Donnerstag, 22 Januar 1925 175. Jahrgang Ur. 18 Erstes Statt über beschloß vor, fr: geändert rodle 6taatäform nicht n soll. (Gelächter links.) Mir Sitzungsbericht. Berlin, 21. San. Die Aussprache die Regierungserklärung wird fortgesetzt. Abg. Dr. Koch- Weser (Dem.) ist es sehr ernt fiarum, in dieser unser Volk spaltenden Frag? der Staatsform schon bei Beginn meiner Tätigkeit die Einmütigkeit der Regierung festzuftcllen. Zu den Angriffen gegen die Minister Reuhaus und Schiele erklärt der Reichskanzler, bei beiden handele es sich um Persönlichkeiten, die die besten Kräfte des Beamtentums für die Re- gierungsarbeit mitbrächten. Dr. Reuhaus sei, um seine außerordentlich geschätzte Kraft im Ministerium zu erhalten, in einem sehr schmeichelhaften Brief von der Leistung des Verfassungseides entbunden worden. Der Brief trage die Unterschrift des damaligen Ministers Fischbeck. (Große Heiterkeit.) Herr v. Schlieben habe unter vier Finanz Ministern, Wirth, Hermes, Hilfferding (Heiterkeit) und Luther eine schwierige Tätigkeit gehabt, und die volle Anerkennung dieser Minister gefunden. Der Reichskanzler weist darauf hin, daß er sich vergeblich bemüht habe, linksstehende Persönlichkeiten für sein Kabinett zu gewinnen. Wenn in den nächsten Tagen die Regierung die Billigung der Mehrheit finden sollte, so werde sie alle Kräfte für das Wohl des Vaterlandes einsetzen. (Lebhafter Beifall rechts.) Darauf wird die Weiterberatung der Besprechung auf Donnerstag vertagt. betont, das ganze deutsche Volk fei einig in der Verurteilung der rechts- und vertragswidrigen Weiterbcsetzung der Kölner Zone. Wenn wirklich Verfehlungen von untergeordneten Organen oorgekommen sind, so bieten sie doch für die Richträumung nicht einen Grund, sondern nur einen Vorwand. (Lebhafte Zustimmung.) Wir werden mit aller Kraft darauf dringen, daß auch solche Vorwände and der Welt gefd?afft werden. Weder die Soldatenspielerei, noch die Super- llugheit untergecrfr.c.cr Organe darf noch Vorwände schaffen. (Lebhafte Zustimmung links.) Wenn fetzt eine Rechtsregierung kommt, so ist das die Folge der fünf Jahre langen Bedrückung und Richtachtung Deutschlands durch die Entente, die dazu geführt hat. daß schließlich auch das Zentrum matt geworden ist. Jede Regierung wird die Außenpolitik fort» setzen müssen, die wir fünf Jahre lang gemacht haben. Das beweist auch die Regierungserklärung, deren a u h e n p o l i t i s ch e m T i! wir im gretzen und ganzen z u st i m m c n können. Die Deutsch- nationalen im Kabinett werden die Außenpolitik auch nicht ändern können. Sie verschaffen uns aber das Mißtrauen des Auslandes. Dieses Mißtrauen ist unberechtigt. Sm Auslande begeht man den Irrtum, unsere Deucsch:rationalen für Wölfe in Schafspelzen zu hal.e r. Tatsächlich haben sie nur Wolfspelze umgehängt; was darunter steckt, brauche ich nicht zu sagen. Wir wünschen von der neuen Regierung nic.;t Aggressivität imd Aktivität, sondern Passivität und Zurück- Tine zweite Kanzlerrede. Fortsetzung der politischen Aussprache. — Reichsregierung und Staatsform Haltung. Wir werden der Regierung in der Außenpolitik nicht von vornherein Opposition machen. 3n der Regierungserklärung wurde die Wahrung der Staatsautorität betont. Dazu gehört vor allem, daß dem Staatsoberhaupt, dem Reichspräsidenten, die schuldige Achtung und Ehrfurcht erwiesen wird. Wir ersuchen darum den Reichskanzler, er möge den Reichsinnenminister anweisen, daraus Bedacht zu nehmen, daß der Vizepräsident deS Reichstages dem Reichspräsidenten die ihm zukommende Ehre erweist. (Beifall links.) Weiter möge der Retchs- innenminifter verhindern, daß das Magdeburger Urteil, das wir aufs Tiefste und Schmerzlichste bedauern, ausgenüht wird zu einer Hetze gegen den Reichspräsidenten. (Unruhe rechts.) Wir fragen den Reichskanzler: Mißbilligen Sie jede Agitation gegen die Republik und rücken Sie ab von Leuten, die Ihr Kabinett als Instrument ckegen die Republik benutzen wollen? (Der Reichskanzler nickt.) Wir werden die Antwort der Regierung auf meine Fragen abwarten. Auf keinen Fall denken wir daran, ihr Reutralität zuzufagen. Wenn uns die Antwort befriedigt, werden wir ihr zunächst freies Spiel lassen, ehe wir uns auf Grund ihrer Taten weiter entscheiden. (Lebhafter Beifall links.) Abg. Leicht (Bahr. DolkSP.): erklärt, daß das Zentrum sich seiner ausschlaggebenden Stellung wohl bewußt sei. Daher habe es auch eine Fülle von Bedingungen gestelll. Der Redner erklärt, seine Parteifreunde hätten auch mit Befriedigung vernommen, daß d i e Beziehungen zwischen dem Reich und den Ländern besser gestaltet werden sollten. Seine, Partei fordere größere Selbständigkeit der Qänber. Es müsse heißen: Staaten, und nicht Reichsprovinzen. Dann fordert der Qtebner noch den Abbau der übermäßigen Besteuerung. Die heimische Produktion müsse durch Schutzzölle in den erforderlichen Grenzen geschützt werden. Gerade dem neuen ReichSstnanzminister müsse end Herz gelegt werden, bei der Gehaltsregelung die Temperatur seiner Gefühle für die unteren und mittleren Beamten zu steigern. Wir sind bereit, für die Erhaltung der sozialen Idee Opfer zu bringen. Richt weniger liegt uns an der Erhaltung des konfessionellen Frizens. Dem Beamtentum wünschen wir Parität in der Anstellung und im Abbau. (Beifall in der Mitte.) Die Wahrung des konfessionellen Friedens muß vor allem gefördert werden angesichts bedauerlicher Vorgänge in der letzten Zeit. Abg. v. Gräfe (Datioualsoz.): Als man im vorigen Jahre über die Dawes- g e s e h e an das Voll appellierte, da gingen die nationalen Parteien in den Wahlkampf mit der Parole: Gegen die Daweslesehel Das Doll, das nach dieser Parole wählte, wurde durch die Deutschnationalen getäuscht, die die Annahme der Dawesgesetze ermöglichter! und jetzt, nach der Weiterbesetzung der Kölner Zone, müsse sogar Dr. Stresemann die Pleite seiner Dawes- pvlitik eingestehen. Und nun geschieht das Merkwürdigste! Die beiden Unterhändler bei der Pleitepolitik bleiben an der Spitze der Regierung. Wir können eine solche Regierung niemals unterstützen, denn in dieser Pseudorepublik sind alle Regierungen nur Marionetten der tatsächlich regierenden Börse. Angesichts der vielen Korruptionsfälle der letzten Zeit erscheint es uns zweifelhaft, ob in der neuen Regierung der Herkules sitzt, der diesen Augiasstall reinigen könnte. Wir verfügen über geradezu erschreckendes Material. Ich verzichte darauf, es heute vorzutragen. Es betrifft auch die Familie des Reichspräsidenten. (Rach diesen Worten rufen die Sozialdemokraten minutenlang laut dem Redner zu: Kommen Sie doch heraus damit!) Geradezu ekelhaft ist der Byzantinismus, den die Demokraten ihrem Götzen Ebert gegenüber zeigen. Wir verlangen, daß Abgeordneten die Uebernahme oder Beibehaltung von Aufsichtsratsposten gesetzlich verboten wird. Seine Freunde Eöunten dem Dilli- aungsantrag für die Regierung nicht zustimrnur. Sie würden aber auch fein Mißtrauen zum Ausdruck bringen, um nicht den Kampf der Wirth und Severing zu unterstützen. Hierauf ergriff Reichskanzler Dr. LuLher das Wort., (Bei seinen ersten Worten rufen die Kommunisten lärmend: Amnestie! Amnestie!) Der Reichskanzler stellt zunächst mit Befriedigung fest, daß sein außenpolitisches Programm im Reichstag eine breite, zu stimmende Front gefunden habe, auch bei den Parteien, die in d.r Regierung nicht vertreten sind, und sie innerpolitisch zum Teil bekämpfen. Diese Tatsache war eine wesentliche Stärkung der außenpolitischen Position der Reichsregierung. Der Kanzler stellt weiter fest, daß in keinem Stadium der Verhandlungen der Räumung der Kölner Zone von einer der beteiligten Mächte der Vorschlag einer Kompromihlösung gemacht worden sei in der Weise, daß die Räumung der Kölner Zone in Verbindung mit der Räumung anderer Gebiete gebracht wird. Es sei aber auch eine falsche Annahme, daß durch die Entscheidung der Alliierten über die Kölner Zone auch die Ruhrräurnung verschoben worden sei. Der Kanzler erklärt dazu: Uns liegen maßDie Aufwertungsfrage. Aus dem Rei stagsaueschuft. — Di« neuen (ttescy» ntwürfe. Berlin, 21. Ian. (Wolff.) Der Ausweg tungsauSschuh des Reichstags befaßte sich unter dem Vorsitz Steinigers (Dnt., mit l:-ii deutschnationalen Antrag auf Aushebun g der Verordnung über die einstweilige Regelung der Aufwertung vom 4. Dezember 1924 und auf Verlängerung der in Artikel 2 der Verordnung bezeichneten Fristen bis zur geser.licheii Qleu- regelung der Aufwertung. Zur Begründung des Antrages führte Best (Dnt.) aus, daß die Verordnung einen Versuch zur Stützung der von vielen Gerichten als verfassungswidrig beanstandeten Dritten Steuer Notverordnung und eine mißbräuchliche Anwendung des Artikels 48 der Reichsm- assnng darstelle. Keil (Soz.) sprach sich r die sofortige Annahme des deutschnationaien Antrags au5, um eine Klärung des Geltungsberichts des Artikel 48 der Reichsverfassung herberzu- führen. Dr. Schotter (Z.), Dr. Wunderlich (D. (D.), Emminger (B. Dpt.), Dietrich-Baden (Dem.) und Stoen en (Komm.) widersprachen dem Antrag. Auf Ersuchen der Regierung wurde die Beschlußfassung auf Dienstag nächster Woche vertagt. Die „Deutsche Allgenreine Zeitung" erfährt, daß die in der K a n z l e r r e d e angekündigtem Gesetzentwürfe über die Aufwertung un£ die Steuergesetzgebung größtenteils bei den zuständigen Ministerien bereits ausgearbeitet vorlägen. Der Gesetzentwurf, der die Revision der Dritten Steuernotverordnung betrifft, sehe eine wesentlich höhere Quote der Hypothekenaufwertung vor, und zwar bis 25 Prozent. Auch die Rückdatierung der abgelösten Hypotheken solle eine Reuregelung erfahren. Alm den Hausbesih die durch die vorgesehene Hypothekenaufwertung zu- fallende Mehrbelastung zu erleichtern, dürfte ein Ausgleich dadurch geschaffen werden, daß eine entsprechende Ermäßigung der HauS- zinssteuer erfolgt. Eine höhere Aufwertung der 2 n d u st r i e o b l i g a t i o n e n soll mit Rücksicht auf die der Industrie durch das Dawes-Gut- achten auferlegten Lasten nicht erfolgen. Das genannte Blatt bemerkt allerdings, daß cs bis zum Aedaktionsschluß eine Bestätigung dieser Mitteilungen nicht erhalten konnte. Noch keine Klärung in Hessen. Darmstadt, 21. Jan. (Eigen. Der.) Wie verlautet, wird der Landtag Mitte nächster Woche zu einer Tagung zusammentreten. Die Regierungsbildung steckt noch immer in dem Stadium der Verhandlungen: Gerüchte wollen von scharfen Auseinandersetzungen innerhalb der Zentrumsfraktion wissen, wo sich ein Teil für Fortsetzung der bisherigen Politll, der andere, für die Koalition der Mitte erklärt hat. Es soll sogar die Absicht bestehen, den Landesaus» schuß der Zentrumspartei einzuberufen, um seine Entscheidung anzurusen. Die sozialdemokratische Presse bezweifelt, daß ein Kabinett der Mitte zustande kommt: so schreibt der „Hess. Volksfreund": Linker dein Gesichtspunkt der Kon- strultion eines Kabinetts der Mitte ist es inzwischen zur interfraktionellen Fühlungnahme zwischen dem Bauernbund und der Deutschen Dolkspartei einerseits und dem Zentrum andrerseits getommen. Man wird mit Ruhe den Ausgang dieser Bemühungen abwarten können. Das Kabinett der Mitte dürfte ein sehr frommer Wunsch bleiben, da nach der letzten Erklärung der demokratischen Fraktion eine solche Kombination sich in der hoff- i.ungslosigsten Minderheit befände. Zurzeit stützt sich die Hosfnung der RegierungsbaumeisteL des Zentrums darauf, daß eben diese Erklärung sich „nur auf die große "Koalition" beziehe und Die Stellung zu jeder anderen Regierungsgruppierung offen lasse. Preußischer Landtag. Stürmische Auseinandersetzungen bet der vol tischen Aussprache. Die Besprechung der Regierungserklärung sowie der gegen das Kabinett Braun gerichteten Mißtrauensanträge wird fortgesetzt. Ministerpräsident Braun geht zunächst auf die gestrige Rede des Abg. Ladendorff !Wirtschaftliche Vereinigung) ein, der erklärt hatte, daß sich die Auswüchse des Kapitalismus besonders unter dem bestimmenden Einfluß der Sozialdemokraten breit gemacht hätten. Braun erklärt dies für eine Irreführung der öffentlichen Meinung, da die Sozialdemokratie in den letzten Jahren keinen bestimmenden Einfluß hatte. (Lachen rechts.) Leider! (Erneute Unruhe rechts.) Sttes-nnann hat es früher für unstaatsmännisch erklärt, an der Sozialdemokratie vorüber-ug eh en, denn durch ein solches Verhalten könne unter die Arbeiterschaft eine revolutionäre Erregung gebracht werden, und man müsse dieses Vorgehen dann Lan de s v erra t nennen. Daß jeht^ nachdem die Dolkspartei glaubt, ohne die Sozialdemokratie mit den Deutschnationalen regieren zu können, der von Stresemann geschilderte Zustand eingetreten ist, ist sehr bedauerlich für Sie (nach rechtS). (Beifall links, Lärm rechts.) Abg. Stendel (D.Dpt.) wendet sich gegen die Ausführungen des Ministerpräsidenten und fragt, ob es dem Ministerpräsidenten klar sei, daß 'er nicht mehr in seiner Eigenschaft als MinisterpräsiLent, sondern nur noch als sozialdemokratischer Abgeordneter gesprochen habe, liniere Stellungnahme zur Verfassung ist richtig. Wir ziehen alle Konseauenzer- aus dem w» unj Der Reichstag ist am Mittwoch nun mit der politischen Aussprache nicht fertig geworden, dafür brachte der Lag noch eine zweite Kanzlerrede. die nickst so sehr grundsätzliche sondern praktische Dinge behandelte anö mancherlei Anfragen beantworten wollte, oie Im Lause der Debatte an die Regierung gerichtet waren. Zunächst hatten die kleineren Parteien daS Wort. Der Demokrat Koch, der mit kalter Reserve sprach und ankündigte, daß 'eine Partei Gewehr bei Fuß bleiben würde. Sine neue Erscheinung zeigte die Wirtschasts- Dartei mit Herrn Dr. Iörrisvn vor, der dem Kabinett alle Unterstützung versprach, wenn es Me Interessen deS Mittelstandes wahre. Auch »er Bayerische DolkSParteiler Leicht sagte die Hilfe feiner Partei zu, verlangte aber dafür tesondere Berücksichtigung der Interessen der Jänber gegenüber den Angriffen des Reiches, hanz auf Kritik war der deutschvölkische Herr 70 n Gr äfe gestellt, der sich mit den verschiedenen Parteien der Reihe nach in mehr ober ntnber heftiger Weise auseinander zu setzen versuchte. Dann Herr Dr. Luther. Soweit er die Außenpolitik bcbanbelte, hielt er sich, offenbar mf Grund einer Verständigung mit dem Außen- ninifter, ängstlich an sein Manuskript. Er stellte mit Befriedigung fest, daß für die Außenpolitik bes Kabinetts Die breiteste Grundlage innerhalb des Hauses sicher sei und verteidigte dann die Außenpolitik gegen eine Reihe von Vorwürfen aus den Kreisen des Zentrums und ider Sozialdemokraten. Er konnte daran erinnern, üaf) für die Regierung die Räumung der e r ft c n Zone eine Selbstverständlichkeit ge= oefen sei und daß sie alle diplomatischen Der- 'uche gemacht hätte, um dieses Ziel sicherzu» teilen, was ihr bisher aber nicht gelungen sei. yür Die Räumung des Ruhrgebietes iber berief er sich auf maßgebliche Erklärungen Der französischen Regierung, daß die Zusage liegen des letzten Termins der Räumung des "Ruhrgebietes nicht geändert werde. Sehr trarnt letzte sich der Kanzler für das bedrängte Oft® Preußen ein. Sobald er auf die Innenpolitik zu sprechen kam, lieh er das Manuskript fallen rnh sprach frei, waS ihm offenbar besser liegt. Gr suchte die Sozialdemokraten und Demokraten •aber seine Stellung zu den Vaterländischen Verbänden zu beruhigen, erteilte auch einen offiziellen Rüffel an Herrn Breit scheid Degen seiner Mitteilung über die Zeitfreiwilligen, Sehr viel weiter kam er nicht, weil hier die o m m u n i ft c n mit Obftruktionsversuchen cinfetzten, indem sie ihn auf das Gebiet der Amnestie zu locken versuchten. Mit einer jede Kritik entwaffnenden Hilflosigkeit sah der Vizepräsident Dr. Ri eß er diesem Schauspiel zu, bis er schließlich auf unmittelbare Aufforderung des Reichskanzlers in einem Anfall von unangebrachter Energie kurz vor Schluß der Sitzung den Kommunisten Schwarz- Berlin von der vetteren Teilnahme a u s s ch l o ß und die Sitzung mf 5 Minuten vertagte. Weitere Komplika- .ionen ergaben sich glücklicherweise nicht, da Herr Schwarz, der auf acht Tage ausgeschlossen ourde, sich auf Zureden seiner Fraktion ent» chloh, keinen Widerstand zu leisten. Der Kanzler tonnte also seine Rede in Fortsetzungen beenden. ®r nahm sich zum Schluß noch seiner angegriffenen Ministerkollegen sehr wckrm an und versprach, daß das Kabinett, sobald die Vertrauensfrage geklärt sei, zum Wohle des Volksganzen arbeiten würde. GieheimAiMiger General-Anzeiger für Gberheffen vrittk und Verlag: vrühl'sche UniverfttätS'vuch- und Stetatntderei R. Lange in Lietzen. Schriftleitung und Geschäftrttelle: Zchufttratze 7. Das Ausland zur Aanzlerrede. Die Rede des Reichskanzlers Dr. Luther scheint in Paris und London einigermaßen enttäuscht zu haben, jedenfalls insofern, als sie keinerlei Angriffsflächen bietet und fein Material z u einer neuen Heye gegen Deutschland abgibt. Infolgedessen herrscht tiefste Ruhe im französischen und englischen Blätterwald, abgesehen von einigen Bemerkungen jener Presseorgane, die auch in der harmlosesten Rede eines deutschen Staatsmannes Stoff genug finden, um sie nach bewährtem Vorbild auszubeuten. Das trifft z. D. auf das cho de Paris" zu, das mit der programmatischen Rede des Kanzlers zwar nicht viel anzufangen weih, aber doch sein Leserpublikum glaubt warnen zu müssen, die Augen offen zu halten und auf der Hut zu fein. Ebenso zurückhaltend verhält sich auch die englische Presse. Dafür dürfte aber der ausländischen Presse die jetzige Reichstagsdebatte reichen Stoff liefern, vor allem die Rede des sozialdemokratischen Abgeordntten D r e i t s ch e i d her es nicht unterlassen konnte, das in Frankreich so beliebte und begehrte Thema der „Entwaffnung und Abrüstung Deutschlands" anzuschneidrn, dazu in einem Sinne, der für die jetzt etwas verlegene Pariser Rechtspresse reichhaltigen Gesprächsstoff abgeben wird gebliche ErNärungen der französischen Regierung vor, daß sich an den Zusagen des französischen Ministerpräsidenten nichts durch die Entscheidung über Köln geändert hat. (Lachen bei den Kommunisten.) Zu den Fragen Dr. Breitscheids über die Zeitfreiwilligen kann ich erflären: Darüber, was die Reichsregierung in dieser Angelegenheit aus nicht mehr bestehenden innerpolitischen Gründen getan hat und wofür sie die Verantwortung trägt, ist der Entente schon vor län - ?erer Zeit eine eingehende Mittelung gemacht worden. (Lärm bei den Kommunisten. Rufe. Dann seid Ihr ja Landesverräter! Franzosenknechte! Kolonialminister!) lieber diese Mitteilung etwa hinausgehendes Material, über das die Entente verfügt, ist uns weiter nichts zur Rachprüfung übermittelt worden. Die Bekanntgabe solcher Vorfälle — ich sage das im Gegensatz zum Abg. Dr. Dreitscheid — schadet uns doch, well die Mitteilung, gewaltig übertrieben, von der Auslandspresse in der ganzen Welt gegen uns ausgenutzt werde. (Lebhafte Rufe rechts: Das war noch zu milde gesagt!) Aus die demokratische Frage habe ich noch zu antworten: daß für die vaterländischen Verbände ganz selbstverständlich wie für alle anderen die Gesetze in Anwendung gebracht werden. Graf Westarp wünscht wohl auch nicht eine Förderung dieser Verbände, sondern nur der vaterländischen Bewegung, die wir allerdings begrüßen. (Lachen links.) Ich bedauere, daß bei der Erörterung der Finanzskandale die Person des Herrn Reichspräsidenten in die Debatte gezogen worden ist. (Lachen bei den Kommunisten/» Seit Jahrzehnten besteht schon die gesetzliche Bestimmung, daß Beamte nur mit Zustimmung der Behörden Auf- sichtSralsposten übernehmen und daß sie daraus keine Remunerationen beziehen dürfen. Minister, die in ein Kabinett eirttreten, legen vorher ihre Aufsichtsratsposten nieder. Hebet die Frage der StaatSform habe ich mich schon in der Regierungserklärung unmißverständlich geäußert Der Abg Koch hat an mich die konkrete Frage gerichtet: Mißbilligen Sie jede Agitation gegen die Republik? Selbstverständlich ja; anderrsetts beachte ich auch den Artikel 118 der Vw/assung, der jedem Deutschen das Recht der freien Meinungsäußerung innerhalb der gesetzlichen Schranken einräumt. Es liegt bereits ein einmütig gefaßter Kabinetts- Annahmr »en fit die lagtenummer bis jum Nachmitlag vorher ohnejedeDerbindlichdeit Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örllich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klai.,e-An;eigen v 70mm Breite 35 Goldpsennig, Platzoorfchrift20" .Aufschlag. - Verantwortlich für 'Politik il Feuilleton' Dr. Friedr. Wilh Lange; für den Übrigen Teil: Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil : Hans Beck, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, autzer Sonn- und Feiertags. Beilage n: BiebenerFamil-.cn t lätttr Heimat im Bild. UTonats t'ejr.cipreis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Bewast. Ferns vrech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschäftssteUeöl. Anschrift für Drahtnachrichten AnzriaerOletze«. p»«fcheche Randlage, Haarschleifen usv. hasten wenn man sie noch jedes- ch anseuchtet und über einen Stock oder über eine Stange mer aus Möbeln zu entmischt 5 Gramm Karbolsäure mit i;ler. Diese Mischung bringt man el oder einem Leier, tnic man schinen gebraucht, in die Löcher, er Anwendung sind 3nkÜcn und such Petroleum und Terpentinöl en. niste Teppiche sehen häW sie Mnäht oder einfaßt: leimt Fransen an der Innenseite an, t behoben, oljnc t>af) bic Fchön- kiM. nschalen zu verwerten, achtlos weWwvrlenen Schalen ,te Essenz Herstellen, Welche |o> unMittel mit Dasser oder aue> stisch verwendbar ist. Die Schalen wie möglich von dem weißen dies gibt, mit ein wenig Wasser Hgeseiht, ein billiges Mittel um is zu machen), dann in llemc üten und in Flaschen etwa zur die mit gutem Essig ausgeM leiben mindestens vier ^Wochen ian sie von Zett zu c>est um wird die fer-igcEsenzflltmc! Flaschen verwahrt. W ®c / durch Mer.versüßt:^ rfüm genügen einige Tropfen Jadewasser. äSÄft bchMm oenden. ober cwende sw M A^ers wer ürbisernmachen. cin, - SLL- L ’tn dr». ”?.OTn' ie der Eunning' bei Ä ■edt, , Aan ‘toi1®“ JÄ*“ «’S "^icr nW^ dem j GM & . Iean-Frangois Millet. Bit feinem 50. Todestage am 20. Januar. S3on Dr. Karl Gersten berg. Professor an der Universität Halle. 'Wenn man ein Bild Liebermanns aus seiner keifen Zeit, wie die Retzflickerinnen (1889) aufmerksam betrachtet, wird man gewahr, das; die eigentliche Wirkung von etwas anderem ausgeht als von der farbigen Erscheinung und dem far-- bigen Geflimmer der Luft. Die gewöhnliche Meinung, daß hier in einem naturalistischen Jude otc Frauen unrhythmisch-zufällig bei ihrer Arbeit über das weite Feld verteilt seien, trifft nicht ml Es ist mehr darin als eine Situation des Augenblicks, es schwingen in dem Bilde vielmehr jene Rhythmen, die die menschlich:- Gestalt in ihrer täglichen Arbeit annimmt. Diese Einen-' aenschaft, die Erfassung der arbeiterrden Menschen in ihrem Zusammenhang mit der umgebenden Statur gehört zu den umwälzenden Refor- frnen. die die Malerei der zweiten Hälfte Des 19. Jahrhunderts brachte. Liebermann ist nicht der Schöpfer dieser neuen Auffassung gewesen, sondern er hat sie in Frankreich kennen gelernt dessen bildkünstlerischer Kultur die führende und anugenbe Rolle im 19. Jahrhundert zugefallen war. Diese Wendung zu den einfachen, psycho- logisv) scheinbar reizlosen Inhalten und ihren Rhythmen ist mit dem Ramen Millets verknüpft, Mittet war Dauernnraler, was zunächst nicht Diel besagt, wenn er es auch in einem neuen Sinn war. Wenn andere Bauern malten. ae= schah cs mit* Dem Hochmut des Städters, der sich überlegen dünkt und mit lächelnder Herablassung oder spöttischer Reugier ihr Treiben beobachtet. Alle diese Maler schilderten den Bauern nur bei Hoch-eitsschmäufen und Kindtaufen, beim Die Danzig-polnische Spannung. D an zig. 21. Ian. (Wolff.) Die Genfer Aachricht über die Erörterung des Danzig-- Polni schen Konflikts auf der nächsten Tagung des Dölkerbundsrates ist dahin zu ergänzen, daß der Rat des Völkerbundes sich mit der Frage der Berechtigung der polnischen Posteinrichtung in Danzig entsprechend dem fttr rtcpiig gefallenen Standpunkt. Man hat unS angegriffen wegen unseres Verhaltens am 9. Januar bei dem Protest wegen der Richt- räumung der Kölner Zone. Hier handelt es sich darum, daß die Absicht des Ministerpräsidenten weniger auf eine würdige Kundgebung hinausging, sondern darauf, zu Doi'umenliercit: Mir tonn keinerI (Lebhafte Zustimmung rechts.) Der Ministerpräsident hat alle Schuld denen zugeschoben. die den Krieg gemacht haben. Das ist das autinationalste Wort, das jemals ein Ministerpräsident gesprochen hat. Es ist unerhört von einem Ministerpräsidenten, so gegen sein eigenes Volk zu steuern. (Stürmischer Beifall rechts.) Ministerpräsident Braun verliest den Wortlaut einiger Sähe seiner Rede vom 9. Januar aus dem amtlichen Stenogramm. (Wenn es 1918 überhaupt Leute gegeben hat, die die Revolution gemacht haben, dann haben sie diejenigen gemacht, die uns in den Krieg hineingebeht haben. (Andauernder Lärm aus der Rechten.) Diese Sätze halte ich aufrecht. (Andauernder stürmischer Widerspruch auf der Rechten. Die Deutschnationalen und die Rationalsozialisten springen auf und verlassen den Saal unter an- bauernden immer wieder wiederholten Protesten, ebenso ein Teil der Deutschen Bolkspartei. Vizepräsident P o r s ch bemüht sich längere Zeit vergebens, die Ruhe wtederherzustellen.) Wollen Sie, nach dem amtlichen SKaterial, das veröffentlicht worden ist. bestreiten, daß hüben und drüben Kräfte am Werk gewesen sind, um zum Kriege zu Hetzen? Wie ich zur Schuld lüge stehe, habe ich oft genug erklärt. Ich halte die Behauptung des Versailler Vertrages, Deutschland habe allein am Kriege schilld, für die größte Geschichtslüge. Slber diese Geschichtslüge oarf nicht durch eine andere ersetzt werden, trenn es überhaupt erreicht werden soll, das deutsche Voll von dem furchtbavLn Vorwurf zu befreien, daß eS die Allemschuld am Kriege habe. (Stürmischer Beifall links, und in der Mitte, andauernde große Llnruhe rechts.) Minister des Innern Severing: mir hat man in der Oeffentlichkeit Landesverrat vorgeworfen und mir unterstellt, ich hätte in Wahlver'anunlungen von der Schuld Deutschlands am Kriege geredet. Ich habe mich in allen Wählerversammlungen aenau so geäußert wie eben der Ministerpräsident. (Lebhaftes Hört, hort! rechts.) Ich habe zunächst hervorgehoben, daß ich mit meiner gesamten Partei und mit allen Deutschen darin einig bin. daß die Behauptung des Versailler Vertrages von der Schuld am Kriege eine Lüge ist, und ich habe etflärt, unseren Einf.uh in der Sozialdemotratie Gouverneur Schnee von einer Schuld der deut- zu kennzeichnen. Slber ich habe, wie der Ministerpräsident. hinzugefügt, dah die kaiserliche Politik bis 1914 mit die Atmosphäre geschaffen hat, die im Juli 1914 zum Kriegsausbruch führte. (Stürmische anhaltende Zurufe auf der Rechten.) Zu meiner Genugtuung hat auch der Republik den Republikanhängern zu überlassen, schen Politik vor dem Kriege gesprochen. (Große Llnruye und stürmischer Widerspruch bei den Deutschnationalen und der Deutschen Bolls- vartei.) An dem Zusammenbruch trugen in erster Linie nach meiner Meinung diejenigen die Schuld, denen daS politische Augenmaß abhanden gekommen war. Ich habe ein gutes Gewissen und schrecke vor den deutschnationalen Lügen nicht zurück. DaS psychologische Moment stir eine 3cchtsregierung soll jetzt gekommen sein. Meines Erachtens ist eine stabile Regierung nur zu schaffen auf dem Boden der großen Koalb« tion. (Stürmischer Beifall auf der Linken und in der Mitte, anhaltender Widerspruch rechts.) 1 Abg. Dr. Preuh (Dem ): Ich würde es für ^gisch halten, die Bildung der Steuerung der "Rupublik den Republikanhängern zu überlassen. -»Der Reichspräsident hat die bewunderungswürdige Selbstüberwindung geübt, das Ministerium der Rechten zu ernennen. (Lachen rechts.) Die Aufgabe Preußens muß es fein, dieselbe Entwicklung für Preußen zu verhindern. Preußen muß der Schuh des Reiches sein gegen die Reaktion. (Lebh. Beifall in der Mitte.) Die Slbstimmung über die verschiedenen SMH- und Dertrauensan.träge wurde auf Freitag vertagt. Wortlaut des Artikels 39 drs Danzig-Polnischen Vertrages vom 9. Rovernber 1920 erst dann befassen wird, wenn der hiesige Völker- bundskvmmissar entschieden und wenn einer der beiden Staaten gegen seine Entscheidung Berufung eingelegt hat. Wie bereits vor einigen Tagen mitgeteilt, ist hi Genf nicht beabsichtigt, das verfassungsmäßig vorgesehene Skrfahren im vorliegenden Falle irgendwie zu ändern. In Warschau haben die Landtagsllubs der Rechten und des Zentrums in der gestrigen Sejmsitzung einen Dringlichkeitsantrag eilige- bracht, in dem gegen den „Anschlag" auf die Rechte Polens in Danzig Verwahrung eingelegt wird. Die polnische Regierung müsse geeignete Schritte unternehmen, damit sich die Tätigkeit des Danziger Völkerbundskommissars innerhalb der Grenzen seiner Rechte abspiele, llleberdies mülle, solange Polen nicht über volle Zvllgerechtsame in Danzig verfüge, der Warenverkehr von Danzig nach den anderen Zollämtern abgelenkt werden. Die Vereinigung der polnischen Kaufleute r,at auf das Einladungsschreiben der Danziger Messe geantwortet, daß die letzten Ereignisse in Danttg der polnischen Kaufmannschaft die Teilnahme an der Messe unmöglich machten. Japan und Rußland. Der Anerkennun^svertrag. Rach zahlreichen immer wieder ^gescheiterten Versuchen, die japanisch-russischen Beziehungen durch Anerkennung der S wietregierung zu fördern. scheint sich jetzt die Tokioer Regierung endlich entschl.sen zu haben, Sowejetrußland auch de jure anzuerrennen. Den Preis, den sie sich dafür von der russischen Regierung hat zahlen lassen, dürfte in der Anerkennung ausgedehnter Konzessionen für die Kohlengruben und Petreleumfelder auf dem an Rußland toi der zurückfallende i Sachalin bestehen. Auch auf den nach dem russisch-japanischen Kriege in Portsmouth abgeschl^f enen Friedensvertrag hat Japan nicht verzichtet. Immerhin sind diese Bedingungen gegenüber allen früheren von der japanischen Regierung ausgestellten start zurückgeschraubt worden. Slber auch Rußland hat das fLine Opfer der Abtretung von Kohlen- und Petroleumfeldern zugunsten der Wiederaufnahme der dpi mat schen Beziehungen gern gebracht, war es doch auch auf diesem Wege möglich, frühere der Moska er Regierung nicht gerade angenehme Slbmachungen zu annullieren. Für Japan ist die Aberkennung der Konzessionen auf Sachalin von besonderer Bedeutung, da es sich jetzt von der Einfuhr ausländischen Oels und ausländischer Kohle freimachen kann, was in Krieg zzeiten doppelt wertvoll ist. Der russisch-japanische Vertrag besteht aus sieben Artikeln, welche die Grundregeln für die gegenseitigen Beziehungen enthalten, wie sie sich nach erfolgter Ratifiöation gestalten sollen. D e Sowjetregierung erkennt die Rechtsgültigkeit des Vertrages von Portsmouth an, aber man gibt zu, daß das ohne große Bedeutung ist. Rußland übernimmt die Verantwortung für die Erfüllung dieses Vertrages. Alle anderen Verträge, die vor 1917 geschlossen find, sollen auf einer weiteren Konferenz nachgeprüft oder aufgehoben werden. Der Vertrag sieht weiter die Revision des Fischereiabkvnrmens von 1907 vor. Die beiden Läicher kamen ferner überein, sich jeglicher Propaganda enthalten zu wollen und verpflichteten sich, nicht mit einem dritten Staate keinen Vertrag abzumschließen, der die gegenseitigen Interessen beeinträchtigen könne. Zum Vertragsabschluß erfährt die Telunion noch folgende Einze.heiten- Rußland und Japan räumen sich gegenseitig Vorrechte im Han- dels- und Paßwesen ein und verpflichten sich, politischen Verbrechern des Dertragsgegners kein Gastrecht zu gewähren. Japan verpflichtet sich, das bessarabische Protokoll nicht zu unterzeichnen, wenn auch andere Signatarmächte die Unterzeichnung ablehnen. Die Insel Sachalin wird im Marz oder April 1925 von den Japanern geräumt und von den Russen formell besetzt. Die Erdöl- und Steinkohlentonzessionen erhält Japan auf 50 Jahre. Rußland erhält 10—15 Prozent der Grdölerzeugung und 5—8 Prozent der Kohlengewinnung. Der Vertrag ist von Carachan und Iostizawa unterzeichnet. Eine französische Handels- und Industriekommission nach Japan Paris. 21. Jan. ($11.) Eine französische Handels- und Industriekommission wird am 12. Februar unter Führung eines Regierungsbeamten nach Japan ausbrechen und etwa zwei Monate dort bleiben. Die Entsendung der Kommission soll die wirtschaftliche An- Saufen und Raufen oder beim linkischen Zusammentreffen mit den Städtern und amüsierten sich und ihr Publikum mit der Schilderung des immer als komisch empfundenen Betragens der Dörfler. Mittet dagegen malte als erster die Dauern bei ihrer alltäglichen Arbeit. Slber das geschah nun nicht aus irgendwelchen sozialen Gesichtspunkten, daß Mlllet damit etwa Manifeste für die armen Bauern hätte loslassen wollen. Er war durchaus unsentimental und bedauerte nicht, daß die Leute es so hart hätten, aber er hatte Ehrfurcht vor dieser Slrbeit, die seine Eltern und seine Brüder taten, und die er selber als junger Mann auch verrichtet hatte. Jean-Francois Mittet war 1814 in dem Rest Gruchy bei Cherbourg in der Rähe des Meeres zur Welt gekommen. In der Zeit, wo andere ihre Akademiestudien trieben, ging er noch hinter dem Pflug. Gr war dreiundzwanzig Jahre alt, als er nach Paris kam, wo ihm die klassizistische Malerei Evntures, in dessen Atelier er arbeitete, außer dem Handwerklichen nichts zu geben hatte. Der normannische Bauer spürte etwas in sich, was er mit den ausgeschliffenen Formen der Pariser Malerei nicht ausdrücken konnte. Erst 1848 entstand das erste Bild seines eigenen Stils: der Kornschwinger, ein Dauer, der einen flachen Korb hin und her schwingt, um die Spreu vom Korn zu sondern. Damals ließ sich Millet in Barbizon nieder, wo schvn die Gruppe der Landschaftsmaler um Rousseau und Diaz festen Fuß gefaßt hatte. Dort hat er lange Jahre her Entbehrung gemalt und gewartet, bis Kritik und Publikum seine Kunst beorissen. Er starb am 20. Januar 1875 mit sechzig Jahren. Alle seine Hauptwerke, die ihm Weltruf bringen sollten, tote etwa die Ashrenleferinnen und das Angelas-Dild entstanden in den fünf« Näherung zwischen Japan und Fra«^ reich fördern, die nicht ohne Einfluß auf die politischen Beziehungen zwischen den berden Ländern bleiben dürste. Die innere Lage Japans. Der Kampf um das allgemeine Stimmrecht. London, 21. Ian. ($11.) Heute beginnt in beiden Häusern des japanischen Parlaments eine der bedeutendsten üüjungen der letzten drei Jahre. Die Mehrheit des Grafen Kato hängt von der Unterstützung der 3 Fraktionen ab, die sich gegenseitig untereinander auf das Erbtt- tcr te bekämpfen. Der bisher vorhandene äußere Zu ammensehung dieser 3 Parteien steht im Be- git f. zu zerbröckeln, sofern nicht ein in letzter Stunde herbeigeführtes Kompromiß die Lage wieder herstellt. Die politische Streitfrage tft wie seit Jahren das Problem des Stimmrechtes für alle Personen männlichen Geschlechtes über 25 Jahre. Alle bisherigen Regierungen haben diese Forderung trotz Stra- hendemonstrationen und Aufstand nicht gebilligt. Die Regierung des Grafen Kato .ist indessen für Unter st ützung dieser Gesetzesvorlage, die aber von einem Teil seiner Anhänger auf das Heftigste bekämpft wird. Die Presse unterstützt die Vorlage, und zwar im Hinblick auf d-e Popularrtät der Maßnahme bei den Massen. Gleichzeitig soll eine Vorlage zur Reform des Oberhauses laufen, die aus äußersten Widerspruch der konservativen Kreise stößt. Deshalb werden die beiden nächsten Monate lebhafte Kämpfe bringen und die gegenwärtige Koalitionsreg erung in Japan wird eine schwere Probe zu bestehen haben. Der amerikanische Petroleumsskandal. Cs ist noch frisch in aller Erinnerung, daß im vorigen Jahre ein ungeheurer Petroleumskandal, in dem vor allem zahlreich: Mitglieder der amerikanischen Sv e g i c r un g, dann aber auch bedeutende Persönlichkeiten aus dem demokratischen und dem republikanischen Lager verwick lt waren, monatelang die amerikanische Oeffentlichkeit in Aufregung versetzte. Gegenstand des Skandals war die Verpachtung eines für D i e Versorgung der Flotte bestimmten Oelseldes an private Persönlichkeiten für eine mäßige Summe und die Entgegennahme bedeutender Schmiergelder durch hohe Beamte. Am stärksten bloßgestrilt wurde bekanntlich der damalige Präsidentschasts^andidat der Demokraten und Schwiegersohn Wilsons. Mac Adoo. Ein inzwischen vom Senat ring Letzter lllnt'rsuchungs- ausschuß beschäftigte sich sehr eingeb enö mit Den näheren Umständen, Die zu der Verpachtung des dem Marineministerium unterstellten Petrowum- feldes geführt haben. Der von ihm verfaßte Bericht ist jetzt vom Senat angenommen worden. Den Beteiligten toirD vom Sencllsaus- schuh vorgeworfen, daß die Verpachtung des QelfeldeS nicht nur eine skandalöse Schiebung, sondern auch eine schwere Schädigung der nationalen Interessen bedeute, da durch die Weitergabe des Petroleumterrains an Private Der süi> Die Flotte unerläßliche Reserve bestand an Petroleum schwer gefährdet sei. Der Urteilsspruch des Senats muß nun zur Erhebung der S t a a t s a n klage gegen alle beteiligten Persönlichkeiten führen. Die russische Moskau, 21. Jan. (Wolfs.) Rach einer Meldung der Rufs. Telegraphen-Agentur hat die von der Regierung einberufene Sachverständigenkommission zur Prüfung Der Einwan- Derungdfrage sich für eine starke Heranziehung geschulter Techniker und Ingenieure aus dem Ausland ausgesprochm. Gleichzeitig bezeichnete es die Kommission als wünschenswert, daß sow- jetistische Ingenieure und Techniker zu praktischer Arbeit in ausländische Betriebe gehen, worauf Die Regierung beim Abschluß von Verträgen mit ausländischen Firmen Dringen soll. Die Gehälter der ausländischen Techniker und Ingenieure sollen durch Cinzelverträge geregelt werden. Den Postbeziehern kann der (Siebener Anzeiger nut dann ohne Unterbrechung zugestellt werden, wenn sie den Bezug sofort erneuern durch Einlösung der Postquittung beim Postboten. ständigen Genesung verlassen würbe. Der General erhofft eine Lösung Der Marokkofrage tu einigen Wochen. Der GeneralDelegierte Des Oberkommissariats in Tetuan kündigte die Rückkehr des Generals Primo De Rivera nach Europa für Den 1. Februar an. Albanien Republik. Rom, 22. Jan. (WTB. Funkspruch.) Rach» richten aus Tirana zufolge hat Die Siationalber- sammlung einstimmig Die Republik proklamiert und beschlossen, daß Der 21. Januar als Ratio- nalfest gefeiert werden soll. Aus aller Welt. Die deutsche Eiuheitstur-schrist in Tirol. Der tirolische Stenographenverein in Innsbruck hat sich auf Den Boden der deutschen Einheitskurzschrift gestellt. Ein deutsches Schill ttt Schweden beschlagnahmt. Der deutsche Motorschooner .,R o r D e r - Elbe" aus Hamburg, der mit 60 000 Liter Sprit an Bord in Den Hafen von Sundsvall eingelaufen war, um seinen Proviant zu ergänzen, ist von den schwedischen Zollbehörden beschlagnahmt worden. Das Gericht in Sundsvall hat die Beschlagnahme bestätigt und gegen Den Kapitän des Schooners Anklage erhoben. Großer Alkoholskaudal iu Aeuhork. Wie Der „Lokcllanz." aus Reuhork erfährt, haben Die Prohibitionsbeamten einen Alkoholika n d a l aufgeDedt. Der ehemalige Gouverneur des Staates Reu-Ierseh unb Der jetzige Senator Eduard werden beschuldigt, an Der Spitze einer Gesellschaft zu stehen, Deren Kapital sechs Millionen Dollar beträgt, und Die Den Handel mit alkoholischen Getränken zum Gegenstand haben. Wettcrvnraussaqe. Südliche bis südöstliche Winde, zeitweise schwächer bewölkt, leichter Nachtfrost, tagsüber milder. Aus Stabt und Land. Gießen, Den 22. Januar 1925. Liebs Langeweile? Solange man in Der Arbeit ist, sehnt man sich nach Ruhe. Slber hat man diese Ruhe, kann man sie nicht lange ertragen und hat sofort Langeweile. Wer das bestreitet, wohnt entweder weit draußen ganz einsam auf dem Lande, w? Die Menschen andere Sternen haben als in der Stadt, oder er gehört zu Denen, Die von Langeweile ewig geplagt werden und gar nicht merken, wann dieser Zustand einmal eine lllnterbrechunx erfahrt. Es ist mir neulich mal so auf gefallen, als ich Den ganzen Tag besonders angestrengt gc’ arbeitet hatte und mich am Abend mir selbst überlassen konnte. Das geht anfangs bei einet Zigarre sehr schön. Man sieht den Ringeln nach, Die gegen das Licht verschweben. läßt seine Ge- danken mit ihnen ziehen und gibt sich dem süßen Nichtstun hin, dann merkt man aber, daß dieses Spiel „langweilig" wird. Rervös fängt man an, mit Dem Blcistill oder mit Den Fingern auf die Tischplatte zu trommeln, beißt sich auf Die älnter- lippc und jagt schon vergnügt einem neuen Plans nach. Solange wir eben beschäftigt sind, fallen wie uns selbst nicht zur Last, erst wenn wir unS überlassen find, wissen wir nichts mit uns cmzu- fangen. 3JnD Dann Plagt uns Dass Gespenst der Langeweile. Das spanische Direktorium. Madrid, 22. Jan. (WTB. Funkspruch.) General Primo de Rivera erklärte, daß das Direktorium, nachdem es bereits seit 15 SKonaten bestehe, noch weitere 15 Monate bestehen müsse. Er sei Der Ansicht, daß er Die übernommene Aufgabe vollenden müsse, wie ein Arzt einen Kranken auch nicht vor Der voll- laini Mr irm ,ih. i unii ui ^iger Jahren, als fein äußeres Schicksal noch dunkel war. Es gelang Millet Darin, mit ein Paar Dauern einen monumentalen Stil in die SBelt zu stellen. Die Gestalten seiner Feldarbeiter sind mit einer großartigen Wucht erfaßt, die die ganze Summe einer Lebensarbeit in einen lllmriß zusammenzuziehen weiß. So tragen s e nicht nur einer augenblicklichen Situation Rechnung, sondern sind typisch für Vergangenheit und Zukunft eines solchen Menschen. In Der großen Geschlossenheit seiner Liniensprache knüpft Millet an Daumier an, aber fein Rhythmus ist abgeleitet aus Der Statur, Die ihm, Dem Bauernsohn, vertraut war. Es find Die uralten Bewegungsmelo- t-ien des menschlichen Körpers bei der Bearbeitung Der Erde. Immer gilt seine Darstellung Dem Menschen, tote er in seinem Umgang mit Der Erde geworden ist. Diese Arbeitsrhythmen tönen unvergeßlich wie ein altes Volkslied aus seinen Bildern heraus. Die Malergeneration des Impressionismus konnte mit Den schweren eckigen Farben Millets nichts mehr anfangen. Das koloristische Problem der Freilichtmalerei drängte in eine ganz andere Richtung. Auch das Be- toegungsproblem hat Der Impressionismus in einem neuen Sinne gelöst. Slber in Dem zu- sammenfassenben Sehen, das den Blick nicht auf einzelnes heftet, sondern das Erdganze berücksichtigt, ist Millet Führer und Vorbild geblieben. Die Anffittdunq vvtt Hermann Löns (Geburtshaus. Hermann Löns ist in Kulm geboten worben, in Der ostdeutschen Grenzmark, und sein Geburtshaus inteveffiert feine Verehrer, wenn er auch freilich bereits als einjähriger Knabe nach Deutsch-Krone kam. Man wußte aber bisher nicht, an welcher Stätte Löns geboren ist. und erst jetzt hat Dr. Erhard Äramev sein Geburts- Es kann in unserem Leben anscheinend gar nicht bunt genug bergeben; immer brauchen wir etwas Reues. immer mehr Rervenkihel. immer größere Sensationen. Das ist die Richtung, in Die der Stadtmensch geritten toirD, ohne sich retten zu tonnen; aus Furcht vor Langeweile. Manche bilden sich ein. Der Kunst halber ins Theater oder in Konzerte zu gehen, in Wirllich- leit wissen sie nur nicht, wie sie sonst ihren Abend verbrmgen sollen. Es entstünde ein leerer Haus ausfindig gemacht, worüber er in Den ,.O st - deutschen Monatsheften" berichtet. Die Eintragung int Tauf- und Geburtsregister, aus der sich übrigens ergibt, daß Löns am 29. August 1866 und nicht am 28. August geboren wurde, enthält nicht die Straße, in Der sein Vater, der Gymnafialprofessor, wohnte. Aber nach mündlicher Ueberlieferung, Die Dann durch amtliche Zeugnisse bestätigt wurde, liegt das Geburtshaus Heilige-Gei st-Straße 2. „Still — emft schaut Der Turm der nahen Pfarrkirche auf dieses Haus, das ein Stockwerk mit vier Fenstern und einen geräumigen, ausgebauten Dachgiebel bat", berichtet Der Auffinder dieser Dichtergeburtstätte. „Die Leute aus den Rachbarhäusern schauen auf unö unD wundern sich. Löns Geburtshaus endlich gefunden! Doch nicht umrahmt von Grünem, nicht am Wasser oder im Walde liegend, nein, einfach unD bescheiden und nur aullallend, weil es Das einzige grüngetünchte Haus Der Straßenseite ist. Die Treppe in Der Mitte des Hauses ist noch so ausgetreten, wie sie cs früher war. Silan ist beinahe über alles enttäuscht — liegt Doch sogar unweit Das Gericht und Gefängnis — und Doch, nun wissen wir es, hier ward er geboren, von hier trug man Den Täufling in die einige hundert Schritte entfernt liegende Pfarrkirche, von hier ging die Mutter durch den Klosterhof in Den Klostergarten, der einen so überwältigenden Blick gewährt, durch den majestätisch langsam die Weichsel fließt . . Ein Kunstkritiker al« Preisträger. Der frühere Kunstkritiker Des „Hamburgs. Anzeigers", Hans Leip, erhielt bei Dem Wettbewerb der „Kölnischen Zeitung" um den besten Roman Den ersten Preis in Höhe von 10000 Mark. Der Roman Leips führt Den Titel „Godekes Knecht'^ OPALOGRAPM üb M H OPALOGRAPM juch nachts itcrvsrausw-c. , südöstliche Winde. zritwilt >> leichter Dachtstvji, tagsüber Sw Jn*etbte*, m, lh 5? "*fi cj> ®lni5|u„ äu91»1on LMD 7"-pub,ii, Jn' lDTD » *• » jÄ» 3-4. aller ®eIt ^helts^rzschM. * ,8teno . SR?s *n den 5)akn Ln^K00 ^l(t A seinen EJC. 6un^Dtii !chl°edisch^?L?u ergän. be. 2ÄLU WlRaaW n ‘^'nSeltänftnZ fc. adt und Land. iehen, den 22. Januar 1925. ?be Langeweile! m in der Arbeit ist, sehnt men Mer hat man diese Ache, kann lange ertragen und hat sofoit r das bestreitet, wohnt entixta itVj einsam auf dem Lande. cv idere Äewen haben aü In bei chöü ju tonen, bic von Gange« >g! inerten unb gar nicfrl muftn in- einmal eine Unterbrechung Mich mal so auigeiaiien. alt Laz desvndrrs angestrengt gc nb mich am Abend mir seldtz e ZaS geht anfangs bei einet in Man "sieht den Ringeln nach Sicht verichtveben. laßt seine Sr- n ziehen und gibt sich de-n W 'nun merkt man aber, MD diele» iq" c-irb. Arrvös sängt man an. it oder mit den Angern auf fez ommeln. beistt sich au! dte At«p hon vergnügt einem neuen Plant r«xÄ -S-ALN ^K.'L^LL IBM#. *1," Ü - ionatsheftv auf Taus:/LL7amV-2W ierfl^ H Soven wurde, en! ,m 28. August ge Qjatcr, h *••?? Slwerk m> v yachgjebcl h^ tzÄSKzsrz ZZ§VZ mite jjaufti l%lan " k'D^L'S g*ti M 1 rs tcr-ung anzucegcn und die Ansamm- Sparkapital zu fördern geeignet sind, Kloster Amsburg, den 22. Januar 1925. 71&D WWWMRWMMWW werden hiermit aufmerksam gemacht auf den ein- u. zwetsvänntn gesahren,zu verkauf. M öet SEi Boweinewmi Louis Bauer L« Ihgeetern 110*11« W M 1 N. S. U.- Naturheilverein 7061) 1 Wanderer «gL In Auftrag: «x ft. göret), Gr. Stemweg 5. Kein Husten mehr! Dr.BuI'Aiefibl. FaKhelboiiig Wkt Vonder C.Karo,Central-Drogerie, Schalstraße Die Beerdigung findet Samstag, den 24. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, auf dem Arnsburger Friedhof statt. lung von volle Anerkennung entgegen. Freitag, 23. Januar, abends 6u. 8 Uhr» int Palast - Lichtspielhaus, Kirchenplatz. Astorla-Llc htspiele, Seltersweg Heute bis einschließlich Sonntag: Boulevard-Blut IV. Teil Dazu: Fern Andra in „Der rote Reiter“ v Akte. Gestern nachmittag 21/, Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Ernst Thörner, Gastwirt im 53. Lebensjahre. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Marie Thörner geb. Melchior und Tochter. Todes-Anzeige. Gestern morgen 9x/a Uhr verschied nach kurzer schwerer Krankheit unsere liebe Tochter,Schwester und Schwägerin Elise Rethwisch im Alter von 24 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Carl Rethwisch. Gießen (Buddestr. 7), 22. Januar 1925. Die Beerdigung findet Freitag, nach- 730D mittags 3 Uhr, statt. Aeiratze 4. Suche f. 15.Febr. ein MW« das perfekt kochen kann, für kleinen Haushalt nach Friedberg. Näheres hier zu erfragen [0661 Marttstraße 18. |Stetlengesuche| Suche für m. 14jähr, Sohn auf Ostern Lehrstelle als Kaufmann evtl, auf Bureau. ehr. Anoeb. u. 0646 o. Gietz. An», erb. VepkLuls [ ?ogel§bkr8tl Bulle dunkelrot, 18V, Monat alt, sprungfähig, cn. 8 Ztr. schwer, hat abzugeben 0453 F. 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Er stand jetzt aufrecht neben Gert, liebet- sein feines, ttuges. energisches Gesicht glitt ein Ausdruck entsagungsvoller Wehmut, ohne Bitterleit, doch auch ohne Empfindeiei. ,,Eie sind dem Leden wiedergegeden." sagte er. ..Run müssen Sie start fein. Das Unglück ist groß Das Land steckt voller Gefahren. Unsre Genossen — unsre Gastgeber waren auf der Wolfsjagd, als der Duvan sie überfiel. Sn einer Hohlschlucht konnten sie den Sturm überdauern. Sie liegt da oben im Dubulak. dem 'Berg mit den drei Spitzen. Ein-Gedeih von riesiger Diese tini) etwa fünfzig Meter Breite trennt ihn vom Die Reichseisenbahn-Verwaltung für Mehrung des Verkehrs. Ausdehnung des Sonntagsausflügler-Verkehrs und Vermehrung der Gesellschaslszüge. Dann wachte er wieder auf. konnte sich jedoch schwer bewegen. Er war völlig angeüeidet, in Decken und Pelze gehüllt und anscheinend mit Stricken und Riemen auf einen Schlitten - fest» geschnürt, der in rasender Schnelligkeit vorwärts jagte. Die bleierne Müdigkeit hielt noch an. Man hatte ©ert eine Kapuze über den Kopf gezogen. Durch die Augenlöcher sah er strahlenden Sonnen- Himmel über sich. Diese stechende Sonne belästigte ihn. Er schloß die Lider und versuchte sein Denken zu ordnen. Es war unmöglich. Ihm war, als fliege er. Traumhaftes lullte ihn ein. Und plötzlich fuhr er fach in die Hohe. Ein scharfer Geruch weckte ihn. Salmiakgeist. sagte er sich. Es war unverkennbar. Hnd richtig: er lag in einem Helte, und vor ihm sah auf einem Feldstuhl ein großgewachsener Mann, ein Europäer. und hielt ihm ein Fläschchen unter die paarmal kräftig. Dann ..Guten Dag. Wo „Ah." rief der andere, konnte noch nachträglich zu schweren Herzanfällen führen. Er kniete nieder und bettete Gert vorsichtig in die Kissen zurück. — --Die Ansiedlung der ©fungaren lag in einem Talkessel, unterschied sich aber wefenllich von den Auls der Kirgisen. Die einzelnen Jurten waren nicht auf der Erde angeflöckt, sondern erhoben sich über einem Fundament aus fest zusammengefügten Felssteinen. Hie mrd da sah man auch den Versuch eines primitiven Hausbaus. wie bei Togo!, dem Gemeind eä liest en, und in der Mitte ungefähr stand ein windschiefes, winzig kleines Gebäude ganz aus Holz, eine Seltenheit in dieser waldarmen Gegend, mit einem Kreuz über dem Eingang. Das war die Kirche. Rach der am meisten sturmfreien Bergkette zu lag die Jurte des Bruders Dorvtheus: aus dickem, weißen Filz auf massivem Hintergründe, am Mast mit bunten Bändern geschmückt. Urnen mit Teppichen belegt und mit einer überbauten Feuerstelle. Für die Behaglichkeit hatte Togo! gesorgt, denn der Bruder aus dem fernen Westen war für ihn ein Gesandter des Herrn. Draußen tanzten die Frühlingswinde. Hier drinnen im Zelt knisterte das Feuer und verbreitete eine angenehme Wärme. Dorvtheus saß mit gekreuzten Deinen auf dem Teppich, neben ihm lag Gert, noch in Decken gehüllt, aber eine klare Ruhe in den Gesichtszügen. Drei Tage anhaltender Pflege hatte alle Gefahren verscheucht. Run wollte ei- Räheres über das Völkchen wissen, das ihn gastlich ausgenommen hatte. ..Das ist nicht leicht zu erklären." sagte Dorvtheus. ..Andeutungen gab ich Ihnen ja schon. Die Leute selbst sind ahnungslos in bezug auf ihre Abstammung, auch der alte Togol. Der Intelligenteste, weih nicht viel. Es handelt sick> wobl um ein Absprengsel jener christlichen Kalmücken. die jemals an der unteren Katunja wohnten und völlig russisches Wesen angenommen haben Aber ihr Glauben trägt auch vereinzelte lutherische 3üge - die Zusammenhänge kann ich mir vorläufig nicht erklären. Jedenfalls sind sie sehr fromm und von einer rührenden Friedfertigkeit. Vom wilden Kcnnvsinut ter Dfungaren, die dermaleinst das Reich Dfchingis-khans toteöer- herstellen wollten, ist nichts mehr zu spüren. (Fortsetzung folgt.; ES darf hierbei die Anregung ausgesprochen werden, auch die V e rwalt ung S-> So.rterzüg. mit einigen Abtellen 2. Klasse auszurusten. zu gleichfalls ermäßigten Preisen, damit dem Wunsch nach bequemerer Reise, besonders älterer Reifem der. entsprochen wird. ©ar manches Gewerbe wird von einem solchen stark geförderten AuSllugsverkehr Dor- teU haben. Aoer der größte Gewinn wäre doch ter. daß die Deutschen viel mehr als bisher auf diese Weise ihre Heimat und einen größeren Teil des Vaterlandes kennen und lieben lernen* < Am Samstag. 3 l. d. M., verkehrt ein Sonderzug von Frankfurt a. M Hauptbahnhof nach dem Schwarzwald und Safet. Zu diesem Zug werden Rückfahrkarten zu 3& Prozent Ermäßigung und einer Geltungsdauer von 2 Monaten ausgegeben. Der Sonderzug verkehrt nur bet ausreichender Besetzung. Fahrplan wie folgt: Frankfurt a.M. H. ab 11.45 vorm.. Karlsrrche an 2.38 nachm., Baden-Oos an 3.18 Kamm des Passes. Die Spalte ist in den Winter- Monaten mit lockerein Schnee gefüllt, der die Gefahr nicht erkennen läßt. Hier kennt man sie freilich, aber über den Dubulak ist noch nie ein Mensch zu uns gekommen. Fremde besuchen tee Ansiedlung nicht, wir leben in völliger Ab- geschiedcnyell von der Welt, auch von den kirgisischen Stämmen ..." Seine Hände erhoben sich winkend, denn ©ert schien ihn unterbrechen zu wollen. ..Lassen Eie mich aussprechen," fuhr er fort, ..Sie müssen die Wahrheit hören. Eine tragische Wahrheit. In der deckenden Schlucht vernahmen die Wolfsjäger etwas wie einen entsetzlichen Menfckenschrei. Lind trotz W wütenden Sturms ritten sie dem Rufe nach. Aber sie sahen sofort, daß jede Hilfe vergeblich war. Ihre Karawane ist in der Erdspalte versunken, und alles, was lebte von ihr. längst tot Denn in der -tiefe ballt sich der Schnee mit gewaltiger Wucht und gefriert sofort zu Eis. Wir können erst im Hochsonnner versuchen, die Leichen zu bergen. Auw Ihr« Rettung ist nur einem Zufall zu danten. Die Hunde fanden die Spur. Waren noch Europäer bei der Karawane?" ..... . . „Rur einer “ erwiderte Gert erschüttert, „ein Engländer, ein lieber Freund." ..Aber wie kamen Sie in diese entlegene Gegend, so ganz abseits aller bekannten Wege < Hatten Sie denn keine Führer,' ..Wir hatten uns verirrt. Herr. Wo sind wir hier? Ist das russisches Gebiet?" ..Rein Freiland, noch immer neutraler ItoDcn für die givße Politik — ich fürchte freilich, nicht mehr für lange." Gert strich sich über die Stirn. „Sie oer- wirrcn mich. Sie sagten, diese Menschen sind feine Kirgisem Sie sprechen auch anders. ..Es sind Eleuten, und sie bilden die einzige christliche Gemeinde in Pamir.' „Eleuten?" wiederholle ©ert. ..Ich horte nie diesen Ramen. Aber ich bin uMvisfend." ..Die Ostmongolen nennen sie so, m der russischen Geschichte heißen sie ©fungaren.“ „Rh," rief da Gert unter dem Psellfchuß einer raschen Erinnerung. ..und sie kämpften schon unter Peter dem Großen l" „Ganz richtig, und unter der Zarin Anna nahm ein Stamm das Ehristentum an, und sie gab Tat gehandell hat: Die alle doktrinäre llnte» scheidung zwischen Rechte und Tatirrtum schiebt er, in dem Bewußtsein, daß sich eine zweifelsfreie Scheidung vielfach nicht ermöglichen läßt (z. B. ca erkennt jemand das voreheliche üinb seiner Frau, obwohl er weiß, daß es nicht von ihm erzeugt ist, als das- feinige an svgl. dazu RGStr. 21, Rr. 139]), beifeile, ihm ist es einerlei, ob der Täter einen Tatumstand nicht kannte oder die richtig erfaßte Tat für erlaubt hielt: »Ein Irrtum, der den Täter das Unerlaubte feiner Tat nicht erkennen läßt, fchließt die Bestrafung wegen vorsätzlicher Begehung aus" (tz 13 >. Auch die Vorschriften über Rotwehr, Notstand und Rot Hilfe bringen wichtige Abweichungen (§§ 21. 221. Die Strafbarkeit des Versuches grenzt er in Uebereinftimmung mit der seitherigen Ge- richtspraxis fübjelliv ab, ohne freilich diesen Standpunkt tonfequent durchzulühren: Den .un*3 tauglichen Versuch" (z. B. das „Xotbeten“. die Kindesabtreibung an einer Richtschwangeren) läßt er straflos (8 23). Die Bestimmungen über die Teilnahme (§£ 25 -281 vereinfacht er We^ sentlich: er beseitigt die mit Recht vielfach an» gefeindete Lehre von der Alzesforietät der Teilnahme und grenzt die Mlltälerfchaft von der Beihilfe im Anschluß an die herrschende Lehre nach objclltiven Merkmalen ab. Von besonderer Bedeutung sind die Vorschriften des Entwurfes über „Strafen“, ..Strafbemessung" und Maßregeln der Besserung und Sicherung". Hier beschreitet der Entwurf, zum Teil auch den fete Heien Entwürfen gegenüber, völlig neue Bahnen. Er erhöht die Macht des Richters, die Strafe den Besonderheiten des Einzelfalles airzupasten, in einem ungewöhnlich hohen Maße. Die Strass rahmen find an sich schon weitgespannt, und ba*- zu gestatten viele SvnderbestimmungTN das Straf-" man im Sonderfall weitgehendst zu mindern oder zu erhöhen. In „besonders schweren Fällen" (§ 76), dem Verbrecher gegenüber, der die Tat im ..Rückfall" (§ 77) oder aus ..Gewinnsucht" (§ 69) aus geführt Hal, zeigt sich diese Steige-- rung der richterlichen Machtbefugnisse vor allem: andererseits läßt der Entwurf aber auch allgemein „mildernde Hmftänte“ (§ 73) zu. kennt er „besondere Milterunasgründe" (§ 72) und „besonders leichte Falle" (§ 75k Das charakteristischste Moment des ganzen Entwurfes liegt in der Behandlung der Frage nach dem Zweck der Strafe. Während das geltende Strafrecht fast völlig auf dem Vergeltungszweck aufgebaut ist C.bu wirst bestraft, weil du Pferde gestohlen hast") und kaum Vorschriften zur Verhütung drohender Verbrechen enthält, steht der Entwurf auf and r n Standpunkt: feine Strafe schaut auch in d> Zukunft: sie Witt auch künftigen Rechtsverletzungen vorbeugen. der Rechtsgrund der Strafe liegt nicht allein in dem Verbrechen, das nur den äußeren Anlaß, die Voraussetzung der Strafe blltet („du wirst bestraft, damit keine Pferde gestohlen werden"). Den Gedanken der Vergällung einerseits. den des Schuhes und Sicherung der Gesellschaft andererseits führt der Entwurf nicht unabhängig voneinander durch, sondern er verbindet beide in ausgezeichneter Weise, indem er den Verbrecher straft, gleichzeitig aber (z. T. an Stelle der bisherigen Rebenstrafen) in feinem § 42 nicht weniger als zehn verschiedene Arten von Maßregeln „zur Besserung und Sicherung" aufstellt. Daraus heben wir hervor: Die Unterbringung eines Unzurechnungsfähigen (Geisteskranken) in einer öffentlichen Heil» und Pflegeanstalt (§ 43), die Unterbringung eines Trunksüchtigen in einer Trinkerheilanstalt (§ 44), das Wirtshausverbot (§ 52). die Sicherungsverwahrung von für die öffentliche Sicherheit gefährlichen Gewohnheitsverbrechern (§ 45), sowie endlich auch die „llebertoei'ung in ein Arbeitshaus" (in den Fällen der §§ 373 bis 334). die sachlich jedenfalls in diesen Zu'a nmenhang gehört. Von den Strafen behält der Entwurf im übrigen die Todesstrafe (nur bei Mord), die Zuchthaus-, die Gefängnis- und die Geldstrafe bei. An Stelle der Festungshaft tritt bie, eigenartig ausgebaute „Einschließung". „Haft" kennt der Entwurf nur bei Uebcrtrctungcn. (§§ ^2, 354). Reu ist endlich die Einrichtung des „bedingten Straferlasses" (88 35 bis 41). werden. Aber kaum einen Dcruf-kreis wird ei geben, für den nicht diese ober jene 'Borfdirift von größter Wichtigkeit ist. Der Beamte. Arzt. Kaufmann. Lehrer. Geistliche, der Arbeitnehmer und Arbeitgeber — um nur diese beraubtutebc 1 —. werden Stellung nehmen müllen zu den besonderen Bestimmungen des Entwurfes. BiS der Entwurf Gesetz geworben ist, wird eS noch manchen Kamps der Geister und Meinungen ausznfechten geben. Darüber aber bars bao große Reformwerk nicht scheitern, um ’n weniger, da sonst die Gefahr der die Einheit sprengen- den Rovellengefetzgebung heraufzieht, die bie jetzt im Strafrecht noch glücklich vermieden wurde oder aber, wo Rovetten unvermeidbar waren, sich glücklich dem Rahmen der Reformbestrebun- gen anzupassen gewußt hat. entsprechend mit ------ - • werden, wobei auch auf den Fahrpreis der 4. Klaffe noch ein Rabatt von 331/. Proz. gewährt wird. Es teerten hier bei die neuen Wagen ter 4. Klasse benutzt, die bequeme Sitzgelegenhellen bieten und gleichzeitig die Mitnahme von Sportgerät ermöglichen. Zur Ergänzung dieser Wagen ttrrten außerdem die einfach m Wagen 3. Klasse mitverwendet, b-e als 4. Klasse gefahren werden. Grundsatz ist. daß jeder Fahrgast einen Sitzplatz beanspruchen kann. Man gedenkt allo recht großzügig und ohne fiskalische Acngstlichkell an die Lösung btefer Ausgabe heranzugehen und hofft, daß das yu1- blikum seinerseits bicfe Absichten durch feine De teiligung unterstützen wird. Eine rege Freguew, aller Sonderzüge — auch zur Wahrnehmung anderer Veranstaltungen — dürfte wohl zu erwarten sein, besonders, wenn die Verkehrs und Sportvereine bie Propaganda für solche Züge in die Hand nehmen. Die Ankündigung einiger neuer Sonderzüge gab unserem dl-Korrespvn- tenten Veranlassung, bei ter mafigeben-- den Stelle ter Reichsbahnverwaltung Erkundigu"gen einuiziehen, wobei sich die untenstehenden Gesichts- puntte über eine Hebung des Verkehrs ergaben: Die Reichseisenbahn sucht ten Verkehr nach allen Richtungen hin zu beleben. Sie trägt sich daher mit ter Absicht, ten Sonnlagsausflugs- verkehr nach Kräften zu fördern und zu verbilligen. Gleichzeitig sind auch Richllinien ergangen, die Veranstaltung von Gesellschafts- führten zu erleichtern. Die Verwaltung geht nicht mit Unreif)t von dem Standpunkt aus, daß die Derkehrseinrich- hingen auch am Sonntag dazu da sind, dem Verkehr zu dienen. Ob diese guten Absichten der Verwaltung beibehalten oter.vielle cht sogar noch ausgebaut werden können, hängt von ten Erfahrungen ab. die diesen Sommer damll gemacht werten. Mit unteren W'rten: das Reise- Publikum selbst hat es in der Hand, den De- darf solcher Züge nachzuwcllen. indem es die Gelegenheit unter Ausnutzung ter billigen Preise wahrnimnll. Da die Verwaltung noch selber wenig Erfahrung darüber hat. welche R'iseziete in Frage kommen und welche besonderen An'ässe die Stellung solcher Sonderzüge rechtfertigen, so Wird es Ausgabe der Interessentenkreise fein, selbst solche Anregungen bei den einzelnen Direktionen zu geben. Man muß unterscheiden zwischen Gesell- schaftsfahrten einer geschlossenen Gesellschaft (wobei auch Gäste tcilnehmen können) nach einem bestimmten Ziele und sogenannten Derwaltungs-Svnderzügen für den allgemeinen Verkehr. Für die Gesellschaftszüge werten Wagen beliebiger Klasien gestellt. Die Fahrkarten gelten für Hin- und Rückreise und werten mit 331 '3 Proz. -Rabatt in ganzen Dündeln ten Veranstaltern der Fahrt ausgehändigt. Die Mindestteilnehmer- zahl soll sich belaufen auf 3ÖD in der zweiten ober 400 in der dritten oder 600 in ter vierten Klasse: der Zug kann aber auch im selben Der- HÄtnis aus verschiedenen Wagenklasfen zu- sammengestellt werden, d. h.. daß ter Kilometer etwa 12 Mk. Mindesteinnahme bringt. Wenn auch im allgemeinen nicht mehr so streng wie früher auf die A nahl ter Vorausbestellungen gesehen wird, fo soll doch wenigstens annähernd diese Zahl erreicht werten, eventuell ergibt sich die Möglichkeit, den betreffenden Zug gleichzeitig auch als Derwaltung?zug »u behandeln. Die A 'fordernng ter Ges llf challssonderzüge geschieht bei der Direktion der Ausgangsstation: Vereine und andere Organisationen, die mit gemeinsamem Ausgangspunkt und Endziel, auch gemeinsamer Rückfahrt, eine Reise antreten, ebenso Reisebureaus, werden die Vortelle solcher Ge- fellschaftssonderzüge ausnuhen. Von ganz anderer Art sind die jetzt in Aus ' nähme ge In mitt nen D e rto altungssonder- züge aus längeren Strecken. Damll soll ins' besondere dem wport unb dem AusflugSverkehr nach welle, entfernten Zielen gedient werten, wobei die Gepflogenhell des früheren Wochen schlustes auch Gelegenheit gibt, etwa schon am Samstagnachmlltag die Reise an^utreten. In diesen Tagen schön läßt die Disenbahndirektio i Altona einen solchen Sonderzug nach dem Harz ab. der dem Wintersport dienen soll. Aehnliche Züge laufen von Berlin dorthin und ins Riesen» gebtrge. Demnächst wird ein Sonderzug von Hamburg nach München laufen, in diesem Falle kann die 'Rückfahrt mit jedem beliebigen anderen Zuge erfolgen (Schnellzug gegen Zuschlag). OTan benh ferner an E?trazüge zu sportlichen Wett- kämpfen, selbst aus große 'Distanzen 3m allgemeinen sollen solche schnell geführten Sport- sonderzüge der Forderung möglichster ‘Silugteit ber 4. Wagen klasse gefahren ihm auch einen Freibrref, sich innerhalb ihres Reiches niederzulassen, wo es ihm beliebte. Ich sehe. Sie sind keineswegs so unwisiend, wie Sie sagen." ..Mein bißchen Wissen, unbekannter Freund, verdanke ich meinem 'Begleiter, der nun tot in der Schneeschlucht liegt. Er war kein Gelehrter, er hatte nur seine Liebhabereien und suchte nach einer versprengten Kalmückenhorde, die er 5>fun- garen nannte.“ „Der Stamm der Dfungaren ist groß, meine Gemeinde nur Nein Sie sand schließlich vor ten Verfolgungen der Russen und Chinesen Zuflucht im unzugänglichsten Tell dieses fast unbewohnten Landes, lind in der Tat. sie leben noch immer in einem herrenlosen Distrikt, aber sie zahlen an China einen Tribut, um für alle Fälle vor beutelustigen Rachbarn geschützt au fein. Es ist ein friedliches Völkchen. Sie werden es kennen lernen — wenn auch als Gefangener." Gert hob den Kopf. „Halloh," rief er. „ich denke, ich bin in einem Lande der Freiheit!“ ..Ich selbst muß mich als gefangen betrachten Aber es ist keine Gefangenschaft in Ketten und Banden, sondern nur eine politische Rotwendigkeit des Augenblicks. Das muß ich Ihnen noch näher erklären, wenn Sie kräftiger geworden sind. Vorläufig haben Eie Pflege nötig. Darf ich Ihnen meinen Ramen nennen? Ich bin ein evangelischer Missionar und heiße Dorvtheus Fiedler." „Graf Hora " erwiderte Gert die Vorstellung. Unwillkürlich warf ter Missionar den Kopf f#urüd. „Der Raine klingt mir nicht fremd." sagte er. „Ich hörte ihn öfters. Stammen Sie aus dem Hause Grvh-Ponar?“ ,.Das ist der Besitz meines Vaters. Fiedler verneigte sich leicht. irHm so größer ist meine Freude über Ihre Rettung. Ich ge» HHre zu der Hermchut er gemeinte von Kappietfch und ferme auch Fräulein von Elstern, die meines Wissens eine Kusine von Ihnen ist." „Ja,“ antworte Gert mit schwächer wertender Stimme, „und Sie sind ihr Verlobter, nicht wahr?" . _ Der Missionar antwortete nicht. Er sah eine Verdunkelung in den Augen Gerts und ein Zittern feinci Lippen und tourte ängstlich. Die Einwirkuig der Kälte auf den Gesamtorganismus Neuordnung des Strafrechtes. Der erste amtliche Entwurf eines ..Allgemeinen Deutschen Strafgesetzbuches' ist vor kurzem von der Re:chsrcgierung tem Reichsrat vor- gelegt und oeroffentlicht worden. Ec bedeutet einen Markstein in der Entwicklung ter Straf- rcchtSreform, die im vergangenen Jahrhundert durch Friedrich v. Liszt cingclcitct, durch den ehemaligen Staatssekretär Dr. Rieberding in ten ersten Jahren unseres Jahrhunderts energisch aufgegriffen, im Jahre 1909 in einem „Vorentwurf zu einem Deutschen Strafgesetzbuch" erstmal- ein greifbares Resultat zutage brachte. Die strafrechtliche Reformbewegung, damals außerordentlich aktiv und von ter öffentlichen Meinung viel lebhafter getragen als jetzt, förderte alsbald (1911) einen „® e g c n en tto u r f“ zutage kurz danach bildete sich die Strasrechts- kommission und arbeitete unter der Benutzung des bereits vorhandenen Materials einen »eiteren Entwurf, den „Entwurf der Strasrechts- f d m m i f I i d n“. aus. Erst 1918 wurde die Arbeit. ter der Krieg ein Ente gemacht hatte, wieder aufgenommen: eine Reubearbellung diefes ketzten Entwurfes schien erfvrteilich. es kam zu dem „Entwurs von 1919". der alsdann, auf Grund weitgehendvr österreichischer Anregung kOesterreich halte 1920 einen weiteren „©egen-* entwurs ausgestellt) start umgearbeitet im Spätherbst 1922 durch den damaligen Iustizminister Radbruch der Reichsregierung vorgelegt wurde. Wieder verzögerte die Ungunst der politischen Lage die rasche Weiterbehandlmrg der Reform. Erst im Rovember 1924 gelang es ter Regierung, die Beratungen äbzuschließen und nunmehr den umgearbeiteten Entwurf von 1919 demReichs- rat als ersten amtlichen Entwurf zuzulellen Das ist in knappsten Zügen die äußere Entwicklungsgeschichte ter deutschen Strafrechtsreform. Sie ist als solche nut ein Teil einer umfassenden Bewegung, die, weit über Europas Grenzen hinaus um sich greifend, in etwa fünfzehn Staaten zur Vorlage neuer Entwürfe oder schon zum Erlaß neuer Strafgesetze geführt hat. Aus dieser großen Zahl seien nur zwei hervor- ?ehoben: der österreichische ©egenenttourf von 920, well er von überaus starkem Einfluß auf die Gestaltung unseres ersten amtlichen Entwurfes war, der itattenische Entwurf von 1921, well er ten überraschenden Versuch wagt, ein „Strafrecht ohne Schuld und Strafe" aufzubauen und durch die Verbrechensprophylaxe, die er treibt, in gewissem Umfang gleichfalls auf den neuen deutschen Entwurf eingewirkt hat. Der neue Entwurf, dessen Begründung noch nicht rmrliegt, erfordert aus mehreren Gründen ehre weitgehende Beachtung. Er ist nicht nur der erste ..amtliche" Entwurf, so daß nunnrehr die deutschen RefvmTrbestrebungen in ein entscheidendes Stadium geraten sind. Er ist auch ein „Allgemeiner Deutscher" Entwurf, der mit diesem Titel anzuteuten versucht, daß er eine Rechts ent Wicklung wieder anbahnen wlll, die einst die „Allgemeine deutsche Wechselordnung" und das ..Allgemeine deutsche Handelsgesetzbuch" hervorbrachtc Der deutsche Entwurf soll, wie wir wissen, die Grundlage für ein neues österreichisches Strafgesetz abgeben und damll wenigstens eine gleichmäßige Rechtsentwicklung mit dem stammverwairdten Land Oesterreich einleiten. Zum geltenden Recht steht er in scharfem Gegensatz. Das S ch u l d p r i n z i v arbeitet er neu und in präziser Formulierung heraus, indem er grundsätzlich bestimmt, daß „strafbar nur ist, wer vorsätzlich oder fahrlässig handelt" ;§ 12), daß „eine höhere Strafe, die das Gesetz an eine besonders bezeichnete Folge der Tat knüpft, den Täter nur trifft, wenn er diese Folge wenigstens fahrlässig herbcigefuhrt hat" <8 15). Wertvoll, wenn auch nicht erschöpfend, ist seine Stellungnahme zu den Fällen, in denen jemand durch Unterlassung einen Erfolg herbeisührt (§14) (z.B. der Brückenwärter hält euren Eisen- vahnzug nicht an, wiewohl er weiß, daß die Brücke cingcftürit ist, so daß der Zug verunglückt). Völlig neuartig, aber sehr wohl zu rechtfertigen, ist seine Stellung zu den Fällen, in denen jemand in der irrigen Annahme der Gesetzmäßigkeit seiner ■ 1 Dic im allgemeinen Teil, so weist auch hn besonderen Tell ter Entwurf wellgehende Reuerungen auf. Alm nur einige zu erwähnen Den Mord (tz 221) grenzt er nicht mehr durch das Merkmal ter Ucberlegung vom Totschlag (§ 222) ab; ter Diebstahl (§2961 ist als Bereicherungs- teliii gestattet; die Tatbestände der Körperverletzung (§ 233). ter Aussetzung (§ 2301, der ilrtuntenfäIfdbung (§ 187, vgl. § 11 3- 19) werten eingeschränkt und besonders gelagerte Fälle zu neuen Tatbeständen verarbeitet (vgl. §§ 237, 283. 1881. Auch sonst kennt ter Entwurf neue, bisher strafrechtlich nicht faßbare Tatbestände, z. B.: Amtserschleichung <§ 139), Verleitung zum Selbstmord 224), Lebensgefächrdung (§ 231 >. Schmähung (§ 289V Mißbrauch von Rauschgiften (§§ 335 bi6 3421 u. a. Aus Einzelheiten kann hier nicht emgegangen Btttöm-, Bühl an L34 nachm^, Offenburg an 4.04 nad&m.» Freiburg (DreiSgau) an 5.13 nachm^ Müllheim (Baden) an &43 nachm., Basel, Bad. Bf. an 6dZ nachm. Fahrplan mäßige 2In- schlutzzLge: Baden Oo6 ab 3.58 nachm., Baden- Baden an 4.06 nachm., Offenburg ab 4.55 nachm., Trfberg an 6.22 nachm. 2lnschluhsonderzug: Freiburg (Br.) ab 5.20 nachm., Hinterzarten an 6.45 nachm., Titisee an 654 nachm. Preis der Rück- fahrkarten 3. Kl. ab Frankfurt a. M Hbf. Dach Baden-Baden (188 Kilometer) 11.60 ML. nach Triberg (279 Km.) 19,10 ML. nach Bühl (Bad.) (194 Km.) 11.80 ML. nach Freiburg (Br.) (286 Km.) 17,20 ML. nach Hinterzarten oder Titisee (322 Km.) 19,40 ML, nach Müllheim (Baden) (315 Km) 19.00 ML, nach Basel (Bad. Bf.) (347 Km) 21,00 ML Kinder vom 4.—10. Lebensjahr zahlen den halben SondcrfahrpreiS. Oluf der Hinfahrt gelten die Fahrkarten auf den Sonderzugstrecken nur im Sonderzug. im übrigen ist die Benutzung der fahrplanmäßigen Zuge gestattet, jedoch ist bei Fahrt im Schnellzug der tarifmäßige Schnellzugszusch'ag zu zahlen. Fahrtunterbrechung ist auf der Hinfahrt auf den Sonderzugstrccken ausgeschlossen, auf der Rück- reise kann die Fahrt einmal, und zwar innerhalb der Geltungsdauer, beliebig lange unterbrochen werden. Einzelplätze (Raucher-. Dichtraucher- und Frauenableil) können vorausb"stellt werden. Der Borverkauf der Sonderzugkarten hat am 20. Sonnar begonnen und wird am 30.3anuar, abends 8 Uhr, geschlossen. Sonderzugkarten werden in Frankfurt nur bei der Fahrkartenausgabe Frankfurt a. M. Hbf. ausgegeben. Schriftliche Bestellungen gegen Ginsendung des Fahrgeldes sind innerhalb der Borverkaufsfrist an die gleiche Stelle zu richten. Reisegepäck wird zu den Sätzen des gewöhnlichen Begehrs befördert. Die Abfertigung erfolgt auch nach einer toeitergelegenen Station, sofern die Tarifentfernung feststehL Außerdem wird auf besonderen Antrag das nach der Bestimmungsstation dec Fahrkarten abgcfertigte Reisegepäck auf einer vorgelegenen Haltestation des Svnderzuges. ausgeliefert. Schneeschuhe, ein- oder zweisitzige Rodelschlitten dürfen in die Personenwagen mitgenommen werden, dagegen ist Las bei Bobs unstatthaft. Sie müssen als Gepäck aufgegeben und im Packwagen untergebracht werden. Rücknahme oder Umtausch von Sonderzugfahrkarten ist nur bis zum Schlüsse der Borverkaufsfrist zugelassen. Aus der Provinz. Landkreis Giften. * Ettingshausen. 21.3an. Heute sand hier eine Versammlung der ‘Bürger- meister der zwischen Lich und Grünberg an der Butzbach Lich er Eisenbahn liegenden Gemeinden statt. Die Vertreter der ©eineinbcn hatten sich zuerst mit ihren Gemeinde raten über Veränderungen des Fahrplans besprochen. Die Bersanrnrelten waren einstimmig der Ansicht, daß ein wirklich brauchbarer Fahrplan nur dann geschaffen werden Ginne, wenn ein Teil drs Fahrpersvnals nach Grünberg gelegt würde, so daß die Züge von beiben Endstationen der Strecke (Grünberg und Butzbach) fahren mühten. Solange dies nicht erreicht werden kann 'wegen Wvhnungsmangel), will man an dem bisherigen Fahrplan festbalten, wie er seit dem 12. Januar eingeführt ist. Aus keinen Fall könnte man den Wegfall des ^lrbeiterfrühzuges gutheißen. Dagegen soll es der Bohrckeittrng ins Belieben geteilt vxrden. den Abendzug von Lich nur bis Oneckbvr n laufen zu lassen, toerut sich dadurch efce Rückfahrgelegenheit von brrt bis nach Lich ermöglichen lasse. Kreis Büdingen, _ Büdingen. 21. Ian. Nachdem vor kurzem int ganzen Kreise die Maul- und Klauenseuche erloschen war. ist sie jetzt erneut in den ®tn>emben Bisses und Blofeld ausgebrochen. „T* Aus dem Aiddatal. 21. Ian. Luser an Mühlen überaus reiches Aiddatal war in der Kriegs- und Inflationszeit der bedeutende Mcktelpuntt eines großen Kreises. Die Hoffnung, ein bißchen Mehl ergattert zu tonnen, um einem ungewissen Morgen gelassener eirtgegcn- zusehn, ließ nrandjen Famllrenvater weite Anmatschwege nicht als Last entpftnben. Die sonst einsamen Mühlen waren täglich das Fiel v'elrr Fremden, denen schwere Sorge den leeren Mehl- faxt in die Hand drückte. Jetzt hat sich w.edev alles gewendet, die Mühlen haben ihre Anziehungskraft verloren. Man siglid), toam cs nicht JntMs'wieiMg unlerri yden. M Lmdvirtschaft ic Arbeit geben und durch ichung unsere M«o«h- ftrdfcn der GonbtoirtftbaH es durchaus möglich wäre, deutschen PevöÜcrung allem 'Loden iicherMellm. 2at c Lozialholitu einen ungtr bedeuten. M der Snlcnfb »irtschaft werden ungeM Men geschaffen. Die 2r st und Land gchk dam allt ic Mcl -n sozialer Hinsich! gU erteilen, ift eine per- tütbeit zwischen Stabt-’ tm* endig. Ls wird MoLtzm um bitten wurden. , U’rf Vn 3*■» J fiÄ 'Sonnen /fers *S 2 «“«ä sWeSW sonnen («9 708 .Sr-imen im ^V*anbcr 1922 und 377 279 Tonnen ün Dezember 1913). Die tägliche Koksrrzeugung (in den Motcr«icn wird auch sonntags gearbeitet) betrug 65191 Tonnen (ZI 360 bzw. 69 962 Tonnen). An Briketts wur- ton arbeitatäglid) 12 184 Tonnen (15 733 h 6® 15 266 Tonnen) hergeh eilt. 3m QLooember 1(<24 tetrug die Kohlenförderung 8 480 642 Tonnen (irbritetäfllicf) 364 759 Tonnen), die Kvkserz>rn-> «ung 1905 9-35 Tonnen (täglich 63 531 Tonnen). Ke Brrkettherstellung 283 983 Tonnen (arbeitiidg- Iich 12214 Tonnen). • Verzinsung der Herlbronner Stadtanleihe. Wie verlaute«, hat die Stadt Heilbronn eine beschränkte Verzinkung der ftabti- -chcn Bortriegsanleihc in Aussicht genommen. 2lUcrbtngfrroz. Preußische Konsvls 1362. Ausländische Renten: Oesterreichische Schätze von 1914 8.5. Iolltürken 11,25, .Ungarische Goldrente 10,75, 4proz. Ungarn von 1910 8,5, 4l _4>ro3cntigc Ungarn v. 1924 9,5, 4proz. Ungar. Kronenrenten 1,7, 5vroz. Golömerikaner (abgeft.) 41,5. 5prr>z. Sllbermeritaner (abgestempelt) 19. Bankaktien. Berliner Handelsgesellschaft. 167, Commerzbank 6,75, Darmstädter Bant 13,75, Diskonto 18,50, Dresdner Boni 9J5O. Metallbanl 19,50, Mittel« Oeuftdje Kreditbank 1,9, Rcichsba.nl 78, Ocficrr. Kredit aktien 10,70. Montan akticn: Harpener 151,50, Mannesmann 69,12. ManSfelder 4L5, Caro 15, Phönir 26.25, Rheinische Braunkohlen 53,12, Telkus 3,10, Laurahütte 7,25. Kali Westeregeln 21,5, Kali Aschersleben 17,12. Chemische Papiere: Badische Anllin 32, Scheideanstalt 24,6, Elberfelder Farben 26,75, Th. Goldschmidt 2542, Höchster Farben 26,62. Holzverkohlung 10,05. (SIdtroaftien: AEG. 12.60, Licht und Kraft 8,25, Reiniger 4, Siemens & Halske 87. Transportwerte: Baltimore 67. Sonstige Industrieaktien: Kleyer 3,90, Heidelberg Gement 99.25, Dyckerhosf & Widmann 5,10, Hanf Füssen 98,87, Hoch- und Tiefbau 2, Lechwerke 23, Gebr. IunghanS 13, Miag 1,80. Rheinisches Metall 12,62. Frankenthalzucker 5,65. Heilbronnzucker 4,30, Peters tinion 2.5, Voigt & Häffner 2, Preuhenkali Prioritätsobligationen: I. Anatolier 9,25, II. Anatolier 8, Monastir 11. Vörseukmse. (Ohne ©eiribr.) Ära«f*irre i M schlaf. Nur» -J.Tr-;.- Mrk BerNn Ä»r» ScNufck. •JTittaq« 0,8'3 »h DrnN«r ÄtkDtentetto **/. Derulchr MettSianltiot . 1.14 12,80 18,80 18.B0 19,üü 10,76 IV,7 22 15 81.» öcrabau 3,1 99,2 > 101 33 fc2 85,13 22.62 21,62 uac 6idtr<4tittMdenfc»ah 10,73 11,4 2,5 2,575 fflF ßeORüff 5,85 24,6 12,60 16,60 18,5 1,15 1.48 6*3» 57,75 98.62 10.0 87 3,90 12,50 21,13 151/ 17.13 71. 7,25 96,<0 131 152 83,50 21.SC 14.7 > 22 7.56 8 »4 138,4 33 18.62 21 70 79. < 67 3.8 5,40 3,05 5,70 4.55 11,2 41,50 187 6.75 15,75 83,25 6 75 14,1 13 25,75 25 t ,75 26,50 7,40 14.60 61,18 Lü 53 1,‘-2 1 48 84,75 8-.80 11 47,25 165,75 6.8 41,50 161 6,9 14,i0| 0 6 I 180i ( 19,7 1,45 94,7 > eo.r 10.75 velleo.......... 8*lt Venen ........... Leullkve Lend. Dollcr-Lnl. bto Do2-Schatz-Lowetmo- bemlfdf Mäher Wohin iclbitbmfbt....... '^.vdbuu tifcbcvSItbeu altwerl^ WefteregelU. 26,95 2..2S >7,40 10 2 22.' 2^,70 12,75 2,6 4,2 3 13,1 Wa&frnftwetfe Oerltncr HandelSaeselNS)aN ff ommerj' und Änoat-Bcnrk Darrn st. unb SZationaüiant . Deutsche Bank......... Deutsch« DerelnSbank Dtsconto CommanhÜ . . . . Mctallbaok........... töhitelbeatfdie Lreditdank . - Llsnr^ichrlche Sredttaostall Deftbank. - . vochurner Uhlfl ubetul 1,15 1,» 1,40 C,«2 '.*0 1.52 1,2 2^6 4 3 12,80 75 88 3.9 5,70 I 6,13 '36.26 81,90 29,8 ' 58.46 4 I 3,9 Berliner Bode. (Eigener Drahtbericht des ^Gießener Anzergers".) Berlin, 21. 3an. Die heutige Börse eröffnete auherordcntlich zurückhaltend. Es machten sich bereits G l a 11 st e l l u n g e n zu ultimo und die Teruün-Warenabschlüsse bemert- bai. Die Zustimmung der einzelnen Fraktionen 1,9 ! 10.75 1 0,25 I ”1,25 I 21 18 : 14,50 ! £4, 2 '101^5 I148, 0 | 17,25 21,4 7 14,70 61. 0 ! 66,50 | 60,75 0.1. ' J.S47 F 24. Januar. Hmcrftatif»« Otetee . . . . . vrlgischr Noten Dänisch« Noten ....... Englische Noten. ....... Französische Note« ...... 6oaänM6f «Roten...... Ilnlienischr Violen ...... HorweaNcht Koten...... Deutsch Oesterr.ilOOÄWHfll Slumänti&f Noten...... Schwedische Noten...... Schweszer Noten...... , Spanische Vietcii...... . Lichkchoslo-.^akisch« «Rfltttt . . Ungarisch, Noten zu der prvaoammartstyLn Trapweitscr-oaruag konnte nicht strmulierend auf die Stimmung der Börie einwirken, da von feiten der Linksparteien verstärkte Opposition erwartet wird. Es bildete sich zunächst an allen Märkten eine recht schwache Haltung heraus, da die Abgabeneigung durchweg überwog. Man hörte in i)cr Hauptsache Briefkurse. Das Geschäft belebte sich etwas am Montan markt, wo gegenüber den gestrigen Schluhkursc-n besonders in Stinneswerten höhere Kurse zu hören waren So wurden Harpener mit plus 0J5 Prozent. Gelsenkirchen plus 0,5 Prozent. Deutsch-Luxemburg plus 0.75 Prozent genannt. Auch oberschlesische Werte sanden einiges Interesse. doch konnten sie die Kurse nicht halten. Auch Farbwerte lagen schwächer, so verloren Elberfeld 0.5 Prozent. In Bankaktien prägte sich eine allgemeine Zurückhaltung aus. Ges acht waren Reichsbanl-Anteilc. für die zunächst unveränderte Kurse zu hören waren. Schiffahrt-- werte lagen schwächer, so verloren Hapag 0.75 Prozent. (SlcUroaiticn haften ebenfalls gc- rtngeres Interesse, schwächer lagen Stuttgart mit minus 0,5 Prozent und AEG. mit minus 0.25 Prozent. Pelrolemnweite waren ebenfalls abgeschwächl. Deutsche Erdöl minus 1. Deutsche Petroleum minus 0.5 Prozent. Etwas Geschäft zeigte sich am Markt der Freiverlehrs- K a l i w e r t e . aber auch hier waren bic_ Kurse leicht abgeschwächt, Deutsche Kali minus 0.5 Prozent. Krügershall minus 0,5 Prozent. Am G el d- m a v 11 hat sich die Vage insofern geändert, als Tagesgeld stark gesucht war zu etwa 8 dis 12 Prozent p. a. Monatsgeld hörte man mit 9 bis 12 Prozent p. a. Privatdiskont ging mit 8 Prozent um. Am internationalen D e - v i s e n m a r k t sind keine nennenswerten Veränderungen zu verzeichnen. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (Sn Billionen Mark au-aedrückt. Vorno6-k!ire6. Bonbon. Weit« hort. Japan, Rio de Janeiro fflt eine Tmbet», Wien anN vudaveir für ItoGOO Linketten. alles fibriae für 100 Cintetttu.) »tarne. Schwein em arkt tu Gieße«. h. Giehen. 21. 3an. Der heutige Schweu»»- marlt war mit 91 Ferkeln und Läufern beschickt. Ea wurchen bezahlt für 8— 8 Dochcn alte Ferkel 30- -40 Mk.. 8-12 Wochen alte 40-50 Mk.» für Läufer 50—60 M7 das Stück. Frankfurter GekreidebörfL (Eigener Drahtbericht des .Gichener Anzeigers"^ Frankfurt a. 'M. 21. Ian. ES wurden notiert: 'Deizen (Qßctteraucr) 21 50 bis 26. Roggen (inländischer) 22 bi» 25.50, Sommergerste (für Brau zwecke) 26 bis 34. Haser (inländischsr) 18 bis 22.50. Mai» (gelb) 22,50 bis 23,50. Weizenmehl (inländisches. Spezial 0) 41 bift _43.50. Roggenmehl 36 bis 39 50. Meizenkleie 14,4.5 dis 15,25, Roggenkleie 14,50 dis 15. Tendenz: stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin. 21. Ian. Der Produltenmarkt verlief wesentlich. ruhiger. &a Rachsragc nicht br» sonders rege. Provinzangebot halten dagegen die Preise zum Teil angdodt. .FuUerartikel Weller still. E» notierten pro 1000 Kilo: Weizen, märt 257 dis 264. dlo. Mai 295 dis 294',. loggen, niärk. 250 bis 258, dlo. Februar 275. bto. Marz 282 ui» 280, dlo. April 288 bis 285. bto. Mar 290 tiä 288. Gerste, märt 280 bis 312, Futter- geritc 230 bis 252, Haser. mark. 190 bis 201. dlo. fromm. 180 bis 190. bto Btai 225 bis 223. Mais lolo Berlin 223 bis 227. per 100 Kilo: Meft.cnmehl 34,75 dis 37.75, Roggenmcbl 34.73 bis 37.75. Weizenkleie 16,70 bis 16.80. Roggen« tteie 16.70 bis 16,80. Bitt ort aerbfen 30 bis 35. Heute Erbsen 20 bis 23. Futtererbsen 20 bis 20i .. Peluschken 17* bis 18. Ackerbohnen 20 bis 21. Micken 16 bis 18. Lupinen, blau 13 bis 13i gelb Id bis 17. Senadelle. neu 17Vj bis 181 ’ Rapskuchen 19. Leinkuchen 26, Trocken- schnitzel 9.90 bis 10. Torsmelasse 10, Kartoffel- flocken 20' . bis 20,70 Mk. Lelegraphlsche Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 0. Januar N Januar Revart. U‘ 1 20 "1 tUmitdm 9(orteTtnn a eld Briet Jiintlt 3: .-io.it i ; - üklo v-»j tinm.»51011 Srü. 21 08 63.97 ?13.04 'W 20, u »3 4,195 22,67 bo.as ^9,48 W 0,80 i 1,191 6,ai 1,10'1 M 0 6t2 ts.oto 1.9,77 21,17 6-1,14 74,04 113,3t 10.58 17.36 £0,0,3 4,20^ 12,73 61,0. *962 ffi V82 Ul 2 0,590 £0.62. 1-6, • 21,08 63,9? 14,71 113,0 10,5 7 17,12 20, 33 4,1 ü 82,62 80,81 ty.s» £.905 12,58 8.60 i 1,688 3,058 7,608 t,»OJ 6,921 'o,98 193,7. 21,14 C4.08 <1,84 119.70 '.0,597 Ä bi'ofl M.7 W 6^25 1.692 2/82 1*12 L,5C2 6L45 20,02 uoli'hoK voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll DSU voll rou voll vo!'. v«ll DOÜ voll toi. voll voll von voll voll voll voll voll voll voll voll von voll voll >cd voll voll voll voll oli.voU Banknoten. (Ohne T«r-äh)..) (Ren* 9»tk» Neö.t Ho 4,17 4,192 r?ii 11.0' 21.1» voll 74 46 74.35 voll 20,014 ic.ni roll 22,67 2 79 doll 169,03 SO 87 voll 17,1 77,2 roll 69,. 4 14,06 teil 6,9- fc,:4 roll 2, 2 S.2- voll 112,72 112,18 voll 60,87 61,27 voll 59,3 9.6 voll 13,54 72,6.' 'S roll 5 76 t 8V roll Nundfunst-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der »Rodio-Arnfchau-.) Freitag, 23. Januar. 11,55 Uhr: Zeitangabe. 12 Uhr: Rachrtchtvi- dienst. 4,30—6 Ahr: Hausfrauen 2kachmlltag. Vortrag von Frau Dr. 2Inna Schultz: ..Hausfrau und Blutler im deutschen Recht" — Ferner: Moa,enschau des Franlsurter- Hausfraueu-Der- eins 6 2hr : Mirtschaftsrneldungen. 6—6,30 Uhr: Die Lefestunbe (Meisterwerke der Weltllleratur): aw „Sott und Haben" non Gustav Fvehtag l Fortsetzung). 6,30 Mr: llebcrhagung aus dem Frankfurter Opernhaus „Sic Jüdin", Oper in drei Akten von F. HalevN. Mnverbinblich. 2fcn- berungen Vorbehalten.) Anschliehend Llachrkch- len, B?dlcrmelbung. Sportbericht. fi(rd)Hd)-? Nachrichten. Israelitische Gemeinde»,- Isr. ReligionSgemelnde. Doltesd.l. d-Synagoge