Ür.45 Erstes Blatt 175. Zaqrgang Montag, 23. Zedruar (925 ***** iNM), aut« Se*u «Mb Feiertags. •«Hajen: OishenarFa mcki«n b lütter 5*net k« Bild. 2 Goldmark u. 20 Told- pfennlg ftr Träger lohn, ax4) bet Nichterscheinen «•n ein|«lnen Nummern iefelge HLHerrr (Bemalt. yernIprech.Lnschläste: Schrtstlettung 112, Der- lagUndBeschäflsslelleSl. Anschrift ftr Drahtnach. richten >«,eia er O teste«. postscheÄanta: fttwffirt R. 8t. HW- GietzenerAnMger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'fche Univerfitütt-Vuch- «nd Steinöruderei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschäftrftelle: Zchulttrahe 7. Annahme ••« »nzetaen für bi« Tageanummer vi» zum Nachmittag vorher ohne ikdeDerdlndlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette SrHich8,auswürt« 10 (Bolbptennt-g; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20° .Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton- Dr Friebr.'IBilb Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Würden Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dieben. Die preußische Krisis. Oon UniverfltätSproseflor Dr. Kähler, 7 Greifswald, TL d. Pr. L. TOI drei Sttrnmen Mehrheit ist die Opposition le der flaae gewesen, dem Versuch DeS Herrn Reichskanzler a. D. Dr. Marx, in Preu den eine Regierung der Weimarer Koalition zu schaffen, ein schnelles # n t> e zu bereiten Die Begleitumstände diese- poltttschen Ereignisses waren ungewöhnlicher Art, und sie können tn falscher Beleuchtung leicht dazu Menen, den @mft der Lage und den Sinn der parlamentarischen Adstimmungen zu verdunkeln. Dopt ist eS richftg. wenn die Zeitungen schreibens Sturm im Landtag, Standalszenen usw. Wohl ist es richtig, baß die Rechte einmal genötigt war, srhr gegen ihre Meinungen an den Rand des für xuMfl« Potttider Möglichen und örta übten au Meßen. DaS war, als der sozialdemokratische Abgeordnete Heilmann, der Generalbevollmächtigte und Freund BarmatS, auf die Tribüne ■u steigen wagte. Da kam mit elementarer Wucht der Widerspruch zu Tage, den die Rechte ohne LusnaHm« gegen eine solche Persönlichkeit und einen solchen Träger deS Systems Darmat wirksam zu erheben, anders nicht in der Lage war. Man muh die Lage int Zusammenhang «fassen GS war für die Rechte schon schwer tragbar, dah Herr Dr. Marx, nachdem er die Antworten der Fraktionen auf seine Anfrage unbeantwortet gelassen hatte, mit einem Kabinett vor daS Preuhenhaus trat, dem Severino den 6 ßar oft er auf (trägen muhte. Aber die Rechte hat die Ruhe gewahrt und die Prv- prammrede deS Herrn Dr. Marx ohne Zwischenrufe und Störungen an gehört. Hier herrschte bet allem inneren Unmut urrD bei aller Empörung ftber ein solch hoffnungsloses Schauspiel straffe Disziplin. Aber schon alS die Sozialdemokratie die Gefchmacklosigkeit hatte, Herrn Obetfbürger* meifter hn PeirsümSstände Leiner t als zweiten Redn« herauSzu stellen, da wurde eine recht erhebliche Temperatur erreicht. Der Abq. von Lampe kenrrzeichnete Oetnert» Persönlichkeit und seinen Weg scharf aber treffend, indem er davon sprach Ortnert# Aervenzusammenbruch im Herbst fd nicht ein physischer, sondern ein polt- Echer und moralischer gewesen. Die Siedehitze aber wurde erreicht durch daS Auftreten Heil- pi a « n s. Die Sozialdemokratie, die ihn in diesem Augenblick hevauSstellte, trug die Schuld. Hast die Sitzung unter dem GntrüstungSskandal Per Rechten aufgehoben werden mubte. US ist kein Zufall, daß im ProutzenhauS Ähnliche Szenen sich nur in den wahnsinnig erregten lagen des Ratbenau-Mordes im Sommer 1922 ereignet haben Damals war eS die Linke, welche den Dorsihenden der deutschnationalen «txmirm, Herrn Dr W in ck le r, am Reden hinderte. Und alS ich damals am Schluß der tagelangen Verhandlungen forderte, eS müsse um die Parlamente eine getftige Dannmeile gegen hie Vergiftung der Diskussion gelegt werden, sprach der Abg. Heilmann alS Erwiderung das froste Wort nicht sehr gelassen auS, um die Deutschnationalen müsse ein Pestkordon gezogen werden. Dieser Pfeil ist auf den Schützen Mrückgeschnellt, die Darmatluft ist ein solcher Pesthcnich. tote der Abg. Schlange treffend tagte, und umgibt heut nicht die Deutschnationalen, sondern Herrn Heil mann und seine politischen 8reunbe. So erklären sich die Vegi ett umstände. ES firtb heute Entscheidungen zu treffen von Höchster Tragweite. Uftd daS ist eS, was zu suchen sturmbewegten Szenen führt, daß man auf beiden Seiten die klare Empfindung hat: geht tatsächlich um eine Schicksalswende Preußen S. Die Parteikonstellativn HeS preußischen Landtage- treibt die Dinge auf des Messers Schneide. SS gebt nicht um Kabinette, sondern um daS System. Mehrmals &iben wir es zu hören bekommen tn diesen Tagen. Die Linke vertrete mit dem Zentrum die StaatS- itottoenblgfettm d. h also: nur — zuerst die «rohe, bann die kleine Koalition diene allein dem Staatslvehl: die Rechte dagegen triebe Par- teipoHttk. Wollen die Politiker der Linken und der Mitte wirklich tm Ernst so den Sinn des parlamentarischen System- auf den Kops stellen? Wollen sie den Ast, auf dem die Demokratie von 1918 sitzt mag er noch so brüchig sein, selbst oblägen? Will sie die Abhängigkeit des Systems von Der Parteiaruppierung und von der Bolls- stimmung toirGich mir für sich und nicht auch für die anderen Parteien gelten lassen? Vergißt tu völlig, dab die Rechtsparteien 1920 145 Ab- göflbnete und 1924 182 .Abgeordnete erhielten? Ab« freilich die Abstimmungen tn den letzten .Wochen haben immer mit wenigen Stimmen um hie Zahl 220 herumaependelt. Es ist wirklich so, wie der Abg. Dr. Winckler auSführte, daß Herr War, gestern noch nicht wußte, ob er bei der Abstimmung über das Vertrauensvotum mit Seiner oder zwei Stimmen über oder unter der Mehrheit bleiben würde. Eine Aende- rxng bet Lage hn Preußenparlament ist nur möglich, wenn entweder die DvlkSstimme noch deutlicher spricht, d. h., wenn bei einer Neuwahl die Rechte den StimmungsUmschlag infolge her Skandalafsären der letzten Monate in der Aorm eineS MandatSzuwachses in die Wagschale zu legen vermag. Als die Ergebnisse der letzten Abstimmung tm LairdtagSsaal verkündet wurden, da ward bei manchem Abgeordneten die Frage lebendig: Wird Herr Marx nun die Auflösung des Landtags verkündigen? Er war dazu tn der Lage DaS Zentrum hat die Möglich- feit in der Hand: 3n dem Drei-Männer-Kollegium, das außer dem Landtag selbst die Auf- Räumung und Sicherheit. Frankreich gegen Deutschlands Teilnahme an einer Konferenz mit den Alliierten. — Dor August keine Räumung Kölns? Pari-, 23. Febr. (S. il.) Obwohl da- Gutachten des Marschalls Joch über den Generalbericht noch nicht vorliegt, wird in Regierungskreisen daraus hingewiesen, daß die Fest- stellungen deS Berichtes die Räumung Köln- ausschlössen, solange Deutschland nicht seine ungesetzlichen militärischen Verbände auflöst, den Generalstab verringert, die grüne Polizei entmilitarisiert und in den Arsenalen und Fabriken daS Kriegsmaterial zerstört habe. D e ut s ch - land würde selbst bei bestem Willen nicht vor August Abhilfe schaffen können. „Petit Journal" stellt fest, daß Frankreich die Veröffentlichung hinauszögern werde, biS die EicherheitSfrage gelöst sei. H e r r t o t empfing Samstag nachmittag den englischen Botschafter Lord Crewe. Der Botschafter habe über das Problem von Köln gesprochen. In Paris sei man der Ansicht, daß man in dieser Frage nur nach dem Buchstaben des Vertrages von Versailles verfahren dürfe, daß kein Kompromiß in Frage kommen könne, ja, daß nicht einmal eine Diskussion über das Verfahren ftatt- ftnden solle. Da, wie man glaube, Deutschland die Entwaffnungsllauseln nicht erfüllte, müsse man es eben an seine Verpflichtungen erinnern. Aber die Engländer beurteilten die Dinge anders, schließlich waren es ja sie, die Köln besetzt hielten. Sie wünschten nicht nur den Zusammentritt der alliierten Konferenz, damit die Schlußfolgerungen aus dem Bericht der Kontrollkommission gezogen würden, sondern auch, daß die Deutschen in dieser Konferenz zugelassen würden. Wenn daS militärische Komitee von Versailles und 'später die Botschasterkrnferen^ sich über die aemeinfamen Auffassungen der Alliierten verstän- oigen Cbnnten, barat würde die französische Re- aierung sich direkten Verhanblungen nicht verschließen. Herriot nahm also diesen Grundsatz an. Aber sei Die Zulassung der Deutschen au solchen Verhandlungen zu empfehlen? Sei DieS nicht gefährlich? Gewiß, man könne sich auf das Beispiel der Londoner Konferenz berufen, aber es handele sich bann als um etwas, was außerhalb bes Friedensvertrage£ stehe, was das Deutsche Reich habe notwendigerweise billigen müssen. 3n der Räumungsfrage aber handele es sich um einfache Erfüllung deS Vertrage-, den Deutschland unterzeichnete. Herriot werde aber alle Einzelheiten dieser Angelegenheit prüfen, das für und wider gegeneinander abwägen, erst entscheiden, wenn er reiflich na- gedacht habe Auch „Petit Parisien" lehnt Verhandlungen mit den Deutschen ab und erklärt: Selbst wenn die deutsche Regierung nur über daS allgemeine Problem der Sicherheit gehört zu werden wünsche, könne ihr Eingreifen nicht zugelassen werden. Was Deutschland wolle, sei, über Ikrfeblungcn zu diskutieren, über Bedingungen und über den Zeitpunkt der Räumung der Kölner Zone. Es wolle aus den Meinungsrerschieden- heilen, die sich unter den Alliierten über Einzelfragen herausbilden könnten. Ruhen ziehen, die Räumungsbedingungen und die Räumungsfrist auf ein Minimum herabdrücken. Wenn man derartigen Manöverm die Hand bieten würde, wäre das unbegreiflich Bei Inkraftsetzung des Dawesplanes habe Deutschland ein Wort au sagen gehabt. Heute handele es sich aber um Die Entwaffnung. Frankreich, England und Belgien stehe es zu. zu erklären, ob Dcutlchland seine Verpflichtungen erfüllte. Heber die Geldfrage könne man diskutieren, aber nicht über die Frage der Sicherheit. Der „Temps' schreibt: Was die Absicht betrifft, die Deutschen zur Diskussion über die Feststellungen der Kontrollkommission zuzulasfen und ihnen zu gestatten, in irgendwelcher Wecke bei ver Abfasiung über die Entscheidung der Besetzung der Kölner Zone mitzuwirken, so kann Dies unter keinen Vorwänden zugelassen werden. Wenn man zugestehen will, daß die Berliner Regierung in der Debatte hinsichtlich der Folgerungen, die man aus den absichtlichen Dersehlungen Deutschlands ziehen kann, teilnehmen toirb, dann öffnet man allen Kompromissen den Weg und verzichtet auf die Forderung, daß Deutschland entwaffnet. Es gibt grundsätzliche und tatsächliche Konzessionen, die Frankreich, um seine Sicherheit besorgt, nicht machen kann und die übrigens vemünstigerweise seine Alliierten nicht von ihm fordern können, da sie biS jetzt alle Garantien abgelehnt hatten, die sie ihm indessen feierlichst versprochen haben. Die englische Auffassung. Auch in London steht im Vordergrund der Presseerörterungen die Frage der Behandlung des Berichtes der Interalliierten Militärkontrollkommission. Der »Observer" schreibt, die alliierten Regierungen würden entscheiden müssen, ob sie sich auf ein scharfes diplomatisches Vorgehen und den Austausch argumentativer Roten einlassen oder den deutschen Vorschlag einer direkten Konferenz annehmen sollen, wie sie im letzten Sommer in London d i e besten Ergebnis ^e gezeitigt habe. Es sei anzunehmen, daß die britische Regierung, die bestrebt sei, die Kölner Besetzung zu beenden, das letztere Verfahren vorzieht. Eine Konferenz dieser Art könne auch dazu dienen, die Erörterung der größeren, davon getrennten Frage der Sicherheit in ein klarere- Licht zu setzen. Rach dem ..Sunday Expreß" sehe die britische Regierung die Konferenzen zuerst mit Frankreich und bann mit anderen Mächten als eine dringende Notwendigkeit an. Das Blatt will wissen, es werde am Mittwoch eine Kabinettssitzung stattfinden, um diese Frage zu entscheiden. Der diplomatische 'Berich' crstatter des „Observer" schreibt, die Frage der Veröffentlichung des Berichts sei a u > unbestimmte Zeit verschoben worden. Herriot wünsche die Frage der Räumung Köllrs mit den Fragen der Sicherheit und des Genfer Protokolls zu verknüpfen, die britische Regierung aber sei weiterhin gegen eine Verbindung dieser Fragen, obgleich sicher in London erkannt werden müsse, daß eS schwierig sei, sie getrennt zu halten. ..Daily Erprrß" schreibt, der Bericht der alliierten Militär-Kontrvtt-Kommission werde von der französischen Regierung unterdrückt und daS britische Foreign Offne fei damit einverstanden. Wenn Deutschland cin?n ernsten Bruch Der militärischen Bedingungen des Versailler Vertrages begangen habe, dann sei cs Pflicht des Foreign Office, den Beweis di» für sofort zu veröffentlichen. Die britisch Oefsentlichkeit wolle Den GrunD für die fortgesetzte Aufrechterhaltung Der britischen Streitkräfte in Köln wissen. Chamberlain müßte Diesen OrunD angeben, ober, wenn er es nicht tue, müßten Die Truppen heimberufen werden. Die Zeitschrift .Outlook" veröffentlich, einen Artikel des liberalen UnterhauSmitgliedes Kennwo rthy über die Kölner und die Rhein- landsrage. in dem eS heißt, wenn Köln, daS Saargebiet und bie Rheinland« auf unbegrenzte Zeitdauer hinaus unter alliiertet Besetzung bleiben würden, fei eS klar, daß Deutschland seine übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllen könne. Es heiße, daß seitens der Kontrollkommissior ein für Deutschland günstiger Bericht unterbreitet worden sei, der jedoch zur Abänderung in äleberein ft immun fl mit den französischen Ans or derungen zu- rüdgefanbt wurde. ES fei hohe Zeit, daß die Lage offen dargelegt werde, damit das britische Parlament und Volk genau wisse, wie die Dinge lägen. Die Rede Herriot- über die Rheinlandbesetzung in der er viel weiter gegangen sei alSPvincars oder selbst Tardieu, sei die bedauerlich st eRede. die in irgendeinem europäischen Parlament seit Ende des Krieges gehalten wurde. Kenn- worthy fordert die Rückkehr zum Duch- staben sowie zum Gei st e des Dawes- planes, und die strikte Durchführung des Versailler Vertrages, selbst wenn dies den Interessen Der französischen Politik widerspreche. lösung beschließen kann, sitzen zur Zeit zwei ZentrumSmänner. Herr Marx hat diesen Weg nicht gewählt. Er tmrD seine Gründe dcuu haben. Die paar bei der Abstinunung fehlenden Zentrumsstimmen wiegen schwerer als man das im allgemeinen anzunehmen geneigt ist. Und einiges andere aus der jüngsten Vergangenheit läßt dem Zentrum einen Wahlkarnpf sicherlich auch so bald nicht wünschenswert erscheinen. Bleibt also nur die andere Möglichkeit, da eine Verfassungsänderung tn dieser Zeitlage natürlich nicht in Betracht kommt. Die Initial tive zur Lösung der aut Staatskrise reifenden Kabinettskrise muh auf die andere Seite übergehen. Roch hat Herr Marx aus dem Zusammenbruch seines Kabinetts soviel politischen Kredit gerettet, daß er alS Führer der Zentrumspartei auch auf einer anderen Grundlage wirksam werden kann. Will er es nicht selbst, sollte er seine Partei nicht eigenwillig aus der Lage auSschalten. Wohl waren die ZentrumSreden nicht sehr geeignet, ihm und seiner Partei den Wechsel zu erleichtern. Der letzte Artikel der „Germania": „Wir wollen nicht" ist sehr staatspolitisch gedacht. Aber staatspolttisch ist der Gedanke, daß Herr Marx feine der Rechten keineswegs unannehmbaren Programmpunkte für eine preußische Regierungs- arbett sehr wohl mit an deren Parteien und, mit anderen Männern verwirklichen könnte, wenn er sich nicht eigenwillig auf die Anlehnung nach links stützen wollte. Gr hat sich jetzt Did Erfahrung geholt, daß dieser Weg nicht gangbar war. Lehnt er persönlich die andere Möglichkeit ab, Dann sollte er wenigstens seiner Partei den anderen Weg nicht verbauen. Preußen muß eine Regierung bekommen. Soll diese wirklich arbeitsfähig fein im Sinne so vieler beachtlicher Punkte ferner Regierungserklärung, Dann muh sie sich auf Mitwirkung oder Neutralität des Zentrums stützen. Die Führer des Zentrums wissen selbst genau, daß — wieviel sie selbst Dabei in Kauf nehmen müssen — auch Die Rechte dabei genug herunterzuschlucken X hat. Aber es ist eben nicht Parteipolitik im schlechten Sinn, sondern der Kampf um Staatsnvtwendigkeiten, der nach einer neuen Parteigruppierung schreit. Dann wird Die Mehrheit nicht mehr auf Drei Stimmen aufgebaut fein. Das preußische Zentrum. Der Abg. von Papen leflt fein Mandat nicht nieder. Berlin, 22. Februar. (TU.) Der Abg. v. Popen hat an Den Vizepräsidenten des Preußischen Landtage-, Geheimrat Dr. P o r s ch, folgendes Schreiben gerichtet: Euer Hochwohlgeboren bestätige ich den Empfang des Schreibens vom 20. Februar, in welchem Der Vorstand der Zentrumspartei des Preußischen Landtages mich zur Rieder- legung des Mandats auf fordert.Richt Die Landtagsfraktion Der preußischen Zentrumspartei, sondern die landwirtschaftlichen Wähler des Wahlbezirkes West- falen-Rvrd, die mich seinerzeit einstimmig für die Wahlliste präsentierten, haben mich mit dem Mandat betraut; bei ihnen liegt die Entscheidung. Meine Stellungnahme gegenüber dem Kabinett Marx-Severing ist der Fraktion seit dem 6. Februar bekannt. In der Fraktionssitzung dieses Tages habe ich anläßlich der Debatte über die Betrauung des Reichskanzlers a. D. Marx mit Der preußischen Kabinettsbildung folgende Erklärung abgegeben; Ich habe aus meiner politischen Auffassung niemals ein Hehl gemacht und wünsche das auch nicht zu tun. Insbesondere wünsche ich nicht, später dem Dorwurf der Illoyalität ausgesetzt zu werden. Am 30. Januar 1925 habe ich bie Geschlossenheit der Fraktion hergestellt und mich bereit gefunden, den Ministerpräsidenten Braun wiederzuwählen unter der bestimmten Voraussetzung, daß Die Fraktion, wie beschlossen, in kein Kabinett Der Wei^ marer Koalition eintreten toerDe. Ich habe vollstes Vertrauen zu Der Persönlichkeit des Herrn Reichskanzlers a. 'S). Marx und hoffe, daß es ihm gelingen werde, eine Regierung zu- bilden, Die Den Bedürfnissen des Landes entspricht. Sollte aber Herr Marr ein Kabinett Der Weimarer Koalition konstruieren wollen, so würde bei einer Vertrauenserklärung dieses Kabinett auf meine Stimme nicht zählen können. Seit Bestehen Der Partei ist von allen ihren großen Führern v o 11 st e Ge - Wissensfreiheit anerkannt worden. Dieser dogmatische Grundsatz duldete keinen Fraktionszwang. Die Ausgabe dieses Grundsatzes rüttelt an den weltanschaulichen Fundamenten der Partei. Es wird eine Frage angeschnitten, die weit über das geringfügige Mo- ment einer persönlichen Mandatsniederlegunt; hinausreicht. Auch aus diesem Grunde liegt die Entscheidung nicht bei mir, sondern bei den Wählern, deren weltanschaulichen und politischen Willen zu vertreten meine Pflicht ist. Mit vorzüglichster Hochachtung gez. v. Papen, Mitglied des Reichstags. England und die Sicherheit Frankreichs. Paris, 22. Febr. (TU) „Fortnightly Review" wird am 1. März das Ergebnis der Unter- suchungen des britischen ReichsverteiDigungS- AusschusseS über Die Verteidigung Der östlichen Grenzen Frankreichs und Belgiens veröffentlichen. „E ch o d e Paris" ist in Der Lage, Die Schlußfolgerungen auszugsweise bereits jetzt mitzuteilen. Es handelt sich um folgende vier Punkte: 1. Die Rhein —Schelde-Linie stelle die britische Sicherungslinie dar. Großbritannien könne nicht dulden, daß der Krieg künftig in denselben Gegenden wie 1914 ausgesuchten wird, sonst werde London von demselben Schicksal ereilt, das vor 10 Jahren über Vpern hereingebrochen sei. 2. Wenn Die britische Sicherungslinie am Rhein und an der Schelde verlaufe, werde Großbritannien anDererfeits nicht allzu weitgehende Verpflichtungen übernehmen, das heißt Großbritannien dürfte nicht zusagen, daß es zur Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Grenzen Zentral-, Mittel- und Osteuropas in den Kampf ziehe. Daraus ergebe sich infolge der zwischen Frankreich und Polen sowie der Tschechoslowakei bestehenden Verträge eine unverkennbare Schwierigkeit, an Der auch das 1922 in Cannes vorgeschlagene Der« tragsprojekt gescheitert sei. 3. Das beste wäre unter diesen Umständen, eine Abmachung, die sich auf derselben Linie wie Die Vereinbarung Diflon-Dubail vom Jahre 1912 aufbaue. Einvernehmen uns ständiges Zusammenarbeiten zwischen den Generalstäben beider Länder. Die beides Regierungen wahren aber für den Fall einer europäischen Krfte ihre völlige Ent- schließungsfreiheit. Die geplante Abmachung dürfte aber entgegen der 1912 bestandenen nicht geheiing ehalten werden. Cs sei sogar von großer Wichtigkeit, daß Deutschland davon Kenntnis erhalte. Die Abmachung sei fast so wirksam wie ein förmlicher Vertrag, dec besten Falles im gegebenen Augenblick durch eine Abstimmung im Parlament außer Kraft gesetzt werden könnte. Ein regelrechter Vertrag würde insofern einen gewaltigen Rachteil bedeuten, als er nur eine deutsche Offensive gegen die französische und belgische Grenze vorsehe und von Berlin als eine Zusicherung der Straffreiheit für den Fall eines Krieges gegen Polen und die Tschechoslowalei ousgelegt werden könne. Dieser Hebelstand falle bei der losen Abmachung zwischen den Generalstäben fort. Zudem bleibe der französisch-polnische Vertrag, falls die geplante Lösung gefunden werde, auch weiterhin bestehen. Andere Umstände, denen Grohbritanien -auf dem Gebiete seiner Aussenpolitik Rechnung tragen müsse, sprechen weiterhin für die Lösung. Diese Grundsätze sind zweifacher Art: a) die Rotwendigkeit, dre Meinung der Dominions vor jedem Eintritt in den Krieg zu befragen und die Möglichkeit, sie in einen Konflikt hineinzuführen, der für das Imperium nicht unmittelbare Bedeutung habe. b) Die Verpflichtung, sich gegen alle Ueber- raschungen zu sichern, insbesondere gegen einen He ber f a il auf den Suez-Kanal. AeTagung desvölkerbundzrates Das Programm der nächsten Sitzung. Genf, 21. Febr. ($11.) Das vom Volker- bundsrat veröffentlichte Programm für die Tagung des Dölkerbundsrates, die am 9. März beginnt, enthält unter ariderem folgende Punkte: 1. Die Behandlung und Beantwortung der von Deutschland an den Völkerbund gerichteten Rote, in der Deutschland die Voraussetzungen für seinen Eintritt in den Völkerbund erörtert. 2. Die Reuwahl der Mitglieder der Saar- regierungs-Kommissiow 3. Eine Reihe von Danziger Fragen, darunter den Streitfall in der bekannten Bries- k a st e n a f f ä r e, die Ernennung des Danziger Hafenchefs, die Anwendung der polnischen Zoll- bestimmungen und die Danziger Anleihe. 4. Die Frage der Militärkvntrolls in Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien und die Einrichtung von ständigen Kontrollstationen in der neutralen Rheinzone. 5. Der Bericht der Derbindungskommission über die private Herstellungvon Waffen, Munition und Kriegsmaterial. 6. Der Streitfall über die Ausweisung des griechischen Patriarchen in Konstantinopel. Die Beratung des Genfer Protokolls wird vermutlich auf Antrag der englischen Regierung zum zweite Male von der Tagesordnung abgesetzt werden. Die Wirtschastsnot im Saarland. Eine Denkschrift des Saarlandes an den Völkerbund. Saarbrücken, 22. Febr. ($11.) Die Lan- Vesratfraktionen des Saargebietes (Zentrum und Deutsch-saarländische Dolkspartei) haben eine Denkschrift an den Völkerbund gerichtet, in der sie auf die unhaltbare wirtschaftliche Lage hin- wqjsen, die nach der Zollabschnürung des Saargebietes eingetreten ist. Seit dieser Abschnürung haben die saarländischen Fabriken bereis 30 bis 50 Prozent ihres Absatzes, ciipge noch mehr, verloren. Ein Versuch dec V^irtschaftskreise des Saargebietes in Benehmen mit der Regierungskommission und dem französischen Handelsminister, die deutsch-französischen Zellverhandlungen entsprechen den Landesinter- essen des Saargebietes zu beeinflussen, ist gescheitert. Die passive Haltung des Präsidenten der Regierungskommission, A a u l t, sei unverständlich. Die Denkschrift wendet sich an den Hauptrat des Völkerbundes mit der Bitte zur Abwendung der tatsächlich vorliegenden Wirt- f chaftskatastrophe. die Saarregierung zu veranlassen, der zollfreien Einfuhr deutscher Erzeugnisse zum örtlichen Gebrauch und Verbrauch keine Schwierigkeiten zu machen und mit Deutschland in Verhandlungen darüber einzutreten, daß Deutschland auch die Waren deö SaargebietS zollfrei zuläßt. Die trüben Erfahrungen, die die deutsche Saarbevölkerung mit dem Präsidenten Rault gemacht hat, gaben Veranlassung, erneut zu Bitten, daß bei der bevorstehenden Reuernennung der Mitglieder der Regierungskommissivn dasiir gesorgt wird, daß das französische Mitglied der Regierungskommission keine gröberen Machtbefugnisse erhält als irgendeins der übrigen Mitglieder, dah die Präsidentenschaft und die bisher dem französischen Mitgliede unterstellten Verwaltungszweige einem anderen Mitgliede übertragen werden und dah endlich die gewählten Vertreter der Saarbevölkerung in den Sitzungen des groben Rates des Völkerbundes offiziell gehört werden. Die Kreis- und Gemeindewahlen in Thüringen. Weimar. 23. Febr. (WB.) Die Gemeinde- «nd Kreisratswahlen im Lande Thüringen sind gestern ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung war geringer als bei den Reichstagswahlen. Sie dürfte im Durchschnitt kaum mehr als 60 % betragen haben. Es liegen folgende Ergebnisse vor: Gera: Gewählt 18 Bürgerliche, 14 Sozialdemokraten, 3 Kommunisten. Bisher gehörten dem Stadtrat an: 14 Sozialdemokraten, 17 Bürgerliche und 4 Kommunisten. Gotha: Kommunisten 10, Völkische 3, So-? zialdemokraten 2, Demokraten 2, Dürgerbund 17 Mandate. Die bürgerlichen Parteien haben einen Sitz gewonnen. Jena: Sozialdemokraten 10, Kommunisten 6, Demokraten 5, Dürgerbund 10 Mandate. Die Zusammensetzung des Stadtrats bleibt unverändert. Arnstadt: Bürgerliche 16 Sitze (wie bisher), Sozialdemokraten 11 Sitze (bisher 10), Kommunisten 4 (bisher 5)< Weimar: Abgegeben wurden für die Städtische Vereinigung 5380 Stimmen, Sozialdemokraten 3832, Kommunisten 1157, Sparerbund 1776, Vereinigung für Volkswohlfahrt 1480 Stimmen. Rationalsozialisten 786 Stimmen. Eisenach: Es entfielen auf die Demokraten 1277, U.S.P. 462, Kommunisten 1375, Sozialdemokraten 6363, Aufwertungsliste 630, Einheitsliste 7720 Stimmen. Die bürgerlichen Parteien erhalten voraussichtlich etwa 19, die Linksparteien etwa 16 Sitze. Mein ingen: Die Kommunisten erhielten 469 Stimmen. Beamten 850, Wirtschaftspartei 833, Rationalsozialisten 269. Vereinigung dec Gemeinde Meiningen 287, Sozialdemokraten 1002, Deutschnationale 981, Demokraten 1249 Stimmen. Die Lage der deutschen Landwirtschaft. Eine Rede des Reichsernährunasminifters. Berlin, 21. Febr. (WTD.) Auf der Hauptversammlung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, mit der die grobe landwirtschaftliche Woche ihren Abschluß fand, wies der Vorsitzende in seinen Cröffnungsworten auf die überaus schwere, für die gesamte Volkswirtschaft kritische Zeit hin. durch die besonders die Landwirtschaft hart bc= troffen sei. Gerade von dec Stärkung der Landwirtschaft hänge das Wohl unserer gesamten heimischen Wirtschaft ab. Reichsminister Graf Kanitz überbrachte die Grübe der Reichsregierung. Der Minister wies auf die gegenwärtige Rotlage der Landwirtschaft hin, die einen krisenhaften Charakter angenommen habe und vor allem im Steuerdruck, int P reisdruck der Produktionsmittel und in der M i b e r n t c des vorigen Jahres zum Ausdruck komme. Es sei falsch zu sagen, daß der Landwirtschaft nur durch Kredit geholfen werden könne. Kredite könnten niemals die Produktionsbedingungen verbessern. Es sei Zeit, dab die Parlamente endlich an die Erledigung der Gesetze herangingen, die der Landwirtschaft wieder nötigen Spielraum geben sollen. Mit Rücksicht auf die Erschöpfung der Währungskredite und der Ausschöpfung des inneren Geldmarktes entstehe die ernsthafte Frage, das Ausland wie an der deutschen Industrie so auch an der deutschen Landwirtschaft zu interessieren. Relativ günstige Vorverhandlungen seien im Gange, die aber untrennbar seien einmal von der Lösung des Aufwertungsproblems, das nicht übertrieben werden Dürfe und dann von der Schaffung der Rentenbank-Kreditanstalt. Sehr wichtig seien die schwebenden kommenden Handelsvertragsverhandlungen. Die baldige Erledigung der Z o l l f r a g e sei für die Landwirtschaft eine unerläbliche Forderung. Registrierung öffentlicher Anleihen. Berlin, 21. Febr. (WB.) Unter dem Titel „Registrierung der öffentlichen Anleihen" veröffentlicht in Der Presse eine an amtlicher Stelle nicht bekannte sogenannte „T r e u h a n d st e l l e für die Anmeldung der öffentlichen Anleihen" eine Aufforderung an das Publikum zum Zwecke der Registrierung der noch im Verkehr umlaufendsen öffentlichen Anleihen die Stücke bei dieser Treuhandstelle anzumelden. Die Rotiz könnte den Anschein erwecken, als ob diese Anmeldung von amtlicher Seite angeregt oder gewünscht worden fei. Es wird so dargestellt, als fei die Höhe der im Verkehr befindlichen öffentlichen Anleihen nicht bekannt. Weder das eine, noch das andere ist der Fall. Es sei vielmehr ausdrücklich festgestellt, dab die Registrierung von Anleihen zum Zwecke dec Feststellung der Höhe des Umlaufs solcher Stücke im Verkehr umlaufenden öffentlichen Anleihen die Verwaltung genau über den Umlauf unterrichtet ist. Der Aomlnumfiemufstand in Bulgarien. Sofia, 22- Febr. (Dulgar. Telegraphenagentur.) Eine fünfzehn Mann starke agrar- kommunistische Bande griff vom südslawischen Gebiet her das Dorf Barlojiha bei Slivnitza, 15 Kilometer von dec Grenze entfernt, an. Rach einem Gefecht mit einer Abteilung, die die Bande verfolgte, wurden der Führer dec Bande, Ricolas C h r i ft o f f, früher Polizeikommissar unter der Bauernregierung, und einige andere Mitglieder der Bande fest genommen. Die Bande selbst wurde zerstreut, zwei Banditen wurden im Gefecht getötet. Ministerpräsident Zankofs beriet mit den auf dem Boden des Gesetzes stehenden Oppofitionsparteien über die zur Bekämpfung der kommunistischen Gefahr zu treffenden Maßnahmen. Die Rachforschungen der Behörden führten zur Entdeckung einer kommunistischen Tscheka, die ihren Sitz in Sofia hat, und deren Todesurteile durch Terroristen vollstreckt wurden. Der Präsident der Tscheka, sowie die Buchhändler P e t k o uno Rapetofs, die geheime Beziehungen zu einer Organisation ausgewanderter Agrarkommunisten im Auslande unterhielten, wurden verhaftet. Sie legten ein umfassendes Geständnis ab. Der Gerichtshof von Burgas hat die Führer der Kommunistenbanden Georgi I a n t s ch e f f und Theodor G r u d o s f zum Tode und die anderen Mitglieder der Banden, die sich selbst ergeben haben, zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Sofioter Polizei soll eine gegen die Regierung gerichtete Offiziersverschwörung entdeckt haben. Rund 80 Offiziere, darunter der ehemalige Generalissimus Iekofs, feien kompromittiert, und 40 seien verhaftet worden unter der Beschuldigung, den gewaltsamen Sturz der Regierung versucht zu haben. ♦ Die Arbeitspflicht in Bulgarien wird durch ein besonderes Gesetz neu geregelt werden. Aach der neuen Ordnung wird eine Direktion für die Arbeitsdienstpflicht in Bulgarien nun geschaffen. Das Gesetz will die Produktion in allen Wirtschaftszweigen im ganzen Lande fördern, sowie das Doll an kollektive Arbeit und Fleth gewöhnen und insbesondere zum Bau von Landstraßen. Eisenbahnen, Kanälen, Wasserleitungen. Entwässerungsanlagen usw. erziehen. Außer der zeitlichen Arbeitsdienstpflicht. die jeder Bürger des Landes vom 20. bis 40. Lebensjahre ausüben muß, ist eine ordentliche Dienstpflicht für diejenigen jungen Leute vorgesehen, die nicht in der Armee gedient haben. Amerikanische Auswertungswünsche. R e u h o r k. 23. Febr. Das Reuyorker Bankhaus Zimmermann u. Forsbay. größter Händler in deutschen Werten, hat eine Denkschrift an den Aufwertungsausschuh des Reichstags und an die deutsche Regierung gerichtet, in dec cs bittet, daß die amerikanischen Investoren berücksichtigt würden. Das Bankhaus wendet sich gegen den Glauben, dah Spekulanten die Mehrzahl der deutschen Werte besäßen und betont, daß die Spekulatiork heute höchstens noch eine Million Dollar in Händen habe. Dagegen besäßen die ursprünglichen Zeichner heute noch ungefähr 50 Millionen Dollar Kriegsanleihe und 50 Millionen Dollar seien weiter nach Frie- densschluh in städtisch en und privaten Anleihen ausgenommen worden, so dah der aufzuwertende Betrag bescheiden sei. In der Denkschrift wird dringend um Berücksichtigung gebeten. Das allgemeine Wahlrecht in Japan. Tokio. 21. Febr. (WB) Der Gesetzentwurf der Regierung über das allgemeine Wahlrecht, der dem Parlament vorgelegt wird, würde zehn Millionen Menschen das Wahlrecht verleihen. In dem Entwurf wird vor- geschlagen. allen Männern über 25 Jahre mit Ausnahme der Oberhäupter adliger Familien, der aktiven Offiziere des Heeres und der Marine. der Regierungsbeamten, der Schwachsinnigen und Insolventen, der Empfänger öffentlicher oder privater Unterstützungsgelder und der mit mehr als sechs Jahren Gefängnis Vorbestraften das Wahlrecht zu geben. Alle Männer über dreißig Jahre werden mit einigen Ausnahmen zum Parlament wählbar. Kleine politische Nachrichten. Der deutschnationale Dertvetertag wählte einstimmig durch Zuruf den Abg. Dc. Winckler zum Vorsitzenden der Partei. * Der Lippische Landtag wählte zum neuen Landespräsidium mit 18 Stimmen von insgesamt 21 Abgeordneten: Landgerichtspräsidenten Dr. jur. Rudolf Müller, Geh Oberfinanzrat August Böhmer und Schrifisteller Heinrich Drake. Die gewählten Herren leisteten darauf den Amtseid. Im Reichstag ist ein Antrag Dr. Matz (D. Dp.) eingegangen, dahingehend, daß zur Förderung der Iugendwanderungen die Eisenbahntarife zur Fahrt der Schulen und der Vereinigungen von Jugendlichen auf ein Viertel des Tarifpreises ermäßigt werden. Aus aller Welt. Ein Riesenschwindelunternehmen aufgedeckt. Einer Gaunergesellschaft ist es monatelang gelungen, einer ganzen Anzahl hiesigen und auswärtigen Fabrikanten und Kaufleuten große Beträge abzuschwindeln. Die Schwindler gaben sich als Bevollmächtigte der zuständigen ausländischen Behörden aus und legten den Opfern gefälschte Dokumente über Aufträge für große Reparationsl ie- ferungen vor, die sie zu vergeben hätten. Soweit bisher bekannt, belaufen sich diese Aufträge auf viele Millionen. Die Schwindler vec- eiinbartem Provisionen von lOo/o-für sich, v,cn denen sie sofort größere Barzahlungen verlangten und teilweise erhielten. Als schließlich ein Geschädigter persönlich in Wiesbaden bei der zuständigen Stelle sich informierte, ergab sich, daß alle Dokumente gefälscht und die Aufträge fingiert waren. Die sofortigen Ermittlungen ergaben, dah als Haupttäter der von der hiesigen Kriminalpolizei auch wegen anderer Straftaten gesuchte Kaufmann Joseph Oferath aus Düsseldorf in Frage kommt. Dieser ließ sich durch einen Helfershelfer bei den Geschädigten als Beauftragter der französischen Repcwationsabteilung in Wiesbaden unter falschem Ramen vorstellen. Als Mittäter wurden festgenommen die Kaufleute Mebus und Debeaux. die die Geschäfte anbahnten und die Wege ebneten. Ferner wurde ein hiesiger Werkmeister festgenommen. Oferath gelang es, sich in Sicherheit zu bringen. Der Berliner Aktendiebftahl. Wegen jahrelang fortgesetzter Archivdiebstähle wurde vor vier Wochen der Privatgelehrte Dr. Karl Hauck und mit ihm fein Freund, der frühere Zuschneider Karl Maria von Hohen- l o ch e v in Berlin verhaftet. Schon bei ihrer Verhaftung wurde eine große Menge Material aus vielen Archiven, zu denen Hauck als Verfasser eines großen Werkes über die deutsche Kultur Zutritt gehabt hatte, beschlagnahmt. In der Behausung Hohenlochers, der unter falschem Ramen hauptsächlich als Verkäufer aufgetreten ist, sand man die Schlüssel z u zwei'Tre- s o r e n einer hiesigen Großbank. Man öffnete die Tresors und fand sie mit weiterem gestohlenen Material ungefüllt. Run ergab sich, daß auch Hauck über einen Tresor verfügte. Auch hier fand man wertvolles Material aller Art, u. a. eigenhändige Briefe der Hohen- 8 ol lern, von Friedrich dem Großen bis zu Wilhelm II. Das Material stammt aus Wien, Darmstadt, Bayreuth und anderen Städten. Es befinden sich darunter eine Krönungsurkunde aus dem 11. Jahrhundert, eine eigenhändige Ausrechnung der Königin Luise über ihre Haushaltung und Briefschaften von Bismarck, sogar ein Federkiel, mit dem Fri edri ch der Große geschrieben hat. Die Ermittelungen über die Herkunft der einzelnen Sachen erstrecken sich u. a. auch auf das Brttische Museum in L o n d o n und das Vatikanische Archiv in Rom. Z R. III über den Bermudas. Der Flug deS Lustschifies „Los Angelos" nach den Bermudasinseln ist durchaus progrannnähib verlaufen. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 55 bis 60 Knoten konnte das Schiff die lange Strecke störungsfrei zurücklegen und noch vier Stunden über der Insel kreuzen. Während seines Aufenthaltes sollte es dauernd am Ankermast der „Potok a" sest- geiegt werden. Infolge der Wetterlage tonnt« das aber nicht durchgeführt' werden Samstag vormittag 10.10 Uhr. stieg das Schift nach Ueber- nahme von Post und einigen Passagieren zur Rückreise nach Lakehurst auf, wo feine Ankunft in den späten Rachmittagsstunden erwartet wurde. Vier Arbeiter bom Zuge getötet. Zwischen Werdohl und Altena i. Wests wurden vier Rottenarbeiter von einen? Eifenbahnzuge ersaht und getötet. Große Schneefälle im Riescngebirge. Im Riesengebirge sind lang anbauerrtbe Schneefälle niedergegangen. Die Schneedecke ist 1 - -1 Meter hoch. Heber 1000 Meter herrscht durchweg 6—7 Grad Kälte. Ski - und Rodelbahnen sind in bester Verfassung. Tödlicher Ausgang einer Feuerwehrübung. Im Eisenwerk Ganzen bei Sargans (Schweiz) kam bei einer Feuerwehrübung mit neuem Feuerwehrmaterial die Leiter mit der Stark st romleitung in Berührung. Vier Feuerwehrleute wurden sofort getötet, ein fünfter leicht verletzt. Banditenüberfall auf ein Dauerngehöft. In einem D?ls« n der Rahe von Caltani«- f e t t a auf Sizilien versuchte eine Räuberbande einen Bauernhof zu st ü r mc n unk sich einet Horde Viehs zu bemächtigen. Es kam zu einem regelrechten Gefecht, wobei die Rä u - 6er einen Toten und die Verteidiger zwei Tote hatten. Schließlich muhten die Räuber unter Zurücklassung von zwec Pferden wieder abziehen. Kunst und Wiffenschast. Eine (Autenberqbibel in Mainz. Die Mainzer Stadtbibliothek ist wieder in den Besitz eines Exemplars der 42zei- ligen Bibel Gutenbergs gekommen. Dor geladenen Gästen verbreitete sich derDireltor der Städtischer Bibliothek und des Gutenberg-Museums gelegentlich einer Besichtigung des Werkes über den Erwerb der Bibel und die Vorzüge und Bedeutung derselben. Der Druck erfolgte in Mainz in ber zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in der Zeit, da Gutenberg und Fust in Geschäftsverbindung standen. Den Ramen „42zeiligc Bibel" trägt sie deshalb, weil sich auf jeder Seite 4? Druckzeilen befinden. Gedruckt von dem Werk« sind im ganzen 185 Exemplare, davon 150 auf Papier und 35 auf Pergament. Hiervon dürften noch 45 Stück existieren, die sich zumeist im Besitze öffentlicher Bibliotheken befinden. Großer Erfolg Ballirrgs in Rom Der deutsche Musikdirektor Michael Bal- l i n g vom Staatsth^ater Darmstadt hatte in dem großen römischen Konzertsaal Augusteum einen gewaltigen Erfolg bei der Interpretation von Wagner und Beethoven. Das Haus war vollbesetzt, und das Publikum brachte dem deutschen Künstler wiederholt stürmische Ovationen dar. Wettervoraussage» Milder, wolkig, stellenweise leiste Rieder- schläge. Das Zuströmen kalter nördlicher Luft und verstärkte Wärme-Ausstrahlung bei schwach be- wölftem Himmel hat die nächtlichen Temperaturen bis zum Gefrierpunkt und einige Grade darunter sinken lassen, doch sind Aussichten auf den Eintritt einer längeren Frostperiode noch nicht gegeben. Heber den britischen Inseln liegt ein Gebiet wärmerer Luft, das ostwärts an Raum gewinnt und jedenfalls eine Verstärkung des Frostes verhindern dürfte. Nus Stadt und Land. Gießen, den 23. Februar 1925. Richtige und falsche Wohltätigkeit. Vom städtischen Wohlsahrtsamt wird, uns geschrieben: Schweres Leid und schwere wirtschaftliche Rot hat das Grubenunglück in Dortmund über zahlreiche, brave und ordentliche Dergmanns- samilien gebracht. UeberaK in Deutschland regt sich Hilfsbereitschaft. Auch in Gießen fini> einzelne namhafte Spenden bereits eingegangen, über die die Gießener Winternothilfe 1923 als Ortsstelle der Deutschen Rothilfe öffentlich Empfangsbekenntnis erteilen wird. Indessen ist das Echo, das der Aufruf gefunden hat, bisher nicht allxu groß gewesen. Spenden werden auf der Geschäftsstelle der Gießener Winternothilfe. Gart en st raße Rr. 2, Zimmer Rr. 13, und bei der Mitteldeutschen Credit -- bank, Filiale Gießen, auf das Konto der Gießener Winternothilfe entgegengenommen. Um so schmerzlicher berührt es, wenn man sehen muh, wieviel Geld in Form von Almosen an Bettler gegeben wird, die größtenteils arbeitsscheue Schmarotzer an der Wohltätigkeit ihrer Mitmenschen sind und diese Almosen in SchnapS und Zigaretten anlegen. Wieviel Rot könnte gelindert werden, sei es im Dortmunder Unglücksgebiet, sei es in Gießen selbst, wenn man auch nur das zur Verfügung hätte, was in einer Woche hier in Form solcher Almosen an Leute verschwendet wird, die der Hilfe weder bedürftig noch würdig sind! Wohltätigkeit üben ist gut und ist eine sittliche Pflicht für alle, die, die dazu in der Lage find. Aber dieser sittlichen Pflicht wird keineswegs genügt wenn man Geld verteilt, ohne im minbeften zu prüfen, ob man dadurch wirklich Rotleidenoen hilft. Es ist aber jeder in der Lage, feine Spenden in einer Form zu geben, in welcher er dessen sicher sein kann, daß sie zur Linderung wirklicher Rot dienen. Er braucht nur an Stelle von Geld den 'Bettlern Schecks des Städtischen Wohlsahrtsscheckdienstes zu geben. Wo er diese erhält, ergibt sich aus der Bekanntmachung im heutigen amtlichen Teil dieses Blattes. Dem wirllich Hilfsbedürftigen wird auf den Scheck hin ausreichende Hilfe zuteil, weit über den Betrag hinaus, der für den einzelnen Scheck bezahlt worden ist. Wer aber nicht hilfsbedürftig ist, wer zu den Landstreichern und Tagedieben gehört, erhält nichts. Die gewerbsmäßigen Landstreicher wissen das. Sie umgehen in weitem Bogen die Städte, in denen der Wvhl- fahrtsscheckdienst eingeführt ist. Doch genügt die amtliche Einführung nicht. Die Einwohnerschaft muß sich seiner auch rege bedienen. Rur bann wird die Stadt von der Dettlerplage befreit. Reuerdings wird in Gießen wieder über die Zunahme des Dettlerunwesens geklagt. Der Bett- -nschafl. *n 3)kinj. '»Miotbtl "VlarS her 42*ei- !n' 2vr fldabene iör bet CtäbtlldSn «ms gei^t, ^^keS über dm * und Meu. 'M in Aai^ ln ^hund.'tts in ftet 1 ®cf davon 150 au\ • Ferdon bürlten s-4 Meist Irr :n befinden. 'gs in Row •r Michael 2al« armftobt häw jertfcct Augusteim g bei der Liner- Leel^oven. Das ! Publikim brachte cholt fiütmil6t toletiQfl. , v erben “ tollt »ts' <* 5 9etö?tteint» lrkn9tbll9t' . Zie Kuernde 11 ünb'R’S^t Ulung S$g ^onTallani. urmen uni tilgen, ff« i.„ Abei die AS?. ,/^bec unter ,n lvicdcr ab. 'age. ife feitytt Meder- vblidwr Buff unb bei schvach bt- tkchen Temdna» mb e\my Drob« nb Achten oul Frvstprrivde noch tilchrn Inseln liegt das ofltrörK an s eine Derllarkung tb Land. $3. Februar 1925. VohMigleit. irtioml wird uni virtschastlicht Aot Dortmund über lidje Dergmanns- i Deutschland rtflt n Treben Vnb ereiti eingegangen, ernochille 1923 a ilje öslentltch^^ > Indessen ist W en 6«t. n werden aus er r 2 Zimmer W iw* ^5 ÄtäK chsr I'H'.'Ä gut und xit üben W P N,u fer Wt,Kti rer' nn man da- binty s>» ® l'^ot 6kn«n. «ch-r ® .xetlter" MÄ aui» t'Ä „ jeil i». , LaE^Verds- ‘tSgäS, & •*$* j* fern CMb gibt, züchtet diele« Unwesen heran und darf sich nicht beschweren. Sc handelt über» die »verwerslich. weil er der Arbeitsscheu und der Trunksucht Vorschub leistet.-anstatt seinen Ueberslust Notleidenden zuzusühren. » •• Ernennungen beim Ärci8 amt Dieben- Ernannt wurden der Kreisamtrnann AegierungSrot Dr. Aug. Heb zu Dieben mm Oberregierungsrat bei der Provtn» zialdirektion Oberhesfen und der Kreisamtmann Regierungsrat Konrad Wo l f zu Büdingen zum Krei Samtmann bei dem Kreisanit Diehen unter Belassung der Amtsbezeichnung Rcqierungsrat, beide mit Wirkung vom 1. März 1925 an. •• Veränderung beim Oberlande « g e r i ä i Darmstadt. Aul Grund deS Gesetze» über die Altersgrenze der Staatsbeamten tritt brr Senat-Präsident Eduard Holzapfel bei dem Obersandesgericht in Darmstadt am 1 April 1925 in den Ruhestand. Ernannt wurde der Oberlandcsgerichtsrat Ferdinand Schmidt in Darmstadt zum Senat-Präsidenten bei dem Oberlandesgericht mit Wirkung vom 1. April ab. " Die Prüfungskommission für Meisterprüfungen Die Abteilung für Handel und Gewerbe des Ministeriums für Arbeit unt" Wirtschaft hat nach Anhörung der Handwcrlskammcr die nachgenannten Herren zu Mitglieder-., der Prüfungskommission zur Abnahme c:r Meisterprüfungen für die Provinz Ole, Hessen in Dietzen auf die Dauer von drei Jahren ernannt: Zum Vorsitzenden Gewerbe- schulrat Dipl.-2ng. R. Bünnings in Dietzen, zum stellv. Vorsitzenden Georg Decker, Bau- Unternehmer in Gietzen, zu ständigen Beisitzern Georg Haubach. Schreinermeister, Gietzen: Adolf Dourneois, Duchbindermeister, Gie- tzen. Autzerdem wurden noch zahlreiche Gewerbebeisitzer ernannt. I । ■■»■■■■ — •• Halbmast am 1. luari 2L- Anordnung des preuhischen StLLt-ministeriums werden am 1. März sämtliche staatlichen und kommunalen Dienstgebäude Preußens Halbmast slaggen. " Die Anmeldung der 2DE- Schützen mutz in dieser Woche erfolgen, und zwar der Knaben am Mittwochvormittag in der Sladtknabenschule, Nordanlage 8, der Mädchen am Donnerstagvvrmittag in der Stadtmädchenschule. Schiller-srratze S- Rähelcs ist aus der Bekanntmachung deS Stadtschulamts in unterer Samstagnummer ersichtlich. ** Dieder eingefunden. Der vom hiesigen Polizeiamt als vermißt gemeldete Schneidergeselle Fritz Aeudorfer ist jetzt bei feinen Eltern in Leipzig-Lindenthal wieder eingetroffen. Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: Ochsen 342, Bullen 48. Färsen und Kühe 755, Kälber 335, Schafe 138, Schweine 2373. Bornotizen. TageSkalender für Montag. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde 8'-'«1Ihr Reue Aula der Universität Vortrag. — Hhpo- thekengläubiger- und Sparerschuhverband: 8 Uhr „Hindenburg" Wrtgliederversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: ..Skandal". — Astoria- Lichtspiele: „Die Reife um die Welt in achtzehn Tagen". — AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Freitag. 27. ds. MtS., und SamStag. 28., jeweils nachmittags 4 ilfor, findet ein Gastspiel des Hamburger Marionettentheaters mit den „Bremer Stadtmusikanten" und ,Ma x und Moritz" statt. DaS Marionettentheater hat nach vorgelegten Referenzen bisher in den meisten Städten Rorddeutschlands an den Stadttbeatern mit außerordentlichem Beifall gastiert, und sicher wird diese festen gebotene Veranstaltung auch pier Die überall bewährte Anziehungskraft aus- üherv Es gelten kleine Preise und es werden von heule an 6mtriit8farten ohne Bestellgebühr an der Theaterkasse ausgegeben — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Kommenden Donnerstag abend Hauptversammlung beider Abteilungen mit Vortrag von Prof. Dr Olt. Näheres im heutigen Anzeigenteil. — Die Vortrags-Vereinigung veranstaltet am nächsten Donnerstag in Der Neuen Aula einen musikalischen Vortragsabend, der. so schreibt man unS. — in seiner An eigen und selten veranstaltet — ein ganz besonderer Genuß zu werden verspricht. Sin ähnlicher Vortragsabend hatte im vergangenen Jahre starken Bei- sall gefunden- Für dend ieSjährigen Musikabend ist Musikdirektor H a l l w a ch s auS Kassel gewonnen worden, bet den bichgcn Musikfreunden nicht unbekannt fein wird. Musikdirektor Hallwachs wird feine Ausführungen über das Thema „Dte Dynastie Strauß, die Könige deS Tanzes" durch Erläuterungen am Flügel vervollständigen und durch GefangSein- lagen der jugendlichen Konzertsängerin Elisabeth Pennrich auS Kassel ergänzen lassen. Fräulein Pennrich, die eine außerordentlich sympathische Stimme und eine vortreffliche Schulung besitzt, wird gesangliche Darbietungen Strauhscher Mufik bringen. Die Schönheiten und der Melodienreichtum der Strautzschen Werke dürften ihre Wirkung nicht verfehlen und dem Besucher einige genußreiche Stunden bereiten. (Siehe heutige Anzeige ) — Männer- und F r a ue n v e r e in i- gung der Matthäusgemeinde. Morgen, Dienstag, abends 8 Uhr, im Gemeindesaal Hauptversammlung. Näheres in der Anzeige in der Samstagnummer. — Lieber „Jungdeutsche Frauenarbeit" wird die Großmeisterin der Ordens- gcmeinschast jungdeutscher Schwesternschaften. Frt. Hanna Kl oflermüllcr aus Kassel, auf Veranlassung der ^tungdeutschen Schwesternschaft Dietzen am Sonntag, 1. März. abendS 8Vi älhi, im Saalbau Sauer am OswaldSgarten sprechen. Näheres im Anzeigenteil unterer SamSlag- n um nur. Das Lahnkraftwerk - Projekt der Stadt Gietzen. 5treiSausschntz»Titzungvo»n Ll.^ebruar Die Stadt Dießen (Elektrizitätswerk) beabsichtigt, die vorhandenen Lahnwasser- f räf te für die Elektrizitätsverso: gung in stärkerem Maße nutzbar zu machen. -Ir ist geplant, die bestehende Turbinenanlage des ElestrizitätswerkS zu beseitigen und an der Mündung des jetzigen Untcrwaftergrabens in die Lahn ein neues Krafthaus zu errichten, um eine größere Wafserspannung ui erzielen. Das alte Wehr soll zunächst unverändert betteten bleiben. Während der Offenlegung her Pläne und Beschreibung des neuen .Unternehmens wurde von der Firma Sd. Klinke! 6 n b n c zu Gießen Einspruch erhoben, weil hierdurch eine Aenderung des Wehres beabsichtigt fc; 3n der heutigen öffentlichen Sitzung des KreiSauSschusseS wurde von dein Dr". eter der Stadt, sowie von dem Vertreter boj ufturbau- amtes Gießen testgestellt, batz eine Aende run g am Wehr nicht vorgenommen werde und daß deshalb der Einspruch der Firma Klinkel nicht begründet sei Der Vertreter der Stadt Gießen stimmte den von den technischen Behörden aufgestellten Deduigunaen nach vorher vorgenommener Ergänzung zu. Die nachgesuchte Genehmigung wurde sodann unter den gestellten Bedingungen erteilt und der Einspruch der Firma Klinkel Söhne zurückgewiefen. Halberstadter Würstchen altrenommierte, leistungsfähige Fabrik in Halberstadt sucht elngesllhrtc Gießen, den 23. Februar 1925. 01653 | Empfehlungen | ct Rheinstrahe 19. 1923>b Gietzen-Wetzlar, den 22. Februar 1925 Heuchelheim,Gießen, Knapsack, Lieh, 22. 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Siir Wahrheitssucher hält Herr Prediger H. Gebauer, Hanau vom 23.-27. Febr. im Dersammlungssaal der Daptistengemeinde Gießen, Lonystraße Nr. 2 Religiöse Vortrüge WBnöfliw. Habe ein Glas- und Gebäude- Reinigungsinstitut eröffnet und empf.hle mich zu billigsten Preisen. Wilhelm Gelsenlguchter- 01642 Schulst,aste 11.__________ Fastnacht-Dienstag 8.11 Uhr: ----Große r---- karnevalistischer ----Abend---- MUWtMMW Vortrags-Vereinigung Gießen (Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein, Gewerbe-Verein) Donnerstag, den 26. Februar 1925, ,97'< abends 81/* Uhr, in der Neuen Aula Die Dynastie Strauß, die Könige des Tanzes Vortrag mit pianistischRo Erläoierüngen onil Gesangs-Einlagen Musikdirektor Karl Hallwachs, Cassel Konzertsängerin Elisabeth Pennrich, Cassel. Eintritteknrten in der Musikalienhandlung Challier für Mitglieder zu Mk. 0.75 pro Platz gegen Vorzeigen der Vortrags-Ausweiskarto und nur im Vorverkauf; für Nichtmitglieder zu Mk. 1.50. Studentenkarten zu Mk. 0.75 gegen Vorzeigen der Studentenkarte bei Herrn Oberassist. Ritter. toein-Äille alle Größen lagernd im 846a Modehaus Salomon. Restaurant Rheingold LudwigstraOe Morgen Dienstag Kappen-Abend mit Konzert !! Originelle verstärkte Hanskapelle!! 1927c den 24. Februar: Ist Christus auferstanden? Mittwoch, den 25. Februar: Müssen wir noch an ein Weltgericht Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Hauptversammlung beider Abteilungen. Donnerstag, 26. Februar, abends 8'/, Uhr, im Hörsaale des physikalischen Instituts (Stephanstrahe 24): b Rechenschaftsbericht des Vorstandes 2. Vortrag des Herrn Geheimen Medizinalrater Prof. Dr. A. Olt: Heber die Entwicklung des cer- viden Geweihes. Bezugnehmend auf Vorstehendes empfehle, ich mich zur Aufnahme von Versicherungsanträgen für die Prv- vinzial'FenerversicherungSanstalt der Rheinprovinz 'Feuer, Einbruch, Glas, Wasser, Hagels und erkläre mich zur ^Erteilung jeder gewünschten Auskunft stets gerne bereit. Wthmar, im Februar 1925. 1925D Ernst Pfeiffer. Kassenschränke Einbruchsicherungen jeder Art, Sicherheitsschlösser, Kassel. Ein mau erschräke liefert P. Lohmann, Frankf. am M. Moselstrasse 31. 1922 V. llnlüerfitöts- Keftauront. Dor und nach dem Theater warme und kalte Speisen 03ua Fürstenberg-Dräu Antike Möbel Porezcllane, Uhren. Gobelin ttuvicrstiche zir kaufen gesucht. Bin in zirka. 10 Tagen anwes. „ Angebote unter A 952 an Heinr. EiSler, Hamburg 3. Mein reichhaltiges Lager in Koi bmöbeln Münchner Spaleiitiu Dienstag: Kappsnsitzyni Frisch geschlachtet! Zu verkaufen I Büssing - kslwagen 4 to, 40 P. S., mit Kettenantrieb, irisch durchrepariert, mit vollständig neuen Borderreifen. Ferner ein gebrauchter Es wird galanzt auf großer spiegelglatter Fläche bei der Karnevalislischcn Silznng am Fastnacht-Dienstag im Saalbau Sauer Tischbestellung, frühzeitig Telephon 353 _____ 01638 iinil tappe: Konditorei Hettler stets frisch MirMicta glauben? Donnerstag, den 26. Februar: Seligwerden, - ein Ringen. Freitag, den 27. Februar: Der Weg zum Glück. Beginn der Versammlungen 8'/„ Uhr abends. Eintritt frei t Jedermann freundlichst cingeladen! Eintritt frei! Manner- u. 5rauen-Vereinigung der Matthäusgemeinde, Eichen. Iu der am Dienstag, dem 24. Februar 1925, abends 8 Uhr, im Gemeindesaal, Kirch- stratze 9, stattfindenden Haupt-Versammlung werden alle Mitglieder freundlichst cingeladen. - Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2. Rechnungsablage, 3. Voranschlag 1925, 4. Vorstandswahl, '' 5. Verschiedenes. lh:":D Der Vorstand. Gießen, Sonnenstraße 20 1940a sa 0 «50 O «tl* P _ Hietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 45 Zweites Blatt Die Barmatuntersuchung Berlin. 20. Sehr. (Wolff 3m Reichs- tagsuntersuchung-auefchuh in Sachen Barmat- Ä u t i 6 f c r bekundete heute der frühere Gesandte im Haag v. Rosen zu seinem Schreiben nom 12. März 1918 an den damaligen Reichs- longfet Grasen Hcrtling, in dem Barmat als ein uns vorteilhaft bekannter Rune gcldy.bm wurde, dieser vorteilhaslc Eindruck BarmatS sei darauf zurückzufuhren, dah er sich bemühte, zu verhindern, dah die zahlreich in Holland Jt$ auf- haltenden Russen in die Deutschland feindlichen Heere cinträlen. Dann kam aber eine Prr.ode, in der Barmat sich ernstlich bemühte. D e r g u n • siigungen bei Einreiseerlaubnissen «ach Deutschland zu erlangen, und zu diesem ,-ieitpunkl war Darmat der Gesandtschaft schon als ziemlich g c w i f f c n I 0 f c r Ge- lchäftsmann bekannt. D»e Gesandtschaft halte zuverlässig gehört, dah Barmat zu jener großen Kategorie von Leuten gehörte, die in trüben Zeiten es hervorragend verstanden, ihren Privatprofit zu machen. Deshalb habe die Gesandtschaft bei verschiedenen Gelegenheiten oor ihm gewarnt. Aus Fragen von Breit- scheid erklärt der Zeuge r>. Rosen, dah Darmat bei der Gesandtschaft fortwährend um Sonder- Vergünstigungen nachgesucht habe; z. D. habe er auch um Grenzempfehlungen gebeten. Der frühere Reichskanzler Hermann Müller k’bn kranke Tiere, die nicht mehr zu retten lind, wurden dem Verein gemeldet. Don 13 mit Distol behandelten Ziegen sind zwei verendet, zwei sind am Derenden unb müssen abgeschlachtet werben. Bestanb an Tieren am 19. 2. 25 90 Ziegen, die. wenn nicht cingegriffen wird, in einiger Zeit verseucht und in einigen Wochen verendet sind. Die Mitglieder, die schon weitgehend zur Zah> Lung berangejegen und gering bemittelte Leute sind, können zur Zahlung nicht mehr heran- gezogen werden, auch ist es ihnen zum größten Teile nicht möglich, ohne Entschädigung vom Verein sich Tiere zu verschaffen. Der Verein ist ohne jegliche Mittel unb sieht ber Zukunft bedenklich entgegen Der Vorsitzende erstattete Bericht, daß er nach dem Fall der achten Ziege, sofort dem Oberveterinäramt Gießen Meldungt erstattet, auch bei Gemeinde, Hess. Ministerium, Abteilung für Landwirtschaft, Lanbwirischafts- kammerausschuß unb Kreisamt Gießen um Mittel nachgefucht habe, aber abschlägig beschieden worden sei mit dem Bemerken, daß für derartige Zwecke keine Mittel zur Verfügung wären. Als letzte Instanz hat sich der Verein nun mit der Bitte um eine Beihilfe an den Hessischen Landtag in Darmstadt gewandt. • Leihgestern, 21. Febr. Die gestrige Holzversteigerung im hiesigen Gemeinte- wald ergab folgende Durchschnittspreise: Eichen° ftämme 55 Mk. je Fstm., Eichen-Auhscheit 25 Mk., Eichen-Autzknüppel 23 Mk.. Eichrii-Drennscheit 16 Mk.. Eichen-Brennknüppel 12 Mk.. Eichenstöcke 8 Mk. je Rm.. Eichcn-Wcllen 34 Mk., Weichholz-Wellen 25 bis 26 Mk.. Kiefernwellen 28 Mark je 100 Wellen. • Bellersheim, 21. Febr. Bei der heutigen Holzsubmission auf Kiesernstamrn- holz aus unserem Gemeindewald lag folgendes Höchstangebot vor: 3. Klasse 42.50 Mk.. 4 Klasse 35 Mk.. 5. Klasse 32 Mk. je Fstm. Höchst bietender war ber Holzhänbler Hermann Müller von hier, dem der Zuschlag erteilt wurde. KrciS Friedberg. vw. Butzbach, 21. Febr. Aus der jüngsten Stadtverordnetensitzung ist zu berichten: Dem Entwurf der Satzungen über Baudarlehen wird mit kleinen Abänderungen Genehmigung erteilt. - wegen Anlage deS Klärbeckens seitens der Bamag-Mc- g u i n an der Gießener Straße wird der von der Stadt erhobene Einspruch ausrcchtcrhal- ten. — Dem Gesuch des Anton Rogalla um Ankauf seines Hauses an der Hoch- weiselcr Straße wird insofern ftattgegeben, al« bic Stab! für 10 000 Mk. da- Ocbaubc unter der Bedingung erwirbt, dah Rogalla für diesa Summe ein neues Haus erbaut. Der Ankauf des wüstenhöferschen HauseS in ber Rohborngasse wird abgelehnt. Das Gesuch um Abgabe von werkh 0 lz an die Gewerbetreiben den wirb genehmigt Der Antrag auf Errichtung einer Eisfabrik im Anschluß an bas Elektrizitätswerk wirb bem technischen Ausschuß zur weiteren Bearbeitung überwiesen. Der Voranschlag für bic Ober- realschulc wirb gegen die Stimmen ber Linken genehmigt. z< Dad-Aauheim, 21. Febr. Die unter bem Vorsitz von Pros. Dr. Weber stattgehabte 6. Hauptversammlung der hiesigen Ortsgruppe der Deutschnationalen DolkSpartei brachte neben dem üblichen geschäftlichen Teil einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag von Pfarrer D e r ck und als praktisches Ergebnis eine einmütig angenommene Entschließung. Diese gebt der Reichslagsfraktion ber Partei zu und ferbert u. a.: Aushebung des Gesetzes zum Schutze ber Republik und Aufhebung des Staats- gerichtshofes: Säuberung des öffentlichen Lebens von unsauberen Elementen. Ausbau der Schule zu einer Erziehungsanstalt in christlich-nationalem Sinne: Wiedereinführung der steuerlichen Selbständigkeit der Länder und Gemeinden sowie ilmgcttaltung unb Vereinfachung des gesamten Steuersystems in sozialem Sinne. Lösung der wertungssrage im Sinne des Destschcn Entwurfes. ' Helden bergen, 22. Febr. Der hiesige Gesangverein . 2 u p h r 0 s i n e" feierten den Tagen des 13., 14. und 15. Juni das Fest seines 85jährigen Bestehens. Mit der Feier ist die weihe einer neuen Fahne unb die Abhaltung eines großzügig angelegten Gesangswettstreites vervunden. KreiS Schotten. ' Frei en sc en, 19. Febr. (Verspätet ein- gegangen.) Am Montag stand die garyc Ge meinbe im Zeichen ber bi amantenen Hochzeit des früheren Kirchendieners Heinrich Jung l. Ilm 2 Uhr fanb bic kirchliche Feier statt. Das ganze Dorf, die Vereine geschlossen, nahm teil. Das geräumige Gotteshaus faßte kaum die Menge. Das Jubelpaar war von seinen Rachkommen. 6 Kinder. 16 Enkel, 2 Urenkel. umgeben Der Geistliche gab einen lieber- blick über die 87 bzw. 79 Lebensjahre des Jubelpaares. über die 35jährige Dienstzeit des Man- neß. der auch hierin in feiner Frau eine treue Gehilfin gehabt, gedachte ber vier verstorbenen Kinder, des gefallenen Sohnes, erkannte das innige Familienleben, bas treue Kindesverhältnis unb das herzliche Zusammenhalten der Kinder an unb dankte Gott, ber bem Ehepaar nach Zeiten vieler Arbeit und Korgen nun eia geruhiges unb sorgenloses Alter unb eine auffallende geistige und selbst körperliche Frische erhalten hat. Zum Schluß verlas er ein Glück- unb Segenswunschschreiben des Landeskirchca- amles unb überreichte es nebst einem schönen Gesangbuch. Rach einem Gebet legte das Paar, wie vor 60 Jahren an gleicher Stelle, die Hände ineinander, unb bei Geistliche segnete es für Zeit unb Ewigkeit ein. Im Anschluß fangen zwei Enkel bas ergreifenbe .Herr, bleibe bei uns". Mit aDterunser, Segen und Schlußvers des „Lobe den Herrn" schloß die Feier. Rach dem Gottesdienst wurden zahlreiche Geschenke übergeben. Bürgermeister unb Geistlicher überreichten im Rarnen der Kirchengerneindc einen Thrrwaldschen „Segnenden Christus" in großer Gestalt unter Ansprache des Geistlichen, ber sodann ein ehrendes Schreiben des Geheirnerats B ö ck m a n n . Kreisdirektors zu Schotten, verlas, der für das Pfeifchen des Alten ein seines und stattliches Kraut stiftete nebst einer.Ehrengabe des Kreisausschusses. Am Rachrnittag herrschte bis tief in die Rächt ein frohes Treiben im Dorf. sucht. Als ihr Vater sie dort abholte, war über sic gespöttelt worden. Darauf war sie ganz fort- geblieben. Mehr unb mehr beschäftigte weilandt ber Gedanke, Wie er sich dies tüchtige unb gescheite Mäbchen zur Frau gewinne, wenn er sein Ziel erreichen wollte, hatte er mit ihrem Vater einen schweren Kampf zu kämpfen. In ben Augen des Peter Margolf war ber Lehrer weiter nichts als ein Mensch, ber der Gemeinde Kosten auferlegte. Im Dorf — das brachte er gern aufs Tapet — hatte vor vielen Jahren ein Schuster nebenher das Amt des Schulmeisters innegehabt, ilnb die Kinder waren auch groß geworden. Dazumal wuchsen die Würste auf den Bäumen, und die gebratenen Tauben flogen den Leuten ins Maul. Jetzt wurde dem jungen Doll allerlei unnützes Zeug eingetrichtert, und die Zeit machte ein finstres Gesicht dazu. In Heiratsangelegenheiten huldigte er dem Grundsatz: „Reich bei Reich und Bettel bei Bettel." Vis er. ber wohlhabcnbc, sich entschließen würbe, seine Tochter einem „Schulschleicher aus Hungersburg" zu geben, mußte noch viel Wasser ben Vogelsberg hinunter- laufen. Daß der Eigennutz die Spindel am Rocken des Mannes war, hatte er, der Lehrer, bei besonderer Gelegenheit erfahren. Als teilweise Vergütung für sein Orgelfbiel in der Kirche war ihm von der Gemeinde die Grasnuhung des alten Friedhofs ^gebilligt worben. Hier stanb auf dem Grab eines Margolf. der vor siebzig Jahren gestorben war. eine mächtige Esche. Der Baum mit seinem weitverzweigten Wurzelwerk entzog bem Boden viel Kraft. Deshalb wurde er auf Wei- kandts Geheiß mit Bewilligung des Bürgermeisters niedergelegt. Run erhob ber Peter Mar- golf ein großes Geschrei, weilandt. im Glauben, es werbe ihm Pietätlosigkeit gegen einen Abgeschiedenen zum Vorwurf gemacht, besuchte den Bauer, fick zu rechtfertigen, unb, wenn es nötig fei. auch Abbitte zu tun. Es war ihm aber ball» klar, daß es der Peter lediglich auf das Holz der Efche abgesehen hatte, die er als Familieneigentum in Anspruch nahm, weilandt ließ ihm den Baum zusahren. worauf ber Friede bergest ellt War. Dem Margolf die Ohren zu kitzeln, sich um feine Gunst zu bewerben, verbot ihm fein Stolz. Die Marie War ihm zugetan. Da- ‘ für hatte er viele DeWeife. Wenn sie sich erst einmal ausgesprochen hatten, mußten sie alle Mittel aufbieten, bes Alten Widcrstanb zu brechen. Weilandt legte feine Säge beifeite unb schritt auf die Margolfsmarie zu. die ihren Eimer unter die Röhre gestellt hatte. ..Was sagst du zu bem Wetter, Marie? Gestern mocht man keinen Hund vor bie Tür jagen, und heut ist's fo schön." ..Ich glaub nct, baß es Bestand hat, Herr Lehrer. Wir haben ilnterluft. Eh heißt's geschanzt. Wer beim schlechten Wetter zugucken will, muß beim guten schaffen." „Bist heut schon fleißig gewesen?" „Ich hab Salat gesät." „Wo habt ihr den Sarnen her?" „Früher haben Wir ihn von einem Träger aus Griesheim genommen. Da sein Wir ein paarmal angeführt worben. Etz hat ihn mein Vater aus Erfurt kommen lassen. Da Wilsen Wir, Was wir haben." Sie fetzte ben überfaufenben Eimer beiseite unb banb ihre Schürze fest, die sich gelockert hatte. „Herr L'hrer. ich muß Ihnen Was verzählen." „Ja. Marie." „Die Rächt hat mir Was Komisches geträumt." „Und ich soll dir'S auslegen, gelt?“ • „Horchen Eie emal zu. 's war gegen Abend, ilnb ber Himmel War glühenbig rot. Ich pat- schelt drunten in der Hirtzlach herum, ilnd auf einem Molthüwel't stand uns' alter Pfarrer, ilnb der sprach Wider mich: „Marie, deine Fittich' find jetzt groß genug, schnätz dich in die Reih' und flieg!“ ilnb auf einmal gespürt ich, dah ich flog. Hui, wie hoch! Dis in bic Wolken hinauf. Dadrüber fein ich wach geworden. Ich hab ja schon mehr so närrisch' Zeug geträumt. Aber is das net kureos? Dielen Morgen is ein Brief von der Frau Pfarrer aus Darmstadt kommen." ..An dich?" „Ja. Sie schreibt, ob ich mich net emal drauß' in der Welt urnlehen Wollt. Sie wüht •) Erdhaufen. Montag, 25. Sebruar 1925 Schotten, 21 Febr Rächstcn Donnerstag gelangt der ,.B e t h e 1 f i l m" hier zur Dor- fübrung. Diakon Deubel ein gebotener Su- dingshainer, ber in den Beihclschen Anstalten beschäftigt tft. wirb den Film erläutern. So ist zu hoffen, dah durch die Erklärungen eines bis ins kleinste vertrauten KemierS ber Bodelschwinghschcn Ansta 1 ten die Vorführung eine ganz besondere Weihe und Feierlichkeit erfahr' Die Beschaffung der für die MädchenfortbilbungSschule vorgesehenen Rähmaschinc stößt auf bart- nackigen Widerstand feiten* btt ländlichen Gemeindevertretungen. Sie haben sich weder mit der sommerlichen Fortbildungsschule. noch mit der Einführung der Mädchenfortbildungs'chule abgefunden unb erhoffen noch immer daS Rückgängigmachen dieser ber bäuerlichen Bevölkerimg lästigen Reuerungen. Man darf hoffen, dah Zett und Einsicht die Widerstände ausfressen, unb auch in ber ländlichen Bevölkerung der Gedanke sich Bahn bricht, bic geistige Förderung ihrer jdnilcnb- lassencn Söhne unb Töchter hoher zu werten. als den Ausfall lanbwirtfchaftlicher oder gewerblicher Arbeitsleistung Während einiger Wochenstunden. Hrcis Biidinqcn „?" Ridda. 21 Febr. Der als Redner in Versammlungen deS Reichsbanners „Sch w a r z - R 0 t - G 0 l d' bekannte Schriftsteller Mar Dor tu veröffentlichte vor kurzem in der „Oberh Volksztg." einen mit ..Raubgraf Berthold" überschriebenen A'.tikel In diesem behandelte er in sarkastische, Weise unser Gefallenendenkmal am Johanniter- t u r m und zog darin alle- in den Staub, was geeignet ist. bic Erinnerung an eine große Zeit und ein noch größeres Heldentum zu nergolbcn und wachzuhallcn Gegen diese V c r u n g l i in p - fung unseres Gefallene nmalS erhob sich in unterer Gemeinde ein Sturm der Entrüstung. der jeden mitriß, einerlei, welcher politischen Partei er angehörte In der fchärssten Zurückweisung dieser unerhörten, maßlosen 'Beschimpfung unseres Ehrenmals unb damit unsere« ganzen Städtchens gab es nur eine Stimme Auch das Reichsbanner „Schwarz-Rot-Gold" scheint inzwischen zur Einsicht gekommen zu sein, daß von diesem seinen Redner, der ben weg der Hemmungslosigkeit geht, keine Förderung zu erwarten sei Die Landesgruppe in Darmstadt ist von ihm abgerüd t und hat Anweisung gegeben, daß er in hessischen Ortsgruppen nicht mehr auftreten dürfe. I! Büdingen. 22. Febr. Pers onal» Veränderung beim KreiSamt Bübin- gen. Regierungsrat Wolf vom hiesigen KreiSamt wurde durch Verfügung des Hessischen Ministeriums des Innern mit Wirkung vom 1. März 1925 an dasKreisamt Gießen versetzt. Mit Regierungsrat Wolf verliert das hiesige Amt einen seiner tüchtigsten und beliebtesten 'Beamten. Sowohl unter dem Kreisamtspersonal, wie bei allen Bevölkerungsschichten War Regicrungsrat Wolf wegen seiner Hilfsbereitschaft und Unparteilichkeit in hohem Mähe beliebt. Rur sehr ungern lieht man ihn daher von hier scheiden. — Für den am 1. Februar nach Alsfeld versetzten Verwaltungs-Oberseiretär Kn ei sei wirb Verwalt ungspraktikant Kredel von Darmstadt am 1. März seinen Dienst hier antreten. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 21. Febr. Verschieben* Bruderschaften des Iungdeutschcn Ordens veranstalteten auf ber Veste Otzberg unb auf der Burg Breuberg große vaterländische Kundgebungen, die außerordentlich stark besucht waren. Es würbe eine Entschließung angenommen, in der u. a. verlangt wirb, daß die gegenwärtig im Reichstag unb im Preußischen Landtag behandelten De rfeh- lun g cn ohne Ansehen ber Personen unnachsichtlich aufgebeeft und bestrast werben, daß alle Beamte. Parlamentarier, Minister, die irgendwie in solche Angelegenheiten verstrickt sind, sofort ihre Aernter niederlegen und sich nicht hinter ihre Immunität versinken. daß fein Parlamentarier aus der Stellung, bic ihm das eVrtrauen der Wähler gebracht hat, persönlichen Ratzen ein’ Platz für mich, wo ich bic feinere Hausarbeit lernen könnt, ilnb 's Wär ein guter Platz. Beim Herrn Fabrikant Peters, ilnb ich sollt gleich Antwort schicken." „Ja. willst bu denn fort?" fragte Weilandt betroffen Sie senkte ben Kopf. „Gucken . Sie. Herr Lehrer, Sonntags geh ich als auf ber Kreisstrah' spazieren. Da stehn bie Telegraphenstangen ilnb bet Wind singt in bem Drahtwerk, ilnb ba hör ich gar viel, ilnb das Drahtwerk is über die ganz' Well gespannt, ilnb manchmal is mir's, als tat eins rufen: „Du muht bem Glück entgegenmarschieren. Hier kannst bu dich nur mit einem Äug' freuen, draußen kannst du's mit zwei " Etz auf'n Stupp könnt ich ja net fort. Erst müht mein Vater eins für mich nehmen. Sie dürfen mich nct für Überecks halten, 's iS net wegen bete wunberbunten Welt 's gebenft mir auch, was bic Frau Pfarrer gesagt hat: „Wer in einem sremben Haus bient, lernt fein eigenes regieren.“ wie sie fo eifrig, ja entschloßen sprach, befiel weilandt eine Unruhe, die er nur mühsam verbarg Er hatte ihr bie Bücher gegeben, hatte vielleicht in ihr geweckt, was sie jetzt aus ber Enge ins weite drängte. Ob ihr Vater sie gehen lieh. War freilich zweifelhaft. Und doch, wenn sie ihren Kopf baraussetzte, wer wollte sie halten? Ein Mädchenherz War veränderlich. Hatte sie einmal die Heimat verlassen, dann, fürchtete er War sic ihm verloren „Marie." sagte er mit gepreßter Stimme, wer Wandern will, muh seinen Weg auch kennen Kennst du ihn denn? Ich glaub's nicht. Hier gehst bu aufrecht durchs Dorf. Draußen mußt du dich bücken. Und Wer sich bückt, brr merkt erst. waS <*r trägt. Mit zwei Augen, svrichst du. willst du dich freuen. Ja, Freude und Freude ist zweierlei. Weiht bu denn, was sic bi drunten Freude nennen? Ich alaub's nicht. Marie. Ich weiß es. Ich Habs gesehen in was für Sorgen und Röten sie stecken. Unb wie sie sich hetzen, daß man akS- fort m"int der wild: Jäger tat vom Oberwald über bie Helaenäck'r fahren Unb wenn fie dann tollen unb sich luftieren, wollen fie bloß ver- berfcln. was in ihnen rabaftert und rumort. (Fortsetzung folgt) Repart. voll Don voll voll voll voll voll voll voll voll von 4,199. ftranTfurti M. 'Tnhtntt Bet mit ’ Deutsche Verkehrsbank 21.®. 3n Groh kraftwerk Mannheim, MMkU.ÜM Laden: Marktplatz 8. an Deutschlands herrlichstem vorüberziehen zu sehen und aus alter und neuerer Zeit blicken. Auch die Erwachsenen blick tun in das Leben und lebung der Kräfte nur vorübergehend und großer Vorsicht genommen werden sollte. Franken eröffnete stieg dann aber auf Dollarparität stellte Banknoten. (Ohne Gew-ähr.) voll voll voll voll voll voll voll voll ->oll voll voll JOU Sorf entarte. (06ne Gewahr.) scher Ströme, entreißen möchte! Leider ließ Besuch am Abend zu wünschen übrig. voll UOl' voll voll voll voll vou voll voll von voll Oll sch en Rhein in alter und neuerer Zeit, durften erkennen, welchen Wert der Rhein als Verkehrsader, welche Bedeutung das Rheinland für das große deutsche Vaterland hat. Kein Wunder, daß welsche Tücke uns dies Kleinod, die Perle deutunter Bildung einer Rücklage von 200 000 Rm. Gegen die Herabsetzung der Vorzugsaktien V von 900 Mill. Pm. auf 36 000 Rm. protestierte der Vertreter der Sparkasse Mainz. Drr Vorstand erwiderte, daß die Gesellschaft keinen Vorteil von der Entwertung gehabt habe. Alle weiteren Punkte wurden glatt genehmigt. voll'voll volllvoll bofllboU Strom am Auge manche Ereignisse im Bilde zu er- durften einen Ein- Treiben am deut- p. a. Das Devi senge- etwas größer. Der Pariser mit 91, die Pfundparität 91,20 G. und 91,30 D., die Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt- BuenoS-Mrek, London, Neu- bork, Japan, Rio be Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) . zieht, d. h. tetne Posten in Aufficyrv- täten annehmen darf. Grundsätzlich sollten keine Diäten, sondern nur Anwesenheitsgelder in einer der Armut des deutschen Volkes Rechnung tragenden Höhe bezahlt werden. Die nationalen Parteien sollten sich mit dem Rationalausschuh zu einer geschlossenen überparteilichen Front aller derer vereinigen, die eine Wiedergeburt Deutschlands auf christlicher. nationaler und völkischer Grundlage erstreben. * Darmstadt, 22. Febr. Ein Strafgefangener, der von Frankfurt nach Ulm gebracht werden sollte, sprang in der Rähe von Seeheim a. d. Bergstraße aus dem in voller Fahrt befindlichen Schnellzug. Der tollkühne Sprung gelang zwar und der Flüchtling fiel, ohne Schaden zu nehmen, in der Rähe einer Blockstelle nieder, wo ihn aber ein Weichenwärter, der den Vorfall beobachtet hatte, mit Hilfe einiger Arbeiter wieder f e st n a h m. — Die Gemeinde E b e r st a d t nimmt eine Anleihe von 100 000 Mark für Wohnhausbau- t e n bei der Kommunalen Landesbank auf. — Die Vereine der Gemeinde V i e l b r u n n haben beschlossen, den Erlös aus allen öffentlichen Vergnügungen für ein Kriegerdenkmal zu verwenden. Auch das Streugeld, das an die Ortsbürger verteilt wird, soll in den nächsten zwei Jahren diesem Zweck zugeführt werden. Offenbach a.M., 21. Febr. (Wolff.) Der Leiter des Städt. Derufsamtes Dr. B ü n n a g e l ist bis auf weiteres seines Amtes enthoben worden. Er ist beschuldigt, sich gegen § 176 des Strafgesetzbuches bei der Ausübung seines Berufes, als er Mädchen untersuchte, vergangen zu haben. Inwieweit diese Beschuldigungen zutresfen, wird noch festgestellt werden müssen. Dr. Dünnagel ist eine angesehene Persönlichkeit in Offenbach. Es wirb Sache der Untersuchung sein, die eventuelle Unschuld Dr. Bünnagels festzustellen. Kreis Wetzlar. Ö Lützellinden, 20. Febr. Heute wurde am Vormittag für die hiesigen Schulkinder und am Abend für die Erwachsenen der Lehrfilm „Der Rhein in Vergangenheit und Gegenwart" vorgeführt. Es war für die Schulkinder ein Erlebnis, all das Schöne blieb das Geschäft im allgemeinen still, Kursveränderungen von Belang traten nicht ein. Der Geldmarkt bleibt schwankend und unsicher. Kurzfristiges Geld ist in großen Posten angeboten, Tagesgeld taxiert man wieder auf ’/4 pro Mille. Monatsgeld ist sehr gesucht zwischen 11 und 14 Prozent schäft war wieder , - sich auf 19,13. Das englische Pfund hat sich gegen die Vortage mit 4,766/» gegen Dollar wieder etwas erholt. Die Mark ist unverändert bei einer Dollarparität welche eine zarte, weisse Haut u. blend. schSnsn Teint erlangen u. erhalten will, wäscht sich nur mit del die beste Lilienmikhseife von Bergmann & Co., Radebeul, überall erhältlich. Kranz-Profl. Angusl Noll, P. J, IHSbg, Dro}. Georg Walienlele, vrag. 0. Wiater’aolL 40c Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 21. Febr. Am Wochenschluß schreitet die Spekulation erfahrungsgemäß zu Glattstellungen. Trotzdem ergab sich auf einigen Märkten eine leichte Aufwärtsbewegung. Es steht ihr aber immer noch eine allgemeine Geschäftsunlust entgegen, da die Zukunft der Börse außerordentlich schwer zu beurteilen ist. Die Lage am Geldmarkt ist unverändert, Monatsgeld ist absolut unzureichend vorhanden, und so ist man bestrebt, durch Glattstellungen Ultimo Februar flüssig zu sein. Am Montanmarkt fanden Phönix, Gelsenkirchen und Rheinstahl Interesse. Oberschlesische Werte lagen uneinheitlich, Kattowitzer gefragt mit leichten Kursbesserungen, Hohenlohe leicht abgeschwächt. Harpe- ner, Köln-Neuessen und Deutsch-Lux zeigten keine Kursveränderungen, auch Bochumer der Aufsichtsratssitzung der Deutschen Derkehrs- bank Aktiengesellschaft zu Berlin wurde beschlossen, der demnächst stattfindenden Generalversammlung nach reichlichen Rückstellungen die Verteilung einer Dividende von 6 Prozent und einen Vortrag von 83 000 auf neue Rechnung vvrzuschlagen. * Brauerei Henninger-Kempf- Stern A.-G., Frankfurt a. M. In der Hauptversammlung wurde beschlossen, für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 30 Rm. pro Aktie auszuschütten. Ferner wurda die Reichsmarkeröffnungsbilanz sowie die Umstellung genehmigt. Das Stammaktienkapital von 8,6 Mill. Pm. wird im Verhältnis von 10:6 auf 3,96 Mill. Rm. ermäßigt, durch Abstempelung jeder Stammaktie von 1000 Pm. auf 600 Rm. Die Vorzugsaktien von 600 000 Pm. werden auf 12 000 Rm. umgestellt, der gesetzlichen Rücklage werden 397 200 Rm. überwiesen. Aus der Bilanz sind zu erwähnen: Unter den Aktiven: Grundstücke und Gebäude mit 3 190 000 Rm., Maschinen, Fässer, Fuhrparks, Wirtschastsgeräte 482000Rm., Vorräte 499 564 Rm., Wertpapiere 36 918 Rm., Kasse 38 031, Wechsel 4034, Außenstände und Bankguthaben 1 325 572, unter den Passiven: Gläubiger 485 634, Akzepte 8402, Aufwertungskonto 722 859 Rm. Ämst.-Notl. Buen.-Aires Brss-Antw Chrlstiania. .'1 open bagett Stockholm . HclsingforS fttalfen . . London. . . Wcubort . . Paris. . . Schweiz . . Spanien. Japan . . . Wo de Ian Wien in D- Ceft. cibgest Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien Lissabon Danzig. . . .Konstantin. Athen. . . Berliner Produktenhörse. Berlin, 21. Febr. Der Produktenmartt zeigte heute keine wesentliche Äenderung. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen (mark.) 250 bis •256, Weizen (Mai) 283 bis 283.50. Roggen (märk.) 250 bis 253, Roggen (März) 260, Roggen (Mai) 278 bis 278.50, Gerste (märk.) 255 bis 268. Futtergerste 215 bis 238, Hafer (märk.) 187 bis 193, Hafer (März) 206, Hafer (Mai) 211 bis 210.50, Mais (loko Berlin) 222, Raps 390; für je 100 Kg.: Weizenmehl 34.75 bis 36.75, Roggenmehl 34.50 bis 36.75, Weizenkleie 15.00 bis 15 20, Viktoriaerbsen 27.00 bis 34.00. kleine Erbsen 21.00. bis 22.00, Futtererbsen 19.00 bis 2100 Peluschken 18.00 bis 19.00. Ackerbohnen 19.50 bis 21.00, Wicken 18.50 bis 20.00. Lupinen (blau) 12.25 bis 13.75, Lupinen (gelb) 14.50 bis 16.00 Serradelle (neu) 14.25 bis 16.50, Rapskuchen 18.00 bis 18.20, Leinkuchen 24.50, Trockenschnitzel 9.30 bis 9.50, Torfmelasse 9.50, Kartoffelstöcke» 19.80 bis 20.00. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 24. Januar: 11.55: Zeitangabe. 12 Uhr. Nachrichten« dienst. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.15 Uhr: Rachrichtendienst der Industrie- und Handelskammer Frankfurt-Hanau. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uhr: Mozart-Nachmittag des Hausorchesters, unter Mitwirkung von Frau Gierga-Preitschaft (Sopran). 6 Uhr: WirtschaftS- meldungen. 6 bis 6.30 Uhr. Die Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Soll und Haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 7 bis 7.30 Uhr: Vortrag von Verwaltungsoberinspektor Willi Haseneier: ..Aus der Geschichte des Beamtentums". 7.30 bis 8 Uhr: Funkhochschule, Vortrag von Dr. Schönberger vom Städelschen Kunstinstitut: „Matthias Grünewald". 8 bis 8.30 Uhr: Die Besprechung (Literarischer Teil). 8.30 Uhr. Fasching! Lustige Lösung des Fastnachts-Preisaus- schreibens der „Besprechung"! 9.30 Uhr: Nachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 12 Uhr: Fastnachtsmusik zu Tanz und Lustbar' feit, veranstaltet vom Hausorchester unter Mil' Wirkung des Mandolinenquartetts ..Estudian' tina". Wirtschaft. Die Gefahren der Auslandkredite. Don Regierungspräsident z. D. Magnus Freiherr von Braun. La sich im Inland vorläufig Kapital schwer bilden kann, müssen wir das Ausland in Anspruch nehmen. Bei der Betrachtung der Aus- lcmdkredite sind folgende Gesichtspunkte besonders zu beachten: 1. Jeder Scheck oder Wechsel auf eine ausländische Dank, also jede Devise, bedeutet bis zu ihrer Einlösung einen Kredit an das Ausland. 2. Jede in Deutschland befindliche Devise bedeutet letzten Endes den I m Port eines ent» 1 sprechenden Quantums an Ware oder Lei- * stung nach Deutschland. Zu 1. Wer ein Guthaben bei seiner 'Lank Kat. gewährt dieser damit einen Kredit. De- -ahlt er seinen Schneider mit,einem Scheck auf seine Dank und dieser läßt den Scheck 3 Lage liegen, ehe er das Geld von der Dank abholt oder verrechnen läßt, so gewährt er während dieser Tage der Dank beit Kredit. Ebenso bedeuten Schecks auf Ncuyork. die z. D. im Tresor der Reichsbank liegen, während dieser Zeit einen Kredit 'an Amerika. Während unser Guthaben dort uns annahmeweise mit 2 Prozent verzinst wird, muh die Firma, aus deren Anleihe der Scheck stammt, den Amerikanern 10 Prozent Zinsen zahlen; die Differenz von 8 Prozent wird von der deutschen Wirtschaft getragen. Nun find aber die bei deutschen Wirtschaft bisher gewährten Kredite leider überwiegend kurzfristige' Art. Sie zwingen die Reichsbank, große Devisenbestände bereit zu halten. Jede Krise in Amerika oder in Europa, ferner jede plötzliche Annäherung des ausländischen Zinsfußes an den deutschen kann zur Rückforderung der Kredite führen. Dei plötzlicher Rückforderung würde die Nachfrage nach Devisen steigen und bei geringem Borrat der Reichsbank ein Emporschnellen des Dollars und daraus folgend eine Gefährdung unserer Währung eintreten. Bei jeder plötzlichen Abforderung der Devisen würden diese in Mark bezahlt werden, Mark also in größerem Unifang zur Deichsbank strömen. Die Menge der Geldumlaufsmittel würde vermindert, und die Gefahr eines Fallens der Preise dadurch herbeigeführt. Auf verkleinerter Devisenbasis müßte dann die Reichsbank Geld ausgeben, um konvulsivischen Zuckungen der Währung und die unausbleibliche Kreditkrise zu mildern. Diese Thesaurierungs- Politik braucht die Reichsbank natürlich nur bei kurzfristigen Krediten, bei denen die Gefahr plötzlicher Rückforderung besteht, zu treiben. Auch in dieser Hinsicht sind also die langfristigen Anleihen für die Volkswirtschaft bei weitem vorzuziehen. Bisher dürften an langfristigen Krediten kaum 200 Millionen nach Deutschland geströmt sein. Die kurzfristigen schätzt der amerikanische Handelsattachee in Deutschland auf 400 Millionen. Die Summe ist nach unseren Feststellungen jedoch erheblich höher. Frankfurter Dorfe. (Eigener Diahtbericht des „Gießener Anzeigers") Frankfurt a.M., 21. Febr. Tendenz: Uneinheitlich und unsicher. - Die Dürfe stand auch am Wochenschluß im Zeichen großer Unlust. Das Geschäft liegt völlig darnieder, zumal Anregungen irgendwelcher Art ausblieben. Der Verkehr eröffnete noch stiller, als an den Vortagen, und man kann ruhig behaupten, daß in der Geschäftstätigkeit ft an D erreicht wurde, tote er bisher selten zu verzeichnen war. Auch weiterhin trat eine Aenderung in der Geschäftsstilke und schleppenden Haltung ein1. Neue verstimmende Momente traten nicht zutage, doch blieb die Tendenz unsicher und schwankend. Die Kurse waren allgemein gehalten, die Kursschwankungen äußerst gering, daneben waren auch noch eine Anzahl von Abbröckelungen zu beobachten, während sich für einige bevorzugte Werte unerhebliche Kurs- befserungen einstellten. Der M o n t a nm a r k t eröffnete zu meist unveränderten Kursen, leicht gebessert waren Gelsenkirchen und Harpener. Ain Chemie - Markt bröckelten die Kurse leicht ab. Am Elektromarkt gingen AEG. etwas zurück. Die Umsätze waren nut minimal. Das Geschäft am Bankenmarkt verlief ruhig bei behaupteten Kursen. Schisfahrtswerte etwas nachgebend. Auto-Aktien leicht gebessert. Maschinen geschäftslos. Zuckeraktien bröckelten weiter ab. Am Einheitsmarkt der Industriepa- piere war die Haltung unregelmäßig. Der deutsche Rentenmarkt zeigte gehaltene Kurse bei lustlosem Geschäft. Ausländische Renten geschäftslos. Im Freiverkehr kamen Umsätze überhaupt nicht zustande. Man hörte folgende Taxierungen: Api 1,85, Deckerstahl 1,35, Deckerkohle 7,25, Denz 5.25, Drown-Doveri 75 Prozent. Growag 0,140, Hansa-Lloyd 1,5, Krügershall 12,25, Petroleum 17,25, Kabel Rheydt 185 Prozent, Ufa 14,37. Im weiteren Verlaufe voll,voll voll 1-" fetzten zum gestrigen Kurse ein. Kalimarkt ist eine gewisse Befestigung zu konstatieren. Am Freiverkehrs-Kalimark t ist die Haltung uneinheitlich mit geringen Kursveränderungen. Ohne Interesse lagen Elektrowerte, Akkumulatoren erlitten Kursverluste, ebenso Siemens. Der Chemiemarkt lag ruhig. Oberkots waren angeboten. Auch Spritwerte sind leicht abgefchwächt. Schiffahrtswerte teilweise behauptet, Hapag unverändert. Der Dankenmarkt liegt sehr uneinheitlich, teilweise keinerlei Kursderänberung, zum Teil leichte Abschwächungen. Berliner Handel befestigt. P c= troleum waren abgeschwächt. Völlige Lustlosigkeit herrschte am heimischen Rentenmarkt. Kriegsanleihe 0,670. Am G e l b m a r k t hörte man tägliches Gelb mit 9 bis 10 °/o, Monatsgelb 10 bis 12 Privatbiskont 8 °,o. Am internationalen Devisenmarkt finb keine nennenswerten Veränderungen zu verzeichnen. bo» boll boli'voll 5% Deutsche RelchSanleihe . 4°/., Deutsche ReichSanlcihe . 3V3% Teulschc Neichsanleihe 3% Deutsche Neichsanleihe . Deutsche Svarpramienanleihe 4% Preußische Konsols . . . 4° o Hessen........... 3’A% Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anrreisng.') 4% Zolltürken . 5% Goldmexikaner...... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pribat-Bank. Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche Beretnsbank . . . . Disconto Commandit .... MetaUbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Oesterreichische Crcditanstalt. Westbank............ Bochumer Guß Buderus Caro . .. Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... .Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahutte Obcrbedarf Phönix Bergbau Rheinslayl........... Ricbeck Montan TelluS Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llobd..... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont.-Guano . . . . . Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapin .. Goldschmidt.......... Griesheimer Electron . . .. Höchster Farbwerke Holzverkohlung........ Rütgerswerke......... Scheideanstalt......... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mainkraftweicke Schuckert Siemens & Halske Adlcrwerke Kleher ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt ........ Meguin............. Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . .. Konserbcnfabrik Braun . . . M8"«: Schuhsabrtk Her; Sichel , . Zellstoif Waldhof ..... Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . Mannheim. Die o. H.-D. genehmigte die Rm.-Eröffnungsbilanz und die Umstellung des A.-K. von 2100 Mill. Pm auf 2,166 Mill. Rm 20 ' ?1. voll voll Zu 2. Jede Devise führt zu einem enribrechenden Import an Ware oder Leistung. Dei- spiel: Krupp nimmt eine Million Dollars als Anleihe in Amerika auf, 1,4 davon bleibt im Ausland zur Bezahlung von Rohstoffen, die nach Deutschland importiert werden, zur Bezahlung von Schiffsfrachten an ausländische Gesellschaften und zur Bestreitung von Unkosten für Auslandreifen von Vorstandsmitgliedern. 3 4 der Anleihe wird im Inland in Mark umgetaufcht und für Löhne, (Steuern, Betriebskosten ufw. verwandt. Daß das erste Viertel der Anleihe zum Import vcn Ware oder Leistung und damit zur Belastung unserer Handelsbilanz führt, ist klar. Aber auch die anderen drei Viertel der Anleihe werden entweder vom ersten, der Krupp Devisen oder Dollars abkauft, vielleicht auch erst vom 10. oder 20., jedenfalls aber vom letzten Besitzer zur Bezahlung einer Schuld im Ausland verwandt. Diese Schuld entsteht durch Lieferung von Waren oder Leistung an Deutschland, führt also zum Import. Rur dann führt der Devifenbesitz nicht zum Import, wenn jemand damit ausländische Kredite tilgt. In diesem Falle annulliert er gleichsam die Devisen und die Auslandschuld. Deckt sich bas Angebot bei- Exporteure an Dollars, die diese für ihre Waren erhalten, mit der Nachfrage der Importeure, die Dollars bezahlen müssen, so bleibt die Wage im Gleichgewicht. Ist aber die Nachfrage der Importeure größer als das Angebot, so steigt her Dollar. Mit anderen Worten: unsere Zahlungsbilanz wird passiv, die Währung gefährdet. Länder wie Iatilien und die Schweiz gleichen die Passivität der Handelsbilanz durch den Fremdenverkehr — ihre unsichtbare Ausfuhr — wieder aus und machen damit ihre Zahlungsbilanz wieder aktiv. Uns Deutschen steht diese Möglichkeit zur Zeit nicht offen. Vorübergehend können zwar die Auslandanleihen die Zahlungsbilanz aktivieren, für die Dauer ist dieses Mittel aber nicht wirksam, da Anleihen nur das Bild verschleiern. Ein Blick in die Zahlungsbilanz zeigt, wie gefährlich die Aufnahme von Anleihen ist. Sie ist in den letzten Monaten bereits katastrophal passiv geworden. Während diese Passivität im September v. I. nur 59 Millionen Mark betrug, stieg sie im Oktober auf 244, im November auf 405 und im Dezember auf über 500 Millionen Mark. Cs ist zweifellos, daß die Passivität herbeigeführt ist durch Kredite aus dem Ausland, die zur Im Portierung von Waren Verwendung gefunden haben. Für jeden einzelnen Darlehnsnehmer sollte Grundsatz sein, daß kurzfristige Dalutakredite nur der nehmen darf, der Valuta, also Exportwaren selber produziert oder der Export- oder Importgeschäfte als Händler betreibt. Niemals sollten kurzfristige Kredite für Anlagezwecke Verwendung finden. Wirtschaftlich gefund find nur solche Auslandkredite, die nicht dem inländischen Konsum. sondern der Stärkung des Exportes und der Erhöhung der Rentabilität eines Unternehmens dienen. Landwirtschaftliche Schuldner dürfen kurzfristige Auslandkredite niemals aufnehmen. Sie würden bei plötzlicher Rückforderung vor Zahlungsschwierigkeiten stehen. Auch langfristige Kredite sollte der einzelne Landwirt nur von großen inländischen Unternehmungen aufnehmen, die zwischen ihm und dem ausländischen Gläubiger stehen, und die die Garantie für Rückzahlung übernehmen können. Die Auslandkredite find ein giftiges Kraut, das zur Herzstärkung und zur allgemeinen De- etn ’O. Februar 21. Februar klmNiche Notierung tlmtlifö: toti’.nm O’Hö Briei Gelt, 'Brief 168,29 168.71 168,.'9 168.71 1,655 1.659 1,651 1.658 21,13 21,19 21.22 21.28 63,87 84,03 63,87 64,03 74,73 71,91 74,73 74.91 113,02 113,30 113,03 113,30 10.562 10.602 10,562 10,602 17.20 17.24 17,21 17,25 19,995 20 01.5 19,995 •20,045 4,195 4,205 4.195 4,205 21,93 21,99 22,04 22,10 60,65 80,85 80,6S 80,88 59,53 59,67 59,58 59,72 1,638 1,643 1.638 1,641 0,467 0,469 0,467 0,469 5,908 5,928 6,908 5.928 12,42 12,46 12,425 12,465 6.79 6.81 6,755 5,794 5,815 5,79 6,81 3,045 3,05.5 3,045 3,055 19.975 20,025 19,975 20.025 79.30 79,50 79,28 79,48 2.19 2,20 2,19 2,20 6,64 6,66 6,64 6,65 Schluß, ftur» Schlußk. Abendbörse Schluß, fture Schlußk. mittag. bnr|e 20.2. äl 2. 20. 2. 21 2. 0,665 0,687 0,625 0.69 — —— 0.89 0 90 0,91 0.9 0,9 0 895 1,21 1,30 1,22 1,23 0.45 0,450 0,48 0.48 1,02 1 0.97 0,997 1,25 1,3 1,35 1,20 1,05 1,3 1,20 1,02 t 1.10 94,75 94,75 94,75 94,75 91,10 91 10 91,1 91,1 11 11.1 10,9 39 5 4 i 43 159 160 159,75 161 6,60 K.60 6,50 6.50 13 6 13.5 13,63 13.50 13,21) 13.15 132,13 132,40 0.445 0.450 124,61 12-1,9 124,62 124,75 18 18.25 — — 2 2 2 — 9,60 9 55 9,75 9,75 0,125 0 12 —— 0,225 — 89 87,5 90 18,95 18,75 18 9 18.60 12 — 12,10 12.50 81 81.5 81.75 81,5 91.5 92,50 90,8> 91.62 148.75 148,75 149 149 19,25 19,40 19,25 19.2 24,25 24 24.10 23.9 7,75 7,95 7,80 7.90 12,13 12 12,10 11,75 63.13 68,50 63,25 »7,50 63,25 57,50 57.60 57 62 16,'5 45,75 46.25 46,50 3,7 3,7 — 30.5 '30 30,25 30 3,95 3,95 4,1 4 —— — —- - - - 96,125 95,60 — —- 5,80 6,85 5,8. 5,75 — — 156,75! 159 30 30 30 30 0,55 0 5 — 23,5 23.5 23.40 23 25 25 25.10 24.90 25,95 25,85 25,8 25,9 9 9 — 18,25 18,25 18 18 21 21 — 12,t 12 12 12,13 18 62 18 5 18.60 18,70 13.61) 13,6 — 69.5 6§.2 69 68 9 78,62 78,13 79,25 78,25 4,05 4.10 4,1 4,13 6 6,1 3,75 6 6 3,8 —■ — 9 9 9 8,8 - — 100 100 0,62 0,625 — — 1,3 1,15 1,3 1,2 16 16 — 2.3 2,35 3,3 4 3.4 3,85 — — 2.925 2 90 2,8 2,85 12.5 12,50 12,50 13 5 4.62 4,525 — 3,751 3,8 — —- Berlin, 21. Februar. ßien» tPriet ■Jtepart Amcrckanische Noten ..... 4,172 4,192 toll Belgische Noten........ 21.16 21,26 1 n1f Dänische Noten..... . 74 56 74 95 Englische Noten........ 19.96 20,06 Französische Noten...... 22,01 22.13 voll Holländische Noten..... 167.93 168 79 voll Italienische Noten...... 17.;4 17,32 Voll Norwegische Noten...... 63,69 64,01 voll £cui((f)=Ccitcrr., ä 100 Kronen 5,91 5,93 voll Numarnsche Noten...... Schwedische Noten...... 112,77 113,33 voll Schweizer Noten....... 80,60 RI .01 voll Sbanische Noten....... 59,40 59,70 boll Tschechoslowakische Noten . . 12,4) 12,46 boll Ungarische Noten....... 5,7.3 5,75 . voll Ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. Die meisten Gegenstände lassen sich durch chemisches Reinigen oder Färben sicher wieder wie neu herstellen. Trauersachen in 1-2 Tagen. 20Ö (Jin 0 ®eou Nduteg S>n he R mit ÄktW Vfti s* v'lchen $ . Aeht $rD[. «nunent Utendes Men fein Durch Aoch 1 Mtergrur anvs । Dau war Übel, wst Stobt ver waren 'J »L eiaenarnd st bot b bilö em- Miene au .u manch' ist LeiM bekannte" gen alte" unstMng qein 1 bin 61”! Platzes. J hänfen. «[ litzer Hördes HauM ba«. $5 unterikM- Langsse'ten ZniMgen in 6*”" jöralmen M-alast- nahernb 90 Scham den die stc schon getnei form W halb der fordern h- tungen. du sinnreich ai irgendwie i m ersticken fontere 6ir Händen. 5 AuSgestaltr hygienischer leuchtwM teil dieses einer Dop' baren Da! lichc Eisei räumen al leitmigen wandert 1 Heizkamm hihte Dai durch 2c die dann sinnreich Haus gel Msthausi wird, ist i Filter gc cß nur bi eine boUfh ftattgefuni) । dah es fai in dieser S Äene bete leiten ein1 soweit w Haltung i So il ein Meis auf die wurde. 2 Mitte M reichlich । bredjung, fertiggefte als I8OO1 schirren a schirr an man bei f nähernd?i non Energ Wftieben Jetzt Aussteller Aussteller Mehhaus mit den Dette ei' (Eine Die °us Hol, schwellen einem 3i fuhrt, & Aus Natur und Technik. (Ein unterirdische; Mehhaus. Don R. S ch c l d - Dresden. Doch im Jahre 1924 ift in Leipzig das -ILntergrunteMebhauS Marti" und damit das erste unterirdische Gebäude Deutsch- land- fertiggestellt worden. 3nlafi zu dem Dau war daS für Leipzig typische TM: et ter buten- übel, mit dem die wenigen schönen Plätze der Stadt verunstaltet tourten: zahlreiche Denkmäler waren in solch provisorische Mehhäuser eingebaut und sanden sich dann zur Menzctt in den eigenartigsten und unpassendsten Umgebungen-, so bot bei der vergangenen Melle das Standbild eines Monarchen, der mit versteinerter Miene auf die zartesten Dessous schaute. Anloh zu manchem Scherz Durch daS neue Gebäude ist Leipzig- historischer alter Markt mit seinem bekannten Siegesmonument und seinem ehrwürdigen alten Rathaus vor einer dauernden Der- unstaltung bewahrt geblieben. Kein aufdringliches Bauwerk stört nun mehr den Eindruck stilistischer Geschlotsenheit des Playcs. Ein Brunnen mit steinernen Ruhebänken. eine stilvolle Einheit mit ter auS Rochlitzer Porphyr bestehenden bescheidenen Brüstung des Haupteinganges bildend, ist das einzige sichtbare Zeichen der grob und genial angelegten unterirdischen Stätte der Arbeit: an den betten Längsseiten teS Marktes sinden sich noch die Brüstungen zweier RolauSgänge, die jedoch kaum in Erscheinung treten. Richt weniger als 3400 Quadratmeter sind unterkellert: der unterirdische Mehpalast erstreckt sich in einer Länge von annähernd 90 Meter, einer Breite bis zu 40 Meter. Erstaunlicher noch alS der erste Eindruck, den die sich weit erstreckende Halle mit ihren schon gemeibelten Detonpseilern. ihrer Kassetten- lorm zeigenden Rabihdecke und den sich innerhalb der Kassetten besindendfn Beleuchtungskörpern bervorrust, sind die technischen Einnch- tungen, die mit dem Bau verbunden sind. Eine sinnreich angelegte Regenanlage sorgt dafür, jede irgendwie drohende FeuerSgesahr schon im Keime zu ersticken: natürlich sind Hydranten und besondere Sinsteigeschächte für die Feuerwehr vorhanden. Der gelungenste Teil der technischen Ausgestaltung dürfte aber wohl die Lösung ter hygienischen, nämlich der Heizungs- und De- leuchtungsfrage sein. Ein wesentlicher Bestandteil dieses technischen System- ist die Einführung einer Doppcldecke. lieber der dem Besucher sichtbaren Rabihdecke nämlich befindet sich die eigentliche Gifenbeton-Ballendecke. In den Zwischen- räumen aber, in denen sich auch die Dcleuchtungs- Teilungen befinden, lausen die Heizkanäle. Hierher wandert der vom Raschmarkt hergeleitete, in den Heiz kämm ein des Mehhauseö ausgespeicherte er- bitzle Dampf, und hier vereinigt er sich mit der durch Dentilotoren hereingepumpten Frischlust, die dann durch die über die ganze Halle hin sinnreich verbreiteten Oeffnungcn in das Metz- Haus gelangt. Dadurch, dab vom Boden des Mebhauses her die verbrauchte Luft einaesogen wird, ist ein dauernder Strom gesunder und durch Filter gereinigter Luft gegeben. Dabei dauert eS nur die kurze Spanne von 12 Minuten, bis eine vollständige AuSlüftung und Lufterneuerung stattgefunden hat Es wird mit Recht behauptet, dab es kaum ein überirdisches Haus gibt, das in dieser Hinsicht allen Anforderungen der Hh- gtenc derartig genügt. Auch die Unannehmlichkeiten eines dauernden Bei-Licht-Arbeitens sind soweit wie nur irgend möglich durch die Gestaltung ter Beleuchtungskörper aufgehoben. So ist das neue Mebbaus in jeder Hinsicht ein Meisterwerk, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Schnelligkeit, mit der es ausgeführt wurde. Ist doch ter ganze Bau in der Zeit von Mitte Mai bis Mitte Rovember 1924 mit einer reichlich einen Monat betragenden Streikunterbrechung. also alles in allem in fünf Monaten ferliggcftcllt worden. Dabei sind nicht weniger als 18 000 Kubikmeter Erdreich in 12 250 Geschirren ausgeräumt Worten: würde man Ge- schirr an Geschirr aneinanterreihen. so würde man bei knapper Rechnung eine Reihe von annähernd 70 Kilometern erhalten. Eine Leistung von Energie und Fähigkeit, mit der Deutschland aufrieten sein kann! Jetzt werden zum ersten Male gegen 200 Aussteller in Deutschlands erstem unterirdischen Aussteller in Deutschlands erstem, unterirdischem MebbauS Platz finden. Mögen ihre Leistungen mit ten Qualitäten des neuen Baues um die Mette eifern, von deutschem Können zu zeugen! Eine ideale Eisenbahnschwelle. Die Versuche, die bisher üblichen, meist aus Holz oder Eisen bestehenden Eisenbahnschwellen durch Bewn zu ersetzen, die seit einem Jahrzehnt gemacht werden, haben nun zur Herstellung einer idealen Schwelle geführt, der Asbeston-Schwelle, über die in der „Umschau" berichtet wird. Diese Schwelle besteht aus Bewn mit Eisenein- lagen, enthält aber zugleich eine Masse, nämlich den Asbeston, ein Kunstprodukt aus Asbest und Zement, der die Eigenschaft hat, allen zerstörenden Einflüssen den größten Widerstand entgegenzusetzen. Da das Bindemittel im Beton ebenfalls Zement ist, so war es leicht möglich Tragkörper und Ber- ankerungskörper der Schiene zu einem Ganzen zu vereinigen. Da die Llfbeston-Schwelle wie Holz bohrfähig ist, so hat sie alle Vorzüge der Holzschwelle, schaltet aber deren Rachteile aus. Ein Rachgeden der Schiencn- befestigungsschrauben ist verhindert. daS Zugrundegehen der Schwellen praktisch ausgeschlossen. Daö ist natürlich für die Betriebssicherheit der Eisenbahn von größter Bedeutung. Zu den technischen Vorzügen kommen noch wirtschaftliche. Deutschland war bisher gezwungen, grobe Summen ins Ausland fliehen zu lassen, weil aus deutschen Rohstoffen die Menge von Schwellen nicht hergestellt werden tonnte, die durch die schnelle Abnutzung der Holzschwellen erforderlich war. Die Asbeston-Schwelle aber, die jetzt mehr und mehr auf den Eisenbahnlinien eingeführt wird, kann, abgesehen von der kleinen Asbestmenge, ausschliehlich aus heimischen Rohmaterial, nämlich auS 70 bis 30 > Kies und 20 bis 30 »o Zement, hergestellt werden. Die Motorisierung der Seeschiffahrt. Die wenigen Jahre, die seit dem Ab- fchluste des Krieges verflossen sind, haben technisch so vieles höchst wertvolle Reue gebracht, daß von einer vollständigen 11 ml rem pc- lung der Vorbedingungen gesprochen^ werden darf. ReuerdingS ist nun auch die Segel- s ch i f f a h r k durch Flettnerö Erfindung in gleicher Weise umgewandelt worden. E- ist ein eigentümlicher Zustand, daß wir durch den Friedensvertrag unsere Flotte gegen „Entschädigung" losgeworden sind, die uns jetzt, da sie in technischer Hinsicht natürlich vollständig rückständig wäre, recht sehr zur Last sein würde. Da ist namentlich daS Vordringen des Motorschiffes von allergröhter Bedeutung. Der Motor — gemeint ist ausschlieh- lief) der Dieselmotor in seinen verschiedenen Bauarten - ist bei weitem wirtschaftlicher, bequemer, sauberer, erfordert weniger Personal, ist schneller betriebsbereit und verkürzt durch die Bequemlichkeit der Bcennstossüber- nahme die kostspielige Hafenliegezeit um ein Bedeutendes. Natürlich befanden sich unter den abgelieferten Schiffen gar keine Motorschiffe, um so mehr sind inzwischen neu gebaut worden. Die Folge ist, dah, während di? englische Flotte einen kleinen Prozentsatz von Motorschiffen besitzt, die deutsche einen viel größeren hat und dazu noch fortwährend neue Gefahren durch Derbrennungsgase von Kraftwagen. Don Wilhelm Der ständig wachsende Kraftwagenverkehr bringt dem Grobstadtmenschen eine steigende Ge- sahr. Richt nur. dab die Verkehrsunfälle in erschreckendem Mähe zunehmen, auch dieDolls- gcsundheit wird durch die giftigen Aus- pussgase schwerwiegend geschädigt. Ganz be- sonters grob ist diese Geiahr an den Brennpunkten des Grobstadtverkehrs, wo sich durch die häufig engen ©traben ganze Kolonnen von Kraftwagen oft in mehreren Reihen aneinander vorteizwängen. Der Aufenthalt wird einem dort insbesondere durch die übelriechenden Benzindünste schnell gründlich verleidet Alle beruflich an solche Orte Gesesselten, wie die DerkehrSbeamten. ©trabenarbeiter usw., find den bösen Wirkungen der Derbrennungsaase schutzlos preisgegeten. Diese bestehen neben dem von den Geruchsnerven so unangenehm empfundenen Rauch auS verbranntem Oel zu einem groben Teil aus Kohlenoryd. dem giftigen, färb- und geruchloses Gas, das bei mangelndem Luftzutritt auch in ten Oefen entsteht, und dem schon manches Menschenleben zum Opfer gefallen ist. Seine giftige Wirkung beruht darauf, dab es in der Lunge von den roten Blutkörperchen begierig ausgenommen wird, und zwar in ganz Buchmann. nun anlablich des geplanten Baues eines zweieinhalb Kilometer langen Strabentunnels unter dem Hudson, der Reuyork mit Rew Verseh verbinden soll, mit der Frage der Auspuffgase der Kraftwagen beschäftigt. Die Ergebnisse ter von dem bekannten amerikanischen Physiologen Henderson durchge.ührten Untersuchungen bestätigen die schon früher gemachten Erfahrungen. Da die Durchfahrzeiten durch den Tunnel für die Wagen nur kurz sind, so ist bei der vorgesehenen Durchlüftung für die Gesundheit der Fahrgäste nichts zu befürchten. Für die sich ständig im Tunnel aufhaltenden Sicherheitsteam» ten müssen jedoch besondere Schuyoorlehrungen getroffen werden. Auf Grund von weiteren Messungen in verkehrsreichen ©traben kam Henderson zu dem Schluss. daß zur Verhütung oder doch wenigstens zur starken Herabsetzung von Desundheitsschädi- gungen unbedingt etwas geschehen müsse. Er schlagt vor. die Auspufföffnung der Kraftwagen nicht mehr wie bisher wagerecht nabe über dem Erdboden anzubringen, fondern das Auspuffrohr am Hinteren Wagenende senkrecht bis über die obere Kante des Verdecks hrchznführen. wie die- unsere Bilder zeigen. bedeutend stärkerem Mabe als der Luftsauerstofs. Die Dlutkörperchen, die aber schon mit Kohlenoxyd beladen ihren Kreislauf vvllführen. können keinen Sauerstoff mehr aufnehmen, sie scheiden also für die Beförderung dieses Ieten6notteen«- digen Stosses aus. Schon ganz geringe Mengen des giftigen Gases wenige Zehntausente stcl vom Hundert - genügen bei längerem Aufenthalt in der schlechten Luft zum Hervorrufen von Dergiftungserscheinungen Kopfschmerzen. Schwindel. Ohnmachtsanfälle, ja ter Tod können die Folge fein. Da den einzelnen Organen der nötige Sauerstoff vorenthalten wird, geht der Körper an Erstickung zugrunde. Die bisherigen Mabnahmen zur Regelung des Verkehrs greifen, so einschneidend sie auch sonst fein mögen, das Hebel nicht an der Wui zel an. In Amerika, wo die Verhältnisse noch viel ungünstiger liegen als bei uns. hat man sich Durch den auswärts gerichteten Auspuff werden die Gase nach oben geworfen, sie können sich daher leichter mit der Luft mischen und von dieser fortgeführt werten, während sie sich jetzt in den unteren Luftschichten anfammeln und die Menschen zwingen, sie einzuatmen. Die Gefahr, daß die Gase in hoher gelegene Räume bringen, ist nicht fo grob: sie ist im Gegenteil beim jetzigen Zustand viel großer, da die Lust in ten Hausern wie in einem Schornstein nach oben steigt. Der Vorschlag verdient ernstliche Beachtung. Cs muß jedenfalls unbedingt etwas unternommen werden, phc ernstere Schäden ,,u verzeichnen sind, Untere durch den Krieg und die Kriegsfolgen schon schwer mitgenommene Volks- gefunbheit ist zu wertvoll, als dab man sie durch Sorglosigkeit noch weiter untergraben lassen dürste. Motorschiffe in Dienst stellt. Soeben erst ba! die Hamburg-Süd wieder zwei neue Motorschiffe von je 14 000 Registerwnnen in Dienst gestellt, die für den Auswandererdienst bestimmt sind. Mir 15 500 Pferdestärken starken Motoren auSgestattet, können sie auf der Reise eine ganz achtbare Geschwindigkeit entfalten und werden bei ihren vorzüglichen Einrichtungen den auf dieser Strecke lausenden Dampfern ernfibafte Konkkurrenz machen. Weitere große Schiffe der gleichen Art sind im Bau. Welche Bedeutung der Motorschissbau füi Deutschland hat, erhellt genügend aus der Tatsache, daß gegenwärtig auf deutschen Werften rund 379 000 Tonnen Schiffe im Bau sind, wovon allein 279 000 Tonnen Motorschiffe sind. So wird die deutiche Flotte, wenn wenn sie auch noch klein ist. bald die modernste der Welt sein, was leinen Ausdruck in der Leistungsfähigkeit und in den Erträgnissen unfehlbar sinden wird. Tack ftlnmiimibaromctcr — ein Mittel gegen (ttrubenkataftrvphen. In den südafrikanischen Diamantenrninen in Kimberley hat man öfters bei Bohrungen im festen Fels Erdgas angetroffen, das bisweilen sehr stark ausstromtc und eine Gefahr bilden konnte. Man verwendete daher ein einfaches Sicherungsrnittel, über das Pro!. E. Katzner in ter Leipziger ..Illustrierten Zeitung" berichtet. In Der Vulfontainmine liest der BergwerkSleiter ein 2' zölliges Eisenrohr in den Hauptspalt ein- dichten, aus dein das ErdgaS drang, und schlost die anderen Spalten durch eine Zementwand. Das aus dem Rohre strömende Gas wurde angezündet und brannte phne Rauch wie eine Fackel. Ging die Flamme einmal aus. so stand genug Prestlust zur Versügung. um daS unterbrannt auSstromende Gas unschädlich zu machen Die Flamme dieses ..Barometers" ändert sich je nach de.n Luftdruck: bei sehr hohem Luftdruck erstirbt sie ganz, während sie bei Üdem biS zu 1 Meter Länge anwächst. Da der Luftdruck vormittags höher ist als nachmittags, fo wird die Flamme entsprechend vormittags kleiner al« nachmittags. Im Durchschnitt kommt auf 2* Millimeter Luftdruckänderung eine Zu- oder Abnahme der Flammenlänge um 30 Zentimeter. C« ist also hier ein lehr einfaches Verfahren an» gewendet, um Die Menge des austretenden Grubengases, deren Beobachtung für das Leben der Bergarbeiter von höchster Wichtigkeit ist. augenfällig zu machen. Die „tönenden Barometer. bei denen die cinftrömcnte und die auS« strömende Luit zwei Pfeifen Warnungsfignale ausstosten lästt, find bereits früher in England benutzt worden, haben sich aber nicht bewährt da Der gefährliche niedrige Luftdruck bei dem Ertönen der Pfeifen schon Da ist, und mit ihm auch das üble Wetter. Das Flammenbarometer gibt sichere Anzeichen über die Veränderung des Luftdrucks. Die Haffkrankheit. Die geheimnisvolle Haffkrankheit. Die im 3ufi des vergangenen Jahres bei Fischern des Frischen Haffs sich in plötzlich auf treten ter Muskelschwäche, verbunden mit Schmerzen, äuhcrte. so dast die Fischer im Kahn hilflos liegen blieben, bis sie von Kameraden aufgesunden wurden, konnte nach langen, mühseligen Untersuchungen jetzt als eine ArsengaSver- q i f t u n g erkannt werden. Durch die Abwässer Der Zellulosesabriken bei Königsberg, die sehr arsenhaltig sind, kam Arsen in daS Haff. Die Menge hätte aber wohl nicht ausgereicht, Vergiftungen hervorzurufen: sie wurde begünstigt Durch die Haff-Blüte, die so auherordent- lich stark war, test die Algen allmählich in lebhafte Gärung übergingen und die Fischer Gasblasen beobachteten. Algen sind nun imstande, Arten und Phosphor aufzuspeichern: und auch Phosphor war in den Gewässern enthalten, und zwar in dem von den Zellulosefabriken zur Herstellung Der schwefligen Säure verwandten spanischen Rio-Tinto-KieS. Die Annahme einer gasförmigen Arsenvergiftung erklärt Den Ilmstand, dast Die Erkrankungen besonders am Morgen auftraten, wenn der Dunst noch auf Dem Wasser lag. Durch den Wind wurde Die Dunstwolle mit Dem Arsengas hin und her bewegt und auch an« Ufer getrieben, so dast Leute. Die ihren am Ufer gelegenen Acker bestellten, gleichfalls erkrankten Der Grund, weshalb nicht schon vor Dem Kriege, wo die Zellulvsefabriken denselben KieS verwendeten, diese Erkranlungen austraten, ist ter, dast feit 1916 Die Rogat, hie ihren Ausflust nach Dem Frischen Hass in hat abgesperrt wurde, fr Dast wenig Süstwailcr in das Hass hineinkommt und Durch das Pillauer Tief DaS Ostseewasser hineingedrückt wird. Salzwasser beföroert aber hie Bildung arsenhaltiger Gase. Geometrie aus der Luft. AuS Der Werkstatt DeS Aerokartographischen Institutes vom Stahlwerk Mark, Meltzer und Kreuz-Breslau. Die Bekanntschaft mit Der Erde veinnittelte bis zum heutigen Tage die Karte. Sorgsam im Gelände au5gcmeffen, entstand sie nach wochen- und monatelanger Arbeit im freien Felde, im Kamps mit den anbitte)] der Witterung und her Hartnäckigkeit des Terrains. Der Krieg brachte mit seinem Ausbau des ^lugzeugwesens daß Luftbild. Don überhöhtem ©tanhbun’t aus ausgenommen, gestattete es einen Einblick in DaS Gelände von gröberem ilnüang, war lebendiger in der Wiedergabe von E'.nzel- heiten, litt jedoch an dem Mu ngel eines feiten Maststabes bezw. an einer starken perspektivischen Verzerrung der Schrägaufnahmen. Jetzt besitzen wir in dem Aerokartographen von Prof. Dr. Hugershofs ein hochwertiges Instrument der Feinmechanik, das das gesamte Kartcnwescn von Grund auf umzugestalten berufen fein wird. Durch Verwendung von genau gebauten Aufnahmeapparaten. Die ein festes Verhältnis zwischen Brennweite unD Plattenentsemung vom Objektiv haben, erhält man genaue Anhalte- punkte für eine stabile Derechnungsgrundlage für den Maststab des Kartenbildes, denn die Senkrechtaufnahme vom Flugzeug aus nähert sich bereits stark ter Karte. Dieses Verfahren war schon im Kriege üblich. Hier wurde durch Vergleichung bekannter Grosten auf der Erde jede beliebige unbekannte Strecke ausgerechnet. Die Reihenbildkarte enstand durch Aneinanderfügen von fortlaufend gemachten Bildern. Was heute neu ist. und was unerhörte Möglichkeiten bietet, ist Die stereoskopische Luftaufnahme. Don zwei verschieDenen Punkten während des Fluges ausgenommen, durch Mest- marten aut den Platten auswertbar gibt Die Aufnahme die Möglichkeit, stererskovisch betrachtet zu werden. Der Aerokartograph vermag Die Platten d ink einer besonderen, äusterst komplizierten Apparatur in entsprechend genau dieselbe Lage wie bei b?r Aufnahme einzustellen, so dast bei Der Projektion nach hinten eine stererskopische Reliefkarte entsteht, auf Der die Höhenlinien durch einen Zeiger aufgezeichnet werden können. Diese neue Methode Der ÄartenJjcrftcllung eröffnet Die weitesten Perspektiven. Ihr zunächst in die Augen springender Vorteil ist die Schnelligkeit der Aufnahme und die rasche Fertigstellung des gebrauchsfertigen Endproduktes in beliebiger Form als Luftbild, Landkarte oder Reliefkarte. Dazu kommt weiter die grobe Verkürzung Der Arbeit im Gelände und eine äusterste Einschränkung der häuslichen Berechnungs- und Kartierungsarbeiten und im Zusammenhang damit eine wesentliche Verbilligung durch Zeit- und Per- fonalerfbarni#. Die Einfachheit der Darstellung und Die bessere llcbcrfidjtlidjleit des Geländes ermöglichen es, insbesondere Laien, wie Den Vertretern von Organisationen oder Behörden, einen schnellen und anschaulichen Begriff von Der Wesensart Des GelänDes zu geben. In Cante und Forstwirtschaft, im Eiedlungswesen, bet Bauten und BahnhosSanlagen, bei der Erschlie- tzung von unwegsamen Gebirgs-. Moor- oder Küstengebieten, überall bildet die Luftaufnahme ein unersetzliches Mittel zu genauester und wirklichkeitstreuester Wiedergabe. Für daS Heerwesen und die Canteetertei* Digunq ist die Luftaufnahme des Geländes vor allem Durch die UnauffäHigteit und Schnelligkeit sowie die absolute Zuverlässigkeit wohl ohne weiteres einleuchtend. Richt vergessen werden soll Die Erwähnung, Dast Japan bereits einen Aerokartographen käuflich erworben hat und 5)ant intensivster Arbeit bald das bestvermefsenbe Land der Erde sein wird. Auch Holland hat bereits für seine Küstengebiete Aufnahmen bestellt. c-S. Die kartographische Ausnahme Kanadas. Die kanadische Regierung verwendet in grobem Mcchstab das Flugzeug zur Aus. nähme von Karten für das riesige Gebiet, das bisher zum groben Teil noch ganz unerforscht war. So sind im vergangenen Jahre kartographische Aufnahme mit Hilfe des Flugzeugs nördlich von Manitoba und Saskatschewan in dem Renntiergebiet gemacht worden. Zwei weitere Flugerpedittoncn D?, kanadischen Lustkräste lieferten die kartographische Festlegung des ganzen Gebiete- nördlich von Manitoba unb ÖaMat- fchewan von der Hudson-Bay bis zur Quelle des Churchill-Flusses. Unsichtbare Beobachtung einer Operation. In Dem groben Hospital Saint- Loufs in Paris ist jetzt e:n" Einrichtung getroffen worden. Die für den Rei ztest and von gröbtem Interesse ist. Diele Einrichtung ist als Cpiskop bekannt und befähigt Den Chirurgen, allein in einem vollstänDig ruhigem Operationssaal zu arbeiten. während gleichzeitig eine Hörerschar von Studenten und Professoren den Vorgang ter Operation in einem besonderen Raum verfolgen. Während man in einem verdunkelten Raum wartet, wird bet Patient nuf den Operationstisch gelegt, frei von eindringenden Giftstoffen, lieber chm hängt eine Batterie triftiger elektrischer Lampen, deren Strahlen auf das Operationsfeld gerichtet sind. Ein grobes Prisma bricht die Strahlen in ein Rohr, das in Verbindung mit Dem Höhrlaal ist. und wirft sie durch eine Konveklinse aut die Leinwand. Wenn die Operation beginnt, lieht man auf der Leinwand die vier Hände ter Chirurgen sich bewegen und Die Operation ihren Verlaut nehmen. Ein Lautsprecher überträgt die Stimme Des Chirurgen zu den lauschenden Studenten. Das ist Die einzige Einrichtung dieser Art, Die in Betrieb ist. aber eine weitere wird jetzt in der Pariser Zahnärzteschule gebaut Horn. 1743V Brennholzversteigerung. Donnerstag, den 26. Februar l. 3., vormittags 11 Ahr, werden in der Gastwirtschaft von Fr. Seilbach zu Rainrod aus den Staatswolddistrikten Gierköpfe 6, Schlägelsberg 1 und 3 der Försterei Rain- rod versteigert. Brennholz: Scheiter *Rm.: 334 Buchen 1. Kl.. 32 2. Kl.. 1 Hainbuche. 7 Erlen, Knüppel Rin.: 9 Buchen 1. Kl., 15 2. Kl., 10 Eichen, 6 Erlen, 3 Fichten. Reisig Rm.: 495 Buchen, 20 Eichen. Stöcke Rm.: 122 Buchen 1. Kl., 11 2. Kl., 3 Eichen. Das Holz beliebe man sich vorher anzusehen. Rohere Auskunft durch Herrn Förster Ruppert in Rainrod und die Unterzeichnete Stelle. Eichelsdorf, den 20. Februar 1925. Hessisches Forstamt Eichelsdorf. Bechtel. 1900V holz-SudmWons-verkauf Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod soll folgendes Holz auf dem Submissionsweg verkauft werden: Abt. 4, Los 1: Kicfernstämme3. Kl. 6 Stück, 3,46 Fstm. Schnittholz „ 4 und 9, Los 2: Kiefernstämme 3. Kl. 6 Stück, 3,56 Fstm. Schnittholz „ 4.9,23, Los 3: Kiefernstämme 3. Kl. 14 Stück, 9,73 Fstm. Bauholz „ 4, Los 4: Kiefernstämme 4. Kl. 29 Stück, 18,54 Fstm. Bauholz „ 8,9, 23, Los 5: Kiefernstämme 4. Kl. 20 Stück, 12,47 Fstm. Bauholz » 4, Los 6: Kiefernstämme5. Kl. 29Stück, 13,50 Fstm. Bauholz „ 9, Los 7: Kiefernstämme 5. Kl. 72 Stück, 30,52 Fstm. Bauholz „ 16,23, Los 8: Kiefernstämme 5. Kl. 15 Stück, 5,94 Fstm. Bauholz » 9, Los 9: Lärchenstämme 5. Kl. 1 Stück, 0,72 Fstm. Bauholz ■ „ 1, Los 10: Fichtenstämme 3. Kl. 2 Stück, 2,26 Fstm. Bauholz „ 9a Los 11: Fichtenstämme 3. Kl. 2 Stück, 3,58 Fstm., Rr. 596, 629 Bauholz t „ 9c Losl2:Fichtenstämme3.Kl.3Stück, 5,63 Fstm., Rr. 690,719,732Dauholz F'„ 9 und 15, Los 13: Fichtenstämme 4. Kl. 13 Stück, 11,33 Fstm. Bauholz ' w 1, 2, 3, 9, Los 14: Fichtenstämme 5a»Kl. 73 Stück,46,40 Fstm. Bauholz »15 und 22, Los 15: Fichtenstämme 5a°Kl. 14 Stück, 9,23 Fstm. Bauholz „1,2, 3 und 9, Los 16: Fichtenstämme 5b°Kl.l48Stück,47,15Fstm.Bauholz » 15 und 21, Los 17: Fichtenstämme - 5b-Kl. 52 Stück, 16,65 Fstm. Bauholz „ 1, Los 18: Weißtannen 3. und 4. Kl. 2 Stück, 1,96 Fstm. Bauholz „ 15 Los 19: Eichenstämme 5. und 6. Kl. 21 Stück, 4,75 Fstm. Bauholz. Das Holz ist entrindet und ohne Rinde gemessen. Der Kaufpreis ist pro Festmeter anzugeben. Die Gebote sind nach Losen und Klassen getrennt zu halten und müssen bis zum Donnerstag, dem 26. Februar 1925, nachmittags 2 Ahr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei eingereicht sein, wo in Gegenwart erschienener Bieter die Eröffnung stattstndet. Die Kaufbedingungen werden vor der Eröffnung bekanntgegeben, können auch vorher eingesehen werden. Annerod, den 18. Februar 1925. Hessische Bürgermeisterei Annerod. Bekanntmachung Die Anmeldung der mit Beginn des neuen Schuljahres (20. April 1925) schulpflichtig werdenden Kindern hat zu er* folgen: 1. Für alle Knabeu: Mittwoch, den 25. Fevruar 1925, vormittags 9 bis 11 Ahr, in der Stadtknabenschule, Nordanlage 8. 2. Für alle Mädchen: Donnerstag, den 26. Februar 1925, vormittags 9 bis 11 Ahr, in der Stadtmädchenschule, Echillerstrahe 8. Bei der Anmeldung ist der Impfschein und bei auswärts geborenen Kindern auch der Geburtsschein vorzulegen. Die Schulpflicht besteht für alle Kinder, die bis zum 1. Mai 1925 das 6. Lebens» fahr vollendet haben. Es können jedoch zu derfelben Zeit auch solche Kinder angemeldet werden, die bis zum 30. September 1925 das 6. Lebensjahr vollenden, und die geistig und leiblich als schulreif erkannt werden. Ein weiterer Termin für die Schulaufnahme findet nicht statt. Gießen, den 20. Februar 1925. Stadtschulamt. I. D.: vr. Alles. 18258 Der Voranschlag für 1925 liegt vom Dienstag, dem 24. ds. Mts., an eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Obbornhofen, den 21. Februar 1925. Hess. Bürgermeisterei Obbornhofen. 1914V Philippi. neinitln<" folge höh« ttnlpre* Die not* M bat beinaße u w" $an, über einen W eingehenden 0 nate später^ nur noch nver -Su Leben toltb vvn Dvl Mb um du waS »u besch das Sntvaif renz des bri mit dem ra Archemninisle besprochen Don dies tiar nicht fest wird. 3n Lvn Paris ist mal Minettsches Gründe, tow auSveiche riotS nad Wochen als; es ganz st den Sturz achten, ansta die Gefahr Briand to auf der Des Lloyd G tnorben, als dent die De renz leitete, Herrlvt 1 lvnserenz im Paris zuckle Die Sei 'einem JMIeg fttrium nac() . erster Linie dr lichen Mei tischen Schatzs sprang also n der fianzöiisä denproble führen. Äun Reise nach ü ohnehin duv herriot und bis vierzehn orientieren. Eine spät feststellen mfil der großen ah itif niete] hat. Denn scho fonnniflion dar {Wlung“ genm b'M, tu wäre WB die alli AeichSregi men hätten, beucht prgktis Iurückhostung der alliierten des angeblich deutlicher M Ken Füße. Hauptungen st k Die Aeick Berlin ( °UUerten worden Lot! rnD.n- einen ( m b Db J ?°"don, Ix ,nt britische '.^nljch ij? Äh ügfi-5 iSs ^olkez ft gewaltf^ Ipn JljQm der Hellen Pe xzkr S Sfcsligs Gelegenheit liir rasch enlschlessene Käufer. Gut eingeführtes flottes Geschäft der Haus- u. Küchenbranche mit Warenlager und Inventar in guter Lage sofort zu verkaufen. Schrift!. Angebote unter 1905 c an den Gießener Anzeiger erb. Theater-Cafe Ernst Ludwig Fastnacht-Dienstag Fastnacht-Dienstag Morgen Heute, Rosenmontag, 8 Uhr: Tanz Verstärkte Kapelle Jazz Eintritt frei! Eintritt frei! Abend Großer Nachm. ab 5 Uhr: | Abends 8 Uhr: TzüSSÄ Nochm.Gastspiel des I W W MM HF ja ® M “ bekannt. Grotesk-Ko- mit na | ® mik.u.Tanzparodisten Tanz ’ HeinzLängerSÄs EirneiiM Tanz! Verstärkte Kapelle 1 ^JaZZl Ein Transport Pferde Gebr. Isenberg Walltorstraße 71 Telephon 862 1936D fast treuem Zustande. 1931 Meyer. 1933 Radelholz-Stämmem.123,21 419 Radelholz-Rutzscheiter 2 96 25 2. 3. 3. 4. 5a. 5b Friedberg, 21. Februar 1925. Finanzamt (Vollstreckungsabt.). 9 Pappelschnitt-Stämme mit 9,47 Fstm., 4—7 Mtr. lang, 27—69 Ztm. Dm. Die Pappel-Stämme liegen am Ausgang von Rodheim nach Fellingshausen. Der Bürgermeister: Leicht. 1920V 13 47 45 „ „ Ruhknüppel 2Mtr- lg. 138 Radelholz-Stangen 1. Kl. Nutzholzverfteigerung. Die Gemeinde Rodheim a. d. Bieber verkauft Freitag, den 27. Februar d. 3., von 2 Ahr nachmittags ab, im Saale des Gastwirts Wilhelm Bender II., 30 Stück Eichen-Stämme mit 10.35 Fstm. Bekanntmachung. Das Finanzamt Friedberg wird dm Dienstag, i>cm 24. Februar ds. 3s., nachm. 3 Ahr zu Bad Nauheim im Gasthaus „Zur Krone", Burgstraße die folgenden gepfändeten Sachen öffentlich zwangsweise versteigern lassen: 1 hochfeincsBüfett mit Kredenz, 1 hochfeiner Bücherschrank mit Schreibtisch. Die Möbel sind sämtlich erstklassiges Fabrikat unt> fast unbenutzt. Außerdem: 1 Brockhaus Konversations-Lexikon (letzte Ausgabe), 2 heilige Schriften, Werke von Goethe, Schiller, Ahland, Lessing, Shakespeare, Leine, Freytag, Conrad Ferdinand Meyer, Geschichte, der Malerei und eine große Anzahl sonstiger guter Werke. Die'Bücher sind zum Teil in Ganz-, zunt Teil in Halbleder gebunden und in Angebote sind verschlossen mit Aufschrift „Lolzsubmission", getrennt nach Klassen in Göldmark, bis Donnerstag, dem 26. d. Mts., nachm. 2 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei, wo die Eröffnung erfolgt, einzurcichen. Das Lolz ist mit Otinbc gemessen. Vorbehalte bei den Angeboten werden nicht berücksichtigt. Weitere Bedingungen werden vor der Eröffnung betannfgegeben.1 Nähere Auskunft erteilt Förster Braun» Daubringen. Staufenberg, den 20. Febr. 1925. Lcss. Bürgermeisterei Staufenberg. 6 Rm. Eichen-Ruhscheiter, 2 Mtr. lang. Ruhknüppel, 2 „ Ostpreußen und Russen stehen ab Dienstag, den 24. Februar bei uns zum Verkauf Holzsnbmission. Die Gemeinde Staufenberg verkauft im Wege schriftlicher Angebote nachstehendes Holz. Fichten-Stämme: 2. Kl. 4 St.-12,35 Fstm. beste Werkstattarbeit aparte Bezüge empfiehlt billigst 1903V Franz Bock, WiMgZ. £* M NÄMiitzWiZ- SklUIgelWg. Montag, den 9. März l. Js., vormittags 101 , Uhr, werden in der Lehr- schen Gastwirtschaft zu Eichelsdorf aus den Staatswalddistrikten Gierköpfe, Schenkenwald, Wvlfslauf, Schlägelsberg, Mühlenkopf und Klerberg der Försterei Rainrod, Alteberg, Ulfaer Reiperts, Langeloh, Steinwiesenkopf der Försterei Ulfa, Kißnersrotskopf, Borkhards, Dörrenberg, Lindes der Försterei Storn- fels, Heegwald, Eisenkaute, Hailoh,Kahen- berg der Försterei Langd, Rotheberg der Försterei Gichelsdorf und Kohlhag 12 der Försterei Kiliansherberge versteigert: Stämme: Eiche A 2. Kl. 2 St. — 3,60 Fstm., B 2. Kl. 2 St. = 2,09 Fstm., A 3. Kl. 11 St. = 11,81 Fstm., B 3. Kl. 30 St. = 27,72 Fstm., B 4. Kl. 268 St. = 172,00 Fstm., 5. Kl. 351 St. = 167,51 Fstm., 6. Kl. 260 St. — 82,41 Fstm. Ahorn 6. Kl. 2 St. = 0,33 Fstm., Esche 4. Kl. 6 St. = 4,09 Fstm., 5. Kl. 10 St. = 3,80 Fstm., 6. Kl. 60 St. - 15,19 Fstm., Hainbuche 4. Kl. 2 St. 0,38 Fstm-, 5. Kl- 15 St = 4,99 Fstm., 6 Kl. 50 St. = 8,06 Fstm-, Ulme 6. Kl. 2 St. = 0,32 Fstm., Kirschbaum 4. Kl. 3 St. = 1,57 Fstm., 6. Kl. 1 St. = 0,27 Fstm., Nußbaum 3. Kl. 2 St. = 0,91 Fstm., Linde 4. Kl. 2 St. = 1,39 Fstm., 5. Kl. 1 St. = 0,55 Fstm., 6. Kl. 1 St. = 0,17 Fstm., Kiefer 3. Kl. 4St. -2,37Fstm., 4. Kl. 2 St- = 0,57 Fstm., 5. Kl- 44 St. = 11,28 Fstm., Lärche 2. Kl- 1 St. — 2,26 Fstm.» 3. Kl. 5 St. = 7,66 Fstm., 4. Kl. 9 St. = 7,13 Fstm., 5. Kl. 60 St. == 14,38 Fstm., Fichte 2. Kl. 13 St. - 31,30 Fstm., 3. Kl. 164 St. = 219,50 Fstm., 4. Kl. 185 St. = 176,06 Fstm., 5a-Kl. 245 St. — 141,45 Fstm., 5b-Kl. 494 St. = 116,25 Fstm., Weißtanne 5b-Kl.6St. = 2,74 Fstm. Derbstangen: Buche 2. Kl. 50 St. = 1,65 Fstm., Lärche 1. Kl. 11 St. = 1,15 Fstm., 2. Kl. 5 St. = 0,31 Fstm., Fichte 1. Kl. 465 St. = 48,64 Fstm., 2. Kl. 325 St. -= 17,70 Fstm. Nutzscheiter Nm.: 8 Buche 1. Kl. Nutzknüpvel Nm.: 53 Eiche 1. Kl-, 66 2. Kl. (Pfosten), 2 Lärche 1. Kl., 54 Fichte 1. Kl., 33 2. Kl. Nuhknüppelreisig Rm.: 352 Fichte (Schichthaufen). Nutzreistg Rm.: 135 Fichte (Schichthaufen). Rähere Auskunft erteilen die Herren Förster Ruppert zu Rainrod, Reeg zu Ulfa, Jacob zu Stornfels, Büttner zu Langd, Schmitt zu Eichelsdorf, Bechtold zu Forsthaus Kiliansherberge b. Schotten, sowie das Forstamt (Fernruf: Ridda 59). Stammholzverzeichniffesindgeg.Erstattung der Gebühren von uns zu erhalten. Eichelsdorf, den 21. Februar 1925. Hessisches Forstamt Eichelsdorf. Bechtel 1921V Winterkur für !S Nervenkrahke und Erholungsbedürftige Kurhaus Hofheim a.Taunns beiWiesbad. 48 „ — 94,09 62 „ — 75,06 87 „ — 65,65 36 „ -15,83 Nutz-undBrennholz- Bersteigerung. Mittwoch, den 25. Februar l. Js.» vormittags 11 Uhr, werden in der Gastwirtschaft von RontHaler in Langd aus den Staatswalddistrikten Eisenkaute 3, Hailoh 1, 3 und 4, Stilleberg und Kahen- berg 3 der Försterei Langd versteigert: Nutzholz: Stamme: Buchen A 2. Kl., 2. St. = 1,31 Fstm. Brennholz: Scheiter Rm.: 13 Buchen 1. Kl., 21 2. Kl., 2 Eichen, 1 Linde. Knüppel Rm.: 216 Buchen 1. Kl., 68 2. Kl.. 47 Hainbuchen, 174 Eichen 1. Kl.. 243 2. Kl., 3 Erlen, 9 Aspen, 2 Linden, 3 Kiefern. Knüppelreisig Rm.:2Linden. ReisigRm.:692Buchen, 538 Eichen, 66 Erlen. Stöcke Rm.: 9 Buchen, 21 Eichen, 5 Lärchen. Das Holz beliebe man sich vorher anzusehen. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Büttner in Langd und die unterzeichnete Stelle. Eichelsdorf, den 20. Februar 1925. Hessisches Forstamt Eichelsdorf. ___Bechtel.___1897V Hölzsubmisston. Die Gemeinde Oppenrod verkauft im Wege christlichen Angebots nachverzeich- netes Holz: I. Kiefernstämme. Los 1 23 Stück 3. Klasse 15,43 Fstm. „ 2 35 ,, 4. „ 15,94 „ 3 16 „ 5. ,, 6,54 „ H. Fichtenstämme. Los 1 3 Stück 3. Klasse 3,52 Fstm. „24 „ 4. „ 2,91 „ „39 „ 5a „ 3,50 „ „ 4 16 „ 5b „ 3,46 „ Die Angebote sind getrennt nach Losen, Sortimenten und Klassen pro Festmeter bis zum Freitag, dem 27. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, an unterzeichnete Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die Eröffnung erfolgt. Die Gemeinde behalt sich die Auswahl der Bieter sowie die Genehmigung im einzelnen wie im ganzen vor. Nähere Bedingungen werden im Eröffnungstermin bckanntgegeben. Oppenrod, den 20. Februar 1925. Bürgermeisterei Oppenrod. __Balser.________1919V Holzverfteigerüng Die Fürstlich Solmsische Oberförslerei Hohensolms versteigert Donnerstag, den 26. Februar, im Saale des Wirts G e r- lach in Bieber, aus dem Distrikt Helfholz: Stammholz Fichte 4. Kl. 1 St. mit 0.59Fstm , 5. Kl. 7 St. mit 2.07 Fstm.; Kiefer, 4. Kl. 2 St. mit 0.98 Fstm., 5. Kl. 19 St. mit 4.69 Fstm.; Rcisstangen 4. Kl., Fichte, 42 St. mit 0.84 Fstm.; Scheiter, 78 Rm. Buche, Knüppel, Nm , 132 Buche, 95 Eiche, 13 Kiefer, 23 Fichte; Reisholz, Wellen 6070 Buche, 2930 Eiche, 200 Kiefer. Anfang 10 Uhr.______________1917V Holzverkauf. Auf dem Wege des schriftlichen Angebotes soll aus den Gemeindewaldungen Grohred)tenbach und Bolpertshauseu fol- folgendes Ruhholz verkauft werden: Gemeindewald Groffrechtenbach (Distrikt „Tiefer Graben". Los 1: 1 Fichtenstamm 2. Kl. — 1,77 Fstm. 12Fichtenstämme3. „ —8,45 „ 30 Fichtenstangen 1. Kl. Los 2:75 Fichtenstämme 4. „ ----- 17,38Fstm. 30 Fichtenstangen 1. „ Los 3: 75Fichtenstämme4.Kl. — 16,47Fstm. 26Fichtenstangenl. „ Gemeindewald Dolpertshausen (Distrikte „Haag" und „Lindsohl." Los 1: 8 Kiefernstämme 3. Kl. 5,01 Fstm. Los 2:65 „ 4. „ 18,64 „ Bauholz. Los 3: 6 Fichtenstämme 1. Kl. 13,88Fstm. Los 4:59 „ 2. „ 80,69 „ Los 5:102 3. „ 76,19 „ Los 6: 48 „ 4. „ 18,23 ., Erstklassiges Schneid- und Zimmerholz. Gute Abfahrt. Das Holz liegt nut 200 Mtr. von der Rheinpfälzer Straße entfernt. Rähere Auskunft erteilen für Groh- rechtenbach Förster Schüler, Forsthaus Finsterloh bei Wetzlar und für Bolperts- hausen Forstgehilfe Meyer, Vollnkirchen. Schriftliche, mit der Aufschrift „Holzverkauf" versehene Angebote sind bis Dienstag, den 3. März 1925, vormittags 9 Ahr, an den Anterzeichneten einzureichen, woselbst um 10 Ahr die Öffnung erfolgt. Zahlungsterm 1 . am 1. Mai 1925, 1 t am 1. Juli 1925, , am 1. Oktober 1925. Die weiteren Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben. Vrofirechtenbach, den 20. Febr. 1925. ifireis Wrtzlar) Der Bürgermeister. ____Schneider.__1918V DrücksachenailerÄrt liefert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brübl'icbc Unlv.-Druckerel. R. Langt* Bekanntmachung. Bett.: Wohlfahrts sch eckdicnst. Die Einwohnerschaft wird erneut auf die Einrichtung des Wohlfahrtsscheck. dienstes hingewiesen und dringend gebeten, sich ihrer an Stelle der Verabreichung baren Geldes an Bettler zu bedienen. Wohlfahrtsschecks sind in Äcften zu 10 Stück für 50 Pfg. an folgenden Stellen zu haben: 1. Wohlfahrtsamt, Gartcnstrasie ^Erdgeschoss, Zimmer Nr. 8, und bei fol- gcnden Geschäften und Banken: 2. Heinrich Arnold II., Inh. Ludwig Schmitt, Kaiscrallce 19. 3. Julius Bach, Plockstrasse 1, Ecke Seltcrswcg. 4. E. Balke Wwe., Stephanstrasse 42. 5. Konrad Bender, Walltorstrasse 4. 6. Edgar Borrmann, Neustadt 11. 7. Nobert Äaas Nack)flg., Inh. Georg Falkcnstein, Selterswcg 18. 8. Earl Frensdorf, Neustadt 1, Ecke Bahnhofstrasse. 9. Jakob Heilbronner, Marktstrasse 17. 10. H. Kaes Nachflg., Inh. Wilhelm Horn, Kreuzplah 15. 11. Jakob Knieling, Bleichstrasse 18. 12. Jakob Maternus, Klinikstrasse 22, Ecke Frankfurtcrstrasse. 13. Neustadtdrogerie I. W. Kurz Nachfolger, Inh. Hans Noll, Neustadt 28. 14. Heinrich Noll, Mäusburg 7. 15. Adolf Plack, Neuen-Baue 17. 16. A. Salomon u. Co., Schulstrasse 4. 17. I. M. Schulhof, Marktstrasse 4. 18. August Wallenfels, Marktplatz 17. 19. Gebr. Weil, Neustadt 10. 20. Bezirkssparkasse Giessen, Johannes- ftrasse 5. 21. Commerz- und Privatbank, Bahn Hofstrasse 48. 22. Mitteldeutsche Creditbank, Johannes strasse 17. 23. Darmstädter- und Nationalbank, Io- hannesstrasse 1. 24. Diskontogcsellschaft, Plockstrasse 13. 25. Handels» und Gewcrbcbank, Ostanlage 35. Gießen, den 20. Februar 1925. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). _____________Dr. Frey._________1938 Bekanntmachung Die Voranschläge der Gemeinden Bersrod und Winnerod für das Ncch- nungsjahr 1925 liegen vom Dienstag, dem 24. d. Mts. bis einschl. Montag, dem 2. k. Mts., auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Frist können bei uns Einwendungen gegen den Inhalt schriftlich oder mündlich zu Protokoll vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Bersrod, den 23. Febraur 1925. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. ______________Becker.______________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Odenhausen für das Nechnungsjahr 1925 liegt vom 25. d. Mts. ab eine Woche lang auf dem Amtszimmer der unterzeichneten Bürgermeisterei offen. Es ist die Erhebung einer Amlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Odenhauscn, den 23. Febr. 1925. Hess. Bürgermeisterei Odcnhausen. ___________Nachtigall.________1930 Bau- und Nutzholz- Berfteigerung. DienStag, den 3. und Mittwoch, den 4. März, kommt im Nieder-Weiseler Gemeindewald, Forstort Suterwald, Langscheit und Buchwald zur Bersteigerung: Stämme: Eiche: 1. Kl. 4,50 Fstm,, 2. Kl. 6,40 Fstmr, 3. Kl. 11,20 Fstm., 4. Kl. 21,10 Fstm., 5. Kl. 24,10 Fstm., 6. Kl. 40,20 Fstm. (darunter Deichseln). Buchen: 3. und 4. Kl. 5,60 Fstm. Erlen: 4. Kl. 0,98 Fstm. Kiefern: 3. und 4. Kl. 4,90 Fstm. Fichten: 4. Kl. 11,40 Fstm., 5a-Kl. 35,20 Fstm., 5d-Kl. 105,80 Fstm. Lärchen: 5. Kl. 12,70 Fstm. Derbstangen: Fichten: I.Kl. 26,20 Fstm., 2. Kl. 33,10 Fstm. Lärchen: 2 Fstm. Reisstangen: Fichten: 2,50 Fstm. Ruhscheiter: Eichen: 4,5 Rm. Kiefern 32 Rm, (3 Mtr. lang). Ruhknüppel: Erlen: 6,5 Rm. Zusammenkunft am ersten Tag, vormittags 9 Ahr auf der Straße Buhbach- Hausen an der Lichteiche(EinhäuserMühle), am zweiten Tag, vormittags 9 Ahr an der Waldecke, Straße Butzbach-Hochweisel Bemerkt wird, daß das stärkere Eichen- und Fichtenstammholz zum größten Teil am ersten Tage zum Ausgebot kommt. Auskunst durch Förster Becker,Hausen bei Buhbad). Rieder-Weisel, den 20. Fesruar 1925. Hessische Bürgermeisterei. Winter- 1911V