Mittwoch, 22. Zu« 1925 175. Jahrgang Blatt voran- machen. Rach der Auffassung der deutschen Regierung wurde für die Verwirklichung des Grundgedankens des deutschen Memorandums der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund keine notwendige voraus- jehung sei. Die alliierten Regierungen dagegen sind ihrerseits der Auffassung, daß der in dem deutschen Memorandum angeregte Sicherheitspakt mir denkbar ist, wenn Deutschland in den Völkerbund eintritt Beider Bedeutung, welche die deutsche Regierung der Regelung der Sicherheitsfrage beimißt, will sie gegen dieDerbindungderbeldenPro- bleme keinen grundsätzlichen Wider- pruch erheben. Sie muß indessen darauf hinweg en, daß die Frage des deutschen Eintritts selbst noch orgfältiger Klärung bedarf. Der Standpunkt der deutschen Regierung in dieser ijrage ist den alliierten Regierungen aus dem ihnen im September vorigen Jahres überreichten Memorandum sowie aus der deutschen Rote an den Völkerbund vom 12. Dezember vorigen Jahres bekannt. Die in der französischen Rote aufgefuhrte Rote des Dölkerbundsrats vom 13. März dieses Jahres hat die Bedenken, die auf deutscher Seite gegen die Uebernahme der Verpflichtungen ausArtikel 16 ber Soßung geltend gemacht worden sind, nichtausgeräumt. Auch nach den Ausführungen des Völkerbundsrates bleibt die Ge- fahr bestehen, daß Deutschland als ent. «offne ter Staat, der von stark gerüsteten Rachbarn umgeben ist, der sich in zentraler Lage be- findet und der in der Geschichte immer wieder der ! Schauplatz großer Kriege geworden ist, bei dem Em- I tritt in den Völkerbund unbeschrankt der Verwicklung in kriegerische Konflikte dritter Staaten ausgesetzt sein wurde. Deutschland kann als Mitglied des Völkerbundes erst daun als gleichberechtigt gellen, wenn seiner Ab- rüstuna auch die in der Völkerbunds,ahung in der Einleitung ;nm Teil V des Versailler Vertrages vorgesehene allgemeine Abrüstung folgt Es muß deshalb, wenn der alsbaldige Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ermöglicht werden soll, eine Losung gefunden werden, welche die Zeitspanne bis zur Verwirklichung der allgemeinen Ab- rüftung überbrückt. Diese Lösung müßte sowohl der besonderen militärischen und wirtschaftlichen als auch der besonderen geographischen Lage Deutschlands gerecht werden. Auf diese Bemerkungen zu den Ausführungen drr Rote vom 16. Juni möchte sich die deutsche Re» bedürfen. Die deutsche ‘Regierung hat Echiedsderträgr beabsichtigt, wie sie in den letzten Jahren sowohl von Deutschland als auch von einer ‘Reihe anderer Mächte abgeschlossen worden sind. Verträge dieser Art, die in Analogie zu den entsprechenden Destimmungen der DolkerbundSsahung aufgebaut worden sind, erschöpfen nach Ansicht der deutschen Regierung die unter den gegenwärtigen Verhältnissen gegebenen Möglichkeiten, eine schiedliche Regelung von Etaatenkvnflikten mit 21 issicht auf einen praktischen Erfolg herbeizuführen. Bei den alliierten Vorschlägen scheint an ein anderes System gedacht worden zu sein., Was dabei vor allem in die Augen fällt, sind ' öie von den alliierten Regierungen vorgesehenen Ausnahmefälle, in denen ein gewaltsames Vorgehen der Staaten gegeneinander zulässig sein toll. Die deutsche Regierung kann in die'er Hinsicht die Ausführungen der Rote vom 16. Juni wie auch den veröffentlichten Schriftwechsel zwischen der französischen und der königlich großbritannischen Re- aierung nur dahin verstehen, daß in diesen Fallen raf> der Absicht der alliierten Regierungen g> ©alriame Vorgehen ohne irgendein vvrh ergehen- In der deutschen Rote, die am Montag von den Vertretern des Reiches in Paris, London und Rom überreicht und heute veröfsentlichi worden ist. wird mit erfreulicher Deutlichkeit die Absichl Frankreichs zurückgewiesen, sich alS alleinigen Garanten künftiger Schse d Sver t rage zwischen Deutschland und westslavischen Staaten zur Verfügung zu steilem Dadurch wollte Vriand den von Deutschland ausdrücklich aus den Westen beschränkten Pakt stillschweigend auch aus den Oft e n aus dehnen Schon ehe das deutsche Pakt-Angebot erging, bat die konservative Regierung in England leinen Zweifel darüber gelassen, daß Großbritannien den politischen und territorialen Status quo an der deutschen Oftgreme nicht zu gewährleisten bereit sei. In Paris hat man die Dinge fo bar- aeftellt, als habe man diese Erklärung des Kavi- deutsche ichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vnihl'sche Universiläts-Vuch- und Steinöruderei N. Lange in Siegen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße L den beiden Kontrahenten des Schiedsvertrages als Angreifer zu gelten hat, und zwar würde er diese Befugnis selbst dann haben, gegenüber Dem einen Kontrahenten Die deutsche Note zur Sicherheitsfrage. •BeriaiHer Vertrag. — Die Garantie der ö sichen Schiedsverträge. — Deutschland und der Vöcherbund — Die Abrüstung. Hr. 169 Erstes Erscheint täglich, autzer Sonm und Feiertags Beilagen: G ki cnerFamiliendlatter Heimat im Bild monalfBejegstrels: 2 Goldmark u 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Rummem infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschllisse: Schristleitung 112, Der- lagundGeschäftsstellebl Anschrift für Drahtnachrichten. AnzeigerSietzen. potzscheckksnto: granifurt a M 11686 des Völkerbundpaktes handelt. Man könne sich daher aus rech! langwierige Verhandlungen gefaßt machen. Berthelot habe eine Rote ausgearbeitet, die den Verbündeten Frankreichs in der nächsten Zeit zu- gehe und die Punkte bestimme, in denen man un- möglich die Auffassung Deutschlands gelten lassen könne. Das „Petit Journal" kommt zu dem Schluß, wenn man die französische Rote mit der deutschen Rote vorn 16. 7. vergleiche, so stelle sich heraus, in welch verschiedenem (Bei ft e die beiden Dokumente gehalten seien. Frankreich wünsche nur die vollständige Sicherheit Europas, Deutschland führe das Wort „Sicherheit" im Munde und habe dabei Vorteile, Anrechte, Vergünstigungen und lieber- Prüfung der Verträge im Sinne. „Petit Parisien" meint, der Inhalt der Rote sei nicht dazu angetan, einen überzeugten Optimismus zu rechtfertigen, doch bestehe die Hoffnung, daß die Verhandlungen in einer reinen Atmosphäre fortgesetzt werden. Pertinax schreibt im „Echo de Paris", die deutsche Antwortnote sei so unbe friedigend, wie nur irgend möglich. Die französische Regierung müsse die Garantievertragsoerhandlungen auf der Stelle abdrechen, denn der geplante Sicherheits- päkt bedrohe die Bündnisverträge Frankreichs. „Ere Rouaelle" schreibt, selbstverständlich seien zahlreiche in der Rote formulierte Vorbehalte nicht annehmbar, für den Augenblick trete jedoch alles zurück hinter der bedeutsamen Tatsache, daß französische und deutsche Minister sich ernstlich und sachlich über die Garantie der Sicherheit und des Friedens oer- ft ä n b i g e n wollen. Marokkanisches Einreiseverbot für Deuls^e. Berlin, 20. 3uli. (WTD.) Die kürzlich zwischen der spanischen und der französisch^ Regierung getroffene Uebereinfunft, wonach beide Mächte gemeinschaftlich die Kontrolle der spanisch-marvkkani- s ch e n S e e f ü ft e zum Schutze gegen unbefugtes Betreten nichtoffener Hälen und der E.nfuhr von Waffen und Kriegsgerätschaften nach Marokko durchführen, gibt Veranlassung, darauf hinzu- weifen, daß als Seegrenze für d.esen Küsten- strich eine Sechs-Seemeilenzone angenommen wird. Gleichzeitig fei noch eiranal drin- nend davor gewarnt, die Einreise nach Französisch-Marokko und nach der internationalisierten Zone von Tanger zu unternehmen, da Reichsdeutschen das Betreten dieser Gebiete ohne vorherige Erlaubnis auf Grund einer Verordnung des Sultans von Marokto aus dem Iahre 1920 bei Gefängnis und Geldstrafe verboten ist. An diesem Verbot wird auch durch das in Paris am 18. De- «miber 1923 unterzeichnete Abkommen über das neue Statut der Tangerzone nichts geändert. Als Betreten dieser Zonen w'rd es schon angeseben. wenn Deutsche an Bord von Schiffen die Sechs-SeemeUenzone bdafkea. der deutschen vitgren.i bereit sei. In Paris fr gestellt, alS habe man .... netts Baldwin-Chamberlain Die Regierung Luther-Stresemann erst laßt den Paktvorschlag au Man behauptete, Deutschland triebe wieder einmal eine Politik des .divide et rmpera In Wirklichkeit hat die ReichSregierung lediglich die Initiative in einer Sache ergriffen, die ohnehin eine schleunige Lösung erheischt, wenn nicht neue ernste Spannungen und Zerwürfnisse un östlichen Mitteleuropa entstehen sollen. Man tut gut. sich praktische Beispiele deutsch-polnischer und deutsch-tschecho- flowalischer Schiedsverträge vorzustellen, wenn man die Bedeutung einer Garantte ermessen will, die Frankreich so gerne für sich monopolisieren will. Es könnte z. B. über den faktischen Wiederzusammenschluß deS zerspaltenen Obe r - s ch l e s i e n s eine Einigung zwischen Deutschland und Polen auf Grund eines Schiedsspruches herbeigeführt werden. Die drei Iahre, die seit den Genfer Abmachungen über Oberschlesien verflossen sind, haben bewiesen, daß die beiden Seile getrennt nicht lebensfähig finik Run sicht aber fest, daß nur Deutschland, nicht aber Polen, r e i t e n. wenn sie der Ansicht sind. 16. Iuni überreicht hat. besagt u. a. folgendes: ^st ein deutscher Vorstoß gegen die Bestimmun- Die deutsche Regierung hat die von Seiner gcn übcr ,>ie Demilitarisierung des Rheinlandes Exzellenz dem französischen Botschafter Herrn vorliege. d e M a r g u e r i e am 16. Iuni überreichte Rote Ebenso bedenklich wären die Folgen, zu auf das deutsche Memorandum vom 9. Februar benen die in der französischen Rote vor- einer eingehenden Prüfung unterzogen. Sie ent- erschlagene Konstruktion einer Garantie für nimmt aus der Antwort mit Genugtuung, daß frtC abzufchließenden S^iedsderträge führen die französische Regierung und ihre Alliierten konnte. grundsätzlich bereit sind, eine Festigung des $jc ©atanlen würden zwar von bestimmten Friedens gemeinsam mit der d e ut - Voraussetzungen abhängig sein. Der Garant hätte schen Regierung auf dem Wege der Ermessen darüber zu entscheiden, ob diese Verständigung herbeizuführen und aE)Cr bag CRccbt, nach freiem, einseitigem hierüber in einen gegenseitigen Mein u n gs - Doiaussehungen im gegebenen Falle zutreffen, austausch einzutreten. Die alliierten Regie- Das würde bedeuten, daß der Garant zu be- rungen wünschen indessen vor der Einleitung stimmen hätte, wer bei einem Konflikt zwischen sachlicher Verhandlungen eine weitere Kla - - •• - ‘ rung der in dem deutschen Memorandum berührten Fragen und machen ihrerseits eine Reihe konkreter Vorschläge, zu denen sie die Stel- । ^enn er gegenüber dem einen xomragenren lungnahme der deutschen Regierung erbitten. I rch ein Sonderbündnis verpf lich- Die alliierten Regierungen betonen in ihrer tet ist. Es liegt auf der Hand, daß das Ga- Rote vom 16. 3uni, daß die Regelung der Sicher- rantiesystem durch derartige Konstruktionen e i n- bei tö frage keine Aenderung der Frie- f eitig zu ungun ft en Deutschtanos densverträge mit sich bringen dürfe. Die durchbrochen werden wurde. Das oiel Der deutsche Regierung vermag aus den Ausführun- wirklichen Defriediaung, wie es von Der Deut- gen der Qlote über diesen Punkt nicht ohne sch^n Regierung in Uebercinftimmunq mit Den weiteres zu erkennen, welche Tlbsicht die atü- alliierten Regierungen angestrebt wird, wäre ierlen Regierungen damit verfolgen. nicht erreicht. Die deutsche Regierung mochte sich - " 1 deshalb der Hoffnung hingeben, daß ihre Besorgnisse in diesen Punkten von den alliierten Regierungen beseitigt werden können. Sie glaubt das umsomehr erwarten zu dürfen, als sich das Garantiesh st em sonst mit dem Geiste der Bölkerbundssahung nichtinEin- klang bringen lassen würde. Während nach der Böllerbundssahung die Frage, ob eine erschlesien 40,0, Oberschlesien nur 14,7. M Mehrspänner (Tandem). 1. Preis Fritz Schlüter-Dietzen, Fahrer: Ernst Bieler. Jagdspringen, Klasse M. Ausgleich. L Preis Gebr. Schwan A.-G.-Gießen, a. dklbr. St. Hella, Reiter: Haussauer. 2. A. Moulson-Frankfurt, Sjähr. F.-W. Pilatus, Reiter: Paul Heil. 3. M. Jakobi-Frankfurt, a. br. W. Dikki. Digmens, Reiter: Turnen, Sport und Spiel. Schwimmerfolge des T.D.v.1846 Dei dem am Sonntag in Arheilgen statt» gefundenen Wettschwimmen des 1. Gauverbands des 9. MittelrheinkreiseS der Deutschen Turner» schast konnte dec Turnverein Gießen von 1 8 4 6 glänzende Siege mit nach Hause nehmen. Emil GeiSmar. 1. Sieg, Mehrkampf (Turner- Mittelstufe : Gustel Linden st ruth, 2. Sieg, 100 Meter Brustschwimmen (Turnerinnen-Mittel- ftufe); Ehristian Ziegler, 3. Sieg, 100 Meter Brustschwimmen (Turner-Mittelstufe). Die Genannten werden fich auch am Kreisfest beteiligen. Reit- und Fahr-Weltbewerb in Giehen. Dom schönsten Wetter begünstigt, fand am Sonntag aus Btchlers Hardt ein vom Reit- und Fahrklub Gießen und Umgegend veranstalteter Reit - und Fahr-Wettbewerb statt. Das Vorgefühle Pferdematerial war von ausgezeichneter Beschaffenheit, die sportlichen Leistungen hervor- ragend. Die Darbietungen fanden bei dem Publikum, das inan nur noch in gröherer Zahl herbei- gewünscht hätte, mit Recht lebhaften Beifall. Nachstehend die Ergebnisse: Eignungsprüfung für Reitpferde (o. M.) Leichte Klasse). 1. Preis Oekonomierat Müller-Neuhof Sjähr. Sch.-St. Poli, Reiter: Besitzer. 2. Fritz Schlüter Gießen Sjähr. br. W. Deutschmeister, Reiter: Hofmann. 3. Hauptmann Habenicht- Kassel 7jähr. F.-W. Bleibtreu, Reiter: Besitzer. 4. Hauptmann Faulenbach-Gießen 7jähr. br. W. Bob, Reiter: L. Schömbs. 5. Walter Brückmann- Jugend übergab. Nachstehend bringen wir einen Auszug aus den Wettbewerbs-Ergebnissen: Wanderfahrt Gruppe A: 1. Aad» fahrerverein 1885 Dießen 16,5 P. Wanderfahrt Gruppe B: 1. R. El. Germania Gießen 17,5 P. 2. R. Gl. 1835 OTar- burg a. 2. 16,5 P. 3. R. D. 1890 Alsfeld 13 P. Wanderfahrt Gruppe C: 1. R. D. Fortuna Gießen 14.1 P. 2. R. B. Germania Wißmar 13 P. 4. R. D. 1900 Wieseck 10,5 P. 6. R.D. 1894 Aidda 10 P. 8. R. B. Ober* schmitten 7,82 P. Korso Oruppe A: 1. R. B. 183j Gießen 12 91 P 2 R. B. 1837 Wetzlar 10,69 P. Korso Gruppe B: 1. 1B. Germania Gießen 12 P. 2. R.D. die Wanderer Gießen 1163 P. 3. R.D. 1390 Alsfe.d 11,34 P. Korso Gruppe S: 1. R.D. Zorlu-a Sie- tzen 11,36 P. 4. R. D. Germania Wchmar 10 97 P 5. A. B. Teutonia Krofdorf 10,76 P. 6.' R. D. Nidda 10,72 P. 7. A D. Droßen- Linden 10,34 P. 8. A. D. Oberschmitlen 1010 P. Schmuck» Korso: 1. A.D. 1895 Lollar 11,38 P. 2. A.D. Butzbach 11,17 P. Jugend» Korso: 1. A. D. 1891 OHatburg 9,63 P. 2. R. B. 1900 Wieseck 9,27 P. 3. R. D. 1885 Gießen 8.73 P. 4. A.D. 1891 AU selb 8 53 P. 5. A. D. 1895 Lollar 8,48 P. 6. A.D. 1857 Wetzlar 8,35 P. 6er Jugendreigen: 1. R.D die DLan» derer Gießen 8,73 P. 2. A. D. 1887 Wetzlar 8 35 D. 3 A. D. 1900 Wieleck (Mädchen) 8,20 P. 4. R. D. 1900 Wieseck (Knaben) 8,07 P. 6. A.D. Germania Gießen (1.2!.) 8 P. 7. A. D. die Wanderer Gießen (2. 21.) 7,80 P. 8. A.D. Germania Gießen (2.M) 7.16 P. 9. R.D IWo l Warburg 6,70 P. 10. A. D. 2!ldda 6,09 P. 6 e r S ch u l r e i g e n: 1. A. D. die Wanderer Gießen 9 60 P. 2. A.D. Germania Gießen R 3. R.D. 1887 Wetzlar 9,48 P. 5. A.D. 1900 Wieseck 9,27 P. 8er Schulreigen: 1. A. D. Germania Gießen 9,57 P. 3. A. D. Aidda 8,98 P. 8er Schmuckreigen: 1. A.D. 1885 Diesten 8,35 P. 2. A. D. Butzbach 7,69 P 3. 2. 2. 1895 Lollar 7,60 P. ler Kunstfahren: 1. Willi Döbel, Wetzlar. , 2er Kunstfahren: 1. A. D. Germania r^u n ft f o b r e n Klasse A: 1. A.D. ^^ß'eSunftfa&ren Klasse B: 1. A.D. 1887 Wetzlar. 2er Radball Jugend: 1. A. D. Germania Gießen. 2. A. D. 1885 Gießen. 2er Aadball Klasse A: 1. A.D. Ger- mania Gießen (1.2!.). 2. A. D. 1865 Dießen. I 3. Ä. B. Germania Gießen (2. 2t). 4. A. D. Teutonia Krofdorf. 3er Aadball: 1. A.D. Germania Gießen (I.W.). 2. A. D. Krofdorf. 3. A. D. Germania I Gießen (2. 27.). mehr aber durch ihre mächtigen Schlapphüt» oder gar Zylinder, dem Strahenbild ein ungewohntes Aussehen geben. Da» schadete weiter nichts, aber den Leuten sitzt da» Messer sehr locker, und bei der geringsten Gelegenheit stechen sie drauf loS. So griff eine Schar dieser Döste Sonntag abend ohne jede Ursache am Zahrtor zahlreiche Ausflügler, die von Schwan- Heim heimtehrten, an, und ging mit Messern auf sie loS. SS entstand eine blutige Raufe re i, bei der eS zahlreiche Derletzte gab. Erst die Polizei trennte die Streitenden und verhaftete dann die streitsüchtigen Hamburger. Sjähr. F.-W. Pi Jakobi-Frankfurt. DbcrL a. D. Befiel. 4. C. F. Andreas-Frankfurt. a. Flb. D. Angftmener, Reiter: Besitzer. 5. Stall Wal- ter-Frankfurt, Sjähr. br. W. Triumpf, Reiter: Paul Heil. 6. Hess. Schutzpolizei-Darmstadt. 8jähr. Sch.- W. Quäker, Reiter: Ma,or Freycr. 7. 5. Esk. 16. wurden vier Personen, wegen Diebstahls. bei den beiH* atlassen. ®«> ten öf'entMn W n den letzten Monaten matt. Die Gesamt- >i den hessischen Sssent« m Halbjahresende 28,4 W °ls.bas am Ende des > ZunnalM un erltin 0 5 Millionen Wart iß iJ eoa „ ttie3»r e Sinreise.lv das 'N Po-r e , i^einigung gjjjen '^!-ha'.tserlaubni^i ibleÄng), iecnlIflflm'ebt a18 "^dem Kri-^ vor dem w ingen -IMlst' geht sre ^-?ßamburg :einen ? •.’» gm Wr E Lche« sich b'-e '7 mrooinzen nvrovl^ iß? au‘ '"^'-Depreuheu Palens Bayern v <23 W Ort ihm sehr zustatten kommt. In Amerika wird nämlich häufig Bekanntmachung mit Anlockung identifiziert. Es soll von jemanbem oder von einer Sache gesprochen werden, ob in gutem oder in schlechtem Sinne, ob in einer damit unmittelbar zusammenhängenden oder dafür nebensächlichen Angelegenheit, ist gleichgültla: man wird ausmerksam, und das ist die Hauptsache. Der Gerichtshofpräsident in Dayton dachte vermutlich so: 3e mehr von Dayton gesprochen wird, desto höher steigen die Grundpreise. Der Assenprozeß- ikandal ist also ein gutes Reklamemittel wie überhaupt jedes Ereignis, das sich zur Reklame eignet. Deshalb veröffentlicht man in Dayton nun auch mit Nachdruck, daß die Schulinspektion Well» „The Outline of History" auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt habe. Das Interesie des Gerichtspräsidenten für den „Affenprozeß" aus felbstsüch- tiqcn Motiven wird allerdings auch nur von Mister Gibson behauptet. Es ist möglich, daß diese ganze Erzählung auch nichts anderes als eine Ersmdung ist, die dazu dienen soll, die reaktionären Kreise von Tennessee oder vielleicht auch die freisinnige Oppo- Am Sonntag früh weckte tne Darckaptile des Lahngaues unter Leitung beS MusikdtrektmA Topp die Bewohner Lollars rmd ihre Gaste. Lim 7 Uhr begannen auf -wer «^flachen die Wettkämpfe im Aeigen- und Aadball!prel. Während GausaalfahrwartK e ß l e r Ine s^alst^rt' lieben Wettbewerbe leitete, herrschte in der Zrel- konttolle für die Wanderfahrt reges Leben und Treiben. Sämtliche gemeldeten Deretne und Einzelfahrer trafen am Ziel in der vorgefchnebenm Zeit ein. Um 12 Ubr formierte in der Gießener Straße ein Korso Mehr als 5V Der- etne beteiligten sich an diesem großen lixttpe- tPerbe. Auf dem Festplatz begrüßten dann Bürgermeister Schmitt- Lollar und der Vorsitzende des Doreins, Georg Schnell, die Festgaste. Gauvorsihender Karl Del Unger» Alsfeld überbrachte die Grüße des Lahngau^ und über- reichte dein Lollarer Derein anläßlich feine» 30- jährigen Bestehens einen Bannernagel. Diethe des neubeschafften Dereinsbannerö nahm Bürgermeister S ch m i t t vor. Gauehremnitglied A a - ting übergab das prächtige Gaubanner dem Lollarer Derein, der eS überlieferungsgemaß diS zum nächstjährigen Gaufest in Derwabrung zu nehmen hat. Fritz K l in g-Wetzlar uberbrachtt die Grüße des Landesverbandes Hessen und des Südbezirks vom Lahngau, altichzeittg ebmfalls einen Bannernagel überreichend. Punkt 8 rlhr abendS fand die Preisverteilung statt. Konzert, Tanz und vielerlei Volksbelustigung hielt jung und alt noch recht lange fröhlich beisammen. Am Montag fand der übliche Frühschoppen mit Konzert statt, welchem sich mittags ein no$- maliger Festzug und auf dem Fest platz vielerlei Jugendw:ttbewerbe cmschl:ssen. Auch der Jugend I formte man schöne Ehrengaben überreichen, die Dundesvertreter Karl A o l l - Kirchhain der Bornotizen. — TogeSkalender für Mittwoch. Httckus Eorth-Althofs: 8 Llhr Darstellung. - Lichtspielhaus Bahnhofstr.: „Äantmermuhr . Kreis Friedberg. Dto. Butzbach, 21. Juli. Linser DolkS- i bildungSverein Netz in jedem Jahre durch die Landeswanderbühne, bzw. das Rhein-Main- DerbandSthcater dem hiesigen Publikum mehrere gute Theaterausführungen bieten. Leider war der Besuch oft ein so geringer, daß die Unkosten nicht gedeckt werden konnten und die Stadt, helfend cintreten mußte. Ilm das in 3ufunft ju vermeiden, um aber andererseits mustergültige Lhealervorführungen wiederum in die 2kgc leiten zu können, wurde letzthin in einer Der- sarnrnlung der DereinSvorstand« beschlossen, durch diele Listen zwecks Einzeichnung von Tyeaterinterefsenten. die sich UErpflichten. wöchentlich einen Mindestbeitrag von K) Pfennig zu leisten, zirkulieren zu lassen. Die Cinzeichner erwirken hierdurch das Aecht, vier Aufführungen, und zwar am 11. Aovember d. Js^ 28. Januar, 2. März und 4. Mai nächsten Jahres besuchen zu können. _ , . ' Butzbach. 21. 3uli. Der zum Bürge r- meister unserer «t a d t gewählte Düi-ger- meister Joerike auS Lwrcha hat die Wahl nicht angenommen. Bürgermeister Joerike ist gleichzeittg in einem anderen Orte zum Bürgermeister gewählt worden. Kreis Schotten. O Schotten. 21. Juli. Dm SamStag. Sonntag und Montag wurde hier der Ober- hessische Feuerwehrtag abgehalten. Am Samstagnachmittag tagte die ® elegiert en- versammlung in der Turnhalle. Abends zogen die Schottener Dereine und die Delegierten auf den Festplatz. Es herrschte bald ein regeS Treiben. Die Schottener Dereine verschönten durch verschiedene Darbietungen den Abend. Sonntag vormittag um 11 Uhr wurde von der Sdpttcncv Wehr eine Schulübung abgehalten, die hewieS. daß sie an Schlagfertigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Leider gab es einen Unfall, da ein Feuerwehrmann ausglitt und sich einen Armbruch zuzog. Nachmittags bewegte sich ein Festzug durch die Straßen der Stadt, wie ihn Schotten noch niemals zu sehen bekam. 16 Musikkapellen wirkten mit. Alle Häuser waren beflaggt und mit Tannengrün verziert. Auch die herrliche Lage des Festplahes auf dem Boätzahl ward: viel bewundert. Abends wurde ein großartiges Feuerwerk abgebrannt, das große Bewunderung hervorries. Das Wetter war äußerst günftig. und so trug alles dazu bei. um dem Fest einen würdigen Verlauf zu sichern. Ein am Montag einsehender Gewitterregen verdarb auch die Stimmung am Montag nicht. lg. Gedern, 20. Juli. Am gestrigen Sonntagabend sand Im Saale des Dergwirtshauses zum De st en des Krankenhauses ein .Bunter Abend" statt. Die Deranstaltung war wohl gut besucht, doch wäre in Anbetracht des guten Zweckes, dem sie dienen fotlte, ein noch besserer Besuch aus möglichst allen Kreisen unserer Einwohnerschaft d irchaus wünschenswert gewesen. Die vielseit gen fess-lndm Darbietungen standen durchweg auf hoher Stufe und bereiteten allen Gästen einige sehr genußreiche Stunden. Kreis Lauterbach. hml. Lauterbach. 21. Juli. Die Oberschwester und Leiterin des hies gen Krankenhauses, Marie Brück, aus Grotzen-Duseck gebürtig, ist am vergangenen Montag im Mutterhaus« Elisabethenstift zu Darmstadt verstorben. Sie war fast 27 Jahre hier in Lauterbach, zunächst als Stadtschwester und nachher als Leiterin des Krankenhauses, tätig. In barmherziger Liebe und treuer Pflichterfüllung hat sie stets ihres schwrren Dienstes gen>art t. Durch di« schwere Kr.egs- und Aachkriegszeit hat s e mit Umsicht und sicherer Hand unser Krankenhaus hindurchgeführt und es zum Segen der Stadt und des Kreises erhalten. Starkcnbura un^ Rheinhessen. TU. Darmstadt. 21. Juli. Zu dem Raubüberfall aus Station M e s s e l bei Darmstadt erfahren wir noch, daß der Aädelssührer ein mehrfach vorbestrafter Einbrecher, der 28jährige Dreher G e r i g aus Dürnberg ist. Gerig. der infolge der Schußverlehungen. die er bei seinem heftigen Widerstand gegen die Polizei erlitten hat. noch vernehmungsunkähig ist, war von seinem Komplizen anqc'.c gt worden, weshalb der Raub in le'.tcr Minute vereitelt werden konnte. fpd. Ofsenba'ch. 21. Juli. Don «’nem Gerüst des städiil hen Gaswerks stürzten zwe i Monteure ab Sie wurde,: l ebens - Der Affenprozehsnandai von Daylon. Der „Affenprozeß" hat dem Städtchen Day- ton im Staate Tennessee, in dem das Epektakel- stück vor sich geht, zu nationalem Ruhm verholsen, zu schön, um nicht geschäftlich ausgenuyt zu werden, ilnb Dayton trifft alle Anstalten, um die Dorteile aus dem großen nationalen Vergnügen zu ernten. Dor einigen Jahren machte Shelbhy. ein Gehösi in Montana, für sich Reklame. indem cs einen seiner Bewohner nut dem Wclimeister Dempsev boten ließ. Dayton bedient sich zu demselben Zweck DarwinS. Ss ist nämlich nach verschiedenen Berichten auS Amerika nicht ausgeschlossen, daß der gan^t Prozeß einsach ein ..Reklameschlager" ist. Ein amerUantfcbce- Annoncenbureau, die Gibson Ad- vertising Agencv. behauptet eS wenigstens. Ss hat die Stadt Dayton auf Bezahlung von fünfzehnhundert Dollar beklagt. daS ist auf Entrichtung des Preise- für seine Idee, Dayton mit Hilse Darwins der Welt zu entdecken. Mister Gibson schwört hoch und teuer, daß ihm die Idee, den .Assen zu ReName-wecken zu verwenden", sofort kam, nachdem der Gouverneur von Tennessee da» Gesetz unterfertigt hatte. daS den ilnterricfrt in der Entwicklungslehre verbietet. Zuerst wollte er die Stadt Chatta- nooga für die Sache interessieren, aber die Obria- fclt dieser Gemeinde hatte nicht den 2Tut. sich in dieser Richtung zu betätigen, und lehnte e» ins- besondere entschieden ab, die Komödie zu nisze- nieren, wie ein Lehrer auf frischer Tat ertappt wiri>. der den Darwinismus lehrt. Dayton scheint solche ‘Dcbenlcn nicht gehabt zu haben, dort soll man sogar in richterlichen Kreisen daS nötige Interesse entgegengebracht haben, da der Präsident des Gertchtshoses eine ansehnliche Menge Grundstücke in Dayton besitzt und Reklame für den Land Ä'iiiit ■ Qn unf das » bS* M in Do». Rar( ^e'ntn Wty 5*n schon °hnt übJi? "ach- ^triL^er ömnn UnX zieh«, .Net } mch bit9 n^4x * ninuS xr, ffjjw LK 5 G M gegen • l0Lhr '• y dabei formt, S !• Mschrn) unter Lei! Mber stakt. Dor- l« nach Stmuh, Oudertiire zur sbad - 3. DoieuL, ,zr Oper .Der slie- agner. 4. Künstler- 11D- 5. DÄeMlerj- iöigte? Der Polizei, wurde der Artist Rich, 'mmen, der bei feiner Komplize Ende Öuni ostenstehenden Fenster n Eietzen eine Heine ine Anzeige liegt hier :b ersucht, bei der hie- leiden. rüche. Der Polizei, abends zwischen 8 und mse der Ditanlage ein rt und dabei zirka 400 cht zum 18. Fuli wurde afce ebenfalls ein Doh. )ier 70 Mark Bargeld chen verwendet: Ein •5 golbtnes Nmbanb rät einem e StantSanger-örigkeit verloren haben. Mauk- un"> K'aun.s-uche Horbach. Auslösung der öfsentkichei' Wa sergen-ss-Tckcha't Jm Feld- chen" zu Rö:hg s Dok's-, Berufs- und Betriebs- zählurrg 1925. Sttaßensp rre in Reiskirchen. Eingesandt. »Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stchenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Pnf-s'»- n ">ng.) Die Ttttdtvetordnelenionhlen scheinen Einzelnen nicht früh genug getätigt zu werden. Für Donnerstag abend hatte z. B. ein Handwerksmeister versck e.e e Bereinigungen zu einer Besprechung über die Bildung eines „Bürgerblocks" für die Sladtrerordneten- wahl eingela^cn. Trotzdem ein einheitliches Dor- gehen aller bürgerlichen Krei'e bei allen Wählern, die fich mit die er Frage belchäftigen, von vornherein seftzustehen sche'nt, treibt die er Einverufer, um bestimmte Zwecke zu erreichen, einen Kerl in diese Front. Er wird Rachahmer, die auf einem anderen Weg nicht ins Stadtparlament kommen können, finden und darf sich dann rühmen, nur um Sonderinteressen zu erreichen, der Zerstörer der Einheitsfront ge e en zu fein und die Bürgerlichen geschwächt zu haben. ** Rundfunk-Programm des Frankfurter TenderS. (Aus der .Radio-Umschau".) Donnerstag, 23. 3ufi. 4.20 Uhr: Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uhr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Alte Lustspiel-Ouverlüren. 6 Uhr: W rischastsmeldun- gen. 6 bis 6.30 Uhr: Die Le'estunde (AuS fernen Ländern) Aus dem Buch Südamerika, die aus- steigende Tvelt, von (Solin Roß. 6.30 bis 7 Uhr: Uebertragung von Kas r „Probleme des Geigenbaus", Dortrag von Johannen Bosch. 7 bis 7.30 Uhr: Stunde de^ Südbe..tschen Radioklubs: Dortrag von Dipl.-Ong. Deutsch: „Derfuche an einem Reutrodyenempst.mger'. 7 33 biS 8 Uhr: Sprachlich« und pratti>che Hin e e für Italien- reisende. 8.30 bis 9.30 Uhr: Abschiedsabend Erna Deigbert. 10 bis 11 Uhr. Uebertragung von Kassel: Blasmusik. gefährlich verletzt dem Stadtlrankenhaus zugeführt. - Beim Dad?n im osfene:i Main ertrank der 35jähriq' Arbeiter Wilßelm Freitag aus Hüttengesäß. — AuZ dem Man rettete ein HandwerkZeursä^ aus Dre den unter eigener CebenSgef abr en vierjähriges Mädchen, das beim Sp e en in das Wasser gefallen war. Kreis Weilar. !•! Dutenhofen. 21. Juli. Mit dem Fahrrad gestürzt und schwer verletzt ist die 13jährige Erna Jung aus Kle.n- Linden. Sie fufr dm steilen Berg in unterem Dors herab, als die Bremse versagte. Dnd rch lam da3 Mädchen zu Fall und blieb bewußtlos liegen. Der sofort f>er5e:geeilte Arzt stellte Gehirnerschütterung fest und st:ß d:e Schwerverletzte nach Klein-Linden Übersuhren. Hessru-Naslau. xx Biedenkopf, 21. Juli. Eine rege Bautätigkeit macht sich fortgesetzt in gelt tigert em Maße in unferm herrlich gelegenen Lahnstädtchen bemerCbar. Zwei stattliche öffentliche Gebäude werden demnächst in Angriff genommen, nämlich e.n neueä Kreishaus und ein Haus für d.e Reichsbanknebenstelle. fpd. Frankfurt a. 21., 21. Juli. Wäh- rend einer Bootsfahrt auf dem Main, an der drei Personen teilnahmen, brachte der Student Otto Sanders durch Schaukeln das Boot zum Kentern, so daß alle Personen ins Wasser fielen. Eine Dame und ein Herr konnten gerettet werden. Der Student ertrank. — In der Grempstraße wurde Montag abend ein 13jähriger Schüler von einer Straßenbahn überfahren und eine erhebliche Strecke mitgeschleift. Der Junge, der an dem Unglück selbst schuld trägt, kam lebensgefährlich verletzt in das Krankenhaus. — In Frankfurt weilen augenblicklich zahlreiche Zimmerleute aus Hamburg, die durch weite Hosen und die sonderbaren Ranzen, noch Reiterreg. Hofgeismar, a. Sch.-W. Seidlifi. Reiter: Unteroffizier. 8. Dieselbe a. F.-St. Sennerin. Reiter: Unteroffizier. Gruppenspringen. 1. Preis Hess. Schutzpolizei. Darmstadt. 2. B. Glauberg-Frankstirt, Reiterin- Frl. Schöfer-Mönchbruch. 3. Gebr. Schwan A.-G.-Gießen, Hella. Reiter: Hausicmer. Dieselbe. Bob, Reiter: L. Schömbs. 4. Hess. Schutzpolizei- Darmstadt. Radfahrer-Gaufest in Lollar. Begünstigt vom herrlichsten Sommerwetter veranstaltete der Lahngau deS LandeS- verbandeS Hessen vom Bund Deut- scher Radfahrer in Lollar fett. d'eSiah- riges Gaufest. Ausrichter war der Radfahrerverein 1895 Lollar, der gletd^cthg fein 30jähriges Bestehen beging. Das Fest begann am Dorabend des Haupt- taaes mit einem groß angelegten BegtLßungs- kvmrners Der Bürgermeister von Loliarb^rußte in herzlichen Worten die schon zahlreich erschienenen Gäste. Anwesend waren w a. der LandeS- verbandsvorsitzende Kling-Wetzlar Gauvor- sihender Bellinger- Alsfeld iMd DwUtesver- treter Roll-Kirchhain. Ansprachen deS Dor- siyenden und der verschititenen Ehrengäste wurden angenehm unterbrochen durch radsportliche Darbietungen, Pyramiden und andere Uevungen der Turnvereine, sowie der Gesangvereine von Groß-Karben, 7jähr. GF.-St. Mary, Reiter. Be. sitzer. 6. Gebr. Schwan A.-G.-Gießen, 6jähr. F.-W. Lob, Reiter: Haussauer. 7. Hauptmann Lieb Kassel, 5jähr., Thronfolger, Reiter: Unteroffizier Kolanus. — (Schwere «lasse.) 1. Preis Gebr. Schwan A.-G.- Gießen, 7jähr. Ktf.-St. Wally, Reiterin: Frau Riemann. 2. Oekonomierat Müller-Reuhos. 7jähr. Sch.- I St. Protzki, Reiter: Besitzer. 3. Forstmeister Schüser- Monchbruch, 5jähr. br. W. Halali, Reiterin. Frl. Schäfer. 4. Hanns Müller-Krefeld, 7jähr. br. W. Imperator, Reiter: Besitzer. 5. Fritz Schlüter, 8jähr. br. W. Gouverneur, Reiter: Hofmann. 6. Hch. Gott- mann-Giehen. 6jähr br. St. Marianne, Reiter. Be- itzer. 7. Rittmeister Berger-Hofgeismar, 7jähr. F.- St. Julia, Reiter: Besitzer. Reitprüfung, Klasse A. Abt. A. für Damen. 1. Preis Gebr. Schwan A.-G.-Gießen, 7jähr. Klf.> St. Wally, Reiterin: Frau Riemann. 2. Univ.-Reitinstitut L. Schömbs-Gießen, 12jähr. F.-St. Lotte, Reiter: Gregor!. 3. Univ.-Reitinslitut L. Schömbs, 12jähr. F.-St. Krimhilde, Reiterin- Irl. Rinn. — Abt. B. für Herern. 1. Preis Fritz Schlüter-Gießen, 5jähr. br. W. Deutschmeister, Retter: Hofmann. 2. Rudolf Zülch-Gießen, lOjähr. J.-H. 5)ans, Reiter: Besitzer. 3. W. Löber-Gießen, lOjähr. br. W. Wotan, Reiter: Besitzer. 4. Gebr. Schwan A.-G.-Gießen, a. br. St. Hella, Reiter: Haussauer. 5. Hch. Gott- mann-Gießen, 6jähr. br. St. Marianne, Reiter: Beißer. 6. Walter Bruckmann-Großkarden, 5jühr. F.- W. Siegfried, Reiter: Besitzer. R e i t p r ü f u n g Klasse L, P r e i s' v o m S t. Georg. 1. Preis (Sonderpreis) Oekonomierat Müller-Reuhof, 7jähr. Sch.-St. Protzki, Reiter: Be- itzcr. 1. Hess. Schutzpolizei Darmstadt, 6jähr. schwör. St. Tulpe, Reiter: DbcrL Rettig. 2. Dberl. Hamann- Hannover, a. br. W. Unkas, Reiter: Major a. D. Rette. 3. Forstmeister Schäfer-Münchbruch, 5jähr. br. W. Halali, Reiterin: Frl. Schäfer. 4. Hess. Schutzpolizei-Darmstadt, 8jähr. Sch.-W. Ouäker, Reiter: Major Freyer. 5. Fritz Schl.ckcr-Gießcn, 5jahr. I br. W. Deutschmeister, Reiter: Hoffmann. 6. Rittmeister Berger-Hofgeismar, 7jähr. F.-St. Julia, Reiter. Besitzer. 7. Hauptmann Foulenbach-Gtehen, 7jühr. br. W. Bob, Reiter. L.^Schömbs. Eignungsprüfung für Einspänner. 1. Preis G. Zahn Kassel a. Sch.-St. Anitra, Fahrer: Rittmeister Berger. 2. Fritz Schlüter-Gteßen 8|. br. W. Gouverneur, Fahrer: Ernst Bieler. 3. Gebr. Schwan A.-G., Gießen, 7jähr. Kls.-St. Wally, Fahrer: Frau Riemann. 1. Henn. Reumeyer jun., Win- nerod, 4jähr. br. W. Goliath, Fahrer: Besitzer. 5. Rudolf Zülch-Gietz'n, lOjähr. F. H. Hans, Fahrer: Besitzer. 6. Walter Brückmann-Groß-Karbcn, 7,ahr. St. Mary, Fahrer: Besitzer. 7. Heinrich Gottmann- Eictzen, 6sähr. br. St. Marianne, Fahrer: Bescher. R e i t p r ü f u n g , Klasse M. 1. Preis Ritt- | meister Bcrger-Hosgeismar a. br. W. Pnnz, Retter- Rittm. Berger. 2. Forstmeister Schaefer-Mönchbruch, 5jähr. br. W. Halali, Reiter: Frl. Schueser. 3. G. Zahn-Kasiel a. Sch.-St. Anitra, Reiter: Rittmeister Berger. 4. Hans Müller-Krefeld, 7jähr. br. W. 3m« perator 6., Reiter: Besitzer. Jagdspringen, Klasse A. 1. Prets Gebr. Schwan Gießen a. br. St. Hella, Reiter: Haussauer. 2. P. Heß-Dorttlweil, 7jähr. F.-St. Kitty, Reiter: Besitzer. 3. H. Brückmann-Neuhvs a. Sch.-St. Polinka, Reiter: P. Heß-Dortelweil. 4. Forstmeister Schaefer-Mönchbruch, 5jähr. br. W. Halali, Reiter: Frl. Schaefer. 5. Unio.-Reitinstitut, L. Schömbs, 12j. F.-W. Fritz, Reiter: Besitzer. 6. Rudolf Zülch-Gießen, lOjähr. F.-H. Hans, Reiter: Besitzer. Jagdspringen, Klasse L, Ausgleich. 1. Preis Stall Walter-Frankfurt, 5jähr. br. W. Triumph, Reiter. Walter Strauß. 2. Gebr. Schwan, A.-G.-Gießen, 6jähr. F.-W. Bob, Reiter: Hauß- auer. 3. C. F- Andreas-Frankfurt a. F.-W. Angst- meyer, Reiter: Besitzer. 4. 5. Esk. 16. Retterreg.-Hof- geismar a. Sch.-W. Seidlitz, Reiter: Unterofsizicr. 5 Oberst Hamann-Hannover, 7jähr. dklbr. W. Beo- wuls, Reiter: Besitzer. 6. Hesi. Schutzpolizei-Darmstadt, 7jäbr. dkst o-’®- Seppel, Reiter: Wachtm. 7 Hch. Brückmann-Reuhos a. Sch.-St. Polinka, 'Reiter- P. Heß. 8. B. Glauberg-Frankfurt, 8jähr. Sch.- W Effekt 2, Reiter: Besitzer. 9. PH. Heh-Dorielweil, 7jähr F.-St. Kitty, Reiter: Besitzer. 10. Paul Heil- Frankfurt, bjähr. dklsch. W. Marmor, Reiter: Besitzer 11. Stall Walter-Frankfurt, lljähr. Sch.-St. Tlarietta, Reiter: Walter Sttauß. Eignungsprüfung für Zwei- und Mehrspänner. 1. Preis Karl Reuschaeter-Bret- denbach, Fahrer: Besitzers. G. Zahn-Kassel Fahr.: Besitzer. 3. W. Schaefer-Marburg, Fahrer: Besitzer. , 4. Gebr. Schwan, A.-G., Gießen, Fahrer: Herr Nie- mann. 5. Univ.-Versuchsgut Gießen, Fahrer: Rühk. Praxis geschlossen MM MM Vertreter: Dr. Buchinger Dr. Fischer. 7077D________________ Wegen Elektrifizierung des Betriebes sofort gegen Höchstgebot ab Grube zu verk.: 1R. Wols'sche lieg. Lokomobile mit Kondensation, 52—72 P.S., 160 Umdrehungen pro Minute, Heizröhren- kefiel für 11 Atm., 17 qm Heizfläche, 1 Steinmüll.-Wasferrohrkessel mit Oberkessel, 7*/3 Atm., Heizfläche 22,6 qm, 1 einzyl. Dampfmaschine 25 P.S, 1L Umdrehungen pro Minute, Kolbenschiebersteuerung. 7081D Grube Königsberger-Gemarkung in Königsberg sKretS Biedenkopf. Nur noch wenige Tage! Circus Corty-Althoff Gießen, Owwaldegarten Heute, Mittwoch, SS. Juli 1925 nacht». tW 3 "VS Uhr Einmal. Kinder u. Familien-Vorstell. mit ungekürzt. 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Leon Daudet. : Liberte. Wank 2, Der nat demokratische Ü Industrie v rcr; de Wend Scho dr Paris ßlfälfer und 'S)' blikamlch^demol AchublilanW cherer "Betomi taten Klonten ginoi, Le Tro blilaner. Ri Fertigindustril bäte: 36. Dem natia Mim, Intran xMtöe aus TmchS, 3oum 8. Das L Richtung: M ftärferct Dell Führer. Qou 41. b) Sozial' tretung eines Intellektuelle Painleve, d c) Radikale i 3ntereffenber Kleinhandels Sozialisierung Mer: $eri Kloh, Malvtz Dichtung: 3r Klembürgertu chast. Für E §Mre, Paul Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß plötzlich und unerwartet am 20. Juli, abends 5 Uhr, durch Unglücksfall mein lieber Sohn, Bruder, Schwager und Bräutigam Heinrich Dörr Das grösste Sportfest der Welt 3m uh Bon 6 Rückwärts konische Lan! utudjtbarteit, baumwürgend« Maisdschungeh wsgebörrte { w einem bla b«Ip'he Hut 9* rmtzte Akchlem? Col »er y« der Ew Phantom: di- S ober hun S r gekrönt Sn>2Iuton i- &'L Znk ?nne. 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Gegen baS Kabinett stimmten 103 Sozialisten. 77 Radi- kalsozialisten. 16 republikanische Sozialisten. 29 Kommunisten^ für das Kabinett 43 Radikalsozialisten. 20 Sozialisten sowie die „Mitte" und die Rechte. Diese Ziffern sind über die augenblick- liche Wirkung hinaus lehrreich. Sie kennzeichnen die Struktur des französischen Parteiwesens, das wesentlich anders geartet ist als in den anderen Ländern Europas. Typisch für Frankreich ist, daß die Parteigruppen im Palais Bourbon sich entweder wegen eines gerade im Vordergrund stehenden Programmpunktes bilden, oder auf Grund des Programms irgendeiner Persönlichkeit zustande kommen. Dem französischen Wähler ist es nicht so wichtig, welcher Kammersraktion sich sein Kandidat anschlieht — wichtiger ist, daß die Person des Kandidaten ihm behagt. Diese Einstellung hat zur Folge, daß nie mit Sicherheit zu sagen ist, wie bei Abstimmungen sich die Gruppen — man kennt in Frankreich kaum den Fraktionszwang — spalten werden. Aus diesen Verhältnissen heraus ist es auch erklärlich, daß das Ausland sich unter den französischen Parteien kaum auskennt. Ein Ueberblick hierüber wird unfern Lesern daher willkommen sein, um so mehr, als die innerpolitische Krise in Frankreich nur bis nach den Parlamentsferien vertagt ist. Wir werden im Herbst in Frankreichs schwerste innerpolitische Kämpfe sehen. Es wird sich erweisen. ob Painlevö. bisher der Mann des Linkskartells, weiter regieren kann, aber dann als Vertrauensmann des aus Paincar6s Zeit her hinlänglich bekannten nationalen Blocks. Wir unterscheiden vier große Parteigruppen. 1. Die Reaktionäre, Außenseiter des nationalen Blocks. Richtung: Royalistisch. Führer: Leon Daudet. Presse: Action sran^aise, Gaulois, Liberte. Mandate: 29. 2. Der nationale Block: a) Republikanisch- demokratische Union: Richtung: Vertretung der Großindustrie und des Großgrundbesitzes. Führer: de Wendel, Taittinger. Presse: Journal, Echo de Paris. Mandate: 104. b) Demokraten, Elsässer und Dissidenten. Mandate: 14. c) Republikanisch-demokratische Linke. Richtung: Wie die Republikanisch-demokratische Union, mit schwächerer Betonung der wirtschaftlichen und klerikalen Momente. Führer: Reibel, Colrat. Ma- ginot, Le Trocquer. Mandate: 43. d) Linksrepublikaner. Richtung: Interessenvertretung der Fertigindustrie. Führer: Dariac, Leygues. Mandate: 36. Dem nationalen Block dienen außerdem noch: Matin, Jntransigeant. sowie die von der Schwerindustrie ausgehaltenen Zeitungen Figaro, Demps, Journbe industrielle. 3. Das Linkskartell: a) Die radikale Linke. Richtung: Aehnlich der der Lircksrepublikaner mit stärkerer Betonung der Interessen des Handels. Führer: Voucheur. Peret. Rehnaldy. Qltanbate: 41. b) Sozialistische Republikaner: Richtung: Vertretung eines Teiles des Kleinbürgertums, der Intellektuellen und Beamten. Führer: Driand, Painleve, dc Moro-Giafserie. Mandate: 48. c) Radikale und Sozialistisch-Radikale: Richtung: Interessenvertretung des Kleinbürgertums, des Kleinhandels und der kleinen Fertigindustrie. Für Sozialisierung der Eisenbahn, der Bergwerke usw. Führer: Herriot, Caillaux, Franklin Bouillon, Klotz. Malvy. Mandate: 140. d) Sozialisten, Richtung: Interessen eines kleinen Teiles des Kleinbürgertums und großen Teiles der Arbeiterschaft. Für Sozialisierung. Führer: Leon Blum, Faure, Paul Doncourt. Renaudel. Mandate: 105. 3m unbekannten Italien. Von Gustav W. Eberlein, Rom. Rückwärts schauend — welche Phantastik! Vulkanische Landschaft, überwuchert von wahlloser Fruchtbarkeit, wogende Aehrenfelder zwischen baumwürgenden Reben an Olivenhängen voll Mai-Dschungeln. Höhlenbewohner. Blendendwciß ausgedörrte Flußbette, urweltliche Riesenhörner vor einem blanken Fenster erster Klasse, während der spitze Hut des Büffeltreibers beinahe die elek- ttifchen Drähte berührt. Geduldig kletternde Esel. Jerusalem? Colonna! Geschlechter steigen aus dem Grab. Auf der Höhe: weit, weit am Horizont, am Rande der Ewigkeit, der ewigen Campagna em Phantom: die Peterskuppel. Isoliert aufsteigende spitz oder hundenasenhaft zulaufende Bergkegel, jeder gekrönt von grau verwittertem Gemäuer. Rasen die Automobile hinauf: Städte aus vorromi- scher Zeit. Zyklopische Mauern. Eine Akropolis. Eingestürzte, flüchttg abgedeckte romanische Kirch, türme. Wasserträgerinnen, die Conca aus dem Haupte 'wie vor Jahrtausenden. ^Renaissance. He- bräer im päpstlichen Palast: .Postkarten Dttrwl- lösung, Gorgonzola gefällig? Eine wettAefch'edene Abtei. Im Laboratorium der Mönche: Magenbitter, Parfüm, süße Liköre. Nachtmahl. Frauen aus den unbekannten Bergnestern. Brennenede Augen, ü, Fremdling, deine weite Welt —! Die Hundenase ist eingesäumt von verschlossenen, nach Orient riechenden Häusern, links uno rechts der schmalen Gasie Abgrund. Nach einer Stunde geduldigen Steigens über das Ziegelpflaster wittert die Noie in die Unendlichkeit. Endet die Stadt in die legendäre Kapelle hoch da droben. Prooinzmuseen. Weißgetünchte, altersgebogene hölzerne Kirchenschiffe. Unermeßliche Schätze in den Sakristeien. Römischer Gruß: Faszisten. Katakombenleichen, mit Flitterkleidern angezogen. Goldgefaßte Knochen. Evviva Mussolini! Piavemarsch. Kein Bettler' Stundenlanges Hinkrabbeln an alpinen Känaen auf rotem Polster und prima Stahlfedern. Ecco - l'Italia nuooa! Marienbader Gestalten. Ther- molsörudel Frische Wälder. Schweigender Hain, Taf l ^nr Freiem Der Fürst spricht, Barberin. Quod non fecerunt barban fecerunt Barberim? Das Mosaik, das Mosaik! Führer Jpielenbe Kinder Die Nilüberschwemmung im urheidnischen Tempel schehen und daraufhin der Stadt als Grenze dessen, wie weit Wieseck gehen kann, mitgeteilt worden. Es ist also falsch, wenn Herr Beigeordneter Dr. Selb aus dieser feststehenden Tatsache einen „Wider- spruch" konstruiert, da Ergebnisse noch nicht feststanden, sondern erst geschaffen werden sollten. Auch das „neue Moment" ist dadurch nicht geschaffen worden, denn unserer Meinung nach hatten wir das Recht, zu den von Gießen gemachten Vorschlägen mit für uns tragbaren Gegenvorschlägen zu kommen. Wir hatten seither nicht angenommen, daß wir daß wir zu den Entschlüssen der Gießener Instanzen nur Ja und Amen zu sagen hatten. Es scheint a so, daß das Rezept „Vogel friß oder stirb" von Wieseck nicht angewandt werden konnte, da es bereits von Gießen mit Beschlag belegt war! Ein weiterer Punkt, der in der Richtigstellung des Herrn Beigeordneten Dr. Selb mit besonderer Vorsicht ausgenommen werden muß, ist der, daß der Finanz- Gut haben wir's bei den Mönchen der Abbazia von Casamari getroffen. Ein tausendjähriges goti- sches Kleinod mitten in der Bergeinsamkett. Aber natürlich ist es, wie alles hier, viel älter, als der historische Geburtsschein angibt. Es war schon das Haus von Cajus Marius. Im Hofe stand em knallrotes Auto, und da die schönen Frauen in unserer Begleitung ein Mäulchen zogen, weil sie vom betreten des Gartens ausgeschlossen sein sollten, in dem das Laboratorium liegt, gab der Prior einem menschlichen Rühren statt und öffnete ausnahms- weise die Kkäusur... Zuerst schmeichelten sich die guten Patres mit einem duftenden Anislikör ein, auf die —afel legten sie blühende Rosen und in den Abschiedskafse« nachts gossen sie auch wieder Anis. * Wer Anagni nicht gesehen hat, kennt die römische Landschaft nicht. Rio war einem Naturcharakter em Bau so blutverschwistert wie der Wunderdom dieser Bergstadl. Auch er ein Tempel aus sagenhafter Vorzeit. Etruskische Schätze in Nebengelassen hm- gestreut. Mammutfäulen, Bronzenadeln, Terra. kottaschweinchen, Fresken, archaisierende Reliefs. Und unter dem Tempel ein zweuer. Ueberreich aus- gemalte Remter. Für eine Brokatstickerei wurden schon vor dem Kriege fünf Millionen geboten. Mit Palestrina wollen wir schließen. Vorher die unerläßliche Auffrischung in Fiuggi, heute schon ein Weltbad von Ruf, und das verdientermaßen. Dabei kostet die Pension in dem kolossalen Bau des größten Luxushotels nur 90 Lire. Die Mineralquellen liegen siegfriedhaft in dichtem, grünem Wald . ,.. Nein, die Barberini haben nicht bloß zerstört. Dem berühmten Mosaik von der Nilüberschwem- mung räumte der Fürst einen großen Saal seines Schlosses ein, das, wie sollte es anders sein, in grauer Vorzeit ein mächtiger Tempel war. Don den Fenstern sieht man tief hinab und hinein in eine grüne Weite von ozeanischem Ausmaß. Sie erschüttert. Die Einwohner von Praeneste sind stolz auf ihren Musikfürsten Pierluigi, aber die Melodien Palestrinas überbrandet dieses Ozeans Oe» walt die unbeschreibliche Schätze aus der Tiefe dep Geschichte, selbst der geographischen, an unser Zek tenufer warf. Dem Linkskartell d.er.eii folgende Zeitungen: Petit Journal, Petit Parisien, Oeuvre. Er? Rou- velle, Quotidien. 4. Kommunisten. Führer: Marcel Eachin, Marty. Presse. Humanit^ Mandate. 26. Interessant ist eine Gege:iüoersiellunq der deutschen und der französischen Parteien. Bei einem Vergleich ergibt sich nu.n.ich, daß die Bezeichnungen der französischei- Parteien, beurteilt man ihre Tendenz auf Grund der deutschen Parteinamen. vöUig irreführend sind. Der unter 1. ausgeführteu Gruppe entsprechen in Deutschland die Völkischen und die Rechtsdeiitschnationalen. Dem unter 2 auf geführten nationalen Block würde in Deutschland eine Parteigruppierung von Deutschnationalen. Deutscher Volkspartei und Rechlsdemokraten entsprechen. Die radikale Linke und d e sozialistischen Republikaner kann man gleichsehen den deutschen Rechtssozialdernokralen und Linksdemolraten. Die französischen Sozialisten entsprechen den deut- schen Linkssozialisten. Die Ziele der Kommunisten sind in Frankreich dieselben wie bei uns. Wenn man es auf eine allgemeine Formel bringen will, kann, mit einiger Einschränkung natürlich, gesagt werden, daß das LmlskarteÜ für Frankreich das ist, was für Deutschland die sogenannte große Koalition war. Es ist jeden- fatts gut, sich diese Dinge einmal vor Augen zu stellen, dann können wir uns wenigstens keiner Täuschung darüber hingeben, was uns eine neue französische Regierung bringen würde, wenn schon Herr Briand als Mann der französischen großen Koalition, wie uns seine Antwort auf unser Sicherheitsangebot beweist, allem andern huldigt, mir nicht dem von Frankreich so gepriesenen Pazifismus. Die Straßenbahnfrage Gießen —Wieseck. £ In der jüngsten öffentlichen Sitzung des W i e- feefer Gemeinderats wurde, wie wir schon kurz meldeten, eine ErklärungderWiesecker Derkehrskommission verlesen, in der zu der Erklärung der Gießener Stadtverwaltung in der Straßenbahnfrage Gie- ßen — Wieseck Stellung genommen wurde. Die Wiesecker Erklärung lautet: lieber die Frage der Weitersührung der Straßenbahn Gießen nach Wieseck gab Herr Beigeordneter Dr. Seid in der letzten Stadtverordnetensitzung zu Gießen eine Erklärung ab, die von feiten Wiesecks nicht unwidersprochen bleiben kann. Dies um so mehr, als der Herr Beigeordnete eingangs seiner Ausführungen erklärte, feine folgenden Mitteilungen feien eine Richtigstellung. Wie wenig dies der Fall fein kann, soll vorweg an einem Satz bewiesen werden, der scheinbar der „Richtigstellung" den ganzen Grundton gab. Herr Beigeordneter Dr. Seih erklärte: „E s st e h t f e st, daß Wieseck schon Monate vor diesem Schreiben (vom 17.Juni) mit Firmen we- gen Einrichtung von Auto-Omnibus- iinien verhandelt hat." Hieran schließen sich Schlußfolgerungen, aus denen zu entnehmen war, daß Wieseck überhaupt nicht ernstlich die Absicht gehabt hätte, die Frage der Straßenbahn Gießen— Wieseck zum Abschluß zu bringen. Wir fragen Herrn Dr. Seid: Wo steht es fest, daß Wieseck mit Firmen verhandelt hat? Welche Firmen sind es, mit denen Wieseck verhandelt hat? Und welche Unterlagen hat der Herr Beigeordnete für diese ungeheuerliche Beschuldigung der Hinterhältigkeit, die er damit der Gemeindevertretung' Wiesecks macht? Wir stellen gegenüber dieser absolut nicht den Tatsachen entsprechenden Behauptung fest: Ohne Zuttm von irgendwelcher Stelle, scheinbar angeregt durch die Veröffentlichungen der ganzen Derkehrsfrage in der Presse, reichten die Büssingwerke ein Angebot ihrer Fabrikate ein. Mit den B ü s s i n g w e r k e n oder anderen Firmen ist seitens Wiesecks erst dann in Verbindung getreten wo r- den, als man hier die Aussichtslosigkeit der Sache einsah und dies Gießen mitgeteilt hatte, also nach dem 17. Juni. Richtig ist, daß in der ersten Besprechung der Vertreter Wiesecks mit Herrn Beigeordneten öchach-Ecke. Bearbeitet von 2D Orbadx Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Gelungen usw. sind zu richten an die r Lchachredallion des .Gießener Anzeigers". Problem Nr. 21. Don Adolf Andersten Weiß: 9 Steine. Kg2, Tal, Td4, Lf6, Bb3, Bb4, Bc2, Be2, Bf3. Schwarz: 5 Steine. Ke3, Se5, Bc3, Bf4, Bf7. 8 6 5 2 7 4 3 b g ö 7 6 5 4 3 2 Schwarz. Weih. Matt in drei Zügen. Partie Nr. 13. Aachstehende schöne Partie wird anläßlich des Deutschen Schachkongrestes in Breslau am 26. Juli mit lebenden und kostümierten Figuren, mit Musikbegleitung aufgeführt. Weiß: Dr. Tarrasch. Schwarz: Tschigorin. 1. e7-e5 2. Sb8-c6 3. a7-a6 4. SgS - f6 5. Lf8-b4 6. Lb4-a5 7. b7-b5 1. e2-e4 2. Sgl — f3 3. Lfl-b5 4. Lb5-a4 5. Sbl — c3 6. Sc3-d5 7. 0-0 Bei 7., o—o erhält Weih ebenfalls das überlegene Spiel, und zwar mittels der Fortsetzung 8. d4, Sd5; 9. eck:, Sd410. Se5, Sf5; 11. Sc4, Lb4; 12. c3, Lc5; 13. b4, La7; 14. d6' etc. 8. La4-b3 8. d7-d6 9. d2-d3 9. Lc8-g4 10. c2-c3 10. Sc6-e7? An diesem schweren Fehler geht die Partie verloren. Schwarz sollte 10.... Sd7 spielen, woraus Weiß ihm nicht viel anhaben kann. 11. Sf3xe5!! Gin aus mehreren Beispielen bekanntes Damenopfer, welches in dieser Stellung nicht ganz leicht zu sehen ist. 11..... 11. d6xe5 Schlägt Schwarz die Dame, so folgt 12. SF64-4-, el, 13. LH4-4-, Kf8; 14. Lh64 -r oder 12....., KfS; 13 Sed7x,Dd7; 14. Sd74-4-, Ke8; 15. Tdl i und Weiß erlangt 12. Sd5xf6 + 13. Ddlxg4 14. Lb3-d5 die Übermacht. 12. g7xf6 13. Se7-g6 14. Ta8-b8 15. f2 —f4 15. c7-c6 Ein verzweifelter Versuch von Schwarz. Hs 16. Ld5xc04- 16. Ke8-e7 17. I_c6-d5 Rottvendig wegen der Drohung D664* 17..... 17. b5-c4 18. f4Xe5 __ Zu diesem Zuge brauchte Weiß 37 Minuten Bedenkzeit. Einfacher und sicherer, aber weniger agressiv ist 18. Le3, Lb6: 19. d4 18..... 18. Dd8-b6+ 19. Kgl-hl! 19. Sg6xe5 20. Dg4-h5! Der beste Zug. Außerdem kamen noch die Fortsetzungen DIU. Df5 und Dg7 in Betracht. 20 I)h4 wäre schwächer wegen folgender, überraschender Variante, die so recht zeigt, wie vorsichtig man spielen muh. wenn man im Siege ist. 20. Dh4, Sd3: auch (20....., Sg6 kann geschehen) 21. Tf6:, Df6; 22. Lg5, Sf2+; 23. Kgl, Sh3 + t 24. gh, Tg8 und gewinnt. 20. ... 20. Se5-g6 21. Tflxfö! Ein glänzendes, weit berechnetes Opfer, welches die von Weih vorzüglich gespielte Partia elegant beschlieht. 21..... 21. Ke7xf6 22. Lei -g5 23. Dh5-h64- 24. Tal — fl 25. Lg5-f6 26. Tflxfö 27. Dh6-g5+ 28. Tf6xc6 + 22. Kf6-g7 23. Kg7-g8 24. Tb8-f8 25. Db6xf6 26. Sg6 - e5 27. Se5-g6 28. h7Xgö 29. Dhbxgö matt. , , Dieses Frontalmatt durch die Dame, wobei der König von den Türmen flankiert ist. führt in Rußland den (Hamen „Epaulettenmatt" und war dem Führer der Weihen als solches erst wenige Tage vor dieser Partie vorgesteUt worden. Die Narrenhappe. Splitter und Sparren vom Redaktt onStifch Duplizität her Ereignisse. Ein Doppeljubiläum konnte unser Mitbürger Herr Metzgermeister Alois Knerz nebst seiner braven Ehefrau am 1. dieses Monats feiern, ©einen 25jährigen Stand in der Markthalle und seinen 25jährigen Ehestand. Zu seinem Ehrentag wurde dem Jubelpaar ein Ständchen gebracht. Der Lebensretter. Der Kahn kippte um. und mit einem Aufschrei stürzte Fräulein Laura ins Wasser. Zum Glück badete in der Rähe ein Jüngling, der den Vorfall bemerkte. Rasch kleidete er sich an und sprang ihr nach. Dr. Seid „eine abweichende Auffassung der Wielecker Vertreter erkennbar nicht hervortrat". Sehr richtig sogar, Herr Dr. Seid. Sie haben aber vergessen, hinzuzufügen, daß Sie es waren, der eingangs dieser ersten Besprechung erklärte, daß dieselbe zunächst nur informatorischen Charakter haben könne. Und wenn die Stadtverwaltung, die Direktion der Straßenbahn und der Finanzausschuß die Zeit vom 14. November 1924 bis 29. Januar 1925 brauchten, nm zu ihrer Stellungnahme zu gelangen, so kann man andererseits nicht verlangen, daß eine Kommission, die von dem ihr Vorzulegenden keine Ahnung hat, im Verlaufe einer breioiertelftünbigen Unterhaltung roeber eine „abroeidjenbe noch zustim- menbe Auffassung" haben kann. Hierzu war not- roenbig, um überhaupt zu einer Auffassung über bas bort Gehörte zu gelangen, baß seitens Wiesecks ein» gehenbe Erhebungen unb Berechnungen eingestellt würben. Dies ist mit größter Gewissenhaftigkeit ge- ber Raubritterburg bes Frembenschlosses ber Barberini. Wirbel über Wirbel, Zeitenstrubel über Strubel. Terra incognita. Aber ich will versuchen, etwas Drbnung in biese drei Tage ber Jahrtausenbe hineinzubringen. * Das unbekannte Lanb, von bem bie nach Neapel rasenben Fremben nur jene Bergkegel sehen, in bereu Gipselnestern sie nicht einmal begraben sein möchten, beginnt vor ben Toren Roms, unb ber Bahnhof ber hochinoberneu elektrischen Vicinale, bie es erschlossen hat, liegt gleich bei ber Ankunftshalle. Die auf Zeithetze eingeschworenen Techniker unb Schnellzugwanderer behaupten, bie Bahn sei verbaut, benn sie brauche, ba sie sich jeher Bergfalte anschmiege, jebe vorspringenbe Nase um- streichle unb einen Abscheu vor Tunnels habe, viele Stunben zur lleberminbung einer in ber Luftlinie lächerlich kurzen Strecke. Das ist richtig, aber in ben Augen vieler Naturfreunbe ihr größter Vor- zug. Sie führt uns auf biese Weise nicht vör einen Glaskasten, in bem ein paar katalogisierter Cioce zu sehen finb, sonbern ins Herz bes Volkes hinein, bas mit seiner eigenartigen Schuhbekleibung bem ßanbe ben Namen Ciocaria gegeben hat. Cioce, bas finb nämlich jene für Ortsunkunbige unent- wirrbare Leberriemenknäuel, bie richtig um ben Fuß gelegt, sehr praktisch fein sollen unb auf jeben Fall höchst malerisch finb. Sie scheinen symbolisch für bie landschaftlich wie historisch verworrene Gegend. Man trug sie schon, als die Berge ringsum noch Feuer spuckten unb Romulus unb Rernus noch nicht geboren waren, als bie Menschen Duaber übereinanber türmten zu Ehren ihrer ©öfter, bie an As yrien unb Babylonien erinnern. Sie sink) verwanbt mit bem Bunbschuh bes buntlen Deutschen Mittelalters, bas bie Historiker schon zur Neuzeit rechnen, sie erlebten Kriege ohne Zahl; fern totem, ben sie berührten, ber nicht Blut getrunken hatte. Hier finb wir im Herzen Latiums, im halb melancholischen, halb lanbsmännisch rauhen Tal bes Sacco in bem Goten unb ßangobarben, Franken ^ Sarazenen unb Spanier ihre Pferbe tränkten, ro,e2i®trLO®e?L'meih9etn)as von 2llatri? 3n bidjten Reihen stauben bie ßeute Spalier, als bie Pioniere ber Besucherwelt kamen, die Manner ber Presse. Diva i giomalifti! Zwischen den Hochruten aus ben König unb Mussolini war es an bie Mauern ge malt, bie Fahnen kreuzten sich in ben engen Gassen wie Schwerter. Es gibt keine zweite Stabt, bie ber- art getreu ihren mittelalterlichen Charakter in Italien bewahrt hätte. Nur keine Sonne hereinlassen, war bamals bie fiofung. Maler müssen von bem romantildjen Gewinkel förmlich überwältigt wer- ben In nieberwuchtenbern Gegensatz bazu bie Akropolis hoch über bem alten Alatrium, bie Arx auf titanischem Gemäuer aus Felsblöcken, ein ungeheures Dreieck auf einem Punkt, ber turmhaft aus einem Hugelrneer herausragt. Hier oerjagten bie Sturmböcke bes Barbaroffafohnes wie Frieb- richs 11 e So finb sie nun alle, biese Mauerkronen der Bergkegel. Veroli, Anagni, Ferenfino. So ähneln sich Frosinone unb Palestrina. Wirft man sich ms Automobil, so hat man bas Gefühl, als gleite man auf einer Kettenbrücke von Gipfel zu Gipfel. Drunten in ben Tälern liegt eine oft norbisch frische Schönheit, ber Kornbau hat bie Malaria bes Agro Romana, ber anstohenben Campagna oerbrängt, die Erbe erweist sich als ungemein fruchtbar. Anspruchslos, wie bie Araber, Hausen bie Bauern ebenso gern in Strohhütten, wie in ben Höhlen, bie sie in ben Fels hineintreiben. Daß bie Stäbte förmlich an ben Himmel angeklebt würben, hat seinen Grunb gehabt, bie Kriegsnarben ohne Zahl wissen bavon zu erzählen, jetzt ist biese mißliche ßage schulb an ihrer Vergessenheit. Aber bie Re- qierung tut, was sie kann, sie unterstützt bie Kraftwagenlinien, bie zum Talbahnhof bie Verbinbung Herstellen. Unb boch, bie Neuzeit wagt sich nur Aögernben Schrittes herauf. In Ferentmo, einer Stabt von 18 000 Einwohnern, habe ich bis gegen 2 Uhr nachts bei einem Bäcker am Ofen gesessen, bis es bem Stabtpolizisten gelang, ein Zimmer im einem Hause aufzutreiben. Denn ein Hotel gibt es noch nicht. . . Der Bürgermeister war em General, ein wacke- rer Mann, vor bem bie Seminaristen eines Collegia ihren Piavemarsch heraussangen, als hätten sie Trompeten in ber Kehle. Unb einer, ein fünfzehnjähriger Helbentenor fang mit einer Inbrunst bas fiieb zur Fahne, baß einem bas Wasser in bie Augen steigen konnte. Unb bann sagte biefer krie- gerifdje General: „Sehen Sie, meine Herren, bas Schlachthaus liegt gerabe ber Schule gegenüber, das ist nicht gut, erzählen Sie bas in Rom... ***» e n- Banknoten. 59 Getreidebörse. Frankfurter Die 27. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung folgt.) 62 58.5 ausschuß in seiner Sitzung vom 11. Mai „den vom Betriebsausschuß oorgeschlagenen B e d i n g u n - 123,62 79,25 113,50 113,8 68,75 34,75 i.50 62,75 sehnt sich nur danach, wieder hören. niemand den Kerl packen? Er werden, sonst trifft ihn noch tigen Pro- rtembet und Berlin, 21. Juli. ' duktemnarkt wurde erstmals 0.24 0,3475 0,35 1 0.595 ' 0,385 gen (Vogel friß oder stirb!) mit g e w i , , derungen beigetreten sei". Schade, daß der Mitwelt der Inhalt dieser „gewissen Änderungen" vorenthalten worden ist. Auch Wieseck sind dieselben (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M., 21. Juli. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 24 bis 25, Roggen, inländ. 19,50 bis 21,50, Hafer, Inland. 20,50 bis 23,50, Mais (gelb) 21,25 bis 21,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 37,50 bis 38, Roggenmehl 31 bis 32, Weizenkleie 11L0 bis 12,25, Roggen- kleie 12,50 bis 12,75. Tendenz stetig. Berliner Produktenbörse. beizustehen. Sie diese Stimme zu „Will denn muh abgekühlt der Schlag." oben. Deutsche Anleihen lagen weiter ruhig und kaum verändert. Für Pfandbriefe zeigte sich ein leichtes Anziehen der Kurse. Die Abendbörse schloß ruhig in fester Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihen 0,247*. Bankaktien: Commerzbank 96,50, Darmstädter Bank 115,50, Diskontogesellschaft 105,50, Dresdner Bank 101,25, Mitteldeutsche Kreditbank 96, Oesterreichische Kreditaktien 7,90. Montan- attien: Bochumer 64, Deutsch-Luxemburg 61,50, Phönix 78,50, Kali Aschersleben 123, Kali Westeregeln 132. Chemische Aktien: Badische Anilin 125, Elberfelder Farben 115,25, Th. Goldschmidt 80, Holzverkohlung 5,95. Transportwerte: Salonique Monastir 7,12. Industrieaktien: AEG. 97,75, Elektrisch Licht und Kraft 97, Fuchs Waggon 0,65, Holz- mann 59,50 Lahmeyer 71,25, Gebr. Junghans 70, Metallgesellfchaft 100,50, Zucker Stuttgart 2,87. Börsenkurse. 91,75 93,65 Fob verstand Aber der Film rollte weiter. Mitunter so rasend schnell, daß die Funken flogen. Papa Filis Gesicht trat auf der Leinwand hervor, verstört, mit schreckensvollen Augen. Eine einzige Textzeile hätte das starre Lächeln in den Mundwinkeln erklären können, aber es gab kein Wort, das seine Miene begreiflich machen konnte. Tlnd Fob war zu stolz, um zu fragen, allzusehr erfüllt von Mitleid für den Heroismus ihres Opfers Tausendmal schon hatte sie all« Dorberestun- gen zur Hochzeit durchlebt. Als man das Braut- fieiö über ihre Schultern fallen lieh, glaubte sie in der Garderobe der tragischen Primadonna irgendeines Boulevardtheaters zu stehen, bereit, vom Hohn des Publikums empfangen zu werden. Aber nach den ersten Worten war das Rampenfieber verschwunden. Eine wundersame Mischung von Trotz, Empfindlichkeit und Verzweiflung schuf aus Fräulein Fob im entscheidenden Augenblick eine Schauspielerin, die alle verblüffte. Das ging sogar soweit, dah sie — bevor sich das Brautpaar in den Wagen setzte, — eine romantische Szene aufführte, die als Vignette in einen Kolportageroman gepatzt hätte „Was zum Teufel machen Sie denn?" Fob erwachte und lieh die Handarbeit fallen. Diese Worte hatten den Film wie mit einer Schere abgeschnitten. Die Stimme kannte sie — sogar sehr gut — sie gehörte dem Waldhüter des Bankdirektors, Herrn Lynn, einem Gentleman, den Fob verabscheute — nicht nur deswegen, weil er einer der verläßlichsten Hai- duken des Bankiers war. Herr Lynn bekam keine andere Antwort als das Geräusch einer Axt, die mit rasender Kraft auf einen Baumstamm fiel. Run hörte man aber plötzlich auch ein Lachen, das mit s-inem Unterton von Schadenfreude den Herrn Waldhüter zur Wut brachte. „Das ist eine widerrechtliche Beschädigung," schrie Herr Lynn, „und wenn Sie damit nicht augenblicklich aufhören “ »Ha ha ha, hi hi hi, ho, ho, ho " „ilnö wenn Sie nicht sofort aufhören, so soll Sie der Teufel, — der Teufel —" Drei mächtige Axthiebe, ein Drechen, ein Knirschen von Aesten und Wurzeln, ein Rauschen 125 96.5 115 118 105,5 96 8.75 der Oktobertermin für Weizen und Roggen notiert. Die Umsätze für Roggen waren größer als die für Weizen. Gerste blieb still, ebenso Mehl und Futterartikel. Hafer bei kleinen Umsätzen behauptet. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, Juli 267 bis 265, do. Sept. 242, do. Oft. 239. Roggen, mär!. 193 bis 197, d. Juli 207,50 bis 207. do. Sept. 195, do. Oft. 192 bis 193, neue Wintergerste 186 bis 192, Futtergerste 200 bis 215, Hafer, märk. 248 bis 255, do. Juli 188,50 bis 189, Mais, Juli 202, do. loko Berlin 214 bis 216, Raps 340 bis 345; für 100 Kilo: Weizenmehl 33,50 bis 36, Roggenmehl 28,75 bis 31,25, Weizenkleie 13,20, Roggenkleie 13,50, Viktoriaerbsen 29 bis 34,50. kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 23 bis 26,50, Peluschken 23 bis 26,50, Ackerbohnen 24 bis 25, Wicken 26 bis 28, Lupinen, blau 12 bis 13, do. gelb 15 bis 16,50, Rapskuchen 16,30 bis 16,40, Leinkuchen 22,70 bis 22.80, Trvckenschnitzel 11,30 bis 12,40, Torfmelasse 9,60 bis 9,75, Kartoffel- flocken 25,50 bis 25,80, Zucker 17,50 bis 18. von Zweigen und Blättern, ein erschrecktes Spahengeschrei kirrivitt, kirrivitt — und dann eine tiefe Stimme: „Der Baum stand auf meinem Boden." Fob zuckte zusammen, — zum zweitenmal. Der Klang dieser Stimme trifft ihr Gedächtnis mit derart verwirrender Kraft, datz sie sich vollständig hilflos fühlt. Es braucht jetzt allerdings nicht viel, um Fobs Rerven zu erschüttern Der Auftritt wird immer hitziger. Die Luft hallt wider von Flüchen, Schimpfworten, Lachen und plumpen Erwiderungen. Fob merkt, datz der Waldhüter ihres Mannes im Streit den kürzeren zieht, es fällt ihr aber nicht ein, ihm Fraulein Fob. Roman von Anders Eje. 62 45 43 58,5 41.25 100.90 123.5 20 43,25 50 77,40 61.50 70,5 96 74,3 57,75 72,25 57 £0 46 62,25 Wirtschaft. * Stinne s-Konzern — R. W. E. „Hm. An einem so heißen Tag hat man wenig Lust aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Uebrigens wäre es Herrn FellipS' Sache, hier einzugreifen “ „Wieso?" „Hatten Ihre Gnaden noch nichts von dem neuen Herrn nebenan gehört, einem gerade auS Amerika zurückgekehrten Schweden, der hier in Warminge Bankeemethoden einführen wolle, oder wie man dies nennen soll? Richt?" — Hers Lynn dachte bei sich, datz dies eigentlich nicht wunderlich sei, — denn Ihre Gnaden schienen sich ja überhaupt für nichts zu interessieren. — Der Wirtschaft des Reuangekommenen müsse man aber entgegentreten, gerade hätte er dort drüben beim Weg einen der alten Bäume umhauen lassen. Er stand zwar nicht beweisbar, aber doch vermutlich auf dem Grunde des Herrn Bankdirektors. Seine Leute behaupteten dies wenigstens. Und jetzt käme der Herr dadrüben mit einer Axt und den Mund voll mit Phrasen über Menschenrecht und Uebergriffe der Mächtigen. Fob war des Herrn Lynn und feiner Deklamationen schon längst müde geworden'— lange noch bevor er so weit gekommen war. Als Begleitung zu der heiseren Stimme des Waldhüters sah sie wieder Szenen und Bruchstücke aus dem entzweigeschnittenen Film, — Papa Fili über den Schreibtisch gebeugt, im Begriffe, einen Brief zu beginnen, der niemals geschrieben und niemals abgeschickt wurde. „Es ist gut, Lynn, Sie können gehen." Die drahtschlanken Zeiger ihrer Armbanduhr maßen die Zeit tropfenweise. Das Verrinnen der Stunden war für Fob ein ganz neues Problem geworden. Früher war ihr die Zeit immer zu kurz geworden, jetzt wußte sie nicht, was fie mit ihr anfangen sollte. Das apathische Interesse, das sie eine Weile einem Käfer gewidmet, der mit trägen Bewegungen die Spitze einen aus der Erde reichenden morschen Baumwurzel zu erklettern suchte, auf halbem Wege aber immer wieder zurückglitt, erinnerte Fob plötzlich an ihre eigene Existenz. War dies nicht genau dasselbe, was sie selbst Tag für Tag tat, einen nach dem anderen? Mit 'dem gleichen trostlosen Ergebnis, in dem gleichen sinnlosen Streben Fob schwankte zwischen Kapitulation und Eigensinn. Zum Schluß kapitulierte sie. Der Bankdirektor hatte besonderes Gewicht auf das Wort hier gelegt. Bedeutete dies, bah Fob den Inhalt des Dokumentes anderswo erfahren konnte? Und in diesem Falle wo? Und wann? Herr Fellips machte Schwierigkeiten, versuchte Kartenkunststücke wie ein netter alter Zauberonkel, und erreichte schließlich, dah das Mädchen ganz blaß vor Ungeduld wurde. Fob gab sich solange nicht zufrieden, bis ausgemacht war, sich tagsdarauf drinnen in der Stadt beim Dankdirektor zu treffen, in einem der Empfangssalons des geschäftsführenden Direktors. Dort geschah es. Mit einem vorzüglich gespielten Widerwillen — den Fob ihm gut anrechnete — legte Herr Fellips die Papiere auf den Tisch. Der klare Kops des Mädchens brauchte nicht drei Minuten, um hinter den Zusammenhang zu kommen — das bis zur Lächerlichkeit Unglaubliche war sonnestklare Tatsache: wenn der Bankdirektor von seinem Dokument Gebrauch machen wollte, würde der Boden unter Sxzel^nz Füßen auf einmal verschwinden, genau so wie ed auf dem Theater bei den Versenkungen geschieht Fräulein Fob fiel nicht in Ohnmacht und wurde auch nicht hysterisch. Die Tochter des glänzendsten Finanzgenies des Landes fragte nicht einmal nach dem Preis des Geheimnisses, sie kannte die Rotierung, und erklärte sich stehenden Fußes bereit, die Schlußnote zu unterfertigen. Unter der Voraussetzung, dah sie das Papier mit in der Tasche nach Hause nehmen könne. „Rein," sagte der Bankier mit seinem offenen, nicht unschönen Lächeln. Fob mühte verstehen, daß, wenn das Uebereinkommen von Anfang an nach dem verhandelt werden sollte, was in der Geschäftswelt als comme-il-faut galt — das wünschte sie wohl selbst auch? — die Heber» lassung nicht früher geschehen könne, bevor auf beiden Seiten alles ins Klare gebracht wurde. Am Hochzeitstag, mit anderen Worten Die Vr. W Mitt polttiA,. für Mo W“ L ja noch v der SjNti Lvn einem oe Um Ä Streseman später, AL pes 6iN gleichgeitij gar nicht dara: und die Deutsch punkt verträten, verfochten hätte iulassen. Die ( lvegs mit allen mvrrstanden, s sie die gegento unterstützen soll dn auf alle Cii E zu der Fe W der im der ^psis ernstlich !°>ten im 3t aNedens un Wchopfen i A Ate in der hin, Italiener vrnsnottvendiakei JJ. Mit r 2* Abgevr ^ytiugi 'QNuntt jhrri Atz: ‘Wiilv *ör ,0,9^sqUS; NerheiA O W Ä Zb '* K ‘«J h R. W. C.-Jnteressen des Konzerns werden wie alle anderen Interessen, die nicht unmittelbar mit dem Kohlendeschäft zusammenhängen, — der D. H. D. hatte dies bereits berichtet — abgestoßen werden. Feste Abmachungen mit einem Interessenten — man sprach sowohl von der „Viag" wie auch von der Gemeinschaft interessierter Gemeinden — sind, soweit bekannt, noch nicht getroffen —. Es gehören zu diesen R. W. C.-Jnteressen ab 1928 auch die sogenannten Stadtrandzechen der Stadt Essen, die dann laut Vertrag an das R. W. E. übergehen, während die eigentlichen Stammzechen bei der Stirn nes-G. m. b. H. verbleiben. Auch die Ruhrgaswerke A. G., welche teilweise in enger technischer Verbindung mit diesen Stinnesstammzechen stehen, werden der G. m. b. H. voraussichtlich erhalten bleiben. Frankfurter Abendborfe. Frankfurt, 21. Juli. Das günstige Echo, das die deutsche Note im Auslande findet, kam im heutigen Abendverkehr erst zur vollen Auswirkung. Die Stimmung, die schon nachbörslich freundlicher geworden war, zeigte für alle Gebiete festes Aussehen. Infolge außenpolitischer Erwägungen wurden Deckungen vorgenommen, die zu ansehnlichen Kurserholungen führten. Die Umsätze und das Geschäft nahmen jedoch keinen größeren Umfang an. Sehr begünstigt waren Phönix und Deutsch-Luxemburger. Auch chemische und Elektrowerte strebten stark nach Berliner (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 21. Juli. An der heutigen Börse waren die Umsätze zwar auf allen Marktgebieten minimal, doch überwog überall die Abgabe- neigung. Der Druck ging wiederum vom Montanmarkt aus, wo die Eingabe sämtlicher Ruhrhandelskammern an' die Reichsregierung zur Abwendung eines drohenden Ruins der Rubrindustrie lebhaft beachtet wurde. Im Dormittagsgeschäft unter den Danken war die Tendenz gegenüber dem Börsen» beainn noch wesentlich matter. Auch am Elektromarkt war das Geschäft still, bei hohe Einnahme. Das Endergebnis des von Gießen aufgemachten Rechenexempels wäre dann folgendes: Wieseck garantiert eine Einnahme auf der neuen Strecke von jährlich 45—50 000 Mark (bei einem Fahrpreis von 10 Pf. für 2 Km., während in Gießen die kleinste Strecke 15 Pf. kostet), führt außerdem Gießen eine große Zahl von Fahrgästen zu, die dann für die Fortsetzung ihrer Fahrt plötzlich 20 Pf. für 2,4 Km. bezahlen dürfen. Damit wäre zum mindesten das Defizit der Straßenbahn Gießen in Wegfall gekommen, während die Gemeinde Wieseck bei den auf ihrem Streckenanteil künstlich niedrig gehaltenen Fahrpreisen zur Aufbringung der Garantiesumme eine große Anzahl Tausender jährlich aus der Gemeindekasse zuzulegen hätte. Bei der Rechnung stimmt etwas nicht, wenn man sich vergegenwärtigt, daß bei Benutzung der mit bedeutend höheren Kosten erbauten neuen Strecke ein niedriger Fahrpreis gezahlt werden soll, als bei Benutzung der alten Strecke. Man wird hier den Eindruck nicht los, daß man sich bei diesem Punkt weitestgehend entgegenkommend zeigen konnte, da es ja auf Rechnung der Gemeinde Wieseck gehr. Bei den sonstigen Bedingungen wird wohl kein Mensch ein besonderes Entgegenkommen finden. Der kurze klare Wortlaut der Stellungnahme Gießens zu dem Projekt der Straßenbahn Gießen—Wieseck läßt sich dahin zusammenfassen: Jawohl, wir sind bereit, die Straßenbahn nach Wieseck auf eure Kosten bauen zu lassen, wir sind auch bereit, die Baukosten vorzuschießen, aber die Verzinsung derselben und aller sonstigen Aufwendungen für den Betrieb usw. trägt einzig und allein Wieseck. Alle sich aus dem Betrieb ergebenden Vorteile fließen der Stadt zu. Außerdem hat Wieseck dafür zu sorgen, daß sich das Stadtnetz besser als seither rentiert. Das ist mit kurzen dürren Worten das seitherige Verhandlungsergebnis, das ist das so stark betonte weitestgehende Entgegenkommen der Stadt. Daß das Bedingungen sind, auf die keine Gemeindevertretung, die es mit dem Wohle der von ihr vertretenen Gemeinde ernst nimmt, eingehen kann, liegt klar auf der Hand. Ebenso klar ist, daß derartige Bedingungen von dem größten Teil des Stadtparlaments Billigung gefunden hat, und zwar von dem Teil, der an der Straßenbahn nach Wieseck fein Interesse hat. Wir sind zu dieser Feststellung gezwungen, da feststeht, daß gewisse Kreise diese verkehrswirtschaftliche Frage zu einer politischen gemacht haben. Aengstliche Gemüter befürchten von der äußerlichen Verbindung der beiden Gemeinden eine Beschleunigung des Eingemeindungsgedankens, und in Verfolg davon eine Stärkung des Einflusses der Arbeiterschaft, und dies mußte doch unter allen Umständen verhütet werden. Daher die Billigung, nicht für das weitestgehende Entgegenkommen, sondern für das geglückte Verhüten der Annäherung der beiden Gemeinden. Wir bedauern, durch die Entwicklung der Dinge zu dieser scharfen Entgegnung gezwungen zu sein, und betrachten unsererseits das Thema Gießen—Wieseck nun als abgeschlossen. sS vont^hrlcl inf<’eFr W "« „Sie werden von uns schon noch hören, — Sie amerikanischer Humbug." Herrn Lynns wütende Stimme holte zu neuen Beschimpfungen aus, aber der Gegner scheint plötzlich Verstärkung durch eine rustikale Duffostimme erhallen zu haben, die ein Finale in melodramatischem Stil ausführt, das sich langsam nach der Landstraße hin entfernt. Rach zwei Minuten herrscht wieder sonnige Rachmittags- stitte. Der Waldhüter aber arbeitet sich mit Armen und Füßen durch die wildgewachsenen Hecken und gleicht einem Fisch, der ans Land gekommen und nicht weih, wie er wieder in fein Element zurück soll. Der Anblick Ihrer Gnaden — Fob bat sich nicht selbst diesen Titel verliehen — scheint seine Erregung etwas zu dämpfen. „Ah," sagt er und zieht die Mütze vom Kopf, „Euer Gnaden find hier? Da haben Euer Gnaden vielleicht gehört?" „2a," nickte Fob gleichgültig, „es hat wohl einen Streit gegeben, nicht?" „Streit I" Herr Lynn zuckt die Achseln. „Man streitet nicht mit Leuten, denen man nur seine Meinung sagt. Obwohl der Lümmel dort eher eure handgreifliche Zurechtweisung verdient „Tlnd bekam er sie?" Die Dlicke des Waldhüters verloren sich in den Daumwipfeln. schwankenden, aber vorwiegend weichenden Kursen. Kriegsanleihe 0,240, Schuhgebietanleihe 0,325, Vorkriegspfandbriefe umsatzlos und um einiges ermäßigt. Verschärft wurde die Verstimmung noch durch allerlei umlaufende Krisen und Insolvenzen, sowie die weitere Versteifung am Geldmärkte, wo der Zinssatz für tägliches Geld auf 8,5 bis 10,5 an» zog. Man dürfte nicht fehlgehen, wenn man diese Verknappung mit dem zur Zeit vorliegenden stärkeren Dedarf der Landwirtschaft in Zusammenhang bringt. Monatsgeld 10 bis 11 Proz. Am ^Devisenmarkt lagen die europäischen Währungen allgemein etwas erholt. Man nannte gegen London: Paris 102,65, Mailand 130,5, Oslo 26,63. Die Reichsmark wurde gegen mittag in London mit 20,42 notiert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. Bucuos-AtreS, London, Mu- tzork, Japan, Nio de Janeiro für eine Einheit, Wien nute Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheitra.Z Telegraphische Auszahlung. 5*/0 Deutsche MelchSanlelde <°lo Deutsche NctchSanleihe . BV//q Deutsche ReichSanleihe 3% Deutsche Reichsanleihe Deutsche «sparprämienanlcthe 4% Preußische Kom'ols ■ . • 4*/, Hesien ■ - .... ÄÄ”::: ::;::: Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz- Anweilug.'l <•/« Zolltürken 5*/o Goldmettkaner ... • Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privatbank Darmst. und Nationalbank . Deutsche Dani Deutsche BereinSbank ■ . . • Disconto Commandit Metallbank Mitteldeutsche Kreditbank . . Oesterreichische Kreditanstalt. Westbank Lochumer Guß . ...... Buderus Taro . .......... Deutsch-Luxemburg -•*.»< Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvener Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . • Kaliwerk Westeregeln .... Laurahüttc Oberbedars Phönir Bergbau Rbetustahl Riebe et Montan ....... Tellus Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd .... Lheraoiische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann .... Analo-Tont -Guauo . . ... at Anilin he Mauer AlavÄ .. Goldschmidt Griesheimer (Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung Rutgerswerke ........ Echetdeaustalt ....... Alla. EiektrizttätS^esellschatt Bergmann Mamkraftwerke ...... Echuckert . . . ........ Siemen» )3ric Schluß, flurs Schluß Mittag Mtle Datum: 20. 7. 21 7. 20. 7. 21 7. 20 stell 21. Juli Amtliche Noti rung . Amtliche Notierung Geld Brief > (tc(b Brief llrnst.-NoN. 168 51 168,9i 168,67 168,96 öuen.-Aires 1,694 1,698 1.69t 1,697 Brff.-Antw 19 41. - 19,455 19,46 19,50 ^Kristiania. 76,00 76,20 76.95 77,15 Kopenhagen 89,58 89. SO 91,59 91,61 Stockholm . 112,86 113,14 112,89 113.09 pelfingford. 10,519 10,609 10,57fr 15,58’ 10,615 Italien. . . 15.49 15.53 15,625 London. . W.390 20,442 20,321 30,443 Neuvork . . 4,195 4,205 4.195 4,205 Paris.... 19,79'. 19.845 19,83 19,87 Schweiz . . 81 46 81,66 81.42 81,62 Spanten . . 80.70 60,86 60,67 60,83 Japan . . . 1,743 1,733 1,730 1,730 Wo de Jan Wien in D-> l) 486 ».488 0.495 0.497 Oest- abgest. 59.062 59,202 59,06! 59,202 Prag .... Belgrad . . 12.43 12,47 12,43 12,47 7.36 7,38 7,36 7.38 Budapest. . Bulgarien . 5.895 3,03 5,915 3,04 5,8!5 3,03 5,915 3,04 Lissabon 20 725 -0,775 30,725 20,775 Danzig. . - Konstantin. 80 85 81,06 SO,85 81.05 2,32 2,33 2,317 2,324 Athen- . 6 99 7.01 6.69 6.71 0.245 0,2475 0.262 0,37 0,32 0,390 0,300 0,34 0260 0,625 0,66 0.64 0,22 0,175 0,21 0,35 0,30 0,32 — 0 60 0,66 — 0,28 0,35 0.4 89.75 89.75 91.75 93.4 93 6 93,6 6,9 6,8 6,9 34 32,3 — 126.5 124.5 125 50 96,25 96.50 96,75 116,25 115.5 116.25 116,5 116,62 117.5 — 63 — 105,50 105,5 106,90 85.5 83 — 98 96 96 8.10 7.9 8,13 0.085 0,085 0,125 — 64 63 48,75 17 49,13 — — 41 59.75 61,5 59,4 49,90 48.62 49,62 102 101 102.50 123 123 123,75 134 132 20.4 44,5 44,25 47.50 50.5 49 52 79,75 78,5 80,1 63 61 5 61.5 69,25 70 70 2,25 60 52,25 52 52.5 65.13 52,75 55.10 — — — 71 72 —- 59,1 59,50 59,75 — -- 92 124 125 124,75 0.45 0,4'. — -0,50 80 81 114.25 113.50 113,75 114,13 113,9 114.90 6 5,95 — 69 68 69 100 100.25 *- 96,25 97,75 97.25 73,5 74 74.5 84,5 84.5 59,25 56.25 58,50 73 73 73 57 56 57,1 50 50.5 50,5 40 40 — 48 — 48 5 — 61 0,35 — — 0.8 0,8 — 100 100.5 — 71.75 71,25 67 2,6 2 6 — 34,50 34,25 64.5 9.50 9.40 '.60 73,2 72 — 63,6 62,5 64,76 Börse. Berlin, 21. Juli. Geld Brief Amerikanische Not« ..... 4.177 4.197 Belgische Noten 19,41 19,51 Dänische Noten ....... 91.52 11,95 Englische Noten ....... 20,345 20,445 Französische Note« ...... 19.79 19 89 Holländische Noten...... 168,06 168.90 Italienische Noten...... 15,68 15,76 Norwegische Noten...... 76.86 77,24 Deutsch.Oesterr.ä ioo Krone» 59,10 59,40 Rumänische Noten...... — — Schwedische Note» ...... 112,57 113,18 Schweizer Noten....... 81,46 81.86 Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Rote« .. 60..50 60.80 12.395 12,455 Ungarische Noten. . ... 5,82 5.86