Leipzj»/ '' 3ei. "e dies^ ^lchil- ln9 jener?Jete« jugen. setn fc9’on n?n auäo?2Ut^ ' 9etoütblnf ^Äfr' ®tlt ®Ä ®in tschau".) Huguft. ^,®ie6enet i b>s ßjs jy cheslers: 4fi ?7^«Monö ^'ÄTsX SA« g^S ®«s ^"drn, 3. Drn wnunetlonate für Dü- ?.3O U&r; IgL V? * ArNn!" 9.45 Uhr ^r. Heiterer Abend P von ßiliencre ’ [tajtt, Dcmdet, Hill» '«Htt, Mynona, Mr- hrichten. itinitn, otteiö.!. d. Shnagvs» luguft. Dorabü. Iß lÜglDnigt^U^an. S-Sreitagabrnbl.l», 4.30, ßabbatausgang genÄ630,abenbi 7,00. S-S!"^^'L Anna einen MNgen Mtieck im halbdunket 7Ame «en M L l)°usst°"de - W 5 jiilfe des Genera'' Iber ?lnna nahm W' *Ä*T EiUen®*1'” \O kommen Nichte. LAL -sL-r ie ?-jne, heimweb- ien: n|inevrbc5 ^a- =$=s r. y'e iM?1 sinnier p celt«- -r ire^A bei i- je, da die IF* ■ ciflhrtii tm>lt . -«»-E, „nt sKZs --sS Ur. 196 Erster Blatt 175. Jahrgang Samstag, 22. August 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrttck und Verlag: vrühl'fche Universilätr-Vuch- und Steinöruderel R. Lange in Sietzen. 5chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze Z. Annahme von Anzeigen für die lagtsnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerdindlichKcit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.TOmra Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrist 20 ,Auf» schlag. - Verantwortlich für Politik il Feuilleton: Dr. Friede. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für bcn Anzeigenteil: HausBeck, sämtlich in Liehen Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags Beilagen: (Siebener Familienblätter Heimat im Bild. Monatr-Bezngrprelr: 2 Goldmark n. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: schriftleitung 112, Verlag undGeschästsftelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gfetzen. postschettfonto: jrantfurl a. DL 11686. Die Wirtschastskrisis. Die Wellwirtschaftskrisis, zum guten Teil die Folge einer falsch verstandenen, überspannten Reparationspolitik, äußert sich vor ollem in einer nun schon Monate mit wachsender Stärke anhaltenden A b s a tz k r i s i s namentlich auf dem internationalen K oh- len m a r k t c. Ihre verkehrswirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Ursachen sind hier schon mehrfach dargelegt. Meldungen von Betriebseinschränkungen, Stillegungen und erschreckender Zunahme der Arbeitslosigkeit als Folge der Absatzkrisis füllen täglich die Spalten der Zeitungen. Regierung, Industrie und Arbeiterschaft in England sowobl wie in Deutschland sind in gemeinsamer Arbeit emsig bemüht, einen Ausweg aus der Sackgasse zu finden, in die gesteigerte Produktion einerseits, Kapitalmangel und Uebersättigung des Markes andererseits die Weltwirtschaft gebracht haben. Deutschland leidet hierunter besonders hart, weil neben der Absatzkrisis und der Kapitalknappheit dos Gespenst der Teuerung drohend einherschreitet, Lohnerhöhungen als Folge der Preissteigerung verteuern die Produktion, verschärfen die Absatzkrisis in unserer Industrie, die bei steigenden Löhnen und steigenden Unkosten immer geringere Aussicht hat, auf dem ohnehin lustlosen Weltmarkt zu konkurrieren. Die Unmöglichkeit einer Bekämpfung der Teuerung durch Lohnerhöhungen hat der Schiedsspruch anerkannt, den Reichskommissar M e h l i ch Mitte der Woche in den Lohndifferenzen im rheinisch-westfälischen Kohlenbergbau fällte. Er erklärt, daß den geforderten Lohnerhöhungen zwangsläufig Preissteigerungen folgen müßten, die die Absatzkrisis verschärfen, zu weiteren Stillegungen und Feierschichten führen müßten und damit die Kaufkraft der Arbeiterschaft empfindlich schwächten. Das Problem der Teuerung muß von der Preisseite angefaßt werden. Denn das ist uns ollen doch in den In- flationsjahrcn mit fühlbarer Deutlichkeit eingehämmert worden, daß die Löhne den Preisen erfolglos nachrennen, eine Steigerung der Kaufkraft durch Lohnerhöhungen solange also problematisch bleibt, als nicht auf die Preise im Sinne einer Senkung oder Stabilisierung eingewirkt wird. Der Kampf der Arbeiter um auskömmliche Lebensbedingungen darf nicht unter der Parole Lohnerhöhungen, sondern Preisabbau erfolgen, sollen wir uns nicht in eine Krisis heillos verstricken, die in ihren weiteren Auswirkungen den sozialen Frieden erneut zu erschüttern droht. Erhaltung des Wirtschaftsfriedens ist aber die einzige Basis, von der aus sich Möglichkeiten bieten, der Wirtschaftsk r i s i s Herr zu werden. Damit liegt die Bekämpfung der Teuerung, als eines der bedeutsamsten Hindernisse auf dem Wege zu einer Stabilisierung der Lebenshaltung, auch im Rahmen des inner« politischen Programms der Reichsregierung. Ihre eminente Bedeutung für die Erhaltung des sozialen Friedens hat der Reichskanzler in feiner letzten Rede vor dem Reichstag scharf unterstrichen und die Mitwirkung der Regierung bei einer Regulierung der Preise zugesagl. Das wichtigste Moment hierfür dürste in der Ausschaltung jedes nicht unbedingt für die rationelle Güterverteilung erforderlichen Zwischenhandels liegen. Ein Vergleich mit der Vorkriegszeit ergibt unter Berücksichtigung der inzwischen einge- tretencn Goldentwertung und der ungeheuer angeschwollenen inneren Lasten (Steuern, Frachten, Sozialabgaben) auf fast allen Märkten, vor allem auf dem Lebensmittelmarkt, keine wesentliche Erhöhung der Erzeugerpreise, wohl aber eine durch nichts gerecht- fcrnqte Verlängerung des Weges vom Erzeuger zum Verbraucher durch (Einbringen zahlreicher neuer Zwischenelemente. Die Reinigung des Verteilungsavvarates von all diesen preisverteuernd wirkenden Zwischeninstanzen, die ja auch der ärgste Feind des reellen Handels sind, ist die dringendste Aufgabe im Kampf gegen die Teuerung. Wenn der Kanzler ferner einer gewissen „Großzügigen in der Kalkulation" bis zu einem gewissen Grade schuld an der Preissteigerung ber letzten Wochen gab, so wirb man ihm auch barin Recht geben müßen, baß hier nur der freie Wettbewerb als reinigender Regulator zur Zurückschraubung ungerechtfertigter Zwi- schengewinne führen kann. Von behördlichen Eingriffen wird man sich nach den (Erfahrungen mit Zwangswirtschaft und Wuchergesetzgebung nicht allzuviel versprechen dürfen. Man hat vielfach die neuen Zölle für die Teuerung verantwortlich gemacht, läßt dabei jedoch völlig außer Acht, daß die Zollgesetze ja noch gar nicht in Kraft getreten sind, es also eine Vorwegnahme eines möglicherweise in Zukunft preisverteuernd wirkenden Elements bedeutet, wenn man die jetzige Preissteige. 25 Jahre Ieppelinluftfahrt. Die Jubiläumsfeier in Friedrichshafen. — Dr. Eckener über die Zukunft der Luftfchiffahrt. — Der Polarflug. — Eine deutsche Volksspende. Friedrichshafen, 21. Aug. (WTB.) Die Wirkungsstätte des Grafen Zeppelin prangt im Flaggenschmuct. 25 Fahre sind verflossen, seit Gras Zepoelin sein er st es Luftschiff am Bodensee aufsteigen ließ. Aus diesem Anlaß veranstaltete der Luftschiffbau Zeppelin eine G e. denkfeier, die durch einen Begrühungsabend im Saalbau der Zeppelinwohlfahrl eingeleitet wurde. Der Saal war van Werksangehörigen voll besetzt. Dr. Eckener begrüßte die Anwesenden, darunter die Tochter des Grafen Zeppelin, G r a • fin Falken st ein-Zeppelin, ferner die Vertreter der Behörden, der Luftschiffahrt, der Industrie, der Arbeiterschaft und der deutschen Presse. Heute morgen sind noch zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten aus allen Teilen des Reiches eingetroffen, so daß die Zeppelingemeinde jetzt ziemlich vollzählig in Friedrichshafen versammel» ist. Nachdem der Vormittag durch eine B e s i ch t i - gung der Werke und des Zeppelin-Museums, sowie durch einen Aufstieg zu einer Freibktllonfahrt ausgefüllt war, begann um 1 Uhr das Frühstück, das die Stadt Friedrichshafen gegeben hat. Zu Beginn des Essens wurden die Gäste im Namen der Stadt Friedrichshafen durch den Stadtschultheiß Schnitzler begrüßt, der gleichzeitig den Beschluß der Stadt mitteilte, Generaldirektor Colsmann, Dr. Dürr und Dr. Eckener zu Ehrenbürgern zu ernennen. Reichsverkehrsminister Kröhne überbrachte die besten Wünsche und Grüße des Reichsprä- s i d e n t c n und der Reichsregierung und zugleich den herzlichsten Dank für alle, die an dem Werk Mitarbeiten. Staatspräsident Bazille feierte das Werk Zeppelins als den Ausdruck schwäbischen Könnens »nd schroäbischer Art. Dann hielt Dr. Eckener eine Rede über die Zukunft des Luftschiffbaues. Er betonte.zunächst, daß trotz be-; Bedenken gegen Festlichkeiten in der heutigen Zeit nützlich und wohltätig sei, in einer Erinnerungsfeier vor Augen zu führen, bah der Luftschiffbau Zeppelin eine Geschichte und zwar eine dramatische, hinter sich hat. Vielleicht wird diese Feier eine gewisse Bedeutung auch für daS deutsche Volk haben, das an der fast legendären Gestalt des selbst bei den schwersten Schicksalsschlägen nie verzagenden Grafen Zeppelin sich aufrichten und in seinen heutigen Voten von ihm lernen möge, daß der Glaube an sich selbst und an seine Mission und sein unverzagtes Weiterarbeiten endlich einmal die Geschicke meistern und zum Siege führen mutz, iicbefblidt man im ganzen die Geschichte des Zcppelinschen Werkes, das in technischer und finanzieller Hinsicht in den letzten Jahren von der Substanz gelebt hat, so sieht es fast so aus, als ob sie nach harten Kämpfen und Ringen heute in höchster Tragik sich vollenden sollte. Die Idee droht mit ihrem Siege und durch ihren Si?g zum Erliegen zu kommen, denn sicherlich ist es gerade die Lebens - und Leistungsfähigkeit des Zeppelinschiffes, dem bi£ Besorgnisse und Maßnahmen der feindlichen Politik gellen. Die Meinung eines großen Teiles der Welt war die, daß das Lustschiff seine Volle ausgespielt habe, wo sie kaum begonnen hatte. Aber das Luftschiff hatte seine Leistungsfähigkeit in eben dem Maß« gesteigert wie das Flugzeug. ES war zum Instrument geworden, daS den Luftverkehr großen Snls über weiteste Entfernungen zu tragen geeignet war. Es galt nun, den Beweis hierfür der Welt nach dem Kriege zu erbringen. Die Verfügungen der Entente verhinderten die Erbringung des Beweises. Die Entente bezeichnete die Groß- luftschiffe, die sie nicht kannte, als nutzlose, ja tung schon mit den Zollerhöhungen begründet. Man mag fachlich zu den neuen Zollgesetzen stehen wie man will, bas liegt für jeben Einsichtigen auf ber Hanb, bah bie maßlos übertriebene Opposition gegen bie Zollvorlagen ein gut Teil Schuld an bem Hinaufschnellen ber Preise trägt. Gegen biefe gefährliche Suggestion muß j e b e r Front machen, Erzeuger wie Verbraucher und nicht zuletzt ber reelle Hanbel, ber mit berartigen spekulativen Machenschaften nichts zu tun hat. Alle beteiligten Kreise müssen sich zu verständnisvoller Bekämpfung ber Teuerung zusammenfinben: Dehörben, Industrie, Hanbel unb Arbeiterschaft: Größte Sparsamkeit in ber Verwendung öffentlicher (Selber, Verzicht auf alle nicht unbebingt notroenbigen Abgaben, in Indu- ftrie unb Hanbel, Umstellung auf rentables Probuktionsverfahren, schärfste Kalkulation unb Ausmerzen des unreellen Zwischenhandels, bei ber Arbeiterschaft schließlich Verzicht auf probuktionshemmenbe Lohnkämpfe unb Streiks, bie bie Teuerung nur verschärfen können. Preise unb Löhne müssen in Einklang gebracht werben, sollen mir nicht im Winter einer Wirtschaftskatastrophe zutreiben, bie ber InflationsErifis an Schärfe nichts nachgibt, sie können es aber nur durch Preisabbau, nicht burch fortgesetzte Lohnerhöhungen. als verbrecherische Dinger und lehnte es ab, welche zu bauen. Flugzeuge allein sollten existenzberechtigt sein, ätns aber, die wir die außerordentliche Leistungsfähigkeit der Schiffe kennen und ihre Verwendbarkeit im Fernverkehr erweisen wollen, hindert sie, diesen Beweis zu erbringen. Run kommt allerdings die Entente in diesem etwas peinlichen Dilemma plötzlich auf den Einfall, Starrluftschiffe von mehr als 30 000 Kubikmeter Inhalt als Kriegsfahrzeuge zu verbieten. Mit dieser Entscheidung wurde nicht einmal dem formalen Recht, wie es sich angeblich aus dem Diktat von Versailles ergeben sollte, Rechnung getragen; denn dieses Diftat bestimmt nur, daß die bewaffnete Macht Deutschland keine Luftschiffe besitzen darf, sagt aber nichts über den Privatbesch von Luft- schiffen. Es ist nicht wahr, daß das Luftschiff heute noch als Kriegsinstrument in Betracht käme gegenüber den modernen Flugzeugen mit ihren modernen Angristswaffen, wenigstens für absehbare Zeit nicht in Europa, wo wir nicht über Helium verfügen. Wohl aber ist das Starrluftschiff geeignet, ein gatu unvergleichliches Verkehrsmittel für große Entfernungen zu werden. Wir haben einen kleinen Beweis dafür erbringen können durch die Fahrt nach Amerika, die spielend und mit absoluter Sicherheit durchgeführt wurde. Es ist nicht anzunehmen, daß ähnliche Leistungen in naher Zukunft von Flugzeugen ausgeführt werden können. Es müßten dazu schon neue Kraftquellen gefunden werden an Stelle der jetzigen Benzinmotoren. Aber selbst wenn die Flugzeuge einmal das Weltmeer überfliegen könnten, tväre das Luftschiff damit nicht abgetan, denn die Annehmlichkeit des Reisens im Luftschiff ist viel grötzer als im Flugzeug. Wenn man Bedenken hinsichtlich der Schwierigkeiten beim Landen äußert, so geb* man da von ganz falschen Voraussetzungen aus. .Bfart denkt gewöhnlich an einen Verkehr von jedem beliebigen Ort aus und über beliebige Strecken. Ich war immer der Meinung, daß die Auswahl meteorologisch geeigneter Landungsstationen und die Wahl geeigneter Strecken Vorbedingungen für einen regelmähigen Luftschiff verkehr bilden, daß aber bei Erfüllung bieder Vorbedingungen sich Verkehrsmöglichkeiten mit dem Luftschiff von ungeahnter Tragweite ergeben. Ein« sehr bedeutungsvolle Aufgabe fällt dem Luftschiff als wissenschaftliches For. schungSinstrument zu. Rach dem Urteil der arktischen meteorologischen und fahrtechnischen Sachverständigen ist das Polargebiet, das gegenwärtig im Vordergründe des Interesses steht, für eine Aufschließung durch das Luftschiff sehr geeignet On der Tat wird man im Zeppelin tagelang über der Arktis zu fahren und Zwischenlandungen vorzunehmen imstande fein und ebenso bequem wie erfolgreich das Polargebiet durchforschen können. ES wird nicht mehr eine Quelle von Strapazen und beständiger Lebensgefahr fein, die Arktis zu durchfahren, um schlielich nur mit mäßiger Ausbeute oder gar unverrichteter Dinge knapp gerettet heimzukehren. Es wird vielmehr ein Genuß fein, über die Eisfelder in der ununterbrochen strahlenden Sonne ruhig dahinzusegeln und mit der Kamera schauendem Auge in wenigen Tagen mehr aufzuzeichnen und sestzuhalten als Hunderte von mühseligen Schlittenerpeditionen in Jahrzehnten Heimzubringen vermochten. Wenn die Rordpolfahrt mehr als ein ehrgeiziger Sport, wenn sie eineälnternehmungimwissen- schaftlichen Interesse ist, dann muh das fahrbereit daliegende Luftschiff mit herangezogen werden, um diesen Interessen nutzbar gemacht zu werden. Sollen diese Aufgaben und Möglichkeiten alle unerfüllt bleiben, weil man Die Preisgestaltung. Berlin, 21. Aug. (111.) heute fand in Berlin eine gemeinsame Sitzung ber Vorstände des Reichsverbandes der deutschen Industrie und der Vereinigung deutscher Arbeitgeber statt, an der auch Vertreter säst aller Reichsministerien, einiger Landerregierungen sowie der Reichsbahn- oerwaltung und des Reichsbankdirektoriums teilnahmen. Der Reichsoerband der deutschen Industrie und die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände sind bereit, mit allen Kräften die Wünsche der R e i ch s r e g i r u n g hinsichtlich der Preisgestaltung zu unterstützen. Sie Kalten es für erforderlich, daß die Ermäßigung der Umsatz st euer am 1. Oktober auf 1 Prozent im vollen Umfange in der Prelsge- Haltung auf allen Stoffen der Gütererzeugung und der Gütervermittlung zum Ausdruck kommt. Sie erwarten deshalb, daß die ihnen angeschlossenen Unternehmungen bei der Preiskalkulation dementsprechend verfahren. Auf dem Gebiete des Kartellwesens vertreten die Spihenverbände der Industrie die Ansicht, daß unter der Voraussetzung einer gesunden und verantwortlichen Kartellpolitik Kartelle notwendig sind. Die gegenwärtige Lage verlangt von den Kartellen, in welchem Maße eine Anpassung ihrer Maßnahmen an die Erfordernisse der gesamten Wirtschaft erforderlich ist. Uebctfpannungen übercingelommcn ist, Zeppelinluftschifje wider besseres Wissen für Kricgsw assen zu er- klären, und weil man ferner uberrinkam. daS deutsche Volk als Dcrbrechervolk zu erklären, dem man Waffen nicht in die Hand geben dürfe ? Es soll zumindestens eine Erfüllung um viele Jahre hinausgeschoben werden, indem man Deutschland in der Entwicklung ausschaltet, das allein große Erfahrungen auf dem Gebiete des Starrlustschiff- baues besitzt und das vor allen Dingen den Willen und den Ehrgeiz hat. die Kunst dieses Luftschiffbaues in nationaler Tradition zu vollenden. Ich glaube nicht, daß es die Absicht der Entente sein kann, diese Politik zu verfolgen, wenn sie nicht lediglich die Interessen der Kuttur- menschheit schädigen will, ohne sich selbst einen direkten Nutzen dadurch zu bringen. Wenn irgend etwas der Zusammenarbeit der Nationen dient, so ist es gerade der L u f t f ch i s s b a u , der ohne ein flemeinfames Vorgehen undenkbar ist. Ich bin also sicher, daß man mit Rücksicht aus den allgemeinen Kulturfortschritt von der ganz uveck- losen Drangsalierung des deutschen Luftschiffbaus abkommen wird. Zum mindesten aber glaube ich- daß die Entente sich nicht widersetzen wird, wenn ein Gesuch an sie gestellt wird, den B a u eines großen wissenschaftlichen Expe- ditionslustschisfes zu gestatten. Deshalb faßten wir in Ausführung einer alten Idee bei Grasen Zeppelin den Plan, eine wissenschaftliche Polarfahrt mit dem Luftschiff zu unternehmen. ist selbst verständlich, daß durch eine solche Polarexpeditvn nach unserer Meinung inehr als bloß wissenschaftliche Ergebnisse heimgebracht werden sollen, nämlich Erfahrungen und Beweises ürdieCignung deS Zeppelinluftschiffes im Fernverkehr. Es wäre ein geradezu absurder Gedanke, daß Kultur- Ttottor*n einem möglichen Kultursortschritt such lediglich deshalb in den Weg stellen könnten, weil dieser Fortschritt von Deutschland käme. Selbst wenn ein solcher Gedanke hier und da in gairz chauvinistisch eingestellten Kreisen austauchen ollte, muh er von Staatsmännern ab- je toi ef en werden, bie weiter sehen und ich das Verantwortungsgefühl gegenüber der Gesamtheit der Kulturmenschen bewahrt haben. Wäre es anders, so würde der Kampf aller gegen alle zum Grundsatz erhoben werden, Der nur zu schwerer Beeinträchtigung, wenn nicht zur Vernichtung der abendländischen Kultur führen könnte. Um unsere Pläne durchzuführen und damit das Werk des Grafen Zeppelin zu erhalten und zur Vollendung zu bringen, ist eine Unterstützung des Luftschiffbaus Zeppelin notwendig. Die bisher gemachten Anstrengungen haben das vorhandene Kapital aufgezehrt. Der Dau des L. Z. 126 hat nur eine vorübergehende Hilfe geschaffen. Ohne ihn wäre schon vor zwei Jahren die Aufrechterhaltung des Werkes unmöglich gewesen. Wir möchten die notwendige Unterstützung nicht vom Reiche und nicht von der Industrie unb Finanzwelt erbitten. die bei ber überaus schwierigen Wirtschaftslage jetzt auch gar nicht imstande sind, hier Hilfe zu leisten. wir möchten vielmehr an das deutsche Volk den dringenden Rotruf richten, dos Werk des Grafen Zeppelin nicht imtergehen zu lassen. Die Zeppelinwerke sind im Grunde genommen auch aus einem B e s i tz st ü ck des deutschen Dolles heroorgegangen, aus der Echterdin- g e r Spende an den Grafen Zeppelin und werden geleitet nach Gesichtspunkten, die sich nur aus diesem Ursprung ergeben, im Interesse der weiteren Entwicklung der deutschen Lustfahrt. Es liegt in der Hand des deutschen Volkes, ob es Opfer bringen will, um sich fein nationales Werk, das und Mißbräuche im Kartellwesen können unter keinen Umständen eine Stützung durch die Spihen- organlfalion der Industrie finden. Diese sind deshalb bereit, eine gründliche Durchprüfung der Grundlagen der Kartelle vorzunehmen und in Verbindung mit der Regierung ungesunde Erscheinungen auf dem Gebiete des Karlcll- wesens zu beseitigen. Die Spihenverbände weisen in diesem Zusammenhang darauf hin. daß die von der Oesfentlichkeit vielfach beklagten Erscheinungen weit weniger durch die Dnbuftciefar- telle, als durch die nicht kontrollierbaren freien Abreden und kartellähnlichen Abmachungen auf allen Gebieten des geroerblid^en Lebens hervorgerufen werden. Die Spihenverbände sehen die Möglichkeit des von der Regierung erstrebten Erfolges nur bann, wenn sich auch die übrigen Berufs stände und die öffentlichen Betriebe dem Schritt der Industrie anschließen. Die Verringerung der Preisspanne vom Erzeuger bis zum Verbraucher muß erreicht werden. Eine allgemeine Lohnsteigerung würde jeden versuch eines Preisabbaus von vornherein ,um Scheitern verurteilen. Die Erkenntnis muß Allgemeingut werden, daß eine Steigerung des realen Lohnes durch produktive Verbilligung und Preissenkung wertvoller ist, als weitere nominelle LoKnerhöbung. 3m Reich, Ländern und Gemeinden sowie bei allen Privaten muß endlich die Sparsamkeit einsteten. die die Heu- tige Lage Deutschlands erfordert. einen internationalen Ruf besitzt, zu erholten. Aber es bedarf nur ganz geringer Opfer, kaum merkbar für den einzelnen, wenn ein jeder mithilft. Wir find arm an Geld und Gut geworden. Aber wahrhaft beklagenswert ist das Volk erst dann, wenn cs keinen Pfennig mehr übrig hat für ideale Zwecke und feinen geistigen und moralischen Anlagen sich nicht mehr erhalten kann oder mag. Wir müssen entschlossen sein, wie unser Recht, so auch unfern Willen zur Betätigung auf wissenschaftlichem und technischem Gebiet zu betonen. Alle w i e ein Mann! Nur so werden wir uns im Kreise der Kulturnationen wieder zur Geltung bringen und uns Platz verschaffen, auf den wir ein Anrecht haben. Ich gebe mich der zuversichtlichen Hoffnung hin, daß unser Appell an das deutsche Volk nicht ungehört verhallen möge. Dr. Eckeners Rede wurde mit großem Bei-- fall ausgenommen. Dann trat Staatsmimster a. D. Dr. Schmidt-Ott im Ramen der Rotgemeinschaft der deutschen Wissenschaft dafür ein. daß das deutsche Volk seine großen Sorgen einmal zurückstelle, um eine große Idee durchzustehen, und zu fördern. Neichstaqspräsident Löbe brachte die besten Wünsche der deutschen Volksvertretung und daneben der deutschen Arbeiterschaft aller politischen Einstellungen. Die deutsche Arbeiterschaft ohne Unterschied der Partei und der Wirtschaftszugehörigkeit verfolge dieses Werk mit aller Sympathie. Mit bangendem Herzen haben Hunderttausende nach der Stunde geblickt, als Dr. Eckener den deutschen Zeppelin nach Amerika führte und mit jubelndem Herzen haben sie seinen Erfolg begrüßt. Dieses starke Interesse möge sich jetzt in materielle Hilfe umsehen. Professor Matsches versprach im Ramen der deutschen Ingenieure tatkräftige Hilfe und Professor Her gesell wünschte im Ramen der deutschen Wissenschaft, daß der Wissenschaft ein Luftschiff zur Verfügung gestellt werde, das die große Aufgabe lösen werde, die Dr. Eckener sich gestellt habe. Dr. Dovifat-Berlin versprach für den Reichsverband der deutschen Presse ein prächtiges Eintreten für die deutsche Volkssammlung. Am Schluß dankte Generaldirektor Cols- mann für das Versprechen aller Kreise des deutschen Dolles dafür, ein Werk vollbringen zu helfen, das Deutschland im Sinne einer Kulturmacht wieder der Freiheit entgegenführen wird. Lohnverhandlungsn bei der Reichseisenbahn. Berlin, 21. Aug. (WTB.) Die Verhandlungen der Deutschen Reichseisenbahngesellschaft mit den Vertretern der Gewerkschaften über die Lohnforderungen wurden heute fortgesetzt. Die Vertreter der Reichseisenbahn erklärten, daß die Gesellfchaft nicht in der Lage sei, eine allgemeine Lohnerhöhung zuzugestehen. Die Mittel zu einer allgemeinen Lohnerhöhung könnten nur durch eine Erhöhung der Tarife beschafft werden. Tariferhöhungen und allgemeine Lohnerhöhungen wirkten aber verteuernd auf die Produktion. Die Vertreter der Reichseisenbahngesellschaft machten den Vorschlag, zusammen mit den Gewerkschaften Lohnerhöhungen nur in den Gebieten zu vereinbaren, in denen die Löhne der Reichseisenbahnarbeiter in einem offensichtlichen Mißver- h ä l t n i s zu den Löhnen der vergleichbaren I n- dustriearbeiter stehen. Die Reichseisenbahn glaubt für diese Lohnerhöhung etwas mehr als 20 Millionen Mark aufwenden zu können, ohne zu Eichungen der Tarife schreiten zu müssen. Die . Gewerkschaften leh ntenjede weitereDer- 1 Handlung auf dieser Grundlage ab. 1 Keine Einigung im Baugewerbe Berlin, 22. Aug. ($11.) Die Verhandlungen im Berlin er Bauarbeiter streik sind abgebrochen worden. Die Verständigung scheiterte daran, daß die Gewerkschaften an einer erheblichen Erhöhung der Löhne für Hilfsarbeiter und Ungelernte fest- hielten. Die Arbeitgeber erklärten demgegenüber, sie könnten mit Rücksicht auf die P r e i s s e n - kungsdolitik der Regierung nicht über ihr letztes Angebot hinausgehen, da die Löhne, die sie bei den gestrigen Verhandlungen für die gelernten Arbeiter geboten hätten, bereits über das hinausgehen, was die Arbeitgeber der getarnten Wirtschaft gegenüber verantworten fönnten. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird nunmehr der Generalaussperrungsbe- s ch l u ß am 28. August verwirklicht. Verkauf der Deutschen Allgemeinen Zeitung. Berlin, 21. Aug. (WTB.) Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" und die Rorddeuische Druk- kerei und Verlagsanstalt A.-G. in Berlin ist aus dem Besitz der Buch- und Zellstoffgewerbe Hugo Stinnes G. m. b. H. in die Hände eines Konsortiums übergegangen, das unter Führung des bekannten Papierindustriellen Waller S a l i n g e r und des Dr. August Weber, Berlin, steht, die die Zeitung in der bisherigen Richtung fortzuführen gedenken. Der Kaufpreis beträgt 3 Mill. Mark und ist bar bezahlt worden. Die Räumung des Sanktionsgebietes. Berlin, 21. Aug. (TA.) Die Nachrichten aus Düsseldorf besagen, daß bereits am Samstag das Sanktionsgebiet, also vornehmlich die Städte Düsseldorf, Duisburg, Ruhrort, Meide- rich, von den französischen Truppen geräumt fein wird, am 24. August auch von den belgischen Truppen. Die Besatzungskommandos werden nach Belgien zurückgehen, während die französischen Truppen ins altbesetzte Gebiet zurückverlegt werden. Man darf die dringende Hoffnung aussprechen, daß die damit entstehende neue Belastung des altbesetzten Gebietes nur vorübergehend ist .Mit der Räumung des Sanktionsgebietes wird ein Gebiet von 502 Quadratkilometer und rund 876 000 Einwohnern nach vierjähriger Fremdherrschaft wieder frei. Das bereits geräumte Einbruchsgebiet umfaßt 3196 Quadratkilometer mit 3149 019 Einwohnern, so daß am 25. August ein Gebiet von 3898 Quadratkilometer mit 4 624 067 Einwohnern wieder freies deutsches Land ist. Ueberreichung der Antwortnote cm Montag. Paris, 21. Aug. (WTB.) Wie Havas mit- teilt, hat der französische Botschafter in Berlin den Auftrag erhalten, die französische Antwortnote der deutschen Regierung am Moritaazu überreichen. Die Veröffentlichung der Note werde erst am Freitag stattfinden. Die „T ä g I. Rundschau bemerkt dazu: Im allgemeinen ist es für uns nicht neues, daß Frankreich sich zu allen Dingen, die einen weiteren Schritt zu einer Besserung der Lage irnd Befriedung Europas herbeifuhren sollen, unendlich viel Zeit läßt. Es ist notwendig, diese gegenwärtige Sachlage schnellstens festzustellen, da wir sehr bald wieder der Behauptung begegnen werden, Deutschland habe die Verhandlungen in die Länge gezogen. Die Stockholmer Mchenkons erenz Arbeiterschaft und Christentum.—Die abendländische Knlturkrisis. Stockholm, 21. Aug. (WB.) In der heutigen Sitzung der Konferenz gelangte der vom chwedikchen Bischof Dilling vorgelegte Plan eines Internationalen Forschungsinstituts für wirtschaftsethiiche Fragen zur Verhandlung. Der deutsche Reichstagsabgeordnete Mumm billigte den Plan und führte aus: Die Diktatur und der Klassenkampf sind in der gleichen Weise abzulehnen. Die Arbeiter und die Unternehmer mögen auf die Stärke ihrer Organisationen stolz ein, denn die Zusammenarbeit zwischen ihnen ist nur auf einer breiten Grundlage möglich. Rach weiteren Reden überbrachte Gewerk- chaftsführer D a 11 r u s ch - Berlin die Grüße von 300 evangelischen Arbeiterführern, die den Wunsch hegten, daß das christliche Weltkonzil den Anstatt bilden möge für einen allgemeinen Angriff gegen die soziale Dot. Der Redner wandte sich gegen die unterschiedliche Behandlung der einzelnen Völker, insbesondere! legen die Prohibitivzölle, die die freiesten Länder absperren. Die christliche Arbeiter- chaft bedauert, daß die großen Länder auch heute noch die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens ablehnen. Diese Ausführungen rourlren deutscher- und amerikanischerseits mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Arbeitersekretär Springer-Stuttgart erklärte, die Kirche muh, wenn ein Volk durch Verträge eine Sonderbehandlung erfährt, deren Folge unvermeidlich die Arbeitslosigkeit ist, alles tun, was zur Verhütung solcher Erscheinungen geeignet ist. Der Redner trat für eine produktive Arbeit s l o s e n f ü r s o r g e ein. Cs ist Pflicht der Christenheit, für eine gesetzliche Regelung der Ar- beitslosenfür^orge einzutreten, und an dem Arbeitsnachweis mitzuarbeiten. In den Abendstunden fand eine öffentliche Dersanrmlung statt. Es sprachen der Bischof von Brent, Reuyork und Professor Dr. Brunstäd, Erlangen über das Thema: „Das Evangelium und das öffentliche Leben". Pro- essor Brundstäd gab zunächst einen grundsätzlichen Gedanken über das Verhältnis zwischen Religion und Kultur. Eine Kultur ist nur dann lebensfähig, wenn sie aus religiösen Quellen gezeugt wird. Sobald beide sich entzweien, kommt es zu einer kulturellen Krise. Die abendländische Kultur steht gegenwärtig in einer solchen Krise. Der Krieg und die Revolution sind Ausdrücke für diesen Zustand des Konfliktes zwischen Religion und Kultur. Dieser Streit ist die Tragik des Menschentums, die das Christentum als Sünde bezeichnet. Sünde, Tod und alle anderen Hebel des menschlichen Lebens machen den Gegensatz zwischen dem Evangelium und der menschlichen Kultur offenbar. Von ihr au8 gesehen ist der Krieg ein Gericht Gottes über die Menschheit, aber ein Gericht, das sich notwendig immer wieder vollzieht. Der Redner wandte sich zum Schluß gegen die falsche Anschauung, aus dem Evangelium ein System des Pazifismus herzuleiten. Der Reichskanzler über praktisches Christentum. Berlin, 22. Aug. (TU.) Der „Tag" veröffentlicht einen Auszug aus der Rede des Reichskanzler Dr. Luther, die heute vormittag durch das Präsidium der Konferenz verlesen wird. Er gibt folgende wichtige Stellen der Rede wieder: „Mir scheint die Aufgabe der Religion und besonders des Christentums größer denn je. Wir dürfen nicht durch Erfchlaffungserfcheinungen im Wirk- lichkeitsleben, die vielfach in der Welt und auch im einzelnen religiösen Menschen bemerkbar sind, uns irre machen lassen. Auch die Ausdrucksformen religiösen Lebens stehen in geschichtlichem Werden. Solche Erkenntnis kann niemals bedeuten, daß die feste Form nicht erforderlich sei. Umgekehrt spricht alle Erfahrung dafür, daß der einzelne den Weg zu Gott am leichtesten in den festesten Formen findet, die ihm von Jugend an vertraut sind. Gleichwohl werden auch die verschiedenen Kirchen, die heute neue große Zusammenhänge für die Menschheit suchen, dem allgemeinen Entwicklungsgesetz unterworfen sein. Deshalb sehe ich in der Weltkonferenz für praktisches Christentum die Bekundung des willens ;um praktischen Christentum, dessen unser politisches und soziales Leben als innere Ergänzung und letzte Begründung bedarf. Heber das Arbeiter-Problem äußert sich der Kanzler folgendermaßen: „An Stelle der früheren menschlichen Beziehungen des Arbeiters zu seinem Arbeitsergebnis und zu seinem Arbeftgeber sind neue große politische und soziale Formen getreten. Dieser Ersatz bietet keinen Ausgleich für die großen Kräfte der Liebe, die früher über den erwähnten Verhältnissen lebendig waren. Alles soziale Handeln, das sich auf die Religion aufbaut, hat den festen Untergrund, der in jedem Menschen als ein Gefäß seelischer Werte erscheint. Bei solcher Einstellung ist allgemeine Menschenliebe nicht etwas, was man kann oder nicht kann, sondern für solche religiöse Betrachtungen ist der Sinn für das Wohl der ganzen Menschheit nur eine Art des Dienstes vor Gott." Die Grabstätte des Reichpräfidenten Ebert. Heidelberg, 21. Aug. (WTB.) Die Reichsregierung hat Peter Behrens beauftragt, ein Ehrenmal für das Grab des ersten deutschen Reichspräsidenten auf dem Heidelberger Vergsriedhof herzustellen. In Berücksichtigung des Wunsches von Frau Ebert, das in unmittelbarer Nähe der Grabstätte hoch aufragende rote Sandsteinkruzifix an seinem bisherigen Standort zu belassen, sieht der Behrenssche Entwurf ein etwa 2 Meter breites und 14 Meter hohes kruzifixartiges Grabmal vor, das nur die Aufschrift „Fritz Ebert" erholten und sich entsprechend dem Charakter des Verstorbenen in schlichten Formen bewegen soll. Die Leichen der im Kriege gefallenen beiden Söhne Friedrich Eberts sollen nach Heidelberg überführt werden und links und rechts vom Grabe des Vaters ihre endgültige Ruhestätte finden. Polen und der Sanziger Hafen. Die Völkerbttttdskommission zum Danziger Griefkaftenftreit. Genf, 22. Aug. (TU.) Die Völkerbundskom- Mission, die vom Rat beauftragt war, die Danziger Hasengrenze für den polnischen Postdienst festzulegen, hat ihre Arbeiten beendet. Der Kommission liegen sowohl die polnische wie die Danziger Auffassung vor. Erstere ging von dem Gesichtspunkte aus, daß unter dem Danziger Hafen nicht nur die Hafenanlagen und die Wasseroberfläche zu verstehen seien, sondern die Stadt mit jenen Geschäften, Banken und Handelsunternehmungen, die die Schiffe im Hafen befrachten und die technischen Anlagen des Hafens für ihre Handlesbeziehungen ausnutzen. Nach der Danziger Auffassung dagegen waren unter dem Hafengebiet nur d i e Hafenanlagen und die Wasseroberfläche zu verstehen. Der pol- nische Postdienst soll sich daher auf den Teil des Hafens erstrecken, der dem Danziger Hafenrat unter st eh t. Der Bericht der Kommission macht (ich den polnischen Standpunkt mit geringer Einschränkung zu eigen. Das Hasengebiet soll alle wirtschaft- lichen Unternehmungen umfassen, die mit dem Hasen in engerem Zusammenhang stehen. Die Kommission ist aber anderseits der Auffassung gewesen, daß der Teil der Stadt, der dem Hasen zugezählt werden soll, nicht größer als notwendig fein dürfte. Die Kommission glaubte daher nach Recht und Billigkeit die Grenze für den polnischen Postdienst auf das Zentrum Danzigs zu beschränken, wo eine genügend große Anzahl von Unternehmungen sich befindet, deren Tätigkeit sich auf die Benutzung des Hafens richtet. Innerhalb dieses Gebiets dürfen überall polnische Postkasten auf gehängt werden. Für die postalische Bedienung derjenigen polnischen Arbeits. geoäube innerhalb Danzigs, die außerhalb der neuen Hafengrenze liegen, wie beispielsweise das polnische Generalkommissariat, soll innerhalb von drei Monaten auf gütlichem Wege eine Regelung gefunden werden. Alhucemas unter dem Feuer der Riskabylen. Madrid, 22. Aug. (TU.) Die Rifleute haben mit Artillerie und Maschinengewehren die spanische Insel Alhucemas, die nicht weit von der Küste entfernt liegt, angegriffen. Die Beschießung war außerordentlich heftig. Die Rifbatterien nahmen im Laufe des Tages das Feuer verschiedentlich wieder auf und brachten den spanischen Truppen große Verluste bei. Die Zahl der Toten auf spanischer Seite hat sich wesentlich erhöht. Der Kommandant der Festung, Ober ft Mvnasteric, wurde durch Granatsplitter schwer verwundet. Das Kanonenboot „Canalejas" hat die Verwundeten abtransportiert. Amtlich wird mitgeteilt, daß die französis-> ihn vier Flugzeuge, von Vorderindien lonmr >, erwarten werden. Don dort aus wird er ‘.i(3?v r nach Indien fliegen. Brancker erklärte, daß Die erste Handelsliftfahrtlinie von Kantara in Mu- ter-Acghpten nach Karachi ungefähr 2403 Meilen im kommenden Januar geflogen werden fan.t. Der älteste Bergmann Deutschlands verunglückt. Herne, 21. Aug. Aus der Zeche „Mont Cenis" ist gestern der 79jährige Hauer K u n - nert verunglückt. Er erlitt eine Quetschung, an deren Folgen er noch gestern abend gestorben ist. Kunnert war der älteste Hauer der Zeche der älteste aktive Bergmann Deutschlands. Er war Veteran von 1864, 1866 und 1870/71. Das große So«. Das große Los beider Abteilungen in Höhe von je 500 000 Mark ist nach Berlin gefallen und zwar sind die glücklichen Gewinner kleine Beamte und Kaufleute, die Achtellose gespielt haben. Jakob Christof Heer gestorben. Der bekannte Schriftsteller Jakob Christof Heer ist am Donnerstag an einem schweren Herzleiden gestorben. Heer ist auch in Deutschland durch zahlreiche Romane, wie „Der König der Bernina", „An heiligen Wassern", „Laub- gewind", „Der Weiterwart" u. a. bekannt ge- gewvrden. Wettervoraussage. Halb bis ganz bedeckt, südliche bis westliche Winde, mäßig warm, Niederschlagsneigung. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 20,4 Grad Celsius, Minimum 13,0 Grad Celsius. Niederschlagsmenge: 0,3 Millimeter. Aus Stadt und Land. Gießen, den 22. August 1925. v Polizeibericht. Bei der hiesigen Kriminalpolizei ist eine silberne Taschenuhr mit Goldverzierung sichergestellt. Innen ist der Rarne Franz Lotter, Butzbach, und die Rr. 8979—24 eingraviert. Den ^lrnständen nach ist die Uhr durch Diebstahl erlangt. Seit dem 31. Juli 1925 wurden in hiesiger Stadt erneut mehrere Wohn ungseinbrüche ausgeführt, wo außer Bargeld nachstehende Silbersachen u. dgl. entwendet wurden: Eine Armbanduhr mit schwarzem Ripsband, eine silberne Taschenuhr mit der Eingravierung Heinrich Vogel, Gießen und daran befindliche Doublt» kette, eine Armbanduhr mit langer Halskette, ein dunlelgrauer Sakkoanzug mit bläulichen Längsstreisen, eine Kaffeekanne, eine Teekanne, eine Milchkanne, ein Tablett, eine Zuckerdose, eine Zuckerzange, ein Besteck, ein Kaffeelöffel gez. „Karl", acht große Messer, sieben Heine Messer, elf große Gabeln, elf kleine Gabeln, elf Eßlöffel, drei Flaschenunterseher, eine Tortenschaufel, ein Eierbecher mit Löffel, ein Federhalter, eine große Suppenkelle, zwei Saucelöffel, ein Dlumenkörbchen, ein Ständer für eine Zuckerdose, sämtlich aus Silber, ein altes Pvr- zellankännchen (Delfter) mit weißem Grund und violetten Blumen, ein Tablett aus Messing, ein Pokal aus Silber (ca. 30 Zentimeter hoch, am Fuß die Aufschrift: W. Lejeune s. l. Freund E. Rosenberg zum 50. Geburtstag). Dor Ankauf der gestohlenen Sachen wi^d gewarnt. Personen, welche irgendwelche Wahrnehmungen über den Verbleib der angeführten Sachen machen können, werden ersucht, dies der Kriminalpolizei mitzuteilen; Verschwiegenheit wird zu- gesichert. Fe st genommen wurden in den letzten Tagen vierzehn Personen wegen verschiedener Verbrechen und Vergehen. Am 20. August wurden in einem Hause der Liebigstraße, während die Bewohner verreist waren, aus einer Wohnung eine Brillantbrosche und eine Brillantnadel mit einer Perle und drei kleinen Brillanten entwendet. In der Rächt zum 6. August 1925 wurde in dem Dienstgebäude der Bahnmeisterei I bis V ein Einbruch verübt. Sämtliche Schubladen wurden mit einem Meißel gewaltsam aufgewuchtet und ca. 50 Mk. Bargeld entwendet. In der Rächt zum 19. August wurde in einem Hause der Bahnhofstraße ein Einbruchs!) ersuch ausgeführt, zweifellos sind die Täter gestört worden. Heber die Täterschaft ist inzwischen noch nichts bekannt geworden. Die am 8. Juni hier festgenommenen Einbrecher Walter Borchert auS Halberstadt uni* Rudolf Reinhold Äuthardt aus Sonneberg hatten, wie bereits bekamrtgegeben, noch nachstehende Sachen im Besitz, über deren Herkunft noch nichts bekannt ist: Eine Walterpistole Modell 9 mit 15 scharfen Patronen, eine Scheere, eine schwarze Damen- handtasche mit gelbem Verschluß, mit darin befindlichem Taschenspiegel, Ragelveiniger, Ragelfeile, rotem Federhalter, 2 Bleistiften, eins mit Messinghaller und Ring; ferner eine silberne Brosche mit rundem grünem Stein und vier lilafarbenen Perlen, gez. bzw. Monogramm W. B 900 eine goldene Drille mit den eingravierten Buchstaben F. T. D. und altem Etui, ein Manikürkästchen mit Inhalt, ein Paar schwarze Damenhalbschuhe, Marke Fortschritt Rr. 5y4, ein schwarzer Regenmantel (Gumnn) mit Riemen, Fabr.-Marke Teifun. Zweifellos sind diese Sachen in der weiteren .Umgebung von Gießen gestohlen worden. Der Eigentumsberechtigte wolle sich mit der Kriminalpolizei in Gießen ins Benehmen sehen. •• D i e Vorbereitungen für die große Tagung des Gustav-Adolf- Vereins in Gießen, vom 20. bis 24. Septbr., sind in vollem Gange. Es ist für unsere verhältnismäßig kleine Stadt eine große Aufgabe und Ehre, für solche Tagung, die aus dem ganzen Reich und ebenso von dem evangelischen Ausland zahlreich besucht wird, zu rüsten und sie hier zu begrüßen. Wenn es recht gelingen soll, so ist dazu die selbstlose Mitarbeit vieler und die freundliche Unterstützung durch alle Evangelische notwendig. Auf eine Aufforderung des Woh» nungsausschusses im heutigen Anzeigenteil sei hingewiesen. ** Aufgehobene Straßensperre. Da die Walzarbeften in der Kais er alle zwischen Wolf- und Georg-Philipp-Gail-Straße beendet I sind, wird die von dem Polizeiamt unterm 20. Juli I d. Js. angeordnete Sperrung hiermit aufgehoben. AM^CKSTEIN L SÜHNE’ DRESDEN TM E age. 'W bit ibagsnetgung ~ ;. 5Qp'mum 204 tQb Wur. lieber. »t &=' 5Wrn ^'! r :S^? ■ Är A°»l E* L >d Land. 1 22. August 1925. • icht. nalpolizrt ist tjnt 11,1 Tvldvechenma :t..^omt Fran, Ote Olt. 8919-24 nach ist die Uhr wurden in hiesiger ungseinbrüche rgeld nachstehend« ■nbet wurdenSine ^'Psbanb, eine sil- raviecung Heinrich »rsiMche DvE- langer §)Mette, g mit bläuliche«! ne. eine Xtdann.-, t, eine 3udetbfi!(, d, ein AasfeeEssel lesser, sieben Heine 1 kleine Sabeln, els seher, eine 'Sotitn« Lössel, ein Feder« le, zwei Saucelösscl, der für eint 3udcr« >r, ein alteA Pvr« xihem Grund und au8 Decina, ei» rnürneter hoch, am nne \.V Freund S. ig). Lor Anlaut der irnt, oelche Dahrnehinun« angeführten Sacken !, dieS der Änmlnal« oiegenheit wird zu« cden in den letzten wegen verschiedener t in einem $aufe ite Dewohncr ver« ung eine Drillmil« e( mit einer W» iwendet. iguft 1925 wurde in ahnmeis^rei i Sämtliche Schub« ÄrS,r. «eSL» S-ä *7 mA Sonneberg jj«#15* « !#«»»* ,®°Ä <*’j5 iHgW mit p. em Elul, in Mf iTk (ortlWx ^it Die» (Summt) w . spt weitere« chen tn Ser gSw«1** lut &*e i t U n flc 11‘ ibttf* Gujlav mm 2 KW •flÄ» Ä alle K*fiÄ** * Hfl* fre Da WÖ iNg 9 Scharben. 1 2akob ju... « einem Lehren vom Kreisturnfest. Das 32. Mittelrheintfche .9 r e i $ t u r n • fest ist in der Gießener Lokolgeschichte zu einem besonderen Ereignis geworden. Bestimmend hierfür war einmal das weite Ausmaß der Vorarbeiten , wodurch Hunderte von Mitbürgern in den Kreis der Helfer einbezogen wurden, und zum andern der trog aller Weiterunbilden große E r • folg des Festes, das Zehntaufcnde mit starkem Interesse erfüllte. Wie alles wichtige Geschehen nach dem Abschluß kritisch zu betrachten ist, um daraus Lehren für gleiche Ereignisse der Zukunft zu ziehen, so erscheint auch hinsichtlich des Kreisturnseste» eine Schlußbilanz vom Standpunkt der bürgerlichen Ge- samcheit aus am Plage, damit auch dadurch Er- kennlnifse gewonnen werden können über das. was künftighin für uns bei solchen Gelegenheiten zu tun bzw, zu unterlassen ist. Mit großer Genugtuung haben die Freunde einer großzügigen Gießener verkehrswcrbung beim Srei»tumfeft die Tatsache feststellen können, daß die Erbauung der V o l k s h a l l e von großem Vorteil für unser Gemeinwesen ist. Hier Hal sich gezeigt, daß nun auch unsere Stadt befähigt ist, Veranstaltungen mit Massenandrang aufzunehmen und diese gut und glatt au bewältigen. Es ist aber weiterhin offenbar geworden, daß die vor dem Dau der Dolkshalle geäußerten Bedenken, durch die Lage der Dolkshalle entwickle sich nur ein Durchgangsverkehr vom Bahnhof zum Trieb, und dadurch gehe der Geschäftswelt inmitten der Stadt die Der- kaufsmöglichkeit verloren, bei dieser Probe aufs Exernpel sich als unbegründet erwiesen haben. Wer in den Turnfesttagen sich in der Stadt umsah, konnte feststellen, daß nicht nur in der Dolkshalle und auf dem Festplatz, sondern vielfach noch stärker in der Stadt selbst regster Geschäftsverkehr herrschte. Und wie bei dieser Gelegenheit, so wird es zweifellos auch künftighin der Verlauf der Dinge fein: es wird in der Dolkshalle und in der Stadt umgesetzt werben. Im übrigen ist zu bedenken, daß es nicht ent- scheidend ist, bei einer Veranstaltung i e b e n Ge- schäftsmann unmittelbar am Umsatz beteiligt zu sehen, fonbem baß bie Hauptsache ist. überhaupt verstärkten Gelbzustrom in bie Stabt hereinzuholen: mittelbar nimmt bann boch ber größte Teil ber Einwohnerschaft in ber einen ober anberen Form an biefer Belebung bes heimischen Wirtschaftslebens teil. Die Schaffung ber Dolkshalle hat sich jedenfalls gleich bei ber ersten großen Veranstaltung bewährt. Damit ist bem Standpunkt der Stadtverwaltung, der Mehrbeit des Stadtparlaments und ber vielen anberen Befürworter bieses Baues bei ber ersten Gelegenheit burch bie Praxis recht gegeben worben. Bemerkenswert ist, baß auch zahlreiche beachtenswerte Gegner bes Baues jetzt ihre Ansicht revidiert haben und nun oft geradezu ein Loblied auf diese Schöpfung bürgerlichen Gemeinsinns fingen. Mit der Anerkennung für alle Stellen, bie beim Bau ber Dolkshalle entfcheibenb in Betracht kamen, sollte sich aber auch noch ein anberer Entschluß paaren, nämlich weiterhin kräftig mitzuhelfen an ber Ausgestaltung bes Bauwerks. Daß nach dieser Richtung hin noch viel zu tun ist, brauchen wir nicht näher darzulegen. Was jetzt nottut, sind weitere Geldmittel. Wer sich bisher mit Gelbbeihilfen an ben Dolkshalle- Bauverein zurückgehalten hat, fasse nun einen kräftigen Entschluß unb verhelfe bem wahrhaft gemein- nützigen Werk zum balbmöglichen Abschluß. Je rascher biefer Bau in allen Teilen vollenbet wirb, besto vollkommener wirb in kurzer Zeit seine eindrucksvolle Wirkung auf jeden Fremden werben, und letzten Endes wirb auch baburch unsere Derkehrs- werbung geförbert, beren Erfolg ja ber ganzen Bür» gergememschaft zugute kommt. Wie bas private Erwerbsleben, fo hat auch bie ffäbtifdje Straßenbahn einen starken Aufstieg ihrer Frequenz in ben Ium» fefttagen gehabt. Freilich kann man biefe Mehr» einnahme nicht schlankweg als Gewinn ansprechen. denn zur Bewältigung des Mafsenverkehr» hat bie Straßenbahn Verwaltung wesentliche Aufwendungen für die Vervollkommnung des Schicnennetzcs unb für die Verstärkung befc DerkchrSpertonalS machen müssen. Dennoch wird mancherlei finanzieller Vorteil als Ergebnis verblieben sein, unb wenn sich im Lause des 3ahreS noch mehrfach derart gesteigerte BetriebSmögsichkciten ergeben, so dürfte wohl auch die Zeit des städtischen Zuschusses zum Straßenbahnbetrieb bald ein Ende finden. Ob die Stadt bei größeren Veranstaltungen der Zukunft die jetzt beim Turnfest befolgte Straßenbahn -Tarifpolitik wird beibebatten können, dürfte allerdings zweifelhaft fein. Der Standpunkt, daß bei solchen Gelegenheiten kräftig herauSgeholt werden muß, hat auch Schattenseiten, durch die unter Umständen der Ruf der Stadt und damit das Ziel dev DerkehrSwerbung gefährde: werden können. Denn man wird nicht jedesmal, wie beim Turnfest, an einen gewissen PersonenkreiS Dorzugskarten geben können. Es dürste sich empfehlen, die künftige Tarifpolitik der Straßenbahn vor größeren Veranstaltungen noch einmal lehr genau zu prüfen. Die Organisation des KreiSturnsestcS kann man in ihrem Aufbau als vorbildlich für andere große Veranstaltungen bezeichnen, und mit Anerkennung ist auch der Tätigkeit der Mitbürger zu gedenken, die in selbstloser monatelanger Arbeit zum Gelingen des großen Festes beitrugen. 3m allgemeinen hat der weit- verzweigte Apparat so zufriedenstellend funktioniert, daß man nur wünschen kann, dieses große Maß von Erfahrungen möge noch manchmal seine Früchte zeitigen. Rur in einem Punkte ist, auch nach außen sicht- unb spürbar, ein gewisses Versagen der Organisation in Erscheinung getreten, au« dem Lehren für andere große Veranstaltungen gezogen werden sollten. Es handelte sich dabei um die Lösung ber Ouartierfrage, die Klagen insbesondere auS der Gießener Dür- aerschast gezeitigt hat. Zahlreiche Dürgerfami- lien hatten in bereitwilligster Weise Quartiere zur Verfügung gestellt, zum Teil sogar mit voller Verpflegung der Turngäste, wozu die in Betracht kommenden Hausfrauen sich in umfangreicher Weife mit Lebensmitteln eingedeckt hatten. Jedoch man wartete vergeblich auf die freudig ersehnten Gäste, denen die Quartiere aber nicht zugewiesen wurden, .weil es sich hierbei um sog. Mansardenquartiere handele, während man genug Quartiere mit Betten zur Verfügung habe". Daß das letztere nicht ganz der Fall war, geht aus mancherlei Klagen hervor, die man nur zu bald von manchen Turnern hören konnte. Dagegen blieben aber die obenbezeichneten Quartiere von vornherein unbcrüdftcf>ttgt, und obendrein erhielten die Quartiergeber noch nicht einmal eine Benachrichtigung, angeblich, weil das zu viel Schreiberei verursache. Daß dieses Verfahren nicht richtig war und von den Betroffenen mit Recht sehr abfällig kritisiert wurde, versteht sich von fetbft. Wenn man diese Dielschreiberei nicht mehr hätte bewältigen können, so mußte man die Quartiergeber eben auf andere Weise, z. D. durch eine Zeitungsanzeige, von dem Fernbleiben der Gäste benachrichtigen, damit unnötige Vorbereitungen und überfällige Geldausgaben unterbleiben konnten. Aus diesem Versagen möge man für andere große Veranstaltungen die Lehre ziehen, wie eS nicht gemacht werden soll. Denn es handelt sich nicht nur darum, die Gäste zu befriedigen, sondern eS gilt auch die Mitbürger zufriedenzustellen und sie nicht vor den Kopf zu stoßen. Wenn aus diesem Vorfall richttg gefolgert wird, darf man ihn schließlich wohl auch noch als ein Merkmal auf dem Wege zum Erfolg ansehen. 3n wenigen Tagen wird man in unserer Stadt erneut inmitten einer großen Veranstaltung stehen. Mögen auch hierbei Erfahrungen herauSgearbeitet werden, aus denen unsere Der- kehrswerbung zu ihrer Vorwärtsentwicklung Ruhen ziehen kann. •• Dte Arbeitsvergebung zum Erweiterungsbau des Johann- Friedrich-Stifts zu Laubach finbet im Wege eine« öffentlichen Wettbewerbes statt. (Siehe heutige Anzeige.) •• Der Gießener Schwimmveretn wird am morgigen Sonntag in Marburg ein Werbeschwimmfest veranstalten Zu diesem Zweck kommt ein Klubkampf gegen den Kasseler S. D. v. 1898 zum Austrap. Mit seiner gesamten Wettkampf Mannschaft tst der Gießener S. D. in Marburg vertreten, um seine Kräfte mit dem Kasseler S D. zu messen. Ein derartiges Fest soll dem Schwimmsport wettere Freunde zuführen, in der Erkenntnis, daß daS Schwimmen unbedingt zum Allgemeingut des Deutschen DolkeS werden muß. Die Mannschaft deS Gießener S. V. fährt morgen mittag um 12.32 Ufrr nach Marburg. 3n der heutigen Anzeige ergeht vom Vorstand deS Vereins an feine Mitglieder der Ruf. daß sich alle, auch nicht akttve Schwimmerinnen und Schwimmer an der Fahrt beteiligen. ni Schülerfahrt an den Rhein am 18 August. Mehrere höhere Schulen Ober- Hessen« (Grünberg. Laubach Ridda, Schotten. Hungen, Gedern) unternahmen am gestrigen Mittwoch eine gemeinsame Fahrt in der Stärke von etwa 650 Personen an den Rhein. Ein Grtra- z u g trug die Schar von Friedberg nach Mainz, wo gegen 10 11 br vormittags der für diese Zwecke Mir Verfügung gestellte Dampfer .Albertus Magnus" unter strömendem Regen bestiegen wurde. Unter Sang und Klang — eine MusiKapelle war auf dem Schiff — ging es an den herrlichen Rheinorten RüdeSheim, Bingen, Aßmanns Hausen, 'übeinftetn vorbei. biS in die Gegend von Bach e r a ch wo Kehrt gemacht wurde. Der anfangs anfaßte Plan, bis nach Koblenz und dann wieder bis Gießen zu fahren, wurde aus Sparsamkeitsgründen aufgegeben. Auch hatte die Rückfahrt auf dem Dampfer den Vorteil, daß sich infolge Aufhellung des Wetters am Rachmittag eine bessere Aussicht bot. Gegen 4 Uhr kam man wieder inMainz an, von wo auS der ©ttraxug Me Ausflügler nach Friedberg brachte. Mit den verschiedenen Dahnen wurde die Heimreise angetreten. •• Die Dogtsche Handelsschule, von beren Einrichtung im neuen Hause wir kürzlich bc» richteten, konnte gestern gelegentlich einer Führung durch das Institut von einem Mitglieds unterer Redaktion besichtigt werden. Mit modernen Material ausgestattet, macht das Schulhaus mit feinen hellen, luftigen Räumen einen guten Eindruck. In den verschiedenen Klaffen wird nach dem Lehrplan der theoretische und praktische Unterricht erteilt: Sprachen, Buchführung, kaufmännisches Rechnen, baxu -Stenographie und Schreibmaschine. In halben unb ganzen Iahreskursen werden die Schüler dem Ziel des Institutes zugeleitet, je nach Zweck und Plan des Lernenden. Die Organisation und Handhabung des Unterrichts erweckt im Verein mit den neteitiflten Leistungen der Schuler den Eindruck, daß hier sorgfältig und zweckmäßig gearbeitet, gelehrt und gelernt wird, so daß brauchbare Kräfte aus dem Institut in» Leben treten können. Dem Institut find einige Mustcrburcaus ungegliedert, die mit dem allermodernsten Bureaumöbel ausgestattet sind, so daß gleichzeitig Gelegenheit geboten ist, mit den raschen Fortschritten der Technik des Du- reaubetrieb» in ständiger Fühlung zu bleiben. B ov:;,r.;cn. — TageSkalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Der Maler unb lein Modell". Skifahrt inS Glück. — Astvria- Lichtspiele: Harry HillS 3agb auf den Tod. — TageSkalender für Sonntag. Arbeiter-Sportkartell Gießen. Sport werbetag । . Uhr nachmittags Wettkämpfe auf dem Trieb: ab 5 Ähr.Liebigshöhc" Gemütliches Deisammen- 'ein. — Lichtspieltheater wie Samstag. — AuS dem Stabttheaterbureau wirb ünS geschrieben: Gustav Rickelts „Glückspilz", der am Dienstag hier gegeben wirb, hat am vergangenen Mittwoch am Dab-Rau- deimer Kurtheater einen auherorbentlich starken Heiterkeitserfolg bei ber bärtigen Erstaufführung davongetragen. Publikum wie Presse haben icftgcflcnt, baß man sich bei bem liebenswürdigen Stück in ber flotten Darstellung unseres Personals sehr gut unterhalten kann. — (Ein Konzert bes Oberhessischen Sängerverbandes findet Sonntag. 30. Aug., nachmittags 2 Uhr, in der Aula der Universität statt. (Siehe Anzeige.) — Erntefest in Dab-Rauheim. Am Samfltag. 22. August, findet im Kurhaus in Bad-Rauheim abends 8 Uhr ein .Erntefest in ber Sommerfrische" statt. Vier Tanzorchester werden in sämtlichen Räumen unb im Freien für musikalische Unterhaltung sorgen; für anderweitige Kurzweil, Illumination u .bgt ist gesorgt. (Rä- hereS siehe Anzeige im .Gieß. Anz." vom Freitag, 21. August.) Kreis Friedberg. 21 Dad-Rauheirn, 19. Aug. Aus ber jüngsten Stadtverordnetensitzung ist noch mitzuteilen: Als Rachfolger deS bisherigen Mitglieds Hübner der Wohnungskommission wirb Stadtv. A. Schmidt als Vertreter der Mieter bestimmt. Für das vom 21. bis 23. August stattfindende Herbstschießen bes Sportschiehklubs wirb ein Ehrenpreis ber Stabt im Werte von 50 Mk. angekauft. Der Turnverein 1 860 hat um einen einmaligen Zuschuß von 2000 Mk. nachgesucht zur Instandsetzung der Turnhalle, die er in entgegenkommender Weife bei allen möglichen Veranstaltungen der Stabt unb ber Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Bewilligt werden dem Gemeinnützigen Verein 300 Mk. Als 4. Vertreter aus der Reihe der Stadtverorbneten in den Der- waltungsras des Konitzkystiftes wird Dr. Haeberltn bestimmt. 3n der nichtöffentlichen Sitzung wurde über Deamtenbeloldung verhandelt, über die Verwaltung des Lesezimmers und der Bücherei im alten Rathaus beschlossen und die Vergütung des Marktmeisters geregelt Weiter wurde über einige Daubeihilfegesuche Beschluß gefaßt. — Aus der kurz vorher stattgefundenen Sitzung ist noch zu berichten: Die Anschaffung einer Automobildrehleiter für die Feuerwehr zum Kostenpreise von 27 000 Mark wurde einstimmig beschlossen. Zur Errichtung des Limesturmes aus dem Geulskops am Winterstein ist noch ein Betrag von 7000 Mark notwendig. Das hessische Hochbauamt Friedberg hat mitgeteilt, daß der Staat und das Bad sich an der Aufbringung der Kosten beteiligen wollen, wenn auch die Städte Friedberg unb Dad-Rau- heim einen Betrag beisteuern. Die Stadtverordneten lehnten eine Beteiligung an der Kostenaufbringung mit Rücksicht auf die schlechte Finanzlage der Stadt ab. Beigeordneter Kissel gab eingehende Erläuterungen zu der Geschichte deS von Prof. Helmke (Gießen) geleiteten Turmbaus und sprach die Hoffnung aus, daß im Interesse der Heimatpflege die Sache über ben toten Punkt hinauskommen und doch noch au einem Abschluß führen möge. Da die Viehhaltung im ElisabethhauS Formen angenommen hat, die zu Klagen der Bewohner führen mußten, wird Beseitigung der Mißstände beschlossen. Dis zum 1 Oktober muß das Vieh abgeschasst sein. Krcis Büdingen. !! Büdingen, 22. Aug. Die hiesige Landwirtschaft hat die Getreideernte dieses Jahres vollständig heimgebracht. Die Emte ist durchschnittlich als gut anzusprechen. Besonders der Weizen hat einen guten Ertrag abgetoorfen. Diese Umftänbe dürften ber bamieberliegcnben Landwirtschaft sehr zunutze fein. Auch von bet Kartoffelernte verspricht man sich einen guten Ertrag, während die Obsternte in der hiesigen Gegend nicht gerade zum besten ausfallen dürfte. Die Erträgnisse der Aepfel- und Zwetschenbäume werden nicht besonders gut werden. Krciö Schotten. # Rainrod, 21. Aug. Der in der Eifersuchtstragödie am Kirchweihsonntag ver- cric August Konrad von hier muffte in Me Klinik in Gießen überführt werden. Zufolge anhaltender Schwäche deS Verletzten konnte die Kugel noch nicht entfernt werden. Da er auch eine Gehirnerschütterung baoongetraaen, ist der Zustand alS nicht unbedetcklich anzusehen. Auch der inhaftierte Revolverheld Frank wurde in das Gefängnis nach Gießen verbracht. Er entstammt achtbarer Familie unb erfreute sich guten Leumunds. 3n welcher Geistesverfassung fick» ber Täter nach mißglücktem Selbstmordversuch befand, beweist der Umftanb, daß er einen ihm bekannten Metzger bat. ihn doch .abzuschlachten", daß er von der Welt wegkomme Mrcie Alsfeld. m. Mücke, 19 Aug. Das Dibelheim .JlensungerHofE ist gegenwärtig mit seinen 60 Betten voll belegt. So mußten in den letzten Tagen verschiedene Kurgäste abreifen, weil fie unangemeldet kamen unb keine Unterkunft finden konnten. 3n den ersten 19 Monaten feit Bestehen des Hermes gingen bis Ende Dezember 1924 1265 Personen durch dasselbe. Es waren teils Gäste, die Erholung für Leib und Seele suchten, teils Teilnehmer an verschiedenen Kursen unb Freiheiten, wie fie für Pfarrer, Lehrer, Prediger. Dtakonlfsen, Zünglinge und Jungfrauen abgehalten wurden. Mit Gefühlen des Danke- schieden die Gäste stets von dem Heim. 3nt Jahr 1924 wurden für Unbemittelte 1132 völlig freie Verpflegung-tage, für Minderbemittelte 3076 DerpsletzungStage zum halben Preis und darunter gewahrt. KreiS Wetzlar. XX Wetzlar, 21. Aua. Zehn Hausangestellte unserer Stadt, die zehn unb n»hr Jahr« in derselben Familie tätig sind, namentlich hi der schweren Kriegszeit in treuer Pflichterfüllung ihrer Herrschaft zur Seite gestanden, wurde in diesen Tagen durch den Vaterländischen Frauen- verein eine angemessene Auszeichnung zuteil. Starkenburg und Rheinhessen. • Darmstadt. 21. Aug Rat Hermann Sonne ist. wie die etxmg. kirchlichen Dienst- nachrichten mitteilen, unter Anerkennung seiner Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober d. 3. ab auf sein Rachsuchen in den Ruhestand versetzt worden. — Vergangene Rächt ist in Ober-Ram- stadt die Schuhfabrik von Georg Schanz vollständig abgebrannt. Der Sachschaden ist groß. — Wie schon gemeldet wurde, Deranftaltet am 11. und 12. September der „Hessische Lehrerturnverein" tn Darmstadt auS Anlaß seines 25jäh- rigen Bestehens eine Tagung über „Körpererziehung in der Schule“. Hierbei werden neben Vorführungen von Schulklassen, über die einzelnen Gebiete der Körpererziehung Vorträge von verschiedenen Rednern ftattfinben, u. a. wird auch ber Direktor der Preußischen Hochschule für Leibesübungen in Spandau, Herr Dr. Reuen- dorff. sprechen. DaS LandcSamt für das Dil- dungswesen hat ungeordnet, daß den Lehrern der höheren unb der Volksschulen Urlaub erteilt werden kann, um die Tagung zu besuchen, soweit es ohne Rachieil für den Unterricht möglich ist. Heffrn-Nassau. fpd. Frankfurt a. M, 21. Aug Der TranSportarbeiterstreik scheint jetzt schärfere Formen anzunehmen, insofern, als die Streikposten, die sich bisher ruhig verhielten, gegen die Arbeitswilligen mit Gewalt vorgehen unb sie von ber Arbeit abzuhalten versuchen 3m Streik stehen lediglich die Kohlen- unb Eisen Handlungen. 3n den kleineren Handlungen führen die Geschäftsinhaber die Bestellungen selbst auS. Der Strom der 2lrbo»n-. und Schlat» »tnuneri zu verm. (Öoctbertr. 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Für diesen heilen zu schas' relchs, die Fvi sich die Qltbei sich drehenden Tleichbere, absolut zweisei recht deutlich natürlich nicht seitiger Derstäi halben Sri §rieöensve dann erneut ges und Aenderung selbst in der f zdsischer Seite l weiter, die St> Stimmung des von ist noch g drüben die i] man mit Glei, Nr. (96 Zweites Blatt Wietzener Anzeiger (ivenerai-mlzcigcr jur woeryenen- Samstag, 22. August (925 Außenpolitische Umschau. Don Professor Dr. Otto Ho e tz s ch , M. d. R. 3n London haben Chamberlain und D r i a n d sich getroffen, und, wie üblich, die berühmte „allgemeine ilebcreinftimmung“ in allen Fragen erzielt. Tatsächlich ist das keineswegs der Fall. Man ist sich über den Text der Antwortnote an Deutschland einig geworden, und darüber, daß nun in Kürze mündliche Besprechungen in irgendeiner Form erfolgen sollen. Das ist das Zugeständnis von Briand, der bisher auf dem Standpunkt stand, in eine Konferenz erst zu willigen, wenn die Verständigung über die „Prinzipien" erreicht sei. das heißt, Frankreichs Wille in den grundlegenden Fragen durchgesetjt sei. Sachlich sind sich die beiden Seiten nicht näher gekommen, sondern höchstens darin einig, daß man Deutschland weder in Sachen des Artikels 16. noch einer Revision der Friedensvcr- träge, noch einer Aenderung des Rheinlandregimes entgegenkommen will. Dagegen besteht die alte Differenz nach wie vor. Sie drängt fich in dem einen Wort: Sanktionen und isolierte Aktion zusammen. Rach wie vor beansprucht Frankreich das Recht, kraft des Friedensvertrages, zu einseitigem Vorgehen, zu einseitiger Sanktion, während England in der Besorgnis, darüber in einen großen Kreis hereingezogen zu werden, darauf besteht, daß eine solche Aktion gegen einen Friedensbrecher erst nach einer Schiedsprozedur, einer Entscheidung des Dölkerbundsrates stattfinden dürfe. Es ist ja die Idee Englands, sich selbst so sehr wie möglich freie Hand zu behalten, die Bündnis- fälte des Rheinpaktes so sehr wie möglich einzuschränken und Frankreich möglichst in der ganzen Maschinerie des Dölkerbundes und seines umständlichen Dorgehens zu fangen und lahm- zulegen. Chamberlain sah aber, daß er auf diese Weise überhaupt keine Einigung mit Frankreich erzielt. Darum hat man in London herumgedoktert. ein Kompromiß zu finden, und zwar so, daß im Falle einer „flagranten Verletzung" sofort von Frankreich vorgestoßen werden könnte und die anderen Llnterzeichncr des Pattes zu Hilfe kämen, während in anderen Fällen dec langwierige und umständliche Weg der Döikerbundsentscheidung zu begehen wäre. Ob sich dieser Kompromiß bereits jetzt in der Rote an Deutschland niederschlägt, wissen wir nicht. Aber wenn man sich darauf einigt, so fördert das die Sicherheitsdiskussion ganz gewiß nicht. Hier ist wirklich die Hauptsache das Prinzip. Wo fängt die flagrante Derlehung an und wo hört fie auf? Das spricht die englische Presse auch in der Kritik an Chamberlain bestimmt aus. Sie geht aber noch weiter, und zwar mit vollem Recht. Das Bemerkenswerte an diesen Londoner Verhandlungen, wie überhaupt dem Meinungsaustausch zwischen London und Paris, ist doch immer, wie ausschließlich alle- auf die französische Suggestion eingestellt wirb: Sicherheit für Frankreich gegen Bedrohung von Deutschland! Fortwährend ist die Rede nur davon, daß Deutschland den Friedensvertrag oder Pakt brechen könnte und Sicherheitsmaßnahmen dagegen vorhanden sein müßten. Für diesen Fall im Westen und Osten Sicherheiten zu schassen und die Zustimmung Frankreichs, die Formeln zu finden, daran erschöpft sich die Arbeit der Kabinette in einem ewig sich drehenden Kreise. Aber wo bleibt denn die Gleichberechtigung, die Reziprozität eines absolut zweiseitigen Dertrages? Hier sieht man recht deutlich, worauf es Frankreich ankommt, natürlich nicht den Frieden schlechthin in gegen- seUiger Verständigung zu sichern, sondern den halben Kriegszustand der Pariser Friedensverträge, mit denen der Besiegte dann erneut gefesselt und mit dem jede Revision und Aenderung der Derträge ausgeschlossen sei. Selbst in der friedlichsten Aeuherung von französischer Seite lebt eben noch der K r i e g s g e i st weiter, die Stimmung des Kriegszustandes, die Stimmung des Siegers gegen den Besiegten. Davon ist noch gar keine Rede, daß in die Köpfe drüben die Llcberzeugung eingczogen sei. daß man mit Gleichberechtigten, unter gleichwertigen Zugeständnissen einen wirklich Dauer versprechenden Zustand der Befriedung Europas schaffen müsse. Es kommt darauf an, diesen tiefsten Kernpunkt der ganzen Diskussion fich ganz genau vor Augen zu hallen. Es kommt darauf an. sich nicht durch englische Redensarten über Zweiseitigkeit und Gegenseitigkeit blenden zu lassen. Cs kommt darauf an, schließlich sich nicht über die vorhandenen Schwierigkeiten Hinwegreden und in vorzeitige Entschlüsse hereinhetzen zu lassen, dabei beschränken wir uns absichtlich nur auf diese Kernfrage, während daneben noch eine ganze Anzahl von Fragen offen bleiben Ent- waffnung und Räumung von Köln, Probleme der Ost grenze. Rheinlandregime und nicht zu vergessen dann schließlich am Ende der ganzen Erörterung die deutschen Einwände gegen den Eintritt in den Dölkerbunb, über die die andere Seite mit einer Handbewegung hin- weggtht. Bleiben wir aber bei dieser Hauptstreitfrage zwischen London und Paris und der zugrunde liegenden geistigen Einstellung, dann ergibt sich von selbst, daß sich Deutschland vor der Zeit auf keine irgendwie geartete Besprechung einlassen kann. Wenn die Rote jetzt mit einer Einladung dazu schließt, worüber sollen mit Aussicht auf Erfolg die Außenminister oder die juristischen Sachverständigen oder wer sonst zu einer solchen Konferenz ginge, worüber sollen fie mit Aussicht auf Erfolg denn sprechen? Begreift man jetzt, warum toir so nachdrücklich auf den Begriff der Dorerörterungen bestanden, unter Hinweis auf die entsprechenden Stadien ähnlicher großer internationaler Der- handlungen, die in Konferenzen hereinmündeten? Richts ist gefährlicher, als sich auf eine solche Konferenz einzulassen, bei der man wohl weiß, wann und wo und wie sie anfangen, aber gar nicht fich vorstellen kann, wie sie ausgeht. Unb im Umsehen ist dann der, der Bedenken erhebt, der Friedensbrecher, der Störenfried. Im Umsehen ist man bereit, dann, wenn Deutschland nicht weiter mitgehen könnte, ihm die Schuld zuzuschieben. daß die Bemühungen zum Friedenswerk gescheitert seien. Es ist ja auch gar keine Zeit und Möglichkeit zu solcher Erörterung in nächster Zeit. In Genf beginnt am 2. September die Völker- bundssiyung. Dort wollen Chamberlain und Briand mit Dandervelbe, dem belgischen Außenminister, der in London nicht dabei war, sprechen. Auch Italien rührt sich jetzt, das lolange in dieser Frage still gewesen ist. Dann kommt die Tagesordnung von Genf: Oesterreich und Ungarn, griechische Flüchtlingsfrage und Danzig, vor allem die harte Ruß des Mo s s ulst r e i t e s. Die Kommission dafür hat einen äußerst gründlichen Bericht erstattet, der fich übrigens auf die von ihr dankbar anerkannte Mitarbeit deutscher Orientalisten stützt. Daß ihre umständlichen und verwickelten Dorschläge die Sache gerade klärten und dem Dölkerbundsrat die Entscheidung leicht machten, kann man nicht behaupten. Rechtlich hat die Türkei Anspruch auf Mossul, wirtschaftlich spricht alles für seine Derbindung mit Mesopotamien. Hinter alledem aber steht dasPctroleuminteresseEng- l a n d s und damit ist ein ganz großer weltpolitischer Gegensatz berührt. Rehmen wir dazu, daß bis Ende September oder Anfang Oktober die framösifche und spanische Offensive gegen Marokko zu Ende gegangen sein muh — dann seht die Regenzeit dem ein Ende —. Rehmen wir weiter hinzu, daß man an eine internationale Marokkokonferenz denkt und im Oktober mit der von China- berufenen Zollkonferenz rechnen muh. Rehmen wir schließlich hinzu, daß die französische Regierungskrise immer deutlicher sich ausprägt — in England rechnet man im Herbst mit einem Kabinett Briand —. so ist gar nicht zu sehen, wie die Sicherheitsdiskussion in der nötigen Ruhe ernsthaft in den nächsten Wochen weilergeführt werden soll. Dabei ist noch nicht einmal der immer wieder zu betonende Zusammenhang mit der Schuldenfrage berücksichtigt. Die Belgier verhandeln in Washington. Caillaux bereitet eine Reise nach England vor. Mühselig und langsam kommt dieses Werk der Regelung der interalliierten Schulden in Gang. Don ihm hängt vieles ab für Amerikas große politische Entschlüsse und für. was nicht zu vergessen ist, Coolidges zweiten „term". feine zweite AmtSperiode. für die er natürlich wieder gewählt werden will. Deutschland hat das Seine wirklich getan im Bestreben, in irgendeiner Form Europa durch solche Abmachung zu befrieden Es hat mit seinen Februaranregungen das englische Kabinett, insonderheit Chamberlain vom toten Gleis heruntergebracht. * Es hat mit seiner Rote vom 20. Juli klipp und klar gesagt, wie weit aus es zu rechnen ist und wie weit nicht. Es ist natürlich selbst interessiert, daß Europa vor Störungen der französischen und nicht zu vergessen der polnischen Politik bewahrt und gesichert bleibt. Es ist ebenso daran interessiert, daß eine Verständigung die Grundlage für den wirtschaftlichen Ausbau schafft, besonders die Dorous'ehungen für eine Lieberwindung der schweren Wirtschaftskrise, wie sie jetzt über ganz Europa drohend herauf- zieht. Aber das alles kann und darf die deutsche Regierung nicht verleiten, jetzt auf Sirenentöne von allem aus London zu hören. Sie darf sich nicht in Besprechungen, die zugleich nach allen Erfahrungen Bindungen darstellen, c.r'Vfen, bevor d i e Grundlagen klar sind, oevor feststeht, ob für uns überhaupt der Rahmen solcher Derhandlungen möglich ist. Das für uns Mögliche aber ist mit einem Wort, mit einer Formel bezeichnet: Will man den halben Kriegszustand der Pariser Verträge nur erneut untermauern und in freiwilliger Anerkennung festigen? Oder will man tatsächlich eine Verständigung gleichberechtigter Staaten, zu der die Re v i sionsmöglichkeit der Friedensverträge schlechthin gehört? Wie dec frühere Arbeitsminister Henderson das gut ausgedrückt hat: Will man lediglich die Explosionen verbieten, aber zugleich verbieten, das Schießpulver, das Explosionen verursacht, wegzuschaffen? Oder will man das Schießpulver selbst, das Explosionen Hervorrufen kann, entfernen? Gandhis neuester Feldzug. Don P. Jos. A b s. Ghandi hatte feinen Feldzug in Indien vom religiös-ethischen Standpunkt aufgefaßt, der Macht, die in Indien wie keine andere die Volksmassen durchdringt und beherrscht. Aus dem Gentleman, der in Afrika mit europäischen Methoden und Geistes- waffen für seine Landsleute stritt, ist der echteste Asket geworden, wie er in Indiens jahrtausendlanger Geschichte als der überragende Führer des Volkes gilt. Er will die Massen reif werden lassen für die hohen Ideale politischer Freiheit, die er verkündet. Das Haupthindernis zur Verwirklichung seines Zieles ist nicht das fremde Radfch, die englische Regierung, es ist Indiens Zerris- s e n h e i t infolge des K a st e n g e s e tz e s, das die 300 Millionen Inder in zahllose Sippen und Gemeinschaften trennt, die sich absolut fremd gegen» überstehen, so daß jede engere soziale G e - meinschaft und Zusammenarbeit aus- geschlossen ist, selbst beim Essen und Trinken. Es gibt einige Tausend von Hauptkasten, die wieder Tausende von Nebenkasten ausweisen. Sie sind heroor- gegangen aus den ehemaligen vier Grundkosten der Brahmonen ober Priester, der Krieger, der Bürger und der Diener oder Sklaven. Letztere sind es, die wir mit dem Namen Paria ober Kuli bezeich- nen. Inbisch sinb bie Namen eigentlich nicht, obwohl „Kuli" heute in Inbien gang unb gäbe ist. Der altindische Name ist Schubra. Es sinb bie „U nbe- rührbare n", bie „Untoushables", bie zu berühren betn Höherstehenben, speziell bem Brahmonen, als eine fast unsühnbare Sünbe gilt. Für biese ist heute Ganbhi in ben Kampf getreten. Er will sie als vollberechtigte Mitglieber in bie inbische Volksgemeinschaft einführen, ihnen ihre „Menschen- rechte" roiebergeben, wie mir mobern es ausbrücken. Er faßt mit festem Zugriff an bie Wurzel ber Zerrissenheit Inbiens, ohne Frage. Aber eine größere Frage ist die, ob ihm sein Ziel gelingt. Mehr als Herkuleskraft erfordert dies Ringen. Abgesehen davon, daß eine jahrtausend alte Gewohnheit den Unterschied der „Dwati", der Kaste, bedingt, daß er rechtlich in den ältesten Gesetzbüchern Indiens fest verankert liegt bis in die kleinsten Einzelheiten, kommt die in Indien alle und alles beherrschende Religion dazu. Im Erlösungsplane der indischen Religion spielt die Kaste eine wesentliche Rolle. Das Fundomenlaldogma jcglidjcr indischen Religion ist der S a m s a r a . der Kreislauf der Geburten durch immer höhere Existenzen. Die treibende Kraft des Rades der Wiedergeburt, der ..Motor" ist das Gesetz der Tat, das Korman. Jede Tat wirkt mit der eisernen Notwendigkeit eine? Naturgesetzes in die andere wie diesseitige Welt hinein. Jede Geburt ist eine Folge der „Tot", die des Brahmonen, dem sie Ertoiung und Aufnahme unter die Götter verheißt, tote bie des Shili ober Paril besten (Bebui 1 eine Strafe einer ehemaligen Tat bedeutet. Dagegen kann (ein Gott und kein Teufel helfen. Das ist nicht blutlose Theorie, es ist zwingende Lebens: irklichkeit. die sich in den armen des indischen Daseins abspielt. rd Gandhi sich durchsetzen? Ohne wesentliche Umgestaltung eines der tiefsten Wesen-züge der in- di, -en Religion ichroerlid). Darauf zu hoffen, ist mehr als kühn bei dem heutigen Gegensatz zwischen Ost nb West. Dezeichnenber Weise spielt^ sich der Kampf Ganbhis unter ben Parias von Sudindien auf religiösem Gebiete ab. Es handelt 1) um eine Kleinigkeit, die wir kaum verstehen, die den Kampf zur Verzweifl islor:qfeit verdammt. Seit Monaten harren die „Unberührbaren" von Voikom in Travancore-Südinbien darauf, die Tempel wege, die die Hauptstraßen des Ortes bilden, nur „begehn" zu dürfen, wie andere Sterbliche auch. Die höheren Kasten waren dagegen. Es drohte zu blutigem Streit zu kommen, so daß die Polizei einschritt. Die einen hotten Woche, dem Zugang zu versperren, die anderen, ihn zu erzwingen. Diese kleine Episode spricht Bände. Und dort war auu, Gandhi. Vielleicht unterschätzt Gandhi die wesenstiefen Schwierigkeiten selbst. Er ist selbst nicht „pakka" mi* der Inder sogt. d. h. reinrassiger, voll- guuiger B hmane. Er ist ni+* einmnf desselben Glaubens. Er ist „D s ch a i n a", Anhänger einer Religion, die über des Buddhismus Zeit hinaus- ragt, aber wie dieser ..Ketzerei" ist, nicht einmal re., .gläubig wie der Kuli. Darum erkennt der Brohmane hier seine Autorität gar nicht an. Dann hat Gandhi als Mitarbeiter sogar „Europäer", unter anderem den vielverdienten Reverend Andrews. Und ein Europäer ist in den Augen der Orthodoxie noch weniger als ein Kuli, zumal auf religiösem Gebiet. Vielleicht platzte diese Idee Gandhis zu unvermittelt auf den Osten, vielleicht ist sie zu sehr christlich-abendländisch, diese Idee sozialer Gleichberechtigung, um die heute in der Welt der Kampf wagt, der auch in Europa so gewaltige Wellen wirft. Turnen, Sport und Spiel. Neue Jugendherbergen. Der besonders rührige Zweigousschuß Mark Brcnrdenburg des Verbandes Deutscher Jugendherbergen kann in allernächster Zeit schon wieder zwei Herbergen einweihen. Am Sonntag, 23. August, findet die Taufe der „Schwimmenden Jugendherberge 2", die den Rainen Dr. Reimann erhalten soll, am Ostufer des Rüdersdorf er Kalk- feed statt. Am 5. September wird die Jugendherberge „Garnensee" bei Tiefensee durch den Landrat des Kreises Oberbarmen ihrer Bestimmung übergeben. Aus dem -lmtsvcrknrrdigungsblctt. •* Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 66 vom 21.8. enthält: Ergänzungswahlen zum Gesellenausschuß der Handwerkskammer. -- Hegezeit für Feldhühner. — Maul- und Klauenseuche in Risder-Bessinaen. — Bläschen aus schlug des Rindviehs in Obbornhofen. — Kriegergräberfürsorge. — Bestellung von Vollziehungsbeamten. — Nachtrag zu der Friedhofsordnung der Gemeinde Staufenberg. — Berichtigungen zu den Rach- trägen der Friedhofsordnungen der Gemeinden Langd, Inheiden, Garbenteich, Leihaestern, Birklar, Dorf-Gill und Lauter. — Feldbereinigungen Grohen-Linden und Allendorf a. d. Lahn. Sonntagsdienst d. '2(mtc u. Apotheken am 23.825 Dr. Klover. Dr. Meyerhofs. Pellkanaoocheke Zahnarzt: Dr. Wertheim, Bahnhofstraße (Nachdruck verboten.) 1. Fortsetzung. Frei geworden Erzählung von Klara Prieß. In ber Frau Oberlehrer steckte ein solcher Reich, tum an mütterlicher Güte, daß fie über die eignen Kinder hinaus auch die fremden Jungen damit versorgen konnte. Die merkten das bald, ließen sich die Hosenknöpfe von ihr annähen und erzählten ihr dabei vertrauensvoll von ihren hundert Schulnöten. Sie genossen es, unter ihrer Pflege ein bißchen krank zu sein, um bann hinter bes Hausherrn Rücken be- fonbers gut gefüttert zu werden. Die Frau Oberlehrer verstand es auch, die richtigen Briefe an die glücklichen Eltern zu schreiben: Daß Karl doch so ein herzensguter Junge sei und man es ihm nicht verdenken müsse, wenn er Ostern mal sitzen bliebe, er wachse sich dann um so besser zurecht. Und vielleicht gäbe man ihm besser statt vierzig von jetzt ab fünfzig Pfennig Wochengeld. Die Jungens brauchten heutzutage wirklich viel für Hefte und Bleistifte. — Annas Milde und Güte war nicht von so aus- giebiger Natur. Wer sie war den Knaben ein guter Kamerad und Spielgefährte und hatte unbewußt oft einen Schimmer von Anmut in ihr Leben hinein» getragen. Denn es war ein knappes und schönheitsarmes Dasein in des Oberlehrers Hause. Er behandelte die ihm anvertraute Jugend allerdings wie seine eigenen Kinder, vielleicht noch einen Ton besser, da ihm die fremden Jungens mitsamt dem Kostgeld eines Tages roegbleiben konnten. Er glaubte, daß eine harte Zucht, ein blindes Sichfügen, ein stetes Geducktwerden und Entbehrenmüssen den Weg des Heils für seine eigenen und anderen Leute Kinder bedeute: daß er aber im tiefsten Grunde so handelte, weil es feiner eigenen Natur entsprach, weil er, ein ab» stoßender Egoist, sich rücksichtslos ausleben wollte — das wußte er selber nicht. Glücklicherweise war es auch seiner Frau nie klar geworden. Mit einem: „Aber Papa meint es doch so gut!" oder „Wer er hält es eben doch so für richtig!" hatte sie ihr Herz immer zur Ruhe gebracht. Erst in der letzten Zeit fing sie an, mit ihren Kindern und für ihre Kinder unter diesem Druck wirklich zu leiden. Hans und Theodor, ihre beiden Söhne, wollten sich immer weniger fügen unb beu- gen. Sie sprachen es ber Mutter gegenüber offen aus, baß sie ben Wschieb vom Elternhaus in ein paar Jahren unb die Freiheit des Unioerfitätslebens herbeisehnten unb als eine Erlösung von allem Uebel betrachteten. Unb boch hätten gerabe sie wohl Grund zu einiger Dankbarkeit gehabt. Denn hauptsächlich im Interesse seiner Söhne und um sie gut erziehen zu können, hatte der Oberlehrer das System des kleinlichsten Sparens unb bas mühevolle Wirtschaft ten mit ben Kostschülern über seinen Haushalt verhängt. Der Frau Oberlehrer war es eine stille Freude gewesen, daß Anna, die es von ben Kinbern sicher am schlechtesten hatte, in letzter Zeit viel weniger empfindlich gegen bes Vaters Launen und Härten schien. Die Mutter ahnte freilich nicht, was Anna wie gefeit sein ließ gegen alle Enge und Oede ihrer Umgebung, daß ihre Anna Max Braten lieb hatte mit einer starken, glücksvollen, jungen Liede. „Na, Braken, also durch mit Pauken und Trompeten! Die Nachricht verbreitete sich eben mit rasender Geschwindigkeit in unferm Stifte. Die Auf wär- lerin von Fräulein Blomeier hatte die Neuigkeit mit der Suppe eingeschleppt. Da habe ich meinen Mittagsschlaf aufgegeben und bin gleich hergehum- pelt. Weil ich mich freue, Braken! Na, und wie ich Ihnen von Herzen alles Gute wünsche, das wissen Sie längst! Nein, danke, Aenne, keine Torte, die wird wohl kaum für euch alle langen. Ich setze mich ruhig auf Mutters Nähplatz und sehe mir euem Festjubel an!" Der Herr Oberlehrer, dem es sehr unangenehm war, wenn seine stärksten Wirkungen heimtückisch zerstört wurden, setzte sein Weinglas auf den Tisch und sah seine Schwägerin mißbilligend an. Dieses alte Fräulein, bas eben auf einem Stock gestützt burchs Zimmer hinkte, war seiner Frau einzige Schwester unb hatte in biesem Hause als „Tante Lotte" einen Einfluß auf bie Iugenb erlangt, ben ber Oberlehrer instinktiv als seiner Würbe schäbigend mißbilligte unb bekämpfte. Wie sie jetzt oben auf oem Lehnstuhl zwischen ben roten Kisten saß, schien Tante Lotte stattlich unb ansehnlich mit ben lebhaften, buntlen Augen unb dem nett frisierten grauen Haar. „Na, ihr seid wohl gerade auf dem Gipfel der Feierlichkeit angelangt," sagte sie unb winkte ihrem Schwager wohlwollend zu. „Geniere blch nicht, Albrecht, unb schieße nur los mit beiner Rebe!" Der dicke Wllms lachte. Frau Oberlehrer bot zur Beschwichtigung der Gemüter die Torte zum zweiten Male an, (Fortsetzung folgt.), Denn der Herr Oberlehrer hatte es sich im Lause ber Jahre angewöhnt, nur mit lauter Stimme unb sehr scharfer Aussprache mit seinen Untergebenen zu verkehren. Zu seinen Untertanen gehörten außer feinen sämtlichen Schülern auch Frau unb Kinber unb bas jeweilige Dienstmädchen bes Hauses. Da er nun mit anbem Leuten überhaupt nicht verkehrte, war er zum staubigen Gebrauche eines Kommando- tones gelangt, mit bem er auf jebem Exerzierplätze Ehre eMcgen konnte. So hörte Anna denn ziemlich die ganze Unterhaltung. Max Broker war vom Schweriner Gymnasium relegiert worben „wegen Auflehnung gegen einen Lehrer unb Aufreizung ber Mitschüler zu ähnlichem Vorgehen". Wenn er selbst ben Sachverhalt erzählte, Hang cs freilich ganz anbers. Da mar es ein geregter Kampf für einen unbegabten Kameraben, ben ein junger, unfreunblidjer Lehrer beschimpft hatte. Unb bie ganze Klaffe hatte Braken recht gegeben unb war mit ihm zum Aufstand geschritten. Das schöne Bewußtsein bes Märtnrertums für eine gerechte Sache war übrigens jetzt schon einiger- mafjen gebämpft burch bie Erfahrung, baß es gar nicht fo leicht war, wieber an ein anberes Gymnasium anzukommen. Ein paar Direktoren hatten ihm schon versichert, baß ihre Krima bereits über» füllt sei. Der Vorgesetzt« bes Albertinums, ber aletn Hansastabt altberühmte Lateinschule, war nur unter ber Bebingung auf Bratens Gesuch eingegangen, baß ber junge Mann sich bei Herrn Oberlehrer Schumann in Pension gäbe unb baburch eine gewisse Garantie für seine Führung vorhanben wäre. So ftanb benn jetzt Max Braten, gegen seine Gepflogenheit etwas gbrückk unb verlegen, als Auf- nähme Suchenber vor bem gestrengen Oberlehrer. Dieser erfaßte bie Sache zunächst unter dem entscheidenden Gesichtspunkte, daß in einem so beson- deren Falle aud) ein besonderes hohes Kostgeld gezahlt werden müffe, und erkundigte sich zuerst gründ- sich und vorsichtig nach den Vermögens- und Fami- lienverhältnisten des jungen Mannes. Was er hörte, klang beruhigend. Max Braten war Waise. Sein Vater war früh, seine Mutter vor zwei Jahren gestorben. Bis dahin hatte Max mit ihr unter der milden Zucht eines Hauslehrers auf dem väterlichen Gut an der mecklenburgischen Küste gelebt. Jetzt verwaltete sein Vor- mund, ein Vetter ferner Mutter, das Gut. „Warum ist dieser Herr nicht mitgetommen, um Ihre Angelegenheiten in Ordnung zu bringen?* fragte der Oberlehrer. „Weil ich gewohnt bin, meine eignen Sachen allein zu besorgen" sagte Max Braten. „Für unser Gut sorgt der alte Herr ganz gut, weiter nicht. Ich bitte Sie noch einmal, Herr Oberlehrer, mich für voraussichtlich zwei Jahre in Ihr Haus aufzunehmen. Das Kostgeld überlaste ich Ihnen zu bestimmen." Oberlehrer Schumann war gar nicht für diese frühreisen, selbständigen, jungen Leute, die den Kopf so hoch trugen und chre Worte so geschickt zu setzen wußte. Wer er glaubte zu sehr an feine eignen pädagogischen Talente, die auch diesen jungen Herrn schon ducken würden. Und dann war doch noch das leere Vorderzimmer auf dem ersten Boden da — und das hohe Kostgeld! So zog Max Braten bei Oberlehrers ein. Die Frauen hatten ihn vom ersten Tag an verwohnt. Er war einer von denen, die von den Frauen verwöhnt werden müsten. Sogar bas jeweilige „Mäb- chen für alles" putzte feine Stiefel blanker unb besorgte ihm heimlich Bier auf fein Zimmer. Dafür gab cs immer ein freundliches Wort unb ein gutes Trinkgelb. Der Herr Oberlehrer konnte sich halb feinen Kollegen gegenüber rühmen, baß auch tiefer roilbe Vogel gezähmt fei. Es war aber nicht fein Verdienst, wenn Mar Braken ein liebensroürbiger und brauch- barer Schuler unb Hausgenosse würbe. Es war bie Rücksicht auf bie Frauen bes Hauses, bie ben jungen Mann fügsam machte. Denn ber Herr Oberlehrer pflegte jeben Aerger, ben ihm seine Pensionäre antaten, an Frau unb Tochter auszulasten. Der Hausherr ahnte überhaupt gar nicht, wie gut unb nötig es für fein Schülerpensionat war, baß tiefe Frauen existierten und mit ihrem Herzens- takt immer wieder gutmachten, was er mit feinem brutalen, felbftherrifchen Wesen verfahren unb Der- berben hatte. Rätsel-Ecke Farbe. 10. Singstimme. 12. W. Gut. Garten, Zahlen-Rätfel. t' 5 8 13. LOSI J ts: unü Geschäften stvü sie schon lange zu haben, rvo nicht, schreibe man an uns/ wir weisen VezugSstellen nach. 8 13 7 2 7 2 ' 1 '! Auflösungen. Magisches Dreieck. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Lin gut Lröpflein, so einen königlichen Genuß verschaffet/ öas ist Unü noch ein gut Lröpflei»/ Üas ist üer am Rheine längst wohl bekannte Hier bei L Joost Frei Sam Sa 8 9 10 11 12 13 11 12----- Nre 0it[ schäft. 15’ Kosmetisches Mittel. 16. Diplomatisches Schriftstück. 17. Llngeziefer. 19. Bezeichnung für einen Kegelwurf. 20. Raubfisch. 22. Redewendung, auf die man Antwort erwartet. 23. Jüdischer Hohepriester. Bon oben nach unten: PE Ge Pb Teleph 1. Grober 3. Wohn- . Haustier. Wr-ffrank 9Dembrand Keinen Heller unü keinen Pfennig/ Deutscher, für auslänüische Getränke mehr! Denn Ur-Krank WeinbranS, Üas ist ein Keinbranü, unü kein aus- länöisches Getränke kann besser unü eöler segn. Stammhaus gegrünüet 185a. 4 4 13 Haustier. 4. Königsname. 6. Laufvogel. Rame eines Hundes des Altreichskanzlers. Parlamentarische oder gesetzgebende Körper- V;1 Li • 2 3 5 5 3 7 12 7 7 3 12 7 2 ■nnifiDBH ■HHDBE30™ MS . HfflgÜ UMBkZkMkW Wo man Ur-Zrant-Lrzeugnlsse bekommet? Wo man öanach fraget. 3n führeuöen RestauranlS 3 1 7 6 3 7 3 3 12 5 5 12 1. 8. 11. 3 8 6 7 2. 4 7 12 7 7 10 6 12 5 2 3 5 11 Weiblicher Personenname. 13 Bedrängte Lage. 14. Genuhmittcl. 18. Das höchste menschliche 19. Berg in der Schweiz. 21. Fisch. 5 8 13 10 8 11 7 7 11 8 2 3 12 3 1 11 6 13 8 8 5 8 6 5 8 10 ? II. !.r;' 1. Ostseebusen, 4. Wanderoolk, 5. WHrank ÄolnerSoto Wen es gelüstet, zur besseren unü angenehmeren Deröauung ein Gläschen zu trinken, üer probiere öiesen Likör. Sintemalen es nicht nur ein vornehm, sonöern auch ein köstlich Getränke ist, so üem Magen wohl tuet und ein gar wonniges Behagen erzeuget. Dr. wort ergeben. Die Worts bedeuten: 1. europäischen Staat, 2. Edelstein, 3. jüdischen Monat, 4. Krankheit, 5. Wintersport, 6. Blume, 7. preußischen Schlachtort, 8. Monat, 9. Gemüse, 10. Mineral, 11. deutschen Dichter, 12. Sonntag, 13. weiblichen Vornamen, 14 Oper, 15. Beethoven- Symphonie, 16. zerfallenes Bauwerk, 17. biblischer ~ 18. mänlicher Vornamen, 19. Planeten. Schwimmvogelfamilie. Kreuzworträtsel Zur Anleihepolitik deutscher Städte von Dr. jur. Max Seidel, Geheimer Reglenmgsrok, Derlin-Friedenau. Rheinstadt, 3. Verwandte, .. ____________ Erziehungsanstalt, 6. Sinn, 7. Charaktereigenschaft, 8. Watvogel, 9. Anzeige, 10. Freistaat, 11. Arzneimittel, 12. Fisch, 12. Als Endergebnis bleibt bestehen, daß die Unmöglichkeit der Anleihebeschaffung zunächst für unsere Städte vielfach festgestellt werden wird, und daß selbst nach Beseitigung dieser Unmöglichkeit doch eine freiwillige Zurückhaltung geübt werden muß bis zu einer bestimmten Grenze. Eine Verkümmerung überaus dringlicher Leistungen und eine Schädigung kommender Generationen darf allerdings durch eine allzu große Zurückhaltung in der Anleihepolitik nicht begünstigt werden. Aber ein Grundsatz scheint unbedingt für alle kommenden Verhältnisse anwendbar zu sein: nämlich der, daß die Gemeinden durch freiwilliges Uebereinkomemn Richtlinien in der Anleihe- poltik annehmen, die von allen beteiligten Verwaltungen berücksichtigt werden müssen, und die eine ungenügende Entwicklung der Anleihefragen wenigstens teilweise verhindern können. Die Herstellung einer Einheitsfront in dieser Frage ist aber die Vorbedingung für die bereits begonnene Arbeit, gemeinsam Anleihen durch die kommunalen Giroverbände herauszubringen, deren Ertrag auf verschiedene Gemeinden verteilt und für deren Zwecks freigegeben werden kann. Diese Entwicklung ist lediglich durch die Inflation aufgehalten und verzögert worden, sie wird aber gefördert werden können, nachdem die Inflation beseitigt ist und nachdem es in absehbarer Zeit zu ermöglichen fein wird, wirtschaftliche und politische Hindernisse einer gefunden Anleihepolitik im Dienste der deutschen Städte zu beseitigen. Gerade die zuletzt erwähnte Quelle ist aber nicht unerschöpflich, da bei einer bestimmten Grenze der Tarife Halt gemacht werden muß, um die Bevölkerung nicht zu stark zu belasten. Man könnte nun der Meinung sein, daß der Fehlbetrag, der sich nach Abzug der Einnahmen von den Ausgaben im städtischen Haushalt ergibt, sich durch Darlehen bzw. Anleihen decken lassen müßte. Eine solche Finanzpolitik galt von jeher als falsch. Der Ausgleich des F inan Haushalts der Städte muh durch Erhöhung der laufenden Einnahmen oder durch Verminderung der laufenden Ausgaben erfolgen. Durch Anleihen zu decken sind naturgemäß nur be- sonders große Aufwendungen, insbesondere für Ankauf von erheblichen Vermögenswerten (Grundbesitz, Wälder, Bau und Erweiterung kommunaler Betriebswerke usw.). Dabei kann nur in wenigen Fällen eine schwebende Schuld, d. h. eine vorübergehende Geldaufnohme in Frage kommen, da diese allzuschnell an die Gemeinde die Notwendigkeit einer Rückzahlung herantreten läßt. Vielmehr ist hier von Bedeutung die fundierte Schuld, die nach einem bestimmten Plan getilgt werden muß und von jeher in produktive und unproduktive Schulden eingeteilt worden sind. Auch bei Aufbringung der Mittel für Verzinsung und Tilgung der betreffenden Anleihen wurden Unterschiede gemacht. Bei wirtschaftlichen Unternehmungen mußten diese Mittel aus den Einnahmen der Betriebe aufgebracht werden, bei unproduktiven Schulden aus allgemeinen Steuermitteln. Einige Jahre vor dem Kriege haben die 88 deutschen Städte mit über 50 000 Einwohnern zusammen 5158 Millionen langfristige Darlehnsschulden gehabt, darunter 4905 Millionen schwebende Schulden. Neuerdings fehlen die Genaueren Angaben. Das Verhältnis zwischen langfristig und schwebenden Schulden hat sich vollständig verschoben, und außerdem hat die Geldentwertung auch die Anleihen der Städte so stark beeinflußt, daß eine genauere Uebersicht noch nicht möglich ist. Als Anhangspunkte für die Erhöhung der Schulden und gleichzeitig für die Aufwertungsverpflichtungen einige Ziffern: Berlin: Anleiheschuld 1910 fast 440 Millionen Mark, 1920 fast 1086 Millionen, zuzüglich 807 Millionen schwebende Schulden, die 1910 noch nicht vorhanden waren. Köln: Erhöhung der Schuld von 179 auf 350 Millionen, wobei letzterer Ziffer 412 Millionen für schwebende Schulden hinzuzurechnen sind. Die Aufnahme langfristiger Anleihen oder die Geldbeschaffung durch kurzfristige Darlehen geschieht in den verschiedensten Gemeinden naturgemäß nach verschiedenen Grundsätzen, doch ist int ganzen fest- zustellen. daß die Gemeinden keineswegs leichtfertig bei der Uebernahme solcher Verpflichtungen vorgehen. Es ist sogar vielfach der Versuch gemacht worden, auf Anleihen überhaupt zu verzichten, doch ist der Zwang der Verhältniffe oft stärker als der gute Wille der Gemeinden. Unvorhergesehene außergewöhnliche Verpflichtungen, insbesondere im Woh- nungsbau, in der Errichtung und Erweiterung von Gemeindebetrieben usw. zwingen dazu, die Abneigung gegen Anleihen zu gewinnen. Es darf bei dieser Gelegenheit an die Anleihepolitik der Stadt Wien erinnert werden. Die Stadt Wien bekommt neuer- dings immer wieder Anleihen angeboten (befindet sich in dieser Hinsicht in einer etwas günstigeren Lage als die reichsdeutschen Städte), nimmt dies aber nicht an. Auch bei zweifellos produktiven Zwecken will die Gemeinde Wien mit geborgtem Geld nicht wirtschaften im Gegensatz zu früher, wo man auf Jahrzehnte hinaus die Gemeinde mit Schulden belastete, allergings auch nur innerhalb gewisser Grenzen, denn das Wiener Gemeindebudget des Jahres 1913 weist bei einem Gesamtaufwand von 237 Mill. Kronen nur 20 Millionen, rund 8,5 Prozent, für den Zinsendienst auf. Die Unsicherheit wegen der wirtschaftlichen Zukunft, wegen der Gestaltung der Arbeitslosigkeit, wegen des Zollkrieges, wegen der Eingliederung Deutschlands in die Gemeinschaft der Völker, wegen der Lösung des russischen Problems usw. zwingen zu einer Einschränkung des Tätigkeitsdranges, um die Schuldenfreiheit sicherzustellen. So hofft man, daß s e l b st eine Verschärfung der Wirtschaftskrise nicht gleichzeitig eine Krise des G e m e i n d e h a u s h a l t e s herbeiführt, sondern nur im ärgsten Falle eine vorübergehende freiwillige Einengung der Gemeindearbeit veranlassen kann. Die Stadtbahn in Wien ist elektrisiert worden, und auch andere Leistungen, wie Ausbau der Wasserkräfte, hätten aus Darlehnsmitteln beschafft werden dürfen. Weil man aber möglichst niedrige Tarife aufrechterhalten will, hat die Stadt Wien dieses Werk aus eigener Kraft geschaffen und so verhindert, daß eine Fahrpreiserhöhung nötig wurde, die einen Derzinsungs- und Tilgungsanteil geliehenen Kapitals darstellt. Die Befriedigung des Wohnungsbedürfnisfes im Anleihewege wird in Wien überhaupt abgelehnt, da es sich hier nicht um eine einmalige große Aufwendung handelt, sondern um I eine jährlich wiederkehrende Aufgabe, die es nach | Ansicht der führenden Gemeindemehrheit nicht zuläßt, die kommenden Generationen mit den Kosten vergangener Bauperioden zu belasten. Man befürchtet bei der Aufnahme von Anleihen auch einen ungünstigen Einfluß auf die Bereitwilligkeit der Bevölkerung, Steuern aufzubringen.und zu bezahlen, weil die Bevölkerung, durch das Ergebnis der Anleiheziffern beeinflußt (30 Millionen Dollar ergeben 2 Billionen Kronen) annehmen würde, daß verschiedene Steuern überhaupt aufgehoben, andere herab- gesetzt werden können. Auch in den Ausgaben würde voraussichtlich die Linie der Selbstbeschränkung und der Sparsamkeit verlassen werden. In Rücksicht auf den Zinsendienst wird ebenfalls die größte Vorsicht beachtet, da man damit rechnet, daß der Kapitalzins noch viel billiger wird, als jetzt abzusehen ist. Es gibt natürlich auch in Wien und in Oesterreich Kommunalpolitiker, die diese Zurückhaltung in der Anleihefrage bekämpfen, und es liegt in der Tat so, daß die Wiener Verhältnisse keineswegs verglichen werden können mit der Lage einer reichsdeutschen Stadt. Der Ausschuß zum Studium der Wiener Kommunalverhältnisse, der seinerzeit vom Deutschen Städtetag und vom Verein für Kommunalwirtschaft und Kommunalpolitik e. V. nach Wien entsandt worden ist, hat ja festgestellt, unter welchen durchaus anderen Voraussetzungen die Durchführung der Wiener Kommunalpolitik seit Beendigung des Krieges möglich gewesen ist. Nach der ganzen Einstellung unserer Zeit mürben die größeren Kredite, die der deutschen Wirtschaft zufließen sollten, in den letzten Jahren vor- nehmlich vom A u s l a nd erwartet. Man schätzt das Ergebnis aller Kreditverhandlungen mit dem Ausland seit Herbst 1924 auf etwa 3 Milliarden Goldmark. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß neuerdings im Ausland eine größere Zurückhaltung den deutschen Kreditgesuchen gegenüber beobachtet wird, wobei die verschiedensten wirtschaftlichen und politischen Gründe mitsprechen. Unter den Kreisen, die notgedrungen im Ausland Anleihen aufzunehmen suchen, finden sich auch die deutschen Städte, die wiederholt den Versuch machten, einen Teil ihres dringenden Bedarfes durch Auslandkredite zu decken. Es entstand im Ausland ein Wettbewerb einer Anzahl Städte um das verfügbare Anleihegeld, der dazu führte, daß die Bedingungen für die Anleihen sich ungünstiger gestalteten, als es ohne diesen Wettbewerb denkbar gewesen wäre, und es entstand auch ein unerfreulicher Eindruck aus diesen allzu heftigen Anforderungen der im Ausland vorhandenen flüssigen Mittel. Es ist bekannt, daß die Auffichtsbe- Hörden die größten Mißstände durch Vorschriften zu beseitigen suchten, die Richllinien für die Anleihepolitik der Städte enthielt. Vielleicht als Folge dieser Maßnahme, vielleicht durch andere Maßregeln und wirtschaftliche Ereignisse ist festzustellen, daß es nur noch ganz wenigen nach ihrer Größe und wirtschaftlichen Bedeutung vom Ausland be» sonders eingeschätzten Städten gelungen ist, Aus- lanbanteifjen abzuschließen. Zu diesen Städten gehört auch die Stadt Berlin. In der Vorkriegszeit mar die Anleihepolitik ein wesentlicher Bestandteil aktiver Kommunalpolitik. Eine gewaltige Entwicklung, begünstigt durch die Selbstverwaltung, war in der Finanzwirtschaft der deutschen Gemeinden in den letzten 50 Jahren festzustellen. Zahlreiche kommunale Aufgaben waren zu lösen. Diese Aufgaben wurden immer größer und forderten immer neue Mittel. Die Komunalverwal- tung konnte unter bestimmten Voraussetzungen Aufgaben durch die Reichs- ober Staatsgesetzgebung zügewiesen erhalten (obligatorische Aufgaben). Außerdem kann die Gemeinde alle im allgemeinen Interesse liegenben lokalen Aufgaben durchführen. Gerade in dieser Hinsicht gibt es keine Schranken, wie das Preußische Oberverwaltungs- gericht ausdrücklich festgestellt hat, und so gibt es kaum ein kulturelles ober wirtschaftliches Gebiet, in bem bie Gemeinden keine Leistungen aufzuweisen hätten. Als obligatorische Aufgaben erwähnen wir z. B. die Führung der S t a n d e s r e g i st e r, die Rechtspflege (Gewerbe- und Kaufmannsge-- richt, Aufstellung von Schöffen- und Geschworenenlisten usw., die Gesundheitsverwaltung, die O r t s p o 1 i z e i, den Straßenbau, die Armenia st en, Unterhaltung der Volksfch u- l e n usw. Sind auch nach dem Kriege gewisse Teil- aufgaben in anderer Weise geregelt worden, so blieb doch der wesentliche Teil dieser Lasten bestehen, andere traten hinzu. Aber auch die Gebiete, deren Bearbeitung die Gemeinden freiwillig übernahmen, stellen besondere Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Gemeinden und damit an ihre Finanzkraft. Das gilt z. B. für Unterrichtswesen und Armenwesen (wobei weit über die gesetzlichen Mindestleistungen hinausge- gangen wird und werden muß), für Schaffung und Ausbau der Kanalisationsanlagen, Wasieroersor- gung, Badeanstalten,Schlacht- und Viehhöfe, Krankenhäuser, Säuglingsheime, für Schulgesundheits- pflege, für Arbeitsvermittlung, für Wohnungspoli- ' tik, Schaffung von Bau- und Grünflächen, Spielplätzen, Unterhaltung und Ausbau von Gas- und Elektrizitätswerken, Straßenbahnen, für Friedhöfe, Hafenanlagen, Stadtbanken. Stadttheater, städtische Orchester, Gemäldegalerien und. um den Strauß völlig bunt zu machen, Bierbrauereien, Weinge- schäste usw. Die Erfüllung dieser Aufgaben erforderte erhebliche Mittel, und die Gesamtheit der Anforderungen ergibt den Finanzbedarf. Zur Deckung dieses Bedarfes sind in erster Linie die Einnahmen aus eigenem Vermögen bestimmt, dazu gehört Miete und Pacht, Wald und Jagdnutzung, Erträgnis gewerblicher Betriebe. Die Einnahmen aus Steuern schließen sich an, ganz gleich, ob es sich um eigene Steuern der Gemeinde ober um Anteile an Reichs- und Landessteuern handelt. Die Verschiebungen im Finanzbedarf treten besonders deutlich in die Erscheinung, wenn man bedenkt, daß viele Städte in der Inflation einen großen Teil des eigenen vermögens verloren haben, insbesondere einen erheblichen Anteil des Stiftungsoermögens, aus dem ein großer Teil der freiwillig übernommenen Wohlfahrtslasten gedeckt werden konnte. Je geringer die Ergebnisse aus eigenem Vermögen, Stiftungskapital usw., desto größer die Notwendigkeit, durch Steuern den Ausgleich zu schaffen, ober auf Überschüsse ber Gemeindebetriebe (Verkauf von Gas, Wasser und Elektrizität) hinzuwirken. Silbenrätsel. 1. Repos, 2. Imkerei, 3. Codein, 4. Hildesheim, 5. Toni, 6. Sonate, 7. Durlach, 8. Reklame, 9. Unfug, 10. Eckstein, 11. Lilli, 12. Karotte, 13. Thales, 14.Stendal, 15. China, 16. herkomer, 17. Warthe, 18. Cger. Nichts drückt schwerer, als ein Geheimnis. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttoSlnisch. Der Ruhm. Maeterlinck, der ein sehr schlechter Schüler gewesen war, begegnete, als er bereit- europäischen Ruhm erworben hatte, einem ehemaligen Mitschüler, der ihn fragte: „Wie geht's? Was treibst bu?" — „Och arbeite ..." — „Ah, Hnö was machst du?" — „Ich schreibe ...“ entgegnete Maeterlinck bescheiden. Hierauf der andere: „Unmöglich! Unter welchem Pseudonym?" Kapselrätsel. Seide, Degenhard, Besinnung, Arglist, Radierung, Friede, Donner, Regierung, Paderborn, Dummkopf, Scheiterhaufen. 3n jedem der vorstehenden Worte ist eine Silbe eines Sprichwortes enthalten. Immer in Bewegung. Das Wort verschafft uns Licht und Kraft, Es zieht vom Fels zum Meer, Ist ständig auch auf Wanderschaft. Ergättzt man es mit „er“. Silbenrätsel. Aus den Silben: a — au — ca — da — be — den — di — di — diph — e — e — e — eis — en — er — ex — gau — ger — gur — Hard — i — i — i — ke — land — lauf — li — li — na -- ne — no pril — ragb — roh — re — rie — ro —ru — schri — se — sma — ta — ta —• the —li — tor — trin — uh — zi sind 19 Worte zu bilden, deren Anfangs- und End- buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprich. Streichholzspiel. Es ist darauf zu achten, daß, menri*'ber andere Partner zum vorletzten Male zum Fortnehmen an die Reihe kommt, stets sechs Streichhölzer noch übrig sind. Nimmt dieser hiervon nun vier, so zwei, nimmt er zwei, nehme man drei. Man sehe also zu, daß stets ein Hölzchen übrig bleibt, durch dessen Fortnehmen der andere Teil, der übrigens beginnt, verliert. Arithmogriph. Die fettgebrutfte senkrechte Reihe der in Buchstaben zu verhandelnden Zahlen ergibt den Namen eines deutschen Landes. Rubens, Winterthur, Katheder, Gertrud, Saubere, Zugspitze, Lerche, Schrauben, Lindwurm, Seelang, Pantomime, Zigeuner. Braunschweig. kreuzwc.trätfel fHlÄfcl Sand. 2. Stadt in Württemberg gebäudc. 5. Sagenhafter König. 8. Große Tür. 9. Farbe. 10. S' Akk Krank A.-G. Köln a. Rhein/ Zweignieüerlasstmg: Hamburg/ Lhllehaus unö Vertin W 9Z Potsdamer Straße LL- V 9ra[pt. Snn« 1122 un« F. 385 $ra(pL R°dm- 3619/20 HoltoM 4980/81 v< fu tl 6« er et Ks bedeuten: Bon links nach rech 2. 3. BATSCHARI 5 Pf Sleipner stuf wuafch werden Handlungen nochgewtesen I 6 Pf Schutzmarken! 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Schweickert, Stuttgart, Ä. Postscheckkonto Stuttgart 2055 sowie alle Verkaufsstellen. WMW^ Hier bei; R. Buchacker; Fritz Flimm, Lotterie-Einnehmer: L. Joost, StAreibwaren; Friseurgeschäft Stein.7865id 4. Wasser-Zu- und Ableitung: ca. 100 lsd. m Zuleitung ’/, " bis l1/, " stark mit Formstücken, Hähnen und dergl.: ca. 60 lsd. m Ableitung 2 " bis 125 mm stark, Ausgüsse, Sinkkästen u. dergL 5. cleftr Installation: ca. 65 Brennstellen mit sämtlichen Leitungen usw. Alle Materialien sind von den Unternehmern zu liefern. Verdingungsunterlagen und Zeich- nungen liegen auf dem Kreisbauarnt während der Dienststunden zur Einstcht offen. Angebotsunterlagen werden gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Angebote find verschlosten und post- frei mit entsprechender Auffchrift versehen bis Donnerstag, den 27. August 1925, vormittags 11 Uhr, bei unterfertigtem Amt einzureichen, wo in Gegenwart etwa erschienener Bewerber die Oeffnung erfolgt. Die Auswahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. Schotten, den 20. August 1925. Der AegierungSbaurat 7882D bei der KreiSverwaltung: Robnagel. ^Winterhoffl Kreuzplatz 9 dasFachgeschäft k für den gesamten j X PhotobedarfV Unter Hinweis auf den Ministerial- erlab vom 16. Juni 1893 und besten Er- gänzungen werden für den Erweiterungsbau des Iohann-Friedrich-Stifls zu Lau- bach nachstehende Arbeiten zum öffent- lichen Wettbewerb ausgeschrieben: Weitzbinderarbeiten: ca. 570 qm Spalierdeckenputz, 1550 qm Wandputz, 460 am farbigen Außenputz, 1300 qm Leimfarbe, 600 qm Oelsarbe. Bullenverkauf. Die Stadt Lich verkauft einen fetten Dullen. Angebote für den Zentner Lebendgewicht sind bis zum Donnerstag, dem 27, August d. I., vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen. Die Besichtigung kann 1 Stunde vorher erfolgen. Die Der- kaufsbedingungen find bei uns ostengelegt. Lich, den 20. August 1925. Hessische Bürgermeisterei Lich. I. D.: Dörmer. Beigeordneter. 79010 woch, den 26. August lsd. IS., vormittags 9 Uhr in der Otto Rabenauschen Wirtschaft zu Alten-Buseck; In Gemarkung Staufenberg-Dau- bringen an demselben Tage 1 Uhr nachmittags, an der Bahn-Haltestelle Daubringen (3 Sole); In Gemarkung Wieseck Donnerstag, den 27. August lfd. IS., vormittags 10 Uhr in der W. Phil. Bierauschen Lose zu 2 Mk.,, ’ö «L üas altbewährte, gute Wollgarn für Strümpfe und Socken Spottjacken, Westen usw. verschiedensten Quallen, modernsten Serben und in allen Preislagen Überall erhältlich! FRANKFURT A.M. fertigen seit Jahrzehnten als Spezialität LADEN-EINRICHTUNGEN Umbauten, Ergänzungsteile Glasaufsätze, Vitrinen usw. Vertreter für den Bezirk Gießen: Franz Brück, Gießen, Schiffenberger Weg 51 I., Telephon 906. Aeußerst billig' — Verlangen Sie Katalogti Erdbeerp-ianzen Hindenburg austerst grohsrüchtig und reichtragend ä Stück 10 Pfennig gibt ab Gärtnerei Valentin önuumelgtasDerftelfleniBfl. Das Grumrnctgras von den staatlichen Wiesen in den Gemarkungen Alten-Buseck, Staufenberg, Daubringen, Giehen und Wieseck wird versteigert: In Gemarkung Allen-Du'eck Mitt- ■ ■ ••Q'- -<■ — Carmol ui wo Bruchleidende «tnttflndc: in GIESSEN Freitag, 28. August, nachm. von 3-6 Uhr Samstag, 29. August, vorm. von 8-12 Uhr ■■■ Die letzten Lose Ziehung garantiert ohne Verlegung nächsten Mittwoch Kinderheim Geldlose 3482 Geldgewinne Mark 25000 Höchstgewinn Mark 1OOOO Stadt. Kurhaus Dillenburg Hotel und Pension In reizvoller, waldreicher Gegend, bietet Erholungsbedürftigen angenehmen Aufenthalt bei sorglicher Verpflegung und anerkannt guter Ktich^. MiBlge Preise, Auch Touristen u größeren Gesellschaften bestens empfohL Mittwochs und Samstags frische Waffeln u. verschiedene Kuchen in bekannt. Güte 5895D Autogaragen-Telephon Nr. 29 Geschwister Heimberger-Fullriede Herzliche Bille! Dom 20.—24. September findet in Gießen die Tagung des eoangel. Vereins der Gustav-Adolf-Ltiftung statt. Diele Evangelische aus dem In- und Auslande werden in diesen Tagen unsere Gäste sein. An alle evangelischen Familien richten wir die herzliche Bitte um Dereitstellung von Quartieren (frei oder gegen Bezahlung). Mitglieder des Wohnungs-Ausschusses werden in den nächsten Tagen persönlich Umfrage hallen. Anmeldungen von Wohnungen werden auch direkt erbeten an Pfarrer Becker, Kirchstraße 5. ,,„o Der Wohnungs-Ausschuh. Gebrüder Nolting, Herford Schokoladen- und Kakaofabriken 4776D 1UUwU»»>MMMUIMIMWW»MNlS«MISNNNWM»MIlEMi!MM«M Wiesen am Altentisch und Uters- brunnen, anschliehend an der Aödger 6trabe, von den Ochsenwiesen und den Wiesen im Stolzenmorgen; b) nachmittags 1 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Grohen-Duseck und Rödgen. Dienstag, den 25. August 1925 a) vormittags 9 Uhr Zusammenkunft am Schlachthof von den Wiesen im Reu- städter Feld, Hohleiche und auf der Insel: b) vormittags 107, Uhr in der Restau- ration von Georg Schrimpf, Kaiser- allee 4 von den Wiesen am Weiher, Ohleberg, Heegstrauch und am alten Steinbacher Weg (Ruhland): c) nachmittags 2 Uhr im Philosophen- wald von den Wiesen am Fürstenbrunnen, im Wiesecktal, ca. 42 Morgen .An der Sselswiese" (fr. Staat, und von den Wiesen in der Gemarkung Wieseck. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen beabsichtigen, wollen sich an den städtischen Wiesenmeister-Stellvertreter Klos, Arn Rodtberg 5, wenden. Die Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekannt machen zu lasten. Giehen, den 17. August 1925. Der Oberbürgermeister. ________I. D.: Klingspor. 78158 —Arbeitsveryebung. Auf Grund der ministeriellen De- stimmungen über die Vergebung von Bau- arbeiten sollen die bei dem Beamten- Mielhaus 9 in Giehen, Baublock Wilhelm- strahe, vorkommenden inneren Derputz- unb Anstreicherarbeiten, die elektr. Licht- leitungsanlage, sowie die Gas- und Wasterleitung, Cntwasterungs- und Kana- lisationsanlage im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. Die Bedingungen und Zeichnungen liegen von Montag, dem 24. August ab, auf unserer Zweigstelle im Physikalischen Institut zur Einsicht offen : die Angebots- Vordrucke werden, solange der Vorrat reicht, dort zum Selbstkostenpreise abge- geben. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postftei bis Montag, den 31. August, vormit- tagS 11 Uhr, dem Eröffnungstermin, bei vorgenannter Zweigstelle abzugeben. Die Eröffnung erfolgt in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber. Zuschlagsftist 14 Tage. Giehen, den 19. August 1925. Hessisches Hochbauamt. B er 1 b.___________7890c Betreffend: Erweiterungsbau des Iohann- Friedrich-Stists zu Laubach Arbeitsvergebung. Lindert Schmerzen! Men verwendet Carmol (Karmeliteryeiat) bei ErkUtunfakrnnkh eiten: Rheuma, Heienidiuß. Genick-, Kreuz-, eiof. Kopf-, Zahnschmerzen, Kulten u. Schnupfen. Vorzüjflidiee Einreibemittel zur Auffrischung- und Anregung der Muskeln und Nerven, für Sporttreibende bei Ueberanslrenrung (Wedenkraznpf). Eine Flasche Carmol lat eine billige Hausapotheke X nad sollte in keinem Haushalt fehlen. | Man verlange in ApotLekm und brog-n’er eua4ru Cargte 1 | Carmol-Fabrik, Kbolnaberg (Mark). erhätl.i.Gießen,Central-Drog. Emil Karn,Schulstr. Drogenhandlung Georg Wallenfels, Markt 21. Wirtschaft zu Wieseck: 4. In Gemarkung Giehen an demselben Tage nachmittags 2 Uhr im Philo- sophcnwald. (Sic Lose 5, 6, 7. 30 biS 34 der Weidwiese sind an die Stabt Giehen abgetreten, die bas Gras versteigert.) Giehen, den 21. August 1925. Hessisches Forstamt Giehen. 78940 GlWWllMWgeM vel Slaöt Giehen. Montag, den 24. August und Dienstag, den 25. August 1925 soll daS Grummetgras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigett werden Meiner werten Kundschaft von Stadt und Land zur gesl. Kenntnis, daß ich mein Wollgeschäst von Löwengasse 16 nach Löwengasse Nr. 20 (früher Tapetenhaus Montag) verlegt habe. — Jur Einführung verkaufe ich sämtliche Artikel zu bedeutend herabgesetzten Preisen! Sport-Wolledas Lot 13 Pfg. Anfertigung von gestrickten und gehakelten Westen, Kostümen, modernen Umhangtüchern usw. nach Matz und Wunsch. Anstricken von Strümpfen aller Art. MeMMM für MWlle. Grötzkes unö nnsivMeMes (Möget MWe Else Dittmar, Löwengasse 20 Spezialgeschäft für sämtliche Wollgarne. 792GD Todes-Anzeige. Heute nacht um 1 Uhr entschlief sanft mein innigst- geliebter Mann, unser treusorgender Vater, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Well M, im Älter von 45 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lina Sack und Kinder. Reiskirchen, Lardenbach, Flensungen, 21. August 1925. Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. August, nachmittags V/4 Uhr statt. 06912 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser liebes, einziges, herziges Kind Pau Ich en im Alter von 4 Jahren nach kurzem, schwerem Leiden heute abend um 11 Uhr durch einen sanften Tod zu erlösen. In tiefer Trauer: Jakob Hofmann und Frau. Gießen (Löwengasse 11), 20.August 1925. Die Beerdigung findet Montag,24.August, nachmittags 3Vz Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 06913 Todesanzeige Heute morgen 8 Uhr entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Elisabethe Textor geb. Frey im Alter von 77 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Daniel Textor Familie Heinrich Haas 06933 Familie Ludwig Arnold. Wieseck, Großen-Buseck, den 21. August 1925. Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. August 1925, nachm. 5 Uhr vom Sterbehause, Kirchstr. 50, aus statt. Zu kleineren Zimmerarbeiten rote Reparaturen, Errichtung v. Antoballen, Neuanserti- gung v.Recks (Turn- fieTteflen), Einfrtedt- aungen aller i’trt empfiehlt sich M,M Georg Echubecker, Zimmermeister. Mittelweg 12 I. Ameisen Russen Schwaben Liluse Flöhe Wanzen liäase Ratten ffl vernichtet fauch- stäblichmslrubiaehi öinol» In Pak. bzw. s. Insekten an Tieren in ausgiebigenSvritz. dosen erhält!, bei Drog. J. W. Kdfi kksobl.,Neustadt 11, Drog. Gg. Wallen leis, Marktplatz21, Drog.Gnsi.Wallor, Maus bürg. 6?80id Beton- Mischer Eiienbieger r>'isenschneider Stampfer Sau- Pumpen 5277D Karren -debereuge Blechwaren liefert auS Vorrat Corl Weissgerber Frankfurt a. M. Wanzen GtWMkWMlWMW. Mittwoch, den 26. August, vormittags 9 Uhr, wird das Grummetgras von den fiskalischenWiesenin den Gemarkungen Garbenteich, Leihgestern, Schiffenberg und Watzenborn, das Gras von Schneisen, Mähplatten, Eisteichen, dem Petersweiher und der Klosterwiese in der Wirtschaft des Gg. Sommer VI. zu Watzenborn versteigert. Weitere Auskunft erteilen die Herren Förster Menges zu Forsthaus Baumgarten und Forstwart Hetz zu Leihgestern. Gießen, den 21. August 1925. Hessisches Forstamt Schiffenberg. 7913D UMeMMiseMWeruiW. Beteln jn ©tönöeta (Seilen). Die ordentliche Mitgliederversammlung findet Sonntag, den 30. August, nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus Adolf Aepp, dahier statt,wozu ich die Mitglieder einlade. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Rechnungsablage. 3. Dorstandswahl. 4. Dereinsangelegenheiten. Hm ein recht zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 7928D Grünberg (Hessen), den 20 August 1925. ________Schäfer, Direktor.___________ Bekanntmachung. Dienstag, den 25. August 1925, vormittags 10 Ubr, versteigere ich in Grossen-Buseck (Leppermiible) zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Vogelsberger Kühe. 1 l'/.iährigen Bullen, 4 Rinder, 1 Säemaschine, eine fünfjährige Fuchsstute, 1 Schreibtisch, 2 Pferde (Ravpen) Zusammenkunft der (Steigeret an der Straßenkreuzung Gießen — Reiskirchen, Grohen-Buseck-Reiskirchen in der Nähe des Bahnwärterhauses an der Strasse Giessen—Reiskirchen. Vogel 7916D stellvertretender Gerichtsvollzieher. Gründlicher Unterricht in WeißnäheD,Zuschnetden, Sticken, Flicken sowie sonstigen Handarbeiten wird erteilt, jauch können junge Damen unter Anleitung hre Aussteuer anfertigen. Neueste Muster und Ausführung zugesichett. [06941 Frau Felber, Frankf. S1r.3111. ExpreB- und Eildampferverbindungen mit Holland Verfrachtungen von und nach allen Ländern - Speditionen aller Art - Lastwagenverkehr mD Durchfrachten auf Anfrage Eckstein & Simon, Mm Verkaufsstelle in Molkereiprodukien neu eröffnet 79210 Bahnhofstr. 64 Dampfmolkerei Giehen Gebr. Grieb Der Gesangunterricht hat wieder begonnen Ida Stammler Konzertsängerin u. Gesanglehrerin Lndwigatraße 6 II Aufnahme neuer Schüler und Schülerinnen jederzeit KurMsAittenes Brennholz Bestellungen nimmt wieder entgegen Dampilfigeroeti Mlll “”D B. Nuhn A. G. Schwaben Ratte« Mäuse sowie jedes Haus-, Stall- und Garten- Ungeziefer vertilgt unter Garantie und Verschwiegenheit. Karte genügt. Nur schriftliche Aufträge können mit Sicherheit berücksichtigt werden, weil geschäftlich immer abwesend. 06905 P. Kreutz, gammetjägtr, Giessen, Ederstrasse 14 pari. MM beste Qualität, sehr preiswert. Repar. u. Neufaeziefaen In eig. Werkst, m. elektr. Betrieb. 2814D Fr. P. Sack 17 Neuen Bäue 17 Oberlahnstein Rheinwerft Telephon 31 MW , W im Südviertel nahe am Bahnhof, mit 13 Zimmern, eventuell Bureau- ob. Lagerräume »um 1. Oktober 1925 beziehbar, zu verkaufen. Das Haus kann auch etagen- roetfe bewohnt werden (2evtl.3Wohnung ). Schrtstliche Angebote unter 06847 an den Giessener Anzeiger erbeten. 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Mo das Schaf per Dampf geschoren, und Zwecks Ausfuhr steif gefroren, hin zur Schlachtbank wird geführt, auf, den Wanderstab geschnürt!' heißt es in einem Studentenliede. Or. Anblutig, den die Reiselust gepackt hat, wird zwar nicht nach Australien reisen, aber immerhin wird er, nachdem er Deutschland mit seiner Westreise-Villa, dem vielbewunderten Wohnauto durchquert hat, eine Anzahl Weltstädte besuchen. Nach Moskau kommt er vorläufig noch nicht, denn der russische Staatsmann Radek hat in Rußland durch einen kürzlich in dcr.prawda' erschienenen, auch von mehreren deutßhcn und ausländischen Zeitungen schon auszugsweise veröffentlichten Artikel eine begeisterte Propaganda für Kuk.rvl gemacht. Darüber das nächste Mal mehr. On allen Weltstädten, die Or. Anblutig besucht, wird er die Botschaft verkünden: Kukiroten Sie! 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Durch Kukirolen vermelden Eie diesen unleidlichen Zustand. Am zweckmäßigsten kaufen Sie gleich die Kukirol-Kur-Packung, die alle drei Präparate enchält. Sie sparen dabei 25 Pfg., außerdem aber Strümpfe und Schuhe. Sie bekommen Sie echten Kukirvl-Präparate in allen Apotheken und Sachdrvgerien. Sind ste in einer ausverkaust, so hat fie sicher die nächste. Oie Kukirol-Präparate sind die am meisten gekauften Sußpsiege-Präparate. Zahlreiche Aerzte empfehlen und verordnen sie. verlangen Sie von uns aufklärende Literatur über die Kukirvl-Sußpsiege. Die Zu» sendung erfolgt kostenlos und portofrei. Kukirol-Fabrik Kurl KM, Groß-SM bei Magdeburg. Venvalümgsgeböaöer Itoit&aWfcoße. Zohrikr LuÜrolstrage. «x Nr. 1% Drittes Blatt Wietzener Anzeiger (Äenelat-Anzeiger für Gberhesien)Samstag, 22. August 1925 Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die Börse ist seit Monaten unter sich, b. h. die Hauptgeschäfte finden nicht in Form von Kundenausträgen, sondern als Umsätze innerhalb der Börse selbst statt. Diese Tatsache hat die Baissespekulation auf den Plan gebracht, die seit Monaten ein blühendes (Seiner be mit Leerabgaben betreibt. Hierdurch ist mittlcrtneilc eine förmliche Verwilderung in den Liefersitten (ingetreten. Kassageschäfte werden von den Verläufern durchaus nicht immer unmittelbar, sondern erst aus vielfaches Drängen der Gegenpartei erledigt. Die K u r s f l a u t e der letzten Zeit hatte also einen entscheidenden Grund in diesem Verhalten der Baissespekulation, das förmlich zu Kelten von Leergeschäften führte. Veuer- dings scheint nun hier eine Wendung eintreten iu wollen. Die großen Banken haben in Ge- meinldxift mit dem Börsenvorstand die Abrede getroffen, säumige Effektenlieferanten in Zukunft nicht mehr als Aufgabe anzunehmen und gleichzeitig zu umfangreichen ExekutionSkäufen zur Erfüllung der laufenden Geschäfte zu schreiten. Infolgedessen hat sich gegen Ende der laufenden Woche die Börsenspekulation zu vermehrten Deckungen nicht immer freiwilliger Art veranlaßt gesehen, auf die die kürzlichen leichten Erholungen zurückzuführen waren. Die Besserung der 6 t i m m u n g war also leider nur auf b ß r f e n - technische Momente zurückzuführen. Die Tatsache, daß am Geldmarkt b i e Lage außerordentlich flüssig ist und die geforderten Zinssätze bis zu 7 Proz. heruntergegangen sind, hat nicht die erwartete Wirkung auf da« Effektengeschäft gehabt. Man ist sich nämlich an der Dörle darüber im klaren, daß bei einer jetzt erfolgenden völligen Veränderung her Marschrichtung, also einem ihn- fchwung von der bisherigen Baisse zur Hausse hie zweite Hand voraussichtlich weiter dem Markt fernbleiben dürfte. Durch das Fehlen von PublikumSkäufen sind aber bereits seit dem Beginn diese» Jahres alle vorübergehenden 'Aefserungsansähe zum Scheitern verurteilt worden. Hieran kann das hin und wieder aufflackernde Interesse für einzelne Spezialwerte nichts ändern. Trotzdem bleibt diese Tatsache außerordentlich bedauerlich, um so mehr, als sie nur auf die in Deutschland herrschende Geldknappheit zurückzu- führen ist. Während der Dörsengeldmarkt nämlich in einem Maße flüssig liegt, daß in dieser Woche wiederholt eine Herabsetzung des Privat- tiskontsahes erfolgen mußte, verschlechtern sich die Verhältnisse in Industrie und Han- ! Del in finanzieller Hinsicht von Tag zu Tag. Allerdings stellt dies wiederum eine Auswirkung der gegenwärtigen schwierigen Absahver- ftält nisse dar. beim die Gelder der öffentlichen Hand zum Beispiel suchen Anlage über den offenen Dörsengeldmarkt. vor allem in Pri- vatdiskonten. weil eine vorübergehende Unterbringung in der SrwerbSwirtfchaf t zur Zeit mit erheblichen Risiken verbunden ist. Diese würden 1 sich zwar mindern, wenn die Geldquellen etwas reichlicher flössen, und dadurch die Solvenz der Geldnehmer gehoben würde, andererseits kann man aber den öffentlichen Kassen, die Darüber- gehend vorhandene Gelder zinsbringend anlegen wollen, nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht verdenken, wenn sie bei der Verwendung I dieser Mittel mit äußerster Vorsicht vorgehen. Der deutsche Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbslosenunterftützungsemp- | Fänger betrug am 1. August 197 000. Die Zahl der I wirklich Erwerbslosen liegt jedoch wesentlich I hoher, da nur ein Teil der Arbeitslosen Unter- | llützung erhält. Nach den Ziffern der Arbeitsnach. I weise standen 1,1 Millionen Arbeitsgesuche 645 000 | offenen Stellen gegenüber. Es blieb also ein lieber- 1 schuß an Arbeitslosen von 455 000. Diese Ziffer I dürfte ungefähr ein richtiges Bild der Lage auf dem ' Arbeitsmarkte geben. Im allgemeinen kann der A r- deitsmarkt jedoch jetzt als ft a t i o n ä r ange» sehen werden Besonders ungünstig ist die Lage auf dem industriellen Arbeitsmarkt. Während allgemein auf 100 offene Stellen 171 Arbeitsuchende kommen, beträgt die entsprechende Zahl der Arbeit- suchenden im Bergbau 195 und in der Metalloer- arbeitung 223, im Spinnftoffgeroerbe 262. Sehr ungünstig ist die Lage des Arbeitsmarktes für Angestellte. Auf 100 freie kaufmännische Stellen kamen HOI männliche und 360 weibliche Bewerber. Für Techniker beträgt die Androngszijfer 84«. Auch die Andrangsziffer für freie Berufe ist mit 257 bei den männlichen und mit 184 bei den weiblichen Be- Werbern als wenig günstig anzufehen. Eine weitere Verschlechterung der Lage des Arbeils- marktes ist mit dem Ausfall des größten Teils der landwirtschaftlichen Arbeit zu erwarten. * Zur Wiedereinführung der Satns- t a g b ö r | e. Wie der Deutsche Banfbeamten-Ber- ein mitteilt, hat er im Hinblick auf die Wiedereinführung der Samstagbärse beim Berliner Dörfern Vorstand den Antrag gestellt, die V e r { a m m • 1 ungszeit auf 14 Stunden dergestalt zu be. schränken, daß die Börse bereits um 12* Uhr schließt. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt ch»anlktde 0.265 • .375 0 2925 0 2975 ■1 Deutsche NeichSanleihe . Deutsche e: Vorprämien anleide >'.50 0.665 0.61 0 68 0.119 0,1125 0,117 ■T' o 'Prcuhische «onlolS . . . 0.27 0 25 0.2575 0 255 4° o Hellen.......... <— — 0.24 0.2« Hesse».......... 3% Hessen.......... 0,25 — 0.25 0 26 U.22 — 0.215 0.2V5 D-utiche Vend Dollar Anl. *9.75 K9.75 91.75 91.75 dto. Toll.-Schay.Anweisng.') 94.35 M.25 94.4. 94.5 4®/e Zolltürken......... 6,25 6.4 6 50 6.25 5% «oldmeftkaner ... . - 33 - —• Berliner Handelsgesellschaft. 125 121 124.5 124.25 Commerz- und Privat.Bank .'4 •4.75 94,75 95 Darmst. und Naiionalbank - 112.5 112,75 112,25 112 Deutlche Bank......... 114.25 113.5 114,25 113,5 Deutsche BereinSbank .... —— _ TtSconio Lommandil . . . 103.75 Ist». 7 104 103 75 Mctallbank........... 81.5 81 Mitieldeutlche Kreditbank . . 93,25 9.3 93 93.5 Cestcrretchischc Treditanstalt 7.4 7.4 7.4 < .4 Westbank............ 0.06 0.06 0,05 0.05 Bochumer Vuh........ 59 — 58 59 Buden,»............ 4» —1 38.9 37.75 Taro ............ 35,25 35 14.5 35 Deutsch L-urembura ..... 53 56,5 -6.13 56.13 Gelsenkirchener Bergwerke . . <8.5 4M 47.4 46.25 Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... fr 9, '-*5 119 90.5 120,5 SO 119 88.75 120.5 Kaliwerk Westeregeln..... 135.5 137.75 .0,5 20 6 Laurabülte........... 82 32 Ml 31,11 Cberbedarf........... 39 ;w 35 35 Ihonis Bergbau....... 84,25 66 64.90 64,75 Rheinstahl....... . . . 53 51.25 52.1 51.5 Ricbeck Montan........ 72,25 72,5 73 72.5 DelluS Bergbau. ...... 42 44 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... 18,75 51.75 48.5 48.5 49 50 49,5 Lderamischc Werke Albin . . — _ Zementwerk Heidelberg . . . 67 65.5 Philipp Holzmann...... 53 25 52.25 -2.S 52.13 Anglo-Lont -Guano ..... — — 92.75 91 Badische Anilin........ Chemische Mayer Slapin . . 121,5 123 122 122 25 0.4 0.4 CTolbfcbmibi......... 66,25 67.25 66 67.75 GricSl einter Electron .... 115 116.5 114,5 115 Höchster Farbwerke...... 116,13 117.62 115,75 116,5 Holzverkohlung........ 1 8 4.5 Rütgerswerke......... 62.25 60,5 61,9 61,5 Scheidcanstalt......... 97 97.5 Allg. ElektrizitätS-Sesellfchaft 95 95.4 94.75 95 Bergmann........... Mainkraftwerkc........ — 68.5 >9.25 1'8,5 78.5 75 Cchuckert............ 54.75 53 53,75 52.5 Siemens A HalSke...... 73,5 73 73 72.75 Adlerwerkc stleyer ...... 47,5 46.51 47 46.5 Daimler Motoren. ...... 40,5 39 38,1 38 Heyliaenstaedt......... Meguin............. 27 88 26 37 36 36 Motorenwerke Mannheim . • - 52,5 53 Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . 0.4 0,75 0.44 0,75 0^8 — 0.8 100,5 63,5 100 63.5 64 64 Schuhfabrik Herz...... 36,25 35 38 36.5 sichel.............. 20.5 20.5 HO 19,75 Zellstoii Waldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 9.20 9.1 9.4 '»,25 53 25 56,25 58.75 56 57^5 56,5 Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 21. Aug. Die Abendbörse war im Einklang mit den festeren Votierungen an der Vachbörse freundlich gestimmt, bei lebhaftem Geschäft und größeren LImsätzen. Am Montanmarkt erreichten Phönix den Kursstand von 66 Prozent. Bedeutende Kurssteigerungen erzielten auch Vbeinstahl und Tellus. Am Chemiemarft setzten sich bei steigenden Kursen die Meinungskäufe fort. Auch Bankaktien tendierten ziemlich fest. Don deutschen Renten standen Kriegsanleihe und Schuhgebietsanleihe in lebhaftem Verkehr. Die Dörse schloß die Woche ruhig in ziemlich fester Haltung, deutsche Anleihen neigten zum Vachgeben. Deutsche Anleihen: 5prozentige Reichsanleihe 0,164, Schuh- gebietSanleihe 4000. Ausländische Renten: Zolltürken 6,3t. Dagdad II 6,37. Ung. Goldrente 8.50. Bankaktien Berliner Hande'.sgei 124. (Som- merzbank 94.75, Darmst. Bank 112,75. Deutsche Dank 113.50, Diskontogcscllschast 103.75. Dresdner Dank 100.25. Reichsbank 122,50. Oesterr Kredit- aktien 7,37 Montanaktien: Deutsch-Lux 56.50. Gelsenkirchen 48. Harpener 90.50. Phönix 66. Rhein. Braunkohlen 115. Rheinstahl 53.25. TelluS 44. Kali Aschersleben 120 50 Ehern Aktien: Badische Anilin 123. Ehem Griesheim 116.50, Elberfelder Farben 117.62, Goldschmidt 67,25. Höchster Farben 117,62, Holzverkohlung 4,50 Jndustrie- aftien: Adlerwerke Kicher 46.50, AEG. 95,50. Daimler 39. Deutsche Grdöl 70,50, Slektr. Licht und Kraft 97. Holzmann 52.25, Gebr. JunghanS 64.25. Krauß Lokvmotiv 32, Lahmeher 68,50. Jul. Sichel 20,50, Siemens u. Halske 73. Voigt und Haffner 59. Waiß und Freytag 66,50, Zucker Heilbronn 55. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 21 Aug. Es wurden notiert: Weiten, Wetterauer, neuer Ernte. 24,50, Roggen, inländischer, neuer Ernte, 20, Sommergerste für Brauzwecke, neuer Ernte. 26—28,50, Hafer inländischer, alter Ernte 20,50—23, Mais (gelb) 22, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 39,25—40,25, Roggenmehl 29—29,50, Weizenkleie 11,50, Roggen- kleie 12,25. Tendenz: Ruhig Berliner Produktenbörse. Berlin. 21. August Der Produktenmarkt erlitt eine neue Abschwächung. Das Angebot von Weizen, Roggen und Mehl wird besonders aus Ostpreußen stärker. Auch von Schlesien mehrt sich das Angebot, und so gingen die Preise allgemein zurück. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, märk. 233 bis 237. do Mecklenburger; 233 bis 234. do. Sept. 251 bis 250, do Oft. 253. do. Dez 259, Roggen, märt 172 bis 178, do. Sept. 192. do Oft. 198 bis 197,50, do. Dez. 201 bis 202, Gerste, märt 240 bis 272, Futtergerste 189 bis 197, Hafer, märt 186 bis 193, do fromm. 182 bis 185, do. Sefrt. 181, do. Oft. 186, do. Dez. 196, Mais (loko Berlin) 214 bis 218, Raps 355 bis 360; für 100 Kilo: Weizenmehl 32 bis 35. Roggenmehl 25,50 bis 27,25, Weizenkleie 13.50. Roggenkleie 13,20, Viktoriaerbsen 27 bis 35, klein« Erbsen 25 bis 27. Futtererbsen 23 bis 25, Peluschken 23 bis 25. Wicken 26 bis 28, Lupinen, blau 12,50 bis 14,50, do. gelb 15 bis 16,50. Rapskuchen 16,60 bis 16,80, Leinkuchen 23,30 bis 23,70 Trockenschnitzel 12,20 bis 12,50, Torfmelasse 9,80 Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, den 23. August, ll.n. XriniL Stadtkirche. 8: Pfr. Becker. Zugl. Ehristenlehre für die Veukonfirmierten aus d. Markusgemeinde. 91/,: Pfarrafs. Hertel. 11: Kinderkirche für die MatthäuS- gemeinde. Pfarrast. Hertel. - Johanneskirche. 8: Pft- AuSfeld. Zugl. Ehristenlehre für d. Veukonsir- mierten a. d. Johannesgemeinde. 91/,: Pft. Dech- tolsheimer. 11: Kinderftrche für die LukaSgemeinde. Pft- Bechtolsheimer. — Kirchberg. 10; 11: Ehristenlehre für die weibliche Jugend. - Mainzlar fallt aus wegen Gustav-Fest in Allendorf (Lumda» und wird um 8 Tage verfchoben. — Wieseck. Evang. Gemeindesaal, Ludwigstr. 11. 9*.',: Pft. Hartmann. Alten-Buseck. — Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, d. 22 August. 47, u. 7 Beichte. Sonntag, den 23. August. 12. Sonntag nach Pstngst. 67, Deichte, 7 Messe Korn. d. Fr., 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 2 Andacht. — Grünberg. 97, Messe mit Pred. - Hungen. 97, Hochamt mit Predigt. - Lich. 77, Meste m. Pred Universitäts-Restaurant Plockstraße 5 Inh.: F. C. Günther Fernsprecher 198 Seal und Räume für private und gesellschaftliche Veranstaltungen Mittag- u. Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine 000 Universitäts-Cafe 000 mit eigener erstklassiger Konditorei 55,34 Spezialität: Rahmeis in Portionen • Schlemmerbecher Lieferung von Torten und Gebäck außer dem Hause Das Nachthemd. Bon Sri Müller, Partenkirchen. Wenn man links der Isar wohnt, und man ist rechts der Isar eingeladen, dreieinhalb Kilometer weit weg, und es ist schon Mitternacht vorbei, und es geht keine Trambahn mehr, und eS gießt in Strömen, und der Hausherr sagt: „Vein, mein lieber Herr Professor, wir lassen Sie nicht fort," und die Hausfrau setzt hinzu: „Lin—ter kci-neu Lim—ständen, Herr Pro- frssor!" und richtet schon, ein Stockwerk höher, das Fremdenzimmer: „So, da sind Sie völlig ungestört," und der Herr Professor macht noch eine Anftandsfluchtbewegung. und der Hausherr donnert liebevoll: „Sie würden uns beleidigen, Herr Profes- r?r ..." da würde selbst ein Jüngerer als dec ltchzigjährige Junggeselle Prof. Dr. Eurasberger schließlich nachgegeoen haben. Worauf sich Friede auf das gastliche Haus knkS der Isar ntebetfcnltc und die beiden Ehegatten von ihrem Bett das Licht ausknipfen ii dem tröstlichen Dewuhtsein: „Wir wissen, was wir einem lieben Gast schuldig sind," und ein- jtzlasen tief und fest, während es draußen unentwegt weitergieht — platsch, Platsch, platsch ... Da — eS mochte gegen 2 Lihr nachts sein — liutet'S. Erst zaghaft, dann weniger zaghaft, iann normal, dann laut, dann so dringlich, daß Nation selbst das beste doppelte Gastgebergewissen erwachen muß. Auf geht das Fenster, und man Sf>aut hinunter. Steht da vor der Haustür im strömenden Regen, unterm Arm ein Bündel, der Professor Eurasberger. „Ich bitte vielmals um Entschuldigung — platsch, platsch — daß ich nochmals störe — platsch, platsch, platsch — aber mein — mein — Vachthemd hab' ich mir doch noch geholt." Warum bräunt die Seeluft? Das Ende der Ferien bringt einen neuen Farbton in das Strahenbild. Allenthalben sieht man jetzt mehr oder weniger braun gebrannte Menschen, und jeder weih sofort, daß diese Personen ihre Ferien an der See zugebracht haben. Woher kommt nun diese Bräunung der Hautfarbe, welche doch im allgemeinen Etadtmenschen nicht haben, trotzdem sie sich in den vergangenen sehr heißen Tagen auch vielfach der Sonne aussehen mußten. Profefsor Dr. L e o in Bonn hat durch LIntersuchungen das Rätsel gelöst, warum die Menschen gerade an der See so stark bräunen. Es ist selbstverständlich, daß, da die Bräunung eine Art Derbrennungszustand ist, Sonne für die Bräunung notwendig ist. Aber die Sonne ist es nicht allein, da ja,wie er* wähnt, die Sonne in der Stadt und auch auf dem Lande nicht fo sehr bräunt. Die Bräunung der Haut in der Seeluft erfolgt nämlich nach den Forschungen Prof. Leos in erster Linie durch das Ozon, das durch Zersetzung des Meer- wafsers infolge der Sonnenstrahlung entsteht. Der Sauerstoff des Meerwassers geht bei dieser Zersetzung der chemisch wirkenden Lichtstrahlen in Ozon über. Durch diese Ozonreizung entsteht nun die Bräunung, die tatsächlich eine Art Verbrennung ist. Wir wissen übrigens, daß Besucher von St. Moritz und anderen sehr hoch gelegenen Gebirgsorten gleichfalls stark bräunen. Die Llrfache ist eine ähnliche, wie die Bräunung in der Seeluft, denn auch in hohen Lagen des Gebirges ist die Luft sehr stark ozonhaltig, so daß ein ähnlicher Reiz auftritt, wie ihn die Haut des Menschen bei Bestrahlung an der See empfindet. Gleichzeitig mit der Bräunung der Haut bewirft aber das Ozon auch noch, daß die Seeluft gesünder als die Stadtluft ist, denn das Ozon hat eine stark bakterientötende Wirkung, fo daß die Luft im allgemeinen weniger bakterienhaltig ist, als die Luft auf dem übrigen Lande. Ja, eine kurze Entfernung vom Strande selbst von ungefähr 60 Metern genügt bereits, um die Luft über dem Meere vollkommen bakterienfrei zu gestalten. Aus den Erittuerungeu eines russischen Hoftheaterdirektors. Amüsante Erinnerungen hat der Oberst Teljakowski in Petersburg veröffentlicht, der vom Jahre 1901 bis 1917 Direktor der russischen Hoftheater war. Alle berühmten Persönlichkeiten der russischen Bühne und des russischen Dramas spielen hier eine Rolle, der große Sänger Schaljapin und der Dichter Tschechow, die Tänzerinnen Pawlowa und Karfawina, Vischinsft und Djag- lileto. Ein Glückzufall brachte Teljakowski von dem Kommando eines Regiments zu dem Kommando über die Scharen von Schauspielern, Sängern und Tänzern, die das Personal der kaiserlichen Theater bildeten. Er hatte die Leitung von 6 öffentlichen Theatern, dreien in Petersburg und dreien in Moskau, und fünf Privattheatern. die vor dem Hofe spielten. Die Erhaltung dieses gewaltigen Llnternehmens kostete den Staat 4 Millionen Mark das Jahr, aber trotz dieses Zuschusses und der Preise, die das Publikum zahlte, war immer ein bedeutendes Defizit, das der Zar aus feiner Privatschatulle decken mußte. Das Amt des Hoftheaterdirettors war wahrlich kein leichtes. Außer der Sorge für die Theater selbst, für die mit ihnen verbundenen Werkstätten und Lehranstalten mußte er den Launen der Großfürsten und Großfürstinnen und denen der Künstler nachgeben. Besonders schwierig war Schaljapin zu behandeln, der für eine Gage von 20 000 Mark im Jahr am Moskauer Großen Theater wirfte und der es fertig brachte, dem Direktor einen Brief zu schreiben, in deins er erklärte, er werde am Abend nicht auftreten, weil er nicht die zwei bestellten Plätze in der Loge erhalten habe; er werde der Vorstellung im Zuschauerraum beiwohnen, um einmal zu sehen, wer an seiner Stelle den Mephisto singen könnte. Eine noch viel größere Tyrannin aber war die allmächtige Primaballerina, die Ksche- sinskaya, die sich der „allerhöchsten Protektion" rühmen konnte. Sie war der Ansicht, erzählt Teljakowsft, daß ein Ballet, in dem sie tanzte, ihr persönliches Eigentum wäre, und daß niemanb das Recht hätte, darin eine Hauptrolle ohne chre Erlaubnis zu tanzen. Es kam zu einem Konflckt, als die italienische Tänzerin Grimaldi für einen Part in einem ,ihrer Ballets" engagiert wurde. Die Primaballerina erklärte, daß sie das Auftreten der Italienerin unter keinen Llmständen gestatten würde. Die Grimaldi aber bestand auf ihrem Kontrakt, in dem ihr die Rolle zugesichert war. Vach langen Verhandlungen wurde schließlich ein chiffriertes Telegramm an den Hofminister des Zaren, Baron Fredericks, ab- geschictt. der den Fall dem Zaren vorlegen sollte, der in Dänemark weilte, und es kam die Antwort des Beherrschers aller Reußen. ,WaS das Ballet anbetrifft, so hat die KschesinSkaya darüber zu entscheiden." Persil kalt auflosen! 1v rAEfjf *1 HERBJT 19 2 5: T JO.AUGUST-f.tEPTEMBER TECHNISCHE MESSE BIS p.SEPT. TEXTILMESSE BIS 3.SEPT. SCHUH-U. LED ERMESSE BIS 3-SEPT v-A 1 VI ■ V-l v • Möbel Statt Karten Gießen, August 1925 79O3Q Ä. Gießen, den. 22. August 1925 Gießen, 22. August 1925 Mk. -.50 .20 Mk. Mk. 1.- Der Ueberschutz fließt d. Unterhaltungsfonds der Burgruine zu. Lollar, 22. August 1925 7798V Der Vorstand des Geselligkeitsvereins Gleiberg 7906D Es ladet ein: 06896 und an der Kasse. 7908V Knorr Suppenwurst Telephon 1520 Walltorstraße 34 Lager von 7903a Gebrauchen Sie Persil allein und ohne Zusatz! Es wird in kalfem Wasser aufgelöst, die Wäsche kommt in die kalte Lauge und wird einmal gekocht. — Das ist die richtige Art zu waschen! Versuchen Sie es nur ein einziges Mal — Sie gehen nie mehr davon ab! Die Verlobung ihrer Tochter Ilse mit dem Oberleutnant beim Stabe des 15. Jnf.-Regts., Herrn Ernst Sieler, geben bekannt Prof. Dr. Fritz Schmoll und Frau Cläre geb. Rumpf Gießen, den 22. August 1925 Rodheimer Straß« 30 Eintrittspreise: 1. Für Mitglieder und deren Angehörige pro Person für Kinder bis zu 14 Jahren je... ......... 2. Für Mchtmitglieder (Erwachsene und Kinder) je . . Wilhelm Wagner II., Gastwirt Heinrich Baltzer, Gastwirt Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. 50MIS08, 23. UNO !Wm, 24. MW Kirchweihfest zu Kotigen Werkmöbeln der Wirtschaftszentrale für das westdeutsche Handwerk in 1 Sorten überall erhältlich. Für alle Hausfrauen eine Wohltat durch die einfache und rasche Zubereitung 3875» Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Heinrich Hofmann und Frau Käte geb. Weber Möbel aller Art iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiim auf Teilzahlung llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Ihre Vermählung geben begannt Willy Lenz und Frau Bina geb. Kreiling Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Ludwig Schardt und Frau Käthe geb. 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August ab Coblenz Fahrkarten und Auskunft N.D.L. Th. Loos, Gießen, Am Kirchenplatz 13. Meßabzeichen zu Vorzugspreisen durch den ehrenamtlichen Vertreter, den Norddeutschen Lloyd und das MESSAMT FÜR DIE MUSTERMESSEN IN LEIPZIG Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Durch günstigen Einkauf bin ich in der Lage, meine Preise herabzusetzen und einen la reintönigen Rheinwein für 30 Pf. per Glas zu verabreichen. Der zum Ausschank kommende Wein kann auf längere Zeit geliefert werden. Flaschenweine in großer Auswahl billigst. Empfehle ferner meine anerkannt gute Küche zu soliden Preisen. Ium Mittagstisch werden noch einige Abonnenten angenommen. 06881 Weinstube Naafs-Häuschen In den Astoria-Lichtspielen ab heute: M Harry Hill M in seinem «roßen Sensations-Detektiv-Schlager to; Bills N * den Tod Zwei Teile (12 große Akte) in einem Spielplan. Bietzen, Goethestratze 63 22. August 1925 M r. § W W «55-. mH} 5 ru'L ’S« 65U Großes öffentliches SWMNmelNßGttW am Sonntag, dem 23. August 1925, von nachm. 31/., Uhr ab verbunden mit Konzert, Tanz, Volks- und Kinder-Belustigungen sowie bengalischer Beleuchtung der Burgruine und Feuerwerk. Hausrat Gemeinnützige Möbelversorgung für das Rhein-, Main- und Lahngebiet G. m. b. H. Metzen:: Lindenplatz 1 des gWeWMWMMM am Sonntag, dem 30. August, nachmittags 2 Uhr in der Aula der Universität in Gießen BKltÖOt W11 AihMmW Eintrittspreis: 1.50 Mk. Eintrittskarten im Vorverkauf bei Herrn Ernst Ehallier Nur noch heute und morgen t s Der Maiers und sein Modell Hervorragendes Gesellschaftsdrama in 6 Akten. In den Hauptrollen internationale Darsteller von Weltruf. Ferner: * Skifahrt ins Glück Ein Winteridyll aus den Schweizer Alpen. Die Sehnsucht aller Sportsleute und aller nach Luft und Sonne durstenden Großstädter kommt bei diesem baldigen Film doppelt auf ihre Rechnung. 7®3ac ■■■— Ab Montags ■ Die Nacht des Inferno Nach Dantes „Göttlicher Komödie“. 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