Montag, 21. September 1925 175. Jahrgang Nr. 221 Erstes Blatt (L) vrmk und Verlag: vrühl'Iche UniverMK-Such- und Lleindruckerei R. Lange in Kietzen. Schriftleilung und Seschästrftelle: Lchnlltratzi 7. und den die alte Q3eretni| Deutschland und der Völkerbund. Genf, 20. Sept. (WTB.) „Journal de Geneve" stellt die Frage, wann Deutschland in den Völkerbund eintreten werde. Das Blatt sieht flroei Mög- Das amerikanische Staatsdepartement hat den amerikanischen diplomatischen Vertreter in Tanger beauftragt, die amerikanischen Flieger, die zusammen mit den französischen gegen die Danzig und der Völkerbund. Der Brieskastenkonflikt gegen Danzig entschieden der „Malkasten", die Ehre Hat, zum Ehrenmitglied rechnen zu dürfen. Ich bitte Sie, Herr Reichspräsident, unser Gelöbnis aufzufassen als Ausdruck unserer aufrichtigen und tiefempfundenen Dankbarkeit und als Ausdruck für alles, was Sie in schwerster Zeit für das Vaterland getan haben. Wir jubeln Ihnen zuals dem „getreuen Eckart" des deutschen Volkes. Seitdem die Stadtverordnetenversammlung im Jahre 1917 Sie zum Ehrenbürger unserer Stadt ernannt hat. war keine Gelegenheit geboten, Ihnen den Ehrenbürgerbrief der Stadt auf Düsseldorfer Boden zu überreichen. Indem ich Ihnen diesen heute überreiche, tter- binde ich damit den innigen Wunsch, daß Ihr Wirken an „der Spitze des deutschen Volkes von reichstem Segen begleitet sein möge. Mitbürger und Mitbürgerinnen: Hindenburg und das deutsche Vaterland sollen leben: Hoch! Annahme von »nzelaen für die Tagesnummer oi» zum 91 ad)mittag vorher ohne jedeDerdtndlichsteit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen o.70mm Breite 35 (Bolbpfennig, Platzvorschrist 20'„Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vr.Friedr. Will). Lange; für den übrigen Teil: Ernst DIumschem; für den Anzeigenteil: HansDeck, sämtlich in Dietzen. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen gegen 6 Uhr berührte der Reichspräsident auf seiner Ruckreise nach Berlin Hannover, wo ihm von seiner Schwiegertochter auf dem Bahnhof ein Blu- menstrautz überreicht wurde. Der Reichspräsident der sehr frisch aussah, wurde vom Publikum stürmisch begrüßt. Rach kurzem Aufenthalt fuhr der Zug nach Berlin weiter, wo er gegen 10 Uhr abends eintraf. Der Ehrenbürgerbrief der Stadt Düsseldorf. Düsseldorf, 19. Sept. (XU.) Der Ehrenbürgerbrief, der heute dem Reichspräsidenten überreicht wurde, hat folgenden Wortlaut: „Bürgermeister. Beigeordnete und Stadtverordnete der Stadt Düsseldorf bekennen und beurkunden, dah die Stadtverordnetenversammlung Ee. Erzellenz, den Chef des Generalstabes, Generalfeldmarschall Paul v. De- ncckendorff und v. Hindenburg, zu seinem 70. Geburtstage als Zeichen t i e f st e r Verehrung und unauslöschbarer Dankbarkeit für seine Verdienste, die er im Kampf des deutschen Volles um seine Zukunft und Sicherheit gegen eine Welt von Feinden und das gesamte d^ttsche Vaterland und um unsere Stadt »ich crwbrben hat, auf Grund des 8 6 der Städteordnung für die Rheinprovinz vorn 15. Mai 1856 zum Ehrenbürgerder Stadt Düsseldorf ernannt hat. Hierüber ist dieser Ehrenbürgerbrief mit unseren Unterschriften und unter Anhängen des großen Stadtsiegels ausgefertigt worden. So geschehen Düsseldorf, den 1. Oktober 1917. Der Oberbürgermeister Dr. Oe h ler“ im Rheinstadivn folgende Rede: „Hochverehrter Herr Reichspräsident! Ich heihe Sie auf das herzlichste willkommen in Düsseldorf. Die Rachricht von Ew. Exzellenz Dest-ch in Düsseldorf hat in der ganzen Stadt die Herzsn höher schlagen lassen. Wir freuen uns von ganzem Herzen, nach 41 . Jahren Fremdherrschaft auf freiem rechtsrheinischen Boden den obersten Vertreter des deutschen Volkes zu begrühen. Wir bringen durch diese Kundgebung der Düsseldorfer Bevölkerung der Reick^regierung. den Dank zum Ausdruck, dah sie durch ihre zielbewuhten Schritte diese Jubelfeier heute ermöglicht hat. Düsseldorf begrüht in Ihnen aber besonders auch einen Ehrenbürger, dessen Ramen einer unserer schönsten Strahen- züge trägt, dessen Ramen verknüpft ist mit einer unserer höchsten und bedeutendsten Lehranstalten, ' Vereinigung unserer Künstler, , die Ehre hat, zum Ehren- Aantteichs amerikanischen Schulden. Paris. 20. Sept. (WTB.) Wie der Reu- Yorker Korrespondent der Pariser „Reuyork Hcrald" erfahren haben will, wurde die Regelung der ftanzösischen Schulden bei Amerika in den großen Linien bereits in den vorbereitenden Derl^lndlungcn sestgele g t. Danach sollen alle sranzösischcn Schulden, sowohl die vor als auch die nach dem Waftenstillstand ein- gcgangenen. einschliehlich des Schuldbetrages sür die von den Vereinigten Staaten 1919 an Frankreich verkauften Hecresbestände. konsolidiert werden. Diese Schuldenbeträge sollen ebenso wie die französischen Schulden bei Großbritannien in einem Zeitraum von 62 Jahren getilgt werden. Der Z i n s s a tz für die konsolidierte Schuld soll 3Vi Prozent betragen. Dieser herabgesetzte Zinssatz, der an Stelle des bisherigen Satzes von 5 Prozent tritt, hat rückwirkende Geltung, so dah die Gesamtschuld Frank- reidjä sich auf ungesähr 4,5 Milliarden Dollar vermindert. Infolge dieser Berechnung wird Frankreich in Zukunft von 20 Millionen Dollar. I die es jährlich für die seinerzeit gekauften Heeresbestände bezahlt. 14 Millionen zur Schuldentilgung verwenden können. Die übrigen Jahres betrüge von je 6 Millionen Dollar, ins- gesamt also 36 Millionen für die Jahre 1919 bis 1924, sollen Frankreich g u t g e s ch r i e b Nischen Truppen kürzlich bei Tetuan etwa 2000 - Mann Verluste an Toten und Ver - , wundeten zu beklagen. Der Kampf in Regaja, Der Reichspräsident in Düsseldorf. Ueberreichung deS Ehrenbürgerbriefe an Hindenburg. Düsseldorf. 19. Sept. (WTB.) Samstag vormittag traf der R e i ch s p r ä s i d e n t mit den shn begleitenden Herren, unter denen sich der Reichskanzler Dr. Luther, der wegen unaufschiebbarer persönlicher Gründe Düsseldorf bereits heute früh verlassen hatte, nicht mehr befand, im Regie rungsgcbäude an der Cäcilien- ollee ein. dessen Vestibül und Freitreppe reichen Lorbeer- und Blumenschmuck trug. 3m Plenar- sitzungssaale. der gleichfalls mit Blumen. Topfpflanzen. Teppichen und Gobelins festlich aus- geschmückt war. hatten sich inzwischen die leitenden Reichs- und Staatsbeamten mit einer Anzahl von ihnen unterstellten Beamten und Angestellten eingefunden. Der Reichspräsident wurde lebhaft begrüht von dem Ober- Präsidenten der Rheinprovinz. Dr. Fuchs in ben Saal geleitet, wo ihn alsdann der Landes- ftnanzamtspräsident Dr. Schmittmann mit einer Ansprache begrühtc. aus die der Reichspräsident mit Worten des Dankes für den Will- kommensgruh und das Gelöbnis treuer Psluht- erfüllung namens der rheinischen Beamtenschaft erwiderte. Ich habe, so führte der Reichspräsident aus. die Gelegenheit, mit den Vertretern der rheinischen Beamtenschaft zusammenzutressen. gern benutzt. Ist es mir doch ein lebhaftes Bedürfnis. Ihnen und allen Beamten des Reiches. deS Staates und der Kommunen namens des Reiches aufrichtigen Dank auszusprechen für die tapfere Haltung, welche die Beamtenschaft aller Dienstgrade in den hinter uns liegenden schweren Jahren gezeigt hat. und Ihnen dafür zu danken, dah sie in treuer Pflichterfüllung um des Vaterlandes willen freudig harte Leiden und große Opfer auf s ich genommen hat. Der Landessinanzamtspräsident Dr. Schmittmann ftclfte dann die anwesenden behördlichen Chefs und diese wieder ihre Beamten und Angestellten dem Reichspräsidenten vor. der an jeden einzelnen der Dorgestellten das Wort richtete. Vor der Abfahrt vom Regierungsgebaude empfing der Reichspräsident den R7annergesang- verein „Eintracht", dessen Protektor er ist Der Verein trug einige Chöre vor. Daraus wechselte der Reichspräsident einige Worte mit dem Dirigenten und dem Dereinsvorsitzenden. Der Reichspräsident begab sich dann in das Stadion. Auf den Zufahrtsstraßen hatten die Krieger- und Kameradschaftsvereine Ausstellung genommen, hinter denen sich eine dichtgedrängte Menschenmenge plazierte. Ungeheuer war der Jubel, als der Reichspräsident die Straßen passierte. Rach dem Einzug der Sportverbände und Vereine hielt Oberbürgermeister Dr. Lehr Gens. 19. Sept (IDIB.) Der Völkerbundsrat genehmigte in seiner Verhandlung über den Dan- 1 zig.polnischen vrieskastenkanslikt entgegen den Danziger Beschwerden den Vorschlag des Sachversländigenausschusses über die Festsetzung der Grenzlinien des Danziger Häsens für den polnischen Postdienst. Senatsprasident Sahm hatte im Auftrag der Danziger Regierung gefordert, dah die endgültige Entscheidung über die Grenz- zichung dem Internationalen Gerichtshof im Haag übertragen werden soll. Der polnische Vertreter Straßburger widersprach diesem Vorschlag und bat den Völkerbund um soso r t i g e Entscheidung aus Grund des vorliegenden Sachversländigengulachtens. Lord Robert Cecil wies die juristischen Einwände der Danziger Delegation zurück. Auch das schwedische Ratsmitglied, das seinerzeit im Juni die Zuziehung eines juristischen Experten in den Sachoersländigen- ausjchuh verlangt hatte, stellte sich aus den Standpunkt, dah die rechtliche Begründung des Sachverständigengutachtens durchaus ausreichend und genügend sei. Infolge dieser Entscheidung des Völkerbunds, rates muh nunmehr Polen drei der von ihm in Januar im Danziger Stadtgebiet angebrachten vriefkästen f oforl entfernen, wahrend die übrigen vriefkästen nach diesem Entscheid des Völkerbundes an ihrem Platz verbleiben können. Die Verhandlungen deö Rates, die über zwei Stunden dauerten, liefern erneut den Beweis. daß keine rechtlichen Gesichtspunkte, sondern rein politische Rücksichten den Rat zu diesem Entschluß bewegten. Die Entscheidung des Völkerbundrates wird zweifellos der Völkerbundfreundlichkeit in Deutschland einen neuen Stoß versehen. Die „Danziger Reue st en Rach r l ch » t en" schreiben: Das Unfaßbare, f ür d ö lIig unmöglich gehaltene ist geschehen. Der Dölkerbundrat ist über die sachlich eingehend begründete Denlschrift des Senats der Freien Stadt Danzig ebenso hiuweggegangen. tou er die vom Plenum des Volkstages angenommene Entschließung ignoriert hat, die einmütig zum Ausdruck brachte, daß die Behandlung Danzigs in der Frage des Postkonflikts als eine Verletzung der im Versailler Vertrag und in der Pariser Konvention festgesetzten Rechte der Freien Stadt Danzig anzusehen ist. Wohl noch nie ist die Bevölkerung der Freien Stadt Danzig durch einen Beschluß des Völkerbundrates so schwer enttäuscht und betroffen worden. Man hatte in Genf geglaubt, die Sache mit diesem Bescheid beendet zu haben. Man hatte dabei aber völlig übersehen, dah diese Entscheidung, die vom Rechtsboden abgleitet, eine Quelle ftetig neuer Zerwürfnisse und Differenzen aller Art zwischen Danzig und Polen werden muh. ganz abgesehen davon, daß sie in schwerster Weise die finanziellen Interessen der Freien Stadt zu schädigen berufen ist. Das polnische Munitionsdepot in Danzig. Genf, 19. Sept. (Wolfs.) Der DölkerbundS- rat hat die Festsetzung derUmgrenzungdes polnischen Munitionsdepots auf der Westernplatte im Danziger Sinne entschieden und beschlossen, den Hafenausschuß nut der Grenzziehung zu beauftragen. Das Defwt soll Ende Oktober von Danzig an Polen ausgehandigt werden. Senatspräsident Sahm und der polnische Vertreter in Danzig, Straßburger, stimm- lichkeiten: Entweder Vertagung bis zur näch st jährigen Dölkerbundsversamm- lung ober Einberufung einer außerordentlichen Tagung der Völkerbundsoer- fammlung. Niemand in Genf, so scheine es, würde darüber besonders erfreut sein, wenn der Beitritt Deutschlands zum Völkerbund um ein weiteres Jahr verschoben würde. Bei den Vorbereitungen für die Wirtschaftskonserenz und bei anderen Angelegenheiten müsse man dringend zu einem guten Ergebnis kommen. Die Aufnahme Deutschlands durch einen besonderen Beschluß des Dölkerbundsrats würde juristische Probleme aufwerfen, durch die die Gültigkeit der Zulassung angefochten werden könne. Es scheine daher, daß eine außerordentliche Tagung trotz mancherlei Unbequemlichkeiten die passendste Lösung sein werde. Hinsichtlich der Frage, was Deutschland iin Völkerbund zunächst tun werde, meint schließlich das Blatt, daß es eine Reihe von Fragen, die man für geregelt hielt, wieder ins Rollen bringen werde, so die Militärkontrolle, die Frage der Mandate und der Minderheiten, ferner die Saarfrage und die Dan- jiger Fragen. Es werde dabei Hoffnungen erwecken, die nicht verwirklicht werden könnten, und andererseits Enttäuschungen verursachen. Das alles aber werde besser lein, als wenn das den Mittel- punkt Europas bildende Deutschland noch lange dem Völkerbund fernbleibe. Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: VießenerFamilienblLtter Heimat im Bild monats>Bejugspreis: 2 Goldmark a 20 Goldpfennig für Träger lohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch.Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagund(8eschciftssteUe51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSlehen. Postscheckkonto: stranksurt a. M- 11686. hoch! hoch!" Der Reichspräsident dankte herzlich für den Willkomm und die Ueberreichung des Ehren- bürgerbriefes und brachte ein Hoch auf die Stabt Düsseldorf aus. Nach einigen Musik- unb Gesangsstücken begab sich ber Reichspräsident dann zu einem Imbiß in die inneren Räume des Stadions. Kurz nach 12 Uhr verließ der Reichspräsident im Kraftwagen bas Stadion und fuhr zum Düsseldorfer Hauptbahnhofe. Auf dem Wege zum Bahnhofe wurde er wieder überall von einer vieltausendköpfigen Menge jubelnd begrüßt. Namenllich am Bahnhöfe, wo sich eine große Menschenmenge eingefunden hatte, kam es zu begeisterten Kundgebungen fürHindenburg. Als dieser das Bahnhofsgebäude betrat, erscholl von neuem das Deutschlandlied. Sämtliche Kirchenglocken der Stabt läuteten dem Reichspräsidenten ben Abschiedsgruß. Die Abfahrt erfolgte um 12..44 Uhr. Nachmittags ten dieser Entscheidung zu. Senatsprasident Dr. \ Sahm betonte, dah bei der Grenzziehung der . Hasenausschuh und die Sachverständigen tn erster Linie die Bedürfnisse des Hafens berücksichtigen, und daß die infolge dieser Abgrenzung etwa notwendig werdenden Maßnahmen I für die Sicherheit des Munitionslagers in einer Weise getroffen werden müssen, die den Hasen- interoffen nicht abträglich sein dürfen. Senatspräsident Dr. Sahm, der ausdrücklich um die Ausnahme dieser Erklärung ins Protokoll bat, wiederholte dann den Protest gegen die Anlegung eines polnischen Muni- l tionsdepots im Hafen von Danzig, wie er ihn bereits im März 1924 ausgesprochen I Hatte. Polen habe auf eigenem Territorium in der Zwischenzeit einen eigenen .Kriegs- I Hasen fertiggestellt, der für Munitions- transporte vollko mm en ausreichend ei. Die Bevölkerung Danzigs werde sich niemals I mit der Tatsache aussöhnen, dah Leben und Sicherheit der Einwohner von Danzig für polnische militärische Zwecke dauernd großen Gefahren ausgesetzt werden. Der polnische Terror in Oberschlesien. Deuthen, 20. Sept. (WTB.) Die Der- treter der Angestelltenspitzenorgani- f a t i o n e n , und zwar des deutschnationalen I Handlungsgehilfenverbandes und des Gewerkschaftsbundes der Angestellten hatten am Samstagnachmittag bei dem Präsidenten der gemischten Kommission Calonder eine Audienz, in der sie sich über Mißhandlungen ihrer Mitglieder in Polnisch-Oberschle- sien beschwerden. Sie überreichten dabei eine Entschließung, in der Protest erhoben wird gegen die in letzter Zeit sich mehrenden Terrorakte gegen in Deutschland wohnende und in Polen beschäftigte Angestellte, deren einziges Vergehen | darin besteht, dah sie den durch den Genfer Vertrag gebilligten deutschen Organisationen angehören. Die Erregung über die in den letzten Wochen befanntgetoorbenen Lieberfälle sei umso größer, als diese Terrorakte offenbar durch die Polizeivrgane geduldet und gebilligt werden. Der Präsident solle deshalb sein volles Augenmerk auf diese von Fanatikern planmäßig betriebenen Bedrohungen und Beunruhigungen richten und für Abhilfe sorgen. Präsident Calonder sagte eine eingehende Prüfung der Angelegenheit zu. Die Unterdrückung der deutschen Schulen in der Tscheche!. Prag, 19. Sept. (WTB.) Die deutschen Abgeordneten haben im Parlament eine dringliche Interpellation eingebracht, die gegen die neuerlich erfolgte Auflösung weiterer 20 einklassiger deutscher Volksschulen und 1400 deutscher Volksschulklassen Protest erhebt, sowie dagegen, daß in rein deu^tschen Orten Minderheitsschulen für zwei bis fünf (!) tschechische Kinder errichtet werden. Die Auffüllung dieser Schulen wird dadurch erreicht, daß man durch Drohungen und Versprechungen deutsche Kinder in diese Schulen bringt. Den Deutschen wird die Erhaltung der deutschen Schulklassen auf eigene Kosten unmöglich gemacht. Die Erledigung von Beschwerden, die keine aufschiebende Wirkung haben, dauert Jahre. Die Interpellation fordert schließlich die Durchführung der nationalen Schulautonomie. einer Landschaft, die an die Tangerzone, grenzt, könne täglich zu schwerwiegenden Ereignissen führen. Man müsse bereits mit der völligen Einstellung der spanischen Offensivbewegungen gegen Abd el Krim rechnen. In Spanien selbst ist die Stimmung außerordentlich gedrückt. Erst jetzt wird bekannt, daß man für den zweiten Jahrestag der Diktatur mit regierungsfeindlichen Demonstrationen sehr stark gerechnet hat, und für alle Fälle in den Tagen vom 12. bis 14. September die Truppen der Madrider Garnifon in den Kasernen hielt. Im Feldlager von Cobadilla wartet man auf das Eintreffen zweier Destillierapparat.e, um nötigenfalls Meereswasser zu destillieren, da die Rachforschungen nach Trinkwasser bis jetzt zu keinem Ergebnis führten Der Angrift auf Morro Ruevo setzte um 10 Uhr abends an der ganzen Front ein. Die Rifleute, die mit Handgranaten voraingen, wurden nach ziemlich lebhaftem Kampfe zurückgewiesen. Um 1 Uhr nachts erneuerte der Feind feinen Angriff, und zwar mit Unterstützung von Geschützen, die auf dem Dfchebel Malmusi aufgestellt waren. Die Geschosse gingen jedoch größtenteils fehl und flogen ins Meer. Rifleule kämpfen, zu verständigen, daß sie hierdurch die Gesetze der Vereinigten Staaten verletzen. Die Bayerische Volkspattei. Eine Rede Dr. Heims. München, 21. Sept. (TU.) Sonntag vor- mittag fand in Tuntenhausen die General- Versammlung des Oberbayrischen Christlichen Bauernvereins statt. Das Wort nahm der Baucrnführer D r. Heim, der ausführte, das) sich in der letzten Zeit in Deutschland manches gebessert habe und daß insbesondere seit der Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten Deutschland auch im Ruslande wieder mehr respektiert werde. Zur Frage des Sicherheitspaktes erklärte er, ein schwaches Volk dürfe sich nach keiner Seite verpflichten, sondern müsse eine Politik der Anverbindlichkeit treiben. Aufs schärfste wandte sich Dr. Heim gegen die Weimarer Verfassung, deren zentralistische und unitaristische Tendenzen unheilvoll seien und zur wirtschaftlichen Verödung und geistigen Verblödung geführt habe. Mit dem Zentrum könne es keine Einigung geben, solange in der Zentrumsvartei nicht ein gründ- licher Wandel, namentlich in der Frage des Zentralismus, eintrete. Selbst wenn die ,Führer der Bayrischen Volkspartei zum Zentrum zurückkehren wollten, würden Hunderttausende von Anhängern der Bayrischen Volkspartei sie im Stich lassen. Die Zeiten seien noch nicht vergessen, in denen D r. Wirth als von Bicr- Dimpfeln gesprochen und gesagt habe, der Feind stehe rechts. Bei der Reichsschulgeseh- a e b u n g würden sich die Geister scheiden. Vollständig versagt habe die Zentrumspartei auch bei dem Schuh der Landwirtschaft durch Mindestzölle. Dr. Heim erklärte zum Schluß, Revolution und Republik seien gegen den Willen des größten Teils des Volkes zustande gekommen. Man müsse sich den bestehenden Gewalten beugen, aber man lasse sich nicht verbieten, Treue dem zu wahren, was einst war. Der Kampf um die Erhaltung der bayerischen Selbständigkeit fei' noch nicht entschieden. Es bestehe die Hoffnung, daß ein Wind komme, der der bayerischen Sache günstig sei und in dem auch die weiß-blaue Flagge wieder wehen könne, an der Spitze ein Herzog aus dem alten Herrscherhaus. Heim schloß mit einem Hoch auf die weiß-blaue Fahne, worauf der Landtagsobgeordnet Schäffer die innerpolitisch Lage Bayerns erörterte und erklärte, der Kampf um die föderalistische Gestaltung Deutschlands und um die Selbständigkeit der Bundesstaaten werde von dem bayerischen Volk jemals aufgegeben werden. In der Frage des Finansausgleichs würde die Regierung die Verantwortung für schwerste politische Gegensätze übernehmen, wenn sie im Jahre 1927 einen Gesetzentwurf vorlegen werde, der die Länder und Gemeinden unter die bureaukratische Aufsicht von Reichsbehörden stelle. Ausschußtagung derDemokratischenPartei Berlin, 21. Sept. ($11.) Die Deutsche Demokratische Partei gibt einen Bericht aus, in dem eS u. a. heißt: 3m Parteiausschuß dev Deutschen Demokratischen Partei erstattete Reichsminister a. D. Koch Bericht über die abgelaufene Rejchstagssession. Er beleuchtete die Leistungen der bisherigen Regierungskvalition Und führte dabei aus: An den verfässungs- mäßigen Grundlagen des Reichs zu rütteln, hat der Rechten die Kraft gefehlt. Eine Steuerpolitik, die, wie noch die letzten Ausweise der Reichskasse zeigen, das Boll in einer Zeit, die ihm nach dem Dawes-Vertrag als Atempause dienen soll, unmäßig und ungerecht belastet, ist von uns auf das heftigste bekämpft worden. Die Steuerpolittk war die Schrittmacherin der Hochschuhzollpolitik. Anstatt mit Dutzenden von europäischen Staaten einen erbitterten Guerillakrieg zu führen, sollte man auf eine europäische Zollunion hinwirten. Die Deutsch nationalen haben die bisherige Außenpolitik nicht zu verändern gewußt. Wir Unsererseits hätten lieber gesehen, daß man unmittelbar auf den Völkerbund zu<- gestrebt hätte, als daß man durch das Dickicht von Spezialpakten zu ihm hingeführt wird. Pakte im Westen wird man, wenn auch schweren Herzens, mitmachen: gegen die Einbeziehung des Ostens wehren wir uns. Mit unseren Ansprüchen zur Außenpolitik werden wir solange zurückhalten, bis die Regierungsparteien unter sich einig sind. Wir wünschen keinen Regierungswechsel, weil wir der Meinung sind, daß die Verantwortung für die Rotwendigkeiten unserer Außenpolitik doch einmal von der Rechten getragen werden muh. Wir hoffen, daß es nach Aeberwindung der innerpolitischen Schwierigkeiten der Regierung gelingen wird, zu einer D e r st ä n d i g u ng m i t Frank- r e i ch zu gelangen. Wir sind auch trotz des schweren Anrechts, das uns zugefügt ist, bereit, über eine äußere Verständigung hinaus zu einem inneren Verständnis zwischen Frankreich und Deutschland beizutragen, denn wir sind der Meinung. daß Europa seine Stellung in der Welt verlieren und wirtschaftlich und kulturell zugrunde gehen wird, we>m es nicht gegenüber der wachsenden Macht Amerikas, gegenüber den sich aufraffenden Rationen des Ostens und gegenüber dem dumpf brütenden schwarzen E r d t e i l zu einem Zusammenschluß gelangt. Einstimmig wurde folgende Entschließung angenommen: „Der Parteiausschuß spricht der demokratischen Reichstagsfraktion seinen Dank aus und gibt feiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß der von der Partei stets vertretene Standpunkt in der Außen- Politik und zur republikanischen Reichsverfassung in steigendem Maße die selbstverständliche Grundlage der deutschen Politik geworden ist." Ferner fand folgende Entschließung Annahme. „Der Parteiausschuß spricht die Erwartung aus, daß die Fraktionen des Reichstags und der Landtage bestrebt sein werden, eine Ausdehnung der unsozialen und rückständigen H a u s zi n s ft e u e r für die Zwecke des allgemeinen Staatsbedarfs zu verhindern." Darauf sprach Stadtschulrat W e i ß - Nürnberg über den Reichsschulgesetzentwurs. Im Anschluß daran wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: „Die Partei lehnt den durch die Presse bekannt gewordenen Reichsschul- gesetzentwurf, weil im Widerspruch stehend zu Wort und Geist der Verfassung, mit Entschiedenheit a b und legt Verwahrung gegen den beabsichtigten Ver- fafsungsbruch ein. Das geplante Reichsschulgesetz -erschlägt die durch geschichtliche Entwicklung' und Verfassungsrecht gegebene Staatsschule und entrechtet den Staat zugunsten einer kirchlichen Schulhoheit, welche die von allen preisgegebene Schulaufsicht weit hinter sich läßt. Es raubt dem deutschen Schulwesen jegliche Selbständigkeit, dem deutschen Lehrerstand die durch die Verfassung gegebenen staatsbürgerlichen Rechte, es unterwirft alle Kinder, die, durch die Verhältnisse gezwungen, Bekenntnisschulen besuchen zu müssen, einem unerhörten Gewissenszwang und unterbindet jegliche Entwicklung im Sinne des Artikels 146 Absatz 1 der Verfassung. Die nach Artikel 174 der Reichsverfassung besonders zu schützende Simultanschule in Baden, Hessen und Hessen-Nassau wird vollständig und absichtlich preisgegeben. Der Entwurf leitet eine Klerikalisierung des gesamten Schulwesens ein, die zu heftigen, die Volkseinheit dauernd gefährdenden Kämpfen führen muß." Die Lohnverhandlungen bei der Reichspost beendet. Berlin, 19. Sept. (WTD.) Die am 7. September vertagten Lohnverhandlungen bei der Deutschen Reichspost haben am Freitag ihren Abschluß gefunden. Staatssekretär S a u t t e r legte den Tariforganisationen in eingehender Weise den Standpunkt der Verwaltung dar. Rach längerer Aussprache, in der die Vertreter der Arbeitnehmerorganisa- t Ionen ebenfalls ihren grundsätzlichen Standpunkt zu dieser Frage erörterten, äußerten sie ihr lebhaftes Bedauern über die ablehnende Haltung des Reichspostministeriums. Da aber die zur Zeit geführten Verhandlungen über die Regelung der Ortszulagen voraussichtlich zu einer Vereinbarung führen werden, wird zunächst (davon abgesehen, in dieser Frage weitere Schritte zu unternehmen. Die Verwaltung sagte ihrerseits zu, daß die Verhandlungen in jeder Weise gefördert und das Resultat vereinbarungsgemäß möglichst bald in Kraft gesetzt werden soll. Gegen die Kriegsschuldlüge. Die folgende Eingabe von vier nationalen Verbänden ist durch den Vorstand des Volks- Hundes „Rettet die Ehre", Zentrale Bremen, an die deutsche Reichsregierung abgesandt worden: Rachstehende Organisationen: die Arbeitsgemeinschaft für vaterländische Aufklärung, Berlin, der Aufklärungsausschuß für die Kriegsschuldfrage, Dresden, die Rationale Einheitsfront, Berlin, und der Volksbund „Rettet die Ehre", Bremen, bitten die deutsche Regierung, der immer mehr hervortretenden Anzufriedenheit der gesamten deutschen Bevölkerung Rechnung zu tragen und endlich ihr feierlich gegebenes Versprechen vom 29. August 1924 betreffend den Artikel 231 des Versailler Diktates einzulösen. Die Regierung hat den hierfür notwendigen ersten Schritt getan, indem sie alle aus den Weltkrieg bezüglichen amtlichen Dokumente der Oeffentlichkeit übergab. Dieser Schritt hat aber unseres Erachtens nur dann eine politische Bedeutung, wenn die Regierung daraus auch die Schlußfolgerungen zieht, den fremden Mächten offiziell zu notifizieren, daß sie die Behauptung des Artikels 231 des Versailler Diktates über die „Schuld Deutschlands am Kriege" daraufhin als eine weltgeschichtliche Anklarheit zu bestreiten sich genötigt sieht. Rach unserer Kenntnis der Dolksstimmung erwartet man ganz allgemein, daß die Regierung vor Beginn der mündlichen stoatspolitischen Verhandlungen über den Garantiepakt diese Erklärung den fremden Mächten überreichen wird. Parlamentarisches aus Hessen. D a r m st a d t, 20. Sept. Der Landtagspräsident hat das Plenum des Landtags auf Dienstag, 6. Oktober, zu einer mehrtägigen Beratung einberufen. Die Zentrumspartei hat zur Frage der Rückzahlung der staatlichen Rotstandskredite den nachstehenden Antrag im Landtag eingebracht: Die Regierung gab seinerzeit dem Finanzausschuß die Zusicherung, ihn nochmals zu einer Besprechung einzuladen, wenn die Verhandlungen mit den Geldgebern (Reich und Reichsbank) abgeschlossen seien. Run wurde vom Ministerium für Arbeit und Wirtschaft bereits vor einiger Zeit eine Verordnung erlassen, die die Rückzahlung dieser Kredite regelt, ein Beweis, daß die Verhandlungen mit Reich und Reichsbank abgeschlossen sind. Die Fraktion der Zentrumspartei beantragt, die Verfügung des Ministeriums für Arbeit und 'Wirtschaft vom 27. August d. Zs. nicht eher in Kraft treten zu lassen, als bis Finanzausschuß und Plenum sich mit beiden Anträgen erneut beschäftigt haben. Einen ähnlichen Antrag haben die Deutsch- nationalen eingebracht. Der Gesetzgebungsausschub nahm am Samstag einen Antrag Sturmfels an, daß bei Angültigkeitserklärung einer Gemeinderatswahl auch die Kreistag s w a h l in dieser Gemeinde ungültig seien und erneut vorgenommen werden soll. Je nach dem Ausfall dieser Wahl soll das Abstimmungsergebnis festgestellt oder berichtigt werden. Zu den Artikeln 68 bis 78 beantragen die Sozialdemokraten, dje Wahlen der Bürgermeister und Beigeordneten aus der Vorlage herauszunehmen. Am Montag soll über diese Frage entschieden werden Kleine politische Nachrichten. Die interalliierte Rheinlandkommission verbot für das gesamte besetzte Gebiet sämtlichen freiwilligen Krankenpflegern des Roten Kreuzes das Tragen der Dienstkleidung: sie dürfen nur Mütze und Armbinde tragen. Den Mitgliedern des Arbeiter-Samariterbundes wurde das Tragen von Mützen, Armbinden und weißen Blusen gestattet. Zwischen der persischen Regierung und einer großen amerikanischen Banken- und Zndustrie- gruppe finden Unterhandlungen statt, die den Bau elner transpersischen Eisenbahn von Teheran nach dem Persischen Golf bezwecken. Als Gegenleistung verlangten die Amerikaner Bergwerkskonzessionen. Die projektierte Eisenbahn stellt rin Konkurrenzunternehmen für die Bagdadbahn linön Eynthia Mosley, Tochter des verstorbenen Lords Curzon, beabsichtigt bei den nächsten allgemeinen Wahlen für hie Arbeiter- Partei zu kandidieren. Ihr Mann, Oswald. Mosley, Erbe einer der reichsten und ältesten Baronien Englands, ist bereits Parlamentsmitglied der Arbeiterpartei. Aus aller Wett. Rcichsbundestagurrg der vaterländischen Vereine. Der 1924 gegründete Reichsbund vaterländischer Vereine hielt in Halle seine erste Reichsbund- tagung ab. Der Reichsbund stellt sich die öffentliche Werbetätigkeit und organisatorische Befestigung der werksgemeinschaftlichen Bewegung, insbesondere der Jndustriearbeiter- schaft, zur Aufgabe. Nach Vorträgen des ersten Vorsitzenden, Landtagsabgeordneten Wilh. Schmidt, des Reichstagsabgeordneten Leopold ulid anderer wurden mehrere Entschließungen zur wirtschaftlichen Lage, zur Tariffrage und zur Frage der Arbeitsvermittlung angenomemn. Die deutsche Pfarrertagnng. Die offizielle Eröffnung der Deutschen Pfarrertagung fand am Mittwochvormittag vor etwa 300 auswärtigen Teilnehmern in der Hamburger Universität statt. Dr. Schöll- Stuttgart sprach über „Wirtschaftsleben und christliche Ethik", wobei er u. a. ausführte: Der Kamps Aller gegen Alle, die Verhetzung, die Zersplitterung gehen weit. Es fehlt die beherrschende sittliche Idee. Das Wirtschaftsleben ist entseelt, die Kirche in Mißachtung verfallen. Unsere Aufgabe ist es nun, das Wirtschaftsleben in wahrhaft christlichem Geiste zu durchdringen. Es werden sich natürlich große Schwierigkeiten auftun, aber wir müssen an die Sache heranzukommen suchen. Die Gemeinschaft der Menschen, die verbunden find in Liebe, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit muß herbeigeführt werden zu dem hohen sozialen Ziel des Reiches Gottes. Die christlichen Gedanken geben dem Wirtschaftsleben viel: die Berufsfreudigkeit und höhere Bewertung der Arbeit. Dem Schaffenden muß das Berufsbewußtsein zugänglich gemacht werden. Alles was die Seele tötet in der Arbeit, muß bekämpft werden. Hierauf hielt Kaufmann Martin Möller- Hamburg das Korreferat. Er führte u. a. aus: Die Wirtschaft müsse dienende und nicht zehrende Funktionen ausüben. Wirtschaftsformen, in denen menschenunwürdige Arbeit verlangt würde, entsprächen nicht dem Christentum. Lohnerhöhung ohne Produktionserhöhung sei sinnlos. — Nach längerer Aussprache und einem kurzen Schlußwort des Hauptreferenten wurde die Tagung geschloffen. Kongreß des Bundes christlicher Gewerkschaften. In Luzern tagte in diesen Tagen der dritte internationale Kongreß des Bundes christlicher Gewerkschaften, an dem Delegierte aus einer Reihe europäischer Staaten, darunter auch aus Deutschland und Frankreich teilnahmen. In der Eröffnungsrede betonte der Vorsitzende die Rot» wendigkeit einer in Gott und Vaterland wurzelnden christlichen Arbeiterbewegung, wodurch sich eben die christliche von der sozialistischen Arbeiterschaft unterscheidet. Es wurde eine Resolution gegenüber dem Faschismus in Italien angenommen, der die dortigen blühenden Gewerkschaften zerstört habe und auch heute noch deren Freiheiten mißachte. Es soll an die Regierungen herangetreten werden, um sie zu einer baldigen Ratifikation des Washingtoner Abkommens über den S-Stunden-Tag aufzufordern. Eröffnung der deutschen Lebensmittelausstellung. Im Rahmen der Tagung deutscher Feinko st Händler in Breslau wurde am Sonntagmittag die allgemeine Rahrungs- und Genußmittelausstellung eröffnet. Oberpräsident Zimmer hielt eine Ansprache, in der er betonte, daß der Kaufmann jetzt wieder mit dem Pfenig rechnen müsse. Er erinnerte die Kaufleute daran, daß sie zwar ihren Vorteil im Auge haben, jedoch auch an die Allgemeinheit und den Wiederaufstieg des deutschen Volkes denken mühten. Die Ausstellung selbst ist sehr reichhaltig beschickt mit allen Erzeugnissen der Lebens- und Genußmittelbranche. Die Brandstiftungen in Tokio. Tokio, 20. Sept. (Wolff.) Gestern vormittag zerstörte eine Feuersbrunst auch das Palais des Ministerpräsidenten vollständig. Die Tokioer Polizei hat drei Studenten unter dem Verdacht, das Parlaments- gebäude in Brand gesteckt zu haben, verhaftet. Die Verhafteten sollen mit einer komrnu- nistische Verschwörung in Verbindung gestanden haben. Kunst und Wissenschaft. Georg Schweinsurth f. Der berühmte Afrikaforfcher Prof. Schwein- furtb ist im Alter von 89 Jahren Samstag früh m seiner Wohnung in Berlin gestorben. Georg Schweinsurth wurde am 29. Dezember 1836 in Riga geboren. Er studierte Raturwissenschaften und Geographie und unternahm dann eine Reihe von Forschungsreisen nach Afrika, die seinen Manien bekannt machten. In den Jahren 1864—66 bereiste er als erster Europäer die nubischen Küstengebirge am Roten Meer zum Studium der Flora des Rilgebietes Eine zweite Reise führte ihn 1368 in die westlich des oberen Rils gelegenen Länder, wo er die Gebiete der Dinka, Bongo, Riam-Riam und des Zwergvolkes der Akka durchzog. Erst 1871 kehrte er nach Chartum zurück und 1872 nach Berlin, wo er feine reichen botanischen Sammlungen den Museen überwies. Seine Reise beschrieb er in zwei Bän- ben: „Im Westen Afrikas", die 1874 in Leipzig erschienen. Inzwischen war Schweinsurth im ^Dmter 1373/74 in der Libyschen Wüste zur Erforschung der Oase Chargeh. Alsdann beschäftigte er sich im Auftrage des Khediven Ismael mit der Aufhellung der östlichen Wüste, zwischen Ril und Rotem Meer,' zwölf Expeditionen dorthin unternahm er von Kairo aus in den Jahren 1876 bis 1886. Später widmete er sich noch der Erforschung des Vemen-Gebirges. Dann lieh er sich dauernd in Berlin nieder. Sein wertvolles afrikanisches Herbarium vermachte er dem Staat. Wettervoraussage. Meist trüb und regnerisch, südliche bis westliche, zeitweise stärkere Winde, mäßig warm. Die eingetretene Verschlechterung der Wetterlage wird sich noch verstärken und die Regenfälle zunehmen, da der Kern eines kräftigen Fallgebietes zwischen Schottland und Skandinavien Uegt, dessen Ausläufer weit in den Kontinent | hmemreichen. 1 Aus Stadt und Land. Gießen, den 21. September 1925. Angestellten- und Invalidenversicherung. Das Gesetz über Ausbau der Angestellten- und Invalidenversicherung und über Gesundheits- > fürforge in der Reichsversicherung vom 28. Juli 1925 hat folgende Aenderungen gebracht: Angestelltenversicherung. Die im § 11 des Gesetzes vorgeschriebenen Altersgrenze von 60 Jahren für den Eintritt in die Versicherungspflicht gilt nicht, wenn ein seither Jnvalidenversicherungspflichtiger Angestelltenversicherungspflichtig wird. Richtversicherungspflichtig ist der, dessen Einkommen im Jahre 6000 Mk. übersteigt. Es kann aber Selbstversicherung erfolgen, nur muß die Versicherung in der dem Einkommen entsprechenden Gehaltsklasse (siehe nachstehend) erfolgen. Der Grundbetrag des Ruhegeldes ist auf 480 Reichsmark festgesetzt, der Steigerungsbetrag beträgt 15 vom Hundert der geleisteten Beiträge, und zwar ab 1. Juli 1925., Den Berechtigten wird die Höhe der neuen" Rente mit* geteilt. Rechtsmittel finden nicht statt. Für Versicherte, deren Einkommen im Monat 50 Mk. nicht übersteigt, haben die Arbeitgeber die vollen Beiträge zu zahlen. Auch für Lehrlinge hat der Arbeitgeber für die volle Beitragsleistung aufzukommen. Rach dem monatlichen Einkommen sind für Versicherungspflichtige folgende Gehaltsklassen und Monatsbeiträge sestgesetzt worden, und zwar ab 1. September 1925: Klasse A bis zu 50 RM. mit einem Monatsbeitrag von 2 RM. Klasse B von 50 — 100 RM. mit einem Monats- beitrag von 4 RM. Klaffe C von 100 — 200 RM. mit einem Monatsbeitrag von 8 RM. Klaffe D von 200 — 300 RM. mit einem Monatsbeitrag von 12 RM. Klaffe E von 300 — 600 RM. mit einem Monatsbeitrag von 16 RM. Klaffe F von mehr als 400 RM. mit einem Monatsbeitrag von 20 RM. Für freiwillige Beitragsentrichtung sind die Beitragsklassen G und H geschaffen worden, und zwar beträgt der Monatsbeitrag in Klasse G 25 AM. und in Klasse H 30 RM. Die freiwillige Weiterversicherung ist nicht unter derjenigen Gehaltsklasse zulässig, die dem Durchschnitt der letzten vier Pflichtbeiträge entspricht oder am nächsten kommt. Die Weiterversicherung ist in einer niedrigeren Gehaltsllasse zulässig, wenn der Versicherte nachweist, daß diese Klasse seinem Einkommen entspricht. Bei Selbstverfiche- rung sind die Beiträge nicht unter der dem jeweiligen Einkommen entsprechenden Gehaltsklasse zu entrichten. Invalidenversicherung. Mit Wirkung vom 28. Februar 1925 gelten folgende Lohnklassen und Wochenbeiträge: Klaffe 1 bis zu 6 RM. Verdienst wöchentlich 25 Reichspf. Beitrag Klaffe 2 von 6—12 AM. Verdienst wöchentlich 50 Reichspf. Beitrag Klaffe 3 von 12 —18 RM. Verdienst wöchentlich 70 Reichspf. Beitrag Klaffe 4 von 18 — 24 RM. Verdienst wöchentlich 100 Reichsps. Beitrag Klaffe 5 von 24 — 30 RM. Verdienst wöchentlich 120 Reichspf. Beitrag Klaffe 6 von mehr als 30 AM. Verdienst wöchentlich 140 Reichspf. Beitrag Zum Wochenlohn gehört nach § 160 der Reichsversicherungs-Ordnung auch Kost, Wohnung. Heizung, Beleuchtung, Kleidung usw., die der Versicherte neben dem Barlvhn von dem Arbeitgeber erhält. Vom 28. September d. I. ab können die seither gültigen Beitragsmarken für die Invalidenversicherung nicht mehr verwendet werden, sind auch vom 15. Oktober 1925 ab nicht mehr zu haben. Arbeitgeber, die mit Beitragsleistung für die von ihnen Beschäftigten im Rückstand sind, müssen sich demnach beeilen, andernfalls sie für die vor dem 28. September 1925 liegenden Wochen Beitragsmarken nach den obengenannten höheren Sähen beschaffen und verwenden müssen. Für Versicherte, deren wöchentliches Entgelt 6 Reichsmark nicht übersteigt, sowie für Lehrlinge hat der Arbeitgeber die vollen Beiträge zu entrichten. In allen anderen Fällen haben Arbeitgeber und die Versicherten für jede Woche der versicherungspflichtigen Beschäftigung (Deitragswoche) Beiträge zu gleichen Teilen zu entrichten. Für die freiwillige Weilerverficherung müssen künftig Beiträge zur Invalidenversicherung in der dem Einkommen entsprechenden Lohnklasse, mindestens aber in Lohnklasse 2 erfolgen. Hiernach kann für die freiwillige Versicherung die Lohnklasse 1 (also 25-Pfennig-Bei- tragsmarke) nicht mehr in Frage kommen. Zur Erhaltung des Anspruchs auf ein Heilverfahren empfiehlt es sich, alljährlich mindestens 30 Beitragsmarken zu verwenden. O Die Oktober-Miete. Es ist in Aussicht genommen, für den Monat Oktober die Miete in gleicher Höhe tote im Vormonate zu erheben. ** Fortbildungsschulpflicht und Privatschulen. Bon der Leitung der kaufmännischen Fortbildungsschule wird uns geschrieben: Die Fälle wiederholen sich in letzter Zeit, "daß Eltern ihre Kinder vom Besuch der Fortbildungsschule fern« halten, wenn diese ein Jahr lang eine Privat- Handelsschule besucht haben. Da der Besuch der Privathandelsschule nur für die Zeit dieses Schulbesuchs von der Fortbildungsschulpflicht befreit, so fetzen sich die betreffenden Eltern empfindlichen Strafen aus. Nur der Besuch einer 2jährigen anerkannten Fachschule mit Vollunterricht entbindet von der Fortbildungsschulpflicht. Bei kürzerem Beuch der Fachschule tritt die Befreiung nicht ein, auch dann nicht, wenn einschließlich der Fachschul- zeit zehn volle Schuljahre nachgewiesen werden önnen. Die Kenntnis dieser Bestimmungen ist auch ur die Geschäftsinhaber wichtig, die frühere Privathandelsschüler einstellen in der Meinung, daß diese dann sortbildungsschulfrei seien. ** Der Blumenschmuck-Wettbe- toerb des Verkehrsvereins hat in der Bürgerschaft besonderes Interesse erweckt. Abgesehen von den zahlreichen Preisträgern ilO erste, 35 zweite Preise und 67 lobende Erwähnungen) besichtigten viele sonstige Blumenfreunde. Turnen, Sport und Spiel. (175 Kubikzenti- (bis 250 Kubik- 3:1. Altersklasse A 2 D. f. L. Drandenbury. D. 6. C., 2. Ö. C. E., 3. P. 6. V. — Klasse B 1. 4. sich warten. Durch eine Ecke konnte Berlin den I ragenden Zeit von 1:55,9 gewann Beim Nachsüllen... maggi* Würze agyi's Würze fellgehalten werden. 8820c achte man darauf, daß die Würze aus Maggi's großer Origmalflasche gefüllt roirb; denn in diesen Flaschen darf gesetzlich nichts anderes als Epige. wieder Kriesheim a. M. auf D. K. W. 3. Rennen über 15 Kilometer auf Grade. 2. Rennen über 1U Kilometer Berliner 6. C. Houben in großer Form. — Bücher schlägt Dodge. do. Bei herrlichem Wetter und vor einer nach Nimm Fays echte Sodener Minerei-Pastillen. 8818m Osborn den Hochsprung mit 1,935 Meter Sine Sensation wurde der 800-Meter-Lauf. in dem Tausenden zählenden Zuschauermenge fand am Donnerstag in Magdeburg das internationale Sportfest der Diktoria 96 statt. Es stand im Zeichen hervorragender Leistungen, im Zeichen Hou den s, der die 100 und die 200 Meter in Geschäftliches. Das meiste Geld wird von den Frauen auSge- geben, eins statistisch bewiesene Tatsache, die manchen Leser zu falschen Schlüssen verleiten könnte. Da aber soviel Geld durch die Hände der Frauen läuft, ist es ungeheuer wichtig, daß jede Frau genaue Waren- kenntnisie besitzt. Beispielsweise muh jede Hausfrau wisien. daß die Feinkostmargarine .Schwan im Blau. band" das Beste sowohl in bezug aus Aroma und Geschmack wie auf den Nährwert ist. Deshalb sollte die Dlaubandmargarine in keinem Haushalt fehlen. 1. Lübeckscher T. V.. 2. Kurmark, 3. S. E. Komet. Jugendzehnkampf. Klasse A 1. S. C. E.. 2. Brandenburg, 3 B. S. E. — Klasse B 1. Terest, 2 S. C. Bernau. 3. Neuköllner Sportfreunde. — Klosse C 1. Atos. 2. D. f. B. Spandau. — Kl. D 1. Köpenicker S. E., 2. Adler 1912. Frauensiebenkampf: Klasse A 1. B. S. C.. 2. Brandenburg. 3. S. E. E. — Klasse B 1. Siemens. 2 Deutscher Damen 6. C.. 3. B. f. V Spandau. ~ Klasse C 1. S. C. Gruncwald. 2. Märkischer S. C. Mädchensiebenkamps: Klasse A 1. S. E. E.. 2. Brandenburg. 3. B. S. E. — Klasse B 1. Lübeckscher T. D-, 2. Deutscher Damen S. E. — Klasse C 1 D. C. Grünewald. 2. S. E. Komet. Hans-Draun-Gcdenktafcl: 1. S- C. Eharlot- tenburg. 2. Deutscher S. E.. 3. Polizei S B., mit einem günstigen Torverhältnis an die auch Nürnberg und Furth mochten einiges gut. Die Ergebnisie: Bayern. 1. F. E. Nürnberg—A. S. B. Nürnberg 5. Bg. Fürth—V. f. R. 1860 4:1. Wacker-München —München 1860 2:2. »Trtffe 2 2'1'Ä s "(allo 25-P'enn'g.^ . (i agc fommen. 1 (»in Ac^l'ohtt' auf em t dem 28. kitragämatfen nad) N Sähen befchassm » :n wöchenMtS EnA. steigt. IM« ut eher die vollen um die Deutsche Meisterschaft, trafen sich am Samstag zu einem Gesellschaftsspiel. Die Düffel- borier hatten den Anstoß. Gleich nach drei Minuten fiel das erste Tor für sie. Lücke ging vor. wurde aber im Strafraum zum Fallen gebracht. Der oer- hängte Elfmeter wurde, für den Tormann unhalt- 2 öeher die Revanche an dem Amerikaner bar? verwandelt. Berlin liest aber nicht lange auf Dodge nahm, über den er in der ganz hervor» * Bayern-München—Schwaben-Augsburg 2:0. Württemberg-Baden: 1. F. E. Pforzheim—V. f. R. Heilbronn 3:4. S. 23. Stuttgart—F. C. Birkenfeld 3:1. Stuttgarter Kickers—F. 23. Ulm 94 6:1. (Ges.) F r a n k su r t a. M. 20. Sept. (TU.) Die zweite Runde in den Verbandsspielen brachte auch im Mainbezirk eine Ueberraschung: Fußballsport- verein unterlag gegen Union-Niederrad 2:4: Helvetia spielte gegen die Offenbacher Kickers unentschieden 0:0 und der Favorit Ein- tracht-Frankfurt liest sich von den schnellen Hanauern 93 ebenfalls mit 1:3 die beiden Punkte abnehmen. In der Höhle des bayerischen Löwen. Viktoria-Aschaffenburg, unterlag Germania 94 knapp 1:0. Berliner Sonntagsfutzdall. Tennis-Borussia—Hamberger S. D. 4: 0 (0:0). vo. Das interessanteste Berliner Spiel des SonntagS. Tennis-Borussia — Hamburger S. D . das man als ein Städtespiel Berlin—Hamburg im kleinen oft bezeichnet hatte, endete mit dem überraschenden Ergebnis von 4:0sürdieBer- Tiner. Der Hamburger Sportverein, der norddeutsche Meister, hatte lediglich für Beier in der Verteidigung Kohn als Ersah eingestellt, trat sonst aber mit seiner voUständigen Mannschaft an. Er war jedoch den Tennis-Borussen schon in der ersten Halbzeit technisch unterlegen. Allerdings kam es zu einem Torerfolg für Tennis nicht. Bei Halbzeit stand das Spiel 0:0. Dann legte Tennis- Borussia ein Tempo vor. wie man eS sobald nicht wieder zu sehen bekommt, zeigte aber auch außer- dem eine glänzende Kombination und ausgezeichnete Verbindung zwischen Sturm- und Läuferreihe. So blieb auch der Erfolg nicht aus. Dem Linksaußen Braue gelang es, kurz hintereinander drei Tore zm erzielen, und der Mittelstürmer Hofsmann stellte das Ergebnis aus 4:0 für Tennis, so blieb es bis zum Schluß. Die übrigen Derbandsspiele brachten folgende Ergebnisse: Norden-2Nordwest—Allemannia 1:6. Kickers—Preußen 5:3. Meteor—Spandauer S. C. 2:3. Weihensee 1900-VvrwärtS 1890 2:5. Union S. C. E — 1. F. C. Neukölln 0: 4. Auf eigenem Platz holte sich Norden-Nord- west, das jetzt einige seiner besten Leute verloren hat, eine niederschmetternde 1:6-Nieder- lage. noch dazu von Allemannia. Die Kickers hollen sich den erwarteten Sieg. Auch dah Meteor dem Spandauer S. C. hatte die Punkte lassen müssen, kam nicht überraschend. Die Vereinigten Eharlottcnburger werden von Spiel zu Spiel schlechter, diesmal verloren sie gegen den Liganeuling 1. F. C. N. überraschend hoch Das 5:2- EraebniS für Vorwärts gegen Weihensee entspricht dem Verlauf des harten und interessanten Treffens. Gesellschaftsspiele Allemannia-Hafelhorst— D. f. B. Pankow 3: 4 V. S. V. 92-2 B. C. Dran- denburg 0:1. Hertha-Berlin — Turu-Düsseldors 4:2 Tu ru-Düsseldorf und Hertha. 23.6. C. Berlin, die beiden Rivalen in der Zwischenrunde * H ■ ’Qu der ^übtrlWb. * ■»SÄs- LW 10.5 bzw 21.6 gewann Auch die Amerikaner zeigten wieder sehr gute Leistungen. Steven - son gewann die 400 Meter in 49.6 unangefochten, Jones den Stabhochsprung mit 3.82 Meter, Motorradrennen aus der Frankfurter Stadionrennbahn. Frankfurt a. M.. 20. Sevt. (DTB > Der Frankfurter Mviorrad-Elub veranstaltete heute auf der Rennbahn de» hiesigen Stadion» ein internationales Motorradrennen, das, abgesehen von zwei Stürzen vor Beginn des Rennen», Die allerdings gut abliefen, ohne leben Unfall verlief. Trotz des zu Regen neigenden Detters war der Besuch ein guter. Nachstehend die Ergebnisie: 1. Rennen über 5 Kilometer (Maschinen bi» 125 Kubikzentimeter): Erster: Pb. Frings-Aachen auf D.K.D. in 4:17; Zweiter: I. Theois Berlin auf Windhoss: Dritter: Robert Rühl-Frankfutt a. M SS r Leitung der J wird 1 n letzter Zell. | hr lang' * staben- vj.i^ 6* \t die 3C*... ' ,l11(h einer 21 ’16irt WSr lind f fortP’5 Ausgleich erzielen. Bis zur Halbzeit reihten sie dem ersten noch ein zweites Tor an, um darauf in der zweiten Spielhälfte die Torzahl schnell bmierrin- ander auf vier zu erhöhen. Wegen Hand bekommt Turu noch einen Elfmeter zugeiprochen. den Lücke ebenfalls verwandelt. Bis zum Ätzlust vereitelte die 23erteibipung Berlins olle Angriffe der Düsieldorfer. bereit Tormann eine größere Niederlage verhütete Deutscher Futzballfieg in Paris. Paris. 20 Sept lWTD.) Der heutige Fuhballlamps zwischen der Mannschaft des F u h- ballklubs Freiburg i. Br. und des Pari- ser Klubs .Olympia" endete mit einem Siege der deutschen Mannschaft mit 4:1, Halbzeit 3:0 * Asseburg-Memorial. Dereinszehnkampf und 50-Km.-Meisterschast im Gehen des D. D. A. D. vo. Die Brandenburgische Leichtathletik, die in diesem Jahre große Erfolge erzielt hat, be- schloh am gestrigen Sonntag ihre Sommersaison mit dem Kampf um die Dereinsmeifterschaft, die in mehreren Klaffen, deren jede ihre Sonderwertung hat, ausgetragen wird. Die zusammengezählten Ergebnisse der Olkänner-, Alters- Jugend-, Frauen- und Mädchenmannschaften erbringen dann den Verein, der über die beste Allgemeinausbiidung verfügt. Da über 80 Mannschaften antraten, herrschte auf dem Sportplatz des Berliner S. E. schon am Samstagnachmittag, als die Kämpfe begannen. ein reges Treiben, zumal das prächtige Herbstwetter die Veranstaltung begünstigte. Das Hauptinteresse galt naturgemäß dem Männerzehnkampf der Haupwereine, dem Asseburg- Memorial. Hier konnte der S. C. C. seinen Sieg vom vorigen Jahr nicht wiederholen, sondern mußte dem Deutschen S. C. und Brandenburg den Vortritt lassen. Dafür holten sich die Charlottenburger die Vereinsmeisterschaft vor Brandenburg und 2. S. C. Den Abschluß des Tages bildete die H a n s- Braun-Gedenk staffel über 50X300 Meter. Hier konnte der S. C. C. dank seines reichhaltigen Materials und des vorzüglichen Durchschnitts einen überlegenen Sieg herauslaufen. Er überrundete zuerst den B. S. C., dann den D. S. C., dann Polizei S. D., und B. S. T. zum zweitenmal. Gleichzeitig mit den Wettbewerben wurde vormittags die Brandenburgische Meisterschaft im 50-Kilometer-Gehen ausgetragen. Acht Teilnehmer machten sich um 8 Ußr morgens auf den langen Weg, der vom B. S. C.-Platz durch das Stadtgebiet wieder zurücksührte. Dor n-P. S. D., der vorjährige Meister, und Sievert, Sportfreunde Neukölln, lieferten sich den erwarteten harten Kampf. Born nahm sofort die Spitze, die er bis zum 20. Kilometer behielt, dann ging Sievert an ihm vorbei. Der Neuköllner hatte sich in diesem Zwischenspurt aber wohl zu stark auSgegeben, denn der 35. Kilometer sah Born wieder in Führung, die er jetzt nicht mehr ab- gab. älnangefochlen ging er in 4: 53: 53 durch das Ziel. Sievert hatte am Kurfürstendamm aufgegeben, als er. 4 Minuten im Rückstand, keine Aussicht auf Erfolg mehr hatte. Mit ihm schied auch sein Dereinskamerad Schwab aus, so daß, da nur die Neuköllner Sportfreunde eine Mannschaft gestellt hatte, der Sieg in diesem Wettbewerb nicht vergeben werden konnte. Die Ergebnisse: Meisterschaft 50-Kilometer-Gehen: 1. Born P. S. V. 4:53:53, 2. Zroese Deutscher A. G., 3. John N. S. Fr. Dereinsmeisterschaft 1925 des V. S A. V.: 1. S. C. Charlottenburg 86 P., 2. Brandenburg 83- - P.. 3. 2. S. C. 62»,, P. Asseburg-Memorial: Klasse A 1. Deutscher S. C., 2. 2randenburg, 3. S. C. C., 4. 2. S. C. — Klasse B 1. Neuköllner Sportfreunde, 2 Terest, 3. 2. S. U. 92. - Klasse C 1. Post S. V.. 2. Atos. - Klasse v 1. 6.2. Buckow, 2 Adler 1912, 3. Köpen S. E. — Klasse E 1. S. C. Werder, die ausgestellten Preise, die, soweit Blumen- spenden in Frage kamen, von Mitgliedern der diesigen Gärtnerverrinigung zur Verfügung ge- tzrllt wurden, während die sonstigen Gegenstände vom Versehrsverein gestiftet worden waren. Hoffentlich werden recht viele durch diese Prämiierung zur Anlegung von Blumenschmuck an Fenstern. BalkonS und Vorgärten angeregt, die bann im nächsten Jahre ebenfalls Aussicht auf Prämiierung haben •• Der Goethe-Bund eröffnete gestern im Bundesheim (Kaufmännisches Vereinshaus, sein dlesiähriges Winterprogramm mit einem Musik- benb, au»geführt von Mitgliedern der Kapelle Topp, deren Dardietungen allseitig guten An- klang fanden. In einer kurzen Ansprache wies der Vorsitzende Dr. Henning darauf hin, daß auch für das Winterhalbjahr 1925'26 wieder ein reicher Arbeitsplan und eine Reihe besonderer Veranstaltungen vorgesehen fei und gab dem Wunsche und der Hoffnung auf eine recht rege Beteiligung der Bun desfreundc Ausdruck. Im Rahmen des gestrigen Musikabends brachte bann Frl. Weeg mit schöner Stimme einige Arien und Lieder zu Gehör und erntete dafür reichen Beifall. - Deutsche Volk» Partei In der Mitgliederversammlung, die die Deutsche Volks- Partei im GewerbehauS abhielt, ergriff nach einer kurzen Begrüßung deS 1. Vorsitzenden Pros R o - lofs - Gießen das Wort zu einem Vortrag über .Die deutsch-französischen Beziehungen in den lebten Jahrhunderten". Zusammengesaßt führte er etwa folgendes au«: 3m Augenblick der Teilung des alten Karolingerreiches setzte ein Kamps zwischen Frankreich und Deutschland ein, der, abgesehen von kurzen Ruhepausen, ununterbrochen btS zum heutigen Tage andauert, und dessen Ende nicht abzusehen ist. In diesen Kämpfen war Deutschland, daS seine kulturelle Aufgabe in der Gkpansion nach dem unkultivierten Osten sah. immer in der Verteidigung dem aggressiven Frankreich gegenüber. daS nach dem Besitze der Rheinlandc- strebte und von dort auS die Hegemonie in Deutschland aufrichten wollte. Die verschiedensten Theorien wurden in Frankreich ausgestellt. um zu beweisen, daß der Rhein geschichtlich und geographisch zu Frarckreich gehört. Gs ist verständlich, daß diese Theorien in der Masse des französischen Volkes Anklang fanden und auch nicht ohne Einfluß auf die Einstellung der führenden Persönlichkeiten blieben. Die Wege, die Frankreich einschlägt, um zu seinem Ziele zu kommen. sind heute die gleichen, wie in jenen Zeiten, da der Kamps der beiden Mächte im Entstehen begriffen war. Auf Grund verschwommener und unklarer Friedensbeschlüsse versuchte Frankreich noch nach Jahrhunderien den Einfall in deutsches Land und den Raub deutscher Städte vor der Welt als rechtlich unantastbar hinzustellen (R^unionskammern). Oder aber es beeinflußte die Mentalität der Weltmächte gegen Deutschland. inbetfi es scheinbar die Schaffung derReichS- einheit hinnahm, aber gleichzeitig den .Raub des Elsaß durch Deutschland" in alle Welt posaunte und so die europäische Meinung gegen daS Werk BiSmarcks aufhetzte. Auch der Friede von VersaiNeS entspricht voll und ganz der Tradition der französischen Politik. Aber das durch ihn geschaffene Mächteverhältnis ist unnatürlich. In der Schaffung der kleinen Staaten, die Deutschland als Trabanten Frankreichs umgeben. in der Loslösung deutschen Gebietes von dem Mutterlande liegt der Zündstoff für neue Konflikte. Nur rohe Gewalt kann das Ausbrechen des verheerenden Feuers bindern. Aber diese Gewalt ist geistlos, und wir haben die Gewißheit, daß zuletzt doch der Geist den Sieg davonträgt. Mit reichem BeisaN dankten die Zu- börcr dem Redner für seine hochinteressanten Ausführungen. Der starke Besuch der Versammlung zeigte deutlich, wie dankbar eS von den Mitgliedern der Partei begrüßt wird, totnn die Leitung derartig aufflärenbe Vorträge aus berufenem Munde halten läßt. " Aus dem Gießener Standesamts- r e g i st e r. Es verftarben in der Zeit vom 1. bi- 15. September: 1. September: Amalie Schäfer, geb. Piftor, Witwe, 80 Jahre alt, Wilhelmstraße 13. Julius Jaitner. Lehrer i. R., 66 Jahre alt, Alice- straße 20. 4. September: Margarete Schmidt, ohne Beruf, 28 Jahre alt, Stephanstraße 13. 5. September: Mathilde Lotz, geb. Schmidt. Witwe, 70 Jahre alt, StaiferaUce 9. Katharina Schäfer, geb. Preiß, 62 I. alt, Goetheftr. 23. 8. Sept.: Karl Friedrich Nie». Mechaniker. 2 9Jahre alt, Goethestraße 68. 10. September: Elisabeth Zöller, geb. Diehl, Witwe, 80 Jahre alt, Hofmannstraße 10. 11. September: Johannes Geißler, ohne Beruf, 75 Jahre alt, Lichcr- fkraße 74. 13. September: Therese Neher, geb. Lutz, Witwe, 63 Jahre alt, Schillerstraße 29. 14. September Margarete Zimmer, geb. Wallenfels, 62 Jahre alt, Luvwigstraße 33. 15. September: Marie Dietzel, geb. Beiz, Witwe, 43 Jahre alt, Sicher- straße 9. •• Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: Ochsen 389, Bullen 64. Färsen und Kühe 1015, Kälber 302, Schafe 121. Schweine 3750. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: 70. Hauptversammlung des Evangelischen Vereins der Glistav-Adolf-Stiftung 8 Uhr Begrüßungsver- (ammlung in der Johanneskirche. — Vereinigung für Feuerbestattung 8.30 Uhr „Rebstock" Vortrag. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Das stolze Schweigen". — Astoria-Lichtspiele: „Die Faust im Nocken^. Deutsche demokratische Partei. Donnerstagabend im Saalbau Sauer Vortrag von Rechtsanwalt und Notar S t ä n d e l - Dann- stabt über die Auswertungsfrage. Wie man uns schreibt, wird der Redner das Thema nicht partri- pclilisch behandeln, vielmehr an Hand von sorgfältig ausgewählten, anschaulichen Beispielen die wichtigsten Grundsätze der jetzt erlassenen Gesetze (Anleiheablösungsgesetz und Aufwertungsgesetz) erläutern. (Siehe Anzeige.) Nachfi»llpreife: Nr. 0________ ■ --- NM -.22 -.43 —.65 1.25 Zentimeter): Erster: Schumacher-Aachen auf Im perial in 9:9,8; Zweiter: Gehrung-Stuttgart auf Hirth, Dritter: PH. Rarrer-Öranffurt a. M. auf Horex. 4. Rennen über 15 Kilometer (bis 350 Kubik Zentimeter: Erster Weiß-Groß-Auheim auf Zenith in 8:39,8, der mit einer Stundengeschwindigkeit von 119 Kilomete die schnellste Runde des Rennens fuhr; Zweiter: Schumacher-Aachen auf Imperial. Dritter: Grünewald-Nürnberg auf Triumph; Vierter: Gehrung-Stuttgart auf Hirth. 7. Rennen für Maschinen mit Seitenwagen bis zu 350 Kubikzentimeter über 10 Kilometer: Erster Haren auf Adres in 8:1,2; Zweiter Kurten-Düsiel- dorf auf Andrees. Die übrigen Rennen, u. a. Rekordversuche über 3 Kilometer, konnten leider infolge des plötzlich ein setzenden starken Regens nicht ausgefahren werden. Das Goldene Rad von Paris. Paris, 20. Sept. (WTD.) Im Kampfe um das Goldene Rad von Paris, der heute auf der Bufallo-Radrennbahn ausgetragen wurde, siegte der Franzose Henri 2 r e a u x. An zwei- ter Stelle folgte Der Deutsche Saldow, fünf Runden zurückliegend. Das Ergebnis der Moskauer Auloprüsungssahrt. Moskau. 19. Sept. (Wolff.) Heute sand die feierliche Preisverteilung an die Sieger in der Auloprüsungssahrt Leningrad — Tis« liS — Leningrad statt. Den Staatspreis für die besten Gesamtqualitäten für Personenauto« erhielt in der ersten Gruppe Mercedes, in der zweiten Gruppe 2 u ck, in der dritten Steher. Mercedes erhielt fernerhin einen Staatspreis für Lastautos und in der 1000- Meter-Rennfahri Den Sparsamkeitspreis in der ersten Gruppe erhielt Fiat, den zweiten 2enz. den dritten Praha. Den Konstrukttonspreis in der ersten Gruppe errang Studebaker, den zweiter. 2enz, den dritten Austro-Daim- le r. Den StaatSpreiS für Autobusse gewann ManneSmann-Mulag Somit haben die deutschen Wagen, insbesondere Mercedes, die wichtigsten Preise erhalten. Auch die österreichischen Wagen schnitten gut ab. während die amerikanischen Fabrikate an Dritter Stelle rangieren. Den mit Preisen ausgezeichneten Firmen wurden StaatSaufttäge gegeben. Der Start zum Sachsenrundflug. Bei herrlichem Wetter erfolgte am Sarnslasi- nachmittag kurz nach 2 Uhr aus dem Flugplätze in Chemnitz der Start zum Sachsenrundslug. Von den 33 gemeldeten Flugzeugen stellten sich nur 19 dem Starter, und zwar in der Klasse D bis 140 P.S. 2, Klasse C bis 100 P.S. 11, Klasse B bis 70 P. S. 6 und in der Klasse A bis 45 P. S. kein Flugzeug. Don den beibeh für die Klasse A gemeldeten Flugzeugen ist das Daimler-Flugzeug bei Stellberg zur Notlandung gezwungen worden, während das andere «ein Udet-Flugzeug, bei Ingolstadt abrutschte und beschädigt wurde. Der Start ging glatt oonftatten, und innerhalb 35 Minuten hatte sich alles auf die Reise begeben. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders« (Aus der .Radiv-älmschau".) Montag, 21. September: 4.30—6 UDr: Nachmittagskvnzeri des Hausorchesters. Die Oper der Woche. 6—6.30 Uhr: Die Lesestunde (Die Novelle): „Colornba" von Prosper Märimse. 6.30—7 Uhr: Die Bücherstunde 7 bi» 7.30 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: „Das Telephonieren aus fahrenden Eisenbahn- ,zügen". 7.30—8 Uhr: Indianer-Märchen. Vortrag von Dr. Ludwig Harald Schütz. 8—8.30 Uhr: Englischer Unterricht. 8.30—9.30 Uhr: Der junge Mozart. Dritter Abend. Kompositionen des werdenden Mannes. 10—11 Uhr: Uebertragung von Kassel. meter): Erster: Pütz-Aachen auf Helga: Zweiter I. Thevis-Berlin auf Widhofs: Dritter: Grohs- /wktmnen im 11 babei? dj. I ,JU Wen. wYj lh» H, ^«onaubdtte; mit einem Alonait mit einem Lomtli- E einem TBenalt. mit einem 28onal4 D mit einem > X agsenlcichtunz sind fo, geMlstn tcorben, u' ^rag in Stallt - ! H » M. Die frei- ! 9 Jt nicht mt« fa. all'g. die dem M- üichtbeittägc tote Die Deitmrichn^' Teholtsssc)) ijjifit' -weist, öafi JWt M,- chl. 3 O 8803^ Der Vorstand. Platz-Verlreter Theodorweigel,Biedenkopf Kartoffellieserung. |[Vermietungen Die Lieferung der SpeiseKartoffelnl Frdl. möbliertes Spinnerei. 8769D Bahnhofstraße nehme gerne entgegen. 07723 Dresden Ferdinandttraste 6 gesucht. 8802D gesucht 8817V Hofreite .KÖLNER, MESSE' Wilhelm Hanstein Paula Hanstein Erich Hanstein Else Hanstein Hanny Hanstein geb. Münster. 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Kreislnrnlesl Des fflelrheinkreises Zchülerwetturnen Die Diplome für Schülerwetturnen werden ausgegeben: Schülerinnen: Dienstag, den22.September, 5-6 Uhr, Turnhalle Oberrealschule. Schüler: Mittwoch, den 23. September, 5-6 Uhr, Turnhalle 1846, Steinstraße. Eickel bei Wanne in Westfalen, den 19. September 1925. 8822D Zwecks Aufführung eines Reigens am Stiftungsfest bitten wir die jungen Damen des Vereins zueinerBesprechung am Donnerstag, 24. Sept., abends 8*... llbr, im Saale des Herrn ttntuerf.« Turn- und Tanzlehrers Will, Vöbcr- strane 12. 8808c Ter Vorstand. Herr Franz Goeres unser Freund und Mitarbeiter, wurde uns am 16. d. 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September 1925, auf hiesiger Bürgermeisterei einreichen. Die Wahl unter den 3n- tereffenten bleibt dem Gemeinderat vor- beha.en. Die Uebertragung der Ausführung wird dem Betreffenden durch hiesige Bürgermeisterei zugestellt. Reiskirchen, den 20. September 1925. Hessische Bürgermeisterei Reiskirchen. Schomber. 8815D Kaufe slels Mel aller Art, auch einzelne Stücke 07681 H. Benner II., Selterswcg83Hth. Postkarte neqünt. Empfehlungen «Melmer Stt. 50. Tüchtige.selbständ. Maschinenstrickerin oder -Stricker f. sofort gesucht. OT7M L. Feige 9 Sonnenstr. 9.__ Tüchtiges Mädchen Nicht au jung, am liebsten vom Lande, gesucht zum 1. Oki. Schr Angeb. unter 07730 a. d. Gieß. Anz. [Stellengesuche, Gebildetes Fräulein ausguiemHause,mit guten Zeugnissen, in gut bürget!. Küche u. ganzem Haushalt ob. Hauswesen erfahren, sucht paff. Wirkungskreis ob. Stelle. Schrl'tliche Angeb. unter 8819D a. b. Gieß. Anz. erb. 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Und eine Landung, man denke, trotz des Einsatzes einer faszistischen Landarmee! So etwas durfte einfach nicht vorkommen, hatten doch die zwei Dutzend Kriegsberichterstatter, die dem gewaltigen Kampf auf der „Citta di Triefte" beiwohnen — wollten, ihre Aufgabe bereits glänzend gelöst: Die dunkelste Provinz erstrahlte irti Bewußtsein, daß eine un- besiegliche Armada die Küsten schütze. Und nun hatte der feindliche Admiral, geschützt von drei Dreadnoughts, einfach seine Mannschaften in Sizilien ausgeschifft. Was tut inan in einem solchen Fall? Ein Unterseeboot putzt einfach alle drei feindlichen Dreadnoughts weg, und somit ist der „glänzende Sieg der nationalen Streitkräfte" entschieden. Da eine Kritik im faszistischen Italien nicht erlaubt ist, erfuhr der unsachverständige Bürger erst nach geraumer Zeit aus einer amtlichen Verlautbarung, es lasse sich noch nicht recht sagen, wer gesiegt habe, die Experten müßten erst die Verluste abschätzen. Wie es scheint, sind die Experten noch immer damit beschäftigt, doch begegnet man bereits einigen instruktiven Aufstellungen alter Seebären , und junger Draufgänger, die ohne Kommentare eine Parallele ziehen zur französischen Flotte. Daß dabei alle Augen nach Marokko gerichtet sind, versteht sich. Mussolini kann jetzt nicht nur auf das Beispiel von Gallipoli Hinweisen, sondern auch auf die Schwierigkeiten, die sogar den vereinigten französisch-spanischen Schiffen an der Küste der Rif- kabylen erwachsen sind. Der Ernst des Krieges würde zweifellos die italienische Wehrmacht auf keiner geringeren Stufe sehen als Türken und Mauren. Im übrigen verfolgt auch das politische Rom die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz mit weit größerem Interesse als die Friedensoperette in Genf. Es ist sicher, daß Italien zur Stelle sein wird, wenn es nach dem Verbluten der Rifleute zur Beuteteilung kommen sollte: schon heute wird erklärt, die marokkanische Frage berühre vitale Interessen Italiens, und es scheint gar nicht ausgeschlossen, daß man sich dann auch über das gefährliche tunesi - s ch e Pulverfaß unterhalten wird. Frankreich könnte heute die unbedingte Freundschaft der lateinischen Schwester gegen gewiße Zugeständnisse haben, zu denen sich der gegenwärtige französische National- stolz niemals hergeben wird. Tunis, Korsika, Nizza — jede Erörterung hierüber muß nutzlos erscheinen, und diese zwangsläufige Zuspitzung der Gegensätze ist es, die fortgesetzt die Spannung über dem Mittelmeer nährt und auch in die Rheinpolitik eingreift. Denn Italien steht somit vor der Frage: Inwiefern kann mir ein Sicherheitspakt nützen oder schaden? Augenblicklich brauche ich gewiß Frieden, etwa noch zehn Jahre lang, denn ich bin noch nicht bereit; aber dann? Daher die zwiespältige Stimmung in Nom, sowie von einer dauernden Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich die Rede ist. Italien fürchtet, und diese Furcht schwingt als Leitmotiv durch seine militärische Politik sowohl wie durch seine wirtschaftliche, bei der Neuordnung Europas aufdieSeitege- schoben zu werden, plötzlich zwischen zwei Stühlen zu sitzen. In den düstersten Farben werden die Gefahren eines Jndustrieblocks an die Wand gemalt und in phantastischen Interviews die Geheimnisse der Stresemannschen Versohnungs- politik entschleiert. Es ist klar: Deutschland verzichtet freiwillig auf Elsaß-Lothringen gegen den Anschluß Oesterreichs. Nun weiß zwar niemand in Italien zu sagen, worin denn die schreckliche Gefahr Seit sie ihn über die Grenze verwiesen hatte, waren sie nicht mehr zusammengekommen. Er würde ihr nicht Lebewohl sagen. Engelhardt hatte ihm in der Versammlung Gemeinschaft und Rachbarschaft gekündigt, ihn als einen Menschen brandmarken wollen, dem nichts heilig ist, der den Frieden der Ratur mordet und die Heimat verschachert. Er nahm den Hut ab und ging den Feldweg entlang zum Wald hinauf. Als er die Schienen überschritt, klirrte ein Signal in den Drähten, und gleich daraus schlug aus der Station das Glockenwerk. Im Walde setzte sich Hanns auf einen Moosfelsen und zog noch einmal seine Briefschaften hervor. Die Morgenpost hatte ihm die letzten Absagen gebracht. Der Abgeordnete des Kreises hatte sich ebenso ablehnend verhalten wie die Regierung. Die Fischereigenossenschaft hatte ihr ewiges Recht auf den Laufsen proklamiert, und die Zeitungen hatten seinen Vorschlag als phantastisch oder sträflich verworfen. Der Jngenieurverein zweifelte seine Berechnungen an und verweigerte ihm die Aufnahme eines Aufsatzes in das Verbandsorgan. Er war auf der ganzen Linie geschlagen. Auf einem Briefumschlag zog er die Bilanz. Tannennadeln, die der Tritt eines Eichhorns gelost hatte, riefelten auf und nieder. Wenn er die Techniker ablohnte und das Bureau aus- loste, blieben ihm noch siebentausend Mark an barem Geld, siebenundzwanzigtausend Mark waren in Landerwerb und Propaganda aufgegangen. Eine Ansichtskarte aus Reapel siel ihm in die Hand. Sie war von Gheude, der sich auf der Ausreise nach Kanton befand. „Kommen Sie nach, die Kondition ist ausgezeichnet", hatte der Freund geschrieben. Unb auf einmal packte ihn das große Fernweh wieder, der Zug in die Weite, die Lust, als Kulturpionier hinauszuziehen, auf dem Pony an den Arbeitskolonnen vorbeizugaloppieren, in Wellblechbaracken über Karten und Plänen zu hocken, Strome zu sperren und Berge zu sprengen und, einen fremden Himmel über sich, an die Heimat zu denken, die still und unberührt im Dämmern der Erinnerung eingesponnen lag einer Vereinigung der deutschen Brüderstaaten für Rom bestehe, aber, unb das ist des Pudels Sem, Mussolini käme um eine prachtvolle Kompemationc- offerte, wenn ihm Paris mit einer Zustimmung zuvorkommen sollte. Politik ist heute wie nie zuvor handelslustig. Die deutschen und die italienischen Herren, die seit Jahr und Tag an dem Handelsvertrag herumkauen, haben nichts zu lachen. Immer möchte man die Politik hineinspielen lassen. Selbst die Leoftadt jenseits des Tibers spürt trotz des Heiligen Jahres, das noch immer gewaltige Pilgermassen anzieht, diese kriegerische Lust. Der päpstliche Hof muß sich mehr, als ihm lieb ist, mit dem „Abbruch der diplomatischen Beziehungen" befassen, sein streitbarer Kardinalstaatssekretär führt eine streitbare Klinge und weiß, wie dieser Tage der tschechische Außenminister erfahren mußte, genau zu unterscheiden zwischen besprechen, handeln und verhandeln. Im „Osservatore Romano", dem Montteur des Vatikans, stößt man immer häufiger auf den gereizten polemischen Ton, ja. Fori- n a c c i, der kleine Mussolini, hat zu seinem Leidwesen kaum mehr Gelegenheit, sich mit einem anderen Gegner zu messen. Und der kirchliche ist so unangenehm kugelsicher. Ach, wenn es doch wieder eine Opposition gäbe! Die gibt es aber nicht, der „Aventin wandert nach Frankreich aus", wie die betrübten Lohgerber feststellen. Bedauerlicherweise kommt die „schwere innere Krisis in Italien nur in ausländischen Zei- tungspiantagen vor, die der Opposition vergeblich suggerierten, sie solle doch „dem Schritt Orlandos folgen und sämtliche Mandate niederlegen". Ja, wenn die Diäten nicht wären! Bleiben wir also alle hübsch unter uns und zu Hause. In der Regierung gibt es nur noch faszistische Minister und im nur faszistischen Parlament hat man jetzt mangels Redner wenigstens die vielbesprochene rostro ausgestellt, die neue Rednertribüne. Vielleicht wird sie im Dezember, vielleicht erst nach Weihnachten ein- geweiht — wie Zeus Mussolini will. Amerikanische Luftpost. Von unserem H. K. ^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. San Franzisko, Anfang Sept. Wenn man in San Franzisko das amerikanisch- großstädtische Leben und Treiben der „Market- Street", besonders an ihrem oberen Ausläufer, wo sie mit dem wunderbar gepflegten „Golden Gate Park" zusammenstößt, betrachtet, fo geroinntc man einen Eindruck von der Vielgestalt des amerikanischen Lebens, wie es bedeutender und größer in Europa kaum anzutreffen ist. Das Motto des amerikanischen Lebens heißt vornehmlich: intensive Arbeitsleistung, Zeitersparnis und besonders Schnelligkeit. Amerika ist das typische Land der Rekorde, und der Nationalftolz der Bewohner flammt immer wieder von neuem auf, wenn es gelingt, nicht nur im Sport, sondern in der Technik und in der Schiffahrt neue Leistungs- und Schnelligkeitsrekorde aufzustellen. Man wird sich der die ganze Wett in Atem und Spannung haltenden Vorkriegswettkämpfe erinnern, die vornehmlich zwischen den beiden führenden Flotten der Welt: der englischen und der deutschen, um das „Blaue Band" des Ozeans ausgefochten wurden. Man betrachtete es damals als eine besondere Leistung, wenn es gelang, die Ueberquerung des Ozeans, zu der regulär 10 Ms 12 Tage benötigt waren, in kaum 7 lagen durch- zuführen. Aber auch dieser Rekord sollte in einer damals nicht vorhergesehenen Weise, nämlich durch die noch in aller Erinnerung liegende denkwürdige Ueberquerung durch „Z.R.III", in 72 Stunden bis tief nach Amerika hinein, geschlagen werden. Da hat menschlicher Forschungsdrang alles darangesetzt, die Hilsmittel der Fortbewegung immer mehr und mehr zu verbessern und die Reise- bauer abzukürzen. Der amerikanische Kontinent stellte noch 1850 bezüglich seiner Durchquerung eine sehr schwere Aufgabe dar. Man gebrauchte von Neuyork bis San Franzisko ganze 24 Tage, darunter waren drei Tage Eisenbahnfahrt und 21 Tage mußten mit der Ueberlandpost zurückgelegt werden. Das Jahr 1860 brachte schon für die damaligen Verhältnisse eine Verbesserung, auf die man sehr stolz war, man verkürzte die Reisedauer um 60 Prozent, unb jetzt brauchte man nur nodj 10! Tage barauf zu verwenden. 2! Tage fuhr man mit der Eisenbahn von Neuyork nach Sb-Josef, und acht Tage fuhr man mit dem sogenannten „Pony- Er sprang auf und warf die Arme in die Hohe, als mühte er die Weite erfassen und an sich drücken. Ein Cisenbahnzug kam gefahren und hielt in Rheinau. Ingold sah vom Wald aus die Chaise der „Alten Post" nach St. Joseph hinausrollen. „Ruth?" Er hatte den Hamen plötzlich laut in den Wald gerufen. Ein ungeheurer Schmerz zerriß ihm die Brust. Die Hände vor das Gesicht geschlagen, stand er lange Zeit, keines klaren Gedankens fähig. Als er seiner wieder Herr geworden war, ging er nach Hause. Er kündigte feinen Leuten, zahlte sie aus und gab ihnen die Freiheit zurück. Im Herrenstübchen der „Post" waren der Postsekretär, der Provisor und der Oberlehrer, die als Junggesellen hier ihren Mittagstisch hatten, schon lange von ihm abgerückt. Heute fühlte er sich plötzlich ganz als Amerikaner, ging ohne Gruß an ihnen vorbei und setzte sich breitbeinig an seinen Tisch Der Wirt kam, blieb einen Augenblick bei seinen Stammgästen stehen, sprach laut und behaglich und stand plötzlich vor Ingolds Tisch, um zu sagen: „Ein Mordskerl, drei Pfu^d geschuppt und geputzt. Ja, der Laufsen. eine Fischfalle, wie es kine zweite gibt. Ein solennes Abschiedsessen, Herr Ingenieur, und wir lassen ihn doch rund herumgehen, nicht wahr?" „Rein, den Fisch, den eh ich allein", antwortete Hanns mit wildem Humor und nahm dem Mareile die Platte mit dem goldgelb gedünsteten Barsch aus den Händen. Gegen Abend kam Hermann und fragte nach dem Bruder. Hanns packte seinen Koffer und tat, als sähe er Hermanns gerötete Augen nicht. „Hast du dem Vater gesagt, daß ich ihm Lebewohl sagen will?" „Ja. aber er läßt dir antworten, es mache keinen Unterschied, ob dir dein Plan gelinge oder nicht. Du hättest ihn gedacht, und das sei genug." (Fortsetzung folgt.) btt. bc* bie BetörberungsviNro non t«t gu Tag steigen. 3m ersten Hatdiotzr 1925 teMt der xluftpoftbienft der bereinigten claaten 12S3 67o Metten oder faft 2 Millionen Kilometer ohne jeden Unfall zu- rütf. Dos Gewickn der seit Bestehen diese« Dienste« beförderten Luftpost betnw 4 Millionen amen konifchc Pfund oder 1800 lemntn Diese Zahlen sind jcbod) nur ttr die ftauptftrnfen tniqOrf— San Franzisko gültig. Für die teilweise noch im Ausbau desindlichen Nebenstrecken liegen bisher keine Angaben vor. 'Jtun noch ein Von über die nom Lufipostbienst nerivenbeten Maschinen Es handelt sich uni frühere Kampfflugzeuge, die mit schweren De stooiland Motoren ausgerüstet wurden, deren .stosten sich aus lOoo Dollar für ,edes Flugzeug bcstefen. Die Nutzlast schwankt zwischen .*>00 bis l.K)0 amerikanischen Pfund, also 300—500 Kilo- flranmt. Soweit wir hier erfahren konnten, oer- rotnbct Deutschland Dornicr-stomet-Flugzeeige. die eine Nutzlast von 1300 Kg. besitzen, die aber nicht nur für die Beförderung von Luftpost, sondern auch von Personen in Frage kommen. Selbstverständlich rentiert stch der amerikanische Luftpostdienst noch nicht völlig. Da man bei dem ausgedehnten L o n d postbienst R6 Millionen Dal- lor zuletzt, so spielt die kleine Stimme von 1* Millionen Dollar, die man pro Jahr an dem Lusvostdienst zusetzt, überhaupt keine Nolle. Es ist ganz klar, daß man diese Subventionen auch im Interesse der amerikanischen Lnstver t e i d i g u n a macht, da hierdurch gutausgebildele Flieger geliefert werden, deren tägliche Erfahrung sich eines Tages wieder bezahlt macht. Expreß", der gegenüber der Ueberlondpost wesentliche Schnelligkeit »vorteile bot. Die nächsten Jahrzehnte waren die großen Krundungojahre der amerikanischen Eisenbahnen, und im Jahre 1870 wurde da» mit vielem Pomp gefeierte Ereig nt» Dahrbett daß man von Neuyork mit einem durchgohenven Ueberland-Exprehzug in 100 Stunden fahren konnte. Die Fahrtdauer der Eisenbahn tonnte nicht wesentlich mehr wrtätftt werden im Jahre 1^21 brauchte man 96 bi» 12" Stunden, je nach der in Betracht kommenden Eiter dahnlinik - e» gehen jetzt drei Linien von Mei york nach Son Franzisko — und der Anschluß Verbindungen, die überall verschieden geart»eiff! sind. 1924 erscheint zum erstenmal der Luftpost dienst — ein oerkehrolechnisch«» Ereignis ersten Ranges — auf der Bitdflache, und jetzt wird die große Ueberlandstrecke in den Bereinigten Staaten mit Hilfe der ichweren Flugzeuge in einem Drittel der Zeit der Eisenbahn — nämlich in 33 Stunden — zurückgelegt. Der menichlrche Meli, und jeinc Organisationostihigkeit haben einen neuen bedeutenden Erfolg von nicht zu unterschätzender Tragweite errungen. . . Bei Betrachtung de» Lustpostdienstes in den Bereinigten Staaten fallt sofort ein grundlegender Unterschied von den deutschen Verhältnissen in die Augen und das ist der, daß der deutsche, nicht »u unterschätzende Lustreiseoerkehr, dem auch der Lust- pottbtenfi angeschlofsen ist. von p r > v a t « n «eseU- schaiien betrieben wird und sein Hauptgewicht auf bie schnelle Beförderung von Personen legt, wüh- rend drüben in Amerika der „A i r Mail Service" sich ausschließlich der Beförderung von Luftpost widmet, die bei dem großen Umfang der amerikanischen Handels, und Geschäftsinteressen eine viel größere Bedeutung besitzt, al» die» bei uns der Fall ist. Da 'Amerika da» klassische Land des Automobils ist, iebcr siebente Einwohner besitzt ein solches Vehikel, so ist die Verkehrsluftfahrt nicht in dem Umfange wie bei uns im Schwünge. Für die Amerikaner war es direkt eine Sensation, al» Ford, der populärfte Mann de» Landes, an- kündigte, daß er mit seinem Aluminium-Flugzeug „Maiden-Dearborn", das zwischen Chikago und Detroit fliegt, al» erster Unternehmer die „V e r • kehrsluitsahrt" eröffnet hat. Ev ist natürlich klar, daß Ford, dessen Mittel unbegrenzt sind, und der seinen fähigen Sohn Edsel mit der Drgani sation und Fabrikation von Flugzeugen und der Derkehrslustiahrt beauftragt hat, diese» Problem m ganz kurzer Zeit mit der ihm eigenen Energie losen wird, und wir hier in Amerika demnächst Ober wohlausgebaute Flughöfen, Flugzeuge und Fluglinien verfügen werden Der amerikanische Lustpostdienst, der al« em gemeinnützige» Unternehmen der staatlichen Post anvifehen ist, führt auch hin und wieder Ret- tung»expeditisnen mit seinen schweren Flugzeugen aus, die ihn bei der Bevölkerung außer- ordentlich beliebt machen. Es sei an dieser Stelle ein interessantes Bei spiel au» der charftatioen Tätigkeit de» Luftpost birnfte» angeführt. Die Funkstation in 9M Springs erhielt vor einiger Zeit unerwartet einen telephonischen Anruf, daß in dem bei Kammerer befindlichen Kohlen Bergwerk, welche» 120 Kilometer von ihr entfernt liegt, eine große Explosion stattgesunden Hai, bei der viele Personen verletzt worben sind Die einsam gelegene Zeche brauchte sofort einen Arzt mit Krankenpflegern und einen mit Wenerschaden vertrauten Sachverstön- b i g c n. Ein Hilfszug, der von Bock Spring» ab- gelafsen werden könnte, brauchte bei dem mangelhaften Unterbau dieser Dahn vier Stunden, bi» er zur Stelle war. Die» war jedoch viel zu spät, da inzwischen verschiedene der Verletzten hätten sterben können und die Möglichkeit weiterer llngluckssälle gegeben war. Man forderte den au» dem Weltkrieg bekannten, bei der Bevölkerung sehr beliebten Flieger 'Boom ft ra auf, mit feinem Postslugzeug sofort zu Hilfe zu eilen. Die schwere, mit einem De Haoiland Motoren ausgerüstete Maschine zog an, und eine halbe Stunde später war der sehnsüchtig erwartete Arzt an Ort und Stelle Solche Rettungeerpeditionen sind in den einsam abgelegenen Wegcnben der Rockt, Mountain» keine Seltenheit So wurde kürzlich ein armer, an Blut- Vergiftung schwer bamiebeTliegcnber Schäfer eben- fall» durch eine Lustpostmaschine, die einen Arzt berbeiführte, von feinem Leiden erlöst. Der geregelte Betrieb erleidet durch derartige Hilfeleistungen na- türlich keine Unterbrechung und das Ganze wickelt sich mit der Pünktlichkeit einer Eisenbahn auf die Minute ab. Sie erste große Etappe von Neuyork nach San Franzisko ist Ehikago. Beide» sind Weltstädte von unnachahmlicher Bedeutung, und die in ihnen untergebrachten Banken, Handel und Industrieunternehmungen sind bestimmend für das Besicht der Bereinigten Staaten. Der schnellste Zug zwilchen Neuyork und Ehikago braucht immerhin noch 20 Stunden, während durch da» Flugzeug diese Zeit aus 0 Stunden herabgemindert wird. Abfahrt urtb Ankunft des Flugzeugs find genau geregelt. Die Abfahrt des Flugzeugs erfolgt regelmäßig 10 Uhr abends östlicher Zeit, und das Flug- zeug trifft um 6 Uhr morgens mittefamerilanifd)er Zeit in Ehikago ein. Der Rückflug gefchieht bann wieder um 9 Uhr abends mittelamerikanifcher Zeil, und das Flugzeug ist in Neuyork um 6 Uhr morgens östlicher Zeit. Zuerst hatte man beabsichtigt, nur des läge« zu fliegen, aber die Banken hatten hierauf gedrungen. daß der Nachtdienst im Flugverkehr eingcfuhrt werden sollte. Sämtliche im Laufe des Tages eintreffenden Aufträge für die andern Groß städte, die auf der Strecke liegen, gehen des Abends heraus und sind am nächsten Morgen an ihrem Bestimmungsort. Auch die B ersicherungsge- 25 Jahre Hessischer Lehrerturnverein —0— Dor einigen Tagen war der Hessische Lehrerturnverein zur Feier seines 2 5 - jährigen Bestehens in Darmstadt zusammen und konnte sich dabei einer sehr zayl- reichen Beteiligung von Mitgliedern und Gästen, auch aus der Schulverwaltung, erfreuen. Dein Jubiläum hatte der Verein unter Verzicht aus alle geschäftlichen Verhandlungen und mit Unterstützung des LandeSamts für das Vildungstvesen zu einer großzügig angelegten Tagung für Körpererziehung in btt Schule auSgebaut. Einleitend wurden in der Liebig- Oberreotschule von je vier Klassen Knoden und Mädchen verschiedener Schularten Vorführungen dargeboten, die in ihrer Mannigfaltigkeit und ausgezeichneten Durcharbeitung an Anregungen und Werbefrafl weit über den lebhaften Beifall der Stunde hinausreichen werden. Der Vachmittag vereinigte die Teilnehmer in der großen Turnhalle der Turngemeinde 1846 am Woogplah. Oberreallehrer Karl Roth (Darmstadt) begrüßte die Versammlung als 1. Vorsitzender des Hess. Lehrerturnvereins, insbesondere mit warmen Dankesworten den cOiäbrigtn jungen Turner und Ehrenvorsitzende des Vereins. Schulrat i. R Schmuck, der den Verein ins Leben ries und ihm Führer und Berater war nnd heute noch sei', Schmucks Wirksamkeit habe das hessische Schulturnen in der Richtung bet turnerischen Durchbildung der gesamten Jugend wesentlich gefördert, und seine Lebensarbeit habe sich in dein Wandel unserer Zeit entwicklungsfähig gezeigt. So wertvoll die Unterstützung von der Phhsiologie und Psychologie her für unseren Turnunterricht sei, so müßten die erzieherischen Grundsätze doch immer lm Vordergrund bleiben. Vamens des Landesomts für das Dildungs- tvesen dankte Oberst udiendirektor Lauten- schlöger dem Verein für feine Freiwillige und uneigennützige Mitarbeit bei der Pflege und Entwicklung des hessischen Schulturnens mit dem Wunsche, weiterzubauen am Reuen auf den bewährten Grundlagen des Alten. Für den Darmstädter Lehrerturnverein sprach Prof. Beckern er betonte in eindringlichen Worten, daß Hessen immer noch die Zen- tralftcfte für Leibesübungen fehle, die sammelnd und richtunggebend wirken müsse. Aus das innige Verhältnis des Vereins der Fachturnlehrer zum Hess. Lehrerturnverein wies dessen Vorsitzender. Oberreallehrer Qulet) f®arm- ftobt). hin Vunmebr ergriff Schulrat i. R. Schmuck, von der Versammlung lebhaft begrüßt das Wort zu feinem Festvortrag: Die Geschichte des Hessischen Schulturnen«. Einleitend erklärte er, er gedenke, eS mit der geschichtlichen Wahrheit zu halten: diese aber könne uns durch klare Erkenntnisse zur fördernden Tat wecken, die ja die eigentlich? Feststimmung des reifen MonneS in sich schließe. Obwohl schon im Schuledikt von 1822 dos Turnen als ein Destandteil des Unterrichts und der Erziehung erkannt worden war. kann man doch erst seit rund 75 Jahren von einem hessischen Schulturnen reden. 3m 3ohre 1848 ries das fortschrittliche Ministerium v. Gagern den Turnlehrer Adoss Spieß, unseren Landsmann aus Lauterbach In Oberhessen, von Vasel nach Darmstadt, um boS Turnen in den Schulunterricht organisch einzu- gliedern. Eine Verfügung vom Jahre 1849 gab gab dazu die nötigen ©tunbagen. aber die dabei aufgestellten Forderungen sind bis heute noch nicht voll erreicht. Ein Schüler von Spieß, Alfred Maul aus Michelstadt L O. verstand den Geist des Meisters und wurde der verdienstvolle Organisator und langjährige Leiter des badischen Schulturnens. Aber schon bald erkrankte Adolf Spieß und starb am 9. Mai 1858. Vach einem srllschafitn urtb ihre Unteragenten bedienen sich zum Verschicken ber gebrauchten Unterlagen fast ausschließlich ber Luftpost. Auch bie Zeitungen machen sich die Schnelligkeil ber UebermitHung £ nutze unb lassen KorrespondeEen. Artikel und »otographien fast nur noch durch bie Lust be- •bern. Auch die Filmindustrie und ber Film verleih fpnren durch Benutzung ber Lustpost 8—4 kostbare Tage. Das größte Eh'kagoer Bersanbhaus gibt pro Monaat 8000 Dollar kur bie Luftpost aus. Man macht sich kaum einen Begriff rwi brn bedeutenden Summen, bie im Bankwesen zwischen ben einzelnen Banken und Filialen hin »mb her geschickt werben. Der Transport von Effekten und Ikrftthcrungspapieren zwischen Neuyork unb Clevelcmb beläuft sich atff 1,3 Millionen am Tag. Noch viel größer ist die Summe zwischen Neuyork und Ehikago. zwilchen ihnen werden 20 Millionen Mark befördert. Die Banken nehmen etwaige erhöhte Kosten gern auf sich, weil auf ber anderen Seite bie Kundschaft die erheblichen Borteste der Zinsersparn's genießt. Die Sicherheit ber in Amerika betriebenen Luftpost kann geradezu als vorbildlich bezeichnet werben. Auf ber aefamten llcberlanbftrerfc Neu York—San Franzisko ergab sich nur ein Verlust von 0,005 Prozent. Sogar bie eingeschriebenen Pakete wurden in ben Vereinigten Staaten nicht so sicher befördert als die Lustpost, denn 1922 gingen o.ih); - von eitlem Hunderstei verloren. Außerdem kommt noch hinzu, daß es etwaigen Verbrechern einfach unmöglich gemacht wirb, die durch ben Luftverkehr beförderten Briefschaften stehlen zu können. Mit Rücksicht hieraus ist diese Besördeungsart in ganz Amerika sehr beliebt, der außerordentlich billige Preis trägt weiter dazu Stillstand und damit Rückschritt von nahezu zehn Jahren übernahm der In Hessen noch wohl- bekannte Turnlehrer Marr in Darmstadt die Führung: von Hause gus Finanzaspiranl. batte ihn eine gute turnerische und pädagogische Begabung zum erfolgreichen Schüler von Spieß werden lassen. Seil 1865 tätig, wurde er bei her Durchführung des Volksschulgesehes von 1874 der erste hessische Landesturninspektor. Aber heftiger Widerstand auf allen Seiten begleitete feine rastlose Tätigkeit, durch die cf trotz alledem mit tatkräftiger Unterstützung der obersten Schulbehörde die Grundlagen jur das hessische Schulturnen schul, wenn er auch in den letzten Jahren seiner Amtszeit nicht mehr überall sein konnte. Eine besondere Begabung hatte Mars für das Mädchenturnen: im Knabenturnen hat er mit zur Uebertreibung der Ordnungsübungen beigetragen, während bai Geräteturnen und die volkstümlichen Hebungen zu kurz kamen. 3m 3ahre 1898 wurde der Vortragende selbst aus die gleiche Stelle berufen, die schon damals mit einer starken Gegnerschaft belastet war. Und doch ist diese Stelle, von einem tüchtigen Fachmann im Hauptamt geleitet, heute wieder notwendig, heute mehr denn je. AuS der reichen Erfahrung seiner langen Amtstätigkeit heraus zeigte Schulrat Schmuck an vielen Einzelfällcn den weiten Umkreis der Wirksamkeit eines Fachmannes in der Gesamtleitung der Leibesübungen im Schulbetrieb. Eine äußerst wertvolle Hilse während seiner amtlichen Tätigkeit fei ihm stets der Hess. Lehrerturnvcrem gewesen. Lebhafter Deisall folgte den von tiefer Liebe zur Schule, zu Volk und Vaterland getragenen Ausführungen deS hessischen Altmeisters der Turnkunst. Hieraus lauschte man den Worten des wefthin bekannten Führers der turnerischen 3ugendbewe- gung Dr. Edm und Veuendorss, seit kurzem Direktor der Preußischen Hochschule für Leibesübungen. Seine eigenartige, jugendlichen Bedürfnissen und Empfindungen zugewandtc Gedankenwelt gewinnt an Vachdruck durch die Art des Vortrags. Er sprach von den Wegen btt körperlichen Erziehung und ihrer Bedeutung für Dolk unb Staat, in freier Rede, mit jugendlicher, hinreißender Begeisterung. Der Umfang und die Verfeinerung der intellektualistischen Bildung, unsere ganze Zivilisation, so führte er aus. hat uns seelisch krank gemacht, wir können vor lauter Denken und Wägen nicht mehr — wollen und handeln. Zur Vatur, zum Leib, zum Einfachen, au Uranfängen muffen wir zurückkehren, um wieder das Dollen, den Mut, die Tat zu lernen. Der Turnunterricht ist ja nicht bloß Technik^nicht bloß ein Mittel zur Erhaltung leiblicher Gesundheit, sondern er soll Erziehung sein. Schon die einfachen volkstümlichen Uebungen be» Werfens. Laufen« und Springens sind auch in seelisch-geistiger Beziehung äußerst wertvoll, da sie durch Maß und Zahl auch über weite Räum« vergleichbar werden und fo den Willen zur Leistung wecken und stärken. Das Geräteturnen ist heute weniger populär, weil die Menschen nicht mehr — wollen können: denn hier muß zu dem Willen noch der Mut zur Beherrschung des Gerätes hinzukommen. Die Parteispiele erfordern Einordnung in eine Gemeinschaft, rasches Erfassen einer Lage und Schlagfertigkeit der Handelns. Schließlich darf aber auch „das Ringen und Schwingen am Gerät" nicht vergessen werden, das trotz oder vielleicht gerade wegen feiner Zwecklosigkeit das jugendliche Lebens- lefühl erhöht und innerlich stark macht: es ent- pringt dem Spiel- und Tanztrieb der Jugend und ührt zu den Tanzformen beim Mädchenturnen. Der nüchterne Engländer begnügt sich bei Bandmaß und Stoppuhr, das deutsche Kind aber ist einem Volke der Musik und der gotischen Dome entsproßen. Dom toll bas Schwimmen vow 12. Le ben»iübre ob kommen und allmonatlich ent Wan benag uns bie ganze Last ber Zivilisation vergessen lassen, bomh bas Kind an den einfachen Freuden in und mit der Natur sich selbst gewinnen lertrt Das WvN, daß den Deutschen nur durch Deutsche geholfen werden fann, ist auch in ber Umkehrung wahr, baß bie Deutschen nur bunh Deutsche per mchret werden können. Darum müßen wir ein ein lache« willen Haftes unb mutiges Geschlecht er ziehen Reicher Bestall dankte dein einbrucksvntten Redner. Abends gehörte die Turnhalle der Fugend. Der 3. Gau im verband des 9. (Äittelrbein.) Kreise» ber Deutschen Turnerschasi bet Hlain-Hheingau tvar mit seinen 3ugenbgruppen gekommen, um mit dem Führer der deutschen Turnjugend einen Tee- Abend zu verleben. Dazu waren lämtsiche C'ugenbi'crbänbe Darmstadt» miteingetaden. und jchließstch waren noch viele gekommen, die sich diese An von Jugendunierholtung astsehen wollien, fv haft der weite Raum samt ber Okilerie vollbesetzt war. Im Anschluß an seinen Vortrag, den Führer nun auch im lebendigen unmittelbaren Umgang mit der Turnerjugend zu lohen, war gewiß ein tcltener Genuß. Mit lebhaften . Gut-Heif-Rusen begrübt, ging Ne « endorff sreundlich-lächdnd durch ben «aal, und bald batten sie ihn in ihrer Miste. (Rh gerneiiHtme» Lied schallte sogleich durch die weite »lalle und gab da» (Befühl der Zusammengehörig feit. Vor der offenen Bühne hotten stch eine luqenö liche Kapelle mit Sireichinstriunenten aufgebaut sie war aus Nauheim bei Groß-Gerau — und machte außer der Begleitmusik zu den Gesängen auch Kon zertmusik. Und nun wechselten in bunter Mannig- faltigfett, wie es der Tee-Abend erfordert, gemein lame Lieder mit Darbietungen auf der Bühne in Musst, Gelang, ernsten unb heiteren Gedichten nnd Szenen, Bostsstücken, mimifd)-rhnthmi|d)e Wieder gäbe von Volksliedern u. a. Und habet herrschte kn dem großen Saal lautlose Stille und gespannte Aus- merffamfeit, und alle», wo» an festlicher Freude und Stimmung in der großen Versammlung ans kam, zog feine Nahrung nur aus diesen Darbictun gen, nicht aus den üblichen materiellen und seelischen Rauschgiften. Diesen Trennungsstrich ans freiem Wollen zwischen den Mitteln jzu einer heileren, geselligen Freude zog N e u e n d o r f s auch in feiner einfachen, kurzen Ansprache: ct er innerte ferner an das Dorfährige Jugendtreffen bei Deutschen Turnerfchaft zu Marburg a. L., wo IROOo Jungen unb Mädels sich als Kinder desselben Boi kes, als Arbeiter an sich selbst und bamll on einer besseren Zukunft fühlen gelernt hätten, und forderte schließlich aus, der Deutschen Turnerschaft und dein Geiste Jahns die Irene zu halten. Anknüpfend an diesen Gedanken führte Direktor Heinrich H a f f i n g e r von der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in eindringlichen Worten aus. daH gerade bie Nicht achtung der Eigenart des anderen die gegenseitige Verständigung und den sozialen Frieden im den, schen Dolk so sehr erschwere: deshalb wünsche er brr Jugend aller Richtungen und Schichtungen gerade diese Ehrfurcht. Am nächsten Morgen begann das Schwimmen ber Schulen im Stähl. Hallenschwimmbab. Hier wurde den Teil nehmern der Tagung etwas Neues geboten. Dehn der Schwimmunterricht ist durch seine ine thodische Ausgestaltung als Klassenunterricht reif geworden, dem Schulunterricht organisch eingcglie- den zu werden. Das Landesamt für das Bildungs- mefen hat unter dem 26. August d. I. „Richtlinien für den Schwimmunterricht der Schulen ih Heften" yerausgegeben und auch an die Berfammlung verteilen lassen. Dberreallehrer Karl Roth brachte ben Lehrgang in anschaulicher Weise mit seinen Schülern zur Darstellung, und es wäre eine Freude, besonders die Uebergangsübungen im Wasser zu verso! gen. Zum Schluß wurde noch eine 500 Meter-Stössel unter den Darmstädter Schulen ausgetragen (zehn Jungen je 2 mal 25 Meter). Leider mußten die Spiele auf dem Hochschulsport- platz des schlechten Wetters und der dornst zusammenhängenden Bodenverhältnisse wegen ausfallen. Nächstes Jahr wird der He|f. Leyrerturnoerein feine Hauptversammlung zu Oppenheim a. Rh. abhalten. Aus der Provinz. Landkreis Gienen. V Klein-Linden, 20. Sept. Der seit 1918 hier bestehende Gchützenverein .Roland" hat jetzt einen neuen Schicßstand am .Ehristophswäldchen" eingerichtet, nachdem das Kreisamt die Genehmigung hierzu erteilt hatte. Der über 60 Mitglieder zählende Verein hat auch die Anschaffung von zwei 8.5-Millimeter-Gewrh- ren ennöglicht. 3n diesem Winter soll noch baS Saalschießen mit Zimmerstuhen gepflegt werben, dann will man im nächsten Frühjahr mit dem Grohkaliberfchießen beginnen. Der er ft feit einiger Zeit bestehende Kletnkaliberschützenver- e i n will nun auch ein zweites Gewehr und einige Zimmerstutzen anschassen, da die Mitgliederzahl schon über 40 aktive Schützen aufweist, und Veuanrneldunaen bevorstehen. — Der 53- jährige Landwirt Wilhelm Schmidt in der Wetzlarer Straße stürzte beim Arbeiten in seiner Scheune so unglücklich, daß er bewußtlos liegen blieb. Der Arzt stellte zwei Rippenbrüche fest. ? Lollar. 19 Sept An den diesjährigen Reichsjugendwettkämpfen, die hier am Oie Osram-Tl-Lampe verkörpert den neuesten Fortschritt auf dem Gebiet der elektrischen Glühlampen. Der neue, durch Patente geschützte Wendeldrahi ermöglicht eine bisher bei luftleeren Spiral- drahtlampen unerreichte Oekonomie und Lichikonstanz, seine Anordnung eine vorteilhafte Tichtverteilung. Oie Osram-N-Lampe ist in hohem Maße geeignet, die bisherigen Lampen mit gestrecktem Draht zu ersetzen. e>« wird in dem Umfange geliefert, ben die Umstellung der $abr(tation jUlößt. 1 Schluß dieser Woche stattfanden, beteiligten sich 46 Knaben und 46 Mädchen des 7. und 8. Schul- iahreS. Die Hebungen der Knaben bestanden in einem Fünfkampf: Reck, Barren, Weitsprung, 100-Meter-Lauf mrd Schlagballweitwurf, die der Mädchen in einem Dreikampf: Weitsprung, 75* Meter*Lauf und Schlagballweitwurf. Als die neun ersten Sieger, die Anspruch auf die Ehren* urkunde des Reichspräsidenten haben, gingen aus dem Wettstreit hervor: Erich Seipp 110 Punkte, Rudolf Ewald 106 Punkte, Albert Klinkel 105 Punkte, Heinrich Klein 104 Punkte, Waldemar Grote 104 Punkte: Elisabethe Seipp 65 Punkte, Katherine Läufer 60r/2 Puntte, Emilie Ludolf 59V5 Punkte, Hedwig Hahn 563/s Punkte. Außerdem haben noch 24 Schüler und Schülerinnen mit 101 bis herab auf 80 bezw. 40 Punkte Anwartschaft auf die vom Deutschen Reichsausschuh gestiftete Urkunde. Kreis Schotten. !—! Freienseen, 19. Sept. In unserem Dorfe soll eine Schuhfabrik erirchtet werden. Als Unternehmer kommen Herren aus Butzbach und Frankfurt in Betracht. Mit den Bauarbeiten wird demnächst begonnen, das Gebäude kommt an die Straße Freienseen—Laubach unweit des Tunnels auf Gemeindegelände. — Der Bau unserer Turnhalle, der im Sommer begonnen wurde, ist soweit gediehen, daß er noch in diesem Jahre unter Dach kommt. Die Kosten des Baues dürften nicht allzu hoch kommen, da die Steine aus dem Gemeindesteinbruch stammen und das Bauholz dem Gemeindewald entnommen ist. Kreis Wetzlar. d. L e tz l a r, 19. Sept. Das Ausspielen non Waren aller möglichen Art auf F e st e n , Kirmessen usw. hat derart, überhand genommen, daß das Landratsamt sich jetzt veranlaßt gesehen hat, Einhalt zu gebieten. Die Polizeiverwaltungen des Kreises sind angewiesen, G e - nehmigungen zum Ausspielen von Gegenständen bis auf weiteres nicht mehr zu erteilen. Auch der Verkauf von Zucker-, Spiel- und Backwaren auf Festen ist durch die Polizeiverwaltungen wesentlich eingeschränkt worden. — Das Oberoersicherungsamt in Koblenz hat unter Aufhebung seiner früheren Festsetzung den O r t s l 0 h n — das ist der ortsübliche Tagesentgelt für gewöhnliche Tagearbeiter — für den hiesigen Kreis mit Wirkung vom 1. September 1925 ab für die einzelnen Altersklassen wie folgt festgesetzt: Für Kinder unter 14 Jahren auf 0,75 Mark, für junge Leute zwischen 14 und 16 Jahren für männliche auf 2 Mark und für weibliche auf 1,50 Mark, für Personen von 16 bis 21 Jahren für männliche auf 2,50 Mark und für weibliche auf 2 Mark, für Personen über 21 Jahre für männliche auf 4 Mark und für weibliche auf 3 Mark. d. Ebersgöns, 19. Sept. Die hiesige Synagoge, die schon jahrelang nicht mehr in Benutzung und wegen ihres sehr baufälligen Zustandes polizeilich geschlossen war, ist von den mit ihrem Besitz angrenzenden Nachbarn gekauft und jetzt niedergelegt worden. d. AuS dem Hüttenberg, 19. Sept. Wer in diesem Jahre große Hoffnungen auf die Hühnerjagd gesetzt hatte, hat eine Enttäuschung erlebt. Allenthalben hört man Klagen über das geringe Borkommen der Hühner, was auf den starken Schneefall im letzten Winter und auch auf die Zunahme der Raubvögel zurückzuführen sein durfte. Bei Anfang der Hühnerjagd traf man Völker an, bei denen die jungen Hühner nicht viel größer als Spatzen waren. Die Hasenjagd dagegen verspricht eine bessere zu werden, so daß man wohl von einem mittleren Hasenjahr sprechen • kann. Allerdings sieht man auch jetzt noch viele kleine Hasen im Felde — sogenannte „Drei- l läufer“ —, die bei Aufgang der Jagd am 1. Ok- tober noch unbedingt der Schonung bedürfen. * d. Weidenhausen, 19. Sept. Dem hier s gegründeten Rindviehversicherungsverein ist von dem Regierungspräsidenten in Koblenz die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb als „Diehversicherungsverein auf Gegenseitigkeit" erteilt worden. Starkenburg un^ Rheinhessen. • Darmstadt, 19. Sept. Um den Nachtstrom des Elektrizitätswerkes auszu- nuhen, will die Stadtverwaltung in Erbach i. O. eine Eiserzeugungshalle errichten, die im kommenden Frühjahr ihre Tätigkeit aufnehmen soll. Zur Zeit finden Erhebungen über den Eisbedarf der Einwohnerschaft statt. — Die Regierung hat die vom Gemeinderat in Groß-Zimmern eingeführte k 0 st e n l 0 s e Beerdigung für unstatthaft erklärt. Die Gemeinde will gegen das Verbot auf dem Wege des Derwalltungsstreitverfah- reni vorgehen unh zugleich eine Beschwerde an den Landtag richten. Hessen-Nassau. dg. Naunheim, 19. Sept. 3n unmittelbarer Nähe unserer Obstanlagen bei der „toten Lahn" werden weite Strecken des sumpfigen Geländes aufgefüllt. Das Gebiet um die tote Lahn gehört zum Teil auch zur Wetzlarer Gemarkung. Don der ilntergaffe her ist eine besondere Anfahrtstraße geschaffen worden, auf der Wagen mit Schutt herbeigeschafst werden können. Eine große Fläche ist bereits neu geschaffen, eine Feldbahn bringt die Erbmassen an die tiefliegenden Stellen. Bei weiterem starken Anschütten von Schutt wird die tote Lahn — das alte Lahnbett —, die heute ein langer, toten Weiher ist, bald aufgefüllt fein. Aus dem Schilfgelände werden fruchtbare Wiesen mit „süßem" Gras erstehen. — Eine schöne Bekrönung mit einem vollständig neuen Dach hat unser uralter Kirchenturm erhalten. 3m Laufe der Zeit war ein großer Teil des Dachstuhles morsch geworden. 3m wesentlichen ist die neue Dach- konstruktion gleich der alten hergestellt, doch sind nach allen vier Richtungen kleine hervorspringende Giebel mit je zwei Fenstern angebracht worden, die außerdem je ein Zifferblatt der neuen Kirchenuhr tragen. Weithin leuchtet das goldgelbe Zifferblatt und gilt als Zierde des Naunheimer Turmes. Eben wird auch unser Schulhaus einer großen Reparatur unterzogen, die von der Firma Becker in Wetzlar ausgeführt wird. Das alte Dach ist abgenommen, die Giebelmauern erhöht und ein neues Dach aufgesetzt worden. Auf diese Weise sind noch einige Speicherräume neu erstanden. Die äußeren Wände des Schulhauses sollen mit Rauhpuh umgeben werden. 3nfolge großer Einnahmen aus Obst- und Holzverkäufen ist unsere Gemeinde in der glücklichen Lage, Reparaturen an öffentlichen Gebäuden vornehmen zu lassen. bl. Dillenburg, 19. Sept. Am Sonntag, dem 2 5. Oktober, sinden für den D i l l k r e i s die Neuwahlen zum Kreistag statt. Gemäß der Einwohnerzahl sind 24 Abgeordnete zu wählen. — Für den Dillkreis wurde ein Automobilklub ins Leben gerufen, der dem A. D. A. El. angegliedert wurde. Anregung hierzu gab die Ortsgruppe Haiger, die schon seit längerer Zeit besteht. Wirtschaft. • Einstweilen keine zweite Dollaranleihe der Rentenbank. Zu der in Bank- und Börsenkreisen aufgetauchten Annahme, daß wegen des großen Erfolges der amerikanischen Anleihe der Rentenbankkreditanstalt eine zweite Emission gleicher Art in kürzester Frist folgen werde, bemerkt die „Boss. Ztg." nach Informationen an unterrichteter Stelle, daß im Augenblick noch nichts darüber feststeht, 6b und wann eine solche zweite Emission vorgenommen wird. Bor allem wird sich das nach dem Geldbedürfnis der Landwirtschaft richten. Keinesfalls wird man aber in überstürzter Weise, lediglich unter dem Eindruck der jetzigen Anleihe, an eine zweite Emission Herangehen. * D i e deutschenBörsen gegen Vorrats- und Stimmrechtsaktien. Die Zulassungsstellen sämtlicher deutschen Börsen beschlossen in einer gemeinsamen Sitzung bei der Berliner Handelskammer eine Resolution, in der sie sich bezüglich der Frage einer Aenderung des Börsengesetzes mit den Ansichten des Deutschen Bankiertages solidarisch erklären. Sie sehen zur Zeit keine ausreichenden Unterlagen zu einer Veränderung der Vorschriften über das Zulassungswesen, erwarten aber, daß die in den Inflationszeit geschaffenen mehrstimmigen Vorzugsaktien und die Vorrats- und Derwertungs- altien baldigst durch die Gesellschaften beseitigt werden, soweit sie eine wirtschaftlich nicht gerechtfertigte Beschränkung der Rechte der 3nhaber der zum Börsenhandel zugelassenen Stammaktien enthalten. Die Zulassungsstellen sind entschlossen, Neuzulassungen von Aktien von diesen Bedingungen abhängig zu machen. Frankfurter Börse. Frankfurt, 19. Sept. Tendenz still. Die Börse wies heute infolge der hohen israelitischen Feiertage einen sehr schwachen Besuch auf. Es fehlte nicht nur an Anregung, sondern auch an Kaufaufträgen. Die Stimmung neigte anfangs unter dem Einfluß «von Glattstellungen eher etwas zum Nachgeben, doch zeigte sich der Markt gegen stärkere Abschwächungen widerstandsfähig, so daß nur für einzelne Werte ein Abbröckeln der Kurse erfolgte, während der überwiegende Teil gehaltene Notierungen aufwies. Sehr viele Notierungen tarnen infolge Mangel an Interesse nicht zur ersten Notiz. An den Aktienmärkten hielt das Interesse ür Reichsbankanleihe an, die um 0,5 Droz, höher singen. Bon Elektrowerten lagen AEG. sehr est. Chemiewerke waren kaum verändert. In Pfandbriefen und ausländischen Renten fanden keine Umsätze statt, die Kurse blieben unverändert. Der Freiverkehr war geschäftslos. Der weitere Verlauf der Börse zeigte keine Aenderung weder in den Umsätzen noch in der Stimmung. Die Börse schloß die Woche in behaupteter Haltung. Der Geldmarkt war unverändert. Am Devisenmarkt war Paris bei 102,50 gegen London und 21,22 gegen Kabel etwas fester. Mailand lag mit 118 gegen London unverändert. Das englische Pfund notierte gegen Kabel unverändert 4,84z, die Reichsmark 4,199. Börsenkurse. Berlin Frankfurt a.M. 0 240 0 24 7.9 103,75 103,25 63.25 125,75 125,63 74,5 37 0,36 0,36 63,5 63,62 56 (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) 36 50 36 50 0.301) 0,480 0,159 71,2 120.5 121,13 93,5 7,62 9,25 61 56 ->6,5 57,5 61 65 0,27 0,26 91.75 94 8 7,9 63,25 82,25 42,5 41,5 • 71,5 120,5 120,5 93.50 7,62 70,5 120.25 121.4 57 99 63,25 35 64 83 12,75 41 30 37 95.25 76 52,75 96.75 76 11.23 0,31 0.305 0.44 0,145 0,265 129 96 110 111 55 104 76.25 93,5 7 62 0,028 49.9 40,25 71.5 54,75 107.75 121 5 19,25 41 53 76 63.75 77,5 58 97.25 125,5 60.25 64,5 6 8,9 48,6 40.5 70 54 106 122 129 41 52.5 76 63,25 78 65 70,75 48 40,5 71.4 54 75 107 121.62 19.4 41.1 53 75 63.25 77 59 95,75 126 95,5 75,9 5,25 8,75 0.2375 0.315 0,3025 0.45 0.137 0.2675 0,26 0.25 0,25 91,75 94,75 8 41 130.6 95.5 110 110,25 70.5 120,25 121,75 58.5 72,25 92,25 95,75 76 77 65,5 83 41 41 65.5 58 64,4 81,75 42,75 42 129 95,5 110.25 110,5 103.73 76,5 । 92,25 7.62 I 0,028 I 71 48,25 41 71,5 54,5 107 122 129 40.5 52,75 75,25 63.25 7 i 62,6 59,25 64,5 90,25 94,9 7,85 I 37,25 I 129 ; 96 110 110,25 0,290 0.480 0.133 I 0.270 5% Deutsche Reichsanleibe . 4% Deutsche Rcichsanleche . 3'/,°/° Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche Retchsanleihe . Deutsche Sparprämienanlethe 4% Preußische Konsols . . . 4% Heflen........... 3Vi% Hessen 3°/o Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anlreisng..) 4% Zolltürken 5% Goldmexikaner ... . Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank Deutsche Dereinsbank .... Disconto Commandit .... Metallbank.......... Mitteldeutsche Creditbank. . Oesterreichische Creditanstalt. Westbank............ Bochumer Guß ...... BuderuS............ Caro Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau..... Kaliwerke AscherSleben...» Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte........ Oberbedarf ..... Phönix Bergbau ...... Rheinstabl Riebcck Montan ....... Tellus Bergbau...... . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd..... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont.-Guano..... Badische Anilin Chemische Mäher Alapin . . Goldschmidt . Griesi'eimer Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ........ Rütgerswerke...... Scheldeanstalt. Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mainkrastwncke ....... Schlickert........ Siemen- & HalSke Adlerwerke Kleher ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt....... . Meguin........ Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Brann . . . Metallgcselllck)aft Frankfurt. Schuhsabrft Herz . ..... Sichel Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Berliner 98 63,25 35 5.25 8,9 61.1 56,25 Börse. Schluß. Kur» Schlutzk. Abend» jStfe Schlitz. Kur» Schlutztz Mittag 63rle Datum: 18.9. 19 9. 18. 19 9. Berlin, 19. Sept. Das Geschäft an der heutigen Börse war völlig bedeutungslos, da der hohe jüdische Feiertage zdhlreiche Börsenbesucher fernhielt. Die U rn s a tz t ä t i g k e i t blieb durchweg so gering, daß die Festsetzung der ersten Notierungen Schwierigkeiten machte. Die Samstagsbörse glich daher den ruhigsten Börsentagen des Hochsommers. Da auch infolge des frühen Beginns keine Kaufaufträge aus Publikumkreisen Vorlagen, kam es überhaupt zu keiner Tendenzbildung. Soweit man Kurse hörte, lagen sie etwas unter den gestrigen offiziellen Schlußnotierungen. Auch am Geldmärkte hielten sich die Abschlüsse in den aUerengften Grenzen. Tagesgeld 7| bis 9 Proz., Monatsgeld 10 bis 111 Proz. Der herannahende Ultimo dürfte sich anfang nächster Woche durch etwas stärkere Nachfrage auswirken. Am D e - Difen marft waren keine nennenswerten Veränderungen zu verzeichnen. Paris, Brüssel und Oslo waren leicht erhöht. Die Reichsmark notierte in London 20,36, Paris 5,03$, Amsterdam 59,22. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. 1 Billionen Mark cmSaedrückl BnenoS-AtrrS, London, Neu- ck. Janen, Rio de Janeiro für eine Einheit. Wien und Ravest- ffir 100060 Arbeiten, alle« übrige für 100 Einheiten.» Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 18 Septbr. 19. Septbr. Amtliche Notierung Geld 1 Brief Amtliche Notierung Geld Brief Amft.-Non 168.66 169,08 168,64 169,06 Buen.-Aireö 1,69$ 1,702 1,693 1,702 Brsi-.Antw 18 49 18,53 18,54 18,58 Christianta. 8-,44 88,66 88,39 88,61 Kopenhagen 11)2,62 102,88 102,17 102,42 Stockholm . 112,52 112,8) 112,57 112,85 HelfingforS 10,57 10,61 17,31 10,565 10,605 Italien. . . 17,27 17,24 17,28 London. . '0,335 20,385 20,335 4,195 20,385 Neupork . . 4.195 4,205 4,205 Paris. . . 19,84 19,88 19,90 19,94 Schweiz . . SO.97 81,17 80,96 81,16 Spanien . 60.27 60,43 60,52 60,68 Japan . . . 1,746 1.750 1.718 1,722 Rio de Jan. Wien in D-- 0 565 1.567 0.569 0.571 Oest. abgcst. 59,13 59,27 )9,07 59,21 Prag .... 12.425 12,465 12,40 12,47 Belgrad . . 7.46 7,47 7.46 7,48 Budapest. . 5.885 5,905 5,885 5,905 Bulgarien 3,045 3,055 3.045 4.055 Lissabon 20 075 20,125 21.075 0.125 Danzig. . . 80.68 80.88 80.68 80.88 Konstantin. 2,37 2,38 2.365 2.375 Athen. . . 6.09 6.11 6.05 6 11 Canada. . . 4,20 4,21 4,-195.,. 4,205 Uruguay . 4,175 0.185 4,171 4,185 Berlin, 19. Septbr. Geld Brief Amerikanische Noten ..... 1,242 4.262 Belgische Noten........ Dänische Noten ........ 18,49 101,92 18,59 102,44 Englische Noten. ....... 20,30 20,40 Französische Noten ...... Holländische Noten...... 19,90 L68,2l 20 00 169,05 Italienische Noten...... 17,28 17,46 Norwegische Noten...... 88,20 88.64 Dcutsch-Ocsterr-,-100 Kronen 58.90 59,17 Rumänische Noten...... — Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... 112,24 80,80 112,80 81,20 ©Q