flr. 69 Erster blatt 175. Jahrgang Montag, 23. Mürz 1925 toerbcn. ern wollten. Annahme von Anzeigen für btt lagtsnummtr bis zum Nachmittag vorher ohne jebeVerbinblichkeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Ne» klame-Anzeigen v 70 i ni Breite 35 Bolbpfennig, Platzvorsthrift 20 ,21uf» schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: l)r Friebr. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil: Hans Be<^ sämtlich in Bietzen. Die OterDenhrfe ber damaligen furchtbaren Lage ist Gott sei Dank glücklich überwunden. Das ist daS Verdienst der Reichsreg erung Der Kampf um den Rhein ist nach unserer Tieberzeugung zugunsten Deutschlands entschieden. Zwischen der Scylla französischer Raubbundpolitik und der Charvbdis des Bolschewismus im Innern werden wir auch in Zukunft unser Staatsschiff hindurchlenken müssen. roten Erde während des Ruhrkampf.^s. der nach seiner persönlichen Meinung zu stark nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geleitet worden sei. V!enn es uns nicht gelinge, die Einheit im Sinne Bismarcks zu erhalten, seien wir verloren. Denn auch in der Rachkrieaszett der Staat von Stufe zu Scufe gesunken sei, so sei andererseits eine Wendung in der Seele des Dolles er-kennbar. und gerade die Reichs- Präsidentenwahl solle beweisen, ob wir noch den Willen zur Erneuerung in uns tragen. Die Persönlichkeit b?6 Präsi- aeaten müsse daher über den Parteien stehcar. Werin es gelänge, Dr. Jarres aus den Präsi- dcntensluhl zu erheben, werde Deutschlands Stellung dem Ausland gegenüber mit einem Schlage sich ändern. Die ganje Welt werde in der Präsidentschaft Dr. Jarres den Beweis sehen, daß unsere nationalen Kräfte wieder erwacht find Die ehemaligen Frinde würden dann Deutschland als einen ernstlichen Faktor in ihre Rechnung einsehrn müssen. Don Frank- reich fei allerdings nichts zu erhoffen. Sein Bestreden führte einzig und allein dahin, das Rheinland an sich zu reihen. Staatspräsident Dr. Hellpach in Bremen. Bremen, 22. März. (TU.) Gestern abend sprach der demokratische Kandidat für die Reichs- prasidentenwahl Dr. Hellvach im Tivoti- theater. Dr. Hellpach stellte fest, dah einer nationalen Wiedergeburt jedcSmal eine geistige Erneuerung vorangehen müsse. Die Deut- Großadmiral von Tirpitz über Jarres. Elberfeld, 22 .März. (TU.) Der Reichsblock. Ortsgruppe Elberfeld, veranstaltete gestern äbend eine Kundgebung für die Reichsvräsi» dentenwahl, zu der auch Grohadmiral v. Tirpih erschienen war. Rachdem der Abg. W a r m u t h die Persönlichkeit Dr. Jarres gewürdigt hatte, begrüßte Admiral v. Tirpih die Westmark und würdigte die Verdienste der Männer der Der Sicherungspakt. Britisch-französischer Meinungsaustausch über die deutschen Vorschläge. Erscheint täglich, außer Soniu unb Feiertags. Beilagen: VietztverFomiliev blätter Heimat im Bilb. BlonatsiBeingiprels: 2®olbmarh u. 20 Gold- Pfennig für Träger lohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüste: Schristleituiig 112, Derlag unbGeschäflsstellebl. Anschrift für Drohtnach- richten. AnjelatrEiehrir. Postscheckkonto: firanffurt a. M. 11686. Furück zu Bismarck! Dr. Jarres spricht in Hamburg.—Die Wahrheit über die„Dersackungspolitik brachte. Seine Worte, aus denen die Sorge für die Zukunft herauSklang, enthielten einen Appell: „Sie werden die Gesinnung, die Sic heute durch Ihre Anwesenheit an den Tag logen, in der Mitte des nächsten Jahrhunderts zu betätigen in der Lage sein, wahrend ich, 'eit langem zur Untätigkeit verurteill, der Vorzeit angehöre.'' Ich darf wohl sagen, dah die akademische Jugend, die damals diese Worte vernahm, treu bismarckisch gesinnt innerlich entschlossen war. dieser Mahnung zu folgen Aber die damals für die Geschicke Deutschlands verantwortlichen Kreise waren nicht von dieser Gesinnung erfüllt. Die AbkehrvonDiSmarck war der Beginn unseres nationalen Unglücks. Sie hat uns nach Versailles geführt. Wenn wir unser Doll einer neuen Zukunft entgegenführen wollen, und das ist die nationale Aufgabe, in deren Dienst wir unsere ganze Kraft -u stellen haben, dann müssen wir zurück zu D i S m a r ck. In jener Anspiache hatte ftch der Fürst auch über die deutsche Zwietracht und über den deutschen Parteigeist ausgesprochen »md betont, man müsse in allen Kämpfen, sowie die nationale Frage auftaucht, doch immer einen Sammelpunkt haben, und das fei für uns das Reich, nicht wie eS gewünscht werden könnte sondern wie eS besteht. Diese Worte, so fort, die Bismarck auf die Verhältnisse des alten Kaiserreichs anwandte, gelten sie nicht in vollem Umfang für das Inner- politische Kampfseld unserer Zeit? Es scheint mir, das) uns gerade die Aufgabe, dem Reich ein neues Staatsoberhaupt zu wählen, m hohem Maste die Verpflichtung auferlegt, über Parteizersplitterung und Klassenunterschied hinweg das Sammelnde und Einigende rn den Vordergrund zu stelleir. Rur der Gedanke, dast hinter unserm Reichsblock groste Parteien und Gruppen des gesamten deutschen Wirtschaftslebens. von Handel und Industrie. Mittelstand und Handwerk, Arbeitern des Geistes und Arbeitern der Hand, Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinigt sind, hat mich veranlassen können, dem ehrenvollen Ruf zu folgen und mich ihrem Wunsche gemäh um die höchste Vertrauensstelle im Staat zu bewerben. Wir kämpfen für die Erneuerung des Staates auf nationaler, christlicher, sozialer Grundlage. Rational ist für uns der Ehrentitel eines leben Deutschen, der gewillt ist, auf dem Boden des Staates, für den Staat und 'ür d t e Wiederaufrichtung des Vaterlandes zu arbeiten. Es wird uns vor- getoorfen, dast wir reaktionär seien. Aber sind nicht diejenigen reaktionär, die den Staat rn seiner jetzigen Unzulänglichkeit als etwas für alle Zeiten Gültiges ansehen und sich einer vernünftigen Reform widersehen? teren Katastrophen entgegen gehen. Demokratie sei nicht nur eine Frage der papiernen Verfassung, sondern vor allem des inneren Menschen. Das Selbstbewuhtsein deS Einzelnen und das Verantwortungs ° Dewusttfein dem Staate gegenüber müssen jedenr einzelnen von Grund aus anerzogen werden! Mit diesem Wort muh der Gefahr der Entschlummerung der Republik entgegengetreten werden. Die Kandidatur Ludendorff. M ü n ch e n. 23. März. (TU.) Wie bk „Münchener Reuesten Rachrichten" hören, sind von der norddeutschen völkischen Bewegung Bestrebungen vnr Gange, um General Ludendorff zum Verzicht auf die Präsidentschafts-Kandidatur zu bewegen. unverantwortlichen Schwäche und einer leichteren und bequemeren Gegenwa rtslösung willen die nationale Zukunft unseres Volles und des Rheinlands preiszugeben, oder wir, die wir mit starker politischer Tat. wenn auch unter vorübergehenden schweren Opfern, das Rheinland in seiner Staats - und Reichszugehörigkeit sich Die Rervenkr-se der damaligen fui schen seien stets auf halbem Wege stehengeblieben. Rach dem unerhörten Riederbruch sei dem deutschen Doll sozusagen als Gnadengeschenl rn der Rot die Staatsform der politischen Mündigkeit in den Schoh gefallen. Deutschland stehe jetzt vor der Frage, ob es sich dieser enlledigen wolle oder nicht Hier Hege die Grundbedeutung der jetzigen Wahlhandlung. IBenn das deutsche Volt heule die Polltische Mündigkeit, die rhm seit 1918 in den Schoh gefallen fei, nicht ausbaue und vertiefe, werde es toer- Hamburg. 23. März (TU.) Im Stablis- fement Sagebiel sprach am gestrigen Sonntag Dr. IarreS als Präsidentschaftskandidat in zwei Ssten Versammlungen des Reichsblocks. Wegen ungeheuren Massenandrangs muhten P a - calleloersammlungen abgehalten___2.... Die Kundgebungen wurden durch Vorträge ein» aeleitet. Dr. Jarres führte u. a aus: Mit Hamburg verknüpft sich für mich eine stolze und ewig denkwürdige Erinnerung an Bismarck und an den schönsten Tag meines Lebens. Am 1. April 1895 durfte ich an der grohen Hul - digungSfahrt der deutschen Studentenschaft teilnehmen, die dem Alten Sachsenwald zu seinem 80. Geburtstag die Gefühle einer unauSlöschbaren Dankbarkeit und Treue dar- bat stehenden Gebiete betreffen. Mit einem Worr, es werde dadurch seine Stellung als Grohma chtwiederzurückerobern. Das Problem der Sicherheit aber zeige seine Schwierigkeiten in der Tatsache, dah Berlin dem territorialen Status quo im Westen, aber nicht den territorialen Status quo an den Ostgrenzen des Reiches garantieren wolle. Außerdem werde Reichsauhenminister Dr. Stresemann baldigst die Frage der Räumung der besetzten Gebiete aufwersen, und man könne sich fragen, ob die englische Regierung nicht die Frage der Entwaffnung Deutschlands, namentllch hinsichtlich der Räumung der Kölner Zone unter demselben Gesichtswinkel wie Frank- reich betrachten wolle. Schließlich aber müsse man darauf Hinweisen, dah die Gntmilitari- sierung des rechten Rhei nuferS Sara n t i e n biete, auf die man unter keinen mständen verzichten könne. Der Pakt müsse also neue Sicherheiten zu den alten hinzufügen, und es wäre unzulässig, die Sicherheit abzuschwächen, die man dem Sieg der afilterten Soldaten verdanke. England und die deutsche Ostgrenze. London, 22. März. (WB.) Die Frage des Sicherheitspakies steht weiterhin im Mittelpunkt der Presseerörterungen. Der diplomatische Berichterstatter des Observer hält es für möglich dah nach dem französisch-britischen Meinungsaustausch em britisch-deutscher und vielleicht auch ern französisch-deutscher Meinungsaustausch statt- ftnden werde, während zur Formulierung der Ergebnisse eine Konferenz folgen könne. Der Berichterstatter betont erneut, dah weder die britische noch die deutsche öffentliche Meinung bereit seien, für immer die Integrität des polnisch e n K o r r i d o r s oder des polnischen Teils O b e r s ch l e s i e n s aufrechtzuerhalten. Grohbri- tannien betrachte die deutsche Ost grenze als eine Gefahr für den Frieden und tonne sie daher nicht wie die Westqren.zen garantieren. Ein westlicher Friedbnspakt sei das erste Ziel, das klar erreichbar sei. Die deutsche Regierung schlage ein Schiedsgerichtsabkommen mit Polen vor. Ein östlicher Pak! bedeute für Deutschland eine R e v i s i o n . wenn die Zeit dafür gekommen sei. Für Polen be> beute er eine Garantie der nationalen Unab* hangigkeit Wenn das deutsche Angebot verächtlich zuruckgewiesen werde, so geschehe dies nicht im Rmnen der Sicherheit. Deutschlands mutiger versuch, den französischen Besorgnissen Im Osten und Westen im Sinne der Völkerburchssahung zu begegnen, habe eine vollkommen neue bi pl om atischePhase eröffnet. Stresemanns Vorichlage hätten augenblicklich eine Mehrheft in Deutschland hinter sich Für den Zweck des Dichtheit sei die Garantie der deutschen Rechtsparteien besonders wertvoll Abe, der günstige Augenblick, der sie hervorgebrachl habe, werde, wenn einmal verpaht. kaum wieder- rehren. Frankreichs Nachruf für Turzon ii5n 2x' ^ätl' Die Nochrichl „or fern Tode Lord Curzons hat in Frankreich kein Bedauern heroorgerufen. Die Tatsache, daß Curzon der erbittertste Gegner der ursprünglichen frankophilen Politik Chamberlains war, wird m der fresse im Zusammenhang mit der Erwäh- nung der Möglichkeit eines künftig glatteren Der laufe der franfo=englifd)en Verhandlungen hervor gehoben. Die Blätter betonen die führende Rolle Curzons in der Nachkriegszeit. Es fei ihm qe= Umgen, bemerkt der „Temps", während der mer Knegsiahre das f r a n k o - e n g l i s ch e Bänd- L'd nicht unwesentlich zu lockern. Das Blatt wirft ftm auch seine O r i e n t p o l i 11 k vor und meint, es habe nicht überrascht, daß ihm Baldwin daher bei der letzten Kabinettsbildung nicht da-- Autzenmmisterium anoertraute. Die Pariser Wirtschafts- Verhandlungen. .dariS 21. März. (WB) Die seft Anfan» voriger Woche wieder ausgenommenen deutsch französischen Wrrtschaftsverhandlwigen werden tn alnterkommissionen geführt von de- nen die ^nescch mit den allgemeinen juristischen Deriragsbedmgungen beschäftigt, die andere dagegen die Aufgabe hat, die Listenfragen zu Haren. Man glaubt aber, daß Ende kommender Woche die Beratungen in Dollf iv nr^en dw> standen wir vor der ungeheueren Gefahr, daß einmal die finanzielle Unmöglichkeit, von Reichs wegen die notwendigen Gelder auf die Dauer in das besetzte Gebiet zu schicken, aus der anderen Seite die Verzweiflung der De- ^“enmg zur Trennung des Rheinlandes von Deutschland führen formte. Dem konnte meiner Meinung nach nur durch eine starke poli- tische Tat entgegengewirkt werden. Die geeignete Grundlage dafür bot uns die von Deutschland leider viel zu wenig ausgewertete Curzon-Rote der englischen Regierung vorn August 1923, in der der Ruhreinbruch offen und klar als Bruch des Versailler Vertrags erklärt wurde. Unter Berufung hierauf hätten wir nach meiner- Ansicht den De- sahungsmächten Frankreich und Belgien bekanntzugeben. daß wir unS so lange diesen Mächten gegenüber von dem Friedensvertrag entbunden halten, als nicht wieder Vertrags- und v ö l k e r r e ch t s m ä h i g e Zustände im besetzten Gebiet hergestellt seien. Ich war mir klar darüber, daß dieser Schrftt schwere Opfer für das besetzte und unbesetzte Gebiet bringen werde, halte aber auch heute noch das, was dann gekommen wäre, nicht für schlimmer als was auf dem fogeannten Derständigungs- toege über uns gekommen ist. Diese von mir vertretene Politik hatte mit Preisgabe des besetzten Gebiets nichts zu tun. Bald daraus erwies sich leider nur zu sehr die Richtigkeit aller meiner Befürchtungen. So peinlich es mir ist, so darf ich doch bei den Angriffen, die jetzt wegen der damaligen Rheinpolitik geigen mich unb meine Freunde erhoben werden, nicht weiter verschwiegen werden, daß maßgebende Führer des rheinischen Zentrums und der rheinischen Demokratie, anS deren Kreisen die Angriffe gegen mich kommen, damals In ber kritischen Zeit sich nicht gescheut haben, als den einzig noch bleibenden Lösungsweg vorzuschlagen, die Zugehörigkeit des Rheinlandes zu Ländern und zum Reich prelSzugeben und einen felbflän- digen Staat außerhalb des Reichs herzustellen. Ich frage, wer angesichts dieser Sachlage Der- sackungspolitik getrieben hat, diejenigen, die am Ende ihrer Politik nur die Möglichkeit eines vorn Reich losgelösten autonomen Staates sahen, die bereit waren, in einer vielleicht menschlich verzeihlichen, national aber Paris, 22. März. (Wolff.) Ministerpräsident H e r r i o t empfing gestern abend den fran- zölifchen Botschafter in London Fleuriau. Rach dem „Echo de Paris" wird dieser vier bis fünf Tage in Paris bleiben, damit der Standpunkt der französischen Regierung zu schwebenden wichtigen Fragen geklärt werden kann. Der „Petit Parisien" glaubt als Grund der Reise Fleuriaus angeben ju können, daß die britische Regierung die Absicht habe, die deutschen Anregungen in der Sicherheitsfrage zur Grundlage von Verhandlungen zu machen, ohne ihrerseits neue Anregungen zu geben. Die französische Regierung lehne die Verhandlungs- basis nicht ab. da sie feine Derständigungsmög- lichkeit ausschließen wolle, aber die beiden Regierungen hätten Ungenauigfeiten und Lücken in der deutschen Verbalnote über den Sicherheitsvorschlag gefunden. Deshalb habe ein ernster Meinungsaustausch zwischen Paris unb 'Berlin stattgefunden, der ermöglicht habe, gewisse deutsche Formeln in befriebigenber Weise zu erweitern. Trotzdem bleibe das Wichtigste noch au tun. Man müsse neue Aufklärungen von der deutschen Regierung fordern. London unb Paris feien übrigens einig, dah Grundbedingung für den Abschluß der Sicher, heitspatte der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund sei. Die Frage, wer zu dem Sicherheitspaft zugelassen werden könne, sei noch nicht geregelt, aber auch in dieser Hinsicht erweitere sich der Horizont. Cs fei nicht unmöglich, daß man zu einem europäischen Defensivpakt gelange, dem nur gewisse Länder, wie beispielsweise Holland. fernbleiben würden, die der Gefahr eines Konfliktes nicht ausgesetzt seien. Englischerseits erhebe man gegen ein derartiges europäisches Protokoll Einwände im Hinblick auf die deutsch-polnischen Schwierigkeiten. Am Quai d Orsah habe man die Hoffnung, sie beseit i gen zu können. Ab:r selbst wenn die ostpreußischen Probleme ungelöst blieben und einen allgemeinen europäischen Pakt nicht ermöglichten, auf den die französische Politik hinarbeite, könne man aimchmen, daß Frankreich zwar seinen osteuropäischen Allianzverpflichtungen treu bleiben, aber den Pakt an - nehmen werde, dem nur bie westeuropäischen Mächte und Deutschland an» gehörten.^ Frankreich werde sich aber zu gleicher Zeit bemühen, dieses Abkommen durch andere zu ergänzen, die den osteuropäischen Alliierten Frankreichs Genugtuung gäben. Rach den sehr widerspruchsvollen Rachrichten, die man In London unb Paris veröffentliche, könne man sagen, daß bie britische Regierung ber Ansicht fei, bie deutschen Vorschläge konnten eine Diskussion-- basis schaffen, unb es fei wünschenswert, bie Verhanblungen nach dieser Richtung zu beschleunigen, ohne daß man formell zu irgendeiner bestimmten Formel Stellung genommen habe. Chamberlain habe nor drei Tagen eine lange Unterredung mit dem deutschen Botschafter in London gehabt unb man sei geneigt, diese Zusammenkunft mit den Gerüchten in Zusammenhang zu bringen, daß Deutschland jetzt bereit Jet, tn kürzester Frist seinen Eintritt tn o e n Völkerbund anzumelben. Lord b'Abernon scheine seine ganze Energie darauf verwandt zu haben, die deutsche Regierung davon zu übet,zeugen, daß sie politisch klug handele, wenn sie sich ber Antwort bes Völkerbundrates auf bie deutsche Rote vom 12. Dezember an» passe. Wenn diese Gerüchte sich bewahrhefteten, dann allerdings würde bie grundsätzliche Entscheidung ber Reichsregierung sofortige Rachwlrkungen auf die Verhandlungen über den Sicherheitspakt auslösen. Die englische Regierung würde darin den Beweis eines guten Willens erblicken, um damit eine Politik zu rechtfertigen, die darauf abziele, Deutschland eng an einem Abkommen zu beteiligen, das die Schaffung einer besferen Sicherhettsgarantle in Europa jum Gegenstand habe. Rach Ansicht des , Temps" wäre es jedoch gefährllch, sich Illusionen hinzugeben, denn offenbar habe Deutschland durch seinen Eintritt in den Völkerbund alles zu ge»- toinnen, da es in alle Fragen innerhalb des Vollerbundes eingreisen könnte, die die Kontrolle der besetzten Gebiete und der unter Man- Dr. Jarres kam bann auf die von links- itehenden Kreisen gegen ihn gerichteten Angriffe wegen ber sogenannten Versack ungspoli- lif zu sprechen. Als ber passive Widerstand aufgegeben werden mußte, weil erüberunfere materiellen Kräfte ging, haben die verantwortlichen Männer des Reichs und des Ruhrgebiets sich zusammengesetzt, um diejenige Lösung zu finden, die für das Vaterland die beste sei. Del diesen Verhandlungen habe ich mit Rach- druck den Gedanken in den Vordergrund ge- P.elll, daß jeder die Verpflichtung habe, die ihm richtig erscheinende Lösung vvrzuschlagen, daß aber der Lösungsweg einmütig und unter freier Verantwortung gefunden werden müsie und daß es bei diesem Suchen nach dem richtigen Wege Gradunterschiede des nationalen Empfindens nicht geben dürfe. In den links- ft e h e n d e n Kreisen wurde damals die 2Iuf- lanung vertreten, man solle dem Verlangen Polncares entsprechen und einseitig .P "putschen Wider st and aufgeben rn ber Erwartung, daß bann die Einbruchsmächte SyrurfjieBcn un£> fon allen Zustand afebaß» wieder Herstellen würden. Ich habe diese Erwartung als Utopie bezeichnet Jür 0!^ unb meine Freunde war es klar, daß diese Nachgiebigkeit nicht zum Ziele führen wurde, daß Ile vielmehr neue unendliche Qualen über Deutschland bringen müsse. Das Ziel der französischen Pollttk ging ja offenbar dahin, die Bevölkerung des besetzten Gebietes auch in den gut gesinnten Kreisen, die von dem verbrecherischen Separatismus nichts wissen wollt, auf dem Wege der Frei- Lc *15 u£ ?? a a 1 * u m f o r m u n g zu bringen. He Frankreich aus politischer Klugheit auf dem Dewaltwege zu erringen sich nicht getraute. So GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesien Pnirf rnitPttlag: vrühl'sche Unio-rfttäii-vuch. nnö Stdntruderei H. £an?e in Sieben. Sdjriftlcitnng und Seschäftrftelle: Schniittabe 7. bewert V«.egu.uvnen .or^geirtzt nxscOen ronncrt. dm kommenden Donnerstag werden £toei Vertreter der deutschen Schwerindustrie, Fritz T h y s ° len unö Direktor Bruhn, in Paris eintreffen, um wirtschaftliche Verhandlungen mit Vertretern der französischen Schwerindustrie einzuleiten. Die Finanzlage der Reichsbahn. Berlin. 21. März. (Wolff., Die Ausschüsse und der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft berieten über die finanziellen Verhältnisse der Gese'l.chaft und die Sicherstellung der Reparationszahlungen. Der Verwaltungsrat stellte fest, daß von der in der Oeffentlichkett wiederholt behaupteten Thesau» rierungsvolitik der Reichsbahn keine Rede sein kann, daß vielmehr die äusserst gespannte Finanzlage der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft iorderi, jede neue Ausgabe durch entsprechende Erhöhung der Einnahmen auszugleichen. Den Ausgleich von Mehrausgaben auf einem Gebiet durch Ersparnisse auf einem anderen Gebiet zu finden, ist nicht möglich. So muh auch die durch die letzte Lohnerhöhung bedingte Mehrausgabe aus dem Wege der Tariferhöhung wieder he rein geholt werden. 3n der EinzelerörLerung der Deckungsfrage stimmte der Derwaltungsrat mit der Hauptverwaltung dahin überein, daß die Erhöhung der Gütertarife der deutschen Wittschafl erspart werden solle, dast auch die allgemeine Erhöhung der Personenlar ife diesmal zu unterbleiben habe. Vielmehr soll der Ausgleich darin gefunden werden, das; die besonders stark ermäßigten Sondertarife erhöht werden. Auch hierbei wurde den sozialen Vedürsnisfen möglichst Rechnung getragen. So bleiben die bestehenden Lariferleichterungen für Fahrten von Kriegsbeschädigten. Kriegsteilnehmern, hilfsbedürftigen Stadtkindern und ähnliche Vergünstigungen des Personenverkehrs vorläufig unberührt. Dor allem aber werden die Arbeiterwochenkarten von der Erhöhung nicht betroffen. Dagegen müssen die Tarifsätze der Zei t- karten des allgemeinen Verkehrs erhöht werden. Hinsichtlich der Verwendung von Mitteln für die Ausgestaltung der Bahnanlagen wurde der Grundsatz aufgestellt, daß die A.lsp.üche auf Sicherheit des Betriebes allen anderen Ansprüchen voran zu gehen haben. Neubauten können zur Zell wegen Knapphell der Mlltel nur dann Weller gefördert werden, wenn sie kurz vor ihrer Beendigung stehen, ober wenn ihre baldige Durchführung einen besonderen wirt- schafllichen Nutzen verspricht. Auch die Fahrzeua- und Lokomolivbeschajfung muh sich vorläufig weiter in engsten Grenzen bewegen. Dre Ruhrent chädigungen. Berlin, 21. März. (WTB.) Der Untersuchungsausschuß des Reichstages für die Ruhrentschädigungen hat heute seine zweite Sitzung abgehalten. Die Regierung wurde um Vorlegung eines Entwurfes zur öligen,einen Orientierung über die ganze Materie ersucht. Der Aufstellung des endgültigen Arbeitsplanes stellen sich Dorläufig noch große Schwierigkeiten engegen. Der Berichterstatter Dr. Hertz (Soz.) legt einen vorläufigen Arbeitsplan vor, demzufolge unter anderem untersucht werden sollen, die eigentlichen Zcch- lungcn während des Ruhrkanrpfes, die Anrechnug der Zahlung der sogenannten Restforderung des Rubrindustrie aus den Reparationsleistungen des Ruqrkampfes und die Zahlungen bezw. Anrechnung der Beiträge aus den eigentlichen Micumlie- ssrungen. 7 Dr. Hertz schlägt ferner die Vernehmung vpn unparteiischen Sachverständigen vor und nennt dazu zwei Direktoren des Reichskohlenverhandes, Direktor Stutz und Direktor L o c f f l e r , sowie den Geschäftsführer des Reichskoklenrates, Berghauptmann B e n n h o l d. Dor DorfilMde Dr. P e r l i t.i u s (Zentr.), bezeichnet zwei Fragenkomplexe als maßgebend für die Arbeiten des Ausschusses. . 1. Was ist materiell gegeben worden? 2. Welche Rechtsgrundlage war dafür maßgebend? Letzter Punkt fei noch völlig ungeklärt. Don ihm aus könne man in Einzelheiten eintreten. Es sei fraglich, ob man nach der Größe der einzelnen Komplexe vorgehen soll, da in diesem Fall das Bild leicht verschoben werden könnte. Dem Arbeitsplan Dr. Hertz wird von den Demokraten, dem Zentrum und der Deutschen Volkspartei zuges-iinint, wobei jedoch von den Abgg. Essen (Zentr.) und Hugo (D. Vp.) verlangt wird, daß zue r st die Rechtsgrundlage geprüft werden soll. Die Deutsche Volkspartei behält sich außerdem, wie auch die Kommunisten, Ergänzungen zu dem Hertzschen fertigen Arbeitsplan vor. Der deutschnationale Vertreter tritt dem Vorschlag der Vertreter der Deutschen Volkspartei bei. Der Vorsitzende empfie' lt daraus für die Führung der Verhandlungen drei Probleme: 1. Wieviel murin: gezahlt? 2. Sind Die Zahlungen zu hoch gewesen? 3. Sind Schäden überhaupt nicht vergütet worden? Die von dem Abg. Herg in seinem Arbeitsplan genannten Ardeitsanträge werden als vorläu- sige allgemeine Richtlinien angenommen. Dann vertagt sich der Ausschuß auf den 2. April. Deutscher Reichstag. Berlin, 21. März. Heber die Kreditgewährung an den gewerblichen □Ritte Ifta n 'p berichtet der Abg. Wienbeck (Dntl.). Per Ausschuß ersucht die Reichsregie- rang, zur Milderung dec augenblicklichen Strebit« not der selbständigen mittelständischen Gewerbe die Reichsbank zu veranlassen, eine Summe von 30 Millionen Mark der Preuhischen Zentralqe lossenschaftskasse und der Genossen-- schoftsabteiliing der Dresdner Bank als Darlehen auf ein Jahr baldigst zur Verfügung zu stellen mit her Maßgabe, die daraus zu gewährenden Kredite an die Kreditnehmer der gewerblichen Kreditgenofsensch f- t e n zu einem wesentlich billigeren als den bisherigen Zinssätzen wciteczugebcn. Sollte die Beschaffung der Summe auf diesem Wege nicht möglich sein, so soll sie aus Mitteln der R e i ch s p o s! zur Verfügung gestellt werden. 3m Einverständnis mit den Spitzenverbänden des mittesständischen Gewerbes und des ge. -r en Genossenschaftswesens sollen welle e Mußnah en erwogen werden, um dauernd die notwendigen Kredite für den gewerblichen Mittelstand zu be- schafsen und zu verbillige^ Abg. Dr. Schneider-Thüringen (Dntl.) \ berichtet über die vorläufige Entschädigungsregelung. Bei der Rotlage bet* jenigen, die durch Liquidations- ober Gewaltschäden betroffen worden sind, war eine vorläufige Regelung erforderlich. Es sind Mlltel durch einen Rachtragshaushalt bereitgestellt, _bie baü> zur Verteilung gelangen formen. Damit soll der endgültigen Regelung der Entschädigungsfrage nicht vorgegriffen werden. Der Ausschußanlrag wird angenommen. Angenommen wird auch ohne weitere Aussprache der sozialdemokratische Antrag auf Sicherung der Wahlfreiheit. Es folgt bann die erste Lesung des vom Ausschuß für Dildungswesen eingebrachten Gesetz- entwurfs über den Lehrgang der Grundschule. Abg. Dr. Runkel (D. Dp.) berichtet Wer die Ausschußverhandlungen. Der Ausschuß legt folgendes Gesetz vor: Der Lehrgang der Grundschule umfaßt vier 3ahresttassen (Stufen). 3m Einzelfalle köirnen besonders leist ungs» fähigeSchüler unter Zustimmung der Grundschullehrer und mit Genehmigung der Grund- aufsichtsbehvrde schon nach dreijährigem Besuch der Grundschule zur Aufnahmeprüfung für eine mittlere oder höhere Schule zugelassen werden. Das Gesetz soll am 1. April in Kraft treten. Die näheren Bestimmungen zur Durchführung sollen durch Land^sgesetzgeoung ebenfalls bis zum 1. April d. 3s. geregelt werden. Abg. S ch r o e k (Soz.) befürwortet einen Antrag, für die Grundschule allgemein eine Dauer von sechs Fahrest lassen zu bestimmen. Beseitigt werden soll die Bestimmung, daß besonders leistungsfähige Schüler schon nach dem butten 3ahre in eine höhere Schule übergehen können. Rach den Wünschen der Sozialdemokraten soll das Gesetz erst am 1. April des nächsten 3ahres in Kraft treten. Abg. Rheinländer (Ztr.) betont die (Rot» Wendigkeit, die Kinder aller Klassen im Sinne der Volksgemeinschaft zusammenarbeiten zu lassen. Die Volksschule soll von der Liebe □der Dolkskreise getragen werden. An den vier 3ahren der Grundschule soll nicht gerüttelt werden. Die Hineinziehung der Vorschule in die Grundschule lehnt dec Redner ab. Die Schule sei der Kinder wegen da und nicht umgekehrt. Begabten Kindern müsse die Möglichkeit des Hebergangs zur höheren Schule schon nach drei 3ahren gegeben werden. Die Menschen seien nun einmal nicht alle glei ch. Abg. Runkel (D. Vp.) warnt davor, durch sachliche Aenderungsanträge die Verabschiedung der Vorlage zu verschleppen. 3m Namen der Regierungsparteien legt er selbst einen Abänderungsantrag vor, wonach beim Hebergang der leistungsfähigen Schüler zur mittleren oder höheren Schule nicht die Zustimmung, sondern nur bie Anhörung der Grundschullehrer erforderlich sein soll. □Tg. Roenneburg (Dem.) begründet eine Entschließung, bie eine Vorlage fordert, nach der die Lebenshaltungs- und Bildungskosten für hochbefähigte Kinder, die zur Heberführung in eine höhere Schule geeignet sind, von dem Reich den Landern und den Gemeinden zu tragen find, wenn diese Kinder infolge der sozialen und wirtschaftlichen Lage ihrer Ellern sonst nur Dolksschulbildung erhellten würden. Abg. Frau Lang-Drumann (Daher. Dpt.) hält auf Grund der guten Erfahrungen in Daher n an der vierjährigen Grundschule fest. Die Dayem lieben sehr wenig die Militarisierung und die Schematisierung. Abg. Mumm (Dntl.) erklärt, daß die Wünsche der Deutschnationalen gerade den unbemittelten Klassen zugutekommen sollen. Für die Bemittelten sei es gleichgültig, ob die Schulpflicht um ein 3ahr verlängert werde. Abg. Frau Vsuels (Soz.) beantragt Zurückweisung an den Ausschuß. Hierauf erfolgt Feststellung der Defchlußunfahigkeit des Hauses, da Soziafdemokraten, Kommunisten und ein Teil der Demokraten den Saal verlassen haben. Präsident L ö b e beraumt eine neue Sitzung auf 3 Hhr an. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Ausschußbericht zu dem Antrag, betreffend Aus- nahmetarif der Reichsbahn für Erz unP Kohle. Der Ausschuß beantragt die Ausnahmetarife für den Eisenerzversand aus den Dergbaugebieten an der Sieg, Lahn, Dill, aus Ober» Hessen und Den benachbarten Gebie- t e n, sowie die Ausnahmetarife für den Brennstoff bezug der Gruben zu ermäßigen. Die Reichsregierung wird ferner ersucht, dem Reichstag von Vierteljahr zu Dierteliahr über die Betriebsverhältnisse, Derk hrsleistuugen und SeschästSergebnisse der Reichsbahn Bericht zu erstatten. Der Antrag wird nach Aussprache angenommen. Cs folgt die Beratung des Handelsabkommens mit Guatemala. Bei der Abstimmung bezweifelt Abg. Henning (Dtsch.- Völk.) die Beschlußfähigkeit des Hauses. Da sch das Bureau nicht einigen kann, muh erneut Auszählung erfolgen. Es werden nur 207 Karten abgegeben. Das Haus ist also erneut beschlußunfähig. Der Präsident beraumt zur Erledigung der Petition eine neue Sitzung auf 3 Hhr 30 Minuten an. Die Petition wird entsprechend den Ausschußbeschlüssen erledigt. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfes zur Aenderung des Gesetzes über die Erstattung von Rechtsanwaltgebühren in Armensachen. Der Ausschuß sieht vor. dass am 1. April an Stelle ber vollen Gebühr bei einem Werte von 200 bis 500 Mk. 12 Mb. von 500 bis 1030 Mk. 20 Mk. und von mehr als 1000 Mk. 35 Mk. treten. Abg. Levi (Soz.) lehnt die Vorlage ab. Es gehe nicht an, daß die Nachteile auf einen einzigen Stand abgewälzt werben. Abg. Heyer- Berkin (Dem.) tvendet sich Dagegen, daß eine solche Angelegeirheit, bei der die Ansicht des Hauses weiter auseinandecgehe als beim Handelsvertrag mit Guatemala, vor f a st feerem Hause erörtert werde. Ein Regierungsvertreter erklärt, daß der Staat selbst den Rechtsschutz der Armen garantiere. Die einzelnen Paragraphen der Vorlage werden in zweiter und dritter Beratung angenommen. Vor ix-r Schlußabstimmung bezweifelt der 2lbg Dtttmann (Ö04.) die Beschlußfähigkeit beS Hauses Die Auszählung ergibt Deschluhunfithigkeit des Hauses. Nächste Sttzung Dienstag, Den 31. März, Der Rothardtprozeh. Magdeburg, 21. März. (WTB.) Es wird Frau I e n t s ch - Köpenick vernommen, die im Jahre 1918 in einem Betriebe in Berlin als Mon- tiererin tätig war und ebenso wie ihre Arbeitskolleginnen am 3. laße des Streiks teilnahm. Die Zeugln war auch in Treptow bei der Versammlung und sagt aus, den Frauen sei es hauptsächlich darum zu tun gewesen, zu erfahren, wie sie sich zu verbalten hätten, da sie die schöne Arbeit nicyt verlieren wollten. Aus Zurufe habe der verstorbene Reichspräsident Ebert gesagt: „Wartet, bis ihr von den Gewerkschaften, bzm. Obleuten aufgefordert werdet. Die Arbeit wird wieder ausgenommen werden." Bon Gestellungsbefehlen sei auch die Rede gewesen. Was darauf geantwortet wurde, davon weiß dir Zeugin nichts mehr. -Aus wiederholte Fragen erklärt die Zeugin, daß Reichspräsident Ebert gesagt habe, daß die Arbeit aufgenommen werde. Die nächste Zeugin Marohn erklärt: Auf dem Alexanderplatz traf ich Leute, die von der Treptower Versammluna zurückkamen und sagten. daß die Gestellungsbefehle nicht mehr befolgt zu werden brauchten. Die Zeugin h-llte den Eindruck, daß mit dem Eintreten der SPD. in die Streikleitung die Zahl der Streikenden sich vermehrt habe. Der Kalismann Sterke aus Adlershof hnt 1918 in (einem Kolonialwarenladen mit Teil- nehmrn der Treptower Versammluna gesprochen. Die Funktionäre sagten, jetzt werde der Streik schnell zu Ende gehen, da die SPD. in die Streikleitung eingetreten sei. Reichspräsident Ebert habe in Der Versammluna gesagt, wer Gestellungsbefehle bekommt, möge sich an die Sozialdemokratische Partei wenden. Diese werde sich um die Aufhebung bemühen. Der Dreher Simon, der der Treptower Versammlung beigewohnt hat, bekundet, der verstorbene Reichspräsident Ebert erklärte, die Gestellungsbefehle brauchten nicht befolgt 3U werden. Hierauf wurde die Aussage des kommissarisch vernommenen Professors Dr. Alfred Weber- Heidelberg verlesen, der im Januar 1918 im Reichsschatzamt tätig war. Er hat sich um die schnelle Beilegung des Streiks auf dem Wege der Verständigung bemüht und zu diesem Zwecke mit Ebert und Scheidemann verhandelt. Ebert sagte im Laufe der Besprechung, es käme alles darauf an, daß der damalige Staatssekretär Wallraf doch noch die Deputation empfange, damit der Streik möglichst rasch beigelegt werde. Dieses Verhallen des Reichspräsidenten sei in keiner Weife das eines Mannes ge» wesen, der den Streik förderte oder daraus parteipolitische Vorteile erzielen wollte. Tschechischer Ueberfall auf deutsche Studenten. Prag, 23. März. (LH.) Das Deutsche Haus war gestern vormittag der Schauplatz eines frechen Einbruchs tschechischer Faszisten. Hm 11 Hhr erschien in den Re- staurat'onsraumlichkrllen eine Gruppe von etwa 50 nach italienischer Fafzistenart mit schwarzen Hemden bekleideten Personen, darunter eine Frau, und nahm demonstrativ an den Fenster- fitzen Platz. In einem andern Raum faßen deutsche Studenten in ihren Farben. Eine Abordnung der Faszlsten drang in den Raum ein. Einer von ihnen forderte im Namen der tschechischen Faszisten und des ganzen tschechischen Dolles, daß die Studenten binnen einer Minute die Kappen und Bänder entseruen sollten. Das wurde selbstverständlich von den Studenten ve rweigert. worauf die ganze Bande in den Raum stürzte, auf die Studenten Ivsging und ihnen die Kappen vom Kopf riß. ES entstand eine Prügelei, bei der von den Tschechen Stöcke und Totschläger verwendet wurden, so daß ein Student blutig geschlagen und mehrere leicht verletzt wurden. Die faszisllschen Eindringlinge wurden von den deutschen Gästen und der herbeigeholten Polizei hinausbefordert. Die Polllei hat für den Schuh aller deutschen Gebäude Vorsorge getroffen. Vier an den Ausschreitungen beteiligte Personen wurden festgenommen. Bei einer wurden ein Couleurband und ein Brief fest- gestellt. Die übrigen Faszisten wurden nach Feststellung ihrer Personalien entlassen. Eine amtliche Untersuchung ist eingeleitet. D e Faszistenssier in Rom. R om, 23 März. (TH.) Die Feier bes sechsten 3ahreötages der Gründung der saszisllschen Verbände wurde mit einer Totenmesse für 3000 gefallene Faszisten eingeleitet. Gegen Mittag fand im Augusteo eine Vers ammlung aller fafzistifchen Verbände Roms statt. Die Festrede hielt der polittsche Sekretär Farri» n a e e i, der einen Heberblick über die bisherigen Erfolge und einen Ausblick in die Zukunft des kampfbereiten und unbesiegbaren Faszismus gab. Ein nach Tausenden zählender Zug mll Bannern und Musittorps durch og den KoZo und nahm auf der Piazza Cronna Aufstellung. Gegen y3l Hhr erschien Muss olini auf dem Balkon des Palazzo Ehigi. von den Faszisten und der ungeheuren Menschenmenge stürmisch begrüßt, und hielt eine kurze Ansprache Am Abend waren die öffentliche Gebäude festlich beleuchtet. Zusammenstöße sind nicht vorgekommen. Die Regierung hatte kste Versammlungen der CoiWattanti und der Muttlatt, die für gestern angesagt waren, vorsichtshalber untersagt. Aus aller Wett. Die Opfer des Tornado. Die Zahl der bei der Sturmkatastroph« Ver- ungliicften wird sich definitiv erst nach Abschluß der Deerdigungsarbeiten feststellen lassen- Nach Den bisherigen Schätzungen wird im Staate 31- linois mit mindestens 1200 Toten und 3000 Verwundeten gerechnet. Dis jetzt sind erst 738 Leichen identifiziert. W sollen überall Trauer- gottesdienste aogehalten werden. Wegen Pest» aefahr dürfen die Dewohner nur von den Soldaten verteilles destiAiettes Trrnkwasser benützen. Von Den Behörden sind umfangreiche Maßnahmen gegen die Pestgefahr getroffen worden. Belgische Kriegsgerichtsurteile. Vor Dem belgischen Kriegsgericht hatten sich der Polizeibetriebsassistent Tillmann und der Dachdeckermeister H Böttcher, beide aus Dorste, zu verantworten. Sie wurden beschuldigt, gegen belgische Kriminalbeamte eine beleidigende Haltung eingenommen zu Haden. Ferner sollen sie sich geweigert haben, mit zur Wache zu gehe», Tillmann soll auch eine Waffe getragen Haden. Die Angeklagten gaben an, daß sie nicht gewußt Hütten, daß sie es mll Beamten zu tun hätten. Als sich diese ausgemiefen hätten, sei von ihnen ber Vorfall bedauert worden und sie seien auch mitgegangen. Das Gericht erkannte gegen Döllcher auf Frei sprach, gegen Tillmann auf vier Monate Gefängnis. Die Kollegin ermordet. Am 6. Dezember v. 3S. war auf dem Wegs von Warnemünde nach Diedrichshagen Das aus Berlin stammende stellenlose Dien st mädchen Pauline Spickermann ermordet worden. DaS in dem Orte Delmenhorst beschäftigte Dienstmädchen Berta Lasse, das vor der Tat in Gesellschaft der Ermordeten gesehen worden war, wurde unter dem Verdacht, die Tat begangen zu haben, fest genommen. Sie legte nunmehr ein Geständnis ab, daß sie die Spickermann mll einem Dell erschlug, um sich die Papiere des ihr gleichaltrigen Mädchens zu verschaffen, da sie wegen Diebstahls steckbrieflich verfolgt werde. Der Teltower Raubüberfall als „Wahlpropaganda". Die beiden wegen Raubübers a*tl s auf dit Filiale der Teltower Kreissparkasse sest- genommenen Personen sind gestern den Angestellten des Beamtenwittschastsoereins in Tempelhof, auf bie kürzlich ein Ueberfall unternommen mürbe, gegenübergeftetll worben. Der eine ber beiden Räuber, ein 30jähriger Arbeiter Fritz Lorenz aus Dirschau, wurde von den in Tempelhof Uebsr- sallenen wiedererkannt. Im Verlaufe ber Untersuchung gaben bie Täter an, zur Kommunist i s ch e n Partei zu gehören unb bei einem bissigen Parteigenossen gewohnt zu haben. Er erklärt zunächst, aus Not gehanbelt zu haben, jetzt ba« gegen sagt Lorenz aus, er habe in Berlin einer illegalen Kampforganisation betreten wollen unb sei aufgefordert worden, sich an einem Ueberfall auf die Kasse in Friedenau zu beteiligen. Der Ueberfall sollte dazu dienen, der erschöpften Kaste Gelb für bie Prasibentenwahl zuzuführen. Wettervaraussaqe. Heller bis halb bedeckt, noch vorwiegend östliche Winde, etwa gleichblsibende Temperaturen, meist trocken, Nachtfrostgefahr. Die beiden alten Fallgebiete sind abgezogen, das südliche liegt noch über vüdosieuropa. Wte erwartet, ist dem Hochdruckgebiet ein neues Tief gefolgt, das von 3sland her nach Süden an Raum gewinnt. Nach dem Durchgang des Hochs dürften wir bei südwestlichen Winden mll einer leichten Milderung und beginnenden Niederschlägen zu rechnen haben. Aus Stabt und Land. Gießen, den 23. März 1924. Unser neuer Roman „Feller am Nordpol" von Karl August von 2af f ert ist ein Zukunftsroman mit phantastischen Ausmaßen, ähnlich den gleichartig« Werken Hans Dominiks. Die Fortschritte d« Technik lassen im Eise des Nordpols unterirdische Städte entstehen, die dort unter ber gefrorenen Erdkruste wertvolle Metallager und Oel- quellen ausbeuten. Eine deutsche Expeditton hat bas Land gefunden und befehl, neidvoll erhebt Frankreich die Hand, russische 3ntr(gue spielt dazwischen, ein kurzes, aber schreckllcheS KriegS- abenteuer eröffnet neue Perspektiven für den großen Krieg, der droht, da hebt Amerika die Hand auf unb dämpft den Wettbranb. Eine große Liebe schwebt verklärend über allem Kampf unh Haß und bringt auch im Menschlichen einen versöhnenden Aus'lang. Wir g'auken, nicht zuviel zu versprechen, wenn wir sagen, daß mit diesem Roman alle unsere Leser und Leserinnen mit Begeisterung, Freude und Spannung mitgehen werden. 2Öte treibt der Gewerbetreibende, Handwerksmeister und Kaufmann seine Forderungen bei? Don Oberlandesgerichtsrat Dr. Dovensiepen-Kiek. I. Während früher, d. h. in ber Vorkriegszeit? diese Frage ungemein einfach zu beantworten war, nämitd) entweder durch Einreichung einer Klage fettens eines prozetzbevollmächtigten Rechtsanwalts beim Landgericht des Wohnsitzes des Schuldners bei allen Forderungen von über 600 G.-M., und bei geringeren Objekten entweder durch den Antrag auf Erlaß eines ZahlungS» bofehles im Mahnverfahren, der Erhebung einer Klage beim Amtsgericht des Wohnsitzes des Schuldners, ohne daß es hierbei der Zuziehung eines Anwalts bedurfte, hat sich heute die Rechtslage zufolge der tiefeinfchne'denden Abändenm» gen unserer deutschen ReichSzivilpro^eßordnung vom 27.3anuar 1877 durch die zahlreichen — nicht weniger als insges. acht Verordnung'^ und Gesetze — zur Entlastung der Gerichte vom 9. September 1915. 18. Mai 1916, 11. März 1921. 8. 3uli 1922, 18. August 1923. 13. und 23 Dezember 1923 und endlich vom 13. Mac 1924, sowie durch die äußerst wichtige, sehr umfangreiche Verordnung Über daS Verfahren in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten vom 13. Februar 1924 derartig grundlegend geändert, daß kein Stein mehr auf dem anderen stehen geblieben ist und das geltende Recht eben wegen feiner Schwerfälligkeit unb Zersplitterung nur äußerst schwer sich übersehen läßt. Bei allen vermögensrechtlichen Ansprüchen (nur solche legen wir unserem kurzen Rundgang zugrunde) über 500 Gm. farm der Gläubiger nicht selber in eigener Person feine AuSstände ein» klagen, sondern er muh sich zur Anfertigung und Einreichung der Klage der Hilfe eineS beim Prozchgericht, d. h. regelmäßig dem Wohnfitz seines Schuldners, zugelassenen Rechtsanwalts bedienen. 3nsofern ist der bisherige Zustand unverändert geblieben Unbenommen bleibt eS allerdings dem Gläubiger, auch 5e; solchen Ansprüchen beim Amtsgericht des Wohnsitzes seines Schuldners den Antrag auf Erlaß eines ^hlungsbefehls zu stellen. Dies kann privatschriftlich unter Anwendung vorgedruckter Formulare, oder auch zu Protokoll des Gerichtsschreibers geschehen. Hiervon wird aber zweckmäßig nur dann Gebrauch zu machen sein, wenn es f!d> um ehren gutwilligen, nur etwa nachlässigen Schuld-rer haüdett. denn, ber böswillige wird leicht Widerspruch erbeben, ohne daß ihm überhaupt triftige Gründe zur, Seite ff eben und dadurch die rasche ®rIebt»aD ' geschlossen r. 0ar illerj zum £rTo tftJJäe Kr Lnsprst^ rSlE eif IfVSt und SÄ# Ms? ÄÄ.J! TÄ$ «^4? weise»; die Grundlagen des politischen und wirtschaftlichen Leben» i n neuen Deutschland. — Gewalt. ®iofrüflL die 6 Bande umfant und nut bind) Ausnutzung aller Möglichkeiten aus 3 Bände geprefn werden konnte. Der Preis Bornotizen. TageSkalender für Montag. Rcntner-Bmrd: V/. Uhr Singsaal des Real- ghmnasiumS UnterhaltungSabenb. — KPD.: 8 Uhr „Philosophenwald" öffentliche Wafüver- lammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraß«: „Dad schöne abenteuer“. — Astoria-Lichtspiele »Knock out". — Der RetchSblock für die Reichs- prSstdentenwahl, Ortsausschuß Gießen, veranstaltet am Mittwoch abciib 8l/. Uhr in der Turnhalle (Steinstraste) eine öffentliche Wähler- Dcrsammlung. in der Landtagsobg. S cholz- Mainz über die Reichspräfidentenwahl sprechen wird. (Siehe Anzeige in unserer Samstags- Hummer,) Großer Schöffengericht Gießen. Diesten. 18. März. Angeklagt waren die beiden Polizciwachtmeister R und K. Sie hatten im August v. Zs. einen Zusammenstoß mit Studenten. Die Wachtmeister hiclen zunächst den Studenten P. an, weil dieser vorübergehenden Leuten in ausländischem Tonfall zugerufen hatten »Haben Sic einen Pah?' Der Student K. wollte als Seuflc bet P bleiben, weil er eine beleidigende Acustcruna dsS Wachtmeisters R. gegen den Studenten P gehört halt. St. wurde jedoch von dem Wachtmeister R. barsch abgewiesen und zweimal heftig zurückgestohen. Als der Student K. infolge des Stostes noch taumelte, versetzte ihm R. einen Hieb mit dem Gummiknüppel auf die rechte Kopfseite.^ so dast die Brille zerbrach Der Student St. der sich in Rotwehr fühlte, versetzte dem R. einen Schlag mit dem Stock, wobei dem R. die Mühe vom Kopf flog. Ttun enteilte der Student St., R. lief ihm nach, brachte ihn zu Fall und schlug mit dem Gummiknüppel auf ihn. ein, so dast der Geschlagene einen Augenblick bewusttlos auf dem Boden lag. DaS Gericht hielt auf Grund der Beweisaufnahme für erwiesen, dast QL sein Recht zum Waffengebrauch weit überschritten hatte und verurteilte ihn wegen Körperverletzung im Amt unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von 150 Mark, eventuell 15 Tage Gefängnis. Wegen der Beleidigung gegenüber P. wurde aus eine Geldstrafe von 30 Mark eventuell 3 Tage Gefängnis erkannt. Dem Beleidigten wurde das Recht zuerkannt, das Urteil, soweit eS die Beleidigung betriff 1. am schwarzen Brett der Universität zu veröffentlichen. Der Wachtmeister St. wurde sceigesprochen, da daS Gericht eine Mittäterschaft nicht für erwiesen hielt. Besorgung der .örtere tmro der Post durch Dte übergroße Verschiedenheit der Briefform, durch die Ungleichmäß.gkeit im Aufkleben der Freimarken und durch die oft geringe Uebersichtlich- keit der 2lufschrist in läfttger Weise eri&Dert. 3m eigenen Interesse verwende man daher nut rechteckige Briefumschläge, deren Gröhe der Ror- menausschuh der deutschen Industrie mit Aust immung der Behörden, des Handels und des Großgewerbes wie folgt veveinheitlicht hat: 11.4 x 16,2, 16L x 22,9 22,9 x 32,4 und 11,4 x 32,4 Zentimeter. Man klebe die Marte in die rechte obere Ecke, schreibe unten recht deutlich den Bestimmungsort nieder und unterstreiche ihn. Man vergesse Straste und Hausnummer nicht. Oft ber Empfänger Abholer oder Inhaber etneS Schließfaches, so vermerke man unter dem Bestimmungsort .Abholer" oder „Schließfach" unter Angabe der Rümmer und unterstreiche auch dies. Wer seine Briefumschläge mit einem Dordruck für die Anschrift versehen läßt. brr lasse auch gleich ein Feld für die Marke unb einen starken Strich für die Angabe der BestimmungsPostanstalt unten rechts mit Vordrucken *e Austrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: 395 Ochsen, 55 Dullen, 908 Färsen und Kühe, 354 Kälber. 254 Schafe, 3366 Schweine *er Angetegenyett nut n. Empfehle es bestens weiter spritz Lebmann, ©ro'ifaufnihnn. — Der .ft. v. h." sollte die Bibel jedes Handlungsgehilfen fein; bann würde es keine Singen über UntüdHigfeiien mehr geben. V fr kämen bann idealen Zuständen wesentlich näher, ft. Weber. HandliingSgebilfe. — DaS unS zur Ansicht übersandte Werk „Der ffaufmann von heute" behalten wir. A. (5. G., ffabelwerk Oberspree, unb 1000 andere. Au' dem Inhalt: Bt-chführung und Bilanzkunde leinf., douv.,amerikan.. italien.. iranzöstiche, Bank-. Fabrik-, 'Heielischafte., Geheimbuchführung nfro., Inventuren. Bilanzen iiiiu.); tuifumnn. stiechnei, (Münzew, Maß- und GeivichiSsystem, Gesellschafts>, DiirchschnjttS-. Mischlings-, Prozent-. 3inl». Diskont, Termin-, Lombard-, Monte« korrent Rechnung. Devisen usw ); Geld«, Bank« undBörfen« meleu; faiiimnnniidje Necht^kunde, Handels«, Wechsel«, Scheckrecht. Börsen- und Depoigefetz. Konkur-rechi, uw imuer r Jvei bemerb ufiu.; 'j'.'nrenrnnbe und Technologie; Boik>m'rtfchaslßlehre; Berk.lirs« und WirtschaitSgeogra« phie;Lrgmiiation nnd(Äefg,äst-5betrieb,die kaufmännischen teuergeietze; Handeiskorrefvondenz und Schriftverkehr mit 14.31 "Vninerbeifpielen und Borlagen, die Reklame nid th'e Crganifaiion; Esperanto; Berke!>rS». Ruud« und fturzschrift; Stenographie; Gabelsberger und Stolze« •'S® Monate t^eaitr her der GunsMng vieler ®tebener ist, auch bieSmal über Mangel an Beifall nicht zu klagen hatte, braucht man wohl nicht besonders zu betonen. Dermerkt sei aber noch, bah auch er in Herrn Delp einen ausgezeichneten Begleiter am Flügel hatte. 3n ber Gesamtheit betrachtet ist zu sagen, bah man das gestrige Konzert des Dauerschen Gesangvereins In bk Reihe ber wertvollsten künstlerischen Darbietungen biese« Winter« ein- oebnen muß •• Auf gerufene Rentrnbankscheine. Durch Bekanntmachung vom 20. März ruft bk Deutsche Rentenbant die Rentenbankscheinc zu 5 0 Mark mit bem AuSfert-gungSbatum 1. R o- vembec 1 9 2 3 zur Einziehung auf Die auf» gerufenen Scheine können bei den öffentlichen. Kaffen noch bi« 31. Mai in Zahlung gegeben, bei den jtiffen ber ReichSbank aber bi« 30. September gegen an bete RentenbrnrNcheine ober gegen gesetzliche Zahlungsmittel umgetauscht werben. Mit Ablauf des 30. September 1925 werden die auf gerufenen Rentenbanfscheine kraftlos. GS erlischt damit auch die Umtausch- und Einlösungs- Pflicht der Deutschen Rentenbank. •• Der Frühling, dellen kalenbermäßiger Anfang am Samstag mit Regen unb Schnee recht wenig angenehm war, hat sich doch bald eines B-sseren besonnen. Gestern brachte er uns prachtvolles Vonntagswetter. da« von vielen zu genußreichen Spa-ielgängen und Ausflügen benutzt würbe, und auch heute noch sind bk Wetterau«. sichten die angenehmsten, die man sich in dieser Zeit wünschen kann. Hoffentlich können wir mis dieser Gunst mal eine zeitlang ungestört erfreuen. •• Personalie. Durch Entschließung des VandeSamts für das Bildungswesen wurde der Studienreferendar Dr. Valentin Grobe zu Gießen zum Studienassessor ernannt. * Das ‘Brief format Don ber Dber- peflbiicttion Darmstadt w.rd uns geschrieben: Die ordnungsmäßige Bearbeitung und pünllliche bte 'Verabreichung eures guten z>tcreP zu ermöglichen SS sei Pflicht der Volksvertreter, bet Wiede rein bringung dieses Gesetzes mit allen Mitteln auf seine Ablehnung hinzuwirken. 3n der Aussprache gab Gastwirt R ahne- f e I b -Gießen zunächst feiner Freude darüber Ausdruck, daß es gelungen fei, in der Frage der Erhöhung ber Diefteuerr ein gemeinschaftliche-ö Vorgehen ber beteiligten Arbeitgeber unb Arbeitnehmer burchzuführen. 3n der heutigen fchwereir Zeit müßten alle 3nlereflcnlcngruppen zu gemeinsamer Abwehr übertriebener Steuerforvel-un gen bereitstehen Wer auch die Gastwirte selbst müßten sich gegenseitig unterstützen unb opfer freubig sein. 3m übrigen äußerte er sich, wie auch verschiebene andere Diskullionsrednei. zu den Aussübrungen der beiden Referenten zustim menb. Rach einigen weiteren Bemerkungen de» DersammlunaSleiterS au den Ausführungen bei Diskussionsrebner wurde die Tagung gegen 6 llftt Protestversammlung gegen eine Erhöhung der Biersteuer. Am Freitagnachmittag fand im Katholischen Dereinshaus eine von Vertretern be« Brauet et» gewerbes und von Gastwirten sowie Angestellten unb Arbeitern au« diesen Betrieben stark besuchte Protestversammlung gegen die geplante Erhöhung der Dtersteuer statt. Rach den Ausführungen de« ersten Referenten, DrauereibesiherS I h r i n g - Ltch. bedeutet bk geplante Verdoppelung der derzeitigen Dier- fteuer nicht nur eine außerordentlich schwere finanzielle Belastung, sie bringt auch sehr bedenkliche Schäden in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht. Die Verdoppelung der Steuersätze werde einen gewaltigen Rückgang deS Bierabsatze« Hervorrufen, so daß durch die Steuererhöhung keine Mehreinnahmen erhielt würden. Zur Begründung der Biersteuererhöhung werde angeführt, daß das Braugewerbe verhältnismäßig gut über die Geldentwertung hinweg- getommen sei. Gs sylle nicht geleugnet werden, daß einige wenige große Aktiettbrauereien durch die Entwertung ihrer Obligationen unb Hypothekenschulden große Dorteile gehabt hätten, das sei aber entschkden die Minderheit. Die große Mehrheit, namentlich die mittleren und kleinen Brauereien, habe durch die schlechte und späte Bezahlung ber Wirte und die Entwertung der an die Kundschaft ausgeliehenen Darlehen enorme Derluste erlitten. Der kaum begonnene Gesun- dungspcozeh würde durch den mit einer solchen Diersteuererhöhung verbundenen Absatzrückgang wieder urckerbrocheit. Llnverständlich sei. daß von sämtlichen Getränkesteuern nur die Diersteuer erhöht werden solle. Die Folge wäre, daß sich der Konsum dann mehr auf die anderen Getränke verlegen würde. Heute sei schon in den Weingegenden der Ausschankwein billiger als das Bier, so daß die Brauereien dort kaum noch Absatz fänden, während in Oberhessen der Apfelwein das Bier wieder vollkommen verdrängen würde. In Hessen sei bet Einführung der erhöhten Steuer infolge der ausgedehnten Wcin- unb Apfelwe inproduktion mit einem Konsum- rückgang von 50 Prozent zu rechnen, so daß die Regierung überhaupt keinen Steuervorteil hätte. Der Referent perltest sodann eine Reche von Eingaben, in welchen der Aeichsverband der Deutschen Industrie, der Deutsche Brauer-Bund und die Heisischen Handelskammern gegen die geplante Erhöhung der Diersteuer Stellung nehmen und auf die im Falle Der Durchführung des Dorhabens eintretenben wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten hingewtesen. Der zwecke Referent, Gewerkschaftssekretar Wolf«Ka|sel, tote« zunächst darauf hin, daß auch die Arbeitnehmer be« Brau- und Gastwirt- gewerbes gegen die Derdoppelung der Diersteuer protestieren mühten, weil eine derartig hohe steuerliche Belastung unbedingt zu einem enormen Rückgang des Verbrauchs unb Damit auch zur Einschränkung bzw. Einstellung von Betrieben führen würbe. Das hätte zur Folge, baß außerordentlich viele Arbe tnehmer ber beteiligten Gewerbe ihr Brot verlieren. E« fei ein Unsinn, auf bet einen Seite burch Erhöhung ber Diersteuer die ReichSfinan^en erhöhen zu wollen, während man auf der anderen Seite wesentlich höhere Beträge für Arbeitslosenunterstützung hinauswerfen müsse. Redner zeigte weiter an Hand von statistischem Materal, in welcher Form sich die geplante erhöhte Steuer gegen die Vorkriegszeit unb bk jetzigen Sähe audtoirft, außerdem, in welcher Weise sich seither jedesmal nach einer ©teueurböbung ein Konsumrückgang bemerkbar machte Zum Schluß forderte der Referent die zahlretch Erschtenenen zu einem flammenden Protest gegen die geplante Verdoppelung der Diersteuer auf, der in einer einstimmig gefaßten Ent- schlichung zum Ausdruck kam. In einem Wecker en Referat beschäftigte sich der Redner mit dem Schank st ättengesetz, das im Reichstag mit geringer Mehrheit ab» gelehnt worden ist. Er zeigte zunächst den Ursprung dieses Gesetze«, sowie die Auswirkung im Falle ber Durchführung. Das Gesetz bezwecke eine tnbirefte Trockenlegung, die. tote man in Amerika seststellen könne, niemals geeignet sei, die Schäden des Alkohols aus der UBelt zu schäften. Selbstverständlich müsse alles getan werden, um jeden Mißbrauch deS Alkohols zu unterbinden, dies lasse sich aber nicht durch starre Gesetze erreichen. Eine wirksame De'ämpfung des Alkvholmißbrauchs sei nur durch Volkserziehung, ein Rückgang des Dranntweingenusses nur durch Konzert des Bauerschen Gesangvereins. Rachdem er am Samstagabend daS üblich« Konzert für die Dereinsmitglieder gegeben, trat ber Dauersche Gesangverein unter seinem Chormeister Otto G ö r l a ch gestern nachmittag in ber Aula mit einem Konzert wieder an bte breite Oeffenilichkeit. Der Verein hatte für seine diesmalige Deranstaltung den Leit- aedaicken gewählt: Gott, Heimat, Vaterland. Das feinsinnig und sehr abwechslungsreich zusammen- f:eftelüe Programm wurde diesem Grundgedanken n bester Weise gerecht. Mit zwei Chören aus der Messe von Fr. Schubert (Zum Eingang. Saintu«) aaben die Sänger, in Erfüllung des ersten Telles ihres feit fl geg eben en Gesetzes, bem Konzert einen würdigen, feierlichen Auftakt. Der heunallichen Rote entsprach ber Sängerchor mit dem schwierigen, aber auch sehr bantbaren Chorwerk „Heimat", bem immer wieder gern gehörten und stets bezaubernden Volkslied „Das stille Tal", bem reizenden schwäbischen Volkslied „Liebesscherz" und mll dem prächtigen „Moselweinlled". An da« Daterland erinnerten da« feinvertonte .Elfenlocken im Wald", bas altbekannte Dolkslied „Der Jäger Abschied vorn Wald" und schlieUich der von ernster Stimmung getragene Chor „Racht- aedanken". Bei allen Darbietungen konnte die stattliche Sängerschar wieder einen sehr guten Eindruck erzielen, ber dem hingehenden Eifsr ber Chvrmitglieder, die ein ganz hervorragendes Stimmaterial barftellen, und der trefflichen 6d)u- lung und sorgsamsten Chorführung des Dirigenten Otto Görla ch in gleicher Weise al« wohlverdient zuzusprechen ist. DaS bis auf wenige Plätze ausverkaufte HauS gab mit Fug unb Recht seiner vollsten Zufriedenheit in herzlichstem, starkem D:i!all Ausdruck. Eine hohe Dereicherung erfuhr bas Konzert durch die Diolinvvrträge von Frl. Anni Delp aus Darmstadt. Die Dame spielte zuerst deS jungen Kompv''isten W. Schullheh' (über dessen Werdegang wir am Samstag kurz berichteten) Concertino für Bioline. ferner noch W. A. Mozarts Konzert für Violine. Deide Darbietungen wurden für die junge Künstlerin, bk von ihrem Bruder, dem hier schon bestens bekannten Herrn Eberhard Dclp, auf dem Flügel feinsinnig begleitet wurde, zu einem gläirzenden Erfolg. Ihr Spiel offenbarte so viel feines Empfinden uno war von so hervorragender Dirtuosität, bah man ber Dame wohl einen künstlerischen Hohenweg Voraussagen kann. Daß der Drisall dÄ Publikums überaus braeiftert war, verstand sich nach diesem Kunstgenutz von selbst. Das Dereinsmitglied Curt Richter fügte mit seinem ausgezeichneten Gesang ber Mendels» sohnschen Arie „Sei getreu“ aus „Paulus" unb des Liedes „Am stillen Herd" aus den „Meistersingern'' neue Erfolge seinen vielen küsherigen an. Daß ber Künstler, ber schon vom Stadt- Rundfunk-Programm des Frankfurter Lenders. (Aus ber „Radio-Umschau-.^ Montag, 23. März: 4.20 Ubr: Rachrichtendienst. 4 30 bi« 6 Uhr: Leo-Fall-Rachmcktag deS Hausorchester«. Tänze. Märsche und Lieder au« den Operetten „Der süße Kavalier", „Madame Pompadour" u.a.m.— Mitwirkung: Elisabeth Friedrich (Sopran) vom Frankfurter Opernhaus. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 biS 6.30 Uhr: Die Lesestunbe (Die Rovelle): „Ein Erzschelm" von Knut Hamsun. 6.30 bis 7 älhr: Die Besprechung (ßlt Teil). 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7.30 Uhr: Dortrag von Paul Freye: „Buddhistische Märchen. 7.30 bis 8 Mr Fmckhochschule. Prof. Küntzel: „Aus der Geschichte des deutschen Unter-= ncbmertums", 7. Dortrag. 8 bis 8.30 Ubr: Gng- licp/r Unterricht. 9.30 bis 9.30 Ubr: Der Tausch. Drama von 'J3au( Claudel (erster Akt). 9.30 Uhr: Rachrichtendtenst. Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 Uhr: ilebertragung von Kassel: 'Konzert des DoppelquartettS Dogel-Lauff«. Dienstag, 24. März: 12 Ubr: Rachrichtendienstf 3 u. 4 Ubr: Wiri- schastsmeldungen. 4.20 Uhr: Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 Ubr: Beethoven-Rachmittag be« Haus- orchesters. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungetr. 6 bis 6.30 Ubr: Die Lesestunde Aus „Soll unb Haben" von Gustav Fretztag (Fortsetzung). 6,30 bis 7 Ubr: „Der Schwimmsport". Dort rag von Weltmeister Fritz Ricolei-Frankfurt. 7 Ubr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7.30 Uhr. Dortrag von Dipl.-Ing. v. Moellendorl, „Leonardo da Dinri unb die Technik", 7.30 Uhr: Ueberragung au« bem Frankfurter Opernhaus „Der süße Kavalier", Operette in 3 Akten von Leo Fall. Anschließend Rachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. Wer sein Geschält als Handels- und Gewerbetreibender kausnmnnlsch rationell und stenerrecktlich richtig führen, wer eine leitende S'elllina einnehmen wich muß da- umfangreiche Gebiet, daS der Berns deS «nnfmnnn» umfatit, theoretisch unb vraktisch ooflfmn in beherrschen, um le ne Unterncbenen beanffutiitnen und lenen ,u können nmi UAM LaBllA ftanfinanni'che) Unterrichts« lind ,-,ortbildnn»ewerk für die bernflidje ?(uObtlbung In den nefamien Hai delswistenschasten und ihren ver« !|2r S SlillJinn Ulin verbanden nut allen jum sprach, und Lchri'toerkehr er so berieten WistenSzwemen, ,-ebst -ahlre.chen Musterbetsvielen, U I SmiOSI >£ vwfil ei eJ lO fpiu'e einer Einsühr'ina in ble^@runblanen deS nolllischen und Ivtrischaltilchen Lebens im neuen Deutschland. ^eranSaeneben vom D'vlom« eirsw »w ^nnbeldlebrer Dr. phil. ftarl Seuering, Siubienrai an der önentU HandelölehranstaU -»Leipzig unter Mitarbeit vieler nnberer Autoritäten. frisch gekurt L y'M s fr Schwan im Blauband ,rV: : Z Arbeitgeber dc mir wie üblid nun auch die Lendung übe dchrietapitän Halle der M drohen, |ei ni der Fchisim Tatsächli W e l t a n I miltelp^^' tzxr Lo>,ne- Varenpk^^ mittesp^k' liosus >st ve '''ft hrachb M »* r-s sw1'5. dabei auf bi dieselben Arbeitgeber stößt man a und erkennt M«* Es blieb der Bernunstoor ZiP der/' ciM*6 Det W «rtnWW x* blid, wo er reicht haste, i ersten Augen wannen zu ß Es lohnt sich in wenigen - so bedeutsam letzten Tagei einer Krankt nur noch da im wahrsten gutartig oder syndikalistische währt seine s nicht nur hat Hemd, unter ^■chenenBOden Das färbende Bodenwache Büffel-Beize gelb, rot, braun färbt abgenützt Fußböden und Treppen wie neu auf und wachst sie blitzblank wie Parkett. 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Hier stößt man auf den ftern des faschistischen Problems und erkennt wieder einmal, wie vernünftig das oberste Gesetz der Natur ist, die Ungleichheit. Es blieb der mit Recht so gepriesenen menschlichen Vernunft Vorbehalten, ihr das eminent soziale Prin- zip der Gleichheit gegenüberzuftellen und sich einzubilden, die Natur werde den Kürzeren ziehen. Der Fafzismus wird nun, sofern er einen melieren Blick hat als die oben kommunistischen Gleich, wacher, einsehen, daß er indem gleichem Augenblick, wo er sein Ziel, die Faszisierung aller, erreicht hätte, sterben müßte. Er glaubte zwar im ersten Augenblick, die lombardische Schlacht gewonnen zu haben, aber es war ein Pyrrhussieg. Es lohnt sich dicht, auf Einzelheiten einzuge' en, die in wenigen Tagen schon überholt fein werden, um so bedeutsamer ist alsSymptom, was sich in den letzten Tagen in Norditalien abfpielte. Symptom einer Krank! eit, ohne Zweifel, die Meinungen gehen mir noch darüber auseinander, ob das Gewächs, im wahrsten Sinne des Wortes eine Neubildung, gutartig oder bösartig ist. Die einen sagen, das syndikalistische System des Fafzismus habe sich be mährt feine Feuerprobe glänzend bestanden, denn nicht nur hätten die Arbeitermassen im schwarzen Hemd, unter Führung des Rechtsradikalen F o - r i n a c c i, des zweiten Duce, den Sieg über die Arbeitgeber davongetragen, der Fafzismus sei nicht nur wie üblich Draufgänger gewesen, sondern habe nun auch die zweifelnde Welt von seiner sozialen »enbung überzeugt. Die anbern finden, ben Zn- dustriekapitänen ein Ultimatum zu stellen unb im Falle ber Ablehnung ben General st reik anzudrohen, sei nichts anderes als Bolschewismus, ber Fafzismus habe sich bamit selber dementiert. Tatsächlich ist im Fafzismus eine schwere Weltanschauungskrisis ausgebrochen unb nichts könnte bas verhängnisvolle Aufeinander- platzen non Meinungen, die übrigens so alt sind wie die Geschichte, besser illustrieren als die vermittelnde unb beschwörenbe Stellung, bie Mussolini 'm Streik ber Metallarbeiter einnahm. Er wollte die Arbeitgeber, beren Kapital doch schließlich erst die praktische Verwendung ber faszistischen Ideale ermöglichte, nicht vor ben Kopf stoßen, konnte aber nicht ben sadistisch organisierten Arbeitern leere Hönde zeigen, Denn auf bie breite Masse muß sich ber Fafzismus stützen, wenn er feine Stoßkraft beibe'ölten will. Es schien daher die denkbar glücklichste Lösung, als sich ber Streik durch beiderseitiges Entgegenkommen beilegen ließ. In diesem Augenblick aber griffen mit bemer» kenswertem strategischen Geschick die in ber „Fiom" zusammengeschlossenen roten Or ganisatio« neu ein. Sie gingen zunächst ruhig mit ben feiernden Schwarzhemben Schulter an Schulter, lenkten aber bie Bewegung plötzlich auf politisches Gebiet, inbem sie unerfüllbare Forberungen aufstellten. So mußte mit dem Nein der Arbeitgeber die Führung des Streiks automatisch von der faszistischen in sozialistische Hand übergehen, gerade das, was sowohl Mussolini durch seinen Appell zur Mäßigung wie Farinacci durch schärfsten Druck auf bie Fabrikbesitzer oermelben wollten. Beibe sehen sich nun gezwungen, gegen bie rot organfierten Arbeiter mobil zu machen und sie mit ben wirksamsten faszistischen Waffen zu bekämpfen, obwohl sie ihnen gestern noch Recht gaben. Ein böses Dilemma. Gewiß, in Rom finbet man mit ber Erklärung, ber Fafzismus unterstütze eben gerechte, verwerfe überspannte Forderungen, leicht einen oratorifdicn Ausweg, aber hart im Raume, auf dem Streikboden selber, stoßen sich die Sachen. Mit ber Entschuldigung „Episode" läßt sich die Tatsache, daß bie Faszisten selber bie von ihnen verfemte Streikwafse anroenbeten, nicht abtun, benn zu weiterer Anwenbung zwingt sie nicht nur der kontinuierliche Wille ber Roten, fonbern auch bie Teuerung. Gießener Konzertverein. Professor Joseph Szigeti. „Kommt, folgt mir in das Reich der Musik. Hier ist daS Gitter, das Irdisches vom Ewigen trennt. Habt Ihr die Fesseln gelöst und abgeworfen? Run kommt. Es ist nicht so, als wir früher ein fremdes Land betraten; bald lernten wir dort alles kennen, und nichts überrascMk uns mehr. Hier wird des Staunens fein Ende, und wir fühlen uns doch von Anfang an heimisch." (F. Busoni, Rachlaß.) Das Leben rechnet mit realen Wirklichkeiten, für die Kunst sind die Realitäten des Lebens nur Symbole, sie ist Leben in gesteigerter Form. Wirklichkeiten sind im Alttag gegeben, die Kunst gibt diese Wirklichkeiten in Vergeistigung, und so stellt die Kunst die Hohe geistiger Kraft dar. Der Künstler erlebt die Welt im Spiegel dieser Vergeistigung, er sieht das Leben von der Höhe. Er erschaut aber auch die Welten, die dem Alltagsmenschen verschloßen sind und meist verschlossen bleiben; er wird zum Künder der geistigen Welt. Diese geistige Welt ist frei von allem Widrigen, „alle Menschen werden Brüder ..." In der Kunst sammeln sich darum die Geister aller, soweit sie zu einem symbolischen Wellerleben fähig sind. Die Musik als primärste Spvecherin des vergeistigten Erlebens ist nicht an bestimmte Worte, Bilder als Aeußerungssormen gebunden, sie gibt daS Gefühl in unmittelbarer Form, durch die Aeuherung deS wiedergebenden Künstlers. Der Künstler aber erlebt alles stärker, lebhafter, und die Kraft seiner Aeußerung erregt den Hörer, I itni>, wenn er die nötige Kraft hat, zwingt er | Eieyener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderhessen) Montag 23. Marz 1925 Aus der Provinz. Landkreis Rieften. f Grünberg, 22. Mörz. Bor ungefähr zwei Jahren wurde hier ein Stenographen» Verein ins Leben gerufen. Troy aller Bemühungen konnte dieser Verein zu einem Sm- porblühen nicht gelangen. ReuerdingS haben sich nun mehrere Persönlichkeiten dafür einge'etjt, den Verein zur Erlernung der neuen Reichs- kurzschrift zu fördern. Gegenwärtig beteiligen sich an dem Kursus 30 M tglieder; man hofft, daß sich diese Zahl in nächster Zeit mindestens verdoppeln wird. Eisenbahnastistent S ch r einer hat den Unterricht und Herr A. Trinkaus den Vorsitz übernommen. Man rei- nct auf die Unterstützung der Behörden, und zwar zunächst von feiten der Stadtverwaltung durch die Derellstellung eine8 geeigneten Unterrichtszimmers. ' Lich, 22. März. Der hiesige Turnverein beabsichtigt, seine in den Jahren 1884 85 erbaute Turnhalle zu vergrößern, um den un Laufe der Jahre stetig gewachsenen Anforderungen Rechnung zu tragen. Er ist eiier der ältesten Vereine in Lich. und infolgedessen verknüpfen ihn innige Daode mit ber hiesigen Dürgcrschatt. 3m Hinblick auf das ideale Ziel der körperlichen Ertüchtigung, die insbesondere der Licher Iuged zugute kommt, hofft der Verein, daß die Einwohnerschaft von Lich b e auSvageben- ben Schuldverschi eibungen. die den Erw iterungs- bau finanziell ermöglichen fo len, ausgiebig zeichnen wird. Die Weitbeständigkeit ber mit 15 Prvz. verzinslichen Papiere wirb garantiert Bon dem Kapital sollen jährlich 2 Prozent durch Auslosung von Schuldverschreibungen g'tilgt werben. Die gezeichneten D'träge kann man in einer Summe, ober vier Raten mit je ' , im April, Juli. Oktober 1925 und Januar 1923 bezahlen. Der Zinsenbienst bei Ratenzahlung'n soll am 1. Sevtember 1925 bogt men. D r Gemein' erat ber Stadt Lich ist gebeten worden, bie -Garantie für die Zinsendeckung und Tilgung zu übernehmen. Die Turnhalle, die ben Licher Bü gern einen Saal mit einer neuzeitlich cingenchte en Dühne zur Verfügung stellen soll, wird allen Kreisen ber Bevölkerung zugute kommen Mrcie irticith'ra. sf. Friebberg. 21. Mirz Die diesjährige erste, sehr gut besuchte Versammlung des O b ft - unb Gartenbauvereins fab gestern A enb im Ratskeller statt; sie würbe Dm dem Bwsin.enben. Garten auinfbef or Rentsch geleitet. Der Jahresbericht für 1921 ergab, daß sich die Mit.licderzahl auf 23) be traft. Der Jahresbeitrag würbe auf 3,50 M. festgesetzt Der V?r- ein war auch im abgelaufenen Jahre sehr rührig unb veranstaltete eine größere Zahl vm Versammlungen, in benen durch Vorträge A iregung unb Belehrung gegeben wurde A rschließend sprach Herr R e n t s ch über die Pflanzung von Kohlrabi, Karotten und Roterüben auf Grund ber im Versuchsgarten angestellten Anbauversuche unb empfahl als bewährteste Frühsorten bie Pflanzung von Wiener Glaskohlra! en, Pariser Karotten unb ägyptischen Roterüben. Wie in der Vorkriegszeit, soll auch in diesem Jahre eine Prämiierung der schönsten Vorgärten. sowie Balkon- unb Fenster- schmucks stattfinden. Für bie Prämiierung kommen nur Mitglieder in Betracht, zu Preisrichtern wurden drei Frauen und zwei Herren aus ber Versammlung bestimmt. Auch ben Schülerinnen ber oberen Mädchenschulllassen sollen wieder Dlumenpflanzen in Pflege gegeben unb ben Besitzerinnen der am besten gepflegte Pflanzen Prämien gewährt werden Den Schluß bildete eine Verlesung von Gemüse ämereien. bei ber jebes Mitglied mit einer Zusammenstellung von erprobten ©artenfärne-eien b . dacht tourbe. — In einer stark besuchten Versammlung der Frauengruppe ber Deutschen Volkspartei sprach gestern abenb Fräulein Pfnor, die Dor- fihenoe des Hessischen Lande ckehrerinnen-Dereins über „Wichtige Schul» unb Lehrerfragen". In umfaffenber Weise behanbelte bie Reonerin die wichtigen, schwebenden Fragen, besonders die Grundschule mit ihren Vorteilen urtb Rachteilen, ben Unterricht an Mädchenschulen im 9 und 10. Schuljahre, ben Haus wirtschaftlichen Unterricht unb das Wesen ber Fortbildungs- und Gewerbeschulen. Eine besondere Betrachtung widmete sie sodann noch der Besonderheit ber neuerrichteten Aufbauschule und ber durch die Aufhebung der sellherigen Lehrerseminare neu geregelten Dildungsgrenze der Vo kschlullehrer. Die Ablehnung ber Errichtung einer Studien- anftalt für Gießen erregte in der ganzen Versammlung lebhaftes Bedauern. In einer anknüpfenden Diskussion gab die Rednerin noch auf manche Fragen erschöpfende Auskunft. Der gründliche und interessante Vortrag wurde mit allgemeinem Beisack ausgenommen. 2$ Friedberg. 22. März. Aus Veranlassung des Landesamtes für das Dlldungswesen sand in ben letzten Wochen hier ein Kursus zur Einführung in die CinheitSkurz- i ch r i f t statt, ber jetzt beendet wurde. Es nahmen 52 Beamt*, vor allem zahlreiche Lehrer ber verschrobensten Schulgattungen aus dem Kreise Friedberg, daran teil. Leiter war der bekannte Vorkämpfer für die Einheitsstenographie und langjährige Vorsitzende des Deutschn Steno- graphenbundeS Gabelsberger. Oberftubi nlireftor Prof. Pfaff (Darmstadt). ber an Hand bes von ihm verfaßten Lehrbuches in 12 äußerst anregenden Unterri chtSstuirden in das Einheitssystem sehr anschaulich einführte. Die Teilnehmer, teils GabelSbergianer. teils Stolze-Schreyianer. zum Teil aber auch der Kurzschrift noch völlig mrfunbig. folgten dem Vortragenden mit g-ößter Aufmerksamkeit unb waren am Schluß bes Kursus so weit, daß sie größeren Diktaten folgen unb sich von ber Brauchbarkeit der neuen Reichs- kurzschri't überzeugen konnten. Sehr interessant waren die methodischen Hinweise und bie Mitteilungen des Kursuslellers, ber selbst jahrelang in dem vom Reich eingesetzten Ausschuß zur Schaffung einer Einheitskurzschrift mitgearbeitet bat. über bie Geschichte der Reichskurzschrift. Wie der Redner mitteilte unb wie durch eine Verfügung bereits bekannt geworden ist, wird die Einheitsstenographie ab Ostern an den höheren Schulen Hessens eingeführt. Prof. Psasf hegt die Hock iung. daß auch an ben Völls- unb Fortbildungsschulen bald mit dem Unterricht in ber Kurzschrift begonnen wird. Dad-Rauheim. 22. März. Durch Studienrat Dr. Dotter (Darmstadt) wurde den hi figen Schulen, sowie e nigrn Schulklassen ber Umgebung der Lehrfilm ..Das Tierleben ber Rorbsee" vorgo üb. t. Lichtbild unb Vortrag waren von sehr anschaulicher Wirkung unb wurden von der Jugend begeistert au'gmommen. 3m Dienste leichtsaßlicher Belehrung stand auch ein weiterer Film. be~ an die norwegische Küste und von dort nach Spitzbergen führte. — Rach- dem der hessische V^gelforscher W. Sunkel (Marburg). Vorsitzender ber Biologischen Vereinigung für Hessen, kürzlich in der Oberrealschule einen sehr lehrreichen Lichtbildervor- 11 a g über .D a s Vogelleben unserer Heimat" gehalten hat. sprach er dieser Tage mit großem Erfolge ü3er daS gleiche Thema vor den Schülern ber Stadtschule. Strcie Alsfeld. er. Homberg a d. Ohm, 21. März. Dio vom Vorstand des Gewerbevereins ein» berufene Baugenossenschaft tagte bei Gastwirt Helm drhier. S o wählte ben Vorstand, bestehend aus dem Dorsitzerrden. dem Schriftführer und dem Rechner, sowie den auS neun Mitgliedern bestehender Geschäftsau S- s ch u ß. Die gezeichneten Anteilscheine, lautend auf je 200 Mk., sollen ratenweise ein» gezahlt werden, und zwar derxrrt. daß dreimal jeden Monat 20 Mk. und der Rest In monatlichen Teilzahlungen von je 10 Mk. beglichen wird. Es ist eine große Zahl von Baulustigen vorhanden. Rachdem bie Baugenossenschaft sich konstituiert hat, soll, damit die Sache im Fluß bleibt, nächsten Montag abend eine weitere Versammlung ftatt- finben. • Groh- Felda. 22. März. Die für das Feldatal und die angrenzenden Gebiete wichtigen Fe 1 daer Märkte, die seit 1914 eingestellt waren, sollen von nun ab wieder abgehallen werden. Die Wiederaufnahme hat ber OrtS- getoerbeberein in Gemeinschaft mit dem Bürgermeister unb dem Gemeinderat in bie Wege geleitet Von der Landwirtschaft wird gewünscht, dem Schweinemarkt einen Grohvi^>markt anzu» gliebern. Am 3. Oft erlag soll ber erste Vieh- und Krämermarkt ftattfinben. Lireis Büdingen. ch Wenings. 20. März. Ein sonderbares Ereignis, bas zur Vorsicht mahnt, beschäftigt in diesen Tagen hier lebhaft die Gemüter. Ein hiesiger, in ben 30er Jahren stehender Ernwohner b.fanb sich auf dem Heimwege zw schon ben Orten 0 i b b e r g unb Hirzenhain, alS er von e itrnn Auto eingeholt wurde. Die Insassen hielten an und luden den Mann zur Mitfahrt ein. Dieser lehnte daS Anerbieten dankend ab unb erklärte, seinen Weg zu Friß fortsehen zu wollen. Daraufhin boten ihm bie Insassen Obstschrrihen, von benen sie gerade selbst welche verzehrten, unb Zigaretten an. die von ihm angenommen tmnbcn. Ahnungslos verabfolgte bei Mann nach feiner Heimkunft b.e 3 garetten seinem Knechte, ber lie rauchte, baraul aber in einen zweitägigen Schlaf verfiel, job?nfalls infolge eines Rarkolrlu ms. bas die Zigaretten enthielten. (Drelleicht handelt es sich hier um Werder für die französische Fremdenlegion!) Älvcie Scholten. ch Gedern. 21 März. (Aus dem (Semei nb erat.) Anläßlich der 25jähngen Zugehörigkeit deS Herrn Ehristian Guth wurde ihm von Bürgermeister Müller nach einer ehrenden Ansprache ein Diplom überreicht. — In ber vorletzten Gemeinden alssiyung gedachte ber Bürgermeister des verstorbenen Reichspräsi- benten Ebert in einer GebächmiSansprache. welche die hohen D rbienste des Dahingegangenen um bas deutsche Volk würdigte. Hcffcn-Naffau T Aus dem Kreise.Biedenkopf, 22. März. Da wir früher bekanntlich zum Groh- herzogtum Hessen-Darmstadt gehörten, waren Kirchen - unb Schulamt bei unS organisch verbunden. Durch Beschluß des Konsisw- riums zu Wiesbaden ist vom 1. April aber die Verbindung g e l ö ft. Damit ist ein jahrelanges Bestreben ber Kreislehrerschaft mit Erfolg gefront. # Königsberg (Kreis Biedenkopf). 20. März Gestern stürzte auf dem hiesigen Bergwerk ber Bergmann H. Geller im Mafchinenschacht ab unb fiel einige Meter tief. Der Verunglückte zog sich außer leichteren Kopfverletzungen einen Schlüsselbeur'veuch zu .- Von vielen Landwirten wirb lebhaft Klage geführt über ben schlechten 0 t an b ber Winterfrucht. Die Deute haben »um größten Teil ihr eigenes, beregnetes Getreide als Saatgut ver- toenbet, drs nur mangelhaft gekeimt hat. Das zum Teil aus Rorbdeutschland bezogene Saatgut steht üb. r ill recht g ;t. trotz des großen SchneckenfraßeS im Herbst. Viele mit Roggen bestellte Aecker müssen umgeackert werben. bl. Dillenburg, 21. März. Im Winter wurden in der Gemarkung Dillenburg eine ganze Anzahl von Rotstandsarbeiten durchgesührt, Sie durch das Hochwasser unbedingt erforderlich waren. So befestigte man Bachufer ,legte Wasserläufe frei unb sorgte an besonders bedrohten Stellen bafür, daß in Zukunft den Wassermasien Einhall geboten wird. Die bei den Arbeiten beschäftigten Erwerbslosen hallen fast den ganzen Winter über zu tun. *2 Limburg. 21. März. Der Massenmörder A n g e r ft e i n ist jetzt aus der Klinik in Marburg, wohin er zur Beobachtung seines Geisteszustandes verbracht worden war, wieder in das hiesige Gerichtsgefängnis überführt worben. Frankfurt a. M, 21. März (Wolff.) Bei dem Transport eines Untersuchungsgefange- nen, des bekannten Einbrechers Haas, nach dem Gerichtsgebäude versuchte dieser zu entfliehen Der begleitende Beamte gab mehrere Schü ss e auf den Fliehenden ab, von denen einer einen gerade vorübergehenden Kaufmann in die Brust traf, während Haas durch einen Schuh m die rechte Wade verwundet wurde unb darauf stehen blieb. Die Verletzungen des Kaufmanns finb glücklicherweise nur leichter Statur. AMM der staöt Mtzen 1925 Dom alphabetischen Einwohner- und Firmenverzeichnis liegen die Buchstaben A bis einschließlich D vom Montag, dem 23. März, an drei Tag- lang zu jedermanns Einsichtnahme offen. Wir bitten dringend um Nachprüfung auf Richtigkeit und Vollständigkeit der Einträge und um Einzeichnung etwa erforderlicher Aenderungenund Ergänzungen WailsdeOe öes MeWAerlMs Schulstrahe 7 ben Hörer, ihm zu folgen. Jeder Künstler will wirken; aber die Kraft ber Gaben ist nicht gleich. Richts liegt aber dem Menschen näher, als seine Kräfte zu überschätzen, und was das Innere nicht vermag, um die Umwelt zu überzeugen, daS soll dann oft das Aeußere ersehen. Der Große macht sich unabhängig von seiner Umwelt, er dient der Kunst, er erlebt sie, er äußert das Erlebnis, unbekümmert um irgendwelche Rebenzwecke: er streift alle Eitelkeiten unb Kleinlichkeiten menschlichen Zusammenlebens ab: — er steht über allem, geadelt. — Er fühlt sich als überweltlicher Künder von all dem. was fern über allem Menschlichen liegt. Und am reinsten unb stärksten wirb er wirken und die Menichen barmen, wenn er bas Mittel wählt, das der menschlichen Empfindung und Ratur am nächsten kommt: bie menschliche Stimme unb das Instrument. daS ihr als Ausdruckswert am nächsten steht, die Geige. Sie ist das Symbol klanglichen Erlebens für die b’jlbenbe Kunst geworden, — fo auch für Döcklin. Und an bieses Bild mußte ich immer wieder denken, als ich Szigett auf dem Podium sah. Ganz in sich hineinversunken, die Augen geschlossen, nur nach seinem Inneren hörend, sich nicht an die Umwelt kehrend, nur Ruhe, Sammlung und Willen zum Miterleben von ben Hörern fordernd. Und nun beginnt er — das Menschliche schwindet, die Welt des Klang- erlebens eröffnet sich. Breite Arpeggien, präludierend, sammelnd, umrahmt von melodischen Linien: Das Abagio von Dachs Q-Moll-Sonate. Aus dem Adagio heraus läßt er die Fuge sich herauskristallisieren, die unter seinem Spiel bis ins Ungemessene wächst. In dem beschaullchen Siziliano schwelgt er förmlich im Klange, jeder Ton strahlt. Und wieder erwacht die Energie im rhythmisch gespannten Presto. Stärkstes persönliches Erleben: alles war sofort durch Szigeti gesammelt und in Dann geschlagen. In Drahms O-Moll-8onate wird die Aus- drucksmögllchkell durch Hinzutreten des Klaviers (Herr Paul Meyer-Frankfurt) gesteigert. Und nun breiten die beiden Künstler, einer mit dem andern schaffend, die herbe Drahmssche Klangwelt vor uns aus. Im Allegro tritt das erste Thema zwar zunächst sotto voce auf, aber voll innerer, wenn auch noch gehaltener Erregung: durch das Ringen der Durchführung gelangt es zum Durchbruch seines eigensten Wesens und im Forte der Wiederkehr gibt es von der gefundenen Kraft Ausdruck Ein kontemplatives Adagio, daS erste Thema, zunächst sonor auf der Q-Saite: gewinnt immer mehr an Klangfreude und das zweite Thema singt in Doppelgriffen: ein leises 21nflingen des ersten Themas schließt den Gesang. In dem Un poco ptesto e consentimento ersteht vor und im Scherzofah im echt Drahmsschen Geiste. Im Schlußsatz (Presto agitato s^/^-Taktj) steigert sich das Klangliche im dramatischen Erleben bis zum Elementar- Gigantischen. Wer diese Sonate so einmal gehört hat, für den werden die Urteile derer, bie Drahms unter die Formalisten stellen wollen, durchaus entfräftigt. LaloS Symphonie Espagnole (im Original für Violine unb Orchester) ist unter seinen vier Violinkonzerten dasjenige, bas ihn überdauert hat. Zwar ist er von Geburt Franzose, aber doch wirkt sich in diesem Werk voll rassigem Feuer das Dlut feiner spanischen Vorfahren aus. Während die ersten drei Sähe ben Titel deS Werkes recht- fertigen, gibt der letzte in einem Rondo dem Virtuosen Gelegenheit für sein musikalisch-technisches Können. Ein Geiger darf nicht in seinem Studium an ber romanischen Literatur vorüber- gehen: sie geben feinem Spiele eine charakteristische Leichtigkeit. — Und wie wurde Szigeti dem gerecht! Von Virtuosentum bei ihm zu sprechen, hieße ungerecht sein. Er ist bie große musikalische Potenz, die in ihrer Offenbarung keine Grenzer kennt, die in allem Technischen nur ein Mitte) musikalischer Aeußerung sieht, die ben Höret dieses Technische, meist ein Zugeständnis an die Eitelleit, als Musik erleben läßt. Ich habe diese Symphonie verschiedentllch schon von Romaner gehört: und trotz ber Wiedergabe ohne Orchester bewährte auch hier wieder Szigeti seine hohen geigerischen Qualitäten. Der Begleiter entschä- oigte für bie fehlende Orchrsterfarbe durch feinftt Charakterisierung. Der letzte Programmteil brachte kleine Solo« stücke von Deracini (Largo), Dvorak-Kreisler (slaw. Tanzweise, L-Woll), E. Paganini (Caprice Rr. 24). Wie eindringlich gestaltete da Szigeti Ton für Ton der musikalischen Linie in Veracinis Largo, und welche Innigkeit sprach au3 dieser slawischen Tanzweise! Im Capriccio von Paganini bestätigte sich sein eminentes Können als Musllet. Denn, was sonst an technische Spielerei erinnern konnte, wurde bei ihm musikalisches Erlebnis. Soll man überhaupt von Technik bei ihm sprechen? Der- Dogen schien ohne Ende schier uirbegrenzt in ber Steigerung^- und Ausdruckskraft sein Ton und voller Wärme. Was man an Fingertechnik, Ter zerr-. Oktav- und Dezimengängen, an 51a- geoletspiel bei ihm hörte, steht einzig da. Und doch alles getragen von edelster Musikalität. — Herr Paul Meyer-Frankfurt bestätigte auf- neue seinen Aus als Begleiter, der, wo es gilt, voller eigener Initiative nachschafft und nirgends einen Wunsch offen läßt -in- Aus Natur und Technik ihre nächsten QSettrxmMen sind aus Europa und Australien bekannt, und die eine europäische Art haust noch dazu in einem Krötenfrvsch, eben in unserer Knoblauchkröte. Jedenfalls ist durch die Untersuchung der geographischen Verbreitung der Schmarotzer ein neues Mittel zur Aufklärung der Erdgeschichte gewonnen. Meterstände treten wahrscheinlich in Sibirien auf. So wurde in Tomsk am 16. Dezbr. 1877 bei über 40 Grad Celsius Kälte ein Barometerstand von 783,4 Millimeter beobachtet, der auf Meeres- Niveau reduziert 802 Millimeter ergibt, am gleichen Tage für Barnaul 803,4 und für Semipala- tinsk sogar 806 Millimeter. Am 23. San. 1900 wurde in Barnaul in 170 Meter Seehöhe ein Barometerstand von 789,2 Millimeter beobachtet, der im Meeresniveau 808,7 Millimeter ent- Oricht. Die höchsten Barometerstände treten, wie die Statistik deutlich ergibt, im Winter auf. denn kalte Luft ist schwerer als warme, und der höchste Luftdruck ist auf der Nordhalbkugel im Januar zu beobachten. Diesen höchsten Luftdruck-Extremen, die bekannt geworden find, stehen noch weit schärfere Luftdruckminima gegenüber. So wurde am 9. Dezbr. 1886 in Keitum 719,5 Millimeter verzeichnet, am 9. Febr. 1889 in Kiel 719,6 Millimeter und am 20. Febr. 1895 wieder in Kiel sogar 718,2 Millimeter. 3m nördlichen England fiel der Druck am 26. Jan. 1884 auf 693,3 Millimeter, den bisher bekaimten tiefsten Stand in Britannien; dagegen stieg der Luftdruck dort am 20. San. 1896 auf 790,13 Millimeter, so daß sich als größte Darometerschwankung für England der hohe Wert von £5,9 Millimeter ergibt. 3n Reikjawik auf Island beobachtete man am 4. San.. 1824 692 Millimeter. Noch niedrigere Barometerstände wurden bei einigen Wirbel st ürmen festgestellt; so stürzte bei dem Wirbelsturm an der Küste von Orissa am 22. Septbr. 1885 der Luftdruck auf 689.2 Millimeter, bei dem Zyklon am 10. Oktbr. 1846 zu Havanna sogar aus 683,5 Millimeter und im August 1901 im De Wille-Taifun auf dieselbe Tiefe. Die größten Geqenfätze, die im Luftdruck an verschiedenen Orten bisher beobacht würd'"» betragen allo ety)a 120 Millimeter. Was Infusorien von der ErdtzeschLchre erzählen. Die Kleinwcst der Infusorien umfaßt auch Stele Arten von Schmarotzern, die bei größeren Wirten leben und die man in der Familie der Opaliniden ^usammensaht. Durch die Forschungen des Amerikaners M e t c a l f sind uns zu den bisher bekannten 25 Formen noch 150 neue Opa- linidenarten, die saft alte im Darm von Fröschen leben, bekannt geworden. Dadurch ist uns überraschende Aufklärung auf einem Gebiete geworden, auf dem wir sie von der Infusorien- Forschung am wenigsteir erwartet hätten, nämlich auf dem der Entstehungsgeschichte unserer Erdteile. Die außerordentlich bedeutsamen Folgerungen, die sich daraus ziehen lassen, erörtert Prof. Th. Ar ldt in einem Aufsatz der In Frankfurt am Main erscheinen den „Umschau". Die Frösche haben eine ganz eigenartige Berbreitrmg. Man findet unsere Wasserfrösche fast auf der ganzen Erde, aber sie fehlen dem australischen Festland uird Südamerika. In diesen beiden Süderdteilen werden unsere Wasserfrösche durch die sog. Süd- oder Pfeiffrösche ersetzt, die grade auf diese beiden Erdteile beschränkt sind. Man hat darin einen Beweis für die Annahme einer alten direkten Landverbindung zwilchan Australien und Südamerika gesehen, die sicher schon vor dem Beginn der Iurazeit bestanden haben muß. Diese Theorie wurde aber durch die Behauptung in Frage gestellt, daß die australischen und süd amerikanischen Frösche nur scheinbar verwandt seien und sich in beiden Erdteilen aus ganz verschiedenen Wurzeln entwickelt fia^n könnten. Demgegenüber hat die neue Infusorienforschung nun festgestellt, daß diese Süd- frösche In beiden Erdteilen noch die gleichen Das Bild des Mörders im Augenhintergrund seines Opfers Sine wissenschaftliche Untersuchung von Prof. Dr. G r e e f. Geh. Medizinalrat. Direktor der Uni» versitäts-Augenllinik in der Charitö zu Berlin. Es wird mir die Frage vorgelegt, ob es möglich sei, durch die Untersuchung der Augen und photographische Fixierung des letzten Eindruckes auf der Netzhaut eines Ermordeten den Mörder festzustellen. Eine solche Behauptung, daß der Mörder als letzter Sinneseindruck im Auge des Toten sich widerspiegele, ist nicht neu. Seit etwa 30 bis 40 Jahren hat man das auf Grund wissenschaftlicher Experimente immer wieder behauptet und auch kriminalistifch zu verwerten gesucht. Im Zusammenhang mit dem Fall Ange r st e i n gewinnt dieses Thema noch besonderes Interesse. Der Professor Dr. Dohne, Direktor des Kriminalwissenschaftlichen Instituts an der Universität Köln, schreibt u. a.: „In dem Artikel wird erwähnt, daß sich auf dem Augenhintergrund eines der ermordeten Bureauangestellten das Gesicht des mit erhobenem Bell vor seinem Opfer stehenden Mörders befunden habe. Die Möglichkeit eines solchen Netzhautbildes (des Verbrechers im Auge des Ermordeten. Die Ned.) bei Ermordeten ist durchaus nicht in Abrede zu stellen. Dor allem hat sich gezeigt .daß die Nehhaltt bei angstvoll gereiztem Nervenzentrum imstande ist, einen Gegenstand nicht nur abzuspiegeln, sondern auch wie eine photographische Platte zu verarbeiten und zu fixieren, und daß sich daS Bild solange Der höchste und der tiefste Luftdruck. Wir haben im Januar dieses Jahres einen außerordentlich hohen Luftdruck in Mitteleuropa, besonders auch in Deutschland, gehabt. Wie aus den täglichen Wetterkarten der deutschen Seewarte hervorgeht, stieg der Lustdruck am 12. Jan. auf 775 Millimeter und am 14. San. auf 780 Millimeter. Am 20 San. erfuhr der Luftdruck eine noch weitere Steigerung bis auf 785 Millimeter. 3m Hinblick auf diese in unserem mitteleuropäischen Gebiet verhältnismäßig selten vorkommende Luftdruck-Höhe beschäftigt sich Arthur S t e n h e l in der von ihm herausgegebenen „Astronomischen Zeitschrift" mit der Frage, wie hoch Überhaupt der Luftdruck auf der Erdoberfläche steigen und fallen kann. Innerhalb Deutschlands sind von der Deutschen Seewarte seit etwa einem halben Jahrhundert folgende ungewöhnlich hohen Barometerstände auf- E'chnet worden: am 16 Ian. 1882 in Wilhelms- n 785,7 Millimeter, am 27. Dezbr. 1889 in tel 787,4 Millimeter und am 23. San. 1907 wieder in Memel der seltene Stand von 797,7 Millimeter. Einen noch höheren Luftdruck, und zwar das Barometer-Maximum für Nocdeuropa, wurde am 22. San. 1907 zu Helsingfors mit 799,4 Millimeter und am 23. San. zu Riga mit 800,7 Millimeter feftgestellt. Die höchsten Darofensters, dessen für den Beschauer bestimmte Seite in den Laden hineingedreht ist; auch originelle Beleuchtungseffekte, die die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden fesseln, können erprobt werden. Zur weiteren Belehrung über die |o wichtig? Schau- fenfterbeleudjtung sind an der Außenfront des Erdgeschosses noch oter weitere Schaufenster angebracht, in denen die für die verschiedenen Waren geeignete Beleuchtung erprobt wird. Die besten Arten der Straßenbeleuchtung sollen auf den Straßen in der Umgegend des Lichthauses Berücksichtigung finden, wenn die behördliche Genehmigung erteilt ist. Vögel und elektrische Wellen. Der. Mensch besitzt bekanntlich kein Organ, das ihm vom Vorhandensein elektrischer Wellen Äunöe gibt. §r bedarf besonderer Einrichtungen und Apparate, um ihr Dasein festzustellen. Dagegen erscheint es nach neueren Versuchen nicht unwahrscheinlich, daß die Vögel eine gewisse Empfin- samkeit gegen elektrische Schwingungen aufweifen. So hat man bei Brieftauben festgestellt, daß ihr Orientierungsvermögen in der Nähe von Antennen beeinträchtigt zu werden scheint. Es zeigte sich bei einer Serie von Untersuchungen, daß bte Tauben, wenn sie eine Antenne überflogen, aus der eben gesendet wurde, In bezug auf die Flugrichtung unsicher wurden, und daß sie danach keine Orientierung mehr h tten. Dabei scheint die Wellenlänge eine Rolle zu spielen. Erst wenn man mit ihr unter 100 Meter herunterging, schien die Wirkung auf die Tiere nachzulassen. Während sie bei höheren Wellen scheinbar nicht mehr wußten, wo sie waren, fanden sie bet sehr kleinen Wellen ihre Käfige wieder. Diese Versuche erschließen ein neues und sehr interessantes Gebiet. Ein endgültiges Urteil wird sich allerdings erst ergeben, wenn weitere Beobachtungen vorliegen. Die Gefährdung des Elches in Ostpreußen. Dr. Karl Wenke -Berlin hat während der letzten drei Jahre sich im Elchgebiet Ostpreußens aufgehalten, um das Leben dieses interessanten Wildes zu studieren. Leider klingen seine Ausführungen in der Zeitschrift „Der Naturforscher" über die Erhaltung des Elches recht pessimistisch. Vor allem durch die weitverbreitete Wilddieberei ist der Clchbestand Ostpreußens auf das schwerste gefährdet. Besonders im Winter sind die Gefahren für das reckige Wild sehr groß. Auf Schlittschuhen Hetzen es die Wilderer, bis es ausgleitet, und benutzen den Cispickel als Lanze, Schnee, Kälte, nicht zuletzt Hochwasser dezimieren Elche überdies noch stark. Nur eine Möglichkeit sieht Wenke, um den ostpreutzischen Elch, jenes Wahrzeichen alter germanischer Vorzeit, zu retten. Dies ist die Er- Härung des ganzen zentralen Elchgebietes, nämlich der Reviere Sbenhorst, Tawellning- ken und Aemonien, zum Naturschutzgebiet. erhalten tarnt, als die Retina keinen die Maiers zersetzenden Einflüssen ausgesetzt ist." (K. Z.) Wie stellt sich die Physiologie und Augenheillunde zu dieser Frage und welche exakte Erfahrungen liegen darüber vor? Wenn wir einen Gegenstand anfehen, so entwirft dieser auf unserer Netzhaut ein kleines umgekehrtes Bildchen des angesehenen Objektes, das durch Sehnervenfasern dem Gehirn zigeleitet und uns dort zum 'Bewußtsein kommt. Man kann deshalb wohl die Netzhaut mit einer photographischen Platte vergleichen. Die Linse im Auge ist das Objektiv, die Netzhaut die lichtempfindliche Schicht. Aber diese photographische Platte und sein Dild ist im Auge nicht beständig. Sie verändert sich fortwährend und bei jedem neuen Lichteindruck entsteht ein neues Dild. Fortlaufend müssen die Dlutgefäße der Netzhaut Sehsubstanzen zuleiten, die in dem Licht verbraucht und verändert werden. Im Jahre 1876 machte der italienische Augenarzt Doll die bedeutungsvolle Entdeckung, daß die Netzhaut von Mensch und Tier, nicht wie man sie bisher gesehen hat, farblos sei. sondern daß sie durchtränkt ist von einem rosenroten Farbstoff, der im Licht rasch dahinschwindet. Tötet man ein Tier im Dunkeln und sieht die Netzhaut durch bestimmte Lichtfilter an, so kann man diesen roten flüssigen Farbstoff sehen. Sobald man aber eine gewöhnliche Lichtquelle hinzu- fügt, schwindet das Rot rasch hinweg. Man weih jetzt, daß dieser Farbstoff, der sogenannte Sehpurpur, im lebenden Auge immer vorhanden ist. fortwährend im Licht verbraucht und fortwährend vom Auge neu produziert wird. Dieser Farbstoff, der also dem Licht weicht, widersteht Leichenveränderungen und auch vielen chemischen Einwirkungen. Von besonderem Interesse ist, daß er auch sogen. Oxhdations- uni Reduktionsmitteln, wie sie zum Fixieren in der photographischen Technik gebraucht werden, widersteht. Aus dieser Eigenschaft des Sehpurpurs schloß der verstorben Heidelberger Physiologe Kühne vor einigen Jahrzehnten, daß es möglich sein müßte, Lichteindrücke auf der Netzhaut festzuhallen und nach dem Tode durch Photogramme, oder besser gesagt Optogramme, den letzten Seheindruck des Auges zu fixieren. Das gelang ihm auch durch Experimente. Er brachte einem Kaninchen mit erweiterter Pupille unter Ausschluß anderer Seheindrücke einen einfachen weißen Gegenstand dicht vor das Auge. Nach etwa 1,5 Minuten wurde das Auge rasch geschlossen, das Tier getötet und das Auge wie eine photv- graphifche Platte fixiert, und richtig konnte er dann in der Netzhaut in dem roten Sehpurpur die Hellen Konturen des Gegenstandes erkennen und Hiervon einen photographischen Abzug machen. Diese Versuche machten seinerzeit ungeheures Aufsehen. Sie sind auch wissenschafllich sehr interessant. Sie zeigen, daß die Netzhaut sich wie eine photographische Platte verhüll und daß darauf ein bestimmter, besonders letzter intensiver Lichteindruck sich festhalten läßt. Wenn aber diese Tatsache schon damals zur Verwertung in der Kriminalistik aufgenommen und immer wieder behauptet wurde, daß man dadurch das Dild des Mörders im Auge des Getöteten erkennen könne, so ist das grundfalsch. Ich wiederhole nochmals, daß das Experiment nur unter den oben genannten Umständen gelingt. Es muß zunächst ein ganz einfacher Gegenstand sein, z. D. ein weißes Kreuz oder ein weißer Buchstabe auf schwarzem Grund von bestimmter Größe und in bestimmter Entfernung vor dem Auge, dann muß er regungslos etwa 1,5 Minuten festgehalten werden und danach muß das Auge sofort geschlossen und ins Dunlle gebracht werden. Schon nach Zögern von 1 bis 2 Minuten ist das Dild fert Man sieht leicht ein, daß bei Verbrechen niemals diese llmftänbe eintreten werden. Angerstein batte sich mit erhobenem Deil 1,5 Minuten vor sein Opfer bewegungslos hinstellen müssen und dann hätte das Auge sofort im Dunkeln untersucht werden müssen. Hätte das Auge des Sterbenden sich nur noch einmal geöffnet, so wäre schon ein anderes Dild herauf gefallen. Solche Umstände werden bei Verbrechen niemals eintreten. Nehmen wir aber einmal an, daß alles so glücken würde, so sähe man in der Netzhaut ein Bildchen, das im ganzen 1 bis 2 Millimeter groß wäre. Man stelle sich vor, wie groß darin der Kopf und das Gesicht des Mörders sein würde und was man dann bei dem unscharfen Einstellen und der mangelhaften De- leuchtung sehen würde. Die Dehauptung, daß man aus dem Dild im Auge des Erschlagenen den Mörder erkennen könne, ist deshalb als ein Märchen anzusehen. Schmarotzer beherbergen, und zwar die Opali- nide Zelleriella, die von der Stammform durch eine starke Abplattung ihres Körpers abweicht. Es ist nun im höchsten Grade unwahrscheinlich, daß Wirt und Gast zugleich, von einander unabhängig, in Australien genau den gleichen Entwicklungsgang eingefchlagen haben wie in Südamerika, das viele Tausende von Kilometern entfernt ist. Die Hebereinftimmung der Schmarotzer läßt es daher als völlig sicher erscheinen, daß die australischen und südamerikanischen Pfeiffrösche wirklich eng zusammenge- Horen, und damit ist auch die vorgeschichtliche Landverbindung zwischen Au - stralien und Südamerika erwiesen. Ebenso zeigt die Familie der Kröten interessante Beziehungen. Scheidet man die besonders hochentwickelte Gattung der Landkröte aus, so sind die übrig bleibenden ursprünglichen Gattungen auf Süd- und Mittelamerika, das tropische Afrika. Südindien, die Malaiischen Inseln und Australien beschränkt. Also auf ®e- bieie, die zum Bereich des alten großen Südkontinents gehören. Dafür sprechen viele Zeichen der heutigen Tierverbreitung. Besonders schlagend ist ein Beweis, der sich aus der Verbreiturrg der Krötenfrösche erkennen läßt, zu denen unsere Knoblauchkröte gehört. Sie finden sich fast alle in Europa und Asien; nur eine einzige Gattung lebt in Nordamerika. Diese Gattung beherbergt nun eine Gruppe von Pro- toopalinen, die sonst nur in einen Querzahn- molch übergegangen ist. Auch diese Molche finden sich außer in der Union in Asien. Sie mögen also ebenso wie die Krötenfrösche über eine Landbrücke gewandert fein, die an Stelle der Behrmgstraß« Asien und Nordamerika verband. Dem gleichen Wege müssen aber auch die nordamerikantschen Opalinen gefolgt fein, denn Ein Haus des Lichts. Das neue .Lichthaus" der ,£)sram- Gesellschaft" in Berlin, das jetzt seiner Be- stimmung übergeben worden ist, soll eine Stätte ernster wissenschaftlicher Forschung fein und zugleich dazu dienen, den Gedanken der Lichtwirtschaft in wette Kreise zu tragen. Die Erlorderniste einer guten Beleuchtung, wie sie von der Hygien erkannt worden sind, werden in sinnfalliaen Vorführungen gezeigt. Das Haus selbst zeigt schon rein oaulich eine neuartige Lösung der neuartigen Aufgabe. Das ganze erste Stockwerk des einstöckigen „Hauses ohne Fenster" ist von dem 300 Personen fassenden Bortragsfaal aus- gefüllt, in dem die Vorträge und Demonstrationen stattfinden. Dieser Saal kann auf die mannigfachste Weise künstlich beleuchtet werden, mit vielen kleinen oder wenigen großen Lichtquellen, direkt, indirekt oder halbindirekt, mit Soffittenlampen usw. Im Erdgeschoß werden die verschiedenen Beleuchtungsarten für besondere Zwecke gezeigt. Da ist in dem Empfangsraum und dem Herrenzimmer die Hei m- beleuchtung, und als Gegenbeispiel können die landläufigen unzureichenden Beleuchtungen vorgeführt werden. Die verschiedenen Möglichkeiten der Industriebeleuchtung find in drei kleineren Kammern zu besichtigen. Einer dieser Räume hat die Voraussetzungen, die die indirekte oder halb- indirekte Beleuchtung am zweckmäßigsten erscheinen lassen, während für den zweiten Raum nur die direkte Tiesstrahlenbeleuchtuna in Frage kommt. Die dritte Kammer veranschaulicht die Beleuchtungs- erforbemiffe bei Räumen mit Sbeddächern. Die Laden- und Schaufen st erorleuchtung wird in einem kleinen vollständig eingerichteten Laden mit Schaufenstern gezeigt; man kann hier die Regale,' also horizontale und vertikale Beleuchtung studieren, ebenso die beste Beleuchtung des Schau- (Fahrdienstletter, Stellwerksbeamte, Rangierer) entwickell und durch Versuchsvrüfung erprobt, und das Prüfungsergebnis dectt sich auch hierbei mtt den Urteilen der Dienststellenleiter über die Geprüften. Ein Prüfungsverfahren für Bedienstete des Lokornotiv- und Triebwagenführerdienstes ist fertiggestellt und wird z. Z. tn Dersuchsprüfungen erprobt. Um möglichst einwandfreie Prüfungsergeb- niffe zu erzielen, werden den Prüflingen die Prüfungsverfahren vorher aufs genaueste erklärt, werden sie mit der Handhabung der Apparate genau vertraut gemacht. Prüflingen, die wegen gesundheitlicher oder seelischer Verfassung nicht in der Lage sind, die Prüfung an einem bestimmten Sage abzulegen, wird gestattet, sich der Prüfung zu einem anderen Termin zu unterziehen. Die Prüfgeräte sind in einem glänzend aus- geftatteten Sonderwagen untergebracht, so daß die Prüfungen an jedem beliebigen Ort abgehallen werden können. Die pshchotechnische D e r s u ch s st e l l e der deutschen Reichsbahn besteht seit dem 1. Februar 1920. Leiter ist Reichsbahnoberrat Professor Dr. S k u t s ch, fachpsychologischer Verrat ist Professor Dr. M o e d e von der Technischen Hochschule in Berlin. Für die Fachgebiete Dau und Betrieb, Verkehr und Verwaltung sind der Der- suchsstelle wissenschaftliche Hilfsarbeiter zugeteilt. Hier werden in engster Zusammenarbeit zwischen Psychologen und Fachleuten die einzelnen Dersuchsverfahren ausgearbettet. Ihre Einführung wird durch den pshchotechnischen Ausschuß, dem auch Vertretungen der beteiligten Beamten und Arbeiter angeboren, der deutschen Reichsbahn-Hauptverwaltung empfohlen. Die Versuchsstelle arbettet neben den Prüfungsverfahren auch besondere Anlernverfahren zur Ertüchtigung der beretts im Dienst befindlichen Beamten aus. Die Reichseisenbahnverwallung wird aus dem neuen Einstellungsverfahren zunächst großen wirtschaftlichen Nutzen haben. Eine sorgfältige Auslese der Rangierer z. B. bildet ein sicher wirkendes Gegengewicht gegen die persönlichen Unfälle, die in diesem Dienst so zahlreich zu beklagen sind. Die Auslese der Verkehrsbeamten wird die großen Ausfälle von Einnahmen, die die Reichsbahn täglich durch fehlerhafte Handhabung der Tarife und durch Unterschleife erleidet, erheblich vermindern helfen. Aber auch die O e f f e n t l i ch k e i 1 hat ein großes Interesse an den psychotechnischen Eignungsprüfungen. Rasche Abfertigung, richtige Auskünfte, anständige Behandlung, Schutz gegen Unfälle sind ganz natürlich weit besser geleistet durch eine Beamtenschaft, die von vornherein alle die Eigenschaften mitbringt, die der vielseitige, verantwortungsvolle und anstrengende Dienst der Eisenbahnbeamten erfordert. Berufseignungsprüfuttgen bei -er Keichseisenbahn. (Nachdruck verboten.) Gelegentlich der Anwesenhett eines Prüfungswagens hatte die Reichsbahn- direllion Osten Pressevertreter zu einer Besichtigung eingeladen. Wie viele industrielle Betriebe, so geht auch die Reichseisenbahn in den letzten Jahren daran, sich die wissenschaftlichen Ergebnisse der Intelli- genzprüfungen für ihren Betrieb nutzbar zu machen. Durch besondere Eignungsprüfungen wird festgestellt, ob die Bewerber um Dienststellen die im Beruf geforderten berufswichtigen Eigenschaften besitzen. Sie will durch eine geeignete Bewerberauswahl einmal ihren Betrieb wirtschaftlicher gestalten, was bei den großen Lasten, die ihr aus der Durchführung des Dawes-Gutachtens erwachsen, von besonderer Wichtigkeit ist, zum anderen soll durch diese Prüfungen verhindert werden, daß Leute in Berufe hineinkommen, für die sie ihren ganzen Anlagen nach nicht geschaffen sind und sich selbst und anderen eine Last werden. Die Berufseignungsprüfungen bei der Reichsbahn wurden zuerst bei der Einstellung von Lehrlingen in die Eisenbahnwerkstätten vorgenommen. Früher erfolgte die Auslese nach Schulzeugnifsen, den Bekundungen des Arztes und nach dem persönlichen Eindruck unter weitgehender Berücksichtigung von Söhnen Eifen- oahnbediensteter. Jetzt steht die Laufbahn jedem offen, der in der psychotechnischen Eignungsprüfung den Nachweis über den Besitz der verlangten Eigenschaft.n erbringt. D.rB:darf für die Eisenbahnwerke des gesamten Reichsgebietes beträgt etwa 1500; die Bewerberzahl beläuft sich meist auf rund 5000. Die Eignungsprüfung, die in Gruppen- und Einzelprüfungen zerfällt, sucht an den Prüflingen folgendes festzustellen: den allgemeinen Stand der Intelligenz, die Stärke des Gedächtnisses, die Veranlagung für technisches Denken (technisches Verständnis und technisch-konstruktive Fähigkeiten), das räum» ließe Vorstellungsvermögen (Aussuchen von Wertstattzeichnungen nach räumlichen Bildern, Einpaßversuche), die Handgeschicklichkeit (Drahtbiegen nach vorliegenden Mustern), das Augenmaß, den Tastsinn (und zwar das Feingefühl, Aussuchen von Körpern durch Betasten), die Arbeitsgeschwindigkeit und allgemeine Anstelligkeit. Die Prüfungsmittel find außerordentlich einfach. Vor Anwendung des Prüfungsverfahrens zur Berufsauslese wird durch Versuchsprüfungen festgestellt, ob die Schwierigkeit der Aufgaben der Leistungsfähigkeit der Prüflinge angepaßt ist, und ob die (geeigneten tatsächlich durch das Verfahren heraus- gefunden werden. Um das letztere festzustellen, wird die Wirkungsweise des Prüfungsverfahrens durch eine Dewährungskontrolle nachgeprüft. Das Ergebnis ist, daß bte Eifenbahnwerke, seit die Einstellung auf Grund einer pshchotechnischen Prüfung erfolgt, überwiegend von einer Besserung des Lehrlingsnachwuchses berichten. Für die in den Jahren 1922 bis 1924 eingeftetiten Lehrlinge ist die Bewährungskontrolle jetzt abgeschlossen. Von den zur Einstellung gekommenen haben nur etwa 6 v. H. sich als wenig oder nicht geeignet erwiesen. Bei den ersten 20 Prozent der Einstellungen beliefen sich die Versager sogar nut auf etwas über 4 v. H. • S:e E'senbahnverwallung geht nun daran, sich^ die bei den Lehrlings-Eignungsprüfungen Erfahrungen auch bei der Annahme vott Angestellten und Beamten nutzbar zu machen. Durch eine größere Anzahl von Versuchsprüfungen wurde das von der Versuchsstelle ausgear- beitete Verfahren zur Prüfung von Verkehrs- beamten (Bediensteten der Fahrkartenausgaben, Gepäckabfertigung, Güterabfertigung) erprobt. Diese Prüfung erfaßt Kombinationsfähigkeit, Gedächtnis für Ortsnamen und Zahlen. Konzentration, Sorgfall, Arbeitsgeschwindigkeit und Gewissenhaftigkeit, Mehrfachbehandlung, Geschicklichkeit und geringe Erregbarkeit, Aufmerksamkeit und Reaktion. Die nach den Prüfungen bei den Dienstvorstehern abgehaltenen Nachfragen ergaben auch hier, daß die von der Prüfung als gut Bezeichneten auch in der Praxis flute Leistungen aufwiesen, ebenso wurden die geringeren Kräfte durch Prüfung und Praxis übereinstimmend beurteilt. Eignungsprüfungen für Bahnsteig» fchaffner und Schaffner in v-Zügen sind ebenfalls bereits in Versuchen erprobt. Weiter sind von der Versuchsstelle pshchotechnische Prüfungsverfahren für Detriebsbeamte 3« ($on unserer Bis ®°r sK SA xr-L * Unter Du die bisher je« befriedigend" den sind d'e vorhergegnnse Dividende m Dürfte. 1 deutschen Diese verteilte denden von 8b Dabei darf- gerade bti eine *rb -aß iit 2ork vhtt 8-n tiama URiat Dividend' Matt daß Die m Gestalt Der schädigung er!) oibende, werde' tas 3urüdblei Men Des not knet handelst tat bewegen!' tö Proz. als nii Höchster » «nehmen 8-': illöhrend der 3 KolgMen ihr ikonnte, verteilt sProz.; bei ihr ,15 Pr°z. Bei isabriken, in der tbürd)fd)niitlid) I 'rechnen, es lot bis 3 W rheimsch-MM fern einziges «23-24 » ner Bergwerk ganzen Rührt zu den besten unter Berücks Vergütungen i 11 Mill. Mk. ine Verhältnis!' zeigt die Un Ruhckampsgev JonDers auch daß außerhalb werke (z. B. verteilt haben. Sie Dioibe ifffet jefiigen A Nnelleu Neck Viert (Mr M oniechtn bei vi zlnfung gemäh gen dec indus braucht aber g, tennaßen ein Dieses kann t bekommen; da reichender $i: gung de- Ur ihren Jndustrii verloren habere Dividende gebli ' Darms Ä a. A. ~ Affichtsratssil Woffen, aus d eine Dividende Tkrfotgun MAhrrn. H MM borg Mten Qtt 36J2O618 K und Kvnfortio 'si zur im J^toanDt toot 5140 torgeno! Nierkt 3“w * öcr Mfeitc M Geltung' ??0CO ««f rur M , od sich -7, Slun 2 S banl 141 18 22.13 6,9 11,6*5 62 '6.25 104,5 3,50 88,5 3,85 62,90 t6 106,4 3,50 90,5 । 3 85 i 2,3 3.9 2,65 0,895 1.115 0.4S") 0.66 y/j Xcuflfte Reid9anTrfi>e . <•/» Ttlllchc StucMantrtbe . 9'/,°/, Deutsche Stndjsanleitx 3*/ Deutsche RetchLattletö« . Deutsche 6t>an>ratuunanuiN 4*/o Preußische Äonfol» . . . <•» Hellen........... SM!?!: Teullche fflertb. Dollar-Lol. bto- Doll--Schatz-Äntrettag.') 4*/o Zollrörteo 5*/« Solbmertfaner .... Berliner Haodelsqesellschaft. Lommerz- und Privat Bank Tarmft. und Naiionattxmk . Deutsche Bank Deutsche BeretnSbaot .... LiSconko Lommandit .... Metall bank........... Miiteldeuttche Kreditbank. . Selle ireichtsche Lreduaustatt Weltbank............ Bochumer Suh ...... Buderu»............ Loro .... »Luxemburg trchenee öergtoerfl. . Harpeuer Bergbau...... «aluverke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte Cbcrbcbarf .... Phonii Bergba»....... Rvcimtahl..... Riebeck MoMan TelluS Bergbau ... eurg-Amerika Paket. . . reutscher Llovd..... Lberamische Werke «kbtn .. Zementwerk Heidelberg . . . vbiiipp Holzmann...... Snglo.Tont -Guano . . ... Badische «nilin........ Chemische Mayer Blaöta .. Goldschmidt......... Enes eimer Electrou .. .. Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung..... .. RülgcrSwerke......... Lcheideanstalt «Da klektrizilätS-Gesellschatt Bergmann .......... Matnkraftwerke ... Schuckert ...... Siemen» * HalSke Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt......... '.»'eguin............. Motorenwerke Mannheim . frankfurter Armaturen . . . itonlerpenfabril Braun . . Metallgesell chaft sfrankfurl. Pet Union A--G. Schuh'abrik Her, Sichel..... Zellstv" «aldhof Zuckerfabrik Frmikenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel - . . f-4.50 4 13 3,70 5,70 I 9, 2 I 0,2 | 83,2 I 17,75 I 10,50 93.25 5,9 | 15,15 29 'i 0 46 । 114 i7 50 27,56 8 1 16,75 HO,75 11,65 I 18 I 8a 64,25 ' 75 I 3.75 1 5.7 3,2 8 5 । ffronffttTf t W. PerPn Sdjlufc. Aura Srfinfoti tlbcnb» börie Sd-tuh. SAlMfcK b-de Damm: 20.3. 21 3. 20. 3. 21 3 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (gn Billionen Mark auSgedrückt. Buenos Aires, London, Reu- Jork, Japan, Rio de Janeiro für eine Einbeit, Wien und »udavest für 100000 Ein beiten, alles übrige für 100 Ein bei len.) Telegraphische Auszahlung. Danknoten. 20. Mär» 21. März «mtlfiti Oeld JZotterunn Bries llmtlthe .'to'ieri t, i»e(» •Ir-ef Rott. 167.56 167.98 167,41 io),83 vurn 'AtrrS 1.66 1 ,€64 1.658 1,682 Brii.-Antw 21.255 21 315 21, 7 21 33 Gbriftianla. M.77 M 93 65,07 €5 23 .Qovcnbaacn <6.08 76 28 76,19 76 30 Stockholm . 113,04 113,32 113.05 113,33 HclsingsorS 10 56 10,60 10,56 10,60 (hatten . . 17.05 17.09 - 17.05 17.09 London. . . 20,05 20 10 20 053 20,103 Ncuyork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 'l’nri«. . . 21.78 21.81 21.76 21 8? Schweiz . W 82 dl 03 60,85 81,05 (Spanten . b'J 73 69 87 69.73 69,87 Japan . . . 1,762 1,706 1,756 1.761 '«io de Jan l',463 0.465 0,461 0,465 Wie» in D-- Ceft. abQcft 69,13 69,26 59,13 69,26 Prag .... 12.13 12.17 12,125 12,465 Bclzrad . . 6 63 6 65 6 63 6,65 Budapest. . 6.807 6,827 6,8.8 6,828 SBukaricn 8,055 8,1-65 8,05» 3,06> Lissabon 19.925 19,975 19,925 19.975 Danstg. . . 79,50 79.10 79.57 79.77 Konst nnn. 2 16 2,17 2,16 2,17 Alpen. . • <-.34 0 36 6,49 6,51 Berlin, 21. Mär» (Sert Brie» Amerikanlsckie Note» ..... 4.177 ',197 Belgische Noten ....... 21 28 21.38 Daniichc Noten........ 75 91 76 29 Englische Roten........ 20 028 20 128 Franiousche Noten ...... 21 80 21 90 Holländische Roten ...... 167 18 108 04 Jt lienikche Noten ...... 17,09 17.17 Norwegtiche Noten...... 04,94 05 26 Deutsch Deftcrr .äiooitronen 68,97 69,27 Rumänische Noten ...... Schwedische Noten...... 112 81 113.39 Schmetter Noten....... 80,75 81,15 Spanische Noten....... 69 60 69,90 Tschechoslowakische Noten . . 12.39 12,45 Ungarische Noten . . ... — — Frankfurter Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M.. 21. März. Tendenz: befestigt. — Die Börse gestaltete sich am Wochen- schluh nicht ungünstig, und auch die Unternehmungslust war infolge des verhältnismäßig leichten Geldmarttes etwas angeregt. Die Rachwirkung der bereits gestern hervorgetre- tenen, die Börse günstig beeinflussenden Momente gab zu Deckungskäufen Anlaß, die in der Hauptsache durch die Spekulation getätigt wurden. Auch einige Auslands-Kaufaufträge sollen vorgelegen haben. Trotzdem konnte sich ein größeres Geschäft nicht entwickeln, da es nach wie vor an breiteren Käuferschichten fehlt. Das Hauptinteresse nahm der Ehemie- und Danken markt in Anspruch, wo es vereinzelt zu Kurssteigerungen kam. Don Dankenwerten waren erheb'^ch gesteigert Reichsbank. Darmstädter und Mitteldeutsche Credit. Montanwerke lagen Der- nachlässigt, und nur vereinzelt stellten sich leichte Kursbesserungen ein. Der Sle ktrom a rk t behielt sein ruhiges Aussehen bei, er- yedkch lener emnwetcn Schlickert Bon Schissa hrtsa ktien büßten Hapag ihren gestrigen Gewinn wieder em. Maschine n a k t i e n leicht gebessert. Auto- und auch Zuckeraktien hatten nur geringe Kursveränderungen. Der Einheitsmarkt der Industriepapiere lag ziemlich ruhig. Am deutschen Anleihemärkte verstimmte die Vertagung der Aufwertungsfrage, es kam wiederum zu scharfen Realisationen und größeren Kurs- einbuhen. Fünfprozenlige Reichsanleihe senkten sich von 0,725 auf 0,698. Pfandbriefe lagen gleichfalls schwächer und still. Der Fr ei verkehr lag farbloS. Api 1,4, Decker Stahl 1,37, Decker Kohle 7,25, Benz 4,9. Drown Doveri 60, Growag 0,145, Krügershall 11,75, Ufa 12,9. 2m weiteren Verlaufe erhielt sich die Rachsrage für Chemie« und Dankaklien, die erneut fester wurden. An den übrigen Märkten waren nennenswerte Kursveränderungen nicht eingetreten. Der Geldmarkt ist unverändert flüssig. Monatsgeld wurde zu einem Durchschnittssatze von 9.75 Prozent gehandelt. Am Devisenmarkt hatte sowohl das englische Pfund bei 4.781/* gegen Kabel Reuyork. und der Pariser Franken bei einer Pfundparität von 91,24 und einer Dollarparttät von 18,24 wesentliche Besserungen auszuweisen. Die Mark liegt unverändert. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Berlin, 21. März. Die Börse stand am Wochenfchluß unter dem Zeichen einer allgemeinen Geschäftsunlust. Die Zurückhaltung der Spekulation und des Publikums kann kaum noch einen höheren Grad erreichen. Das Kursniveau zeigte trotz der Lustlosigkeit eine verhältnismäßig stabile Haltung, ohne dah sich eine ausgeprägte Tendenz entwickeln konnte. Am Montanmarkt besprach man lebhaft die Schwierigkeiten, die in den Verhandlungen der Ruhr-Kohlen-A.-G. nunmehr eine Vertagung ergeben haben, daneben fanden die Kündigungen im Westdeutschen Eisenhändler-Derband durch einige Händlerfirmen Beachtung, doch wirkten sich diese Tatsachen auf daS Kursniveau immittelbar nicht aus. 2m Angebot lagen nur heimische Renten. die unter den gestrigen Schluhkursen eröffneten. öprozentige Reichsanleihe eröffneten mit 0,710. Auf angebliche Käufe der Arbitrage fetzte am Markt der Kolonialw orte für Diamant- Shares eine neue leichte Erholung ein, und zwar auf 21 Vr. Die übrigen Papiere, die nicht amtlich notiert werden, lagen vernachlässig!. 2m übrigen wirkte sich die allgemeine Lustlosigkeit auf dem kürzlich besonders beachteten Markt der Pfandbriefe und Stadtanleihen aus, wo Umsätze in den ersten Stunden kaum zustande kamen. Der Geldmarkt weist keine Veränderungen auf, es scheint, als wenn für den herannahen den Quartals-Ultimo schon frühzeitig Vorsorge seitens der Geld verleihenden 2nftitute getroffen worden ist, so daß die etwas regere Rachfrage bisher keine Veränderungen der ermäßigten Sätze brachte. Tägliches Geld wurde unverändert mit 7 bis 9 Proz., Monatsgeld mit 10 «bis 12 Prvz. pro 2ahr genannt. Privatdiskont 8 Proz. Am internationalen Devisenmarkt war das Geschäft heute vormittag gleichfalls äußerst ruhig, so dah Kursschwankungen von Bedeutung nicht auf tratest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 21. März. Der Produttemnartt war heute infolge höherer Auslandmeldungen wesentlich fester. 2n Auslandgetreide war das Angebot bei hohen Preisen gering. 2n Gerste, Mehl und Futterartikel waren die Umsätze geringfügig. Hafer mehr 2nteresse. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt 246 bis 250, do. Avril 267, do. Mai 273 bis 272.50, do. 2uli 271, Tendenz: fester, Roggen, märt. 223 bis 225, do. 2uli 229.50 bis 230.50, Tendenz: fest. Gerste, märt 225 bis 246, Futtergerste 205 bis 224. Tendenz: stetig, Hafer, märt 180 bis 186, Tendenz: still, Mais. Mai 179, Tendenz: befestigt, Raps 390 bis 395, Tandenz behauptet, Leinsaat 390 bis 400; für je 100 Kilo: Weizenmehl 32.50 bis 35, Tendenz: ruhig. Roggenmehl 31,25 bis 33,25, Tendenz: ruhig, Weizenkleie 14, Tendenz: behauptet. Roggenkleie 14 bis 14,15, Diktoriaerbsen 22 bis 29, kleine Erbsen 18 bis 20, Futtererbsen 18 bis 19, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 19 bis 20, Wicken 18,50 bis 20, Lupinen, blau 11 bis 12, gelb 14 bis 14,50, Seradella, neu 13 50 bis 15,50, Rapskuchen 15,30 bis 15,60, Leinkuchen 21,50 bis 22, Trockenschnitzel 9,60 bis 9,70, Kartoffelflocken 18,40 bis 18,80. Buntes Allerlei. Der Elefant in der Schule. Unterrichtsversuche an einem 6-jährigen Elefanten des Zoologischen Gartens in Hannover hat Dr. Leonhard Galley unternommen unb berichtet über seine Erfolge in der in Frankfurt a. M. erscheinenden „Umscha u“. Das Tier namens Kaspar, das schon einmal im Zirkus gewesen war, barm aber angeblich wegen Bösartigkeit wieder zurückgebracht wurde, konnte schon allerlei, so z. B. marschieren, verschiedene Uebun- gen auf einer Tonne, »Kompliment", d. h. niederknien und aufstemmen der Stoßzähne auf den Boden; eS blies auf einer Mundharmonika und nahm dem Wärter den Hut ab. Während der Unterrichtsstunde wurde der Elefant angefettet, da der Lehrer fönst nicht mit ihm fertig geworden wäre. Da Kaspar durch Senken des Rüssels, verbunden mit Kopfnicken. „Bitte, bitte“ machte, so sagte ihm der Lehrer, nachdem er ihn mehrmals für diese Leistung mit einer Mohrrübe belohnt hatte: „Run wollen wir zweimal „Ditte. Ditte" machen. Kaspar ging willig darauf ein, und nach Verlauf einiger Minuten war das Dit- ten in .Zählen" umgetauft Kaspar zählte im ganzen bis 5. Dabei fdjeint er die Zahlen eins bis zwei gegen Ende des Unterrichts, der nur 8 Stunden dauerte, schon nach Worten unterschieden zu haben, während bei ben Zahlen drei, hier und fünf für Kaspar der Tonfall der Stimme der Anlaß zum Unterbrechen deS Zählens zu sein schien. Mo hm üben stücke, die nicht deutlich zu sehen waren, fand er nicht, und so bestätigte sich im Laufe deS Unterrichts das. was man über daS geringe Zählvermögen und schlechte Sehen der Elefanten schon weiß. Sonst aber gab Kaspar allerlei Proben seiner Gelehmgkeit. Als er einmal zufällig einen pustenden Ton durch den entgegengestreckten Rüssel erschallen lieh, sagte der Lehrer: „Run hast du gepustet", belohnte ihn und forderte ibn auf, abermals zu pusten. Rachdem der Defehl „Pusten" einige Male geübt worden war. pustete Kaspar schließlich auf da- bloße Wort hin. Außerdem lernte er auf den 'Befehl: ..Ins Finger chen" seinen Rüssel ruhig in die Ihrt? Hand des Lehrers zu stützen und sich ehre Mohrrübe in das Fingerchen legen zu lassen, während erste gewöhnlich mit dem letzten Russelende umklammerte. Trotz dieser Willigkeit im Lernen zeigte Kaspar aber nicht die leiseste Spur von Freundlichkeit oder Anhänglichkeit an den Lehrer, wohl weil sein Erscheinen für ihn gleichbedeutend mit .angekettet werden" war. Bei Unterbrechungen des Unterrichts war sein Benehmen un- sreundlicher. als wenn die Stunden regelmäßig erfolgten. Einige Male schlug er mit dem Rüssel nach dem Leyrer, aber nicht aus Dösarligteit, sondern aus einem gewissen Machtgesübl heraus, um ihm einen Schrecken einzujagen. Dr. Galley wurde durch diesen Unterricht m feiner „hohen Achtung vor der geistigen Befähigung der Elefanten" durchaus bestärkt. Man hatte bei Kaspar daS Gefühl, daß es sich nicht um eine eigentliche Dressur, sondern um eine sprachliche bzw. zeichensprachliche Verständig gung handelte. ..Es ist sehr reizvoll", schreibt er, „diese eigenartiac Schlauheit, dann die Andeutungen des Gefühls der Macht und Stärke mit jenem kindlichen Zug in einem Wesen vereinigt zu sehen, der fast allen Tieren zukommt, zumal natürlich den jungen. Ich konnte mich des Eindruckes einer selbstbewußten Persönlichkeit bei Kaspar nicht erwehren . Hochschulnachrichten. Iournalistenehrung. Die Juristische Fakultät in Freiburg in der Schweiz hat Redakteur Pi o Philippono in Berlin und Rationalrat Georg Baumberger in Zürich für ihre 53- bzw. 54jährige öffentliche Tätigkeit als hervorragende Vertreter der Presse den Ehrendoktor der Staatswissenschaft verliehen. Eine neue Universität in der Türkei. Die türkische Regierung hall das srüher» Kriegsministemum in Stambul als Universität eingerichtet. 133 Prosesforen und Dozenten vertreten die vier Fakultäten, an denen jetzt 3150 Studenten studieren. Philossphenkongreh in Halle. Die diesjährige Generalversammlung bet Kant-Gesellschaft wird am 5. und 6. Juni wieder in Halle stattfinden, und zwar, wie bereits in den Vorjahren, in Form eine- philosophischen Kongresses. Zur Verhandlung stehl die Frage: „Die Erneuerung der Metaphysik in der Gegenwart". Zu Vorträgen haben sich bis jetzt u. a. bereit erklärt, die Professoren Becher (München), Ricolai Hartmann, Hans Driesch. Paul Menzer und William Stern. Deutscher Slfabcmifcrtn^ T925. Bei der vom 15. bis 19. April zu Elber« f e l d stattfindenden Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Akademikerverbände des deutschen Sprachgebiets werden die folgenden bedeutsamen Dorträge gehalten werden: Uiaversita'sprose sor Dr. Martin Spahn „Historifch-gene i che Darstellung des deutschen Gedankens": Dr. Hans Günther „Rassenkunbe des deutschen Volkes"; Generalsuperintendent D. Klingemann (Koblenz) und Universitätsprofessor Dr. Z i e s ch e (Vreslau) „Die Erziehung zu charaktervoller, christlicher Persönlichkeit"; Universitätsprofessor Drunstädt (Erlangen) ..Die Krisis der deutschen Kultur". Auskunft über die Tagung erteilt die Vaterländische Vereinigung alter Aka-- demiker des Wuppertals, Dr. Hoppmann, Elber« feld, Kasinostraße 23. Spiclplarr der ssranksurtcr Theater. Opernhaus. 24. März. Tannhäuser. 25.. Tosco. 26.: Die Fledermaus. 27.: Die lustigen Weiber von Windsor. 28.: Der Rosenkooalicr. 29.: Das Rheingold. Schauspielhaus. 24.: Louis Ferdinand Prinz von Preußen. 25.: Fridolins Hochzeitsnacht, oerb. mit einer Modeschau der Firma (9ebr. Ro- binfohn. 26.: Louis Ferdinand Prinz von Preußen. 27.: Fridolins Hochzeitsnacht, verbunden mit einer Modeschau der Firma Gebr. Robinsoßn. 28.: Loui? Ferdinand Prinz von Preußen. 29.: Wilhelm ieK Aus dem Amtsverkündiaunftsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 23 vom 20. März enthält: Schornsteinfeger-Gebühren. — Viehmärkte in Hungen und Grünberg. — Bekämpfung des Koloradokäfers. — Schnnkenbokämpfung. Bedecken der Stuten. — Maul- und Klauenseuche. -- Kreis- ousschuhwahl. — Schaferei-Ortssadung der Stadt Lich. — Gebührentarif der Gemeinde Münster. — Felltbereinigungen Rainhards Hain und Allendorf a. d. L. — Dienstnachrichten. - we,che «'ne zarte, weisse haut o ■r" jfl blend, schönen Teint erlangen u. er halten will, wäscht sich nur mit dar jfflhLL___ Ss&snpferM’eife 'Kju die beste Lifienmllchseife dLffirS revon Bergmann 4 Co., RadebeuL C-' ’CHMF tlberatI erhältlich. Ireni-Drog. Aegual Boll, P. J. Hlibi, Dr? j. Doorg Walleiloli, Drog. 0. WiotorhoII. jijc LIEBIG FLEISCH-EXTRAKT Liebig Fleisch-Extrakt ist nichts anderes als ein- \ gedickte Fleischbrühe, durch Auskochen von bestem = Ochsenfleisch ohne Zusatz fremder Stoffe gewonnen \ Ueber ein halbes Jahrhundert das bewährte, fürGesunde und Kranke gleich wertvolle, bei d. heutigen Fleischteuerung unentbehrliche u. unersetzliche Küchenhilfsmittel DLe Oberwalder. Roman von AlfredDock, (Schluff.) Drunten ging die Ludenglocke. Die Pöttegritt hatte ein paar Junten zu bedienen. Als sie wieder hcraufkam, ward sie von jähem Schreck ergriffen. Des Schlummernden Lippen hatten sich bläulich gefärbt, sein Unterkiefer war herabgesunken. Sie beugte sich über ihn. Sein Herz hatte zu schlagen ausgehört. Gewaltsam drängte sie ihre Tränen zurück. Wer beim Anblick eines Verstorbenen weinte, muhte ihm in die Grube folgen. Sie brachte die Uhr zum Stehen, die zu Häupten des Abgeschiedenen hing, und öffnete oaS Kammerfenster. Dann suchte sie den Rachbar Dölbel auf und verkündete ihm den Tod ihres Herrn. — Zwei Tage später wurde der Krämerskarl begraben. Das ganze Dorf geleitete ihn zur letzten Ruhe. Bei ferner Predigt ging der Pfarrer von den Worten des Apostels aus: .Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du andrer, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor Christi Richterstuhl dargestellt werden. Der da seinen Lebenslauf vollendet hatte, war ein Mensch mit seinen Schwächen und Fehlern, aber auch ein Mensch voll Her»enSeinfalt mib Güte. Wer sein Wesen von Grund aus verstand, muhte ihn liebgewinnen. Sn seiner Seele hatte kein Argwohn Platz. Mit den Augen eines Kindes schaute er in die Welt hinein. Daß er jeglichen nach seinem Schuh maß. war zuletzt sein Verderben geworden. Auch die Toten redeten ihre Sprache. Don dem Hingeschiedenen Bruder ging zu den Lebenden der Ruf. an feinen Fehlern sollten fie die eigenen Schwächen erkennen, auf Last sein Irren für sie eine Quelle des Segens wurde. Also wollte es der Mahner, der Warner droben im Himmel. Der Pfarrer geriet in heiligen Eifer. Seine Worte klangen wie Donnerschläge. Die UM tyN herumstanden, nnurrrrc er» rirairii, sein geistliches Schwert war schärfer geschliffen denn je. — . Der Walkmüller und Dippel, der Bäcker, gingen miteinander vom Friedhof heim. Sie unterhielten sich über den Kramerskarl. „Dast he zu leichtgläubig war, hat ihm den Hals gebrochen," meinte der Walkmuller. ..Ich sein emal ein Abend bei ihm gewest," erzählte der Bäcker. „Da tat he schwätzen, 's war großartig. Ich dacht bei mir, der hat die Gescheitheit mit Löffeln gegessen. Man kann sagen, he hatt von allem ein' Begriff. So Sant' machen emal em* dummen Streich, sie zipfeln'S aber auf eine andere Art wieder heraus, 's is net ausgeschlossen, dast he die Kass' doch noch in Zug gebracht hätt." „Ich glaub's net". sagte der Walkmüller und nahni eine Rase voll Schnupftabak. „Daß he dem Bisping in die Kluppen kommen iS, dessentwegen will ich ihn gar net verkreischen. Der war mit allen Hund' gehetzt. He hat sich aber mit den Lappaniern eingelassen. Sie haben s ihm abge- laust. He war überhaupt von je zu viel für die Lumpenbagasch'. Das gehört sich für ein' Geschäftsmann net Dem must das Hemd näher sein wie der Rock. Ree, nee. So Querschelkopf passen net in die Welt!" XIII. Der RühlSadam hatte zwei Ketten wilder Gänse gesehen, die, aus warmen Ländern kommend, an die nordischen Küsten zogen. Für den rüstigen Alten war das ein sicheres Frühlings- Deichen. Dessenungeachtet behielt der Rordost das Regiment, und die Rachtfrvste wollten nicht meiden. Während drunten die Wetterauer ihre Aussaat längst beendet hatten, konnten die Dauern im hohen Vogelsberg erst anfangs April mit der Feldarbeit beginnen. Gleich seinen Kollegen vom Vorstand und Aufsichtsrat hatte der Peter Wargolf seine besten Aecker verkaufen müssen, die leidige Hypothek zu Dearen. oetn Viehstmü» war ihm erhalten geblieben. An Stelle der Marie hatte er die Schmalbachschrist ine als Magd gedungen. Die war eines Abends zitternd wie Espenlaub zu ihm gekommen. Sie hatte in der Scheune den alten Peiniger ihrer Familie, den Dutternickel. gesehen. Eine weihe Strumpfkappe auf dem Kopf, war der Verblichene hin und her gegangen und hatte jämmerlich geseufzt. Der Schmalbachschri- stine war vor lauter Gruseln windeweh geworden, wie Blei hatte es ihr auf den Gliedern gelegen. Auch dem Margolfspeter war nicht geheuer zumute. Rahe bei seinem Gehöft führte der Waner- weg vorbei, auf dem zuzeiten verwunschene Geister sputten. Wahrscheinlich hatte sich der Dutternickel in der Scheune gefangen. Der Margolfspeter lieh den Iöckelsheinrich rufen. Dieser schloß sich in die Scheune ein und unternahm es, die wandernde Seele zu bannen. Dreimal kam er auf den Hof. Danach trat er zu dem Dauer und sprach: „Alleweil hat er Ruh'!" „Das is mir lieb," sagte der Peter, von einem unbehaglichen Gefühl befreit. Er setzte seinem Gast Wurstebrot und Apfelwein vor. Der Iöckelsheinrich lieh sich's schmecken und tat auch dem Getränk Ehre an. „Was hör ich dann?" richtete er an den Peter das Wort. „Die Marie is von Düdingen mit dem Weilandt aufgeboten. Sie wird etz Schulfrau in der Stadt." Ser Dauer zog die Stirn in düstre Falten. „Ich weih es, aber 's kümmert mich nix. Sie Marie is net mehr da für mich!" Der Iöckelsheinrich machte ein verschmitztes Gesicht. „Dabberlababb! Wann der Storch erst geklappert hat, dernachert wollen wir wieder emal devon schwätzen." Der Peter ging über den Einwurf hinweg und sagte: „Du kennst doch mein Vetter in Allmenrod. He guckt mit feinen Luchsaugen hierher. He möcht mir fein* Philipp schicken, den Einfaltspinsel! Ich will ihn aber net" „Du wärst ja dumm wie ein Stoppelkalb,* sprach der Iöckelsheinrich, „wann du dir eine Laus in den Pelz setzen tätst. Du stehst in deiner Kräftigkeit Du tust dein Werks allein." Unwillkürlich reckte der Peter die Arme. „Meinem Vater selig sein Spruch war: Wer net arbeit', soll auch net essen! Dadran hall ich mich!" — Dei dämmerndem Abend brach der Iöckelsheinrich auf. Der Margolfspeter gab ihm bis zum „Ritter" das Geleite und kehrte dann in sein Gehöft zurück. Dort ging er noch einmal in den Stall und begab sich darauf zur Ruhe. Am andern Morgen mit dem Glockenschlag vier war er schon wieder in voller Tätigkeit. Er fütterte das Vieh, spannte die Ochsen vor den Pflug und fuhr auf den hohen Rain. Im Osten war der Himmel wie in Purpur getaucht Ein wundersames Wollengebilde, ar den Rändern rot angeglüht, zog dem Tagesgestirr voraus. Dann schwÄte die Lichtkönigin empor, vom Iubelgesang der Lerchen begrüht. Roch fehlten der Landschaft die bunten Farben. Docb trugen die Däume schon braune Knospen, uni die Triften prangten in Hellem Grün. Ein paar Wochen weiter, und der Lenz kam mit Macht. Auf seiner Gewann am hohen Rain führtt der Peter Margolf den Pflug. Er hatte das Land schon merllich verbessert, doch der Doden blieb steinig für alle Zeit Die Ochsen, die lange im Stall gestanden uni sich störrisch am Joch gezeigt hatten, waren nur willig beim Werk. Der Dauer, den Dlick auf das blinkende Eisen gerichtet, zog Furche um Furche in gerader Flucht. Aus den aufgeworfenen Schollen stieg ein feiner Rauch in die Höhe: es war der lebendige Obern, die unversiegbare Kraft der treuen, mütterlichen Erde. Färberei Gehr. Höver >n Laden: Marktplatz 8. Ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- Kleider), Decken, woll. und seid. Vorhänge, Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. Die meisten Gegenstände lassen sich durch chemisches Reinigen oder Färben sicher wieder wie neu herstellen. Trauersachen in 1-2 Tagen. 20D Anstatt besonderer Anzeige. 02553 Gießen (Neuer Friedhof), den 21. März 1925. 02551 im blühenden Alter von 21 Jahren nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld getragenen Leiden, heute morgen um 3 Uhr durch einen sanften Tod zu erlösen. > Für die trauernden Hinterbliebenen Familie Lehrer Habicht Familie Baumeister Zörb Gießen, Gleiberg, den 20. März 1925. Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags Uhr, in Heuchelheim v. H. Bachstr. 6 aus statt 02540 Die Beerdigung findet Dienstag, 24. März 1925, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Holzversteigerung in der Oberförsterei Krofdorf. a) Donnerstag, den 2. April, ab vormittags um 10 Uhr und b) Dienstag, den 7. AprU, um 12 Uhr mittags werden bei Freund in Krofdorf, mit 3 wöchentlichem Iahlungsausstand: a) aus der Försterei Waldhaus, Distrikt 36 und 37 (tBäuerftebt und Sammelhieb): Eichen: 16 Rm. Scheit und Knüppel. Buchen: 930 Rm Scheit, 30 Rm. Knüppel und 1300 Rm Reiser. b) aus der Försterei Krofdorf, Distrikt 5 (Iungferannenwald), 10 (Diebskops), 18, 19 (Buchwald) und Sammelhieb: Eichen: 17 Rm. Scheit, 67 Rm, Knüppel, 900 Rm. Reiser. Buchen : 360 Rm. Scheit, 50 Rm. Knüppel, 400 Rm. Reiser. Fichten: 60 Rm. Scheit, 12 Rm. Knüppel, 240 Rm. Reiser öffentlich, meistbietend versteigert. Teilweise Beschränkung des Dieterkreiles vorbehalten. 2968D Treis a. d. Lda., den 23. März 1925. Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. März 1925, nachmittags 4 Uhr, in Treis a. d. Lda. statt. 2978D Wilhelm Huthmann Gießen, Bahnhofstraße 22. In tiefer Trauer: Familie Friedrich Sier. Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. März, W nachmittags 3‘/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 2962D M Am Freitag abend 5 Uhr verschied sanft nach schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere Mutter, Schwiegermutter, Tante und Großmutter Elisabeth Huthmann geb. Backes im 66. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: flusftattuig ptetsoert dl, Drllhl sch« Uninerfltöta« Drucker«!, 9L Laug«. Bekanntmachung Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt einen fetten Bullen zu verkaufen. Angebote sind ber_ Zentner Lebendgewicht bis zum 25. März l. H., nachmittags 3 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch- die Kausbe- dingungen eingesehen werden können. Steinbach, den 18. März 1925. Bürgermeisterei Steinbach: Krämer- Gießen (Bismarckstr. 30), Friedberg, 23. März 1925. Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. März um 2Vi Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. — Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigst geliebte Tochter, Schwester und Enkelin Mariechen Todesanzeige. Allen Verwandten und Freunden die traurige Mitteilung, daß Samstag, den 21. März 1925, meine treue Frau, meine liebe Mutter, meine einzige Tochter Frau Elisabeth Schmidt geb. Lemp im Alter von 40 Jahren nach schwerer Kranldieit sanft entschlafen ist* Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Schmidt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Familie Gerlach Familie Stork Bullenverkauf! Die Gemeinde Grünberg beabsichtigt auf. dem Submissionswege einen jungen, gutgenährten Simmentaler Bullen zu verkaufen. Angebote sind bis Donnerstag, den 26. März, nachmittags 5 Uhr auf der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Eröffnung erfolgt. Bedingungen werden vor der Eröffnung bekanntgegeben. Grünberg, den 21. März 1925. Hess. Bürgermeisterei Grünberg. 2970c 3. D.: Fuldat. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Frau Elisabeth Jung Ww. geb. Sack am Freitag, abends 8 Uhr, im Alter von 72 Jahren sanft entschlafen ist. Unsere gute Mutter und Großmutter Frau Auguste Weitzel Lehrerwitwe ist heimgegangen. Gott hat sie am 20. d. Mts. von ihrem schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst Winterkur für s Nervenkranke und Erholungsbedürftige E ar har a Hofhelm a.Taunne beiWltabad. ■X I & K' Z ■ W i O W - & ...............................—— Gesucht werden die Erben des etwa tm Jahre 1841 in Hessen-Darmstadt geborenen Adam Neumann der wahrscheinlich anfangs der 1860 er Jahre nach Amerika ausgewandert und im Jahre 1896 dortselbst gestorben ist. 29.">9ss Zweckdienliche Mitteilungen werden gegen Zusicherung des Ersatzes a.ier Auslagen erbeten an die Adresse deS Justizrats Dr. «en der, Darmstadt. Kammerjäger 02555 Scheidemann nachts n n 28 Fichtenstämme n Generaloerir Karl Steinmeta, Makao. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. a cr Q 2 2 2 2 3 12 3 14 Kiefern stamme 34 35 1 Fichtenfchnitth. 3. 3. 4. 5. 1. 2. 2. 2. 2. 2. 3. 3. 4. 4. 5a- 5a- 5b- 5b- 33 37 51 46 Einsicht auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Wieseck, den 20. März 1925. .Hessische Bürgermeisterei Wieseck. Schomber. 2917D CIS I fuiuumiumuf II E*U H«m. No.ee. -- Alum. ec et Urt. Formel ozg. geO. Ge »en Hämorrhoiden. Dringt auiomatisch In die Sthe d. Krank- heilsketme ein, beseitigt raicb die Be- schwerd. u. brin it die Hämorrhoiden zur Schrumpfung. RM.3.-JuAvolbek. Bestimmt Hirsch- Avotb. (yrtft.Stv.4. Gratisprosvelt Nr. 24 durch w763 Chemische Fabrik Merz & Co. Frankfurt a.Main ist gegenwärtig in (9'eNen und Umgegend und vertilgt radikal unter schriftlicher Garantie Ratten, Man e, Wanzen, Tck,Waben usm. Wirkung nachweislich innerhalb 24 Stunden. Jeder Auftraggeber bekommt einen Garantieschein. Be- stellungen werden noch in der Geschäftsstelle d. Gtctzener Anzeigers angenommen. „ 25.101 „ 26. 100 Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis zum Donners- Fstm. = 3,80 = 18,51 = 13,60 = 23,77 -- 23,88 = 15,56 = 1,42 -- 4,91 = 2,63 --- 10,62 = 18,46 = 11,92 = 1,28 = 3,51 — Z_ = 2/38 = 2,29 = 4,08 = 10,52 = 30,54 = 29,77 = 33,20 = 32,65 = 27,84 = 31,41 = 23,60 „20. „21. „ 22. „23. „24. Nutzholzverkaus. Aus den Waldungen der Gemeinde Wieseck, Distrikte Hegwald, Klause, Dürrloch, Heide und Rehecke soll nachverzeichnetes Holz auf dem Submissionswege verkauft werden. tag, den 26. März 1925, vorm. 10 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo in Gegenwatt der etwa erschienenen Bieter die Eröffnung ftattfinbet. Erwünscht sind getrennte Angebote, da eine Zusam- menrechnung nicht erfolgt. Die Berkaufsbedingungen liegen zur Los 1. 4 Eichenstämme 3.Kl. n 2. 32 4. „ „ 3. 19 4. ,, „ 4. 56 5. ,, „ 6. 51 5. „ » 6. 62 6. „ „ 7. 5 Ulmenstämme 6. » 8. 4 Kiefernschnitth.l u.2. „ IZIapp- IV Wagen in großer Auswahl A. Grünebaum Bahnhofstr. 35 WWW fr!«! BellW »elitt'V 2®ol?m?rhlr ffernlks , । MS kirn! Dir sn Dohnung bei laiserliche" rrfdjttdenbe aus. Dir tön tote das weil! wachsenden, ki Ostens mit ihr so überramii römische Heid reichen — nid Mkerwanderu zur Fr Don P Feinde N60 Lz btuilN Schmieden Stinte onlott wn bessndecer jet innen" y das wurde w die amtstche st in den WM yrvzrnt de« c 44 Drvbstädiei Geburten ber< Trohsladtbevol beschreiblichen Dem et so ü W etneinhalb bir Misch I M Ist erttach Germanen bra selbe Dorgang in immer steig land ob; wir zehnten Iahrh unserer gesund genossen (gan, schon dünn 6et>. 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