/i.atri'.ni iiviüc nid)'. OulD.'n, c.iß |id) oic Rechtsparteien jetzt der Verantwor- u n g entzögen, sondern werde darauf dringen, die Schritte zu tun, die im Interesse des deutschen Vaterlandes notcv endig seien Das Zentrum werde einem Kabinett Luther leinen -5" ;n länger seine Unterstützung leihen, wenn es den Boden der Verständigung verlasse Die Räumung Kölns. (Sine deutsche Note zur (Snlwasfiiiiugssragc. Berlin, 22. Olt. Die deutsche Regierung wird, wie der ,Tag" mitteilt, in den nächsten Tagen in der Entwoffnungsfrage eine Rote an alle in der interalliierten Militärkommissivn vertretenen Mächte senden, in der das bisherige Ergebnis oller Verhandlungen zwilchen der Korn- mifficn und den zuständigen deutschen Behörden festgestellt und dargelegt wird, dost die deutsche Regierung den Forderungen der alliierten Mächte zu einem erheblichen Teil nach gegeben hat. In dieser Rote wird dann die R ä u m u n g d c r Kölner Zone auf Grund des Rechtszustandes des Vertrags von Versailles gefordert werden. Gleichzeitig oder kurz darauf werde der Bericht der interalliierten Militärkon- t r o l l k o in rn i s s i o n an die Botschafter'onfe- renz erstattet werden. Die Kabinett: in London, Brüssel und Paris werden sich dann mit den beiden an die Dotschafterkonferenz adressierten Dokumenten beschäftigen, und es sei, wie dos „Berl. Tageblatt" schreibt, zu erwarten, dost die Beschlüsse entsprechend der von Chamberlain in Loearno übernommenen moralischen Bürgschaft für eine entgegenkommende und befriedigende Lösung ausfallen werden. Der Dot- schasterkonferenz würde dann die Rolle zusallen, Deutschland von der getroffenen Entscheinung zu unterrichten. 3m Pariser Kriegsministerium hat bereits eine Konferenz über die deutsche Entwaffnung stattgefundeu und zwar unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Painleve in 'Anwesenheit des 'Austenministers Briand. deS französischen Delegierten bei der Rheinlondkommission Tira cd, des Generalstabschefs der französischen Qlrmee General Dcbeney des Befehlshabers der französischen Besahungstruppen General © u lila u m o t, des Generalstabschefs des Marschalls Foch General D e st i ck e r und des Chefs des Militärkabinetts. Cs wurden die Berichte der Militär-Kontrollkommission und der Stand der Erfüllung der Entwaffnungsbeftimmungen, wie sie die Botschafterkonferenz aufgestellt hat, g c - Prüft. Cs ist festgestellt worden, dost die deutsche Regierung in einer gewissen Anzahl von Punkten, insbesondere was die Zerstörung von Kriegsmaterialien und Werkzeugen betriff!, befriedigende Mastnah men getroffen hat. Wie der diplomatische Korrespondent des „Cvening Standard" ferner berichtet, wird die Räumung Kölns so schnell wie möglich durchs geführt werden. Die 8000 Mann britische Truppen und Offiziere würden das Gebiet bis Ende Rovern ber geräumt haben für den Fall, dost die jn Loearno erreichte 'Verständigung durchgeführt werde. Die Mehrheit der De° sahungstruppen werde auf das Gebiet zwischen Koblenz undWiesbaden noch vor der älnterzeichnnng des Sicherheitspaltes am 1. Dezember verteilt werden. Die Rheinländer beim Reichspräsidenten. Berlin, 21. Oft. ($11.) Amtlich. Tex Herr Reichspräsident empfing heute mittag 12 Ilhr eine aus 20 Herren bestehende Abordnung politischer und wirtschaftlicher Kreise, sowie der Behörden der Rheinprovinz, der Pfalz und des besetzten Teiles Hessen und nahm aus dem Munde von Vertrelern der verschiedenen politischen Richtungen und politischen Stände Darlegungen über die Lage der Rheinlande und die Auffassung der Bevölkerung zu den Abmachungen von Locarno entgegen. Kriegsgefahr aus dem Balkan. Gilt griechisch-bulgarischer Grettz- zwischensall. — Fcnergesecht i» Mazedonien. — Griechisches Ultimatum. Sofia, 21. Off. (Bulgarische Telegraphen agenlur.) Am 19. Oktober ereignete sich an der griechischen Grenze in der Rahe von Demirkapu ein Zwischenfall, weil ein griechischer Soldat bulgarisches Gebiet betrat und auf einen bulgarischen Wachtposten geschossen hatte. Der bulgarische Posten hat in der Rotwehr feinen Angreifer erschossen, hierauf Hot ein heftiges Jeuergefechf eingesetzt, das bis gestern abend anhielt. Inzwischen ist es einem bulgarischen Offizier gelungen, mit dem griechischen Kommando von Demir hissar zwecks (Einleitung einer Untersuchung Fühlung zu nehmen. Die bulgarische Regierung hat der griechischen Regierung die sofortige Einleitung einer Untersuchung vorgeschlagen, um die Verantwortlichkeit für den Zwischenfall festzustellen. Rach einer havasmeldung aus Athen hat jedoch die griechische Regierung bereits an die bulgarische Regierung eine Rote gerichtet, in der gefordert wird: 1. vollständige Genugtuung für den ungerechtfertigten Angriff auf griechisches Gebiet, 2. Bestrafung der Schuldigen und _v * Nr. 248 Erster Erscheint täglich, aufjer Sonn- und Feiertags. Beilagen: (biehenerFamilienblälter Heimat im Bild. monat$:Bejngspreis: 2 Goldmark u 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-2'.nschlüssc: Schriftlcitung 112, Verlag undGeschästsstelleül. Anschrift f»r Drahtnachrichten: AnzeigerSießen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Blatt (D 175. Jahrgang Donnerstag, 22. Oktober 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drud und Verlag: vrühl'sche Unioerfitäls-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Sietzen. ächriftleitung und Geschäftsstelle: 5chulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVcrbindlichkeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig: für Reklame-Anzeigen 0.70mm Breite 35 Goldpfcnnig, Platzvorschrift 20",« Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschcin; für den Anzeigenteil.Hans Beck, sämtlich in Gießen ü»?iau3 frSnndm Birnen uns auto- Russen in Einstellung den Sow- dast diese erstag, 22. Oktober, ie 2. Vortragsabend, Lo- wir sich ge° Ex- sei- das das farbig verlangen. drücklich bat, seinen gairzen Einsluh dahin geltend zu machen, daß die von der polnischen Regierung geplanten weiteren Optantenausweisungen unterbleiben. Polen könne keinen stärkeren Beweis seines Friedenswillens geben und nicht besser dem Gei st von Locarno entsprechen, als wenn es dieser juristisch vielleicht berechtigten, aber moralisch nicht zu rechtfertigenden Auswcisungspolitik ein Ende macht. dast eine Politik der Verzweiflung rratisch mit allen Konsequenzen den die Arme, führen würde. Bei der Englands gegen alles, was mit Sann unsere Beziehungen zu Rußland palten. Wir glauben nicht an militärische iransionspläne Rustlands, jedenfalls nicht an i en europäischen Grenzen. Trotzdem 'war einzige Aktivum, was wir in den letzten Jähem hatten, die Drohung, dast wir schliehlich das Geschäft auch mit den Bolschewisten Sachen könnten: wohl verstanden das poli- bi s ch e Geschäft. Denn darüber hat auch die deutsche Diplomatie nie einen Zweifel gelassen, jtts zu tun hat. ist es begreiflich. Drohung mehr als einmal gewirkt hat. And es ■en Dr. met*. M. In & mlt, , '•itrit-infr ^rifn unb Wltontrltn_____ : Umstände halber verlegt 982ic werden auf rstag, 29. Oktober. SSM SW ,N'eunündz'rt,u iaf h^n|, tt»i‘ S'd? Weg gehen, ilnb je mehr wir das betonen, desto mehr werden wir von beiden Seiten umworben, desto stärker wird auch unsere diplomatische Stellung: desto eher wird es uns gelingen. auch die letzten Reste der Ententebündnisse zu beseitigen, die uns heute noch beengen. Polen zum Ergebnis von Locarno. Warschau. 21. Olt. (WTD.) Austenminister Graf Skrzynski hielt heute mittag im Auswärtigen Ausschuh des polnischen Landtages sein erwartetes Expose über das Ergebnis der Konferenz von Locarno. Einleitend erörterte er die Bedeutung des rheinischen Paktes für Polen. Es ergibt sich jetzt die wichtige Frage, so führte der Minister aus. ob dieser Pakt nicht eine eiserne Barriere, bildet, die in Zukunft Frankreich von dem übrigen Europa trennt und ob Frankreich das Recht hat, uns zu Hilfe zu kommen. Der Pakt sagt Ja, denn auf Grund des Art. 16 der Völkerbundssayung kann Frankreich für den Fall, dast Polen von Deutschland angegriffen wird, uns zu Hilfe kommen. Das neue polnischfranzösische Bündnis annulliert nicht die früher abgeschlossenen Verträge. Die Aufgabe des deutsch-polnischen Schiedsvertrages ist es, alle Rechtsstreitigkeiten durch obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit, alle Interessengegensätze durch ein zu nichts verpflichtendes Schiedsverfahren aus dem Wege zu räumen. Es ist klar, dast Rechte, die sich aus bestehenden Verträgen ergeben, wie z. V. der Besitz eines Landstriches, bei diesem Verfahren nicht zur Diskussion gestellt werden können, denn die internationalen Tribunale sind für Abänderungen der bestehenden Verträge nicht zuständig und auch das Schlichtungsverfahren kann nicht zur Aenderuna eines grundlegenden Rechtes irgendeines Staates ohne beiderseitige Zustimmung führen. Taemanb fuhr nach Locarno, um irgend jemand zu besiegen. Es wäre Zeit, die Menschheit lernte, dast man'bas Wohl des einen Staates nicht auf das Unheil des anderen gründen farm. Wir fanden in Locarno volles Verständnis für unseren Standpunkt bet Chamberlain. Wir erreichten außerdem die Verstärkung unseres Bündnisses mit Frankreich. Die Friedensdiskussion war ont- wendig, um von vornherein den französisch-rn Soldaten zu überzeugen, daß die verantwortlichen Männer stets alles tun, um einen Krieg zu verhindern. 3n Locarno wurde eine politische und moralische Festung errichtet, die zur Vermehrung der Sicherheit des polnischen Staates beiträgt. Die polnische Presse widmet dem Ergebnisse von Locarno immer noch spaltenlange Artikel, ist jedoch von dem bisherigen zurückhaltenden und etwas skeptischen Standpunkt auf eine freundlichere und friedfertigere Einstellung übergegangen. Der „Kurjer Polski" schreibt, Polen sei weit entfernt davon, Locarno für einen Sieg Polens über Deutschland zu halten . Die Verträge hätten zu einer E n t* spannung zwischen den beiden Staaten ge- führt und die internationale Stellung Polens gefestigt. Ohne daß Polen in Locarno jemanden besiegt habe, sei es doch siegreich aus der Konferenz hervorgegangen. Die „Gezeta Poranna Warszawska" ist der Ansicht, daß in Locarno zwischen Frankreich und Deutschland ein weitgehender Kompromiß zu- standegekommen sei Den versöhnlichen Geist der Verhandlungen habe man lediglich der schwierigen wirtschaftlichen Lage Europas zu verdanken, da die Vereinigten Staaten ihre weitere finanzielle Unterstützung von der Befriedung Europas abhängig machten. Polen müsse sich jedenfalls ohne Zögern auf den neuen Weg der friedlichen Zusammenarbeit der Völker machen. Der französisch-polnische Ergänzungsvertrag. Berlin, 22. Oft. (TU.) Die „Tägliche Rundschau" widmet der Bedeutung des fran- zösisch-polnifchen Ergänzungsvertrages einen längeren Artikel von anscheinend autoritativer Seite, der zu folgendem Ergebnis kommt: Tatsächlich hat durch den Westpakt das ursprüngliche französisch-polnische Bündnis seine bis dahin uneingeschränkte Wirksamkeit verloren, da Frankreich nur noch in zwei ganz b e ft i m m t e n, durch Die Bölkerbundssaflungen feftgclegten Fällen seiner Bündnispflicht militärisch genügen kann. Es war also nach der Einigung auf den Westpakt ein Ergänzungsvertrag zwischen Frankreich und Polen nvlmendig, nicht, um eine Hintertür für die französische Bündnishilfe zu öffnen, sondern um das Bündnis der stark eingeschränkten Wirkungsmög- tichkeiten a n ; u p a s s e n. Daher schreibt sich auch die Bezugnahme auf Artikel 17 Absatz 5 der Bölker- bundsfatzungen. Der Ergänzungsvertrag rettet, was von dem ursprünglichen Vertrag noch übrig geblieben ist. Die Optantenausweisungen« Berlin, 22. Oft. (TU.) Wie das „B. T." hört, hatte Dr. ©trete mann gestern eine längere Besprechung mit dem polnischen Gesandten, in deren Verlauf er diesen nachDie Veröffentlichung der Verträge, bic Frankreich mit feinen ehemaligen Bundesgenossen an unserer Ostgrcnze geschlossen bat, ist für eine befriedigende innerpolitische Entwicklung der Aussprache über die Abmachungen von Locarno bisher zweifellos das stärkste Hindernis. Wir möchten aber vorläufig noch an- nehmen, daß es dem Auswärtigen Amt gelingen wird, die Bedenken, die hier bestehen, auszuräumen. Cs muh einleuchten, daß wir k e i n er lei Möglichkeit haben, den Franzosen den Abschluß von Verträgen mit den Tschechen und Polen zu v e r b ic t c n. Das Wesentliche bleibt, bah diese Abmachungen mit dem R h e i n p a k t nicht im Widerspruch stehen dürfen und daß außerdem im Rheinpakt die Rechte und Pflichten Deutschland gegenüber in einer Form leftgelegt find, die Ausnahmen zugunsten Polens und der Tschechen nicht gestatten. 3um mindesten sind, wenn der Rheinpakt unter- icidjnct wird, d i e f r a n z ö f i s ch - p o l n i- ' ch en D e z i e h u n g e n g el o ck e r t, Frankreich ist gezwungen, die Deschützerrolle, die es bisher unbegrenzt spielte, mit seinen Verpflichtungen freu Unterzeichnern des Rheinpaktes gegenüber in Linklang zu bringen. Immerhin, wenn es schon ichlig bleibt, daß Frankreich den Versuch gemacht bat, eine einseitige Garantie für Polen in die Lat umzusetzen, dann wird tki» durch der Wert des Rheinpaktes für uns wesentlich verringert. Wenn aber der Vorwurf begründet ist, daß durch diese Sonderverträge der «(ferne Ring um Deutschland er ft recht fest- « eschlossen ist, dann kann und muh man iaraus folgern, dah es töricht für uns wäre, Len Patt überhaupt zu unterzeichnen, denn das unverrückbare Ziel, das wir dabei im Auge hatten, war ja eben, uns für eine aktive -Politik im Osten den Rücken nach Westen hin zu decken und den Ring zu zersprengen, der seit Versailles uns jede Bewegungsfreiheit raubte. Cs wird nun in den nächsten Wochen zu prüfen sein, inwieweit bei der einmal gegebenen Konstellation dieser Zweck durch den Rheinpakt mit seinen Anlagen erreicht ist. Die Polen tim fc. als ob sie über den Ausgang vmr Locarno sehr erfreut wären. Das ist aber doch wohl rnehr eine Form, um nach außen hin das Gesicht M wahren. Die Tatsache, daß der polnische Außenminister die Konferenz verlieh, ohne sich Den einem der übrigen Teilnehmer zu verabschie- ten, spricht jedenfalls dafür, Laß er das Ergebnis ganz anders wertet: sonst würde rr die einfachste Form der diplomatischen Höflichkeit nicht so außer Acht gelassen haben, sonst aürde er auch seine diplomatische Kontenance nicht so verloren haben, daß jeder ihm die Empörung über die Behandlung Polens anmerkte. AJoIen hat deshalb auch nicht umsonst versucht, Die ganze Konferenz zu sabotieren. Das ist ihm rnifchingen. Es ist von den Franzosen schlecht behandelt worden, Frankreich hat i ?m mit einer Kreditsperre gedroht, wenn c8 sich nicht fügte; das Endergebnis ist also, daß Een Polen bei dem bisherigen Zustand sehr viel laohler wäre. Was ja auch begreiflich ist, denn Re wissen ganz genau, pvie England über sie Ccnft, sie wissen auch, dah sie nicht mehr das cochohkind der Entente sein werden, eben weil Zraickreich jetzt bei jedem Eingreifen für Polen mit dem Einspruch Englairds zu rechnen hat. Nurz, Polens Rolle ist ausgespielt, und die iieutfcbc Diplomatie wird nicht zögern, sobald wir uns in die Atmosphäre von Gens einigermaßen BUneingekbt haben, bei Vorliegen einer günstigen außenpolitischen Situation das Thema des Kor - «i d o r s wie auch O st o b e r s ch l e s i e n s anzu- flfmeiben und so den Versuch zu machen, im Osten ikas Gleichgewicht der Kräfte wieder auszubalan- aieren. Die Konferenz der Ministerpräsidenten. Berlin, 21. Olt. (TA.) Heute vormittag um 11 Ahr find die Staats- und Ministerpräsidenten der Länder unter dem Vorsitz des Reichskanzlers zusammengetreten, um das Dertragswerk von Locarno, zu erörtern. An der Beratung nehmen sämtliche Kabinettsmitglieder teil. Die Konferenz dauerte 21 ■ Stunden. Rach der Berichterstattung durch den Reichskanzler und den Reichsminister des Aeuße- ren sand ein einoehender Gedankenaustausch über die mit dem Werk von Locarno zusammenhängenden Fragen statt. Insbesondere wurde die für die besetzten Gebiete zu erwartende Rückwirkung ausführlich erörtert. Die Erschienenen sprachen den deutschen Delegierten für die im Interesse der Sicherheit des Weltfriedens und der Verständigung der Völker in Locarno getätigten Arbeiten ihren Dank ans, gaben jedoch dabei übereinstimmend der Aeberzeugung Ausdruck, daß das Dertragswerk er st dann als endgültig abgeschlossen angesehen werden könne, wenn, insbesondere in den besetzten Gebieten, Maßnahmen erfolgten, die dem verkündeten Geist des Frieden - entsprächen und den berechtigten Erwartungen des deutschen Volkes Rechnung trügen. Noch keine Stellungnahme der Deutschnationalen. Berlin, 22. Oft. Die Sitzung der Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Volkspartei, die gegen 7 Uhr begonnen hatte, war erst gegen Z12 Uhr zu Ende, ohne daß ein Beschluß gefaßt worden wäre. Die Fraktion will nicht von dem Gesichtpunkt irgendeiner innenpolitischen Konsequenz eine Entscheidung über Annahme oder Ablehnung des Paktes fällen. Sic ist bemüht, Punkt für Punkt alle Fragen des Paktes durchzugehen, um rein fachlich die Möglichkeit einer Annahme oder Ablehnung zu prüfen. Hierbei ist es selbstverständlich notwendig, noch eine weitere Fühlungnahme mit der Reichsregierung aufzunehmen, wie sis. ja schon am ganzen vorgestrigen und gestrigen Tage stattgefunden hat. Die Stellungnahme der Deutschnationalen dürfte auch noch Rückfragen auf diplomatischem Wege nötig machen. So ist auch für die nächsten Tage noch nicht mit einer unbedingten Entscheidung der Deutschnationalen Volkspariei zu rechnen, weil sie im Paktentwurf noch so viele Unklarheiten sieht, die verschiedene Deutungsmöglichkeiten zu- lassen, daß in diesen Punkten erst Klarheit geschaffen werden muß. Die im Laufe des Tages verschiedentlich abgesagte Fraktionssitzung der Deutsch- nationalen Bolkspartei begann am Mittwochabend gegen £8 Uhr. Wie die ,,Telegraphen-Union" erfährt, drehte sich die Aussprache im wesentlichen um die Bedenken gegen den Westpakt, sowie gegen die Tragweite der Zusagen der Alliierten hinsichtlich des Rheinlandes, die sich auf Grund der Veröffentlichung des französischen polnischen Schiedsvertrages und die englische Interpretation des Westpaktes, sowie die Aeußerungen des französischen Außenministers über die Rückwirkungen im Westen erheblich verstärkt hatten. Auch die Besprechungen, die der Reichskanzler Dr. Luther im Laufe des Mittwochvormittags und in den ersten Nachmittagsstunden mit den deutsch- nationalen Parteiführern Reichsminister Schiele und Graf W e ft a r p gehabt hatte, galten vornehmlich diesen Bedenken. Tagung ber volksparteilichen Reichstagssraktion. Berlin, 21. Oft. (Täl.) Die Reichstags- fraftion der Deutschen Volkspartei ist aus Dienstag, den 27. ds. Mts. einberufen. Auf der Tagesordnung stehen Beratungen über die Verträge von Locarno. Das Zentrum und Locarno. Karlsruhe, 22. Oft. (Täl.) 3n einer von der Zentrumspartei einberufenen Versammlung sprach der frühere Reichskanzler Dr. Marx über Locarno und die innerpolitisch > Lage, älebcrschwängliche Freude an das Ergebnis von Locarno zu knüpfen sei verfrüht. Bei Annahme des Westpaktes, der den Krieg ausfchließe, sei mit der Räumung der besetzten Zone zu rechnen. Es sei höchste Zeit, daß Deutschland dem Völkerbund beitrete, wenn er auch noch sehr verbesserungsbedürftig sei. Der Völkerbundsgedanke f:i ein echt christlicher, der dem Frieden der Völker dienen wolle. Daß die Idee dec Schi e dsg e r i ch t s b a r k e i t in den Vertrag von Locarno hineingearbeitet wurde, müsse begrüßt werden. Durch den Eintritt in den Völkerbund bekämen wir die Möglichkeit, die Hemmnisse an der Ostgrenze zu beseitigen. Das Die Bedenken also, daß die ilmtlammerung Deutschlands durch die Plnrerzeichnung der errno-Derträge noch enger würde, teilen nicht. Etwas ganz anderes ist es. wie Frankreichs Oftveriräge vräre für unsere künftige Stellung in Europa nicht günstig, wenn durch unseren Eintritt in i>:n Völkerbund die Brücke nach Rußland endgültig abgebrochen würde. Herr Tschitscherin hat angedeutet, daß ein positiver Ausgang von Locarno notwendig i>ie Brüskierung Rußlands bedeutet. Wir nehmen an, daß er sich das noch dreimal über» !-gen wird: denn schliehlich ist ja auch Rußend daran interessiert, daß der Draht ihm n:d)t abreißt, und durch den Abschluß des Han- wlsvertrages haben wir zudem gezeigt, daß wir auf die Ausgestaltung der deutsch-russischen Beziehungen Wert legen. Wir wollen nicht englische oder französische Gefolgsleute, wir wollen aber auch nicht russische Traban- . len werden, wir wollen unseren eigenen ' bessere Mrien. fiSSZ— 1WW LS« "pjeiselbee"" |i Tel seit „..nceo 3. Zahlung einer Entschädigung an bic Familie des getofefen Offiziers und die der getöteten Soldaten. Vie Hofe soll bic Form eines mit 48 Stunden befristeten Ultimatums haben, in dem die Regierung eine Entschädigung von zwei Millionen Franken, die Uebermittlung einer Erklärung des Bedauerns und die Bestrafung der verantwortlichen befristeten Ultimatums haben, in dem die Regierung eine Entschädigung von zwei Millionen Franken, die Uebermittlung einer Erklärung des Bedauerns und die Bestrafung der verantwortlichen Offiziere fordert. Der Oberbefehlshaber der griechischen Armee hat den Greuz- truppea befohlen, die bulgarische Grenze zu überschreiten und die Stadt petritsch, den Mittelpunkt der nationalen Bewegung Mazedoniens, zu besehen, um die Beweggründe des gestrigen plötzlichen bulgarischen Angriffs sestzu- stetten, der bis jetzt vollständig unaufgeklärt geblieben ist. In militärischen Kreisen ist der Eindruck vorherrschend, daß das angreifende Bataillon bul- garifche reguläre Truppen und nicht Komitatfchis waren. Rach den letzten offiziellen Rachrichten ist zwar das Jeuer an der griechisch-bulgarischen Grenze seit gestern abend eingestellt worden, die griechische Presse greift jedoch Bulgarien wegen dieses neuerlichen Grenzzwischenfalles heftig an und fordert die Regierung zu energifchen Mahnahmen aus, um die Provokationen zu beenden, die besonders auf mazedonisch-bulgarische Geheimorganifationen zurückzuführen feien, gegen die die bulgarische Regierung ohnmächtig zu sein scheine. DerBürgerKrieg in China Bor einem russisch-japanischen Konflikt Peking, 21. Oft. („Times".) Die Truppen Tschangsolins sind mit Ausnahme derjenigen, die sich kampflos ergeben haben, nunmehr auf der Nordseite des Pangtsekiang und gehen mit der Eisenbahn nach Norden. Kiangsu ist gleichfalls in den Händen Silnkschuangfan g s. Die wei» tere Folge der Bewegung ist, dah der südliche Teil der Provinz Nganhwei gleichfalls geräumt werden muh. Tschangsolin hat infolgedessen seine Stellung am Pangtsekiang verloren und man nimmt an, das; seine Streitkräfte sich auf Hsuddschau zu- rückziehen werden. Born Norden fehlen Nachrichten von militärischen Bewegungen, abgesehen von einer kleinen Verstärkung der Honan-Truppen, der Garnison von Kaifengfu, das etwa hundert Meilen westlich von Hsudschaafu liegt. Der Geldmarkt von Peking ist sehr deprimiert und Alarmgerüchte schwirren herum. Tatsachen sind indessen nicht bekannt geworden. Indessen bedeutet die Unterbrechung der Eisenbahnverbindung Schanghai—Peking für die aus Schanghai kommenden Delegierten die Notwendigkeit einer Seereise. Wie weiter bekannt wird, hat sich N a n g k i n g Suntschuangfang ergeben. Wupeifu ist in Schangkau eingetroffen. Die Hupei-Militärpartei hat sich für ihn entschieden. Nach einem Funkspruch aus Schanghai hat der Ehristengeneral F e n g - P n - H s i a n g mit Wu- peisil ein Bündnis gegen die Pekinger Negierung und Tschangsolin geschossen. Es wird jetzt von der Haltung Tschangsolins ab- hängew, ob es zu einem Krieg kommt oder nicht. In den ausländischen diplomatischen Kreisen betrachtet man dieses Bündnis als den Zusammenbruch der chinesischen Z o l l k o n f e - r e n z. Diese Entwicklting der Lage in China erfüllt die japanischen Kreise mit starker Besorgnis. Man erwäge offen die Möglichkeit eines Konfliktes zwischen Rußland und Japan. Wenn die Generäle Feng und Wupeifu von Sowjelruhland mit Munition und Geld versorgt werden, wird es ihnen wahrscheinlich gelingen, Tschangsolin aus der Mandschurei zu verdrängen. Dann ist zu befürchten, das; die japanischen Niederlassungen in den Provinzen gefährdet sind und Japan sich genötigt sieht, zu den Waffen ztl greifen. britische Lage in Damaskus. Paris, 21. Oft. (TU.) Nach Meldungen aus Beiruth haben die französischen Truppen den südlichen Teil von Damaskus, in dem sich die aufständischen Drusen eingenistet hatten, mit Sturm- wagen angegriffen. Die Lage sei trotz der angeblichen Waffenstreckung der Aufständischen noch sehr kritisch. Bis Montag abend, so berichten die „Times" aus Haifa, war Damaskus grüß- l c n t e i I s in den Händen u o n '21 u f ft ä n = difchcn lind Unruhestiftern, während die französische Garnison, die etwa 2000 Mann beträgt und sich in den Hauptgebäuden im Zentrum der Stadt hielt, die Insurgenten bombardierte. Alle Berbin- dungen waren zeitweilig unterbrochen. Das französische Oberkommando habe das Kriegsministerium telegraphisch um Entsendung von 15 000 Mann Verstärkungen ersucht. Der „Matin" stellt erregt fest, General S a r r a i l habe nach seiner Gewohnheit die Regierung über die Vorgänge nicht genügend aufgeklärt. Alles lasse darauf schließen, daß die Lage äußerst kritisch sei. „Echo de Paris" erfährt aus Beiruth, daß die Verhängung des Belagerungszustandes über Damaskus geplant gewesen jei. General Sarrail habe aber von dieser Maßnahme abgesehen, weil er keinen ungünstigen Eindruck in Paris hervorheben wollte. Die Lage sei umso bedrohlicher, als Damaskus die Verpfleg ungs- bafis für die im Djebel-Druse operierenden Truppen des Generals Gamelin bildet. Frankreich lehnt das Schuldenprovisorium ab. P a r i s>, 21. Olt. ($11.) „Paris Soir" bringt eine halbamtliche Rotiz, noch der das provisorische Schuldenabkommen mit Amerika von der sranzösischen Regierung a b gelehnt worden ist. Das Abkommen wird daher dem Parlament zur Ratifizierung überhaupt nicht unterbreitet werden. Finanzminister Caillaux hat bereits mit der Ausarbeitung eines neuen Vorschlages begonnen, der der amerikanischen Fundierungskommission unterbreitet werden und eine Wiederaufnahme der Verhandlungen ermöglichen soll. Verringerung der belgischen Armee. Brussel, 22. Oft. (TU.) Der belgische Minister für nationale Verteidigung, General Kestens, wird nach dem Zusammentritt des Parlaments einen Gesetzentwurf einbringen, der wichtige Veränderungen in der belgischen Armee vorsieht. Die D i e n st z e i t der Infanterie, der Genietruppen, der schweren Artillerie und der Hilfstruppen soll aus zehn Monate und die der Kavallerie und Feldartillerie auf 12 Monate b er abgelebt werden. Ferner hat das Verteidigungsministerium grundsätzlich beschlossen, Oie Zahl der Infanterie-Divisionen von acht auf sechs und die dec. A r m e e l o r p s von vier auf drei zu verringern. Es steht noch nicht fest, ob die bereits in der Präzis durchgeführte allgemeine Wehrpflicht gesetzlich eingeführt werden soll. Die deutsche Einheitsfront in der Tschechoslowakei gescheitert. Prag, 22. Oft. von 220 Millionen tm wesentlichen zurückzuführen. Im Reich seien die lleberschstsse im Jahr 1924 noch größer gewesen als in Preußen. Die Vorwürfe der Wirtschaft. dah der Wirtschaft zuviel Steuern entzogen würden, fei somit für das Jahr 1 9 2 4 nicht unberechtigt. Es sei grundsätzlich falsch, aus der Wirtschaft mehr als den notwendigen Bedarf herauszuziehen und die Mehrerträge hernach wieder der Wirtschaft in Form von Zuschüssen und Krediten zuzuführen. Eine solche Operation schwäche die Wirtschaft und schädige auch die Steuerfraft der Wirtschaft in den nachfolgenden Jahren. Das Staatsministerium habe ihn ermäch- ticht, im B e am t e na u s s ch u s; zu erklären, daß das Besoldungssperrgeseh und die im wesentlichen auf den ungünstigen Finanzausgleich zurückzuführende mißliche Lage der preuhischen Finanzen es unmöglich machten, die in den kommunistischen Anträgen erhobenen Forderungen zu erfüllen. Dieser Ermächtigung hätten feine Ausführungen im Beamtenausschuß entsprochen. Es sei ihm nicht leicht geworden, diese Erklärung abzugeben, denn er müsse anerkennen, daß in weiten Beamtenlreisen R o t herrsche. Aber seine Verantwortung für die Staatsfinanzen zwinge ihn leider, auf allen Gebieten äußerste Sparsamkeit an* zustreben. Inzwischen sei ein Erlaß von ihm herau^egeben. durch den durch Unterstützung und Rotstandsbeihilfen vermehrte Mittel zur Verfügung gestellt werden und die- Rückzahlung der Vorschüsse erleichtert werden könne, denn es fei auch ein staatspolitisches Interesse, die Beamten vor größerer Rot zu bewahren. Der Minister geht sodann auf die Finanzlage im einzelnen ein. Das Reich, habe das Aufkommen der Einkommen- und Körpers chasts- 1 steuer für 1925 mit zwei Milliarden in den Voranschlag cingcfteUl. Die preußische Finanzverwaltung sei über diesen Voranschlag hinaus- gegangen und rechne mit einem Aufkommen von 2250 Millionen. Die Mehreingänge seien also in hem berichtigten Haushaltungsplan bereits berücksichtigt und stellten keine Reserve dar. Es sei nicht damit zu rechnen, daß der Fehlbetrag eine wesentliche Verminderung erfahren werde. Durch die Rovelle zum Reichs- finanzausgleichsgeseh werde der Anteil der Länder und Gemeinden an der Einkommen- und Körperschaftssteuer mit Wirkung vom 1. Oktober 1925 von 90 auf 75 Proz. ermäßigt. Der Anteil an der Umsatzsteuer werde von 20 auf 35 Prozent erhöht. Da die Länder und Gemeinden an Einkommen- und Körper- fchaftssteuer zur Zeit jeder zur Hälfte, an der Ilmsahsteuer der Staat aber mit - . und die Gemeinden mit beteiligt feien, so käme das Mehr an Ilmsahsteuer in verstärktem Umfange den G e- m ein den zugute. Dies sei mit der Lage der Staatsfinanzen nicht vereinbar, und darum schlage der vorliegende Entwurf vor, das Land und die Gemeinden auch bei der Umsatzsteuer je zur Hälfte zu beteiligen. Der Staat verzichte dafür aber zugunsten der Gemeinden auf die Gebühren der Auftragsverwaltung. Die Vorlage wird dein Hauptausschuh überwiesen. Das Haus seht dann die zweite Beratung des Haushalts des Justizministeriums fort. Donnerstag Abstimmung über die Miß- trauendanträge gegen den Innenminister Severing. 4 Kleine politische Nachrichten. Laut „Voss. Ztg." haben die städtischen Körperschaften von Kassel beschlossen, eine neue Straße im Westen der Stadt, die von der Stadthalle zur Herkulesstrahe herabzieht, zum Gedächtnis an den ersten Reichspräsidenten Friedrich-Ebert-Straße zu nennen. Das preußische Staatsministerium hat die Wahl des früheren sozialdemofratischen preußischen Ministerpräsidenten Hirsch zum Bürgermeister von Dortmund bestätigt. Der König von Italien hat Gabriele d'An- n u n z i o ans Empfehlung von Mussolini hin zum General der italienischen Luft- ftreitfräfte ernannt. General Piccio, Kommandeur der italienischen Luftstreitkräfte, hat den Dichter in Gardone ausgesucht und ihm einen Säbel übergeben. Aus aller Welt. (Einweihung der Muldentalsperre. Die Muldentalsperre im Zusammenfluß der Noten und Weißen Mulde bei Muldenberg i. Vogtl. wurde durch den sächsischen Finanzminister Dr. Reinhold cingeweiht und der staatlichen Wasserbauver- moltung übergeben. Die Talsperre, deren Bau 1920 mit Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge begonnen wurde, gestattet bei einem Staubecken von etwa 100 Hektar Größe und einer Tiefe bis zu 20 Metern die Aufspeicherung von 6 Millionen Kubikmeter Wasser. Die Sperrmauer ist mit 500 Metern Länge d i e zweitlängste in Europa. Die Talsperre dient in erster Linie zur Be- Ijebung der Trinkmassernot im oberen Vogtland von Oelsnitz bis Reichenbach, sodann soll sie durch die Regulierung des Wasserablaufs eine Wie derholung der H o ch w a s s e r k a t a st r o p h e n der letzten Jahre verhindern und die völlig unzulängliche niedrige Wasserführung der oberen Mulde, die namentlich in dürren Jahren außerordentliche Schwierigkeiten für die vogtländische Industrie im Gefolge gehabt hat, - aufbessern. Schließlich sollen auch die überschießenden Wassermengen der K r a f t- gcwinnung nutzbar gemacht werden. Für eine deutsche Volksknrzfchrift. In -her Erkenntnis, daß die Reichszwangs- schrist wegen ihrer Schwierigkeit nicht Allgemeingut des Volkes werden kann, haben sich die Kurzschriftschulen Brauns, Faulmann, Rational- stcnographie, Palm, Prehm, Roller, Scheithauer Stenotachygraphie und Stolze-Schrey zu einem Reichsverba nö zur Schaffung der deutschen Volkskur zschrift zusaminenge- schlossen. Die verbundenen Kurzschriftschulen streben die Auffindung und Einführung einer Volks- kurzschrift an Stelle der jetzigen Reichskurz- schrift an. Die Volkskurzschrift soll in ihrer untersten Stufe für jedermann, auch für den einfachsten Mann im Volke, leicht erlernbar, gut schreibbar, sicher wiederlesbar und überall im Verkehr an Stelle der gewöhnlichen Schrift anwendbar sein. Auf die Unterstufe soll eine Oberstufe aufgebaut werden, die zum mindesten den bestehenden Redeschriften gleichwertig, wenn nicht überlegen ist. Die Auffindung der ersten Kurzschrift wird auf wisienschaftlich-prak- tifchem Wege angestrebt. Schwere Explosion in einer Pulverfabrik. In der Abteilung Haßmoor der Schwarz- Pulverfabrik Born lieh (Lüneburger Heide) explodierten kurz hintereinander vier von den neun Pulverwerken her Abteilung, sowie drei, Ablager - feller. Durch die Explosion wurden zwei Personen getötet, von denen eine durch über zweihundert Meter weit fortgefchleuderken Stein getroffen wurde. Außerdem wurden noch eine Frau, zwei Kinder und drei weitere Personen in einem benachbarten Wohnhause so erheblich verletzt, daß sie ins Krankenhaus Walsrode übersiihrt werden mußten. Durch Starkstrom getötet. In Juntersdorf lRhlde.) geriet ein 13jäh- riger Junge, der Jagd auf Sperlinge machte, für die die Gemeinde eine Belohnungi ausgesetzt hatte, mit den Drähten der Hochspannungsleitung in Berührung und verbrannte. Heinrich b. Angeli ?. Der betaimte Maler Heinrich v. Angeli in Wien, ist im 85. Lebensjahre gestorben. iWettervoraussazc. Unverändert, meist trübe und Regenfälle, milde. Das starke atlantische Tief führt ozeanische Luft in verstärktem Maße heran: sein Kern mit 725 Millimeter liegt nordwestlich von Irland. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 19,6 Grad C.. Minimum 7,8 Grad C., Riederschläge 1,1 Millimeter. Heute Morgentemperatur 12.4 I Grad C. Aus der Promnzialhauptsta-l. ' Gieße n, den 22. Oktober 1925, Der Aufmarsch zur Stavtoerordnelenwahl. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Dolkspnrtei hielt am Montag in der Gewerbeschule ihre Jahreshauptversammlung ab, die sich eines sehr starken Besuches erfreute. Rach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten wurde der bisherige Vorstand einstimmig w i e d e r g e w ä h l t. Weiterhin nahm die Versammlung zu den bevorstehenden Stadtverordneten Wahlen 'Stellung. Der 1. Vorsitzende dankte dem bisherigen Stadtverordneten Rektor Val. Müller, der gebeten hat. von einer Wiederaufstettung abzusehen, für seine Tätigkeit im Stadtparlamenl, und gib anschließend einen lieberblick über die bisher gepflogenen Verhandlungen. Die mit derDeuts ch- nationalen Volkspartei getroffenen Vereinbarungen wurden einstimmig ohne Debatte angenommen. Landgerichts- direktor Schudt dankte der Fraktion, insbesondere ihrem 1. Vorsitzenden Prof. Kraus- müll er für ihre unermüdlich^ Tätigkeit und beantragte, die Stadtverordneten wiederzuwählen. Diesem Antrag wurde einstimmig ft a 11 g e g e b e it. Zum letzten Punkt der Tagesordnung berichtete Geschäftsführer Weiher kurz über das Ergebnis von Locarno. * L. U. Von der Landes-llniversi- t ä t Gießen. Der Privatdozent für englische Philologie an unserer Universität Lektor Dr. Theo S p i r a hat den an ihn ergangenen Ruf auf die planmäßige ordentliche Professur für englische Philologie an die Universität Königsberg angenommen. ** Personalien. Ernannt wurden der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Homberg an der Ohm Adolf Schudt zum Staatsanwalt bei dein Amtsgericht Gießen mit Wirkung vom 1. Oft. 1925. — Durch Entschließung des Landesamts für das Bildungswesen wurden die Studienreferendare Dr. Fritz Heichelheim und Friedrich Quack zu Gießen zu Studienassessoren ernannt. *'•' Fichten deck reifer für Gärten, Beete und Gräber können laut heutiger Anzeige im Stadthaus Bergstraße bestellt werden. ** Teuerungszulage für Alt- Veteranen. Der Zentralverband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener teilt unter Bezugnahme auf die in der Presse erschienenen Mitteilungen mit, daß die vom Reichsfinanzminister angeordnete Zahlung einer einmaligen Teuerungszulage von 45 Mk. ausschließlich an Altveteranen erfolgt. Da diese Teuerungszulage in monatlichen Teilbeträgen von 7,50 Mk. erfolgt, erhalten die Empfänger der Veteran enbeihilfe ab 1. Oktober den Betrag von 20 Mk. ** Der Camera-Club Gießen hatte für Dienstag abend zu einem Vortrag des Herrn Baumann- Wetzlar im Bortragsfaal der Buch- hairdlung Keißner eingeladen.. Vor den zahlreich fchienenen Mitgliedern und Gästen erörterte der Referent die Frage des Phatographierens mit Kleinkameras, das in der modernen Photographie immer mehr eine Rolle zu spielen beginnt. Die Kleinkamera hat neben ihrer sehr hohen Lichtstärke neuerdings auch eine verhältnismäßig große Brennweite, so daß sie allen an sie gestellten Aufgaben gerecht werden kann. Desgleichen ist sie für den Film verwendbar, der ein viel feineres Korn in seiner Schicht hat als die Platte; ein Vorteil, der bei Vergrößerungen schwer ins Gewicht fällt. Sv hat die 'Kleinkamera alle Eigenschaften, die sie zum Apparat der Zukunft prädestinieren. In dieser (5r- kenntnis hat sich auch die photographische Industrie in den letzten Jahren mit dem Bau von kleinen kameras befaßt, als deren unerreichtes Vorbild heute die Leitzsche „Leica" anzusehen ist. Photo- technische Erläuterungen über Fragen wie Un- schärfe, Wahl der Gelbfilter, Reproduktion u. a. folgten und wurden durch zahlreiche technisch wie künstlerisch hervorragende Lichtbilder unterstützt. Der Vortrag fand den lebhaftesten Beifall der Zuhörer. ** Internationale Aus stell ung für Kochkunst. In Frankfurt a. M. findet vom 24. Oktober bis 4. Rovember eine Internationale Ausstellung für Kochkunst, Hotel- und Gastwirtsgewerbe statt, die die größte und fachlich bedeutendste Ausstellung dieser Art zu werden verspricht, die jemals stattfand. Zum Besuch der Ausstellung sind Hoteliers und Gast' wirte zu Tausenden aus dem In- und Ausland angemeldet, und die ersten Gastronomen der Welt werden sich bei dieser Gelegenheit in Frankfurt a. M. ein Stelldichein geben. ” Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: zwei Kühe. 1002 Kälber, 1207 Schafe, 908 Schweine. Vornytizen. —, Tageskalender für Donners-«, t a g. Deutschnationaler Handlungsgehilfen-Ver- band: 8 Alfjr Kaufmann. Vrreinshaus öffentlicher Vortrag. -- Ortsgewerbe-Derein: 8' i flhr Gewerbehaus Mitgliederversammlung. -- Lichtspiel- baud, Bahnhofstr.: Der Schrei aus oer Wildnis. — Aus dem St,ad 11 h e a t c rb u rea u- wird uns geschrieben: Gustav Kadelburg. der jüngst verstorbene Lustspielautor, der meist in Zusammenarbeit mit Oskar Blumenthal wohl eine ganze Generation durch feine Lustspiele und Schwänke erheitert hat, verdient wohl, daß durch Aufnahme eines seiner besseren Werke in den Spielplan auf der Bühne seiner gedacht wird. Es wurde darum das Lustspiel „Der Familientag", das ibn zum alleinigen Verfasser hat, neu einstudiert, und gelangt an morgiger Frcitags-Abonnemcntsvorstellung zur ersten Aufführung. Sicher wird das Werk, das den Sieg des gefunden Menschenverstondes über veraltete Kasten- und Standesvorurteile in lustigster Weife behandelt, denselben Erfolg wie früher erringen. Die gesamten Mitglieder des Personals — mit einer Ausnahme — sind beschäftigt, und außerdem mußten für das ungemein figurenreichc Stück noch Hilfskräfte beigezogen werden. — Oefsentlicher Vortrag fürkaufmännische Angestellte. Der Deutschnatlo- nale Handlungsgehilfen-Verband veranstaltet am Donnerstag, 22. Oktober, einen öffentlichen Ertrag für kaufmännische Angestellte. Es werden sprechen die Herren R o t h a a r - Wiesbaden über „Untere Forderungen an Staat und Wirtschaft" und Schultz-Gießen über; „Warum warnen wir vor dem Eintritt in die Banklehre?" (Siehe gestrige Anzeige.) "-imarit) ' KZZ MOK ä*;6 >d,r '" Mk, ‘ci 9'tolfcn aus dem der die Gelegenheit m ;cb auf dem gxk,. jtD!; ,908 ** B-rnSt'M- * 5'#& sKd'Ks SSW ’ <> lt ellt^ . ptronft ninr ilntr'11 Die Besteuerung der Gewerbebetriebe nach dem neuen Einkommensteuergesetz. Bon Regicrungsrat Dr. P l o ch - Schotten'). Abzüge. Als abzugsfähigc Ausgaben werden anerkannt: 1. Die Schuldzinsen und die aus besonderen privatrcchtlichen öffentlich - rechtlichen oder geschlichen Derpflichtungsgründen blühenden Renten und dauernden Lasten. Aufwendungen zur Erfüllung einer geschlichen Unterhalts- pflicht dürfen jedoch nicht abgezogen werden. 2. Wcrbungslostcn, d. h. die zur Erwerbung. Sicherung und Erhaltung der Einläufe gemachten Aufwendungen. Hat ein Steuerpflichtiger einen (Acgcnstand des Anlagclapitals, der nicht zur dauernden Verwendung Vcrwcndpprkcit über ein Jahr — bestimmt ist. angcschafft, -,3 kann er diese ganzen Anschaffungskosten sofort in voller Höhe abschen. Anders ift cs aber, wenn ein Gegenstand erworben wird, dessen Verwendung oder Ruhunq sich bestimmungsgemäß auf einen längeren Zeitraum erstreckt. Hier find nur geringere Absetzungen für Abnutzung zulässig, und zwar höchstens für einen Steuerabschnitt mit dem "Betrag, der sich bei Verteilung auf die Gesamtdauer der Verwendung oder Nutzung ergibt. Selbstverständlich find auch Abfehungen für außergewöhnliche Abnutzung gestattet, müssen jedoch besonders bewiesen werden. Absetzungen dürfen nicht vorgcnommen werden für den Grund und Boden, wohl aber für Maschinen und sonstiges Betriebsinventar, für gewerbliche usw. Urheberrechte, für Gebäude, Bc- und Entwässerungsanlagen. Als Ausgangspunkt für „ die Hundcrtsätzc der Absetzung ist immer höchstens der Anfchaffungs- oder Herstellerpreis zugelassen. Als Beispiele für Abzüge, die immer als Wcrbungskostcn anzusehen sind, führt § 16 u. a. auf n) Steuern vom Grundvermögen und Gewerbebetrieb, sonstig-' öffentliche Abgaben und die Beiträge zur Versicherung von Gegenständen, soweit cs sich - hier um Geschäftsunkosten oder Verwaltungslosten handelt. Hierher gehören also /.nm Beispiel die Grundsteuer, die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz, etwaige Wertzuwachssteuern und die Umsatzsteuer. b) Die nach dem Aufbringungsgeseh bei der Industriebelastung zu entrichtenden Jahresleistungen. c) Die notwendigen Ausgaben für Fahrten des Srcuerpflichtigcn zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. d) Aufwendungen für Arbeitsmittel (Werk- ,.cuge und Berufskleidung). 3. Sonder lei st un gen. Rach § 17 kommen als solche in Betracht: a) Beiträge zu Kranken-, Unfall-, Haft- pslicht-, Angestellten-. Invaliden- und Crwerbs- lofenverficherungs-', Witwen-. Waisen- und Pcn- sionskassen, die der Steuerpflichtige für sich und feine nicht selbständig veranlagten Haushaltungs» angchörigcn gezahlt hat. h) Beiträge zu Stcrbckassen. c) Versicherungsprämien für Lebensversicherungen und Spareinlagen, sofern die Rückzahlung des Kapitals nur für den Todesfall oder für den Fall des Erlebens innerhalb einer Zeit von nicht weniger als zwanzig Jahren vereinbart ist und die Vereinbarung unter Verzicht auf Abänderung oder Aufhebung dem zuständigen Finanzamt angezeigt wird. d) Ausgaben des Steuerpflichtigen für die Fortbildung in feinem Beruf. c) Kirchen- und ähnliche Steuern. f) Beiträge zu öffentlich-rechtlichen Berufsoder Wirtschaftsvertretungen und dergleichen. g) Zuwcndunaen an Untcrstühungs-, Wohlfahrts- und Pensionstassen, des Betriebs des Steuerpflichtigen, wenn die dauernde Verwendung für die Zwecke der Kaffe gesichert ist. Die Abzüge unter a bis d dürfen jedoch zusammen den Betrag von 480 Mark nicht übersteigen. Der Betrag erhöht sich für die Ehefrau und die minderjährigen Kinder um je 100 Marl. Für die Übergangszeit sind in § 112 bei Steuerpflichtigen über 50 Jahre je nach dem Alter höhere Beträge zugelassen. 4. Abgezogen werden dürfen nicht alle Aufwendungen. die sich als Verwendung des Ein- *) Teil I in Rr. 246 vom 20. Oktober, kommens darstellen, zum Beispiel Aufwendungen zur Verbesserung und Vermehrung des Vermögens, zu Geschäftserweiterungen, zmn Haus- balt und Unterhalt. endlich die Einkommensteuer sowie sonstige Personalsteuern. Steuerpflicht bei Veräußerung des Gewerbebetriebs. Schon im seitherigen Steuerrecht hatte sich die Rechtsprechung des Reichsgerichts, der 06er- landcsgerichtc, des Reichsfinanzhoss und auch die Literatur immer mehr auf den Standpunkt gestellt, daß auch die Veräußerung des Geschäfts zum gewerblichen Betrieb zu zählen sei, daß mithin hier ein einkommenssteuerpflichtiger Vorgang anerkannt werden müsse. Hinzu kommt nun bei dem neuen Einkommensteuergesetz die ausdrückliä-e Anerkennung des Umstandes, daß nicht realisierte Verluste einer Besteuerung nicht unterliegen sollen. Während beim umlaufenden Betriebskapital eine solche Realisierung bald erfolgt, läßt sic dagegen beim Anlagekavital auf sich warten und tritt in der Regel erst beim Verkauf des Unternehmens in Erscheinung. Cs erscheint wohl an und für sich richtig, daß der bei der Veräußerung des Ge- crbebctricbs erzielte Gewinn eigentlich Gegenstand der Dermögenszuwachsstcuer sein mußte. Allein das Gesetz über Vermögen- und Erbschaftssteuer seht die Vermögenszuwachssteuer vorläufig außer Hebung. So bleibt nichts anderes übrig, als diesen Gewinn im Einkommensteuergesetz unterzubringen. Der § 30 des Einkommensteuergesetzes bezeichnet mithin als Einkünfte des Gewerbebetriebs die Gewinne, welche erzielt werden bei der Veräußerung: 1. des Gewerbebetriebs als ganzen oder zu einem Teil, 2. von Beteiligungen eines persönlich haftenden Gesellschafters, einer Kommanditgesellschaft auf Aktien, von Anteilen eines Gesellschafters, der als Mitunternchmer anzufehen ist. Das Gesetz geht aber noch wesentlich weiter. Häufig wird bei Gründung einer A.-G. oder G m. b. H. ein sehr niedriger Preis für die ein- gcbrachtcn Gegenstände angefeht. Die Realisierung der Gewinne durch die bisherigen Inhaber tritt hier meistens erst dann in Erscheinung, wenn die bei der Gründung erworbenen Aktien oder G. m. b. H.-Anteile veräußert werden. Außerdem gibt cs häufig Gesellschaften m. b. H. oder auch Aktiengesellschaften, bei denen fast alle Anteile in einer Hand, oder in der Hand ganz weniger Personen sich befinden. Hier handelt es sich zwar rechtlich um Körperschaften, allein wirtschaftlich stehen diese Gesellschaften dem Einzelkausmann oder etwa einer offenen Handelsgesellschaft sehr nahe. Es ergibt sich deshalb die Folgerung, die Veräußerung von derartigen Anteilen oder Aktien der Veräußerung eines Teiles des Gewerbebetriebes glcichzustellen. Unö so bestimmt H 30 Abs. 3, das; es der Veräußerung eines Gewerbebetriebs als ganzen oder eines Teiles desselben gleichsteht, wenn Anteile an einer Erwerbsgcsellschast (Anteile an einer G. m. b. H., Aktien, Kure, Genußscheine usw.) veräußert werden. Dies soll aber nur dann der Fall fein, wenn der Veräußerer am Kapital der Gesellschaft wesentlich beteiligt ist. Da die Frage, wann eine wesentliche Beteiligung gegeben ist, in der Praxis zu Zweifeln und Streitigkeiten Anlaß geben könnte, erklärt das Gesetz eine fißlchc dann für gegeben, wenn der Veräußerer oder seine Angehörigen an der Gesellschaft zu mehr als einem Viertel beteiligt find oder innerhalb" der letzten zehn Jähre beteiligt waren. Eine Einschränkung, welche einen erheblichen Teil solcher Veräußerungsgeschäftc steuerfrei macht, ist die, daß eine Heranziehung zur Einkommensteuer nur dann in Frage kommt, wenn bei der Veräußerung eines Gewerbebetriebs als ganzen der Gewinn den Betrag von 10 000 Mark und bei Veräußerung eines Teiles oder von Beteiligungen und Anteilen der Gewinn den dem Anteile entsprechenden Teil von 10 000 Mark übersteigt. Eine ähnliche Regelung wie bei dem Verkauf eines Gewerbebetriebes ist vorgesehen für den Fall, daß der Veräußerer das Betriebsvermögen unentgeltlich, also ß. B. im Weg des Erbfalls erworben hat. Veräußert dann der Erb^ innerhalb drei Jahren den gewerblichen Betrieb weiter, so soll ihm auf Antrag auf die nach dem Veräußerungsgewinn sich berechnende Einkommensteuer der Teil der Erbschaftssteuer angerechnet werden, der aus den Lkntcrschicd zwischen den der Veranlagung zur Erbschaftssteuer zugrunde gelegten und den bei der Veranlagung des Rechtsvoraangcs zur Einkommensteuer zuletzt an» gesetzten Werten des Betriebsvermögens entfällt. Drohender Riesenstreik in der chemischen Industrie. fpd. Frankfurt a. M., 21. Oft. Die Tarif- lommission der Arbeitnehmer in der chemischen Industrie des Rhein-Maingcbietes hat die Erklärung des Arbeitgeberverbandes über eine Lohnerhöhung als ungenügend abgelehnt und daraufhin einstimmig beschlossen, noch im Lause dieser Woche in einigen Betrieben die Arbeit niederzulegen und je nach Lage der Sache das Kampfgebiet zu erweitern. Die Arbeitgeber dagegen haben schon vor einigen Tagen erklärt, daß sie bei einem Teilstreik sofort mit der Aussperrung sämtlicher Arbeiter in allen westdeutschen chemischen Werken antworten würden. Der Strasteubahncrftreik in Frankfurt. fpd. Frankfurt a. M., 21. Olt. Die b e- schränkte Aufnahme des Betriebs durch etwa 300 Arbeitswillige wurde heute früh an den einzelnen Bahnhöfen durch Streikende mit Gewalt verhindert. Vielfach hatten sich auch Streikposten in den Zufahrtsstraßen auf- gestellt und verjagten die Straßenbahner, die sich in Uniform nahten. Die Arbeitswilligen begaben sich darauf nach dem Rathausc und erklärten. daß sie nach wie vor zur Arbeit bereit seien, wenn man ihnen polizeilichen Schuh zur Verfügung stelle. Die Verhandlungen vor dcm Schlichter in Hanau brachten keine Einigung, da dieser erklärte, cr wolle sich nur über die Sachlage unterrichten Die Hauptentscheidung dürfte heute in Berlin im Arbeitsministcrium fallen, wo besonders über die Verbindlichkeitserklärung des Manteltarifs verhandelt wird. Ob auch mit Hilfskräften bei einer Fortdauer des Streiks — man rechnet für die Samstagsnummer können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Satzausstattung erfolgen Bestellungen zweckmäßig bereits im Laufe des Donnerstags BeWesWenetWgers 118180 ernstlich damit - ein beschränkter Betrieb eingerichtet wird, hängt davon ab, daß der Magistrat die Arbeitswilligen unter polizeilichen Schuh stellen läßt. — Inzwischen Hai sich der Rotverkehr mit Omnibussen völlig organisiert. Insgesamt laufen jetzt durch alle Stadtteile in regelmäßigen Zwischenräumen etwa 50 große Kraftomnibusse. Die R e i ch s p o st hat sämtliche in Öen eigenen und den benachbarten Bezirken entbehrlichen Wagen nach hier zur Dienstleistung beordert. Die Fabriken und großen Geschäfte befördern mit Autos ihre Angestellten nach der Arbeitsstätte und abends wieder nach Hause. Sogar Kraftmöbelwagen haben sich in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Der dringendsten Verkehrsnot in der Stadt ist bereits abgeholfen worden. Wie wir von zuständiger Stelle in letzter Stunde erfahren, sind die im Reichsarbeitsministerium in Berlin über den Mantcltarif geführten Verhandlungen so weit gediehen, daß mit einem befriedigenden Ergebnis gerechnet werden kann. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 16. Oft. Mitte April wurde einem hiesigen Gärtner, der in einem Hause in der Schanzenstraße arbeitete, gegen Mittag ein Fahrrad gestohlen, das an dem gleichen Tage nachmittags einem Fahrradhändler in Großen- Buseck zuerst zum Preise von 15 Mk. und schließlich zu 8 Mk. zum Kaufe angeboten wurde. Von einem Rachbarn wurde ein Gendarmerie» Oberwachtmeister aus Reiskirchen auf Öen Verkäufer Öcs Raöes, der schon einige Tage vorher einem Gastwirt in Großen-Buseck ein Rad verkauft hatte, außnerksam gemacht. Der Beamte ging sofort in die Wohnung des Fahrradhänd-- iers, der den Ankauf abgelehnt hatte, und traf dort Öen Verkäufer, einen jungen Burschen aus Trohe, öcn heutigen Angeklagten, noch an. Auf Befragen erklärte oiefer, er habe das RaÖ von einem aus RöÖgcn stammenöen, beim ßanötoitt- schaftkichen Institut in Gießen beschäftigten Arbeiter, dessen Rainen er nannte, gekauft, während er das kurze Zeit vorher an Öen Gastwirt verkaufte Raö bei einem Fahrradhänöler in Gießen erstanden haben wollte. Da die ganzen llmftänöe dem Beamten sehr verdächtig vor- tamen, beschlagnahmte er die beiden Räder. Die angestellten Ermittelungen ergaben, daß die Angaben des Angeklagten über Öen Erwerb der RäÖer erlogen waren, er gibt selbst heute zu, daß er in beiden Fällen bewußt die Unwahrheit gesagt habe. Einen Arbeiter des von dem Angeklagten angegebenen Ramcns gibt es in Rödgen überhaupt nicht, auch hat er das andere Rad nicht in Gießen bei einem Fahrrad- Händler gekauft. Heute erklärte er, ein Mann mit dem Vornamen Georg, feinen Familiennamen kenne er nicht, habe ihn in Gießen im Selterswcg gebeten, ihm ein Rad — das dem Gärtner gestohlene — zu verkaufen. Cr fei deshalb mit ihm nach Droßcn-Buscck gefahren unb habe cs dort dem Fahrradhändlcr angeboten. Das andere Rad habe er im Jahre 1922 in der Eifel aus einem Keller gestohlen Er sei deshalb in Aachen von einem 'französischen ober belgischen Kriegsgericht zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt worden, die er in Siegburg teilweise verbüßt habe. Rach seiner Entlassung habe er ein Gesuch an einen deutschen Konsul in Frankreich eingereicht, in dem er behauptet habe, er sei unschuldig verurteilt worden. Daraufhin habe er das Rad wieder zurückcrhaltcn. das er jetzt an den Gastwirt in Großen-Buscck verkauft habe. Das Gericht schenkte den Angaben des Angeklagten keinen Glauben, war vielmehr der Lieberzeugung, daß er selbst das Rad des Gärtners gestohlen habe, und daß auch das andere Rad auf unrechtmäßige Weise in feinen Besitz gekommen sei. Da jedoch nicht fcftgcftellt werden konnte, durch welche strafbare Handlung er dieses Rad erlangt hatte, mußte mangels ausreichenden Beweises deswegen auf Frei- sprechung erkannt werden. Wegen des Diebstahls des in Gießen entwendeten Rades wurde der wegen Diebstahls und Rückfallsdiebstahls schon mehrfach vorbestrafte Angeklagte unter Annahme mildernder Umstände zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis verurteilt. Amtsgericht Wetzlar. ü Wetzlar, 21. Olt. Der Arbeiter Wilhelm W. aus Wetzlar betrieb seit Ende Juli d. I. ein Flaschcnbiergeschäft. das zeitweise in großer Blüte stand, denn er verkaufte vielfach das Bier seinen Kunden zum sofortigen Genuß in feiner Wohnung, so daß es hier Öfters hach her ging. Da W zum sofortigen Ausschank leine Konzession besaß, erfolgte durch amtsrichterlichen Strafbefehl wegen Vergehens gegen die Reichs- getverbeorönung seine Bestrafung mit 300 Mk. Auf den Einspruch des W. hatte dieser sich heute zu verantworten. Das Gerächt erkannte nach der Beweisaufnahme, zumal der Angeklagte zeitweise einen Bierabsah hatte, um den ihn mancher Gastwirt beneiden konnte, sowie mit Rückfich' auf die häufigen Vorstrafen des Angeklagte, auf 300 M k. Geldstrafe, int Richtbeitreibungsfalle für je 10 Mk. ein Tag Gefängnis, und Auferlegung der Kosten des Verfahrens Wegen gefährlicher Körperverletzung war der Mechaniker August A. von Dutenhofen an- geklagt, weil rr an einem Sonntag im Juli d. I. dem Zeugen August G. von Dutenhofen gelegentlich eines Wortwechsels ein leeres Bierglas ins Gesicht warf, nachdem er ihm vorher den Inhalt des Glases ins Gesicht geschüttet hatte. Letzterer trug hierdurch eine klaffende Schnittwunde im Gesicht davon, die der Arzt vernähen muhte. Der Angeklagte war geständig und will von G. gereizt worden fein. Der Staatsanwalt beantragte 100 Mk. Geldstrafe. Da der Vater des Verletzten, der für seinen noch minderjährigen Sohn als Rebenkläger zugelassen war, erklärte, er habe an einer Bestrafung kein Interesse, sondern sei zufrieden, wenn der Angeklagte ihm eine Buße von 63 Mk. für Arztkostcit usw. zahle, verpflichtete sich der Angetlagte. die Kosten des Verfahrens zu tragen. Es erging daher Gerichtsbeschluß dahin, daß das Verfahren einstweilen beruhen bleibe, bis der Angeklagte die Kosten bezahlt habe, worauf dann Einstellung des Verfahrens erfolge. Der Wagner Georg Sch. von Altenkirchen war beschuldigt, ein stehendes Gewerbe zu betreiben, ohne cs polizeilich angemeldet zu haben. Dieserhalb war cr von der Polizeiverwaltung mit 10 Mk. bestraft worden, wogegen cr Antrag auf gerichtliche Entscheidung stellte. Heute gab Sch. zu. nur gelegentlich dem besagten Gewerbe nachgegangen zu fein, ohne gewußt zu haben, daß dies anmeldepflichtig fei. Da die polizeiliche Strafverfügung nicht das anzuwendende Strafgesetz enthielt, wurde sie für nichtig erklärt und die Kosten des Verfahrens einschl. der Verteidigung der Staatskasse auferlegt. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) Freitag, 23. Oktober. 4.30 bis 6 Llhr: Hausfraucn-^lachinittag - Programm u. a.: ..Die Freuden der Hausfrau", Vortrag von Frau Henny Pleimcs. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lefcstundc (Bricfliteratur): Aus dem Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter. 6.30 bis 1 Uhr: Die Bücherstunde. 7 bis 7.15 Uhr: Die Besprechung. 7.15 bis 7.30 Uhr: Wanderratfchläce des Taunusklubs. 7.30 bis 8 Uhr: Funkhoch- schule Frankfurt. - , Goethes Weltanfchauungs- gedichte". Vortrags^ytlus von Dozent Pfarrer Taes'e .'. Dritte • A(end. Gce he? philo'ophisch- ethische Weltanschai'ungsgedichte (Urworte Ot- phisch. Eins und Alles. Vermächtnis, Symbolumi. 8 bis 8.30 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.30 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Ein Schauspiel von Heinrich von Kleist. i——lll I ......Ulli Sie Silse gegen «l M Wmlisms. Sic wissen fein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister, denn alle Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht das Hebel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet, aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie Öen folgenden Brief: ,,Jch teile Ihnen mit, daß Ihre Gichtosint- Tablctten schon nach zwei Monaten bet mir überraschenden Erfolg erzielt haben. Mit jedem Tage fühle ich mich Wohler und kann jetzt trotz meiner 65 Jahre große Fußtouren in den Bergen machen und auch die schwersten Arbeiten mit Leichtigkeit verrichten. Die Kur fetze ich getreulich fort, ich hoffe den Rheumatismus für immer los zu fein. Ihnen sage ich meinen besten Dank und empfehle Ihr vorzügliches Präparat in Bekanntenkreisen. Hochachtungsvoll I. B. in A. Solche Briefe besitze ich Tausende, und nun hören Sie weiter Gicht und Rheumatismus können nur *on innen heraus wirklich kuriert werden durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene Harnsäure Salze, und diese müssen heraus, fönst nützt alles Einreiben und Warm- halten nichts. 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Die Anmeldungen zur Verlesung der Krämerstände werden Montag den 26. Oktober, vorm. von 9—11 Uhr, tm Markthause entgegengenommen, wo auch nähere Bestimmungen zu ersehen sind. Der Auftrieb von Vieh beginnt jeden Morgen um 8 Uhr. Ortenberg, den 19. Oktober 1925. Hessische Bürgermeisterei: Pfeiffer. 9862D i NB. Extrazüge sind eingelegt und in den Bahnhöfen durch Anschlag ersichtlich. M liefern: WeWMl in Eiche und Kiefer geport 120, 140, 160, 180 und 200 cm Büfett AMlWetlS AWleMA ■ ■eeee.««..... hemzimkl Eiche gebeizt S«WA la Qualität e Schöne Modelle ob! lange leihaDlitno! Hausrat Gemeinnützige Mtzeloerforguiig für öos rrtzeln-, Main- unö cotzngeviet G.m.v.s. Gießen, Lindenplatz 1 9861a Ziel Mei 2 V?jährig, zu verkaufen. 08592 9of 'Hlünfli. Bitlfflet 6/20, Falcon, mit allen Schikanen, we- gen Anschaffung eines schwereren Wagens zum festen Kaffapreis von Mk. 4000.- aus Privathand zu verkaufen. Mohrer, Frankfurt a. M.» Zeil 18, Telephon: Hansa 7958. 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Die bedürftigen Inhaber von Reichs- und Staatsanleihen müssen überdies die Gewährung der ihnen etwa zustehenden Vorzugsrente bei den Bezirksfürsorgestellen, in der Stadt Gießen beim Städtischen Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2 Obergeschoß, Zimmer 17, beantragen. Zur Stellung des Antrags ist von reichswegen ein bestimmter Vordruck vorgeschrieben, der dort zu haben ist. Näheres ist an der gleichen Stelle zu erfragen. Der Antrag auf Vorzugsrente ist an eine bestimmte Frist nicht gebunden. Fe eher er jedoch gestellt wird, desto früher gelangt der Antragsteller in den Genuß der Rente. Gießen, den 22. Oktober 1925. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt): ___________Dr, Frey.________9868c An- und Verkauf von Stadtanleihen Union Handelsgesellschaft A.-G. Darmstadt 9857ss Fernruf 1010, 3001, 3024. 3005, 3000, Wohnungstausch! Schöne 6-Iimmerwohnung in bester Lage der Stadt Wehlar gegen eine ebensolche in Giehen zu tauschen gesucht. Schrift!. 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Wir laden unsere Mitglieder zur Teilnahme ein, da wir korvvrativ ange schlossen sind. °6"8 Der Vorstand. 023. X. 7' ,vdr nil.Mstrhef. Br. Da. 8'; Krach. Stadttheater Freitag, 23. Okt.. 3. Zkpilllg-Atzon.'Vtst. von7'/,b. nach 10 Uhr ZUM Andenken an den verstorbenen Lustspieldichter Gustav Kadelburg Der Snmiiientüs Lustspiel tu 3 Akten vvn Gnst Kadelburg. ISS iplte Martt-tetelliiiij s Hans toMati 0 Donnerstag, 22. Oktober (925 Ur. 248 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Qillc für die -Redaktion bestimmten Mittel^ die 2 Lösung deS Problems Nr. 32 von 3. Däuble. A 2 T. a^Gi K-2 2 8® Juli 0 ö"6* ? c er er 2 & Diese Verstärkung der Verteidigung rührt von 2. 8. 8. Lc8-b7 2 5 0 S. sein Lehrtalent zur reichsten Entfaltung tarn. I vor 5in| zufammengepferchten Tiere hinausließ aus 6. Sg8-f6 7. b7-bö 2 2 diesem Tiebelstande abhelfen, weim er a2—a3l nebst d4xc5, b2—b4 nebst Lei—b2 gespielt hätte. Poet, wenn er die frühen Herbstmorgen wir den die die 0 n e 11. c5Xd4! 12. Dd8-dö 13. Ta8-d8 14. Lf8-e7 15. 0-0 -■ c 0 3 V O gung. 4. e2-e3 5. Lflxc4 ist er 2. 'C- 9. b5-b4 10. Sb8-c6 f 7 — f5 f5xe4 'S ** 4 ~ y" Q~ 2 ? K)2 STl- nBL? 4. c7 —c5 5. a7-a6 13. Lei -b2. 14. Tfl-el 15. Sbl-d2 Der Maler Zügel ist ein Atmosphäre beschreibt, die am 11..... 12. e3xd4 d . H Müller 3 P. ■2%r* 9 --6^2. Koionialpolitik oder Auswanderungspolitik. Von Otto C o r b a ch. Wir geben den folgenden Ausführungen gern Raum, ohne ihnen in allen Punkten beipflichten zu können. D. Red. Das Gerücht, daß Deutschland als Lohn für denen Eintritt in den Völkerbund einige Fetzen I ei ics früheren Kolonialbesitzes zurückerstattet wer- 'üu, könnten — es war die Rede von Teilen Togos 'M) Kameruns —, hat in vielen Köpfen eine ge= Erliche Verwirrung angerichtet. Nicht als ob rcenb jemandem bei uns solche kleine Gnaden- p-schenke" verlockend erscheinen könnten; aber man jrtlt sich dadurch ermutigt, wieder auf einen Auf- ^vung Deutschlands als Kolonialmacht zu früherer löege zu hoffen. Gerade das aber ist es, was unsere rLittertften Feinde mit solchen Probeballons be- ; neiden. Man hat längst bereut, Deutschland seines intlidjen Kolonialbesitzes und in China aller Vor- rrjte, die andere Mächte noch vertraglich genieße», i'waubt zu haben. Die f a rb i g e n Völker, die 6 um alle Hoffnungen betrogen sehen, die bei ir en geweckt wurden, als es darauf ankam, sie für err Weltkreuzzug der „Zivilisation" gegen die deuten „Barbaren" zu entflammen, sehen heute in ^llwjotrußland ihren offenen, in Deutsch- a it d ihren geheimen Freund und Verbündeten iic den bald 4)icr, bald dort auflobcrnben Kampf in die vom Präsidenten Wilson verkündeten und enrotcnen „Selbstbestimmungsrechte" aller Völker. > n n y a t fen, der große chinesische Revolutionär, ii in den letzten Jahren seines Lebens immer oieber in die Köpfe (einer 'Anhänger ^>ic lieber fiigung eingehämmert, daß, wenn bie Stunbe bes citgülhgen Befreiungskampfes für bie gelben Völ- it schlagen würbe, Russen, Deutsche unb wahr- ttjcinlid) sogar die Franzosen ihnen gegen die im» idealistischen Weltmächte England unb Amerika l.’rjjaffnete Hilfe leisten würben. Dem deutsche» loltc unb seinen Staatsmännern liegt es gewiß itm, sich mit solchen abenteuerliche» Plänen zu ta gen. Unser Sinne» unb Trachten ist allein bar- iin gerichtet, toieber allmählich unsere eigenen (raste zu fricblidjem Wettbewerb mit nnberen Völ- !!; Schmach empfinde», daß bei uns weite Kreise Mch fast glücklich wähnen, weil ein Dawesplan irjtrc Feste!» immerhin einstweilen ein wenig ge- , H:ck«rt zu haben scheint, während das moderne dorse Wörth in der Rheinpfalz, und dort entstand die „Zügel-Schule", in der weite Weide. Dann hieß es allerdings für uns Stadtbuben „fort im Galopp", denn entweder faß einem der Spitzerhund am Hosenboden, oder der Schäfer warf mit der Kelle seines langen Schäfersteckens einen Brocken Lehm nach uns. Er traf uns ebenso sicher wie das Schaf, das heimlich ausreihen wollte. Oder aber, und das war das Schlimmste, wir kamen dem Schafhändler in die Quere, der zur Inspektion fuhr. Dor dem Herrn Schafhändler hatten wir den größten Respekt. Er trug selbst am Werktag hohe, blank gewichste Rohrstiefel, hatte gelbe Hosen an unb ein schneeweißes Hemb, unb über bem bicken Bauch eine feuerrote Weste mit großen silbernen Kugelknöpfen — ein Herr! 5 2 . n P’” Gi"«9" 'ZZsHL- 2 AZ. seiner Bevölkerung gemäß, alles und jedes verkauft, was nur eben zu verkaufen ist. So also auch in Korfu, das ein gewiß unverdientes Kriegsglück Hellas' in den Venize losschoß warf. Die Kaufverhandlungen sind eröffnet mit einem Konsortium, das hier eine Spielhölle errichten will und errichten wird, wenn nicht Monaco Frankreich mobil zu einem Einspruch macht. Der heilige Hain der kaiserlichen Dulderin wird dann von „mondänem" Leben widerhallen. Die unzähligen serbischen toten Soldaten, die hier dem Typhus und anderer Kriegspest erlagen, — sie werden aus ihrer Nutze aufgeschreckt. Laut wird die stiUe Insel und ent- göttert. 6---Z 9 y o 16. Le2-c4 17 Ddl-c2 18 Sd2-e4 19. De2-e3 20. Se4-g3 21. Sf3-e5 22. Sg3-e4? Eine viel bessere 22..... 23. b3xc4 24. Kglxg2 25. f2 —f3 Weih gibt auf. y --2. Zügels Entwicklung vollzog sich in absolut gerader Linie, unb man kann feigen, baß ber Erfolg von Anfang an seinem Schaffen treu geblieben ist. Er hat sich schon in der Jünglingszei't von seiner Kunst ernährt, und mehrere Tausend Bilder seiner Hand führten ihn, jedes für sich, auswärts auf der Straße des Ruhms. Das Geheimnis dieses Erfolges liegt zum große» Teil in der Treue Zügels zu sich selbst unb zu der Scholle, auf der er und seine Kunst gewachsen sind. Es gibt wenige Bilder von ihm, die etwas anderes darstellen als seine geliebten Schafe, Ochsen, Hunde unb Kälbchen. Hinzukommt, daß Zügel wohl als erster mit bem sogenannten „Genrebild" brach und das Tier, frei vom Anekdotischen, als selbständiges Motiv in eine die Stimmung betonende Landschaft stellte. Schließlich aber ist Zügel einer derjenigen Maler gewesen, die mit Ueberzeugung dem Plein-Airis- mus Bahn brachen und frei von der Natur „impressionistische" Bilder schufen. »2 s ■= ac2.=- , C 5 ~ ” n p. n z £ r. z ZCZ z z _ Schwarz ist besser entwickelt und hat Angriff auf den Punkt d4. Igpuftens gehörten ihnen auch die Wiesen und Bäche, ultoo die Tiere weidete». Am meisten interessierten 115b) — mit einem abenteuerlichen Gruseln — die iktiiierkarren. Meine Mutter erzählte uns, ber - =aäier schlüpfe abenbs in diese kleine Hütte, damit iilh die Nebelgeister nicht ins Bein beißen. Und ni'i ber Hund wache bei der Herde und belle die ganze Nacht. l£ir waren immer ordentlich froh, wenn -Dl frühen Morgen beim Schmetterlingfangen sstzäser sahen, wie er den Kraal öffnete unb z redtiddz rt^z-^^.oe Z O O I*. r.d4d< _O 6l< Jtas-z 7. b a 8 6 5 3 2 wesentlich veränderte Obst n>. nachmittag die Leiche unerwartet hier verstor- Oberamtmanns Bernletzten Ruhestätte. Der seit 1879 das 700 Mor- Ausschußmit- D 2 rsiche- bl 'Bide vetflonben, ir ■falltntnJj 'ior bet Kirche iruchliger Sleir Kugel gefrönt ][ Mar nur 46 Jahr Professor de Zer aus Obe lehrte Dar ’ Institut. - kurzer Lchu seinen 90. Q gefolgt begleitete gestern des nach kurzer Krankheit denen Hofgutpächters, des Hard Hofmann, zur Verstorbene bewirtschaftete schadcngcseh für ^Seschädigung von Obstbäumen durch Wild eine Entschädigung dann nicht gewährt wird, wenn es die Besitzer versäumt haben, ihre Bäume mit den erforderlichen Schuhmah-- rcgeln zu versehen. Als solche werden empfohlen: Anstreichcn der Bäume mit einer Mischung aus Stämme mit Fichtenreisern und Anlegen von Drahtschuhtörben. Kreis Schotten. Schotten, 21. Ott. Als Kreis Lauterbach. Aus dem Kreise Lauterbach, 21. Olt. Die O b st b a u m z ucht, der in früheren Jahrzehnten im Bogelsberggebict nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wird neuerdings mit immer mehr Aussicht aus Erfolg verständnisvoll gepflegt, nachdem es gelungen ist, für unser Klima und unsere Höhenlage ein besonders geeignetes Obstsortiment festzustellen. Namentlich die Gemeinden und der Staat gehen zur Förderung der Obstbaumzucht mit gutem Beispiel voran. So hat das K r e i s a m t erst dieser Tage wieder in einer amtlichen Bekanntmachung auf die Schädlingsbekämpfung hingewiescn und das Anbringen von Klebegürteln (gegen den Frostnachtspanner) dringend angeraten. Auch der Schutz der Obstbäume gegen Hasenfrah und Frostschaden wird gewünscht, zumal nach dem Wild- srischgelöschtem Kalk und Blut, Cinbinden der ‘ Dornen oder Ersatzmänner enthält neben den Namen von seit. I herigen Gemeinderatsmitgliedern und Ersatzmän- I nern einige neue Namen. Der künftige Sta'dtvor. I stand wird sich nach der Einheitsliste aus fünf I Vertretern der Deutschen Volkspartei und des Bauernbundes, zwei Demokraten und fünf Sozialdemokraten zufanimenfetzen. ow. Ober-Widdersheim, 20. Olt. Gestern verstarb nach kurzer Krankheit infolge Herzleidens der Oberverwalter des von Harnier- schen Gutes Häuserhof, Christian Erb, der 42 Jahre lang in mustergültiger Weise die Wirtschaft dieses Gutes geführt und es mit vorbildlicher Treue verwaltet hat. Wie er weithin bei seinen Berufsgenossen um seiner landwirt-chast- lichen Tüchtigkeit willen hoch geschätzt war, so erfreute er sich um seines biederen offenen Charakters willen auch allgemeiner Beliebtheit. zl Echzell, 21. Oft. Sicherem Bernehmen nach werden hier mehrere Kandidaten- listen zur bevorstehenden Gemeinderats' Wahl zur Einreichung gelangen. Die Listen w«. den neue Namen bringen. Borsdorf, 21. Oft. älnsere Landwirte hatten in diesem Herbste eine äußerst gün-l stige Aepfe lernte. Nachdem die Schüttel-! äpfel, der Doppelzentner zu durchschnittlich 12 Mk., abgesetzt sind, begann jetzt der Versand von.1 Tafel- und Wirtschaftsobst. Für den 3 e n t ne r erhielten die Züchter 12 Mk. bei^reier Lieferung an die Bahnstation. Für diesen Preis wurden Tafel- und Wirtschaftsobst. Für den Zentner sie der Baum lieferte, also ohne Auslese der geringeren Früchte, abgesetzt. i). Ranstadt, 20. Oft. Ein sehr großes TrauerDaten? Aber dann Patras, der wichtigste Hafen wohl des Peloponnes. Bunt zu schauen mit dem Geäst der Barkenmaste und dem dahinterliegenden weißgrauen Häusergewirr. Ein Grauen jedoch packt einen, wenn man die Stadt betritt. Hier scheint alles zu zerfallen. Die Straßen sind von einer unsäglichen Schmuhigteit und die Auslagen der Läden zeigen schlechteste Qualität europäischer Erzeugnisse. Offene, schon orientalisch wirkende Magazine, eins neben dem anderen, sind angefüllt mit altem Kram, und tatsächlich fagen einem die Leute, die cd wissen müssen, das; man in Griechenland nur alte Sachen lauft — die aus ganz Europa dorthin zusammenströmen und den wenigen Häfen einen lebhaften Schiffsverkehr geben. Man ist hier in eine rechte Taendelecke Europas geraten. Eine etwas handwerkliche Lederindustrie macht sich bemerkbar, offenbar mehr für die Bedürfnisse der Bauern berechnet, dagegen an jeder zweiten Ecke ein Schneider oder ein Parfümerieladen. Im grotesken Gegensatz zu all dem Schmutz und dem Staub rings umher, zum verwahrlosten und elenden Aussehen des niederen Dolles und der offensichtlich aufstehenden WohnunHskultur, stolzieren Herrchen und Dämchen in letzter Mode Dahin, mit jener Hypereleganz gelleidet. die in aller Welt das Abzeichen des Halbgebildeten ist. Erstaunlich die Sprachkenntnisse, die jedermann, wiewohl überhaupt auf dem Balkan, hier zu besitzen scheint, aber sonst ist kaum eine irgendwie in die Tiefe gehende kulturelle Anschauung, auch kein politisches Wissen — abgesehen von einem etwas allzu herausfordernd zur Schau getragenen Nationalismus —, spürbar. Man fragt sich vergebens, wie dieses Volk den Mut zu einem imperialistischen Eroberungskrieg finden konnte, das gleiche Volk, das einen Konstantin verabschiedete, um einem Benizelos, dem ränfe- vollen Kreter, nachzulaufen, der jetzt in Nizza behaglich feine erworbenen Drachmen verzehrt. Ach. es ist wohl die Schuld recht würdeloser Buhlschaft, die man während des Weltkrieges von beiden Seiten, vornehmlich aber von der Entente trieb, die einen künstlichen Ehrgeiz hochzüchtete, der nun aus der Erinnerung an klassische Vergangenheit immer neue Nahrung zieht. Jeder Grieche, den man spricht, ist Imperialist, wie überhaupt hier auf der Drücke von Europa nach Asien der Imperialismus geradezu schon Fieber- höbe erreicht zu haben scheint, wenn man schon auf erste Eindrücke hin ein Urteil fällen will. Die Niederlage hat den griechischen Traum wieder erreichbarer klassischer Größe nicht erstickt, eher ihn noch angefeuert, so daß jeder Augenblick ihn in besinnungslose Handlungen umzusehen vermag. Ist das Mittelmeer heute ein Gebiet höchst gesteigerter Spannungen, so genügt ein Funke, um zu zünden, und Griechenland könnte, wenn man es irgendwie anstöht, Funken sprühen. Dann aber brennt der ganze Laden. Zusammensetzung zeigen. — In diesen Tagen wird seitens der Fürstlich Stolbergischen Verwaltung das Fischen der in der Nähe befindlichen Seen vorgenommen. So konnte am Freitag im G r o ß e n S c c eine Ausbeute von 41 Zentnern erzielt werden, während diese im vorigen Jahre 45 Ztr. betrug. In der Hauptsache handelte es sich dabei um Karpfen und Schleien, die nicht selten in stattlichen Exemplaren vertreten sind. Die Fische werden teils hier zum Verkauf gebracht, der nicht verkäufliche Teil wandert in die Stadt. lg. Aus dem Vogelsberg, 21. Okt. Das großzügige Entgegenkommen der Reichspostverwaltung hinsichtlich der Schaffung neuer A u t o p o st l i n i e n mit dem Ziele möglichst vollkommener Erschließung des in diesem Punkte seit jeher etwas vernachlässigten Vogelsbergs, besonders des Kreises Schotten, muß als recht erfreulich be- . zeichnet werden. Auf Anregung der Reichspostver- waltung plant man als neues Projekt die Linie Schotten — Eschenrod — Wingershausen — Eichelsachsen — Glashütten — Steinberg — Mer- kenfritz, wodurch über die geplante Linie Büdingen—Wenings leicht eine Verbindung mit B ü - dingen hergestellt werden könnte. Vielleicht ließe sich von Merkenfritz aus ein Anschluß nach Gedern ermöglichen, so daß auch den Verkehrsbedürfnissen dieses Ortes nach der Kreisstadt hin Rechnung getragen wäre. Es wäre dies um so mehr zu begrüßen, als eine direkte Autobusverbindung Gedern—Schotten, wie sie schon einmal kurze Zeit bestand, sich wegen der abseits von der Kreisstraße liegenden Ortschaften auf die Dauer nicht als rentabel erweisen würde. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 21. Okt. In der jüngsten öffentlichen Kreisausschußsihung stand die Verhandlung über die Einsprüche gegen die Deigeordnetenwahlen in vier Gemeinden auf der Tagesordnung. Als erster Punkt wurde der Einspruch des Wilhelm Schäfer und Genossen aus Lorbach, der von Rechts- anwalt Koch-Büdingen vertreten war. gegen die dortige Deigeordnetenwahl kostenpflichtig ab gern les en. Dem zwe-ten Einspruch des Ioh. Hch. Maul und Genossen zu Bindsachsen gegen die Deigeordnetenwahl in Dindsachsen erging es ebenso. Die Verhandlung über den Einspruch des Val. D i 1 l e m u t h und Wilhelm Roß gegen die Deigeordnetenwahl zu Hainchen kam nicht zum Abschluß. Es wurde vorerst der Deschluß gefaßt, durch Einziehung sämtlicher Stimmzettel Beweis zu erheben, ob nicht noch mehr gekennzeichnete Stimmzettel vorhanden seien. Dem Einspruch des Otto Wacker gegen die Deigeordnetenwahl zu Dobenhausen wegen Wahlbeeinflussung wurde stattgegeben und Die Dci- georbnetenwahl in Dobenhausen a ufgehoben. nd. Nidda, 21. Okt. Den eifrigen Bemühungen der Kommissionen, die hier von den einzelnen Parteien zur Aufstellung der Kandidaten zur G e - meindcratswahl bestimmt worden waren, ist es gelungen, eine Einheitsliste festzustellen, die von allen Parteien gebilligt wird. Dadurch wird erfreulicherweise den Wählen, ein Wahlkampf erspart. Die Liste enthält 9 Namen' von seitherigen Gemeinderatsmitgliedern und als neue zwei politisch linksstehende und einen der Rechtspartei an- gehörenden Stadtvertreter, nämlich Kaufmann H. Schmoll, Hermann Vitt, Rektor der hiesigen Gewerbeschule, und den Vorstand der Niddaer Bank Hermann Sen m. Auch die Lifte der zwölf * „. gen umfassende Fürstlich-Stolberg-Wernigerodesche Gut in unserer Gemarkung in wahrhaft muster- | gültiger Weise und gab dadurch häufig den übrigen I Landwirten Beispiele und Anregungen zu nützlichen Verbesserungen. Neben dem Getreide- und Kartoffelbau war besonders die Milchwirtschaft sein | Betätigungsfeld. Von etwa 80 Kühen lieferte er * täglich durchschnittlich 800 Liter Mikh in die be- nachbarten Großstädte. Seine vorzüglichen Fach- I kenntnisse, verbunden mit einem lauteren, echt deut-ll schen Charakter, verschafften ihm Hochachtung und» liebevolle Verehrung bei seinen Berufsgenossen und allen, die ihn näher kannten. Pfarrer Wolf von hier schilderte am Grabe das Leben und Wirken des Verstorbenen in würdiger Weise. Die Guts- Pächter der Wetterau, sowie die hjLsigen Vereine, deren Mitglied der Verstorbene war, ließen unter herzlichen Nachrufen Kränze niederlegen, der Kriegerverein Ranstadt erwies seinem langjährigen Mitglied die letzte Ehre durch Abgabe der Ehren- salven über fein Grab. Oberamtmann Hofmann erreichte ein Alter von 76 Jahren und war Veteran von 1870/71. !! Düdelsheim, 21. Okt. Bei der an letzten Sonntag stattgehabten Bei-geord» netenwahl wurde der seitherige Beigeordnete Landwirt Koch Wiederaewählt. △ Aus dem Kreise Büdingen, 21.Oft. In verflossener Woche wurden sämtliche im Kreist noch tätigen Dampf st raßen walzen noch Limburg (Lahn) zurücktransportieri und die Wa l za r beiten eingestellt. An der Staatsstraße Gießen—Gelnhausen blieb in Der Nähe der Staatsdomäne Eonradsdorf ein mehre» hundert Meter langes Stück ungewalzt liegen, da< durch den starken Autoverkehr sehr gelitten unb dessen Bausteine teilweise sichtbar sind. Das beiderseitig sitzende Deckmaterial wird den Winter über Schaden nehmen, besonders wird der Sand durch das Wasser leicht abgeschwemmt werden. Der Grund für die Einstellung der Arbeiten ist nicht bekannt. △ Aus der We11erau. 21. Okt. Durch des jetzigen Gemeinderates erscheinen nicht mehr auf den neuen Vorschlägen. Somit dürfte die neue Gemeindevertretung eine i r *'"L nur 3 Mk. Für Anlieferung auf näher gelegen« Bahnstationen zur Verladung wird ein noch geringerer Preis gezahlt. Die Aussaat des Roggen- ist fast durchweg beendet. Auch der Weizenst zum großen Teil in der Erde. — Wer auf diesjährige Hasenjagd große Erwartungen V setzt hatte, hat, ebenso wie bei der Hüh nerjag'' eitle Enttäuschung erlebt. Allenthalben W man Klagen, daß Hasen nur sehr wenig da fc- Unter den vorhandenen Hasen sieht man ost iehr kleine, die vorläufig mit der Jagd zu p’ schonen sind. Wie wir aus Jägerkreisen hören, kann selbst von einem mittleren Hasenjahr nicht die 2rlenf a. 21 f arbeit ' ' Ul" ge Ä I Station ■- \ direkt aus Hilt der 5 ! übertrage", I gegangenen nieSr-M uilterWd na-h stelle^ M sest-^ Pfarrer S1 s. Sb< hiesigen ®e ' lonunm. je I bemerkte < Oberkleen _ halb verlx unb Hofe bellum' j Ueen traf 1 Oberkleen, machte. Je bet fraglich Mae borti her auf 21, Hiciung ver to. G r einer in dir pachtunc wurde ein' je Ar erzi' her Bau kann man fagen: tner . neue Dohr t. Hör hiesigen Äi derart schad mb. Zur! erhebt hie G auf hie ftai mögen. glichet im Dezitt des hiesigen t u n g s a m t s wurden für die Aerzteschaft Dt. Tooplitz - Dobenhausen 2, Dt. Lucius- Hirzenhain, Dt. Philippi- Laubach, für Die Krankenkassen Kniese- Schotten, Dürgermeister »0ü: £ Mi brauchst, in der Mitte entzwei, und du hast zwei Fünfziger. Wahrscheinlich kannst Du Das noch mehrmals tun, wenn Die Einheit dir immer noch zu hoch ist. Achtung aber vor Den ganzen Scheinen, die sind nur gültig, wenn sie Die Aufschrift „Neon" tragen, ohne daß sie darum sich in irgend etwas, oder gar in Der Sauberkeit, von Den „alten" unterscheiden. Sauberkeit ist wohl überhaupt nicht griechische Sache. War Italien vor dem Kriege schmutzig, so glänzt es jetzt unter Mussolinis Zepter geradezu vor Sauberkeit, wenn man italienische und griechische Häfen miteinander in Vergleich stellt. Solche Ansiedlungen wirken fast wie Flecken in der Natur des adriatischen und des jonischen Meeres, Die erhaben und voll leuchtend von glanzvollen und starken Farben ist. „Die Welt ist vollkommen überall, wo Der Mensch nicht hinkommt in seiner Qual." Sie ist hier das Vollkommendste an farbigem Erlebnis, das sich darzubieten vermag. Das Meer, wechselnd in seinem Dlau, bald licht Durchsonnt, bald schwarz verDunkelnd: moosfarbene Blöcke, wild Durcheinandergelagert, an denen Die Brandung weiß aufgischt, ernster Lorbeer und satt sich vordrängend, das fleischige Grün der Gummibäume. Hier und Da nur eine Pinie, wie ein mahnendes Wahrzeichen in ihrem Schwarz. Dann beftaubter Wein und weite Strecken verbrannten Grases, auf Dem weidende Ziegen wie Dunkle Kieselsteine wirken. Ein Olivenhain mit verkrüppelten Aesten und Darüber ansteigend, fast einfarbig, Das gewaltige Massiv der Berge in bald welliger, bald schroffer Silhouette, vor dem rot verglühenden Himmel. Aber der Mensch! Gewiß, wo Der Bauer auf seinem Esel seitwärts reitend in stoischer Ruhe Daherkommt, ist er nur Lebewesen in Der Natur, ihr hingegeben und von ihr umfangen; paßt er hinein in das Bild, stört er nicht, sondern gehört zu ihm. Auch Frauen, Die Daherwandeln, auf dem stolz gereckten Haupt Gefäße antiker Form tragend, und schwarzgelockte Kinder an Der Hand führend, gehören in Das Bild. Und erst Die Barken auf Dem schimmernden Seidendamast Des Meeres, mit ihren gebogenen Masten und Dem aus vielfältiger Buntheit zusammengefügten Segel! Aber, wenn Dann ein Fordwagen ratternd, Staubwolken aufwirbelnd und bepackt mit Menschen in lächerlich „eleganter“ Kleidung daher-- faucht, mißtönend Alarmsignale gebend, dann ernüchtert sich das Bild und alle Götter fliehen. Entgöttert — entgottert. Das ist Itaka, des Odysseus Insel, mehr noch Die Insel jener Frau. Die Jahre um Jahre webte unD wartete auf Den Gemahl und deren Treue allen Freiern widerstand, diese Insel, Die in ihren sanften Linien selbst einer Frau vergleichbar ist. Die ruhevoll sich hingelagert hat. Ist es nicht Teleman, Der Da ihrem Schoß entspringt und zum Gestade läuft, um auszuschauen nach Dem ' 3er E Aas hem La . Oberhesfen, wi Mw’üidje 2ep- Nrqebietes n N)J w e r t e und ui ata ■y «V-- eK°ate W" und schön wie verjähren! r Vahnhofstr. 65 Telephon 1542 W7D Hl Tapetenhaus OttoTäubert Fernsprecher 1326 Tel. 240 auch nachts •HWMHH« JVNUCftT- GEJE LUCfM^T AO rtAÄHElM ÄHEWtiUI* 07 63,75 sehr stür - c a der letzten Qualitäts- Marke 60,5 35,5 3 84 56,4 55,4 Günstige Zahlungsweise Jahrelanges!"ragen und Waschen mit LUX Seifenflocken hat ihrer Garderobe nicht im geringsten zugesetzt. Blusen und Jumpers sind noch so farbenprächtig wie neu und verraten nicht die kleinste Spur des langen Gebrauchs. Nur die LUX Seifenflocken können dies! Schreiben Sie um Zusendung der Schrift „Die Pflege der eleganten Wäsche" Die anerkannte 1 Langjährige Garantie W 0 235 0,270 0.46 0,27 62 2i,ü 3,5 85.5 58 Berlin 21. Ott. Der Produktenmarlt war unverändert ruhig und das Geschäft zurückhaltend. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, märk. 212 bis 215, do. Oft. 231,50, do. Dez. 234, do. März 239, Roggen, märk. 147 bis 151, do. Oft. 188. bo. Dez. 170, do. März 179,50, Gerste, märk. 205 bis 228. Futtergerche 164 bis 171, Hafer, märk. 174 bis 186, do. Westpreuhen 168 bis 173, do Dez. 187,50 bis 187, do. März 190,50, für 100 Kilo - Weizenmehl 27 bis 31, Roggenmehl 21,75 bis 24, Weizenkleie 11, Roggenkleie 8,90 bis 9,20, Vit- toriaerbsen 26 bis 31. kleine Speiseerbsen 26 bis 28. Futtererbsen 21 bis 24, Wicken 22 bis 25, Rapskuchen 15,20 bis 15,40, Leinkuchen 22,20 b o 22,40. Trockenschnihel 8,60 bis 8,70, Torfmelasse 9,50 bis 9,60, Kartoffelflocken 14 bis 14,40, Zucker 20,40 bis 20,50. 4» Jg. Hübner, «A-A beste Lege- rasse.zerleg- . «L bare Stille ;^.&iL6entigelhoft. ■Rtraentbeim F. 36. -ivaiog frei. [549id 44 43.5“ 83.13* 101.5* 120,75 1’9 39.75 Alle Asthmaleidende sind sich darüber einig, daß rasche Hilfe eine dovvelte Hilie bedeutet. „Skympbosan-Sirup" ßrinnt sofort nach dem Einnehmen Berubiguna und Linderung und bat trotzdem eine intensive Dauerwirkung, so daß ihp viele Asthmaleidende als das beste Asthma mittel vreifen. Preis pro Flasche Mk. 3.—. Bor rätig in: Apotheke zum goldenen Engel, Pelikan- und Universitäts-Apotheke. Ausführliche, hochinteressante Broschüre durch die Ntimpboian-Akt.-Ges. Miln dien 38. gratis. Schreiben Sic noch beute unter Bezugnahme auf diese Zeitung! Best.: Bals. Mur. cvf. 3°/°Aa. benz. 0,1" Ra. br. 2°/™, fterr. pevd. oryd. hnu. aa 5n ; Ertr. Malt. 24' , Saech. 16% s. emulS. 60,5 <3 61 65,75* 73* Busch’s Musikhaus „Eu„dS%ü Gießen ______________ 9843D Seltersweg 70 ________________9783a 91.25 97 1 7,85 40 129.2* 94* 106* 107,5* 104* 78 61,5 26,5 3 85,25 52 55,75 123 . 70 121.13 i 122 l 50,5 94 i 97.5*1 76,75 I 6?! 88* I 36.5 ' 35.75 ! 2b 2 0,4 94,75 I 60.5 1 25,25 4 85,25; 57,25 56 LUX SEIFENFLOCKEN Wirtschaft. Der Erzbergbau im September 7.11ns dem Lahn- und Dillgebiet, einschl. Oberhessen, wird berichtet: Die allgemeine wirt- ’ shostliche Depression in der Hüttenindustrie des liithrgebietes wirkte weiter nachteilig auf die bisher cn sich schon unzulänglichen Absatzverhältnisse. Aus tem Siegerland wird gemeldet: Bei den Äiegerlönber Gruben hat der Absatz sich noch mehr -crschlechtert. Die Gruben sahen sich infolgedessen cczioungen, ihre Förderung ebenfalls entsprechend ~ erschichten und Betriebsstill- Zeit mehren sich. Die Ber- Drucksachen allerAtt die vrühl'sche «niversttÄr-Vnickrrei, B. Lange. Sieben. Schuljtr. 7. GlWkl MMW-Mle» Versicherungen jeder Art Gebr. Iullmann. Gietzen Divan-,Tisch-und Reise- mimiimmmmimimmiimiiiiiiiiiimmiiimiiiimimmiimummmmiii» Decken iiimmmiiimmimmiimni Mount Everest (8880 m) Die enorme Höhe dieses höchsten Berges der Welt wird Mich überschritten durch die Tages-Produktton der Quieta- !3erke, in Paketen aufeinandergestellt (notariell beglaubigt). Quieta wird in 3 großen Fabriken in technisch und hygienisch mlckommenster Weise hergestellt, ist seit fast 20 Jahren beliebt und Titi) von Millionen täglich getrunken. Ca. 300000 schriftliche Anerkennungen von Hausfrauen, Ärzten mb Behörden (notariell beglaubigt). Die Quieta - Spezialmischungen von Bohnenkaffee mit Kasfee- Miirzen nach Wiener Art sind in Wohlgeschmack, Bekömmlichkeit und Billigkeit unübertroffen. rlaffeegehalt: Quieta Rot 10°/o 50 Pf., Quieta Gelb 25% 80 Pf. -meta Gold 4Wo 110Pf., Quieta Grün mit Kaffee- Aroma 28Pf. In V2 Pstuid-Paketen, niemals lose! Irankfurter Abenvvorie. Frankfurt a. M., 21. Okt. Bei recht unbedeutendem Geschäft verkehrte die Abendbörse zu gehaltenen, vereinzelt zu geringgebefserten Kursen. Für Anleihen bestand keinerlei Interesse. Schutzgebietsanleihen wurden etwas reger umgesetzt und gingen zum Schluß im freien Berkehr zu 6,225 um. Kriegsanleihen wurden zu 0,230 bis 0,232'/_■ gesprochen. Gut erholt zeigten sich Schiffahrtsaktien. Die Abendöörse schloß in ruhiger, behaupteter Haltung. Deutsche Anleihen: Schuhgebietsanleihe 6000. Ausländische Renten: älngarische Goldrente 11,90, ^/»prozentige 1924er Ungarn 10,85. Bankaktien: Commerzbank 94, Ultimo 94, Darmstädter Dank Ultimo 107, Deutsch« Dank 108, Diskontogesell''' ist 103,75, Ultimo 104, Dresdner Dank 100,75, '^»etallbank 80, Mitteldeutsche Kreditbank 90. ReichSbanl 135.25. Montanaktien: Harpcncr Ultimo 108.50, Phönix Ultimo 74,50. Chemische Aktien: Scheidcanstalt 94. LH. Goldschmidt 68.50, Höchster Farben 121,50, Holzverkohlung 50,50. Schiffahrtsaktien: Hapag Ultimo 66.75. Rordd Lloyd 73, Ultimo 73,50 Industrieakticn: AEG 97,25. Dyckerhofs 34.25, Elektrisch Licht und Krasl 94. IungbanS Gebr. 56. Hammersen 99,50, Reckatwerke Stammaktien 77,50 TLayh und Freytag 65.50, Offsteinzuckcr 53,62. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Xc** H! Frankfurt a. M., 21. Okt. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer.24, Roggen, inländischer 17,50 bis 18, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 25, Hafer, inländischer 19,50 bis 21,50, Mais, gelb 19, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 37,75 bis 38,25, Roggenmehl 25,25 bis 26, Weizenkleie 9,75 bis 10, Roggenkleie 10,50. Tendenz: Stetig. 5% Deutsche Rcichsanleihe ■ 4% Deutsche NcichSanleihe . -'/-//«.Deutsche Neichsanleide 3% Deutsche NcichSanleihe . Deutsche Svarpramienanleihe 4°/0 Preußische Äonsols . . . 4% Hessen 3Va°/o Hessen 3°/0 Hessen ....... Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schay-Anireisng.*) <°/o Boatürfcn......... 5% Goldmexikaner BerlMer Handelsgesellschaft. Lommerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationalbant . Deutsche Bank Deutsche Bereinsbank . . . . TiSconto Commandit . . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Crcditbank . . Oesterreichische Crcditanstalt. Wcstbank............ Bochumer Guß BudcruS Caro Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln Laurahütte Oberbedarf Phönix Bergbau Nheinstahl ......... Niebeck Montan........ Tellus Bergbau. ..... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . , Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Hol;mann Anglo-Cont-Guano . . .. Badische Anilin Chemische Mapcr Alapin . . Goldschmidt . Griesheimer Electron .... höchster Farbwerle ..... Holzverkohlung ....... üiütgerSwerke - . . . . I. . . Scheideanstalt ........ Mg. E!ckrrizitätS.Gescllschaft Bergmann Matnkrastwerke Schuckert Siemens e die hefigen Herr !r verstorbene war, liegen a en Kränze niederlegen, her !i: ,r erwies seinem langen: Ehre durch Abgabe her Sjn Trab. Oberamtmann .Ootmar von 76 Jahren und roat Utku heim, 21. Oft. Sei der i ftaltgehabten Dementi urde der seitherige Deigeord« . wiederoewählt. i Kreise Büdingen, 21.6 Loche wurden sämtliche im Sb ampsstraßenwalzen m chn) zurülktronsporlii irbeiten eingeftellt I ließen—6e(nbau[tn blieb inl )mäne Conradsdorf ein mir itzes Sftd Mtzewaldi lieW 1 i Aulvverlehr sehr gelitten r teilweise sichtbar sind. Das bt.' itmaterial wird den Sinter ö , besonders wird der Tand k cht abgejdjmemmt werben. ! Einstellung der Arbeiten ist r: er Detierau, 21. Oft . günstige Dittem M r ten bet Landwirte M >en. Di- Karteis^ ^ eingebracht, . und da Wn6,W» ! rveilelartofsel •ÄS» B.hH ® ” ä'Ä ° preuhen. iteis Actzlar. g|| tann. i» » L* W! ®emll,ce'tr ben sind ie »"ÄH. ■ allgemeinen E andw.rlc "" «S ^^schen S s i Mr 'N » .tartos'->n " - „aher f ajnlieierunS i b ein noa) Verladung,n"" K-Kr- t \ 'N der Erde, ^^^ungn i(6ung ^ jehr wenig w iÄsetti Berlin, 21. Okt. Die bisher zwar nicht dementierten, aber auch nicht bestätigten Gerüchte, daß man in Amerika der völligen Freigabe des deutschen Eigentums näher treten wolle und daß hierfür bereits eine Mehrheit im Weißen Hause vorhanden sei, drückten der heutigen Börse chren Stempel auf. Das Geschäft in'allen Werten, die 2-teresse an dieser Meldung haben, war teilt: ' " > «11» rfu, X'Jütii Tage hiervon nur Schiffah. gestern auch amerikanis che .isenwerte prositieren konnten, standen heule einzelne Spezialwerte, deren Interessen nach Amerika tendieren, im Vordergründe: so hatten Stöhr-Kamm- garn eine sensationelle Steigerung von 17 Proz. ou verzeichnen, da bei stärkster Rachfrage kaum Material an den Markt kam. Schiffahrtswerte gewannen weitere 2 Proz. Lebhaft gesucht waren in demselben Zusammenhang Berliner Handelsgesellschaft bei einer Steigerung von 31/. Proz 3m übrigen war das Geschäft ziemlich 'gering. Montanwerke waren auf die günstigeren Rachrrchten über das Zustandekommen des Eisentrustes weiter um 1,5 Proz. gesteigert. Die übrigen Märkte waren vernachlässigt und wenig verändert. Don heimischen Renten kuufspreise, welche unter den Selbstkosten stehen, wurden aber noch um die ab Oktober cintretenbc Senkung der Umsatzsteuer herabgesetzt, um die Bestrebungen der Regierung auf allgemeinen Preisabbau zu unterstützen. ' Das Weingeschäft in Rheinhessen. Das Herbstgeschäft geht flott. Ie Zentner werden gezahlt in Weinolsheim 15, ir. Wörrstadt 14. in Mommenheim 15 bis 16, in Stadecken 14 bis 16, in Gau-Odernheim 14 bis 16. in Ober-Ingelheim 15 Mark. Für je ein Ganzstück (100 Liter) Raturmost wurden gezahlt: in Alsheim 600, Dalheim 500, in Gau-Odernheim 475 bis 500 und in Wörrstadt 500 Mark. Aeltere Jahrgänge waren in den letzten Tagen mehr gefragt. Die Bestände in 20er und 23er Wünen sind sehr gelichtet. ' I u l. S i ch e l L Co.. K. G. a. A.. Mai n z. Die Bilanz für das Iahr 1924 25 ergibt bei einen? Aktienkapital von 20 Mill. Reichsmark und 2 Mill. Reichsmark offenen Reserven einen Verlust von 21 493 653 Reichsmark, der vor allem verursacht ist durch die starken Abschreibungen auf Effekten und Beteiligungen 12,72 Mill Reichsmark und Debitoren 4,82 Mill. Reichsmark. Für voraussichtliche Inansvruchnahme durch Bürgschaft wurden 1,1 Mill. Reichsmark und für noch nicht ausgelieferte Effekten 3,25 Mill. Reichsmark zurückgestellt. Verwaltungskosten und Steuern erforderten 625 051 Reichsmark. * Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank 21.-®., Berlin. Die ordentliche Hauptversammlung, in der sieben Aktionäre 81 914 Stimmen vertraten, genehmigte einstimmig die vorgelegte Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung und die Ausschüttung einer Dividende von 12 Prozent. Außerdem wurde einstimmig beschlossen, das Grundkapital um 2 Mill. Reichsmark zu erhöhen und von den neuen Aktien unter Aus- fchluh des Bezugsrechts der Aktionäre 1 420 000 Reichsmark an die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft zum Kurse von 150 Prozent und 580 000 Reichsmark ebenfalls zu 150 Prozent an ein Konsortium unter Führung des Bankhauses S. Bleichröder zu begeben, und zwar sind 25 Proz. und das Agio sofort voll einzuzahlen. ' Iunkers Flugzeugwerk-2l. -G., Dessau. Wie aus Iohannesburg (Kapland) gemeldet wird, hat die südafrikanische Regierung fünf Iunkersflugzeuge zur Errichtung einer Fluglinie in Südafrika bestellt, die unter Anleitung von deutschen Piloten von südafrikanischen Fliegern und Mechanikern im nächsten Iahre in den Dienst gefielt werden sollen. * Eine 4-Millionen-Dollar-An- leihe der Hamburgischen Elektrizitätswerke. W e die „Hamburger Rachrichten" erfahren, stehen die .Hamburger Elektrizitätswerke zur Zeit in Verhandlungen mit Reuyork über den Abschluß einer Dollaranleihe von 4 Millionen Reichsmark, die zur Finanzierung der Werkserweiterung dienen sollen. Die Verhandlungen scheinen dem Abschluß entgegenzugehen. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Altes Blei üttteiröhrew kaust BrühlfcheLruckerer * Du Schulstr. 7/9k Bohnen Kaffee stehen Schuygedictanteile nach wie vor im Vordergründe. Dieses Papier tritt angesichts der spekulativen Momente immer mehr in die Fußtapfen der Kriegsanleche. Cs sollen große Prä- mien-Engagcments laufen (6.36). Kriegsanleihe ------- leicht befestigt auf 0,235. Der Geldmarkt war flüssig, tägliches Geld 8 bis 10 Proz. Monatsgeld 10 bis 11',., Proz. Der Devisenmarkt zeigte nur geringfügige Veränderungen. Paris blieb schwach mit 109.50 gegen London. Brüssel notierte unverändert 106,75 gegen London. Rordische Valuten waren kaum verändert. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,33, Amsterdam 59.23' » SÄ sein. Die Japdpächter, von denen die Gemeinden jetzt wieder die Zahlung der Friedenspacht fordern, werden größere geldliche Zubußen erleiden, zumal bekanntlich die Jagd auf weibliches Rehwild durch eine Polizeiverordnung des Oberpräsidenten für den Umfang der gesamten Rheinprovinz — also auch für den Kreis Wetzlar — untersagt ist. a. Riede rkleen, 21. Oft. Die Vorarbeiten für Öen Bau einer Wasserleitung werden in den nächsten Tagen in Angriff genommen. Es handelt sich zunächst um die Legung der Rohrleitung von der Quelle bis zum Hochbehälter in der Rähe des Försterhauses. Die Rohre sind in der vergangenen Woche auf Station Lang-Göns eingetroffen und von dort direkt auf die Leitungsstrecke gefahren worden. Mit der Herstellung der Zuleitung wird noch in dieser Woche begonnen werden. Die Arbeit ist dein Unternehmer Zöller von Dornholzhausen übertragen. Bei den auf die Ausschreibung cin- segangenen Angeboten bestand zwischen dem ^niedrigsten und dem höchsten Angebot ein Preisunterschied von rund 1700 Mark. — Ob die durch die Versetzung des Pfarrers Lic. Müller nach Dutenhofen freigewordene hiesige Pfarr- 'teile wieder beseht wird, steht zur Zeit noch nicht fest. Verweser der Stelle ist bis auf weiteres Pfarrer Hartmann zu Oberftecn. s. Oberkleen, 21. Okt. Daß auch in der hiesigen Gegend noch Wilddiebereien vor- lommcn, zeigt folgender Vorfall: Ein Radfahrer lemcrltc auf dem Wege von Oberwetz nach Oberkleen im Walde eine Person, die ihm deshalb verdächtig schien, weil sie nur mit Hemd unb Hose bekleidet war und eine Para- hellum-Pistole mit sich führte. Dor Ober- lleen traf der Radfahrer den Iagdaufseher von Oberkleen, dem er Mitteilung von dem Gesehenen machte. Der Iagdaufseher begab sich sofort nach Per fraglichen Waldstelle und traf schon auf dem □kge dorthin mit dem Wilderer zusammen, Der auf Anruf flüchtete und in einer nahen Dickung verschwand. w. G r o h - R e ch t en b a ch , 21. Oft. Bei einer in diesen Tagen hier stattgefundenen Verpachtung von Gemeindegrundstücken würbe eine Pacht von durchschnittlich 1 Mark i< Ar erzielt. Wenn von einer Belebung t»er Bautätigkeit die Rede fein kann, so (enn man das auch von der hiesigen Gemeinde legen; werden doch in diesem Iahre hier drei iteuc Wohnhäuser gebaut. t. Hörnsheim, 21. Okt. Das Dach der I) iefigen Kirche sowie des Kirchturms ist derart schadhaft, daß es neu gedeckt werden Muß. Zur Aufbringung eines Teiles der Kosten erbebt die Gemeinde eine Rachtragsumlage auf die staatliche Steuer vom Grundver- mögen. I Kreis Marbnrq. ][ Marburg, 21. Okt. Im Alter von nur 46 Iahren starb hier der außerordentliche Professor der Physik, Dr. Phil. Emil Take. 'S)er aus Oberhausen im Rheinland gebürtige Gele hrte war feit 1908 Assistent am physikalischen 3 nftitut. — Morgen begeht der Senior der Mar- lurger Schuhmachermeister, Heinrich Schwalm, leinen 90. Geburtstag. Dillkreis. bl. Bicken, 21. Oft. Unsere Gemeinde hat cs M ierstanden, in wahrhaft schöner Weise den g c = ,a|hillenen Helden ein Ehrenmal zu setzen. Vellter der Kirche erhebt sich auf breitem Gelandetem r nrichtiger Stein, der mit einem Adler auf rollender Äkugel gekrönt ist. u- ,e. BUIOW Pianos Neuer Preis 'K umiit 20 Cttbr. 21. etter. Amtliche Noti.xung Amtliche Kotierung (Selb Brief (Selb Brief Ainst--r>tolk 188.59 169,01 168.63 169,04 Bucn.Aires 1,728 1,732 1.727 1.731 Brff.-Äntw. 19,115 19.155 19 12 19,16 Cdristiania. 85,67 85,89 85,89 86,11 flopenhageu 105,22 105.4K 104,23 104.49 '-Stockholm . 112,19 112,47 112,23 112,5t HelimgforS 10.552 10.592 10,551 10,591 Ftalieu. . . 16,72 16,76 16,765 16,805 London. . 20,80 20.35 20,313 20,363 Vlemiorl . . 4.195 4,2)5 4.195 4,205 Paris. . . IX,4^5 18.52» 18,53 18,57 Schwei; . . 60,79 80,99 80 80 81,00 Spanien. 00.17 69,33 60.17 60,33 Japan 1.723 ) 631 1,726 1,730 Rio de Jan. Wien in D-- 0,633 0.628 1.67(1 Ctft. abgeft. 59,13 59,27 59,12 59,26 Prag .... Belgrad . . 12.42 12,46 12.42 12,46 . ,445 7,465 7,44 7,46 Budapest. . 5,87 3.05 5,89 5,87 5,8.1 Bulgarien . 1.06 8.05 3.06 Lissabon . 21,225 20,275 21 075 21,125 Sämig. . . 80,52 80.72 80 77 80.89 Konstantin. Atben. . . 2.365 5.69 2,3-5 5.71 2.375 5 59 2.385 5.61 Kanada. . . 4.195 4.205 4,195 4,205 Urugnan . 4.245 4.255 4.245 4.255 Frankfurt a.M. Berlin Schiuh» fluro Schiubk. Abend- aSrle Schlich, flu.e Schlich» Mittag b?tl» Datum: 20. 19. 21 10. 20. 10. 21.10, 1 0.2325 0.285 '•1.2325 — 0.28 0,2725 0,2) 0,2775 0.2675 । '1.46 0.4 25 0.455 0.126 0,137» 0.1325 0,27 0.27 i 0.255 — 0,25 ' 0,25 — 0,27 0.25 — 0,25 0.265 i 90 25 91.75 96,8 97,13 97,3 . 7,8 7.6 7.8 —- 41,4 ; 133.5* 129.2* i131,5* 94* 95* 95* i 107* 106,5* 107* i 108* 108,2* 109* 1 101* 104* 104,1* 80 - 90* — i 7.05 7,13 7,13 1 0,03 —* 77,5* 76.25* l 44,2.5 44 41.1 -* 42,75* 75* 76* ( — 84* 82' 108.5* 109* 108.7* 120 129,13 119 25 129 19,13 125. 39 18,5 38.5 -* 1* 51,25 <4.o* 75,75* <5* J'O 5 61* 60* 72 25 72 72,25 50 —- - 66,75* 73 5* 65,75* 74* | ~ _ j 66.5 — 52,5 52,4 52,4 — 90 5 — 12-2,62 124 25 123,25 - 68,5 69 70,6 e 120,5 121,5 120 121,4 122.2 121,13 50 5 — "7 66,9 66,4 94 — 97.25* 98,25* 97.25* <7,25 77 77 73 68' 69* 69,75* 88,5* 88* 88 5» 35 36 36.5 65 35 35,13 25 — — 32,5 32.25 31 — 42 । 41,75 96.75 — — Berlin, 21 Cftbr. Geld Brief Amerikanische Roten ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten..... . , Englische Nöten........ Französische Noten...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Teutsch-Oesterx., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten....... (.188 19,05 103 04 20.262 18,58 168.2.1 16.748 45.69 58.94 111,92 80,58 59.90 12,38 5,83 4.208 19,15 103,56 20,362 18.68 169.07 li.828 86.11 59,24 112,48 80,98 60.20 12.44 5.87 Sauplatz gegen Barzahlung im Baugelände gelegen eventl. bei der Schönen Aussicht 500—800 Quadratmtr. zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote mit Preisangabe unter 06572 an den Gießener Anzeiger. $.2<' t® (Nachdruck verboten.) 43. Fortsetzung. Srt! die Als sie schwieg, fuhr er an Thlander „Haben Sie während meiner Abwesenheit etwas Ernstes, etwas über Leben und Zukunft ihre Finger, doch ,icht frieren l "MK W Sie brancben 9849a Wir haben warme Schuhe! Filzschnallenslieiel — Lederringsbesatz Wir bitten um Besichtigung unserer Fenster! Kräftige Arbeitsstiefel I Seltener Geleienheitskaul! Größe 27-30 Größe 31-35 5.45 Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Lang-Göns 0S594 08577 Allendorf a. d. L. im Oktober 1925. Der Vorstand, wird gebeten. ER Ferner in 2 tollen Grotesken Gießen (Neustadt 10), den 22. Oktober 1925. Die Bei Blumenspenden dankend verbeten. 9848D Hannes Großmutter, Wäscherin.. . .Frida Richard aufgerüttelte Natur einen waghalsigen ich, Fräu- ein Wort Diskretion „Ich weiß Heinz von Springe, ein Maler.. Wilhelm Dicterle Oetz Honwerth, der 1. Chargierte. Fritz Kämpers .. . Erna Morena . .Ernst Hofmann Mady Christians Erich Kaiser-Titz Max Mendsen Uschi Elliot Llly Dem Hugo Weitzel Ein bemoostes Haupt Hanne, ein Modell . . iitfolfl*11 oh - L-tntei Ein Ensemble der großen Darsteller; Philipp Steinherr, ein Industrieller. .Alb. Steinrück Auth war auf ihr zur Fahrt zurecht- fort; eine barmherzige Margot, seine Frau------ Ilans, deren Sohn....... Bettina von Wittelsbach Prinz Georg Wallberg.. Praktischster Kinderstiefel Rindlederschnürstiefel mit kräft. Sohle, sie ge° Ein Wirt . “Ein Maler ......Hermann Picha Wilhelm Diegelmann unendlich viel gegeben, aber mich nicht mehr frei." Sie hatte Tränen in den sagte, doch tief im Innern süchtig; Hanns Ingold. lind nun gab ihm seine und die Angst um Ruth Gedanken ein. Im Kreuzgang wars. Zimmer gegangen, um sich zumachen. Bekanntmachung. Bestellungen auf Fichtendeckreiser unter gleichzeitiger Barzahlung werden beim städtischen Rechnungsamt, Stadthaus Bergstraße, Zimmer 18, bis spätestens 24. d. M. entgegengenommen. Die Welle kostet, da der größte Teil der Deckreiser aus nichtstädtischen Waldungen bezogen werden muh, einschließlich Anfuhr vor das Haus 65 Pfennig. Gießen, den 20. Oktober 1925. Der Oberbürgermeister. ,6.95 5.75 4.95 Dann wandte Engelhardt sid) und fragte geradezu: diese Erklärung machen würde. Verzeihen Sie, ich bin Geschäftsmann und kann den Iargon nicht immer unterkriegen. Wir Deutschen haben zu sehr, zu ausschließlich Unternehmungsgeist erzeugen und hergebcn müssen, um anderen den Platz abzunehmen, dadurch sind wir ein bißchen laut und fahrig geworden, aber ich hoffe, nein, ich bin überzeugt, daß Sie mich nicht mißverstehen. Ich liebe Sie, Fräulein Ruth, und ich bin gekommen, um Sie zu fragen, ob Sie meine findet Freitag, den 23. Oktober, vormittags ll*/2 Uhr» dem Neuen Israelitischen Friedhof statt. wort! In diesem Augenblick fühlte sie. daß ein Innenleben von unbeschreiblicher Stärke führt hatte. langsam bis zum Rand der Terrasse. Scharf hob sich seine Gestalt aus dem zerstreuten Licht, wie er so mit unterschlagenen „Heberstanden! Den Stoß meine lein Engelhardt. Ich bitte, nur noch sagen zu dürfen." Sie blickte befremdet auf. „Keine Frage, seien Sie meiner ganz sicher", fuhr er schneller fort. nur das eine, daß <3ie sich nicht frei fühlen. Das ist eine Schranke, ein Avis. Ich respektiere beides, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Ich kann einfach nicht, Fräulein Ruth!" Die letzten Worte stieß er mit einer Leidenschaft hervor, daß Ruth sich wie von einer Flamme angeweht fühlte. Sie blickte ihn an, der eingeborene Trotz stieg aus der Tiefe ihres Wesens, doch in den gewaltsam beherrschten Zügen des Mannes, der keinen Augenblick die Haltung verloren hatte, war etwas, das sie wieder weich stimmte. ..Wir wollen nicht mehr davon sprechen", erwiderte sie leise. Eine Weile sahen sie schweigsam, von hungrigen Vögeln umflattert, dann erhob sich Ruth. ihrem Gesicht. Lkylander hatte die nackten Finger erfaßt und hielt sie mit lockerem Griff. Armen auf den silbergrauen See hinausblickte. Eine weiche, tiefausholende Grundwelle kam gelaufen und warf ihre Perlenschauer bis zur Balustrade. Hm die Schiffspfähle tanzte blaßroter Schaum, schwarzgrün funkelte die beschat- tete Flut. Ruth war regungslos sitzen geblieben. Sie -mußte auf ihn warten. Und dabei liefen ihr die Gedanken davon, beschäftigte sie sich mit der Ausrechnung des Datums ihrer Hochzeit mit Hanns Ingold. Sie wehrte sich dagegen und konnte diesen Gedanken doch nicht entrinnen. Ieden Tag konnte die endgültige Genehmigung eintreffen, und dann begann der Bau, und auf diesem Bau ruhte ihr Glück. Glück? Sie umfing Den Schattenriß Gerhart Tylanders mit tastenden Blicken, lind auf einmal wußte sie, was sie mit unwiderstehlichem Drang zu Hans Ingold zog, nicht nur die ganze Fülle einer Liebe, sondern auch das Gemeinsamkeitsgefühl der von unten Heraufsteigenden, derer, die sich durchsetzen, sich emporrecken müssen. Wie er sich vom Fischersohn zum Mechaniker, zum Ingenieur, zum Werkbauer hinaufgereckt hatte, so liebte sie ihn. Er hatte niemand gehabt als sie. Er hatte den Kopf in ihren Schoß gewühlt und seinen Kampf zu ihr getragen, ein Einsamer, einer, der gegen sich selbst wütete, und so war er ihr über alles lieb geworden. Tylander kehrte zurück. Sie rückte ihm leise den Sessel zurecht, den er beim Aufstehen weggeschnellt hatte. Bekanntmachung. Die Gemeinde Gedern versteigert öffentlich meistbietend am Donnerstag, dem 29. Oktober, 11 Llhr, den Platz für Aufstellen eines Karussells anläßlich der Kirchweih am Sonntag, dem 8. Rovember, und Montag, dem 9. Rovember dieses Jahres. Schiffsschaukel wird nicht zuge- laffen. Alle Schau- usw. Stände müßen sich bis spätestens Mittwoch, dem'4. November, mittags 12 Nhr, der Bürgermeisterei angemeldet haben, andernfalls sie keine Berücksichtigung finden. Hessische Bürgermeisterei Gedern. 9837D Augen, als sie es jubelte es sehn- Werbung annehmen und meine Frau werden wollen." Er war zu Ende, wischte mit dem Seidentuch flüchtig über die Stirn und fühlte trotz der gefaßten Haltung, daß alle Nerven rebellierten, alle Adern voller schlugen als je. Hand und Kinn auf den Griff des langstieligen Sonnenschirmes gestützt, bockte Ruth schweigend zur Erde, wo die weißen Steinchen sich unruhig zu bewegen schienen. Die alte tausend- und millionenmal gestellte Frage und die immer wieder neugeborene Aut- Saatbeize ,Uspulun‘ Samenhaus WM AW, Bahnhofstraße. Televh. 1403. 9580c Imitierte Kamelhaar-Um- schlagschuhe mit Filz- und Leders, in gut. Ausf. Gr. 045 38—42 5.95, 4.95. 3 45, 2.95, * AM des Verl! xcichskabili Präsidenten btt •• s-hluh gl Reichsauber Mg 1 bk Steilur Me das ) Zeiiungsve, Sinlllmi nellges Mrtigen - Zlellungna Brokat-Spangenschuhe elegante Tanzschuhe apart gemustert,modern er 050 Absatz.........9.50, u Besetzte Schnallensliefe! mit Ledersohle Gr. 36-42 3 75, Gr 31-35 3.20, 060 Gr. 25-30 Der gefesselte Strom Roman von Hermann S t e g e m a n n. Danksagung. Allen, welche uns bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen ihre Teilnahme bekundeten sowie für die reichen Kranz- und Blumenspenden, sprechen wir auf diesem Wege unseren tiefempfundenen Dank aus. Insbesondere sei dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte am Grabe sowie den Vereinen und Bruderschaften für die erwiesenen Ehrungen herzlich gedankt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Wilhelm Volk VIII. Witwe Familie Heinr. Keiner. Zu dc gut infor Jeichslabin tritt des 2 langen noch gebracht. § zu Ende g- öffcntlicht t zu erkennen gesamt a was in L Dieser Haiti ÄeWabinc Itxmit brau tot dem 2 sieht also (v gen des « : der Reg die Ausfül eine Shfnii firy/cr Sr. • etttfemann ■ mung mit nelts gesp wird jetzt, nc kommen sind Handlung ^genannten • Dan rechnet Mitte dloi mit den Aili Bericht ersio Kabinett und gültigen Trsc Ms Altersvereinigung 1871—1921 Wir erfüllen die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Alterskollegen 9845D Herrn Louis Weil in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 23. Oktober, ll’/a Uhr vormittags, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung „Eine Krankenpflegerin, . . _ Schwester suchte ich nicht in Ihnen, dazu ist mir die Liebe zu sehr ins Blut gegangen. Ich darf nicht mehr sagen, ohne Sie zu verletzen. Fräulein Ruth, aber glauben Sie mir, ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht so viel Zeit zum Warten verwendet wie auf den Augenblick, da ich Ihnen Damen-Ha ibachuhe in Schnür- und Spangen moderne Formen 780 9.50. 8.50, 1 Krampfhaft umschloß er ihre Finger, doch halb vorbereitet, riß er sich gewaltsam zusammen, bückte sich wortlos und küßte hastig die zuckende Hand. Dann bat er sie mit unnatürlich ruhig klingender Stimme für einen Augenblick um Entschuldigung, stand auf und ging Er machte eine Pause und starrte mit zu- sammengezogenen Lidern auf den silberflimmernden See hinaus. Ein Buchfink trippelte über den Kies und haschte nach verstreuten Kuchenkrümeln. „Ia, dann lernte ich Sie kennen, Fräulein Ruth," fuhr er leise fort, „und nun geschah etwas Merkwürdiges. Der äußere Motor blieb ab- gestellt, aber der innere begann zu arbeiten. Hnd als ich wieder gehen gelernt hatte, wußte ich, daß ich Sie eines Tages um Ihre Hand bitten muhte. Das heißt, wenn ich die Gewißheit hatte, wieder ganz auf der Höhe zu fein." < Langsam hob sie den Kops. Auf einmal streckte sie ihm impulsiv Hand hin. Ein rosiger Schein kam und ging in Engelhardt spürte die Veränderung in ihrem Wesen, als er zurückkehrte. „Herr Tylander, ich kann Ihnen nur eins antworten: Sie haben mir mit dieser Erklärung ich bin, ich fühle Internationale Ausheilung für Kochkunst Hotel- unfl Gasfwlrisgcwcrbe Frankfurt a. M. 24. Oktober bis 4. November Gröhle und fadilich bedeutendste Kodihunst* il gasiwirtsgewerblicfte Ausheilung die jemals statlland Kamel haarst«ff- Schnal- lenetiefel mit Filz- u. Ledersohle, Gr. 38-42 6 95, 5.95, g?5 Lichtspielhaus Bahnhofstraße Imitierte Kamelhaarniedertreter Filz- und Ledersohle D Große 36-42 4.95, 3.95, c Rindbox-Damenstiefel warm gefüttert sehr bequeme Form 90,1390 Herren-Rindbox-Derby- stiefel bequeme Form, sehr gut. 1(190 Fabrikat......12.50, dc Berlin, hie vormitt IN unter i Mammen. 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Will nebst Kindern Heinrich Möller I. und Frau Heinrich Moller II. und Frau Peter Will und Frau Johannes Greb und Frau Wilhelm Grün und Frau.