nr. US Erstes Blatt 175. Jahrgang v ' tag, 22. Mal (925 Erscheuu täglich, auster Sonn- und Feiertags. Beilagen: GiestenerFamilien blätter Heimat im Bild. MonalL'vezugrpreir: 2 (Bolbmarh u. 20 Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Richterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fer nf prech-Anfchluffe: Schriflleitung 112, *öer- lagundGcichäftsstelleäl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnjeiaerSietzen. postichecftonto: SronUnrl a. M. 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Dnirf und Verlag: vrühl'fche Univerfitäts-Vuch und Zteinüruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschästrftelle: Zchnlffrahe 7. Annahme von Anzeigen fär die Tagesnummer bk. zum Nachmittag vorher ohnejedeDerdindlichbeit Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 2< mm Brette örtlich8, auswärts 10 ®o[bpffnniq; für R«■ Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorfchrift 20' .Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton vr. Friedr. Wilh Lange, für den übrigen Teil: Ernst Dlumfchein.'sür den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giehen Das Haus des Deutschtums. Die Einweihungsfeierlichkeiten in Stuttgart. — Eine Rede Dr. Strefemanns. Stuttgart. 22. Mai (TU). 3m Hofe des Hauses des Deutschtums fand gestern nachmittag die Weihe b c Hauses statt, das den Deutschen im AuSlano ein Hort werden fall. Unter den auherordentlich zahlreichen Festgästen sparen R e i ch S a u ß e n m i n i st e r Dr. S t re« Icmann, Reichsinnenminister Schiele, Reichs- tagspiöfidenl Lobe mit Abordnungen aller Reichet agsfraklien en. der württembergische ktaatsprer Idee, die ihm zugrunde liege, alles Gute tür die künftige Entwicklung wünsche. Dr. Streseinailn erinnerte bann an die Gründung oer Universität Derlin nach dem Frieden von Tilsit imd an das Wort des damaligen Königs von Preußen. bah der Staat versuchen müsse, an sittlicher Kraft neu zu gewinnen, was er an materieller Kraft verloren habe Er fuhr dann fort: Wenn ich den Sinn der Stunde recht begreife, der uns zu- lamincnfiihrt, fo ist es das Bekenntnis vor der Welt, das; man eine Grenze wohl ändern kann, «6er i J,d . e 5 . ”' n die sich zum Deutschtum bekennen. Reich stoaspr äsident L o e b e wies daraus bin. dast die deutsche Dolksvertretung eine ftattlkhc D., ulation aus Vertretern aller '□arteten entsandt habe, um die Glückwünsche des Reichstags auszusprechen. Möge, sagte Loede tveiter. von diesem Hause ein Segen ausgehen für die, die brausten in der Welt mühsam kämpfen. Den W'.ll'i mm grüß bes würtlembergischen Volkes entbot der württembergisv e Staatspräsident Bazille Wae- alle an ereix Dotier, so führte er aus, hir l ich beanspru. en. nationale Freiheit, beanspruchen auch wir für uns. Das Land der Zukunft. da - iDir erseh ren, das will kein Land der Rache sein, sondern ein Reich der Gerech- titzkeit. Der preustisäe Staatsminister Decker, der die Glückwünsche der preußischen Staatsregierung überbrachte wies daraus hin, dasz Preußen hur.) den Au \ang des Krieges im Osten wie im Westen schwerste Verluste gehabt und teure Staatsangehör ge unter fremde Herrschaft habe bin geben müssen, dast aber die Katastrophe dennoch ein Gutes gehabt habe dadurch. dast He Preußen und ganz Deutschland zur Selbstbesinnung gebracht habe. Für die babr.fd ? Staatsregierung sprach Exzellenz von Kuillina Wünsche der badischen Staat ereg'.orur.g bvad)tc Staatspräsident Hellpach ,um Ausdruck. Es folgten Begrüßungsansprachen des Oberbürgermeisters Loutenschlüger und des 'Rektors W^ssenmcyer- Ctutlgarl als Vertreter her deutschen und be- !anders der drei Württemberg scheu Hochschulen sowie des Reiak Wirtschaftsministers a. D. Ham m , der für den Deutschen Industrie» und Handelstag sprach Alsdann kamen Vertreter der Aus landdeutschen \\1 Worte. Senator Möller »TemcSvar) überbrachte die Glückwünsche des Verbandes der 830 000 Deutschen in Rninän en und des Donau- schwabentums, und Hofrat Ke in dl (Graz) die Stufte der ostfchwübischen Stundenten in Graz inti) Wien und besonders der Karpathendeut- schcn. Abg. K a l l i n a t (Prag) übermittelte die Oeöanfcn er Sudetendeutschen an die Heimat, der sie stets die Treue halten werden. Schar- schm idt (Tokio' fbra.ii für die Deutschen in Astasien. Rachdem dann der Erbauer des Hauses. Professor Gchmitthenner. hen Schlussel an kn Vorstand des Deutschen Auslandinstituts, ycneralton'in Wanner ..bergeben hatte nahm k'.e'er das Wort, um allen, die das Werk des Hauses für das Deutschtum gefördert haben, toärmficn Danl zu sagen. Das Haus der Deutschen kenne keine Parteien und Spal- tun gen und sehe nur das leuchtende Fiel bet Dolksgeme i schaf 1. Mit bem Gelang des Deutschland, c e:-. in das die Versammlung ein» IWimtc, schloß die eindrucksvolle Feier. Auf dem im Stabtgartcn veranstalteten Festbankett ergriff Rerchsautzenm nister Dr. Strefemann bas Wort zu einer Red? in der er aussührte: Dio zwei Welten bü i uns die Zeit, in der DeuNchland im Sonneugianze stand und heute. Mehr noch als bei uns hat sich das geltenb gemacht bei denen, die in der Ferne bas alles erlebt haben und die fremde Länder verlassen mußten. Das waren die Mei,scheu, die ihr Vaterland verließen, um draußen eine fremde Heimat zu suchen. Sind doch einst viele hinaus- gegangen, weil sie ihre politischen Ideale in diesem Deutschland nicht erfüllt sehen konnten, und die mit bie besten Deutschen gewesen sind, bie es jemals gab. Achtung und Ehre verdienen, die den deutschen Flamen in den Vereinigten Staaten von Amerika zu Glan; und Ehre gebracht haben und die vielleicht die höchsten Würben, die ba6 Volk vergeben könnte, erhalten hätten, wenn die amerikanische Verfassung es zugelassen haben würde. Ich komme über bie Empfindung nicht hinweg, daß sie besser für draußen und brinnen war, die Zeit wo der Begriff Unternehmer mit bem Degriff Mensch und Persönlichkeit identisch war, wo man uns beneibet hat um unsere Entwicklung zur Weltwirtschaft, beim es sind nicht Syndikate und Truste gewesen, sondern eS war der Einzelkaufmann, der hinauSging in die Welt, der nicht ausging, um Geld zu verdienen, sondern für den der Begriff Lebensarbeit identisch war mit dem Begriff, größer zu machen, waS er vom Dater ererbt hatte. Das ist der große kaufmännische Idealismus i r Einzelpersönlichkeit, das waren die Menschen, die man in der ganzen Welt fand, die den Boden gepflügt haben, auf dem einst bie Früchte ber deutschen Weltwirtschaft erwach-- sen sind. Cs war ein stolzes Volkstum. Für die Menschen draußen wie für die hier drinnen gehört außerordentlich viel m c h r wahre Datei - landsliebe dazu, sich zum Deutschland von heute zu bekennen wie zum Deutschland der Vergangenheit. (Beifall.) Das Deutschland der Vergangenheit gab dem Menschen etwas von seiner Größe. Er sonnte sich in der Größe des deutschen Ra- rnens. Heute sich zu bekennen zu diesem Deutschland. namentlich draußen, nach dem, was vor» gegangen ist. ba Beginnt sich erst zu zeigen, biß jemand deutsch innerlich empfinbet. Wenn wir uns heute fragen, ob wir Optimisten oder Pessimisten sein sollen, so bekenne ich mich nicht nur der Raturanlage nach zum Optimisten. Ich habe so manchmal in der Presse das Wo,st gelesen vom Stresemannschen Optimismus. Kein Wort ist mir so übel gerammten worden wie das vom Silber st reifen am Horizont. Doch sage ich mir das eine und das gilt für jeden Deutschen: Wer in dieser Zeit nicht ein Stück Glauben an die Zukunft im Herzen hak. der hat sich selbst ausgegeben. Jeder Deutsche hat vor seinem Gewissen ein Recht auf eine bessere Zukunft, und deshalb glaube ich an eine deutsche Zukunft. Und wer an ein Welt- gewissen glaubt, der wird sich sagen müssen, daß die Welt uns eine Wiedergutmachung schuldig ist. (Stürmischer Beifall.) Wir haben keinen Grund, mit gesenktem Haupt durch die Welt zu gehen. Auf uns lastet nicht mehr moralische Schuld als auf irgendeinem andern Doll. Arm zu sein ist keine Schande. Wir können uns im Gegenteil die Frage vorlegen, ob nicht die Zeit, in der wir materiell sehr reich wurden, eine Zeit des ideellen und geistigen Riede rgangs gewesen ist. (Lebhafte Zustimmung.) Das ist vielleicht die größte Schuld, daß über dieser Zeit das Wort Professor Birchers steht, daß wir an materiellen Gütern unendlich viel reicher, an seelischen Gütern unendlich viel ärmer waren als in einer vorangegangenen Zeit. Vielleicht hat die Rot erst und aneinander geschmiedet, und bajj aus dieser Rot das eine herausgeholt wird, dreses große Empfinden der deutschen Kulturgemein- schäft, ist etwas, was wir buchen wollen als Altivposten in unserer deutschen Politik. Lassen Sie mich einige Worte zu den Aus - landdeutschen sprechen. Sie haben uns heute im Reich zur Einigkeit gemahnt. Soweit das bei dem deutschen Charakter möglich ist. werden wir uns Mühe geben, der Mahnung au entsprechen. Aber vielleicht darf ich auch die Ditte an Sie draußen richten: Demühen Sie sich auch, objektiv dem gegenüberzustehen, was in Deutschland in den letzten Jahren vorgegangen ist. Wir müssen, das ist meine Ueberzeugung, wenn wir vorwärts kommen wollen, und wenn wir an eine Zukunft glauben, die Synthese finden zwischen dem alten und dem neuen Deutschland. Es kann nicht heißen, dos eine gegen das andere, sondern es kann nur heißen, das eine mit dem andern. CSir muffen in Ehrfurcht dessen gedenken, was gewesen ist. und dürfen das Große in der Vergangenheit nie vergessen, denn schmählich ist. wer große Taten feiner Geschichte vergißt Glauben Sie mir, andere Dölker, die weniger ruhig sind wie wir. hätten ganz andere Erschütterungen erlebt als die. die wir in Deutschland erlebt haben in den sechs Jahren von der UmtDanblung bis heule. Für uns, die wir leben, sind sie ein Stück unseres Menschenlebens, für die Geschichte lind sie ein Tropfen. Daß in dieser geschichtlich kurzen Zeit das deutsche Volk und das Deutsche Reich sich so konsolidiert haben, ist ein Zeichen für den Zukunftsglauben, den wir haben. iSehr wahr!) Darum sollten wir nicht immer verzweifeln, nicht immer nur sprechen von bem, was uns nicht paßt, nicht immer von bem, was wir leiden müssen, sondern den Blick wenden in die Zukunft. Den Weg zur Einheit haben wir zurückgelegt. Diese Einheit hat man nicht zersplittern können. Cs war gar nicht so einfach, diese Einheit zu erhalten. Daß wir durchgehalten haben, ist ein Zeichen dafür, wie viel poli isch r:ifcr das deutsche Volk geworden ist. Heber ein 92-Millionen-DoU Berlin, 20. Mai. Zur Fortsetzung ber außenpolitischen Aussprache erklärt Abg. Lanbsberg (Soz.). ein Land in ber Lage Deutschlanbs sei gerabezu verpflichtet, bei allen politischen Akten die voraussichtliche Wirkung auf das Ausland zu berücksichtigen. DaS sei eine politische Rotwendigkeit. Darum sei es nicht gleichgültig, wenn Organe der vaterländischen Verbände bie Wahl Hinbenburgs als das Signal zum Revanchekrieg begrüßten. Die außenpolitische Schädlichkeit der Kandidatur Hindenburgs sei auch von einem aktiven Reichsminister erkannt worden, ber dieser Erkenntnis aber leider im Wahlkampf nicht öffentlich Ausdru ck gegeben habe. (Heiterkeit. Rufe bei den Soz: Strese- mann!) Hindenburg verdanke feine Wahl in erster Linie den Kommunisten. (Lärm bei den Kommunisten. Wiederholte Rufe der Abg. Frau Gotte.) Der Redner fährt dann fort: Wir fordern den Eintritt in den Völkerbund. Wir verkennen nicht, bah er gegenwärtig wirklich kein Idealgebilde ist. Die Sozialdemokraten müßten dieser Regierung der ungerechten Lastenverteilung und des Zolltarifs ihr schärfstes Mißtrauen bekunden. Abg. Dr. Dell (Zrr.): Der Gedanke bet Vereinigten Staaten von Europa würde sich trotz aller Entstellungen schließlich durchsetzen. Das Urteil ber Geschichte werbe die Lüge von ber Alleinschuld Deutschlands am Kriege endgültig als Lüge entlarven. Ebenso sei aber der Kamps gegen die koloniale Schuldläge fortzuführen. Diese Lüge von der kolonisatorischen Anfähigkeit und Anwiirdigkeit Deutschlands solle die De- f*önigung bilden für die unter unerhörtem Wortbruch vollzogene Ungerechtigkeit und parteiliche Ausschaltung aller berechtigten kolonialen Ansprüche Deutschlands. Es würde Deutschland unmöglich gemacht, den Beweis für die Verlogenheit der gegen Deutschland in kolonialer Beziehung erhobenen Beschuldigungen zu führen'. Als letzter deutscher Kolonialminister habe ich mich in einem Schreiben erboten, vor einem unparteiischen Kollegium den Gegenbeweis zu führen. Mein Dries ist nicht einmal einer Antwort gewürdigt worden. (Hört! Hört!) Ich habe damals als Minister den, deutschen Volke das Vermächtnis hinterlassen, den Kolonialgebanken nicht flerben yu lassen. Heute kann ich die Visitenkarte ber neuen Kolonialvereinigung abgeben, die sich aus allen kolonial interessierten Parlamentariern ohne Anterschied der Partei von rechts und links zusammensetzt. Diese Vereinigung richtet an die ganze Kulturwelt den Rus: Gebt uns unsere Kolonien wieder! (Beifall.) Abg. Dr. Schnee (D. Dpt.) schließt sich der Forderung des Vorredners an. Cr weist auf die Ausnahmebestimmungen hin, die in verschiedenen englischen und anderen Kolonien noch immer den Deutschen jede Ansiedlung und kolonisatorische Betätigung unmöglich macht. Von einer Gleichberechtigung Deutschlands könne keine Rede sein, solange diese Ausnahmebehandlung in kolonialer Beziehung andauere. Die sogenannte Ciquibierung deutschen Eigentums in den wäre nichts anderes als Raub u n d D ir Reichs- minijter bes Innern Schiele bas Wort unb führte u. a. aus: Das wichtigste Arbeitsgebiet des Reichsministeriums des Innern sind D e r f a s s u n g s f r a g e n. Gemäß ber Programmerklärung bes Reichskanzlers wirb die Regierung jeden Versuch, bie Reichsverfassung auf gewaltsame ober sonst ungesetzliche Weise abzu- änbern, als Hochverrat mit allem Rachbruck abwehren unb verfolgen. Die Anwen- bung ber Deichsverlassung soll sich nach der Programmrebe des' Reichskanzlers dahin auS- toixten, baß unser Staatswesen mehr als bisher innerlich gesundet. Zu ben vorliegenden Anträgen zur Aenderung der Verfassung erklärte der Minister ferner: Ich trete ben aus bem Haute gestellten Anträgen bei, einen Das Mißtrauensvotum abgelehnt. Ende der politischen Aussprache im Reichstag. —- Die koloniale Schuldlüge. ständigen Drrfassungsausschutz zu begründen, bei* in gemeinsamer Arbeit der 'Regierung und des Reichstags, in vollem Lichte der Oefsentlickkeit und unterstützt und mitbeftimmt durch die Kritik der Fachwissenschaft und Presse die Verfassungsfragen beraten soll. Seine Arbeiten sollen auch dazu beitragen, das Der-- hältnis zwischen b cm Reich und den Ländern enger und vertrauensvoller zu gc° stcllten und in die Dahn einer gesunden Dezentralisation zu leiten, die den Gliedern des Reiches bei voller Selbstverantwortlichkeit die freudige Mitarbeit leicht macht. Die bedauerlichen Konflikte zwischen Reich unb Ländern müssen ausgeschlossen werden durch eine der geschichtlichen Entwicklung entsprechende baldige klare Abgrenzung der Zuständigkeiten, die einen Dauercharakter trägt. Die Streitpunkte um die Anwendung des Ärtikels 48 betr. die Verstoße eines Landes gegen die Reichsverfassung, die angesichts der Rotwendiakeit seiner häusigen Anwendung und seiner unbestimmten Formulierung kaum vermeidlich waren, können beseitigt werden, w nn es gelingt, das in Absatz 5 des Artikels 48 angekündigte AusführungSgesey zu schassen. Zur Behebung wirtschaftlicher Schwierigkeiten und Rotstände, bei denen die Anwendung des Artikels 48 bestritten ist, ist «in Dotverordnungsrecht der 'Reichsverfassung unbedingt erforderlich. Eine entsprechende Vorlage hat die Reichsregierung bereits eingebracht. 3n dein neuen Derfasfungs- auSschuh werden auch die Anträge über das Wahlalter, über die Erweiterung der Immuni-- tätsvorschriften usw. zu beraten sein, ebenso der zu Artikel 3 vorliegende Antrag auf Aenderung der Reichsfarben. Gerade in der Flaggen- frage halte ich eine baldige Klärung für dringend erwünscht, sowohl im Interesse unseres inneren Friedens wie auch deshalb, weil der Streit um die Reichsfarben nach außen hin unsere Zerissenheit so stark unterstreicht. Ich glaube Taum, das; es gelingen wird, diese Frage auf dem parlamentarischen Wege zu lösen. Ich möchte ausdrücklich betonen, bah ich die Flaggenfrage nicht für eine Parteifrage, sondern für eine Herzenssache unseres Volkes halte. Zwectmähiger Weise wird der Verfassungsaus- schuh auch die mit dem Derfassungsrecht eng zusammenhängenden Anträge erörtern, die auf eine Aufhebung des Gesetzes 3 um Schuhe der Republik und auf eine Aufhebung des Staatsgerichtshofes zum Schuhe der Republik abzielen. Ich bin der Auffassung, dah das von voricherein nur für bestimmte Geltungsdauer geschasfene Gesetz zum Schutze der Republik besonderen auherordent- lichen Verhältnissen seine Entstehung verdankt, und dah keine Dedenken bestehen, nunmehr einer Prüfung über die Aufhebung des Gesehes näherzutreten. Dr. Bests Austritt aus der Deutschnationalen Fraktion. Berlin. 21. Mai. (Privattel.f Dem Kompromiß, das zwischen Regierung und Parteien in der Aufwertungsfrage zustande gekommen ist, haben sich die Abgeordneten Dr. Steiniger und Dr. Best von der Deutschnationalen Volks- Partei entgegen der Haltung ihrer Fraktion nicht angeschlossen. Dr. Steiniger hat von sich aus den Vorsitz im Aufwertungsausschuh niedergelegt und ist durch den Abg. Dr. Philipp (Dntl.) ersetzt worden. Dr. Best ist aus der Deutschnationalen Partei ausgetreten unb hat sich der Deutsch- völkischen Fraktion als Hospitant angeschlossen. Die Parteileitung der Deutschnationalen * Brlkspartei hat nunmehr an Dr. B e st ein -Schreiben gerichtet, demzufolge Graf Westarp ihm * am 19. 5. die Frage vorgelegt habe, ob ec bereit t sei, entsprechend der im Rovember 1924 übernommenen Verpflichtung sein Mandat niederzulegen, sobald die jetzt im Reichstage vo li g nden R g rungsvcrl gen verabschie- d e l seien. Rach dem abschlägigen Bescheid Dr. Bests müsse die Parteileitung nunmehr auf der Erfüllung der feierlichen Verpflichtung bestehen, durch welche Reichstagsabgeordneter Dr. Best seinerzeit die Verpflichtung übernommen habe, sein Mandat sofort niederzulegen, falls er durch Ausschluß ober freiwillig allein ober gemeinsam mit anderen.aus der deutschnationalen Fr-ktion ausscheide. Den von Dr D'st vor- g sch g non Spruch be" Ehr ng ri t' be beutf .f« völkischen Partei könne bie d u.schnationale Volks- Partei nicht anetfennen, zumal Dr. Best beabsichtigte, sich an die deutschvölkische Fraktion als Gast anzuschließen. Airs dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt. 20. Mai. Der Finanzausschuß des Landtags setzte heute feine Beratungen bei Kap. 66 (Förderung ber Kunst) fort. H erzu lag ein Antrag Birnbaum vor. dem Gießener Stadttheater einen Zuschuß von 10000 Mk. zu gewähren! ferner forderte ein Antrag Reiber eine Erhöhung der in diesem Kapitel vorgesehenen Ausgaben. Der Antrag Birnbaum wurde gegen 4 Stimmen und ber Antrag Reiber mit 7 gegen 6 Stimmen a b - gelehnt. Das Kapitel wurde angenommen, ©benfo Kap. 65 (Dolksbil düng): ein hierzu gestellter Antrag Dr. Leuchtgens, das ganze Kapitel zu streichen, war damit erledigt. Zu Kap. 38 (Kirchen) lag ein Antrag Diehl vor, den ausgesetzten Betrag um das Dreifache gu erhöhen: dieser Antrag tourba abgelehnt. Dasselbe geschah mit einem Antrag Glaser- ®r. LeuchtgenS, der ungefähr das gleiche wollte, aber die Kirchen hatten sich verpflichten müssen, bei dem erhöhten Beitrag, auf das 3. und 4. Ziel der Landeskirchrmsteuer zu verzichten. Angenommen wurde dagegen ein Antrag D r. Werner. in dem verlangt wird, daß das Gutachten über die Rechtsverhältnisse von Staat unb Kirche beschleunigt fertig- destellt wird. Das Kapitel wurde angenommen. 3u Kap. 57 (Volksschulen) lag ein Antrag Dr. Wernerr vor, der die persönlichen Lasten für dieses Kapitel wieder den Gemeinden aufcrlegcn will, die Lehrer sollen hingegen in der Kategorie der Staatsbeamten bleiben; der Antrag wurde abgelehnt. In gleicher Weise wurde ein Antrag Dr. Leuchtgens, der die Streichung bestimmter Stellen will, abgelehnt. Ein Antrag Hainstadt wurde angenommen, worin die Regierung ermächtigt wird, den Lehrern an den privaten Volksschulen in Alzey, Herbstein. Vielbrunn und Wimpfen das Anfangsgehalt der Gruppe 8 zu bezahlen. Kap. 57 wurde bann angenommen. Zu Kap. 85 (2anb- wirtschaftskammer) lag ein Antrag Schott vor, den Zuschuß auf den Stand vom vorigen Jahr zu erhöhen. Ein Antrag Lux verlangt Rachweise über die Verwendung der Staatszufchüsse; auch soll bet für bie Förderung der Rindviehzucht verwendete Betrag für die Förderung ber Zucht von Schwarzbuntvieh verwendet werden. Der Antrag Schott, der Antrag Lux und Kap. 88 wurden angenommen. Die Kap. 67 (Lan des un i ver- fi tat) unb 68 (Technische Hochschule) wurden genehmigt. hierzu gestellter Antrag, daß ein Unterausschuß die Ausgaben beider Kapitel prüft, wurde abgelehnt. Kap. 71 (Förderung der Landesgeschichte) unb Kap. 74 (Denkmalpflege) wurden genehmigt. Der Ausschuß hat beschlossen, daß die Berichte des Finanzausschusses bis Pfingsten an das Landtagsamt abgeliefert werden sollen. Marschall French f. Paris, 22. Mar. (T. 21.) Wie „Echo de Paris“ aus London erfährt, ist Marschall French gestorben. John French trat 1866 in die Marine als Kadett ein und diente einige Zeit als Midshipman. Im Jahre 1874 trat er aber zum Heer über und machte den Sudan-Feldzug (1884—1885) mit. Im Jahre 1899 wurde er Generalmajor und erhielt das Kommando der Kaoalleriedivision in Natal. Im Feldzug gegen die Buren zeichnete er sich als Truppenführer aus. Die Befreiung Kimberleys aus der Umklammerung der Buren im Februar ist im ganzen ein Verdienst des Reiterführers French, der hier wie auch bei den Operationen Lord Roberts bei Bloemfontein und Pretoria mü feiner Kavallerie schwierige Aufgaben mit Geschick löste. Rach seiner Rückkehr aus -Südafrika loininan- dierte er bis 1907 das 1. Armeeekorps, wurde bann Generalinspekteur der Festungen und schließlich Chef des Generalstabes. French galt schon Jahre vor dem Kriege als zukünftiger Führer einer auf dem Kontinent operierenden Armee. Er war häufig bei französischen | Truppenübungen anwesend und besichtigte im Jahre 1911 die französischen Festungen an ber Ostgrenze. Als der Krieg ausbrach, trat er an die Spitze der in Belgien unb Nordfrankreich operierenden englischen Armee. Diese wurde zunächst in den Schlachten von Mons und St. Quentin zurückgeworfen, konnte jedoch an der Marneschlacht wieder teilnehmen unb ging dann, nachdem sie bei $pcrn eine Umfassung des linken Flügels der Alliierten verhindert hatte, zum Stellungskrieg über. Den Fall von Antwerpen konnte French nicht verhindern. French befehligte bann noch die englische Armee während des Jahres 1915 (Kämpfe bei Festubert, Loretto und $pern) und wurde dann im Dezember 1915, als die neuen englischen Divisionen mehr und mehr einzugreifen begannen, von dem General Sir Douglas fj a i g abgelöst. French wurde gleichzeitig als Viscount of 9)pres and of High Lake ins Oberhaus berufen und zum Oberbefehlshaber ber Heimatstreitkräfte ernannt, im Februar 1916 auch zum Feldmarfchall. Im Mai 1918 erfolgte feine Berufung zum Lordlieutenant (Vizekönig) von Irland, wo es ihm indessen nicht gelang, endgültig Ordnung zu schaffen, obwohl die englischen Truppen die Aufstandsbewegung in regelrechtem Kleinkrieg zu unterdrücken versuchten. Er trat bann 1921 von diesem Anst.zurück unb ist seither als „First Military Member of the Army Council" tätig. Im Jahre 1921 erhielt er eine Rangerhöhung als Earl of 7)pres. Marokko. Das französisch-spanische Marokko- Abkommcn. Paris, 22. Mai. (TU.) Der „Motin" melbct aus Mabrid, der französische Minister M a l v y habe seine Rückkehr nach Paris um einen Tag verschoben, weil er heute vom König empfangen werde. Er habe mitgeteilt, daß die Besprechungen mit Primo be Rivera zu einem Abkommen zwischen Sv a n i e n unb Frankreich über das Marokko-Problem geführt hätten. Paris, 22. Mai'. (TU.) Nach Meldungen aus Tanger soll Abd e l K r i m beabsichtigen, einen Waffenstillstand mit Spanien abzuschließen. Seine Unterhändler würden sich demgemäß zur Eröffnung der Verhandlungen mit dein spanischen Oberkommandeur nach Tetuan begeben. Die ständige Derwaltungskommission ber f r a n zösischen Sozialistischen Partei hat gestern eine Tagesordnung angenommen, in ber sie ihre Erregung über die aus Marokko eingetroffenen Nachrichten ?,um Ausbruck bringt, sowie ihre Beunruhigung bezüglich der Initiative, bie bic Re- gieung unb ihre Vertreter in Marokko ohne parlamentarische Kontrolle ergriffen habe. Die Kommission betont die Notwendigkeit, sobald wie möglich dem B lu t v e r g i e ß e n ein, Ende zu machen. Sie beauftragte die Paria-' mentsgruppe, bei Wiederzusammentritt des Parlaments die Regierung über ihre Absichten zu interpellieren und ihre Zustimmung jebeiu Unternehmen zu verweigern, das zugleich eine Bedrohung ber guten Beziehungen der großen Nationen Europas sei. Die Beerdigung der Dorftfelder Opfer. Dortmund, 20. Mai. (WTB.) Die Beerdigung ber bei ber Explosionskatastrophe auf der Zeche Dorstfeld zu Tode gekommenen Bergleute hat unter großer Beteiligung ftattgefunben. Aus äußern unb innem Gründen war die auf dem Sportplatz vorgesehene gemeinschaftliche Trauer'- feier in letzte VUniite abgesagt worden. Die Trauerzüge stellten sich auf dem Sportplatz nach den einzelnen Gemeinden auf, aus denen die Toten stammten, um bann die von der Schachtanlage 5 der Zeche Dorstfeld gebrachten Toten einzureihen und nach dem Friedhof ber betreffenden Gemeinden zu geleiten. Der Trauerzug nach dem Dorftfelder Friedhof nahm 21 Tote auf. Eingeleitet wurde hier die Totenfeier mit Musik- unb Gesangsvorträgen des Allgemeinen Arbeiter-Gesangvereins. Reichsarbeitsminister Brauns, Hanbelsminister Dr. Schreiber, Oberbürgermeister Eichh 0 ff - Dortmunb und Generaldirektor Beyer hielten darauf Ansprachen. Ein Vertreter des Alten Bergarbeiterverbanbes forderte energische Maßnahmen der Regierung, um das Leben ber Bergleute zu sichern. Nachdem noch ein Gewerkschaftsvertreter gesprochen hatte, wurden die Lc-chsn von Geistlichen beider Konfessionen eingesegnet. Hierauf fand eine eindrucksvolle Trauerfeier statt. Die kommunistische Partei hatte auch diesen Anlaß zu pro pagan st ischen Zwecken benutzt. Zu Zwischenfällen ist es aber nicht gekommen. Anläßlich ber Beerdigung ber Opfer ber Zechenkatastrophe sinb in der Stabt Dortmund sämtliche Lustbarkeiten, Konzerte unb Kino-Vorstellungen bis 5 Uhr nachmittags polizeilich untersagt. Kleine politische Nachrichten, Wie wir hören, wird der baherische Ministerpräsident Held der hessischen Regierung am Freitag einen Besuch abstatten. Der frühere Reichstagsabgeordnete Professor Reumann-Hofer ist an den Folgen des am 8. Mai erlittenen schweren Autounfalles gestorben. Seine gleichfalls damals verunglückte Gattin wurde soeben unter groß er Anteilnahme der Bevölkerung zur letzten Ruhe bestattet. Im Burcau des Reichspräsidenten ist folgendes Telegramm des Kaisers von Japan an Dr. Simons eingegangen: Die Kaiserin und ich bitten Eure Crzellenz. unfern herzlichsten Dank für die liebenswürdigen Glückwünsche zu unserer silbernen Hochzeit entgegen- nehmen zu wollen. P 0 s h i h i t 0. Aus aller Welt. Neuer Waldbrand bei Stettin. Dorrnerskag vormittag kur; nach 11 Uhr brach in den Obersöcst-reien Puelt unb Friedrichswalde, einige , nvmeker von dem letzten großen Waldbrand am zilontag entfernt, ein neuer großer Waldbrand aus, der sich diesmal nach der entgegengesetzten Kidjtung auf das Dorf Hinzen- d 0 rf über eine Fläche von schätzungsweise 6—800 Morgen auebreifete. Wieder waren die Feuerwehren der umüegenben Ortschaften und IHili- tärkommandas aus Stettin übet acht Stunden in angestrengter Arbeit tätig. Der Brand konnte kurz vor dem Dorfe r) i n 3 e n b 0 r f zum Stehen gebracht werden. Schon bei dem ersten großen Brande war ber verdacht der Brandstiftung aufgeaucht, weil in mehreren einige Kilometer voneinander entfernten Waldstücken gleichzeitig Brände ausgebrochen waren. Der neue Waldbrand bestätigt den v e r d a cht der Brandstiftung.. Dse Ier^rtaufend-Feier der Siodt Bonn. Bonn, 22. Mai. «WTB. Funkspruh.) Das M u | i f f c ft der ■ Stadt Bonn ausläßlich der Iahrtauscndfeier der Rheinlande endete vormittags mit einer imposanten Veranstaltung im Münster. Abend fand aus einem Dampfer eine Rhein-Festfahrt bis Linz statt. Auf der Rückfahrt waren alle Ortschaften fesllich beleuchtet. Don Godesberg aus schlossen sich zahlreiche beleuchtete Motorboote dem Festdampfer an. Illuminierte Fahrzeuge der Vereinigten Wassersportvereine von Bonn schlossen sich den Dampfern an. Die 3 Kilometer lange Endstrecke bis Bonn wurde unter ununterbrochenem Feuerwerk zurückgelegt. Das Hauptfeuerwerk wurde von der Rhcinbrücke aus abgebrannt. Der Rerckstag fliegt. Berlin. 22. Mai. (Sil.) Auf eine Einladung der Junkers-Werke A.-G. besichtigten am Himmelfahrttage die Mitglieder des Reichstages den Berliner Zentralflughafen auf dem Tempelhofer Felde. Etwa 100 Reichstagsabgeordnete aller Parteien hatten (ich unter Führung der Abg. Hergt (Dntl.), Schllz (D. Vp), Erkelenz (Dem.), Becker-Arnsbcrg (Ztr.), Henke (Soz.), Emminger (Tayr. Dp.). Eisenbergcr (Wirtsch. Vg.), von Gräfe (Völk.). Höllein (Korn) eingefunden. Vom prächtigen Wetter begünstigt wurden etwa 30 Rundflüge unternommen, an denen sich die Abgeordneten mit ihren Damen sowie Mitglieder des Vereins der Parlamentsjourn-alisten beteiligten. Die Flugzeuge arbeiteten ausgezeichnet und erregten allgemeine Bewunderung. „Deutsches Volkstum in Rot!" Im Rahmen ber Werbewoche „Deutsches Volkstum in Rot" fand in München ein Konzert b e 5 Tiroler Heimatwehrorchesters in der Tonhalle München statt. Der zweite Bürgermeister von München, Dr. Kusner hieß daS Orchester herzlich willkommen und schloß mit einem Hoch auf das Land Tirol als deutsche Südmark, das von der Versammlung mit dem Gesang des Andreas-Hoferliedes übernommen wurde. Bundesrat Sie idle dankte für die herzlichen Begrüßungöworte und betonte, das Tiroler Heimatwehrorchester sei nicht nach München gelcmmen, um Anschlußpröpaganda als solche zu betreiben. Der Anschluß und Zusammenschluß aller Deutschen werde als natur- notwendiges Ereignis von selbst kommen. BundcSrat Steidle schloß mit einem Hoch auf die Stadt München, auf das Land Bayern unb auf das ganze deutsche Vaterland. Bei den Schlußworten des Redners schloß das Orchester mit dem Deutschlandliede, das ebenfalls, wie das Andreas-Hoserlied, stehend an- gehört wurde. Die Darbietungen des Orchesters, das sich nicht aus Berufsmusikern zufammensetzt. wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Heimatausstettung in Stuttgart. In Stuttgart wurde im Beisein zahlreicher geladener Gäste die Ausstellung „Das schwäbische Land Stuttgart 1925“ feierlichst eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Lautenschlager begrüßte die Gäste und dankte dem Staatspräsidenten Bazille daß er die Schirmherrschaft über die Ausstellung übernommen habe. Dieser eröffnete als Schirmherr die Ausstellung. Die Ausstellung stehe im Zeichen des Wiederaufstieges der deutschen Ration. Sie führe uns hinein in das Wirken des deutschen Volkes und nn den Altar unseres schwäbischen Volkstums. An den Eröffnungsatt schloß sich ein Rund - gang durch die Ausstellung an. die nicht ein» Messe zu Verkaufs- und Erwerbszwecken, sondern eine Heimats- und Kulturausstellung ist. Ein neuer Ehrenbürger der Universität Köln. Die Universität Köln verlieh der Ehr» mürb. Schwester 3 g n a t i a vom Orden des Heiligen Franziskus, Leiterin der Studentenküche, in dankbarer Anerkennung ihrer Verdienste um das Wohl der Studentenschaft die Würde eines Ehrenbürgers der ilnioctflfät. Ein schweres Autounglück in Bayern. Ein schwe c Automo i Unglück e eigne e ich am Himmelfahrttage in Hirschberg bei Bastheim. Von einem mit einer großen Anzahl . < ? Münchener Ausflügler nach Oberammergau fahrenden Lastauto riß der Anhänger auf abschüssiger Strecke durch K e t t n b r u ch los. rannte an einen Baum und stürzte in den Straßengraben. Der Triebwagen fuhr weiter und raste auf der andern Seite der Straße ebenfalls gegen einen 'Baum. Von den Insassen erlitt ein zwölfjähriger Knabe einen Schädel- bruch und war sofort tot. Zehn Insassen wurden teils schwer verletzt. Von dem Triebwagen wurde außerdem ein Münchner Student, der auf einem Motorrad den Wagen passierte, erfaßt und sofort getötet. Mil dem — Aisto durch di? Wand gegangen. Dem Lastautomobil ber Speditionsfirma Hagen-Zuffenhausen r i ß auf ber Fahrt von Stuttgart nach Karlsruhe eine Kette, unb ba auch bie Bremse versagte, sanfte das Automobil in rasender Fahrt auf bie Wirtschaft „Zur Rose", wo es bie M a u e r burch stjeß unb vollständig zertrümmert liegen blieb. Dem Spediteur Hage n würbe ber Brustkorb e i n g c b r ü cf t. Er war sofort tot. Der Metzger Nag 0 lb erlitt einen Beckenbruch. Der Chauffeur würbe leicht verletzt. ileberfall auf bic Straßenbahn. Ruf den letzten abends von Duisburg nach .Düsseldorf fahrenden Straßenbahnwagen wurde am Haidberg ein 11 c & e r f a 11 unternommen. Die Tater hatten einen Bamn- stamm über die Schienen gelegt. Als der Wagen hielt, sprangen zwei maStiert? Räuber mit vorgehaltenem Revolver auf den Wag?" zu Führer und Schaffner setzten sich m't bem Weichensteller Zur Wehr, worauf die Räuber die Flucht ergriffen und im nahen Wald verschwanden. Amundsen bereits am Nordpol? Die Zeitungen veröffentlichen eine Meldung von Bord der „F r a m" aus Kingsbay vom 20. Mai, wonach A m u n b f c n am Mittwoch zum Fluge nach bem Nordpol gestartet fei. Die Journalisten leien ersucyt u-oiben, diese Nachricht nicht zu oer° breiten, ehe bic Flugzeuge unterwegs seien. In der Meldung wird bic Vor mu t u n g ausgesprochen, baß Amundsen unb seine fünf Kameraden wahrscheinlich bereits a m N 0 r b p 0 i g ela n b e t i nb dort mit Beobachtungen beschäftig', feien ober sich vielleicht sogar schon auf dem Rückflug le'änbem Line Probebombe. In einem Straßenbahnwagen in Budapest wurde ein an den Regierungskommissar Ripk a .gerichtetes Paket gefunden unb auf bem Funbbureau abgegeben. Wegen bes verdächtigen Aussehens des Aussehen des Paketes verweigerte ber Adressat bie Annahme. Die Oessnung durch die Polizei im Bei sein eines Fachmannes für Sprengkörper förderte eine Blechdose mit Schießpulver und Zündschnur zutage. Dem Inhalt war ein Zettel beigelegt mit ber Bemerkung, bies sei nur eine Probebombe. Auch für ganze Familien könnten Bomben geliefert werben. Die Untersuchung über den Vorfall ist eingeleitet. llnwctterkalastrophe in Indien. Aus Mabras wird gemeldet: An ber Ost käste Vorberindiens wüten stürme, bie bie Eisenbahngele'je beschädigten, den Telegraphen- unb Telephonbienst störten, Dächer von den Häusern fegten unb K üstenschi s f e gefährdeten. In Ellorc ft ü r 3 t e ein Lichtspielhaus ein, in das sich 35 Personen geflüchtet hatten. Von diesen wurden 13 getötet unb 14 schwer verletzt. Es wird angenommen, baß fünf Opfer noch unter den Trümmern liegen. Ertrunkenes Dieb liegt zu Hunderten an ber überschwemmten Eisenbahnlinie. Pocken-Epidemie in England. London, 18. Mai. (TU.) Im ersten Diertel- jahr bjejes Jahres sind in England und Wales 1760 Fälle von Pocken bei den Gesundheitsbehör- ben gemeldet worden. -- j öcttcrvoraussaHc. Etwas wärmer, meist heiter, Winde aus östlicher Richtung, trocken. Aus dem Kontinent ist leichter Druckfall cin- geireten, und die Tiesausläufer über Frankreich und England haben sich etwas verstärkt. Allgemein ist das Druckgefälle gering. Aus Stabt und Land. Gießen, den 22. Mai 1925. Der gestrige Himmelsahrttag erfreute uns mit dem schönsten Frühsommer- Wetter. Zu Tausenden 30g ?n die Wanderlustigen hinaus in die weitere Arrg?bung. während große Spaziergängerscharcn den AusslugSorten in der Rähe ihren Besuch abstatteten. Die Eisenbahn hatte die Züge wesentlich verstärkt und konnte dadurch dem recht guten Zuspruch gerecht werden. Obwohl der Himmel am Raähmtttag mehrmals bedenklich düstere Wolken zeigte, blieben hier die teils erhofften, teils befürchteten Regenfälle aus, dagegen hat es in der Rahe von Marburg zeitweise stark geregnet. Die Landleute und Gartenbesitzer unserer Gegend würden einen erquickenden Regen für ihre Saaten gern gesehen haben, auch wenn dadurch hier und da die Freude am Himmelfahrttage etwas Einbuße erlitten hätte. Q ® i e Kosten derstaatlichenOrts- Polizei in Hessen einschl. ber Polizei in Mainz, Worms, ‘Singen, Alzey und Gonsenheim betragen für 1925 6 !t. Voranschlag 4 456 4’5 Rm. Bei Richtdurchführung der Verstaatlichung der Polizei hätte das Land an Polizettosten nur V10 der persönlichen Aufwendungen aufzubringcn, das sind 424 457 Rm. Die Gesamthöhe der Polizeilast. die das Land durch die Verstaatlichung der blaue u Polizei übernommen hat, beträgt sonach 4 032 018 Rm. " Reue Brief märten der Rcichs- post. Die Reichspost hat anläßlich der Tausendjahrfeier der Rheinlande eine Iubiläumsmarkc. von Otto F i r l e entworfen, herausgegeben. Auch eine neue Flugpostmarle soll demnächst zur Ausgabe gelangen. Beabsichtigt ist ferner, die Serie der postallsch-n Städtemarten fortzusehen. Erschienen sind bisher Marlen mit dem B lde von der Wartburg und dem Kölner Dom. Marken mit dem Bilde der Marienburg und dem Dom zu Speyer sind projektiert. Marken mit den Kopfbildnissen hervorragender deutscher Persönlichkeiten werden voraussichtlich erstmalig am Ende des Jahres erscheinen. Es kommen zunächst unpolitische Köpfe der Brsgangenheit in Frage, und zwar sind Bildnisse von Goethe, Schiller. Beethoven unb Dach vom Reichskunst- warc bereits genehmigt. Di? Ausgabe wird noch zurückgehalten, da große Mengen der jetzt gul- üinn^ Mtolse ' soiamv Dein । ■formen zcogrop den wu yi unte epiphlfi 'litten - ner). • fühlt monriig :eslcn 2 fi‘ Ml r#l- fJwii »1 ■-ir btlo öest- ff styljü D)ü ;m Dicnfi vsn den - 9er r . oitkiliei cusnefttl Astpe i der reffen -U fl'iCl ‘werter li Turm l>. [offen. 211 ftnr.b, bof ift, wor Ingur.fl durch bic Miet r fäumte m Freunde zu einer fchönfien ein. (Sie DW1 8 der kili größere 5d 5131D Crfti b etet fid den, der; oatfimbfd Befflä&rlel etn'omrni monal fc Kai 32. Dame Damei Damer Orsps de ft gen Zahlemnarken gedruckt vorliegen bic erft aufgebracht werben müssen. ee Die Vorführung m c biz i n rsch - wissenschaftlicher Filme in bet Frauenklinik beginnt heute nachmittag 5 Llhr, nicht, wie am Mittwoch berichtet, um 81 - llpr. *’ Linns- Feier 1 925. Der diesjährige Birins-Vortrag. den der Direktor der Botanischen rlnstalien, Prof. Dr. E. Küster, am 19. Mai im Satanischen Hörsaal hielt, behandelte die Orchideen und die wunderbare Mannigfaltigkeit ihrer Formen. Oer Vortragende jprach einleitend von der geographischen Verbreitung der Orchideen und non den wichtigsten Typen, die ihre äußere Erscheinung yi unterscheiden gestattet (erdbewohnende Orchideen. i?piphytisch aus Baumkronen des Urwaldes lebende mitten — und die bräunlichen, blassen Humusbewohner). Die Besprechung der Blüten der Orchideen fühle jur Schilderung des in ihnen besonders mannigfach sich entwickelnden ..Labellum' , die grössten Veränderungen der Blütenbloticc (Ealadcnio), der serielle Dimorphismus der Blüten (Catasetum), ei? .^ebrostreisung (Odontoglossum u. o.) sowie das rai)thmische Massenblühcn des Dendrobium crumen» t H an wurden behandelt. Neben den schon seit langer .»eit bekannten Erscheinungen der Bestäubung ichil- !' Pros. Küster d>e wunderlichen Bewegungen, die an den Blütenteilen von Eatosetum und Ptcro- styü> wahraenommen werden, und welche ebenfalls m Dienste der c estäubung stehen. Zum Schluß war von den Same.' der Orchideen die Rede und von den unlängst ausgebecktan Dcdingunaen ihrer Keimung. - Der Dort »p wurde burd) zahlreiche farbige Licht- ' 'r" erläutert. Die Gewächshäuser der botanischen "’iiobrn hatten eine Reihe blühender Orchideen cusgestellt. Vom Dünsbergvercin. dessen vor- ' v sie Ausgabe es ist. für die Erhaltung und Ul'pe des Dünsbergturmes und seiner Tchunl-ÜUen. der :;.j-iänfl: aieflc und im Verein — L-;- V. H. C. ni ',.n auch für die Markierungen yim Diinsberg . fr., m, hat int vergangenen Jahre mit dankens- irf.-ter llnterstüpi na opserivilliger Naturfreunde den - urm non tüchtigen Fachleuten wieder Herstellen lilsen. Aus diesen! Ansatz sowohl, wie aus dein Um- stand, datz der Turm dpi 25 Jahren errichtet worden ist. wSt im Herbst Porigen Jahres eine arotzere Tagung auf dem Berge geplant, die jedoch leider durch die Unbilden der Witterung buchstäblich zu Wasser wurde. Runniehr will der Vorstand das Versäumte nachholen und labet alle seine Mitglieder und Freunde de-'- Dünsbergs auf kommenden Sonntag zu einer gemeinsamen Tagung auf der setzt im schönsten Maicnjchmuck prangenden Höhe herzlichst ein. (Siehe Anzeige.) Für die nötige Unterhaltung --------------- ’i i' Tiri n iii—i ■ und Labung ist bestens gesorgt. Gemeinsamer Abmarsch 7 Uhr von der Laynbrücke oder für Rach- zügler Abfahrt 8.20 Uhr noch Bieber, gegebenenfalls mittels Sonntagskotte. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Sch l a ch t di e hm a r? t: 22 Ochsen. 7 Kühe. 863 Kälber. 197 Schate Bornotizen. — LageSkalender für Freitag. Erster Welcker-Vortrag 81 . ilbr PhnsikalitcheS Institut (Stephanstraße) Vortrag Professor Dr. R. Herzog. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße. „TBic sage ich'S meinem Kinde Asioria- Ltchtspiele ,Flammen der Leidenschaft". .Jeder Familie ein Eigenhetin.“ Ein öffentlicher Vortrag über dieses Thema findet heute. Freitag, abend im Gcwcrbehous Kirch- strafte, statt. Äüheres im Anzeigenteil. Dom Hessischen Stäbtetag. ) Darmstadt. 20. Mai Der Hessische Städte tag hat in seiner letzten Sitzung den Oberbürgermeister von Mainz zu seinem Vorsitzenden gewählt. Rach den cayungen bilde, der Hessische Städtetag die Gesamtoertretung der hessischen Städte in den sic gemeinsam betreffenden Angelegenheiten. Er übt das Wahl und Vor- schlagsrechr hinsichtlich derjenigen Äorperschaften. Veranstaltungen und Einrichtungen aus. in denen den hessischen Städten eine Mitwirkung eingeräumt ist (Vorstand des Deutschen Slädtetags. Äommiffion für Verwaltungsreform u. dgl.). Den'Stadtetog bilden die Verwaltungen der Städte, die der hessischen Städteordnung unterstehen. Die Mitglieder des 51. i. :afls versammeln sich einmal im Jahr zu einer ordentlichen Tagung. In der Regel am Amtssitz des leiDciliflcn Vorsitzenden. Die Sitzungen sind nicht öffentlich Zur Leitung der Angelegenheiten des Stadtetogs wählt die Mitgliederversammlung aus ihrer Mitte jeweils auf zwei Jahre einen Vorstand, der aus dem Vorsitzenden, dem stellvertretenden Vor fitzenden und dem Schriftführer besteht. Der Vorstand hat den Stäbtetag nach nutzen zu vertreten. Die Einweihung des Frankfurter Stadions. 3’b. Frankfurt a. M., 21. Mai. Frankfurts großartige Sportplatzanlage, das auf dem Gelände der ehemaligen Militarfchietzftande im Stadt- wald geschassene weiträumige Stadion, wurde heute unter den denkbar günstigsten Voraussetzungen der Oessenllichkeit übergeben. Leuchtender Sonnenglanz, der im Frühtingskleide prangende Stadtwald, eine nach Zehnlaufende zahlende, unübersehbare, festlich gekleidete und festlich gestimmte Menschenmenge und eine Gesellschaft hervorragender Gäste aus ollen Teilen des Reiches gaben diesem bedeut famen Ereignis den glanzvollen äußeren Rahmen. Sd)on von 12 Uhr ab setzte eine wahre Völkerwanderung nach dem Stadtwald ein. die ihren Höhepunkt gegen 3 Uhr. dem Beginn der Feierlichkeiten, er reichte. Strahenbahn auf Straßenbahn folgte in Ab- ftänben von einer halben Minute aufeinander. Eine ausgezeichnet vorbereitete Organisation hatte dafür geforgt. datz sich der Aufmarsch und später auch der Abzug des Menschenmeeres fast reibungslos vollzog. Als um 3 Uhr Fanfarenklänge den Einmarsch von etwa 17 000 Turnern, Radfahrern und anderen Sportsleuten, den Schulen, der Studenten und anderer Körperschaften ankündig- tert, umsäumte das weite Dnal der Kampsbahn eine Menschenmenge, deren Zahl auf mindestens hundert tausend geschätzt werden konnte. Grandios war der Anblick der eininarschicrendeii Turner und anderen Sportler, ein entzückendes Bild, das symbolisch das roiebr- erwachende und wieder ausbauende Deutschland nach schwerer Zeit andeutete und wider- spiegette. Brausend erklang der von 1000 Sangern ror^ctragcne Mozartsche Chor „O Schutzgeist alles Schönen" uber da« mächtige Feld und löste stüt milchen Beifall aus. Dann feierte Oberbürgermeister Dr. Landmann in begeifernden Worten die Bedeutung biete» Tages für Frankfurt und ganz Süd und Westd-utschland, er pries die hohe Werbesraft körperlicher Betätigung und übergab bann das Stadion an die Frankfurter Verbände mit der eindringlichen Bitte d-oies Kleinod zu hegen und zu hüten zu Franksurts und Deutschlands Ruhm und Ehre^ Das Kalliwodasche ..Das deutsche Lied" gab der Feierstunde weihevollen Ausklang. In bunter Folge reihte sich nunmehr eine Fülle leichtathletischer Kmnpfe dem Festprogramm an: Radiahrreigen. Freiübungen. Läuse. Speerwerfen, Springen. Ringen, Stemmen und Geräteturnen. An diesen Hebungen beteiligten sich neben den Frankfurter Verbänden auch zahlreiche spor'Iiche Vereine aus der näheren und weiteren Umgebung. legenhcilen stand im Mittelpunkt der Verhandlungen ein Vortrag von Pfarrer Göbel (Büding ii > über ..gemeinsame Arbeiten und Ausgaben aller im Dienst der evgl. Kirche stehenden Theologen" Fetner wurden die Gemeinden und die Tage für die diesjährigen Vustav-Abols- Feste festgeleg! Da in diesem Llahr die große Gustav- Adolf -Tagung für ganz Deutschland in Gießen stattsindet, werden in jedem Dekanat 3 Gustav - Adolf-Fe st e gefeiert, in unserem Dekanat vor- aussich'lich am 21. Juni in Lindheim. am 19. ■ouli in Eckarlshauseit und am 16. August in WeningS. Die Haupiv rsammlung deS Gustav- Adolf-VereinS in Gießen findet vom 20. bis 22 September statt. 3mmalio Profeieor I m m a 1: Meine hochverehrten Damen and Herren! leb habe die Ehre and die Aufgabe, Sie in die Geheimnisse der Schuhpatzlologle einzuführen. Es wird mir eine Freude sein, Sie an Hand meiner jahrzehntelangen Studien und Erfahrungen davon zu überzeugen, welches das beste Mittel Ist, um Ihr Schuh- und Lederzeug glänzend und dauernd in einem guten Zustand zu erhalten. Durch eine Reihe Zeugen aus der Praxis werde ich Ihnen dae bestätigen lassen. 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(Es stehen reichliche Preise zur Prämiierung oon Vogelsberger sgr arotzeren Be.trk und Simmentaler Rindvieh zur Verfügung, her btesigen legend Beginn des Diehauftriebs um 7 Uhr, Bürgermeisterei Schotten Winlin Vlockstr. 18 IIL geladen. 5239D Iperf. Stenolypisttn) mit 6 jähr, praktischer Tätigkeit und an teilweise selbständiges Arbeiten gewöhnt, sucht passende Stellung. Schriftl. Angebote unter 04485 an den Gießener Anzeiger. tüchtigen llelfeverkrelkk der den Berkaus meiner Fabrikate gegen gute Provision mit übernimmt. Für Herren, welche auch die kleineren Plätze mtt Nad oder Motorrad r-egelmähig be suchen und bet der Kolonialwaren Kundschaft u. HauS- haliungSgeschäfren. Fabriken gut einge- sührt sind, wäre die Vertretung sehr lob nend. Schr. Angeb. unter Angabe der bisherigen Tätigkeit unter 5237V an den Giesiener Anzeiger. „ der Prämiierung um 8* , Uhr, „ der Verlosung um 1 Uhr. Wertvolle Gewinne, Zimmereinrichtung, Möbel und gediegene Preise, die im Rathaus ein» gesehen werden können, kommen zur Aus- fofung. Lose zu 1 Mk. bei August Konrad, Hungen, zu Haden. Volksfest, Konzert, Tanz. Ju der am Mittwoch, 27. Mai, in Schotten stattfindende>i, von der Landwirt- schaftskammer veranstalteten großen Tierschau und Prämiierung oon reinem Vogelsberger Vieh wird nochmals ein- Suche tü«6t, otbenll. MW initgutenZcugnisfen für 1. oder 15. Juni. Frau Frei, oaniher. UJu sp L Preis 65 Pfs die 10°-9- J .. C • r V Hafel. Erhältlich in den \ durch Mignon-Plakate und Ä “: 1 r,V. zj? - Packungen kenntlichen jlämW'SvTOfW!) säs Jmmalin Groß-Gerau im ist am 17. d. Mts. Die Beerdigung findet Samstaj den 23., Mai nach mittags 4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Fried hofs aus statt. 04503 Unser lieber Vater der Kgl. Preuß. Oberstleutnant a. D. Julius Wernecke Inhaber d. Eisernen Kreuzes v. 1870/71 Ritter hoher Orden Alter von 76 Jahren plötzlich entschlafen. Mila Hemmerde geb. Wernecke Carl August Hemmerde Kreisdirektor Dieburg im Mai 1925. Die Einäscherunghat i.d.Stillestattgefunden, Todes-Anzeige. Am Himmelfahrtstage starb nach kurzem, schwerem Krankenlager meine liebe Frau, unsere unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Emma Wittich geb. Bönsel Die trauernden Hinterbliebenen i. d. N.: Wilhelm Wittich Wiegemeister i. R. Gießen, Wien, Frankfurt, Obererlenbach, Wiesbaden, Mainz, Kl.-Linden, 21. Mai 1925. K G ■ V Bekannte und leistungsfähige KAFFEE-GROSSRÖSTEREI sucht bei der Großverbraucherkundschaft gut eingeführte 5211D Im Namen der Trauernden: Angebote unter W. 8160 an Herrn. Wülker, Annoncen-Expedition, Bremen erbeten. Gießen, den 22. Mai 1925. Familie Halle des m 82. Lebensjahre. 04509 wärtige, die nicht zu diesem Dortrag frommen können, verlangen Auskunft und Unterlagen von der 5235D Gemeinschaft der Freunde e. B., Luftkurort Wüstenrot bei Heilbronn (Eintritt frei. Saalöffnung 8 Uhr. Anfang 81;. Uhr. kaufen 04512 Mlspitlli® MMck Bis einschließl. Sonntag: Außerdem: Ferner: Außerdem: fünft. 04482 tolles Lustspiel in 3 Akten. 5238c Ordentliches Jüngere Myplmn Meilerlnmiö IMIMH MlMW Wilbelmstr. 45 v. platz 04516 BiSkirchen a. d. Lab» bei. 5224 D Dr. Aug. Todt Aug. Rinn und XÄF- Der heutigen Stadtanslage liegt ein Prospekt der Heilauellc Karlsprudel, Großfilm in 6 Akten von fabelhafter Spannung. Heuchelheim, Frankfurt a. M., Coblenz, den 20. Mai 1925. Das große Wecken Tragödie aus einer kleinen Garnison. In tiefer Trauer: Familie Karl Hahn Familie Wilh. Sack Familie Willi. Schneider Familie Ludwig Hainer Familie Ludwig Schmidt nachmittag 4 Uhr in Heuchelheim Glucke mit Kücken zu oer s.Wäscheanserttgung foiort gesucht. fwt8 Flammen Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag 3 Uhr von der Neuen Friedhofs aus statt. Es wollen sich nur Herren melden, die die nötige Fühlung haben mit Cafös, Hotels Kurhäusern, Sanatorien, Pensionen, Wald- und Sommerwirtschaften Vorher: Zucht und Dressur des Deutschen Schäferhundes vom Verein für Deutsche Schäferhunde München. Anrrelcn zur Fahnenweihe der Veto; narbiften Sonntag, 1.30Uhr nachm. beim 1. Vorfitzenden. 62<‘D ili Baba «Dd ille 40 Mer tolles Lustspiel in 2 Akten. Gesucht für christl. Haush. in grob. Billa in Dresden Stnbenmfibdjett oder Jungfer bei hohem Gehalt zum sofortigen Eintritt. Angebote mit Zeugmsabfchr. unt. D. E 621 an Rudolf Masse, Dresden, erb. :'-xn (Sreignilfen der Jahre hi m dieser Serie behandelt »erben, r >ro! trift her . Dagegen werden wir uns darauf beschränken können, bei der Flottcndemon- siration, falls sie wirklich zur Ausführung gelangen sollte, lediglich die Flagge zu zeigen'). Euere Kaiserliche und Königliche Majestät wage ich daher alteruntertänigft um huldreiche Ermächtigung zu bitten, dah die Einladung Oesterreich-Ungarns und Ruhlands zur Flottendemonstration auch von uns angenommen und gegebenenfalls Euerer Majestät Spezialschiff ,.Loreley" in Konstantinopel zur Teilnahme an der Maßnahme entsandt werden darf. D ü I o w. Bemerkung Kaiser Wilhelms Jl. am Kopf des Schriftstücks: Mit Annahme der Einladung einverstanden. Es ist zu antworten, dah man das Vorgehen sympathisch begleite und moralisch unterstützen werde — moral support — aber, da man keine Schiffe im Mittelmeer halte, und wegen des Mihtrauens und der Erregbarkeit Englands so- wi^ wegen der Winter-Reparaturperiode keine Schtsfe entsenden könnte, leider nicht tn der Lage sei, zur See mitzumachen. Der Botschafter werde seine Demarchen erneuern! W. Randbemerkungen des Kaisers: i) Das würde die Islamitische Welt besonders verletzen, wenn man bei ihren Todfeinden sich versammelte. Das haben die Franzosen auch schon mal gemacht ohne Erfolg. Tanzspiel: „Aufritz" in irr Tänzen von Hans (S. Steinbach. Dieser Abend offenbarte Erlebnisse. War es das, was Ihr wolltet — uns zeigen? Wegen des Namens meine ich. „Aufrih" . . . Da find drei Menschen Hans E. Steinbach, Theo D u s e b e r g, Maria Kubel, von denen mindestens zwei etwas zu sagen haben. Was sich an technischem Können bei Steinbach und Maria Kubel noch erweitern liehe, ist unwichtig gegenüber dem Wollen. Man spurt die Echtheit, das Müssen. (Und worauf kommt es sonst an?) Tanz ist vom Körper aus primär: beseelte Körperlichkeit Diese Erkenntnis ist bei den dreien. Trotzdem — und deshalb leider — schleifen sie schwere gedankliche Bürde hinter sich her: Im „Präludium" zum Beispiel: auch im .Bann", nur hier einfacher. Deshalb aber nicht minder unentschuldbar. Darum lehne ich das eine ganz ab, über das andere liehe sich reden . . . Kompro- mih? Mit wem? „Spiel" war recht gut, gegen Ende besonders, ibeo Dusebcrg beherrscht vollständig gelöst seinen Körper, die beiden anderen auch finden Hall an der ichUchten Linienführung des Tanzes. ..Schatten", ein 'ein gefühltes cpicl (dach bringt nicht die Musik in diese klare Flächigkeit zu viel Körperliches hinein?). Gerade hier wurde selten eindeutig klar, was Musik, chytymisches Geräusch und Stille nebeneinander bedeuten. („Bedeuten" in Richtung auf den Ausnehmenden. für den Gestaltenden: „finb"). Weitaus wichtigste Tat des Abends ist „Wirr- i i s": Spiel der Kräfte in drei Kampieren, ganz iretnd einander an innerer Spannung und äußerer Gebärde, jenseits von Gedanke und Gestalt: nur mehr irgendwie existierende Seinsformen. Hier ist restlose Erfüllung. Die Bühne war Raum, die Farbe Leben. Wir freuen uns dieses Abends. e—s. * Ein seltsamer Fall. Bon Hermann Wagner. „Angeklagter, — Sie heißen?" .Ich heiße Ewald Domschle, bin zweiundfümszig Jahre alt, evangelisch und Schreiner in einem Patent-Bureau." „Schon vorbestraft?" „Roch nie." „Sie_finb des Diebstahls angeklagt . . . Be- tennnen Sie sich schuldig?" „3a-" „Wie trug sich die Sache zu'/" „Sie ist mit wenigen Worten schnell erzählt. Sie trug sich am einem Sonntag zu, auf dem Marktplatz, wo cm reger Verkehr herrschte Eine junge Dame ging an mir vorbei, die ein silbernes Hand- täschchen trug. Ich trat auf sie zu, entriß ihr das Täschchen, sie schrie auf, ich floh. Aber schon wenige Minuten später hatte man mich verhaftet." „Begingen Sie den Diebstahl aus Rot?" „Rein." „Aus Habgier?" „Ganz und gar nicht." ,J)m. Es war doch heller Wahnsinn, an jener verkehrsreichen Stelle und um jene Zeit so etwas zu versuchen. Sagten eie sich denn nicht selbst, dah es unmöglich gelingen konnte?" „3a." „Und dennoch. Oder richtiger gesagt: eben deshalb! Ich wollte, dah man mich fahle!" „Warum?" ..Darüber möchte ich zunächst noch schweigen." „ccltfam. Es scheint, dah Sie geistig nicht ganz -) Die haben alle Schiffe im Miltelmecr 3) DaS ist schon einmal vorhanden und wird immerzu behauptet, damit müssen wir nun einmal rechnen! *) Rein! Dazu ist meine Kriegsflagge zu gut! Entweder im bitteren eingesetzt, oder gar nicht gezeigt! Für dergleichen Maskeraden wie btc vorliegende ist sie mir nicht feil! Schlufjbemerkung des Kaisers: Alle solche Demonstrationen find einfach lächerlich und enden mit Blamage. Bei den jetzt so gespannten Dcrhältniffen, wo wir fast allein, sich bildenden grohen, gegen uns gerichteten Koalitionen gegenüberstc^n. ist unser letzter Trumpf der Islam und die mohammedanische Welt. Dieselbe auch noch gegen uns auf- »ubringen und zu ärgern, indem wir uns an dieser geradezu jämmerlichen und lächerlichen Komödie beteiligen, lehne ich absolut ab . . Man nehme die Einladung mit höflichem Dank an, mit dem Bemerken, bah bei den augenblicklichen Derhällnissen es unmöglich sei für Deutschland, große Kriegsschiffe nach dem Mittelmeer zu senden, ohne üble Auslegung und Aufregung in England zu erzeugen, und der Winlerplan keine Schiffe frei habe für solche Erpeditionen. Wilhelm. Der Botschafter in W en Gras Karl von Medel an den Reichskanzler Fürsten von Bülow. Ausfertigung. Rr. 399 Wien, den 23. Oktober 1907. Vertraulich. Unmittelbar vor dem Abschlüsse meiner diplomatischen Laufbahn stehend, wollen Eure Durchlaucht mir ein jeder Ueberhebung freies, offenes Wort gestatten. Wir haben wenig Freunde und viele Feinde, und selbst in dem uns eng- verbündeten Oeslerreich-Ungarn. obgleich dessen greiser Monarch allein schon die Dündnistreue verbürgt, zählen wir numerisch vielleicht mehr Gegner wie Anhängen, besonders nachdem in Ungarn die jetzt herrschende Unabhängigkeitspartei sich zum Teil von uns abgewendet hat. Letzteres halte ich allerdings für eine vorübergehende Erscheinung, weil die Bedingungen der eigenen Existenz der Magyaren immer wieder auf den Anschluß an Deutschland mit gebieterischem Zwange Hinweisen werden und weil persönliche Sympathien und Antipathien schliehlich politischen Lebensfragen gegenüber leine Rolle spielen. Trotzdem aber kann aufgestachelter Chauvinismus zeitweilig den Sieg über die ruhige Uebcrlcgung und gesunde Vernunft davontragen, besonders unter einem neuen .Herrscher, dessen Zuverlässigkeit nicht so erprobt ist, wie die des jetzigen. Den Rährbodcn für einen solchen Chauvinismus aber bildet die Balkanhalbinsel. Eine selbst streng egoistische Vertretung unserer wirtschastlichen Interessen in jenen Gegenden, wenn sie loyale Bahnen verfolgt, kann und wird man uns nicht verübeln, sie wird aber gefährlich, wenn wir uns dem Verdachte aussetzen, durch geheime Arbell gegen die als notwendig anerkannten politischen Bestrebungen der anderen Mächte uns persönliche Vorteile zu sichern. Dieser, von unseren zahlreichen Gegnern emsig genährte, wenn auch ungerechtfertigte Verdacht befiehl: hüten wir uns. ihm greifbare Handhaben zu bieten. Das russisch-englische Abkommen in Mittelasien gibt im Hinblick auf die Dagdad- bahn zu denken. Rach meiner Ueberzeugung werden wir Oesterreich-Ungarns nach wie vor sicher sein, wenn wir aus dem Balkan seine Kreise nicht stören, selbst wenn wir bestimmt, aber offen, für die Schonung des Sultans eintcetea. Eine solche Schonung entspricht den ernsten und innersten Absichten des Baron Aehrenthal. Wir werden, das ist mein unbedingter Glaube, auf den jetzigen österreichisch-ungarischen Minister sicher zählen können, wenn wir ihm offen und loyal begegnen, unsere eingegangenen Engagements erfüllen und uns von der uns stellenweise anhaftenden Reigung zur Bevormundung sreihalten. Denn Baron Aehrenthal wird, wie ich ihn kenne, stets auf dem ©runb» sähe fußen, daß wir das, was wir für ans bean- fpruchen, anderen und speziell auch ihm nicht verweigern können. Jede unberechtigte und anmatzende Kritll liegt mir selbstredend absolut fern, aber uh habe mich in den letzten Jahren des Eindrucks hin und wieder nicht erwehren können, dah wir selbst in kleinen Dingen, wo wir durch Entgegenkommen uns Freundschaft und Dani hätten erwerben können, uns in starrer Ab leh- normal sind . . . Haben Sie etwas zu Ihrer Verteidigung anzuführen?" „Nein. Nur eine kurze Erklärung über meine Person möchte ich bitten abgeben zu dürfen." „Gut, reden Sie." „Syna, ich möchte, — ja, ich möchte, wenn es erlaubt ist, darauf Hinweisen, daß ich ein höchst unglücklicher Mensch bin. Warum? Weil ich in meinem ganzen Leben noch niemandem begegnet bin, der bereit gewesen wäre, etwas Gutes über mich zu sagen, obwohl ich doch immer brav, fleißig, friedlich, redlich und gegen jedermann zuvorkommend gewesen bin. Sehen Sie, das frißt an mir. Hat nicht ein jeder braver Mensch das Recht auf Anerkennung? Diese wohl verdiente Anerkennung wurde mir noch nie zuteil. Noch niemals und von keinem Menschen . . . Sonst habe ich nichts zu sagen." „Was schwätzen Sie da? Wollen Sie uns nicht lieber verraten, was Sie veranlaßt hat, einen so unsinnigen Diebstahl zu versuchen?" „Das will ich erst dann sagen, wenn mein Herr Verteidiger gesprochen hat." „Der Herr Verteidiger hat das Wort." Der Verteidiger spricht. Er spricht ungemein schön und rührend. Mit eindringlichen Worten zeichnet er das bisher unbescholtene Leben des Angeklagten. Mit himmelblauen, rosenroten, weißen und goldenen Farben malt er dies Leben nach, welches allezeit das Leben eines guten, braven, ehrlichen, fleißigen Menschen gewesen ist. Der Angeklagte hat während dieser Rede bic Hände auf den Schoß gefaltet und hört in stiller Verzücktheit zu. Sein Antlitz strahlt, Tränen der Freude rinnen über seine Wangen, und man sieht es ihm an, daß er von einem heißen Glück umstrahlt ist. Als der Verteidiger geendet hat, wirst er ihm einen dankbaren Blick zu und trocknet sich die nassen Augen. „Nun, Angeklagter, wollen Sie uns jetzt sagen, was Sie zu dem törichten Diebstahlsveriuch veranlaßt hat?" nung gefielen, datz wir allzu mitztrauisch waren und dadurch Mitztrauen ernteten. Wir sind ein hochentwickeltes Voll von v? Millionen, wir gebieten über ehre haxte, Herr litte Armee, und darum achtet und furche: man une. Darin auch liegen werdende Faktoren s politische Freundschaften. Betätigen wir al . diele Werbung nicht, stehen wir allein, Io wir> auch die Furcht sich vermindern, Reid und Hast werden ungeschminkt in die Erscheinung trete i und leicht zu gefährlichen Eruptionen führen... Graf K. Wedel. Handelskammer (Biegen. Aus der Vollverfantmlung der Handc's- fammer Gießen vom 7 Mai wird un« b richtet: Laut einstimmigem Beschluß sollest für die zweite Hälfte des Jahres 1925 die Handelskammerbeiträge auf der Grundlage d. Goldmark-Anlage- und Vetriebskapiiaiirn erhoben werden, falls diefe bis zum Deranlagu z- termin von den Finanzämtern zur Verfügung gestellt worden sind. Der vom Hessischen Landtag bereits verad- schiedele Gesetzentwurf über die Gewerbesteuer für 1925 siebt neben einer Besteuerung des Anlage- und Betriebskapitals auch eine Besteuerung des Ertrages als selbständigen Steuer- faktor vor. Rach Artikel 5 des Gesetzes soll die ©rmittlung des gewerblichen Ertrages besondere geregelt werden Der SteuerauSIchuh der hessischen Handelskammern hat sich mit Rücksicht darauf, datz der Ertrag noch nicht feflgeft?Ilt werden konnte, mit dem Vorschlag des Flnanz- nrin steri »is wonach das Anlage kapital einerseits und d - Einkomm Körperschastsfleuervorauszahlungen andererseits zu gleichen Teilen zur Deckung der staatlichen Gewerbesteuer herangezogen werden sollen, als vorläufigen Regelung c inner ft anben erklärt In ilebereinftimmung mit den übrigen deutschen Handelskammern hat sich auch die Handelskammer Gießen für die baldige Vorlage eines Gesetzentwurfes, der die erhöhte Umsatz- fteuer (Luxussteuer) beseitigt, ausgefvrochen Dem Entwurf einer Verordnung über G e - sellschaftssteuer. welche die unterschied liche steuerliche Behandlung zwischen stillen Gesellschaften und offenen Handelsgesellschaften beseitigt. wurde zugestimmt. Ein bestimmter Fall gab der Handelskammer Veranlassung, durch das Landesfinanzamt Darm ftabt fest stellen zu lassen, bah die Finanzämter mit Genehmigung des Landesfinanzamls wohl das Recht der Büche reinficht bei solchen Gewerbetreibenden, welche Waren veräutzern. ausüben können, daß sie aber niemals von Gewerbetreibenden eine Auskunft über ihre Lieferanten in Form der Einreichung von Kundenlisten verlangen dürfen. In ilcbcreinftimmung mit den anderen hessischen Handelskammern hat sich die Handelslamm, für eine weitere Ermäßigung der Börsen steuer mit dem Ziele einer Annäherung an die Friedenssähe eingesetzt. Die hessischen Handelskammern haben sich einstimmig im Interesse der Erhaltung der kleinen und mittleren Brauereibetriebe gegen dm Antrag Dr. Werner und Genossen auf Dcseitig ig du Brauercikotttingc nie ausgesprochen Den Bestrebungen auf die Heranziehung des Automobilverkehrs zur Wegebauunte r Haltung widmet die Handelslammer beständig tue ernsteste Aufmerksamkeit: sie ist gegen jedr Sonderbelastung auf diesem Gebiete und vertritt die Auffassung, daß eine Regelung dieser Frage niemals im Wege Der Landesgesetzgebung, sondern, wenn sie überhaupt für notwendig c> - achtet wird, nur durch das Reich erfolgen kann In der Frage der Auswertung hat sich die Handelskammer dem Gutachten des vorläufigen Reichswirtschaftsrats, der sich mit einer Auswertung bis zu 20 Prozent einverstanden erklärt hat, angcschlofscn Im Interesse der Aufrechterhaltung der deutschen Mühlenindustrie hat die Handelskammer eine Eingabe der Handelskammer Worms auf Wiedereinführung eines Mehlzolles befürwortet. Die hessischen Handelskammern sind wegen der außergewöhnlich hohen Kosten für die Ausfertigung von Legitimationskarten an inländische Handlungsreisende bei dem zuständigen Ministerium im Sinne einer Ermäßigung vorstellig geworden. Mit dem Entwürfe einest Gesetzes über die Depot- und Depositengeschäfte haben sich die hessischen Handelskammern ein&erftanben „3a. 'Jiur dics eine, c iß ich in den Anklagezu- stand versetzt werden wollte." „Wieso?" „Weil ich als Angeklagter doch auch das Recht auf einen Verteidiger habe. Und mein Verteidiger wiederum hat nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, in öffenllicher Rede all das Gute und Schöne festzustellen, das an mir ist. Das hat er getan, und zwar geschieht dies in meinen Leben zu in ersten Male, daß das ein Mensch getan hat. Ich nwchte ihm deshalb für die schöne Stunde, die er mir bereitet hat, von ganzem Herzen danken. Meiner Bestrafung aber sehe ich gefaßt entgegen. Wie immer sie auch ausfallen möge, so kann sie doch das Glück dieser meiner schönsten Lebensstunde niemals verwischen!" Eine Festgabe rheinischer Dichter Zur Tausendjahrfeier der Zugehörigkeit der Rheinlande zum Deutschen Reich erscheint in tur- zem ein Werk, das die deutsche Kultur in den Rhein landen in charakteristischen Beiträgen der modernen rheinischen Dichter widerfpiegelt. „Das Rhein buch, eine Festgabe rheinischer Dichter" (Deutsche Derlagsanstalt, Stuttgart) wird herausgegeben von den bedeutendsten Repräsentanten des rheinischen Dichtens und Denkens Josef Ponten und 3ofef Winckler und gibt, mit zahlreichen Bildern geschmückt, in all feiner Vielfarbigkeit ein umfaßendes Bild des Wesens der deutschen Rheinlcmde. 400 Jahre Marburger Universität. Zur Dierhundertjahrfeier der Marburger Universität will die Provinz Hessen- Nassau ein Iubiläumsgeschenk barbringen, das in der Errichtung eines Instituts zur Pflege der Kunstwissenschaft von der Vorgeschichte des Altertums bis zur Kunst der Gegenwart bestehen iolL Den Bauplatz, auf dem dieses Institut errichtet werden soll, hat die Stadt Marburg, ebenfalls als 9uc:- läumsgefchenk, unentgeltlich zur Verfügung gestellt. erklärt. Nur l>aben lie gewünscht, daß in das Gesetz eine Bestimmung ausgenommen wird, wonach die zuständige Handäskammer vor Verleidung des Depot- und Depositenrechts an Dank- Unternehmungen in Gemeinschaft mit der örtlichen Reichsbankstelle gutachtlich gehört werden muh. Dem Entwurf eines F u t t e rnr i t t e Igele tz e s konnte die Handelskammer nicht zustimmen weil es dem Futtermittelhandel die Lebensbe- dingungen aufs äußerste erschweren In einem Bericht an das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft über Mißstände im Straße «handel haben die hessischen Handelskammern zur Beseitigung der aus diesen Gebieten hervorgetretmen Auswüchse folgende Forderungen gestellt: 3m Straßenhandel dürfen nur leichtverderbliche Waren vertrieben werden. Ausnahmen von dieser Regel sind nur mit Genehmigung der höheren Verwaltungsbehörde nach vor- ausgegangener Anhörung der zuständigen Handelskammer zulässig Dec Stravenhandel ist von einer Konzession abhängig zu machen; gewissenhafteste Prüfung der Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeil des Strahenhändlers ist unbedingte Voraussetzung. Dem Strahenhändler ist die Verpflichtung auszuerlegen, ein deutliches Schild mit Flamen, Wohnort und Strahe an seinem Stand oder Gefährt anzubringen. Eindringliche Klagen des Vereins der Schuhhändler von Gießen und Umgegend wegen Ausschaltung des Einzelhandls infolge unmittelbaren Bezugs von Schuhwerk aus der Fabrik hatten der Handelskammer Veranlassung gegeben, eine Aussprache zwischen den Vertretern des Vereins, der örtlichen B-Hörden und größerer Fabrikunternch.nungen herb izuführen. Die Handelskammer richtet auch an di.ser Stelle nochmals die eindringliche Bitte an alle Unternehmungen und Behörden, ihrerseits darauf hinzuwir.'en daß 'Beamten- und Arbeiterschaft sich bei ihren SHuh- b.zügen nur des ortsansässigen Schuhhandels bedienen. Ein Schriftwechsel mit der Reichsbankstelle Gienen gibt der Handelskammer Anlaß, sich auch vor der großen Oeffentlichkeit für die Notwendigkeit der P f en n i g r ech n u n g im gesamten Verkehrsleben einzusetzen und an •Je. die es angeht, nicht nur an die Geschäftswelt sondern auch an die Reichs- und Landesbehörden die eindringliche Bitte richten, zwecks Förderung der Verbilligung der Lebenshaltung sich des Pfennigs wieder zu bedienen und Abrundungen nach oben unter allen Umftän&en zu vermeiden. Einer gegen die steigende Lohntendenz gerichteten Erklärung der Handelskammer Mainz hat sich die Handelskammer einstimmig angeschlossen. 3n Wiederholung des bereits früher eingenommenen Standpunktes hat sich die Handelskammer für einen bald g n Abschluß l es deutschspanischen Handelsvertrags ausgesprochen. Wie bereits int Jahresbericht 1924 bargelegt wurde, hält die Handelskammer auch weiterhin die baldige Herabsetzung dec Gütertarife zur Belebung der Wirtschaft für ein dringendes Gebot. Nach Uebergang der Aufsicht über das ganze kaufmännische Schulwesen auf das Landes amt für das Bildungswesen ist von diesem den hessischen Handelskammern die Zusicherung gegeben worden, daß es alle Fragen des kaufmännischen älnterrichtswesens In engster Fühlungnahme mit den Handelskammern behandeln werde. Die Versuche der Handelskammer, eine dritte Ortsbriefbestellung herbeizufuhren, muß-- ,ten aus bestimmten Gründen einstweilen zurück- gestellt werden; sie sollen zu gelegener Zeit wieder i , aufgenommen werden. Die Handelskammer hat sich im Sin verständig nis mit den kaufmännischen Organisationen gegen den geplanten Wegfall der Sonntag sbrief- - beftellung erklärt und dem Deutschen Industrie- und Handelstag von dieser Stellungnahme Kenntnis gegeben. Für die am 19. d. M. stättfindende Vollsitzung des Landeseisenbahnrats sind der Reichsbahn- direktion Frankfurt a. M. durch den Vertreter der Kammer in diesem Gremium eine Reihe von Anträgen und Wünschen bezüglich des Eisenbahnverkehrs im Kammerbezirk übermittelt worden. Bei Prüfung des Sommerfahrplans, der am 5. Juni d. 3. in Kraft tritt, konnte die Handelskammer zu ihrer lebhaften Genugtuung feststellen, daß die von ihr schon seit 3ahren verfochtenen Anträge auf Einrichtung einer Spätabendverbindung auf den Strecken Gießen — Gelnhausen, Gießen — Marburg, Gießen — Fuld a nun endlich Berücksichtigung gefunden haben. Da dies bezüglich der Strecke Gießen — Butzbach noch nicht in dem erwünschten Matze der Fall ist, hat die Handelskammer Schritte getan, damit auch auf dieser Strecke den Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung getragen wird. Nach Anhörung der beteiligten Kreise hat sich die Handelskammer gegen den Antrag auf Einreihung von fertigen Z i g a r r e n k i st ch e n aus Holz in das Tarifverzeichnis II, Teil IB ausgesprochen. Die Handelskammer richtet auch an dieser Stelle an die Kaufmannschaft des Kammerbezirks .die Bitte, die Bestrebungen auf Schaffung eines Luftverkehrs'-afens in Giehen durch Zeichnung von Ali.cn der in Gründung begriffenen „Luftfahrtgesellschaft für Lahngau und Ober» Hessen A. G." tatkräftigst zu fördern. Die Frage der Lahnkanalifierung ist in ein entscheidendes Stadium eingetreten; die Handelskammer gibt dec bestimmten Erwartung Ausdruck, daß gleich dem vorbildlichen Vorgehen des Kommunallandtages W esbaden nunmehr auch der Prooinziallandtag für Oberhessen die Mittel für den Ausbau des zu schaffenden Schiffahrtsweges in anteiliger Höhe bewilligen wird. Einem allseitigen Verlangen entsprechend richtet die Handelskammer auch an dieser Stelle an alle Unter ehmungen ih:e; Bezirks die Bitte, an ihrem Teile für eine Unterbringung aus- geschiedener Heeresangehöriger nach Möglichkeit beizutragen. Die Handelskammer lenkt erneut die Aufmerksamkeit der bezirkseingesessenen Kaufmannschaft auf die von ihr geschaffenen Ein- riajlungen, nämlich das Einigungsamt in Sachen des unlauteren Wettbewerbs, das Schiedsgericht für Handel und Gewerbe sowie die Steuer- und Buchsührungsberatungsstelle. Das Derkehrsbureau der Industrie- und Handelskammer zu Berlin hat eine Zusammenstellung der Verjährungsfristen des bürgerlichen Rechts im Auslande nach dem Stande vom Januar 1925 herauSgegeben Aus der Provinz. Landkreis Gießen. Wieseck, 22. Mai. Seit langen Jahren besteht hier der Brauch, am Nachmittag des Himmelfahrttages ein Waldfest am Fuße des Hangelsteins, im „Dlockswald", abzuhalten. Dieses Jahr luden der „Turnverein Wies eck" und der Gesangverein „3 u g c n b g r u n b“ gemeinsam hierzu ehr Begünstigt durch das sehr gute Wetter hatte die im herrlichsten Buchenhochwald stattfindende Veranstaltung einen außerordentlich starken Besuch aufzuweisen. Die Kapelle M a n f konzertierte. Die gebotenen Darbietungen gesanglicher und turnerischer Art fanden lebhaften Beifall und zeugten von sehr viel Lust und Liebe zur Sache. Wie schon bei anderen Gelegenheiten, konnte man auch hier die Beobachtung machen, daß die gezeigten Volks- spiele und -tänze am meisten ansprachen. Bei eintrekender Dunkelheit wurde unter Vorantritt der Kapelle der gemeinsame Heimmarsch angetreten. Kreis Büdingen. ö. Nidda, 18. Mai. Das gestrige öffentliche 51 ü n ft l c r f o n 3 e r t im Kasino dahier bot seinen Besuchern einen außerordentlich hohen Kunstgenuß. Frl. Adele Renz aus Darmstadt bewies sich als vollendete Biolinkünstlerin von ganz hervorragender Begabung und geradezu staunenswerter technischer Fertigkeit. Kraft, Schönheit und Wohlklang des Tones verbunden mit unbedingter Sicherheit und fetiener Meisterschaft im Spiel gaben ihren Darbietungen das Gepräge vollendeter Kunst, die auch die technisch schwierigsten Lagen „spielend" zu beherrschen weiß. Auch die Auswahl der Vortragsstücke: Präludium und 'Allegro von Giuliani Pugnani, Jagdstück von Jean Bapl. Cen- tier, Ballettmusik von Schubert, Notturno Opus 27 Nr. 2 von Chopin-Wilhelmy und Spanischer Tanz von Sarasate, war eine äußerst glückliche. Nimmt man hinzu, daß Frl. Renz weder eines Notenpultes noch einer Partitur bedarf, vielmehr alles aus dem Gedächtnis spielt, so läßt sich denken, daß ihr Spiel ganz außerordentlich lebhaften Beifall fand, ebenso wie dies in den vielen anderen Orten ihres Auftretens der Fall war. Frau K u l l m a n n verstand es vortrefflich, sich bei der Klavierbegleitung verständnisvoll in die temperamentvolle Eigenart der Künstlerin h-neinzuver- setzen, und wußte den Flügel so geschickt zu meistern, daß auch hierdurch der glänzende Erfolg mit erreicht werden konnte. Auch das rühmlichst bei uns bekannte Ackermanns che Quartett bot wiederum Ausgezeichnetes. Die Sinfonie in bl-Moll von Schubert, Andante aus der V. Sinfonie von Beethoven, das Trio I von Haydn und die Ouvertüre zur Oper „Der Freischütz" fanden durchweg eine vortreffliche Wiedergabe. Nidda, 20. Mai. Die im Juni stattsin- denden Bürgermeisterwahlen scheinen fast allerorts im Zeichen bewegter Wahlkämpfe zu stehen. Während in der Vorkriegszeit in den Landgemeinden das Bürgermeisteramt ein ehrenamtliches war, und aus diesem Grunde nur mit einer verhältnismäßig geringen Vergütung bedacht wurde, hat die neue Landgemeindeordnung in finanzieller Hinsicht ihm den ehrenamtlichen Charakter genommen, so daß auch Nichtbegüterte in der Lage sind, sich um den Bürgermeisterposten zu bewerben. So ist es nicht wunderlich, daß die Zahl der Kandidaten gegen früher stark zugenommen und vielerorts Stichwahlen notwendig werden. In einem größeren Orte der Wette rau nennt man nicht weniger als 7 Kandidaten, die ernsthaft daran denken, sich um das Bürgermeisteramt zu bewerben. Kxeis Scholten. * Schulten, 22. Mai. Die Landwirtschaftskammer wird am Mittwoch, 27. Mai. eine große Tierschau über reines Vogelsberger Vieh in Schotten abhalten. Zirka 250 Tiere sind angemelfcet. Reichliche Preise stehen zur Prämiierung zur Verfügung. Die Tierschau wird einen ausgezeichneten Ueber- blick geben über die Rotviehtierzucht im Kreis, die glänzende Fortschritte gemacht' hat. Am 3. Pfingstfeiertag hält die Stadt Schotten in alter Form ihren Markt, verbunden mit großer Prämiierung, Verlosung und Volksfest, ab. (Siehe Anzeige.) Kreis Alsfeld. H Alsfeld. 20 Mai. (Stadtver- ordnetensihung.) Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende das Ergebnis der Ankäufe an Grundbesitz für die Stadt bei der letzten Versteigerung von Massegrund- stücken der Feldbereinigung am 1. Mai bekannt. Es wurden die von der beauftragten Kommission getätigten Ankäufe von zirka 8,25 Morgen für 6385 Ml. genehmigt. Der Kaufpreis soll, falls erforderlich, durch Kapitalaufnahme gedeckt werden. — Verkauf von Grundstücken: Ein von der Feldbereinigung erworbenes Grundstück auf der fogenannten Leimenkaute wird auf Ansuchen des Anliegers Wilhelm Stein diesem zum Selbstkostenpreis einschließlich der erwachsenen Unkosten für iitogefamt 575 Mk. käuflich abgetreten. Der Kaufpreis ist mit 6 Prozent vom 1. Mai 1925 ab zu verzinsen. — Wegverbreite- run.g der Siedlungsanlage in der Rombach: Hierzu wurde dem Beschlüsse der Dollzugskommission vom 30. April l. 3. zugestimmt. — Anläßlich der letzten Voranschlagsberatung war der Anschluß der st ä d t i -- scheu Bleiche an das städtische Stromnetz angeregt worden. Demzufolge wurde in der heutigen Sitzung beschlossen, diese anzuschließen. 3n der Mitte des eigentlichen Dlcichplatzes soll außerdem ein Lichtmast mit einer besonders starten Lampe angebracht werden. — Der Firma Remy & C o. wurde für die vorübergehende Benutzung ihrer Tankanlage, solange bis die städtische Autohalle fertiggestellt ist, für die Inanspruchnahme von feiten der Reichspostverwaltung zur Lagerung von Oel und Benzin für die in AlSfeld stationierten Postkraftwagen eine monatliche Gebühr von 25 Mk. bewilligt. — Freiwillige Feuerwehr: Aus Antrag der Bürgermeisterei wurde dem derzeitigen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr, Ludwig Martin dahier, die Dienstbezeichnung „Städtischer Branddirektor" verliehen. Allgemein anerkannt wurden seine Verdienste um den Ausbau der Freiwilligen Feuerwehr in Alsfeld. — Genehmigung von Pachtverträgen: Die Verpachtung eines Kellers im Hochzeitshaus an den Mineralwasserhändler Johannes Bocher für 60 Mk. jährlich vom Rechnungsjahr 1925 ab wurde genehmigt, ebenso die Verpachtung eines Stück Gartenlandes an den städtischen Faselhalter Peter Krug. -■ Für die Errichtung einer Ingen d - herberge auf der Herchenhainer Höhe wurde dem Vogelsberger Höhenklub ein einmaliger Beitrag von 50 Mk. bewilligt. — Für die Herausgabe eines illustrierten Werkes über d i e Stadt Alsfeld, das der Privatdozent Dr. May er- Barkhausen in Marburg plant, wurde diesem ein Beitrag von 1000 Mk. gegen 5 Stimmen bewilligt. Die dazu gebrauchten Klischees gehen in das Eigentum der Stadt Alsfeld über, welche nach näherer Vereinbarung der Derlagsbuchhändler Eiwert in Marburg auf Wunsch zur Benutzung freigibt. — Die Uebertragung der Fischereipacht in der Krebsbach an Arnold Etling wurde genehmigt, der an die Stelle des von Alsfeld versetzten Pächters H. Machleid tritt. — Außerhalb der Tagesordnung wurde beschlossen, die Angelegenheit bezüglich Lieferung der Parkettfußböden für die Festhalle und den Saal im „Deutschen Haus" der Bau- kommission zur Aufklärung zu überweisen. Kreis Wetzlar. d. Wcnlar, 21. Mai. Ein Unglücksfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich am Mittwochnachmittag auf der hiesigen neuen Lahnbrücke. Ein IZjähriges M ä d- d) e n fuhr mit seinem Fahrrad über die Brücke, als aus der entgegengesetzten Richtung ein Lastkraftwagen die Lrücke gleichfalls passierte. Das Mädchen kam auf bisher nicht festgestellte Weise mit seinem Rade plötzlich zu Fall und vor d a s L a st- a u t o zu liegen, das es direkt überfuhr. Der Tod des Kindes trat auf der Stelle ein. Die von der Polizeiverwaltung fofort angestellten Zeugenvernehmungen ergaben, daß der Lastkraftwagenführer nicht verbotswidrig gefahren ist. Die Getötete ist die Tochter eines' bei der Firma Hollmann beschäftigten Gartenarbeiters. Der Lastkraftwagen gehört der Firma Gertrudisbrunnen zu Biskirchen an der Lahn. Hessen-Nassau. bl. Dillenburg. 20. Mai. In der Reithalle des hiesigen Landgestüts fand am Sonntag unter Beteiligung von ca. 300 Personen eine große Kundgebung gegen den Alkohol und für das Gemeindebestimmungsrccht statt, in welcher Prof. Dr. Hans Schmidt-Gießen einen Vortrag über „Die Bedeutung der Alkoholfrage für den Zusammenbruch und Wiederaufstieg Deutschlands" hiell. Der Referent gab ein Bild von den schlimmen Folgen des Alkohols für Staat und Familie und forderte, nachdrücklichst für das G e m e i n d e b e st i m m u n g s r e ch t einzutreten, damit dem deutschen Volke neuer Lebensmut und neue Gesundheit wiedergegeben würde. An der Aussprache beteiligten sich verschiedene Herren, so auch u. a. der Geschäftsführer der Brauereivereinigung, S ch u n k - Siegen, der eine andere Form des Schankstättengese'tzes für richtig ansah. — Ein starkes Verkehrshindernis bildeten die über den ganzen Bürgersteig in der Marktstraße reichenden Haustreppen. Nunmehr hat die Stadtverwaltung angeordnet, daß die Treppen in die Häuser zurückverlegt toerben müssen. Etliche Bewohner haben schon der Anordnung Folg? geleistet, während sich einige anscheinend doch nicht von ihrem Alten trennen können. Limburg a. d. L.. 20. Mai. (WB.) Bei der Rückkehr von einem Schulausflug gerieten die Kinder einer Schule von Holzen- bauten bei Limburg in ein Gewitter. Ein Blitz schlug in eine Gruppe ein, wodurch e i n Knabe getötet und mehrere Kinder gelähmt wurden. Turnen, Sport und Spiel. Vom Arbeiter- Turn- und Sportbarud. Gießen I.—Wieseck I. t Ein Spiel, über dessen Avsgang man von vornherein nicht im Zweifel war. Die Gießener Ni a n n s ch a f t hat die vorübergehende Schwäche schnell überwunden und befindet sich heute wieder auf ihrer vom Vorjahre her bekannten Spielhöhe. Die W i e s e ck e r 1. Elf macht eine Krise durch, wie sie keinem Verein erspart bleibt, sie muß gegenwärtig für vier ihrer besten Spieler, die fast alle wegen Krankheit am Spielen verhindert sind, Ersatz einstellen. Daß es der Wiesecker Mannschaft trotzdem gelang, das Spiel in der ersten Hawzeit offen zu halten, gereicht ihr zur Ehre. Ein starker Gewitterregen machte eine ^stündige Unterbrechung notwendig. Beim Abpfiff der ersten Halbzeit war das Spiel noch für beide Parteien resultatlos, die Ecken verteilten sich mit 2:2 gleichmäßig. Beim Wiederanstoß zeigte sich Gießen mit umgestellter Mannschaft, dadurch wurde die Durchschlagskraft des Sturmes erhöht, leider wurde das Spiel aber auch körperlicher und unruhig. Der Linksaußen Wiesecks mußte zu allem Ueberfluß bald nach Halbzeit wegen einer Fußverletzung ausscheiden, so daß die Ueberlegenheit Gießens immer mehr in Erscheinung trat. Durch einen unverhofft, aber graziös getretenen Ball geht Gießen durch seinen Rechtsaußen in Führ u n g, der Halbrechte konnte in der letzten halben Stunde zwei weitere Tore erzielen. Gegen Schluß des Spiels war Wieseck säst völlig auf die Verteidigung angewiesen, die einzelnen Durchbrüche wurden meistens schon von der Verteidigung Gießens aufgefangen. Ein schöner Durchbruch Wiesecks nach dem ersten Tor für Gießen führte zu einer Ecke, die fast den Ausgleich gebracht hatte, mit viel Glück konnte der Gießener Tormann im letzten Augenblick retten. Der Spielverlauf der zweiten Halbzeit entsprach dem 3:0-Sieg der Gießener, wenn auch die Wie- secker das schon fast sichere eine Tor verdient hatten. Eckeir 4:3 für Gießen. Gießen II.—wieseck II. Die Gießener 2. Mannschaft entschied auch dieses Spiel mit 3:0 für sich, wobei das erste Tor ein Abseitstor war, aber ja am Resultat nichts ändert. Den Ausschlag gab die körperliche Ueberlegenheit Gießens, Die Wiesecker Mannschaft wurde stark verjüngt, die neue Ausstellung zeigte besonders im Jnnenstunn rechte schone Leistungen und verspricht ein recht beachtlicher Gegner zu werden. Gießen hatte die größere Wettspielerfahrung und den Vorteil des starken körperlichen Uebergewichts. Gießen III.—Wieseck Jugend. Am tapfersten hielten sich die Kleinsten. Sie holten der 3. Mannschaft der Gießener gegenüber ein 0:0-Resultat heraus. Hier war der körperliche Unterschied besonders groß, aber furchtlos und beharrlich stellten sie ihren Mann. Wenn die hie und da aufgetretenen schwachen Punkte ausgeglichen sind, ist die Mannschaft recht erfolgversprechend. Ein erfolgreiche Turnerin. Die Vorarbeiten für die im Juli in Frankfurt stattfindende Olympiade finb im vollsten Gange. Gegenwärtig finden die A u s s ch e l d u n g s - kämpfe innerhalb'der Kreise statt, hiervon sind der Sieger in den einzelnen Wettkampsarten zu den Ausscheidungskämpfen des Bundes, die am 7 Juni in Chemnitz statiftnden, zugelaffen. Be- kannllich ist die Teilnehmerzahl der einzelnen Länder beschränkt. An den Geräteweilkampfen kön- nen von Deutschland z. B. nur 16 Turner teilnehmen. Im 9. (hessischen) Kreis fanden die 'Ausscheidungswettkämpfe am Sonntag in Frankfun- Oberrad statt, wobei es der Turnerin E m m a Mandler-Heuchelheim gelang, sich im Zwölfkampf an die erste Stelle zu setzen. Damit ist ihre Berechtigung zur Teilnahme an den Bundesausscheid ungs - 'jß e 11 f ä m p f c n in Chemnitz gesichert. Ist die tüchtige und eifrige Turnerin auch dort erfolgreich, was bei fleißigem Training bis dahin möglich ist, so besteht begründete Aussicht, unsere engere Heimat bei den großen internationalen Wettkämpfen in Frankfurt mit guten Erwartungen vertreten zu sehen. Faustballmeislerschaften. Am letzten Sonntag nachmittag wurden in Heuchelheim auf dem dortigen Sportplatz die M e i st e l s ch a f t e n im F a u ft b a 11 ausgetragen. Die teilnehmenden Vereine tfemiefen eine gute Technik, teilweise besonders oom siegenden Herborn wurde Hervorragendes geleistet. Herborn ist Sonderklasse und wurde Bezirks- m e i st e r. Es spielten am 7. Juni in Frankfurt um die Kreismei st erschuft, in diesem Kampf kann der Vertreter unseres 3. Bezirks mit den besten Hoffnungen cintreten. Krofdorf, do.' außer Konkurrenz spielte, bewies mit den erzielten Resultaten, daß es jederzeit mit den ersten Mannschaften spielen kann. Der Verlauf der interessanten Wettkämpfe ergab die nachstehenden Resultate: Guntersdorf I.—Heuchelheim I. 46:62. Herborn I.—Fronhausen I. 22:95. . Herborn I.—Guntersdorf I. 35:74. Herborn I.—Heuchelheim I. 38:81. Fronhausen I.—Heuchelheim I 82:52. Guntersdorf II.—Heuchelheim II. 58:52. Es erhielten demnach: Herborn 6 Punkte unb die Bezirksmeisterschaft, Guntersdorf 4 Punkte und Heuchelheim 2 Punkte. Aus dem Deutschen Schwimmverband vo. Auf der kürzlichen Tagung des Werbeausschusses des Deutschen Schwimm- verbandes ersuhr man neue Zahlen über die gegenwärtige Stärke des Deutschen Schwimm- verbandes. Leider zeigen sie einen starken Rückgang, der Wohl nur zum Teil auf die schweren wirtschaftlichen Verhältnisse der vergangenen Jahre zurückzuführen ist. Die hohe Kopfsteuer dürfte an der Abwanderung ein gut Teil Schuld tragen. Während der D. S. V. im Jahre 1922 in 747 Vereinen 218 798 Mitglieder zählte, waren es 1923 nur noch 191 030 unb im vergangenen Jahr 1924 gar nur noch 140 142 Mitglieder, die in 758 Vereinen zusammengeschlossen sind. Bei den Vereinsgründungen steht Süddeutschland an erster Stelle, es folgen Schlesien, Hansa-Rord, Berlin und dann West- und Mitteldeutschland. Großer Rad- und Motorsporttag Wiesbaden. August Deibel vom Gießener Radf.-Derein 1885 e. 23. startete bei dem im Rahmen dieser Veranstaltung abgetragenen Straßenrennen „Großer Straßenpreis von Wiesbaden" (200 Km.) und konnte feinen Siegen einen weiteren schönen Erfolg aiv reihen. Deibel ist in diesem Jahr sehr gut in Form unb hatte dieses schwierige Rennen von Anfang an sicher in der Hand. 20 Km. vor dem Ziel mit Dumm- Köln mit großem Vorsprung in der Spitze liegend ereilte ihn leider wieder das gewohnte Pech, ein Reifenschaden. Dumm eilte nun allein dem Ziel zu, doch bereits zwei M-.nutsn nach b«n (Steger überfuhr Deibel als Zweiter das Zielband. Ergebnis: 1. Dumm, Köln 7 Stunden, 2. Deibel, Gießen 7 Stunden 2 Min., 3. Hundert mark, Leipzig 7 Stunden 26 Min. Der Gießener Radf.-Verein 1885 e. 23. beteiligte sich auch mit feinen Mannschaften an den Saalsportkonkurrenzen und konnte hier im 6er= Kunstreigen hinter dem Radf.-Verein Zeilsheim als Sieger den 2. Ehrenpreis erringen, wahrend die Radballmannfchaft Gebr. Keßler den 3. Ehrenpreis mit nach Hause nehmen konnte. Schöffengericht Gießen. G i e ß e n , 19. Mai. Vierter und letzter Ver- handlunastag gegen die Eheleute Sch. u. Gen. wegen Verbrechens gegen das keimende Leben (§ 218, 219 StGB.), 12. Fall. Eine Ehefrau und zwei Fräuleins haben sich wegen des Verbrechens der vollendeten Abtreibung zu verantworten. Das Gericht nimmt nur bei der letzten Angeklagten Vollendung des Deliktes an und verurteilt sie zu 6 M o n a t e n Gefängnis, bei den beiden ersten Angeklagten wird dagegen nur wegen Versuchs auf 2 Monate bzw. 6 Wochen Gefängnis erkannt. Ein Mädchen, welche die letzte Angeklagte den Eheleuten Sch. zugeführt hat, erhält wegen Beihilfe 6 Wochen Gefängnis. In dem einen Falle haben die Eheleute Sch. die Abtreibung zusammen vorgenommen, in den beiden anocrcp Fällen hat die Ehefrau Sch. als Alleintäterin gehandelt. Diese wurde wegen der heute abgeurteilten Verbrechen zu 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus ur.o 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis, der Ehemann ; i •1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus verurteilt. Die Eheleute Sch. waren bereits am 6. Mai, wie wir L * richtet haben, zu 7 Jahren unb zu 2! Jahren Zuch Haus verurteilt worden. Aus dieser und den nor träglid) gegen sie erkannten Einzelstrafen wurden folgende Gesamtstrafen gebildet: Gegen i)‘ : Ehemann S ch. eine Zuchthaus st rafe v>' ■ 8 Jahren 6 Monaten, gegen die Ehefr n 4 Jahre Zuchthaus, je 1 Jahr der erlitten--: Untersuchungshaft wird angerechnet und beiden Verurteilten werden die bürgerlichen Ehrenrecl' auf die Dauer von je,10 Jahren aberkannt. Aus dem Amtsverkinidiguugsblf.t Das A m t s v e r k u n d i g u n g s b l a t t 91 r. 4 0 vom 19- Mai enthält: Invalidenversicherung. — Maul- und Klauenseuche in Bellersheim und Albach. — Schafräude in Nieder-Bessingen. — Statistik der Weinmost- unb Obsternte im Jahre 1925. — Reichsjugenbwettkämpse 1925. — Kurse der Biologischen Anstalt aus Helgolanb. — Dienstnachrichten. Speziell chronische Siuhlverftopsung wirb behoben durch den Gebrauch bet Herber- Kerne, die Sie in Packungen zu 30 Gramm in der Apotheke erhalten. Sicher: llniversitäls-Apothclc zum goldenen Engel. Die Bestandteile sind auf der Packung angegeben. 486CA Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Bon Karl. August von Lästert. 47 Fortleßung. (Nachdruck verboten.) Schreiben Hagens an Blankenburg in Kalrnikowskaja (in verabredeter Geheimschrift). Lieber Herr Blankenburg' Freue mich, daß Nordlanbunternchmeii ein» zuschlagen scheint. 3eBj_ habe ich aber genug Geld hrrgcgcben. Ziehen Sie einmal das Fazir im Hauptbuch. Die Summe ift beachtenswert groß. Bon heule ab muß die Gesellschaft auf eigenen Filmen stehen. Also heißt es Platin verkaufen. Sie haben ja genügenden Vorrat. Der anfangs stark gefallene Preis, verursacht durch das blödsinnige Geschrei der Zeltungen von einer Platinflul. hob sich bereits wieder, als man merkte, daß wir bisher nichts abgaben. Treten Sie der amerikanischen OficTic näher. Die Yankees müssen ober mindestens 1000 Kilogramm fest kaufen Vertraulich teile ich mit, baß Frankreich sprungbereit sikt. Augenblicklich rührt es sich noch nicht. Sollte aber die Anlage der weltoersorgenden flraftflation ernst werden, dann fürchte ich, wird es mit gewohnter plumper Hand zulangen. Einer meiner fähigsten Maschinenkonstruk- teure, Kersten mit Namen, im Feldzuge Artillerie» Offizier und später Flieger, hat ein von mir gebilligtes Projekt zur Verteidigung Nova Thules ausgearbeitet. Ich schicke ihn nach Kalmikowskaja. Dort soll er mit seinen Gedanken hervortreten, als wenn sie seinem Hirn allein entsprungen wären. Der gute Stratoff wittert sonst sofort wieder Intrigen. In Nova Thule sehe ich innere Schwierigkeiten voraus. Die Annexion für Deutschland ftehi d-.-ch nur auf dem Papier und ist von niemand an- erkannt, am wenigsten von unserer eigenen Ne» S'erung. Also existiert keine Möglichkeit, etwaige ergehen oder gar Verbrechen anders als durch Faustrecht zu ahnden. Und dabei können Streik), Unruhen oder Sabotageakte von feindlichen Agenten provoziert werden, die sich dann auf ihre Un- ueilesjbarkeit berufen. Bor allen Dingen ist also die Aufstellung .iner gu: bezahlten und absolut zuverlässigen Polizeitruppe nötig. Sodann stelle ich zur Erwägung, ob Nova Thule fich nicht als fclbftänbiger Staat proklamieren soll Besprechen Sie das mit Stratoff und eventuell mit dem russis^n Autzenkomrnissar. Es kann ja unter der Hand festgesetzt werden. haft diese Handlung alle etwaigen Vorrechte Rußlands und Deutschlands unangetastet läfjt. Grützen Sie Stratoff. Obgleich er einer der wenigen fähigen Männern Rutzlands ist bleibt er mir doch immer gleich unangenehm Hagen Artikel aus dem Bukarester „A d v e r u l". Gestern fand in aller Stille in Schlatz Saratu die Trauung der Fürstin Linda Lahory mit Herrn Alexander Stratoff statt. Die jugendlich schöne Braut entstammt der alten Fonariotenfamilie der PpsUanti. deren Angehörige mehrfach als türkische Verweser unser Land regierten. Ihr erster Mann, Fürst Lascar Lahorn, fiel vor drei Jahren einem Unglücksfall zum Opfer. Datz Fürstin Linda einen einfachen Herrn Stratoff heiratet, wird nur den wundern, der nichts Näheres von der Persönlichkeit des jungen Gatten weih. Er gehört zu dem neu herauf kommenden Gefchlecht jener Tatmenfchen, denen erst der grotze Krieg und die Revolution den Weg zur (Entfaltung ihrer Anlagen freimachten. Besonders in dem durch äutzere und innere Feinde verwüsteten Rußland gehörte eine kraftvolle Persönlichkeit dazu, um das zu erreichen, was Alexander Stratoff geleistet hat. Eine ganze Provinz, ein neu entstandenes Musterreich im großen Rußland ist seine eigenste Schöpfung. Dort in fiirgifia entstanden auch die ersten Pläne )u jenem Unternehmen, das jetzt die ganze Welt in Spannung hält: die Entdeckung und Ausbeutung des neuen Kontinents nm Nordpol, der sogenannten Nova Thule. Die jetzige Frau Stratoff gehörte mit zu den Gründern der germono-rufsi sehen Nordlandkom- pagnte. Sie begleitete ihren Gatten auf dem vor jährigen Erkundungssluge nach dem Pol. eine Lei» ftung, die für eine verwöhnte, schöne und gefeierte Frau etwas geradezu einzig Dastehendes bedeutet. Beidem Schiffbruch eines der Flugzeuge soll die durch ihre bewundernswerte (Energie und Tode. Verachtung ihrem jetzigen Manne das Leben gerettet haben. Was war natürlicher, als daß diese beiden durch die gleichen Interessen und durch den selben Drang nach Betätigung ihrer Persönlichkeit ausgezeichneten Menschen sich achten und lieben lernten' Dir wünfchen dem jungen Paare einen wei teren Ausstieg auf dem begonnenen Wege des Fortschrittes und der Neuschöpsungen. der allein die wahre Kultur der Menschheit verbürgt Funkentelegramm von Platinia über Archangelsk An Herrn und Frau Stratoff m Kalmikowjkaja 3m Namen aller Angestellten und Beamten von Nova Thule senden mir aufrichtige und herzliche Glückwünsche den Neuvermählten. Nagel, Sanders. Kurz vor Beginn der schlechten Jahreszeit traf Hagen in Platinia ein .Der erste spätsommerliche Schneewetiersturm zwang zum raschen Eintritt in bas Regierungsgebäude, wo sich auch die Gast- räume befanden. In der Empfangshalle wurde Hagen von Sanders und Nagel erwartet. . stückt höbe ich noch uv Flugzeug rief er den Herren zu. „Also kann die Arbeit beginnen. — Was gibt es Neues?" „Seit heute morgen 10 Uhr ist Nova Thule ein selbständiger Staat", sagte Nagel. „Die gleichzeitig in Platinia und Pctrolea vorgenommene Abstim- muntz aller Männer und Frauen ergab mit überwältigender Stimmenmehrheit die Wahl von Herrn Sanders zuin Präsidenten der neuen Republik." „Meine besten Glückwünsche, Herr Präsident Haben Sie bereits ein Ministerium gebildet?" „Nach den mit Stratoff getroffenen Abmachungen wird mir ein Direktorium von fünf Männern zur Seite stehen. Es besteht aus zwei Ingenieuren, darunter Herrn Nagel, einem Verwaltungsbeamten und zwei Kaufleuten. Zwei darunter sind Russen, ein paar tüchtige und intelligente Männer. Stratoff übernimmt die Vertretung des neuen Staates Rußland gegenüber sowie im Verkehr mit den übrigen Mächten. Die letzte Entscheidung in allen Dingen bleibt ober mir, dem Präsidenten. Vorbehalten." „Und welche Geletze sollen gelten?* .Die russischen, soweit mir sie nicht ergänzen oder einschranken." „Ich halte Ihr Vorgehen für das einzig Richtige", erklärte Haarn. „Neugierig bin ich aber doch, wie die Mächte sich dazii verhalten rverden. Von Frankreich haben wir jedenfalls die ernstesten Schwierigkeiten zu gewärtigen." „Wir rechnen damit", sagte Nagel. „Zu meinem Refson gehört auch die Landesverteidigung. Hauptmann Kersten, der von Ihnen uns gesandte .Kriegssachoerständigc. war nicht untätig. Jedenfalls bereiten wir uns für das kommende Jahr auf einen französischen Angriff vor. Zunächst bat Martens vier gewaltige Kampfflugzeuge erbaut, die durch ihre starke 'Panzerung fiir die kleinen Geschosse fcindsicher Flieger fast unangreifbar sind. Unsere Hauptmarke aber werden die geplanten Verteidi gungsanlagen bilden, die mit neuartigen Maschinen gimehren ausgerüstet sein sollen." „Blankenburg berichtete mir davon." jagi. Hagen, „ich hatte aber einige Bedenken. Das Än Über liegt zwischen größtem Gewehr und kleinster Kanone. Verfeuert wird ein höchst brisantes Ex plosivgeschoß. Das widerspricht der Genfer Konvention." „Wir treten der Genfer Konvention nicht bei", entgegnete Sanders. „Man loll uns in Ruhe lassen, bann geschieht niemand etwas. War uns ober an greift, dem gehen wir mit allen erlaubten ode« auch unerlaubten Mitteln zu Leibe." Hagen lachte. „Schließlich machten es alle kriegführenden Staaten von jeher nicht anders Entweder aber beschönigten sie es mit allgemeinen Phrasen, ober sie fühlten sich so stark, baß niemand da war, der einen Verstoß gegen bas sogenannte Völkerrecht zu rächen ober auch nur zu bemängeln wagte" „Auch wir sind in ber Lage bes Starken" sagte Nagel. „Dienorbische Eiswüste ist unsere faft unangreifbare Straft." „Trotzdem wird Frankreich alles versuchen. Nova Thule zu vernichten. Doch nun zu den übri gen Geschäften. Ich sehe, ber Schneesturm hat sich gelegt. Machen wir einen kleinen Rundgang." (Fortsetzung folgt.) fast neu, 4 Zimmer, Küche, Waschküche, J. Kunzeimann Qirßen, Bahnhorst'. 6C\ rorm. Hermes Geschäftsstelle Marktplatz 15. Morgen SamSlagabenb 8 Llhr: ®etnatil(be5 Sutamtnenfetn m. Samo Del uniglltö Bötnet „Snmilla". Der Vorstand. 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Günther Fernsprecher 198 Saal und Räume für private und gesellschaftliche Veranstaltungen Vor und nach dem Theater kalte und warme Platten 3842< Marokko. DaS gefährliche Pulverfaß, das schon 1911 einmal beinahe fast Europa in die Lust gesp cngt l^tte. scheint wieder einmal mit explosionsfähigem Stoss geladen zu sein: Abdel Krim, der Aührer der Rifkabylen, macht den Franzosen schwere Sorten Er hat ihre Vorposten überrannt und einen Dorstost in der Richtung Fes unternommen. Was dabei im Einzelnen geschehen ist. darüber breitet die franzölj'che Kvlonialrerwaltung einen Schleier, der vielleicht nicht nur aus militärischen Gründen berechtigt ist: sicher ist jedenfalls, daß jetzt auch für Frankreich die Stunde gekommen ist, wo es diese seine flröhte Kolonie zu verteidigen haben wird. Darin liegt ein Stück ausgleichende Gerechtirieil. denn die Franzosen haben mit schlecht verhaltenem Spott all die Jahre hindurch zugeseben. roo die Vpaniersich mit demselben Abdel Krim b rum- schlagen muhten, haben möglicherweise fegir dafür gesorgt, daß dem Empörer das GAd und die Gewehre nicht ausgingen. Hätte Fcankre ch da- ^ols getan, was eigentlich nur zu felbftocr- stäudlich war, dist es mit den Spaniern gemeinsame Sach? machte und die Aufständischen in die 8ange nahm, dann wäre die Sach? nie so gefährlich geworden. Aber in Paris liest man sich flar zu gerne durch die Schmeichelreden des Führers der Aufständischen besänftigen und glaubte ihm, dast cv immer ein Freund Frankreichs bleiben würde. 3 tz HU Frankr ich di' Qu tium dafür Ver- mu,riid) wird es den überlegenen technischen Vlilteln gelingen, d e Empörung niederzuschlagen, gber ganz einfach ist das nicht, weil das gebirgige Terrain für den Kleinkampf, in dem die Kabylen Meister sind, wie geschaffen ist. Es wird viele Opfer kosten, bis Abdel Krim zurückgedrängt ist, zumal weil nachher, wenn die Franzosen die Verfolgung aufnehmcn, eigentlich das schwierigste Tageswerk erst beginnt. Beginnt, weil bann die internationalen Gegensähe akut werden oder wenigstens akut werden können. Bei der Aufteilung Marokkos, die damals auf Kosten Deutschlands geschah, wurde der nördliche Zipfel den Spaniern reserviert, auf Drängen Englands. das gegenüber oder in nächster Rahe von Gibraltar nicht gerne eine so stirke Macht wie Frankreich sitzen h ben wollt'. Desh Ub wurde Tanger internationalisiert, und der übrige Teil der Aordküste den Spaniern überwiesen. Sie haben nicht viel Freude biran gehabt, haben sich finanziell und militärisch daran verblutet, mit den Kabylen fertig zu werden, bis sie vor einem halben Fahr den Entschlust faßten, ''ch ?.u । die Küste zurückzuziehen und nur die Hafenplähe zu halten. Damit aber hört theoretisch wenigstens, ihr Oberhoheitsrecht noch nicht auf. Abdel Krim wäre also imstande, sich vor verfolgenden Franzosen auf ein Gebiet zu- n^urt^en, das diplomatisch spanisch ist. ohne dast die Franzosen ihm folgen könnten, und vermochte so, sich zu einem neuen Vorstost zu erholen. Die Franzosen wollen diese Klippe umgehen und haben deshalb einen besonderen Abgesandten "ach Madrid geschickt, um rechtzeitig mit den Epa- mern zu verhandeln. Ob mit Erfolg, bleibt abzuwarten, weil die Spanier mit Recht verärgert sind. 3edenfalls verdient die Fortsetzung der Kämpfe gegen die Rifkabylen die gespannteste Aufmerksamkeit, weil von hier aus ein Konflikt Frankreichs nicht allein mit Spanien, sondern mit England oder Italien entstehen kann. Wirtschaft. Einlagenbestand der preußischen Sparkassen. Zum erstenmal feit der Vorkriegszeit liegen wieder Zahlen über die Spareinlagenbewegung in Preußen vor, die einen Vergleich mit den Goldmarkziffern von 1913/14 zulassen. Bei der Gegenüberstellung muß man aber von vornherein berücksichtigen, daß der Charakter der auf Sparkonten angelegten Beträge heute teilweise ein anderer ist als vor dem Kriege. Während im Frieden aus den erübrigten regelmäßigen Einkommen Rücklagen bei den Sparkassen gemacht wurden, sind jetzt erhebliche Teile der Sparguthaben aus der Umwandlung der aus der Inflationszeit geretteten Sachwerte und Effekten entstanden: ferner liegen heute auf Sparkonten Beträge, die nach den 'Absichten des Einlegers vorläufig wenigstens nicht zur langfristigen Kapitalanlage bestimmt, sondern als stets greifbare Wirtschaftsreseroen anzusehen sind und durchschnitt, lich sechsmal mehr bewegt werden als 1913. Das Sparen im früheren Sinne wird erst mit der Besserung der Wirtschaftslage wieder allgemein werden können. Unter Berücksichtigung dieser Momente zeigt sich folgendes Bild: Ende März 192-5 betrugen die Spareinlagen bei den preußischen Sparkassen 621,7 Millionen Reichsmark, etwas geringer ist der Betrag der Girogelder, die sich auf 545.1 Millionen Reichs- mark belaufen. Seit November 1924, dem Zeitpunkt, von dem ab die amlliche Statistik einsetzt, sind die Gesamteinlagen wie folgt gestiegen: Gesamteinlagen in Preußen. Vovember 1924 Dezember 1924 Januar 1925 Februar 1924 März 1925 Gesamtzunahme Spareinlagen Giroeinlagen in Taufend Mark De- Zu- De- Zu- stand nähme stand nähme 332 225 272 926 404 102 71 877 395 709 122 783 482 302 78 203 485 610 89 901 553 947 71 645 511 380 25 770 621 722 67 775 546 134 33 754 289 497 272 208 Bei einem Vergleich mit dem Guthabenbestand Ende 1913 in Höhe von 13,11 Milliarden Mark erscheint das Ergebnis allerdings nicht erheblich, sind es doch nur 5,5 Proz. oder rund der 18. Teil der Friedenssumme, wobei allerdings berücksichtigt werden muß, daß 1913 noch das Sparkassenkapital der inzwischen abgetretenen Gebiete mitgezählt war. Der gegenwärtige Stand der Spartätigkeit entspricht ungefähr dem vom Jahre 1872; damals verteilte sich I die cumme nur auf 930, heute dagegen auf zirka 1450 Sparkassen. Rach dem Einlagenbestand von Ende März 1925 kommen 16,03 Mk. Spareinlagen auf den Kopf der Bevölkerung gegenüber 311,38 Mk. Dur dem Kriege. Seit Beginn der Stabilisierung hat also durchschnittlich jeder 16 Mk. bei den Sparkasicn zurückgelcgk Diese Tatsache beweist wohl am eindringlichsten die Notwendigkeit einer inlensioen Sparpropaganda in allen Teilen der Bevölkerung und von allen hierzu berufenen Stellen ODieFeststellungdesBörsenprei. s e s von Wertpapieren. Dem Reichsrat ist der Entwurf einer Verordnung über die Feststes- lung des Börsenpreises von Wertpapieren zu- gegangen. Der beigegebenen Begründung cnMehmen wir das folgendem Durch die Verordnung vom 20.7. 1923 wurden die § 4, 5, 6 und 7 der Bekanntmachung vom 21. November 1912 außer Kraft gefetzt und damit die Verrechnung von Stück zinsen auf Wertpapiere mit festen Zinsen be- seitigt. Maßgebend für die Beseitigung der Stück- Zinsenberechnung bei auf Mark lautenden Werten war, daß die in den Banken darauf verwendete Arbeit in keinem Verhältnis zu dem dadurch er* reichten Nutzen stand, und daß den Kursschwankungen gegenüber der aufgelaufene Zinsbetrag, der damals bei den am höchsten verzinslichen Anleihen nicht mehr als 9 Prozent halbjählich betrug, nur eine sehr untergeogrbnete Bedeutung halte. Von einer Wiedereinführung der Stückzinsenberechnung ist bisher abgesehen worden, da eine Zinsberechnung bei den auf Mark lautenden Wertpapieren nicht in Frage kommt und bei technischen Schwierigkeiten her Zinsberechnung bei den auf Sachwert lautenden Wertpapieren fortbestehen. Mit Rücksicht auf die Einführung der Reichsmarkwährung und mit Rücksicht auf die zunehmende Bedeutung der auf Gold- mark lautenden Anleihen ist der Zeitpunkt gekommen, die Stückzinsberechnung durch Aufhebung der Verordnung vom 20. Juli 1923 wieder einzuführen, Zumal das Fehlen der Stückzinsenberechnung in dem Börsenkurse keinen vollen Ausgleich gefunden hat. Die Verordnung soll am 1. Juni 1925 in Kraft treten. * D i e Ermähigung des Diskontsatzes der Golddisk vntbanl. Die Deutsche Golddiskvntbank hat, wie nunmehr offiziell bekanntgegeben wird, den Diskontsatz von 3 auf 7 Prozent ermäßigt. Die Stempelvereini- gung hat sich im Zusammenhang hiermit über die Herabsetzung der Provision für Golddis- lontbanlwechsel schlüssig gemacht und sich mit einer Herabsetzung von 3 auf 2 Prozent einverstanden erklärt. Ein gleichlautender Beschluß der auswärtigen Firmen steht noch aus. * Der Eisenmarkt des Lahn- und Dillgebietes im April. In der Lage des Cisenerzmarktes des Lahn- und Dillgebietes ist auch während des Monats April keine merkliche Besserung eingetreten. Die zu hohen Frachtsätze lähmen nach wie vor die sich allzu langsam anlassende Belebung des Erzmarftes. Auch die Hoffnung, einen regelmäßigen Versand nach den oberschlesischen Hüttenwerken aufnehmen zu können, hat sich nicht erfüllt, da die bislang von der Reichsbahn eingeräumte Frachtermäßigung nicht ausreicht, um die Verhüttung der Erze im dortigen Gebiet wirtschaftlich erscheinen zu lassen. Dieser Fall kann erst dann eintreten, wenn seitens der Reichsbahnverwaltung eine mindestens 40prozentige Frachtermäßigung auf den zur Zeit bestehenden Erzausnahmetarif 7b bewilligt wird. * Dom Siegerländer Eisenerzbergbau. Der Absatz der Siegerländer Gruben im Monat April bewegte sich auf der Höhe dos Vormonats, dagegen erfuhr die Förderung einen Rückgang, da viele Bergarbeiter durch landwirtschaftliche Arbeiten in Anspruch genommen waren. Infolge der dauernd ungenügenden Verkaufspreise für Eisenstein und da die Eisenbahn den Anträgen auf weitere Frachtermäßigung für Brennstoffe und Erze nicht entsprochen hat, haben mehrere Bergwerke ihrer Belegschaft mitgeteilt, daß sie die fortwährenden Betriebsverluste nicht mehr zu tragen vermöchten und gezwungen seien, ihren Betrieb zu schließen. Die Vorrichtungsarbeiten wurden bereits eingestellt; die anstehenden Erzmengen werden tn einigen Monaten abgebaut sein. * D i e Beamtenbank Darmstadt G. m. b. Sj. hielt ihre Hauptversammlung ab. Rach dem Geschäftsbericht schließt die Bilanz am 31. Dezember 1924 mit 610 179,99 Mk. ab. Der Mitgliederzugang betrug 688, der Abgang 225 und der Bestand 4129 mit 4129 Geschäftsanteilen. Das Geschäftsguthaben hat sich um 46 593,34 Mk. vermehrt; die Haftsumme um 13 760 Mk. Aus dem Reingewinn werden die Geschäftsguthaben mit 5 Prozent bedacht, auf die gesetzliche Rücklage wurden 831,76 Mk., auf die Sonderrücklage 1684,63 Mk. verteilt. Der Aufwertungsrücklage wurden 1500 Mk. und einer neugebildeten Sterbegeldrücklage 1000 Mk. zu geführt. * Voigt L Haeffner AG., Frankfurt a. M. Die o. H.-V. genehmigte die bekannte Iahresschluhrechnung und beschloß, eine Dividende von 8 Proz. auf die Stamm- und von 7 Proz. auf die Vorzugsaktien zu verteilen. Die Verwaltung wurde entlastet, die Aussichten werden günstig beurteilt, so daß für das laufende Jahr mit einem befriedigenden Erträgnis zu rechnen ist. * Maschinengesellschaft Karlsruhe. In der Generalversammlung wurden alle Anträge der Verwaltung einstimmig genehmigt. Es wurde die Verteilung einer Dividende von 5°/o 2,50 Mk. für jede Aktie beschlossen. 'Vereinigte Königs- und Laura» Hütte A. G. Der Grubenbetrieb der Gesellschaft wird, wie der D. H. D erfährt, demnächst weiter eingeschräntt. Es sind für die nächste Zeit größere Entlassungen auf den Fiziirusschächten der ßaura- grube zu erwarten. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M.. 20. Mai. Die Abendbörse verlief völlig geschäftslos: die wenigen zur Rotiz gekommenen Werte zeigten kaum veränderte Kurse. Geringes Interesse bestand für mexikanische Werte, die zu gebesserten Kursen verkehrten. Kriegsanleihen, die sich weiter abschwächten. wurden im freien Vorkehr zu 0,562' , gehandelt. Die Börse schloß in behaupteter Haltung. Bankaktien: Commerzbank 102, Darmstädter Bank 125.5. Deutsche Bank 124,75. Dis- contogesellschast 113,75, Dresdner Bank 105, Mitteldeutsche Creditbank 102,50. Oesterrcichische Krcditaktien 7,60. Kaliaktien. JVili Aschersleben 15.87, Westeregeln 18,75. Industrieaktien. Adlerwerke Kley er 3.025, Dyckerhoff & Widmann 60.25, Eßlinger Maschinen 66, Theodor Goldschmidt 97.50, Höchster Farbwerke 125,12, Inag 1,05, Gebr. Iunghaus 80. Karstadt 109 50. TranS- portaitien: Baltimore 63,87. Ausländische Renten: 5prozentige Goldmerikaner 38,75, merilant- sche Irigalionsanleibe 21. Tnhmt: Berliner Börse. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 20. Mai. Die Hauptausmerksamkeit der Spekulation richtet sich heute auf die politischen Vorgänge. Während über die in der bevorstehenden Abrüstungsnote zum Ausdruck kommenden Retorsionsforderung immer noch Unklarheiten bestehen, wartet man die Wirkung der neuen Zolloorlaae Devisenmarkt Berlin—Frankfurt cl 2!L (9n Billionen Mart auSatbrütfi. BuenoS-AtreS, London, Jha- hort, Japan, Rio be Janeiro für eine Einheit, Wien unb Budapest für 100000 Einheiten, olleü übrige für 100 Ein Heiken.) Telegraphische Auszahlung. ______________(Ohne Gewähr.) ?/, DcvNche NetchSanlekdr 4®/o Dcu'Ichr ReichSanleihe . S'///, Deutsche R.-ichSanleihr S°/„ Deutsche RctchSanletbe . Deutsche Lrarvraimenanleih« 4e/o Preußische KonlolS . . . 4% Hessen.......... «7?/» - - - Vft Heuen........... Deutsche Verth. Dollar-Sol. bto- Doll -Schatz-Anwetsag.'l ♦•/o Bolltürteo......... 5% Äolbmeritaner ... . Berliner Handelsgesellschaft. Lommerz- und Pnval-Bank Darmst. und Naiioaalbauk . Deutsche Bank......... Deutsche BereinSbank . . . . DtSconio Lommandit . . Metallbank........... Mitteldeutsche Tredtibank . Leslcrreichtschr Kreditanstalt. Weltbank . ....... Bochumer Saß ....... BudcruS . . . . . '. , . . Caro Deutsch-Luxemburg ..... Gettemirchencr Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . . Ualiwcrk Westeregeln. . . .. Lanrahüttc Ldcrbcdars Phönix Bergbau ..... Rheimiahl . . Ricbeck Montan ....... TelluS Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Lheramische Werke arbtn . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann...... Ang lo< Ton l.-Guano . . . . Badische Anilin....... Chemische Mäher Slajch, .. Goldschmidt Griesheimer Electron . . .. Höchster Farbwerte Holzverkohlung ........ RülgerSwerte . ..... kcheideanstalr . «ltg. Elektrititätr-Gesellschof» Bugmann ......... Atomkraftwerke..... Schultert . . ........ Clemens Jt HalSke .... «dlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. Heyligcnstaedt..... Megutn...... Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Herz Eichel Zellstoff Daldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . irrantfurt a.M Berlin Schluß. Rur* Sdlu&k. «txnö. b6rle Schluß. Schluß» bi'rlf 19.5. | 20 5. 19. 5. 20 5. 0.575 0.5625 0.5725 0.5725 0,56 — — 0,5825 0,57 0,59 0.575 0,572) II. 69 0.69 0,7175 0,7075 0.355 0.355 0,37 0.37 — 0.6175 0,62 0.6175 0,75 0,73 0.73 0,73 — — 0.6 0,72 — 0.785 0,71 0,67 94,75 94.75 94,75 91.75 92.55 92,3 92,3 92,3 9.3 1 9 275 9,25 9,12 36,25 1 39,75 — - 135 130 133,25 132,5 102,25 102 102 102,25 121.25 125.5 125.40 125,25 124,75 124,75 125 125 78 78 — — 114,50 113.75 114,50 114 101,12 130 — 100.75 102,5 100,9 102,4 7.6 7.75 7.62 0,1 0,10 0,2 0,175 — 70.2 71.12 67.75 67.25 68 68 75 73 74 74 — 93 93,25 93,75 73.12 73 74.25 74 126,75 125,62 126 12.5.75 15,75 15.8 15.90 15.90 19 18,75 19,1 18.18) 65 67,25 65 7,75 7,75 7,75 7,60 112,62 112.55 112,90 112.75 95,50 9.5,75 95,75 95 92 93,25 93.75 93.5 3.10 2,9 - 67,5 67,70 67,5 67.50 70.18 69,25 70,6 70.13 74,75 74.75 — _ 73,5 72 74,25 72,75 — — 115 115 13>,12 134.5 135.25 135 0,51 0,51 — 99,50 97,50 >00.25 97.5 125,75 124,75 126.5 124,55 126.10 125,12 126,13 125,20 6,95 6,85 — 86 84 86,5 85 119 115,5 — 107.50 1071 107.25 107 — 85 87.25 85,25 88 87 — _ 79 77,5 78.20 77.5' 70 69 69.10 68 3,1 3,025 3.10 3,10 4,6 4,6 4,70 4.62 47,5 47 — 7 6,75 6.5 6.4 — — 99,75 99,75 0,45 0,45 _ 1.01 1.01 1 1.1 116,75 115,5 — 2,35 2.35 2.3 2,3 3,3 2,95 3,12 3.5 51,5 49,25 51 50 11,5 11,25 11,50 11,30 4 3.90 - _ 2,95 . <6 3,1 3 19 Mai 20. Mat Amtliche Noti rung Amtliche Notierung I^Clb Bries Geld Briet Vmft.-Roii 168.69 169,11 168 69 169,11 ' Bucn-AircS 1,670 1.674 1.674 1,678 Brss.-Antw 21,03 21,09 20 95 21,01 Chrtstianta. 70,16 70,34 70,21 70,39 Kopenhagen 78,85 79,05 78,70 78,90 Stockholm 112,18 112,46 112.20 112,48 belsingfors 10,57 10,61 10 577 10,617 jta[|en . . 17,00.5 17,4.5 16.97 17.01 Loudon. . 20,371 20,421 20,371 20,430 Ncuvork . - 4,195 4,205 4.195 4,205 P-.riS. . . Schweiz . . 21,695 21,75.5 21,57 21,63 81.16 81,365 81 13 81,33 Spanien - 80.77 80.93 60.84 61,00 Japan . . - Rio de Jan. Wien in D - 1,763 1,767 1,761 0 429 1,765 0,424 0.426 0,431 Lell. abgeft 59.05» 59,195 59,045 ,9,185 Prag ... 12,43 - 12.472 12.432 12,472 Belgrad . . 6,81 6,83 6 81 6.83 Budapest. - 5.89' 5,91 5.895 5,915 Bulgarien 3.(842 3,052 3,04.5 3,055 Lissabon 20,375 20.425 20 425 20,475 Danzig. . flonftuiti» 80.80 ',29-5 81.00 2,305 80 84 2.294 <1.04 2,304 Alben. . 7.69 7.71 7 54 7.56 Banknoten. Berlin. 20 Mai. Geld Briet Amerikanische Noten ...... 4,177 4,197 Belgische Noten ....... 20,90 21,00 Dänische Noten ....... 78,52 «8,92 Englische Noten........ 20,35 20,45 französische ‘JZoito ...... 21,51 21,61 Holkändhchc Noten..... 168.2< 169,14 Italienische Noten...... 16,98 17,06 Norwegische Noten ..... 70,07 7033 Deutich.Letterr. i 100 Kronen >9,045 59.345 Rumänische Noten...... _ Schwedische Noten...... 111,92 112,48 Schweizer Noten ....... 81,09 81,46 Spanische Noten....... 60,70 61,00 Tschechoslowakische Noten . . 12,45 12,51 Ungarische Noieo . . . 5.86 5.8* ab, deren Einbringung in den Reichstag bereits heute zu parlamentarischen Auseinandersetzungen führte. Die Spekulation verhält sich außerordentlich .zurückhaltend. Die Unterbrechung des Verkehrs tunt) den morgigen Feiertag trug zur Verstimmung bei, auch die neuerlich ven,»ehrten Zahlungsschwierigkeiten im Warenhandel wurden als Zeichen einer gewißen Verschärfung der Wirtschasiskrise gedeutet und übten einen ungünstigen Einfluß auf die Börfenftimmung aus. Da unter diesen Gesichtspunkten bei Beginn des heutigen Verkehrs einiges Material an den Markt kam, zeigte die Börse allgemein ein schwächeres Aussehen. Nur in einzelnen Special- werten wie Ufa (89 Proz.) und Schutzgebietanleihen (6,2) entwickelte sich etwas Geschäst, wobei Schutzgebiet späterhin wieder etwas abgeschwächt wurden. Am Devisenmarkt erlitt der sranzösische Franken einen erheblichen Sturz. Diese Erscheinung dürfte auf die internationale Mißbilligung über die von Frankreich gegenüber Deutschland fortgesetzte Politik anzusehen fein. Die Pfundparität stieg auf 94,35 (gestern 92,90), Kabel auf 19,46. Auch Italien lag stark abgeschwächt mit 120 gegen London. Das englische Pfund ist mit 4,8575 gegen Kabel fest. Märkte. 5ranffurler Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a. M., 20. Mai. ES wurden notiert: Weizen, Wetterauer 22.50 bis 24,25, Roggen, inländ. 20.25 bis 24, Sommergerste für Drauzwecke 21,50 bis 26,50, Haser, inländ. 19 bis 23, Mais (gelb) 21,25 bis 23, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 38 bis 39, Rvggenmeyl 31 bis 32,75, Wetz en kleie 13.25 bis 13,50, Roggenkleie 14,50 bis 14,75. Tendenz fester. Berliner Produktenbörse. Berlin, 20. Mai. Der Produltemnarkt war bei ruhigein Geschäft weiter fest. Der neue Zolltarif mag dazu beigetragen haben. Die Preise änderten sich aber mir wenig. Futter- artifcl blieben unverändert. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 267 bis 269, do. Mai 278 bis 280. do. Juli 271 bi« 274, Roggen, mark. 222 bis 225, do. Mai 226 bis 227, do. Juli 221 bis 224, Gerste, märt. 226 bis 242, Futtergerste 200 bis 218, Hafer, märt. 225 bis 233, do. Mai 220, do. Juli 190 biS 191, Mais Goto Berlin) 205 bis 210; für je 100 Kilc: Weizenmehl 34 bis 36,75, Roggenmehl 30,50 bis 32,75, Weizentleie 14,30 bis 14,40, Roggenkleie 15.20 bis 15,30, Biftoriaerbsen 22 bis 28, kleine Erbsen 22 bis 25, Futtererbsen 19 bis 21, Peluschken 18,50 bis 20, Ackerbohnen 19 bis 21, Wicken 20 bis 22,50, Lupinen, blau 10 bis 11,50, do. gelb 11,50 bis 14, Serradelle 13 bis 15,25, Rapskuchen 15,20 bis 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22,80, Trockenschnitzel 9,80 bis 10,10, Kartoffelflocken 19,60 bis 20. Rundfunk-Programm des frankfurter TenderS. (Aus der „Radio-Umschau"^ Freitag, 22. Mai: 4.30—6 Uhr: Hausfrauen-Aachmittag In Musik und Wort. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6—6.10 Uhr: Iuristenfunt. 6.10-6.30 Uhr: Stenographischer Fortbildungstursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 6.30—7 Uhr: Die Lefestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Soll und Haben" von Gustav Freh- tag (Fortsetzung). 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7—7.15 Uhr: Die Besprechung. 7.15—7.30 Uhr: Esperanto-Unterricht. 7.30—8 Uhr. Funthoch- schule: Bortrag von Professor Künhel „Aus der Geschichte des deutschen Unternehmertums" — II. Abt. 1. Dortrag. 8—8.30 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs. Dortrag von Dr. P. Lertes „Don Atomeo, Ionen und Elektronen". 8.30 Uhr: Der Zigeunerbaron, Operette in drei Akten von I. Strauß. Anschließend: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. Samstag, 23. Mai: 12 Uhr Rachrichtendienst. 3 unb 4 Uhr: Wirt- schaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Rachri cht «»dienst. 4.30 bis 6 Uhr: Rachmittagskon-ert deä Hausorchesters: Amerika. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Uhr: Jugendstunde: Aus dem „Schahkästlein der rheinischen Hausfrau" von Johann Peter Hebel. 6.30 bis 6.45 Uhr: Der Briefkasten. 6.45 bis 7 Uhr: Aus Historie und Phantasie (Anekdoten und Rätsel). 7 bis 7.30 Uhr: Vortrag von Dr. Lutz Weltmann: „Literatur und Theater". 7.30 bis 8 Uhr: Funkhochschule. Dortrag von Prof. Dr. Schultz: „Eduard Mörikes Raturdichtung". 8 bis 8.30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volks bi lr-ung. — Vortrag von Prof. Dr. Gündel: „Die Saalburg und der römische Grenzwall". 8.30 bis 9 30 Uhr: Zeitgenössische Kammermusik. 9.30 Uhr: Rachrichtendienst. Wettermeldung. Sportbericht. 10 bis 11 Uhr: Uebertragung von Kassel: Kompofitivns- abeud Wilhelm Rinkens. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. ReNgionSgemeinde. ^otteSd. i. b. Synagoge (Südanlage). Samstag, den 23. Mai. Dorabd. 7.45 morg. 8.30, abds. 8.30 u. 9.10. Isr. Religion-gesellschaft. Sabbatfeier, 23. Mai. Freitag abd. 7.40, Samstag vorm. 8.00, nachm. 4.00, Sabbatausgang 9.10. Wochengottesdienst morg. 6.30 abends 7.00. Speziell veraltetes Rheuma, auch Gicht, kann nur durch Mittel bekämpft werden, die stark harnsäurelösende Eigenschaften besitzen. Der echte Uroga-Extrakt lindert die Schmerzen und bringt die harnsauren Salze zur Ausscheidung. Uroga-Eftrakt ist in Flaschen zu 60 Gramm nur erhältlich in Apotheken, sicher: Universit^Apotheke zum goldenen Engel. 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