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Lange; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Jüstel, fämtlid) in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gietzener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezvgrpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: ärantfurt am Alain 11686. Die deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen. Die Börsengeschäfte des Barons von Holstein. Der als Einspänner und Sonderling bekannte Baron von Holstein, der unter dem Kaiserreich lange Lahre hindurch entscheidenden Einfluß aus die auswärtige Politik ausübte, hat es trotz seiner soitstigen Zurückgezogenheit und Eigenbrödelei nicht verschmäht, auf Grund der ihm zugänglichen amt. lichen Nachrichtenquellen sich lebhaft an Börsen- mekulationen zu beteiligen. Eine Reihe von Briefen des Geheimen Rats an seinen Bankier, von denen das „Berliner Tageblatt" eine Anzahl der wichtigsten veröffentlichte, legt Zeugnis ab von dem rastlosen Eifer und dem ungeteilten Interesse, mit dem Holstein die Schwankungen der Börse verfolgte, und zeigt, wie er es verstanden hat, Ereignisse der auswärtigen Politik, die ihm früher als anderen bekannt waren, in den Dien ft seines eigenen Börsengeschäfts zu stellen. 5)olstein ging in seinen Briefen mit größter Vorsicht vor, indem er jede persönliche Anrede, Unterschrift und meistens sogar die Angabe des Tages vermied. Der Briefwechsel beginnt bereits mit dem Jahre 1874, zu einer Zeit, als Holstein noch Mitarbeiter des bekannten Grafen Harri) Arnim war, der als Pariser Botschafter in der Politik Bismarcks eine bekannte Rolle gespielt hat. Obwohl Holstein lebhaft über seine „Ftnanz- guälereien" und seinen Rheumatismus klagt, verfolgt er doch mit größter Aufmerksamkeit die Börsenschicksale der Aktien der Laurahütte und der Oestcrreichischen Kreditanstalt. Die ungarische Ministerkrise des Jahres 1874 und die „Konfessionellen Gesetze" Falks bereiten ihm in diesem Zusammenhang einige Sorgen. Für den Fall, daß die türkische Regierung Bons ausgeben sollte, verabredet er mit seinem Bankier ein harmlos klingendes Telegramm, das als Kauforder für einen Poften Türken dienen fall. Jahre hindurch, von 1893 bis 1896, verfolgt er mit angeblicher Spannung die Machenschaften Wittes mit russischen Noten. „Lassen Sie morgen Witte", schreibt er einmal, „eine Schwindelnachricht in die Welt schleudern, so ist unser kleiner (Oeminn weg und wir verlieren womöglich noch." Ein andermal fragt er ängstlich: „Ob Witte mal eine Schwänze machen will?" Bezeichnend für die Emsigkeit, mit der Holstein politische Ereignisse für feine Börsengeschäfte zu benutzen wußte, ist ein Schreiben, das er unmittelbar nach der Ermordung des Präsidenten Carnot an seinen Bankier richtete. Es lautet: „Sie wissen natürlich schon, daß Carnot ^von einem Italiener ermordet ist, und daß insolgedefsen das Volk in Lyon, wo der Mord vorkam, mehrere Ausschreitungen gegen Italiener begangen hat. Solche Ausschreitungen werden vielleicht noch mehrere vorkommen, jedenfalls wird man sie fürchten. Also rote ich dringend, heute wenigstens zwei Millionen Italiener mit Prämie zu kaufen. Vermutlich wird nun Casimir Parier Präsident, und jedenfalls wird der Vorfall nicht lange nachwirken. Eine solche Gelegenheit kommt nicht leicht wieder, denn Paris wird heute ganz den Kopf verloren haben." Wiederholt hat Holstein, wie das „Berliner Tageblatt" an Hand der Akten des Auswärtigen Amts nachweist, vertraulich Nachrichten, die das Auswärtige Amt von feinen Vertretern im Auslande erhielt, oder die er selbst für diese Vertreter aufsetzte, fast wörtlich an seinen Bankier weiterge- geben, um ihn und sich selbst das Börsengeschäft zu erleichtern. Während der Ereignisse des Jahres 1899 in Südafrika, die nachher zum Burenkriege führten, bereitet ihm die Frage großes Kopfzerbrechen, ob es zum Kriege kommen werde oder nicht. Als es zum Kriege kommt, fetzt er fein Vertrauen auf England und gibt Auftrag zum „Zukauf einer Kleinigkeit, wenn es auch nur 50 oder 100 Stuck find, sobald die englische Armee vollständig eingetrossen ist". Am 17. Dezember 1899 beruhigt er seinen besorgten Bankier mit folgendem kleinen Brief: „Die Meinung zu prophezeien ist mir natürlich 'ergangen, aber ich frage mich, was ist im schlimmsten Fall zu riskieren? Der schlimmste Fall ist der, daß Friede geschlossen wird. Ich glaube nicht daran. Aber wenn es wäre, würden die Sachen doch ungefähr auf den Stand kommen, wie sie vor dem Kriege waren. Deshalb möchte ich glauben, daß es für Sie praktisch wäre, zum jetzigen Panikkurse cimas zuzukaufen, für sich. Ich sehe nicht, was eie dabei wagen, und zu gewinnen ist eine Menge. Beim ersten Sonnenstrahl schießt alles wieder in die Höhe." Trotz der vorzüglichen Nachrichten, über die Ho...ein verfügte, ist sein Börsengeschäft nicht immer erfolarcid). Wenn er auch einmal mit Genugtuung feststem, daß er an 500 Kreditaktien 2500 Mark verdient hat, und ein andermal über 8000 Mark verfugt, die offenbar als Gewinn gebucht werden konnten, so flogt er doch wiederholt seinen Bankier wegen der Mißerfolge ihrer gemeinsamen Geschäfte an. Dieser selbst aber hat, wie sich aus Halft''■' Antworten ergibt, Holstein selbst „alles, was icf geht, aufgepaeft." Im Jahre 1895 scheint fein Aerger einen Höhepunkt erreicht zu haben, denn er schreibt: „Wir sind hereingesallen. Var Wut habe ich nicht aeschlafen, wahrscheinlich wie Sie." Die Veröffentlichung der Briefe Holsteins wirft natürlich die Frage auf, ob und wie weit sich der Geheime Rat etwa bei politischen Entschlüssen und Ratschlägen von Rücksichten auf feine Börsengeschäfte hat leiten lassen. Diese und andere Fragen konnten aber nur durch eine von ^all 311 Fall planmäßig fortschreitende Untersuchung geklärt werden, zu der in weitestem Umfang die Akten des Auswärtigen Amts und au* die ohne Zweifel vor- hanoenen Briefe des Bankiers herangezogen werden müßten. Die Oeffentlichkeit ist ziemlich unvermittelt durch die Meldung überrascht worden, daß es den deutschen und französischen Unterhändlern gelungen sei, die Hauptschwierigkeiten zu beseitigen, die bisher der Wiederaufnahme der Verhandlungen über den Wirtschaftsvertrag im Wege standen. Ob das tatsächlich der Fall ist, läßt sich auf Grund der spärlichen Mitteilungen nicht sagen, da das Protokoll geheim gehalten wird. Die Hauptschwierigkeiten bestanden darin, daß Frankreich von Deutschland die Bindung der deutschen Zollsätze sowie die unbedingte M e i st b e gü n st i g u n g verlangte, während Frankreich weder das eine noch das andere zugestehen wollte. Frankreich hat sich im Juli 1919 durch ein Zoll- gesetz die Grundlage einer neuen Handelspolitik geschaffen, deren Wesen darin besteht, die Meistbegünstigung als solche aufzugeben und Ausnahmen nur von Fall zu Fall zu gewähren. Die Absicht war, um den französischen Markt unüber st eig» 1 iche Zollmauern zu errichten, um auf der anderen Seite für die französischen Erzeugnisse auf den ausländischen Märkten alle handelspolitischen Vorteile zu erreichen. Es läßt sich nicht sagen, daß Frankreich diesem Ziel näher gekommen ist: Gewiß hat es alles getan und nichts unterlassen, um durch Schaffung eines möglichst verwickelten Zoll- systems die Verhandlungen zu erschweren, um so den Gegner zunächst einmal mürbe zu machen. Reben dem Minimal- und Maximaltarif besteht noch eine Reihe von Zwischensätzen, die der.einzelne Vertragsgegncr für sich gegen besondere Z u - geständnisse einhandeln konnte. Allein der volle Minimaltarif mit der Zusicherung künftiger Meistbegünstigung wurde bisher noch feinem Lande eingeräumt. Es ist das besonders wichtig zu wissen, weil von freiwilligen offiziösen Federn es so dar- gestellt wird, als ob in der vorläufigen Verstän- bigung mit Frankreich das Zugeständnis der tatsächlichen Meistbegünstigung enthalten sei. Wohlgemerkt, dieses Zugeständnis soll erst vierzehn Monate nach Inkrafttreten des deutsch-französischen Handelsvertrages wirksam werden. Schon diese Frist muß Bedenken erregen, weil Deutschland als Gegenleistung für d i e v.ebergangszeit die volle Meistbegünstigung gewährt. Selbst angenommen, daß es Frankreich gelingt, innerhalb vierzehn Monaten den neuen Zolltarif zum Abschluß zu bringen, so wissen wir doch nicht, wie er aussieht, ferner wie Frankreich feine Vertrüge mit den anderen Mächten gestaltet. Es liegt doch im Wesen der Meistbegünstigung, daß sie nur das tatsächliche Maß von Zugeständnissen gewährt, das die anderen Vertragsgegner erreicht haben. Das ist. offen gesagt, bisher sehr wenig. Frankreich hat beispielsweise nicht einmal Polen die volle Meistbegünstigung zugestanden, also einem Verbündeten der nicht nur die politische, sondern auch die wirtschaftliche und finanzielle Unterstützung Frankreichs bra:cht, wenn er staatlich leben will. Weiter muß hier darauf verwiesen werden, daß es in Frankreich allerdings auch Gegner der unbedingten Tarifhoheit gibt, Wirtschaftsgruppen, die zwar nicht mächtig und einflußreich wie die Industrie s nd, aber stark genug, um Berücksichtigung ihrer Forderungen zu erzwingen. Soweit es sich um die Verhandlungen mit Deutschland handelt, sind es außer den lothringischen Industriellen die französischen Landwirte, die sich durch die deutschen Zollsätze geschädigt fühlen. Auf den Einspruch der Landwirtschaft ist es auch wohl zurückzuführen, daß Frankreich nur für später sehr unbestimmte Zugeständnisse gemacht hat. um dafür sofort das Erstgeburtsrecht der vollen Meistbegünstigung einzutauschen. Die Folge wird fein, daß der deutsche Markt mit lanowir.schaftlichen Erzeugnissen. insbesondere Wein, Getreide. Milch und Milcherzeugniften sowie Südfrüchten überschwemmt wird, da ja Frankreich Anspruch im Rahmen der Meistbegünstigung auf die Italien gemachten Zugeständnisse hat. Die kommenden Handels- vertragsverhandl ngen. Berlin, 21. Dez. (Sil.) Für den Beginn des nächsten Jahres find folgende Handelsvertragsverhandlungen vorgesehen. Die Abmachungen mit Oesterreich und der Schweiz sollen im Januar zu endgültigen Dert.ägen erweitert werden. Ferner wird ein neuer Vertrag mit Portugal zu verhandeln fein, öa _ der alte am 31. Dezember dieses Jahres abläuft. Die gesetzgebenden Körperscha len haben den alten Vertrag bereits provisorisch bis zum 31. März nächsten Jahres verlängert, da wegen der vielen Kabinettskrisen in Portugal rechtzeitige Verhandlungen nicht möglich waren. Spanien hat anfangs Dezember Vorschläge unterbreitet, die annehmbar scheinen. Deutschland hat gestern der spanischen Regierung in einer Bote mitgeteilt, daß es bereit ist, auf der Grundlage dieser Vorschläge zu verhandeln, vorausgesetzt, daß Spanien zu weiteren Zugeständnissen bereit ist. Die spanischen Vorschläge sehen eine hundertprozentige Deckung des spanischen Exportes nach Deutschland vor, aber nur eine 75prozentige Deckung des deutschen Exportes nach Spanien. Die Verhandlungen mit Polen siird durch den neuen polnischen Zolltarif vorn 15. November, der ein Musterbeispiel für einen So sehr es im Interesse der deutschen Wirtschaft gelegen hätte, mit Frankreich auf dem Boden der Gleichberechtigung zu einem norlaufigen Abschluß- zu gelangen, so wenig ist tatsächlich erreicht worden. Mit dem „Geist von Locarno" hat das gar nichts zu tun, denn die Bereitwilligkeit der französischen Unterhändler, das vorläufige Protokoll zu unterzeichnen, erklärt sich durch die außerordentlich großen Vorteile, die Frankreich erzielt hat. Daran ändert auch nichts, daß Deutschland berechtigt ist, den Vertrag binnen eines Monats zu kündigen, sofern die über ein gewisses Maß hinausgehenden Erhöhungen der französischen Zollsätze das Gleichgewicht zerstören. Deutschland hat ohne weiteres mit Rücksicht auf eine weitere Verschlechterung des Franken das Zugeständnis gemacht, daß Frankreich feinen Zollspiegel um 20 v. H. erhöhen kann. Wenn Frankreich weitergeht, hat Deutsch- land das Recht, zu kündigen, was alles bestätigt, daß Frankreich nach wie vor vertragliche Bindungen des Grundtarifs und des fog. Erhöhungskoeffizienten ablehnt. Auch der Zusatz, daß die privatwirtschastlichcn Vereinbarungen unter Leitung der beiderseitigen Regierungen wieder ausgenommen werden sollen, bedeutet für Deutschland keinen Erfolg. Es fei nur an das Saarabkommen erinnert, das nur an dem tatkräftigen Widerstand der deutschen Industrie gescheitert ist. Da die Verhandlungen der Jndustrie- verbände sofort beginnen sollen, ist doppelte Vorsicht geboten, damit nicht Frankreich auf Schleichwegen besondere Vorteile für die lothringische Schwerindustrie herausholt — auf Kosten der Saarindustrie und der gesamten deutschen Wirtschaft. Als deutscher Erfolg läßt sich das deutsch-französische Eröffnungsprotokoll vom 19. Dezember wirklich nicht buchen. Das Pariser Protokoll. Berlin, 21. Dez. (Wolfs.) Zu bem am Samstag in Paris unterzeichneten Protokoll, das allerdings den Abschluß eines sachlichen Abkommens selbst noch nicht darstellt oder unbedingt sichert, schreibt die o f f iz i ö i e Deulsche Diplomatisch-Politische Korrespondenz: Die beiden Punkte, auf die es vor allem ankam, nämlich die automatische Anwendung des französischen Minimaltariss auf deutsche Erzeugnisse, an denen ein Exportinteresse besteht, und die Garantien für die Aufrechterhaltung des Tarifsystems, unter dem der Abschluß erfolgt, wurden in befriedigender Weise einer vermittelnden Lösung zugesührt. Da eine Meistbegünstigung d e jure von Frankreich, solange es nicht grundsätzlich mit seinem gesetzlich festgelegten System bricht, nicht zu erhalten ist, während wir unsererseits grundsätzlich nicht mit dem Reziproziläts-. sondern mit dem Meistbegünsti- gungswstem arbeiten, ist das Ziel unserer Verhandlungen auf Herstellung der Meistbegünstigung de facto gerichtet. Sie ist zu erreichen durch Zuerkennung der Minimalzölle von französischer Seite für eine bestimmte Waren nste, auf der die Waren des deutschen Exporlinteresses aufgeführt find, und zwar ist die Gewährung dieser Form der Meistbegünstigung von Fran reich spätestens nach Ablauf von 14 Monaten zu gewähren, ein Termin, der mit Rücfti.- t auf die voraussichtliche Fertigstellung des neuen französischen Zolltarifs gewählt wurde. Der Grundgedanke der ganzen Vereinbarungen, wenn sie im Sinne des unterzeichneten vorläufigen Protokolls zustande kommen, ist. daß die Differenzierung Deutschlands auf dem französischen Markt nur für eine verhältnismäßig kurze Tlebergangszeit und höchstens für einige wenige Warengruvpen gutge- he.ßen wird, um den Textvorfchriften des französischen Gesetzes von 1919 zu genügen, ohne doch praktisch die Gegenseitigkeit auszuschließen. llleberprotektionismus darstellt, immer noch wesentlich beeinflußt Deutschland wird in den kommenden Verhandlungen den gesamten Komplex der sä,webenden Fragen ausrollen und sich nicht mit einem Etappenweg begnügen. Die deutsche Wirtschaft, und zwar Industrie und Landwirtschaft in gleichem Maße, ist der Ansicht, daß Polen besonders wegen seiner Währungsverhältnisse ein sehr schlechter Käufer ist und daher für uns im Augenblick wenig Interesse hat. Deutschland wird die ihm aufgezwun- tfene Waffe des Zollkrieges erst dann aus der Hand legen können, wenn es die Zusicherung hat, daß es auf dem polnischen Markt auftreten kann. In den Verhandlungen mit England wird Deutschland bemüht fein, eine Verständigung darüber zu finden, daß England die im Handelsvertrag vorgesehenen Zollabmachungen nicht dazu benützen darf, im Interesse des Ausbaues seiner eigenen Industrie die deutschen Waren vorn englischen Markt auszusperren. Die englischen Zollmaßnahmen sind zudem sehr kleinlich, so toerben z. D. belanglose Seidenbändchen in Zigarettenetuis peinlichst verzollt. Die Verhandlungen mit England werden überhaupt viel leichter sein, wenn es gelingt, England zu einer klaren Stellungnahme dazu zu zwingen, ob es Schutzzölle, oder, wie es vorgibi, reine Finanzzölle erhebt. Die Zielrichtung der deutschen Han- ^lsvertragspolitik wird auch im kommenden Jahr die alte sein mit dem Endgedanken einer europäischen Wirtschaf tsverstLndigung. Tschitscherin in Berlin. Berlin, 21. Dez. Reichsauhenminister Dr. Stresemann hat heute im Laufe des Nachmittags den russischen Volkskommissar Tschitscherin empfangen, der sich aus der Rückreise in Berlin aufhält. Es handelte sich bei dem Zusammentreffen der beiden Staatsmänner nicht nur um einen Höskichkeits lt zwischen Vertretern zweier befreundeter Rationen, sondern um einen Gedankenaustausch über besonders wichtige Fragen besonders auf wirtschaftspolitischem Gebiet. Der Reichsaußenminister gab heute zu Ehren Tschitscherins ein Frühstück, an dem Ministerpräsident Braun, die Reich'mini- Gehler und Kröhne, der Bolsch'.ster Graf Brockdorsf-Ranhau und die Staatsfekre-- täre von Schubert, Weißmann, Kemp- ner und Meißner teilnahmen. Am vergangenen Sonntag nahm Tschitscherin an einem Frühstück b'i General von Seeckt teil. Der russische Außenkommftsar wird am Dienstag Berlin verlassen und über Aiga nach Moskau zurückreisen. Tschitscherin hat heute in Unterrebungen mit einer Reihe von Pressevertretern über seine Besprechungen mit Briand und anderen französischen Ministern erklärt, es s:i vereinbart worden, daß sofort nach dem Eintres.en des neuen Sowjetbotsch:flers Rakowski aus Moskau in P-ris, also in der ersten Hälfte des Janua-. die offiziellen Verhandlungen zwischen Ruhlandund Frankreich beginnen sollen. In einer Unterredung mit dem französischen Ministerpräsidenten sei festgestellt worden, daß keinerlei erhebliche Gegen ätze zwischen Frankre ch und Rußland beständen. Dagegen weiß Tschitscherin über ein von ihm beabsichtigtes Zusammentreffen mit Chamberlain nichts. Die russische Regierung sei der Auffassung, daß für Rußland das Eintreten in den Völkerbund unmöglich sei, da die Gegensätze zwischen den erörterten Staaten und den kapitalistischen Staaten Europas noch zu groß seien, als daß eine gemeinsame Arbeit im Völkerbund möglich wäre. Dagegen wurde die russische Regierung gewiß Wert daraus legen, mit England ebenso wie mit anderen Staaten präzise Abmachungen über die Beziehungen Rußland zu ihnen zu treffen. Schiedsver - träge allerdings seien für Rußland unan- nehmbar. Eine f:fertige (Snttoaffnungs- konf erenz allerdings würde Rußland natürlich sofort unterstützen und sich daran beteiligen. ■ Zum Abschluß des Locarnovertrages bemerkte Tschitscherin, daß sich die Haltung Rußlands zu Deutschland dadurch nicht geändert habe. Ruhland und die Abrüstungskonferenz. Genf, 21. Dez. (WB.) Auf die Einladung zur Teilnahme an den Arbeiten des Dorber.a- tenden Ausschusses für die Abrüstungslon. erenz sind beim Völkerbundsse'retariat noch keine Antworten e ngegangen. Die Ausführung der „Iswestija", daß Rußland an der Kon erenz teilzunehmen geneigt wäre, wenn sie nicht in der Schweiz stattfinden würde, da Rußland mit der Schweiz wegen der Ermordung des Sowjetdiplomaten W o r o w s k t keine bi;lo>r.a- tifchen Beziehung.n unterhalte, wird hier lediglich als Vorwand der Sowjetregierung beurteilt, um die Teilnahme abzulehnen. Man weist vor allem darauf hin, daß der Tagungsort der Konferenz ja noch gar nicht bekannt fei. Dagegen mühten die Arbeiten der vorbereitenden Konferenz aus technischen Gründen im Völker- bundssekretar'.at ftattfinden, das bekanntlich exterritorial ist. Die Moffuldebatte im britischen Unterhaus. Auszug der Arbcitcrpartc,. Vertrauensvotum für Baldwin. London, 21. Dez. (WTB.) Bei den Ver- Handlungen über die Jrakfrage im Unterhaus suchten Clynes und Thomas im Namen der Arbeiterpartei Baldwin dazu zu veranlassen, sich mit einem allgemeinen Vertagungsanlrag ohne A b - ft i mm u n g einverstanden zu erklären und den Antrag auf Billigung des Verhaltens der Regierung in der Moffulfrage fallen zu lassen. Baldwin lehnte das ab. Er sagte, es fei wesentlich, daß das Haus feine grundsätzliche Billigung kundgebe, ehe das Parlament vertagt werde. Wenn der Entwurf des Vertrages dem Haufe zur Annahme ober Ablehnung vorgeleat werde, biete sich genügend Gelegenheit zu einer Debatte. Die Arbeiterpartei hat daraufhin beschlofsen, das Unterhaus zu verlassen, während die Liberalen blieben. Baldwin brachte die Regierungsresvlution ein. Er betonte dann, daß die Regierung die Politik der vorhergegangenen Kabinette und damit auch die der Arbeiterregierung fortsetze, und jagte: Wir wünschen nichts so sehr, als daß das Irakgebiet in gut nachbarlichen Beziehungen und freundschaftlicher Zusammenarbeit mit der Türkei leben möchte. Der Außenminister hat bereits in Genf sich bereit erklärt, Mittel und Wege zu suchen, die sich mit unseren Verpflichtungen gegenüber dem Irak vertra ',en, um zu einem Abkommen zu gelangen. Ich labe den türkischen Botschafter ein, morgen m:i mir zusammenzukommen. um diese Frage weiter zu besprechen. (Beifall.) Wir brauchen die ilnter- stühung eines geeinten Landes und ich möchte I bitten, zu erwägen, ob die Aussichten einer 2te- ler s. t der nach Recklinghausen versetzt, um die Leitung dortigen Schutzpolizei zu übernehmen. gen len 100 bei den Kriegsschuldeilunter- bei den Handelsvrrtragsver- Deutschland e.-heblich stärlen deS sranzöjischr.l Franken hat der geftr.gan Ereignisse schon Milch mit sich führte, scheu. Die Pferde brann- durch, wobei ein Rod des Wogens brach und Liter Milch sich aus die Strotze ergossen. Don einem Dullen totg »drückt. Der 61jährige Gemcindebullenwärter Mül- in Rohrbach bei Heidelberg wurde beim Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, Winde aus südlicher Richtung, Temperaturen gleichbleibend, nur leichte Riederschläge. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 10,4, Minimum 3,8 Grad Celsius. Riederschläge: 2,3 Millimeter, Heutige Morgentemperatur: 0,6 Grad Celsius. 100 Liier Milch auf der Straße. In Zweibrücken wurden vor einigen Tagen die Pferde eines Milchhändlers, der größere Men- Deutsche Schutzpolizei in der Kölner gone. Kassel, 21. Dez. Mit der Räumung „Der Kölner Zone von den alliierten Truppen werden auf Verfügung des preußischen Innenministeriums acht Hundertschaften der preußischen Schutzpolizei im Rheinland stationiert werden. So wird auch die zweite Hundertschaft der Kasseler Schutzpolizei unter Führung von drei Offizieren nach Köln verlegt werden. Der Leiter der Kasseler Schutzpolizei wird am 1. Januar von liessen bemühen sich die\ Riftruppen um die Zurückgewinnung kleineren Gebietes. Aus französischer Seite wendet man jetzt die gleichen Kampsmaßnahmen an. wie die Riftruppen. Die ^Lingeborcnc-n.-Streitkräste, die auf Seite der Franzosen fechten, werden vorgesandt, um sich durch die Posten des Rifheeres durchzuarbeiten und hinter deren Rücken zu operieren. Eine Reihe von Stämmen, die bisher auf der Seit» 2!bd ei Krims standen, sind durch diese Kampfart zum Abfall vom Rifheer veranlaßt worden. Auf der spanischen Fronr macht sich ein erneuter Druck der Ri Gruppen geltend, besonders in der Richtung auj Ajdir. Frankensanierungspläne der iranzösis chen Industrie Paris, 21. Dez. (Prio.-Tel.) Die Industriellenvereinigung des Rorddepartemenls haben von sich aus den Jndustrieorganifationsn der anderen Landesteile Sanierungsoorschläge unterbreitet, die auf vier verschiedene Projekte hinauslaufen. Nach dem einen soll "eine Amorttsationskasse gegründet und eine Anleihe von zehn Milliarden Franken aufgenommen werden, bu durch die Aktiva der französischen Industrielle?! garantiert würde. Die Verzinsung und Amortisierung der Anleihe würde so geschehen, daß ein Drittel der Umsatzsteuer der französischen Industriellen verpfändet würde. Nach einem anderen Vorschlag soll eine A f - tiengesellschaft gegründet werden, die Obligationen ausgibt, welche durch die Kapitalien der Mitglieder garantiert werden. Nach einem weiteren Vorschlag hätten die Industriellen einen einmaligen frei willigen Beitrag aufzubringen, der ihnen nicht wieder zurückgezahlt würde. Es würde sich somit um ein Geschenk an den Staat bandeln, um eine Art Reichsnotopser, wie in Deutschland. Nach dem vierten Vorschlag würden hie Industriellen dem Staat Bürgen sein, um in Amerika für die Besserung der Finanzlage eine Anleihe zu erhalten. Der Abg. D e l e s a l l a vorn Rorbdeparte- ment, der bei dem Schritt der Industriellen der Wortführer war, hat erklärt, daß die französischen Textilindustriellen das größte Interesse an der Franken st abilisierung hätten. Der Franlensturz bie! ? ihnen keine Vor- :cile, da zwischen dem Ankauf der Rohware und dem Verkauf der Produr.e oft zehn Monate verstrichen, so daß keine Kalkulation mehr möglich sei. Außerdem bestehe die Gefahr, daß die 30 020 belgischen Arbeiter der nordsranzösischrn Textilindustr.e wieder nach Belgien zurüclwander- len, da jetzt der belgische Franken mehr wert sei als der französische. Der Präsident der Republik soll erklärt haben, daß der Vorschlag der Industriellen die Position des fron- Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 22. Dezember 1925. Dor Weihnachten. Von Bormundschafls- und Jugendrichter Franz G r o Nachdruck verboten. gelung gebessert oder geschädigt werden durch eine Agitation, die ständig die von uns befolgte Politik falsch darstellt, und die geeignet ist, außerhalb Englands Zweifel über unsere Entschlossenheit. unsere Verpflichtungen zu erfüllen und über die Aufrichtigkeit unseres Friedenswunsches zu erregen. < Lauter Beifall.f Das Unterhaus nahm dann die von Bald- tollt eingebrachte Resolution, in der die Politik der Regierung in der OratiTage gebilligt wird, mit 239 gegen 4 Stimmen an. Schluß der Syrrendeb aite. Vertrauensvotum sirr das Kabinett. Paris, 21. Dez. (SU.) Im Verlauf der Racht'itzung der Kammer wurde die Debatte über Syrien zu Ende geführt. Der Sozialist Uhry stellte General Sarrail als Opfer ilerikaler Umtriebe hin und meinte, es wäre Aufgabe der republikanischen Regierung, die republikanischen Offiziere zu. schützen. Gr verlangte weiter die Alnabbängigtcit Syriens. Weiter wurde nach den Abmachungen de Ionve- ncls mit der englischen Regierung gefragt. Briand erklärte, daß der syrische Ober- tommissar während seines Londoner Aufenthaltes bie Frage der G r en z der icht i g u n g zwischen Syrien und Palästina behandelt habe. Cs feien Richtlinien für dir Arbeiten der Grenz- berichiigungstommiss'.on ausgestellt und weiterhin Maßnaymen vereinbart worden, durch die das llcbcrtreten dru lisch er Flüchtlinge auf palästini schon Boden verhindert wird- Cs entspann sich dann eine längere Debatte über den Bericht des Majors Aujac. der bei General M i ch a u d . an den er gerichtet war, nicht eingegangen ist. Der Bericht gelangte durch eine Indiskretion in die Oeffentlich- feit. Die Gegner Sarcails stützen sich bei ihren Angriffe:', hauptsächlich auf die in diesem Schriftstück enthaltenen Angaben. Der Kommandant Aujac stellte fest, daß die ihm unterstellten Truppen nicht gefechtsbereit waren und ein Teil der Mannschaften mit der Handhabung der Gewehre noch nicht Berscheid wußte. Die Redner der Linksparteien vertraten die Ansicht, daß über die Weiterverbreitung des Berichtes eine kriegsgerichtliche Untersuchung eingeleitet werden müsse, womit sich Painlevö einverstanden erklärte. Bon verschiedenen Seiten wurde die Befürchtung geäußert. daß das syrische Grenzgebiet von türti- !chen Banden angegriffen werden könnte. Briand erklärte, daß bereits Verhandlungen mit der Türkei über die Grenzberichtigung getroffen worden seien. Damit schloß die allgemeine Aussprache. Von den einzelnen Gruppen wurden dann sieben Tagesordnungen eingebracht. Die Kammer entschied sich für folgende: Die Kammer entbietet den Soldaten und Offizieren, die für die Z i v i l i s a 1 i o n in Syrien kämpfen, den Gruß. Sie vertraut der Regierung, das) sie eine Friedenspolitik im Einvernehmen mit dem Völkerbund in Syrien verfolgen wird. Die billig- die dem Ober» kommisfar gegebenen Instruktionen und geht zur Tagesordnung über.“ Der Teil her Tagesordnung, der der Rr- gierung das Vertrauen ausdrück.', wurde mit 3 00 gegen 29 Stimmen angenommen. Die Aufrechterhaltung des syrischen Mandats tourhe mit 428 gegen 33 Stimmen beschlossen. Erhöhte Kampftätkgkeit in Marokko. Betreten des Stalles von einem Bullen in dem Qtugenblid, als er ihn abbinbcn wollte, überfallen und gegen die Wand gedrückt. In schwer verletztem Zustande vermochte sich Müller noch in seine Wohnung zu schleppen, wo er zusammenbra:n. Im Krankenhaus ist er dann an innerer Verblutung gestorben. Schwerer Anglücksfall zweier Kinder. Donnerstag abend stürzten die beiden Kinder eines Arztes aus Schmargendorf bei Berlin a tt s dem dritten Stockwerk auf den Hos, wo sie mit schweren Schädelbrüchen bewußtlos liegen blieben. Man vermutet, daß der 10jährige Sohn sich zu wüt über das Valtongeländer vor- gebeugt hatte und seine 12jährige Schwester mit in die Tiefe riß. Eine Luftlinie Berlin—Paris? Wie der „Quotidien" inittcilt, stehen die Der- banhlungen zur Wiederaufnahme der deutsch- fransösischen Luftschiffahrt.'brziehungen günstig, die Vorbesprechungen zur Schaffung einer Luftlinie Paris-Kölw-Berlin sei sozusagen abgrschlos- sen. Auch sei es ziemlich sicher, daß eine deutsche Linie, die mit Zeppe linlustschissen befahren werden soll, geschaffen wird. Diese Linie würde von Berlin über München, Lyon, Madrid. Lissabon nach Südamerika führen. Paris, 21. Dez. (511.) Rach den heutigen Nachrichten aus Marokko' beginnen die Feind- p fefigfeiten, die während tzt Regenzeit fast völlig eingestellt worden waren, wieder aufzu- t leben. Rach einer Meldung aus Casablanca sind die Rif truppen in lebhafter Tätigkeit, obwohl die Berge noch mit Schnee bedeckt sind. Besonders am oberen Llergha und in der Gegend bedeutend gehoben. Neue faszWZche ©exaltierten. Sil. Innsbruck, 21. Dez. In Kaltem to.-.Xn die Kinder der deutsche Eltern gezwun- gc:. das italienische Piavelied, einen Hymnus auf Oesterreichs Riedergang auswen - dig zu lernen. Der Gesang muß öffentlich beim Gruße der Trikolore gesungen werden. Deutsche Lehrer, die in den Klassen nicht italienischen Unterricht erteilen, mußten die Einlernung des PiaveliedeS vornehmen. In E p p a n widersetzten sich die Kinder mit dein Bemerken, daß sie das. was sie nicht verständen, auch nicht lernen wollten. Die Folge davon war, daß die deutschen Lehrer in .Untersuchungshaft genommen wurden. Der italienische Schulinspektor Pini in Drixen hat angeordnet, daß die dort bestehende reichhallige deutsche BezirkSlehrer-Bibliothek verbrannt werde. Die deutsche Dürgerkapelle in Bozen wurde aufgelöst. Dagegen ist eine faszistischr Eisenbahnerkapelle gegründet worden. Das BOmbsnattentat auf die „Kattowitzer Zeitung". Beuthen, 21. Dez. lWTB.l Zu dem bereits gemeldeten Bombenattentat auf das Geschäftsgebäude der ..Kattowitzer Zeitung" erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Verletzungen von Personei! wurden nur dadurch vermieden, daß Der größte Teil des Betriebes bereits geschlossen war. Der Sacyschaden im Rota- tionemafd" inenraum, der elektrischen Schaltanlage und der Umformerstation ist so erheblich, daß der Betrieb nach umfangreichen Instands etzungs- arbeiten voraussichtlich erst heute wieder In beschränktem Umfange möglich ist. Am Samstagabend erfolgte ferner ein lieber fall auf die Geschäftsstelle der „Kattowitzer Zeitung" in M y s l o w i tz. Daß bei dem Attentat ein planvolles polnisches Vorgehen vorliegt, dürfte hervorge. _n aus den gleichzeitigen Anschlägen in Kattowitz und Myslowitz und aus der seit einiger Zeit wiedereinfetzenden Hetze gegen die deutschen Führer und die Einmütigkeit, mit Der die polnische Presse das Attentat als deutsche Mache hinstellt. Es gehen Gerüchte herum, daß, zur Einschüchterung der deutschen Bevölkerung die Gründung eines polnischen „Selbstschutzes" im Gange sei. Dte WeihnachtsbeLhilse für die hessischen Beamten. Darmstadt, 21. Dez. Die Hess. Regierung gibt bekannt: Das CMamtminifterium hat der am Samstag beschlossene Auszahlung einer einmaligen Weihnachtsbeihtlfe an Die Beamten der Gruppen 1 bis 6 und an die ständig beschäftigten Staatsarbeiter zugestimmt Wie der Finanzminister schon vor dem Plenum, cvftärt hat, ist jedoch die Durchführung des zweiten Teiles D^ Antrages, einen Teil des Ianuargehaltes an Die Beamtengruppen von 7 aufwärts vor Weihnachten auszuzahlen, abgesehen vom Hindernis des Sperrgesetzes aus kafkentechnischen Gründen nicht möglich. zösischen Staates Handlungen und Handlungen mit werde. Der Kurs sich auch infolge Weihnachten fleht vor der Tür, das Fest der Liede und Freude. Nur noch wenige Stunden liegen zwilchen heute und dem Heiligen Abend. Für die einen gehört die Strippe im Stalle zu Bethlehem in das Reich der Fadel, iür die anderen lag und liegt in dieser Krippe die Fülle aller Liede. Die Kinder, ohne Ausnahme, macht dieser Glaube selig. An dieser Wahrheit ist nicht zu rütteln. Und selig ist, wer ein Kind selig macht. Wenn der Waid in die Stadt kommt, wenn an sonst so düsteren Ecken die Weihnachtsbäume stehen und der Hand harren, die sie nach Hause trägt, wenn die Läden und Auslagen sich schmücken und des Abends in glänzendem Lichte erstrahlen, dann siohi man so viele unserer Kleinen auf den Straßen tn die Märchenwelt hinein lugen, in diese nahe und doch oft vielen so unerreichbar ferne Wunderwelt. „Mutter, kauf' mir dies", „Mutter, kauf' mir das." Und die Mutter spricht vielleicht: „Das Christkind wird drr's bringen!" . . . vielleicht. Doch wir Großen gehen wohl mit anderen 'Augen durch die Straßen und Gassen, durch die sich die Menschen drängen. Von ganzeni Herzen gönnen wir Öen Kleinen das Sichversenken in Sie Zauberwelt der Spielwarenladen und ihres Flimmers. Wer aber ein ernstes Amt zu verwalten hat, schaut tiefer, schaut — Gatt sei's geklagt — zu gleicher Zeil so viel Not um sich her, denkt an bic 'vielen, bit kein fröhliches Weihnachtsfest feiern können, und her Vormundschaftsrichter denkt vor allem an die verlaßenen — Kinder und Mütter. Es ist mir heilige Pflicht, einmal von ihnen zu sprechen, und wenn nur einer einzigen Mutter, einem einzigen lunde hierdurch geholfen würbe unb ich erführe das, wie wollte ich mich freuen, baß ich einem ber Aermften eine Weihnachtskerze bamit angeziinbet hätte. Es ist Amtttag. Auf bem Flur bes Gerichts- aebäubes ober im Vorzimmer harren schon in ber Morgenstunbe gar manche, oft gar viele, bie, wie sie sagen, zum „Oderoormunb" wollen. Frauen und Männer, erstere meist in ber Ueberzahl. Der eine will nur eimncl das zur Aufwertung angemelbete gesperrte Spar lassen buch mit seiner oft so kleinen Einlage vorlegen, um etliche Mark abheben zu können, um nach ein „Christkinb" zu kaufen. Die onberen kommen unb flogen, baß ber „Vater" seine Pflicht gegen sie unb seine „Familie" nicht erfülle. Ihre Klagen sinb unerschöpflich. Wollte man bie der armen Frauen alle aufzählen — es märe wohl schwerer, den Beginn als das Enbe ber unzähligen Einzelheiten zu finben. Nichts Bejammernswerteres gibt es auf der Welt als ben Menschen. Das Krankenhaus und die Gerichtsstube sind die Stätten, wo sich die Zeugen dieser griechischen Dichterweisheit in Hülle und , ille finden. Unb in ber Gerichtsstube steht auch neben ber unglücklichen Frau bas verlassene Mäbchen. Unb steht bas vaterlose, in bas Leben gesetzte Kinb. Mit seinem mehr als ungewissen Schicksal. Wo ist ber Vater? Schlägt ihm nicht bas Gewissen in biejer stillen heiligen Weihnachtszeit, ba er sich baran erinnern sollte, baß er selbst einst ein Kinb war ? Unb daß dieses Kind — sein Kinb — irgenbmo in stummem Verlangen bie leeren, bittenben Haube nach ihm ausstreckt? Wie gern möchte boch jeher Berufene solch' einsamen Kinbern helfen! Und es könnte ihnen geholfen werden, wenn die „Väter", die es angeht, gerade in dieser heiligen Weihnachtszeit einmal tiefernste Einkehr bei sich halten wollten. Bald erscheinen in den Blättern bie „Weihnachtsgeschichten", in denen, o Wunder!, ausgerechnet am Weihnachtsabend, etwa der bisher vermißte Vater „zurückkehrt". In taufend Fullen liegen diesen rührenden Erzählungen ebensolche Fabeleien zugrunde. Der Richter aber sieht die Welt, wie sie ist, nicht wie sie sein konnte. Nichts Menschliches, ja Allzumenschliches, bleibt ihm dabei fremd. Unb ba faßt ihn oft der Menschheit ganzer Jammer an, wenn er sieht, wie so viele „Väter" bas eigene Kinb der seligmachenben Weihnachtszeit berauben. Wo wäre unter allen diesen auch nur einer, ber von sich sagen mochte: „Ich bin glücklich, weil ich meine Aus aller Welt. Ein deutscher Dampfer gestrandet. Bei W i s b y an der Westküste von Gotland ist infolge schweren SchneesturmeS der deutsche Dampfer „Poseidon" aus Königsberg gestrandet. An Bord befand sich die aus 17 Köpfen bestehende Besatzung. Bei dem Versuch, die Besatzung zu retten, wurden zwei Lotsen von einer Sturzwelle fortgespült unb ertranken. Auch ber Besitzer bes Kalksteinbruchs, bei bem ber Dampfer seine Labung eingenommen hat, ertrank bei bem Versuch, mit einem Kahn nach ber kleinen Insel zu gelangen, vor ber ber Dampfer liegt. Der Sturm hat sich mittlerweile zum Orkan gesteigert, so baß bie Lage bes Dampfers sich stänbig verschlimmert. Explosion in einem Dhnamitlager. In dem an der saarländischen Grenze gelegenen lothringischen Ort Freimengen erplo- dierle das Munitionslager der S.ra,-Mosel-Gesellschaft. Etwa 400 Kilo Dynamit flogen in die Lust, wobei 18 bis 20 Personen durch herurn- fliegenoc Splitter verletzt wurden. Fast sämtliche Schaufenster im Ort und in den benachbarten Gemeinden sind zertrümmert. Der Schaden geht in die Millionen Franken. Als ein Glückszufall ist es zu bezeichnen, daß die Explosiv.! nicht auf das nur 40 Meter entfernt liegende große Lager Übergriff, in dem etwa drei Waggon. Dynamit lagerten. Grohfeuer im pasiauer Bahnhof. In Passau brach im Kellergebäube des Hauptbahnhofs Feuer aus, bas auch auf bie Bahnsteige Übergriff. Die Rauchentwicklung war so stark, baß bie Feuerwehr nur mit Schutzmasken Vordringen konnte. Die Löscharbeitcn würben auch noch baburd) erschwert, baß bis Hybranten eingefroren waren. Drei Ruübmöcber verhaftet. Am Abenb bes 5. Dezember würbe auf ber Lanbftrahe bei Pyritz (Neumark) ein Viehhändler von drei Mannern beraubt unb durch mehrere Schüße fo schwer verlegt, daß er am nächsten Tage starb. Die Kriminalpolizei stellte fest, baß als Tater b r e i polnische Schnitter in Frage kamen, unter benen zwei entsprungene Zuchthäusler sind. Der Kriminalpolizei ist es nun gelungen, bie Drei Räuber zu verhaften. Auf ihr Kerbholz komm! auch hie Beraubung und Erschießung des Nechnung'iührers Virchow bei Sallentin am 17. Oktober b. I. Valerpslicht nicht erfülle!" Seine eigenen Freunbe wiirbeu ihn verlachen, so er solches behaupten wollte. Was hält ober manchen von ber Erfüllung feiner Pflichten zurück? Dem Einem ist es bic Selbstsucht oder ber Leichtsinn, beim Aubcrn falsche Scham, fast überall das fehlenbc Gewissen, lehr selten die Unmöglichkeit, den richtigen Weg ber Pflicht zu gehen. Ein Jeder, den es an° geht, weis; unb kennt bas richtige Ziel. Auf bieses richte er (einen Schritt. Wo ist ber Volksgenosse, unb sei er auch ein „Weltkinb" — man wirb mich richtig verstehen —, bem bas Schicksal seines Nachkommen gleichmütig wäre? So es ober doch so sein sollte, wäre er besser selbst niemals geboren worben. Heber ben Errungenschaften ber Technik, und leien sie noch so vollenbet unb wirtschaftlich wertvoll, über ber oft zweifelhaften Wissenschaft steht boch ber Wert ber in uns selbst lebenden unb tuirfenben Empfinbun- gcn, steht nicht bas exakte Wißen, so sehr cs bic Technik förben unb Handel unb Wandel hebt, sondern die allein wahres Menfchenglück verbürgende 5) e r 3 e n 5 b i l b u n g. Sie ist es, bie gerabe in der Jetztzeit so oft in ihrem Werte j&rfannt oder gar verlacht wirb. Das merke sich unsere reifere Iugenb. Unb wie oft besitzt sie gerabe ber „kleine Mann", der sich ber Not seines Kinbes annimmt — unb wie ort sogar ber bes f remben —, es buchstäblich in Winbein wickelte, während anberc, die ihre Pflichten vergeßen, denen der äußere „Nimbus" aber alles ist, aller Herzensbildung und damit aller Herzensfroheit bar sind. Herzensfroheit! Wann konnte sie größer und schöner herrschen als zur Weihnachtszeit? Weihnachtszeit sei in dem Sinne, ben ich hier meine, Herzensbilbungszeit. Krersausschuh (Biegen. Aus der öffentlichen Sitzung bes Kreisausq f ch u f f e s bes K r e i f c s Gießen vom Samstag, 19. Dezember, ist zu berichten. Der E. H. zu Gießen hatte um Zulassung zum Führen von Kraftwagen nachgesucht. Das Krsisamt Gießen hatte aus Grünben, bie in der Person des Gefuchstellers liegen, Bedenken, die Zulassung zu erteilen. Er legte deshalb die Akten bem Kreisausjchuß zur Entscheibung vor. Der Kreisausschuß beschloß, bei Vorlage ber erforderlichen Papiere v e r s u eh s w e i s e auf 1 Jahr ben Führerschein zu erteilen. Frau E.H. in Gießen hatte für ihren noch nicht 18 Jahre alten Sohn um Zulassung z u m Führen von Kraftwagen nachgesucht. Auch hier hatte bas Kreisomt Gießen mit Rücksicht auf bas jugenbliche Alttr bes Zuzulaßenben Be° denken, bie Zulassung zu erteilen. Es würbe bieser- halb bie Entscheidung des Kreisausschußes angerufen. Mit Rücksicht auf bas jugenbliche Alter bes Gesuchstellers würbe dos Gesuch abgelebt. Weiter hatte P. Sch. zu Gießen ebenfalls um Zulassung zum Fuhren vonüraft- wagen nochgesucht. Auch hier hatte bas Kreisamt aus in bei- Person bes Gefuchstellers (iegenben Grünben Vebenken, bie Zulassung zu erteilen. Diese Angelegenheit wurde ebenfalls bem Kreisausfchuß zur Entickeibung vorgelegt. Auch bieses Gesuch würbe vom Kreisausschuß a b g e l e h n t. und zwar hatte ber Kreisausjchuß bie gleichen Bebenden, wie bas Kreisamt Gießen. Wahl bes Gemeinberats ber Gemein be Bellersheim: Zu ber am 15. November in ber Gemeinde Bellersheim stattgefundenen Gemeinberatswahl waren 2 Wahlvorschläge zugelaßen worben, zwecks Wahl von 9 Gemeinbe- ratsmitgliebern. Bei ber Abstimmung erhielt ber Wahlvorfchlaal 76, ber Wahlvorfchlag 2 176 Stimmen. Bei Der Sitzeverteilung erhielt WahlVorschlag 1 3, ber Wahlvorschlag 2 6 Sitze. Gegen bie Wahl waren Einweisungen erhoben worden, weil ein Wähler bie Stimmzettel seiner Frau unb Schwiegermutter sowohl für bie Gemeinberats-, als auch für bie Kreis- unb Provinzioltagswalßen selbst bezeichnet hatte, obwohl er auf bas Unzulässige seiner Hanblungsweise aufmerksam gemacht worben war. Der Kreisausschuß hat jetzt bie gegen bie Gemeinberatswahl erhobenen Eiuwenbun - gen als unbegrünbet zurückgewiefen, weil Tatsachen nicht vorlagen, burch bie bas Wahlergebnis beeinträchtigt werben konnte. Wahl bes Gekneinberats ber (Ze- m e i n b e Eberstabt: Auch zu ber in ber Ge° meinbe Eberstobt am gleichen Tage ftottgefunbenen Gemeinberatswahl waren 2 Wahlvorschläge zuge- laßen worben, zwecks Wahl von 9 Gemeinberats- mitglicbern. Hier fielen bei der Abstimmung auf Wahlvorschlag 1 120, auf Wahlvorschlag 2 123 Stimmen. Bei ber Sitzeveneilung erhielt Wahloor- schlag 1 4, ber Wahlvorfchlag 2 5 Sitze. Auch gegen bieje Wahl waren Einwenbuiigen erhoben roorben; weil angenommen würbe, es habe burch bas Versprechen eines Wählers, er werbe im Falle feiner Wahl zwei Schweine zum besten geben, eine Wahl- beeinflußung stattgefunben. Ferner würbe behauptet, cs feien gesetzliche Vorschriften verletzt worden. In ber Sitzung, zu ber eine größere Anzahl Zeugen geloben waren, kannte ber Kceisaus- schuß sich nicht bavon überzeugen, baß bie erhobenen Einwendungen gerechtfertigt seien. Dia Wahl wurde deshalb für gültig erklärt. Wahl des Bürgermeisters der Gern e i ti b e Grüningen : Durch Urteil bes Kreis- ausjchußes vom 19. Oktober war bie am 5. Juli statigehobte Wühl bes Bürgermeisters ber Ge- meinbe Grüningen aufgehoben worben. Nachbem die Parteikii auf Einlegung ber Berufung geasn dieses Urteil verzichtet hatten, fanb am 6. d. M. Neuwahl statt. Als Konbiboten traten biefelben Personen auf, wie bei ber ersten Wohl. W. E. erhielt bei dieser Wohl wieder die meisten Stimmen, unb zwar 16 Stimmen mehr als ber Gegenfanbi- bat. Auch gegen biefe Wahl erfolgten Einmenbun- gen, bie bah in gingen, daß bei der am 6. d. M. ftottgehabten Wahl 'nicht die am 15. November b. I. zu den Gemeinderats-, Kreis- unb Provinzialtogs- wechten benutzte Wählerliste zu oermenben gewesen wäre, fonbern bie bei bem ersten Wahlgang am 5. Juli b .I. benutzte Wählerliste. Auch sonstige Formfehler sollten bei bzw. nach ber Wahl vorge- rommen sein. In ber Sitzung würbe burch bie 2lus- soge von Zeugen festgestellt, daß bie vorgebrachten Einwendungen nicht stichhaltig waren. Letztere wurden deshalb k o st e n p f 1 i ch t i g zurück g e w i e s e n. Dsr gerettete Efeubaum. Wer jüngst als Raturfreund die Ostanlage passierte, konnte mit Befriedigung wahrnehmen, daß der „Eseubaum" im Garten des Amtsgerichts der jetzigen und hoffentlich noch öee kommenden Generation erhalten bleiben wird. Unter fachkundiger Leitung eines Jüngers der grünen Farbe wurden die dürren Aeste Der vom Efeu umschlungenen Lindin entfernt. Das Todes- ^aht inj betii 7g Pfennig. #» Achfu Der PoiiM vier Tagen MM rt zeihen A un geh«"-" d fettigem®« den, lech Milch, «"ti. miyuteilen. "Hoch b« letzten § erheblichen A hat Der Wies mengen E' gehende Du überschwemmt üch'Lgebände M unDall« Ijch in ihrem bei Gießen ii Bett geblicb Dutenhofen zahlreiche Äc Deg von D abend noch i früh gleicht " Der und Äeuj< abend Deck nachmittags o\ bin aber Po abgegeben. 3i sprechdiensl tr letzte Dries las! abends fallt _ s eieria a L OrtS-DneM Geldzuftellan lung nut v Zustellung m Deihnach Drieflaslen/o Dienst fällt söf 8 Ä “an ! daß z:.t ( l*Sn Ät«. Gicbc Es ff; 35 bis Äi -.le 110 bst öniile11M - 7,iii)nen’oy‘ 1/tM lejs Z-M, K- hc,ir , ^ers. 643 geb. 3 Mk) verbracht. Quelle & Meyer in Leipzig). 439 Frankfurter Theater. Mitteldeutsche Creditbank Filiale Gießen U971D Nüsse Babnboittr.27 : SetnWr.1631 Fritz Keßler. D UMS£> L. Hartnieiz. Auktionator Tclcvb^n 1414. lW|INIIIIIIIIl!IIWINIIWIIIllllllIMWIIII!llllll>l>IIII TeU 240 auchnachrs Reuenwcg 2b. z Karl wieder Dienstag, und Sande- Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft, Filiale Gießen 119J»c l^ahma bufterglekfi in jedsm Hous beliebtoMuiuuu Darmstädter und Hationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien Zweigniederlassung Gießen Die unterzeichneten Geldinstitute geben hiermit bekannt, daß ihre Kassen und sämtlichen Geschäftsräume Keimte nziliau. Haselnüsse Pfund -.Uit 1.20 neueBJolnüffe^fö.60,85 M. — Nubolf (Surfen, der greise Nestor der deutschen Philosophie, gibt seine bekannte Einführung in die Hauptfragen der P h i lo - sophie bereits in 4. Auflage heraus, ein Beweis für das rege Interesse an philosophischen Dingen überhaupt und für die Notwendigkeit eines so sicheren Fi hrers wie dies Enrfensche Buch (Verlag Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H, Gießen beute und morgen etntreyend: ff. große Schellfische ohne Ztovi Pmnd 4 .» 7»v Pf. Prima Cabtiau obne Kopf Pfund 40-45 Pt. ff. Seelachs o.St. Pfund 28 Ps Krische Brat-Schellnfche 25 Ps. Sternheim kommt nach längerer Pause zu Wart, und zwar in einer von Edgar ,S n o b ° A u f - Mlivch, ötn 2'<. Ä?,mbtr 1925 von 1 Uhr ab versteigere ich im „Löwen". Neuenweg 28 einige Mille Zigarren u. Tabak, 20 Bett- Vortagen (neu), 1 Posten Damen- und ’Äinberllciber (neu), 1 Sendung getragene Tliäntel) g., 2 Dezimalwagen (1 neue), 26 Paar Damen- u Kinderstiefel (weih), 1 PaarZugstiesel (Gr.45),einige Damenmäntel (gclr.), mehrere Anzüge, 50 Paar • amen-, Herren- u. Kinder.chuhe, verich. Möbelstücke, Miichkastee, Schokolade und Lebensmittel, 1 elettr Kocher.!Dio-Hoch, treguenzer, 110 Dolt für Massage (neu), 3 elektr. Wärmflaschen, 110 u. 220 Bolt, 4 Tauchkvcher, 110 und 223 Dolt. Perstclgernug bestimmt. 11969D Vereine. Lose für Weihnaß’iitshiern in jeder Menge wieder prompt lieferbar 119661) J. Weinert, Papierwaren, NeU'-nweß 9. Telephon 1615. Bornotizen. — Tagcskalender für Stadttheater: V 2 Uhr „Lanzelot rein". (Ende 10 Uhr.) Rundfunk-Programm deZ ^rnnksnrtrr Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Mittwoch, 23. Dezember. 4,30 bis 6 Uhr: AaHmitlaAskonzert des Hausorchesters: Die Walzer-Famst.e Straub. 6 bis 6,40 Uhr: Die Stunde der Jugend. 6,40 bis 7 Uhr: 20 Minuten der Umschau. 7 bis 7,30 Uhr: Stmographifchrr Fortb'ldungs- kursus für alle Systeme (Dittat von 80 Silben aufwärts). 7,30 bis 7,55 Uhr: Funkhochschule: „ Führung durch den Saal der wirbellosen Tiere im Sena'enberg-Dkuseum", Dortrag von Dr. UMuft. 8,05 bis 8,30 Uhr: Schachstunde. 8,30 bis 9,30 Uhr: Rainer Marin Rilke (anläßlich seines 50. Geburtstages). 10 bis 11 Uhr: Weihnachtskonzert. nach Anlegung eines Notverbandes durch Mitglieder der Freiwilligen Snnität^kolone vom Roten Kreuz nach der chirurgischen Klinik SMÄz, den 24. taute 1925, m 8-1 Ur geöffnet sind. ionntag abend fltnn graue, wildlederne öesuchstaschr verloren. Inhalt. Taschentuch. Portemonnaie, Vo5 Nummer gesverrl» Abrugeben geicn Belobnn. 0entten- bergstr. 25 p. I in KiMterzeitung „ßer kleine Coro oder die Ladizeitung Jips'gjEotis. zielbewutzter Begleiter bietet sich mit diesem Buche an, das in höchstem Mähe geeignet Ist, der Heranwachsenden Frau in Schlichtheit unb Natürlichkeit eine starke Innerlichkeit und reine Führung zu geben. 689 — Arthur und Beate Bonus, „Das Olaf buch" mit 8 Tondrurfbildern von Peter Trumm. Ganzleinwand. 5.50 Mk. (K. Thienemanns Verlag, Stuttgart.) 775 — Prof. C. A. Bourfe: Aufklärung, Klassik und N o m a n t i f, eine kritische Würdigung von f). Hcttners Literaturgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts (Verlag Fr. Vicweg & Sohn, 21.«0. in Braunschweig, geh. 2 M.). 844 — Eine aufschlußreiche kleine Schrift über den Journalismus in England veröffentlicht der durch eine Reihe von Arbeiten auf dem Gebiete des Pressewesens bekannte Dr. C. D o o i f a t als Ergebnis einer Studienreise im Verlag für Presse, Wirtschaft und Politik K. in. b. 5). in Berlin. Besonders die journalistische Berufsbildung erfährt eine eingehende Darstellung. 640 — Atsred Körte, der frühere 'Altphilologe unserer Landesuniversitat, jetzt in Leipzig, bekannt durch seine ausgezcichnete Geschichte der griechischen Komödie, veröffentlicht in der Sammlung von Krö° ner-5 Taschenausgaben eine Darstellung der hellenistischen Dichtung, also der Poesie jener Zeit zwischen Aterander dem Großen und Augustus, über die im allgemeinen der Laie, und an den wendet sich das Buch in erster Linie, kaum mehr als ein paar leere Namen weist. Und deshalb ist es besonders begrüßenswert, dost Körte seiner klar gegliederten, in prägnanter Form vorgebrachten Darstellung so reiche Proben in prachtvoller Uebersetzung beigegeben bat. (Verlag Alsrcd Kröner in Leipzig. Preis übersetzt mit Zierbengel: er wächst aus dem eigenen Snobismus über sich hinaus und im letzten Akte der Hochzcitsnacht mit der Komtefle umweht ihn (Genialität des Emporfteigcns. Die Komödie ist prall ungefüllt mit lebensvollem Stoff, der letzteAkt eine einzige durchschlagende Pointe, das Köstlichste aber, der Gedanke, da st unzählige Snobs im Roum dem Spiele folgen, ohne den Spiegel ihrer eigenen Grimasse zu crlenncn, sich selbst belachend und der Persiflage ihres „Ichs", entweder kühle Abweisung oder begeisterten Beifall zollen! Die Aufführung war, wie gesagt gut, Lengbach ein vorzüglicher Snob, Heinrich Fuchs charakteristisch als Gras. Doll- kommen im Sinne Sternheims, voll prachtvoller Sicherheit zeichnet Alois Großmann die Gestalt des alten Maske, ihm gebürt der Hauptanteil an dem Erfolg des Abends. Leider verfehlten die Bühnenbilder ihren Zweck, das sie in der Anlage um einige Grade zu snobistisch ausgefallen waren und durch Weglassung der Fenster manche Spielwirkung bceinträdjtigten. L. W. heute eingetroffen WWW Bahnhofstraße 59 Teleph 66. uwC urteil, das an ihr ohne richterliches Zutun voll- Itredt werden 'ollte, ist in der finanzministe- ricllcn Gnadeuin'tanz glücklicher Weile aufgcho- ben worden. Sei n bei näherer Liniertuchung er» wie- sich Tilia, die Lindin, lebensfrischer als man dachte. Zur Freude des Gseu. ^Ind so darf man heute mit besserer Zuverstcht, als früher hier ausgeführt wurde, dem Wunsche erneut Ausdruck geben: Weg mit Schippe und Art! Lang lebe der dem göttlichen Dionys geweihte, unser immergrüner Gseubaum. Gicszcncr VSochenmarktpreise. Gs kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 200 bis 220 Pfennig, Matte 35 bis 40, Käse 65 bis 70, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12 Rotkraut 15 bis 20, gelbe Kuben 15, rote Rüben 12, Spinat 50, ilnter- foMrabi 10 bis 12, Grünkohl 25, Rosenkohl 60, 3e(I)raIat 120, Tomaten 120, Zwiebeln 12, Meer- re it ich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 50, Kar- tcfieln 4, Aeplel 15 bis 20, Dirnen 30, Rüsse 50 bis 90, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 110 bis 14»; das Stück: Eier 19 bis 20, Blumenkohl 60 bis 120, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 20 bis 40 Pfennig. ’* Achtung, falsche Zweimarkstücke! Der Ptzlizeibericht meldet: 3n den letzten drei bis vier Tagen sind in hiesiger Stadt eine größere 'Anzahl falsche Zweimarrfstürfe mit dem Prägezeichen A und D 1925 in Umlauf gesetzt und angehalten worden. Die Falschstürfe sind ohne Klang, fettigem Gefühl beim Angreisen, Gewicht verschieden, leicht zu erkennen. Dor Annahme wird gewarnt, evtl, sind die Verbreiter dem Polizeiamt mitzuteilen. *♦ Hochwasser. Das schnelle Tauwetter der letzten Tage in Verbindung m.t den ziemlich erheblichen Regenfällen am Sonntag und gestern hat der Wieseck und der Lahn reichliche Wasser- mengen zugeführt. 3m Wieserftal hat die hochgehende Wieseck das Wiesengelände weithin überschwemmt, so daß der Wiesenwrg vom Gerichtsgebäude nach dem Philosophenwald zur Zeit unpassierbar ist. Auch die Lahn benimmt sich in ihrem Unterlauf ungeberdig. Während sie bei Gießen im großen und ganzen noch in ihrem Bett geblieben ist, trat sie im Unterlauf bei Dutenhofen bereits über die Ufer und setzte zahlreiche Aecker und Wiesen unter Wasser. Der Weg von Dutenhofen nach Ahbach, der gestern abend noch passiert werden konnte, ist seit heute früh gleichfalls überflutet. •• Der Postdienst an Weihnacht en und R e u j a h r. Am Weihnachtsheiligabend werden die Postschalter nur bis 4 Uhr nachmittags offen gehalten, von 4 KS 6 Uhr werden aber Postwertzeichen in kleineren Mengen abgegeben. Im Telegrammannahme- und Fern- sprechdienst treten keine Beschränkungen ein. D e letzte Briefkasten-Leerung von 7,30 bis 8,45 Uhr abends fällt aus.'Am ersten Weihnachtsfeier ta g Schalterdienst, Briefkastenleerung und Orts-Bricfzustellung wie an Sonntagen, OrtS- Geldzustellung wie werktags, Orts-Paketzustel- lung nur vormittags, eine Brief- und Paketzustellung nach allen Landorten. Am zweiten Weihnachtsfeiertag Schalterdienst und Briefkastenleerung wie an Sontagen, der übrige Dienst fällt aus. Am Reujahrstag Schal- Genen »0 M welche Hypothekar nchergestellt u. verzinst werden, biete tn nutoeb- Geschäft Dauerstellung oder tätige Beteiligung. Schr.A>g.u 119670 an den Gieß. Anz. 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Dez., nur von 8—1 Uhr geöffnet sind. •e D i e Ausstellung „M utter und Kind", die vor einigen Wochen hier mit großem Erfolg gezeigt tourac, hat auch in pekuniärer Hinsicht gut abgeschnitten Ueber einen Rein- ertrag von 6 5 0 M k. konnte der Arbeitsausschuß der Ausstellung dieser Tage Beschluß fassen. Cs wurde bestimmt, diesen Ueberschuß der Oberfürforgerin unserer Stadt zur Dersügung zu stellen zwecks Verteilung an Lungenkranke und an die Mütterberatungsstelle. Diese Der- wendung wird sicherlich allgemeine Zustimmung finden. « Leichtfertiges Hantieren mit dem Revolver. Am Sonntagabend hantierte ein 19jähriger, hier in Stellung befindlicher Hausbursche mit einem Revolver. Plötzlich entlud sich die anscheinend leere und nicht funktionierende Waffe, das Geschoß drang einem 29jährigen, in dem Zimmer anwesenden Herrn in den rechten Unterschenkel und verletzte diesen erheblich. Der Verletzte wurde IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIHIIHIIIIIIIII HFMjel Drei Pfund Mislpferdeteisch eine Mark Büchertifch. — Prinz Max z u Wied: „Unter den Rothäuten". (Band 29 der Sammlung „Reisen und Abenteuer", Verlag F. A. Brorfhaus, Leipzig. Geb. 2,50 Mk., Ganzleinen 3,20 Mk.) — Das Cha- rcrfterbilb, das der deutsche Prinz von den Rothäuten hier im Wort und fein Künstlerbegleiter im Bild festgehalten haben, ist von höchster Romantik und fesselt alle Leser, nicht zuletzt die Freunde der Werte non Karl May: dabei hat der Band den großen Vorzug wissenschaftlicher Genauigkeit. Der Prinz Hal sich hauptsächlich mit einem Stamm der Dakota-Zndlaner, den Mandan, beschäftigt und bei einem längeren Aufenthalt in ihrem Land ihre inertwürdigen Lebensgewohnheiten ftubiert. Diese populäre Ausgabe des wertvollen Reisewerks eines deutschen Forschungsreisenden und Fürsten ist eine sehr zu begrüßende Bereicherung der Sammlung „Reisen und Abenteuer". Für den vorzüglichen Bildschmurf muß man noch ein besonderes Wort der Anerlennunq anfügen. 358 — Pompeji. Don Prof. Dr. E. Pernic. Mit zahlreichen Abbildungen im Text und auf 32 Tafeln. (Wissenschaft und Bildung Nr. 220.) Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Das Bändchen gibt eine interessante Uebersicht über die wechsel- volle Geschichte Pompejis innerhalb von sechs Jahrhunderten. Dabei sind die aufschlußreichen Ergebnisse der letzten Ausgrabungen besonders berücksichtigt. Die ganze Darstellung zeichnet sich durch eine seltene Anschaulichkeit und Bildhaftigkeit aus, die noch sehr wesentlich gehoben wird durch die reiche Fülle des Abbildungsmaterials. 827 — „Die F r ii h l i n g s r e i f e". Ein Buch für junge Mädchen. Hcruusgegeben von Charlotte Her- der. Mit einem farbigen Titelbild und 25 Zeichnungen im Text. (Verlag Herder & Co., Freiburg i. Br.) Ganzleinen 6,50 Mk. Der Heranwachsenden weiblichen Jugend wird hier ein Buch in die Hand gegeben, daß die Interessen und Nöte, die so ein junges Menschenkind hat, anschaulich darstellt und klärt. Unter Mitarbeit namhafter Persönlichkeiten (Frauen und Männer) wurde ein Werk geschaffen, das dem aufstrebenden Geschlecht als gutes Vorbild dienen kann. Allen Fragen, bie ein junges Mädchen von heute bedrängen, den Wünschen und Hoff, mmgen, die fein Herz durchstürmen, möchte das Buch Antwort und Erfüllung bringen. Ein guter Ratgeber, ein ungemein vielseitiger und doch stets .Klitsch recht flüssig inszenierten . führung" des Neuen Theaters. Diese ganze satirische Trilogie, anfangenb mit der „Hose" über» gehend zum „Snob" und endigend mit „1913" ist prachtvoll in ihrer mitleidslosen Schärfe. Man spürt in diesem Sternheim, der auch die wundervoll erfrischende Spießerkarikatur im „Bürger Schippet so meisterhaft zeichnet, geistige Gemeinschaft mit Englands großem Spötter Shaw. Beide Haden die (Babe, ihre Mitwelt unter das geistige Sezier- mesfer zu nehmen, sie und ihre Seelen anatomisch zu zerlegen und all die zutage gebrachten Schwachen und Brestigkeiten mit geistvoller, aber um fo beißender Ironie zu umkleiden. Unb bei Beiden steht hinter dem lachenden ober lächelnben Komö- bienton, das Ausrufungszeichen der Lebenswahr- beit. So auch hier im „Snob", wenn er zum Beispiel zu Anfang nach dem Wort sucht, welches Lebensrhythmus offenbaren soll, als dekorativer Klang dem Brief voranwehen unb bie Persönlichkeit bes Schreibers illustrieren soll. Diese Szene ist parfenbfte Charakterisierung für Snobismus. Aber dieser Christian Maske ist mehr als nur Snob, er QUd) * -MW «eSs 'ÜSÄ4 ■ •* » Stj; e- wahrend anbei enen her aufo! ’mb,t ll>« Huh Eietzen. AiXnMd)Qb es fcÄ QUi Gründen, ^esuchstellerz hegen L«. vor. R b" Notlage ber erfor. !r!eil?n5Wtl 6 au'1 3al,r i)«n hatte jur ihren noch nicht ' »m Zulassung tum traftwagen nachqeuchi. ittisanit (Sieben mit MM Mu des Zuzulassenben k ju erteilen Er würbe bitfer- l de? Srei5au3jd)uiit5 qp mj bas jugenbliche Sher ta bas Gesuch abgeleia/. :d). zu Eießen ebenfei m öühren von.,fist- Auch hier halte iw .tomt i der GesuchstM lugenden ie Zulassuna zu erteilen. Diese ebenfalls dem ireimW rgelegt. Auch dieser Gesuch sschutz adgeiehni, unb Elchug bie chnkn Beben- ' Gießen. ntinberats btr (ßc- tim: 3u btr am 15. M- ibe Äellerrheim (tatigefun- * »1 Ww sis vvn $ Gemeinde, bet MmE- erl)ieh ber r Wahlvorschlag 2116 Slinv everttilung erhielt tdM- -orfchlag 2 6 Titze. bungen erhoben uiorff’. =x« immjettel seiner MW )t)( für bie Qemeinberuii,« i5-. unb ProninziallassLU, > obwohl er auf bas w nqsweiie aufmertfam eiiauW WWw ,1 erhobenen Eniwendu iinbet Zur u-kg em es"- Vorlagen, burd) bie ba.- W >t werben konnie. erneinberats birJB \ i • Auch w bet tn bet se ^SaTfst Auch gegen Vorschlag -/- Lcn worben, inu,eni> -I burd) bas ’Ber* ^utn be{^ 9J tpurbe b«- "ii von ub^Sgt feien. D,c Bezirkssparkasse Gießen Direction der Disconto-Gesellschaft Zweigstelle Gießen Kanarienvögel Blfleifinlen Budjnn(en Sill Men Zeisige 1 kMtzWbel 66 n. Meisünlen $99 -üitM MäuSburn 17. °t01‘3 Mittwoch u. Tou- ncrstag treffen frische SllstiA ein bei W Wallßnlels »1 Marktplatz 21 oefienitber der Enaclavotheke. 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Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 11960D Reiche Auswahl in: Schokolade und Pralinen in Geschenkpackung von Hartwig & Vogel, Stollwerk, Mauxion, Burk & Braun. Hamburger Kaffee-Lager WkLStktz Hatelnnsse Psd. 1— Mk. Walnüsse Psd. 90, 80 u. 70 Pf. bocosflockcn Psd. 70 Pf. Apfelsinen, groß 3 Stück 50 Ps. Mandarinen Psd. <>0 Pf. Rosinen 14 Psd. 35 Ps. LUltaninen ’/< Psd. 25 Ps. sowie sämtliches Cbft und Gemüse Heinrich Dehus Bahnhosstratze 17 Lieferung frei Haus. 010142 unseren Kaffee in bekannter vorzügl. Qualität, stets ftisch gebrannt. SonfutnW.ro.3.40 l JJetUHlf®üngwl,3.80 Wurg.BiifiM.60 1 Miaö.nniiö.w.4.20 OicEilflnet mifiöung mt. 4.80 1 Wnd fiaffte In Oefdjtntöofe Bit 4.60 Voranzeige! Am f. Feiertag, nachm. 3lA Uhr das große Liebigstrnke 71 Tel. 1685 Licseruna frei HanS. M. T. V. Am 2. Weih- nachtsseiertag (26. Dezember-, nachmittags 5 Uhr weihnachts- LrmNiiMallekAtt liefert in j«der gewLnfcht«n llueftattung prtforoert öl« Vrühl'sch« UniverfltSt». 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Pfund 1.20, ftoriutheu, la ... Pfund Nonnen, große.... Pfund Schmalz, gar. r. nmertt. „ NokoSsett, Ivie .. P'nnd „ i. Tafeln Pfund Walnüsse Pfund 0.80, Haselnüsse Pfund MM» am 2. Feiertag, abends 7 Uhr in I der Turnhalle ' Wir laden zu zahlreichem Besuche ein. Nur Mitglieder haben gutritt. iiHic Der Vorstand. Einladung ;ur Graiinzuuaswabl deS Vorstandes der iirael. ReligiottSgemcinde (Rieften. GS ivird zurZkenntnis derJnleressenten gebracht, daß in Gemäßheit der Bestttu- mungen der Wahlordnung für die Wahl des Vorstandes der tsraeltttschenNeligiond- gemeinde Gießen vom 4. August 1871 infolge Ablaufs der Mahlzeit des Mitgliedes Herrn Satin Meyerseld eine Grgänzungs wähl notwendig geworden ist, und daß diese W.rhl Sonntag, den 27. Dezember 1925 im Sitzungssaal des Gemeindehauses in der Lonnstraße dahter statlfinden soll. Alle nach § 2 und 6 der Wahlordnung stimmberechtigten werden zu dieser Wahl mit dem Bemerken cingeladen, daß die Abstimmung in den Stunden von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags stattsindet. Zum Wahlkotnmtssar wurde Herr Rechtsanwalt Eugen Rothenberger ernannt. Gießen, den 21. Dezember 1925. Der Vorstand der israelitischen Religions- gemetnde Gießen. Louis Marcus. 119*20 11939c '/.Flasche Weinbrand Verschnitt . <3.00 n garantiert rein ... „3.50 Kirschwasser »3.50 Zwescheuwaffer . „ 3.50 hch.Nalbsleifch Liebigttraße 71 Tel. 1685 Gale Geige mit Bogen billig au verkaufen. Zu er fr. i. d. GeschüstSst des Gieß. Anz. (010136 Schade & Fullgrabe Filialen in allen Stadtteilen. Frische Sendung UWWöVk |StelIengesuche| Wyk. MWll sucht Stellung in gittern Hause zuni 1. 1. 26. Schrtstliche Angeb. unter 010132 an den Gteß. An- zeiger erbeten. auf der Liebigshöhe. Wir laden ftierzu unsere Mitglieder und deren Angehörigen, sowie die Ellern unserer Schüler u. 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Man tonnte demgegenüber fragen, ob es grundsätzlich richtig ist, von Mandaten, statt von der Rückgabe des kolonialen Besiges zu sprechen, der uns unter einem chrenkränkcnden und verlogenen Vorwande ge- nonlmen wurde. Indes, man kann ja auch an nehmen, daß der Ausdruck „Mandat" mehr aus taktischen Gründen gewählt und daß in der Sache eine Rückgabe gemeint war. Es ist klar, daß diese Frage in Locarno eine Rolle gespielt hat — d. h. sie ist von unserer Seite angeschnitten worden, aber die Gegner haben sich zu nichts verpflichtet. Kurze Zeit nach der Rückkehr aus Locarno wurde der englische Außenminister Chamberlain auf einem Presseempfang gefragt, ob Deutschland nach Unterzeichnuirg des Vertrages als Völkerbundsmitglied auch ein Kolonialmandat erhalten mürbe? Die Antwort war eigentümlich. Deutschland, sagte Chamberlain, stellt für seinen Eintritt in den Völkerbund Bedingungen. Wenn es das täte, so könne es nicht erwarten, daß man es an allen Rechten der Mitglieder beteilige. Sicher gehörten die Kolonialmandate zu den Rechten. Verzichteten die Deutschen aus ihre Bedingungen, so könnten sic auch ein Mandat haben, „wenn eins frei mürbe". Diese letztere Wendung ist natürlich nur eine Rebensart. „Freiwerden" eines Mandats heißt praktisch . nichts anderes als Herausgabe durch England oder Frankreich. Es ist merkwürdig, daß diese doch ganz unmiß- verständliche Aeußerung Chamberlains in Deutschland nicht ausgiebiger beachtet worden ist. Sie heißt nicht mehr und nicht weniger, als daß England bereit ist, über koloniale Restitutionen mit uns zu verhandeln, wenn wir aus unsere Vorbehalte oder Bedingungen zu dem bekannten Artikel 16 der Völkerbundsakte verzichten. Artikel 16 enthält für uns die Frage, wie wir uns, im Falle daß der Völkerbund eine gemeinsame Aktion gegen Rußland beschließt, dazu stellen sollen. Theoretisch kommt natürlich jeder beliebige Staat als Objekt einer Aechtung durch den Völkerbund in Betracht; praktisch will England aus diese Weise versuchen, die russische Gefahr für seine Besitzungen und seine Interessengebiete, namentlich in Asien, zu beseitigen. Es Hot jetzt eben in China erfahren, welch eine gefährliche Kraft die nationalchinesische Boykottbewegung gegen die englische Schiffahrt und den englischen Handel dadurch zu entfalten imstande war, baß sowjetrussische Kräfte sich ber Organisation annahmen und nicht nur Vertrauensleute, sondern auch bare Mittel von Moskau geschickt wurden. Der wieg ber Chinesen war so vollstänbig, baß ihnen jetzt aber auf ber Zollkonferenz in Peking die Souveränität in Zollschranken, b. h. bas Recht, Zolltarife unb Handelsverträge mit ben fremden Mächten zu kündigen, eingeräumt werden mußte. Dieser Erfolg für China ist sehr bedeutend. Es verdankt ihn, wie gesagt, der russischen Hilfe, und ber am meisten leibtragenbe Teil ist Englanb, weil es den größten Anteil am chinesischen Handel hat. Auch in Indien ist die bolschewistische Agitation ben Englänbern gefährlich. Wenn Rußland vom Wirtschaftsverkehr mit ber übrigen Welt ausgeschlossen wirb, wenn ihm also niemanb mehr sein (.Betreibe abkauft unb niemanb ihm eine Ma- fd.-inenanlage ober eine Lokomotive liefert, so kann es bas auf bie Dauer nicht ertragen. Englanb plant bieten Weg. Er ist aber nur gangbar, wenn Deutschland ihn mitgeht. Schließt Deutschland sich aus, so können die Russen auf diese Art nicht niebergc\uDungen werden. Was Chamberlain meint, iit also dieses: Die Deutschen sollen darauf verzichten, von den Verpflichtungen aus Artikel 16 gegen Rußland befreit zu werden, sie fallen den Boykott mitmachen, wenn er erklärt wird, und dafür sollen sic dann Kylonialmandate haben! Es ist leicht zu sehen, daß auf diese Weise das Geschäft nicht gemacht werden kann. Daß der Bolschewismus em Feind der menschlichen Kultur ist, mag richtig sein. Darum aber sind wir noch nicht verpflichtet, für ein Ei und ein Butterbrot die Engländer aus der Gefahr zu befreien, von ber sie sich bcsonbers bebrohl fühlen. Voraussetzung bafür, baß wir ben Englänbern eine so entscheibenbc Hilfe leisten, sinb noch ganz anbere Dinge. Vor allem muß bic schreicnbe Ungleichheit in ber Bewaffnung ber europäischen Mächte aufgehoben werben. Äußerbem brauchen wir aber nicht nur Kolonien, fonbern wir brauchen auch eine anbere O st grenze als die jetzige, bie uns bie Hälfte von Oberschlesien raubt unb unteren staatlichen Körper enkzweischneidet. Roch wichtiger ist bie Anerkennung bes Rechtes für unser Volk,, bas gegen seinen Willen in politisch getrennte Stücke auseinanber- gehalten wirb, sich in ein großes nationales Ganze zu vereinigen. Den entjcheibenben Anfang bazu muß ber Anschluß Oesterreichs an bas Reich bil- ben. In ganz Oesterreich hört man heute nur eine politische Losung: beim ins Reich. Wir müssen eine Gewähr bafür haben, baß wir von neuem eine felbftanbige Macht werben, bie Herr ihrer politischen Entschlüsse ist, unb vor allen Dingen müssen wir, was Rußlanb angeht, auch barüber Sicherheit haben, baß nach bem Enbe bes Bolschewismus bort nicht eine Orbnung ber Dinge entsteht, bei ber wir einseitig benachteiligt sinb. Rußlanb ist burch ben Bolschewismus sowohl lanbwirtschaftlich als auch inbuftriell so stark heruntergebracht worben, baß mit ben Kräften ber Sowjctregierung, trotz aller geschickten Reklame, ber Schaben nicht geheilt werben kann. Für bie russische Wieberhcrstcllung sinb eine große Menge Krebite unb eine große Menge geschulter Kräfte nötig. Den ersteren Bcbarf können wir nur zum kleinen Teil, liefern, ben zweiten aber in unbegrenzter Menge. Dasselbe gilt für ben lanbwirt- schaftlichen unb für ben industriellen Apparat. Zwischen ber Lage Englanbs unb ber unsrigen besteht in biefem Fall ber Unterschieb, baß England, stark bedroht, nicht gut noch lange warten kann, bis es sich von ber russischen Gefahr befreit sieht, wir aber mit bem Abschluß eines Kolonialabkomrncns keine Eile haben, unb ebensowenig mit ber Verwirklichung bes Anschlusses von Oesterreich. Für uns ist es nur von Vorteil, wenn bie Situation nach ber einen wie nach ber onbern Seite stärker unsre i f t. Gewiß, bie Oestcrrcicher warten, unb auch unsere alten Schutzbefohlenen, die Eingeborenen in unseren Kolonien, warten sehnsüchtig. Sie müssen dasselbe lernen wie wir: heute sich in Geduld fassen, damit morgen bie Vereinigung um so sicherer, vorteilhafter unb bauerhafter ausfallen kann. Belgischer Brief. Von unserem belgischen ^.-Berichterstatter. (Rachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Die belgische Kammer wirb sich bemnächst mit einem Gesetze zum Schutze ber schwarzgelbroten Nationalflagge beschäftigen unb mit ber Braban sonne, ber musikalisch sehr unbebeu» ben belgischen Nationalhymne. Nach diesem Gesetze kann jeder Bürger, ber bie Nationalflagge ober bie Brabanoonne beschimpft ober beleibigt, zu einer Gefängnisstrafe von 15 Tagen bis zu 3 Monaten unb zu einer Gelbstrafe von 50 Franks verurteilt werben. Beamte können mit hoppelten Sätzen rechnen. Dieses Gesetz ist bie Reihe mehr ober weniger unerquicklicher Vorgänge, bie sich in flämischen Städten abgespielt haben. Wiederholt wurde von den flämischen Nationalisten, die nur die eigene Fahne — ein schwarzer Löwe Ruf gelbem Hintergrund — anerkennen wollen, die belgische Trikolore ausgepfiffen und foejar heruntergeholt. Der ernsteste Zwischenfall ereignete sich in der ostflämifchen Stadl Ä a l st. Diese Stadl war wahrend einiger Zeil ohne Bürgermeister, und der Stadlral van Opdenbosch, der einer der bc- fanmeften Führer der flämischen Nationalisten ist, Halle zeilweilcn die Führung ber Stabl in Händen. Nun wirb alljährlich in Flanbern am 11. Juli der Schlachl ber golbenen Sporen gebucht. Man kennt bie Geschichte: Am 11. Juli 1302 würbe bie französische Armee in ber Nähe von Kortryk von ben flämischen, schlecht ausgerüsteten Truppen gc schlagen. Siebenhunbert französische Ritter, bic gol- bene Sporen trugen, ließen bort ihr Leben. In vielen flämischen Gemcinbcn ist ber 11. Juli schon eine Art Nationalfeiertag geworben. Auch in Aalst war bies der Fall, und so kannte man in diesem Jahre vom Rathaus der Stadt die belgische Nationalflagge neben ber flämischen Löwenslogge wehen sehen. Auch Stabtrat van Opbenbasch sah bies, unb cs ärgerte ihn sehr. Mit biefein rein nationalen flämischen Feiertag hatte nach feiner Meinung bic belgische Trikolore nicht bas geringste zu tun, unb als stellvertretender Bürgermeister erteilte er kurzerhand den Befehl, die 'Nationalflagge wieder einzuziehcn. Da war die Empörung groß bei den belgischen Patrioten. In der Kammer wurde interpelliert. Der Minister des Innern antwortete und sagte, man könnte für Herrn van Opdenbosch nur bas Schweigen der Verachtung übrig haben. Und dies fanden bie Abgeordneten auch. 'Nur bie fünf flämischen Nationalisten, bie ben Kamps „für 3’lanbern — gegen Belgien" führen, schwiegen nicht unb hulbigten ihrem Gesinnungsgenossen, ber natürlich sofort als ftcUvertretenbcr Bürgermeister von Aalst avgesetzt würbe. An seiner Stelle würbe ein nationalistischer Belgier ernannt — unb bicse Ernennung gefiel ber Mehrheit ber Stadtverorbnelen gar nicht. Ein Teil von ihnen streikte sogar, unb es wirb nun wiebcr in ber Kammer interpelliert. Die flämische Frage ist unb bleibt bas heikelste aller belgischen Probleme. Die Flamen ber katholischen ober liberalen Partei wollen eine friebliche Lösung, obwohl auch sie teilweise sehr rabitale Ansprüche hegen. Nur bie Nationalisten, bie in ber „Frontpartei" vereinigt sind, bleiben Feinbe jebes Kompromisses. In einer Angelegenheit sinb übrigens alle Flamen sich einig: In ber Boykottierung ber Genter Universität. Seit Jahrzehnten forbern bie Flamen aller Parteien eine eigene flämische Hochschule. Sie haben sie noch immer nicht bekommen. Bor einigen Jahren wurde die in Gent existierende französische Universität teilweise „flämifiert". Mit einer derartigen Zwischenlösung ist den Flamen aber nicht gedient. Kein Dutzend Studenten haben sich gemeldet. Die katholischen Studenten bleiben der katholischen Alma Mater in Löwen treu, solange nicht Gent gänzlich flämisch sein wird. Die übrigen flämischen Studenten studieren in Brüssel oder in Gent — aber nicht an der flämischen Karikatur-Universität. Camille Huysmans, der jetzige belgische Kultusminister (er ist ber eigentliche Führer ber flämischen Sozialbemokraten) hat vor kurzem einen Versuch unternommen, bie flämische Genter Univer fität etwas populärer zu machen. Er hat kurzerhand eine Reihe anti-flämischer Professoren nach Hause geschickt unb bekannte Flamen an ihre Stelle gesetzt. Bei ben Flamen war bie Zufriebcnheit groß. Aber bie „Belgicisten" tobten vor Wut. Nationalistische Stubenten versuchten wiederholt die Kollegien der neuen Professoren zu stören. Mit mehr ober weniger Erfolg. Noch vor einigen Tagen drang eine Bande Studenten in das Kollegium eines der neuen Professoren und machte einen derartigen Radau, daß her Professor feine Vorlesung unterbrach unb die Universität verließ. Er mürbe auf bem Wege nach feiner Wohnung begleitet von der pfeifenden unb lobenben Banbc. Vor seinem Hause wurde der Skandal fortgefegt, unb ein Stuben t brang durch den Garten in die Wohnung. Dort wurde er aber von dem flämischen Professor schwer verprügelt unb schließlich ber Polizei übergeben. In der jüngsten Zeit hat der Straßenkampf sich, mehr als bisher, übertragen in bas katholische Lager. Die jüngeren Geistlichen in Flandern lind fast ausnahmslos leidenschaftliche Verteidiger der flämischen Forderungen. Sic haben deshalb wiederholt Schwierigkeiten mit ihren kirchlichen Vor gesetzten gehabt, und vor kurzem haben die belgischen Bischöfe noch ein Rundschreiben an alle Vorsteher bei katholischen Priesterscininare gc fanbt, um ben flämischen Nationalismus scharf zu verurteilen. So geht ber Kamps weiter. Oer Kampf, der nach unlerer Meinung erst an bem Tage enben wird, an dem Flandern wenigsten bic kulturelle Autonomie bekommen haben wirb. Ein paar Worte können hier noch über bie Wahlen zu den P r o v i n z i a l r ä t c n. bie im vorigen Monat ftattfanben, gesagt werben. Von einem Wahlkampf hatte man diesmal kaum etwas gespürt. Das sonst bei allen Wahlen so leidenschaftliche belgische Volk benahm sich ganz ruhig — vermutlich, da es die Bedeutung dieser Wahlen noch nicht recht zu würdigen verstand. Cs gab eine Zeit, wo die Wahlen ber neun belgischen Provinzen tatsächlich ohne größere Be- beutung waren. Kein Mensch kümmerte sich um biefe Instanz unb noch weniger um bic Wahlen. Meistens würbe nur bie Eröffnungssitzung in ber Presse erwähnt, beim bei ber (Gelegenheit hielt ber Gouverneur ber Provinz (in Preußen würde man ihn Regierungspräsident nennen) eine Rede und dem Publikum genügte bies vollstänbig. 'Allmählich würbe aber bie Bebeutung dieser Körperschaft doch größer als ihr Vorstand, die aus besoldeten Mit- gliebern bestehende „beständige Kommission", das Recht bekam, bie Entscheibungen ber Gemeinderäte anzufechten. Für manche große Stabt war dies eine sehr unangenehme Sache. Wenn z. B. in Antwerpen, wo bic .Katholiken nur eine winzige Minorität in bem ©cmeinberat bildeten, von her liberal-sozialdemokratischen Majorität eine wichtige Entscheidung gefaßt wurde, konnte bie „beftänbige Kommission", die in ber Provinz Antwerpen ha pt- sächlich aus Katholiken bestaub, zu jeher Zeil bicse Entscheibung rückgängig zu machen. Die Folge war, baß ber Kampf um bic Provinzialräte lebhafter würbe, obwohl bie politischen Parteien nie baren beichten, prominente Führer für bicse Körperschaft zu tanbibicren. Die Bebeutung ber Provinzialräte wurde noch größer durch das Gesetz vom 29. Oktober 1921, bas diesen Instanzen das Recht erteilte, für jede 200 OUU Einwohner ein Mitglied in den belgischen Senat zu ernennen, bis zu einem Höchstsatz von 5 Senatoren pro Provinz. Der jetzige Senat zählt 153 Mitglieder. 93 wurden von ben Wählern ernannt unb 40 von ben Provinzialräten. Die zwanzig übrigen Senatoren würben gemäß bes Gesetzes von ben beiben ersten Kategorien zusammen., gewählt ober kooptiert. Es ist nun selbslverstäiibkich, baß Provinzen mit einer klerikalen Mehrheit meistens Katholiken in ben Senat entjenben, ui d baß Provinzen mit einer anti-klerikalen Mehrheit bas Gegenteil tun. Da bie Provinz immer noch klerikaler ist, als bie Stabte, würben im großen ganzen nach ben vorigen Wahlen von ben Provinzeilräten 21 Katholiken, 12 Sozialbemokraten in d 7 Liberale in ben Senat entsanbl. Der Senat selbst zählt 93 katholische, 52 sozialbemokratische und wie poris Weihnachten seien. Don Werner Sinn- Paris. Paris, Ende Dezember 1925. Wer noch das Paris der Vorkriegszeit kennt, weih, was „Reveillon" höiht. In des Wortes eigentlicher Bedeutung ist Reveillon eine außerordentliche, nächtliche Mahlzeit, die besonders nach der Mitternachtsmesse in der Weihnachtsnacht gehalten wird, und die seit einigen Fahren in Paris wieder sehr in Ausnahme gekommen ist. Der Gastgeber und die Cingeladenen wohnen gemeinschaftlich der Mitternachtsmesse bei, woraus sie ein besonders gutes Essen einnehmen, bei dem außer Pute auch die geröstete, ganz gewöhnliche schwarze Bratwurst nicht fehlen darf. Wie in den Rachkriegsjahren soll auch in diesem Fahre „Reveillon" wieder groß gefeiert werden. Feder echte Pariser, vom reichsten Mann bis zum kleinsten Beamten, der es sich nur einigermaßen leisten kann, tut sich mit Freunden und Bekannten zusammen, um daheim oder in einem Restaurant „Reveillon“ zu feiern. Die Preise für diese Festessen sind in diesem Fahre recht hoch. Sie schwanken zwischen 30 und 100 Frank in den kleineren und kleinsten Restaurants (dann aber ohne Wein, oder höchstens einschließlich Vj Flasche billigen Champagners), sind aber in den großen Lukusrestaurants bedeutend höher, teilweise sogar bis zu 500 Frank, wofür allerdings dann außer einem wirklich ganz außerordentlich gut zusammengestellten Festessen nebst einer Flasche Wein eine ganze Reihe Tleberraschungen, kleine Geschenke, Kotillon- artifel und dergleichen den Gästen geboten werden, deren Kosten, wie mir kürzlich ein Wirt verriet, schon im letzten Fahre durchschnittlich allein bis zu 60 Frank betrugen. Auch der geschmückte Tannenbaum bürgert sich allmählich in Paris und in einem großen Teil Frankreichs immer mehr ein, nicht nur in der Familie, sondern auch in Restaurants. Doch dient er hier einfach lediglich dazu, um die für die Gäste bestimmten Geschenke daran aufzuhängen. Fst Reveillon vorbei, verschwindet auch meist wieder der erleuchtete und geschmückte Weihnachtsbaum. Selbstverständlich spielt der Weihnachtsbaum in Frankreich nicht die wichtige Rolle, wie sie ihm bei der deutschen Weihnachtsfeier zukommt, wie tenn der Charakter einer echten deutschen Weihnachtsfeier überhaupt grundverschieden ist von dem einer französischen. Fch habe mich bei einigen der bekanntesten Restaurants nach den diesjährigen Preisen für einzelne „feste" Bestandteile des Reveillon-Festessens erkundigt und möchte des Fnteresses halber einiges darüber mitteilen. Die Preise für Weine imb Schaumweine sind dem Borjahr gegenüber fast die gleichen geblieben. Sie schwanken natürlich ganz außerordentlich je nach Güte des Restaurants und der Marken. Wer Paris kennt, kann in einem sehr guten Restaurant schon eine gute Flasche Anjouwein für 10 bis 12 Franks bekommen. Die Preise für weiße und rote Bordeaux- und Burgunderweine f ttoamen stark nach den einzelnen Sorten. Fahrgängen usw. Ganz gute Bordeauxweine, ältere Jahrgänge wie z. B. echte Chäteau-Bquem. kosten auch in mittleren Restaurants heute allgemein 30 bis 50 Franks. Die vornehmen Theater veranstalten in diesem Fahre mehr noch als zuvor Festvorstellungen, wobei die Preise zum Teil ganz außerordentlich erhöht werden. Fn den großen Revue-Theatern kostet z. B. eine Loge (4 Plätze) 1000—1200 Franks. Zu Weihnachten sowohl wie zu Rcujahr machen sich die Franzosen gegenseitig die verschiedenartigsten Geschenke. Die letzten Wochen vor Weihnachten machen die großen Pariser Kaufhäuser sowohl wie Spezia'geschä te deswegen die allergrößten Anstrengungen und überbieten sich gegenseitig in Auslagen und Reklamen. Besonders reichhaltig waren in diesem Fahre die Spielzeugausstellungen ber großen Kaufhäuser, die für die Kinder ganze Etagen eingeräumt und den größten Teil ihrer vielen Schaufenster zu teilweise höchst kunstvollen Aufbauten für Kinder- spielzeug eingerichtet hatten. Bon früh bis spät gehen bie Erwachsenen mit ben Äinbetn durch diese großen Spielzeugauslazen, wobei es übrigens den Kindern gestattet ist, fast alles Spielzeug auszuprobicren, wobei natürlich eine ganze Menge zerbricht, was bann eben auf allgemeine Geschäftsunkosten und Rcklamcftescn gebucht werden muß. Einzelne Kaufhäuser veranstalten sogar für die Kinder vor Weihnachten regelrechte Zirkusvorstellungen, Ballettaufführungen u. bgl. Ein Kapitel für sich bilden die „E t r e n - n e s" oder Reujahrsgeschenle. Sie entsprechen ungefähr unseren Weihnachtsgeschenken und sind für die Franzosen der Gegenstand sehr bedeutender Ausgaben, da die Zahl derer, welche auf ein Geschenk Anspruch machen recht beträchtlich ist. Den Mitgliedern seiner Familie, Berwandten. Freunden unb Bekannten schenkt man natürlich was unb soviel man will. Für die Beschenkung ber Untergebenen hat sich eine regelrechte Rorm gebildet. Dienstboten erhalten z. D. bis zu einem Monatsgehalt, jeder Angestellte und Dienstbote, mit dem man im Fahr irgendwie jemals zu tun gehabt hatte, melden sich zum Rcujahr: Briefträger, Zeitungsboten, Laufburschen, Wäschermädchen, Friseure usw. usw. Man glaubt gar nicht, wie man in diesen Tagen in Paris beliebt sein kann, wobei es durchaus gleichgültig bleibt, ob man Deutscher ober Franzose ist. Die letzten Tage des Jahres pflegt namentlich bei dem „Concierge" (dem Portier oder Türhüter) diese Freundschaftlichkeit fast unheimliche Formen anzunehmen. Merkwürdig ist es aber, wie diese Freundlichkeit sofort meist ihr Ende, erreicht, wenn der Concierge sein „©trenne“ in Händen hält. Fast im gleichen Augenblick hört diese „Freundlichkeit" vollständig wieder auf, bis Weihnachten 1926 herannaht. Penges! Bon Wilhelm Würz, Eichelsdorf. Wohl nur ganz vereinzelte Leser können aus ber geheimnisvollen Ue'ocrschrift Schlüsse auf den Inhalt bieses A ssatzes ziehen. Wirb verraten, baß Penges mit dem in unserer Munbart gebräuchlichen Tätigkeitsworte anpengen in Beziehung zu setzen ist, so wirb manchem bie bunkle Sache schon etwas Heller. Aber nur etwas Heller? „Penge s!" ... Am letzten Werktagabenb vor Weihnachten, an bem bie Vogelsberger Iuqcnb die Spinnstube besucht, feiert man in vielen Dörfern bie „lange Nach t". In Eschenrob bei Schotten heißt bie lange Nacht „P e n g e s". Hier feiert man nicht bie „lange Nacht", hier „hält man Penges". Dieser geheimnisvolle Ausbruck führt uns mitten hinein in bie Glaubenswelt unserer heibnischen Vorfahren, benn bas „Pengeshalten" ist unbewußt geübter heibnischer Väterbrauch. In ber letzten Dezemberwoche feierten unsere heibnischen Voreltern ihr höchstes Fest, bas Jul- f e ft. Es war bas Fest ber Sonnenroenbe. Die Sonne erreicht in ber Iulzeit (14. Dezember bis 6. Januar) ihren tiefsten Staub, nur wenige Stun- ben am Tage war sie sichtbar. Das Sonnenrab 2 u l ftanb in biefen Tagen still, ruhte vom Iahres- lauf aus, um bann aufs neue seinen Kreislauf zu beginnen. Aus Freube über bie Wiebergeburt ber Sonne feierte man bas Iulfest. In ber weiten Halle bes germanischen Hauses saßen sie zusammen, aßen Schweinebraten, tranken süßes Honigbier unb roür- feiten. Das heilige Tier bes Sonnengottes Woban, bas Schwein, lieferte ben Fcstbraten. Die Woban geweihten Tiere, Eber, Hase unb Hirsch, auch ben Schimmelreiter Woban selbst, bildete man aus Kuchenteig nach unb beschenkte bamit bie Kinber. Am Festabenb warf ber Hausvater einen Holzklotz, ben Iulblock, ins Herbfeuer. Der angekohlte Rest bes Julblocks fanb seinen Platz unter einem Dachbalken unb sollte bas Haus vor Blitzschlag schützen. Die Asche streute man auf bie Felber, um beren Fruchtbarkeit zu erhöhen. Das Götterpaar Woban unb Freia (Frau Holle) hielt in ber Iulzeit seinen Umzug burchs Lanb. Frau Holle hatte ein aufmerkfames Auge auf Spinnrab, Haspel unb Webstuhl. In ber Iulzeit mußten biefe leer sein, sonst verwirrte bie Göttin bie Fäden. Iulzeit war Ruhezeit. Das Christentum vermochte nicht bas Iulfest zu verbrängen unb begnügte sich bamit, ben heibnischen Festbräuchen christlichen Sinn zu neben. Die Kirche verlegte bie Geburt... ... . . Wohl ist unserem Lanbvolke bie Erinnerung an bie ursprüngliche Bebeutung bes Festes entschivunben, aber bie Iulsestbräuchc werben als Weihnachtsbräuche weiter geübt, am sinnfälligsten in abgelegenen ©ebirgsbörfern. An Stelle ber Iulnachtfeier trat bie abonbliche Christmette, bie aber im weltabgcschiebenen Bogels- berge bie Erinnerung an jene nicht ganz verwischen konnte. Unb so feiern noch viele Vogelsberger Spinnstuben bie lange Nacht, bie Julnacht. In Eschenrob ist jedoch bas „Pengcshaltc n" z. T. noch Familienfeier. Nicht nur in Spinnstube unb Wirtshaus, auch im Familienkreise „hält man Penges". Auf „Penges" ißt jeher Eschenröber sein „P e n g e s w ii r st ch e n". Die Wirte lassen viele hunbert Würstchen Herstellen, die am „Pengesabenb" verzehrt werben. Gegen 10 Uhr ruht bie Arbeit in Spinnstube, Haus — unb Wirtshaus unb es heißt: So, jetzt halten mir Penges! Der Familienvater kauft Würstchen unb trägt sie nach Haufe, ber Wirt bringt ganze Schüsseln voll gekochter Würstchen für feine Gäste auf ben Tisch, in ber Spinnstube sammeln bie „Pengesjungen" Gelb zum Einkausen ber „Penges- Würstchen". Spinnrab unb Haspel ruhen von „Penges" bis nach Neujahr, sonst werben „Kocken" unb gäben verwirrt. Was bie Magb in ber „Penges- nacht" spann, würbe ihr ehebem von ber Herrschaft geschenkt. Das „Anpengen" bes Julblocks kannte man noch in Eschenrob von etwa 40 Jahren, allerbings geschah bies nicht am „Pengabenb", fonbern am „Christsamstag". Währenb „bem Christkinbchen geläutet" würbe (Anläuten bes Festes), legten alte Leute einen bitten „Klöppel" ins Feuer. Beim letzten Glockenschlage rissen sie biefen heraus, ließen ihn erkalten unb steckten ben „C h r i st b r a n b" als Schutz gegen Blitzgefahr unters Dach. Das Gebäck, mit bem bie Kinber unserer Vor- fahren am Iulabenb beschenkt würben, tragen in gleicher Form heute noch bie Eschenröber Kinber in ben Weihnackststagen als Geschenk ihrer „Pöttern unb Goten" nach Hause. Wie schleppen bie Kleinen, wenn ihnen bie „Gote" einen Hasen, einen Hirsch ober ein Gäulchen mit einem Männchen braus ins „blümerige Schnupftuch" gc- bunben hat! Auch bas Würfeln ber Iulzeit übt man noch. In ben Weihnachtstagen würfeln bie Kinber um Aepsel unb Nüsse. Am Siloefterabenb versammeln sich bie Kleinen unter ber Obhut ihrer Väter in einem Wirtshaus unb „spielen" um kleine Brezeln, bic ber Wirt vom Schottener „Zuckerbäcker" besorgte. „Penges!" Tag ber Sehnsucht aller Eschen- röber, Zauber ber Vorzeit umweben bich!..... Hebern germanischen Walb fährt Wodans wilbe Iagb: im Herbfeuer knistert ber .Fulblock": ber Schweinebraten buftet, unb unsere heidnischen Dor- '7-?7n Iukfest . . , 28 liberale Mitglieder, während die neun Provinzial rate nach den lebten Wahlen insgesamt 696 (früher 680) Mitglieder zählten, und zwar 317 (335) Katholiken, 243 (207) Sozialdemokraten, 107 (133) Liberale, 18 (2) flämische Nationalist , 8 Kommunisten und 3 verschiedene. Die Zahl der eingetragenen Wähler betrug 2 302 029. Die Sozialdemokraten, die schon im April bei den Wahlen für die Kammer und den Senat einen bedeutenden Sieg errungen hatten, waren fest davon überzeugt, auch diesmal als Sieger aus dem Kampf hervorzugehen. Sie werden zwar in einigen Provinzen einige stimmen den Kommunisten übei- lassen müssen, aber andererseits haben sie fast überall das gewonnen, was die Liberalen verloren. Und in manchen Provinzen waren die liberalen Verluste gar nicht unerheblich. Es ist schwer zu sagen, welche Anzahl Katholiken, Sozialdemokraten Unb Liberale von den neu gewählten Provinzialräten in den Senat geschickt werden wird. Solange aber eine katholisch-sozialistische Koalition in Belgien regiert, werden die beiden stärksten Parteien sich auch in der Verteilung dieser Mandate zum Nachteil der sehr geschwächten Liberalen einigen können. Revolution in Zentralasien. Von unserem p.-Mitarbeiter. Russisch-Turkestan, das seit dem Jahre 1923 in steigendem Maße eine innere Befriedung und allmählich eine aufsteigende Wirtschaflsenttvicklung zu zeigen begann, scheint gegenwärtig vor neuen politischen und vor allem triegerischen Ereignissen zu stehen. Trotzdem die russische Presse ständig das Durchsickern von Nachrichten über die allem Anschein nach revolutionären Ereignisse in Zentralasien hat verhindern wollen, mehren sich die Anzeichen eines großen antibolschewistischen Aufstandes im Herzen von Asien. Der Ernst der Lage kommt am besten dadurch zum 'Ausdruck, daß bereits aus dem europäischen Rußland bedeutende Truppenkontingente der Raren Armee nach Turkestan in Marsch gefetzt wurden. Man scheint also von der gegenwärtigen Aufstandsbewegung eine ernsthafte Gefährdung der russischen Herrschaft in Asien zu befürchten unb will eine entstehende anli- bolschewistische Bewegung im Keime ersticken. Um diese neuen Ereignisse in ihrer Bedeutung voll verstehen zu können, bedarf cs eines Rückblicks auf die letzljährigeu Ereignisse in Zentralasien. Bereits das zaristische Rußland sah in »einen turkestanischen Besitzungen eine wirtschaftliche unb politische Vorpostenstellung im Kampf um Asien, van der aus es nicht nur eine wirksame politische Bedrohung Indiens, sondern auch des gesamten vorderasiatischen Orients auszuüben vermochte. Als 1917 die Revolution ausbrach, gelang es dem Bolschewismus in kurzer Zeit, mit feinen Schlagworten des „Selbstbestimmungsrechrs der Völker" imb des „Schutzes der nationalen Minderheiten" die afiatstMen Vollsiuasfe»» auf die Seite des Kommunismus zu ziehe»» unb so diese wichtigen Rohstoffländer den» russischen Reiche zu erhalten. Lediglich das eigentliche Turkestan in seinen südlichen und östlichen Teilen lehnie die ganze Revolution geschlossen ab. Hierbei spielte die zwar durchweg monarchische Gesinnung der eingeborenen Bevölkerung im eigentlichen Turkestan eine geringere Rolle als vielmehr ihr überaus fonjerootiver Mo- hammedanismus, der »ehr bald in scharfen Widerstand zu dem anfangs stark tirche»»- unb religionv- feindlichcn Kommunismus geriet. Als bis Bolfche- -wisten versuchten, die Moscheen unb Religion? schulen zu schließe»» unb die Kirche in jeder Weise l zu ücrunqlimpien, begann der bis dahin passive Widerstand der eingeborenen Bevölkerung sich in * einen bewaffneten Ausstand zu verwandeln, der , mit seinen zahllosen Kämpfe»» unb Massenerhsbun- gen von 1918 bis zum Jahre 1923 dos blühenbe Baumwolland Turkestan fast fünf Jahre lang zu einem Schauplatz wilden Bürgerkrieges »nachte. Die Bedeutung unb Ausdehnung dieser Kümpfe kommt am beste»» dadurch pim Ausdruck, daß eine Befriedung des Landes und Niederwerfung des Aufstandes erst möglich wurde, nachdem Trotzt» selbst mit den Kerntruppeii der Roten Armee nach Turkestan kam unb den Basmatschiaufstand, wie diese Kümpse in Turkestan genannt wurden, mit Waffengewalt liquibierte. Von einer wirklichen Beruhigung des Landes und einem beginnenden wirtschaftlichen Wiederaufbau konnte aber erst die Rede sein, als der Bolschewismus die erste Phase seines Revolutionskommunismus überwunden und vor allem seins ablehnende Haltung gegenüber der islamitischen Kirche aufgegeben hatte. In gewissem Umfange wurde dem Lande eine Selbstverwaltung zuerkannt und vor allem eine freie Religionsaus- —nr iunn riinn 1111 . j_ - nn~ tu iiirn~r~niirn 1—1 UH.miwiMlwillill Franziska. Roman von L i e s b e t D t 11. 26. Fortsetzung. Nachdruck verboten. ,,'IDenn ich etwas mach', mach ich's ordentlich", verteidigte sich Franzisia auf Hasses Vorhalten, daß man auch das Nackte anbeuten könne. „Olein, das kann man eben nicht," ries Franziska, „wir b'ben jetzt genug vom Qlngeixeuteten. .Du mutzt dir eben die Ebenhaufen als Carmen anschauen. Du bist so recht der Inbegriff des großen Publikums, dem wir nie zahm, nie fade, nie unwahr genug sein können. Schau, das ist doch ein merkwürdiges Verlangen, daß ich als Helena ein Korsett tragen soll und einen Anstandsrockl Ihr wollt sie doch sehen, wie sie war!" „Wie recht hat man, von dem Zartgefühl der Frauen zu sprechen", sagte Hasse bitter. Er ging nicht mehr in die „Schöne Helena". „Warum nicht?" sagte sie. Sie flanb vor ihm mit trotzig flammenden Augen, hochaufatmend, kampfbereit. „Die Maler malen doch auch Akte, so viel wie die Schwester vom Aapoleon hab' ich immer noch an, und das war eine Königin." „Cine schöne Königin", sagte Hasse. „Jawohl, sie war schön, und es ist von ihr das Kunstwerk da, das ist ihr Verdienst", sagte Franziska. „3d) bin Künstlerin, und ich will ein „Kunstwerk" geben. Das ist der Tlnterschied zwischen der Ebenhausen und mir.. Wer sich seinen Leidenschaften überläßt, ist ein verlorener Mensch. Es war etwas in Hasse aufmerksam geworden, das auf eine Schrankenlosigkeit in Franziskas Wesen hindeutete, sie überflieg leicht das Maßvolle. Sie wurde, wenn sie ausgingen, draußen leicht so lustig, daß alle Aachbarüsche sich mitamüsierten, daß er weder ihr helles Lachen, nod) ihre ungenierten Bemerkungen, die wie Raketen auf fliegen, unterdrücken konnte. Hasse hatte bis jetzt vermieden, Franziska mit seinen Freunden zusammen zu bringen. Aber Übung gewährleistet, so daß man im Jahre 1924 aus Reisen in Turkestan den Eindruck erhielt, als ob das alte BaumwvUand allmählich einer innerpolitischen Beruhigung und wirtschaftlichen Erstarkung entgegengehen würde. Wohl flackerte der |og. Basmatschiaufstand hier unb dort gelegentlich noch einmal aus. ohne die Herrschaft der Russen in Turkestan ernstlich gefährden zu können. Die gegenwärtige Aufstandsbewegung in Zentralasien umfaßt vor allem die Turk»nenensteppe, das Gebiet des frühere»» Emirats Buchara sowie das Ferghanagcbiet, als Zentrum des mittelasiatischen Baumwollbaues. Der Schwerpunkt der Aufstandsbewegung liegt im Gebiete der Turkmenen, des mutigsten und friegerifdiften Nomadenstammes Mittelasiens. Hier ist es den» Turkmenenführer Ehudajar Khan gelungen, Streitkräfte von über 15 000 Mann an der afghanischen Grenze zusam- menzuziehen, die unter der grünen Fahne des Propheten von Offizieren der alten zaristischen Armee unterstützt, die bolschewistische Herrschaft in Turkestan bedrohen. Offensichtlich im Zusammenhang hiermit steht die soeben gemeldete Erhebung der Tekke-Turkmenen zwischen der Kaspischen und der Mittelasiatischen Bahn unter dem kaiserlich russischen Obersten Tschubanoff, der ebenfalls über recht bedeutende Streitkräfte verfügt und eine Vereinigung mit den Aufständischen an der afghanischen Grenze erstrebt. Die Frage nach der Ursache dieser Aufstandsbewegungtn^ benen sich die wieder erwachten Basmatschi im Ferghanagebiet anschließen, wirft interessante Streiflichter auf die gegenwärtige politische Lage in Zentralasien und die an den dortigen Vorgängen interessierten Mächte. Die Bolschewisten versuchen ihre Stellung in Zentralasien nach Möglichkeit zu kräftigen, indem durch die am 1. Oktober in Kraft getretene rufsische Wehr- neriaffung die Turkmenen wie auch die anderen Völker Turkestans, die bisher stets vom Dienst im russischen Heer befreit waren, in die Rote Armee eingereiht werden sollen. Bei der bekannten monarchischen Gesinnung ünd überaus großen Tapferkeit und Freiheitsliebe dieser Bergvölker war von vornherein mit Schwierigkeiten zu rechnen, die wohl den äußeren Anlaß zu den gegenwärtigen Aufstandsbewegungen gegeben haben. 'Aufreizend hat fernerhin noch das oft sehr eigenmächtige Vorgehen der russischen. Vertreter in Turkestan gewirkt, die entgegen der von Moskau angeorbneten Milderung des politischen Systems die islamfeindliche Propaganda wieder aufnahmen und dadurch große Erbitterung hervorriefen. Eine ausreickiende Erklärung für den großen Umfang des gegenwärtigen Aufstandes vermögen die obigen Gründe einer versuchten Einstehung der Turkmenen zum Heeresdienst sowie die verstärkte Sowjetpropaganda aber kaum zu geben. Man kommt vielmehr, ähnlich wie bei den seinerzeit von England gegen den persischen Diktator Rim Khan auf gehegten Jomrid-Turkmenen an der persisch-russischen Grenze zu der Vermutung, daß auch diesmal (inglanb die Unzufriedenheit der tnr- kesta nischen Bevölkerung. besonders der Tekke- Turtmenen benutzt, um Sowsetrußland Schwierigkeiten in Zentralasien zu schaffen unb so die Stellung der jowselruffische»» Diplomatie in Europa zu schwachen. Für diese Wahrscheinlichkeit spricht u. a. die Anwesenheit monarchistischer russischer Offiziere in den Streitkräften der Aufständischen sowie die über Erwarten gute Ausrüstung der Armee Chu- dasar Khans, an der nur England ein Interesse naben kann, da Persien bereits seit dem Jahre 1921 mit Rußland einen Freundschaftsoertrag geschlossen hat, dessen Spitze deutlich gegen die englischen Ex- pansionsgelüste gerichtet ist. Außerordentlich bezeichnend für den politischen Hintergrund ist übrigens die Stellung der turkmenischen Streitkräfte an der afghanischen Grenze, von wo aus England ihnen genügend Rückendeckung zu geben vermag. lieber die Aussichten der gegenwärtigen Revolution in Turteslan läßt sich ein einigermaßen abschließendes Urteil heute noch nicht abgeben. Falls es Ehudajar Khan gelingen sollte, sich mit Öen Streitkräften der Tekke-Turkmenen an der Mittel- asiatischen Bahn, etwa in der Gegend von Mertv unb Buchara zu vereinigen, dürste es zu folgenschweren Kämpfen kommen, die dor eben wieder beginnenden Erholung des turkestanischen Baumwollbaues den Todesstoß versetzen und Turkestan wieder zu einem hungernden, unter den Schrecken des Bürgerkriegs leidenden Lande machen würden. Bon entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der politischen und kriegerischen Ereignisse und die etwaigen Aussichten der Aufständischen dürste fernerhin die Haltung der Bevölkerung in den beiden Volksrepubliken China unb Buchara fein, über bic sich gegenwärtig nur Vermutungen äußern lassen. Die russische Regierung scheint ben Ernst der Lage voll erfaßt gu haben unb beorbert bebeutenbe Truppenkontingente nach Turkestan, die besonbers Worth und Goeckel sahen schon auf der Terrasse des Kaninchenberges, als sie eines Abends hin-- auffamen, und man setzte sich an einen Tisch zusammen. Es war ein warmer, milder Sommerabend. Der ganze Hiimnel funkelte Don Sternen, ferne stand der dunkle Wald, an dem Himmel erschienen allmählich immer mehr kleine blitzende Sterne, drunten dämmerte die blaue Tiefe der lichtblinkenden Stadt im Talkessel. Sie saßen bis nach Mitternacht hier oben bei Spargel, Flädle und Sekt. Sin reiner, kühler Aachtwmd wehte. Franziska war am vergnügtesten. Sie fand in Worth einen wortwitzigen Gegner, mit dem sie raketenähnlich aufsteigende Gedanken austauschte, er parierte elegant. Berauscht von der Schönheit des Abends, trunken von der milden Sommerlust, lehnte Franziska in ihrem Stuhl, träumerisch, launenhaft und lachend. Sie war echt an diesem Abend, ungeschminkt, die Herren waren entzückt von ihr. Hasse war schweigsam geworden. Als man zusammen nach Hause ging, bot Worth Franziska den, Arm durch den dunilen Wald. Unb während sie lachend über die Wurzeln fliegen und sich im Gebüsch verirrten, hörten sie, wie Hasse unb Goeckel hinter ihnen über einen neuen Agarfilter, der rascher wie dec alte funl- tionierte, sprachen. Goeckel waren ein paar Glasplatten der Pestversuche kaputt gegangen, der Versuch war hin, er mußte neuen Aährboden anftztzen, es war zu ärgerlich. Gol: im Himmel, dachte Franziska, das reden die in einer Sommernacht. Als sie vor Franziskas Wohnung antamen, schloß Hasse ihr auf, lieh sie eintreten, zündete ihr das Licht an und verabschiedete sich formell. Am anderen Abend tarn er eine Stunde später wie sonst, unb es gab eine Auseinandersetzung zwischen ihnen, bie Franziska zuerst, keines Wortes mächtig, anhörte. Dani» wehrte sie sich. ..Herrgott noch einmal, was hab' ich benn verbrochen!" rief sie, wahrend sie feuerrot den Hut — sie hatten eben ausgehen wollen — auf den Teppich warst „Was ich gestern gesagt habe, als ob ick) das noch wissen sollte." „Das soll in technischer Hinsicht ben Aufslänbischen überlegen sind. In Anbetracht des immerhin als gut zu bezeichnenden Standes der Roten Armee sind die Aussichten dieses lokalen Turkmenenaufstanbes selbst bei starker englischer Rückendeckung nicht übermäßig groß, trotzdem die anerkannte und berühmte Tapferkeit dieser Bergvölker den russische»» Truppe»» manches zu schaffen machen wird. Der Enderfolg muß naturgemäß doch auf feiten der um vieles überlegenen Russen fein, so daß es nur zu bedauern ist, wenn eins der tapfersten und tüchtigste»» Völker Zentralasiens zu ben englischen ißer* suche»» einer fortgesetzten Beunruhigung Zentralasiens mißbraucht wird unb so bie englische Ausbeutungsherrschaft in Asie»» stützen hilft. Oberhessen. Lauvkrets Gredcrr. V Klein-Linden, 21. Dez. Die Gefolgschaft 5 Klein-Linben der Bruberschast Gießen des „2 u n g b e u t s ch e n Ordens" feierte am Samstag im Saale der „Burg" ihr Weih- n a ch t s f e st. Der Abend begann mit dem Liede „Stille Aacht, heilige Aacht". Daran schlosse»» sich Gebichtvorträge einiger Iungschwestern unb Sungbrüber, sowie zwei Gesangsvorträge breier Sd)western. Ei»» Gießener Ordensbruder hielt barauf eine Weihnachtsansprache int Orbenssinne. Dani» wurden vor» vier Brüder»» lebende Bilder zu der Melodie: „Ich hat!' einen Kameraden" gestellt. Im weiteren Verlauf des Abends ergriff dec Gießener Bruder noch einmal das Wort, um in schlichten Worten über bei» Bruber-- gedanhen zu sprechen. Hierauf folgten noch ein Zwiegespräch eines deutschen Vaters mit seinem Sohn unb das Gedicht: „Vergessen" vor» Paul Warnecke, bie mit großem Beifall ausgenommen wurden. Ein daraus folgender Schwank: „Leutnants Geburtstag" aus der Friebensz it bewirkte starke Lachsalven bei den zahlreichen Gästen. Aach einigen Musikstücke»» und einem lebenden Bild, das einen Gelehrten, einen Landmann, eine»» Arbeiter unb einen Iungdeutschen zu einem jungdeutschen Treuschwur vereinigte, würbe mit der Gewinnverteilung aus der Verlosung begonnen. Daran schlossen sich noch einige Musitvorträge. Bemerkenswert ist, daß diese jungdeutsche Weihnachtsfeier nicht mit einem Tanzvergnügen endete, sondern durch einige jung- deutsche unb vaterländische Lieder ihren Abschluß fand. Lollar, 21. Dez. Aus der jüngste»» G e- mein beratefifoung ist zu berichten: Die Hundesteuer für bas Jahr 192 6 wurde für ben ersten Hund auf 10 Ml., für den zweiten auf 16 Mk., ben dritten auf 20 Mk. und für den vierten auf 26 Ml. festgesetzt. Zu diese»» Sätzen tritt bie staatliche Hundesteuer von 12 Mk. Ein von Müller Christ, Holzmühle, eingereichtes Gesuch um Befreiung vor» der Steuer für seinen zweiten Hund wurde abgelehnt. — Bei der Festsetzung der Vergnügungssteuer einigte man sich auf folgende Sähe: Oesfentliche Tanzvergnügen 15 Mk., Maskenbälle unb Kostümfeste 30 Ml., größere Veranstaltungen im Freien für jeden Tag der 'Veranstaltung 50 Mk., alle anderen Vergnügen 10 Mk. — Zu Viehabfchätzern wurden Ludwig For-- b a ch, Wilh. Schmidt, als Stellvertreter Hch. Moos VI. und Ludwig Geißler V. ernannt. — Zu der von Staat ttnb Kreis vorgesehenen Summe zur Kinderspeisung, bewilligte der Gemeinderat in Anerkennung dieser so ssgens- reiche»» Einrichtung 150 Mk. - Rödgen. 21. Dez. Am Samstag wurde unser neuer Bürgermeister Johannes Wagner für fein Amt verpflichtet. Seine Wahl war seinerzeit von dem seitherigen Bür- genneiftev Kraushaar mit der Begründung angefochten worden, daß Wahlbeeinflussung durch Freibier stattgefunden habe. Der Provinzialaus- lchuß wies aber den Einspruch zurück. - - Auch ier sind eine Reihe von Kinder»» an Masern erkrankt: glücklichenoeife sind die ©rfranfungei» bis jetzt gutartig »erlaufe». 5. Rödgen, 21. Dez. An» Samstagabend uer» aiifto.ltetc die hiesige Schule im Saale des Gastwirts Balscr dahier eine überaus gelungene Weih- »» a ch t s s e i e r. Nach einem einleitenden Begrü- ßungsmarsch, bei» Werkmeister Karl Etzel- müller flott auf dem Kiabier spielte, begrüßte Lehrer Koch, als Vorsitzender des Schulvorstandes, die zahlreich Erschienenen. Alsdann wechselten sehr fein dargestellte dreistimmige Weihnachtschöre unter Leitung des Lehrers L e i s e n h e i m e r mit kleine»» und grö'eren Aufführungen der Schulkinder in bunter Reihe ab. Geradezu meisterhaft wurde das Märchenspiel „Marienkind" dargestellt. Lobend und anerkennend must auf die technische Hilfe, die die Mitglieder des Schulvorstandes bei der ganzen Feier leisteten, hingewiesen »verden. Ei»» autev Zeichen für _bne. schöne Verhältnis zwischen Elternhaus und Sck)ule, das in unserer Gemeinde besteh». — Am Sonntagnachmittag 3 Uhr sand in der Kirche die Bescherung für die Kleinkin ° derschule statt. Das Gotteshaus war dicht besetzt und lauschte den Verschei» und Liedchen der Kleinen und Kleinsten mit viel Teilnahme. Alten-Buseck, 21. Dcz. Kaum haben ein paar Leute von hier bie Annehmlichkeit beS Wiesecker Autobus erprobt, so macht sich in unserer Gemeinde immer mehr ber Wunsch geltend, er möge doch bis nach unserem Dorfe fahren unb die vielen Arbeiter, bic täglich nach Gießen müssen, abholen. Selbst heute, wo man die vielen Arbeitslosen Hal. gehe»r immer noch täglich 70 bis 100 Arbeiter unb» Arbeiterinnen nach ben» 40 Minute»» entfernten Bahnhof Aöbgen. Für bie Eisenbahn wäre allerdings ein Autobus, der nach Alten-Buseck käme, weniger angenehm. : Beuern, 21. Dez. Die Vr-cählung an» Anfang dieses Monats hatte hier nächfolaendes Ergebnis (die in Klammern angefügten Zahlen gelten für die Zählung in» vorigen Jahr): Pferde 53 (54), Rindvieh 577 (593), Schafe 3 (50), Schweine 419 (429), Ziegen 238 (226) Federvieh 2567 (2495), Kaninchen 104 und Bienenvölker 39. Auffallend ist der Rückgang in der Schafzucht. Dies ist darauf zurückzuführen, daß in diesen» Jahre eine Schafherde nicht mehr gehalten wurde und die Schafbesitzer gezwungs»» »uaven, ihre Tiere zu verkaufen ober selbst abzuschlachten. Unter den 53 Pferden befinde», sich 23 Fohlen, eine Folgeerscheinung des Krieges. Während in den Vorkriegsjahren in unserem Dorfe nur ganz wenig Pferde gehalten und Fohlenzucht nur ganz vereinzelt getrieben wurde, haben sich nach dem Kriege, infolge der Massenversteigerungen von Militärpferden, die gerade in unserer Gegend während der Demobilmachung ftattfanben, viele Landwirte Pferde an- geschafft. Gezüchtet werde», hauptsächlich kleine Russenpferde, nur einige Landwirte züchten schwerere Tiere. — Die Zahl der E r w e r b s l o s e »r war infolge des Beginns der winterlichen Holzhauerarbeit bis auf einen heruntergegangen, im Laufe dieser Woche hat sich ihre Zahl "auf 18 erhöht. — Wie im laufende»» Jahr, so wird auch für das Jahr 1926 durchs die Gemeinde eine Hunde st euer erhoben. Sie hält sich aber in niedrigen Grenzen und beträgt für den erste»» Hund 4 Mk., für jeden weiteren 2 Mk. mehr. * Grünberg, 21. Dez. Bei der an» 18. Dez. in Darmstadt ftattgefunbenen Sparprämienverlosung des Hessischen Sparkassen- und Giro- verbandes entfielen auf die Einleger der hiesigen Bezirkssparkasse 2 4 Prämien, darunter eine im Betrag vor» 500 Mk. Die betreffenden Sparer wurden alsbald non dem Ergebnis benachrichtigt. ' Grünberg, 22. Dez. Auf die m dieser Zeitung erschienene Klage über ben Fahrplan ber Butzbach-Lid)er Eisenbahn hörte man gerüchtweise, baß bie Bahnverwal- tung wenigstens bic Durchführung des Abend- zuges bis nach Grünberg ins Auge gefaßt habe. Da bis heute — unb es sind doch schon Wochen vergangen, — nichts erfolgt ist. scheint inait die Angelegenheit mit Vertröstungen erledige»» unb das gute Recht unserer Stadt auf bie konzessiv >»s mäßige»» breiZug-- pan re mißachte»» zu wollen. Weber der Stadtvorstand, noch bie zahlreichen Interessenten sind geneigt, diese Behandlung sich gefallen zu lasse»». Es roerben in Kürze Schritte zur Wahrung unserer Rechte getan werben. Man plant unter Zuziehung der Gemeinden, die eingrsehen haben, zbaß die Grünberger Interessen mit den ihren übereinstimmen, eine Versammlung aller Streckengemeinbei», zu ber auch bie Regierung, der der Schutz ber Gemeinbeinterrssenr obliegt, eingelaben werde»» soll. Man hofft ba- burd) die Bahnverwaltuag zu überzeugen, baß es unrätlich ist, bie Geduld ber Gemeinden, bie sich schon viel haben gefallen lassen muffen/ weiter auf bie Probe zu stellen. Die Konzessions- urfunbe- bietet Handhaben genug, bas Recht ber ftrerfenanlicgenbei» ©emeinben zu schützen. Die Durchführung des Abendzuges ist schon um deswillen wichtig, weil ber bis hierher fahrende Zug drei An s ch lü s sc/(»»ach' Gießen, nach Fulda und nach Lollar) erreichen würbe. Hoffentlich zeigt bic Bahnverwaltung bald, bah es ihr barum zu tun ist, nicht nur mit Worten, sondern auch butd) Säten zu beweise»», daß sie in gutem Einvernchmsn mit der Bevölkerung bleiben will. A l b a ch , ,21. Dez. Nachdem der Äreisaus- fchuß die hiesige B ü r g e r »n e i st e r w a h l für ungültig erklärt hatte, fand gestern Neuwahl statt. man aber wissen", sagte ec und packte sie zähneknirschend am Handgelenk. „Sieh dich vor, daß du nur Sachen sagst, die du am anderen Tag nicht bereuen mutzt. Wenn du nur wüßtest, was solche Herren am anderen Tage von euch sprechen." Das brachte Franziska vollends auf. „Dann bring mich nicht zusammer» mit solchen Menschen!" Sie weigerte sich, mit ihm auszugehen, unb sie schieden im Zorn voneinander. Als er am nächsten Aachmittag in Franziskas Wohnung kam, war sie leer. Das Mädchen empfing ihn unb überreichte ihm einen kleinen Bries, worin eine Eintrittskarte zu einem Wohltätigkeitsbasar lag, in welchem Franziska heute zu fingen zugesagt hatte. Trotz seiner Enttäuschung fuhr er hin, erhielt einen Platz an einec Säule in ben» überfüllten Saal unb kam gerade noch zurecht, als Franziska eine große Arie beendete, die rauschende»» Beifall hatte. Dann kamen ein paar unbedeutende Grieglieder unb dann das Straußsche „Cäcilie". Die feurige Begleitung setzte ein. Franziska glättete die kleine Aotenrolle in ber Hand, warf ben schönen dunklen Kops zurück unb heftete ihren Blick über alle hinweg nach ber Enrpore hinaus, wo b;r Hof sah. „Wen»» du es wüßtest, was iräumen heißt von brennenden Küssen..." Franziska fang es in einem stürmische»» Tempo, wie er es nie gehört, ber Begleiter griff in bie Tasten und schleuderte die wundervollen Aktorde heraus, daß bie prachtvollen Läuse da- hinrollten wie Perlen gestreut. Sie schloß die Augen... Wenn du es wüßtest, was Leben heißt ... schwoll ihre weiche Summe jubelnd empor, „umhaucht von ber Gottheit wildwogen dem Atem zu rauschenden Höhn..." ihre Brust hob sich unter ben weißen Spitzen, die mattgclbe Seide, die ihre Hüfte umspannte, schien auf dieser weißen Haut zu Flammen zu werden, die sie umloberten. ihre Haut schien zu brenne»», ber Atem zu glühen, sie knitterte die Äoten in ihrer Hand. Sie trug keine Handschuhe. Dieser feste weihe Arm unter dem Hauch von Spitzen, ber junge Hals mit ben blitzenden runden Tautropfen von Diamanten, alles wogte unb erbebte unter einem Sturme... „Wen»» du es wüßtest, du lebtest mit mir.. .“ Rauschend fielen bie Hände zum Beifall ein. Franziska verneigte sich tief, aber ihre Augen sahen ernst über alle hinweg ... Haffe verließ ben Saal noch unter dem donnernden Beifall, er hätte nichts mehr hören mögen, in seinem Ohr klang nur dieses Lied. Unb sie ist mein, klang es in ihm. Aber begleitet von nagendem feinem Schmerz. Wie lange, wie lange noch? Ihre A»»gen, bie über alle hinwegglitlen, schienen in eine andere Welt zu schauen, in bie er ihr niemals folgen konnte... Ja, er hatte heut abend das Gefühl, daß sie allein dort hinauf wollte, daß sie ihn verlassen könnte, zurücklaffen hier unten, während fie strahlend zu bei» Sternen aufstieg. Es kam ihm visionär ein Bild. Gr sah sie in dem Verwandlungsstück, das zu einem Benefiz eines beliebten Komikers gegeben wurde, auf einem Ruhebett liegen mit über ber Brust gefalteten Händen und geschlossenen Augen, wie sie hinaufglitt in wollige Hohen, umschwebt von Engeln. Franziska würde ihm entgleiten... ec hielt sie nicht... Er eilte an ihrer Wohnung vorbei, ihre Fenster marcit dunkel, er wußte, baß sie beut’ abend eingelaben war. ein Gast der Gräfin, die den Basar eingerichlet hatte. Sie würde in seine Welt heute eintreten, sie hatte sich darauf gefreut wie ein Kind Die Offiziere würden sich an sie heranwagen, die Hosleute in ihren glitzernden Uniformen, ihre Kühnheiten würden sie berauschen, er kannte fie so gut. oh, er war keinen Augenblick sicher, was sie wirklich tun unb' sagen würde... wen»»... Gibt es je ein Warum in dem Leden der Frau? Es firib unlösbare Scharaden. Priester, Aatsherren und Frauen legen ihr Gewand nie völlig ab. Aiem.als konnte er ihrer ganz sicher fein, er konnte sich niemals ganz einer drängenden Arbeit bingeben, weil immer diese Furcht in ihm lebte, sie zu verlieren. (Fortsetzung folgt) »US ^!'«U«. »rbL Ö, 21. D'.^Anie. Er r d.s 9. i- "aunt r.c 16 v’rjjrc^^Weit ^.naV^Ä mm»n QnjeS0^^“ wi vorigen fc ^>en • (593>- öäu \^rbc lc9en 238 (22fl ^,- 104 und Ai. ^ivikh ^inbrsÄ1 i '■tiSSS, tS?bti £vt.-s* ISS--Ä i“»«»»itssyji >. 'erben houpiWich kleine V*1* iüdjun Ichive- der fcrmerbslolTn Jns bet winietiichen jo|j! nl ^"'ergegangen, im suh 'hre Zahl aui 18 er» Men Iaht, |o wird auch burd) die Gemeinde eine 'k"- ?>e hä» sich aber in nelrogt für den ersten Hund !fen 2 Mk. mehr.' • üey Bei der am 18. Dt$. nbenen Sparprämien- sichen Sparkassen- und Tiro» 1 b>e Ginleger der hiesiaen r ö in i e n, darunter eine im *’e betreffenden Sparer tour Ergebnis benachrichtig!. J2. Dez. Auf die in öiefr Uüüc über den Fahr- ch-öicher Sisenbch ife. das» die Dahnvewr- >archsührung des Abend- rünberg in# Auge Ml - und eS sind doch Ichon - nichts erfolgt ist scheint it mit Aertrösiun-rn litte Recht unserer Lladl smaßtgcri öre/Zug» Dfiücn. Veöer b?r Stabt» ccichrn jutcreOentw lind .wq, iich grsoLM WiR. feu M Dahrmg uiv ytxW. MM YiMt unter nden. die einzrsehen sKn. Interessen mit W Versammlung alltt den. zu der aud) b:e > buh der SemeindeinlerrM lerden soll. Man hofft da- altunq zu überzeugen, MB Geduld der Srmrtnbrn. die, en gefallen taffen inuksen, zu stellen. Die Konzes srt-wf» '2rmül,u^Wn6fo^ cht ^,mdÄ n guten- WM da» *’ Lug,il(. er 'Bebööejmg 9 iireienus- L->. ’*S|,r.u»l I" M. * du * * der unter dem den Saal noch “ Horen 06t ki* ins «- >•« nem über allc Sc Aug^. zu isi M A konnte-- iil». aA& SM eriM je ('^Sen V& t'ÄoK-« ;W* ** *»•*, Ä- 2 Nachdruck verboten. 22. Fortsetzung. ist zur Stunde nicht mehr die Sache wieder gutschon erreicht", sagte sie Setzt bist sie sich aus etwas ausdenken, um zumachen. „Einiges habe ich Pelzmärtel. Ein Nürnberger Spietzeugroman. Nach dem Italienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein. Copyright 1925 bh 21. Scherl G. m. b. H., Berlin. so dumm ist es: glauben, daß zwei so anhängliche Kinder wie Otto und Liesel an deinen Belustigungen Vergnügen haben könnten, nachdem du ihnen zuvor einen Dorn ins Herz gebohrt hast. Scham dich! , Unö die Fata Morgana schämte sich wrrklrch, so unvorsichtig gewesen zu sein. Sn aller Eile sandte sie einen Kobold aus, um Titania Herbeizurusen. die Waldsee, die aus blauem Fingerhut. Waldmeister und Tausendgüldenkraut ein Tränklein zu brauen versteht, mit dem man die Erinnerung auslöschen und das Bewußtsein ein- schläfern kann. Daher wird sie auch die Fee des süßen Schlafes genannt. Titania bestieg schnell ihren Wagen, eine Melonenblüte, die von einem feurigen Dier- gespann von Grillen gezogen wurde. 2lls sie im Schloß eintraf, fand sie die Kinder, vom Weinen müde geworden und die lränenbenetzten Gesichter einander zugewandt, als wollten sie sich gegenseitig trösten, schon in ihren Bettchen schlafen. Wie gerne sie sich haben! dachte Titarna. Sch will ihnen für das ausgestandene Weh ein recht süßes Erwachen bescheren. Lind die Traumfee drückte auf die Lider der Kleinen den Saft einer unbekannten Blüte, füfotc sie auf die Stirne, ganz wie es eine Muttes gemacht hätte, und ging auf den Zehenspitzen aus dem Zimmer. Drei Tage und drei Nächte schliefen bie Kinder und hatten die süßesten Träume, die inan sich denken kann. Als sie aufwachten, hatten sie die Erinnerung verloren. Sie wußten nicht mehr, daß sie Otto und Liesel Tand aus Nürnberg waren und ihr Bater Im Gefängnis schmachtete. So konnten sie sorgenfrei in den Garten hinuntergehen, mit den Feen spielen und Orangen korbweise pflücken. Neuntes Kapitel. Während die kühnen Reisenden am Ziel angekcrnmen sind, wo jeder so viel Orangen essen darf, als er mag, gehen in der Heimat schreckliche Dinge vor sich, und Fifi. die ausgekniffene Gummikatze, rächt sich zwiefach an dem Llrheber ihrer Langeweile und unserer Geschichte. Mittlerweile hatten sich in Nürnberg die seltsamsten und unerklärlichsten Ereignisse zugetragen. Es ging Schlag auf Schlag. Kaum waren die Spielwaren verschwunden, verschwand auch der unterirdifche Gang, der seit Mcnschen- gedcnken in Nürnberg bekannt war. Kurz nachdem Pelzmärtel gegen den Eingang geblasen hatte, um ihn unsichtbar zu machen, tarnen zwei Stadtpolizisten an der Stelle vorbei und erschraken nicht schlecht. Tor und Riegel wie weg- geblasen! Sie schlugen Alarm, groß und klein strömte herbei, ungläubig, aber schon mit einem geheimen Gruseln. Lind es war wirklich so! Sie mochten sich die Augen aus dem Kopf gucken und zehnmal um die ganze Burg Herumlaufen, von einem unterirdischen Gang keine Spur! Einer eiligst einberufenen Versammlung der angesehensten Burger unter dem Dorsitz des Bürgermeisters blieb nichts übrig, als wohl oder übel belanntzugeben, daß Geheimnisvolles und Schreckliches die Stadt Heimsuche. Mit Feuereifer hatten sich die Fabriken nach dem Auszug der Spielwaren auf die Herstellung neuer geworfen, aber was geschah? Kaum fertig, verschwand jedes Ding, ohne auch nur ade zu sagen. So konnte das nicht weitergehen. Man stellte Wächter aus, auch nachts, um hinter den Spuk zu kommen. Alles vergebens! Die Wächter schworen, kein Auge geschlossen, nicht eine Sekunde die Vorräte unbeobachtet gelassen zu haben — und doch waren beim Morgengrauen Pupven und Soldaten. Pferde und Wagen, Katzen und Windmühlen verschwunden. Das war PelzmärtelS Derk! Nichts anderes konnte in Frage kommen. Auch diejenigen, die bis zu dieser Stunde seine Existenz in Zweifel gezogen, seine Erscheinung ein Hirngespinst und Ammenmärchen genannt oder als eine gelungene Fopperei des Nürnberger Trichters erklärt hatten, fingen an, nachdenklich zu werden. Wenn ich denke." gestand eine Mutter einer anderen Mutter, „daß ich die Geschichte vom Pelzmärtel selber für ein Märchen hielt, als ich sie meinem Mädelchen erzählte, bald, um es zu unterhalten, bald, um ihm ein wenig zu drohen —! And nun scheint es doch wahr zu sein." tröstend. „Peter Tand i,. ——— ............. im Gefängnis, ich weiß auch, wo er sich aufhält, darf aber fein Versteck noch nicht verraten. Dazu müssen wir Weihnachten abwarten. An Weihnachten wird alles ans Licht kommen." , Kommt Weihnachten aber auch bald? Morgana begriff, daß sie eine große Dummheit gemacht hatte. Es war ihr ganz aus dem Gedächtnis entfallen, daß Otto und Liefe! nichts von dem Schicksal ihres Vaters erfahren dursten, die Zunge: nur schnell fragte Liesel schüchtern. Otto zwickte sie in den Arm. damit sie keine so unnützen Fragen stelle. Morgana antwortete gütig: „Zuerst muß der Frühling vorbeigehen, dann der Sommer und der Herbst, auch noch ein Zipfelchen Winter. Aber du wirst sehen, die Zeit vergeht im Fluge, so viel Schönes werdet ihr hier erleben, so viel Belustigungen habe ich mir für euch ausgedacht." Cs wäre unnütz, zu leugnen, daß Morgana keinen guten Tag hatte: sie traf immer daneben. Sie wollte lieb fein, wollte aufheitern, und machte alles nur noch schlimmer. Wenn der Nürnberger Trichter dagewesen wäre, wie hätte der gelacht! Der Nürnberger Trichter würde zu ihr gesagt haben: Liebe ÜKorgana, du bist zwar eine außerordentlich mächtige Fee und ich nur ein armer Wicht. Lind doch, wenn ich heute den Auftrag erhielte, in den Kopf des Dümmsten der Dummen das allerdümmste Zeug hineinzugießen, eines hin- einzugießen würde ich mich weigern, nämlich das. dem Einfaltspinsel glauben zu machen, was er trotz meiner Behandlung nicht glauben würde. Der Kandidat Wiih. Lenz, der bn der ersten Wohl 116 Stimemn erhielt, wurde gestern mit 122 Stimmen wiedergewählt. Der Gegenkand.da Otto Zimmer, der beim ersten Wahlgang mit 105 Stimmen unterlag, kandidierte bei der zweiten Wahl 116 Stimmen erhielt, wurde geftern mit 122 wirt Heinrich Philipp Schäfer, welcher JJ stimmen erhielt. Lenz ist also zum Burgermet- '^V^ßYd), 21. Dez. Der letzte Advents- lonntag war hier zwei W e ihn a d) t81> 0 r - feiern gewidmet, die einen rechten Auftakt zu den kommenden Festtagen bildet. Als die frühe Winterdämmerung heran am ver'ammelten sich die kleinen, noch nicht kÄulpflrchttgen Krnver in der Marienstiftskirche zur Weihnachtsfeier d e r st ä d t i l ch e n K l e i n k i n d e r s ch u l e. Zu ihr hatten sich auch Bürgermeister V k er als Vorsitzender des Wohlfahrtsamtes der Stadt und viele Eltern, Angehörige und große und kleine .Kinderfreun e eingesunden. Bor dem bren- i-enden Weihnachtsbaum sagten die Kleinen unter Leitung von Schwester Lina Nebeling ihre Der e, Gedichte und Liedchen auf. Nach einer An'-rache von Stiftsp'arrer Schor- lemmer, die sich an die Kleinen und Großen rich'ete wurden den Kindern die auf weißgedeckten Tischchen ausgestellten Gaben überreicht. Gegen abend fand in der Kirche ein vom Frauenchor Deranstalteter Weihnachts- Lied cr'abenb statt. Außer einer reichen - Auswahl von Weihnach-tsliedern. die der Frauenchor unter Leitung von Fräulein Marie Säger zum Vortrag brachte und Die von Lehrer Stein, dem Stiftsorganisten, auf der Orgel, und von Lehrer Fries-Schlitz auf der Violine begleitet wurden, brachte der Abend auch einige Solostücke, an denen Fräulein Sager, Lehrerm Fräulein Bach uno Fräulein Auguste Schneider beteiligt waren, una einige Orgelvorträge. Allen Mitwirkenden gelang es. durch ihre Darbietungen Klänge wach werden zu lassen, die in die Christtage fortklingen. Höhepunkte der Feier bildeten unstreitig die Romanze für Orgel und Violine von Beethoven, und die süßinn.gen Klänge des alten, Liedes „Maria durch den Dornenwald ging“. Von dem Ertrag der Feier wird alten, kranken und armen Einwohnern, an denen es gerade in un'ercr Stadt nicht fehlt, eine kleine Weihnachtsfreude bereitet. > Dors -Gill, 21. Dez. 9n diesem Jahre wurden hier zwei Treibjagden veranstaltet, wobei .zusammen 4 3 Hasen zur Strecke gebracht wurden. Im Vergleich zu den Ergebnissen früherer Jahre dürste diese Zahl ziemlich niedrig sein. 0. Ober-Bessingen, 21. Dez. Im Saale von Gastwirt Johann Jacob feierten die beiden hiesigen Schulklassen ihr diesjähriges Jugend- fest. Im Juni konnte es aus verschiedenen Gründen nicht statsinden, weshalb es dieses Mal in einem Saale als Elternabend abgehalten wurde. Mehr als zwei Drittel sämtlicher Ortsein- wohner hatten sich eingesunden. Der Abend umfaßte Rheinlands-, Weihnachls- und Schülerfeier, sowie als letzten Teil „Bubenstreiche". Im Mittelpunkte der Ausführungen stand der Festoortrag des Kieisschnlrals Fischer zur Rheinlandfeier. Volks- lieber, Gedichtvorträge und kleine Theaterstückchen unterhielten die geladenen Gäste auss beste. Heitere und ernste Bilder füllten den Abend aus, wobei alle Schüler der Volks- und Fortbildungsschule zu ihrew Rechte kamen, wodurch aber die Ausführung sich auch etwas in die Länge zog. Besondere Freude bereitete es allen Anwesenden, daß Kreisschulrat F i f d) c r bis zum Schlüsse der Versammlung beiwohnte und so alle Eltern der Schüler ihn kennen lernen konnten. Der Elternabend hat allgemeinen Anklang gefunden. Es wurde der Wunsch laut, daß in jedem Winter ein solcher stattfinden möchte. Durch die beiden Jagdpächter wurden alle Schüler reichlich beschenkt. Mrciö Friedberg. sf. Friedberg, 21. Dez. Mit der Aufführung von Händels „Messias" erzielte der Musikverein einen vollen Erfolg. Da das Werk seit einer Reihe von Sahren nicht mehr gehört wurde, war das Interesse uni so großer. Sowohl die Chore unter der Leitung von Hermann H a n st e i n, als auch die Solopartien waren ganz hervorragend: als Solisten wirkten mit Frau Anni Quist orp-Wissig von Leipzig (Sopr.), W. Sturm von Frankfurt (Tenor) und G. Hofmann von Bad Homburg (Baß). Leider mußte es sich der Verein aus Spar- Darmstädter Künstlern gegeben, sand gestern in der Stadtkirche statt. Frl. Poldi Hehl fang mit ihrer seelenvollen, ausgeglichenen weichen Altstimme tief zu Her en gehende Weihnachtslieder, ihr prachtvoller Alt kam besonders in der Vachschen Arie aus dem Weihnachtsoratorium ..Bereite Dich, Zion" wundervoll zur Geltung. Konzert anger Otto Stahl verfugt über einen strah,enden Tenor, der besonders in den beiden schwierigen Arien aus „MesfiaS" und dem Weihiiachtsoratorium zum Ausdruck kam. Auch die herrlichen Eornelius'fchen Weih- nachts.ieder gtia'en an.' Herz. Der ausgezeichnete Stadtorganilt der ijeffilmen Hauptstadt spielte die ausgenählten Bach'ichen Fugen Pastorale, Tokkata von Mufsat vollendet »chon. Die prächtigen Vorträge hielten die Zuhörer stets in Bann und ge .'ährten reinsten Kunstgenuß. X Schotten, 21. Dez. Die hiesige land- wirtschaftliche W i 11 i e r f ch u l e wird in diesem Winter von 11 Schülern besucht, die alle derselben Lehrt lasse angehuren. Unterrichtet werden sie von dem Direktor und einem Landwirtschaftsrat des hiesigen Landwirt--schastsamtes. Letzteres und die Unterrichtsräume befinden sich in dem ehe- maligen „Posthäuschen", das früher eine sehr be- lannte »nd beliebte So .imerfrische war. Rach dem Wegzug der Besitzerin ha. es die Stadt vor einigen Jahren angekauft und es der Landwirtschaftlichen Winterschule zur Verfügung gestellt. Riemand wird zu behaupten wagen, daß in einer Gegend, deren Pevolieriing zum grüßten Teil aus Landwirten besteht, der Bes >ch einer Landwirtschaftlichen Winterschule durch 14 junge Leute befriedigend genannt werden kann. Die Schule soll doch lediglich den Interessen der landwirtschasttreibenden Bewohner dienen. Zur Forderung dieser Jnterepen bringen Staat und Gemeinden große geldliche Opfer. A)offenllid) wird s-ch immer mehr die Erkenntnis Bahn brechen, daß die Belehrungen, die die jungen Landwirte in den Landwirtschaft schulen erfahren, in reichem Muße dazu beitragen können, den Er- trag der heimatlichen Scholle zu steigern. Daß dazu auch Opfer an Zeit und Geld seitens der Besucher der Schule erforderlich sind, ist unumgänglich. Aber die Landwirte müssen zu ihrem eigenen Nutzen dazu beitragen, daß die hiesige Landwirtschaftliche Winterschule besser besucht wird als seither. — Seit einigen Jahren wirkt hier unter der Leitung des Kreisdirektors die Fürsorge für bedürf- tige weibliche Personen des Mittelstandes. Ohne daß sie der Ocfsentlichkeit bekannt werden, empfangen Frauen des Mittelstandes, die sich dazu melden, und die ah bedürftig anerkannt werden. Wolle, aus der sie bestimmte Gegenstände unfertigen, bi.- ihnen eine Dame der Mittelstands- fitrjorge angibt. Bci Ablieferung der Gegenstände erhalten sie einen 2L bet'John, der -sich nach der Menge der nerarbei.Jen Wolle richtet Die Einrichtung hat sich als hüchst segensreich erwiesen. Am Samstag ist nun eine große Anzahl dieser Gegenstände im (Befamtmerte von etwa 1000 Mk. unter der Leitung des Kreisdirektors verlost worden. Den Gewinnern hat ein gütiges Geschick auf diese Weise ein schönes und billiges Geschenk auf den Weihnachtstisch gelegt. Alle aber, bie Lose gekauft haben, tragen bei zu einem mildtätigen Werke, denn der Reinertrag der Verlosung bient zur Beschaffung neuer Wolle und zur Bestreitung anderer Unkosten. — Wie alljährlich, so veranstaltete auch in diesem Jahre bie Beratungsstelle für Säugling s f ü r f 0 r g e und Mutterschutz eine Weihnachtsfeier. Im Nathaussaale war ein Christbaum angezündet, eine junge Dame trat als Christkind auf und verkündete bie Weihnachtsbotschaft. Leuchtenden Auges betrachteten die Kleinen die strahlenden Kerzen des Tannenbaumes und schauten verklärt auf bie Gestalt bes Christkindes. Die Veranstaltung fand unter der Leitung der Kreisschwester der hiesioen Beratungsstelle, Frl. Anna Schnell, statt. Durch Zuwendungen von behördlichen und privaten Mitteln war sie in der Lage, viele bedürftige Kinder und Eltern mit Gaben zu bedenken, bie größtenteils praktischen Be- dürfnisjen dienen. Niemand Hal einen berechtigten Anspruch auf solche Gaben. Sie sind gestiftet, um da helfend einzugreifen, wo es nottut. Unparteiisch eriußt die „braune Schwester" ihre edle Menschenpflicht. lg. Gedern, 19. Dez. An, gestrigen Abend hatten sich die Eltern der Schüler und sonstige hiesige und auswärtige Freunde und Gönner der Privat - (5) 0 f t a p l a n e i •) Schule im Saale des Bergwirtshauses zusammengefunden, um der Ausführung des Deutschen W e i h n a ch t s - i spieles von Lina Hilger beizuwohnen. Die samkeitsrücksichten versagen, das Werk mit Or- cheslerbegleitung aufzu uhren, die Klavierbelei- tung versah Dr. E. Müller mit bera.mter Meist erjch.ifl. — Untere Stadt steht eb.11 im Zeichen der Weihnachtsfeiern. All? Schulen und Verein: bemühen sich, etwas w'.rtlich Gediegenes und Künstlerisches zu bieten. So war die Feier, die die Schiller- und Frauen- schule im Saale von Grosz-Fri?dberg veranstaltete, von einer echten wechnuch ltchen Sckmmung getragen: da die Anitalt über hervorragende musikalische Kruste r>erfügt, so standen auch die Darbietui'gen, besonders bie Wiedergabe eines Weihnachtölplckes, auf einwano^reier Höhe und erregten bei der überaus zahlreichen Zuhörer- sch si, besonders bei der Jugend, die größte Anteilnahme und begeisterten Beifall. Auch die Blindenanstalt wußte ihre Feier schön und ergreifend zu gestalten, was bei den besonderen hier waltenden Llmständen ja doppelt b:greiflich ist <£ Bad-Nauheim, 21. Dez. Eine Weihnachtsfeier, die viel Anklang gesunden hat. veranstaltete der Turnverein 1^60 gestern für feine Schülerabteilung. Die Turnhille war bis zum letzten Platz gefüllt. Nach der herzlichen Begrüßungsansprache von Lehrer O s; w a l d zeigten die einzelnen Abteilungen unter Leitung von Turn- und Sportlehrer Lehmann bas deutsche Turnen in seiner ganzen Vielgestaltigkeit turnerisches Können kam an den verschiedensten Geräten zur Geltung, und zur Entfaltung von i y.hmik und Anmut gaben die wunderschöne:' 71. Spiele der kleinen Mädchen und die Volkstüze t. größeren Mädels Gelegenheit. Das nette Christjpiel „Knecht Rupprecht und das Christkind besuchen das Situ berturnen" leitete über zur Wei achtsbeschsrung. Durch die Opsersreudigkeit hiesiger und auswärtiger -curnfreunöe war es, wie in den Vorjahren, möglich gewesen, jedem der etwa 150 Kinder ein schönes Weihu chtepalet ' en mit wertvolle- - Inhalt zu überreichen. Gedichtvorträgc und Wk -achts- chöre, die Lehrer Diehl leitete, gaben der ganzen wohlgelungenen Veranstaltung die rechte Weihnachtsstimmung. — Gestern abend veranstaltete der Evangelische Jugend- und Männerverein, ebenfalls in der Turnhalle, seine Weihnachtsfeier. Der Saal konnte die Besucher kaum fassen. Im Mittelpunkt der erhebenden Feier stand die tiefempfundene Weihnachtsansprack^ von Pfarrassistent Hofmeier, die den Sinn der deutschen Weihnacht und des deutschen Weihnachts- baums packend empfinden ließ. Aus der reichen Vortragsfolge feien die beiden Weihnachtsstücke „Großvaters Weihnachtskrippe" und „Das Lied der Mutter", ein ergreifendes Volksftück mit Gesang, besonders hervorgehoben. Auch bie von F < Luise P 0 rth gelungenen Lieder , Christbau: >. und „Christkind" von Peter Cornelius und eine stattliche Reihe von Weihnachtsgedichten wurden trefflich vorgetragen und ernteten lebhaften Beifall. Die Feier war in ihrem ganzen Verlauf eine feine Einstimmung auf das Weihnachtsfest. • Butzbach. 21. Dez. Die auf dem Schrenzer errichtete Schuhhütte, von der man eine prächtige Aussicht auf die Wetterau hat, wird vom Butzbacher Taunusklub „A u g u ft- St 0 rch - Hü11e" benannt werden, zugleich will man in der Hütte eine entsprechende Erinnerungstafel anbringen. Damit soll das Andenken an den um Butzbach hochverdienten Rektor Aug. Storch die gebührende Ehrung finden. > Samba d), 21. Dez. Während des Krie- aes wurden auf dem hiesigen Friedhof zwei franzo fische Kriegsgefangene beerdigt. Jetzt erschien nun ein Umbettungskom- mando, die Leichen wurden ausgegraben, umgesargt und abtransportiert. (_ Nieder-Florstadt, 21. Dez. Die Schule brachte ihre Weihnachtsfeiern. Die Beteiligung der Eltern war, wie gewöhnlich, sehr groß. Die Feier am Samstag gestaltete sich zu einem Famiiienabend des Arbeitergesangvereins „Liederkranz". Ein Weihnachtsstückchen „Weihnachten im Walde" wurde sehr gut von Kindern aus allen Schulklassen gespielt. Das Spiel wirkte sichtlich auf die Zuschauer, da es mit seinem sozialen Einschlag so recht in die jetzige schwere Zeit paßte. Als zweites Stück folgte ein Märchen: „Schneewittchen". Die einzelnen Bilder waren von Lehrer Appel, der auch die Gesänge begleitete, sehr gut ausgearbeitet, mit Spannung lauschten die Zuschauer, und reicher Beifall dankte Lehrer und den Schülern. Außerdem wurde jedem der anwesenden Kinder ein kleines Weihnachtsgeschenk ausgehändigt. Die Pausen waren mit sehr „Cs i st wahr," antwortete die andere Mutter, „den Pelzmärtel gibt es wirklich. Nicht selten halten wir die reine nackte Wahrheit für Erfindung und umgekehrt die törichtsten Erfindungen für wahr. Meine Großmutter hatte recht, als sie sagte, es gäbe unendlich viel unverständliche Dinge auf der Welt. Man sollte sich vornehmen, nicht gleich so überlegen zu tun und alles zu wissen vermeinen, bloß weil man lange in die Schule gegangen ist. Meinst du nicht auch?" 3a. Jetzt war die erste Mutter auch überzeugt, und so ging es noch vielen anderen unZ> sogar vielen Männern und Vätern. Ungläubige blieben natürlich trotzdem übrig, wenn sie auch nur deshalb anders sagten, um geistreich zu scheinen und gescheiter als die Frauen. Das waren die Leute, die immer alles besser wissen und immer gleich mit einer Erklärung zur Hand sind. Der unterirdische Gang ist verschwunden, nun ja, was ist da schon Rätselhaftes dabei? Die Erde hat sich einfach gesenkt, und wer nachgraben würde, stieße selbstverständlich auf das versunkene Gewölbe. Sie selber hüteten sich jedoch nachzugraben. Ein wenig Furcht hatten eben alle... Dann tarnen Tage, an denen nichts Außergewöhnliches vorsiel. Rur daß die Spielwaren nach wie vor aus den Fabriken verschwanden, so daß die Fabrikbesitzer gezwungen waren, zu schließen. Das war ja nun freilich ein harter Schlag, aber schließlich traf er doch nur die Fabrikanten. Die Handver.'er und Arbeiter konnten sich anderen Gefchästen zuwenden. Wir können uns doch nicht bloß mit Spielwaren beschäftigen, sagten sich die biederen Rümberget, wir haben anderes zu tun! ile&rigenä würde der ebenso launische wie rachsüchtige Pelzmärtel eines Tages des dummen Spieles überdrüssig werden und alles zurückgeben, was er an sich genommen hatte. Die Kinder mußten ihn halt schon bitten und seinen Zorn besänftigen. Na, und was den unterirdischen Gang anbelangt, das war ja auch nicht so schlimm, wahrscheinlich war er hat doch versunken. Die Gelehrten hatten ganz recht. Niemand sprach mehr davon. (Fortjetzung folgt.) « ' schonen Gesängen des Gemischten Chores und des ' Männerchores ausgefüllt. An diesem Abend, an i dem Eltern und Schüler gemeinsam wirkten, konnte man so recht sehen, wie stark die Schule mit der Bevölkerung verwachsen ist. Am gestrigen Sonntag um 2 Uhr hatte Lehrer Heller die Eltern zu einer kurzen Weihnacktsfeier in seinen Schulsaal eingelaben. Lieder und Gedichte, so wie sie im Lause des Schuljahres gelernt wurden, gaben den Eltern einen Einblick in die ed)ularbeit. Ein Heines Weih- nachtsfpiel „Weihnachten am Heidenstein" wurde sehr beifällig ausgenommen, ebenso die Gedichte in Wctterauer 'Mundart. Aus der Elternfchasl heraus wurden die Leistungen der Klasse (6. Schuljahr) in warmen Worten anerkannt: besonders die zweistimmigen Gesänge nach Werle. Abends um 7J Uhr gab das S. Schuljahr unter Lehrer Rühl einen Elternabend. Hier wurden ganz hervorragende Leistungen geboten. Die dreistimmigen G sänge wurden derartig fein vorgetragen, daß sich die Eltern davon überzeugen konnten, wie gut unsere Schule arbeitet. Außer einem gut gelungenen Weihnachtsstück wurde noch eine kleine Humoreske „Doktor Allwissend" mit sowie! Geschick und Verständnis gespielt, daß der Beifall nicht enden wollte. Das sehr reichhaltige Programm befriedigte die Zuhörer — der Schuls.ial war überfüllt — vollauf. — In der letzten G e m e i n d e r a t s f i y u n g wurden die 10‘ Baillustigen, die sich nächstes Jahr gemeldet haben, dem Rrete-amt zwecks Erlangung eines Bau- darlehens vorgeschlagen, und zwar wurden für jeden 2500 Mk. beantragt, von denen die Gemeinde die Hälfte trägt. — Im Distrikt Siephanswiese hält sich jetzt noch eine Schnepfe auf. Bei der Treibjagd wurde sie beschossen, sie ist aber vorige Woche wieder gesehen worden. Eine seltene Jagdbeute hatte unser Förster. Vor kurzem schoß er ein schwarzes Eichhörnchen. Leider wurde versäumt, es zu präparieren. Im hiesigen Tannen wald halten sich sehr viel Kreuzschnäbel, die ja bekanntlich irtü nisten, auf. Der sehr reiche Samenertrag der Tannen hat sie wohl angelockt. Auch der Marder scheint, wie aus den vielen Spuren im Schnee zu sehen ist, sehr zahlreich zu fein. Erbeutet wurde qber, trotz eifrigen Nachstellens, bis jetzt noch kein Tier. Atrcie Büdingen. nd. Nidda, 21. Dez. Das gestern abend in der hiesigen Staittkirche veranstaltete Kirchenkonzert des Oraloriensängers Stahl, der Altistin Poldy Hehl und des Stadtorganisten Studienrat Borngässer, sämtlich aus Darmstadt. war nicht nur ein künstlerischer Hochgenuß für jeden Mufiksreund. sondern nach eine seelische (Srquid’ung für jedes glüi bige Christenherz. Gleich xu Beginn wurden die zahlreichen Besucher durch oie feierliche Orgcltofata Nr. 6 von Muffet in weihevolle Stimmung verseht. Die nun folgenden drei Wcibnachtslied r für Alt leiteten durch ihre wundervolle, ergr^i, enden Melodien zur Weih- nachtssrcude über. Nicht minder eindrucksvoll waren die drei Weihnachtslieder von Cornelius, die Konzertsänger Stahl mit wohlklingendem '.Tenor vortrug. Weiter folgten noch u. a. je eine Arie aus Händels ..Messias" und auS dem „Weihnachtsoratorium" von Bach. Das Programm wurde mit hoher Vollendung durchgeführt. Eine Bachsche Tokkata und Fuge in V-Moll bildete den Schluß des herrlichen Weihnachts- konzertes. In würdiger Weise haben die Dann- städter Künstler auf die nahen Festtage vorbereitet. Der Besuch des Konzertes war recht gut. —Ortenberg. 21. Dez. Gestern abend wurde die Frau P r i nz e ssin E r nst zu Stolberg-Rohla von einem Töchterchen entbunden. Mutter und Kind befinden sich wohl. ftrciö Schotten. *■ Schotten, 20. Dez. Leider hat heute Taulyetter eingesetzt, das unsere herrliche, weihnachtliche Schneelandschaft beeinträchtigt. Eine Menge Skiläufer waren auf dem Hoherods- kops anwesend, die nochmals dem Skisport kräftig huldigten. Hoffentlich seht bald wieder etwas Frost ein, damit auch die Gefahr eines Hoch- wafsers gebannt wird. Aus den Hohen lagern ungeheure S ch n e e m a s s e n, die bei plötzlichem Tauwetter der Niederung gefährlich werden können. — Infolge des schlechten Wetters war auch das Weihnachtsgeschäft am heutigen goldnen Sonntag nichtdasbeste. Die große Geldknappheit macht sich allenthalben stark bemerkbar. - Schotten, 21. Dez. Man schreibt uns: Ein wunderbares Kirchenkonzert, von drei Erwartungen der Versammlung wurden weit über- hnficn. Dank der glänzenden Einstudierung des . . . ippcnjpiels durch die Lehrerin Frl. Brcnzel und der geschickten Rollenverteilung hinterließen die linjchien Bilder bei den Anwesenden einen tiefen C indruck. Der Leiter der Schule, Hofprediger W i d- : iann , verlieh dein Dank der Elternschaft an die tugendlichcn Darsteller, die sämtlich ihr Bestes gegeben hatten, und an das Lehrpersonal Ausdruck, indem er besonders hervorhob, daß es Aufgabe der Schule sei, solches echt deutsches Volks- und Bildungsgut der Vergessenheit zu entreißen, und daß alle dahinzielenden Bestrebungen zu begrüßen seien. Recht beifällig aufgenommen wurde auch der , Sternentanz" sowie mehrere Weihnachtslieder und -gedichte, die stimmungsvoll zu Gehör gebracht wurden und sich deni Programnie würdig einfügten. — Durch den Biß eines Hundes, der leichterer Natur zu fein schien, und dem man daher keine allzu große Bedeutung beigemessen hatte, trat bei einem etwa neun Jahre alten Knaben Blutvergiftung ein. Durch rechtzeitige Inanspruchnahme des Arztes konnten schlimmere Folgen verhütet werden. Aus dem Vorfall erhellt zur Genüge die Gefährlichkeit eines Hundebisses. (!) Unter-Seibertenrod, 21. Dez. Es ist zur Genüge bekannt, daß in letzter Zeit nlkr- wärts Bestrebungen im Gange sind, welche darauf obzielen, das Rotvieh unseres Vogelsberges wieder züchterisch auf die Höhe zu bringen. In unserem Dorfe, in dem sich die Reinzucht der Vogelsberger Rasse noch tadellos erhalten hat, finden diese Bestrebungen allgemeines Verständnis und Unterstützung. So ist höheren Ortes jetzt auch =o% J3q uajjnqsuoijü)© uauiaaaih 'juujdab gelsberger Höhen rasse zu stationieren. Mögen diese Bestrebungen in Erfüllung gehen zum Wohle unserer Landwirtschaft. lg. Aus dem Vogelsberg, 21. Dez. Kürzlich wechselte durch den O b e r w a l d Schwarzwild. Es berührte die Distrikte Steinchen im Grebenhainer Bezirk und „Weißer Stein" in der Gemarkung Hartmannshain. Die Fährte der neuen Gäste verfolgten Forstmeister Reitz- Grebenhain und Förster D i l l e m u t h- Berniutshain. Beide Herren hätten zuni Schüsse kommen können: doch trugen sie im Augenblick nur Waffen für Schrotmunition, weshalb sie da« von Abstand nehmen muhten. Kreis Alsfeld. Nieder-Ofleiden, 21. Dez. In dem B u s a l l w e r k der Mitteldeutschen H a r t- st e i n i n d u st r i e dahier ereigneten sich zwei e r n st e Unfälle. Morgens gegen 9 Uyr kamen, jedenfalls infolge des eingetretenen Tauwetters, plötzlich Steine ins Rollen und trafen einen auf der Sohle des Steinbruchs beschäftigten Arbeiter aus Schweinsberg so unglücklich, daß er als Schwerverletzter nach Hause geschafft werden mußte. Auf dieselbe Weise ereignete sich etwa zwei Stunden später der zweite Unfall. Diesmal wurde der 'Arbeiter Carle aus Rieder-Gemünden von einem fallenden Stein in die Hüftgegend getroffen. Der Arzt brachte den Verletzten mittels seines Autos in die elterliche Wohnung nach Nieder-Gemünden. Starkenburg. * Darmstadt, 21. Dez. Am Freitag stürzte ein Kind der Familie Weitz en aus dem Fenster des zweiten Stockes und fiel direkt i n den eisernen Staketenzaun des Gar- . t e n 5 .Die Verletzungen waren so schwer, daß das Kind im städtischen Krankenhaus gestorben ist. — Ein Opfer tollen Uebermutes wurde 'dieser Tage in L a m p e r t h e i m ein 19jähriger Arbeiter. Mit noch anderen Arbeitern vom 1 Holzsammeln aus dem Walde zurückkehrend, ging y er an dem Leitungsmast der Kraft- und Hochspannung des Wormser Elektrizitätswerkes vorüber und bestieg den eisernen Mast bis zur Leitungsspannung trotz eifriger Warnung seiner Kameraden. Er b e - rührte die 20 000 Volt starke Strom- l e i t u n g und fiel sofort tot zur Erde nieder. WSN. Offenbach, 21. Dez. Ein heiteres Intermezzo ereignete sich heute vormittag gegen 11 Ahr, als die Lokalbahn nach Frankfurt fuhr. Nicht weit von der Endstation blieb der Zug auf der Strecke st ehe n. Ein Bulle hatte sich aus dem Frankfurter Schlachthof los« gerissen und war auf seiner Flucht auf die Eisenbahnschienen gelaufen, wo er denZug kampfbereit mit gesenkten Hörnern erwartete. Der Lokalbahnzug muhte daher halten, bis die Verfolger den Bullen wieder eingefangen hatten. Der Zug erlitt infolgedessen eine Verspätung von etwa 10 Minuten. WEN. Bensheim, 21. Dez. Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Bensheim beträgt zur Zeit 1647 mit insgesamt 2230 Familienangehörigen. Die Zunahme der Erwerbslosigkeit hält weiter an. Preußen. Kreis Wetzlar. 4 Wetzlar, 21. Dez. Zum Nachfolger des verstorbenen Herrn Christian Cloos im Provinzial.Landtag der Rheinprovinz hat die" Wahlkreisleitung der Deutschen Volkspartei Herrn Kommerzienrat Adolf Koehler- Wetzlar bestimmt, nachdem die in der Reihenfolge der Liste in Frage kommenden Persönlichkeiten aus triftigen Gründen die Uebernahme des Mandats z. Z. abgelehnt haben. Kommerzienrat Koehler hat bereits den voraufgegangenen drei Prooinzial- Landtagen angehört. Von seiner Sachkunde und Vertrautheit mit den Angelegenheiten der Provinz darf eine wirksame Förderung unserer Belange erwartet werden. ZJ Wetzlar, 19. Dez. Einbrecher trieben in der letzten Nacht ihr Unwesen. Sie wählten sich die engen Höfe und Durchlässe zwischen den Häu. serreihen der Krämerstraße und Lahnstraße, die durch das stark abfallende bergige Gelände für ihr dunkles Treiben besonders geeignet waren. In einer Metzgerei ließen sie außer einem Geldbetrag noch eine Herrenuhr mitgehen, kletterten bann in den Hof einer Apotheke, wo sie jedoch anschei- »end gestört wurden, und nahmen bann aus einer naheliegenden Privatwohnung noch eine Kassette mit. Ob sonst noch Gegenstände aus andern Häusern gestohlen wurden, war bis zur Stunde nicht sestzustellen. Bei den Dieben kann es sich nur um Personen handeln, die über eine genaue Ortskenntnis verfügen, da es für einen Nichteingeweihten unmöglich ist, sich so zurechtzufinden, wie dies hier der Fall gewesen ist. —. — Dutenhofen, 20. Dez. 135 Ha - s e n und 2 Fasanen wurden bei den Treibjagden, die gestern und vorgestern in unserer Gemarkung stattfanden, zur Strecke gebracht. Außerdem erlegte Förster Schröder im hiesigen Revier in den letzten Tagen acht kapitale Füchse. Kreis Marburg. j| Marburg, 21. Dez. Die philosophische Fakultät der hiesigen Universität verlieh dem hier wohnenden Generalleutnant z. D. Exzellenz Bernhard Rathgen „dein gelehrten Kenner Der Artilleriegeschichte. dem Wiederentbecker des mittelalterlichen Drehkraftgefchützes, dem Ergrün» der des deutschen Ursprungs der Pulvermasse" die Rechte und Würde eines Ehrendoktors. Exzellenz Rathgen, der früher dem Kriegsmini- flcrium angehörte. beging kürzlich sein 60jähriges Diensljubiläum. Maittgau. WSR. Frankfurt a. M, 21. Dez. Heute vormittag verabschiedete sich der bisherige Frankfurter Polizeipräsident Ehrler von der Beamtenschaft des Polizeipräsidiums im großen Sitzungssaale dieser Behörde. Der Inhaber eines hiesigen Bankhauses, Schrö- d e r, ist vor einigen Tagen freiwillig aus dem Leben geschieden. Sck)röder. der lange Jahre Kassierer der Mainzer Filiale der Elsässischen Dank war. hat sich einige Jahre vor dem Krieg hier selbständig gemacht und sein Bankgeschäft zu einer gewissen Prosperität gebracht. Im Kriege und während der Inflation hat er ebenfalls sehr gut verdient. Vor etwa einem Jahre hat er bei Börsenspekulationen sehr viel Geld verloren. Am Börsengeschäft war er im letzten Jahre nicht mehr beteiligt und hinterläßt deshalb auch keine Börsenschulden. 3n der letzten Zeit hat sich «Schröder, allerdings erfolglos, mit der Vermittlung von Auslandkrediten beschäftigt. Seit etwa einem Jahre stand er nun vor dem Nichts, und zwar in einem solchen Maße, daß er gewissermaßen um das tägliche Brot kämpfen mußte. Schröder war allgemein beliebt und überall als ein ehrlicher und lauterer Charakter bekannt. Direkte Schulden hinterläßt er nicht. — Heute vormittag wurde in der Kaiserstraße in der Nähe des Rohmartts ein etwa ZOjäfjriger Mann von einem Wagen der Linie 11 angefahren und mehrere Meter weit f o r t g e s ch l e i f t. Er erlitt einen Schädelbruch und wurde nach dem Krankenhaus geschafft. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. WSN. Höchst a. M., 21. Dez. In der letzten Stadtverordnetenversammlung würbe die schwierige Finanzlage der Stabt Höchst sehr ausgiebig besprochen. Ein Stabtverorbneter erklärte u. a., daß, wenn der Nachtragsetat genehmigt sei, man erst erkennen werbe, wie schlecht die Lage sei. Es sei nicht ausgeschlossen, daß dann Höchst ebenso wie Dortmund sich zahlungsunfähig erklären müsse. Der Nachtragsetat soll sich, wie verlautet, auf rund 600 000 Mark belaufen. WSN. Homburg v. d. H., 21. Dez. Im letzten Sommer fanden in unserer Stadt Ge - mälbet*er ft ei gerungen statt, auf denen namentlich Gemälde aus der Düsseldorfer Schule der 60er, 70er und 80er Jahre, z. D. von Burggraf, ©ebner zum Verkauf gelangten. Die Versteigerungen erregten damals viel Interesse, da die Meisterwerke zu einem verhältnismäßig niedrigen Preis angeboten wurden. Die Kriminalpolizei hat jetzt festgestellt, daß es sich um einen großangelegten Schwindel handelt. Sie hat im Zusammenhang damit den sog. Gemäldehändler B e r tz k h, einen früheren Friseur- gehilfen. fest genommen, weil er überführt ist, eine große Anzahl von gefälschten Gemälden, Oie er mit dem Namen berühmter Maler versehen hatte, in den Handel gebracht zu haben. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Hana», 21. Dez. (WSN.) Der Besitzer der Altstadtapotheke und seine Ehefrau wurden heute vormittag in ihren Betten tot a v f gefunden. Es ist noch nicht festgestellt, ob es sich um einen Unglücksfall oder freiwilligen Tod handelt. Die direkte Todesursache soll angeblich auf den Genuß einer übergroßen Dosis Schlaf- pulver zurückzuführen fein. Untersuchung ist eingeleitet. Wirtschaft. Wettere Verbesserung der Außenhandelsbilanz. 2rn November betrug die Einfuhr, einschl. 36,8 Millionen Gold und Silber, 894.3 Millionen: mithin die reine Wareneinfuhr 857,5 Millionen, gegenüber 1074,2 Millionen im Vormonat. Die Ausfuhr betrug, einschl. 5,1 Millionen Gold und Silber, 796,5 Millionen: mithin die reine Warenausfuhr 791,8 Millionen, gegenüber 846,5 Millionen im Oktober. Es ergibt sich demnach eine Passivität der Handelsbilanz im reinen Warenverkehr von 67,7 Millionen, gegenüber 228 Millionen im Oktober. Da erfahrungsgemäß der Dezember ein Monat steigender- Ausfuhr und fallender Einfuhr ist, rechnet man für den laufenden Monat mit einem Ausgleich der Handelsbilanz. Die Gesamtpassivität des laufenden Jahres beträgt bisher rund 3,7 Milliarden. * Winterurlaub b e i den Opelwerk e n. Zwischen der Werkleitung und dem Betriebsrat der Opelwerke in Rüsselsheim ist eine Vereinbarung abgeschlossen worden, wonach die Arbeiterschaft während der Stillegung des Werkes (24. Dezember bis 11. Januar) als beurlaubt gilt. Die Zahl der ihr zustehenden tariflichen Urlaubstage wird voll angerechnet. Dafür kommt im Jahre 1926 jeder weitere bezahlte Urlaub in Wegfall. Eine Rate der Urlaubsgelder gelangt noch vor Weihnachten zur Auszahlung. Die Belegschaft stimmte der Vereinbarung mit 1500 gegen 1200 Stimmen zu. * Fuchs Waggonfabrik 01.=®., Heidelberg. Die gestrige 26. Generalversammlung genehmigte die Regularien und nahm einen Antrag des Aufsichtsrates über die Abänderung des Nennbetrages der auf 50 Mark umgestellten Stamm- und Vorzugsaktien Lit. B. für 4 Aktien von je 1000 RM. sowie eine entsprechende Oien- derung des Stimmenverhältnisses der Vorzugs- nftien an. Der Verlust von 326 433 Mark soll aus der gesetzlichen Reserve gedeckt werden. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Drtun: | 5®/i Deutsche Rcichsanleihe . 4% Deutsche Ncichsanleihe . 3'/,°/<, Tcuische Reichoanletbe 3% Deutsche Ncichsanleihe . Deutsche Svarpräniicnanleihe 4% Preußische Konsolä . . . 4% Hessen........ 3Va% Hessen 8% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll-Schay-Anweisng.*) 4% Zolltürkcn 5°/o Toldmexikaner .... Berliner Handelsgesellschaft • Commerz- und Prrvat-Bank Darmst. und Narionaldank . Deutsche Bank Deutsche Bereinsbank .... Disconlo Commandit . . . Metallbank Mitteldeutsche Crcditbank . . Oesterreichlsche Creditanstalt Westbank ......... Bochumer Guß ...... Buderus ■ . ....... Caro . Deutsch-Luremburg Gelsenkirchener Bergwerke . . Harvener Bergbau ..... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln Laurahütte . Obrrbcdarf ......... Phönix Bergbau ...... Rheinstalss Niebcck Montau ....... Tellus Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont-Guano..... Badische Anilin........ Chemische Malier Alapia . . Goldschmidt . ..... Gricei cimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung . . . Nülgcrswerke ......... Schetdeanstalt . Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . . Mainkraftwerke ...... Schuckerr Siemens 38* 9 ' — 96* 96.5* 105. r 105* 10.* 105' — 105* 105* — -■* 103,0» — 103 1* 103 5* 09 69 —_ 89.25* 89* 89,25* —- 6 6 6 6.12 0,03 1,03 0,03 — • — 10.62* 60.5* 27 25 26 2 36.2. 20 25 a|ß 5 38 38 58,25* 58.25* >8.25* 58,25* 61* — 63.5* 83.25* 90,25* Sv.25* 90 25* — 94.5 93,5 95 — 95 95,5 — 25 24.4 36’ — 36,5“ 56.5 60.5* 60 5 60,9* 60,75* 48,25* 48* 47,5* 48* 66 68 69 52 68* 21 —- — — 92* 90* 91.25* 90.62* 94 25* 93,5* 93,5* 1'2,5’ — — — _ 60 60 — - 40 40 39,5 — — — 69 — 104* 103* 103* 103 — — — 51 5 51 52 103,7* 103* 1 13 02,2" 11’3.9* 1L3* 103,2* 102 9* 40 1 — — -— 47 73,5 78 - 88,25* 88.25* 88* *8.5* 65* — 66 05,5* 65 — — — — — 54 5* 55 12* 69* — 68.25* 68.5* 21 75 32 21.75 21.75 20 5 — 21.'2 21.9 15 — — 27 — 27,5 — - 19 — — — 82 5 — — 51 51 5*1,75 —— 20.5 20.5 20 25 — 1 75 1.75 — — 82.5 82 83,75 83 39 5 39 — — 35 40,5 35,5 — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 21 Dczbr. 22 Dez r. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung (Held Briei Geld । Brief Am».- rliolt ■68.51 168,97 168.49 168,91 Buen.-AireS 1,733 1.734 1.738 1,742 Brss.-Antw 19.0 5 19.065 19 < 25 19.065 Christiania. Kopenhagen 84,94 85,16 85.14 85,36 104,12 101,28 104,34 104,58 Stockholm . Helsingsors 112,46 112,74 112.61 112,89 10.545 10,585 10,545 10,685 (Italien. . 16.92 16,96 16,925 16,925 London. . 20,34". 20,3 5 40.34 40,3) Neunork . . 4,195 4,215 4.195 4.2W Pari§. . . 15.61 15,65 15.50 <5,54 Schwei; . 81,03 81,23 Hi) 95 81.15 Spanien . 64,33 59.47 59,28 59,42 Japan . . . Rio de Fan Wien in D-- 1,815 1.819 1 805 1,809 0.5L6 0.598 >1 60 1.62 £eft. abgcst 59,21 69,35 59,19 69.31 Prng .... Belgrad . . 12.415 12,455 12,415 12,455 7,415 7,465 7.43 7.45 Budapest. . 5,875 6,89 > 6,875 6,895 Bulgarien .3.03 4.04 3,015 3,025 Lissabon 21.2.5 41,325 21 275 21,31a Danzig. . 80 68 80.88 80 66 80.8« Konst.mtin. Athen 8,252 2,262 2.2'5 2,255 5 29 5.31 5 29 5.31 Canado. . . 4,19. 4,205 4 195 4,2 5 UruguaN . . 4,235 4.245 4.255 4,235 Banknoten. Berlin, 21 Dezbr Geld Briet Amerikanische Note« ..... 4,209 4,229 Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... 18.965 103,89 19,06. 101,41 Englische Noten...... . 20,32 20,42 Französische Noten ...... 15,68 15 6i Holländische Noten...... 168,13 168.97 Italienische Noten...... 16,8'1 16,97 NorweMche Noten...... 84.74 85 16 Deutsch-Oestcrr, iii 00 Kronen 69,04 59,39 Numaniiche Noten...... Schwedische Noten...... 112.12 112,68 Schweizer Noten....... 81,04 81 44 Spanische Noten....... 59.07 59 44 Tschechoslowakische Noten . . 12.385 12.445 Ungarische Noten..... 5 82 5,86 Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 22. Dez. Tendenz: schwächer, später erholt. — Die unsichere Stimmung der Börse trat auch heute wieder in starkem Ausmaße in Erscheinung. Vorbörslich war man geneigt, mit gehaltenen Kursen zu rechnen, da die Mitteilungen über die deutsche Außenhandelsbilanz im November einen kleinen Rückhalt bot. Neues Angebot, das späterhin am Terminmarkte eintrat, beeinträchtigte jedoch die Tendenz auf der ganzen Linie und führte zu neuen Rückgängen, die sich aber in engen Grenzen hielten und nur selten 1 Prozent überstiegen. Das Geschäft war wieder sehr klein, besonders deshalb, weil die Spekulation große Zurückhaltung übte und neue Engagements vor den Feiertagen zu tätigen nicht gewillt ist. Olm Montanmarkt waren die Rückgänge von kleinstem Ausmaß. Stärker gedrückt waren nur Riebeck-Montan mit 1,5 Prozent. Für chemische Werte betrugen die Rückgänge dagegen bis zu 1 Prozent, teilweise noch etwas mehr, Clektroaktien traten zum größten Teil gehalten, vereinzelt kam es zu Rückgängen bis zu 0,5 Prozent. Bankaktien verkehrten sehr- ruhig, sie sind kaum verändert. Stärker geörüdt lagen Schiffahrtswerte. Auch Baltimore gaben 1,5 Prozent nach. Oluto = Olftien brök- f eiten leicht ab. Zuckeraktien tendierten ebenfalls schwächer. Von Zellst offaftieir waren Aschaffenburger mäßig höher. Baustoff- Aktien gehalten. Am Anleihemarkt hatten öprozentige Reichsanleihe eine leichte Besserung aufzuweisen, aber Schutzgebiet weiter rückgängig auf 4,075. Ausländische OVenten lagen vernachlässigt und eher etwas niedriger.' Im Frei verkehr wurden Abschlüsse nicht getätigt. Api 0,33- Proz . Becker- kohle 37 Proz., Benz 23 Proz., Brown-Boveri 51 Proz., Entreprise 8,5 Proz., Growag 36 Proz.. ■Ufa 48 Proz., älnterfranken 50 Proz. Späterhin wurde die Stimmung etwas zuversichtlicher, was mit Deckungsbedarf in Zusammenhang stand. Die anfänglichen Kursverluste konnten zum Teil wieder aufgeholt werden. Das Geschäft blieb aber still und verlief weiter ohne Anregung und lustlos. Am Geldmärkte wär Monatsgeld ziemlich angeboten. Erste Adressen zahlten 9 bis 91 Proz., zweite Oldressen 10 bis 11 Proz. Bankdiskonten 7 Proz., Industrie-Accepte 9 Proz. Im Devisenverkehr wurde die to ei ter rückläufige Bewe gung des französischen Frankens stärker beachtet. Paris - stellte sich heute gegen London auf 131,25 (gestern 129,90). Die übrigen Valuten sind unverändert. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 22. Dez. Die Börse eröffnete verstimm t, da die Geschäftsaufsicht über das hiesige bekannte Kaufhaus Hermann Engel, die gerade während des Weihnachtsgeschäftes verhängt werden mußte, als ein Symptom für die sehr traurige Wirtschaftslage in Deutschland bezeichnet wurde. Die günstigen Meldungen von dem Stand der deutschen Außenhandelsbilanz im November und der für den laufenden Monat erwartete Ausgleich der Handelsbilanz fanden demgegenüber feine gerechte Beachtung. Auch der Widerstand der englischen Regierung gegen die Schutzzollforderungen der englischen Eisen- und Stahlindustrie konnte feinen Einfluß gewinnen. Montan-, Ehern ie- und Schiffahrtsaktien hatten unter der Verstimmung besonders zu leiden. Das einzig feste Marktgebiet war das der G o l d Pfandbriefe unter Führung der landwirtschaftlichen Emissionen. Am Geldmarkt war die Lage für Tagesgeld leicht versteift Der Satz stellt» sich auf 71 bis 9‘/2 Proz. Monatsgeld würde- weniger umgesetzt und hauptsächlich nur für Prolongationszwecke zu 10 bis 11 Proz. Im Devise nver^ ehr herrschte große Stille. Nennenswerte Schwankungen waren daher nicht zu verzeichnen. Paris notierte gegen London 131,50 (ziemlich unverändert). Warschau gegen Kabel 9. Die Reichsmark wird gemeldet: London 20,37, Amsterdam 59,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 22. Dez. Es wurden, notiert: Weizen (Wetterauer) 24 bis 21,25. Roggen (inlänö.) 17 bis 17,50, Sommergerste (für Brauzwecke) 22,50 bis 25, Hafer (inländ.) 18,50 bis 21,50, Mais (gelb) 21, Weizenmehl (inländ., Spezial 0) 40,25 bis 40,75, Roggen-- mehl 26 bis 26,25, Weizen- und Roggenlleie 11. — Tendenz: Nachgebend. Berliner Produktenbörse. Berlin, 21. Dez. Bei Beginn der amtlichen Produktenbörse regten übermäßige Getreideberichte auf Argentinien sowie erholte Liverpooler Depeschen die Kursbewegung an. In Weizen setzte vereinzelt Deckungsfrage ein, während Exporteure Interesse für Material nur zu gedrückten Preisen zeigten. Auch Roggen wieder etwas gesucht, doch blieb in Weizen das Angebot äußerst gering. Im Zeithandel stellten sich die Preise für Weizen 1 Mark hoher, laufender Monat verlor gegenüber letztem Kurs 50 Pf. Boggen erhöhte seinen letzten »Stand um 1,50 bis 2 Mark, Gerste angeboten,' Hafer schleppend zu verkaufen und ruhig, Futtermittel lagen ohne jede Anregung. Kartoffellieferungen fielen heute wegen geringen Geschäfts aus. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt 240 bis 245, do. Pvmm. 240 bis 246, do. Dez. 250, do. März 258 bis 260,50, do. Mai 261 bis 254, Roggen, märt 137 bis 145, do. Pomm. 137 bis 146, do. Dez. 153, do. März 171 bis 173.50, do. Mai 182 biS 182,50, Gerste, märt. 185 bis 212, Futter- gerste 154 bis 168, Hafer, märt 157 bis 167, Raps 360 bis 365; für 100 Kilo: Weizenmehl 31,75 bis 35,25, Roggenmehl 21,25 bis 23,20, We'zenlleie 11,25 bis 11,50, Roggenkleie 9,75 bis 10.20. Biktoriaerbsen 26 bis 33, kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbsen 19,50 b's 20 50, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 21 bis 22. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 23. Dez. Iohanneskirche. 21: Weihnachtsfeier f. d. Kinderk. der Lukasgemeinde. 4: Weihnachtsfeier f. d. Kinderk. der Iohannesgem. - Donnerstag, den 24. Dez. Heil. Abd Stadtktrche. 3‘ t:Weihnachtsfeiers. d.Kinderk.derMaithäusgcm. 8/«5: Christfeier (zugleich Weihnachtsfeier für die Kinderkirche der Markusgemeinde) Pfarrer Becker. Iohanneskirche. 5: Pfarrer Bechtholsheimer. — Kirchberg. Donnerstag 24. Dez. abends 6: Lollar und Mainzlar. (Christvesper.) Bauer :: Tuchhandiung jetzt 11951D ■ - '■ Seltersweg 91, 1. Stock Schürzen! das praktische Fest-GeschenSt Stück sensationell billig Hausscliürze Zierlrägerscbüne &=.... SeriÄChire bunte Siamosen. Mädchen-Sclinlschiirze 6-Jährige Mk. 11957a Üaliosciiörzen bunte, völlig weit JnmpeM.fatoöMÄ ZMger bunte, la Qualität .... NlhlngßFschöra“ en Modehaus Sa\o^on Mk. Schulstr.