlichen Sorte. „Sie lachen." fuhr Fräulein Lisa fort, „also haben Sie verdient. Habe ich recht?" „Antworten Sie mir ehrlich auf eine Frage, Fräulein Lisa: wie kann Sie dies'interessieren?" „Ist das so merkwürdig? Sie interessieren sich doch auch für meine Geschäfte." » Herrn Fellips blieb es erspart, eine Antwort zu geben, denn im selben Augenblick erlosch im Saal das Licht, der Vorhang ging auf, und das Jntriguenspiel übersiedelte von der Loge auf die andere Seite der Rampe. Bankdirektor Harry Fellips gehörte zu jenen, die sich niemals unvorbereitet in eine Situation begeben wollten und die ein für allemal den Glauben an die Eingebung der Stunde abgeschwo- ren hatten. Er wußte, daß jedes gutgemachte Theaterstück von drei Akten seinen längsten Akt in der Mitte hatte, und freute sich darüber. Herr Fellips brauchte nämlich Zeit zur lieber- Icgung, wie die Offensiv: gegen das Mädchen im Fauteuil vor ihm am besten eingeleitet werden sollte, — es bandelte sich um ihre Mitwirkung in dem taktischen Moment, der den siegreichen Angriff vorbereiten sollte. Herr Fellips hätte in einem gewöhnlichen Fall gewiß nicht so viele Umstände gemacht, aber fein erotischer Instinkt sagte ihm, daß dieser Fall ganz außerhalb der Grenzen fiel, die er sonst zu besehen ober zu überschreiten pflegte. zu gehaltenen Kursen.'Deutsche Anleihen: äprozent. Reichsanleihe 0,415, älprog. Reichsanleihe 0,610, Zjproz. Preuß. Kcmsols 0,575, Schutzgebietsanleche 5,65. Bankaktien: Bayerische Hypotheken- und Wechselbank 81, Commerzbank 98, Darmstädter Bank 120,75, Deutsche Bank 121, Dresdner Bank 102,25, Mitteldeutsche Creditbank 98,50, Rheinische Kreditbank 90, Oesterreichische Kreditaktien 7,30. Montanaktien: Ilse Bergbau 99,50, Marisfelder 60,50, Phönix 93,25, Rheinische Braunkohlen 119, Kali Aschersleben 13. Kali Westeregeln 105. Chemische Akien: Badische Anilin 118,50, Chemische Griesheim 109, Elberfelder Farben 110, Th. Goldschmidt 86, Höchster Farben 109,87, Rlitgerswerke 67. Industrieaktien: AEG. 92,75, Lahmeyer 67,50, Mainkraft 82, Mönus 58, Banknoten. (Ohne Gewähr.) Pfaff, Larmsbach 105, 6. Adolf Pfaff, Kinzenbach 104, Wilh. Geis, Lollar 102, 8. Karl Horn, Steinbach 100, 9. Robert Schaum, Krofdorf und Karl Schmidt, Fronhausen 98, 10. Louis, Henkelmann, Staufenberg 96 Punkte. — Unterstufe. 1. Karl Klinket, Lollar 126 Punkte, 2. Karl Schwalm, Wißmar 124, 3. August Schäfer, Daubringen 122, 4. Wilhelm Leidner, Altcn-Buseck 120, 5. Rudolf Ostwald, Wiesest 119, 6. Heinrich Bill, Raunheim 115, 7. Albert Forbach, Wißmar 114, 8. Walter Pfaff, Kinzenbach 111, 9. Wilhelm Pfeiffer, Steinbach 107, 10. Ludwig Weigand, Grosten-Linden, .Karl Mandler, Wißmar, Albert Leib, Gleiberg, Wilhelm Hirschhäuser, Odenhausen, Richard Bester, Krofdorf, Heinr. Wagenbach, Alten-Busest, .Heinrich Münch, Daubringen, 104 Punkte. Turnerinnen. Oberstufe. 1. E m m a Mandler, Heuchelheim 186 P., 2. Bertha Wendel, Herborn 169, 3. Käthe Hammel, Herborn 159, 4. Ella Schneider, Herborn 145 P. — U n t e r - stufe. 1. Emilie Linden st ruth, Heuchel-, heim 173 P., 2. Elise Mandler, Heuchelheim 163, 3. Anna Balser, Gießen 155, 4. Marie Kümmel, Herborn 131, 5. Elise Biehl, Gießen 125, 6. Aug. Kollmar, Herborn 122, 7. Anni Höß, Gießen 116, 8. Marie Schmidt, Gießen 115, 9. Gertrud Weber, Herborn 108, 10. Marie Balser, Gießen 89 Punkte. Turngarr Lahn-Diinsberg. ! *! Leihgestern. 21. Juni. Das 15. Turnfest des Turngaues Lahn-Düns- b e r g fand heute in Verbindung mit dem 33. Stiftungsfest des hiesigen Verein statt. Am Samstagabend ging ein Fackelzug nut anschließendem Kommers voraus. Heute morgen um 1 */27 Uhr begann das Wett urnen. zu dem etwa 300 Turner und Turnerinnen antraten. Hm 2 Uhr bewegte sich ein Fcstzug nach dem Festplah an der Gießener Straße durch das Dorf. Hier fang der Gesangverein „Eintracht" den Brgrüßungschor. Frl. Emilie Pech trug ein schwungvolles Festgedicht vor. Der Festpräsident Georg Held hielt die Festrede. Von fetten der Festdamen wurde dem festgebenden Verein eine Trommel gestiftet, die Frl. Marie Velten überreichte. Der Gesangverein „Eintracht" schenkte einen Fahnennagel. Die Gesangvereine Liederkranz und Germania verschönten den Festakt durch Gesangsvorträge. Leider setzte nun ein Regenwetter ein. wodurch die Festesfreude sehr gestört wurde. Das Gauwetturnen, das von Gauturn- toart Schmidt- Launsbach geleitet wurde, hatte folgendes Ergebnis: 1. Altersstufe: Reunkampf: 1. Preis mit 119 Punkten Emil Michel-Erda. 43 Jahre alt. 2. Oberstufe: Zwölfkampf: 1. Ehrenpreis Wilhelm Hofmann-Lollar 216 P.: 2. Ehrenpreis W. Leonhard-Wieseck mit 214 P.; 3. Ehrenpreis August Best-Waldgirmes 210 1. Preis Wilhelm Hahn-Gr. Buseck 196 2. Preis K. Bech- told-Launsbach 193 P.; 3. Preis K. Löhr-Lol- lar 181 P.; 4. Preis Ludw. Wagner-Lollar 178 P.; 5. Preis Wilhelm Stephan-Gr. Buseck 177 P. 3. Oberstufe. Fünfkampf, 48 Mitbewerber: 1. Preis Georg Kaietsch-Ruttershausen 99 P.; 2. Preis Wilhelm Hofmann-Alten-Buseck 98 P.; 3. Preis Richard Wissermann-Lollar 93 P.; 4. Preis K. Hauh-Grohen-Buseck und K. Agel-Lollar mit je 88 P., 5. Preis L. Ole- motz-Londors 87 P. 4. Mittelstufe, 71 Mitbewerber: 1. Preis K. Erdmann-Ruttershausen 207 P.; 2. Preis Rud. Reh-Rodheim 206 P.; 3. Preis Wilh. Ferber-Waldgirmes 200 P.; 4. Preis W. Schmidt-Waldgirmes, A. Hassel- pach-Lollar, A. Drescher-Lollar mit je 199 P.; 5. Preis Heinrich Grötzer-Steinbach 197 P. 5. Unterstufe, 93 Mitbewerber: 1. Preis W. Schneider-Grohen-Buseck 167 P. , 2. Preis K. Kümmel-Rodheim und Fr. Beppler-Dorlar 164 P.; 3. Preis W. Bierau-Lollar 158 P.: 4. Preis W. Rollshausen-Launsbach 156 P., 5. Preis Ad. Kreiling-Wieseck 154 P. 6. Turnerinnen. 44 Mitbewerber: 1. Preis Marie Karber-Lollar 166 P.: 2. Preis Kätchen Käs- Allendorf a. b. Lda. 160 P.; 3. Pr. Berta Kümmel- Wieseck 158 P.: 4. Preis Minna Kreiling-Wie- fed 155 P.: 5. Preis Emilie Schmidt-Wiefeck 154 Punkte. Berlin, 22. Juni Amerikanische Roten . . * , . Belgische Roten Dänische Roten ...... Englische Noten........ Französische Rotrn ..... Holländische Roten ...... Italienische Roten ..... Norwegische Noten ..... Deutsch-Ocsterr., A100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ..... Schweizer Noten....... Spanische Roten .. Tschechoslowakische Norm -. Ungarische Roten Briet 4,199 19,40 20,455 19,61 168,72 15,89 71,48 59.40 113,55 81,88 61,41 >2,475 5,89 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger»".! Berlin, 22. Juni. Die neue Woche eröffnet mangels jeglicher Anregung in lustloser Haltung. Das Kursniveau, das sich am letzten Samstag im Freiverkehr der Banken bei kleinen Umsätzen erhalten hatte, unterlag heute einheitlich neuerlichen Abschlägen. An den führenden Aktienmärkten kann die Tendenz demzufolge als ausgesprochen schwach bezeichnet werden. Seitens des Publikums lagen einige Derkaussausträge vor. Der nahende Ultimo macht sich dadurch bemerkbar, daß Monatsgeld nicht zu haben ist und die Interessenten dafür tägliches Geld in Anspruch nehmen. Der Zinssatz erfuhr jedoch bisher durch diese Sachlage noch keine Veränderung. Tägliches Geld 7,5 bis 9 Prozent. Monatsgeld wurde zu 10,5 bis 11,5 Prozent gesucht. Wenn auch im Verlauf der Vörse zu den ermäßigten Kursen verschiedene Deckungskäufe stattfanden, so wurde jedoch hierdurch keine Erhöhung der ermäßigten Anfangskurse bewirkt. Am Devisenmarkt hatte Paris eine neue scharfe A bschwä - Jung zu verzeichnen. Schweizer Devisen blieben befestigt. Die Mark wurde gemeldet aus London mit 20,42, Paris 4,98'/°, Amsterdam 59,33'/r. Zürich 122,55. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 22. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,50—23,50, Roagen, inländischer 18,50—20,50, Hafer, inländischer 18,50—22,50, Mais, gelb 21—22,75, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 36,25—37, Roggenmehl 28,25—29,25, Weizenkleie 11,60—11,75, Raggenkleie 12,50—12,75, Erbsen 24—27,50, Linsen 28—36, Heu, süddeutsches, gut, trocken 8,50, neue Ernte 7,75, Weizen- und Rog- aenstroh 6, Treber, getrocknet 15,50—16. Tendenz- Leicht abgeschwächt. Srantfuticr Schlachkviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 22. Juni. Auftrieb: 1249 Rinder (darunter 361 Ochsen, 42 Bullen, 846 Färsen und Kühe), 643 Kälber, 90 Schafe, 3736 Schweine. Rinder: Ochsen: vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 61 bis 67, mäßig genährte junge und gut genährte alte 46 bis 50; Bullen: vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 55 bis 60, vollfleischige jüngere 48 bis 54; Färsen und Kühe: vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 60 bis 66, vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 52 bis 60, wenig gut entwickelte Färsen 50 bis 58, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 40 bis 50, mäßig genährte Kühe u. Färsen 28 b. 38, ger. gen. Kühe u. Färsen 15 b. 25. Kälber: Feinste Mastkälber 75 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 70 bis 74, geringere Mast- und gute Saugkälber 60 bis 70, geringe Saugkälber 50 bis 60. Schafe: Maftlammer und Masthämmel 48 bis 52, geringere Mast- hämmel und Schafe 40 bis 45. Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kg. 78 bis 80, unter 80 Kg. 70 bis 77, von 100 bis 120 Kg., von 120 bis 150 Kg. und Fettschweine über 150 Kg. 75 bis 78, unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 70 RN. Marktverlauf: Langsamer Handel, Schweine hinterlassen etwas Lleberstand. Berliner Produktenbörse. Berlin, 22. Juni. Der Produktenmarkt hatte infolge schwacher Auslandmeldungen ebenfalls schwache Tendenz. Gerste in guter Drau- toare gefragt, Hafer war ruhig, Mehl hatte besseres Geschäft. Futterartikel ruhig. Es wurden bezahlt für 1000 Kilo: Weizen, märt 266 bis 269, do. Juli 262,50 bis 258,50, Roggen, mark. 215 bis 219, bo. Juli 213 bis 211,50, Gerste, mark. 226 bis 242. Futtergerste 200 bis 216, Hafer, märt 232 bis 240, Mais (loko Berlin) 208 bis 212, Raps 360 bis 370, für 100 Kilo. Weizenmehl 33,75 bis 36, Roggenmehl 29,25 bis 30,50, Welzenkleie 13,20 bis 13,30, Roggenkleie 14 bis 14,20, Viktoriaerbsen 27 bis 30, kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 21 bis 24, Peluschken 21 bis 23, Ackerbohnen 21 bis 22, Wicken 24 bis 26, Lupinen, blau 10 bis 11. do. gelb 13,50 bis 14,50, Rapskuchen 15,60 bis 15,80, Leinkuchen 22,50 bis 23, Trockenschnitzel 10,20 bis 10,40, Torfmelasse 10, Kartoffelflvcken 19,80 bis 20,10. Frankfurter Abendbörie. Frankfurt a. M., 22. Juni. Die Abendbörse nahm einen lustlosen, schleppenden Verlauf; Umsätze kamen nur in ganz geringem Umfang zustande. Die Stimmung war auf allen Märkten behauptet. Chemische Aktien, die scyon gefragt waren, zeigten Neigung zum Anziehen, «chiffahrtsaktien umsatzlos. Deutsche Anleihen waren gebessert, Kriegsanleihe nur wenig verändert. Die Abendbörse schloß ruhig tQVS y 0 ^.5 <3 C So 6 = a3 .*? 5 L« h ___________Datum: TU Deutsche MelchSankeihe 4®/0 Deutsche Rcichsanleihe Deutsche NcichSanleihe 3% Deutsche Reichöanlcibe Deutsche Sparvrämienanleih« 4e/0 Preußische KousolS 4e/e Hessen • • SW/o Hellen......... 3% Hellen Deutsche Wertb- Dollar-Ank. dto Doll -Schay-Anrretsng^I <*/o Zolltürkcu......... 5% Solbmerftanet ... • Berliner Handelsgesellschaft ■ Commerz- und Privab-Bank Darmsl. und Narionalbank Deutsche Bank • • ■ Deutsche DcretnSdank .... DiLcorno Commandii ■ • Metallbank Mitteldeutsche Creditbank. CcftevrettbifcBe Crediianstalt. Weltbank ...... Bochumer Guß . ...... Buderus ........ Caro ........... »-Lurrmburg irchcnci Bergwerk» . . Äuet Bergbau ..... erke Aschersleben. . .. Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte ...... Oberbedars .......... Phönir Bergba» ...... Rbeinstahl . . ...... Krebeck Montan........ Tellos Bergbau. ..... Hamborg-Amerika Paket. . < Norddeutscher Llovd . . . Cheramtsche Werke Albt» . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmanu Analo-Com-Guano .... Badische Anilin Chemische Maper Alavstt .. Goldschmidt Erics beim« Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung ....... Rütgerswerke ■ ...... Schcideanstalt Sine- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . Mmnkrastwerke ....... Schocken Siemens k Halske ..... Adlerwerke Rleyer ..... Daimler Motoren. ..... Hrvligcnstaedl Meguin . Motorenwerke Mannheim . Franlfuncr Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Melattgeselllchafl Frankfurt. Pet. Union A.-G Schuhlobri? Herz Sichel Zellstoff Waldhos....... Zuckerfabrik Frankenthal .. I Zuckerfabrik Waghäusel • ■ • Frankfurt a.M. Berlin Schluß- Kur» Schluß». Abend- >SrIe Schluß, fiurs Sdilufift Mittag 19. 6. 22 6. 19. 6. | 22 6. 0.425 o 415 .4475 1 0.41 — 0.52 0,64 1 0,555 0.56 0.61 0.60 0,54 0.80 0,65 0,805 0,71 0.275 — 0,29 0,28 0.62 0,55 0.1 05 1 0.54 0,70 — 0,75 —- — — - । 0,65 0.60 0.56 0,58 0 52 ■*9.75 89,75 91,75 91.75 93 93,15 3,2 93.5 7.75 7.62 7,8 7,75 35,5 35.50 — — 123 121 123 122 99 98 98.5 98 122 120,75 122.50 122 121.25 121 121 121 GS 68 — — 108,50 108.25 108,75 108.25 02 1,75 — — 98.5 98,5 98 98 7,-i? 7,3 7.37 7. Hl 0.10 0.1 0125 0,125 — — 60 55.13 58 55,50 58,50 öl 54 53 51.5 72.25 75,25 72,25 63.25 59 75 63.50 59,25 113,5 110 113,62 110 13,75 13 14.2 13 113 105 16,87 16 45,50 48,5 49.75 47 5.6 5,6 5,62 5,50 94,25 93.25 95 93,25 76 73,5 75,13 ."3,25 — 76,25 79,75 76,5 2,4 2,45 59 56 59,13 55,50 63 59,75 62,9 58.90 —- 71 71,10 — - 63 64,5 64,25 63,62 — 100.75 100,75 120 118,5 122 118,40 0,48 0,48 — 88 86 90 84.10 110,75 109 112 109,25 111.40 109.9 112 109 50 6.25 6,25 — 68.5 67 71,8 67,25 108.25 108,75 — — 95 92,75 95,62 93 71,5 73,50 74,50 72,5 84,5 82 — — 63 60.50 62,75 62 84.5 83 83.25 80.25 62 59 61,75 60 •i0,5 i 58,5 60,5 59 41 43,25 — — 45 46,5 4-1,5 44 — 69,5 69 0.41 0,425 — — 0.82 1 0,85 0,80 0,8 107 106 — — , .1 2,25 2.2 3 2.6 2.7 3,1 38,5 38 38 37 9,75 9.62 9,9 9,50 4 3,975 — — 63.25 61.25 59 60,25 19 Juni 22. Juni Amtliche Noti nma Amtliche Notierung Geld | Brief Geld Brief «mst..r»on. 168,29 168, 168,34 168,76 Bu-n-.Lires 1.692 1,696 1.684 1.688 Brll-Antw. 19,62 19,66 19,41 19,45 Christiania. 71,16 71,34 71,25 71,39 Kopenhagen 80,20 80,40 80,70 80,90 Stockholm . 112,23 112,51 112,23 112,51 Helstngfors. 10,56 10,60 10,56 10,60 Italien. . . 15,58 15,62 15,69 15.73 London. . 20,385 20,497 20,394 20,416 Reuyork . . 4,195 4.205 4.195 4,21V PaNS.... Schwei, . . 19,81 19,85 19.54 19.58 81.465 81,665 81.465 81.665 Spanien. . 61,12 61,28 61.27 - 61,4: Japan . . . Rio de Jan. 1,71.3 0.466 1,717 1.708 1,712 0.468 0 459 0.461 Wien iu D.» Oest. abgest. 59,057 69,19. 59,057 59,197 Prag .... Belgrad .. 12,437 12.477 >2.437 12,477 7,29 7.31 7.245 7,265 Budapest. . Bulgarien a,815 5,915 a.895 3,915 3,045 3,055 .4,045 3,055 Lissabon 20,475 20,525 20 475 :0,525 Danzig. . • Konstantin. 80.81 81.01 80,85 41,05 ',237 2,247 o 25 2,26 Athen- 6.84 6.88 6 69 6.71